Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.079

E_1931_Zeitung_Nr.079

14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — 79 |MM»t. S>t>B»«S«§» Anfrage 1C84. Streitfragen Ober die Postkonzess!on B. Kann die Postverwaltung wegen Verletzung des Postregales Wagen des das Regal Verletzenden beschlagnahmen lassen? B. B (A.) Antwort- Nach Ihrer Darstellung konnten Sie sich mit der Schweiz. Oberpostdirektion über die Höhe der zu bezahlenden Konzessionsgebühr nicht einigen. Aus den uns von Ihnen übermittelten Akten geht nicht klar hervor, in welchem Stadium die Verhandlungen mit der Oberpostdirektion eich befanden, als Sie im Juni 1930 mit Ihren Fahrten begannen. Nach dem Schreiben der Oberpostdirektion vom 6. September 1930 hatten Sie in diesem Augenblick überhaupt keine Konzession, weshalb die Verfällung einer Busse von Fr. 200.— erfolgte. Unabgeklärt ist für uns nach den uns übermittelten Aktrn, ob die Oberpostdirektion Ihnen die Konzess'on rundweg abschlug, oder aber Sie die Verhandlungen abgebrochen haben. Wir erwähnen diesen Punkt nur deshalb, um zu bemerken, dass die Oberpoßtdirektion nach dem Wortlaute des Gesetzes nicht unbedingt verpflichtet ist. jedem Bewerber die Konzession zu erteilen; den der § j 1. Ziff. 1 des Bundesratsbeschlusses vom 19. März 1929 lautet: «Für die Beförderung von. Reisenden mit regelmässigen Fahrten können Konzessionen .erteilt werden .> Immerhin bemerken wir, dass grosse Rechts- Jehrer der Auffassung sind, eine Konzession dürfte dem Bewprber nicht verweigert werden, wenn er die gesetzlichen Voraussetzungen erfülle und kein triftiger, dem Gesetze zu entnehmender Grund zur Ablehnung gegen ihn vorliege, oder Momente des öffentlichen Interesses dagegen spreche. Hätte nun die Postverwaltung Ihr Konzessionegesuch ohne triftigen Grund abgelehnt, hingegen andern Unternehmungen diese gewährt, so wäre Ihnen gegen diesen Entscheid der staatsrechtliche Rekurs wegen Willkür (Art. 4, Bundesverfassung) an das Bundesgericht offengestanden. Gleichzeitig hätten Sie eine Beschwerde an das eidgen. Eisenbahn- und Postdepartement erheben können. Wurden Sie über die Höhe der Konzession nicht einig, oder glaubten Sie gar. Ihre Fahrten seien überhaupt nicht konzessionspflichtig. so hätten Sie den Betrag, welchen die Oberpostdirektion verlangte, unter Vorbehalt erlegen sollen. Gleichzeitig wäre aber beim eidgen. Eisenbahn- und Postdepartement Beschwerde zu führen gewesen, und beim Bundesgerichte hätte eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gemäss Art. 4. 5, 8. 9, u. ff. gegen die Verfügung der Schweiz. Oberpostdirektion gemäss dem Bundpssresetz vom 11. Juni 1928 binnen 30 Tagen seit Eröffnung der Verfügung der Oberpostdirektion eingelegt werden können, worin Sie die Rückgabe der Konzession mit der Begründung verlangt hätten. Ihre Unternehmung sei nach den bestehenden Vorschriften nicht konzessionspflichtig. Es wäre dann Sache des Bundesgerichtes gewesen, zu entscheiden, ob Sie konzessionspflichtig seien oder nicht. Wäre die Konzessionspflicht verneint worden, so wäre die Oberpostdirektion im Urteü angehalten worden. Ihnen die unter Vorbehalt erlegte Gebühr wieder zurückzuerstatten. Wenn Sie aber ohne Konzession fuhren, so stand der Oberpostdirektion gemäss dem Bundesgeßetz vom 23. Juli 1849 über das Verfahren bei Uebartretiineron fiskalischer und polizeilicher Bundesgerichte das Recht zu, gemäss Art. 2 u. ff. Ihre Wagen, durch deren Fahrten Sie gegen