Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1935_Zeitung_Nr.089

E_1935_Zeitung_Nr.089

Die bunte Seife

Die bunte Seife Chinesisches QeticfU Der Fall-Yin MiJ Erlaubnis des Wilheim-Goldmann- Verlags in Leipzig entnehmen wir dieses Kapitel dem Buche « Ein Arzt erlebt China » von A. Gervais, das wir an anderer Stelle dieser Nummer besprochen haben. Wenn eine ernste Meinungsverschiedenheit auch nicht leicht zu einer vollständigen Einigung führt, so ist es noch seltener, dass ein richterlicher Spruch beide Parteien gleichmässig zufriedenstellt. Der Fall Laoyin (Adler, im weiteren Sinn Raubvogel) bildete insofern eine Ausnahme von dieser Regel, als alle Teile sich für befriedigt erklärten. Die Urteilsbegründung versetzte Hollington und Morel in eine grosse Verwirrung; sie erörterten einen ganzen Abend lang die Frage, ob die Chinesen tatsächlich Sinn für Humor hätten. Hollington stritt ihnen diese Begabung ab und behauptete, dass das Urteil des Herrn Fong die Spur von Humor aufwiese. Herr Fong, ein Mann von liebenswürdigem, heiterem Wesen, hätte uns sicher sehr gern einen Gefallen erwiesen, aber als er uns erzählte, wie er es fertiggebracht hatte, die peinliche Geschichte des hochwürdigen Herrn Pott beizulegen, liess nichts, weder in seinen Worten noch in seinem Verhalten, darauf schliessen, dass er nicht ernsthaft sprach. Mit einer gutmütigen Natürlichkeit nahm er die Glückwünsche Hollingtons entgegen und erklärte, dass die Sache so einfach und leicht gewesen wäre, dass sie dieses Lob nicht verdiene. Das Ehepaar Pott, einflussreiche Mitglieder der «Canadian Baptist Mission» bewohnte ein Häuschen europäischer Bauart in der Gegend des Osttores. Reverend Pott hielt jeden Tag Vorlesungen über Theologie an der amerikanischen Universität von Souanfon-kiao und gab ausserdem englische Stunden in der Schule für fremde Sprachen, um sein Einkommen etwas aufzubessern. Seine Ehefrau besorgte den Haushalt und zog mit einer liebevollen Fürsorge zwei kleine, blonde Kinder gross sowie vier prachtvolle Hühner, die sie mit grossem Kostenaufwand aus Kanada hatte kommen lassen. Der Hahn war während der Reise eingegangen, und Mrs. Pott konnte sich nicht entschliessen, einen inländischen Hahn in ihren Hühnerstall einzustellen, da sie nicht mit Unrecht befürchtete, die Rasse zu verderben. Wir hatten, Morel und ich, die Ehre gehabt, ihr Qeflügel zu bewundern, eine übrigens sehr dehnbare Ehre, denn ich glaube wohl, dass die ganze Fremdenkolonie an dem Hühnerstall der Mrs. Pott schon vorbeigegangen war. Während der Nacht waren die vier Hühner durch ein starkes Drahtgitter gegen die Ueberfälle von Wildkatzen, wovon es in d«r Stadt nur so wimmelte, geschützt; tagsüber stolzierten sie in einem kleinen, von einer hohen Mauer unr gebenen Hof umher. Das Unglück geschah am Vormittag des ersten Mai-Sonntags 192.,- Hochwürden Pott und seine Frau waren zum Gottesdienst gegangen und kehrten kurz vor Mittag nach Hause zurück. Während Mr. Pott seinen steifen Kragen und seinen Feiertagsrock ablegte, ging seine Frau ihre Kinder umarmen und ihre Hühner beaugenscheinigen. Sie fand wohl ihre beiden Kinder vor, aber es fehlte ein Huhn! Der ganze Hof wurde nach allen Richtungen durchforscht, die grausame Tatsache Hess sich jedoch nicht aus der Welt schaffen: ein Tier war verschwunden. Die Amah (Dienerin), die zu Hause geblieben war, um die Kinder zu beaufsichtigen, wurde sogleich herbeigeholt. Das Verschwinden des vierten Huhnes war ihr unerklärlich, niemand war ins Haus gekommen; nach ihrer Ansicht konnte es nur der Lao-yin gewesen sein, der diesen bösen Streich gespielt hatte! Mrs. Pott betrachtete tiefberübt den leeren Himmel, in der Hoffnung, den räuberischen Vogel zu entdecken, aber als sie ihren argwöhnischen Blick auf die Amah richtete, die noch immer Schauergeschichten über die allgemein bekannte Tücke der «Lao-yin > erzählte, gewahrte sie plötzlich eine kleine weisse Feder, die aus ihrem Rockärmel hervorkam. Ihr praktischer Verstand erfasste sofort den Sachverhalt: die Amah hatte das gewöhnliche Ohrfeige eine derartige Entzün- hervorrufen können; es war klar, dass Huhn gestohlen und wahrscheinlich an Ir-dungendeinen Händler der Nachbarschaft für einen guten Preis verkauft. Mrs. Pott war aus- hatte. Der Boy begnügte sich, mit einem irgendein einheimisches Mittel nachgeholfen ser sich, um so mehr, als die Amah, ohne steifen Bein zu gehen, das man für ein Stück sich mit einer Erklärung abzugeben, wie sie Holz hätte halten können. Die Amah zog es zu den verräterischen Federn gekommen vor, ihre Verteidigungweise beizubehalten, sie war, steif und fest darauf bestand, dass der Lao-yin der Alleinschuldige sei. Mrs. Pott, über das Verschwinden des Huhnes ebenso aufgebracht wie über die Beharrlichkeit einer so einfältigen Lüge, liess sich zu einer bedauerlichen Tat hinreissen und gab der Magd eine Ohrfeige. Die zuerst ganz bestürzte Amah liess sich zu Boden fallen und wälzte sich hin und her, indem sie dabei unverständliche Laute ausstiess. Ihr Mann, der das hohe Amt eines Boys und Kochs bekleidete, liess seine Pfannen im Stich und eilte wie ein Rasender herbei. Er dachte einen Augenblick, seine Frau sei ermordet worden und erklärte Mrs. Pott ohne Umschweife, was er von den abscheulichen Lastern upd viehischen Leidenschaften ihrer alten Mutter hielte. Die Roheit der Ausdrücke und die Heftigkeit seiher Ausführungen übertraf alles, was die keuschen Ohren der armen Frau zu ertragen imstande waren; ihr wurde übel. Stadttheater Abe ? ds . 8 m«. sonnt« nachmittags 3 Uhr Di. abend 5. Hot. Juristen, Schauspiel von Eimer Rice, Volksvorstellung, Ensemble des Schauspielhauses. ühr: Don Mi abend B. No». 7^ Juan er von > °P W. A. Mozart. Do. abend 7. Hol. L « Boheme, Oper von G. Puccini, Volksvorstellung. Fr. abend 8. Hfl». Madame Pompadour, Operette von Leo Fall. Drei Sa. abenl 9. NOV. Walzer, Operette von Oscar Strauss. Drei SO nachm. 10. HO». Walzer, Operette von Oscar Strauss. SB. abend ID. No». .Zum ersten Male: Alda, Oper von G. Verdi. Di. abend 5. Ho». Ensemble-Gastspiel mit TillaDurieux: Der Schatten, von Dario Nicodemi. MI. abend ß. Hn». 8 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig, von William Shake- Speere. S 7. NOT. Premiere: Das Geheimnis des Sir Anthony, Komödie von H. G. Tennyson-Holme. Fr. abend 8. HO». Othello, der Mohr von Venedig. Sa. abend 9. Ho». Das Geheimnis des Sir Anthony. So. »arm. ID. Hn». Vorm. 11 Uhr: Matinee des Zürcher Theatervereins: Walter Lesch spricht über: Besondere Aufgaben der Schweizer Bühne in der Gegenwart. So nacb«. 10.No». 