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E_1931_Zeitung_Nr.087

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in Bern, die je und je

in Bern, die je und je für die Interessen der Automobilisten eingestanden sind. Aus der welschen Schweiz nennen wir A. Lachenal, der sich auch als französischer Kommissionsreferent für das Verkehrsgesetz auszeichnete, und Valloton, ein prominenter Vorkämpfer für das Automobil. Neu portiert sind die Herren Dr. Mende, der Zentralpräsident des A. C. S., dessen Verdienste um die Sache der Automobilisten keiner weiteren Hinweise bedürfen, Dr. E. Stadler, Uster, ein unermüdlicher Streiter, der auch an den Vorberatungen zum Verkehrsgesetz einen prominenten Anteil nahm. Im übrigen haben verschiedene kantonale Verkehrsve: bände zu den erfolgten Notninationen Stellung genommen und empfehlen wir die an anderer Stelle dieser Ausgabe veröffentlichten Mitteilungen einer entsprechenden Berücksichtigung bei der Ausfüllung der Stimmzettel. Wie diesen zu entnehmen ist, haben die massgebenden Stellen sich nicht auf bestimmte politische Vorschläge eingestellt, sondern ganz unabhängig hiervon Namen erwähnt, die uns Gewähr für eine verständnisvolle Wahrung der Verkehrsinteressen im Parlament bieten. (We'tere Mitte'i'insen fiber dfe Nationalraiswahlen siehe Seite 6.) Abgrenzung der Postkonzession B für Autofahrten. D (Aus dem Bundesgericht.) Im Sommer 1930 veranstaltete ein Autounternehmer von Ingenbohl-Brunnen mit zwei 6—7plätzigen Personenwagen mehrmals Ausflugsfahrten nach dem Furkapass, wobei diese Strecke vom 18. Juni bis 4. September 29mal befahren wurde, im August an drei aufeinanderfolgenden Montagen und Dienstagen, später an drei aufeinanderfolgenden Donnerstagen; während eines Zeitraumes von mehr als 14 Tagen wurden die Fahrten durchschnittlich zweimal wöchentlich ausgeführt Die eidg. Oberpostdirektlon erblickte darin eine Verletzung des eidg. Postregals und verfügte gegen den Autobesitzer und seinen Chauffeur eine Busse von 80 Fr. sowie die Nachzahlung der Konzessionsgebühr von 100 Franken. Das eidg. Postverkehrsgesetz von 1924 behält nämlich der Postverwaltung in Art 1 das ausschliessliche Recht vor, «Reisende mit regelmässigen Fahrten zu befördern». Soweit die regelmässige Personenbeförderung nicht gewerbsmässig betrieben wird, unterliegt sie nicht dem Postregal, für die gewerbsmässige regelmässige Personenbeförderung kann gemäss Art. 3 des Gesetzes eine Konzession erteilt werden. Verletzungen des Postregals, also die Ausführung konzesslonspflichtiger Fahrten ohne Erwerb einer Konzession, werden mit 3 bis 1000 Fr. Busse bestraft, auch ist die Gebühr nachzuzahlen. Im vorliegenden Falle verweigerten der Unternehmer und sein Chauffeur die Bezahlung der Busse, so dass die Strafgerichte zu entscheiden hatten. Die Schwyzer Strafgerichte beider Instanzen sprachen die beiden Angeklagten frei und die Bundesanwaltschaft erhob dagegen Kassationsbeschwerde beim Bundesgericht, da bedroht und gewissermassen die Ablösung für den bisherigen so kostspieligen Eisenbahnbetrieb bilden wird?» «Das zu behaupten liegt keineswegs in meiner Absicht, sondern die Automobile wird vielmehr ein Helfer der Eisenbahn werden. Für den Massentransport von Menschen und Gütern, auch für ausserordentliche Geschwindigkeit werden wir die Eisenbahn immer brauchen. Die Automobile aber wird höchst wahrscheinlich an die Stelle der Kleinbahnen und Sekundärbahnen treten, die sich von den Haupteisenbahnstrecken abzweigen. Auch diese verhältnismässig kostspieligen Kleinbahnen konnte man bisher nur dort anlegen, •wo keine Geländehindernisse vorlagen. Ueber Berge und Flüsse, in durchschnittenem Gelände war die Anlage einer Kleinbahn so kostspielig, dass man oft auf sie verzichten musste. Die Automobile wird jetzt mit Leichtigkeit alle diese Hindernisse überwinden und so von rechts und links der Eisenbahnhauptstrecke Personen und Lasten zuführen, die diese