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E_1934_Zeitung_Nr.018

E_1934_Zeitung_Nr.018

16 AUTOMOBIL-REVUE,

16 AUTOMOBIL-REVUE, 1934 - N° 18 Eine neue schweizer. Verkehrsfibel Erziehung zur Verkehrssicherheit durch Denkarbeit. Der stets zunehmende Verkehr hat auch das Problem der richtigen Verkehrserziehung der Jugend sehr kompliziert. Das Schulkind ist nicht nur in der Stadt, sondern auch im ländlichen Bezirk gewissen Gefahren ausgesetzt, die unsere moderne Zeit mit sich gebracht hat. Die Strasse ist nicht mehr Tummelplatz wie einst. Gedankenlosigkeit und Nachlässigkeit haben sich schon bitter gerächt. Lehrer und Verkehrsfachleute setzten sich schon oft mit dem Problem der zeitgemässen Verkehrserziehung der Jugendlichen auseinander, teils mit mehr, teils mit weniger Erfolg. In vielen Schulen werden auch erfreuliche Anstrengungen gemacht, den Jugendlichen dahinzubringen, auf der Strasse grösste Vorsicht anzuwenden. Auch verschiedene Verkehrsschriften sind zum gleichen Zweck schon verfassf worden. Viele hatten indessen den Nachteil, bloss in trockenen Mahnreden zu belehren und dem Schüler die Regeln somit aufzuzwängen. So kam es meist zu einem flüchtigen Einprägen, das im Gedächtnis keine haftenden Eindrücke hinterliess. Erfreuliche Ansätze zu einer grundlegend anderen Auffassung von der Verkehrerziehung zeigt eine* soeben im Verlag H. R. Sauerländer & Co., Aarau, herausgekommene Verkehrsfibel von Fr. Aebli und Heim. Pfenninger. Das «Rechts-Links-Rechts» betitelte Buch macht sich die Erkenntnisse moderner Pädagogik zunutze und versucht auf ebenso neuen wie originellen Wegen sein Ziel zu erreichen. Wir zweifeln nicht am Erfolg, denn die Verfasser bemühen sich, den jungen Menschen die Verkehrsbelehrung selbst erarbeiten zu lassen. Man übergibt ihm gewissermassen die Verantwortung, sich allein durch die Tücken des Verkehrs, wie sie in dem Buch dargestellt sind, hindurchzufinden und erzieht ihn also zur Verkehrssicherheit durch Denkarbeit. Es ist erfreulich, dass die Schweiz in dieser neuartigen Verkehrsschulung vorangeht und auch dem Auslande den Weg weisen kann, in welcher Art die keineswegs einfache Aufgabe angefasst werden muss. Das glänzend ausgestattete Buch, das mit den dankbaren Mitteln der Zeichnung und Photographie arbeitet, ist von einer verblüffenden Reichhaltigkeit und einem erfreulichen Ideengehalt. Die verschiedensten Aufgaben werden gestellt, die nicht nur den Schüler, sondern sogar noch den Erwachsenen zur Lösung reizen müssen. Da wird eine Stadt im Baukastenstil gezeigt, und der Schüler hat nun eine grosse Anzahl von Verkehrstafeln richtig einzusetzen. Er muss gefährliche Ecken und Kreuzungen anhand besonderer Zeichnungen herausfinden, Texte mit Zeichnungen kombinieren, Strassenaufnahmen bei Tag- und Nacht herausfinden usw. Um zu zeigen, von welcher Originalität und Anschaulichkeit das Buch ist-, veröffentlichen wir mit freundlicher Erlaubnis des Sauerländer-Verlages eine ganze Bilderseite mit dem Text und der Auflösung. Der geneigte Leser wird sich dabei ertappen, wie er selbst mit Freude sich an die Lösung der reizvollen und sehr belehrenden Aufgabe macht: Ein Geldstück brennt durch. — Der Krankenwagen wird unnötig. Hätte ich..., dann... Du hast sicher schon einmal ein Geldstück verloren. Nachher kamen die Vorwürfe: Hätte ich's nur besser versorgt. Hätte ich besser aufgepasst! — Ein Unfall! — Krankenwagen — Arzt — Schmerzen — sechs Wochen Krankenhaue — und genau (!ie gleichen Selbstanklagen, wie beim Geldverlieren. Oft sind die tiefern Ursachen aber gar nicht auf der Unfallstellft erkenntlich. Es sind Kleinigkeiten, die wir nur zu gerne übersehen. Wir haben nun etliche solche kleine Sünden « versteckt • aufgeschrieben. Auf dein Bild wirst du immer ein zugehöriges Bild finden, das dir das Enträtseln bedeutend erleichtern wird: 1. Eine kleine Unterhaltung, die nicht gesprochen, sondern nur gedacht wird. Du: «Schon? — Ich könnte ihn an die Wand schmeissen. — So schön warm. — Puh! — Nur noch einen Augenblick!» — Er (suche sein Bild!): «Ich "warne dich! Bedenke die Hetze! Den Laufschritt über den belebten Platz! Den Sprung auf die fahrende Strassenbahn! Es wäre nun. doch ...! —» 2. Diese stumme Unterhaltung würde nie stattfinden, wenn vorher der nach links gerichtete Winkel (Wo bin ich?) als Warner beachtet würde. Er mahnt: «Nun ist's aber...!» 3. Reg dich nicht auf, sonst kommst du in die Gefahr, dieselbe moderne Krankheit zu zeigen, wie der Bedauernswerte auf dem dritten Bilde. 'Sie heisst... 4. Ich. bin dein geduldiger Diener. Deine frohe Stimmung sinkt zwar meistens, wenn du mich in Gebrauch setzest. Wenn du mich aber wie einen Hut behandelst, bin ich dir gefährlich. Ich riegle dir nämlich die Möglichkeit ab. Gefahren der Strasso rechtzeitig zu erkennen. 