Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.079

E_1931_Zeitung_Nr.079

Strossen Aargaulsche

Strossen Aargaulsche Strassenfragen. Im Kanton Aargau steht es mit den Stracsen nicht ums Beste bestellt. Die Bevölkerung macht sieh von Zeit zu Zeit ihrem Unmut in der Lokalpresse Luft, wo es dann jeweils zu einem kleineren Angriff gegen die verantwortlichen Instanzen kommt, ohne dass sich diese jedoch so leicht aus der Ruhe bringen lassen. Im Bünz- und im Seetal beispielsweise herrscht schon lange Unzufriedenheit über die bestehenden misslichen Strassenverhältnisse. Schon seit Jahren wartet die ganze Bevölkerung auf den Ausbau der Landstrassen in ihrem Gebiet. Seit der Verbreiterung der Seetalstrasse ereignete sich jedoch im Strassenbau in der dortigen Gegend nichts mehr. Um die völlig unzulänglichen Verkehrsverhältnisse möglichst bald zu bessern, schlössen sich aus den beiden Talschaften vor einigen Monaten Interessenten zu einer Strassenbaukommission zusammen, die den Zweck verfolgt, sich mit der aargauischen Baudirektion in Verbindung zu setzen und den Ausbau der Strasse zu fördern. Diese Kommission, hinter der die einhellige Meinung der gesamten Bevölkerung der genannten beiden Täler steht, verlangt vor allem den Ausbau der folgenden zwei Strassenzüge: Villmergen — Hilfikon—Sarmenstorf—Fahrwangen — Kantonsgrenze, ferner die Strecke Meisterschwanden — Seengen — Boniswil. Der erstgenannte Strassenzug ist im ganzen Land durch seine vielen Unfälle, die er bereits verursacht hat, berüchtigt. Die ganze Strasse befindet sich in einem höchst lamentablen Zustand. Auch der zweite Strassenzug, der durch den von Jahr zu Jahr zunehmenden Autoverkehr ins Seetal und an den Hallwilersee an Bedeutung gewinnt, entspricht den Anforderungen des heutigen Verkehrs in keiner Weise. Ein Schlagloch reiht sich ans andere. Die erwähnte Strassenbaukommission wendete sich in einer Eingabe an die Baudirektion, in der die Strassenverhältnisse ins richtige Licht gerückt wurden. Die Antwort der Kant. Baudirektion war jedoch viel zu flau, um befriedigen zu können. Aus diesem Grunde beschloss die Kommission, sich nochmals, und nun entschiedener, an die Baudirektion zu wenden. Sie weist in ihrer neuen Eingabe darauf hin, dass, abgesehen von der Notwendigkeit des Ausbaues, aus Gründen des Verkehrs und der Hygiene die Bauten auch als Not- Standsarbeiten willkommene Beschäftigung brächten. Dass die Petitionäre mit ihrer Bitte nicht allein stehen, dafür sorgen noch andere Unzufriedene im Kanton. So richtete ein Herr Zschokke aus Qontenschwil folgende Anfrage an den Regierungsrat: «Der Regierungsrat wird eingeladen, neuerdings die Frage zu prüfen und Bericht zu erstatten, ob nicht einzelne Strecken des zweiten Strassenbauprogramms statt mit Pflasterung oder einem anderen Belag mit einem Betonbelag zu versehen seien?» Von Grossrat Suter, Ober-Entfelden und 32 Mitunterzeichneten ist folgende Motion eingegangen: «Wann gedenkt der Regierungsrat die Landstrasse Aarau—Schottland umbauen zu lassen? Die gegenwärtigen Verhältnisse (über die wir hier kürzlich schon berichteten, Die Red.) benötigen ihre sofortige Instandstellung.» Weiter reichte Grossrat Hofmann, Suhr, mit 27 Mitunterzeichneten eine Interpellation ein: «Ist es dem Regierungsrat bekannt, dass die Wynentalstrasse je länger je weniger dem heutigen Verkehr gewachsen ist? Wenn Ja, was gedenkt er