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E_1936_Zeitung_Nr.090

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AUTOMOBIL-REVUE FREITAG,

AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 6. NOVEMBER 1936 •— N^ Belag verlangt. Voraussetzung bildet beim erstgenannten Punkte freilich die Einhaltung einer gewissen Verkehrsdisziplin. Und in dieser Hinsicht haben die Radfahrer in der Schweiz noch allerhand hinzuzulernen. , . Auf der andern Seite kann riian sich aber der Berechtigung der Forderung nach vermehrter Sicherheit der Strasse durch Anlage von Radfahrwegen nicht entziehen, wenn man sich die enorme Fahrraddichte der Schweiz — ein Velo auf je vier Einwohner — vor Augen hält. Eine Verkehrszählung am Basler Steinenring hat zwischen 6 und "22 Uhr rund 12000 Radfahrer ergeben. Da&sind 64 Prozent der in der genannten Zeit überhaupt gezählten Fahrzeuge! Die ungeheure Aktualität des Problems der Radwege kommt.einem4edocb.-erst so richtig zum Bewusstsein, wenn man sich nun, da einmal die Augen durch die Ausstellung geschärft sind, die Strassen'der engeren oder Dass die Zahl der Fahrzeuge für sich allein allerdings kein abschliessendes Urteil über die Auswirkungen des Autoverkehrs auf die Gestaltung der Saison erlaubt, versteht sich von selbst. Denn natürlich redet auch der Faktor « Frequenz der Automobilgäste» mit. Und hier deckt die St. Moritzer Statistik nun den überraschenden Umstand auf, dass die Rechnung mit einem» freilich bescheidenen, Plus gegenüber -dem letzten Jahr saldiert, wobei sich im einzelnen folgendes Bild ergibt : Zahl der Gäste mit Privatautos und Gesellschaftswagen: 1932 1933 1934 1935 1936 Privatwagen 7803 fii^O 10760 11417 , 9957 Gasellschaftswagea — '-!$$&' 2217 2949 ' 4567 Total Autogäste 7803 1p7%8 '12977 14366 14524 Total aller Gäste 19439 »306 30630 28852 27011 Zu- oder Abnahme der Privatwagengäste in % des Vorjahres: 1932 1933 1934 1935 1936 — 3% +17% +18% +6% —12% Zu- oder Abnahme der mit Gesellschaftswagen angekommenen' Gäste; 1932 1933 ;•,, 1934 1935 ,„.-., 1936 _ _• +33% +'33% +55% Was an dieser Zusammenstellung in die' Augen springt, sind vornehmlich zwei Mo- 24. Fortsetzung. Was Sybil an Konstantin am meisten liebte, war sein Hochmut, die steinerne Ruhe, mit der er sich umgab. Aber was sie getrieben hatte, sich offen zu dieser Liebe zu bekennen, war seine verborgene Güte gewesen. Sie war sehr tief verborgen gewesen, ungefähr wie das Metall im Berg, aber Sybil hatte sie herausgeahnt, unbewusst und sicher wie ein Rutengänger. Es gab eine Menge Leute, die Konstantin für einen tüchtigen Wissenschaftler hielten, tüchtig, langweilig und sympathisch. Es gab andere, die der Meinung waren, er bilde sich ein, etwas Besonderes zu sein, aber er täte gut daran, es zu lassen, da es ohne jeden Grund geschähe. Und es war auch noch eine dritte Partei, die Konstantins Aussehen liebte, seine nachdenkliche Orgelstimme, und freundlich erklärte, es sei gleichgültig, was hinter diesem wuchtigen Schädel steckt. Sie hätten an Konstantin nichts auszusetzen, Gott hätte ihn so geschaffen, dass er jedem Salon zur Zierde gereiche. Diese dritte Partei bestand hauptsächlich aus Frauen. Dann kam Sybil. Und sie sagte allen, auch denen, die es nicht hören wollten, wie sehr sie.irrten. « Konstantins Wege sind wunderbar., Ich habe nichts von ihnen verstanden und bin herumgetappt wie eine Blinde. Und er wollte mir nicht helfen dabei — o nein, wenn es möglich war, hat er sogar Mauern gegen mich gebaut. Aber ich bin weiter gegangen und immer weiter, bis ich dann-eines Tages doch bei seinem Herzen war.» Sybil dachte nach und sagte: ..