5. Ich bin eigentlich ein Bilderrätsel. Fast ebenso rätselhaft scheinen Unfälle, die von solchen Menschen verursacht werden. Dass diese scheinbar unmögliche Menschenart doch noch sehr häufig angetroffen wird, beweist der bekannte Ausspruch: Er hat... 6. Ich bin ein starker Kerl und 'werfe den bäumigsten Mann in den Graben, wenn er sich mit mir tüchtig befreundet. Ich bin aber auch ein tiefgründiges Gewässer, denn in mir ertrinken mehr Mensehen .jährlich, als in allen Seen des Landes zusammen. 7. Jedes Ding an seinen Platz! Mich bitte nie auf den Strassen benützen, sonst verliere ich meine lederne Gutmütigkeit und werde den Benutzern plötzlich gefährlich. 8. Zahme Pferde sind begehrt. Ich bin so lange zahm, als meine Schnelligkeit- nicht übertrieben wird. Wer mich zu Rekordzwecken missbraucht, wird von mir eines Tages mit Schwung in den Graben geworfen. Meine Knochen werden dann vielleicht verbogen, deine zerbrochen! 9. Ein Bild nach Feierabend. Ein Turnplatz für junge Leute, die einen längern Aufenthalt im Krankenhaus nicht fürchten. Oder am Ende doch? Dann verschwindet Tasch von diesem Schauplatz! 10. Dreiviertel Jahre liegen wir im Schrank und warten auf unsere Jahreszeit. Dann verlangen wir aber die richtige Unterlage. Wir sind keine Strassenbenützer! Merkt's euch! 11. Kinder ziehen uns mit dem grössten Vergnügen den Balg ab. Wenn sie ihn aber,hernach auf den Gehsteig werfen, sind wir besonders für ältere Leute eine grosse Gefahr. Kennst Du das Wörtlein «Rücksicht»? Dann versorge den Balg am rechten Ort! 12. Wir sind reitende Diener. Unsere Herrschaften gehen nie ohne uns spazieren. Vergessen sie einmal unsere Begleitung, dann kann nur die äusserste Vorsieh sie vor Unfällen bewahren. 13. Wir sind so wenig wert, wie unsere Verslein. Wer nach uns im Strassenstaub jagt, achtet sein junges Leben nicht besonders hoch. 14. Weil wir besonders gefährliche Gesellen sind, hat uns die Polizei das Mitfahren Fahrrad verboten. Suchet noch andere Ursachen für Unfälle! auf dem Die Lösungen: Zu Text 1 gehört Bild N. Das Gespräch spielt sich rwischen Bub und Wecker ab. Der Wecker ruft: «Es wäre nun doch Zeit zum Aufstehen!» Eilende werden oft Opfer des Verkehrs. Zu Text 2 gehört Bild E. «Nun ist's aber Zeit, ins Bett zu gehen!» Leute, die spät zum Schlafe kommen, sind am Morgen oft müde und deshalb unachtsam. Zu Text 3 gehört Bild 0. Die moderne Krankheit heisst Nervosität. Der Lärm der Großstadt, Verkehr, das hastige Leben, eu wenig Schlaf usw. lassen unsere Nerven rasch erschlaffen. Nervöse Leute wissen sich, in einer schlimmen Lage auf der Strasse, nicht zu helfen. Zu Text 4 gehört Bild H. Regenwetter löst bei vielen Leuten eine gedämpfte Stimmung aus. Bei geöffnetem Schirm verdopple deine Achtsamkeit, denn dein Schutzdach beraubt dich der Sicht! Zu Text 5 gehört J. Er hat den Kopf verloren. Schüler, die jeden Tag irgend etwas vergessen, sind Vertreter dieser Menschensorte. Zu Text 6 gehört K. Der Alkohol im Wein, Bier und Schnaps ist ein gefährliches Gift, das die Nerven der Menschen für eine Zeitspanne lähmt. Je länger du in deinem Leben jeden Tropfen Alkohol meidest, desto besser ist es für dich! Trinkst du nie in deinem Leben, so bist du noch schlauer! Zu Text 7 gehört Bild G. Fussball. Die Strasse ist kein Spielplatz! Fussgänger werden häufig von fussballspielenden Kindern belästigt (Kleider beschmutzt). Zu Text 8 gehört Bild M. Diese Warnung soll besonders von radfahrend^n Schülern, Bäcker- und Metzgerburschen beachtet werden! Zu Text 9 gehört L. Bauplätze sind keine Spielplätze! Ueberall lauert die Gefahr: Kippende Bretter, umstürzende Bretterhaufen, Maschinen usw Zu Text 10 gehört G. Schlittschuhlauf und Eishockey bitte auf dem Eisfeld ausführen, nicht auf der Strasse! Zu Text 11 gehört B. Bananenschalen, Obst- Teste und alle Abfälle gehören in die Abfallkiste. Zu Text 12 gehört D. Ein Brillenträger sollte sich vor jedem Ausgang versichern, ob er seine treue Begleiterin auch wirklich bei sich trägt! Zu Text 13 gehört F. Auf dem Lande besteht noch an vielen Orten die Unsitte, dass bei Hochzeiten eingewickelte Bonbons (Feuersteine), aus den Hochzeitswagen der Jugend zugeworfen werden. Beim Einsammeln dieser Zahnverderber ist schon manches Kind unter die Räder geraten. Zu Text 14 gehört A. Leute, die Sensen, Sägen usw tragen, gehen zu Fuss. Das Mitführen dieser gefährlichen Werkzeuge auf Fahrrädern ist verboten! Weitere tiefere Ursachen zu Verkehrsunfällen sind: Unordnung, überanspruchte Kräfte (in beiden Händen schwere Koffer), Höhlen in Sandhaufen, Spiele am Treppengeländer usw. Das obige originelle Beispiel soll, wie gesagt, die Art veranschaulichen, mit der die Verfasser den Kampf gegen die Unfallgefahren der Strasse aufgenommen haben. Durch tätige Mitarbeit, durch Beobachtung und Erkenntnis werden die Kinder zu aufmerksamen Verkehrsbenützern erzogen. Eine Verkehrsfibel, zu der man von Herzen « Ja» sagen kann ! bo. -Verlag. Administration, Druck und Clicherie: HALLWAG A.