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E_1931_Zeitung_Nr.096

E_1931_Zeitung_Nr.096

eteiligt. Das Recht zur

eteiligt. Das Recht zur Aufsicht des Bun-nocdesrates über die Verkehrsfreiheit war sei-morandums erläutert. Besondere Bedenken geschrieben. Den letzteren wird durch Art. eher Fernwirkungen auszusprechen. Da ge- in einem speziellen Abschnitt des Me- nicht auch den Radfahrern ausdrücklich vor- sich kürzlich Über die Juristische Seite solnerzeit Gegenstand einer formellen Zusicherung, die nun eingelöst werden muss. Höchstgewicht der Motorlastwagen. Das Interesse an dieser SpezialVorschrift begründet der Verwaltungsrat des T. C. S. mit touristischen Rücksichten, da gerade die schweren Autobusse, als Gruppe der Kategorie Lastwagen, im Touristenverkehr der Schweiz eine massgebende Rolle spielen. Der nationalrätliche Beschluss auf Festsetzung des Höchstgewichtes auf 11 Tonnen in Verbidung mit dem Rechte des Bundesrates, für SpezialWagen, die Grenze auf 13 Tonnen zu erhöhen, vermochte allerdings, die Interessenten nicht ganz zufriedenzustellen, blieb aber im Rahmen des Annehmbaren. Der Ständerat setzte nun das Bewilligungsrecht des Bundesrates für Ausnahmefälle auf 12 nationalrätliche Fassung zu einer unannehm- Konkordates (1914) hat der Strassenverkehr der künftigen Unterhalts- und Dienstleistunbaren gemacht. einen solchen Umfang angenommen, dass er gen ihres Sohnes, sondern auch Ersatz für n*,u«t.,~t*~ n*u*», tn u «w* Mn*nrf a hr»Ait Auch der Radfahrer sie den pi ötz ii c hen Tod ihres Kindes erfuhr, die unbefugten Benutzern von Motorfahrzeu- muss dje Hnks zu sejner Fahrtrichtung He- Das Oberlandesgericht Köln sieht durch das anstatt auf 13 Tonnen fest. Der T. C. S. verlangt nun unter Hinweis auf die von derAuffassung des Memorandums nicht den In- menden Fahrzeuge reserviert betrachten, und seelische Erregung über den Tod ihres Kin- gen zum Opfer fallen, entspricht nach der gende strassenseite als {ür die entgegenkom- ärztliche Gutachten für erwiesen an, dass die ASPA, der Vereinigung schweizerischer Motorlastwagenbesitzer, angerufenen Bewegemen gewissen Anreiz zum Diebstahl geben schon def gesunde Menschenverstand erken- bruch herbeigeführt hat, der sie in der Erteressen des T.C.S., da eine solche Vorschrift dag Kantonsgericht weist darauf hin, dass des bei der Klägerin einen Nervenzusammengründe, die Aufrechterhaltung der nationalrätlichen Fassung dieses Textes und die vorgenossenschaft abzuschließende Unfallversi- aussetzt) der diese Regel ausser acht lässt- scheinlich auch in Zukunft noch beeinträchwurde. Diese spezielle, durch die Eid- nen ]ässt> weIchen Gefahren sich derjenige werbsfähigkeit beeinträchtigt hat und wahrbehaltlose Regelung der Anhängewagen in cherung wird zu unhal baren Konsequenzen Jm vor]iegenden Fall kann der R ad f ah rer tigen wird. Hierfür hält es den Beklagten der Vollziehungsverordnung. fuhren und sei bisher in keinem andern Lande auch njcht m semer Entlastung geltend ma_ für haftpflichtig. Das Reichsgericht ist dieser eingeführt. cheil( er habe dem pf erde f u h r werk auf der Auffassung des Oberlandesgerichts beigetre- Die ScbneIHgkeitsvorschriften. Am eingehendsten beschäftigt sich das Memorandum des T. C. S. mit der Festsetzung der maximalen Geschwindigkeit. Es wird darin mit Recht argumentiert, dass die Geschwindigkeitsgrenzen nicht massgebend seien für die Reduktion der Unfälle. Ebenso wenig für den Grad der öffentlichen Sicherheit, den die Gesamtheit der Strassenbemützer anstrebe. Die Unfälle hängen vielmehr von den örtlichen Verhältnissen, vom Zustand der Strasse, von den momentanen Verumständungen des Verkehrs und vom Verhalten der beteiligten Strassenbenützer ab. Es wird in der Eingabe auf die besondere Verantwortlichkeit der Fussgänger und Radfahrer, sowie