«Es war der Mühe wert. In diesen zwei Jahren bin ich sehr elehd gewesen, und wenn Unglück wirklich* das Haar bleichen könnte, müsste ich< weiss geworden sein. Aber ich hatte Konstantins Herz- gefunden — und das war alle Mühe wert. Ich glaube nicht, dass eine Frau von einem Mann etwas sagen kann, das ehrenvoller wäre...» "• weiteren Heimat daraufhin ansieht, wo «ei-j gentlich» Radfahrwege bestehen müssten. (In! diesem Zusammenhang wartet der Verfasser! mit einer Reihe konkreter Vorschläge für die Anlage von Radfahrstreifen in der Stadt Bern und deren Umgebung, namentlich in der Muriallee, auf. Wir beabsichtigen, diese Anregungen gelegentlich in einem besonderen Artikel zu behandeln. Red.) Der Stein ist im Rollen. Die Bewegung zugunsten des Radweges wird nicht mehr verstummen. Was einzelne fortschrittliche Stadtund Kantonsverwaltungen in den letzten Jahren unternommen haben, wird zum Vorbild — gelegentlich vielleicht auch zum abschreckenden Beispiel — für das in der Zukunft zu Leistende. Was uns zu hoffen übrig bleibt, ist dies: dem Ausland bald einmal zeigen zu können, was wir auf diesem Gebiete unternommen haben, statt dass wir uns einseitig von ihm Rat holen müssen. H. W. Th. Autotourismus im Spiegel der Statistik •-) Siehe Nr. 89. Was die St. Moritzer Autostatistik lehrt. F E U I L L E T O N Musik der Nacht. Roman von Joe Lederer. Schluss *) meinte: Die seit 1932 zum erstenmal sich offenbarende Schrumpfung der Ziffer der « Privatwagengäste » einerseits und andere seits das fast sprunghafte Anschwellen des Kontingents, das der Gesellschaftswagen St. Moritz zugeführt hat. Wenn damit nicht nur die Einbusse auf der erstgenannten Gästekategorie ausgeglichen, sondern auch das vorjährige Total der Autogäste noch knapp übertroffen wird, so hat St. Moritz dieses Fazit allein dem im Bündnerland so lange verschmähten Gesellschaftswagen zuzuschreiben, dessen Insassen im Sommer 1936 bereits 31 % aller Autogäste repräsentierten gegen bloss 17 % vor zwei Jahren. Zweifellos zeichnet sich hier eine Entwicklung ab, die geeignet ist, St. Moritz einen nicht zu unterschätzenden zusätzlichen Verkehr zu sichern. In ihrer ganzen Tragweite jedoch enthüllt sich die entscheidende Wichtigkeit der Autotouristik für den Engadiner Kurort erst dann, wenn man .sich vergegenwärtigt, dass zu gleicher Zeit, da die Menge der Automobilgäste: weiterhin, aufwärtsstrebt und das im Vorjahr erreichte Niveau um 1 % „übersteigj», bei den übrigen Gästen als Fazit ein Ausfall von rund 14 % zurückbleibt. Auf einen andern Nenner gebracht, besagt das: Die Quote I des Automobils an der Gesamtfrequenz hat Wie hatte dieser steinerne Konstantin seine Ruhe verloren, als Sybil,vor ein paar Wo-' chen krank gewesen ! Es war eine Kleinigkeit, ein sonderbarer Fieberanfall, keines^ wegs etwas Arges. Sybil hatte als Kind ein-* mal Masern gehabt, das war viel peinlicher gewesen, aber niemand hatte sich deswegen aufgeregt. Doch Konstantin hatte sofort einen Professor gebracht, der natürlich gar nichts sagte, schon aus dem einfachen Grund, weil man für einen Fieberanfall keine grosse Diagnose braucht. , . f. Damals hatte Sybil erfahren: es gibt Män^ ner, die ihre Gefühle so gut verbergen-kön£ nen, dass man manchmal zweifelt, ob sie überhaupt welche besitzen. Und dass sie dann, ganz plötzlich, aus einem törichten Aniass, ihre Maske fallen lassen, den Mund aufbringen und vernünftig sprechen können! ,Das