benutzen. Ebenso wird die Automobile Personen und Lasten, die mit der Eisenbahn gekommen sind, nach rechts und links in das Land weiter befördern, und zwar nach jedem beliebigen Ort. Sehen Sie, das ist der Kernpunkt: nach jedem beliebigen Ort hat man dann eine Verbindung von der Eisenbahn. Ortschaften, die weitab vom Verkehr lagen, sind mit einemmal in gewissem Sinne an die Hauptverkehrsadern herangerückt. Ein Ort, der 10 Meilen von einer Eisenbahn entfernt war, lag heute ausserhalb der Welt. Wollte man mit Pferden eine Verbindung zwischen der Eisenbahn und diesem entlegenen Ort herstellen, so brauchte man beinahe zwei Tage, um Lasten die Verletzung des Postregäls zu Unrecht verneint worden sei. Durch Urteil vom 12. Oktober hat jedoch der Kassationshof des Bundesgerichtes diese Beschwerde abgewiesen, das freisprechende Urteil der Schwyzer Gerichte also geschützt. Im Postverkehrsgesetz ist der Begriff der « regelmässigen » Fahrt nicht näher festgelegt, dagegen hat ein Bundesratsbeschluss vom l9.März 1929 über die Erteilung von Konzessionen für regelmässige Autofahrten nach Bedarf (Postkonzession B) diese Definition geliefert, die für die Abgrenzung der Konzessionspflicht gegenüber Autounternehmungen, Taxi-Betrieben und dergleichen entscheidend ist. Nach § 1, Ziffer 2 des Buhdesratsbeschlusses gelten als regelmässig Im Sinne des Postverkehrsgesetzes solche Fahrten, deren Ausführung während mehr als 14 Tagen und wenigstens einmal wöchentlich nach dem gleichen Ziele beabsichtigt ist. Im vorliegenden Falle stützte sich der Freispruch der Schwyzer Gerichte auf die Erwägung, dass eine Absicht der Wiederholung nicht von vornherein bestanden habe, während die Bundesanwaltschaft den Standpunkt vertrat, es genüge für die Unterstellung unter die Konzessiouspflicht die blosse Tatsache der Wiederholung der Fahrten. Wie der bundesgerichtliche Kassationshof aus- Zur neuen deutschen Notverordnung Die dritte Notverordnung vom 6. Oktober 1931 enthält im Abschnitt Handels- und Wirtschaftspolitik als Kapitel V eine Neuregelung des « Ueberlandverkehrs mit Kraftfahrzeugen». Dieser offizielle Titel bezeichnet aber nur sehr unvollständig den Inhalt des Gesetzes. Unter Ueberlandverkehr umfasst das Gesetz: 1. Personenkraftfahrlinieh, d. i, die regejmässige Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen zwischen bestimmten Punkten über die Grenzen des Gemeindebezirks hinaus. 2. Güterfernverkehr, d. i. die Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen auf Entfernungen über 50 km. Das Gesetz, oder besser gesagt die Verordnung, die in diesem Teil erst am /. November 1931 in Kraft tritt (§33). ist in vielem lediglich eine Wiederholung und ein Ausbau der seitherigen Bestimmungen über, Kraftfahrlinien. So war schon seither die Errichtung von Kraftfahrlinien, ohne-Rücksicht darauf, ob sie sich mit Persönen iK tftief' Güterbeförderung befassten, genehmigungspflichtig. Die Genehmigung durfte nur" erfolgen, wenn die Gewähr für Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebes gegeben war und das Unternehmen den öffentlichen Interessen nicht zuwiderlief, d. h. wenn es den bereits vorhandenen Verkehrsunternehmungen keinen unbilligen Wettbewerb bereitete und Bedürfnis gegeben war. Von dem Unternehmer wurde eine gewisse persönliche und finanzielle Eignung verlangt, an Fahrzeuge und Betrieb wurden besondere Ansprüche gestellt. Es bestand also schon seither die Bedürfnisklausel. hin und her zu befördern, während man mit der Automobile, selbst wenn sie schwer beladen ist und in ungünstigem Gelände, nicht mehr als einige Stunden brauchen wird. Was es aber bedeutet, wenn zahlreiche Ortschaften und deren Bewohner, die bisher weitab vom Weltverkehr lagen, gewissermassen unmittelbar an die Hauptverkehrsadern der Welt und des Weltverkehrs herangebracht werden, können Sie sich selbst sagen. Was sind dagegen die Veränderungen, die das Zweirad gebracht hat? Es dient doch immer