Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.012

E_1934_Zeitung_Nr.012

10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - ernd sich selbst, so wird durch den sich in-Reisenden zurückgelegte KilometerBahl beträgt ca. er durch den Gebrauch noch geräuschloser wird, _ f _ u _ , den Kabelhüllen bildenden Rost die Brems-22.OOO. bis 28.000 Kilometer. A. C. in Z. während biim Kegelradantrieb meist das umge- PUVISV* 3fe>p»VC5CnXfii5Sl U O+ T+;„,,„„ v. . , .«.. . „,i J„ D A W • ' .. : kehrte der Fall ist. Der Schneckenantrieb mit un- ngBm^nn|B|^HBBB^ betatigung; sehr stark erschwert: der Rost Frage 8984. Kühlwasserthermometer-Flüssigkeit. tenliegender Schnecke, wie ,er meist schon aus ^ greitt auch die Seile an Utld Vermindert darWoraus besteht die in den Kühlwasserthermometern Gründen der sicheren. Schmierung ausgeführt wird, Anfrage 369. Betrlebshaftpflichtversicherunfl. mit deren S i c h e r h e i t . a n g e w a n d t e rote Flüssigkeit? F, K. in,R. .ergibt zudem noch. eine sehr tiefe Kardanwellen- Gibt es eine Versicherung, die die Haftpflicht eines Gerade bei derartigen Kabelbremsen ist Antwort: In den meisten Fällen handelt es läge, was wiederum die Tieferlegung des Wagen- Garagisten gegenüber seinen Kunden übernimmt. Gemeint sind solche Fälle, bei denen bei der Reparatur eines Wagens ein Schaden entstellt, oder sonders Richtig Uie Em- und Austnttsstel-sigkeiten von angeblich besonderer, geheimer Zu- Empfindlicher als der Winkelantrieb ist der wenn bei einer Probefahrt oder Mietfahrten Mietfahrlen mit len der .Kabel sollten aUSSerdem, wenn mog-sammensetzung. Die Färbung kann durch irgend- Schneckenantrieb nur. bei ungenügender Schmie- dem Wagen eines Kunden, derselbe selbst auch in lieh,; durch: dicht abschliessende Gummi- {flnen *arbstotf herbeigeführt werden. -at- fang. Der Oelktand im Gehäuse muss deshalb hier dem Wagen mitfährt und verunglückt. W. K, in S., Schläuche mdf>r Ledermansohptten veppn d e n _ ....... .... • .. . . .. . besonders häufig kontrolliert werden und das ver- _ . Antwort: Schäden, die bei der Reparatur souidut,nc oaer L.&aerman5>cneuen gegen aen Frage 8985. Wieviel vergrössert das Ausschlei- wendetß Oel muss von enter Oualität sein + an Antwort: Wagen von Kunden Schäden, durch die den bei Garasristen der Reparatur wenaete uel muss von gnter oder Eintritt von Spritzwasser und Schmutz ge-fen den Zylinderinhalt? Wie kann man zum vor- W uamal sem - ^ an seinen Wagen Mechaniker von Kunden verursacht durch den werden, Garanten sind oder nur schützt sein. -f- au s bestimmen, wieviel der Zylinderinhalt eines seinen dann versichert, Mechaniker wenn verursacht für den werden, betreffenden sind Wagen dann eine versichert, Kaskoversicherung wenn für den besteht. betreffenden Durch Wa- die nur n c «. :t. ! 1. „ , M o t o r s durch das Ausschleifen grösser wird? .- Frage 8988. Künstlicher Kautschuk. Die synthe- Uer bcneibenwiSCher. Ein Z u b e h ö r s t ü c k , R . B. in Z. tische Erzeugung von Kautschuk, welche bekannt- gen Betriehs-Haftpfliohtversicherung eine Kaskoversicherung besteht. der Garage Durch eind di« das So unentbehrlich ist, dass man es fast Antwort: Die Formel, nach der man diese lieh speziell bei den Zentralmächten während der Betriebs-Haftpfliohtversicherung solche Fälle nicht gedeckt. U. W. der wird Garage dieses eind Risiko, solche weil Fälle es nicht zu wenig gedeckt. kontrollierbar U. W. wird ist dieses von kei- Bi- als Teil des Autos bezeichnen kann ist derBerechnung durchführen kann lautet: Kriegsjahre eine nicht unbedeutende Rolle spielte, Tipihpnwl