Institut hat mir für ein halbes Jahr Urlaub gegeben, damit ich mich auf eine Tibetreise vorbereiten kann. Nun ist es zwar doch nicht ganz sicher, ob die Reise stattfindet! aber ich will dieses halbe Jahr trotzdem für,, Studien verwenden. Ich brauche Ruhe dazu und glaube, dass es gut wäre* nach Zürich zu übersiedeln -i- däs" : ist eine schöne, stittd Stadt. Und wenn du noch so denkst, wie du vor einem Jahr, gedacht hast.. „ Sybily Sag doch ein Wort! » < .Endlich!" hatte sie gesagt:. : ' " ; Sybil starrte vor sich hin; verwirrt- und abwesend. , ••••/•'' «Ich erinnere mich so genau« daran.»i Endlich ! habe ich gesagt. » Sie überlegte: «Ich war glücklich — aber nicht sehr glücklich. Irgend etwas hat mich, bedrückt, und.>,• ich hatte solche Angst! Wie ein ungeborenes Kind, so war plötzlich die Angst irt;meinem Leib und ist gewachsen, mit jederrt Tag grösser geworden... Ich konnte nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, ich war/ so schwer und müde. Da lag meine schöne, blanke Zukunft vor mir — aber ich konnte nicht daran glauben. Wenn ich .Zukunft!' denken' wollte — gleich war die'Angst da und biss in mir wie eine Ratte.» « Wovor hast du dich gefürchtet ? » « Ich weiss nicht...» Sie streckte hilflos die Hand aus, diese abermals zugenommen und beträgt im Sommer 1936 volle 53,7%. Mehr als die Hälfte aller Fremden hat St. Moritz also durch das Auto empfangen. Wenn sich der Zustrom der Privatwagen um 7 % verminderte, währenddem zugleich die Zahl der mit solchen Fahrzeugen angekommenen Gäste um 12 % abgesunken ist, dann muss die Folgerung daraus lauten, dass die durchschnittliche Besetzung pro Wagen geringer geworden ist. Mittlere Besetzung pro Wagen (Privafautos): 1932 1933 1934 1935 1936 Personen 2,6 2,7 2,5 2,9 2,8 Wie sich die Saisonbilanz schlussendlich präsentiert, hängt nicht allein von der Autofrequenz als solcher, noch von der Zahl der Fahrzeuginsassen, sondern vor allem vom Total der Logiernächte ab, welche die Autogäste bei uns verbringen. Darin nämlich liegt des Pudels Kern; erst die Kenntnis dieser Ziffern ermöglicht Rückschlüsse über die aus dem Autoverkehr fliessenden Einnahmen unseres Fremdengewerbes. Und in dieser Beziehung offenbart die St. Morätzer Statistik folgendes : Zahl der LogiernSchte, welche von Gästen mit Autps in St. Moritz verbracht wurden: 1932 1933 1934 1935 1936 Personenwagen 25 779 37 906 40 720 37 204 28 786 Geeellschaftswagen — 2 876 2 445 3 248 6 692 Total der Autologiernächte 25779 40 782 43165 40 252 35 478 Total aller Logiernächte 134 343 141344 142 776 141597 112 291 Autologiernächte in Prozenten des Totais: 1932 1933 1934 1935 1936 19 % 28.8 % 30 % 28 % 31.5 % Charakterisiert sich somit zum einen die absolute Zahl der « Autologiernächte > durch eine Abnahme von 4974 oder 12 % gegenüber 1936, so erhellt aus der Statistik zum andern, dass deren Anteil am Total der Aufenthaltstage weiter in aufsteigender Kurve verläuft und nunmehr auf 31,5 % emporgeklettert ist. Annähernd ein Drittel aller Logiernächte stammen also vom Autoverkehr her. So paradox es auf den ersten Anblick hin anmuten mag, wenn die Quote der Autologiernächte trotz deren absolutem Rückgang neuerdings um einige Prozente angewachsen ist, so findet dieser scheinbare Widerspruch eine einfache Erklärung darin, dass die Ziffer der.rAufenthailtstage der nicht im Auto eingetroffenen Fremden gegenüber 1935 mit .einer Einbusse von vollen 24 % in der Statistik figuriert. Frei'ich lässt sich angesichts der rückläufigen Bewegung der «Autologiernächte»' auch die Feststellung nicht unterdrücken, dass die schimmernd braune Hand, deren Innenfläche hell wie eine Muschel war. «Das war ja das Schreckliche: ich wusste nicht, was mich so ängstigte ! Ich musste immer horchen, immer warten, überall suchen ... Da war etwas Finsteres, Gefährlicheres, das mich festhielt wie ein Angelhaken. Ich zappelte und drehte mich nach allen Seiten. Aber da hing ich nun und kam nicht wieder los. Sybil lächelte zaghaft. « Manchmal sagte ich zu mir selbst: .Verlorener Mensch ! » Das ist kindisch, nicht wahr ? Jetzt, wenn ich es dir erzähle, schäme ich mich, dass ich so dumm war ! Aber in all den Nächten, in denen ich nicht schlafen konnte, sagte ich zu mir: .VerlorenerMensch!' Verstehst du mich, Lukas? Ich war glücklieh'i dass Konstantin mich heiraten wollte, aber ich kam nicht dazu, mich über mein Glück zu freuen. Diese bissige Ratte in meinem Leib erlaubte es nicht. Zu allem sagte sie nein. Wer weiss, was dich erwartet, sagte sie! Und deshalb... deshalb habe ich den Brief gestöhlen. Aber ich glaube kaum, dass ich ihn noch lesen werde. Wenn Konstantin Geheimnisse hat, so mag er sie behalten. Ach, ich will jetzt nichts mehr wissen,..» Sybil beugte sich zu Lukas und küsste ihn. «Ich will nichts mehr wissen, als das : wir lieben uns.» «Ratten, Angelhaken... Sybil, was denkst du dir für schreckliche Dinge aus !» Sie log : «-Es ist schon längst vorbei. Wieso ist es mir nur eingefallen ? » Ueber -dann, stammelte sie : « Jetzt ist alles gut. Ich liebe dich. Was kann mir denn drohen? Ich liebe, ich liebe..» Lukas schlöss die Augen. Er hörte Sybils sanften Atem, der durch, die Stille hauchte. Wind raschelte'auf, ein Möbelstück knisterte. Lukas lauschte den zarten Geräuschen der Nacht, die wach wurde. Es verwirrte ihn. Plötzlich schien ihm, diese holde Musik der Nacht und auch seine eigene Stimme wären nur armselfge Begleitung, ein schattenhaftes Orchester, zu dem Sybil die Melodie ihres Schicksals sang... Die Uhr rief. « Dreiviertelvier ! » « Lukas », flüsterte Sybil. « Lukas, Lukas !» Und langsam, nach Worten .suchend, als durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Autogäste neuerdings etwas «abgeschmolzen» ist, eine Erscheinung, die zwar ihr Gegenstück auch bei den übrigen Gästen besitzt, wie die nachstehende Tabelle veranschaulicht : Durchschnittliche Aufenthaltsdauer; 1933 1934 1935 1938 Tage Gäste mit Privatwagen 4,1 3,8 3,2 ,2,9 Gäste mit Gesellschaftswagen 1,7 1 1,1 1,5 Uebrige Gäste 7,4 5,6 6,9 6,1 In jüngster Zeit hat die Meldung ihre Runde durch die Presse gemacht, das eidgenössische Amt für Verkehr befasse sich gegenwärtig mit der Ausarbeitung eines Projektes für die Reorganisation unserer Fremdenwerbung im Ausland. Bedürfte es wirklich noch einer Bekräftigung unserer Auffassung, dass dabei auch die Propaganda für den Autotourismus mit einbezogen und in weit stärkerem Masse dotiert werden müsse als bisher, dann Hesse sich dafür kaum mit einem schlagkräftigeren Argument fechten als mit den Lehren aus der St. Moritzer Statistik. « Das wichtigste Zeitproblem ist die Förderung und Hebung der Frequenz», schreibt die «Hotel-Revue». Mit dieser Feststellung aber ist es eo ipso ausgesprochen und anerkannt, dass das Automobil bei der Umgestaltung unserer Werbung- jene Berücksichtigung finden muss, die ihm entsprechend seiner Funktion als nicht mehr wegzudenkendes Mittel zur Belebung des Verkehrs — und damit der ganzen Wirtschaft — unzweifelhaft gebührt. Und wenn der Neuaufbau der schweizerischen