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E_1934_Zeitung_Nr.091

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - 91 der stationären Maschine. Zu den heute herrschenden Benzin-, Rohöl- und Dieselmaschinen wird später vielleicht die Gasturbine, die regulierungstechnisch grosse Vorteile bieten kann, hinzutreten; ihre Verwirklichung ist eine Sache der Metallurgie; wir besitzen immer noch nicht die Stähle, welche bei der notwendigen Arbeitstemperatur genügende Festigkeit und Lebensdauer aufweisen. Neben dem hochentwickelten Perlitguss für Zylinder etc. verwendet' der Motorbau die ganze Skala der modernen Sonderstähle. Wichtig sind die Chromstähle, wie sie z. B. für Ventile mit 0,15 C, 0,5 Si, 1,0 Ni und 12 Cr mit 70 kg/mm 2 Bruchfestigkeit und 15 % Dehnung von allen Werken geliefert werden; dann die hitzebeständigen Nickel-Chrom- Wolfram-Legierungen, z. B, für Auslassventile mit 0,5 C, 1,5 Si, 0,6 Mn, 12 Ni, 14 Cr, 2,5 Wo, mit 100 kg/mm 3 Festigkeit und 12 % Dehnung. Die Zähigkeit und der Widerstand besonders gegen Korngrenzenzerfall ist in den Spezialstählen für Kurbelwellen, Kolbenstangen etc. durch Zusatz von Molybdän wesentlich verbessert worden. Diese Motorenteile werden heute, um eine ungeschnittene Faser und Struktur zu erhalten, fast durchwegs im Gesenk geschmiedet; ihre Analyse ist beispielsweise 0,3 C, 0,3 Si, 1,8 Mn, 0,3 Mo, mit 90 kg/mm 2 Festigkeit und 20 % Dehnung. Zerschleissfeste Nickel-Chrom-Stähle werden auch für Getriebe und Kardan benötigt; für weniger beanspruchte Teile genügen die gewöhnlichen Kohlenstoff stähle mit etwa 0,5 Si und 0,5 Mn. Eine tiefgreifende, fundamentale Umstellung dürften auch im Motorenbau die Aluminiumlegierungen bringen. Neben Kolben aus Leichtmetallegierungen mit kleiner Wärmedehnung werden, wie heute schon bei Rennwagen und neueren Luxuswagen, wahrscheinlich letzten Endes die Motorengehäuse selbst in Aluminiumguss ausgeführt werden. Einige bekannte Automobilfirmeri* liefern bereits ihren Motorenkopf in Aluminium. Der Kastenaufbau oder die Karosserie, wie der erstere in unserem Sprachgebrauch bezeichnet wird, hat in den letzten 10 Jahren eminente Wandlungen durchgemacht. Nach aussen dokumentiert sich diese Entwicklung in Form und Grosse, innerlich vor allem im fast vollständigen Verschwinden des Holzes als Baustoff und schliesslich in der immer mehr verfeinerten Metallkonstruktion. Die zur Verwendung gelangenden Baustoffe, in der Hauptsache Aluminiumlegierungen und Stähle, zeigen, dass das einfache Produkt der Kastenmacherei von gestern sich zum Range einer Konstruktion erhoben hat, die berechnet sein will und muss. Wenn grosse Gesellschaftswagen auf der Strasse mit über 60 km/St, fahren, entstehen, auch bei den zugelassenen Bremswegen, Verzögerungen von der Grössenordnung von 6 bis 8 m/s 2 ; den entsprechenden gewaltigen Massenkräften muss das Gerippe mit mehrfacher Sicherheit elastisch widerstehen. Das tragende Rohgerippe der Karosserie ist im konkreten Falle durch Vorschriften über Grosse, Ort und Zahl der Fenster, sowie solche über Dach, Türen etc. ziemlich festgelegt. Die Pfosten- und Gurtenprofile sind aber ausser durch Festigkeitsrücksichten in ihrer Formgebung durch Nebenzwecke, wie Fensterführung, Abdichtung etc. beeinflusst. In «Aus der guten alten Zeit». Sie liegt hier noch nicht weit zurück, denn das oberste Bild zeigt einen 22-PJätzer-Car-Aipin aus dem Jahre 1920 mit Scherenverdeck und Seitenteilen, die nächste Aufnahme einen Dreissig-Plätzer aus dem darauffolgenden Jahre. Dsr Gesellschaftswagen von heute. Oben: ein 30-P1 ätzer-Car mit Elektrokuibolverdeck und hinterem Gepäckraum, mit Karoeseriegerippe aus Leichtmetall. Unten: Ein 90-Plätzei-Personenzug mit Vierrad- Anhänger der Stadt Luzern. Karosseriegerippe für