Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1929_Zeitung_Nr.096

E_1929_Zeitung_Nr.096

A.C. A. C. S. SEKTION

A.C. A. C. S. SEKTION BERN. Samstag, den 16. November findet im Burgerratssaal die schon beinahe traditionell gewordene Ta nz veranstalt u n n. gleichsam als Auftakt des winterlichen Gesellschaftslobons, statt. Das Datum wird jetzt schon bekanntgegeben, um es 'dea Mitgliedern und ihren Angehörigen zu ermöglichen, sich den Abend zu reservieren. Der Herbst-Tanzabend erfreut sich bei der Sektion besonderer Beliebtheit. Der gemütliche Saal des Clublokales der Berner Sektion war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Herr Ernst von Mühlenen als Teilnehmer auf dem Europa-Rundflug von seinen Erlebnissen, aus erhebenden Momenten fliegerischer Tätigkeit und von den erstaunlichen Strapazen zu sprechen begann. «Mit Markus und Mani nach dem Strich rund tim Europa», so hiess der gewählte Titel, der wohl die Absicht einer abendlichen Plauderei unter originellem Titol ankündigte, aber sons einigen Zweifel über das Thema liess. Item: Der Europa-Rundflug für Sportflugzeuge, der Ende Juli und Anfangs August zur Durchführung kam und Paris als Startort hatte, war einer der allerinteressantesten sportlichen Unternehmungen des Jahres und wurde in der Presse eingehend behandelt. Wir erwähnen beute nur, dass zwei Schweizerflieger, Hauptmann Wirth und Oberleutnant Burkhard*, sich an diesem «International Ghalienge de Tourisme», veranstaltet vom Aeroclub de France, beteiligten. Herr von Mühlenen war der Begleiter des letzteren. Er nannte seinen Piloten Markus. Der zweite Begleiter war Mani, ein niedliches Hündchen aus .., wohl als Mascott und Schutzpatron» das an Gefahren reiche Lehen der beiden Flieger vor dem Allerschlimmsten behüten sollte. Nun: Das Hündchen hat seinen Dienst redlich getan. Zweieinhalb Stunden dauerte der Vortrag. An Hand von Karlenschlangen, die geschickt kombiniert waren, führte uns Herr von Mühlenen rund um Europa 1 , von den Wettbewerbern erzählend, von Fliegernöten bei Sturm und Böen, vom Pech anderer Konkürrenten, von gutem Empfang und von schlechter Organisation auf verschiedenen Flugplätzen. Eino grosse Anzahl von Photographien, auf die Leinwand projiziert, ergänzten das gesprochene Wort. Wir haben lins alle gefreut, dass unsere Schweizer Flieger so gut abschnitten und dass auch Herrn Oblt. Burckhardt mit Herrn von Mühlenen sich einen guten Rang sichern konnten, trotzdem sie das Flugzeug mit der schwersten Besatzung führten und trotzdem der Pilot im Gegensatz zu andern Konkurrenten die mechanischen Arbeiten ohne Unterstützung eines Mechanikers durchführte. Herr Dr. Monde, der Präsident der Sektion, verdankte in munterer Art die Plauderei über das grosse Ereignis. go. Sichere Bremsen und vorschriftsmässige Beleuchtung sind Garantien für sicheres Fahren. '• T. C. S. Touring-CIub Repräsentant im Basler Grossen Rat. Herr Rene Levaillant, der umsichtige Präsident der Autosektion Basel des T. C. S., ist in den Grossen Rat des Kantons Baselstadt gewählt worden. Qratulamur! Der Strassenhilfsdienst des Tourinjj-CIub der Schweiz. Während des Monats Oktober legte der Hilfsdienstwagen der Strecke Zürich-Aarau in 25 Fahrtagen 2800 Kilometer zurück. Es wurde 36 Automobilisten aus der Panne gehollen, drei Fahrzeugen konnte Betriebsstoff zugeführt werden. Ferner brachte der T. C. S.