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E_1929_Zeitung_Nr.111

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9 ÄUTOMOBrL-REVUE

9 ÄUTOMOBrL-REVUE 1929 - N° 111 allen Schaden haften würde, unter Vorbehalt des Regressanspruches gegenüber dem Verursacher des Schadens. Mit andern Worten, die Versicherung des Fussgängers hätte primär für allen Schaden aufzukommen. Sie hätte dann zu prüfen, ob und in welchem Masse ihr Regressrechte gegenüber dem Motorfahrzeugführer zustehen würden. Dies hätte zur Folge, dass die Prämie für die Fussgänger - Kaskoversicherung ausserordentlich hoch zu stehen kommen würden, so dass sie für die Hauptmasse derselben überhaupt nicht in Frage kommen würde. Es könnte somit also höchstens eine staatliche Versicherung in Frage kommen, zu der aber die finanziellen Mittel fehlen. Hiezu allenfalls Automobilsteuer- oder Benzinzollerträgnisse zu verwenden, müsste seitens der am Strasspnverkehr interessierten Verbände mit aller Bestimmtheit abgelehnt werden. Zudem würde eine obligatorische, individuelle Volksversicherung derart ausgedehnte Kontrollarbeiten erfordern, dass sie in keinem Verhältnis zu dem beabsichtigten Zweck stehen würden. Aus den vorstehenden Ausführungen geht wohl zur Genüge hervor, dass die von Herrn Dr. Bridel geäusserte Ansicht wohl interessant ist, dass ihr aber nur rein theoretische Bedeutung zukommt und dass eine Verwirklichung derselben praktisch nur mit derart hohen Kosten erzielbar wäre, die sie von vorneherein unmöglich macht. Die Realisierung dieser Idee würde der ganzen Bevölkerung neue finanzielle Kosten auferlegen, ohne dass dadurch die dem Motorfahrzeugführer obliegende Versicherungspflicht und die dadurch bedingten grossen finanziellen Opfer auch nur im geringsten reduziert würden, r. Erhöhung der Gebühren für Motorlastfahrzeuge im Aargau. Bekanntlich beantragt die Regierung des Kantons Aargau dem Grossen Rat, die Verkehrstaxen für die Lastwagen zu erhöhen, und zwar soli die bisherige Taxe um 10 Prozent gesteigert werden für Motorlastfahrzeuge mit Luftbereifung, um 30 Prozent für Motorlastfahrzeuge mit Luftkammerbereifung oder ähnlichem System, und um 40 Prozent endlich bei Vollgummibereifung. Man will damit dem Staate nicht nur höhere Beiträge für den Strassenbau zuführen — wozu eigentlich die Mittel vom Bund durch eine vermehrte Abgabe vom Benzinzollgeld zur Verfügung gestellt werden sollten —, sondern auch die moderne strassenschonende Bereifung der Lastwagen fördern. Diese Anträge haben die aargaaische Handelskammer zu nachstehender Eingabe an den Grossen Rat veranlasst: I. Gemäss einen erst am 19. Dezember öffentlich bekannt gegebenen Entwurf der Staatsrechn-ongskommission, welcher auf der Traktandenliste der Grossratssitzung vom 23. Dezember steht, soll eine Erhöhung der Gebühren für Motorlastfahrzeuge eingeführt werden. Dieser Entwurf bringt eine doppelte Neuerung. Einerseits werden die Gebühren allgemein erhöht und andererseits gegenüber dem bisher für alle Bereifungsarten gleichen Gebührenansatz abgestuft, indem die Erhöhung für Lastwagen mit Luftbereifung (Pneu) um 10%. mit Luftkammerbereifung (sog. Hohlgummi) aber um 30% und mit Vollgummibereifung um 40% der bisherigen Beiträge (laut Regierungsratsbeschluss vom 13. Dezember 1923: Fr. 150.— als Minimalgebühr bis zu 5 Steuer-PS, mit Zuschlag von Fr. 20.— für jede weitere Steuer-PS) vorgeschlagen wird. Diese Abstufung ergäbe einen Zuschlag zur •Luftbereifungsgebühr von nind 18% für Luftkaminerbereifung und rund 27% für Vollgummibereifung. II. Der Verordnungsentwurf der Staatsrechnungskommission veranlasst die Aarg. Handelskammer, Ihnen die nachstehenden Erwägungen, zu unterbreiten . 