das Postrcgal verstiessen. mit Beschlag zu belegen. Unabgeklärt ist nach den uns übermittelten Akten, wie Ihr Angebot für die Entrichtung einer Konzessionsgebühr lautete. Die Oberpostdirektion könnte natürlich den Standpunkt einnehmen, solange die Konzession nicht bezahlt sei, genügen Sie den gesetzlichen Bestimungen nicht und verletzen das Postregal. Wir müssen Ihnen auch mitteilen, dass gemäss § 1, Ziff. 4 des Bundesratsbeschlusses vom 19. März 1929 über eine Erteilung von Konzessionen für regelmässige Fahrten nach Bedarf (Poskonzession B.) die Postverwaltung Mindestfahrpreis, sowie Höchstprovisionen für die Werbung von Reisenden festsetzen kann. Laut § 12. Ziff. 1 des vorzitierten Bund'tsratsbeschlusses und Art. 62. al. 1 des Bundesgesetzes betreffend den Postverkehr vom 2. September 1924. werden konzessionierte Unternehmungen, die die auferlegten Vorschriften nicht befolgen, mit einer Busse von Fr. 3.— bis Fr. 1000.— bestraft. Da es sich bei der Nichtbeobacbtung der durch die Postverwaltung festgesetzten Mindestpreise um eine Verletzung des Postregals handelt, so kann die Postverwaltung die betreffenden Wagen, mit welchen solche Fahrten unter Mindestpreis ausgeführt werden, mit Beschlag belegen lassen, gemäss ÄA. 2 des Bundesratsgesetzes vom 23. Juli 1849 betreffend das Verfahren bei Uebertretungen fiskalischer und polizeilicher Bundesgesetze. Ferner müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Postverwaltung Ihre Wagen, nachdem Sie nach Ansicht der Postdirektion konzessionspflichtige Fahrten unternahmen, ohne eine Konzession zu beziehen, auch in Brunnen hätten beschlagnahmen können, es aber offenbar vorzog, dieselben während einer Uebertretung anzuhalten, d. h. wahrscheinlich werden die Kontrollen in Andermatt besorgt und die dortigen Organe sind beauftragt, Anzeige zu erstatten. Deshalb erfolgte Anzeige und Bsschlagnahmung der Wagen an jenem Orte. Da Sie nach Ansicht der Postverwaltung sich mit den Bestimmungen über die Konzessionspflicht nicht in Einklang befanden, durfte sie die Rundfahrt, Ihrer Unternehmung unterbrechen; denn wer den' gesetzlichen Bestimmungen nicht genügt, kann nach allgemeiner Auffassung nicht noch Schadenersatz verlangen, wenn die gesetzlichen Organe das Fortbestehen des gesetzwidrigen Zustandes verhindern. Wären Sie dagegen in einem Strafverfahren von Schuld und Strafe freigesprochen worden, so hätten Sie gemäss Art. 15 des Bundesgesetzes betreffend das Vorfahren bei Uebertretungen fiskalischer und polizeilicher Bundesgesetze vom 23. Juli die verantwortlichen Behörden wegen dieser Massnahmen auf Schadenersatz einklagen können, sofern die Massnahmen der Postverwaltung sich als unbegründet dargestellt hätten. In den «Erwägungen» des Briefes der Oberpostdirektion vom 6. September 1930 wird mitgeteilt, bei der Bemessung der Busse sei auch der Umstand zu berücksichtigen, dass der Postverwaltung aus der Beförderung von 25 Reisenden Ihrer Unternehmung von Andermatt nach Furka-Bellevedere und zurück anlässlifh der Beschlagnahmung vom 26. August 1930 zirka Fr. 150.