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E_1929_Zeitung_Nr.096

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N Ü 96 Am Pariser Salon (Auszug aus der Zeitung L'AUTO, vom 3. Oktober): Eine Offenbarung: Der ,,D. S DELAGE" Delage zeigt am Salon einen Achtzylinder, der Aufsehen erregen wird. Der « D. 8». Merken Sie sich diesen Namen! Vor der Verwirklichung die Prinzipien: Delage, so oft der glänzende und qualifizierte Vertreter der französischen Industrie in den grossen internationalen Kämpfen — war er nicht der erste Inhaber der Weltmeisterschaft? —, hat immer die These des allgemeinen Interesses verfochten. Unsere Industrie besitzt eine solche Erfahrung, eine solche Meisterschaft und solche Führer, dass sie keinerlei Konkurrenz zu befürchten hätte, wenn sie unter sich selbst einig wäre, wenn eine gut erdachte und verstandene Organisation die Anstrengungen der einzelnen in Zusammenhang brächte. Bis diese ersehnten Tage herbeigekommen sind, wird noch einige Zeit vergehen; inzwischen bringt ims vorläufig der grosse Konstrukteur von Courbevoie das Zeugnis — und ein schönes Zeugnis —, dass die französische Industrio keinen Vergleich zu scheuen braucht, wenn sie es will. Der Vater dieses grossartigen Chassis hat sich mit Vorbedacht auf einen Zylinderinhalt von 4 Liter beschränkt. Unsere Technik, besonders, wenn sie auf den lehrreichen Erfahrungen der Rennen fusst, wie es bei Delage, dem oftmaligen Sieger, der Fall ist, bedarf keinesfalls der Monslro-Moloren — Benzinfresser —, um ganz besonders kräftiges Beschleunigungsvermögen mit bemerkenswerter Hochleistung zu verbinden. Dafür bildeten aber auch die geringsten Organe des Chassis den Gegenstand genauesten Studiums, während langer Zeit durchgeführter Versuche. Diese beständige Kontrolle, in letzter Linie stets durch den Chef selbst durchgeführt, der es sich angelegen sein liess, die Ergebnisse des Laboratoriums auf der Landstrasso selbst nachzuprüfen, hat einen Wagen allerhöchster Klasse gezeitigt. Wir beabsichtigen nicht, wenigstens heute nicht, eine katalogmässige Beschreibung zu geben; heute wollen wir Ihnen lediglich einen Begriff der Methodik dieser Arbeit vermitteln. Betrachten wir beispielsweise die Kurbelwelle. Sollte sie 5- oder 9mal gelagert werden? Delage zögert nicht. Wenn er auch infolge seiner grossen Erfahrung schon eine Vorliebe für eine der beiden Lösungen besitzt, so ist doch sein Drang zur Erforschung der mechanischen Exaktheit so gross, dass er zwei, Motoren baut, die in allen Teilen absolut identisch und nur in der Zahl der Lager verschieden sind. Beide Wagen absolvieren parallel die gleichen strengen und langen Versuchsfahrten auf der Strasse. 40000 Kilometer sind durchfahren, nun wird demontiert und besichtigt. Das Urteil ist gefällt: das fünffache Lager hat deutlich den Vorteil davongetragen. Delage hat recht. Gewiss, die Sache ist begreiflich. Soweit als irgendmöglich inuss man die Länge der Kurbelwelle zu reduzieren suchen. Bei 9 Lagern, deren höchste Präzision und Übereinstimmung in der Linienführung nur mit äussersler Schwierigkeit zu erzielen ist, kann das einzelne Lager nur geringe Dimensionen aufweisen. Das Lager, das lediglich zur Funktion als Führung der Welle herabgewürdigt wird, erfüllt seine wirkliche Bestimmung nicht. Die stärker akzentuierten Vibrationen beeinflussen es in besorgniserregendem Mass. Dagegen findet man die Tcilo des fünffach gelagerten Motors intakt, weil dessen Lager mit der unbedingt nötigen Steifheit und Stärke ausgeführt werden konnten. Hier haben Sie das Beispiel eines