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E_1929_Zeitung_Nr.093

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N» 95 PRIMflX furQaragen, ßfe/v/se!refc. in gewelltem Stahlblech oder Holz mifaut; rederwalzen, Seil-Kurbel-oder ßefdromotorenantn'eb* VERLANGT das gute Schweizerfabrika die Marke der Kenner ZURICH1 LIMM ATQU AI 34 TEl.H OTT.87.17 greifen die Kettenstücke In Eis und Schnee and siehern die Fahrt. Die Beanspruchung ist aber so groB, daS. nur allerbestes Material genügt. Man vertraue dem Urteil vieler tausend schweizerischer Autofahrer und kauf« Das bestbekannte Schweizerfabrikat für alle Verwendungszwecke laOlXIXX vorm. Altorfer-Lehmann A Cfe. kesselund Apparatebau de cie., Zofixx^jeio. St. Gallen • Bern - Luzern UNION A.-G., SCHNEEKETTEN-FABRIK, BIEL Vertreters Blei! Henri Bachmann, Autozubehör, Spltalttr««« 12 b. Telephon 4149 ZOrich: Huber, BrOeher * Cle., Autometro, Rämtatrate 14, IM. Hakt. TOM mm Bernstrasse 40 Hrdl. Fehler Tel. Zähringer62.08 Stadtomnibus-Haltestelle Stöckacker Erstellung Ieder Art Last-, Geschäfts- u. Luxus-Garrosserien Umänderungen Reparaturen Rader * Besteingerichtete Spenalerel Gedieoene Werkmannsarbeit zu billtaem Preis! HilllÄllllÄIIIIÄlEIIIIÄ Verlangen Sie Offerte! Wagendecken in anerkannt erstklassiger Ausführung STAMM & Co., Eglisau \m\BB DRUCKSACHEN teteto Ä,"U ra HALLWAG - BERN .Verlag, Administration, Druck and Glicherie: HALLWAG A.-Q, Haüersche Buchdruokwei und W*gn«rsch« Verl«g»»nit*lt, Btia»

Bern, Dienstag 29. Oktober 1929 III. Blatt der „Automobil-Revue" Nr. 93 Im heutigen 99Autler-Feierabend": Seit« Ford über Prohibition 13 China 14 Die Bobbics 14 Sterben die Indianer aus ? 14 Die Seite der Frau Frau oder Fräulein ? 15 France, pays de la gourmandise 1 15 Nieder mit dem langen Kleid ! 15 Wie meine Romane entstehen 15 Die Herrensportmode im Winter 16 Die kleinen Geschichten 16 Humor 17 Die Alpenstrassen 18 Tourensprechsaal 18 Unser Ergänzungsrätsel 18 Der Kranke Von Gerhard Schake. Schubrunow, der frühere Postmeister, der sich von seinen Ersparnissen und den kleinen und grossen Summen, mit denen man ihn bestochen, nicht weit von Odessa ein Landhaus gekauft hatte, lebte nicht in der Ruhe dahin, die ihm nach den aufreibenden Jahren des Postdienstes — aufreibend deshalb, weil man nicht über all den kleinen Betrügereien ertappt werden durfte — zu gönnen gewesen wäre. Er war voll Angst, Diebe und Räuber könnten ihm nachts und heimlich das Wenige rauben, das er sich selbst zusammengestohlen hatte. Er war ja nun auch schon fünfzig Jahre alt geworden, und in diesem Alter pflegen selbst einfältige Leute nachdenklicher zu werden, sich mit dem zu beschäftigen, was sein wird, wenn sie nicht mehr sind. Die Möglichkeit, eine ausgleichende Gerechtigkeit körinte auch ihn strafen dafür, dass er Arme und Reiche, die sich seiner Posthalterei anvertrauten, geschröpft, bestohlen und betrogen, dass er den Staat um vielerlei kleine Beträge geprellt hatte, diese Möglichkeit Hess ihn naphts nicht zur Ruhe kommen. Sein Garten war mit einem Zaun aus Stacheldraht umgebfcn, an Türen unü Fenstern, selbst in den Kaminen und Schornsteinen liess er tönende Signalglocken, Sirenen und Alarmapparate anbringen. Sogar Hunde kaufte er, bissige, auf den Mann dressierte Bluthunde, er, Schubrunow, kaufte Hunde, er, der kein Tier leiden mochte. Und im Garten legte er Fallen und Selbstschüsse. Seine Frau betrachtete dieses kindische Treiben, wie sie es nannte, mit