zu tun, um die Strasse baldigst dem immer mehr zunehmenden Verkehr anzupassen?» Grossrat Graf, Menziken, endlich, reichte mit 37 Mitunterzeichnern folgende Motion ein: «Der Regierungsrat wird eingeladen, beförderlichst dem Grossen Rat einen Bericht über Abänderung des Grossratsbeschlus'es betreffend Beiträge des Staates für Gehwege im Sinne einer Erhöhung des Staatsbeitrasres vorzulegen». Also Arbeit in Hülle und Fülle. mb. Rechtsufrfge Thunerseebahn und Strassenumbau. Eine Delegation des Grossen Rates des Kantons Bern hatte kürzlich Besprechungen über den Ausbau der Strassenstücke Thun- Steffisburg und Thun-Lauitor-Rufeli (Grenze Hilterfingen) in der kantonalen Baudirektion und konstatierte dabei, dass die von den rechtsufrigen Seegemeinden ..aufgeworfene Frage der Traktionsänderung noch nicht entschieden ist. Das Gutachten Zipfel-Zehnder spricht sich für den Uebergang auf den geleisefreien Betrieb aus. Das Projekt für die Geleisekonsolidierung nebst dem zugehörigen Finanzplan, das seit Jahren im Pflichtenheft der Direktion der Rechtsufrigen Thunerseebahn steht, ruht .entweder in einer. Schublade oder ist überhaupt noch nicht ausgearbeitet^ AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N» 79 auf jeden Fall ist in der Oeffentlichkeit noch nichts davon bekannt. Die bernische Baudirektion hat ihrerseits alle Vorbereitungen getroffen, um den schon seit Jahren begehrten Umbau der genannten Strassen sofort an die Hand nehmen zu können. Sie ist bereit zum Losschlagen, will aber erst mit den Arbeiten beginnen, wenn sie weiss, ob die Schienen der Rechtsufrigen ersetzt oder endgültig herausgerissen werden. Eine erste Entscheidung wird am 25. September in der Versammlung des Stadtrates von Thun fallen. Hoffen wir auf einen Sieg jener Einsichtigen, die über die Erfordernisse des heutigen Verkehrs im klaren sind und die wissen, was den Gemeinden am rechten Thunerseeufer not tut, um nicht in wirtschaftliche Bedrängnis zu geraten. Auch die Gemeinde Thun wird gut abschneiden, wenn sie auf der Seite dieser Gemeinden für bessere Verkehrsverhältnisse kämpft. lt. Korrektion der Seestrasse Küssnacht-Weggls. Die Kommission des Grossen Rates des Kantons Luzern, die mit der Vorberatung des Ausbaues der zukünftigen Kantonsstrasse nach Weggis betraut ist, besuchte Montag den 7. September die Strassenstrecke, um vorerst über die Aufnahme der Seestrasse als Kantonsstrasse Bericht und Antrag stellen zu können. Die Kommission war einstimmig der Ansicht, es dürfe mit der Ausführung der Korrektionsarbeiten nicht mehr gezögert werden. Ein grösseres Teilstück der neuen Kantonsstrasse soll, gemäss dem Antrag den die Kommission stellen wird, im Laufe der ersten Monate des nächsten Jahres instand gestellt werden, so dass bereits auf den Beginn der Frühjahrssaison in Weggis und Vitznau erfreulichere Verhältnisse entstehen würden. Auf der schwyzerischen Strassenstrecke Küssnacht-Greppen der Seestrasse haben die Bauarbeiten auf Grund des Beschlusses des Bezirksrates Küssnacht vom 30. Augyst bereits begonnen. Man darf wohl annehmen, es werde auch diese Strassenstrecke bis zum Monat März ausgebaut sein; Aller Augen warten nun auf die nächste Grossratssession in Luzern. an der die Seestrasse nach Weggis als Kantonsstrasse zu erklären ist, damit durch das kantonale Baudepartement unter Subvention des Staates der Ausbau sofort anhand genommen werden