-Agent bei einem Unfälle einen Verwundeten zum Arzt. Im ersten Vierteljahr des Betriebes wurden auf der Strecke Zürich-Aarau an 73 Fahrtagen zusammen 9500 Kilometer zurückgelegt und 130 Automobilisten tatkräftiger Beistand geleistet. AUTOSEKTION SEELAND DES T. C. S. ., Die Sektion veranstaltet nächsten Sonntag, den 10. November einen Tanzausflux ins Restaurant «Klösterli» in Pieterlen. Treffpunkt von 3 Uhr an am Orte der Veranstaltung. AUTOMOBILSEKTION WALDSTÄTTE DES T. C. S. Dienstag, den 12. November 1929, im Hotel Rössli in Luzern, findet statt ein Lichtbildervortrag : Oesterreich und seine Hauptstadt, Reisewege nach Wien, von Herrn Franz Waiden, Ob. Revid. 1. R., aus Wien. Herr Waiden wird in zirka 1V* stündigem Vortrag mit 150 farbigen Lichtbildern das schöne Wien und die Reisewege dorthin vor Augen führen; er besitzt im Ausland einen grossen Ruf als hervorragender Ländschaftsphotograph und als ausgezeichneter Vortragskünstler, seine Darbietungen und Ausführungen wurden in der Tagespresse jeweils sehr gerühmt. Der Vorstand hofft gerne, an diesem Abend eine grosse Zahl von Naturfreunden, Automobilisten und Freunden Oesterreichs im Rössli begrüssen zu dürfen. Nachfolgend das Programm des von der letzten Generalversammlung beschlossenen Motorenkurses. Als Kursleiter konnten wiederum bewährte Kräfte aus dem Kreise unserer Mitglieder gewonnen werden, und zwar werden behandeln: den mechanischen Teil: H. Ernst Epper i. Fa. Alphons Stadiin, Luzern; den elektrischen Teil: H. Hans Güdel, i. Fa. Ferrier Güdel. Luzern und die Pfleae der Batterie: H. Th. Frey, Telegraphenwerkstätto, Luzern Die Kursabendo sind festgesetzt worden wie folgt. Bei grosser Beteiligung wird ein Parallelkura abgehalten. Kursabende: 1. Das Automobil im allgemeinen; 2. Der Automobiunotor; 3. Magnet- und Battoriezündung; 4. Leidensweg dos Akkumulators; 5. JJjnamo, Anlasser, Schalter; 6.. Getriebe undKä.r^fö; ÄUTOMOBTL-REVUE 1929 — N*96 Die Mitglieder des Schweiz. Damen-Automobil-Clubs mit den Waisen der Burgei-gemeinde Bern vor der Abfahrt nach Zimmenvald, Thun und Bein. 7 Steuerung und Bremsen; 8. Unterhalt des Wa-tegens, Pneus; 9. Störungen und Reparaturen. die- Querketten in Anspruch nehmen. häufig enorme Kräfte auf, die in erster Linie Kosten des Kurses: Mitglieder der Sektion Der Automobilist wird sich deshalb gerade jetzt Waldstätte zahlen Fr. 10.—, Nichtmitglieder 20.—, die sich bereits in seinem Besitz befindlichen Ketten auf ihre erneute Eignung hin prüfen oder sieb, zahlbar am ersten Kursabend. Beginn: Montag, den 11. bzw '•Mittwoch, den bei Neuanschaffung für ein zweckmässiges Fabrikat umschauen. 