Verkehrspropaganda die Bewilligung namhafter Mittel durch den Bund voraussetzt, dann -hoffen wir, der Automobilismus werde bei dieser «-Verstaatlichung » der Werbung nicht etwa auf Kosten anderer, dem Bunde näherliegender Verkehrs^ zweige zurückgesetzt. Schweizerische Rundschau Die Walenseetalstrasse marschiert auch in Zürich. Nach dem Rapperswiler- und Melser- Vorbild hat sich nun auch in Zürich ein Aktionskomitee für den Bau einer Walenseetalstrasse gebildet, dem Vertreter des Regierungsrates und der Behörden der Stadt Zürich, Mitglieder der Bundesversammlung und der politischen Parteien sowie Vertreter der zürcherischen Berufs- und Strassenverkehr^interessentenverbände angehören. Das Komitee bezweckt, die möglichst rasche Inangriffnahme des StrasSenbäus:iArrt lhNovember findet in Zürich eine Öffentliche 3 'Versammlung statt, wobei das ganze Problem der Walenseestrasse durch verschiedene Referenten eingehend behandelt wird. V müsste sie durch den Irrgarten einer fremden Sprache : /' * ' «Ich werde nicht nach Zürich reiseni Du verstehst mich, mein Engel? Ich Iiebe.dich. Ich muss hier bleiben. Ich kann nicht mehr nach Zürich reisen.» '"'. Zehntes Kapitel - -• Die Moral der Frauen hatte Lukas.zu kennen geglaubt, doch jetzt sah er ein, er »hatte nur eine wohlfeile Moral gekannt. Konfektionsmoral zu herabgesetzten Preisem Versäumen sie nicht die Gelegenheit:- Ausverkauf in billigen Phrasen! Schimmernde Mänr telchen für feige Herzen ! Jedem seine kleine Moral, gebrauchsfertig ins Haus -gelieferte/« Aber es gab auch eine andere, grosse Moral. Und es gab Frauen, die auf ihr-Banner .Wahrheit' und .Gerechtigkeit' schrieben.- . Das waren wundervolle Frauen, anbetungswürdige, die eine Mischung aus -jungem Krieger und heiliger Elisabeth schienen, Sie standen ausserhalb der Gesetze und beugten sich vor nichts als den Geboten, die sie sich selbst gegeben... Es waren Frauen,, die in das Leben braver Männer fürchterliche Unordnung bringen. Als Sybil gesagt hatte: «Ich kann nicMt mehr nach Zürich reisen», war Lukas drei Sekunden läng nicht imstande, ihr zu antworten. In der ersten Sekunde war er bereif vor ihr niederzufallen und sie anzubeten: £ «Du bist gebenedeit unter den Weibern..» In der zweiten Sekunde fühlte er berauschti «Sybil spricht viele Sprachen, aber ihr Herz kennt nur zwei Worte: Ja oder Nein !» ' Doch in der dritten Sekunde kam ein letz> ter Gedanke, eilig und hinterhältig, wie eiii vermummter Bote: ~' : j «Sybil schliesst keine Kompromisse.!», ,t Ueber ihren Mund gebeugt, vergass Lukas, dass er sie küssen wollte. Er blickte^ sieJaL, Er wollte ihr keinen Vorwurf machen, abe'f das, was Sybil von ihm verlängte, war furchtbar. Die Gedanken brachen über ihm herein; rasend wie eine Sturzflut, bedrängten ihn und überschwemmten alles mit Unrat^tmd Gischt. Lukas hatte sein lieben klug und 1 stark gebaut, aber es musste doch *e i irt 'ge* borstener Stein im Mauerwerk gestecEf haben, der beim ersten Ansturm zerrieben wurde. Nun wankte der ganze Bau. Fortsetzung folgt.