— effektive Selbstkosten entstanden seien. Offenbar will sich die Post aus der Busse für diese Ausfälle bezahlt machen. Sollte sie später noch diese Kosten Ihnen gegenüher zur Geltring bringen, so wird es sich fragen, ob man nicht ans den Rechtssätzen der Geschäftsführung ohne Auf : trag die Uebernahme dieser Summe der Postverwaltung gegenüber ablehnen könnte. Weiterhin müssen wir bemerken, dass nach dem schon mehrfach erwähnten Bundesgesetz vom 23. Juli 1849, betreffend das Verfahren bei Uebertretungen fiskalischer und polizeilicher Bundesgesetze laut Art. 14 in Verbindung mit Art. 12 die Erklärung desjenigen, welcher sich den Strafverfügungen binnen 8 Tagen seit der Anzeige vorbehaltlos unterzieht, rechtskräftigen Urteilen gleichgestellt werden. Da Sie nach dem Berichte der Oberpostdirektion vom 6. September 1930 sich am 27. August 1930 vorbehaltlos dem Entscheide der Generaldirektion der Post und Telegraphenverwaltung vom 16. Juli 1930 unterzogen, und sich ferner dem Entscheide der Postverwaltung bezüglich der am 25. und 26. August aufgenommenen Protokolle zu unterziehen erklärten, so sind die Verfügungen der Postverwaltung heute rechtskräftigen Urteilen gleichgestellt, und es bleibt Ihnen tatsächlich nichts anderes übrig, als die Busse sofort zu bezahlen, oder aber die Pastverwaltung hat das Recht, nach 8 Tagen zum Verkauf der mit Beschlag belegten Gegenstände (Wagen) auf dem Wege der öffentlichen Steigerung zu schreiten. Es bleibt Ihnen somit nichts anderes ührig, als die Busse samt Kosten zu bezahlen, oder Ihre Wagen versteigern zu lassen. Ferner würde dem staatsrechtlichen Rekurse B'"li noch entgegenstehen, dass die kant. Instanzen nicht erschöpft worden sind. Wären diese Momente nicht vorhanden, so könnten wir Ihnen trotzdem nicht zur Einreichung eines staatsrechtlichen Rekurkes raten, da nach der Praxis ein Urteil nicht als willkürlich gilt, wenn es von der feststehenden Praxis einer höheren Instanz abweicht, oder wenn sich die Verfügung einer Verwaltungsbehörde (wie im vorliegenden Falle) nicht mit derjenigen der Gerichte deckt. (Siehe Burkhardt, Kommentar zur Bundesverfassung. II. Auflage, Seite 60) Wir glauben deshalb, dass das Bundesgericht eine Willkür im vorliegenden Falle 'trotz einem frühern gegenteilig lautenden Urteil nicht annehmen würde, und betrachten deshalb die Einreichung eines staastsrechtlichen Rekurses als aussichtslos. Was nun die Frage der Verfassungsmässigkeit des Bundesratsbeschlusees vom 29. März 1929 betrifft, so müssen wir feststellen, dass Art, 3 des Postverkehrsgesetzes vom 2. Oktober 1924 vorsieht: Für die gewerbsmässige Reisendenbeförderung mit regelmässigen Fahrten können Konzessionen erteilt werden. Es ist festzuhalten, dass das Posverkohrsgesetz ganz allgemein den Bundesbehörden die Möglichkeit von Konzessionen für die Reisendenbeförderung erteilt. Es ist nnn Sache der zuständigen Behörden, die Art und Weise und die Voraussetzungen, unter welchen die Konzession erteilt werden darf, festzusetzen. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass das Recht. Personen und Gepäckstücke zu befördern, das sogenannte Postregal dem Staate ein Monopol verleiht, so dass er, theoretisch gesprochen, überhaupt alle anderen gewerbsmäßigen Bewderungsunternehmungen, die einen regelmässigen ' Dienst zwischen bestimmten Ortschaften unterhalten, ausschlieseen könnte. Wenn er nun aber Ausnahmen von diesem Monopol gestattet, so kann er diese an bestimmte Bestimmungen knüpfen. Dabei glauben wir. dass er nicht auf die Handels- und Gewerbefreiheit Rücksicht zu nehmen braucht, da ihm das Monopol für diese gewerbsmässige und regelmässige Reisendenbeförderung zusteht. Man dürfte daher unseres Erachtens gegen die im Bundesratsheschlusse festgesetzten Mindestfahrpreiso kaum mit der staatsrechtlichen Beschwerde an das Bundesgericht, wegen Verletzung des verfassungsmässigen Rechtes der Handels- und Gewerbefreiheit durchdringen können. (Bundesgerichteentscheid Band 32, II, Seite 572). Hingegen glauben wir, dass einmal mit der Verwaltungsgerichtbeschwerde beim Bundesgerichte der Versuch gemacht werden könnte, nachdem die nächstjährige Konzeesionsgebühr unter Vorbehalt erledigt wird, ab solche gewerbsmässige Rundfahrten unter die mehrfach genannten bundesrechtlichen Erlasse fallen. X Neugründunqen: Garage de L'Evole S. A.. Neuchätel. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Ka- von Fr. 3500.— gegründet. Zweck der Unter- Ein staatsrechtlicher Rekurs gegen die nunpitel rechtskräftige Bussenverfügung dürfte schon deswegen keine Aussicht auf Erfolg ha.ben, weil Sie die Verfügungen der Oberpostdirektion anerkannt haben oder sich zu unterziehen erklärten. nehmung ist Betrieb einer Automohilgarage, Handel und Reparatur von Wagen und Motorrädern. Dem Verwaltnngsrat gehören an: L. Hummel. Vertreter, W. Morf, Mechaniker, E. Marchand. Mechaniker, alle drei in Neuenburg. Geschäftsdomizil: Evole. Garage d'Echallens S. A.. Echallens. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von Fr. 10,000.— gegründet. Zweck der Unternehmung ist der Erwerb der Garage im Besitz von V Pittet, der Betrieb derselben, eventuell deren Verkauf. Dem Verwaltunesrat gehören an V. Pittet, GaTasist, E. Pittet. Chauffeur. Krieg & Co., Autogarage, St. Gallen. Frau B. Krieg und E. Hugentobler beide in St. Gallen, haben unter dieser Firma eine Kommanditgesellschaft eingegangen. Zweck der Unternehmung ist der Betrieb einer Autogarage. Unbeschränkt haftende Gesellschafterin ist Frau Krieg, Kommanditär mit einem Betrage von Fr. 1000.— ist E. Hugenfobler, an welchen Einzelprokura erteilt wird. Geschäftsdomizil: Thurnerstrasse. Erhöhung des Aktienkapitals: Labiko Leuchtwegweiser A.-G., Langnau. Das Aktienkapital wird um Fr 50,000.— auf Franken 100,000.— erhöht. Das neue Kapital ist eingeteilt in 100 voll einbezahlfe Nmnensaktien. Kollok.itionsplan: C H. Meynet, Omnium-Autcmobile. Genf. Da; L#ste.nverzeichnis und der Kollokationsp'an liegen während 10 Tagen zur Einsicht auf. Anfechtungsklagen sind innert gleicher Frist geltend zu machen. Vcrhandlu'nq Ober Nachlassvertrag: Charles Müller & Cie., Autogarage, Nidau. Verhandlungstermin. Nidau. Freitctg, den 25. September, in FlrmenSndflPuna: KlSy, Tschudi & Co., elektrische Zubehörteile, Zürich In die frühere Kommanditgesellschaft. Kläy & Co. ist der bisherige Prokurist als unboschränkt haftender Gesellschaftor eingetreten und dessen Prokura erloschen. (Chromvanadium) das Qualitätswerkzeug zu konkurrenzlosen Preisen. Zu beziehen bei der Rämistr.14, Zürich TELEPHON 44.768/67 General-Vertreter für die Schweiz Wegen Todesfall wird Herrschaftswagen 4/6-Plätzer (farantiert erst 26000 km gefahren, A!lwetter-Karosserie, 6fach bereift, mit Einlagen, starker Gepäckträger, echt Lederpolsterung, mit jeder Garantie, für Fr. 8000.— verkauft (Neupreis Fr. 36 000). Auch passend für Hotel oder Taxameter.. Zahlungserleichterung. — Offerten unter Chiffre 51572 an die Automobil-Revue, Bern. er farbig und weine, liefert jederzait ä Fr. 3.— bis 4.50 per kg Tuch- u. Wolldeckenfabrik Wangen a. A. H. Mülhaupt 0853 BUSSING NAG 5-Tönner mit 70/75 Maybach OS-Motor GENERAL-VERTRETUNG: E. BIGLER, ZÜRICH Seit 26 «Jahren Inserieren gewisse Firmen in der „Automobil-Revue" weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. 