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E_1930_Zeitung_Nr.093

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gemacht werde. Seine

gemacht werde. Seine Thesen lauten fol- «endei'massen: ' ' h " 1. Der Fahrausweis "wird ausnahmslos mir für Personen ausgestellt, die über 20 Jahre alt sind. 2. Der Fahrausweis wird nicht erteilt an alle Personen mit Geistesstörungen, mit organischen Erkrankungen oder Veränderungen des Herzens, der Blutgefässe oder des Nervensystems, mit ungenügender Sehschärfe oder ungenügendem Gehör, wenn diese Mängel durch eine besondere ärztliche Untersuchungskommission festgestellt werden und wenn sie das einwandfreie Führen eines Motorfahrzeuges unmöglich mächen. Ein Eeglement wird die Art und den Grad dieser' Gebrechen näher festlegen, die der ärztlichen Untersuchungskommission als genügenden Grund erscheinen könnten, um die Erteilung der Fahrbewilligung abzulehnen. 3. Der Fahrausweis soll an Leute mit irgendwelchen-Gehrechen nur dann erteilt Averden, wenn die künstlichen Vorrichtun gen (Apparate), welche diese Personen tragen oder benutzen, ihnen eine für die Führung eines Motorfahrzeuges, genügende Sicherheit und Eignung geben. 4. Der Fahrausweis hat nur eine Gültigkeit von zehn Jahren. Nach Ablauf dieser Frist hat der- Führer eines Motorfahrzeuges eine neue ärztliche Untersuchung zu bestehen.' In : speziellen Fällen, wenn die ärztliche Kommission es für nötig erachtet, kann der Fährausweis nur für die Dauer von drei Jahren ausgestellt werden. 5. Der Fahrausweis wird entzogen im Fall von Betrunkenheit, oder zum mindesten bei wiederholtem Fahren in betrunkenem Zustand. 6. Jeder Motorfahrzeugführer, der durch seine Schuld einen Unfall verursacht hat, muss sich einer neuen ärztlichen Untersuchung unterziehen. Diese Formulierung wurde schon vor einigen Jahren durch eine besonders zu diesem Zweck ernannte Kommission der französischen medizinischen Akademie aufgestellt und ist nun den kompetenten Amtsstellen und dem Ministerium für Gesundheitswesen eingereicht worden. Es wird sehr interessant sein zu verfolgen, ob und in welchem Masse diese Forderungen in dem automobilistisch so fortschrittliehen Frankreich anerkannt werden, resp. zur Durchführung gelangen. ..Auf jeden Fall sprechen sie sehr zugunsten einer Verminderung des Gefahrenmoments auf, der Strasse und im Verkehr, überhaupt, und es is't. mit Sicherheit , anzunehmen, dass sich die Folgen dieser Massnahmen sehr vorteilhaft und angenehm fühlbar machen würden. Dr. L. Ueberflüssige Aufregung. Im «Berner Tagblatt» empört sich ein Einsender in einem-«Ungleiches Mass» betitelten Artikel über ein Reisebureau, das neben dem Verkauf von Bahn- und Schiffbilletten auch Automobilfahrten arrangiert und in seinen Prospekt folgende Bestimmung aufgenommen hat: «Wir machen die verehrlichen Reiseteilnehmer ausdrücklich darauf aufmerksam, dass im Falle von Unglücksfällen, Verlusten oder sonstigen Schäden, sowie Unregelmässigkeiten irgendwelcher Art, die aus Fehlern oder Defekten der verwendeten Transportmittel oder durch Versehen und Verschulden der betreffenden Gesellschaft und ihrer Angestellten oder der mit dem Transport beauftragten Personen oder auch dem Verschulden von nügenden Zufahrtstrassen von Mollis und Mühkhorn her, deren zahlreiche Kurven und Engpässe schon lange zu Fallen für den Automobilisten geworden sind. Im Zusammenhang mit der viel diskutierten Kerenzerbergstrasse, deren Gesamtumbau den Kanton die hübsche Summe von drei Millionen Franken kostet, taucht die Frage nach der Walals ob ich mit Hilfe des Bösen immer gewann; jetzt, da ich in ehrlicher Absicht das Geld haben wollte, schien ein tückischer Feind die Bank zu halten,'uffd 'er richtete mich zu gründe. • ' » Ich dachte daran, wie ich das Leben begonnen hatte im sicheren Gefühl meiner Macht über die ganze Welt und vor allem über mich selbst. Nun sass ich draussen 1 auf