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E_1931_Zeitung_Nr.007

E_1931_Zeitung_Nr.007

selbe bereits genehmigt

selbe bereits genehmigt —, sobald sie von Italien ratifiziert ist, in Kraft treten wird. Analoge Verhandlungen sollen mit Oesterreich, Deutschland und Frankreich im Gange sein und ist wohl anzunehmen, dass sich auch im Reiseverkehr mit diesen drei Ländern die gewünschte Erleichterung erzielen lasse. Vielleicht dürften dann auch die andern Vertragsstaaten zur Ueberzeugung gelangt sein, dass man mit dieser Neuerung der internationalen Fahr- und Verkehrsbewilligung kein Meisterstück vollbracht, sondern vielmehr eine formalistische Schranke aufgebaut hat, die sich in der Folge als sehr unangenehm und verkehrshindernd auswirken dürfte. Vorläufig wird man nun aber ab 1. Mai für Fahrten ins Ausland — Italien ausgenommen — die beiden neuen Ausweise mit sich führen und alljährlich dem kantonalen Fiskus hierfür Fr. 10.— entrichten müssen. s. Autobusdienst auf grossen Distanzen. Autobuslinie Berlin-Paris, Berlin.Warschau und Berlin-Schweiz geplant. Kaum hat sich der Autobus im Stadt-, im Vorort- und im nähern Ueberlandverkehr siegreich durchzusetzen begonnen, trifft schon die Meldung ein, dass der Plan, den Autobus zur Bewältigung grosser Distanzen heranzuziehen, von Unternehmern aufgeworfen worden sei. Und zwar handelt es sich nicht etwa darum, den Versuch auf einem der Zivilisation relativ unaufgeschlossenen Gebiete ohne Eisenbahnlinien zu unternehmen. Ganz im Gegenteil. Ins Auge gefasst sind Omnibusverbindungen zwischen Berlin und Paris, zwischen Warschau und Berlin und endlich zwischen Berlin und der Schweiz. In erster Linie soll die Strecke Berlin—Paris in Angriff genommen werden. Die Verhandlungen mit den deutschen, belgischen und französischen Behörden zur Erlangung der erforderlichen Konzessionen sind schon eingeleitet. Für diesen Verkehr sind lOOpferdige Omnibusse vorgesehen. Sie sollen mit allem Komfort ausgestattet und sowohl zum Essen als zum Schlafen eingerichtet werden. Ihr Fassungsvermögen wird trotzdem 28 Personen betragen. Die Fahrt, wird zwei bis zweieinhalb Tage dauern und über Köln und Brüssel führen. ,Zpr Zeit schweben Verhandlungen zur Beratung der nähern Ausgestaltung zwischen deutschen und französischen Gesellschaften. Den Anstoss zu diesem Projekte gab das zeitliche Zusammentreffen der Bauausstellung in Berlin und der Kolonialausstellung in Paris. Es ist zu erwarten, dass beide Ausstellungen, denen in gleichem Masse Weltbedeutung zukommt, ausserordentlich starken und aus aller Welt zusammenströmenden Besuch empfangen werden. Nicht gering wird selbst die Schar derer sein, die beide Ausstellungen interessieren und die deshalb beide zu besichtigen gedenken. Bei der immer grösseren Beliebtheit, der sich die Omnibusse erfreuen, kann man damit rechnen, dass eine recht grosse Anzahl mit grosser Freude von der Gelegenheit Gebrauch machen wird, die Schönheiten der zwischen den beiden Haiiptstädten liegenden Landschaften auf einer Autoreise kennen zu lernen. it. Wirtschaftlichkeit im Autobetriebe. Die Aufgabe des Autos bestand in der nationalen Verkehrswirtschaft zunächst darin, die Maschen des Eisenbahnnetzes auszufüllen. Ein grosser Vorteil des Autos gegenüber der Eisenbahn ist seine grosse Beweglichkeit, seine Freiheit vom Schienenstrang, die beide schon in der Möglichkeit, Personen und Güter von Tür zu Tür zu befördern, zum Ausdruck kommen. Sie ermöglichen aber auch die Pflege von Verkehrsbeziehungen zwischen Orten, die keine unmittelbare Eisenbahnverbindung haben, und weiter die vorübergehende Einrichtung eines Verkehrs, wenn das Bedürfnis nur zeitweilig vorliegt. In unserem gebirgigen Land verlaufen die Nebentäler häufig gleichgerichtet zueinander, mehr oder weniger in rechtem Winkel zum Haupttal,' dem die Eisenbahn gewöhnlich folgt. Zwischen zwei in Nachbartälern gelegenen Orten kann daher die Entfernung