scheelen Augen, und ihre Mutter, die mit im Hause lebte, unterstützte sie darin. Sie liess nicht nach, zu hetzen, dass man es doch jetzt, in diesem herrlichen Hause, so gut haben könnte, wenn der Mann, dieser törichte Schubrunow, nicht ein so sinnloses Betragen zur Schau tragen würde. Schubrunow selber spürte nichts von dem, was um ihn vorging, merkte nicht, wie Frau und Schwiegermutter gehässiger noch sein Treiben verfolgten und bekrittelten, ja, er merkte auch dann noch nichts, als selbst die Kinder, die schon an die zwanzig Jahre zählten, sich gegen den Vater auflehnten. Man hätte ihm vielleicht mit Güte die fixen Ideen ausreden können, hätte ihn überzeugen können,,, dass es selbst für die geschicktesten Diebe unmöglich wäre, bis in sein Schlafzimmer zu dringen. Aber keiner hatte ein gütiges oder verstehendes Wort für den Alten. Man sah ihn im eigenen Hause schief* an, man belustigte sich offen über ihn, verspottete ihn, und als das seine Verbissenheit in die krankhafte Idee nur steigerte, behandelte man ihn skruppellos als Schwachsinnigen. Und eines Tages geschah das: Rusia, die jüngste Tochter, trat, weil man sich im Garten nicht mehr auskannte, in eine der Fallen und brach ein Bein. Da hätte man das Geschrei und Gezeter der Weiber hören sollen! Da war kein Schimpfwort zu schlecht für den Alten. Da weigerte sich selbst die Magd, ihm das Essen zu bringen. Die Frau schrie und gebärdete sich, als läge sie in Krämpfen. Die Schwiegermutter lief ins Dorf und tratschte das Geschehnis aus. Nun wurde Schubrunow allgemein für verrückt gehalten. Auch für Schubrunow mehrten sich die Qualen. Er hatte nachts seine Gesichter deutlicher denn je, sah, wie Räuber das Haus plünderten, seine Frau prügelten und ihn töteten. Er schrie um Hilfe, dass das ganze Haus zusammenlief. Jeden Morgen erwachte er schweissgebadet, war schwach und hilflos wie ein Kind. Er nahm seine Pistolen mit ins Bett, um sich im Notfall seiner Haut wehren zu können und die Hunde mussten vor seiner Tür schlafen. Trotzdem Hessen die Aengste nicht nach. Dabei wurde der alte Schubrunow hinfällig. Die Schwiegermutter erklärte eines Abends, diesen Jammer nicht länger mit ansehen zu können. Am andern Morgen reiste sie nach Odessa. Schubrunow gewahrte in den Mienen der Seinen etwas Hämisches, Hinterlistiges und fürchtete sich noch mehr. Am übernächsten Morgen kehrte die Schwiegermutter in Begleitung von drei Männern zurück. Aerzte sind's, sagte sie, die dich untersuchen sollen. Schubrunow, selbst überzeugt, schwer krank zu sein, liess sich willig untersuchen und wurde erst gewahr, in welche Falle er gegangen, als ihm die Männer eine Zwangsjacke überstreiften. Er tobte und brüllte. Es half ihm nichts. Die Familie stand schweigend um ihn. Wie erlöst blickten sie ihm noch, als er, auf einen Karren geladen, davongefahren wurde. Ins Irrenhaus. Die Aerzte hatten Schubrunow für unheilbar erklärt. Die Familie atmete auf und gedachte, es sieh gut gehen zu lassen. In der Nacht, die diesem Tage folgte, überfiel eine herumstreifende Räuberbande Schubrunows Haus. Das Gesindel schlug die Frauen tot, nur Serje, der Sohn, entkam. Man plünderte den Hof aus und setzte den roten Hahn auf das Dach. Die Fammen loderten steil gen Himmel. Ob Schubrunow, schlaflos vor seinen Zellengittern stehend, den Feuerschein wohl gesehen hat ? Ohne Prohibition keine gründliche Arbeit, sagt Ford Der Autokönig über das Prohibitionsprobtem. «Was mich persönlich betrifft, so