einem- Stuhl vor dem elenden, kleinen Cafe in Brest und sah nachdenklich auf meine zerrissenen Schuhe herunter. Well,» sagte ich laut vor mich hin, «einen Absinth — ein Tag des Vergessens — und dann — dann beginnt ein neues Leben.» • Es war das alte trügerische Versprechen. Die Gegenwart log der Zukunft etwas vor und tat so, als ob nun alles in Ordnung sei. Ich klatschte in die Hände. Ein schmieriges Mädchen bediente mich und blieb dann, die dicken, roten Hände in die Hüfte gestemmt, vor mir stehen, während ich in das Glas : starrte. ... ". ' «Na, nu trinken Sie doch mal!» meinte sie gutmütig. ' «Muss ich?» fragte ich. • ' Sie nickte ernsthaft. Und ich trank. 2. Mary Vance. Acht Tage später war ich an Bord eines Das grosse Wort «Sicherheit». das im stets wachsenden Verkehr eine so grosse Rolle spielt, wird immer wieder an neuen Theorien, «wie man es machen soll >, bewiesen ! Seit einigen Monaten rufen von den Anschlagsäulen, zwischen den Ankündigungen der Wintermode und des neuesten Waschpulvers, besondere Plakate eindringlich dem Publikum entgegen: «Bist du vorsichtig ?» Diese Propaganda, die sich über die ganze Schweizerstreckt und sich sowohl an den Litfasssäulen der Städte, wie an den Scheunenwänden der Dörfer bemerkbar macht, veranlasste einen Leser der « Automobil-Revue », sich zu der Frage der Werbekraft dieser Reklame zu äusseni. Der Einsender geht mit uns einig, wenn er. dem T. C. S. zu der Idee der Verkehrspropaganda gratuliert. Die originellen und wirkungsvollen Plakate haben überall Echo erweckt und es ist zu hoffen, dass sich ihr Erfolg in deutlicher Weise im täglichen Verkehrsleben äussert. Man darf indessen nie vergessen, dass auch die Reklame ein Gebiet ist, die sorgfältigstes Studium verlangt und genaue Auswahl der Propagandamittel, mit denen man an die Oeffentlichkeit treten will. Hier sieht unser Einsender die T C. S.- Propaganda mit kritischen Augen an. Zwei- -i feüos kann eine Reklame nur Erfolg haben, wenn sie dem Publikum mehr gibt, als nur eine wässerige Aufforderung oder Belehrung. Um für die «Sicherheit» Reklame zu machen, bedarf es eines Mittels, um zu zeigen, dass sie notwendig ist. Wird der Passant von der Wucht der Reklame erschlagen, dann ist der erste Bann gebrochen und man vermochte ihn bereits so weit zu fesseln, dass er über die Sache nachzudenken beeinnt. Vielleicht — wir folgen den interessanten Gedankengängen des Einsenders —vermindert •'ich hier die Wirkung, denn der Satz mit der Frage nach der Vorsicht ist zu wenig stark, Hotelbesitzern oder ihrer Angestellten, sowie von eigenen Angestellten herrühren, keinerlei Ersatzansprüche an unsere Firma gestellt werden können. Dasselbe gilt für irgendwelche Unkosten oder Verluste, die infolge von Verspätungen entstehen.» Dazu bemerkt nun jener Einsender : «Wir möchten einmal sehen, was die Reisenden dazu sagen würden, wenn sich eine Eisenbahn derart aller Verantwortlichkeit entschlagen wollte. Aber eben, wenn zwei dasselbe tun* so ist es nicht dasselbe. Die: Publikation bildet immerhin einen ganz intef-ies$anten Beitrag zu dem Kapitel «Bahn und Auto». ; .. Die Publikation bildet aber nicht-im geringsten einen Beitrag zum Kapitel «Bahn und) Auto». Sie enthält nämlich, so scheint es uns wenigstens, überhaupt nichts über die Haftpflicht der Unternehmung, die den Warentransport oder die Personenbeförderung in Autos übernimmt. Sie unterstreicht lediglich, dass das Reisebureau, das bloss als Vermittlerin zwischen den einzelnen Unternehmungen und den Reisenden handelt, keine Verantwortung übernimmt. Aber selbst, wenn die Reiseunternehmung, was aus dem im «Tagblatt» veröffentlichten Teilstück des Prospektes nicht ganz erkenntlich ist, die Autotransporte selber, d. h. mit eigenen Wagen und eigenen Angestellten durchführen würde, so hätte die Erklärung gar keine rechtliche Wirkung. Die Bestimmungen über die Haftpflicht sind nämlich sogenanntes