kann.' Von verschiedenen Seiten wurde sosrar-die Einberufung einer ausserordentlictien Session verlang, um nicM wertvolle Zeit unbenutzt verstreichen zu lassen, während welcher die luzernischen Kurorte am Südabhang des Rigi eben Schaden erleiden würden. Sollte die luzernische Regierung dem Begehren nach einer ausserordentlichen Session des Grossen Rates nicht entsprechen können, so wären auf jeden Fall gründliche Vorarbeiten bis zur ordentlichen Session zu leisten, um während den Wintermonaten die grossen Korrektionsarbeiten rechtzeitig unter Dach zu bringen. Dem Beschlüsse des Grossen Rates müsste innert weniger Tage der Beginn der Ausbauarbeiten folgen. lt. Das Projekt der Walenseestrasse hat hauptsächlich in der Glarner Presse eine lebhafte, und fortgesetzte Diskussion hervorgerufen, die immer noch nicht ganz zur Ruhe gekommen ist. Der Glarner Regierungsrat hat sich in seiner letzten Verhandlung zu diesem Meinungsstreit geäussert und wird sein salomonischer Spruch wohl dazu beitragen, die Wogen der Rede- und Schreiblust zu glätten. Die regierungsrätliche Auffassung wurde in folgender Mitteilung zusammengefasst : In der Presse sind bereits verschiedene Stimmen für und wider eine Walenaeestrasso erschienen, die alle noch verfrüht erscheinen, da die wichtigste Frage noch nicht entschieden ist. welchen Beitrag der Bund gewillt ist, an eine neue Walenseestrasse zu leisten. Vorläufig sind nur generelle Projekte sowohl für eine links- als eine rechtsufrige Strasse ausgearbeitet worden. Das bisherige Aktionskomitee bat beschlossen, diese Projekte seien den Bundesbehörden zur Subventionierung vorzulegen, und zwar seien sie nicht durch die Vermittlung des Aktionskomitees, sondern durch die Kantonsregierungen einzureichen, die hiezu aHein zuständig sind. Ferner soll ein Arbeitsausschuß gebildet werden aus 11 Mitgliedern. Ueber die Wahl des Traces werden die Bundesbehörden entscheiden (Art. 23 der Bundesverfassung). Das etzte Wort, ob sich der Kanton (Harns a.n dem Bau einer Walenseestrasse beteiligen wolle, hat selbstverständlich die Landsgemeinde. Bis dahin werden die gegenseitigen Interessen, Vor- und Nachteil»! abgewogen werden können. Der Regierungsrat häit dafür, dass der Kanton aier nicht einfach mit verschränkten Armen dem Werden der Dinge zusehen dürfe, sondern dass hier ein sehr wichtiges, aktive.« Verkehrsproblem vorliegt, das die Eigentümlichkeit aufweist, dass das Interesse an einer solchen Strasse weit über die Kantonsgrenze hinausgeht. Mittelbar wird durch das Projekt ja auch der weitere Ausbau der Kerenzerbergstrasse berührt. Ferner kommt die HerstcTunjf einer besseren Strassenverbindung zwischen Näfrfs und Weesen in Frage ob die Walenspestra.sse nördlich oder südlich verlaufen werde. Solange aber der Bund keine Stolluns bezogen hat. solange überhaupt die Kostonverteilung zwischen den interessierten Kantortßn Graubünden. St. Gallen, Claras. Schwvz und Zürich noch nicht einmal in Diskussion gezogen worden ist. Iffinnpn k"-'np pnd | *iiltiirpTv TTrtoiV f«fnlM wordefi Vor einiger Zelt flog man überhaupt nicht. Dann kam der Ballon; später das Flugzeug. Heute steigt der Forscher In die Stratosphäre. Nächstens folgt das Raketenflugzeug. - So war es einmal fast ehrenrührig, Kredite aufzunehmen. Dann gewöhnte man sich dran. Heute findet man sowenig etwas besonderes dran, wie etwa an einem Aufstieg auf 16000 m. Ungeheuerlich ist keines mehr. So setzen sich auch unsere Kreditsysteme mehr und mehr durch. Lassen Sie Ihre Autos, Möbel und Maschinenanschaffungen duroh uns finanzieren. AUTO-CREDIT-BANK A.