1. Mit einer Abstufung der Verkehrsgebühren für Motorlastwagen nach der Art ihrer Bereifung sind wir durchaus einverstanden. Die Einwirkung des Lastwagenverkehrs auf die Strasse ist vor allem bei der Vollgummibereifung und in geringerem Masse auch bei der Luftkammerbereifung grösser. als bei der Luftbereifung, stehen doch, wie eingehende Versuche erwiesen haben, die Erschütterungsstärken je nach der Verwendung von Luftreifen, Luftkammerreifen oder Vollgummireifen zueinander im Verhältnis von 1:3,3:9,7. Vom Standpunkte des Strassenschutzes aus ist deshalb die Erschwerung des Verkehrs, vor allem mit Vollgummireifen und auch mit Luftkammerreifen durch stärkere finanzielle Belastung dieser Bereifungsarten gerechtfertigt. Dementsprechend hat denn auch unsere Handelskammer in ihrer Vernehmlassung vom Oktober dieses Jahres zu einem Vorentwurf der Polizeidirektion betr. eine umfassende Revision der geltendedn kantonalen Vorschriften über den Verkehr mit Motorfahrzeugen eine Erhöhung der Verkehrsgebühr bei Vollgummibereifung um 40% und bei Hohlgummi-(Luftkammer)-Bereifung um 20% befürwortet. Ferner hat sie sich zugunsten des gänzlichen Verbotes neuer, sowie einer nur noch zeitlich beschränkten Duldung bereits in Verkehr stehender Motorlastwagen mit Vollgummibereifung ausgesprochen. 2. Was dagegen die Gebührenerhöhung auch für Lastwagen mit Luftbereifung betrifft, scheint uns hierfür ein zureichender Grund nicht vorzuliegen. Es handelt sich dabei um eine rein fiskalische, den Strassenschutz nicht berührende Massnahme. Schon mit seinen heutigen Gebührenansätzen für Motorlastwagen steht der Kanton Aargau — im gleichen Rang mit Zürich — im Vordergrunde der Rangordnung nach Kantonen. Er wird hauptsächlich von Wadt und teilweise auch von Bern noch übertroffen. Für eine gerechte Würdigung des Ge~ bührenausmasses ist aber zu beachten, dass der Lastwagenverkehr auf den wichtigsten aargauischen Sirassen weniger von den einheimischen Lastwagenbesitzern, welche allein die aargauischen Verkehrsgebühren zu tragen. haben, als von den grossen. auf den Autofernverkehr eingestellten Transportunternehmungen anderer Kantone, wie Zürich.. Basel, Bern Waadt bestritten wird. Es wäre daher unbillig, die im allgemeinen mehr dem Nahverkehr und dem Zubringerdienst zur Bahn, als dem selbständigen Fernverkehr dienenden aargauischen Gebühren zu belegen. Vielmehr sollte eher eine stärkere Heranziehung der ausserkantonalen Wagen, die im Aargau verkehren, angestrebt werden durch entsprechende Erhöhung des aargauischen Anteils an der Benzinzoll-Einnahme des Bundes, die ja überhaupt die gerechteste, weil dem Masse der Strassenbenutzung parallel gehende, fiskalische Belastung des Motorfahrzeugverkehrs darstellt. Jedenfalls erweisen sich aus diesem Gesichtspunkte die heutigen Gebührenansätze unseres Kantons für die Motorlastwagen für Luftbereifung als hoch genug. Wenn die Staatsrechnungskonmnssion bei ihrer Beschlussfassung von der Annahme ausgegangen zu sein scheint, dass die Interessenten selber eine allgemeine Gebührenerhöhung um 10% als nicht unangemessen, sondern durchaus tragbar erachteten» eo handelt es sich dabei nach unserer Erkundigjini um einen Irrtum, dessen Folge berichtigt werden sollte. Wir gelangen demnach zu dem Gesuch, der Grosse Rat möge den Entwurf der Staatsrechnungskommission in dem Sinne abändern, dass die Erhöhung der bestehenden Verkehrsgebühren auf Motorlastfahrzeuge, die nicht mit Luftbereifung versehen sind, beschränkt und dabei für solche mit Luftkammerbereifung in der Höhe von 20% und für solche mit Vollgummibereifung in der Höhe von 40% angesetzt wird. Diese Eingabe wird in allen Teilen von der Sektion Aargau des Verbandes Schweizerischer Motorlastwagenbesitzer unterstützt. Eine Mitteilung, wonach dieser Verband sich mit einer Erhöhung von Gebühren einverstanden erklärt hätte, beruhte auf einem Missverständnis, was zuständigen Ortes notifiziert worden ist. R. Der unbewachte Bahnübergang. Man schreibt uns: Am 12. Dezember bin ich mit meinem Lastauto beim unbewachten Bahnübergang oberhalb des Dorfes Trimbach mit einem Zug zusammengestossen. Zirka um %9 Uhr fuhr ich durch Trimbach, musste dann oberhalb des Tunnels abschwenken und kam auf den Weg, der gegen die Bahnlinie führt. Vor dieser Bahnlinie steht ein ziemlich grosses Bauernhaus, das von vielen Obstbäumen umgeben ist, welche mir die Aussicht auf das Bahngeleise verdeckten. Als ich bald beim Uebergang angekommen war, beachtete ich einen Anschlag, der bekanntgab, dass beim Herannahen eines Zuges eine Glocke ertönen werde, die jedoch in meinem Falle nicht ertönte. Da mein Auto mit Eisenröhren beladen war, hörte ich den Zug nicht daherfahren und so erfolgte der Zusammenstoss. Die Röhren, die auf der linken Seite des Wagens geladen waren, wurden nach vorn geschleudert und bald