Zugwagen und Anhänger aus Leichtmetall. der Anpassung an solche gleichzeitigen Anforderungen, d. li. an fast beliebige (.'ucrschnittsform und Querschnitts-Mtissenverteilung, sind die Aluminiumlegicrungen durcli ihre Herstellung im Prcssvcrfaliren überlegen; dazu treten noch die Vorteile ihrer Warmhärtbarkeit, welche leichte Formgebung im weichen Zustande erlaubt. Für das Profilmaterial der gebräuchlichen Karosseriekonstruktionsstoffe werden die folgenden Festigkeitswerte zugrunde gelegt . Warmhärtbare Aluminiumlegierung (Anticorodal): 32—36 kg/mm 2 Festigkeit, 10—14 % Dehnung; natürlich alternde Aluminiumlcgierung (Avional): 38—46 kg/mm 2 Festigkeit, 16—20% Dehnung; SM-Stahl: 36—40 kg/mnr Festigkeit, 20% Dehnung; SpezialStahl: 70 bis 90 kg/mm 2 Festigkeit, 10—8 % Dehnung. Aus Gründen der einfacheren Verarbeitung (Nieten, Formen etc.) und des Preises werden im eigentlichen Karosseriebau vorwiegend die erstgenannten Leichtmetallegierungen verwendet. Es ist aber durchaus möglich, dass eine weitere Entwicklung mit verfeinerter Verarbeitungstechnik sich auch der Duraluminlegierungen mehr bedienen wird. Im Stahlbau hat das Auftreten der Leichtmetalle und der Kampf um leichte wirtschaftliche Fahrzeuge zu den Spezialstählen, z.T. mit Molybdängehalt, geführt, bei welchen die schwierigere und empfindlichere Schweissbarkeit in Kauf genommen werden muss. Als Verschalungsmaterial setzen sich neben Eisen, das gewöhnlich punktgeschweisst wird, die neueren unvergüteten Aluminiumlegierungen, wie etwa Aluman mit 1,5 Mn, zirka 20 kg Festigkeit und 6 % "Dehnung, durch. Zubehör- und HiUsstolfe. — Holz: Als Konstruktionsmaterial hat es bezüglich Formgebung gewisse Vorteile, besonders für die Linienführung der allerneuesten Karosserien. Einer eigentlichen Berechnung ist aber ein Holzgerippe nur mit unverhältnismässig grossem Sicherheitszuschlag zugänglich, weil die Variation in seiner Festigkeit eine grosse ist und sie zudem von Feuchtigkeit usw. und Alterung empfindlich geändert werden kann. Zur Verwendung kommt fast nur drei bis vier Jahre luftgetrocknetes Eschenholz; in billigsten Ausführungen ist Buchenholz zu treffen. Als Füllmaterial in den Metallprofilen des Gerippes, zur Dämpfung und Befestigung von Verschalungsblechen leistet Holz gute Dienste, ebenso als Sitzrahmen, Sperrholz etc. Leder ist im Karosseriebau ein unentbehrlicher Hilfsstoff. Daneben treffen wir Plüsche und diverse Autostoffe, dann die Bitumenund Gummistoffe für Dächer und Verdecke. Hinter dem Gummi, der für Bereifung, Abdichtung, als Schwammgummi, neuerdings auch in Kissen, zu ungeheurer Verwendung gelangt ist, steht eine Weltindustrie. Dasselbe gilt für Glas, das heute in Sicherheitsausführungen verwendet wird. Bei den Farben und Lacken, die wir zum grösseren Teil in vorzüglicher, wetter- und lichtbeständiger Qualität auch in der Schweiz herstellen, ist der Pinselanstrich "durch das Spritzen praktisch vollständig verdrängt. Ein Teil der Roh- und Baustoffe für den Gesellschaftswagenbau ist im eigenen Lande herstellbar; es liegt in unser aller Interesse, dass wir nicht nur für den Wagen als fertiges Produkt, sondern auch für die zur Verwendung gelangenden Baustoffe unsere heimische Industrie berücksichtigen. CCIT7 OMNIBUS UL.1 l£. All HfBTTCn ALLWETTER- Karosserien DRAI Möbelkasten liefert Ihnen als Spezialität Innert 3-4 Wochen A. Wyss - Carrosserie - Wetzikon Seit 29 (Jahren inserieren gewisse Firmen in der „Automobil- Revue", weil sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. Inserieren Sie auch? Automobilistes! Evitez vous des pannes et des ennuls de toutes sortes en exigeant de votre garagiste ou electricien la bsttCNC S1HSS6 Patentierte la. Konstruktionen SEITZ&Co. 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