-G. Zürich -Tel.42630- RämlstrasseB L'EXPOSITIO ARTS ET DES DEEVO ist ein unübertrefflicher Feuerschutz gegen Wasser, Feuchtigkeit u. Schmutz. - DREVO sichert ohne jegliches Nachfetten, weiche, lautlose Federung. Preis für die 5 cm breite und 10 m lange Rolle Fr. 12.50. Je nach Länge der Federn sind 3—5 Rollen für einen Wagen notwendig. FEDERSCHUTZ WICKEL GAMASCHE Erhältl. in guten Garagen. DREVO-VERTRIEBs KreuzstrasM 82 Telephon 26.144 ZÜRICH VOUS RAPPORTEREZ UNE IMAGE VIVANTE DE LA VIE MODERNE

N° 79 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Luftfakvt Ein Pionier des Segelfluges. Wir sehen am Beispiel der zurückliegenden Jahrzehnte und Jahrhunderte, wie oft sich zu allen Zeiten geradezu mit Naturgesetzlichkeit der Vorgang wiederholt hat, dass die Besten unter den schöpferischen Geistern dieser Erde nicht von ihren Mitmenschen, sondern erst von ihrer Nachwelt den Dank für das ernteten, was sie mit ihrem Wirken der Menscheit geschenkt hatten. Mit diesem Gefühl einer noch nicht beglichenen Schuld erinnern wir uns an Otto Lilienthal, den genialen Vorkämpfer für den Gedanken des Segelfluges. Am 10. August jährte sich zum fünfunddreissigstenmal der Tag, an dem er sein Leben einer Idee zum Opfer brachte, deren Grosse damals nur ganz wenige seiner Zeitgenossen zu würdigen wussten. Heute wissen wir, wie unerhört fruchtbar diese Idee war, und wir bewundern diePlanmässigkeit, mit der ihr Schöpfer seinem hochgesteckten Ziele zustrebte von jenen Tagen an, in denen er, noch ein Knabe, auf dem Boden des elterlichen Hauses in Anklam sein erstes Flugzeug gemeinsam mit seinem Bruder zusammenbaute. Kein Flugzeug allerdings in unserem Sinne; es war vielmehr nur ein Flügel, den Lilienthal zu handhaben gedachte wie der Vogel sein Gefieder. Denn der Vogelflug war sein Vorbild und er ist es in allen Entwicklungsstufen seiner Lebensarbeit geblieben. Tief durchdrungen von dem Wunder dieser einzigartigen, bisher von keiner Technik erreichten Kräfteökonomie, widmete Lilienthal Jahre hindurch sein ganzes Studium dem Ergründen ihrer Bedingungen, bis seine Vorstellung von ihnen soweit in ihm gereift war, dass er sie in seinem Werk «Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst > niederlegen konnte. Die Abhandlung sollte entscheidende Bedeutung erlangen für den späteren Ausbau des Flugwesens; denn wenn diese sich auch zunächst in vielfach anderen als den von Lilienthal vorgezeichneten Bahnen vollzog, so hat sie doch überaus wichtige Ansatzpunkte für eine wissenschaftliche Aerodynamik geschaffen; die Untersuchungen des Kräftespieles an den Tragflächen und der Einflüsse des Profils sind auch für den Motorflug richtungweisend geworden. Es ist wenig bekannt, dass Lilientha] selbst den Gleitflug nur als Vorstufe des Motorfluges betrachtete. Allerdings war sein Ziel niemals das Propellerflugzeug, sondern der Schwingenflieger, der sich in seiner Arbeitsweise wieder dem Vogel, dem vollendeten Beherrscher des Luftmeeres, anpassen sollte. Ein Kohlensäuremotor war die Antriebsquelle und seine Kolbenstösse hatten den mechanischen Flügelschlag auszulösen. Tatsächlich glückte dieser Versuch, und Lilienthal schöpfte aus seinem Gelingen den Mut, den eingeschlagenen