darauf ging das Auto in Flammen auf. Es ist dadurch vollständig unbrauchbar geworden. Ich selber erlitt Verletzungen an den Händen und an einem Bein, wofür ich acht Tage in ärztlicher Behandlung stand. G. Z. Anmerkung. : Kaum hatte sich der Chauffeur nach Durchfahrt des letzten Eisenbahnwagens gerettet, explodierte der Benzinbehälter, der im Führersitz angebracht war. Wiederum also ein Unfall, der leicht schwere Folgen hätte nach sich ziehen können. Man stelle sich anstatt eines Lastautos einen Gesellschaftswagen vor und man wird die Gefährlichkeit dieses Ueberganges sofort einsehen ... Aus dem Schultableau 1930. (W = Waffenplatz; K = Korpssammelplatz.) Rekrutenschulen: Vom 10. Februar bis 17. April für französischsprechende Mötorradfahrerrekruten (mit R. S. I der Motorwagentruppe) W Thun. Vom 5. Mai bis 10. Juli für deutschsprechende Motorradfahrerrekruten (mit R. S. II der Motorwagentruppe) W Thun. Für die Rekruten der Schweren Motor-Kanonen- Abteilungen 1 bis 4, 9 und 10 und der Motor- Haubitz-Batterien 91 bis 95 vom 30. Januar bis 16. April W Thun. Für die Rekruten der Schweren Motor-Kanonen- Abteilungen 5 bia 8, 11 und 12 nnd der Motor- Kanonen-Batterien 9. Juli W Thun. 85 bis 89 vom 24. April bis Unteroffiziersschulen: Die zur Einberufung in die • Unteroffiziergschule vorgesehenen Gefreiten und Soldaten bestehen ihren Wiederholungskurs auf dem Waffenplatz unmittelbar vor dem Eintritt in die Unteroffiziersschule. Der Einrückungstag der Unteroffiziersschule ist zugleich Entlassungstag des Wiederholungskurses. Für die Motor-Kanonen-Batterie 85 vom 31. Oktober bis 6. Dezember W Biere. Für die Motor-Kanonen-Batterien 86—89 vom 31. Oktober bis 6. Dezember W Frauenfeld. Für die Schweren Feld-Haubitz-Abteilungen 1—4, Motor-Haubitz-Batterien 91—95 vom 31. Oktober bis 6. Dezember W Kloten. Für die Schweren Motor-Kanonen-Abteilungen 1—12 vom 31. Oktober bis 6. Dezember W Monte Ceneri. Schiesskurse: Seh. Mot.-Kan.: I für Lieutenants vom 12. bis 27. August, W Bülach. II für Hauptleute und Oberlieutenants vom 14. bis 29. Januar W Monte Generi. Fachkurse für Batteriemechamker: (Die Mechanikerkurse I und II gelten als Abschluss der Rekrutenausbildung, die Spezialkurso I und II als W. K.) Mechanikerkurs I vom 21. Juni bis 10. Juli: Für die Mechanikerrekruten der Motor-Kanonen-Batterien der Festungen (deutsch), sowie für sämtliche Mechanikerrekruten der Motor-Haubitz-Batterien W Thun. Spezialkurs I vom 25. Juli bis 10. Juli: Für die Batteriemechaniker der Einheiten der beim Mechanikerkurs I erwähnten Artilleriegattungen W Thun. Mechanikerkurs II vom 20. September bis 9. Oktober: Für die Mechanikerrekruten der Motor-Kanonen-Batterien der Festungen (französisch) W Thun. Mechanikerkurs II vom 1. bis 9. Oktober: Für sämtliche Mechanikerrekruton der Schweren Motor-Kanonen-Batterien der Feldarmee und der Festungen W Thun. Spezialkurs II vom 24. September bis 9. Oktober: Für die Batteriemechaniker der Motor-Kanonen- Baüerien der Festungen (französisch) W Thnn. Motorwagentruppe. Rekrutenschulen: I. Vom 31. Januar bis 17 Aprü W Thun. II. Vom 25. April bis 10. Juli W Thun. Unteroffiziersschule: Vom 8. September bis 14. Oktober W Thun, Offiziersschule: Vom 20. Oktober bis 20. Dezember W Thun. Taktisch-technischer Kurs: Vom 18. bis 30. August W Thun. Einführungskurs für Offiziere anderer Waffen Irt den MotorwagendiensL Vom 9. bis 18. Januar W Thun. Wiederholungskurse: Die nicht zu Stäben oder Einheiten der andern Truppengattungen kommandierten Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der Motorwagentruppe werden in zwei besondere Wiederholungskurse der Motorwagentruppe einberufen: W. K. I vom 20. Januar bis 1. Februar W Thun. W. K. II vom 8. bis 20. Dezember W Thün. Wiederholungskurse *. *) Einrückungsort: Wo der Korpssammelplatz (K) angegeben, auf dem Korpssammelplatz, wo der Waffenplatz (W) angegeben, auf dem Waffenplata, Einrückungszeit: Im allgemeinen 9 Uhr vormittags; einzelne Ausnahmen siehe Aufgebotsplakat. Festungsbesatzungen. Motor-Artillerie-Regiment 5 (Auszug), vom 1„ bis 16. September: Stab, Schwere Motor-Kanonen- Abteilung 9 (Stab und Batterien 17, 18). Motor- Artillerie-Abteilung 1 (Stab und Batterien 85. 