die der Führer mit bespannten Fuhrwerken hingewiesen. Es sei aus diesen Erfährungen heraus selbstverständlich, dass man nicht nur eine einzige Kategorie von Strassenbenützern mit Vorschriften belasten könne, sondern alle Strassenbenützer in gleichem Masse der Regelung unterstellen müsse. Eine erneute Einführung der ziffernmässigen Höchstgeschwindigkeiten würde die zu verwerfende Praxis der Schnellfahrer nicht erfassen. Zudem sei für ein Automobil ein Tempo von 80 km auf gerader, offener und breiter Strasse bedeutend weniger gefährlich,, als ein Gespann, das in einer Ortschaft mit einer Stundengeschwindigkeit von 20 km sich bewege. Die Abschaffung des Prinzips der Höchstgeschwindigkeit hat den Zweck, beim Fährer das Verantwortlichkeitsgefühl zu festigen und ihn zu erhöhter Vorsicht zu veranlassen. Der T. C. S. bittet den Nationalrat unter Hinweis auf die guten Erfahrungen, die mit der neuen Geschwindigkeitsregelung auf dem Gebiete des Kantons Baselstadt gemacht worden sind, den Beschluss strikte aufrecht zu erhalten. Die Vollziehungsverordnung des Bundesrates würde immer noch ein Korrektiv enthalten, das im Falle der Nichtbewährung der vorgeschlagenen Geschwindigkeitsregelung anzuwenden wäre. Auch die andern Strassenbenützer haben Pflichten. Die Notwendigkeit, jede Kategorie der Strassenbenützer im Entwurf zum Verkehrsgesetz zu berücksichtigen und sie gleichmassig mit Vorschriften zu bedenken, wird Wund wenn du einmal gehen wirst, Qyuri foäcsi,» fügt der Gebay hinzu, «dann kannst du diese Rede genau so halten. Sie ist dieselbe für einen Vizegespan, ob er kommt oder geht Es gilt für alles beide.» Und so habe er sie wörtlich allen vorgesetzt, allen! Ungarn, Juden, Slowaken, Schwaben, Pfarrern, Rabbinern, allen! «Liebe Freunde! Teure, ungarische Brüder! Ich danke euch aus vollem Herzen für die mir dargebrachten, echt patriotischen cherung, nicht nur in seiner Brust, sondern und vaterländischen Empfindungen und Ge-ifühle eurer wahrhaft ungarischen Herzen. nem Jahrtausend eine nie verlöschende Flam- der Brust jedes einzelnen lodere seit ei- Im übrigen sehen wir uns bei der Festtafel me, der Glaube an die Ewigkeit des ungarischen Volkes; mit dieser Behauptung erhob wieder.» Der Vizegespan zündete sich eine Zigarette er sein Glas gegen mich unter Aufrufung an und blies den Rauch vor sich in den Lichtkegel der Hängelampe. «Dieses erhebende, patriotische Festmahl,» fuhr mein Gastgeber fort, «war auch das Ende meiner politischen Laufbahn. Weisst du, wir Szöky sassen immer nur mit unsereins am Tisch. Das war unser Standnunkt schon zu der Zeit, als wir noch unsere Filets ä la Mirabeau avec sauce hollandäise höchsteigenhändig unter dem Sattel zurechtritten. Aber dort bei diesem Jubelempfangsessen?» Der blankpolierte Kugelkopf pendelte wie bei einer chinesischen Pagode hin und her. «Was das mit der Vaterlandsliebe zu tun hat,» setzte er fort, «mit ungeputzten Fingernägeln bei Tisch zu sitzen und mit dem Messer zu essen, ist mir unverständlich. Nach altungarischer Sitte musste ich mich von Leuten duzen lassen, von Leuten, die ich nie in meinem Leben gesehen hatte, und die ich hoffentlich in meinem Leben nie wiedersehen werde. Dann die Sturzflut der Festreden! Als erster der offizielle Vertreter des national - ungarischen Vereins, Dr. Jakob Goldfinger. Mit der Verherrlichung des ungarischen Nationalgedankens, mit der Versi- sämtlicher ungarischer Nationalheiliger, unter Beteuerung seines nationalen, echt ungarischen Empfindens, mich der Oeffentlichkeit mit einem Ueberschwang von nationalen, echt ungarischen Gefühlen übergebend, dass selbst die Gestalt eines heiligen Stefan neben mir verblasste und in nichts versank. Und nachdem er zum Schlüsse nochmalsden nationalen, echt ungarischen Glauben, nicht nur seiner selbst, sondern