nur zur Beförderung einer Person (abgesehen von den sogenannten «Tandems», die an dem Gesamturteil jedoch nichts ändern); der Transport von beträchtlichen Lasten war auf dem Zweirad vollständig ausgeschlossen. Und was war der verwickelte, kostspielige und schwerfällige Apparat der Pferdebeförderung bisher gegen die Verhältnisse, die nun die Automobile schaffen wird? Sie fährt ausserordentlich rasch, viel schneller als Pferde laufen können. Die Unterhaltungskosten einer Automobile betragen nicht den zehnten Teil der Unterhaltungskosten für ein paar Pferde, und eine Strecke, die man mit ein paar Pferden bisher in einem Tage zurücklegen konnte, macht man mit der Automobile jetzt drei-, viermal hin und zurück. Das Fahren mit der Automobile ist sicherer als mit Pferden, ja als mit der Elsenbahn. Sie wird nicht scheu, sie geht nicht durch, sie entgleist nicht, sie lässt sich leicht anhalten und ebenso rasch wieder in Bewegung setzen, kurzum, sie hat unberechenbare Vorteile, und deshalb wird sie sich in verhältnismässig kurzer Zeit auch bei uns einbürgern und eine vollkommene Umgestaltung unserer Verkehrs- und sozialen Verhältnisse herbeiführen. AUTOMOBIL-REVUE 193t - N» 87 (Schluss folgt.) führte, wollte der Gesetzgeber in Art. 3 namentlich die fahrplanmässige Ausführung von Fahrten der Konzessionspflicht unterstellen. Im Bundesratsbeschluss ist an der Voraussetzung vorausbestimmter Fahrzeiten nicht festgehalten, aber doch immerhin eine gewisse Planmässigkeit zur Bedingung gemacht, welche darin zum Ausdruck kommt, dass von vornherein binnen eines gewissen Zeitraums eine Anzahl von Fahrten in Aussicht genommen, «beabsichtigt» sind. Dass di^se Absicht Voraussetzung der Unterstellung unter die Konzessionspflicht bildet, ergibt sich aus dem Wortlaut von § I, Ziffer 2, aber auch aus der Vorschrift in § 2 des Bundesratsbeschlusses, wonach eine Konzession «unter Angabe der wöchentlich geplanten Fahrten» einzuholen ist. Fehlt diese Absicht, ergibt sich die Wiederholung der Fahrten nur zufällig aus Bedarf und Gelegenheit, so bedarf sie keiner Konzession. Da nach den kantonalgerichtlichen Feststellungen die Absicht im vorliegenden Falle nicht vorlag, konnten die Fahrten ohne Konzession ausgeführt werden. — Die für die Bedeutung der sog. Konzession B sehr wichtige Frage, ob der Bundesratsbeschluss nicht über das Postverkehrsgesetz hinausgegangen sei, konnte daher hier noch offengelassen werden. Wo. Autolinien und Autogütertransporte Das neue Gesetz belässt es hinsichtlich der Persanenkrattfahrlinien im wesentlichen bei dem seitherigen Rechtszustand und führt eine gänzlich neue Regelung nur für den Güterfernverkehr ein. Hinsichtlich der Personenkraftfahrltnien bedeuten die neuen §§ 1^-17 lediglich eine einheitliche Zusammenfassung und zum Teil schärfere Formulierung der früher nacheinander im Kraftfahrliniengesetz und der Verordnung bereits erlassenen Bestimmungen. Eine Einschränkung der Genehmigungspflicht ist jedoch insofern festzustellen, als nur der Verkehr mit Kraftomnibussen und ähnlichen Fahrzeugen, nicht aber mit reinen Personenwagen genehmigungspflichtig ist. Neu ist weiter, dass im Genehmigungsverfahren neben den öffentlichen Verkehrsunternehmen und den Wegeunterhaltungsnflichtigen nunmehr auch die zuständige Industrie- und Handelskammer zu hö ren ist. Bei der Bedeutung dieser Behörde liegt, in deren etwaigen Meinunsrsäusserungen doch immerhin ein starker Schutz sowohl der Unternehmer von Kraftfahrlinien im besonderen, als auch der Wirtschaft im allgemeinen. Der Haftpfüctitversicherungszwang. Völlig neu für Deutschland Ist dagegen die Einführung des Haftpflichtversicherungszwanges des Unternehmers der Kraftfahrlinien. Bekanntlich wird die Zwangshaftpfllcht, die in andern Staaten, so in der Schweiz, eingeführt ist, auch jetzt in Deutschland von vielen Seiten gefordert. Vielleicht war die wirklich unbedingt notwendige Anordnung derselben auf diesem Teilgebiet