Bern, Dienstag, 13. Februar 1934 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 12 Dem im Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, erschienenen « Heldenbuch der Arktis », des kiirzfängers «Bratvaag» im Sommer 1930 Andrees hüllt, bis Gunnar Hörn an Bord des Robbenlioh verstorbenen grönländischen Polarforschers Knud Rasmussen, entnehmen wir das folgende letztes Lager auf Vitö, nordöstlich von Spitzbergen, entdeckte. interessante Kapitel : Richard E. Byrd, der erfahrene Arktisflieger, schreibt über die Polarforschung aus Die aufgefundenen Tagebücher machen es möglich, den Flug des «Adler» zu verfolgen. der Luft: Andree musste schon am ersten Tag Ballast «Ein Schauer schüttelt den fliegenden Entdecker, wenn er mit einer Geschwindigkeit abwerfen, weil die Gondel immer wieder aufs Eis schlug. Am nächsten Tag schickte er von 2Y* bis 3 km/St, in der Minute über die vier Taubenposten ab, von denen eine aufgefangen wurde. Die Gondel schleifte wieder Arktis braust. Der Hundeschlitten braucht da unten auf dem verschneiten Land und über das Staueis. Sie hob sich zwar noch Eis einen Monat, um dieselbe Strecke zurückzulegen, über die der Flieger in einem Tage einmal, aber nur für eine kurze Galgenfrist. Am 14. Juli landete Andree bei fast 83 Grad hinjagt. Der Wanderer duldet Mühe und Entnördlicher Breite auf dem Eis nördlich von - behrurtgen, der Flieger sitzt bequem in sei- Spitzbergen, 300 km vom nächsten Land ent- nem Flugzeug. Aber auch er hat viel gewagt. Wenn er zur Notlandung gezwungen wird, mag er körperlich unversehrt bleiben, er weiss doch niemals, ob er seinen Stützpunkt gesund erreichen wird. Diese Gefahr schwindet indes mehr und mehr, je. zuverlässiger unsere Flugzeuge werden; diese sind allerdings nur zu gewissen Zeiten in der Arktis verwendbar. Der Flug ist auch unter den besten Bedingungen weniger sicher als der Marsch. Die Hauptaufgabe des Fliegers liegt beim heutigen Stande der Flugtechnik darin, festzustellen, welche Gegenden wissenschaftlich genauer zu untersuchen sind. Diese feinere Kleinarbeit muss die Schlitten- Expedition leisten, denn die Möglichkeiten "genauer Beobachtung aus der Luft sind begrenzt.» S. A. Andree. So weit sind wir heute auf dem Gebiet des Polarfluges. Den ersten Schritt auf diesem Wege tat der schwedische Ingenieur S. A. Andree vor 35 Jahren. Er hatte sich mit der Technik der Ballonfahrt beschäftigt und fasste den kühnen Gedanken eines Polarfluges. Zu jener Zeit gab es weder lenkbare Luftschiffe noch Flugzeuge. Andree suchte und fand Geldgeber und Hess sich einen Ballon, den «Adler», von 4300 Kubikmeter Inhalt aus bester Seide herstellen. Eine geschlossene Gondel diente als Schlafraum, ihr Dach als Beobachtungsstand. Andree hatte sogar die Möglichkeit entdeckt, den Ballon mit Hilfe von Schleppseilen bis zu einem gewissen Grade lenkbar zu machen. Für den Notfall war er mit einem Segeltuchboot und Reichten Handschlitten