91), K St. Maurice. Motor-Artillerie-Regiment 6 (Auszug), vom 15. bis 30. August: Stab, Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 10 (Stab und Batterie 19, 20), Motor-Artillerie-Abteilung 2 (Stab und Batterie 86, 92), Motor- Artillerie-Abteilung 3 (Stab und Batterien 87. 93), K Airolo. Motor-Artillerie-Regiment 7 (Auszug), vom 11« bis 26. Juli: Stab, Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 11 (Stab und Batterien 21, 22), Motor-Artillerie-Abteilung 4 (Stab und Batterien 88, 94). K Andermatt. Motor-Artillerie-Regiment 8 (Auszug): Stab* nach persönlichem Aufgebot; Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 12 (Stab nnd Batterien 23, 24. 25), vom 9. bis 24. Mai, K Bellinzona; Motor-Artillerie- Abteilung 5, Stab, nach persönlichem Aufgebots Motor-Kanonen-Batterie 89, rotn 17. September bi» 2. Oktober, K Bellinzona (zum Feld-Artillerie-' Schiessturs üb); Motor-Hanbitz-Batterie 95. vom 16. bis 31. Juli, W Andermatt (zum Haubits« Schiesskurs IT). Anneetrnppen. Motorradfahrer-Kompagnie 1 (Ausznr), nach persönlichem Aufgebot. Artillerie. Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 1 (Stab und Batterien 1, 2), K Freiburg. Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 2 (Stab und Batterien 3, 4), K Freiburg. Schwere Feld-Haubitz-Abteilung 2 (Stab und Batterien 3, 4), K Lyss. Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 3 (Stab und Batterie 5, 6), K Burgdorf. Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 4 (Stab und Batterien 7, 8), K Burgdorf. Schwere Feld-Haubitz-Abteilung 3 (Stab und Batterien 5, 6), vom 13. bis 28. Oktober, K Luzera, durchquert, um den besten dieser Redner, den das Herz des Volkes am tiefsten rührenden Dichtersänger der Strasse, auszuzeich- " nen. Dieser «Weihnachtsmarkt» mag das Strassenbild zur Verzweiflung der Verkehrsvormünde noch beherrschen — der Geist der Zeit wendet von ihnen nun doch aber die Aufmerksamkeit ab zu jenen wahren Wundern, die der Bonhomme Noel aus dem Boden stampft, wobei der alte Mann mit dem grauen Bart nicht ansteht, auch die höchsten Errungenschaften der modernsten Erfindungstechnik in seinen Dienst zu stellen. Zwischen den Holzbuden und den Riesengeschäften, in denen man alles, von der kleinsten Nadel und bis zum herrlich ausgestatteten Automobil erstehen kann, liegt eben der lange Weg, den die Entwicklung unseres Zeitalters durchlaufen hat. Paris ist die Stadt der Lichtreklame par excellence, in diesen Wochen aber fasziniert es noch stärker als jede andere Stadt der Welt und stärker als das Paris des Alltags sinnesfrohe Menschen, Kinder und Erwachsene, die Kinderaugenblicke wieder zu geniessen lernen. Was in diesen Wochen etwa die «Galerie Lafayette», das «Printemps» oder das Universalgeschäft des «Louvre» dem Auge bieten, ist ein unvergleichlicher Rausch, ein Märchen, eine entzückende Feerie. Die Elektrizität feiert Orgien, und die Elektrotechniker Triumphe. Kaum hat sich die Sonne gesenkt und schon ist der Platz vor dem «Louvre» von Menschen schwarz, die den Wandel an der Fassade des grossen Geschäftes bewundern. Eine Stadt ist hier entstanden, in allen Farben beleuchtet, u. in den erhellten Fenstern dieser Märchenstadt erscheinen Kinder, die auf ihre Weih- nachtsgeschenke warten. Elektrische Sterne fallen vom elektrischen Firmament, und am Horizont hebt sich ein elektrischer Storch ab, der über jener Kinderstadt zu kreisen beginnt, sich ihr immer mehr nähert und aus einem nie versiegenden Füllhorn Geschenke abwirft. «II n'y a plus d'enfants» heisst es in einem bekannten französischen Diktum. Und die wenigsten unter den heutigen Kindern der Weltstadt glauben wohl an den Storch, wie an die beliebteste Storchlegende. Aber auch sie, ja selbst die Grossen, stellen noch heute ihre Schuhchen ins Kamin und warten sehnlichst auf den Segen, für den die modernen Warenhäuser* reichlich vorgesorgt haben. Diese halten freilich mit der Zeit Schritt, und gleich ihren Fassaden erschlossen sich auch alle ihre Schaufenster der Technik, der Elektrizität, dem Automobilspielzeug, dem Radio. Die Pariser Kinder können heute aus dem Stegreif die bekanntesten Automarken und ihre Vorzüge und Nachteile abwandeln, und weil die Grossen sie begleiten müssen oder an dieser Stelle und in. dieser Zeit selbst zu ; Kleinen werden, erlebt heute