W»«0 *-* FREITAG. 6. NOVEMBER 1936 AUTOMOBIL-REVUE 3 Sportnachrichten CC. 45OQ Maximum für Wagen ohne Kompressor Maximum pour voitures sanscompresseur Kommt der französische Rennwagen? Ende Dezember 1935 haben wir in der < Automobil-Revue » (Nr. 101 und 102) einsehend von einer in Frankreich in die Wege geleiteten Sammlung zugunsten der darniederliegenden französischen Rennwagenindustrie berichtet. Zweck dieser Sammlung war, die — Ferner haben die beiden Alfa Romeos, mit nötigen Finanzen hereinzubringen, um dendenen Raymond Sommer den GP von Amerika und die 24 Stunden von Le Mans 1935 einheimischen Konstrukteuren den Bau von Rennwagen zu ermöglichen, welche an den bfistritt, ebenfalls den Besitzer gewechselt. grossen internationalen Veranstaltungen den Endlich erwarb sich Bill White in Los Angeles Kampf mit den Produkten deutscher und von der Scuderia Ferrari ein 8-Zylinder-Alfaitalienischer Provenienz aufnehmen konnten. Romeo-Modell. Er beabsichtigt, diesen Wagen Man appellierte an die Freigebigkeit des Publikums, indem man Kühler- und Knopfloch- Indianapolis-Sieger Lou Meyer zur Verfügung für die nächsten amerikanischen Rennen dem abzeichen verkaufte. Man inszenierte eine zu stellen. — Raph hat seinen Maserati nicht ausgedehnte Propaganda und bat Syndikate, losgebracht; er ist bei seinem angebahnten Handels- und Finanzgruppen, Clubs, die Handel vielmehr Gangstern zum Opfer gefallen, wie wir unlängst gemeldet haben. Presse und Privatleute, dieser nationalen Sache durch Zeichnung von Beiträgen ä fonds perdu zu einem Erfolg zu verhelfen. Das Ergebnis der Aktion war geradezu niederschmetternd. Von den bereitgestellten Abzeichen wurde nur ein geringer Teil an den Mann gebracht und auf über 550 Bittgesuche an Gesellschaften und Private liefen nur 49 Antworten ein, von denen 18 einen Bejtrag ablehnten, 6 die Prüfung der Angelegenheit versprachen und 25 ihren Obolus beilegten. Alles in allem betrug der klingende Erfolg nicht einmal ffrs. 700 000.—, wovon 128 000 francs für Organisationskosten in Abzug kamen. Endlich brachte man ffrs. 225 000.— zur Verteilung, indem man ffrs. 100 000.— an die Firma Bugatti in Form eines Ankaufs von Werkzeugmaterial ausrichtete und 75 000 ffrs. an Herrn Lory vom Studienbureau der Firma Delage überwies, während weitere 50 000 ffrs. dem Erbauer des Sefac-Rennwagens, M. Emil Petit, zur Verfügung gestellt wurden. Dass dadurch der Rennwagenindustrie nicht auf die Beine geholfen war, dass vielmehr die Verteilung dieser kleinen Summen nichts als einen Tropfen auf einen heissen Stein bedeutet, versteht sich am Rande. -r-'Esrinussten andere Mittel gesucht werden, •ton den toten Punkt, auf dem Frankreich im internationalen Rennsport angelangt war, zu überwinden. Die staatliche Hilfe schien ein erster Weg zur Lösung des Problems zu sein, sie wurde angestrebt... und schliesslich auch zugesichert, indem in einer Mitte Dezember 1935 abgehaltenen Sitzung der Deputierten-Kammer auf Antrag des Ministers für öffentliche Arbeiten, M. Laurent Eynac, eine Abänderung des Gesetzes in dem Sinne vorgeschlagen wurde, dass die Ausstellungsgebühr der Fahrbewilligung für Automobilisten von 50 auf 60 Fr. zu erhöhen sei und die Hälfte des sich ergebenden Mehrerlöses dem Fonds für französische Rennwagen zugute kommen solle. Nachdem die Kammer diesem Vorschlag zugestimmt hatte, wurde er einige Wochen später auch vom Senat gutgeheissen. Wie wir der französischen Fachpresse entnehmen, scheinen sich die Erwartungen für das zu Ende gehende Jahr zu erfüllen, indem sich die dem Rennwagen-Fonds zugeflossenen Mittel auf rund eine Million französischer Franken belaufen dürften. Man ist nun mit der Ausarbeitung eines Regimentes beschäftigt, auf Grund dessen diese Mittel zijr Verteilung gelangen sollen. Es soll sich dabei nicht um einen Wettbewerb, sondern vielmehr um ein eigentliches Examen handeln, das die «Kandidaten» abzulegen haben. Einmal hätten diese ihre Pläne einer Kommission einzureichen, dann den Motor nach Fertigstellung auf seine