4- und 6-Zylinder LASTWAGE 1 BIS 8 TONNEN NUTZLAST Tausende von solchen Wagen laufen in Deutschland für staatl. und private Unternehmungen und bewähren sich als robuste, zuverlässige und sparsame Wagen HOHLSTRASSE 176 TELEPHON NR. 58.531 Inserieren Sie auch! BERLIET letztes Modell; ein 9 HP, billig, komfortabel, schnell, 4 Gänge. Lastwagen-Chassis alle Tragfähigkeiten, widerstandsfähig, dauerhaft Vorteilhafte Preise. Verkaufsfirmen fOr die Schweiz: HH. Dussauge & Co., Garage Excelsior, Genf. Hr. Dumoulin, Garage, Lausanne. HH. Portenier freres, Garage Central, Frlbourg. HH. Hummel & Co, Garage de I'Evole, Neuenburg. HH. Th. Karrer & Co., Basel. Hr. Schmid, Garage Burgernziel, Bern. Hr. A. Ponti, Garage, Lugano. Auto-Abbruch Bern kauft alte Autos sowie verunfallte und verbrannte. Verwertung von Bestandteilen t) ö24 Zysset Freiburostr 66, Bern. Tel Bw 38.12. Zu verkaufen ein SAURER-Lastwagen hydr. Dreiseitenkipper, Modell 1927, A. E.-Moto¥, Eine wirklich seltene Occassion! Offerten unter Chiffre 51580 an die Automobil-Revu«, Bern. REIHOFIX II ä l'atelier, au garage, ä la fabrique etc. li meilleure ponrtre pour nettover les mains est inoffmsire economique et bea mareh£. Mode d emploi trt« acile: du Reinotix II et de I eau troide pour tiberer sani peine les mains des malpropretes. de Phuila. de la jniase. d* la suie eto. — Queiquee representants sont (jemandes. GUSTAVE CLAUS, Repräsentant general, Bankstrasse 5. Wlnterthour. Telephone 912.

N° 79 — 1931 AÜTOMOBIL-REVUE SEKTION THURGAU. Besuch bei der Pneumatikfabrik A.-G. R. & E. Huber, Pfäffikon, Zürich. Durch Vermittlung unseres Vize-Präsidenten, Herrn Dir. A. Bosshard, hat der Vorstand des A. C. S., Sekt. Thurgau, am 31. August eine Exkursion nach Pfäffikon unternommen zur Besichtigung der ersten Schweizer. Pneumatikfabrik der A.-G. R. & E. Huber. Unser Vorstand hat mit grossem Interesse und nicht ohne ein bestimmtes Pflichtgefühl diese Einladung angenommen, um sich in der Fabrikation dieses ersten Schweiz. Pneumatiks zu orientieren. Unter fachkundiger Leitung wurde uns in Pfäffikon ein vollkommener Einblick iu diese mit viel Umsicht aufgebaute Fabrikation, vom Rohprodukt bis zum fertigen Pneumatik, erteilt. Da für don Automobilisten es ohne Zweifel von grossem Interesse sein wird, über diese im allgemeinen noch ganz unbekannte Fabrikation eine Orientierung zu erhalten, geben wir nachfolgend eine gedrängte Beschreibung des Gesehenen. Die erste Behandlung des gereinigten Kautschuks erfolgt in der Mischerei, wo auf geheizten Walzwerken dem Gummi, je nach dessen späterem Verwendungszweck, die notwendigen organischen und anorganischen Zusätze erteilt werden. Für einen guten Pneumatik ist die Mischungsgualität das Fundament. Durch Beimengung von mineralisch jn Bestandteilen in feinster pulverisierter Form erhält der Gummi Zugfestigkeit, Härte, und vor allem eine grosse Widerstandsfähigkeit gegen Radierung und die Abnützung auf der Strasse. Nachdem die Mischung hergestellt, beginnt die eigentliche Fabrikation und Herstellung des Pneus. Bekanntlich haben seit Kriegsende die sogenannten Cord-Pneus die alten Gewebe-Pneus abgelöst. Der Name Cord-Pneu sagt schon alles, d. h. er besteht in seinem innern Aufbau aus Kordeln. Baumwoll- Zwirne nur erster Provenienz werden auf Spezialmaschinen mittels Gummilösung zu einem schussfreien Gewebe zusammengummiert. Nachfolgend werden diese Gewebe auf schwerem, geheiztem Kalander beidseitig unter starkem Druck mit Gummiplatten