-G. Halleische Buchdruckerei und Wagnersche Veriagsanstalt, Bern. Büchertisch « Der Vater kümmert sich Ja doch nicht um den Knaben...». Ja, igibt es denn wirklich solche Väter? Dass dem leider so ist, zeigt uns Herr Stauber, Berufsberater, in einem Artikel, der im Februar der Eltern-ZeitschTift (Verlag: Art. Institut Orell Füssli) veröffentlicht ist. Dia Ausführungen lassen aber auch erkennen, welch segensreiche Arbeit die Berufsberatung zu leisten vermag und wie es oft nur der Versetzung einos jungen Menschen an den richtigen Ort bedarf, um seinem Leben einen neuen innern Halt zu geben. Im gleichen Heft versucht ein Mitarbeiter, den Lesern zu beweisen, dass der Humor, am richtigen Ort und zur rechten Zeit angewandt, als wertvoller Helfer in den Dienst der Erziehung gestellt werden kann. Ein weiterer Artikel unter dem Titel « Mutti, du machst mich nervös » stellt einen Warnruf dar: « Sorgt für eine bessere Schonung der Nervenkraft unserer Kinder » Es folgen Beiträge zum « Vater- und Sohn-Problem », zu der leidigen Gewohnheit des « Nichtrechtzeitig-Aufstehens » am Morgen etc., kurz, eine ganze Fülle von gutem Rat. Wien. Ein Bilderbuch von I. N. Zavadier, herausgegeben vom Amalthea-Verlag, Zürich. Wien ist wohl die populärste aller Grossstädte. Prater, Schönbrunn, Stephansdom — alles Dinge, die jedem wohlvertraut sind und die durch die unsterblichen Walzer ewigen Ruhm erlangt haben. Wer möchte wohl nicht einmal sehen, wie Wien, die Stadt der Lieder, in Wirklichkeit aussieht ? Wem aber Mittel oder Zeit fehlen, selbst nach Wien zu fahren, der greife ganz einfach zum prächtigen Bilderbuch von Wien, das mit 52 ganzseitigen Photographien einen wunderbaren Einblick in das Aussehen und die Sehenswürdigkeiten der Stadt vermittelt. Die Bilder sind mit viel Geschmack ausgewählt und es ist ein Hochgenuss, in diesem Buche zu blättern. Der Reiz des Bilderbuches wird noch dadurch erhöht, dass die Abbildungen nicht durch langweiligen Text erklärt werden, sondern der Verfasser sekundiert sie mit Gedichten, die der Poesie der Bilder in nichts nachstehen und oft stark lyrische Wirkung haben. Das Buch ist somit ein wahres Kleinod. lz. Griebens Reiseführer der Schweiz 1933. Kleine Ausgabe, 32. Auflage. Dieser Führer dürfte allen den, die die Schweiz bereisen wollen, ein vorzüglicher Begleiter sein. Das erste Kapitel enthält praktische Vorbemerkungen und kleinere Angaben, die man unbedingt wissen muss. wenn man ein fremdes Land besucht. Dann folgen einige Tourenvorschläge und als dritter und wichtigster Teil die Beschreibung der einzelnen Landesteila mit all den vielen Details, die der Benutzer von einem guten Reiseführer verlangt. Der Text wird ergänzt durch 7 Karten und zahlreiche Stadtpläne. Der Führer eignet sich auch für Automobilisten, da von den Hauptstrassen jeweils kurze, aber treffende Routenbeschreibungen existieren. Das kleine handliche Format und der biegsame Deckel ermöglichen es, den Führer bequem in der Tasche mit sich zu tragen. lz. D.T.C.-Autoführer Deutschland. Handbuch 1933 des Deutschon Touring-Club, 4 Bände, herausgegeben vom Iro-Verlag, München. Unter den grossen autotouristischen Neuerscheinungen ist auch der Autoführer des Deutschen Touring-Clubs zu erwähnen, der dieses Jahre das erste und wohl auch das letzte Mal erschienen ist, da dieser Club mit den übrigen Automobilclubs von Deutschland gleichgeschaltet wurde. Das ganze Werk ist auf sehr breiter Basis angelegt und kann als einer der gründlichsten Automobilführer von Deutschland angesehen werden. Jeder der vier Band« enthält ein ausführliches Kartenwerk im Massstat von 1:250,000; dann folgen ungefähr 150 Seiten mit Streckenbeschreibungen und anschliessend ein Ortsregister, welches auch eine grosse Anzahl von prächtig aufgenommenen Photographien der Landschaften. Städte und Gebäude enthält. lz. Humor «Sie, Schwindler! Zuerst haben Sie behauptet, das sei ein Wagen mit schwebendem MotOT, und jetzt geht das Auto doch unter! » Die Drahtseilkünstler unternehmen einen Ausflug-

Autosektion St. Qallen-Apponzell Generalversammlung. Trotz aller bisheriger Erfolge hat die Sektion offenbar eine Instanz noch, nicht für ihre Sache gewinnen können, und das ist der Wettergott. Es gehört nun bald zur Regel, dass die Hauptversammlung des Jahres immer mit irgendeiner Wettermisere bedacht wird. Wenn am Sonntag, trotz dem wenig einladenden Schneegestöber und den in Schmutz starrenden Stras- 6en, dennoch alle Kantonsgebiete mit grösseren oder kleineren Gruppen aufrückten, so darf das immerhin als Erfolg gebucht werden. Dies um so mehr, als, wie Herr Gerichtspräsident Lutz bei seiner herzlichen Begrüssung ausführte, keine; ausserordentlichen Geschäfte vorlagen, sondern nur die üblichen, vielfach mehr formellen und administrativen Traktanden zu erledigen waren. Wir leben heute in einer politisch bewegten Zeit Der Parlamentarismus ist weitherum in Mieskredit geraten, denn seine vielfach leerlaufenden Mühlen werden höchstens noch auf der Galerie gschätzt, für deren Unterhaltung stundenweise debattiert wird. Wenn wir uns hier einen kleinen politischen Exkurs gestatten, so nur deshalb, weil wir wünschen möchten^ die parlamentarischen Vielredner könnten gelegentlich an einer solchen