13. November 1929, in den Vorkaufsräumlichkeiten von H. A. Stadiin, Pilatusstrasse 53. Die weitern Zur Erhöhung der Sicherheit gegen seitliches Kursabende von H. Epper werden in der Werkstätte von H. Stadiin, Biregg.strasse 18a (beim gen Jahren eine Querkette mit doppelten Gleiten brachte eine amerikanische Firma vor eini- Gliedern Tramdepot), abgehalten. Beginn jeweils punkt 20.15 Uhr. H. H. Giidel hält den Kurs in den Räumlichkeiten der Firma Ferrier, Güdel & Cie., Moosstrasse 2, Luzern, H. Th. Frey in seinen Räumlichkeiten, Winkelriedstrasse 32. Alle Lokale sind geheizt. Im Interesse einer geordneten Durchführung des Kurses bitten wir dringend um rechtzeitige, wenn möglich schriftliche Anmeldung bis spätestens Freitag, den 8. November an die Adresse des Unterzeichneten. I. A. Dr. R. Zeiger. Handel u. Industrie Erfolg der schweizerischen Industrie in Barcelona. Seit einigen Wochen sind an der Weltausstellung in Barcelona die aus Autoritäten der verschiedensten Länder zusammengesetzten Preisgerichte an der Arbeit, um die einer besonderen Auszeichnung würdigen Produkte zu bestimmen. Wie uns mitgeteilt wird, ist der Firma Ad. Saurer A.-G. Arbon, welche in Barcelona mit einem vielbeachteten Ausstellungsstand vertreten war. die höchste zu vergebende Ehrung, der Grand Prix, zugesprochen worden. Dieser Erfolg, zu welchem wir der Arboner Unternehmung bestens gratulieren, wird mit zur weiteren Festigung des Weltrufes schweizerischer Qualitätsarbeit beitragen. Schneeketten sind ein Artikel, den der Automobilist im Sommer vergisst, den er aber im Winter nicht entbehren kann. Besonders im Gebirge werden an Schneeketten sehr hohe Anforderungen gestellt durch die Gelände. Steigungen und scharfe Kurven. Beim Anfahren, wie beim Bremsen tre- auf den Markt, die ein Abgleiten des Wagens auch in scharfen Kurven verhindert. Diese Kette hat. sich in Skandinavien und später auch in andern Ländern mit strengem Winter sehr bewährt. Die Doppelglieder sind gleichzeitig eine wesentliche Verstärkung der Querkette und daher eine Sicherheit gegen das plötzliche Reissen der Querkotte, eine den Automobilisten bekannte, sehr unangenehme Erscheinung, bei der ihm häufig die Kotflügel zerschlagen werden. Diese neue Schneekette mit Doppelglicdfirn der Querkette wird jetzt in Europa hergestellt unter der Bezeichnung «Nordland Doppel». Einer Spezialfabrik für Schneeketten ist es jetzt auch geglückt, einen Edelstahl für die Fabrikation der Querketten herzustellen, der bei grösster Härte auch grösste Zähigkeit aufweist. Dieser Stahl ist so zäh, dass er sich eher deformiert, als dass er springt. Es werden seit einigen Jahren auch die Querketten der Schneeketten zum Teil gehärtet geliefert, jedoch war es meistens nicht gelungen, die mit der Härte verbundene Sprödigkeit zu beseitigen. Eine harte, aber spröde Kette ist wenig haltbar und die Verwendung dadurch gefährlich. Fast alle gehärteten Querketten, selbst Durchmesser von 10 mm, springen wie Glas beim ersten kräftigen Hammerschlag, platzen also beim Gebrauch auf Steinpflaster, ehe überhaupt ein Verschleiss eintritt. Der Automobilist wird daher die haltbare Kette aus Edelmetall, besonders in verstärkter Ausführung, mit den Doppolgücdern sehr begrüseen, da diese die Gewähr bietet, dass