auf der Eisenbahn ein Vielfaches der Luftlinie betragen. Eine über die Höhen zwischen beiden Tälern geführte Strasse muss zwar zur Ueberwindung der Steigung auch Umwege machen, diese sind aber weit kürzer als der Umweg der Eisenbahn, und so ist denn für das Auto auf der Landstrasse die Entfernung erheblich geringer als für die Eisenbahn. Die Anpassungsfähigkeit des Autos dient insbesondere auch den Saisonbetrieben, überhaupt den vorübergehenden Bedürfnissen, indem es nach Erledigung der' Aufgabe wieder anderweitig verwendet werden kann, was selbst bei einer kleinen Nebenbahn wegen ihrer umfangreichen ortsfesten Anlagen nicht möglich ist. Diese Vorteile des Autos haben in andern Staaten vielfach zur Stillegung unrentabler Nebenbahnen und deren Ersetzung durch Autobetrieb geführt, so in Frankreich, in den Niederlanden, in Dänemark. Zur Herabsetzung der Ausgaben haben die Nebenbahnen in Deutschland vielfach zu erheblichen Betriebseinschränkungen schreiten müssen, für die jedoch ein Ausgleich durch Einrichtung eigener Autolinien geschaffen wurde. In Ungarn ist die vor 3 Jahren von der Staatsbahn gegründete Autoverkehrsunternehmung (Mavart) in kräftiger Entwicklung. Sie hielt im abgelaufenen Jahr den Betrieb auf 22 Linien und auf einer Gesamtbetriebslänge von 555 km aufrecht (gegen 11 Linien und 326 km pro 1929). Die Wagenkilometerleistung hat sich mit einer Steigerung von 154 000 km, d. i. um 48%, stark erhöht. Die Steigerung in den Einnahmen des Personenverkehrs betrug gegen das Vorjahr 32% und bedeutet einen beachtenswerten Erfolg dieser Unternehmung. Auch in der Tschechoslowakei hat die Staatsbahnverwaltung die schon aus früherer Zeit stammenden eigenen Autoverbindungen im abgelaufenen Jahre hauptsächlich in solchen Ortsverbindungen eingerichtet, in welche private Autounternehmungen dem Eisenbahnverkehr abträglich waren. Die Staatsbahnen verfügen über 79 Autos, mit welchen die Personenbeförderung auf einem Strassennetz von 800 km besorgt wird. Dabei ist vor allem die Tatsache interessant, dass diese Verkehrsergänzungen sich nicht so sehr- als eine Eisenbahnkonkurrenz, sondern als Ursache und Förderung neuer Verkehrsbedürfnisse geltend machen, wobei auch der Eisenbahn ein Teil dieses neukreierten Zusatzverkehrs zufällt. Wi. Die Automobilindustrie wehrt sich. Die deutsche AutomobNindustrie nimmt Stellung gegen die Angriffe der Reichsbahn. Der deutsche Reichsverband der Automobilindustrie befasste sich in seiner letzten Mitgliederversammlung mit dem Problem Automobil — Eisenbahn, brachte das, ' von etlichen andern Staatsbahnen befolgte Kesseltreiben der Deutschen Reichsbahnen gegen den Autömobilverkehr zur Rede und bekannte sich schliesslich zur folgenden prizipiellen Auffassung der Dinge: Die Konkurrenz zwischen Eisenbahn und Auto, die in den letzten Jahren schärfere Formen angenommen hat, sei als eine natürliche Folge des technischen Fortschrittes zu betrachten. Er sei deshalb nicht aus der Welt zu schaffen und bedeute nur ein Stadium im Wandel, der sich in allen Ländern der Welt im Transportwesen vorbereitet. Eine vernünftige Verkehrspolitik kann also nur darauf abzielen, die einzelnen Verkehrsmittel in bestmöglicher Ausnutzung ihrer Beförderungseigenschaften einzusetzen, den technischen Fortschritt dementsprechend zu entwickeln und schliesslich die einzelnen Verkehrsmittel, immer ohne das als treibende Kraft sich erweisende Spiel des freien Wettbewerbes zu unterbinden, zu aufeinander abgestimmter Zusammenarbeit anzuhalten. Es kann nicht energisch genug auf die Gefahr und die schädigende Wirkung von gesetzgeberischen Massnahmen hingewiesen werden, die mit Hilfe der Bedürfnisfrage, der Beschränkung der Freizügigkeit, des Automo-* bils oder der Verkuppelung seiner Frachtsätze mit denen anderer Verkehrsmittel, die natürliche Entwicklung des Automobilverkehrs zu unterbinden versuchen. Namentlich darf an eine weitergehende Belastung durch Steuern