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E_1936_Zeitung_Nr.029

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14 Äutomobil-Kevue *—

14 Äutomobil-Kevue *— N° 29 Der Tourenonkel der Automobil-Revue' wünscht: SCHÖNE Der Frühling ist mit Meilenstiefeln ins Land gekommen. Astern ist alljährlich das Präl udium zu einer neuen, vielversprechenden Reisezeit. Wohin fahren Sie über Ostem? Haben Sie psse Pläne für den Frühling 1936? Gewiss, es ist ganz Ihre Sache; Sie haben recht. Aber wir fragen Sie nicht, um unseren ,,Gwunder" zu befriedigen. Wir möchten Ihnen lediglich in Erinnerung rufen, dass eine genussvolle Fahrt ein entsprechendes Kartenmaterial voraussetzt; denn Sie wissen es ja selbst, es gibt nichts Unangenehmeres, als falsch zu fahren, immer wieder nach dem richtigen Weg fragen zu müssen und schliesslich erst noch das Schönste verpasst zu haben. V Karten und Führer sind eine Vertrauenssache. Nicht jede Karte, noch viel weniger jeder Führer verdient Ihr Vertrauen. Man muss es zuerst gewinnen, der Verleger seine Erfahrungen sammeln. Das kommt nicht von heute auf morgen. Vor 30 Jahren haben wir unseren .ersten Automobilführer publiziert. Rund Wir haben errechnet, dass in 500,000 Karten und Frührer sind bis jetzt aus unserer Kartographie hervorgegangen. Europa alle 5 Minuten ein Hallwag-Führer oder eine Hallwag-Karte gekauft wird. Noch mehr: über 5000 Buchhandlungen und Clubsekretariate in allen Staaten führen Hallwag-Karten und Hallwag-Führer Jährelange, zielbewusste Arbeit hat. uns das Vertrauen der Automobilisten verschafft. Unsere Karten und Führer sind an ihrer einheitlichen Aufmachung und den rot-gelben Deckeln erkenntlich. Sie tun gut, wenn Sie beim Kauf Ihres diesjährigen Orientierungsmaterials darauf achten. Aus dem fast hundert verschiedene Ausgaben umfassenden Assortiment empfehlen wir Ihnen für heute nur folgendes: Hallwag „Auto-Reliefkarte" der Schweiz, 1:300,000. Dieses prächtige Blatt in 8 Farben, das letzten Sommer.neu erschienen ist, liegt,bereits im 8. Tausend vor. Es gilt heute allgemein als die schönste und Übersichtlichste Schweizerkarte. Auf zähem Papier Fr. 3.50, auf Leinen Fr. 5.—. Hallwag-Karte „Schweiz-Riviera", 1:500,000, für Fahrten an die franz. und ital. Riviera, sowie Touren in Savoyen und Burgund. Fr. 2.80. Hallwag „Schwarzwald-Karte", 1:250,000, die im 30. Tausend vorliegt und nicht nur den eigentlichen Schwarzwald, sondern auch die benachbarten Gebiete der Schweiz, Deutschlands und Frankreichs umfasst. Fr. 2.80. Nebensächliche Notiz: Eine Berner Zeltungsdruckerei hat es auf unsere „Abteilung für Autotouristik" abgesehen. Durch sklavische Nachahmung unserer Inserate und unserer Anschrift sucht sie Verwirrung zu schaffen. Wir machen unsere Leser lediglich der Ordnung halber'darauf aufmerksam, um ihnen Verwechslungen zu ersparen. ; M . Hallwag-Karte der „Oberitalienischen Seen" 1:300,000, die von Luzern bis Mailand reicht, den ganzen Tessin und alle Seen Oberitaliens umfasst. Fr. 2.80. EUROPA TOURJNG, der internationale Automobilführer von Europa. Er enthält Text und Kartenmaterial für sämtliche europäischen Staaten (mit Ausnahme Russlands), 62 Hauptkarten, 27 Länderkarten, 90 Stadtpläne, 1 Uebersichtskarte Europas, 530 Seiten Text in deutscher, französischer und englischer Sprache. Der Automobilist findet in Europa Toüring-alles, was er zur Aufstellung des Reiseplanes und während der Fahrt wissen muss. • '-,>.' • Die weltweite Verbreitung von Europa Touring spricht für seine VorzQglichkeit. In Ganzleinen Fr. 12.—. Und nun: Frohe Frühlingsfahrten! A VERLAG HALLWAG BERN Abt. für Autotouristik