fruchtbaren praktischen Versuchs. Es ergibt sich aus dem soeben Gesagten, dass dieser «D. 8» nicht erst seit gestern auf der Welt ist. In Wirklichkeit läuft er schon seit mehr als einem Jahr, und gerade weil Delago die ersten Chassis den härtesten und überzeugendsten Zorreissprobon unterwarf, konnte er seit einigen Monaten mit der Fabrikation loslegen. Delage hat mir das Kontrollheft eines dieser ersten Wagen vorgelegt, der augenblicklich einige 70 000 Kilometer auf seinen Rädern hat. Ein Kontrollheft, von Tag zu Tag nachgeführt, und dem man es ansieht, dass es nicht lediglich eines nichtssagenden Zeugnisses halber aufgestellt worden ist. Man ist überrascht, darin auf so wenig Zwischenfälle zu stossen: einige Vergaserregulierungen, ein Wechsel der Uebersetzung, eine Aenderung an den Ventilfedern, und das ist so ziemlich alles. Eine wohlverdiente Belohnung absolut meisterhafter Fabrikation, erprobt durch« vielfache glückliche Realisationen; eine gerechte Belohnung ebenfalls so viel uninteressierter Arbeiten, die weithallende Siege zur Folge hatten, wobei auch das automobilistische Frankreich seine Rechnung fand. ' *Wenn dieser «D. 8» von Delage ganz im stillen, ohne jegliches Aufsehen zu seinem heutigen Vollkommenheitsgrad geführt wurde, so ist es deshalb, weil der Konstrukteur — er sagt es selbst mit der Offenheit des Starken — nicht^ durch eine vorzeitige Reklame zu überstürzter* Fabrikation verführt werden wollte. Dies ist : ihm nur einmal passiert, das einzige Mal in der Geschichte dieser für ihre professionelle Gewissenhaftigkeit mit Recht bekannten Firma. Darum ist der « D. 8 > nicht nur ein sogenanntes Salonmodell. Seit mehreren -Monaten schon befindet er sich in laufender Fabrikation. Die Chassis kommen täglich aus der Fabrik, und während der Ausstellung im Grand Palais sind 20 «D. 8» zur Vorfügung einer Kundschaft, welche bereits ihren Wunsch nach Probefahrten kundgibt. In den letzten Tagen habe ich in der Fabrik einige dieser schönen Wagen gesehen. Wunderbare Karosserien mit der formvollendeten Linie, die dem allen und berühmten Haus so viel' Erfolge in den grossen Schönheitskonkurrenzen einbrachten. Sie können mir's glauben, dieser « D. 8 » geht einer grossen Bestimmung entgegen. Delage, welcher mit seiner mechanischen Wissenschaft einen wunderbaren Sinn für die Wünsche Und Bedürfnisse der Kundschaft verbindet, baut ihn. in drei Modellen. Modell « D. 8 » normal, mit seinen 6 komfortablen Plätzen; Modell « D. 8 », lang, das die luxuriösesten und geräumigsten Karosserien gestattet; endlich das «D. 8» Sportmodcll, ein wahres Kleinod, welches die Be-vorzugten buchstäblich begeisterte, welche ihn bis jetzt führen durften. Zur Zusammenfassung alles dessen, was von «D. 8» zu halten ist, erwähne ich nur noch folgendes: Kaum den Vertretern vorgeführt, war der Erfolg des « D. 8 » derartig, dass für den Sportstyp beispielsweise -das Fabrikationsprogruinm sofort auf dio dreifache Zahl von Chassis erhöht worden musste. Erwähnen wir noch, dass das fabrikatonsche Programm von Delage für das kommende Jahr noch durch die bereits bisher rühmlich bekannten Modelle vervollständigt wird: Sechszylinder 14 HP, Sechszylinder 17 HP'langes und Sechszylinder 17 HP normales Chassis — alles bereits sehr verbreitete Modelle, deren hoher Buf verdient ist. Ich habe vor einigen Monaten mit dem 17 HP normal eine längere Reise zurückgelegt; der Wagen hat mir derart Genüsse und Befriedigung verschafft, dass ich mich dieser Reise immer mit Vergnügen erinnern werde. So sehen wir denn Delage von neuem in der Schlacht, im harten Kampf, den er mit einer gewissen ausländischen Konkurrenz austrägt. Wie er, so sind auch wir voll entschlossenen Vertrauens. Seine Armee besteht aus Elitetruppen mit einem Kämpfer ohnegleichen : Der «D. 8». C. FAROUX. Concessionnaire pour Ia Suisse: Albert COY, Grand Garage du Kursaal - 21, rue Plantamour, GENEVE AGENCESi _ FORRENTRUX: Luc Brossard. LAUSANNE: H. Terrier, 1, avenue Vülamont. 