3 Uhr: othell der Mohr von ° Venedig. So. abend 10. Ho». Das Geheimnis des Sir Anthony. ApOllO Stauffacherstrasse 41. Elisabeth Bergner in: «Verlass mich nie!» Studio Nord-Süd, Schiffländepl.: «Toni», 4 Woche. AUTOMOBIL-REVUE 1935 — N° Der Boy unterbrach die Litanei seiner Schimpfworte erst, als er der drohenden Miene seines Herrn ansichtig wurde, der gleichfalls herbeigeeilt war, um sieb nach der Ursache des Lärms zu erkundigen. Ein rascher Blick belehrte ihn sofort, worum es sich handelte; als Mann der Ordnung nnd der Ueberlegung versetzte er 'seinem ehrenwerten Diener einen kräftigen Fusstritt in den Hosenboden und machte sich alsdann daran, seine fast ohnmächtige Gattin wieder zu sich zu bringen. Als Mrs. Pott ihre Besinnung wiedererlangt hatte, hatten der Boy und die Amah das Haus bereits verlassen. Mr. Pott meinte, das sei eine wahre Erlösung. • Leider sollte die Geschichte damit nicht erledigt sein. Die Dienstboten beschwerten sich, und gefärbte Berichte über die unerhörte Roheit gewisser Fremden erschienen in den wichtigsten Zeitungen der Stadt Es wurde ein Streik sämtlicher in Diensten von Fremden befindlichen Dienstboten beschlossen. Hollington, der seine Vermittlung anbot, aber erleben musste, dass sie hochmütig zurückgewiesen wurde, war verärgert. Es war Herr Fong, der liebenswürdige Kommissar für die Auswärtigen Angelegenheiten, der schliesslich die gütige Erledigung der Angelegenheit übernahm. Er erklärte sich bereit, den Streitfall zu entscheiden, wenn beide Teile sich verpflichteten, sich seinem Urteil zu unterwerfen. Nach mehrfachen Unterhandlungen kam eine Einigung zwischen dem Ehepaar Pott einerseits und den Dienstboten anderseits zustande, und beide Parteien erklärten ihre Zustimmung. Sie wurden einige Tage darauf alle vier zum Kiaoche-chou (Bureau der Auswärtigen Angelegenheiten) bestellt. Die Amah stellte sich mit einer entsetzlich geschwollenen und straffen Backe vor. Nie im Leben hätte eine beschuldigte den Lao-yin, das Huhn gestohlen und die Ursache des ganzen namenlosen Unglücks gewesen zu sein, das über ihre Familie und die ihres •Herrn hereingebrochen war. Für sie bestand kein Zweifel: der «Lao-yin> war in Wirklichkeit ein bösartiger « Koui» (Teufel, böser Geist). Hochwürden Pott seinerseits klagte den Boy an, ein vermessenes und beleidigendes Urteil über die Ehrbarkeit einer alten, ganz in Frömmigkeit aufgehenden Dame abgegeben zu haben, die er nicht einmal kannte. Mrs. Pott schliesslich erzählte Herrn Fong, wie sie die verdächtigen Federn im Rockärmel ihrer Magd entdeckt hätte. Herr Fong hörte die Beschwerdeführer mit grossem Ernst an und schien nicht übermässig erstaunt über die verschiedenen Aussagen, womit das Verschwinden des Tieres erklärt wurde. Er stellte einige bestimmte Fragen, um sich ein klares Bild zu verschaffen: Zürcher Unterhaltungsstätten Schauspielhaus JJ 1 Clnima PQrosse AUSWAHL. Im '.VA |_| R P I NW'injden Sie; Im,, v, ;-,„„„., ^ufl , u ,. n Autoparkplatz - off. bis 24 Uhr - NOschelerstr. 