ausgerüstet. In Knud Fränkel und Niels Strindberg fand er z.wei mutige Begleiter. Der Flug sollte 1896 von der Däneninsel bei Spitzbergen aus angetreten werden, aber der Aufstieg gelang erst am 11. Juli 1897. Dabei geschah das Unglück, dass die beiden unteren Dritteile der Schleppleinen liegenblieben. Der «Adler» flog ohne sie über das Meer. Am 15. Juli schoss ein norwegischer Robbenfänger eine Brieftaube, die zwei Tage vorher von Andree abgelassen war. 1899 und 1900 wurden zwei Flaschenposten gefunden, die beide am Tag des Aufstiegs abgeworfen waren. Alle später aufgefischten Bojen waren leer. Andrees Schicksal blieb in Dunkel ge- Die ewige Wahrheit. Roman von Oskar Sonnlechner. Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Als sie in dunkler Nacht durch die Waldwege des Mönchsberges heimwärts wanderten, da wusste Jul so manches über die beiden geheimnisvollen Fremden. Sie leben in Batavia und schwärmten von ihrem Bungalowhaus in Parapatan, dem eleganten Wohnviertel der meisten Europäer. Sie erzählten von der sinnberückenden Schönheit des Parkes um ihr Haus, mit seinen Palmen, Orchideen und Riesenfarnen, von dem Zauberreiz der Tropennähe unter dem Leuchten des südlichen Kreuzes, wie das Leben so ganz anders: wie hier, berauschend, bezaubernd, aber auch lähmend und. erschlaffend. Als Arzt wirke er dort, sich vor allem dem Studium der Tropenkrankheiten widmend, und nach seinen nur bescheiden angedeuteten Worten war e. in den Diensten der Regierung der führende Mann seines Berufes, vor allem durch seine Tätigkeit am Militärhospital in Weltevreden. Nun aber, nach ununterbrochenem- siebenjährigem Aufenthalt Arktische Flüge fernt. Er machte sich auf den Weg zum grossen Vorratslager auf Franz-Joseph-Land. Der Weg war unendlich mühselig. Das Eis war von grossen Pfützen bedeckt, von unübersteiglichen Stauwällen und grossen Rinnen offenen Wassers durchzogen. Dazu brachte die Eisdrift die Wanderer immer wieder in falsche Richtung. Andree gibt nach zwölf Tagen, in denen sie zum Teil von erlegten Bären gelebt haben, Franz-Joseph- Land als Ziel auf und strebt den Siebeninseln vor der Nordküste Spitzbergens zu. Auch das misslang, die Drift entführte ihn südwärts. Endlich richteten sich die drei Männer zur Ueberwinterung auf einer Eisscholle ein. Am 15. September kommt Vitö in Sicht. Sie bauen sich auf ihrer Eisscholle, mit der sie östlich an der Küste entlang treiben, eine Schneehütte. Am 2. Oktober scheitert die Eisscholle nahe der Südküste von Vitö. Andree und seine Begleiter gewinnen das Land. Andrees Tagebuch schliesst mit der ersten Oktoberwoche ab. Strindbergs Kalender enthält noch eine Eintragung vom 17. Oktober. Von da an ist Schweigen. Strindberg muss der erste Tote gewesen sein, denn seine Leiche war ordentlich bestattet. Später starben Andree und Fränkel fast gleichzeitig in ihrem Zelt. Sie sind nicht verhungert, sondern wahrscheinlich in ihrer mangelhaften Bekleidung erfroren. Zum Nordpol. Der amerikanische Zeitungsmann W. Wellmann versuchte in den Jahren 1906 und 1909 zweimal vergeblich von Spitzbergen zum Nordpol zu fliegen. 