nicht mehr gedacht werden. Die Grenze des Erträglichen sei in dieser Hinsicht bereits überschritten. Die Automobilindustrie erklärt sich im Interesse eines gesunden Verkehrswesens bereit, das Ihrige beizutragen, um die sich gelegentlich geltendmachenden Auswüchse des Wettbewerbes zu bekämpfen. Sie nimmt zum Beispiel nicht unbedingt Stellung gegen die Erfordernisse einer Konzession für den gewerblichen Gütertransport ausserhalb einer wirtschaftsgeographischen bedingten Freizone, sofern sie sich darauf beschränkt, die wirtschaftliche und berufliche Eignung der um die Konzession Nachsuchenden zu prüfen. Es wäre nicht von Schaden, wenn illoyale, die Selbstkostengrenze des Autotransportgewerbes unterschreitende Frachtschleudereien unterbunden werden könnten. Sie würde es begrüssen, wenn sich alle am Automobiltransport beteiligten Kreise zu einer einheitlichen Organisation, welche über mehr Gewicht verfügen würde als das bunte Durcheinander heute existierender Einzelorganisationen, zusammenschliessen würden. (Wir berichteten AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 7 über die Bestrebungen zur Gründung einer solchen Fachorganisation bereits früher.) Es kann nicht weggeleugnet werden, dass die Reichsbahn sich in der Hitze des Konkurrenzkampfes hat hinreissen lassen, ungerechtfertigte und die Gesamtinteressen der Wirtschaft verletzende Mittel zur Anwendung zu bringen. Es werden erwähnt: Fortgesetzter Druck, den die Reichsbahn auf Spediteure und Verfrachter ausgeübt hat, die systematische Anzeigenerstattung, die vielgeschmähte, gesetzlich nicht mehr vertretbare K-Tarifpolitik usw. Die Beunruhigung, die nicht nur dem Automobilverkehr nahestehende Kreise, sondern in starkem Masse auch von aussenstehenden Kreisen Besitz ergriffen hat, ist nur so erklären, dass die Reichsbahn mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dem Autotransportgewerbe jenen Platz im Gesamtverkehr zu verwehren gesucht hat, der dem neuen Verkehrsmittel auf Grund seiner technischen Eignung zukommt und seine Aufstiegsmöglichkeiten zu unterbinden versucht hat. . -y. Zusammenarbeit von Eisenbahn und Autobus in der Tschechoslowakei. Auch in der Tschechoslowakei machen die Eisenbahnen dem Auto den Vorwurf, für die unablässig sinkende Tendenz sowohl des Personen- als auch des Lastentransportes verantwortlich zu sein. Die führenden Eisenbahnfachmänner versuchten zuerst, gerade wie bei uns, ihre Lage dadurch zu bessern, dass sie die Regierung veranlassten, durch allerlei gesetzliche Erlasse die rapide Entwicklung und den jähen Aufstieg des Automobils — speziell des schweren Lastwagenund Autobusverkehres — künstlich zu behindern oder gar zu drosseln. Sie sind aber zur Erkenntnis gekommen, dass in dieser, für das Wohl der gesamten Volkswirtschaft äusserst wichtigen Frage nicht einseitige Diktate und Machtsprüche eine befriedigende Lösung bringen können. Die ursprüngliche Parole : « Kampf dem Auto » muss deshalb allmählich dem Grundsatze : « Fruchtbare Zusammenarbeit mit dem neuen Beförderungsmittel» weichen. In den ersten Tagen dieses Monats und des Jahres wurde mit der Gründung einer Gesellschaft, an der sich, einerseits die tschechoslowakischen Bahnen direkt, anderseits die Autotransportgesellschaften, sowohl neu zu gründende als auch bereits bestehende, sich beteiligen werden, der erst© Schritt zur friedlichen Zusammenarbeit von Eisenbahn und Autobus resp. Lastautotransport getan. Es handelt sich in erster Linie um die Organisierung eines planmässigen Zubringer- und Zustellerdienstes, vom Domizil zu den Stationen, von den Stationen an das Domizil des Adressaten, in ähnlicher Weise, wie sie in der Schweiz die SESA besorgt. Ausserdem sollen aber auch regelmässige Autobus- und Lastwagenlinien eingerichtet werden, deren Fahrpläne so zusammengestellt sind, dass sofortiger Anschluss an die Bahnen und umgekehrt bestehen wird. Zur Vereinfachung und Erleichterung der