die vorbereitende Massnahme einer zweifellos zu begrüssenden allgemeinen Zwangshaftpflichtversicherung. Die Genehmteungspflicht im Güterverkehr.. Grundlegend neu und völlig anders wie der Personen- ist dagegen der «Güterfernverkehr » geregelt. Früher war nur der Güterfernverkehr genehmigungspflichtig, soweit er in Form einer Kraftfahrlinie erfolgte. Diese wieder war nur gegeben, wenn ein gewisser, fahrplanmässiger, jedermann zugänglicher Verkehr stattfand. Heute, nach den neuen Bestimmungen, ist schlechthin jede Beförderung von Gütern für andere gegen Entgelt mit Kraftfahrzeugen auf Entfernungen über 50 km, mit Ausnahme des sog. Werkverkehrs, genehmigungspflichtig, und zwar der Gesamtbetrieb des Unternehmens als solchem, nicht der einzelnen Kraftfahrlinie, wie früher. Hat der Unternehmer aber die Genehmigung erhalten, dann ist sie nicht auf einzelne Linien oder bestimmte Strecken beschränkt. Genehmigungsfrei bleibt jedoch der Güterfernverkehr, soweit er nicht mit Kraftomni bussen, Lastkraftwagen mit Anhängern und Zugmaschinen mit Anhängern erfolgt. Eine Beförderung hochwertiger Waren in Personenwagen und vielleicht auch durch kleine Lieferwagen dürfte somit, vorbehaltlich einer Regelung dieser Frage durch die noch ausstehenden Ausführungsbestimmungen, nicht genehmigungspflichtig sein. Sache der Ausführungbestimmungen wird es sein, noch näher zu umschreiben, unter welchen Umständen ein genehmigungsfreier Werkverkehr vorliegt und überhaupt den Begriff der genehmigungspflichtigen Beförderung: «für andere gegen Entge.lt» noch näher zu erläutern. Wie ist es z. B„ wenn Grossunternehmen mit eigenen Kraftfahrzeugen die Versendung für seine Kunden derart unternimmt, dass es die Beförderung dem Namen nach unentgeltlich ausführt und seine Spesen dem Kaufpreis zuschlägt? Schon jetzt schiebt das Gesetz derartigen und ähnlichen Umgehungsversuchen einen sehr starken Riegel vor, indem es bestimmt, dass durch Missbrauch von Formen und Gestaltungsmöglichkeiten des bürgerlichen Rechts die Genehmigungspflicht nicht umgangen werden kann. Die Genehmigung für den Güterfernverkehr darf nur erteilt werden, wenn der Unternehmer Gewähr für die Sicherheit des Betriebs und die Erfüllung aller gesetzlichen Vorschriften bietet. Es wird Sache der Praxis sein, diese sehr weite Handhabe, im Hinblick auf angebliche persönliche Unzuverlässigkeit — man denke z. B. an wegen Vergehens gegen das Kraftfahrgesetz vorbestrafte Personen — die Genehmigung zu versagen, auf ein vernünftiges Mass zurückzuführen. Der Schwerpunkt des neuen Gesetzes. Beim Güterfernverkehr ist die Genehmigung nicht, wie bei den Personenkraftfahrlinien, abhängig gemacht von der Frage des unbilligen Wettbewerbs und des Bedürfnisses. Diese Beschränkung, welche die finanzielle und damit auch betriebstechnische Sicherheit gewährleisten sollte, war entbehrlich, weil für den gesamten Güterfernverkehr durch Privatunternehmer ein Zwangstarif festzusetzen ist. In dieser Bestimmung liegt der Schwerpunkt des neuen Gesetzes. Es will wirtschaftspolitisch einen Wettbewerbsausgleich des billigeren Kraftverkehrs mit der teureren Eisenbahn schaffen. Um diese Bestimmung, im Zusammenhang auch um den sog. Schenkervertrag, gingen die monatelangen Kämpfe der Interessenten, die immerhin zu einer gesetzlich verankerten Zusage der Reichsbahn auf Herabsetzung der Beförderungspreise für srewisse Frachttarife geführt haben. Die Tarifhoheit für den Kraftverkehr steht dem Reichsverkehrsminister zu, der die Reichsbahn und die Spitzenvertretung der Kraftverkehrswirtschaft sowie einen Beirat zu hören hat. Der Unternehmer darf keine Beförderungsverträge zu einem geringeren Preise als die festgesetzten Tarifpreise abschüessen. Läuterung des Wettbewerbes. Uebrigens begrüsst eine ganze Reihe guter und solider Speditionsunternehmen diese Regelung, welche manchen unlauteren Wettbewerb, der im Unterbieten bis zur Selbstaufgabe ging, ausschattet. Schliesslich