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November, abends 8Ji Uhr: « Herr Lambertier ». CORSO: Täglich abends 8 Uhr, Sonntags 3 und 8 Uhr: « Hotel Stadt Lemberg », Singspiel v. J. Gilbert. CINEMA: Apollo: ZÜRICH: Karosserie Geisbcrger-Limousine, Prei Fr. 600.— Eine offene 6-Plätzer: Cadillac- Karosserie Preis Fr. 600.— Beide in sehr gutem Zustand. — Anfragen an: S. Haseneder, Zürich 8, Mühlebachstr. 22. 42624 »•••••»««•«»*«•«»•»»»•« Zu verkaufen "9C je ein für FIAT 501 u. 503, sehr billig. Uetlibergstrasse 31, Garage, Zürich. 42527 6-Lifer-Chassis od. offener Tourenwagen, 18/20 PS, «CARBA», mit je 17 m Schlauch u. allem Zubehör billig zu verkaufen. — Anfragen an F. Walliser, «Atlantic», der erste Sprech- und Tonfilm in deutscher Sprache. COMPTEURS ALPHA. MERCIER & Cie.. LE10CLE Zu verkaufen eine geschlossene 6-Plätz.- Aufsatz Zu kaufen gesucht Velos, Munsingen. 42614 Zu verkaufen schone, bequeme Limousine 4/äpIätzig, nur ganz wenig gefahren, in denkbar best. Zustand. Sich wenden an «337 Frau M. 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III. Blatt BERN, 8. November 1929 Das Bundesgericht führt aus, Dr. Grob sei In die in Frage stehende Strassenkurve unrichtig eingefahren, was nach der übereinstimmenden Annahme aller Sachverständigen zur Folge hatte, dass er beim Kurvenauslauf zu sehr an den linken Strassenrand geraten sei. Trotzdem feststehe, dass. die grossen Uplätzigen, also bedeutend schwereren Postautomobile mit einem aussetzten Lenkdurchmesser von 13,6 m diese Kurve auf- und abwärts anstandslos in einem Zuge durchfahren, hätten die kantonalen Instanzen mit Recht in der fehlerhaften Art und Weise des Einfahrens nur eine Ungeschicklichkeit erblickt, zumal da das breite Mittelstück der Strasse Dr. Grob etwas irregeführt haben möge. Dagegen habe er durch sein weiteres Verhalten gegen die Anforderungen verstossen, die unter solchen Umständen an die *) giehe „Automobil -Revue" &o. 95 Automobil-Revue Schuld und Sühne Von Rechtsanwalt Dr. G. Brennwald, Zürich. ii*) Diligenzpflicht des Fahrers gestellt werden müssen ; denn trotz der Rechtssteuerung, könne es ihm nicht entgangen sein, in welch ausserordentlich gefahrvolle Lage — tangential zum äusseren Strassenrand, gegen den Abgrund zu — er durch das Weiterfahren gerate, wie ja auch der Umstand, dass in diesem Moment Dr. Lichtenhahn, ohne den Schlag zu öffnen, schleunigst aus dem Wagen hinausgesprungen sei, sich wohl nur damit erklären lasse, dass er die unmittelbar bevorstehende Absturzgefahr erkannt habe. Richtigerweise hätte Dr. Grob, sobald er gewahr worden sei, dass er die Kurve nicht in einem Zuge durchfahren könne, statt zu versuchen, doch noch durchzukommen, neu ansetzen sollen, wozu die Kehre nach den Ausführungen der Sachverständigen genügend Raum geboten habe und wodurch der beim Einfahren begangene Fehler wohl verhältnismässig leicht hätte gutgemacht werden können : er habe es insofern an der durch die Umstände gebotenen Vorsicht fehlen lassen, als'.! et nicht bei der stets zunehmenden Annäherung an den Abgrund den Rückwärtsgang einschaltete, oder zum mindesten, den Wagen vollständig stoppte und die vier Mitfahrenden