Fähigkeiten prüfen zu lassen und schliesslich den Wagen auf einem Autodrom — voraussichtlich in Montlhery — vorzuführen. Noch ist nicht bestimmt, ob man Bereits die Versuche, die Konstruktion subventionieren soll oder ob man mit der Unterstützung bis nach Bestehen des Examens zuwarten will, eine Frage, die es reiflich zu überlegen gilt "Die Kommission, welche sich im Jahre 1935 mit der öffentlichen Sammlung befasste, setzt übrigens ihre Anstrengungen zur Erlangung von Beiträgen fort. Sie überflutet die Automobilistenkreise neuerdings mit einer grossangelegten Propaganda und rechnet mit dem Zufluss beträchtlicher Mittel. • Sommer und Etancelin verkauften ihre Rennwagen. Verschiedene europäische Rennfahrer haben ihren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten und das Rennen um die Coupe Vanderbilt dazu benützt, ihre Boliden drüben «an den Mann » zu bringen. So hat Philipp Etancelin seinen Maserati einem reichen Amerikaner verkauft, der sich zwar nicht selber in das Ding setzen will, vielmehr die Absicht hat, einen Rennstall zu gründen und Wagen nach der Maserati-Konstruktion bauen zu .lassen. Kohlrausch Ehrenmitglied des britischen Rennfahrerclubs. Auf Grund seiner unlängst auf der Reichsautobahn Frankfurt a/M--Darmstadt aufgestellten internationalen Rekorde für kleine Rennwagen wurde der Münchner Rennfahrer Robert Kohlrausch zum Ehrenmitglied des British Racing Drivers' Club ernannt. Die Sternfahrt nach Marokko lebt wieder auf. Nachdem der AC von Marokko in der vergangenen Saison auf die Organisation seiner internationalen Sternfahrt verzichten musste, stehen für eine Durchführung des Wettbewerbes im Jahre 1937 keine Schwierigkeiten mehr im Wege, so dass die Veranstaltung für die Zeit vom 5.—25. Mai im internationalen Sportkalender Aufnahme gefunden hat. Gegenwärtig wird an der Erstellung des Reglementes gearbeitet, das einen Parcours von gewaltigen Ausmassen vorsieht. Die Konkurrenten werden mindestens 5000 km zurückzulegen haben. Vertreter für Bern Vertreter für Zürich Vertreter für Basel Die für die Jahre 1938 bis 1940 von der Sport- • kommission der A.I.A.CR. festgesetzte internationale Rennformel in graphischer Darstellung. •4OOC "35OO Bol d'Or 1937 auf neuer Strecke? Das 24-Stunden^Rennen um den Bol d'Or, welches bisher stets im Walde von Saint- Germain zur Durchführung gelangte, wird 1937 'möglicherweise auf einer neuen Strecke zum Austrag kommen. Seit vier Jahren haben die Organisatoren um die Ausbesserung der in Frage stehenden Strassen nachgesucht, ohne indessen den gewünschten Erfolg zu haben. Da der Zustand der Strecke sich mit den durch die heutigen Rennwagen erreichbaren Geschwindigkeiten nicht mehr vereinbaren lässt, muss die Verlegung des 16. Bol d'Or-Rennens in Erwägung gezogen werden. Neue englische Grand-Prix-Rennwagen. Die «Alta Car and Engineering Company» hat gegenwärtig zwei Rennnwagen nach der bis ;Ende 1937 geltenden internationalen Rennformel in Konstruktion, welche grösstenteils auf völlig neuen Plänen beruhen. Bei dem einen Modell handelt es sich um einen 8-Zylinder-iMotor (V-Form) mit 3 oder 4 Liter Hubvolumen. Das Chassis weist Stromlinienform auf; alle Räder sind unabhängig von einander gefedert. , .. In diesen Wagen kann aber auch ein 4-Zylinder-Motor von 1^ oder 2 Liter Zylinder- (Reimt sich das zusammen? GESCHWINDIGKEIT ohne* ICHERHEIT ? SPARSAMKEIT ohne ANZUGSVERMÖGEN? BESCHLEUNIGUNG ohne BREMSWIRKUNG? GESCHMEIDIGKEIT ohne LEISTUNGSFÄHIGKEIT? FORMSCHÖNHEIT ohne K O M F O R T ? SOLIDITÄT ohne