sei noch erwähnt, dass der Unternehmer auch nach der Genehmigung der Aufsicht der Genehmieungsbehörde unterliegt und dass die Genehmigung, wie übrigens auch bei den Personenkraftlinien, bei Verstoss gegen die gesetzlichen Bestimmungen oder gegen die auferlegten Verpflichtungen, insbesondere die Tarife, zurückgenommen werden kann. Dass auch für den Güterfernverkehr die bereits oben erwähnte Zwangshaftpflichtversicherung eingeführt worden ist, ist natürlich selbstverständlich. Ueberlandverkehr aus dem Ausland. Besonderer Regelung bedurfte auch der Ueberlandverkehr, der im Ausland beginnt oder mit im Ausland zugelassenen Kraftfahrzeugen im Inland ausgeführt wird. Hierfür sieht das Gesetz vor, dass solchen Verkehr der Reichverkehrsminister, nach Anhörung der obersten Landesbehörden der einzelnen Länder, abweichend vom Gesetz regeln kann. Er ist insbesondere auch ermächtigt, hinsichtlich dieses ausländischen Verkehrs die nicht regelmässig stattfindende Beförderung von Personen sowie jede Beförderung von Gütern von einer Genehmigung abhängig zu machen und die Erteilung der Genehmigung an die Bedingung zu knüpfen, dass einmalige oder laufende Gebühren entrichtet werden, die der Wegunterhaltung dienen. Schliesslich sei noch zum Schluss bemerkt, dass das Gesetz die Entscheidung der äusserst wichtigen Frage, wann ein Verkehr oder ein Verkehrsmittel im Sinne des neuen Gesetzes vorliegt, der Entscheidung der Gerichte entzogen hat. Diese Fragen werde» jeweils vom Reichsverkehrsminister entschieden, seine Entscheidung bindet die Gerichte und die Verwaltungsbehörden. Irgendein Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Reichsverkehrsministers gibt es leider nicht. Es werden nun noch die Ausführungsbestimmungen des Reichsverkehrsministers abzuwarten sein, die aber nicht viel Neues bringen können. Dr. F. 0. Ein Resolution über den Internationalen Fremdenverkehr. Resolution, beschlossen am VII. Kongrts« des internationalen Verbandes der offiziellen Organe für Fremdenverkehrswerbung, der die meisten Reist- Verkehrsländer umfasst (Rom und Neapel, v»jn 6.—12. Oktober 1931). f Der Internationale Verband der Offiziellen Organe für Fremdenverkehrswerbung, anlässlich seines VII. jährlichen Kongresses in Rom und Neapel vom 6.—12. Oktober 1931, in Erwägune,

N° 87 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE dass alle Nationen von der gegenwärtigen schweren Wirtschaftskrise getroffen werden 1 und nur internationale Solidarität Milderung bringen kann; dass, wie bereits in der XII. Versammlung des Völkerbundes festgestellt worden ist, nur durch die Wiederherstellung des Vertrauens unter den Völkern Abhilfe geschafft werden kann, da dieser Mangel an Vertrauen als psychologische Hauptursache der gegenwärtigen Verschärfung der Weltwirtschaftslage angesehen wird; dass die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Völkern und den einzelnen Menschen die sie verknüpfenden Bande stärken und neue wirtschaftliche, politische und kulturelle Gemeinschaftsinteressen herbeiführen kann; dass der internationale Fremdenverkehr nicht mehr ein Vorrecht der besitzenden Klassen ist, sondern in zunehmender Weise auch durch die breiten Volksmassen genährt wird, dass er als eines der wirksamsten Mittel zur Erleichterung und Wiederaufnahme dieser , Beziehungen betrachtet werden darf und dass er eine hervorragende Rolle in den internationalen Handelsverbindungen und bei der . Äufrechterhaltung des Gleichgewichts der Handelsbilanz spielt; dass anderseits das unter den Völkern herrschende Misstrauen den normalen Geld- und Warenumlauf, sowie den Reiseverkehr jeder Art hindert; - dass sich die öffentliche Meinung in den verschiedenen Ländern für dieses Problem, das mit ihrer geistigen und materiellen Zukunft eng verbunden ist, interessiert; dass die durch diese öffentliche Meinung "unterstützten und angespornten Regierungen die sich der Völkerverständigung entgegenstellenden