zwingendes Recht, d. h. sie können durch den Willen der Parteien nicht abgeändert werden. Segelschiffes aufgenommen, und als wir uns draussen auf hohem Meer befanden und meine Nerven sich gekräftigt hatten, da zwäng mich der schuftige Kapitän zu niedrigen Mätrosendiensten. Von dieser meiner Arbeitszeit habe ich mich nicht wieder erholt. Der Verkehr mit Menschen, deren Hirn nur eben die einfachsten Begriffe fasste, begann mir wöhlzutun. Die ungezügelte Derbheit von Trimmern, Lastträgern, Stewarts, Zirkusbediensteten und Soldaten gewährte mir einen Reiz, von dem ich mir nie hatte träumen lassen. Ich trat in die Gemeinschaft derer ein, die den Bodensatz der Gesellschaft bildeten, und sah, dass man mich von neuem als einen Menschen betrachtete, der über seiner Umgebung steht, und der vielleicht auch mehr vom Glück begünstigt gewesen ist Obgleich ich es ihnen an Zügellosigkeit zum mindesten gleichtat, so galt ich ihnen doch für ein Wesen höherer Art. Nun gut — wenn die oberen Schichten der Gesellschaft meiner Eitelkeit" nicht mehr schmeicheln mochten, so übernahm jetzt die unkultivierte, niedere Klasse dieses Amt. Das Schicksal hatte mich in ihre Mitte geworfen, um nichts ungeschehen zu lassen, was mich der tiefsten Stufe der Erniedrigung näher bringen, konnte. ~ Ich weiss nicht mehr viel aus jener Zeit, und ebensowenig weiss ich, was Mary Vance AUTOMOBIL-REVUE 1930 — N° 93 Propaganda für erhöhte Verkehrssicherheit um auf den Plakafwänden unbedingt und immer wieder Aufsehen zu erregen. Die zweifellos beste, allerdings nicht sehr angenehme Belehrung für die Verkehrssicherheit vermittelt der persönliche Augenschein eines Unfalles, der im Augenzeugen ein Gefühl der momentanen Furcht erzeugt, aus der später erhöhte Reaktion auf alle Gefahren wird, und er wird sich darüber klar, dass er sich oft mit geradezu unverantwortlicher Leichtsinnigkeit auf die Strasse begab. Mit dem drastischen Mittel der Verbildlichung von Unfällen glaubt der Einsender entscheidenden Erfolg zu haben. Ein Automobil, das zerschellt neben einem Baume liegt, zerschlagene Scheiben, zerbrochene Räder, verbrannte Karosserien: ia er will noch Realistischeres, als wir mit ihm einig gehen können; dies möchte er vor allem auf den Plakaten sehen, da er überzeugt ist. dass der Anblick «aus dem Leben» die Menschen erschrecke, und der Putsch, den sie von diesen Bildern innerlich erhalten, werde sie an ihre Verantwortlichkeit auf der Strasse erinnern... Diese Art von Bilderreklame, die zweifellos von Feinerempfindenden als leicht unangenehm, ja geschmacklas aufgefasst würde, infolge ihrer Duchschlagskraft aber trotzdem grosse Werte besitzt, scheint unserem Leser für die Plakatwände gut geeignet, er geht indessen noch weiter und behauptet, dass diese Reklame ihren vollen Zweck erst im Kino erreiche. Er schlägt vof, dass die schweizerischen Kino-Journale anhand der leider sich täglich ereignenden Unfälle dem Publikum eine wertvolle Erziehung für die Strasse zu vermitteln suchen sollten. Nach seiner Ansicht würden alle 14 Tage ein paar Meter Filmband «Verkehrsunfall» mehr unmittelbar oraktischen Erfolg haben, als hundert trockene Belehrungen. (Die Diskussion ist eröffnet.) bo. Wie sehr auch und wie energisch das Reisebureau sich in seinen Prospekten aller Verantwortlichkeit entschlagen möge, es wird immer in dem Umfange haftbar bleiben, als es die Rechtsordnung vorsieht. Wenn es gewerbsmässig und mit regelmässigen Fahrten Reisende befördert, so wurde ihm dazu eine Konzession erteilt. In diesem Falle untersteht es dann laut Artikel 3 Absatz 2 des Schweiz. Postverkehrsgesetzes dem Bundesgesetze betreffend die Haftpflicht der Eisenbahn- und Öampfschiffahrt - Unternehmungen und der Post. Wenn es selbständig Waren befördert, so haftet es nach Art. 447 des Obligationsrechtes, der da lautet: «Wenn ein Frachtgut verloren oder zugrunde gegangen ist, so hat der Frachtführer