Generalversammlung teilnehmen. In bezug auf die : Führung der Verhandlungen, die sicher geleitete nnd knapp gehaltene Debatte, Mitarbeit und Disziplin der «Ratskollegen» könnte da noch mancher viel lernen. So erhielt auch die trockenste Materie eine interessante Belebung, und bei alier Wahrung der so viel gerühmten, aber auch viel - missbrauchten Rede- und Versammlungsfreiheit schritten die Verhandlungen munter fort und waren auch zur allgemeinen Zufriedenheit innert nützlicher Frist abgeschlossen. Der bereits im Mitgliederverzeichnis veröffentlichte Jahresbericht, wie auch das präzis formulierte Protokoll der letzten Generalversammlung, fanden stillschweigende Zustimmung. Die Jah'resr echnu n g, die mit einem an den jetzigen Zeitläufen gemessen recht erfreulichen Aktivsaldo abschloss, wurde von den Revisoren gebühr rend gewürdigt. Die uneigennützige Arbeit des Kassiers, wie auch der übrigen in der Sektionsleitung tätigen Herren, sichert dem Club trotz allen äusseren Schwierigkeiten eine gedeihliche, man möchte fast sagen geruhsame Weiterentwicklung. Das Budget 193 4, das einen recht vorsichtig bemessenen und deshalb bescheidenen Vorschlags voraussagt, fand antragsgemässe Genehmigung. Der geringe in Aussicht genommene Ueberschuss ist '^r allem darauf zurückzuführen, dass den Orts- _ r u p p e n eine vermehrte finanzielle Unterstützung von der Sektionskasse aus zukommen soll. Dabei wurde dieser Beitrag recht geschickt abeestuft, und zwar so, dass die kleinsten Gruppen die höchsten Subventionen erhalten, damit sie ihren vielseitigen Aufgaben eher gerecht werden können.- Um sie andererseits aber doch von MutteTs Schosse zipfel und Fleischtöpfen etwas unabhängig werden zu lassen, variiert der Zuschuss auch, je nachdem ob die Ortsgruppen noch eigene Beiträge erheben oder nicht Hier allerdings müssen wir in bezug auf die obenerwähnten parlamentarischen Tugenden doch eine Einschränkung machen, "denn die Grup-i pen befolgten getreulich das Beispiel der Kantone und der nationalen Wirtschaftsgruppen, indem sie versuchten, vom Finanzminister so viel an Beiträgen erhältlich zu machen, wie irgendwie möglich war. In wieweit nun die Neuregelung die Sektion finanziell beanspruche« wird, ergibt sich bei der nächstjährigen Abrechnung. Gewisse Bedenken in bezug auf eine Ueherlastung der Sektion sind vielleicht doch nicht ganz von der Hand zu weisen. Die SHzungsselder und Reiseentschädigungen für Vorstand und Subkommissionen sowie die Gratifikation an den Kassier wur- -^•m bei den bisherigen Ansätzen belassen. Sie sind ** angesetzt, dass sie einen Abbau kaum mehr ertragen, wenn sie überhaupt ihren Zweck, reine Barauslagen zu decken, nicht auch verlieren sollen. t N° 18 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 11 T. C. S. Das Publikationsorgan bleibt bis Ende 1935 die « A u t o m o b i 1 - R e v u e », die sich nach bestem Können bestreben wird, sich der an ihre Adresse gerichteten Anerkennung auch würdig zu erweisen. Der Vorsitzende teilt mit. dass Bestrebungen zur Schaffung eines einheitlichen Organs für alle deutsebopre^henden Sektionen im Gange sind, über deren Erfolg und Auswirkungen aber nch kein UHeil abgegeben werden könne. Der Jahresbeitrag bleibt mit Fr. 20.— für Automobilisten und Fr. 16.— für Motorradfahrer der bisherige. Erfreulicherweise sind aber van Jahr zu Jahr die Leistungen des Kantonalvorstandes seinen Mitgliedern gesrenüher angewachsen. Da der Vorstand ieweiiPD auf zwei Jahre bestellt wird, so sind nur Ersptzwahlen zu treffen. An Stelle des amtsmüden Präsidenten der Ortsgruppe Appenzell tritt sein Nachfolger im Amte, Herr J. Brülisauer. Ferner scheidet Herr Locher jun. aus der Clubleitung aus, doch bleibt sein. Mandat vorläufig unbesetzt. Der Vr-r.«fand hofft nämlich immer noch* dass es mit der Zeit noch eine Ortsgruppe Rheintal geben werde, deren Leiter alsdann die nunmehrige Vakanz in der Reihe der Beisitzer ausfüllen könnte. Im übrigen bleibt die Zusammensetzung des Vorstandes und des Arbeitsausschusses wie auch der Subkommissionen die nämliche. Als Ort der nächsten Tagung erhält unter zwei Vorschlägen Wil den Vorzug. Die freundschaftlichen Winke, dass die dortige Bürgerwurst als Spezialität weitherum geschätzt sei, werden sich hoffentlich die Wiler notiert haben, denn die Unentwegten, welche allen Wettern und sonstigen Umständen zum Trotz immer wieder an der Generalversammlung erscheinen, haben gewiss eine Stärkung sehr wohl verdient. Nachdem in der Umfrage Herr Weyermann- Tobler im Namen der Lokalpresse und des A. C. S die Versammlung willkommen geheissen hatte, nahm der Vorstand noch eine Anregung entgegen die Generalversammlung mit Rücksicht auf die Automobilisten, die ihr Fahrzeug erst vom zweiten Quartal an löse«, nach dem 1. April anzuberaumen Der Vorschlag, die Jahresabrechnung und Budget den Mitgliedern vorgängig der Versammlung gedrückt zuzustellen, fand wenig Gegenliebe, indem die Meinung vorherrschte, es genüge, wenn diejenigen Mitglieder darüber orientiert würden, welche