Weg mit einem verbesserten Apparat weiterzuverfolgen. Da ereilte ihn noch vor dessen Vollendung der tragische Fliegertod. Waren es auch nicht viele, denen damals bewusst wurde, welche Hoffnungen mit Lilienthal zu Grabe getragen waren, so hat die Vorsehung doch immerhin dafür gesorgt, dass diese wenigen seine Ideen nicht nur würdigten, sondern auch weiterführten. Die Brüder Wright haben stets anerkannt, dass sie Lilienthal die Anregung zu ihrem Flugzeug verdankten, in Amerika war es Chanutte, in Frankreich Ferber, in England Pilcher, in Wien Ettrich, die sein Erbe antraten und damit zu Vorkämpfern des Gleit- wie des Motorfluges wurden. Lange Zeit schien dann das Propellerflugzeug die Lösung des Problems zu verkörpern, bis plötzlich nach Kriegsende mit unerhörter Begeisterung die akademische Jugend in Deutschland, die Entwicklung scheinbar zurückschraubend, unmittelbar dort anknüpfte, wo Lilienthals Bahn abbrach. Eine grossangelegte Segelflugbewegung entstand. Die Rhön und die kurische Nehrung wurden die Mittelpunkte, an denen sich eine neue Fliegergeneration sammelte. Waren es 1927 noch 1000, so waren es 1930 bereits 7000, die sich der Kunst des motorlosen Fluges verschrieben hatten. Zu welcher Vollendung sie sie geführt haben, wissen wir. Ein Streckenflug: von mehr als 250 Kilometer Länge, eine Flugzeit von 14 Stunden, ein Höhenrekord von 2600 Meter und eine grosse Zahl von Zielflügen, von denen unter anderm die Ueberquerung des Kanals noch in frischer Erinnerung ist, kennzeichnen einige der Gipfelleistungen die sich an die Namen Schulz, Grönhoff, Fuchs, Hirth und nicht zuletzt an den des hervorragenden österreichischen Segelfliegers Kronfeld knüpfen. Unter ihrer Führung ist der Segelflug unter Wolken und vor Kaltluftfronten erschlossen und seine Methodik überhaupt auf neue Grundlagen gestellt worden. Die Frage nach seinem praktischen Wert aber hat längst ihre Antwort gefunden, seit die moderne An der Spitze der Qualitäts-Automobile stehen heute noch die dazu so aussergewöhnllch vorteilhaft Im Preis, trotz allen Verbesserungen und prächtiger Aus» stattung. Wenden Sie sich an die Vertretung GARAGE STADTBACH Stadtbachstrasse 8 a R 7 \# 11 n H A r VAnnllna RIESEN & SAGESSER BERN Tel. Bw. 86.01 Aerodynamik und die Meteorologie dem Segelflug eine Fülle wertvollster Erkenntnisse verdanken und sowohl der Bau wie die navigatorische Beherrschung auch der Motorflugzeuge von der Wissenschaft des Segelfluges her entscheidende Förderung erhielt. Die Haut des Fliegers. Die wissenschaftliche Experimentaizergliederung der Hautsinne hat drei Sinnesapparate aufgezeigt, den Druck-, Schmerz- und Temperatursinn, deren Empfänger mosaikartig die Körperoberfläche des Menschen besetzen. Während die Bedeutung des Temperatur- und Schmerzsinnes für das Fliegen nicht über diejenige beim Bodenmenschen hinausgeht, spielt der Drucksirin der Haut, der Tastsinn im engern Sinne, beim Fliegen eine bisher nicht genügend beachtete Rolle als Lieferant von Empfindungsmaterial für die Orientierung im Luftraum. Die spezifischen Nerven dieses Sinnesorganes sind auf der behaarten Haut feine, die Haarwurzeln kranzartig umspinnende Nervengeflechte und an den Tastflächen die sogenannten Meissnerschen Tastkörperchen. Pro Quadratzentimeter hat der Mensch etwa 20—30 solcher Nervenendigungen. das ergibt für die ganze Körperoberfläche rund eine halbe Million. Gemäss