den vollen Wert zu ersetzen, sofern er nicht beweist, dass der Verlust oder Untergang durch die natürliche Beschaffenheit des Gutes oder durch ein Verschulden oder eine Anweisung des 7 Absenders oder des Empfängers verursacht sei oder auf Umständen beruhe, die durch die Sorgfalt eines ordentlichen Frachtführers nicht abgewendet werden konnte». Allerdings können in diesem Falle die Parteien verabreden, dass ein den vollen Wert übersteigendes Interesse oder aber weniger als der volle Wert zu ersetzen sei. Von dieser gesetzlichen Haftpflicht kann sich die Unternehmung, wohl verstanden, wenn sie die Personen- und Güterbeförderung selbständig durchführt, auch durch die Veröffentlichung anders lautender Erklärungen nicht befreien. Sowenig als die Anschläge, bewogen haben mochte, mich zu heiraten, und so treu und geduldig, so sanft und zärtlich mit mir zu sein. Ich war von oben gekommen und sank immer tiefer. Sie kam aus der Hefe — und befand sich im Auftieg; auf halbem Wege begegneten wir einander. Ich nahm sie zur Frau, nicht weil ich sie liebte, sondern weil sie mich liebte und ich das nicht begriff. Sie war eine einsame, müde, kleine Sumpfpflanze, die es beim Theater versucht, dort aber keinen Erfolg gehabt hatte. Das einzig Hübsche an ihr war das mattrote Haar, das ihr kurz gelockt um den Hais und tief in die Stirn hineinfiel. Weshalb sie gerade mich zum Gegenstand ihrer Neigung ausgesucht hatte, das vermochte ich freilich nicht einzusehen. Sie war wie ein Hund in ihrer Treue. Ich sehe sie noch vor mir, wie^ sie eines Abends sich wie ein wildes Tier den Polizisten entgegenwarf und nicht zuliess, dass sie mich zur Wache brachten. Und ich sehe sie am Gaskocher stehen, um unser kärgliches Essen zu bereiten. Sie glaubte,, ich hiesse John Chalmers Ich lernte sie- mit der Zeit lieben. Und eben weil ich sie Heben lernte, begann ich, mich zu hassen. Sie hätte soviel Gutes verdient und hatte bei mir nichts weiter, als dass ich wild und heftig und oft geradezu roh gegen sie war. die wir in beinahe allen Hotelzimmern finden, die in Art. 487 des Obligationenrechtes geregelte Haftpflicht des Gastwirtes irgendwie beschränken können. -1. Einbahnverkehr beim Bundesbahnhof Basel. In der «National-Zeitung» kritisiert ein Einsender die jetzige Verkehrsregelung in der Umgebung des Zentralbahnhofes. So sehr sich die Einführung des Kreiselverkehrs auf dem Zentralbahnhofplatz bewährt habe, so unglücklich sei dagegen die Regelung für die anstossenden Strassen. Es sei ein grosser Fehler gewesen, den Verkehr zum Bahnhof auf die Nauenstrasse, die so schmal ist, dass sie nur auf einer Seite ein Trottoir haben kann, anzuweisen. Die Fahrzeuge münden auf diese Weise an einer denkbar unübersichtlichen Stelle in den Aeschengraben ein. Es hätte bei dem jetzigen Verkehrsumfang und der ganz ausreichenden Breite des tramfreien Teils der Zentralbahnstrasse völlig genügt, wenn bloss der Teil zwischen Steinentorberg und Zentralbahnhofplatz und die Gegenroute in der Elisabethenstrasse zu Einbahnwegen erklärt worden wären. Der Einsender schlägt folgende Anordnung vor: In der Zentralbahnstrasse Einbahnverkehr von der Elisabethenstrasse bis zum Zentralbahnhofplatz. Fahrzeuge von der Zentralbahnpost dürfen in der Richtung Bahnhof fahren, müssen aber auf dem Platze nach rechts abbiegen. Auch um das Postgebäude soll Rechtsverkehr eingeführt werden. Die Eilgutstrasse soll nur in der Richtung nach dem Bahnhof befahren werden; die Zentralbahnstrasse soll für den Verkehr aus der Richtung vom Bahnhof her reserviert werden. Vom Eilgutgebäude herkommende Fahrzeuge haben die Post zu umfahren. Konsequenterweise erhält die Heumattstrasse Einbahnverkehr in der Richtung zum Aeschengraben. Auch in der Elisabethenstrasse dürfte dann' nur in einer Richtung nach der Markthalle hin gefahren werden. An der Ecke Merian-, Nauen- und Eilgutstrasse sollte ein Verkehrsplanton postiert