auch alier Anwesenden beteuerte, erhob er sein nationales, echt ungarisches Weinglas, strich sich wohlgefällig lächelnd den nationalen, echt ungarischen Patriarchenbart, um in nationaler, echt ungarischer Herzlichkeit mit mir ganz ergebenst anzustossen.» AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 96 erweckt beim Autofahrer die ungenügende 67 des Konkordates nur zur Pflicht gemacht, rade mit Rücksicht auf den oben zitierten Regelung der FussgängerpfHchten, wodurch entgegenkommende Fahrzeuge rechts zu Fall das Urteil auch für weitere Kreise von den Automobilisten ständig Nachteile erwach- kreuzen; allerdings ergibt sich eigentlich Interesse Ist, besonders auch deshalb, weil sen werden. Den leitenden Organen des schon hieraus, dass der Radfahrer, wenig- es sich u. W. um das erste derartige Ereignis T. C. S. missfiel auch die Abschwächung des stens an unübersichtlichen Stellen, rechts in der Schweiz handelt, lassen wir kurz die Artikels 32 durch den Ständerat. Es handelt halten soll, weil er sonst nicht mehr Zeit Schilderung des Falles und seine rechtlichen sich hier um die Fahrzeuge mit Tierbespan- findet, entgegenkommenden Fahrzeugen Konsequenzen folgen, die allerdings äusserst nung, Handwagen und Zugwagen, bei denen rechtzeitig nach der rechten Seite auszuwei- weitreichend sind : gefordert werden muss, dass jede das Fahr- chen. Sodann aber zählt das Automobilkon- Im Oktober 1929 fuhr der Beklagte mit seizeug überragende Ladung bei Nacht un- kordat nicht alle Fahrregeln erschöpfend auf, nem Kraftwagen in Köln auf dem Trottolr bedingt zu beleuchten sei, ohne Rücksicht auf deren Befolgung heute den Strassenbenützern und überfuhr dabei den siebenjährigen Sohn die Länge des herausragenden Ladungsteiles, im gemeinsamen Interesse zur Pflicht ge- der Kläger tödlich. Die Kläger verlangen Der Ständerat hat auch hier die annehmbare macht werden muss. Seit dem Entstehen des nicht nur Schadenersatz wegen Entganges Zum Schluss erwähnt das Memorandum, , inken Sejte vorfahren müssen: entweder ten. Aus den Entscheidungsgründen hierzu: der Text des Nationalstes habe die von den hatte er nQch m{ yQr der unübersicht]ichen Zwei Fragen sind in solchem Falle zu prüfen. Automobilisten geforderten Konzessionen bis Kurve nachher wieder nach rechts abzu. Erstens die Frage> ob der ursächliche Zuauf das ausserste getrieben Ein weiteres schwenken oder dann musste er auf das Vor. sammenhang noch als adäquater angesehen Abweichen wurde die Automobilisten zu fahren verzichteni Jm einen wle lm andern werden kann, und zweitens, ob die mittel- Gegnern des Entwurfes machen und sie dazu FaUe hat er skh dner schweren Fahrlässig- bare Verletzung voraussehbar war. Beide bestimmen, eher noch für ein paar weitere keU schuldi gemacht) ohne welche der Zu- Fragen sind ohne Rechtsirrtum bejaht wor- Jahre die Unyollkommenheiten des Konkor- sammenstoss nicht hätte eintreten kön- den. Dass der tödliche Unfall des Kindes dates über sich ergehen zulassen, als ein nen> Ef begjng eJne wdtere Fahrlässigkeit> die Mutter seelisch heftig erregt, wird als Verkehrsgesetz mit einem Inhalt, wie er vom jndem er mH e{wa ^ km Geschwindigkeit Regel gelten müssen, und dass eine heftige Standerat postuliert wurde, anzunehmen. fuhr> währej]d das Konkordat in Art. 66 die seelische Erregung solcher Art zu einem Das Memorandum des T. C. S., das durch Radfahrer anweist( bei Kurven und Weg. Nervenzusammenbruch führen kann, der in dessen Präsidenten, Herrn Dr. Henneberg kreuzungen 10 km nicht zu überschreiten. seinen Auswirkungen die Arbeitsfähigkeit beund dessen Generalsekretär, Herrn Quinclet, Der M otorradfahrer hat sich dadur ch ein einträchtigt, ist keinesfalls eine seltene Ausunterzeichnet ist unterstützt in einer Anzahl Verschulden zur Last falten lassen, dass -er nähme. Damit ist schon der adäquate urvon Punkten auch die Eingabe der Strassen- Jn der Kurve mit 40 km Geschwindigkeit fuhr, sächliche Zusammenhang zwischen demUnverkehrshga, die wir in Nr. 93 verdffent- während er nach Ansicht des kantOnalen Ver- feil und der Schädigung der Klägerin gegellcllten - "• kehrsexperten nicht rascher als 30—35 km ben. Man wird aber auch annehmen müssen, ni- w«H.