Paris vor diesen Warenhäusern eine der ärgsten Verstopfungen seines Verkehrs, und die Luft riecht nach jener seltsamen Mischung von Benzin und Parfüm, die der Modeschriftsteller Maurice Deköbra «l'odeur defendu » nannte.' Aber auch der Wunschzettel der Kleinen weist heute kaum mehr auf die «petites baraques», wie die Budenstadt heisst, hin. In Spielzeugen, die den tiefern Sinn unseres Zeitalters atmen, gibt es eine so reichhaltige Auswahl, dass sie zur Qual wird. Neben dem zierlichen Automobilmodell, das allerhand Tanks aus den unmittelbaren Nachkriegsjahren aus den Schaufenstern verdrängt, singen vervollkommnete Grammophonengel und der Funkdienst erobert dermassen weite Gefilde, dass der Sender in der Weihnachtsnacht selbst die verschiedenen «Noels> verbreitet — für die allerdings Wenigen, die das Weihnachstfest noch zu Hause begehen. In der Weltstadt, die sich sonst mit Vorliebe in den Strassen auslebt, ist das Zuhausesitzen, die « Einkehr in sich >, auch in der Weihnachtsnacht nicht Mode. Alle Theater spielen, und sie sind zum Brechen voll, ungeachtet der Preise, die in die Höhe schnellen. Ja, selbst zu den Weihnachtsmessen in den grossen Kirchen ist der Zutritt nur gegen hohe Preise offen. Hier empfangen die Gläubigen die gesuchte geistige Kost und in unmittelbarer Nähe, gegen noch höheres Eintrittsgeld, erhalten die Heiden der modernen Weltstadt ihre leiblichen Genüsse oder jene des prickelnden Vergnügens, oder beides. Das verfeinertste Jazz-Orchester ersetzt hier den Klang der Orgel, und der klassische cPariser Bauch» — Zola dixit! — erweist sich von fast erschreckender Elastizität. Dem Pariser erscheint es sogar zu wenig, nur einmal zu « revillonieren », am Silvester feiert er ein zweites Reveillon, nur klagen die Restaurateurs, weil in dieser zweiten Nacht die berühmten Markthallen letztes Jahr — excusez du peu — «nur» noch drei Millionen Austern, und zwar weit nicht zu Spottpreisen, verkaufen konnten. Die Feinschmeckerei ist in Frankreich eine geistige Funktion; für sie treten nicht nur gelehrte Physiologen ein, sie hat ihre eigene Legion von Dichtern und Hofsängern. Einem Brillat-Savarin widmete die Stadt Paris unlängst eine Gedenktafel, die am Geburtshaus des Autors der «Physiologie du Goüt» angebracht ist Hat er doch den Satz geprägt, die Zusammenstellung eines neuen Küchenrezeptes habe für das Glück der Menschheit eine viel grössere Bedeutung denn die Entdeckung eines neuen Gestirns am Firmament. Als eine alte Marquise ihm einst am Schluss eines lukullischen Mahles die Frage vorgelegt hatte, ob er den Burgunder- dem Bordeaux-Wein, oder umgekehrt, vorziehe, gab der Gourmet zur Antwort: «Madame, es ist dies ein alter Streit, und ich habe es so gern, bei den Akten dieses Prozesses länger zu verweilen, dass ich die Urteilsverkündung immer wieder um acht Tage verschiebe.» Man braucht schon, wie Jean-Jeaques Rousseau, Genfer zu sein, um in der Femschmeckerei eine Untugend zu erblicken. Ein Jahrhundert später wird ihm Maupassant verärgert antworten, nur Narren wären keine Geniesser einer herrlichen Küche, «man ist Feinschmecker, wie man Künstler, wie man Dichter ist». In diesem kulinarischen Bundesstaat, der Frankreich heisst, wo beispielsweise die Provence allein 230 Lokalplatten zählt, wo nicht weniger denn 700 verschiedene Käsearten um die Palme streiten, wo die Weinsorten noch mit grössern Zahlen figurieren, wo bekannte Schriftsteller Kochbücher verfassen, wo Mitglieder der Academie Einführungen dazu schreiben, von wo aus Köche ins Ausland reisen, mit der diplomatischen Mission, den erhabenen Goüt francais durch die Welt leuchten zu lassen — hier treibt das Fest auch das kulinarische Fieber auf den Gipfel. Selbst die Obdachlosen, die unter den Seine- Brücken anhand von schmutzigen Zeitungsfetzen die für sie so vitale Frage debattieren, ob der gewaltige Krach der amerikanischen Börse auf die Pariser Kurswerte abfärben