Hindernisse ebnen können; spricht den Wunsch aus, die zuständigen Organe aller Länder möchten Massnahmen ergreifen zur Erleichterung des freien internationalen Reiseverkehrs, indem sie alle die Entwicklung der Völkerbeziehungen hemmenden Schwierigkeiten beseitigen (Reisepässe, Visagebühren usw.); die Transport- und Hoteltarife möchten nach Möglichkeit herabgesetzt und dadurch für die breiten Volksmassen erschwinglich gemacht werden; der Autotourismus möchte durch den Bau und die Verbesserung der Strassen, sowie durch entsprechende Gesetzesvorschriften gefördert werden; die Verkehrswerbung möchte durch den Zusammenschluss verschiedener Länder mit gleichen Interessen in Form von Kollektivpropaganda konzentriert werden. Der Internationale Verband der Offiziellen Organe für Fremdenverkehrswerbung richtet einen dringenden Appell an die Weltpresse, als Führerin der öffentlichen Meinung, in der Hoffnung, dass sie mit allen Kräften an der Wiederherstellung des Vertrauens mitarbeiten will, indem sie die ihr zur Verfügung stehende Macht in den Dienst der Völkerverständigung stellt und namentlich tendenziöse Gerüchte bekämpft, die diese Wiederannäherung gefährden können; ferner indem sie die persönlichen internationalen Beziehungen begünstigt und die vom Internationalen Verband der Offiziellen Organe für Verkehrswerbung empfohlenen Massnahmen unterstützt. Ausstellungen Der französische Nutzfahrzeug-Salon (28. November—6. Dezember). Die Zahl der angemeldeten Aussteller beträgt bis heute 150. Da in den Räumlichkeiten des Grand Palais gleichzeitig eine andere Ausstellung stattfinden wird, dürfte die Platzzumessung für die einzelnen Stände spärlich ausfallen. Immerhin wird der Salon der Schwergewichte, der diesmal nach den Aussagen des Generalkommissärs besondere Novitäten aufweisen wird, wiederum ein hohes Interesse beanspruchen. It. Die autorisierten Automobilausstellungen In Amerika. Den Mitteilungen des Syndikates der Automobil-, Motorrad- und Fahrradindustrie der Schweiz ist zu entnehmen, dass im nächsten Jahre zwei amerikanische Automobil-Salons, die Autorisation des Konstrukteur-Verbandes erhalten haben. Der Salon von New York, der vom 9. bis zum 16. Januar 1932 abgehalten wird und der Salon von Chicago, welcher vom 30. Januar bis zum 6. Februar 1932 dauern wird. Die Teilnahme der Automobilkonstrukteure und -händler an diesen Ausstellungen wird vom Sekretariat freigegeben. Im weiteren finden noch dieses Jahr zwei Alter Internationaler Fahrauswels ab 25. Ok- ~$ tober ungültig. Wir erinnern alle Autofahrer daran, dass der alte Fahrausweis, Modell 1909, auf den 25. Oktober ausser Kraft erklärt ist. Zwei neue Dokumente ersetzen ab dem genannten Datum den alten internationalen Fahrausweis. besondere Ausstellungen statt, die Aufmerksamkeit erheischen. Die Ausstellung von Atlantic-City (N.J.) wird vom 7.—12. Dez. eine Schau von Automobilbestandteilen und -Zubehörgegenständen bieten, zu der nur die Händlerkreise Zutritt haben. Sportnachrichten Schweizerischer Sportkalender 1932. Obwohl die Nationale Sportkommission erst Mitte November in Bern zur Zusammenstellung und Bereinigung des nächstjährigen Sportkalenders tagen wird, so sind doch die grossen Umrisse des Programmes bereits bekannt. Im Vordergrund steht natürlich das internationale Klausenrennen, das nach einjährigem Unterbruch eine sicher glänzende Neuauflage erleben wird. Auf den erstmals letztes Jahr durchgeführten Grand Prix, der in Genf stattfand, werden wir leider 1932 allem Anschein nach doch verzichten müssen, da die Sektion Genf von einer Uebernahme absieht und sich wegen der sehr grossen finanziellen Verpflichtungen und Risiken keine andere Sektion entschliessen konnte, in die Lücke zu treten. Auch hat sich die Sektion Luzern noch nicht darüber geäussert, ob sie das dieses Jahr so wohlgelungene Kriens- Eigenthal-Rennen nächsten Sommer wieder durchzuführen gedenkt. Im weiteren wird auch noch die