«u.t« J « D^UMnUNnh, hätte fahren sollen. Dieses Verschulden ist dass ein solcher Erfolg voraussehbar war. Uie VOrSCnriTtaeSKecniSTanrens j e d o c n kein schweres, weil das zulässige Es kommt darauf an, ob der Beklagte mit (Aus dem Bundesgericht.) Tempo nur wenig überschritten wurde, und es dem Schrecken der Eltern und den mögli- In einer unübersichtlichen Strassenkurve bei steht zum Unfall nur soweit in ursächlichem chen Schreckwirkungen rechnen musste. Die Orbe ereignete sich im Sommer 1927 ein Zu- Zusammenhang, als durch die höhere Ge- Bejahung dieser Fragen enthält keine Uebersammenstoss zwischen einem Motorradfah- schwindigkeit die Wucht des Zusammenstos- Spannung des Begriffs der Fahrlässigkeit, rer und einem Radfahrer, wobei der erstere ses erhöht, die Folgen des Unfalles also ver- •**•••••*»•• das Nasenbein und den Unterkiefer, der letz-; mutlich erschwert wurden. Dagegen hätte ^^^"""®'^I^MB tere den linken Oberschenkel und das linke- )Sich der Zusammenstoss mit dem in der ^^^^^^^••••••••••••••••B Schienbein brach. Etwa 50 m vor der Un- Kurve linksfahrenden Radfahrer auch bei Das Schienenauto bei den tschechoslowafallstelle war der in der Richtung Orbe-Va- langsamerer Fahrt des Motorrades nicht mehr kischen Bahnen. Nachdem eben erst kürzlich leyres fahrende Velofahrer einem Milchfuhr- vermelden lassen. über die rasche Popularisierung des Schiewerk in raschem Tempo links vorgefahren, Angesichts des schweren Verschuldens des nenautos in Frankreich berichtet wurde, mag worauf er bis in der Kurve auf der linken Radfahrers wurde dessen Widerklage völlig es interessieren, zu erfahren, dass gemäss Strassenseite blieb. Der Motorradfahrer kam abgewiesen, zudem wurde auch die Klage des dem neuen Fahrplan 1931/32 in der Tschechomit 40 km Geschwindigkeit aus der entgegen- Motorradfahrers für 1800 Fr. geschützt. Der Slowakei bereits 896 Züge auf 124 Strecken gesetzten Richtung, hielt sich in der unüber- Radfahrer trägt somit nicht nur seinen eige- mit einer Gesamtlänge von 3356 km, d. h. ein sichtlichen Kurve korrekt auf der rechten nen Schaden, sondern er hat auch denjenigen Viertel der gesamten Betriebslänge der Ei- Seite und sah sich plötzlich dem Radfahrer des Klägers zu zwei Dritteln zu vergüten, senbahnen im Staatsbetrieb, motorisiert sind, gegenüber, ohne dass der Zusammenstoss während der Motorradfahrer wegen seines Die tschechoslowakischen Staatsbahnen wernoch zu vermeiden gewesen wäre. leichteren Verschuldens einen Drittel seines ei- den bis zum Ende dieses Jahres 65 Motor- Der Motorradfahrer machte den Radfahrer genen Schadens selber zu tragen hat. — Damit wagen und 98 Schienenautos in Betrieb hafür den Unfall verantwortlich und belangte dürfte in eindringlicher Weise festgestellt ben. Das Budget für 1932 sieht weitere Anihn auf 2700 Fr. Schadenersatz; der Radfah- sein, dass die Vorschrift des Rechtsfahrens kaufe sowohl von Motorwagen als auch von rer, der einen schwereren bleibenden Nachteil nicht nur für die Motorfahrzeuge gHt. Wp. Geleiseautobussen vor. Mit der Motorisiedavonträgt, antwortete mit einer Widerklage Fnrnuili-Iriinn staatlichen Eisenbahnbetriebes ist schon im Jahre 1925 auf einer auf 20,000 Fr. Schadenersatz. A..t«vSuii„«?,ii Ä e Nebenstrecke In seinem Urteil vom 11. November hat OeS AlilOmODlIunTaiies. begonnen worden. Als sich im Laufe der Zeit das Bundesgericht (I. zivilr. Abteilung) der