den Forschungsergebnissen des Würzburger Physiologen von Frey und seiner Schule reagiert das Sinnesorgan auf Deformierungen der Haut mit Druckund Zugempfindungen oder Belastungs- und Entlastungsempfindungen'. Sehr wichtig ist, dass bei konstantem Druck die Empfindung verblasst. Beim Fliegen werden diese Effekte (Belastungen, Entlastungen und TangentiaJverschiebungen der Haut) hervorgerufen durch die positive und negative progressiv und Winkelbeschleunigungen. Die hieraus sich ergebenden Empfindungen unterstützen im weiten Masse die Wahrnehmungen von Seiten des Gleichgewichtsapparates. Beispiele aus dem Krieg, wo man bei ausgezeichneten Kampffliegern einen pathologischen Gleichgewichtsapparat feststellte, legen es nahe, dass ein anderes Sinnesorgan diesen in der Bewegungswahrnehmung bis zu einem gewissen Grade ersetzen kann, und hierfür kommt der Drucksihn in Frage. Bis zu welcher Feinheit seine Empfindlichkeit sich entwickeln kann, zeigt der FaD der taubstummen Helen Keller. Auch die feinen Vibrationen der Maschine werden durch den Drucksinn wahrgenommen, so dass er neben dem Gehörsinn als sinnesphysiologischer Wächter des Motors angesehen werden kann. Auch bei den Vögeln dürften die Drucksinnesnerven der Haut einen wesentlichen Bestandteil der anatomischen Unterlage des sogenannten « Flugsinnes » darstellen. Ihre Schwungfedern sind gleichzeitig Spürfedern. Ein Segelflieger mit gelähmten Hautnerven ist nicht denkbar. Man prüfte auch die Empfindlichkeit des Drucksinnes gegen Sauerstoffmangel und fand eine Abstumpfung desselben bei einem Sauerstoffdruck, wie er in einer Höhe von etwa 8000 Metern herrscht Aucl» übermässige Kälte vermindert seine Schärfe, Die Bedeutung des Drucksinnes beim Fliegen, der Wert der von ihm vermittelten Empfindungen, den die Flieger übrigens schon lange, wie aus dem Sprachschatze der Flieger hervorgeht, erfahrungsgemäss richtig erkannt haben, sind nicht hoch genug zu veranschlagen. Von diesem Gesichtspunkt aus erhält auch die Vergurtung des Fliegers beim Kunstflug eine besondere sinnesphysiologische Note. Der Linienverkehr auf dem Plugplatz Bern, im Sommer 1931 nahm der Linienverkehr auf de» Flugplatz Bern-Belpmoos, dein jüngsten der schweizerischen Zollflugpiütze, folgende günstige Entwicklung: Monat Flug- Passa- Post Fracht un-d, kurse giere Gepäck Mai 203 247 1138.5 kg 2552,4 kg Juni 205 312 1166,5 k« 3009,0 kg Juli 201 355 1108,6 kg 3446,4 kg August 200 503 1009,3 kjf 4290,4 kg Auf die Zahl der Flugkurse umgerechnet, isl gegenüber der entsprechenden Epoche des Vorjahres eine Zunahme des Passagierverkehrs von zirka 15% und des Frachtverkehrs von zirka 20% eu verzeichnen. Ein Segelfliegerlager bei Rigglsberg. Sie Segelfliegergruppe des Berner Aeroclubs, die während des vergangenen Sommers jeweils ihre Uebungen Samstags und Sonntags auf dem Betpmoos durchführte, bezieht am Freitag für zehn Tage ein Lager (Fortsetzung siehe Seite 11) KLUGE GARAGISTEN BESTELLEN ERSATZTEILE aller italienischen Automobile ALFREDO bei d e r a l t b e k a n n t e n KANZLEISTRASSE 122 TELEPH ON 37.492 Flu«£n«»4£zen Die Schweiz. Zollflugplätze I. Klasse Im Monat August 1931. Die Schweiz. Zollflugplätze I. Klasse wiesen im Monat August 1931 folgende Frequenz- Ziffern auf: Basel- Zürich- Genf- Birsfelden Oübendorf Cointrir Flüge auf Linien 590 544 416 Zahlende Linienpassagiere 1.379 1.479 709 Post in kg 22.684