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E_1938_Zeitung_Nr.011

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Der Niveauübergang in

Der Niveauübergang in Rothkreuz bleibt bestehen! Luzerner, Zuger und Zürcher Verkehrsinteressenten haben im Verein mit den Organisatoren des Eidg. Schützenfestes in Luzern und der Schweiz. Landesausstellung in Zürich Anstrengungen unternommen, um das unangenehme Verkehrshindernis der stark frequentierten Durchgangsstrasse Zürich- Luzern, bestehend im bekannten viergeleisigen Niveauübergang in Rothkreuz, endlich zu beseitigen. Leider ist dem sehr verdienstlichen Beginnen, wie hier kurz gemeldet wurde, nicht der gewünschte Erfolg zu teil geworden. Auf Veranlassung der Baudirektion des Kantons Zug hat kürzlich ein Augenschein mit anschliessender Besprechung aller Interessenten stattgefunden, wobei es sich zeigte, dass zwar der Wille und das Verständnis für die Vornahme einer Strassenunterführung allseits festgestellt werden konnte, wohl aber auch das Fehlen der hiezu nötigen Geldmittel. Nach dem vorgelegten Projekt der SBB würde sich die Kostensumme auf rund 700,000 Fr. belaufen. Für den gleichen Betrag wurde auch ein zweites Projekt des zugerischen Kantonsingenieurs eingeschätzt. Es galt nun, an der Rothkreuzer Tagung vor allem abzuklären, ob die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden können. Die SBB stellten einen Betrag von maximal 1/7 in Aussicht (100,000 Fr.), wozu eventuell noch ein Bundesbeitrag von 200,000 Fr. käme. Kanton Zug und Gemeinde Rothkreuz bekannten sich aber ausserstande, die Restanz von rund 400,000 Fr. übernehmen zu können, weshalb die Ersetzung des Niveauüberganges durch eine Strassenunterführung mangels der nötigen Finanzierung bis auf weiteres vertagt werden musste. V Ob's nützen wird? Der Thurgau überreicht den Radfahrern « zwecks Erziehung» eine Fibel. Wäre die Erkenntnis, dass die Radfahrer heute «ungehörig » viel Verkehrssünden auf dem Kerbholz und dass sie in Sachen Disziplin noch allerhand hinzuzulernen haben, nicht bereits Allgemeingut, dann erbrächte unter anderm auch das Vorgehen der thurgauischen Automobilkontrolle den Beweis dafür, wie sehr gerade in diesen Kreisen von Strassenbenützern die Dinge noch im argen liegen. Besagte Behörde lässt nämlich den Radfahrern bei der Bezahlung ihrer Taxe eine kleine Verkehrsfibel in die Hand drücken. In Wort und Bild führt sie ihnen zum x-ten Male die Verbote und Gebote zu Gemüt, an denen zum Aerger der Fussgänger, Automobilisten und Verkehrspolizisten immer und immer wieder gefrevelt wird. Sowenig wie man den Behörden nach diesem weiteren, anerkennenswerten Schritt wird vorhalten dürfen, sie lassen es an der Erziehung zu verkehrsgerechtem Verhalten fehlen, genau sowenig wird sich inskünftig der Radfahrer mit der Ausrede zu drücken vermögen, er habe die Vorschriften nicht gekannt. Und wir können der « Thurgauer Zeitung > nur beipflichten, die sich in einer Randglosse vernehmen lässt, es wäre erfreulich, wenn es auch ohne Verschärfung der Bussenpraxis gelänge, mit dieser Erziehungsarbeit so weit voranzukommen, dass der Uebername der Radfahrer als «Anarchisten der Landstrasse » seine Berechtigung verlöre. Wobei das Blatt allerdings auch gleich etwas resigniert bemerkt, es wage nicht daran zu glauben. Dann wird man eben andere Saiten aufziehen müssen, um so mehr, als es beim Radfahrer keine gesetzliche Möglichkeit des Fahrbewilligungsentzugs gibt. Kommt man auf gütlichem Wege nicht zum Ziel, so bleibt