Abfertigung sollen Transportdokumente, die gleichzeitig für den Eisenbahn- und den Lastautotransport Geltung haben, zur Verwendung gelangen. Es liegen bis anhin sieben Projekte von Autobuslinien, die frisch geschaffen werden sollen, vor. Sie betreffen alle den südlichen Teil Böhmens. Diese Gegend der Tschechoslowakei litt bisher an einer gewissen Zurücksetzung, namentlich in Verkehrsfragen, so dass man beschloss, die Vorteile der neugegriindeten Gesellschaft i-n erster Linie ihr zukommen zu lassen und sie dadurch enger an die übrigen Gebiete der Tschechoslowakischen Republik und namentlich auch an Prag anzuschliessen. Es ist jedoch eine gebietliche Ausdehnung des Wirkungskreises der Gesellschaft vorgesehen, sobald man über eini-ge Erfahrung verfügt und sich die Einrichtung als solche in Siidböhmen bewährt hat. Die Gesellschaft, sie nennt sich * Südböhmische Autobus-Transport-Gesellschaft», verfügt Vorläufig über ein Betriebskapital von 5 Millionen Tschechenkronen (zirka % Mill. Schweizerfranken) soll schon in allernächster Zeit den Betrieb aufnehmen. Man hofft auf diese Weise, wenn auch die Konkurrenz zwischen Bahn und Auto auch nicht ganz beseitigen, so doch ihr die Spitze abzubrechen und jedenfalls in gewissen Gebietsteilen ein fruchtbares Zusammenwirken der schienengebundenen Bahn und des freien motorbetriebenen Beförderungsmittels zu erzielen. Dass es sich aber um richtige Zusammenarbeit handelt und nicht um eine verkappte Bekämpfungsaktion der Eisenbahnen gegen das Autogewerbe, wi© sie die SESA darstellt, beweist, dass jede Autotransportunteniehmunsr, selbst jede Einzelperson sich an die Gesellschaft anschliessen und also ihren Vorteil daraus ziehen kann. tt. Schwe Durchfahrt fremder Automobile. Die Statistik der schweizerischen Oberzolldirektion über die Einfahrt und die Ausfahrt fremder Automobile ergab für den Monat Dezember folgende Ziffern: Mit provisorischer Eintrittskarte 2293, mit Passavant 475, mit Triptyks oder Passierscheinheft 1602 und mit Kontrollzeugnis 21 Personen, was einem Total von 4391 durchgefahrenen Automobilen entspricht. go. Gefährliches Manövrieren mit Lastwagen. Der Chef der kantonalen Autokontrolle Baselstadt gibt uns von einem typischen Unfall Kenntnis, der sich bei «Stossfuhren> ereignen kann, wenn nicht genügende Vorsieh tsmassnahmen getroffen werden: «Gegen Ende des vergangenen Jahres ereignete sich auf dem Lagerplatz eines Holzgeschäftes in Basel ein bedauerlicher Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. — Um die Motorlastwagenbesitzer und -führer vor der Ausführung ähnlicher Manöver, die dem Vernehmen nach häufig vorgenommen werden sollen, und ihnen deren Gefährlichkeit vor Augen zu führen, sei in Nachstehendem der erwähnte Unfall aus-* führlich geschildert. — Ein mit Brettern vollbeladener Pritschenwagen sollte dem Holzlagerplatz näher gebracht werden. — Da die Last' zu schwer war. um den Wagen auf dem nassen und aufgeweichten Boden von Hand vorwärts zu schieben, zog man ein Lastautomobil zur Hilfe heran. — Mit der Rückseite fuhr das Lastauto gegen die Rückwand des Pritschenwagens, konnta sich diesem aber nur auf zirka zwei Meter nähern, da die Bretter die Pritsche au! eine gewisse Länge nach rückwärts überragten. — Ein dickes Rundholz wurde daher als Verbindungsstück, ähnlich einem Puffer, zwischen die beiden Wagen verbracht und von einem Manne gehalten. —• An der Deichsel des Pritschenwagens befanden sieh zwei Mann, um dem Wagen während der Vorwärtsbewegung die gewünschte Richtung zu geben. — Langsam fuhr der Lastwagen rückwärts gegen den Pritschenwagen und an das Rundholzverbindungsstück heran, mittels welchem der Bretterwagen vorwärts geschoben wurde. Schon hatten sich die beiden Wagen ungefähr 5—6 Meter vorwärts bewegt, als plötzlich ein Vorderrad des Pritschenwagens an einem auf dem Boden liegenden Baumstamm anstiess. Dadurch wurde der Vorderteil des Pritschenwagens aus seiner bisherigen