30 Apollotheater Caf6-Rest. Stauffacherstrasse 41. s Das Cafehaus mit den bescheidenen Preisen. Rendez-vous vor und nach dem Kino. Dfätrestaurant A. Gleich, vegetarisch-alkoholfrei, Holbelnstrasse 25- Ecke Setfcldstrasie 19. — Telephon 23.185. Zeughauskeller Bm p«r«d. P iau Eine Sehenswürdigkeit. Küche und Keller berühmt Familie Bltdermann-Sutter, Besitzer des Hotel Engel in Baden, b. Turm, Caf6 Albana y iwtn « |( « < « 26 Ce Fam. Schaub Erstklassige Küchenleistungen. Bescheidene Preise. Caba Attraktionen. Stampfenbachplatz Waldhaus Sihlbrugg (Station) Das bekannte Haus für gute Küche. — Parkplatz. Telephon 924.136. Hotel Sternen - Zürich-Oerlikoo Franklinstrasse 1 Schöne Zimmer mit fliess. Wasser. Gutgef. Küche. Bescheid. Preise. Garage. Tel. 68.065. Bes. P. WGger. «Um wieviel Uhr genan ist das Huhn zum letzten Male gesehen worden?» «Um neun Uhr», erwiderte Mrs. Pott. «Ist niemand während der Abwesenheit Ihrer Herrschaft ins Haus gekommen?» fragte er die Amah. «Kein Mensch, nnr der Lao-yin...» Herr Fong wnsste jedoch hinreichend Bescheid nnd bat sie, mit ihrer Geschichte nicht wieder anzufangen. Er überlegte einen Augenblick und erliess dann folgendes Urteil: «In Anbetracht dessen, dass der Lao-yin ein Huhn, die Amah eine Orieige, der Boy einen Fusstritt erhalten hat, wird für Recht erkannt, dass die Beschwerdeführer ohne Vorbehalt noch Einschränkung das, was sie bekommen haben, behalten sollen und dass sie mit ihren Ansprüchen abgewiesen werden. Die Sitzung ist geschlossen.» Verblüfft wandte die Amah ihr Vollmondgesicht der Decke zu, in der Hoffnung, dort den Sinn dieses sybillinischen Urteils zu entdecken. Der Boy aber, von der unwiderlegbaren Logik des Herrn Fong erschlagen, kratzte sich den Kopf und suchte den schwachen Punkt dieser vernünftigen Entscheidung zu ergründen; es gelang ihm jedoch nicht 3)ec lituxaid auf. dem Dache des Wotkenftcatieis Zu den interessantesten Sehenswürdigkelten von Los Angeles zählt derzeit der Naturpark, der auf dem flachen Dach des Romway-Building errichtet wurde. Auf einer Fläche von dreitausend Quadratmetern erstreckt sich ein wahrer Urwald. Mit grosser Mühe und erheblichen Kosten wurden Erde, tropische Bäume, Lianen und eine Unzahl von typischen Urwaldpflanzen auf das Dach des riesigen Gebäudes gezaubert Um die Illusion zu vervollständigen, wurde auch für eine entsprechende Belebung dieses künstlichen Urwaldes durch Tiere gesorgt Affen Eidechsen und verschiedene andere kleinere Tiere wurden ausgesetzt und fühlen sich in ihrer neuen Umgebung anscheinend recht wohl. Dieses wunderbare Stück Urwald inmitten des Häusermeeres der Großstadt hat nur einen Nachteil : Wer es besichtigen will, muss ein Eintrittsgeld entrichten. 9xtst sa hott wie ^Diamant Aus Borax lässt sich ein Stoff bereiten, der beinahe die Härte des Diamanten erreicht Es handelt sich um das sogenannt» Borcarbid, eine Verbindung der Elemente Bor und Kohlenstoff. Borcarbit ist der härteste, auf künstlichem Wege herstellbare Stoff. Borcarbid wird für Schleifmittel und Schneidewerkzeuge verwandt, kann aber auch wegen der grossen chemischen Beständigkeit und des geringen Gewichtes fü hochbeanspruchte Gefässe Anwendung finden. Eine neue Erika! Model) 6 mit vollwertigem Setz alwlafor 44 Tasten, Stechwalze, normalbreite Walze, dem wunderbar leichten Anschlag und allen anderen konkurrenzlosen „Erika"-Vorteilen Alle Einrichtungen einer „Büroma- «chine" zum Preise einer Kiemmaschine' Sie müssen die neue Erika gesehen und probiert haben, bevor Sie eine Maschine anschaffen; es gibt keine bessere! Und zahlen können Sie auch in Monatsraten, sogar nur Fr. 20.— monatlich. Verlangen Sie ausführlichen Gratisprospekt E 6 durch den Generalvertreter: W. HäUiLER-ZEPF, ÖLTEN DOMEN - SOHLEN PH. 5.20 HERREN-SOHLEN PR. 4.SO RAHMENSCHUHE WERDEN GENÄHT OHNE ZUSQUAC