werde ich, wenn die Prohibition in Amerika jemals aufgehoben werden sollte, den Betrieb meiner Werke einstellen.» Dieses Ultimatum richtet Henry Ford in einem unlängst in der Zeitschrift «Pictorial Review» veröffentlichten Artikel. Und er fährt fort: «Ich würde mich nicht lange um das Problem sorgen, mehr als 200,000 Leute zu beschäftigen und zu versuchen, ihnen Löhne zu bezahlen, die ihnen in den Bars und Trinkstuben wieder abgenommen werden. Ich hätte wirklich kein Interesse, Wagen für eine Generation zu bauen, die sich dem Trunke ergibt;» Ohne die Prohibition, so erläutert' der grosse Industrieführer, dem wir die neuzeitlichen Produktionsmethoden verdanken, würde die Industrie wieder jenem Stadium zuneigen, in dem sie sich zu Anfang dieses Jahrhunderts befand. Ohne Prohibition würde ein© kurze Arbeitswoche, ein kurzer Arbeitstag nicht länger möglich sein. Ohne Prohibition wäre eine gründliche und wissenschaftliche Arbeit nicht möglich. Ohne die Prohibition würde der Arbeiter das Interesse an seiner Arbeit verlieren, würde aufhören, sich zu bemühen, sein Arbeitspensum zu bewältigen. Nach Henry Ford ist der Grund dafür, dass Amerika heute an der Spitze aller übrigen Industrieländer steht und dass es sich eines so grossen Wohlstandes erfreut —die Prohibition ! Das Ausland, so hebt er hervor — «braucht Amerika für seinen Markt, weil Amerika unter der Prohibition zum Geldgeber der übrigen Welt geworden ist. Die Länder, in denen noch kein Alkoholverbot besteht, sind zu verarmt, um aus eigener Kraft heraus zu gedeihen. Das ist das Todesurteil der Alkoholindustrie: sie richtet ihre eigenen Abnehmer, ihre Kunden zugrunde.» Für das geringe Quantum Alkohol, das heute noch in den Vereinigten Staaten konsumiert wird, tadelt der Automobilfabrikant die Frauen und Mütter Amerikas. Denn wie sie die Annahme des Prohibitionsgesetzes erkämpften, so können sie es auch erreichen, dass sich die Prohibition nicht nur bis zu 99, sondern auch bis zu 100 Prozent auswirkt. «Gerade heute ziert der Snob die erleuchteten Hallen und Clubs, aber schon ist er zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht mehr «smart» sei zu trinken. Gastgeberinnen, die nicht länger mehr wünschen, dass ihre Häuser allgemein als Stätten bekannt sind, in denen die Gesetze verletzt werden, haben viel dazu beigetragen, es unmodern zu machen, in Gesellschaften Getränke anzubieten. Ihrem Beispiel werden jene widerstandsfähigen Frauen folgen, die ihre modernen Gedanken aus gewitzten Magazinen schöpfen. Man wird deshalb kein Hurrahgeschrei anstimmen, keine öffentlichen Versammlungen abhalten, an die Moral appellieren oder dergleichen; alkoholische Getränke werden einfach von jeder Tafel mit andern Dingen verschwinden, die uns abträglich sind. Frauen schufen diese Reform, sie sind die Hauptalmosenempfänger, und sie würden die Hauptleidtragenden sein, wenn je die Prohibition in den Vereinigten Staaten aufgehoben würde; wenn sie nur das Gesetz in ihrem eigenen Heim verteidigen, so wollen wir uns wenig um andere Plätze kümmern, wo das Gesetz verletzt wird — auch sie werden automatisch der Reihe nach aufhören zu bestehen. Ohne die heilsame Wirkung der Prohibition könnten wir nur mit zwei oder drei Arbeitstagen in der Fabrik pro Woche rechnen, und das würde zur Aufhebung der verkürzten Arbeitszeit und der Fünftagewoche führen, die unsere Industrie eingeführt hat.» Als der Arbeiter zwei- öder dreimal in der Woche trank, musste