Richtung gebracht, die Deichsel wurde den beiden Männern aus den Händen geschlagen, auch der Hinterwagen nahm eine andere Richtung an und dadurch glitt das Rundholzverbindungsstück von den beiden Wagen ab. Das Lastauto, von seiner Stosslast befreit, machte plötzlich einen scharfen Ruck gegen den Pritschenwagen und klemmte den Arbeiter, der das Rundholz gehalten hatte, zwischen Lastauto und Pritschenwagen ein. — Mit schweren Verletzungen wurde der Mann vom Platze getragen. — Der herbeigerufene Arzt verfügte sofortige Ueberführung in das Spital. — Auf dem Transporte nach diesem verstarb leider der Verletzte. — Die Sektion ergab: mehrere Rippenbrüche links mit Zerreissung der linken Lunge und des linksseitigen Brustfells, ferner Zerreissung der Milz. — Diese Verletzungen sind bedingt worden durch Kompressiorr dos Brustkorbes von vorn nach hinten. — Der Mann starb an innerer Verblutung. — Wenn die vorstehend genaue Schilderung des bedauerlichen Unglücksfalles dazu beiträgt, die Lastwagenbesitzer und -führer vor gleichartigen gefährlichen Manövern zu warnen und von solchen abzuhalten, dann ist der Zweck dieser Zeilen erreicht. Autobuslinie Payerne-Palezieux Einstellung im Sommer ? Durch die Presse lief dieser Tage die Meldung, dass die im Laufe des Oktobers des vergangenen Jahres aufgenommene Autobuslinie Payerne—Palezieux, mit der man so gute Erfolge erzielt hatte, im Sommer wieder eingestellt werden soll. Die Nachricht mochte auf den ersten Blick hin Befremden erwecken; sie ist aber durchaus begreiflich, wenn wir uns die Gründe dafür darlegen. Es handelte sich ja nicht um eine definitive Massnahme, sondern um einen Versuch, einen Versuch übrigens, der denkbar gut gelungen ist, auf Grund dessen Ergebnisse die Frage, ob sich dieses System auch für andere Linien eignen würde, näher wird untersucht werden können. Man hatte zu diesem Versuch die Wintermonate gewählt, weil in dieser Epoche die betreffende Eisenbahnlinie die niedrigsten Frequenzen aufwies, was die Sache bedeutend erleichterte. Ausserdem haben sich die Bundesbahnen, um nicht gezwungen zu

N° 7 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE sein, selber Wagen za kaufen, für die sie, sollte der Versuch misslingen, später keine Verwendung mehr hätten, an die Postdirektion mit dem Ersuchen gewendet, ihnen zwei ihrer Gesellschaftswagen zur Verfügung zu stellen. Die Postdirektion entsprach diesem Gesuch und entlieh den Bundesbahnen zwei ihrer Alpenpostwagen, für die sie im Winter nur teilweise Verwendung hat, die sie aber während den Sommermonaten kaum vermissen könnte. Die Abmachung lautete von vornherein dahin, dass die S. B. B. die Wagen im Frühjahr wieder der Post zurückzuerstatten hatten.Sollten die Bundesbahnen dieAbsicht hegen, ihre Versuche weiterhin zu verfolgen, so müssten sie sich zu Zeiten entschliesson, den Bau von entsprechenden Gesellschaitswagen oder Omnibussen in Auftrag zu geben. Es wäre sehr zu hoffen, dass die Bundesbahnen sich zu diesem Schritte entschliessen würden, und es scheint uns, dass der Entschluss nach den guten Ergebnissen der Autobuslinie Payerne—Palözieux ihnen nicht alizu schwer fallen dürfte. 4. Sportnachrichten Das Ende der Monte Carlo-Sternfahrt Ankunft In Monte Carlo. mente ein widriges Geschick den Erfolg vereitelte, trotzdem auch sie in Monte-Carlo anlangten, gehören in erster Linie Chiron und Peter Escher auf Bugatti. Bekanntlich hatten die beiden Fahrer auf gut Glück an Stelle des nicht mehr erreichbaren Stavanger Oslo gewählt. Chiron fuhr von hier aus — wie er nachträglich erzählte — mit 39 Grad Fieber los; er erreichte trotz allem mit Esoher das Ziel! Zu ihrem Schrecken tnussten die beiden liier erfahren, dass Oslo nicht als Startort in Frage kommen könne, und sie deshalb als eliminiert betrachtet werden... Ein weiteres tragisches Missgeschick, das in Monte-Carlo viel bedauert wird, ereilte den vorzüglichen Fahrer Bignan, der als