werden. Die vorgeschlagene Lösung sieht eine Regelung vor, die auf lange hinaus genügen dürfte, die aber ziemliche Umwege für die Fahrzeuge zur Folge haben würde. -1. Glarnerische Verkehrsfragen. Der Kanton Glarus richtet sein Augenmerk immer wieder auf ein gut ausgebautes Strassennetz. Schon seit fünf Jahren ist er unter grossen finanziellen Anstrengungen bemüht, seine Strassen den Anforderungen des heutigen Verkehrs entsprechend zu verbessern. Die erste Bauetappe ist nun vorüber, noch immer liegen bei den verantwortlichen Behörden schwerwiegende Projekte, die schon seit Monaten studiert werden, ohne dass bis jetzt praktisch etwas getan werden konnte. Noch immer im Vordergrund steht die Kerenzerbergstrasse, für deren Ausbau man sich schon vor längerer Zeit entschlossen hat. Der Landrat gab dem Drängen der Bewohner des Kerenzerberges nach und bewilligte einen Kredit von 900,000 Fr., der allerdings zuerst noch vor der nächsten Landsgemeinde Gnade finden muss. Von grosser Dringlichkeit ist ebenfalls auch der Ausbau der unge- Als wir kein Geld mehr besassen, um Lebensmittel einzukaufen, da kam das Kind zur Welt. Das einzige, was wir noch nicht versetzt hatten, war ein goldenes Medaillon, das Mary nie vom Halse nahm, weil ihre Mutter es ihr als eine Art Amulett gegeben hatte, und sie meinte, es hätte auch wirklich bisher Unglück von ihr ferngehalten. Jetzt nahm sie es ab und hing es der Kleinen um, und dabei kamen mir die Tränen in die Augen — die ersten in fünfunddreissig Jahreni. «Wir wollen sie Mary nennen,» sagte ich, und ein Glücksgefühl schnürte mir den Hals zusammen. Vier Stunden später kroch ich unten am Hafen, toll gemacht durch den Schnaps, auf allen Vieren umher, indes ein Neuyorker Schutzmann und ein Haufen Kaiarbeiter mich umringten und über meinen Zustand vor Lachen wieherten. An jenem Tage aber kam mir, nachdem mein Kopf wieder klar geworden war, zum Bewusstsein, was aus mir geworden war. Tausendmal hätte ich mir geschworen, nicht wider zu trinken 1 Und nun lagen die Dinge doch noch ganz anders! Ich war verantwortlich für ein anderes lebendes Wesen, in dessen Adern Blut von meinem Blute rollte! Ich hatte das Verbrechen der Verbrechen begangen! (Fortsetzung im cAutler-Feierabend».)

N»93 - 1930 AUTOMOBIL REVUE lenseestrasse wieder auf. Noch ist man sich nicht einig, auf welcher Seite sie eigentlich gebaut werden soll; für Qlarus ist das Problem nur dann da, wenn die Strecke südseitig angelegt wird. Die Notwendigkeit der Wallenseestrasse ist unbestritten; der wunde Punkt ist auch hier die Finanzierung, über die man sich noch nicht im klaren ist. Die Studien über die Wallensee- und die Kerenzerbergstrasse werden in einigen Wochen abgeschlossen sein. Die Zufahrtsstrasse aus dem Glarnerland zur projektierten Wallenseestrasse ist — wenigstens auf dem Papier — festgelegt. Die Regierung will mit den S. B. B. jenes originelle Tauschgeschäft abschliessen, von dem unser Blatt bereits gesprochen hat. Glarus verzichtet auf die Wiederinbetriebnahme der seit Kriegsbeginn unbenutzt gebliebenen Bahnlinie Näfels-Weesen und händigt die Konzession aus gegen das Versprechen der Elektrifizierung der glarnerischen S. B. B- Strecken einerseits und anderseits gegen die Ueberlassung des toten Bahndammes als gut geeigneten Strassenzug Sofern die Bundesbahnen und der Kanton Qlarus mit diesem «Geschäft» einverstanden sind, wird das von der Textilkrise schwer heimgesuchte Ländchen willkommene neue Arbeitsgelegenheit erhalten. Das Projekt der Prageistrasse, das die Glarner immer rege beschäftigt und schon seit 200 Jahren (!) genlant ist, tritt momentan vor dem ziemlich haltlosen Plan einer Segnesstrasse in den Hintergrund, die allerdings, wie in unserer letzten Nummer zu lesen war, nur scharfe und berechtigte Ablehnung erfährt, denn auch hier lässt sich der berühmte Spruch von dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dache