die Industrie auf dem 10- oder 12-Stundentag und auf sechs oder sieben Arbeitstage bestehen. Ist aber der Arbeiter nüchtern, so kann er seinen Achtstundentag und seine Fünftagewoche bei dem gleichen oder sogar noch höheren Lohn haben. Man verwechsle Benzin nicht mit Alkohol, das ist die ganze Frage. Trunkenheit vereinbart sich nicht mit der Industrie und den Anforderungen, die sie an jeden einzelnen stellt. Ich könnte keinen Wagen bauen, der rund 200,000-Meilen läuft, wenn die Arbeiter betrunken wären, weil ich in diesem Falle -nicht auf gewissenhafte Arbeit zählen könnte, und ohne gewissenhafte Arbeiter könnte ich keine Präzision der Arbeit erzielen, selbst nicht mit der erforderlichen Maschinerie, weil heute mehr Arbeiter an der Maschinerie, die jeden einzelnen Teil des Wagens herstellt, beteiligt sind, als Arbeiter, die den Wagen selbst bauen. Um die Maschinerie den Erfordernissen der Zeit anzupassen und Sie, wie man zu sagen pflegt, gut laufen zu lassen, ist es erforderlich, dass der Maschinist erhöhte Geschicklichkeit beweist. In betrunkenem Zustand wäre der Arbeiter seinen Arbeiten nicht gewachsen, weil Trunkenheit die geistigen Kräfte untergräbt und zerstört. Sie verursacht das Gegenteil von Präzision: Ungenauigkeit und Ungeschicklichkeit, und wenn ein Mann nur mangel- Bahnhofstrasse 31 Orell-Füssli-Hof Verunglückte Heimkehr Von Jochen. Ich bin schon lang nicht mehr zu, Haus ge» wesen, Nun sollt' ich wieder einmal gehn. Hab' kürzlich in der Zeitung gelesen, In Bern, da sei es letzt so schön. Es gäbe so schöne neue Und diesem Genüsse Die mal anzusehen Autobusse... Könnt' ich nicht widerstehn. Da fuhr ich hin und fühlte mich gleich sehr beklopft — Ich hatte auf einigen Fortschritt gehopft: Doch alles — vom Grössten zum' Kleinsten War noch ganz tüpfelgleich so wie einsten.., Was kann man da tätigen An solch' einem Ort ? Ich riss einen unflätigen Witz und fuhr gleich wieder fort. hafte Arbeit verrichtet, verliert er das Interesse, und das ist schliesslich das grösste Unglück, das ihm widerfahren kann. Es ist das Interesse am Leben und am Werk, das Arbeit schafft, das ganz© Völker lebensfähig erhält und die Tat* kraft und Begeisterung schafft, die notwendig ist, um Grosses zu vollbringen und neue Entdeckungen zu machen. Das ist es auch* weshalb wir in Amerika in der Neuzeit so grosse Fortschritte gemacht haben. Ein all-*- gemeines, reges" Interesse ist im Volke er* wacht. Man interessiert sich für alles, was des Interesses auf dieser Erde wert ist, anstatt müssig herumzulungern und sich den Geist mit Alkohol zu verdummen.» Henry Ford gibt in dem, erwähnten Artikel seiner Ueberzeugung Ausdruck, dass die Prohibition sich bereits zu 99 Prozent in' der Bevölkerng der Vereinigten Staaten ausgewirkt habe. «Die Freiheit: des Einzelnen - 1 so schliesst er — ist durch den Verzicht deS amerikanischen Volkes auf Alkoholgenuss eine so grosse geworden, dass es . geradezu kindischen Eigensinn bedeutet, von einer Rechtsbeugung durch das Alkoholverbot zu reden. Ich glaube und bekenne mich zur persönlichen Freiheit, aber auf Grund meiner langjährigen Erfahrung darf ich wohl sagen, dass gerade alkoholische Getränke in allererster Linie die persönliche Freiheit stets denjenigen geraubt haben, die man gemeinhin als Trinker bezeichnet.» (Anglo American N. S. Copyright.) Auto-Hut in weichem Filz Fr. 16.75 Dazu passende Filztasche Fr. 12.75 MARIEANNY JUCKER-PETITPIERRE Rathausplatz 26 Parterre u. 1. ttage