Sportkommission der Sektion Genf dieser Tage über die Abhaltung des Kilometerrennens von Grand Saconnex zu entscheiden haben. Hoffentlich fällt das einzige noch verbleibende Kilometerrennen nicht aus. Als sichergestellt können folgende Veranstaltungen betrachtet werden: Eergrennen Monte Ceneri der Sektion Tessin; Bergrennen Les Rangiers der Sektion Les Rangiers; Coupe de la Gruy&re, Bergrennen am Bruch, der Sektion Freiburg; Bergrennen Rheineck-Walzenhausen der Sektion St. Gallen-Appenzell; Bergrennen am Weissenstein der Sektion Solothurn. Im weiteren hat eine Gruppe aus den welschen Sektionen die Möglichkeit eines Rennens Montreux-Caux ventiliert, das unter der Leitung der Sektion Waadt durchzuführen wäre. Vom 29. November bis 5. Dezember 1931 ist den vier Grossen Preisen erreichten Punkt- in den Räumlichkeiten des Hotel Commodore in New York eine Ausstellung von Luxuswagen und Luxuskarosserien angesagt, die vom Verband der amerikanischen Automobilkonstrukteure ebenfalls empfohlen wird. lt. Ausserhalb des Rahmens unseres nationalen Kalenders, aber doch unter Beteiligung der schweizerischen Sportinstanzen wird auch die Alpenfahrt wieder vonstatten gehen, der eine bedeutend bessere Beteiligung von Seiten schweizerischer Fahrer zu wünschen ist Auf alle Fälle stellt sich der nächstjährige Sportkalender bereits in seinen grossen Zügen als reichhaltiger dar als der diesjährige. Freilich verliert er durch die starke Vorherrschaft der Bergrennen an seiner Vielseitigkeit. Das letzte Wort hat aber noch die N. S. K., die übrigens anlässlich ihrer Sitzung auch ihre Zusammensetzung für die nächste Amtsperiode zu besprechen haben wird, um der kommenden Delegiertenversammlung eine bereinigte Liste vorschlagen zu können. Wenn wir richtig orientiert sind, so sind infolge Amtsmüdigkeit einige Aenderungen zu erwarten. Im weiteren werden die Herren Decrauzat und Toendury, welche den Sitzungen der internationalen Sportkommission in Paris beiwohnten, über deren Verlauf und Ergebnisse Bericht erstatten. B. Kritik des Internationalen Sportkalenders. Kaum dass der Kalender bekanntgegeben wurde, hat auch in der italienischen Presse eine rege Kritik eingesetzt. Italien fühlt sich dazu am ehesten berufen, als es die meisten Rennen im internationalen Kalender, nämlich 16, organisiert. Frankreich folgt mit 15 Veranstaltungen unmittelbar auf dem Fuss. Es wird vor allem bemängelt, dass drei der Grossen Preise, diejenigen von Frankreich, Belgien und Deutschland, sich in Abständen von nur je acht Tagen nacheinander abwikkeln, ja geradezu überstürzen. Man befürchtet deshalb, dass es manchen Fahrern nicht möglich sein wird, alle vier Grossen Preise zu bestreiten. Dadurch wird natürlich die Bedeutung der wieder eingeführten Weltmeisterschaft, deren Errechnung sich aus der an Lastwage n sind zuverlässig im Betrieb, rationell, und leicht zu handhaben. Rassiger Sechszylinder-Motor, kräftige Vierradbremsen, starker Lenkeinschlag und tiefliegender Chassis-Rahmen. Preis des kompletten Drei-Tonnen-Lastwagens mit grosser Ladefläche Fr. 19,800 — Spezialausführungen nach Wunsch. Prospekte und Besichtigung MARTIN durch AUTOMOBIL VERKAUFS-AK- TIEN.GESELLSCHAFT FÜR DIE SCHWEIZ Dufourstr. 4 ZÜRICH Tel. 25.654 zahl ergibt, beeinträchtigt. Im weiteren können sich die Italiener nicht mit der Formel für die Grossen Preise befreunden. Sie bezeichnen sie als viel zu elastisch. Die Beanspruchung der Maschinen ist eine ganz andere, je nachdem ob eine 5- oder lOstündige Dauer des Rennens vorgesehen ist. Dadurch mutet man aber den Fabriken vermehrte Vorbereitungen, Aenderungen und Kosten, ja event. die Notwendigkeit, für die Rennen mit verschiedener Dauer auch zweierlei Maschinen bereitzustellen, zu. Ob unter diesen Voraussetzungen sich die Fabriken nicht auch gewisse Einschränkungen,in bezug auf die Beteiligung auferlegen, scheint noch sehr ungewiss. Es wird deshalb gefordert, dass man künftig die Fabriken zu