N° 111 - 1929 Schwere Motor-Kanonen-AbteiliiBt 5 (Stab und Batterien 9, 10), vom 31. Mära bis 15. April, K Ölten. Schwere Motor-Kanonen-Abteihing 6 (Stafc und Batterien 11, 12), vom 31. März bis 15. April), K Ölten. Schwere Feld-Haubitz-Abteilunff 4 (Stab und Batterien 7, 8), vom 14. bis 29. August. K Winterthur. I« Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 7: Stab und Batterie 13, vom 13. bis 28. Januar; Batterie 14 vom 16. bis 31 Januar, W Bellinzona (ganze Abteilung zum Schw. Motor-Kanonen-Schiesskurs II). Schwere Motor-Kanonen-Abteilung 8: Stab und Batterie 15, vom 14. bis 29. August; Batterie 16, vom 11. bis 26. August, K Winterthur (ganze Abteilung zum Schw. Motor-Kanonen-Schiesskurs I). Aus d«s« KanfoncHra Ueber die Schaffung eines neuen Parkplatzes für Automobile vor dem zoologischen Garten in Basel haben wir bereits in Nummer 110 der «A.-R.» berichtet. Namentlich an schönen Sonn- und Feiertagen ist der Automobilverkehr dorthin ein äusserst reger und nun sollen nach einem vom Baudepartement aufgestellten Projekt zwischen dem neuen Garteneingang und dem Viadukt zirka 52 Personenautomobile, 9 Autobusse und 25 Motorräder aufgestellt werden können. Zu diesem Projekt ist im einzelnen zu bemerken, dass die bestehende Terrainaufschüttung planiert und das noch fehlende Material durch Schuttzufuhr auf die fertige 'Höhe ergänzt werden soll. Die Parkplatzfläche soll mit Sohl- und Randsteinen eingefasst, entwässert und geteert werden. Am Böschungsrand des Nachtigallenwäldchens wird zur Sicherheit ein massives, stossfestes Stangengeländer aufgeteilt. Nach dem Kostenvoranschlag werden sich die Ausgaben auf 50,000 Franken belaufen und es ist im Budget des Baudepartementes für 1930 ein entsprechender Kredit eingestellt worden. In den Kostenvoransehlag einbezogen sind, die beiden Treppenanlagen, diejenige von der Birsigstrasse nach dem Vorplatz des Gartens und diejenige vom Vorplatz nach dem Nachtigallenwäldchen. Die Gesellschaft zum Zoologischen Garten ist ziemlich auf private Beihilfe angewiesen und schon aus diesem Grunde ist sie ganz ausserstande, an die so notwendige Parkinganlage für Motorfahrzeuge aus den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln etwas beizusteuern. Da nun aber eine gute Abwicklung des öffentliehenVerkehrsvor dem Eingang des werde oder nicht, werden von der gütigen Heilsarmee zu einer Weihnachtsfeier gebeten, und der ihnen in die Hand gedrückte Zettel gleicht der Einladung zu einem Bankett in besserer Gesellschaft: «Vous etes änvite... In den Pariser Gefängnissen, wo sonst nur zweimal in der Woche Fleisch verabfolgt wind, führt das Menü der beiden Mahlzeiten am Festtag Kaninchen- und Kalbfleisch und je einen halben Liter Wein auf. Jene anderen aber, die sich der Freiheit erfreuen, halten in den überfüllten Restaurants alter Grade und Preislagen bei getrüfften Truthähnen, kastaniengestopften Gänsen und einer ganzen Skala von Wein- und Champagnerflaschen sogar zweimal ihr frohes Fest ab. Der eiserne Schritt unserer Epoche zerstört neben allen Ueberlieferungen der Vergangenheit naturgemäss jedesmal auch eine neue Illusion. Zu keiner Zeit vielleicht empfand aber der Grossstadt-, der Weltstadtmensch ein stärkeres Bedürfnis nach einem winzigen Traumrest, gewissermassen nach einem Doppelgänger-Dasein: hie Alltag! — hie Märchen!.Diese Selbsttäuschung braucht seilbst jene Schicht, für die das Leben auch sonst ein Fest zu sein scheint, das Steigern der Realität zur Illusion mag hier mitunter vielleicht noch ein sehnlicheres Bedürfnis sein. Im alten Paris defilierten die zoologischen Gartens nach Ansicht des Regierungsrates eine ebenso wichtige Angelegenheit ist wie an andern wichtigen Plätzen und Geschäftsstrassen, soll auch diese öffentliche Aufgabe baldigst geregelt werden. R. In Altdorf, an der berühmten Romstrasse, stehen immer noch verschiedene baufällige und ausser Betrieb stehende Gebäulichkeiten, welche keinesfalls eine Zierde des Ortes, aber bedeutende Hindernisse für die Motorfahrzeuge bilden. Kommt ein Automobilist von der schönen Axenstrasse und dem schmucken Hafenstädtchen Flüelen her, so fährt er zuerst durch die Tramgasse, aber auf einmal wird die Strasse schön breit und er merkt, dass die Residenz naht. Man glaubt nun, rascher fahren zu können, muss aber alle hundert Meter den Motor wieder abdrosseln, weil es einen Engpass zu passieren gilt, der durch irgendein vorstehendes altes Gebäude oder einen Schuppen verursacht wird. Ein vorsichtiger Fahrer könnte vielleicht etwas links halten, aber das zutun ist gewagt, weil jeden Augenblick ein Mensch