sich auch an die Tagung bemühen. In gewaltigem Kontrast zu dem Sonntagswetter in Wattwil stand der Lichtbilder-Vortrag von Ing. Hügli über eine M i 11 e \ m e e r f a h r t. die ihn im letzten Sommer über 7000 km weit nach den interessantesten Uferländern führte. Prächtige, farbenfrohe Aufnahmen und eine kurzweilige Reiseschilderung mochte bei manchem Zuhörer den Wunsch wachgerufen haben, die gelobten und zum. Teil noch wenig bekannten Länder und Reiche fremder Stämme seihst zu besuchen. AUTOSEKTION ZÜRICH, c Eine Fahrt an die blaut Adrla.» Samstag don 3. März startete die Zürcher Sektion des T. C S„ diesmal nicht per Autos, sondern per Dampfer, an die schöne blaue Adria. Es war ein Jahresfest wie noch nie; die schwer zu dekorierende Tonhalle hatt für diesesmal Ruhe; dafür wurden die gastlichen Räume des Grand-Hotel Dolder mit Beschlag belegt, und es zeigte sich eindeutig, dass dieses Hotel solchen Veranstaltungen in allen Teilen gerecht zu werden vermag. Ob es im Freien auch schneite und guselte: in Dalmatien herrschte eitel Freude und Sonnenschein. Schon der Auftakt zu diesem solennen Fest war. ein Erlebnis; die Ehrengäste wurden in einem vornehmen jugoslavischen Heim nach des Landes Sitte;..und Gebrauch empfangen und bewirtet. Reizende Damen in malerischen jugoslavischen Kostümen kredenzten ihre heimatlichen Spezialitäten, vorab den duftenden Slivovic, ein doppelt gebranntes Zwetschenwasser, das bei einem Empfang nicht fehlen darf. Es ging gegen 20 Uhr. Irgendwo ertönte eine Dampfersirene, das Zeichen zum Start. Gegen 2000 Personen schifften sich in Hast und Eile an Bord"" c S/S Krajica Mari ja » ein; alle Passagiere, ob Damen oder Herren, trugen die Dalmatinska Kapa, eine; originelle schwarz-rote Mütze, das Wahrzeichen südländischer Fröhlichkeit. Wuchtig überragte der Aufbau der Kommandobrücke das blanke, wimpelgescfynückte Promenadendeck, auf dem sich die Passagiere tanzend und promenierend unterhielten. Plötzlich stand man unter Orangen und jCitronen; ihr Duft drang einem in sämtliche Poren. Durch die hellen Fenster der «Opcinska Käfana » in Dubrovnik, dieses vornehmen Restaurants, konnte man einen Streifen der Adria erblicken; stolz und selbstbewusst aber schritt man durch "die mit kostbaren Teppichen behangenen Hallen,,des Kaisers Diokletian in Split. Eine kleine entzückende mohammedanische Kafana, die einem durch, die Sendung eines würzigen Mokkaduftes schon weithin ihren Standort kundgab, lud zu echt türkischem Kaffee ein. Auf bequemen orientalischen Sitzgelegenheiten schlürfte man dieses kostbare Getränk, das doppelt mundete, wenn man sich dem Genuss einer echten mazedonischen Zigarette hingab. Die .Passagiere aber, die keine Reise tun können, ohne schwerbeladen mit Andenken aller Art die Zuhäusegebliebenen zu erfreuen, fanden reichlich Gelegenheit, ihre Gelüste mit ihrem überall in Zahlung genommenen, Schweizergeld im mohammedanischen Bazar zu befriedigen; entzückende echte Nippsachen waren die Fülle und preiswert vorhanden. .Eine Reise zur See ohne Ueberraschungen gibt es auch -an -der dalmatinischen Küste nicht, nein, was dort geboten wurde, überbot alle an eine Meerfahrt gestellten Erwartungen. Plötzlich tauchten wohl ein Dutzend Balaleikavirtuosen auf; ein jugoslavjscher Heldentenor sang Lieder seiner Heimat und besonders wirkungsvoll waren die jugoslavischen iVblkstänze. und die Darbietungen der Zürcher Bewegungsschule Moor. Alles in allem: es war ein schöner Abend, und wenn auch der Conferencier des Balles,, Carl Goldner vom. Stadttheater, die Besucher der Steifheit bezichtigte, so hatte dieser Vorwurf bestimmt weder Organisatoren noch Mitwirkende, sondern einzig und allein das Publikum getroffen, das vor lauter Staunen gar keine Möglichkeit" fand, sich in den mancherlei; Darbietungen in der, ihm, zur Verfügung stehenden kurzen Zeit 2U> re$i,tz.uf|nden,. Denn alle empfanden dieses Fest als ein: Mfi£cfren aus 1001' Nacnt. Alles was man gesehen", "war süpponiert, war Trauni. Echt war tlie~ Herzlichkeit, mit der sich Jugoslaven und Schweizer hegrüssten und unterhielten und Freundschaften nach allen Seiten schlössen. Echt aber war auch die von den Fiatwerken als Lospreis gestiftete Baliila, die auf Losnummer 378 fiel und mit der der trlficklirhe Gewinner sicherlich eine Fahrt ins schSne Dalmatien an die ewig blaue Adria unternehmen wird, damit der Traum vom 3. März Wirklichkeit an einem noch unbestimmten Datum werde. Ein Harst der Sektion aber wird schon in Wochen Gelegenheit haben, sich an Ort und Stelle mit dem im Dolder supponierten dalmatinischen Zauber zu befreunden, hrb. Ä. C. S. Clubball der Sektion Bern. Der Clubball der Berner Sektion ist in den letzten Jahren nachgerade berühmt geworden und sein Stammpublikum entsprechend verwöhnt. Im gediegenen Rahmen, prunkvoller Räume, schöner Berner Frauen, ausgesuchter Kapellen und exquisiter Toiletten, verstand sich das Vergnügungskomitee mit Geschick und Raffinement immer noch selbst zu überbieten. Kein wunder, wenn