künftig keine Kotflügelbeschädigung möglich ist, die Ketten nicht verloren werden und durch kein Zerreissen die Sicherheit der Insassen und des Wagens gefährdet wird. Exigez de votre Garage les Lampes pöur Automobiles Nombreux' modeles pour tous les genres' de phares et de lanternes Compagnie des Lampes d'eclairage et de T.S.F., S.A. 18; Rue Haldimand LaUSaiHie Telephone 25.437 WEED-Schneeketten für alle Dimensionen am Lager. KÜHLERDECKEN alle gangbaren Modelle sofort lieferbar. PNEUMATIK alle ersten Marken. OCCASIONS-PNEU AUTOZUBEHÖR NEUGUMMIERUNG Auto-Reparatur-Werke BERN Tel. Bollwerk 13.34 J. Riedtmanil & Cie. Holligenstrasse 25 3M£^ Gelegenheits-Kauf! "3*t SAURER . ERSATZTEILLAGER SPEZIALWERKSTÄTTE FÜR LASTWAGEN, REPARATUREN, UMÄNDERUNGEN. - KOSTEN- BERECHNUNGEN. - GUTGESCHULTES PER. SONAL FÜR SÄUR ER-LASTWAGEN. - STOCK- ROYAL, CONTI-HOHLRAUMREIFEN, HYDRAU- LISCHE PRESSE. AUTO-pCCASION! BERLIET-5-Tonncn-Lastwagen, mit oder ohne Kippvorrichtung, revidiert. Plätze, 4 Türen, Farbe Studebaker schwarz, 6 bereifte Räder, Mod. 1922, 27 Steuer-PS, Chassis v. 2-Tonnen-Lastwagen, Typ VMB, neu, mit zu denkbar billigem Preis. Fabrikgarantie. 42609 Baumberger & Forster, Eine Handkippvorrichtung Mousser, neu, für 2- bis6 Zylinder, 4/5plätzig, gut erhalten, zu Fr. 1900.— Vertretung d. Hupmobilen. Lancia-Wagen, Löwen- 3-Tonnen-Lastwagen, Fr. 800.—. zu verkaufen. 2 bereifte Reserveräder und Gepäckträger. Selten günstige Gelegenheit! — Auskunft strasse 17, Zürich, Tel. Sich zu wend. an: Neues Ersatzteillager W. Berliet, off. Niederlage f. d. Schweiz, 8, Av. de Secheron, Genf. erteilt Garage Thunerhof, R. Volz A.-G., Thun. 429» S. 98.60. 8510 ANHÄNGEWAGEN neuester Konstruktion, mit automatischer Vierradbremse liefert E. Moser, Anhängewagenfabrik, Bern MINERVA Limousine Sdiwarztorstrasse 93 Telephon Bollw. 23.81 diegelialholle tMaeyltind' S** *-* -MM. Cigamue BALLOT 2 litres touiisme, torpedo et paaneaux Picker, Duco, servofrein, nouvel equipement electrique, 40 mille km, moteur revise fairique, tres bon etat de marche, 4800 francs. — Ecrire s. Chiffre W 10357 X ä Publicitas, Geneve. 4258»

N»96 — 1929 AUTOMOBIL-REVUE. 11 Unsere Unterhaltungsecke. Spiel auf der Glasveranda. Vom, Wasser kam ein bisschen Wind; er schlug das Tischtuch hoch. Drei Paare, sommerlich wild, mit kurzen Kleidern und Taschentüchern im Ausschnitt, drehten sich feierlich vor der Terrasse. Auf der Glasveranda sass einer und spielte Klavier, ein Foxtrott fiel uns an, so gleichmässig elend, dass ich hinaufging. Der Blonde sah nicht von den Noten auf. Das Klavier war auch gelb; ich entsinne mich nicht, ein hässlicheres gesehen zu haben. Auf der höchsten Oktave stand ein halbgeleertes Glas Bier. Der Blonde griff danach, trank, spielte mit der andern Hand. Ich setzte mich. Sein Gesicht schien* alltäglich, auch war er nicht rasiert. Er hielt den Kopf auf die Brust gesenkt, schluckte, sang zwei, drei Takte, er war ganz bei der Sache. Gegen Schluss griff er einmal daneben, ohne es zu merken; im Garten klatschten die Paare. Er sah mich und lächelte. In diesem Augenblick glich er