hinter den Gebäuden hervorkommen und in die Fahrbahn hineintreten oder man dem Tram, einem andern Motorfahrzeug oder einem Fuhrwerk begegnen könnte. Im Näherfahren kann man dann feststellen, dass sich das vorsichtige Fahren lohnt, weil vor dem in der Strasse stehenden Gebäude noch ein 60 cm breiter Graben in die Fahrstrecke^ hineingeht, in den schon manch einer hineingefahren ist. An kompetenter Stelle wird auf Befragen hin erklärt, dass man diese Gräben nicht umgehen konnte, weil diese Gebäude mangels Kredit stehen bleiben mussten und man, was unter Verdach sei, nicht bebauen wollte, besonders bei solch schadhaften Mauern nicht, die das Anbauen einer stark frequentierten Strasse kaum ertragen würden. Mit kleinen Mitteln Hesse sich aber diese Angelegenheit heute noch korrigieren; später wird die Sache bedeutend höher zu stehen kommen. Dadurch würde nicht nur die Verkehrsmöglichkeit verbessert, sondern auch die Gegend würde verschönert und der Fremdenverkehr müsste daraus nur Vorteile ziehen. Kleine ITIitfeilun^en AUTOMOBIL-REVUE Rassische Automobilindustrie. Russland will jetzt energisch daran gehen, eine eigene Dandys Louis-Philippes, die Löwen des zweiten Kaiserreiches und die Elegance der zweiten Republik in ihren Kutschen und Ka-, rossen, die auf sich aller Augen und Neid lenkten. Heute windet sich vor den grossen Restaurants eine herrliche stählerne Schlange von weisslackierten Rolls-Royce mit schwarzen Chauffeuren und von blendenden Hispanos der Gewaltigen dieser Welt, ohne dass jemand von den am Feste Beteiligten, ja von den «Festmachern» selbst darauf schwören möchte, dass hier gerade auch das wahre Glück ausgebreitet liegt. Ist's ein Symbol der Zeit, dass in den wunderbaren Schauen einiger grossen Warenhäuser die Wuriderkünstler der Technik dem Auge so viele Katastrophen — auf dem Festlande, zur See oder in den Lüften — bieten? Und was ist von den Prophezeiungen zu halten, mit denen, ähnlich der schon altern Madame Lenormand und ihren Nachfolgerinnen Mme de Hiebes oder Mme Freya, die heute so zahlreichen Pariser Wahrsagerinnen, die sich ihre Nester übrigens auch in der Budenstadt bauen, uns bescheren ? Im Gewimmel der Weltsadt denkt man alles Schwarzangestrichene gern hinweg, man sucht sich darüber hinwegzusetzen. An der festlich geschmückten,Tafel ist der Uebertritt ins Neujahr viel schmerzloser, und federleicht das letzte Kalenderblatt, das es umzulegen gilt... Automobilindustrie zu schaffen. Das Automobil- und Motorinstitut in Moskau hat einige Automobiltypen geschaffen, die als Vorbilder dienen sollen für ein Bauprogramm, das 1930 in Angriff genommen werden soll. Man will es bis 1933 auf eine Produktion von 150,000 Wagen bringen. Man beabsichtigt, drei Personenwagentypen, vier Transportwagentypen, zwei Omnibustypen und eine Motorradtype herauszubringen. Beim Bahnübergang Andhausen-Birwinken der iMittel-Thurgau-Bahn spielte sich kürzlich ein nicht alltäglicher Vorfall ab. Ein beladenes Lastautomobil wollte die Geleise passieren, als die Böschung des neu, aber jedenfalls nicht besonders solid angelegten Strassenstückes nachgab und das Motorfahrzeug genau auf dem Strassenübergang stekken blieb und bis an die Achsen einsank. Als das Züglein heranschnaubte, musste es unfreiwillig haltmachen, bis ein Extrazug an die Unfallstelle kam und die Reisenden weiterführte, -ey. , Dankbare Automobilisten sind keine Seltenheit, nur dass deren Guttaten nicht an die «grosse Glocke» gehängt werden. — Wie wir bereits gemeldet haben, wurde kürzlich die Rheinbrücke Flaach-Rüdlingen für den Verkehr freigegeben und darüber freute sich nicht nur das anwohnende Publikum, sondern u. a. auch ein Glarner Automobilist, der die Brücke erstmalig benutzte und den mit Aufräumungsarbeiten beschäftigten Arbeitern für ein fröhliches Nachtessen eine Fünfzigernote spendete. ry. Die Garantie-Verträge zwischen der Oberpostdirektion und den Gemeinden gehein mit Ende Dezember in verschiedenen Gemeinden zu Ende, so auch im Bezirk Wil. Die Oberpostdirektion wünscht, dass die Vereinbarungen schon jetzt wieder erneuert werden, und zwar mit der Bestimmung, wonach die Garanten die Hälfte der anfänglichen Summe übernehmen sollten, wogegen eine Verbilligung der Fahrtaxen eintreten würde. In den Behörden des Toggenburges und des Bezirkes Wil geführte Aussprachen Hessen erkennen, dass man nicht überall geneigt ist, weiterhin Subventionen zu bezahlen. In negativem Sinne haben sich z. B. die Gemeinden Wattwil, Uznach, üzwil und Oberbüren geäussert, doch besteht die Hoffnung, dass an einer gemeinsamen Konferenz beide Kon- Zwiesprache mit dem scheidenden und dem neuen Jahr «Du schwindest, (Utes Jähr?