GERÄUSCHLOSIGKEIT \ Kaufen Sie deshalb einen vollwertigen Qualitätswagen Verlangen Sie Probefahrt u. Auskünfte durch die Generalvertretung f. die Schweiz: GRAND GARAGE E. MAURER - so. Bd -des Tranchees - GENF Andre Zumstein, Muristrasse 64, Bern Gustav Bäuerlein, Wallisellen-Zürich, Schwarzaokerstrasse 36 Garage Universal, Vogesenstrasse 75, Basel Maximum für Kompressor wagen Maximumpoür voitures aveccompresseur 755 Kl LOGS •4OO 450 500 SSO 6OO 6SO 7OO 750 6OO «Ä> Minimalgewicht in kg. inhalt mit gänzlich neuem» Oel-Filtrierungsund Schmierungs-System eingebaut werden. Nach den Berechnungen der Konstrukteure soll die Spitzenleistung des 8-Zylinder-Motors 200 m/St. — rund 320 km/St, betragen. Gerüchte um eine Beteiligung von Dodge an den nächstjährigen Rennen. Amerikanischen Blättermeldungen ist zu entnehmen, dass die Konstrukteure der Dodge- Automobile die Absicht hätten, sich in der nächsten Sportsaison an den Rennen zu interessieren, und zwar, wie verlautet, nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Europa. LUFTFAHR Passagierverkehr über den Pazifischen Ozean. Die Pan American Airways hat den regelmässigen Passagierverkehr über den Pazifischen Ozean am 21. Oktober eröffnet. Für die fast 13,500 km lange Ozeanüberquerung werden drei Flugboote vom Type des * China Clippers> eingesetzt werden. Die Dauer der Reise von San Francisco bis nach Manila auf den Philippinen ist auf 6 Tage festgesetzt worden. Zwischenlandungen werden auf Honolulu, Midway Inseln, Wake Inseln und dem Eiland Guam eingeschaltet, die alle für den Passagierverkehr speziell ausgebaut wurden. Der Flugplan wurde so gelegt, dass die Fluggäste einen Aufenthalt von 24 Stunden in Honolulu haben werden. Damit ist die Pan American Airways die erste Luftverkehrsgesellschaft der Welt, die den Passagierverkehr auf den Ozeanstrecken eingeführt hat. In Amerika soll nach Bekanntgabe dieser Nachricht ein wahrer « Run » eingesetzt haben, um Plätze für den ersten transpazifischen Flug zu buchen, so dass das erste Flugboot innert weniger Minuten ausverkauft war. Für die Passagiere ist jeder nur erdenkliche Komfort vorgesehen. Mahlzeiten werden an Bord serviert, wie man es von den grossen Luxusdampfern her gewöhnt ist. Auf den Zwischenhalten ist Gelegenheit zu Exkursionen gegeben. Abgelegene Inseln, wie Midway Island, Wake Island und Guam sind von der Pan American Airways mit Tonfilmtheatern ausgestattet worden, um den Passagieren Gelegenheit zu geben, während des kurzen Aufenthaltes die neuesten Filmschöpfungen Amerikas 7,u bewundern. Auf diesen Inseln sind ebenfalls kleine aber äusserst komfortable Hotels eingerichtet worden, die sozusagen fertig konstruiert von einem Damofer mitgenommen wurden, um an Ort und Stelle aufgebaut zu werden. Neues Ozeanflugboot. Die bekannte Flugzeugfabrik Sikorsky gibt bekannt, dass die Berechnungen und Zeichnungen für ein 35plätzis:es Transozeanflugboot fertiggestellt sind. Es handelt sich hier um eine 8motorisre Maschine, die die Verbindung Nordamerika-Europa in 24 Stunden herstellen würde. Nach der Mitteilung der Flügzeugfabrik schweben bereits Unterhandlungen mit einer der grössten amerikanischen Luftverkehrsgesellschaften, d'e sich für das neue Modell sehr interessiert Das Flugzeug selbst soll den Passagieren a"en ni, r erdenklichen Komfort bieten ^o «n'1 -r B. auch ein Tanzsaal im Rumofp der Maschine voreesehen sein. Das Totalgewicht des neuen Flugbootes für den P'rektverkeTir New York- London beträft SO T "«en. AI« Triebwerke sind 8 neue Pratt