1910 kam eine deutsche Kommission nach Spitzbergen, um die Möglichkeiten des Zeppelinfluges über die Arktis zu prüfen. Der erste Polarflug war dem russischen Leutnant Nagurski vorbehalten. Er startete 1914 mit einem Farman-Wasserflugzeug zu mehreren Flügen von der Kreuzbucht an der Nowaja Semlja. Er überflog sowohl die westlichen Küstenstrecken der Insel als auch Teile des Barrentsmeeres. Amundsen erwarb im Jahre 1922 ein Junkersflugzeug und nahm es an Bord der «Maud» von Seattle nach Norden mit. Er wollte damals die «Maud» an der Wrangelinsel ins Eis setzen und die Polardrift versuchen, änderte aber diesen Plan und landete statt dessen mit dem Piloten Omdahl bei Point Hope, um von da über den Nordpol im Lande, entnervt und zerrüttet, wie jeder Europäer nach so langer Zeit, seien sie nach Europa geflüchtet. Zwei Jahre gedächten sie sich hier aufzuhalten. Aber nicht nur der Erholung, der sie sehr bedürfen, sollen sie gewidmet sein, auch seiner Wissenschaft, dem Studium. Die ersten zwei Monate ihres Urlaubes hätten sie in Leyden verbracht, allein, dort sei er eigentlich mehr Lehrmeister wie Lernender gewesen und habe nicht nur der Jugend, sondern auch seinen gelehrten Kollegen an der dortigen Hochschule über Tropenkrankheiten gelesen. Da wurde selbst er, der sonst so Schweigsame, gesprächig, und seine Augen wurden warm, als er begeistert von seinen Freunden, den Bazillen erzählte, die er mit zahllosen gelehrten Namen aufmarschieren Hess, wie wenn er von den Heerscharen des Himmels spräche. Nun aber gälte neben der Erholung sein Aufenthalt auch den medizinischen Hochburgen in Europa, denn, abgesehen von seinem Fach, sei doch hier einzig und allein die Möglichkeit gegeben, sich zu vervollkommnen. Morgen sei er für einen Tag bei Professor Obergehtmann in München, wohl einem der bedeutendsten Bakteriologen Europas. Er freue sich schon. «Denken Sie bei Ihren Plänen nicht auch an Wien, Herr Doktor?» Das leise Zittern seiner Stimme fühlte Jul bei der scheinbar nach Spitzbergen zu fliegen. Im Mai 1923 war alles klar, da ging das Flugzeug bei einem Probeflug entzwei. In jenem Frühjahr 1923 hielt sich der Schweizer Walter Mittelholzer auf Spitzbergen auf, um Amundsen nötigenfalls zu Hilfe zu kommen. Er hat sich durch seine vortrefflichen Flugaufnahmen von Spitzbergen einen Namen gemacht. 1924 sandte die Universität Oxford ihre dritte arktische Expedition unter George Binney aus. Spitzbergen war der Stützpunkt für einige Flüge mit dem Wasserflugzeug zum Zweck der Vermessung durch Aufnahmen. Der berühmte Nordpolflug von Amundsen und Ellsworth leitet im Jahre 1925 einen neuen Abschnitt der Polarfliegerei ein; Amundsen und Ellsworth starteten mit zwei Dornierwalen am 21. Mai 1925 von der Königsbucht auf Spitzbergen. Sie hatten in Riiser Larsen, Omdahl und Dietrichsen hervorragende Piloten gewonnen. Nach achtstündigem Flug, als eigentlich ihrer Berechnung nach der Nordpol erreicht sein sollte, mussten sie in der ersten offenen Wake wassern, die kaum gross genug war, die beiden Flugzeuge aufzunehmen. Die Hälfte des Treibstoffes war verbraucht. Der Misserfolg war der Abdrift durch heftigen Wind zuzuschreiben. Die Landungsstelle lag bei 87 ° 44' nördlicher Breite. Ehe die Flugzeuge wieder aufsteigen konnten, war die Wake zugefroren. Es kostete 25 Tage harter Arbeit, den Platz notdürftig für den Start zu ebnen. Das eine Flugzeug wurde zurückgelassen, das