N° 89 - 1035 AUTOMOBIL-REVUE 15 Die Seite der Frau Am Waschfass steht die Kleine, ich sitze so dabei und die Gedanken schweifen ins bunte Allerlei. Sie seift und reibt im Eifer die buhte Wäsche aus. Ich träume für uns Beide ein schönes grosses Haus. Die stiCCe Stunde Eine kurze Betrachtung In raschem Fluge eilt der Tag dahin. Oft wissen wir nicht, wie wir das Pensum, das wir auf diesen gelegt, bewältigen sollen. Schon am frühen Morgen treten die Anforderungen des Lebens an uns heran. Wir arbeiten und schaffen rastlos, nicht achtend, dass mit jedem Tage, der vergeht, auch ein Stück unseres eigenen Lebens dahinrollt auf nie wiederkehrender Bahn. Gewiss, es ist gross und bewundernswert, für andere zu leben und zu sorgen. Aber unser eigenes ureigenes Sein dürfen wir nicht darüber vergessen. « Es kommt die Zeit, da niemand wirken kann», das heisst, es kommt der Tag, da keiner mehr unserer Fürsorge bedarf, wo wir allein und fremd uns selbst gegenüberstehen und nichts mit unserem Innersten zu beginnen wissen, weil wir es zu lange vernachlässigt. Wenn wir mitten &ie tänqÜche Handtasche bietet eine so entzückende Abwechslung auf dem Gebiete der Modekleinigkeiten, dass ihr der Erfolg gewiss lange Zeit treu bleiben wird. Ganz abgesehen von der modischen Eigenart sind diese Entwürfe sehr handlich und bieten trotz ihrer schmalen Form einen ganz beträchtlichen Fassungsraum. Man arbeitet die neuen länglichen Taschen in Leder und Seide und macht die Ausführung von ihrem Verwendungszweck abhängig. Die ledernen Strapazmodelle werden oft in karierten Bahnen derb gesteppt, die nachmittäglichen, aus Seide verfertigten Entwürfe derart zusammengestellt, dass das Courtelary Sie und &i> Von Leo Kipfer Pensionat und (Jura) lehrt perfekt Französisch, Italienisch, Englisch. Haashalt usw. Sport, Musik. Winterkursbeginn: Anfang Oktober 1935. 150.- bis 190.-. Vorztisliche Ski-Gelegenheiten. Beste Referenzen. Prospekte. - Gebirgslage - 700 m Höhe. Herr und Fra-i Pt«T«r Voumtxt Es geht der Tag zur Neige, die Kirchenglocke ruft. Ihr Werk hängt auf der Leine und meines in der Luft So ist es allerorten in Leben und Natur. Der eine schafft die Werke, der andere träumt sie nur. aus unserem Schaffen gerissen werden, ohne uns auf uns selbst besonnen zu haben, löschen wir aus wie ein Licht, das ohne Glanz gebrannt hat. Wir müssen alle einmal Rechenschaft ablegen über unsere Seele. Darum, vergesst der stillen Stunde nicht! Es braucht keine Stunde zu sein, dieses sich Versenken ist nicht an äussere Zeit gebunden. Es können auch Minuten sein, aber Minuten voll fühlbarster Entspannung, Minuten, in denen wir wirklich vergessen, was an Alltag und Sorge erinnert Feierstunde halten wir. Seele und Körper atmen Frieden und unser Geist hält Zwiesprache mit dem Ewigen. Diese Stunde, die stille habe ich sie genannt, weil nichts von aussen dabei an uns herantreten soll, gibt uns Kraft zu tragen, was der Alltag an Leid und Freude bringt. Diese Stunde gibt uns Glanz, den wir ausstrahlen, milde werden unsere Stimmen und unsere Augen gütig. Denkt daran und vergesst niemals, dass dieses Leben nur eine Vorschule ist für das kommende. dunkle Mittelfeld von lichten Seitenbahnen, flankiert wird. ; f Die längliche Tascheiriform, die die Moa|; In kurzer Zeit