entsprechend anwenden. bo. Sdk Auch Vevey begrüsst die Bildung einer Touristikgruppe in den eidg. Räten. In einer Versammlung des Komitees der Gesellschaft zur Förderung der Interessen von Vevey, die kürzlich im Hotel de la Gare abgehalten wurde, gab Herr Nationalrat D. Denereaz, eingehende Auskunft über den Stand der Bewegung zu Gunsten einer intensiveren Ausnutzung der Schweiz als autorouristisches Ziel und der damit in Zusammenhang stehenden Bildung einer Touristikgruppe in den eidg. Räten. Die Versammlung zeigte sich von diesen Plänen sehr eingenommen. -1. Schutz der Jugend gegen Verkehrsunfälle. An der ordentlichen Tagung der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, die am 22. Oktober im Grossratssaal in Aarau stattfand, hielt Erziehungssekretär Dr. Kleinert (Bern) einen Vortrag über die Verhütung von Verkehrsunfällen der Jugend. Bisher wurde dem Wunsche des schweizerischen Automobilclubs nach einheitlicher Grundlage des Verkehrsunterrichtes nur von einzelnen kantonalen Erziehungsdirektionen Rechnung getragen. Ein ausgebauter Verkehrsuntericht hat eigentlich bloss der Kanton St. Gallen eingeführt. Im Kanton Bern liegt ein Entwurf zu einem illustrierten Verkehrsbüchlein, ähnlich dem schon jetzt im Kanton St. Gallen bestehenden als Grundlage zum demnächst einzuführenden Verkehrsunterricht vor. Die Lehrerschaft soll ausserdem den Schülern an praktischen Beispielen im Freien, durch Vorführungen von Verkehrsfilmen, durch Wandbilder und Plakate einprägen, welche Gefahren ihnen auf der Strasse beständig drohen und wie sie sich im Verkehre zu verhalten haben. -1. Ammmt «len Köantfcknen Ein hauptamtlicher Automobilexperte im Kanton St. Gallen. Der Kanton St. Gallen beabsichtigt die Einsetzung eines hauptamtlichen kantonalen Automobilexperten. Auch die ärztliche Untersuchung aller Bewerber um eine Fahrbewilligung wird von der staatswirtschaftlichen Kommission des Grossen Rates von St. Gallen gewünscht. Mit Genugtuung weist die Kommission auf die Tatsache hin, dass St. Gallen als erster Schweizerkanton in der Schule besondern Unterricht für die Verkehrserziehung durchführte. X Die rechtsufrige Thunerseestrasse. Wir haben schon wiederholt in der A.-R.» auf die unhaltbaren Verkehrsverhältnisse auf dem rechten Ufer des Thunersees aufmerksam gemacht. Die neuerdings erfolgten Unfälle auf der Strecke Thun-Oberhofen-Gunten- Beatenbucht-lnterlaken illustrieren in bedauerlicher, aber unzweideutiger Weise, wie dringend eine Abänderung wäre. Die rechtsufrige Thunerseestrasse ist ursprünglich als Strasse zweiter Klasse gebaut worden. Im Jahre 1913 wurde dann die rechtsufrige Thunerseebahn Steffisburg-Thun- Interlaken eröffnet, für die vielleicht etwas voreilig und unüberlegt die Konzession erteilt worden war. Wohl wurden nachträglich einzelne Strecken, wie z. B. zwischen Oberhofen und Gunten und zwischen Gunten und Mehligen, erheblich verbreitert, so dass auf diesen Teilstücken sich tatsächlich auch nur selten ein Unfall ereignet. Um so schlimmer steht es mit den restlichen Teilen der Strecke: Starke, unübersichtliche und nach der äussern Seite abfallende Kurven, enge Teilstücke ohne Trottoirs, eine Art durchlöcherte Decke. Da die Strassenbahn fast durchwegs bergseits gebaut worden ist, fahren die Züge in der Richtung Thun-Interlaken auf der linken, also auf der falschen Strassenseite. Es muss allerdings zugegeben werden, dass das Fahrpersonal der Strassenbahn die grösste Sorgfalt walten lässt, in den schmalen, kurvenreichen Strecken nur mit stark herabgesetzter Geschwindigkeit fährt und beständig Warnsignale gibt. Dass dadurch die Riviera des Thunersees an Ruhe gewinnt, könnte nicht eben behauptet werden. -/. internationale Automobilkonvention. Die Bestimmungen der internationalen Automobilkonvention vom 24. April 1926 traten am 24. Oktober 1930 in Kraft. Bekanntlich ist nach dieser Konvention in Zukunft der