nichts anderes als kräftigeres Zupacken, wovor man sich ja schliesslich gegenüber den Automobilisten auch nicht scheut. Neues von der Signalanlage am Bärenplatz In Bern. wir haben in der «Automobil-Revue» Nr. 78 vom 28. September 1937 über die im vergangenen Herbst am Berner Bärenplatz in Betrieb gesetzte automatische Verkehreregedungs-Anlage berichtet Diese von der Berner Firma Hasler AG. erstellte Einrichtung hat sich seither, so weit an ihr, ausgezeichnet bewährt, während freilich die bauliche Ausgestaltung jener Strassenkreuzung mit den beiden Engpässen beim Käfigturm eine wirklich flüssige Verkehrsabwicklung in mancherlei Hinsicht erheblich beeinträchtigt. Eine kleine Abänderung hat sich die Anlage in den letzten Tagen auf Grund der bisherigen Erfahrungen imöerhin gefallen lassen müssen. Es hat sich gezeigt, daes der unvorbereitete Uebergang von rot auf grün die vor dem Signal wartenden Fahrzeugführer oft doch überrascht und es ihnen dann nicht mögjiob ist, die Erlaubnis zur Weiterfahrt sofort auszunützen. Auch sind eie bei der bisherigen Ordnung der Dinge genötigt, unverwandt auf das Signallicht zu blieben, um bei Aufleuchten des Freizeichens ja keine Zeit zu verlieren. Dem ist nun dadurch abgeholfen, dase, wie Morgenkaffee bei der Verkehrspolizei. Was es doch so gibt auf dieser Welt! Morgenkaffee bei der Verkehrspolizei! Jawohl, die englische Stadt Btackburn lässt ihren diensttuenden bobbies jeden Morgen (zwecks Erfrischung oder zwecks Erweckung?) eine Tasse heissen Kaffees servieren. Die Parkplätze in Berlin besitzen insgesamt eine Fläche von etwa 220 000 m 2 ; die Gesamtlänge der Strassen beträgt fast 4500 km. Wieder ein Tunnelproiekt... Und wieder eins, das einen Kanal zum Ge~ genstand hat. Nur handelt es sich diesmal nicht um den Aermel-, sondern «Woss» um den Panamakanal, unter dem schon in nächster Zeit ein Tunnel für den Automobilverkehr hindurchgeführt werden soll. schon der bevorstehende Uebergang von Grün auf Rot. nun auch der umgekehrte Wechsel rot-grün durch das gelbe Zwischenlicht angekündigt wird, das dem wartenden Autofahrer einige Sekunden zur Vorbereitung der Weiterfahrt gewährt und ihm auch dann kaum entgeht, wenn er einen Augenblick durch die sonstigen Vorgänge auf der Strasse abgelenkt sein wollte. Und zwar leuchtet nun das Gelb bei diesem Wechsel noch während des Weiterbrennens des roten Lichtes auf — in zeitlicher Uebereinstimmung mit dem Erscheinen des gelben Lichtes, das in der jeweiligen Querstrasse den umgekehrten Wechsel von Grün auf Rot ankiindet; so kann der Autofahrer inzwischen «den Gang hineintun», der Radfahrer sein Stahlross besteigen, um dann beim gleichzeitigen Verschwinden von rot und gelb und dem Erscheinen des Grün ohne jeglichen Zeitverlust die Fahrt fortzusetzen. Die Fahrseugfübrer haben den Sinn dieser kleinen, aber darum nicht minder vorteilhaften Neuerung sofort erfasst und nützen den ihnen gebotenen neuen Vorteil bereits dankbar aus. Mit dieser Abänderung, die den urepüngliehen Leitgedanken der Anlage keinen Abbruch tut, dürfte nun die Anlage vor allem in Zeiten mittleren und starken Verkehrs das Höcbstmass an Flüssigkeit der Verkehrsabwicklung gewährleisten. Als • allerletzte Ausfeilung wäre dann vielleicht noch der Gedanke einer Verkürzung jener «automatischen Umschaltzeit» zu erwägen, die auch jenen Stras^en» benützern in gewissen zeitlichen Abständen- '»die Durchfahrt sichert, auf welche die Anlage nicht von selbst anspricht und denen nicht gerade ein anderes Fahrzeug durch