zu erobern vermochte, wird durch die neuartige «Tragschlinge» noch deutlicher unterstrichen. lüe* etfand die JUidvtdose? In der Damenhandtasche von heute gibt es doch mitunter einen runden Gegenstand, der den Namen Puderdose führt Offenbar eine neue Angelegenheit, die der jüngsten Zeit zu verdanken ist ? Frauen dieser Erde! Das ist ein Irrtum und — seid nicht böse — erfunden hat die Puderdose ein Mann! Man hat nämlich an den Ufern des Balaton-Sees im Herzen von Ungarn einige interessante Funde gemacht. Durch Ausgrabungen und durch Umfragen bei den dort noch lebenden alten Schäfern konnte man feststellen, dass schon vor Jahrhunderten bei den alten Pferdehändlern, die aus der Pussta kamen, kleine Dosen im Gebrauch waren, die im Deckel einen Spiegel hatten und als Inhalt eine Pomade aufwie- "sen, die dazu diente, dem Schnurrbart den nötigen Glanz und die entsprechende stolze Haltung zu geben. An Stelle der Pomade traten lediglich der Puder und das Wangenrot und aus der ungarischen Pomadenbüchse der Pferdehändler war die Puderdose der modernen Frau geworden. Haushaltungsschule „Le Presbyters" Jhviisex 2Caudvtei Göschenen BAHNHOF BÜFFET Umladeitelle für die Autoe nach und von Airolo. Kalte and warme Sptisen zu ieder Tageszeit. Auskunft über Fahr- nnd Transportverhältnisse. Tel. 11. (Nicht zu verwechseln mit Hotel Bahnhof.) Höfliche Empfehlung Steiger-Gurtner. Die Säulen des imposanten Grand-Palals tn den Champs Elysees leuchten in roter und blauer Beleuchtung durch die dunkle Nacht Es ist spät am Abend, trotzdem herrscht intensives Leben vor dem Automobil-Salon. Vor allem fiel uns beim Eintritt die prächtige neue Hallendecke auf, die wie ein illuminierter Parkettboden aussah, ein wahres Kunstwerk an. indirekter, sehr effektvoller Beleuchtung und äuseerst geschmackvoll in der Ausführung. Wir sind erstaunt, wie viele Leute hier sind, selbstverständlich ist es kein Premieren-Publikum, dennoch, wenn man offene Augen hat — sehr interessant Hundertdreissig verschiedene ausgestellte Marken bedeuten 130 vershiedene Modelle, aber zugleich 130 grundverschiedene Ansichten und Meinungen. Neben den wunderbaren blitzblanken, sehr breit gewordenen Luxuswagen galt das Interesse den Kleinwagen, die heute besonders vorteilhaft im Preise sind und sehr sparsam im Benzinverbrauch. Man musste oft lachen über die witzigen treffenden Bemerkungen. Die freundlichen Autoverkäufer luden auch zum Einsteigen ein und manches nette Pärchen profitierte davon, ihren langersehnten Traum wenigstens für einige Minuten in greif barer Nähe zu sehen. «Oh, que c'est beau», hörte man immer wieder, und ungern gab man das Volant frei, um den nächsten Besuchern Platz zu machen. Es wäre heute verspätet, über den Salon ausführlicher zu berichten, wir konstatieren nur. dass die Ausstellung endlich anfangs. Oktober dem geschäftlichen Leben Impuls gebracht hat, und das war bitter notwendig. August und September war in Paris wie ausgestorben und überall gähnende Leere. Alle Theater und Dancing haben mit dem 1. Oktober ihre Pforten wieder geöffnet und die langersehnte Saison hat endlich eingesetzt Auf dem Eiffelturm macht Citroen diesmal für Modell 7 seine übliche Reklame und gibt dafür Jeden Abend 100,000 Franken an Spesen aus! Die Champs Elysöes, früher das vornehmste Geschäftsviertel, ist heute ganz verschandelt 