aussteigen hiess, was ihm ein ruhiges und für dieselben gefahrloses Handeln bei dem zur Weiterfahrt erforderlichen Manöver gestattet haben dürfte (Automobilkonkordat Art. 34). In der Unterlassung dieser Vorsichtsmassnahmen sei in Uebereinstimmung mit der Vorinstanz nicht nur ein Fahrfehler, sondern geradezu ein zivilrechtliches Verschulden, eine wenn auch nur leichte Fahrlässigkeit zu erblicken. Darauf, dass Dr. Lichtenhahn, der einzige Augenzeuge, wiederholt erklärt habe, Dr. Grob sei sorgfältig gefahren, eine Fahrlässigkeit sei ausgeschlossen, könne nicht oder jedenfalls nicht entscheidend abgestellt werden, weil Df. Lichtenhahn zugegebenermassen mit dem Lenken von Automobilen in keiner Weise vertraut sei und auch in Anbetracht des Gemütszustandes, in den das Unglück ihn naturgemäss versetzt habe. Der Kausalzusammenhang der Handlungsweise des Dr. Grob und dem Unfälle sei gegeben, denn das übereinstimmende Zeugnis des eidg. Oberbauinspektors, des Walliser Brücken- und Strasseningenieurs und der zwei Berner Strasseningenieure schliesse die Annahme, dass das Strasesnbord nachgegeben habe oder abgebröckelt sei, vollständig aus. Wenn es auch unabgeklärt geblieben sei, wie und zufolge welcher weiteren Manipulation es schliesslich zum Absturz des hart am Strassenrand rollenden Wagens gekommen sei, so könne doch nach der ganzen Sachlage ein Zweifel darüber nicht bestehen, dass, wie der Oberexperte Endtner überzeugend dartue, Dr. Grob nicht mehr « Herr der Situation, Meister über seine Handlungen» gewesen sei, womit er zugleich ein allgemeines Rechtsgebot verletzt und der Vorschrift des Art. 33 des Automobilkonkordats zuwidergehandelt habe. Die Vermutung, dass eine gewisse Uebermüdung oder Ueberanstrengung hierzu beigetragen haben möge, könne Dr. Grob nicht entlasten, denn als Einladender zu der Fahrt habe er die Verpflichtung übernommen, alle den sich seiner Führung Anvertrauenden schuldigen Vorsichtsmassregeln zu treffen* und speziell auch die Verantwortung dafür, dass die Organisation der langen und mühsamen Fahrt es ihm gestatten werde, während der ganzen Dauer derselben in einem nun kommende, besonders gefährliche Strekgungen etwas mitgenommenen Kräfte für die Zustand zu verbleiben, der es ermögliche, den ke wieder zu sammeln. Für eine Ermässigung Wagen in technisch richtiger Weise zu lenken. Ebensowenig können die Beklagten sich jedem irgendwie schwereren Verschulden des der Haftung spreche ferner der Mangel an auf die unzweckmässige Anlage der Strassenkurve und den damaligen Mangel an Bestimmung der Höhe des Schadenersatzes Dr. Grob, worauf nach Art. 43 Abs. I.-OR. bei Sicherungen gegen die Absturzgefahr als haftungsbefreiende Tatsache berufen : es stehe nicht ausser Acht gelassen werden, dass die mit abzustellen sei, und es dürfe schliesslich fest, dass an der betreffenden Stelle sich zwei minderjährigen Kinder, welche als noch -kein einziger Unfall zugetragen habe, Schuldner in Betracht kommen, durch das obschon die Furkastrasse seit 1918 dem Automobilverkehr geöffnet sei und nicht nur betroffen worden seien, indem sie dabei selbst Unglück sowieso schon ausserordentlich hart zahlreiche Private, sondern auch die grossen auch beide Eltern verloren hätten. Postautomobile, andere Tourenwagen und Es würde zu weit führen, an dieser Stelle sonstige sehr schwere Fahrzeuge (Lastwagen, widerzugeben, auf welche Weise das Bundesgericht zu seiner Schadensberechnung in der Militärcamions usw.) sie regelmässig und anstandslos • befahren. Höhe von Fr. 50 000.