belegt, und zwar so, dass die gezwirnten Cords sich vollständig in Gummi einbetten und damit in späterem Gebrauch jede direkte Berührung und gegenseitiges Abreiben des Zwirnes ausgeschlossen bleibt. Die lückenlose Einbettung jedes einzelnen Zwirnes in Gummi ist mit Bezug auf die Haltbarkeit des Cord-Reifens von ausschlaggebender Bedeutung. Diese gummierten Gewebe werden nun auf Tischen oder Spezialmaschinen in Diagonale von bestimmter Länge geschnitten und auf Formscheiben kreisrund, entsprechend dem Durchmosser fies Pneus, zusammengesetzt. Auf diese kreisrunden Bänder werden weitere Lagen aufgedoppelt, jedes Stück kreuzweise zu seiner Unterlage, und so oft, bis die nötigen Einlagen des Pneu vorhanden sind. In der Mitte der verschiedenen Lagen, ausserkant, werden die Draht- oder Gummiwulsten eingebettet und die Enden der Lagen um die Wülsten umgeschlagen, und der Pneu ist ist bis auf die Lauffläche fertig erstellt. Die Lauffläche, Protektor genannt, wird auf einer Spezial-Spritzmaschino hergestellt. Im nächsten Arbeitsprozess wird der Kern, auf dem der Ä. C. S. Pneu aufgebaut, in seine Teile zerlegt und an dessen Stelle ein Luftschlauch eingelegt. Mittels dieses Luftschlauches wird der Pneu durch Aufpumpen auf ein bestimmtes Mass ausgetrieben. Ist diese Manipulation erledigt, so wird an Stelle des Luftschlauches ein sogenannter Heizschlauch eingesetzt und der Pneu gelangt nun in schwere gusseiserne Formen. Der Heizschlauch wird nun je nach Profil mit Luft 8—12 Atm. aufgepresst. Die Formen gelangen in den Vulkanisierkessel und werden dort durch einströmenden Dampf erhitzt. Die Luft im Heizschlauch dehnt sich durch die Wärme aus und treibt die durch die Temperatur weich und plastisch gewordene Gummimasse des Pneus in die endgültige Form der Lauffläche. In diesem Zustande verbleibt der Pneu eine ganz bestimmte Zeit, bis der Vulkanisations-Prozess beendigt, d. h. der der Gummi-Mischung beim Mischungsprozess beigegebene Schwefel mit Gummi sich verbunden hat. Nach den Eindrücken dieser Exkursion scheint uns, dass die A.-G. R. & E. Huber in Pfäffikon auf direktem Wege steht, zu einer Qualität zu gelangen, welche den besten ausländischen Fabrikaten ebenbürtig ist Ein solcher Erfolg ist diesem Unternehmen nur zu wünschen: 1. Einmal rein geschäftsmässig mit Rücksicht auf die gewaltigen Investationen und dem grosszügigen Wagemut, welcher mit der Aufnahme dieser Fabrikation in der Schweiz verbunden wurde. 2. Vielmehr aber noch aus volkswirtschaftlichen Gründen, damit in absehbarer Zeit von den gewaltigen Pneumatikimporten (jährl. 25,000,000 Franken) wenigstens ein ansehnlicher Teil zum Nutzen der schweizerischen Volkswirtschaft dem Inland erhalten bleibt. 3. Militärisch, allgemein von höherem Standpunkte aus, ist für die Schweiz die eigene Pneumatikfabrikation eine Notwendigkeit. Bd. SEKTION ZÜRICH. Gymkhana und Zuverlässigkeitsfahrt in Winterlhur. Die Anmeldungen für diese von der Sektion Zürich des A. C. S. ausgeschriebene Veranstaltung gehen so zahlreich ein, dass man heute schon mit über 50 Teilnehmern rechnen kann. Es scheint, dass die glückliche Verbindung einer Geschicklichkeitsprüfung mit einer Zuverlässigkeitsfahrt bei den Mitgliedern beste Aufnahme gefunden hat. Auch einige Damen haben ihre Nennung abgegeben. Hinsichtlich der Bekanntgabe der Aufgaben der Gymkhana ist eine Aenderung in der Weise vorgenommen worden, dass dieselben Samstag, den 28. September, ab 14 Uhr, nicht nur