internationale Führerschein, unabhängig welcher Wagen mit ihm gefahren wird, in allen Ländern gültig, die der Konvention beigetreten sind (bisher 44). Die wichtige Neuerung und Erleichterung im internationalen Tourenverkehr ist der A. I. A. C. R. zu verdanken. Die neuen internationalen Dokumente sind: internationaler Wagenausweis (Zulassungsschein) und internationaler Führerschein, der zur Benutzung jedes Wagens im Auslande dient. Für Deutschland tritt die Geltung ausnahmsweise erst am 13. Dezember dieses Jahres in Kraft, da die Ratifizierung später als in den andern Ländern erfolgte. Die bisher ausgestellten internationalen Führerscheine behalten gleichwohl ihre Gültigkeit bis zum jeweiligen Ablauf. x. s» TOUR ST «h# Zwei internat. Sternfahrten. Die neue Sportsaison 1931 wird mit zwei internationalen Sternfahrten eröffnet, die indessen nicht zufälligerweise direkt aufeinander folgen. Der Automobilclub von Litauen hat in kluger Berechnung vor dem Rally nach Monte- Carlo eine Sternfahrt nach Riga organisiert, Ihre Sicherheit ruht auf diesem Namen und Profil das bekanntlich für die Rivierafahrer einen dankbaren Startort darstellt. Die Fahrer können auf diese Weise gleich von zwei Veranstaltungen profitieren. Die Sternfahrt nach Riga endet am 13. Januar in Riga (Marktplatz). Sie ist organisiert nach dem internationalen Sportreglement und sieht als verantwortliche Veranstalter den Automobil- und Aeroclub von Litauen. Die Fahrzeuge sind in zwei Klassen getrennt, Wagen bis zu 1100 und über 1100 ccm. Die Stundengeschwindigkeit der untern Wagenklasse wurde auf durchschnittlich 35 km, maximal 38 km festgesetzt, der Stundendurchschnitt für die höhere Klasse beträgt 40 km, die maximale Schnelligkeit 43 km. Für beide Klassen gilt als Minimaldurchschnitt die Geschwindigkeit von 32 km. Für die strengste Winterszeit, in der die Fahrt ausgeführt wird, sind die genannten Geschwindigkeiten sehr hoch. Die Abfahrt kann von irgend einer der grossen Städte von Europa aus erfolgen, wo sich der Sitz eines der A. J. A. C. R. angehörigen Clubs befindet. Dieser hat die offizielle Abfahrt des Teilnehmers zu kontrollieren, Die Fahrt muss auf den in grossen Linien im Reglement festgelegten Strekken erfolgen. Für die schweizerischen Fahrer kommt folgende Route in Betracht: Genf, Lyon, Strassburg, Frankfurt a. Main, Berlin, Elbing, Königsberg. Tilsit, Riga. Das Klassement berücksichtigt die durchfahrene Strecke, die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Zahl der transportierten Personen. Die Organisatoren offerieren den Teilnehmern wetvolle Preise. Als erster Preis kommt die «Coupe de Riga» zur Verteilung, sodann werden weitere Preise im Werte von 1000 französischen Franken und Speziaipreise ausgerichtet. Die Anmeldungen können bis zum 20. Dezember an den Automobil- und Aeroclub von Litauen in Riga gerichtet werden. Das Datum der Ankunft in Riga wurde so gewählt, dass es den Teilnehmern an der Sternfahrt nach Monte Carlo möglich ist, fünf Ruhetage in Riga einzuschalten. Sternfahrt nach Monte-Carlo. Die berühmte Sternfahrt nach Monte Carlo begegnet bereits jetzt in weitesten Kreisen grossem Interesse. Das Reglement für die Fahrt weist, in grossen Umrissen gesehen, keine bedeutenden Aenderungen auf. Die Wagen sind auch hier in zwei Klassen (bis und über 1100 ccm) eingeteilt. Das Durch- schnittstempo zwischen den Kontrollstellen für Wagen bis 1100 ccm ist auf maximal 38 km, minimal 35 km, für die höhere Klasse maximal 43 km, minimal 40 km festgesetzt worden. Auch hier fallen die für die Jahreszeit hohen Geschwindigkeiten auf. Die Ankunft in Monte Carlo hat am 21. Januar, zwischen 10 und 16 Uhr, zu erfolgen. Die Bewertung erfolgt nach der durchfahrenen Strecke und der durchschnittlichen Geschwindigkeit; dabei werden Grenzübertritte neutralisiert. Die im Zusammenhang stattfindenden Brems- und Beschleunigungskonkurrenzen fallen ebenfalls mit