III. Blatt Automobil-Revue Nr. 29 BERN, 3. April 1936 Die neue Friihjahrs-IHode Kleiderstoffe Die Modeschöpfer haben grossen Wert auf die Gestaltung des Materials gelegt und sich vollständig darauf eingestellt. Das Bild der modischen Wollstoffe erfährt immer neue Wandlungen;, sie werden heute in einer Vielfältigkeit gezeigt wie nie zuvor. Für Kleider, Complets und Ensembles dominieren feine, weiche und leichte Crepe-Gewebe in hellen und matten Pastellfarben. Auf der einen Seite ist die Oberflächen-Struktur bedeutend plastischer geworden, während anderseits doch wieder diskretere und flach gehaltene Motive zu finden sind. Als neuartige Stoffe lanciert Paris feine Crepe-Gewebe mit moosweichem Griff und mit aufliegenden Chenille-Effekten. Bei der grossen Ausmusterung hat die Phantasie ihren freien Lauf und man findet in dieser Saison Kleiderstoffe mit neuen Relief- und Effektbindungen, wie Furchen, Schnur, Noppen, Raye oder Boutonne. Alle sind weich und leicht im Fall mit interessanter Oberfläche. Nicht unerwähnt dürfen alle die vielen Zweiton-Gewebe bleiben, Vigoureux in feinen Garnen und Multicolor-Stoffe. Die Haute-Couture-Stoffe von den Häusern Rodier und Meyer & Cie. in Paris zeigen neuartige Zusammenstellungen in Farbe und Material. In der Hauptsache sehen wir handgewobene bis Flaschengrün; Stoffe mit meliertem Grund und dichten Dochteneffekten. Als neue Creation ist zu erwähnen Nakry Manifyl, ein vielfarbiger, grober, lose gewobener Stoff mit hauchdünnen, durchsichtigen Cellophänstreifen, für aparte Jäckchen und Gilets, ferner ein Mantelstoff Opahl Manifyl mit bunten Pastellnoppen. Bevorzugte Stoffarten sind ferner Ray- Manifyl, Travy Manifyl, Zaic-Manifyl, Floryl Blonzyl und Djabura. Die aufgeführten Stoffe sind alle mehrfädig und handgewoben mit der Bezeichnung « Filet et tisse ä la main ». Bei den Nouveautes der Firma Meyer & Cie in Paris handelt es sich um besonders interessante und schöne Uni-Stoffe. Das Aparte, das diesen Stoffen eigen ist, ist das wunderbare, weiche Ma- terial in den feinen, neuen Zwischentönen. Die Stoffe Cordelya, Essilya und Ferilya haben aufliegende, wie gestickt wirkende Wollstränge. Auch i sind feine Crepes mit Wollbüschel vorhanden, die r raupenartig den Stoff überziehen. *'••• Auch in Leinen und Baumwolle haben sich die Stoffe sehr stark geändert. Aus dem steifen, schweren Leinen werden heute wunderbare, weiche und leichte Gewebe gemacht mit interessanter Oberfläche, d. h. wieder Noppen, Streifen oder Diagonal. Eine Neuheit in dieser Art ist'ein Double-face-Gewebe mit aparten Farben wie naturfarbig mit giftgrün, rot oder blau. Ausserdem sind grobe, aufgeworfene Gewebe mit apartem Druck, sei es in Chine oder Tupfen-Dessins, sowie die bekannten irischen Leinen in uni oder bunt gewoben, vorhanden. Als letzte Neuheit wird ein grober Pique, bedruckt und uni, in frischen, hellen Farben und auch weiss gebracht. Paris gibt neue Farbtöne an, hauptsächlich Kontrastfarben, die als Kombination oder für- Garniturzwecke gedacht sind und sich als wunderf bare Farbeneffekte auswirken, zum Beispiel: Gelb: Paille, Saffran, Soleil; ' *? Blau: Ciel, Fa'ience, Bleu, Natier bis bleu nuit;< ' Grün: feines helles Mattgrün (amande) bis zum kräftigen Eineräude, in dunklen Tönen Vert Föret* • Rot: ein feines Bordeaux, karmin bis zum hellep>" Vermillon. t 1< Alle die schönen Stoffe, die farblichen Kontrast^ • und die vielfältigen Schattierungen geben dem gan-j zen Modebild eine neue, schöne, lebhafte Note. Kleider und Mäntel. In den neuen Pariser Kollektionen sind von der Londoner Ausstellung her starke ChinaJEinflüsse spürbar, aber auch Anlehnungen an Trachten, und besonders starke Stileinflüsse aus der Zeit Henri III. Flott und jugendlich ist die Note der Vormittagskleider, die Veränderung liegt weniger in der Linie als im Material und in den Farben, die durch das ergänzende Beiwerk noch belebt werden. Nachmittagskleid aus Crepe Säble, die neue Rocklinie. Kopie nach „Maggy-Roufl", Modell Jelmoli. (Photo Harhp) Elegantes Deuac-Pieces imprimee" mit Pique-Garnitur. Modell Jelmoli. (Photo Harlip) Die reiche Auswahl an neuen Wollstoffen kommt von Saison zu Saison stärker zum Ausdruck durch die konstant sich ausbreitende Sportmode, die spez. im Frühjahr von grosser Bedeutung ist. Neben den Kleidern aus Crepe