im Clublokal, Waisenhausstrasse 2, in Zürich, sondern auch im Touristikbureau in Winterthur, Bankstrasse 20, bei Herrn H. Ruckstuhl, I. Stock, zur Einsichtnahme durch die Konkurrenten aufliegen. Das Trassee der Zuverlässigkeitsfahrt, das mit einem gewissen Durchschnittstempo zu befahren ist, wurde derart ausgewählt, dass es an die Konkurrenten keine allzu grossen Schwierigkeiten stellt und von allen Wagentypen gut bewältigt werden kann. Dies gilt übrigens auch für die Aufgaben der Geschicklichkeitsprüfung', wo allerdings mit verschiedenen, ganz neuen Aufgaben aufgewartet wird, die sich besonders interessant anlassen dürften. Für den Fall einer Verschiebung der Veranstaltung auf den 4. Oktober (wegen ungünstiger Witterung) kann am 27. September ab 8 Uhr morgens Auskunft beim Telephonbureau Zürich und Winterthur eingeholt werden. Die Gymkhana beginnt pünktlich 10 Uhr vormittags. Besamnilung der Konkurrenten 9 Uhr 45. SEKTION GRAUBUNDEN. Ortsgruppe Oberengadin. Wir erinnern an dieser Stelle nochmals daran, dass die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Sektion Graubünden des A. G. S. kommenden Sonntag, den 27. September, in Flims stattfindet Ursprünglich auf den 13. anberaumt, musste sie in letzter Stunde verschoben werden. Das Programm hat indessen durch die Verschiebung keine Aenderung erlitten und bleibt in allen Teilen aufrechterhalten. Es bleibt alao insbesondere auch bei der Zielfahrt, die mit der Versammlung verbunden ist. Und ebenso bringt die Ortsgruppe Oberengadin das Programm zur Durchführung, das sie sich für die Sektions-Generalversammlung zurechtgelegt Die Rückfahrt von Flims erfolgt als Clubtour mit gemeinschaftlicher Abfahrt in Flims und Rendez-vous auf dem Julier-Hospiz. 1. Autosektion St. Gallen-Appenzell. Gruppe Hinterland. Wir möchten unsere geschätzten Mitglieder nochmals auf unsere am 27. September stattfindend« Zugerfahrt aufmerksam machen. (Siehe Programm in der A.-Revue, Nr. 78.) Wir erwarten eine grosse Zahl Mitglieder zu dieser schönen Herbstfahrt. Die Fahrt wird nur bei genügender Beteiligung ausgeführt. Am 27. September, morgens ab 7% Uhr, erhalten Sie durch Tel. Nr. 38 Auskunft über Abhaltung oder Nichtabhaltung. Auf Wiedersehen am 27. September. morgens 8 Uhr, im Löwen Säge. Die Grup-pen-Kommission. Am T. C. S. d«n CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH An unsere verehrten Mitglieder! Mit Rücksicht auf unsere diesjährige Abendunterhaltung vom 31. Oktober 1931 im Kasino Aussersihl gelangen wir mit der Bitte an Sie, diesen Tag für den Verein zu reservieren. Die Kommission hat ein gediegenes Programm zusammengestellt, das einen gonussreichen und schönen Abend verspricht. Es kommen 2 Einakter zur Aufführung durch die Dramatische Gesellschaft c An der Sihl» und das beliebte Jodler- Doppelquartelt St. Jakob mit ganz neuen Trachten. Auch werden wir dieses Jahr eine Tombola durchführen. Wir hoffen, dass alt und jung auf ihre Rechnung kommen. Für die Tanzlustigen spielt das bekannte rassige Konzert- und Ball-Orchester Godiny. Der Saal im Kasino Aussersihl eignet sich sehr gut Die Kommission wäre allen sehr dankbar, wenn sie uns durch ihren werten Besucn beehren würden. Programme folgen später kostenlos durch die Post. Inserat in der «Automobil- Revue » und «Tagblatt» als Voranzeige. Projrramme sind beim Vorstand gratis erhältlich. Wir hoffen, dass wir auch dieses Jahr -wieder auf a«e Mitglieder rechnen dürfen und danken zum voraus