deshalb auch diesmal vor dem Ball die Erwartungen bis zur Siedehitze gespannt waren und selbst der grosse neue Festsaal des Kursaals die herbeigeströmten Völkerscharen nur noch gerade knapp zu fassen vermochte. Doch auch die kräftigsten Bäume können nicht vollends in den Himmel wachsen. Nur mit Bedauern nahm man Kenntnis vom Ausbleiben des durch Paßschwierigkeiten zurückgehaltenen Pariser Balalaika-Orchesters, da« als Gegensatz und Ergänzung zur deutschen Kapelle Weissenborn gedacht war, um so mehr, als diese Kapelle offensichtlich sich das Berner Temperament denn doch gar zu ruhig vorgestellt hatte, oder dann (wir wissen es nicht) durch Tücken der Akustik an ihrer vollen Entfaltung gehemmt war. Wessen Geschmack mehr nach nervenkitzelnder und markerschütternder Musik hinneigte, konnte jedoch unschwer im Kuppelsaal bei den Niggern nebenan etwas auf seine Rechnung kommen. Die Ka-barettdarbietungen. erfreuten hauptsächlich durch den Charme ihrer Darstellerinnen und fanden eine Bestleistung im Grotesktanz « Schwarz-Weiss ». SEKTION LUZERN. Unter dem Protektorat der Sektion Luzern findet Mittwoch, den 7. März, 20.15 Uhr, im grossen Saal des Hotel « Monopol > ein» Vortragsveranstaltung grösseren Ausmasses statt. Es werden sprechen die Herren Dr. M. Greiner, Geschäftsführer des Schweiz. Autostrassenvereins über das Thema « Tendenzen des modernen Strassenbaues », mit Lichtbildern, und Ingtnieur Carl Erni, Lüzern, über c Die Fernverkehrsstrassenprojekte des Autostrassenvereins in spezieller Berücksichtigung der Fernverkehrsstrasse Basel- Luzern, sowie der Zufahrten zu den Alpenstrassen » Die beiden Referate werden unbedingt ihre Anziehungskraft nicht verfehlen, dies um so mehr, als auch die kantonalen und städtischen Behörden und ' Verkehrsorganisationen sowie alle Mitglieder der wichtigsten luzernischen Verkehrsverbände speziell begrüsst worden sind. Die Sektionsmitglieder dürften die Bestrebungen ihres Vorstandes durch einen flotten Besuch würdigen. pp. SEKTION ZÜRICH. Der Lichtbildervortrag von Herrn Dr. Veidl, Wien, der am 22. Februar an einer Monatsversammlung in Zürich gehalten wurde, hat auch in der Limniatstaidt grosses Interesse gefunden. Per Vorsitzende, Herr Vizepräsident M. Gassmann-Hanimann, könnte über 250' Zuhörer willkommen heissen, darunter zahlreiche Vertreter der kantonalen und städtischen Behörden, des Schweiz. Ingenieur- und Architekten-Vereins und der Vereinigung Schweiz. Strassenfachmänner. Der ausgezeichnete Vortrag dürfte ein vieles dazu beigetragen haben, das Interesse 'an der Volksinitiative für den Ausbau der schwelzeri-' sehen Alpenstrassen zu fördern. ,< Als nächste Sektionsveranstaltung findet am 22. März in Zürich die ordentliche Frühjahrsgeneralversammlung statt. Dieselbe wird sich mit folgenden Traktanden zu befassen haben: Jahresbericht, Jahresrechnung und Revisorenbericht pro 1933, Decharge-Erteilung, Wahl des Vorstandes und des Präsidenten, der Kontroll- und Geschäftsprüfungsstelle so-wie der Delegierten und deren Ersatzmänner für dde Delegiertenversammlungen, ferner die Revision des Reglementes für die Ortsgruppen. Es wird zudem den Mitgliedern Gelegenheit geboten, sich über aktuelle automöbilisti-^ sehe Tagesfragn auszusprechen. An den geschäft-^ lieben Teil schliesst sich ein gemeinsames Nachtessen und ein Unterhaltungsabend mit bunter Bühne und Tanzvergnügen an. Für den Monat April ist eine Filmmatlnf« und eine Monatsversammlung mit Lichtbildervortrag in Winterthur vorgesehen. ORTSGRUPPE WINTERTHUR. Der Vorstand ladet zur ordentlichen Generalversammlung auf den 15. März, 19.30 Uhr, ins Bahnhofbuffet in Winterthur ein. Die Versammlung wird sich mit den statutarischen Traktanden zu befassen haben und für den zweiten Teil des Abends ist ein Lichtbildervortrag von Herrn Dr. Tk.Gubler, Basel; über eine «AmerikafahrU :, vorgesehen. Verb d«>«» A.S.PA.-Generalversammlunx. Unter dem Vorsitz des I.' Vizepräsidenten, Herrn Hostettler, fand letzten Samstag in Ölten die von ca. 500 Personen besuchte Generalversammlung der ASPA statt. Protokoll* Jahresbericht, Jahresrechnung pro 1933 und Budget pro 1934 wurden einstimmig genehmigt Der ZentraN vorstand müsste durch Wahl zweier Mitglieder ergänzt werden, während die infolge 5 Ablebens von Herrn Kündig notwendig gewordene Neubesetzung des Präsidentenpostens in Anbetracht der derlei- 1 tigen gespannten Verhältnisse innerhalb dps Verbandes auf einen spätem Zeitpunkt hinausgeschoben wurde. ,r : Daraufhin schritt man zur Inangriffnahme des heiklen Bahn/Automobilproblems. Der Vorsitzende skizzierte in klaren Strichen die historische Entwicklung dieser Materie bis zur vorliegenden gesetzlichen Regelung. In schwierigen Verhandlungen hatten die Vertreter der ASPA versucht, soviel als möglich für ihre Mitglieder herauszuholen, wobei als Resultat das Projekt, wie es ; in der: aüsserord. Generalversammlung in Bern sum, Vorschlag gelangte, nun zur Diskussion steht. Beide Vertragsparteien haben sich bekanntlich v das.Rücktrittsrecht .vorbehalten, sofern die Vorläge durch National:-, 'Stände- oder Bundesrat wesentliche AenderungOT erfahren würde. Im. beeondern .hob d^ij; Vorsitzende hiezu hervor, däes. es keinen Wert habe, vor einer definitiven •Regelung deit .Rück.