dem steinernen Faun drausson; das rote Glas der Veranda gab ihm eine tönerne Farbe, seine Haare waren zottig, sein Kinn dick und vergnügt, die Augen gaben mir recht, sie strahlten in wasserheller Fröhlichkeit. «Sehr schön», sagte er. Er trug eine weissgestreifte Hose. Als er jetzt aufstand, sah er noch lächerlicher aus. «Welch ein Text», sagte er, «die Musik kann ihn nicht erfassen, aber sie ist von mir selbst. Von Ottoheinz Jahn. Uebrigens ist sie meistens-gestohlen;-kennen Sie das...?» Er spielte etwas mit der linken Hand und lachte dazu. «Ich bin kein Künstler»* sagte er plötzlich hart und starrte mich an, als wäre meine Ansicht ohne weiteres unglaublich. «Denken Sie Miodlerne Auto-Lackierungen Oebr. M!eier, 2Z-ÜLM.O1I. S 12 Reinhardstrasse 12 — Telephon Hott. 10.64 nicht schlecht vor mir. Mein Vater war ein Künstler. Obgleich er nur Klarinette spielte, in einer Militärkapelle. Er wollte, ich sollte es auch werden. Mit zwölf Jahren...» Er lachte wieder, sein Lachen war ganz hoch und unerträglich. «Mit zwölf Jahren gab ich ein Konzert, ich spielte die 'La-mer'-Suite von Debussy und hatte ein silberblaues Kleidchen an, und mein Kopf muss rot gewesen sein wie eine reife Tomate. Es ist schändlich, welche Gewalt Eltern über die Kinder haben. Als mein Vater starb, hing ich das Konservatorium an den Nagel. Das Wunderkind trug einen Stehkragen und spielte im Kino Harmonium. Schöne Zeit!» Er trank einen raschen Schluck. «Ich bin kein Künstler, glauben Sie mir. «Wenn ich in den Saal komme und die Leute sitzen sehe, dann entdecke ich plötzlich, dass alle Tasten Nummern haben. Wie die Plätze. Ein Klavier hat zwölf Töne, aber man kann ein schreckliches Wirrwarr damit anrichten. Es gibt ein paar Systeme, um sie auseinanderzuhalten. Beethoven, auch Chopin, aber ich habe sie nie begriffen. Nie...» Er schlug auf seine Tanznoten und sah mich ernst an. «Verstehen Sie etwas von Musik? Ich habe jahrelang im Kino Musik gemacht, Musik nach Zeit, und meine Akkorde waren von dem Lächeln der Diva ebenso abhängig wie vom Dolch des albernsten Nebenbuhlers. Sie sind darum nicht schlechter gewesen. iSe waren nicht schlechter, als ich zwei Franken für die Stunde bekam. Genau zwei Franken für zwölftausenddreihundert Noten!» Er rückte dicht an mich heran und presste meine Hand. «Traurige Menschen suchen immer etwas Schönes, sie suchen eine Stellung, in der sie von morgens bis abends schlafen können, sie suchen die Frau auf dem Magazinumschlag und das Glück auf der Titelseite. Ich bin anders, ich will meinen Namen nicht in der Zeitung lesen und ich habe eine grosse Angst, meinen Verstand zu verlieren. Ist es nicht verrückt, sich ans Klavier zu setzen und in den eigenen Untiefen zu ertrinken? Mit Göttern zu kämpfen und dann ein belegtes Brötchen zu essen. Ich bin ein ehrlicher Mensch und ich spiele ehrlich, da wird niemand betrogen. In den Kaffeehäusern und Tanzdielen weiss man noch mit der Musik Bescheid, ohne Aufgabe der Seele, ohne Verlust seiner Menschlichkeit.» Er rutschte auf den Klaviersessel zurück und schlug einen Akkord an. «Der einzige Mensch,» rief