in die Bewertung. Es wurden insgesamt 142 000 franz. Fr. an Preisen ausgesetzt. Der Sieger der Kategorie bis 1100 ccm erhält die «Coupe de la Riviera» und 12 000 Fr., der Zweite eine Silberplakette und 6000 Fr. usw. Der Erste der Kategorie über 1100 ccm erhält die «Coupe de International Sporting-Club» und 50 000 Fr., der Zweite eine Silberplakette und 20 000 Fr. usw. Eine künstlerische Bronzeplakette wird an jeden Teilnehmer verabreicht. Die Teilnehmer haben nach dem im Reglement enthaltenen Itinöraire Monte Carlo zu erreichen. Für die Schweiz kommt folgende Strecke in Betracht: Genf, Lyon, Monte Carlo. Die leichtere Klasse muss mit mindestens zwei Personen belegt sein, die Wagen der grösseren Klasse mit vier Passagieren. Die Anmeldungen sind bis zum 24. Dezember an den «International Sporting- Club de Monaco» oder an die Redaktion der Zeitung «L'Auto», Rue du Faubourg Montmartre 10, Paris, zu richten. Nach den Wettbewerben der Sternfahrt folgt am 24. Januar noch das Bergrennen auf dem Mont des Mules bis Monte Carlo. • bo. Autowoche in Ungarn. Der Ungarische Automobil-Club sieht für Ostern 1931 eine Reihe von grossaufgezogenen autosportlichen Veranstaltungen vor. Vom 28. März bis 26. April findet eine internationale Automobilausstellung statt, und im Zusammenhang mit dieser Schau werden eine Reihe von Sportanlässen durchgeführt. Neben dem Grossen Motorrad-Preis von Ungarn am 5, April, soll am 6. April der Grosse Preis von Ungarn für Automobile zum Austrag gelangen. Eine Schönheitskonkurrenz und eine Sternfahrt ergänzen das bis jetzt noch provisorische Programm. Interessante Zahlen aus dem internationalen Autosport. In der italienischen Zeitung «Gazetta dello Sport» versucht G. Canestrini, in einer, interessanten Zahlenzusammenstellung einen Ueberblick über die Leistungen der bekanntesten internationalen Fahrer zu geben. Er unternimmt es, die Erfolge der Fahrer von einer neuen Seite her zu erfassen, indem er die Beträge, die von den Fahrern als Preise gewonnen wurden, zusammenstellt und miteinander vergleicht. Die aufschlussreichen Zahlen beziehen sich leider vor alle.ni auf die italienischen Fahrer und Rennen. Immerhin sind die Konstatierungen auch dann noch für das Ausland interessant, da Italien immer noch das klassische Land des Autosportes ist. Nach der italienischen Liste hatten folgende Fahrer, der Höhe ihrer Geldgewinne entsprechend, in Italien Erfolge: 1. Chiron 76,070 Lire, 2. von Morgen 50,000, 3. Caracciola 41,300, 4. Etancelin 40,000, 5. Zanelli 25,000, 6. Scaron 20,000, 7. Babe Stapp 15,000, 8. Pedrazzini 10,000 Lire. Die besten italienischen Fahrer holten sich im Auslande und in Italien zusammen folgende Geldpreise: 1. Varzi 340,650 Lire, 2. Arcangeli 296,950, 3. Nuvolari 215,000, 4. Fagioli 189,500, 5. Campari 122,070, 6. Borzacchini 97,000, 7. E. Maserati 90,000, 8. Rosa 69 000, 9. Caflisch 64,500, 10. Strazza 60,000 Lire. bo. Iflfrrt Neuartige Grossgarage in Kopenhagen. In Kopenhagen wurde direkt unter dem Kathausplatz eine Grossgarage erstellt, die in eine grosse Anzahl von Kellern eingebaut wurde. Mit dem Bau von unterirdischen Einstellräumen, die den Verkehr auf den öffentlichen Strassen aufrecht erhalten sollen, hat man in kleinerem Umfange in London bereits gute Erfolge gemacht. x. Die Ergebnisse der französischen Fahrer- Prüfungen, auf die man nach der starken Verschärfung der Aufgaben gespannt war* haben eine grosse Zahl von Zurückgefallenen ergeben. Die französische Union der Touristik-Verbände, der die Prüfung der Kandidaten obliegt, hatte im ersten Halbjahr 1930 insgesamt 330687 Examen vorzunehmen. 227373 Personen bestanden die Prü- : 'mg. Der hohe Prozentsatz von 31,2 Pro- •nt Durchgefallenen spricht für die Strenge, it der die Fahrprüfungen vorgenommen erden. Der Prozentsatz der zurückgestellten Kandidaten stand vor sechs Jahren beispielsweise noch auf 16 Prozent der Gesamtzahl- bo. X