Betätigung der Kontaktleisten die Weiterfahrt ermöglicht. Heute lässt sich beobachten, dass die in Stunden schwachen Verkehrs gelegentlich etwas langen Wartezeiten für solche Verkehrsteilnehmer, vor allem Radfahrer, eine grosse Verführung zur Missachtung des roten Haltebefehles bildet, was für sie selber, aber auch für den gerade offenen Querverkehr natnrgemäss eine recht erhebliche Gefahr in sich schliesst. -n. Konkurse und Nachlässe sozusagen am laufenden Band erzählen davon, wie durch die verständnislose Automobil-Politik des Bundes der Arbeitslosigkeit Vorschub geleistet und ein ganzes, einst blühendes Gewerbe unterminiert wird. Im Gefolge dieses wirtschaftlich unhaltbaren Zustandes erscheint Indessen noch eine staatspolitische Gefahr. Und wer sich nicht scheut, den Drogen ins Antlitz zu blicken, der weiss auch Bescheid darüber, dass die an unserem Motorfahrzeugwesen praktizierte Methode der ratenweisen Abwürgung die Staatstreue manches guten Eidgenossen ins Wanken gebracht hat. Das Vertrauen in die Behörden ist derart in seinen Grundfesten erschüttert, dass es nur durch" eine runde Absage an den bisherigen Kurs wieder hergestellt werden kann. «Sie mögen versichert sein» — schrieb uns eben dieser Tage einer aus dem Heer der beschäftigungslos gewordenen Automechaniker — «es geht noch Tausenden so wje mir, und alles nur infolge der fiskalischen Massnahmen des Bundes und der Kantone gegenüber dem Auto. Dass man damit den Kommunismus geradezu züchtet, liegt auf der Hand. Dagegen nützen keine Gesetze und keine Polizei. Der Menscht geht den Weg, den ihm die Arbeitslosigkeit weist, der Hunger und der Betreibungsbeamte, der meist noch zum Schluss dem Fass den Boden ausschlägt.» Man täusche sich nicht: die Grundwelle der Verstimmung, ja Empörung hat sich keineswegs gelegt, selbst wenn die Oberfläche momentan wenig Bewegung verrät. Davon zeugen die Bestrebungen zur Wiederaufrichtung der Schweiz. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 8. FEBRUAR 1938 — istischer Es war zu schön gewesen. Der englischen Staatskasse ist im Zeitraum vom Dezember 1936 bis November 1937 allein aus den Gebühren für die Verkehrsbewilligungen die Summe von 34 Millionen Pfund Sterling zugeflossen, ein klotziges Geld, woraus sich im Strassenbau allerhand schaffen Hesse, wenn... ja wenn der Fiskus nicht ganz anders dächte. Zusammenarbeit Auto—Pferd. So etwas gibt's also. Und natürlich im pferdefreundlich gesinnten England. Ist da kürzlich in Birmingham eine Station mit kleinen dreirädrigen Traktoren ins Leben gerufen worden, die sich sozusagen als barmherzige Samariter betätigen, wenn ein Pferdefuhrwerk, sei es wegen der Steigung oder wegen des Gewichts der Ladung, nicht mehr vom Fleck kommt. Nach Schweizer Muster. Oesterreich beabsichtigt, die Signalisation* der Eisenbahnübergänge in ähnlicher Art, wie wir sie besitzen, während der ersten Hälfte dieses Jahres in beschleunigtem Verfahren durchzuführen. Gleichzeitig sollen nach Schweizer Muster auch eine Anzahl Strassen als Vorrangstrassen erklärt und alle Bundesstrassen durchgehend numeriert werden. Der weisse Stock, das neue Erkennungszeichen der Blinden. Der weisste Spazierstock wird nun auch in der Schweiz seine Verbreitung als Verkehrsschutzabzeichen für die Blinden erhalten. Bis jetzt diente diesem Zwecke die gelbe Armbinde, die aber den Nachteil besitzt; dass sie nur beschränkt sichtbar ist. Der weisse Spazierstock dürfte hierin eine Verbesserung bedeuten. Das Publikum und namentlich die Radfahrer und