Einziger, nach unerhörten Anstrengungen, von Athen aus Monte-Carlo erreichen konnte, um hier erfahren zu müssen, dass er mit seinem Fiat die Strassburger Kontrolle um iünf Minuten zu spät erreicht hätte. Zwei weitere Teilnehmer wurden eliminiert, weil sie, wie Chiron und Escher, von nicht autorisierten Orten aus gestartet waren. Der "fünfte nicht Klassierte endlich verlor auf der FahTt sein Kontrollheft; auch er schied sang-und klanglos aus. Nach Schluss der Monte-Carlo Kontrolle trafen noch drei weitere Fahrer ein, die nicht mehr gewertet werden konnten.. Obwohl die Resultate noch nicht endgültig bereinigt sind, da Reklamationen und Proteste zu gewärtigen sind, dürfen die folgenden Resultate als ziemlich sicher angesehen werden: prachtvollem Wetter starteten 29 Sternfahrer, von denen 27 ans Ziel gelangten. Der Sternfahrt-Sieger der grossen Wagen, D. Healey auf Invicta, konnte sich auch hier wieder als absoluter Erster placieren. Es gelang ihm indessen nicht, den Rekord der Bergstrecke zu schlagen, der letztes Jahr von Velitchkovitch aui Bugatti mit der Zeit von 3' 19" % aufgestellt wurde. Eine schöne Leistung vollbrachte auch der drittklassierte Sternfahrer, Schell auf Bugatti, der mit einem geschlossenen Wagen nur 2% Sekunden hinter dem grossen Invicta-Sportwagen als Zweifer sich placierte. Die Bergstrecke war von einem grossen Publikum besetzt, die Organisation längs der drei Kilometer langen Strasse war tadellos. Die Resultate: 750 cem : 1. Rudat (B. M. W.), 4' 45" % (Stundenmittel: 37 km 815); 2. Mme Jeanne (Rosensrait), 4' 56" %. 1100 cem : 1. Barr (Riley), 3' 35' (Stundenmittel: 49 km 541). 1500 cem: 1. Grübb (Ghenard-Walckcr), V 20" *A (Stundenmitte!: 41 km 411). 2000 cem : 1. Mann (Lagonda), 3' 41" % (Stundenmittel • 48 km 692). 3000 cem : 1. Scholl (Bugatti), 3' 22" % (Stundenmittel: 53 km a=59). 5 Liter: 1. Healey (Invkta), 3' 20" % (Stundenmittel: 53 km 946), beste Tageszeit; 2. Wimille (Lorraine), 3' 27" %. 8000 cem : 1. D Sprenger Van Eijk (Graham- Paige), 3' 55" % (Stundenmittel: 45. km 918). Der Sonntag brachte den offiziellen Ab- der Strecke aus früheren Jahren her bekannt sein musste und die trotzdem nicht aui den Die X. Sternfahrt nach Monte-Caflo hat Start in der griechischen Hauptstadt verzichten wollte. Von den 14 für Athen Ange- nach Tagen der höchsten Spannung ihr Ende gefunden. Man wird sich kaum einer Sternfahrt erinnern können, deren Ausmasse und ten mit Ach und Krach Saloniki; der Sieger meldeten starteten vier nicht, sieben erreich- Anforderungen grösser und schwerer waren. der letztjährigen Sternfahrt, Hector Petit, In mehreren Beziehungen hat die diesjährige musste zwischen Saloniki und Sofia aufgeben, zwei weitere Fahrer blieben in Belgrad Monte-Carlo-Sternfahrt einen Rekord aufgestellt: in der Teilnehmerzahl und in den stecken, der Rennfahrer Boillot fuhr von Schwierigkeiten der Witterungsverhältnisse. München aus nicht mehr weiter und ein weiterer Fahrer blieb irgendwo in Frankreich Die grosse Zahl von auf der Strecke gebliebenen Fahrern spricht deutlich genug für die hängen... Nur einem der Fahrer aus Athen grossen Hindernisse, die sich der Fahrt in gelang die Meisterleistung: Bignan, dem Die Resultate: sehluss der grossen Automobilsporttage von den Weg stellten. Von den 149 für den Rallye gemeldeten Fahrern konnten sich nur 66 Fahrer! Allein — er konnte trotzdem nicht (Rilet), Startort Stavanger, Stundenmittol 35 km vereinigte nochmals Fahrer, Organisatoren, vorzüglichsten und routiniertesten Rallye- Kleinwagen bis 1100 cem: 1. V. E. Leverett Monte Carlo. Die offizielle Preisverteilung der wärmenden Sonne Monte-Carlos erfreuen, die anderen stecken irgendwo noch Stavanger; 35 km 070 m, 235 P. 800: 3. Mme D. 269 m, 236 Punkte 30; 2. De Lavalette (Peugeot), gewertet werden; über sein Missgeschick Persönlichkeiten aus dem Automobilsport, wird in anderem Zusammenhange hier noch Jeanne (Rosengart), Stavanger); 35 