andere stieg mit sechs Mann an Bord nach fünf lebensgefährlichen Startversuchen endlich auf. Wäre das Flugzeug nicht hochgekommen, so hätten Amundsen und Ellsworth nach dem 700 km entfernten Grönland wandern müssen. Es ist sehr zweifelhaft, ob ihnen das gelungen wäre. Das Flugzeug landete wohlbehalten in der Königsbucht. Es hatte 100 000 Quadratkilometer unbekannte Erdoberfläche überflogen, ohne Land zu sichten. Zwei Echolotungen am Landungsplatz hatten eine Tiefe von 3750 m ergeben, bestätigten also Nansens Annahme eines tiefen Polarbeckens. Richard Byrd unternahm als Mitglied der Mc Millan-Expedition im Jahre 1925 seine ersten Arktisflüge von Etah über Ellesmereland zum Heurekasund und beschloss seine Versuche mit dem ersten Flug über das Inlandeis Grönlands. Er benutzte ein sogenanntes Amphibium, das sowohl landen als wassern kann. Seine Flüge führten zum grössten Teil über bekanntes Gebiet, hatten also nur fliegerische, aber keine geographische Bedeutung. Byrd flog aber dann am 9. Mai 1926 mit dem Piloten Boyd Benett von der Königsbucht auf Spitzbergen zum Nordpol. Er legte die Entfernung von 1400 km in acht Stunden zurück. Damit wurde zum erstenmal ein Erdpol überflogen. Das Unternehmen war vom Wetter begünstigt, das Flugzeug kehrte ohne Abweichung von der Strecke zielsicher an den Startplatz in der Königsbucht zurück. Im gleichen Jahre flogen auch Amundsen und Ellsworth mit dem Luftschiff «Norge» über den Nordpol. Sie wählten den Flugweg über bisher unbekanntes Gebiet und bestätigten die Annahme eines tiefen Polarbeckens. unverfänglichen Frage, und seine Augen mieden die schöne Frau, die schweigend ihm gegenüber sass. «Ich denke vielleicht auch an Wien, aber nicht in der nächsten Zeit.» Mit gesenktem Kopf lauschte der junge Offizier, und tausend Gedanken wirbelten ihm durch das Hirn. Schweigend horchte sie den beiden Männern, nur hie und da ein Wort, einen Satz einwerfend, bis sie langsam von sich selbst zu erzählen begann. «Kennen Sie Canterbury? Oh, es ist auch sehr schön. Dort ist meine Heimat.» Und mit warmen Worten, fast schwärmend, erzählte sie von den endlosen Weiden und Wiesenflächen an den Ufern des klarrieselnden Stour, von den engen Strassen mit den hohen Giebeldächern und Spitzfenstern, an die sie gerade hier in Salzburg so sehr erinnert werde, und dass ihr diese ruhige Einfachheit mehr sage, wie aller Tropenzauber. Als junges Mädchen kam sie mit ihrem Vater nach Singapore, als sein Regi- Meine Berge Von Rudolf Faes. Dort seh' ich der Berge erhabenen Kranz, Getaucht in den abendlich purpurnen Glanz Der scheidenden Sonne, die sachte versinkt.» Und schon an dem Himmel, dem dunkelnden, blinkt Erwachender Sterne mildglänzendes Licht, Das golden in schimmernden Gletschern sich bricht. Auch hab' ich im Kampfe sie oftmals erblickt, Von grollenden, flammenden Blitzen umzuckt, Von Donner bedrängt und von Wolken bestürmt, Die finster sich um ihre Häupter getürmt. Doch, war dann vorüber die tosende Schlacht, Erstrahlten sie vor mir in einstiger Pracht. Und fragt ihr, warum auch das herbste Geschick Nicht trüben mir konnte den mutigen Blick, Dann schau' ich empor zu dem trotzigen Kreis Der Firne und geb' das Geheimnis euch preis: Ich trage das Bild meiner Berge so hehr, Im