-?... tritt ^auszusprechen. Zur Zeit erklärt sich f..der Werkverkehr" an der Regelung nicht so sehr inleressjert wie die gewerbsmässigen Transporteure, unter denen nur vier sich mit der Vorlage einverstanden erklären konnten. Der Vorschlag des Zsntralvorstandes geht nun dahin, letztern in dieser Angelegenheit den Vortritt zu überlassen und aus ihren Reihen eine siebengliedrige Kommission zu wählen, die auf dem Wege der direkten Bearbeitung der Bundesbehörden, wenn möglich, eine günstigere Regelung erzielen soll. Sollten jedoch vorher schon Momente sich zeigen, die einen Rücktritt vom Vorschlag als opportun erscheinen lassen, könnte eine ausserordentliche Generalversammlung in diesem Sänne beschliessen. Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass die' Gegenkontrahenten, d. h. die S. B. B., auf eine derartige Initiative der Camionneure warten. Wie schwer es sein wird, die verschiedenen Interessen des Autogewerbes unter einen und denselben Hut zu bringen, ging deutlich aus den einzelnen Gruppenbeschlüssen hervor. Es wurden dem Zentralyorstand folgende Stellungnahmen bekanntgegeben: Gruppe Zürich: Vorlage unannehmbar. Bringt keinen Fortschritt. Gruppe St. Gallen-Appenzell-Thurgau: Vorlage volkswirtschaftlich verwerflich. Ungerecht und undemokratisch. Gesetz schafft ein Monopol für Bahn. Ablehnung. Verlängerung der Transportlänge auf 100 km. Gruppe Genf: Grundsätzlich gegen das Gesetz. Effektive Transportlänge soll im Hinblick der geographischen Lage Genfs auf 150 km erhöht werden. Aenderung des Stimmenverhältnisses in der durch das Gesetz vorgeseneneh Genossenschaft. Gruppe Waadt: Minimai-Distanz 100 km. Gleiche Stimmenzahl wie Bahnvertreter. Werkverkehr gleichen Bestimmungen wie gewerbsmässige Transporte zu unterstellen. Gruppe Baselstadt nnd Baselland: Ablehnung. Ausdehnung der Gesamttransportlänge wegen, geographischer Lage. Vermehrung der Konzessionärvertreter in der Genossenschaft. Vorgesehenes Bundesgesptz verfassungswidrig und widerspricht der Handels- und Gewerbefreiheit. In der anscbliessenden und teilweise sehr bewegt verlaufenden Diskussion brachte vore'rst der Vorsitzende die bereits erwähnten Vorschläge des Zentralvorstandes zur Behandlung. In den meisten Voten kam die Ansicht «um Ausdruck, dass die Neuregelung des Problems Bahn-Auto ra wenig Rücksicht auf die Kategorie der gewerbsmässigen Transporte nehme und dass unter diesem Gesichtswinkel mit den Behörden und dem Gegenkontrahenten Verhandlungen aufgenommen werden sollten, um zu retten, was noch zu retten ist Sollte den von den gewerbsmässigen Transporteuren gestellten Forderungen nicht genügend Rechnung getragen werden, so wäre der Rücktritt zu erklären und gegebenenfalls das Referendum zu ergreifen. Im weitern sprachen sieh verschiedene Redner übi>r rtte Zusammenseins und die Grosse der vom Zentralvorstand in Aussicht genommenen Spezialkommission aus. Welch sreladene Atmosphäre über der grossen Versammlung lag, illustriert Bich am besten aus der von einem Vertreter der gewrrbsmässigen Transporteure fallen gelassenen Drohung, sich nötigenfalls aüsserhalb der Aspa selbst zu organisiere^. Anderseits kamen aber auch verschiedene Stimmen zum Ausdruck, die einer Zusammenarbeit das Wort redeten, denn nur' eine solche könne zum Ziele führen. Von anderer Seite wurde darauf hingewiesen, dass in der gesetzlichen Regelung übersehen wor- den. sei, „die Kategorie des Werk- und geirerbslnässigen Transportverkehrs zu erfassen, was speziell eine Lücke für das abseits der grossen Verkehrslinien gelegene Kleingewerbe darstelle. Nicht mit Unrecht wurde verschiedenen Votanten die Mahnung mit auf den Weg gegeben, keine Forderungen aufzustellen, die jeder Aussicht auf eventuelle Verwirklichung zum vornherein entbehren. Es sei leichte fresse Worte fallen zu lassen, schwieriger dagegen, am Verhandlungstisch Positives zu erreichen. N'ach reichlich gewarteter Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig gutgeheissen: «Die ordentliche Mitgliederversammlung der Aspa vom 3. März 1934 in Ölten stellt einstimmig fest, dass der Gesetzesentwurf betr. die Regelung der Beförderung von Gütern mit Motorfahrzeugen auf öffentlichen Strassen in der vorliegenden Fassung nicht voll befriedigt.und beschließt: 1,' Eine aus den verschiedenen Gruppen der Aspa zusammengesetzte und durch den Zentralvorstand -ergänzte Spezialkommission nimmt in Zusammenfassung und Ausführung der vorliegenden Gruppenbeschlüssen gemeinsam mit den Vorständen der Kantonal- und Fachgruppen nach Möglichkeit Verhandlungen auf mit den Mitgliedern des Parlamentes und den zuständigen Instanzen. 