km 065 m, 234 Pressevertreter und eine gewählte Gesellschaft für einige Stunden. Ein grosses Ban- im Schnee. Rumäniens, Estlands oder Norwegens oder sie fuhren resigniert auf den 35 km 736 m, 232 P. 450; 5. Kmatuschivsky (Fra- die Rede sein. Punkte 350; 4. J. Hobbs (Riley). John O'Groäts, kürzesten Strecken wieder zu ihrem privaten Startorte zurück. ten sich die Konkurrenten sofort einer Be- Nach der Ankunft in Monte-Carlo musskett zu Ehren der Sternfahrer — auch jenen, ga), Stavanger, 35 km 689 m, 231 P. 380; -6. Montgomery (M. G.), John O'Groats; 35 km 309 m, denen das Glück und die Sonne der Riviera schleunigungs- und Bremsprüfung unterziehen, für die eine Strecke von 250 Meter mit Wagen Ober 1100 cem: 1. J. W. Healey (In- Anlass zur Auffrischung von Erinnerungen 230 P 820. nicht lachte —• bort nochmals willkommenen Die Ankunft in iMonfe-Carla am letzten Donnerstag, zwischen 10 Uhr morgens und vieta), Stavanger, 40 km. 255 P 250; 2. Wimille stehendem Start mit grösster Beschleunigung zu durchfahren war. Der Wagen hatte 3. Schell (Bugatti), Stavanger; 37 km 543 in, 258 an Odysseen durch Eis und Schnee... Bo. (Lorraine), Stavanger), 40 km 422 m. 255 P 240; 4 Uhr nachmittags, gestaltete sich zu einem sportlichen und gesellschaftlichen Ereignis in den letzten zehn Metern ein Mindesttempo von 60 Stundenkilometern zu leisten, vanger; 40 km 051, 253 P. 110; 5. Sprenger Van Atusstellun^en Punkte 260. 4. Lord de Clifford (Lagonda), Sta- ersten Ranges. Am frühen Morgen schon strömten Scharen von Riviera-Gästen und Eijk (Graham-Paige), Stavanger; 40 km 014, 252 nach diesen zehn Metern musste der Fahrer Punkte 960; 6. Sehaar (Chrysler). Stavanger, 40 km Einheimischen nach der Quai-Promenade, bremsen, so dass auf den nun aaschliessenden zehn Metern die möglichst langsame ger, 39 km 985 m, 252 P. 825; 8. Vanmund (Buick), Freitag eröffnete XXI. Internationale Amster- 014 m, 252 P. 880; 7. Blaivie (Lorraine), Stavan- Amsterdamer Autosalon. Der am letzten auf der die offizielle Kontrolle installiert war. Die Erinnerung an Schnee und Eis, Regen und Nebel wich hier unter den wärmen- Photo-elektrischen Apparaturl (Ford), Stavanger; 40 km 945 m. 251 P 990; 10. damer Salon erregt in automobilistischen Fahrt gemessen wurde, und zwar mit einer Stavanger, 40 km 073 m, 252 P. 820; 9. Johansen den StraMen eines tiefblauen südlichen Vorfrühlingshimmels. Eine vorzügliche Organi- Die Sieger. Punkte 470. misst der ausserordentlich gut beschickten Olsen (Overland), ßtavanger, 40 km 029, 251Fachkreisen allgemeine Aufmerksamkeit Man sation sorgte für reibungslose Durchführung Der Sieger des Rallyes, D. Heaky, der Die Schönheitskonkurrenz. Schau, an der Fabriken aus aller Welt teilnehmen, grosse wirtschaftliche Bedeutung zu. der Kontrolle. Unter dem Publikum bemerkte für seine gesamte Fahrt bis nach Monte-Carlo Unter strahlendem Riviera-Himmel präsentierten sich am Samstag die Wagen der Der Lastwagen ist in Amsterdam verhältnis- man zahlreiche Grossen des Automobilismus, der internationalen Gesellschaft und der ger. Nach Punkten beurteilt, erreichte Teilnehmer der Monte Carlo-Sternfahrt vor mässig sehr gut vertreten. Die ausgestellten 90 Std. 56' benötigte, startete in Stavan- Presse. Genau um 10 Uhr öffneten sich die Healey mit seinem Kompressorwagen Invlcta für Entfernung 126,380, für Geschwin- zahlreiches Publikum wohnte den Vorführun- von einer Million Gulden, während -die 600 einer internationalen Jury. Ein elegantes und Lastwagenmodelle repräsentieren einen Wert Schranken der Kontrolle, und gleich darauf passierte ein erster Teilnehmer, der aus John digkeit 120, für Beschleunigung 60 und für gen bei, leider verzichtete gegen die Hälfte Personenautomobile einen Wert von 2 Millionen Gulden darstellen. mb. . O'Groäts gestartet war. Bis um 4 Uhr nachmittags fuhr Wagen um Wagen durch die vorzüglicher Fahrer ist auch der nur mit zehn Schönheitskorikurrenz. Die Entscheidungen