Automobilisten sind gebeten, auf diese Neuerung zu achten. Bitte denken Sie also daran, dass der Träger des weissen Stockes blind ist und deswegen im Verkehr Ihre Rücksichtnahme wünscht. «Mangelnde Verkehrsdisziplin ist Kulturloslgkeit!» In ganz Finnland wurde eine « Kulturwoche » abgehalten, die der Bevölkerung den Grundsatz « Kultur äussert sich in guten Verkehrssitten » übermitteln und förmlich einimpfen sollte. Alle möglichen Arten von Fahrzeugen waren mit grossen Schildern versehen, die einheitlich die Aufschrift trugen: « Fahre und benimm dich so, wie du es bei den anderen wünschest! » In den Schulen wurden spezielle Verkehrsunterrichtsstunden eingelegt, die sich in erster Linie mit den Verkehrssitten bzw. -Unsitten jugendlicher Velofahrer befasste'n, und in den Kinos wurden eigens aufgenommene Filme vorgeführt, in denen Verkehrsunfälle mit ihren schrecklichen Folgen gezeigt wurden. Schluss mit der exzessiven Fiskalität! (Schluss von Seite 1.) Verkehr Strassenverkehrsliga und damit zur Schaffung einer Abwehrfront gegen das verblendete, wohlgefällig in sich selbst ruhende Benzinzoll-Regime des Bundes. Allerdings wird es Geduld, zähe Energie und ein schweres Stück Arbeit kosten, den abgrundtief verfahrenen Karren wieder flott zu machen. Denn Legislative wie Regierung haben sich gerade hier immer und immer wieder über ein erstaunliches Beharrungsvermögen ausgewiesen. Nicht einen Finger breit sind sie von ihrem durch brutalen Fiskalismus gekennzeichneten Weg abgewichen. Was ficht es sie schon an, dass sich der Staat mit der bis zur Blutleere gesteigerten « Ausweidung > der Automobilwirtschaft selbst das Wasser abgräbt? Wenn nur das Geld im Kasten klingt! Eine Besserung der verzweifelten Lage vermag nur eine grundsätzliche Neuorientierung der bisherigen katastrophalen Strassenverkehrspolitik zu bringen. Radikale Umkehr allein wird Imstande sein, ein weiteres Abgleiten aui der schiefen Ebene zu verhindern. Entlastung des Motorfahrzeugs tut not, Abbau in einem Ausmass. das unser Automobilwesen von seinen Fesseln befreit und ihm einen wirklichen Wiederaufstieg verhelsst. Kompromisse und Palliativmittelchen tragen nichts ab. Dauernd Remedur schaffen kann einzig eine Schwenkung des Kurses um 180 Grad. Ein Teil der Kantone hat, etwas schüchterner und zaghafter hier, etwas deutlicher und entschlossener dort, durch die Gewährung von Steuererleichterungen den neuen Weg aulgezeichnet. Wann folgt ihnen der Bund mit einem resoluten Abstrich auf dem Benzinzoll nach ? UN Trinkgelder? Im Grunde genommen ein Unfug! Eine weitere Antwort auf unsere Umfrage. Sie haben mich ersucht, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Ich gehöre bis. beutei-zn denjenigen, die sowohl Ihre Frage l als auch Frage 2 und 3 positiv beantworten, d. h., ich gebe sozusagen immer Trinkgeld, und zwar eher zu viel als zu wenig. Aus diesem Grunde darf ich mich um so eher offen zu der von Ihnen grundsätzlich aufgerollten Angelegenheit aussein. Persönlich stehe ich auf dem Standpunkt, dass im allgemeinen das Trinkgeldwesen einen Unfug darstellt, mit dem endgültig aufgeräumt werden sollte. Es stellt nicht nur einen Unfug dar, soödern meines Erachtens auch eine Entwürdigung der Persönlichkeit _. Eig Arbeiter oder Angestellter, der nur dann seine Pflicht richtig ausführt oder seine Obliegenheiten besser, sorgfältiger und rascher erfüllt, wenn ihm ein Trinkgeld winkt, ist meines Erachtens kein guter Arbeiter oder Angestellter. Wo grassiert der Trinkgeldunfug am stärksten ? Doch sicher, im Orient, wo das kleine Kind, bevor es überhaupt Vater oder Mutter stammeln kann, laut und vernehmbar « Bakschisch > schreit. Dass dortige Verhältnisse für uns wegleitend sein dürften, wird wohl niemand behaupten. Die Sucht nach Trinkgeldern findet sich ferner zum Teil in Großstädten, wo Tausende unter Umständen darauf angewiesen sind, um nicht zugrunde zu gehen, Bei uns herrschen weder orientalische Verhältnisse, noch läuft bei der Vielgestaltigkeit unserer sozialen Einrichtungen jemand Gefahr, zu verhungern. Ausgenommen sind selbstversändlich die Berufskategorien, bei welchen das Trinkgeld Hauptbestandteil des Lohnes darstellt, wie z. B. beim Personal von Gaststätten, zum Teil von Hotels usw. Damit wird aber die Tatsache des Trinkgeldunfugs nicht aus der Welt geschafft. Es wäre eben angezeigt, auch hier durch entsprechende Löhne und Abschaffung des Trinkgeldes Remedur zu schaffen. Eine Sanierung der Trinkgeldfrage -kann selbstverständlich nur erfolgen, wenn' TfeTne Trinkgelder verabfolgt, aber auch keine"erwartet und abgenommen werden. "' rc - Im Automobilgewerbe sind die Löhne"k>, dass eine '" ; Notwendigkeit zur Abgabe von Trinkgeldern nicht besteht. Wenn der eine oder andere Automobilist zu Weihnachten einem Arbeiter oder Angestellten, der das ganze Jahr treu für ihn tätig war, ein Geschenk machen will, ist dies etwas ganz anderes: es handelt sich dann eben um eine freudig gewährte Gabe an einen Mitarbeiter und nicht um ein Almosen, das mehr oder weniger gezwungenermassen verabfolgt wird im falschen Glauben, der andere warte darauf und werde sich, falls die Spende ausbleibt, seinen Spruch über den knauserigen oder gar «schmutzigen» Kunden machen. Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert. Das Autogewerbe kennt eine zufriedenstellende Regelung der Lohnfräge, so dass keinerlei Veranlassung zur Verabfolgung von Trinkgeldern besteht. Dass dem so ist. beweisen verschiedene Servicestätionen, deren Personal konsequent die Annähme von Trinkgeldern höflich, aber bestimmt ablehnt. .„. KLEINE CH RON Eine prophetische Anpreisung.- Auto-Propaganda im Jahr 1896. Ein Autohändler in Yorkshire hat zufällig unter alten Papieren einen Prospekt gefunden, den «The Great Horseless Carriage Company, Ltd.» (Di« Grosse Gesellschaft für pferdelose Fuhrwerke) im Jahr 1896 tan den Adel und die vornehme Welt» jener Zeit versandte. Die Abbildung einer regelrechten sechssitzigen Kutsche, der lediglich die Deichsel fehlt, ist von einem Text begleitet, in dem in höchst schwungvollen Ausdrücken eine «Zweizvlinder-G-PS-Wagonette» angepriesen wird, «hervorragend geeignet für die Bedürfnisse des Sportsmannes wie des Liebhabers ländlicher Schönheit». Bei der Betrachtung des Bildes glaubt man dem Propagandisten aufs Wort, dass die Insassen des Wagens «unbeschränkte Möglichkeiten haben,, di« frische Luft und den ständigen Ausblick auf die Landschaft zu gemessen» Man kann sich sogar vorstellen, dass diese unbeschränkten Möglichkeiten'bei Wind und Wetter hie und da zu allen Teufeln gewünscht wurden. «Das mechanische Fahrzeug», so fährt der Prospekt fort, «erreicht die ansehnliche Geschwindigkeit von 12 Meilen (knapp 20 km. Die Red.) die Stunde auf der Ebene und kann in voller Sicherheit bergauf und bergab fahren». Zum Schluss wird eine in der Tagespresse erschienene Aeusserunsr zitiert, in der es beisst: «Ein Verkehrsmittel, das zweifellos eine Zukunft hat» Wenigstens einmal ein Prophet, der von der Zukunft nicht Lüg-en gestraft wurde !