er leidenschaftlich, «der einzige, den ich gehasst habe, war ein Mäzen. Er wühlte in meinen Noten, er beschwor mich, ein paar Skizzen zu vollenden, seine grauen Haare hinderten ihn nicht, mich zu beschimpfen. Zuletzt...» Der Blonde riss einen Notenband vom Regal, schlug ihn hastig auf und begann zu spielen. Ich erschrak. Der armselige Tropf war ein Meister, unter dessen Händen jetzt ein tolles, unglückliches Werk entstand, formlos modern, eine dunkle Fallgrube von Tönen. Er stürzte mit allen seinen Tönen hinein, hatte verspielt, verloren, sein Gesicht wurde weiss unter den grausamen Akkorden. Er gab mir die Noten. Es war die recht bekannte Schöpfung eines Meisters der Romantik. Der Faun unterdrückte sein Gelächter. «Auf den Kopf, ich habe sie nur auf den Kopf gestellt!» schrie er. Ein Mädchen kam, brünett, etwas schielena. Sie kannte den Spieler, stiess ihn an. Und seine Augen leuchteten. «Etwas zum Tanzen, bitte», sagte sie. AUTOSEKTION ST. GALLEN-APPENZELL DES T. C. S. Wir möchten unsere Mitglieder darauf aufmerksam machen, dass die städtischen Radfahrervereine, welche sich zur Behandlung von Verkehrsfragen zu einer Vereinigung zusammengeschlossen haben, am Dienstag, den 19. November 1929, abends 8 Uhr, im Saale des Vereinshauses (Lämmlisbrunustrasse), einen Vortrag mit Lichtbildern über Verkehrsunfälle veranstalten. Als Referent konnte Herr Landjägerhauptmann Grüninger gewonnen werden. Seino Erfahrungen bürgen auf diesem Gebiet für einen lehrreichen Abend. Die «Stadt. Radfahrervereinigung» CT wartet, dass auch seitens der Touring-Club-Mitglieder - dem genannten Thema die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt wird. Hoffen wir durch einen zahlreichen Aufmarsch die Bestrebungen zur Mithilfe in der Sanierung unserer Verkehrsvorhältnisse kräftig zu unterstützen. Wir möchten noch bemerken, dass die Veranstalterin des Vortrages, die «Stadt. Radfahrer-Vereinigung», politisch und konfessionell völlig neutral ist. T. C. S, Redaktion aAuto-Revue» Hallwag A.-G., Bern. Telephon B.3984. Für die Ostschweiz: Bureau Zürich S 70.23. VITESSE ET CONFORT Bis Januar starke Preis - Reduktion ! Wichtig für alle Automobilisten l Wegen Nichtgebrauch zu verkaufen in tadellosem Zustande: Ein 2-Tonnen-Lastwagen, mit Brücke und Verdeck, vom Blech-Torpedo, Pneus in gutem Zustande, hinten .Zwillingsreifen. Ein 600-kg-Lieferungswagen, mit elektr. Ausstattung, Motor u. Pneus in gutem Zustande. 1 Aufocar-Karosscrie, 30plätzig, in vollständig neuem Zustande, Sitze und Rücklehnen aus Leder, neues Verdeck, vernickelte, abnehmbare Zelluloid-Seitenteile, besonders zu 5 AD Saurer passend, sehr günstiger Preis. 42609 1 Ford-Wagen, 2plätziger Innenlenkor, Motor, Pneus und Lack in gutem Zustand, neue Batterie, gut pass. f. Lieferungswagen, Fr. 300. _ Sich wenden an Natural, Le Coultre & Cie., Genf. Wagendecken in anerkannt erstklassiger Ausführung. Stamm & Co., Eglisau Unsere Abteilung Deckenfabnk wurde von dem erlittenen Brandfall nicht berührt. Wir liefern nach wie vor prompt. Extri-Superieure Garantie F. BRAICHET St-Germain, 13 PORREKTTRinr