Man erinnert sich des tragischen Todes ei- herausstellte, dass die schweren Motorwagen Auffassung des Waadtländer Kantonsgerich, nes jungen Mannes, der sich vor wenigen verhältnismässig viel Betriebsstoff benötigen, tes zugestimmt, dass den Radfahrer die Wochen in der Ostschweiz ereignete, wobei wurde ein leichteres Fahrzeug gesucht, und Hauptschuld am Unfall treffe. Allerdings der Jüngling infolge Schreck bei Betrachtung so kam es zur Einstellung von Geleiseomniwird das Rechtsfahren vom Automobilkon- eines Automobilunfalles aus gewisser Di- bussen, die in der Tschechoslowakei selbst kordat (Art. 42) nur den Motorfahrzeugen, stanz starb. Das deutsche Reichsgericht hatte hergestellt werden. Die anfangs auftreten- Der Vizegespan nippte an seinem Glas. «In dieser Klangfarbe folgte Rede auf Rede. Dazwischen kam an der Festtafel auch der praktische Lebenssinn sehr bald zu Wort. Schweinezuchtanstalten wurden gegründet, Jagden verpachtet, Termingeschäfte in Weizen abgeschlossen, Aktien einer Karpathen- Hotelgesellschaft gegeben und genommen, und gerade als ein Redner die Versammlung zu v einem furchtbaren, nationalen Schwur aufrief, versicherte mir gegenüber ein ergrauter, etwas zerknitterter alter Herr seinem Nachbar, seine Ilona bekomme ihre Mitgift bar in die Hand. Bar ! Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit stand ich unauffällig auf, zwinkerte dem alten Gebav. dieser zwinkerte dem Rittmeister von Likay von den Zehnerhusaren, der seinem Bruder, dem Aladär, und so zwinkerten sich die Leute zusammen, die neben ihren wirklichen, ungarischen Gefühlen auch ein reines Hemd trugen, und denen man beides glaubte, auch ohne dass sie es ununterbrochen beschwuren. Alles Leute, mit denen ich per Du war, weil unsere Ahnen vor tausend Jahren auch per Du waren. In einem kleinen, abgelegenen Zimmer Hess ich ein zweites Festmahl auftragen, und vor die Türe stellte ich meinen Leibhusaren mit dem Befehl, jeden, der es aus der Westentasche den Zettel, den mir der alte Gebay vor drei Tagen in die Hand gedrückt hatte, und schloss den offiziellen Festteil mit folgender Rede.» Der Gyuri bäcsi stand gravitätisch auf und warf sich in Positur. «Liebe Freunde! Teure ungarische Brüder! Ich danke euch aus vollem Herzen für die mir dargebrachten, echt patriotischen und vaterländischen Empfindungen und Gefühle eurer wahrhaft ungarischen Herzen. Und darum sehen wir uns bei dieser Festtafel wieder... und wenn einer unter euch einen Atemzug lang glaubt, dass ich noch Vizegespan bin, so hat er bei mir die letzte Flasche Wein getrunken, den letzten Hirsch beschossen und den letzten Kreuzer im Bac auf den Tisch meines Hauses gelegt. Suum cuique.» Lachend Hess sich der ehemalige VizegesDan in seinen Lehnstuhl fallen. «Nebenbei bemerkt, haben wir damals zum Schluss ein kleines chemin de fer aufgelegt, und da habe ich es erlebt, Schwab, mit mei nen Augen gesehen, wie der Aladär vierzehnmal hintereinander geschlagen hat. No, was sagst du? Schenke dir ein, Bruderherz, sonst trocknest du mir noch ganz aus. Merke dir! Fin anständieer Mensch trinkt nicht mehr, versuchen sollte, das Zimmer zu betreten, wie er mit Gewalt in sich hineinbekommt. kurzerhand die Stiegen hinunterzuwerfen. Wer mehr trinkt, ist ein Schwein.» Nach dem ersten Gang erhob ich mich, zog (Fortsetzune im «Autler-FeierabendO mns des