den Beratungen zuziehe und ihnen wenigstens beratende Stimme einräume, um den nach italienischer Ansicht allzu unbesorgten und optimistischen Sinn der C. S. I. in bezug auf technische Probleme etwas mehr auf realeren Boden zu stellen. Die Vertreter der Fabriken könnten in einer technischen Subkommission, welche der internationalen Sportkommission beigegeben wird, vereinigt werden. Feststeht im weiteren auch, dass alle Fa briken und prominenten Fahrer gegen eine Dauer von 10 Stunden sind. Allerdings ergibt sich diese Opposition aus diametral entgegengesetzten Gründen. Die Fabriken Maserati und Bugatti finden solche Rennen als zu lang, während Alfa Romeo die Dauer sogar auf 12 Stunden ausgedehnt sehen möchte Ein Mittel aus diesen Wünschen zu ziehen hätte keinen Sinn, da bei dieser Lösung überhaupt niemand befriedigt wäre. Dagegen sollten für die Grossen Preise eine Renndauer von 5 bis 6 Stunden genügen. Was Rennen mit zehn und mehr Stunden anbetrifft, so haben diese zwar ebenso ihre Berechtigung, sollten aber als gesonderte Gattung behandelt werden. Allgemein begrüsst wird dagegen die Abschaffung des Begriffes des < Katalogwagens des dominierenden Typ». z. AUSLAND Die Dreissig-Tage-Fahrt. Der vierte Tag der Standard-Dreissig- Tage-Fahrt auf dem Nürburgring ist beendet. Bis jetzt ist die ganze Prüfung programmmässig verlaufen und die Fahrzeuge sind nun nach etwas über 2000 km Gesamtstrecke einigermassen gut eingefahren. Nun wird das Tempo schon etwas schneller und bald wird man ein erstes Bild von der Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge haben. ''•••> Die ersten Sonderprüfungen auf dem eigeris für diese Fahrt errichteten Prüfstand haben begonnen und auch eine Verkehrssicherheitsprüfung und eine psychotechnische Prüfung der Fahrer wurde bereits vorgenommen. Die Fahrzeuge haben bis jetzt noch keine nennenswerten Reparaturen nötig gehabt. R. Wieder neue internationale Rekorde! Auf dem Autodrome von Linas-Montlhery, der klassischen Bahn für Rekordversuche, erzielte der englische Fahrer A. D. Eldridge auf einem 750 cc. M.G. einen internationalen Rekord. Er legte die 5 km lange Strecke in 1 Min. 41 42/100 Sek. zurück, was einem Stundenmittel von 177,48 km entspricht. Damit wurde der bestehende von Mrs. Stewart auf Austin aufgestellte Rekord von 175,62 km für 5 km unterboten. Wie wir erfahren, soll Eldridge beabsichtigen, demnächst auch noch weitern Rekorden auf den Hals zu rücken. Der Angriff auf den Weltrekord, den der australische Rennfahrer Norman Smith vorbereitet, soll nach Meldungen des Automobil- Club von Auckland in unmittelbare Nähe gerückt sein. Smith hat zu Beginn dieser Woche Sidney verlassen, um sich samt seiner Maschine, der «Fred H. Stewart Special», nach Neu-Seeland zu begeben. Es soll dort am Strand eine Piste von über 100 km Länge bestehen, die sich für die Versuche Vorzug? lieh eignen dürfte. Es wird nun eine Garage für den Wagen, sowie eine mit allem Notwendigen ausgestattete Werkstatt errichtet und rechnet man mit den Versuchen auf Beginn des Monats Dezember, also im Hochsommer der südlichen Hemisphäre. B. Ein originelles Rennen fand kürzlich in England statt. Der sehr rührige Kleinwagen- Club der Grafschaften Kent und Sussex veranstaltet eine Gebrauchsprüfungsfahrt einschliesslich eines kleinen Bergrennens- für welche nur von Amateuren selbstgebaute Wagen zugelassen waren. Es zeigte sich, dass das Bastlerwesen in England recht iai Schwung ist, denn die Veranstaltung • vereinigte eine stattliche Zahl von Anmeldungen. Auch die Leistungen und die gefahrenen Zeiten durften sich füglich sehen lassen. Die meisten « Konstrukteure » hatten ihr Hauptaugenmerk neben guter Strassenhaltung und Erzielung mittlerer Geschwindigkeiten auf möglichst geringes Gewicht der Fahrzeuge gelegt. Manche der Wägelchen waren denn auch mit Motorradmotoren ausgerüstet, z. Die Flugseite wird ausnahmsweise wegen Platzmangel auf Dienstag verschoben.