1 Schade, jammerschade. Die auch dort vertretene Uniprix kommt uns vor wie ein wüstes Unkraut, das man wegreissen möchte. Alles ist auf den Schein eingestellt und qualitativ minderwertig und ein Krebsübel für die guten Pariser Geschäfte. Die neuen, luxuriösen Caffis sind feenhaft pom" pös erleuchtet und gut besetzt, meistens aber nur von Fremden und Provinzlern, richtige Pariser findet man dort nicht! Ein prächtiges Herbstwetter war dem Oktober- Rennen Are de Triomphe beschieden und war von über 100,000 Menschen besucht. Wir sind immer begierig zu wissen, was die Pariserin trägt und welche Mode sich behauptet. Es war ein interessanter Sonntag und eine Augenweide, die vielen eleganten anwesenden Pariserinnen bewundern zu können. Je ärmer die Welt wird, desto reicher sind die Toiletten, musste man unwillkürlich denken! Sensation machten die farbigen. Pelze in Kupfer, Grün und Marine, immer genau dem Ton der Toilette angepassf und genau übereinstimmend. Riesig elegant und viel vertreten "waren die Pelzcapes in allen möglichen Ausführungen. Nutria. Bisam, Persianer und viel verarbeitete Silberfüchse. Die diesjährigen Wintermäntel sind wahre Kunstwerke in der Linie sowie in den aparten Stoffverarbeitungen. Neuartig wirken die breiten Pelzbesätze unten am Saum des Mantels, leicht glockig, Aennel und Kragen absolut pelzfrei, eine Mode, die vor Jahren sehr beliebt war. Die Hüte sind in den Formen grundverschieden und unsere Damen müssen diese Saison der .Hutfrage etwas mehr Zeit zum Probieren widmen. Der ewige Chapelier ist verschwunden, und die vielen kleinen Toques sind Favorit. Für November und Dezember haben Pelzhüte Aussicht auf enorm grossen Erfolg. Sie sind alle weich verarbeitet und vorherrschend schwarz. Die kleinen Filzhäubchen ringsum werden mit Pelz bordiert und für jugendlich dominiert in Paris immer noch der stirnfreie Hut — eben weil er jung macht! Für die kommenden kalten Tage sind die neuen Pelzwesten besonders fürs Auto sehr beliebt, unter dem Sportmantel, über der Hemdbluse oder Pullover tragbar. Sehr chic und praktisch sind die handgestrickten Kleider für nachmittags und die Pariserin weiss heute so ein weiches, warmes, wolliges Kleid zu shätzen. Fürs Auto zerdrückt es nicht und ist riesig praktisch, so dass diese Mode auch bei uns Erfolg haben wird. Bei einem Cocktail im Ritz-Palace Vendöme bewunderten wir den Charme und die Eleganz vieler schöner Frauen, die enorm viel Zeit und viel Geld dazu verschwenden, stets gut auszusehen, wie man es nur in Paris sehen kann. Im Ritz dominierte Schwarz, kostbare Pelze und blendender Schmuck. Einige Pariser Theater geben erste Plätze «u reduzierten Preisen. Bedingung ist dafür Smoking und Abendtoilette. Das Cinema hat das Publikum daran gewöhnt, sich nicht umzuziehen, es Verlangen Sie bei Ihrem Colffeur die weltbekannten Outdoor Girl Produkte Puder, Cremen, Lippenstifte. Gesichtspackungen, auf Ollvenölbaais und daher glftnzend« Erfolge. Bezugsquellen-Nachweis und Gratis* pudermuster durch VitalipOlt AG, Stampfenbachstr. 