N° 96 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE den Mängel sind inzwischen durch technische Verbesserungen in der Konstruktion behoben worden. Ein besonderer Vorteil der Geleiseautobusse wird darin erblickt, dass sie die Fahrt nach beiden Richtungen ermöglichen, ohne dass die Maschine gedreht wird, was eine merkliche Zeitersparnis bedeutet. Seit einiger Zeit ist der motorisierte Betrieb auch auf Hauptstrecken ausgedehnt worden, wo eine Geschwindigkeit von 80 km pro Stunde erzielt wird. Bi. Sdweizemdie»^ Neue Verkehrsbewilligungen und Einfuhr im Monat Oktober. Im Monat Oktober wurden, nach den Angaben des Eidgen. Statistischen Amtes 1034 neue Verkehrsbewilligungen erteilt gegenüber 977 im September dieses Jahres, und 942 im, Oktober 1930. Die Einfuhr an Personenwagen und Lastwagen im Monat Oktober betrug 604 Stück und die Einfuhr der Motorräder 66 Stück, was einem Total von 670 Motorfahrzeugen entspricht. Im September dieses Jahres wurden 726 Personen- und Lastwagen und 93 Motorräder eingeführt. Das Total der Septembereinfuhr betrug 819 Stück. Im Oktober 1930 gelangten indessen nur 543 Personen- und Lastwagen und 107 Motorräder, d. h. insgesamt 650 Stück, zur Einfuhr. Für die Monate Januar bis Oktober 1931 errechnete das Eidg. Statistische Amt einen Rückgang um 28,4% bei den Motorrädern, eine kleine rückläufige Bewegung um 4,8% bei den Personenwagen und eine kräftige Zunahme um 23,7% bei den Lastwagen. Wir werden in einer der nächsten Nummern auf die Ergebnisse dieser Statistik zurückkommen. lt. Die Basrog und die nationalrätliche Budgetkommission. Die nationalrätliche Kommission, die sich mit dem Budget 1932 der Bundesbahnen zu befassen hat, trat unter dem Präsidium von Herrn Weber (Schwyz) zusammen. An der Sitzung nahmen Bundesrat Pilet, als Chef des Eisenbahndepartementes und Generaldirektor Schrafl teil, die weitere Erläuterungen zur Botschaft und zum Budget gaben. In der Kommission entwickelte sich eine Diskussion über das Baubudget und über die Organisation des Stückgütertransportes (Bastogversuch) zwischen Zürich und St. Gallen. Das Budget wurde genehmigt. Interessant ist für uns die Feststellung, dass für diese Versuche bereits der notwendige Kredit verlangt wird, im übrigen diä genauere Organisation verschwiegen wird. so. Aus den Kantonen Der Automobilexperte des Kantons Schaffhausen lässt nur noch Motorwagen zum Verkehr zu, die mit einer wirksamen Vierradbremse versehen sind. Da Wagen, die nur auf die Hinterräder wirkende Bremsen haben, bei 15 Prozent der Fälle und schlüpfriger Fahrbahn nicht angehalten werden können, verfügte der Automobilexperte des Kantons Schaffhausen, gestützt auf Art. 4 des Konkordates, dass nur noch solche Motorwagen zum Verkehr zugelassen werden, die mit einer wirksamen Vierradbremse ausgerüstet sind. Ausnahmen von dieser, seit dem Juni bereits angewendeten Regel können nur für langsame Spezialfahrzeuge mit Traktoren und Elektrokarren gemacht werden. lt. Automobilistische Vorbereitungen für die Wintersportzeit. Auf Veranlassung des T.C.S. und unter dem Vorsitz seines Generalsekretärs, Herrn Quinclet, hat in diesen Tagen in Genf eine Konferenz stattgefunden, an der auch die Genfer Sektion des A.C.S., sowie die Autocarbesitzer vertreten waren und die im besondern verschiedene Fragen betreffend den Winterverkehr auf der Strasse von Nyon nach St-Cergue und nach der Givrine, dem bevorzugten Wintersportgebiet der Genfer, zum Gegenstand hatte. Wie aus den Erklärungen des Vorsitzenden hervorging, gedenkt der T.C.S. auch in diesem Winter wieder seinen Hilfsdienst in jener Gegend einzurichten und ferner für eine bessere Gelegenheit für die Aufbewahrung der Skier besorgt zu sein. Es wurde als wünschenswert bezeichnet, dass die in jüngster Zeit vorzüglich hergerichtete Strasse von St-Cergue im kommenden Winter soweit immer möglich vom Schnee freigehalten bleibe und in Abständen von je einem Kilometer Stationierungsgelegenheiten und Ausweichestellen geschaffen würden. Dagegen wehrte man sich gegen die Absicht der Gemeinde St-Cergue, als Beitrag an die Säuberungskosten von jedem Personenwagen die Gebühr von 1 Fr., und von jedem Autocar eine solche von 3 Fr. zu erheben. Zur nähern Prüfung all dieser Fragen, sowie zur