sowie angoraartigen und genoppten Geweben haben Kleider aus Woll-Jerseys und handgestrickte Kleider für Reise und Sport einen grossen Erfolg. Man findet ein- und zweiteilige Formen mit bunten Jumpers; netzartige, grobe Tricotgewebe aus melierter und uni Wolle sind sehr in Mode. Das Kostüm und Complet wird im Vergleich zur letzten Saison noch mehr in den Vordergrund gestellt. Reise-Kostüme mit kurzen Jacken, hochgestellten breiten Revers aus weichem Harris- Tweed, Noppestoffen und Shetlands wirken jugendlich und sportlich. Das strenge Schneider- Kostüm mit hochstehenden und abgerundeten Revers sitzt exakt auf Taille; bei diesen Kostümen kommt besonders die gute Schneiderarbeit zur Geltung. Das Material ist Kammgarn, herrenstoffartig, einfarbig oder meliert. Auch feine Nadelstreifen auf dunkelblauem und schwarzem Grund sind für strenge Kostüme sehr beliebt. ) Bei den Complets gibt es neben den schon in letzter Saison beliebten klangen Jacken und Paletos sehr viele kurze, lose, sehr weite Kimono- Jacken. Man sieht diese kurzen, boleroartigen Jacken auch schon über Vormittagskleidern. Sport-- liehe Complets, zwei- und dreiteilig, mit halblangen, losen Jacken aus kariertem Wollstoff zu einfarbigen Kleidern oder Röcken oder umgekehrt kombiniert, wirken sehr flott. Die Blusen zu den Complets sind' vielfach in Kontrastfarben, ferner sind auch weisse Pique-und Leinenblusen oder -westen beliebt. Die Blusen schliessen oft sehr eng am Hals an; Nachmittagsblusen sind vielfach fein plissiert, gesteppt oder mit Durchbruch-Arbeit,'ebenfalls am Hals geschlossen. Man sieht elegante Blusen, weiss oder in Pastellfarben,' aus Crepe Satin, Crepe Romaine und Mattcrepe, ferner auch viele reinseidene Blusen aus Chine lavable. Auch bunt bedruckte Seidenblüsen auf dunklem Fond sind sehr modern. Für den Hochsommer bringt die Mode reiche Rüschenund Jabotblusen aus Organdis mit eingewebten oder bestickten Motiven. Sehr vornehm sind Spitzenblusen in weiss, Champagne und ecru. Pique- Plastrons, Organdis und Spitzen-Rüschen spielen eine grosse Rolle. Die Nachmittagskleider in Seide und Wolle sind im Ausschnitt hoch ansteigend, oft in Pagen-Rüschen endend oder zum Gesicht hin offen abstehend gearbeitet. Die Aermel erhalten, da sie oft schulterverbreiternd gearbeitet sind, erneut grosse Bedeutung für die Gesamtsilhouette. Häufig sieht man eine Art Pagenärmel, über die Schülterpartie hochstehend, viele Puffärmel, Pagoden und Flügelärmel, ferner viele weite dreiviertellange und lange Aermel, am Bündchen überfallend und normal weite Aermel, nach vorne weit und offen. Pique und Leinen sind das Hauptmaterial der Kragen und Manchetten-Garnituren; schmale Besatzstreifen, grosse Schleifen sowie Stuartkragen sind aus Pique oder gestärktem Leinen. Elegante Kleider haben aber auch oft Lame- und Spitzengarnituren. Daneben sind auch viele Modelle mit Stickerei und Applikationen garniert. Perl- und Wollstickereien an Gürtel und Taschen finden oft Anwendung. Plisses an Aermeln, Oberteilen und Röcken haben eine grosse Bedeutung. Die Abendkleider sind etwas kürzer wie bisher und auch meistens ohne Schleppe, sie sind nicht" mehr alle Torne hochgeschlossen, die Rücken zeigen durchwegs grössere Decolletes mit schmalen Trägern. Auc.h an den Abendkleidern sind viel Plisse-Effekte angewandt, oft ist der ganze Rock plissiert oder eingesetzte Plisseteile am Oberteil angebracht, Originelle Garnituren werden auch durch moderne künstliche Blumen ermöglicht. Als Material werden Spitzen und Tüll mit Taft und Cireunterkleidern und infolge der Plissemode weichfallende matte Seidengewebe, Georgette, sowie Crepe Satin, verwendet. Die Taffetmode in uni und bedruckt wird auch in dieser Saison beibehalten. Bunt bedruckte Abendkleider mit grossen Bouquets auf Taffet, Crepe Satin und Cire wirken sehr effektvoll; letztere werden vielfach auch mit Tüll- und Chiffon-Ueberkleidern gezeigt. (Aus dem Modebericht der Grands Magasins Jelmoli S. A. Zürich.)