2. Nach Verabschiedung des Gesetzes durch die Eid^; Räte • wird der ZentralvoTstand beauftragt, auf f'Henr Wege einer sofortigen Urabstimmung (Art. 15 der Statuten) die Mitglieder zu befragen, ob gegen das Gesetz das Referendum zu ergreifen sei oder nicht,.» Nachdem ein Vorsehlag, ein« Spezlalkommission schon durch die heutige Generalversammlung erinennep --zu lassen, nicht die notwendige Unterstützung fand, ist es nun (Jen einzelnen Kantonal- un# Fachgruppen anheimgestellt, bis nächsten Samstag vorzu- -my- dem Zeiitrajvorstand ihre Vertrauensleute schlagen, CHAUFFEURVEREIN SCHAFF- HAUSEN Einladung zur Monatsversammlung auf den 8. März, 20.15 Uhr, im Hotel Löwen. Noch dürft» allen unsern Mit- (AFFHAUSEN . gliedern der wohlgelungene Familiennbend in lebhafter Erinnerung sein, und vollzählig war das Erscheinen. Der Vorstand richtet an' die werten Mitglieder die dringende Bitte, auch im laufenden Vereinsjahr recht zahlreich an •den • Monatsversammlungen zu erscheinen. Nächsten Donnerstag findet die erste diesjährig« Versammlung statt, für die eine reichliche Traktandenliste aufliegt. Neueintretende sind herzlich willkommen. Der Vorstand. MILITÄR-MOTORFAHRER-VERBAND DER 2ENTRALSCHWEIZ. Unsere nächste Versammlung findet Sonntag, den 11. März, im Hotel Du Nord, Frankenstrasse, Luzern, nachmittags 2.30 Uhr, statt. An dieser Versammlung sind wichtige Beschlüsse zu fassen und wir erwarten einen grossen Aufmarsch unserer Mitglieder. Bi. Veranstaltungen. Zur Internationalen Automoüil-Ausstelluny Berlin 1934.' Die Wochen vor Eröffnung einer grossen iAutömdbiläusstellung sind stets eine Zeit des Munjikftla&>•-•Was bringt diese Fabrik Neues, was hat jea !Ref A K«|strukteur ausgeheckt? — das ist nicht nur aas "Tagesgespräch der Fachleute, das wird auch in, allen autointeressierten Kreisen besprochen. Und wer gehörte dazu nicht, in einem Lande, wo jeder Zehnjährige die Autos; am Kühler erkennt, wo eins Regierung durch das ge-waltige Projekt der Reichsautobahnen, durch steuerliche und andere administrative Massnahmen ihren Willen bekundet hat, die nur zu lange vernachlässigte Motorisierung des Verkehrs durchzusetzen, in beispielloser Weise dem Auto ha wahrsten Sinne des Wortes den Weg zu ebnen! Diese grosszügigen Massnahmen der Regierung sind es in erster Linie,-die deT vom 8. bis 18. März stattfindenden Berliner Autoausstellung ein besonderes Interesse sichern. Denn sie haben der deutschen Autoindustrie eine Aktivität verliehen, die auf der, Ausstellung in einer Fülle neuartiger^Konstruktionen zum Ausdruck kommen wird. Schon der Umfang lässt die grosse Bedeutung der Berliner Autoschau des Jahres 1934 erkennen: Rund 300 Aussteller haben sich angemeldet: darunter 16 deutsche und 5 ausländische Personenwagen-Fabriken, je 5 deutsche und ausländische Lastkraftwagen-Fabriken und 11 deutsche und 2 ausländische Motorradfabriken. Sieben fremde Nationen werden Erzeugnisse ihrer Industrien zur Schau stellen: Oesterreich, die- Tschechoslowakei, Belgien, Frankreich, England, Italien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Die Gesamtausstellungsfläche ist auf 19.000 qm erweitert. Durch Ueberbauung der Königin-Elisabeth-Strasse zwischen den beiden alten Autohallen wird eine weitere Halle von 3.000 qm geschaffen. Auch die Fahrzeugteile-Industrie, die Karosserie- und Reifenfabriken usw., die Zubehörindustrie sowie die Weltfirmen der Treibstoff- und Oelkonzerne werden sich geschlossen an der grossen. Berliner'Heerschau des Automobils beteiligen. Ein neuer Gast auf• Autoausstellungen ist die Deutsche Reichsbahn, die eine Sonderschau « Die Reichsbahn motorisiert * aufbauen wird. Sie wird darin die enge Verknüpfung von Strasse und Schiene —• bis vor kurzem- noch zwei feindliche Brüder — mittels Kraftwagen und Behälterdienst hervorheben. Ein grosses bewegliches Modell des Haus-Haus-Verkehrs mit Behältern wird die Zusammenarbeit zwischen Reichsbahn und Auto veranschaulichen. Lastwagen aller Bauarten, darunter ein Doble-Dampfwagen und ein Holzgaswagen, die z. T. mit interessanten Spezialaufbauten versehen sind, werden diese sehenswerte Sonderschau ergänzen. Eine ander« Frage, die auf der Ausstellung wahrscheinlich angeschnitten werden wird, wenn sie auch jetzt noch nicht geklärt worden kann, ist die Frag« des Verhältnisses zwischen Motorfahrzeug und Autobahn. Diese Bahnen, die einen Schnellverkehr mit etwa 180 km/St. Durchschnittsgeschwindigkeit ermöglichen sollen, werden sicher auch- dem Automobilbau neue Problem« stellen. In dieser Linie liegt die Frage der Stromlinienkarosserie, die die deutschen Konstrukteure schon seit Rumpiers Tropfenauto beschäftigt. zeitweis« Auehder Lastwagenbau steht hinsichtlich der Autobahnen, die ja auch einem grosszügig organisierten. Güterverkehr unter derrFührung der Reichsbahn dienen sollen, von neuen Aufgaben. Während Im Vorjahre das Vordringen des Dieselmotors wesentlichstes Merkmal der Lastkraftwagenschau war.pe w^rd auf der-kommenden Schau der'Dampfund SJraggaswage.n nachdrücklich auf seine Existenzberechtigung hinweisen, zumal er sich für seinen Treibstoff auf inländische Rohmaterialien, wio Hok und Holzkohle. Tojfbriketts, stützt.