Bremsprüfung 2,87, total 255,25 Punkte. Als der Teilnehmer an der Sternfahrt auf die Kontrolle, und als sie geschlossen wurde, Hundertsteln hinter dem Ersten rangierende über die schönsten Wagen entsprachen dem Die Vorbereitungen für den Genfer Salon konnten 66 passierte Wagen notiert werden, zweite Sieger WimiMe auf dem französischen kompressorlosen Larraine * anzuerkenblikums. Wie bei der Sternfahrt sicherte Genfer Salons haben nach bewährten Me- allgemeinen Urteil der Juroren und des Pu- in vollem Gange. Die Organisatoren des von denen allerdings, wie später bekannt wurde, fünlf nachträglich eliminiert wurden. nen; auch er fuhr von Stavanger aus. Der sich auch bei der Schönheitskonkurrenz, sowohl in bezug auf Marke wie Teilnehmer, Dienste gestellt und mit den Arbeiten begonthoden alle Kräfte der Organisation in ihre dritte Sieger, Schell auf Bugatti, ebenfalls Von den 30 aus Stavanger gestarteten aus Stavanger, erreichte 253,260 Punkte. England den ersten Platz. nen. Mit der Einrichtung der Hallen geht es Fahrern erreichten, trotz den Schwierigkeiten des nordischen Gebirgswinters, 21 die In der Gruppe der Kleinwagen ist Leve- Die Resultate : Motorradausstellung in den Hauptausstel- rüstig vorwärts. Da die gesamte Auto- und Riviera, eine wahrhafte Meisterleistung! Die rett auf dem englische Riley unter 18 Grosser Ehrenpreis der französischen Sportzeitung < Auto > : Nr. 134 S. C. H. Davis (Armstrong- lungsgebäuden untergebracht werden muss, nach Prozenten am stärksten vertretene Gewerteten Sieger geworden. Für die Entfernung erhielt er, wie die grossen Wagen, muelson (M. G.). sondere Vorhallen in Angriff genommen. Siddeley). Prix d'Originalite: Ni. 5 F. H. B. Sa- wurden für die 21 Lastwagenmarken be- Gruppe war die von John O'Groäts kommende englische Abteilung. Von den 23 Gemeldeten starteten drei nicht, zwei fielen aus Bremsung 2,85 und für die mittlere Ge- Die Liste der Aussteller von Tourenwagen 126,380 Punkte, für Beschleunigung 2,6, für Erste Kategorie: Offene Wagen: 1. Preis: Nr. 3, K.W B. Sanderson (Riley). — Geschlossene Wagen: 1. Preis: Nr. 5, F.H.B. Samuelson (M.G.). umfasst: 22 französische Marken, 19 ameri- und 18 langten am Ziete an, so dass sich schwindigkeit 105 Punkte, total • 236,825 diese Gruppe prozentual am besten stellte. Punkte. Zweiter wurde Lavalette auf einem Zweite Kategorie: Offene Wagen: 1. Preis: kanische, 8 englische, 7 deutsche, 5 italienische, 3 belgische und 1 österreichische Nr. 105, Lord de Clifford (Lagonda). — Geschlossene Wagen: 1. Preis: Nr. 134, S. C. H. Davis Wenn sie trotzdem den Sieger nicht stellen kleinen Peugeot mit 235,8 Punkten, Dritte die konnte, so liegt das daran, dass die durchfahrenen 2956 km weniger Sieges-Chancen gart mit 234,350 Punkten. Sie wird den Da- Martini. kühne Mme Jeanne auf einem kleinen Rosen- Marke, neben unserer schweizerischen Marke (Armstrong-Siddeley). bieten als die noch bedeutend längere Strecke menpreis erhalten, zusammen mit den beiden andern in Monte-Carlo angekommenen Das im Zusammenhang mit dem Rallye der Schweiz ihre Modelle aus. Rechnet man Bergrennen auf den Mont des Mutes. Es stellen ferner auch 10 KarosseriefiTmen von Stavanger aus. Von den aus Jassy Gestarteten langten in Monte-Carlo vier Fahrer an, von der Königsberger Gruppe nur Miss Grow (Austin). gefundene traditionelle Bergrennen auf den dernis für die Industrie der Motor- und Fahr- Damen Lady- Eda Jardines (Lancia) und nach Monte Carlo am letzten Samstag statt- zu dieser Platzbelegung noch das Platzerfor- Mont desMules, das für die Teilnehmer der räder, sowie der Zubehörindustrie, so wird zwei Wagen. Am meisten Pech hatte die Die Eliminierten. Sternfahrt fakultativ offen war, gestaltete man gespannt sein darauf, wie dem Mangel Gruppe aus Athen, der die Schwierigkeiten Zu den Eliminierten, denen im letzten Mo- sich zu einem weitern schönen Erfolge. Bei an Platz erfolgreich gesteuert wird. lt.