* ^ »Mein Rükken ist gebeugt!» « Und hast so wenig Frohes mir gezeugt!» «Mein Aug 1 ward trübe längst von deinen Tränen!» «Und ach, wie müd bin ich vom vielen Sehnen.» «Mein Haar ward weiss und meine Stirne kraus, 's ist spät, mein Freund, nun muss ich still nach Haus.» «Und ich? Da lassest wirklich mich allein?» «Mein Bruder kommt, und er ist wieder dein! Ist jung und schön und klug und wohlgebaut!» Da hob ich mich dem Bruder anvertraut. «Bist du mir gut gesinnt? Was denkst du dir?» «Ich bin dir das, mein Freund, was du bist mir.» Da senkte sinnend ich mein Haupt. Mir war, Als sei ich selber ja das junge Jahr... Gertrud Bürgi. trahenten eine befriedigende Lösung der wichtigen Verkehrsfrage finden werden, ry. Die eidg. Fabrikstatistik vom Jahr 1929 hat gleichzeitig mit der Betriebszählung eine Reihe weiterer Angaben ermittelt und dabei auch den Bestand an Motorfahrzeugen festgestellt. Nach den vorläufigen Ergebnissen verfügten die 8514 Fabriken über 3792 Personenwagen, 2240 Lastautos, 611 leichte Motorfahrzeuge und 214 Traktoren. Die Angaben scheinen kaum ein Bild von den tatsächlichen Verhältnissen zu geben, indem die Verwendung des Motorfahrzeuges in den Fabrikbetrieben ganz bestimmt eine weitaus grössere ist. Der Umstand, dass eine Reihe von Fahrzeugen als persönliches Eigentum von leitenden Persönlichkeiten der einzelnen Betriebe nicht in die Zählung einbezogen wurden, sowie andere Besonderheiten des Zählungsmodus, welche eine Berücksichtigung weiterer Fahrzeuge verhinderten, mögeir für dieses entschieden zu niedrig ausgefallene Ergebnis verantwortlich sein. z. Rechts fahren in Oesterreich? AusOesterreich kommt die Kunde, dass in allernächster Zeit das neue österreichische Kraftfahrgesetz angenommen werde. Die Verhandlungen darüber seien schon sehr weit gediehen und es sei an einer Annahme kaum mehr zu zweifeln. Wohl die wichtigste Bestimmung des Gesetzes ist; die, dass in Zukunft in Oesterreich. rechts gefahren werden soll. In Kraft treten soll das Gesetz auf 1. Januar 1932, everit. 1933, so dass also immerhin nooh eine Spanne Zeit verstreicht, bis dieses neue Gesetz definitiv eingeführt sein wird. Dass man solche Aende'rungen nicht einführen kann, ohne sie gründlich überlegt und ihre sämtlichen Konsequenzein untersucht zu haben, geht daraus hervor, dass die Umstellung zum Rechtsfahren der Automobilisten in Oesterreich für den Staat allein eine Ausgabe von 40 bis 50 Millionen Schilling erfordern wird. Lr. Wer weiss Auskunft? (Eing.) In der Nacht vom 24./25. Dezember (Weihnachten) hat ein Autofahrer zwischen 23.00 und 1 Uhr an der Laupenstrasse in Bern einen Oberflurhydranten mit seinem Fahrzeug angerannt und abgebrochen. Der Automobilist muss von der Stadt her, Richtung Murtenstrasse, auf der linken Strassenseite in rasendem Tempo gefahren sein; eine zerschlagene Autolaterne und der 36 Meter weit fortgeschleuderte Hydrantenstock weisen darauf hin. Personen, die zur Aufklärung und Ermitt-i lung des Autofahrers Angaben machen kön-i nen, sind gebeten, dies der städtischen Fahndungspolizei, Telephon Bollwerk 4711, zu melden. An die Automobilfafarer und Lastwagen« führer! Fahrt bei Schnee nicht in der Mitte der Strasse und nicht immer im gleichen Geleise, sondern von Anfang an stets rechts. Nur so entsteht eine breite Fahrbahn und werden Strassensperrungen, Steckenbleiben, Unfälle, Beschädigungen und Anstände mit den übrigen Strassenbenützern vermieden. An die Fährer von Pferdefuhrwerken l Bei Dunkelheit darf das vorgeschriebene Licht nicht fehlen. An die Gemeindebehörden! Oeffnet die Strasse bei starkem Schneefall rasch und breit, schafft Ausweichstellen. Bern, den 26. Dezember 1929. Kant. Strassenverkehrsamt. Der Autler-Feierabend erscheint in Nr. 1, Freitag, den 3. Januar. Wir verweisen auf unseren humoristischen c Silvester-Kehraus» in der heutigen Nummer !