Aufnahme entsprechender Verhandlungen mit den interessierten Gemeinden wurde die Bildung einer Kommission beschlossen, die sich aus Vertretern der Automobilisten, der Autocarbesitzer und des Skisportes zusammensetzt. H.B. Spezielle Gerichtshöfe für den Verkehr. In der Sitzung vom 16. November der Verkehrskommission der Sektion Genf des A. C. S. wurden verschiedene Verkehrsfragen erörtert, die allgemeines Interesse verdienen. Mit Bedauern stellte die Kommission fest dass die Arbeiten zur Erstellung doppelter Tramschienen auf dem Quai des Bergues trotz dem Widerspruch der Verkehrsverbände und der Anwohner begonnen worden sind. Es wurde festgestellt, dass die einzige Lösung, die noch heute möglich ist, eine Verbreiterung des Ouaies über der Rhone wäre. In einem gut fundierten Vortrage brachte der Vizepräsident der Kommission, Herr Suss, den Vorschlag der Schaffung spezieller Verkehrsgerichtshöfe mit ausschliesslichen Kompetenzen. In den Begründungen wurden die verschiedenen Erwägungen und Erfahrungen, die nach speziellen Verkehrsgerichtshöfen mit Richtern rufen, die im Verkehrswesen bewandert sind, eingehend geschildert. Das Vorgehen der Sektion Genf ist der vollen Unterstützung würdig. Wir haben dieses Postulat schon mehrmals in unseren Spalten aufgegriffen und auf Städte hingewiesen, in denen dasselbe bereits in die Praxis umgesetzt wurde. go. Zürcher Lichtwoche 1932. Diese im nächsten Jahre stattfindende Veranstaltung, die erste ihrer Art in der Schweiz, wird sich auf eine Anregung der Sektion Zürich des A.C.S. speziell auch mit Strassen- und Automobilfragen zu befassen haben. Es wurde nämlich vorgeschlagen, die nachstehenden drei Probleme in die verschiedenen Konkurrenzen miteinzubeziehen: 1. Zweckmässige und ausreichende Beleuchtung von Strassen und Plätzen in Ortschaften. 2. Vorführung beleuchteter Warnungs- und Orientierungssignale. 3. Zweckmässige und ordnungsgemässe Beleuchtung der Motorfahrzeuge. Es ist besonders erfreulich, wenn diesen automobilistischen Begehren bei Durchführung der Zürcher Lichtwoche 1932 Rechnung getragen werden kann, wird doch so einmal Gelegenheit geboten, die gesamte Beleuchtungsfrage im Strassenverkehr umfassend zu behandeln und nach neuen Lösungen zu suchen. S. Vermehrte Durchführung von Strassenbauten !n Regie im Kanton Zürich. Eine Motion Amberg im Zürcher Kantonsrat lädt den Regierungsrat ein, die Frage zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, ob nicht der Strassenbau des Kantons in vermehrtem Masse in Regie durchgeführt werden sollte. Die Motion ist zur Behandlung in der gestern begonnenen Sitzung vorgesehen. lt. m ____^^ak || HH _ v «4 tfkBV Neue internationale Rekorde in Montlhßry. mMPMMII«MMMIIIH«MllMMTlIllinmi Auf der Bahn von Montlh ery wurden vor ^^^^^^H^^^^^^^H^^"^^^"^^M^ einigen Tagen wieder zwei neue internatio- Das Ergebnis der Nennungen für den Gen- naj e Rekorde aufgestellt. Der Fahrer Fachsenfer Salon wird Freitag den 4. Dezember in f e j(j auf einem Kleinwagen Voran fuhr in der der ersten Plenarsitzung des Organisations- Klasse 500 com folgende zwei neue internakomitees vom Genfer Salon zur Besprechung tionale Bestzeiten der Klasse : kommen. Es heisst, die Zahl der Nennungen 50 km: In 38' 48" 19/100 (Stundenmittel: 124,423 sei durchaus zufriedenstellend. lt. Kilometer). ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ „ ^ Weitere autorisierte Automobil-Ausstellun- Kilometer). x. gen. Die Syndikalkammer der Automobil-, . c««r*eoVn« Motorrad- und Fahrrad-Industrie teilt mit, „Erste Perspektiven auf die Sportsaison dass die Wiener Messe, die vom 13. bis 20. I** In den Firmen die noch aktiv beim März dauern wird für die Ausstellung von Automobilrennsport vertreten sind, wird auf ZSr^^rtSZr^grtA die nächste Saison hin bereite wieder emsig dies die einzige Autoausstellung des nächsten ^\^"«At Jahres in ganz Oesterreich sein. lt. ModeI, e fort Man studjert zudem den ßau Sp>«»»#lB«n«»s eines neuen Modells, das mit dem 2300-ccm- •BHBBHmBQBRBHBnSBSBSB^HHBaBCTBHi Modell analoge Merkmale hat, aber einen Grosser Preis von Frankreich 1932. Es etwas höheren Zylinderinhalt aufweist. Di© bewahrheitet sich, dass der Grosse Preis erreichbare Stundengeschwindigkeit wird von Frankreich vom nächsten Jahre auf der voraussichtlich 230 km betragen. Maserati Strassenrundstrecke von Reims ausgefahren seinerseits bringt an dem bekannten Modell wird. Die Veranstaltung ist auf den 3. Juli 2800 ccm verschiedene Aenderungen an. Die 1932 festgelegt. Das Rennen wird nach der grosse Neuerung wird indessen sein, dass von der internationalen Sportkommission für dieser Maserati Vorderradantrieb und eine das nächste Jahr ausgearbeiteten Formel einplätzige, sehr niedrige Karosserie hat. ausgefahren. Die Dauer des Rennens ist Maserati soll ferner ein 1100-ccm-Modell noch unbestimmt, sie wird erst noch von ei- (Achtzylinder) konstruieren, dessen erreichner besonders ernannten Kommission nach bare Stundengeschwindigkeit mit 180 km ge- Prüfung aller gegebenen Umstände genau schätzt wird. x. festgelegt werden. mb. * • • Internationale Rekordliste ffir das dritte Quartal 1931. Homnlonierte internationale Rekorde nach den Angaben des Sekretariates der A. I. A. C. R. Rekorde _ .. . _ Distanz oder Dwchlahrene Ge- Klasse Zeit Ort Fahrer Marke nL° Ä?; fliegend oder « D M 5? a S I i £ gk f !t Itehend Std., M..S., Vioo Std./km Klasse C. 500 km .. &. Montlhery Bourlier, Senechal Delage 2.46.47,83 179.859 et Frettet 500 Meilen a. „ „ „ 4.29.42,71 179.007 1000 km .. a. „ „ „ 5.40.43,92 176.091 1000 Meilen a. „ „ „ 9.38.07,90 167.021 2000 Meilen a. „ „ 20.31.37,37 166.802 3000 km .. a. „ „ 19.10.28,61 156.457 3 Stunden a. „ „ „ 538 km 879 179.626 6 Stunden a. „ „ „ 1052 km 223 176.371 12 Stunden a. „ „ „ 1946 km 855 162.238 24 Stunden a. „ „ „ 3689 km 436 153.727 . Klasse D . 1 Meile 1. Tat (Ungarn) Hartmann Bugatti 29,155 198.718 Klasse E.. 50 km .. a. Montlhöry Mrs G. M. Stewart Derby-Miller 14.41,89 204.107 -'r ..... 50 Meilen a. „ „ „ 23.26,60 205.944 100 km .. a. „ „ n 29.05,43 206.253 Klasse G . 50 km .. a. Montlhery G. E. T. Eyston Riley 17.07,06 175.258 50 Meilen a. „ „ „ 27.40,66 174.437 100 km .. a. „ „ M 34.30,16 173.900 100 Meilen a. „ „ „ 65.32,35 173.860 200 km .. a. „ „ 1.08.51,84 174.257 500 km .. a. „ G. E. T. Eyston, „ 2.59.05,51 167.512 „ A. W. Denly 500 Meilen a. „ „ „ 6.05.34,05 158.002 1000 km .. a. „ „ 6.15.34,35 159.756 1 Stunde a. „ G. E. T. Eyston, „ 173 km 980 173.980 3 Stunden a. „ G. E. T. Eyston „ 502 km 541 167.514 A.W. Denly 6 Stunden a. „ „ „ 956 km 585 159.431 Klasse H . 1 km .. 1. Brooklands L. Cushman Austin 21,87 164.609 1 km .. 1. „ Viscount Ridley Eidleyspec. 21,22 169.051 1 km .. a. „ L. Cushman Austin 34,41 104.621 1 Meile 1. „ „ „ 35,76 162.014 1 Meile 1. „ Viscount Ridley Ridley speo. 34,43 168.273 1 Meile a. „ L. Cushman Austin 48,57 119.284 6 km .. 1. Montlhery Mrs G. M. Stewart „ 1.42,49 175.627 6 Meilen 1. „ „ 2.45,04 175.522 10 km .. 1. „ „ n 3.25,13 175.498 10 Meilen 1. „ „ „ 5.30,44 175.331 60 km .. a. „ „ " „ 19.00,26 157.859 60 km .. a. „ G. E. T. Eyston M. G. 18.53,12 158.853 50 Meilen a. „ Mrs. G. M. Stewart Austin 30.28,77 158.402 50 Meilen a. „ G. E. T. Eyston M. G. 30.03,02 160.664 100 km .. a. „ „ „ 40.44,50 147.269 100 km .. a. „ „ „ 37.09,99 161.436 100 Meilen a. „ „ „ 69.21,18 162.688 1 Stunde a. „ „ 162 km 719 162.719 Klasse J.. 3 Stunden a. St-Germain Antony Antony 167 km 290 65.763 6 Stunden a. „ „ 276 km 316 46.053 12 Stunden a. M n „ 502 km 157 41.846 24 Stunden a. „ „ „ 777 km 001 32.375 a = arrete 1 (stehend); 1 = lance (fliegend).