— gekommen ist. Wohl Dagegen rechtfertigen eine Reihe von konnten auf Grund der Bewertungstafeln von Ve'rümständungen, zu denen auch die Strassenverhältnisse mitgehören, eine Ermässi- diese fanden unter Berücksichtigung der oben Piccard gewisse Zahlen eruiert werden, allein zwischen gung der Ersatzpflicht. Insbesondere sei der erwähnten tatsächlichen Umstände ex aequo Erwägung der Vorinstanz beizustimmen, dass die zu einer derartigen als schwierig und nicht ungefährlich bekannten Vergnügungsfahrt über zwei Bergpässe, wie Oberalp und vor allem Furka, und zwar in einer einzigen Tagestour, eingeladenen Gäste Dr. Grobs durch ihre freiwillige Teilnahme an dieser Veranstaltung auch ihrerseits ein gewisses Risiko auf sich genommen hätten. Das Bundesgericht habe wiederholt ausgesprochen, dass wer im Bewusstsein der Unerfahrenheit des Automobillenkers an einer Fahrt mitmache und sich dadurch einer erhöhten Gefahr aussetze, einen Teil der Risiken übernehme, ja dass in einem solchen Verhalten geradezu ein Mitverschulden zu erblicken sei. Im vorliegenden Falle entspreche es der Billigkeit, dem Umstände, dass Dr. Plattner trotz der offenbaren Gefahren, welche eine derart anstrengende Gebirgsfahrt in sich barg, keinen Anstand genommen habe, sich Dr. Grob anzuvertrauen, im Sinne einer Milderung der Schadenshaftung gegenüber seinen Hinterlassenen Rechnung zu tragen. Auch betone die Vorinstanz mit Recht, dass es gerade Dr. Plattner gewesen sei, der auf eine möglichst baldige Abfahrt vom « Belvedere » gedrungen habe, während Dr. Grob lieber noch etwas zugewartet hätte, wohl nicht zuletzt, um-seine durch die bisherigen Anstren- N° 96 III. Blatt BERN, 8. November 1929 et bono eine wesentliche Reduktion. Das Urteil des höchsten Gerichtshofes befremdet jedoch insofern, als meines Erachtens wesentliche, aktenmässig festgestellte Momente nicht berücksichtigt oder in ihrem Kausalzusammenhange nicht richtig gewürdigt wurden. Vor allem ist « die unzweckmässige Anlag© der Strassenkurve und der damalige Mangel an Sicherungen gegen die Absturzgefahr als haftungsbefreiende Tatsache» nicht irrelevant, wie das Bundesgericht annimmt. Es kommt nicht darauf an, «dass an der betreffenden Stelle sich noch kein einziger Unfall zugetragen hat» und alle möglichen Automobile « sie regelmässig und anstandslos befahren haben». Wer als Verantwortlicher eine Grube offen lässt, handelt fahrlässig, auch wenn nur eines von tausend um sie spielenden Kinder ertrinkt und alle andern der Gefahr entrinnen. Mit Recht hat die erste Instanz gesagt: « Wäre die Strasse an der Unglückskurve so hergestellt und gesichert gewesen, wie sie dort heute aussieht, dann wäre der Unfall Grob und Konsorten sicherlich nicht erfolgt. Und weil diese Strasse dem Autoverkehr erschlossen wurde, wäre es wohl zweifellos Sache des Kantons Wallis gewesen, die in Frage stehende Strassenkurve so zu korri* \70MG tleuheII! nouueautei TUNGSRAM-Lampen blenden nicht! — Lampe TUN GSRAM non-eblouissante! JAMPES POUXAVTOMOBIIFS I Die Merkmale einer Garage rtzifähigen Stils sind diese zweiarmigen, hydraul., drehbaren Wagen - Hebevorrichtungen und die ebenfalls von uns fabrizierten und erprobten einarmigen, festen hydraulischen Wagen - Hebevorrichtungen - Waschanlagen mit Druckluft - Druckluftanlagen - Waschanlagen mit Druckwasser Projekte und Köstenuoranschläge über Teilanlagen und komplette Anlagen für bestehende und projektierte Garagen verfasst kostenlos die Konrad PETEfi & Co.. A.-C, LIESTAL MASCHINENFABRIK Motor Oils Verursachen nie Klagen Prächtiger AUBURN 8 Zyl. 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