Leben durch all meine Tage einher! Die «Norge» war in Italien unter Leitung des Generals Umberto Nobile gebaut. Nobile selbst steuerte das Luftschiff während des Polarfluges. Die «Norge» war 120 m lang und hatte 20 Tonnen Luftverdrängung. Drei Motoren zu je 250 Pferdekräften gaben ihr einen Bewegungsbereich von 5600 km Halbmesser, 70 Fahrtstunden je 80 km gerechnet Am 11. März 1926 war alles klar zum Aufstieg. Die Ausrüstung bestand aus Zelten, Schlafsäcken, Jagdgewehren mit Schiessbedarf, Schlitten und einem grossen Segeltuchboot, die Verpflegung aus Pemmikan, Schokolade, Haferkeks und Milchpulver, alles für 16 Köpfe auf zwei Monate berechnet. Ellsworth schreibt: «Zwei Stunden nach dem Start von der Königsbucht waren wir über dem Packeis. Herrliches Wetter! Die Sonne schien grell, der walfischförmige Schatten der .Norge' glitt über die glitzernde Schneefläche. Nur- an einzelnen Stellen hatte der Wind das Eis in offenen Waken aufgestaut. Drei Weisswale wälzten sich unter dem schützenden Schild einer Eisscholle. Einige Eisbären schwammen in den Waken und Hessen beim Tauchen das Wasser in Säulen aufspritzen. Bei 83^ Grad nördlicher Breite verloren wir die Gipfel von Spitzbergen aus Sicht. Damit war das letzte Stück der lebendigen Welt verschwunden. Nebelbänke deckten stellenweise die Eissfläche und bauschten sich unter uns wie ein Meer flockiger Wolle. Beim 88. Breitengrad gingen wir von 1800 auf 3000 Meter Höhe, um über dem Nebel zu bleiben. Drei Stunden später näherten wir uns schon dem Pol. Der Nebel war verschwunden, die Sonne schien hell. Es war windstill. Der Navigationsoffizier hatte die letzten Stunden mit seinem Sextanten an einem der Steuerbordfenster zugebracht. Plötzlich rief er: ,Wir sind da!' Wir stellten die Motoren ab und gingen auf 300 m herunter. Mit ent- ment dorthin versetzt wurde. Bis sie im Hafen von Batavia und im Hafen der Ehe landete. «Sie leben in Wien?» Wie aus einem Traum aufgestört hörte Jul die Frage ihres Mannes. «Man sagt, eine schöne Stadt.» Nun erzählte er. In schwärmerischen Worten überbot er sich, mit "leuchtenden Augen stieg vor seinen Zuhörern ein Paradies auf, an das nichts in dieser Welt heranreiche, und als er in begeisterter Beredsamkeit nichts mehr zu bieten vermochte, da fiel ihm zum Glück noch die medizinische Fakultät ein... die medizinische Fakultät... die Nährmutter alles Wissens, der Brunnen aller Weisheit, an der kein Arzt vorübergehen dürfe. Und wartete auf eine Antwort... die nicht kam. Aber Jul gab seine geheimen Hoffnungen nicht auf, und mit flammenden Worten fuhr er in seinen verführerischen Schilderungen fort, erinnerte sie an die Bedeutung von Wien als führende Musikstadt, der Stadt, in der Beethoven, Mozart, Haydn und Franz Schubert den Weg der Unsterblichkeit gegangen, der Stadt, die die Wiege eines Johann Strauss gewesen, und wer nicht den Klängen eines Walzers an den Hängen des Wiener Waldes gelauscht, der habe die berauschende Süssigkeit dieser Musik niemals wahrhaft empfunden... es sei doch unmöglich, das sie einstmals heimkehren, ohne in Wien gewesen zu sein... aber da waren es nur die Augen der schönen Frau, die bei seinen Erzählungen aufleuchteten. «Nur deshalb möchte ich in Wien gewesen sein.» (Fortsetzung folgt.)