bestens. Die Kommission. Iflitteilun^en Erweiterung der schweizerischen Pneuindustrie? Um den Ankauf eines grösseren Landstückes für Indusiriezwecke bei Möhlin legt sich allmählich ein ganzer Sagenkranz. Zuerst vermutete man hinter den Käufern die Vertreter von Henry Ford und wurde von einer schweizerischen Ford-Montagewerkstätte geträumt. Wir haben diese Nachricht seinerzeit allerdings als sehr unwahrscheinlich bezeichnet- Später wollten gut informierte Leute wissen, dass der tschechische Qrossmdustrielle Bata das Terrain für die Errichtung einer Schuhfabrik gekauft habe. Nun geht neuerdings die Kunde um, das Areal sei von einer Gummifabrik angekauft worden, indem dort eine Anlage zur Fabrikation von Autoreifen erstellt werden soll, die mehreren tausend Arbeitern Beschäftigung bringen würde. In der heutigen Zeit wäre eine derart grossartige Arbeitsgelegenheit natürlich äusserst willkommen, doch muss auch diese neue Version mit aller Vorsicht entgegengenommen werden. z. Eine Rekord-Busse hat dieser Tage das zürcherische Obergericht im Betrage von 3000 Fr ausgesprochen. Einem Arzt wurde auf einer abfallenden Strasse, die vollständig vereist war, der Wagen bei einem Ausweichmanöver quer auf die Strasse gestellt und rutschte auf längerer Strecke längs des Trottoirs, wobei eine Frau nicht unerheblich verletzt wurde. Das Bezirksgericht hatte die Busse sogar auf 5000 Fr. angesetzt. Das Gericht erachtete die Geschwindigkeit von etwa 30 km mit Rücksicht auf das 18-km-Konkordat und die damaligen Winterverhältnisse als übersetzt und mass mehr dem raschen Fahren als dem mangelhaften Strassenzuständ (die Strasse war trotz vollständiger Vereisung nicht gesandet) die Hauptschuld zu. Immerhin wurde Verschulden und Schaden nicht derart bewertet, dass eine Gefängnisstrafe gerechtfertigt wäre und erkannte auf Busse. Der Betrag wurde hauptsächlich auch mit Rücksicht auf die wohlhabenden Vermögensverhältnisse des Automobilisten so hoch angesetzt. Die bisher im Kanton Zürich ausgesprochene höchste Busse bezifferte sich auf 2000 Fr. Somit wäre auch hier ein neuer, allerdings wenig erfreulicher Rekord erzielt. B. malt die verschiedensten Gegenstände sparsam und rasch, macht die Kotflügel eines Wagens wie neu, und ohne eine spezielle Lehrzeit erhält man eine glatte, schön glänzende Oberfläche, ohne Spuren von Pinselstrichen, oder noch besser reinigen Sie eine Karosserie vermittels des Zerstäubers, mit einer speziell im Handel befindlichen Flüssigkeit. Dies alles erlaubt Ihnen die Gergovia-Pistole. Die Gergovia-Pistole wird mit einem Gummischlauch an irgend eine Quelle mit komprimierter Luft angeschlossen, sei es eine Druckluftflasche oder Garagepumpe, oder noch einfacher an den Motor Ihres Wagens, der vorher durch das Aufsetzen einer festen oder abnehmbaren Gergovia-Luftpumpe in einen leistungsfähigen Kompressor verwandelt worden ist. Mit diesem Pumpenaufsatz können Sie in 2 Minuten Ihre Pneus aufpumpen, ohne dass eine Spur von Oel oder Benzin in sie hineingelangt, wie auch die Zerstäuber-Pistole betreiben. Preis der Pistole Fr. 14.-, der Luftpumpe Fr. 12.50 Zwei ganz vollkommene, gründlich ausprobierte Apparate 1 1. Hanptteu ans Aluminium. 2. Griff. 3. Reglieröffrrang. 4. Pressluft- Leitung. 5. Pressluft-Düse. 6. Spritz-Düse. 7. Ansaugrohr für die Farbe. 8. Schliessvorriohtung des Farbbehälters. 9. Elastisoher Bügel zum Befestigen des Farbbehälters. Versand franko gegen Nachnahm«. Cuendet, m© Dannin^ ± 9