185, »rieh * soll wieder Mode sein, sich abends ins Theater gut zu kleiden. Bravo! Wenn es bei uns in Zürich auch so nachgeahmt würde, viele Geschäfte und Ateliers wären dafür dankbar. Dieser Tage findet in Paris die Premiere von Franz Lehar neuestem Werk statt: «La Chanson du bonheur». Franz Lehar ist momentan im Grand Hotel in Paris und erzählte einer kleinen Pariserin, sein neuestes Lied sei nur für die Frauen geschrieben, er möchte dadurch jeder Frau ein wenig Glück spenden! Vielen Dank! Meister Lehars ewig junge «Lustige Witwe», die auch bei uns im Cinema Urban gut gefiel, brachte es in Paris auf über 4000 Aufführungen. Wir sind ja in Zürich diesbezüglich auch nicht hinter dem Mond und Paula Wessely kann mit dem Erfolg in Zürich zufrieden sein. Zum Schhiss möchten wir an die Damen app«- lieren, die verschiedenen Aufrufe in den Zeitun* gen anlässlich der Schweizerwoche nicht unbeach* tet zu lassen. Die guten Geschäfte und Ateliers ar*> beiten die meisten nach Pariser Orientierungen, in Zürich ausgeführt und verarbeitet. Es ist soziale Pflicht der Damen, die noch heute begütert und zahlungsfähig sind, ihre Wintergarde- Tobe zu erneuern. Sie helfen damit den Geschäftsleuten, die schweren Zeiten leichter zu ertragen, und dadurch wird auch bei uns, nicht nur nach aussen, sondern auch nach innen, der lebendig« Impuls des geschäftlichen Lebens gehoben, denn nicht nur in Paris, sondern auch in Zürich ist ein« Besserung bitter nötig. M, Jucker-Petitpierre. FÜR KOSMETIK , UND KÖRPERPFLEGE Wer möchte nicht jeden Tag mit diesem herrlichen Gefühl an die Arbeit und an das Vergnügen gehen? Wir alle wissen ja, dass Schönheit und Gesundheit eine Kraft bedeuten, aus der wir ohne Ende schöpfen möchten, und es ist darum verständlich, wenn das Bedürfnis besteht, Gesicht, Körper und Geist so zu pflegen, dass dieser Quell des Wohlbefindens und des Selbstbewusstseins niever* siegt Gar niedlich stehen all die Fläschchen, Töpfchen, Schalen mit diversen Cremes und Puder, all die vielen kosmetischen Produkte, auf unserm Toilettentisch. Wie oft lässt aber, der Erfolg zu wünschen übrig, trotz der häufigen Anwendung. Nicht dass die Produkte das nicht zu halten vermöchten, was sie versprechen, aber es ist mit ihnen wie mit allen andern Dingen; sie müssen richtig verwendet werden. Es ist nicht immer leicht, aus der verwirrenden Fülle der angepriesenen Mittel und Methoden das Zweckmässige herauszufinden. Vielen fehlt die richtige Anlei* tung, um eine hübsches und gesundes Aus* sehen zu erzielen. Will man gut und gepflegt aussehen, dann vertraue man sich dem Rat einer erfahrenen Kosmetikerin an, die es versteht, eine der Eigenart eines jeden Menschen angepasste Körper- und Schönheitspflege zu treiben. Wir sind überzeugt, dass sich unter unsern Leserinnen und Lesern viele finden, die ihre geheimen Sorgen um ein gutes Aussehen haben und einen diesbezüglichen Rat wohl zu schätzen wüssten. Wir haben nun einen kosmetischen Sprechsaal eröffnet, der unseren Abonnenten zur unentgeltlichen Benützung offen steht Eine anerkannte Kosmetikerin wird Sie durch unsern Sprechsaal beraten und auf ausdrücklichen Wunsch auch persönlich mit Ihnen Fühlung nehmen. Und nun hoffen wir, recht viele Anfragen zu erhalten, die, nach Massgabe desEingan« ges, vierzehntäglich oder monatlich beantwortet werden. Bg. DIE NEUESTEN HÜTE NACH PARISER ORIENTIERUNG BEACHTEN SIE DIESTETS WECHSELNDEN SCHAUFENSTER PROBIEREN SIE UNVERBINDLICH UNSERE KLEIDSAMEN HÜTE qÜEKER - PETITPiERRE ^J "• , '" > - ; "• • . - . ^ ., ^ . ^ . ^ NUR NOCH PARADEPLATZ 4 PARADEPLATZ-ZÜRICH RECHSAÄL Qepfteqt und gesund! ÜBER MITTAG GEÖFFNET