Jf> 11 « (DTENSBAG, 8. FE2BBTJAR1938 AÜtOMOBIL-T?CVÜC 3 Sternfahrten Schweizerische Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon Ende der letzten Woche ist den Konkurrenten an der schweizerischen Automobil- Schnee-Sternfahrt zum Genfer Salon vom Samstag den 12. Februar die endgültige Fahrtabelle zugestellt worden, in welcher für Jeden Punkt, an dem die Fahrer kontrolliert werden können, die Durchfahrtszeiten (austehend von der Zeit 00.00 Uhr) angegeben sind. Die tatsächliche Durchfahrt ergibt sich A.C.S. PARCOURS DO HAUTE NATIONM. DES NtlgtS* Samedi 12 ftvrier 4938 JnrA/h/F FRIBOURGt Die Streckenführung der Schnee-Sternfahrt nach Genf. durch Addition der Bordbuchziffer zur Startzeit. Den für die verschiedenen Gruppen (I, II, III und IV) ausgearbeiteten Bordbüchern sind sehr übersichtliche Streckenpläne, sowie ein Stadtplan von Genf mit der genauen Fahrtroute zum Ziel beim Cafe de la Couronne beigegeben. Mit dieser Fahrttabelle sind den Konkurrenten die ersten Instruktionen übermitelt worden, die wir — da sie von allgemeinem Interesse sind — auch an dieser Stelle auszugsweise veröffentlichen. Start des ersten Wagens ab Freiburg für Samstagvormittag 9.45 Uhr vorgesehen ist. Die Kolonne passiert die- wichtigsten Ortschaften der Strecke ungefähr wie folgt: Freiburg, Start ab- Bulle Los Moulins Aigle "Montreux Vevey Carouge Morges Aubonne Begnins Bellevue—Genf 9.45 Uhr 10.00—12.00 10.40—12.40 11.40—13.40 12.00—14.00 12.15—14.15 12.40—14.40 13.20—15.20 13.35—15.35 14 05—16.05 15.05—17.05 Die genaue Startzeit eines jeden Konkurrenten Langstrecken- and Zuverlässigkeitsfahrten Rallye Feminin Paris—St. Raphael. Nächsten Dienstag, den 15. Februar, nimmt die 10. Tourenprüfungsfahrt für Damen von Paris nach St. Raphael ihren Anfang, welche erstmals, und zwar am Donnerstag, den 17. Februar, die Schweiz berührt. Die Konkurrentinnen, -welche am Vormittag ab 7.30 Uhr in Lyon aufbrechen, werden nach einer Fahrt über rund 160 Kilometer ab 12.00 Uhr mittags an der Ankunftskontrolle in Genf vor dem Geschäftshaus Patek-Philippe eintreffen und um 16.00 Uhr in einer vom Vizepräsidenten des Organisationskomitees des Automobilsalons, Herrn Goy, angeführten Autokolonne die Strassen der Stadt durchfahren. Abends 8 Uhr findet zu Ehren der Teilnehmerinnen am Rallye Feminin im Genfer Salon-Restaurant ein grosses offizielles Bankett statt. Die Instrustionen enthalten einmal zwei Ergänzungen zu den Reglementsbestimmungen, Ü9 folgendes besagen: 1. Die Eonkurrenten dürfen zur Kontrolle nur an den nachstehend genannten Posten anhalten: a) in Freiburg («Grand-Place»), wo sie das Bordbuch vor dem Start zum Abfahren der obligatorischen Strecke zum Visum dem Kommissär vorzuweisen haben. i>) In Genf, ca. 200 Meter nach der letzten Kontrolle in Bellevue, welche durch eine xote Fahne gekennzeichnet ist Jeder Konkurrent, der ausser an den beiden Punkten noch an einer andern Kontrolle oder in Sicht einer Kontrolle stoppt, erhält 10 Strafpunkt« aufgebrummt T w. um GENERALVERTRETER PUR DIE SCHWEIZ COACH, 4pl„ 2 Türen Fr. 5000.-