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E_1938_Zeitung_Nr.071

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AUTOMOBIL-REVUE FREITAG,

AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 2. SEPTEMBER- 1038 — N° 71 Wer wollte es riskieren sie einem Wagen anzuvertrauen, der nicht ein Maximum an Sicherheit und Zuverlässigkeit böte? Maximale Sicherheit und Zuverlässigkeit, nicht bloss der Reisenden •wegen, sondern vor allem, weil diese Vorzüge dem berühmten Zünglein der Bilanzwaage den richtigen Impuls auf die richtige Seite geben! Drei Jahrzehnte Erfahrungen Im schweizerischen Strassentransport und die Gewissenhaftigkeit schweizerischer Fabrikation Finden im Bernawagen vorteilhaftesten Ausdrude. Cars und Omnibusse für 8 bis 6O Plätze. Lastwagen von 8OO bis 7OOO kg Nutzlast. W.nr.Slesi*«" S * ad "" s

BERN, Freitag, 2. September 1938 Automobil-Rewue - II. Blatt, Nr. 71 Die Bewohner eines « Schlangen-Zoos », deren Gift regehnässig entnommen und zu Heilzwecken Wir wissen heute, dass bei gewissen Seh gengiften schon die winzige Menge von L Zehntel Gramm einen Menschen tötet. Im ü/rigen ist die Gefährlichkeit des Bisses von mehrer/ toren abhängig, von der Grosse der der Länge des Giftzahns, der Oertlichkeit des" ses und dem Zustand der Schlange. Die Verteidigungmassregeln, die man zu einem wirksamen Schutz gegen die furchtbaren Schlangengifte anwendet, sind sehr vielgestaltig. Zunächst gibt es chemische Stoffe, zum Beispiel übermangansaures Kalium und Chlorkalk, die Schlangengifte unwirksam machen können. Aber da sie in starker Konzentration angewendet werden müssen, verursachen sie schwere Gewebeschädigungen. Die Wissenschaft musste deshalb andere Wege beschreiten und unschädliche, möglichst auch noch wirkungsvollere Mittel suchen. Die Erfolge in dieser Richtung datieren bereits aus der Zeit vor der Jahrhundertwende. Damals gelang es, kleinere Tiere mit allmählich zunehmenden schwachen Dosen an das Schlangengift zu gewöhnen. Und später hat man in den verschiedensten Erdteilen Schlangenbeschwörer und andere der Gefahr von Schlangenbissen ausgesetzte Menschen auf diese Weise giftfest machen können. Noch wichtiger als diese Erkenntnis war aber die Feststelluna. dass die aeimoften Tiere Medizin - aus dem Gifizahn Ein überraschendes Forschungsergebnis — Gefahr und Nutzen des Schlangengiftes *••*- -.% Kobragift lindert Schmerzen und Menschen in ihrem Blutserum nunmehr Gegengiftstoffe (Antitoxine) entwickeln, die in einem anderen Organismus gleichfalls als Schutzmittel gegen Schlangenbiss wirken. Heute ist es beispielsweise möglich, den an das Gift gewöhnten Pferden das 200fache der eigentlich tödlichen Giftmenge ohne Schaden für die Tiere zu verabreichen. Da anderseits das Blutserum von Tieren unbedenklich in den menschlichen Körper gebracht werden kann, ist die Wissenschaft imstande, in den Körper gelangtes Schlangengift durch die Gegengifte solcher Seren zu zerstören. Die Herstellung der Seren geschieht heute im grössten Maßstabe. Das Gift wird durch Auspressen der Giftdrüsen gewonnen und Pferden zur «Herstellung» des Gegengiftes ins Blut gespritzt. Allerdings ist das Gegengift spezifisch, das heisst auf ein bestimmtes Gift oder eine Giftgruppe eingestellt. Die Wirkung des Heilserums ist unfehlbar, wenn es gleich nach dem Biss eingespritzt wird. Bei einer später als zwei Stunden nach dem Biss verabreichten Einspritzung ist die Wirkung unsicher. Daher werden jetzt für alle in Gefahr be* findlichen Menschen, namentlich Pflanzer und Kolonisten, Packungen aus Gegengiften hergestellt. Jeder kann sich auch ohne grössere Uebung das Serum selbst einspritzen, nur muss er im Augenblick der Gefahr es immer bei sich tragen. Entdeckung durch Zufall Während die WfSsenschaft bis vor einigen Jahren ausschliesslich bemüht war, die Gefahren des Schlangenbisses zu bekämpfen, hat sich in letzter Zeit die überraschende Tatsache ergeben, dass wir in diesen furchtbaren Stoffen auch einen wichtigen H e i I f a k t o r besitzen. Wie schon so oft Der nachstehende Artikel berichtet über neue Untersuchungen der medizinischen Wissenschaft, die sich mit den wohl verhasstesten Feinden des Menschen, den Giftschlangen, beschäftigen. Bei den Versuchen, immer bessere und wirkungsvollere Bekämpfungsmethoden gegen die furchtbare Gefahr des Schlangenbisses ausfindig zu machen, hat sich in letzter Zeit herausgestellt, dass die Giftschlangen sozusagen auch «F_reunde> des Menschen sein können, gerade die Gifte der gefährlichsten Schlangen erwiesen sich nämlich als wirkungsvolles Mittel gegen quälende Schmerzen, ja sogar als Heilmittel gegen schwere Krankheiten. Wenn von Giftschlangen die Rede ist, denken wir zunächst nur daran, dass es sich hier um die gefährlichsten Feinde handelt, die der Mensch überhaupt besitzt. In der Tat fordern die Bisse von Giftschlangen Jahr für Jahr eine riesige Zahl von Opfern. Gefährdet sind in erster Linie die Bewohner tropischer Gebiete, aber auch in Europa gibt es zahlreiche Giftschlangen, und selbst die vergleichsweise «harmlose» Kreuzotter, die in manchen Gebieten der Schweiz heimisch ist, kann durch ihren Biss schweren gesundheitlichen Schaden, ja unter Umständen sogar den Tod des Gebissenen verursachen. Man hat daher in verschiedenen Ländern besondere Forschungsstätten eingerichtet, die sich ausschliesslich mit der Erforschung des Schlangengiftes beschäftigen; die bekanntesten Institute dieser Art befinden sich in Frankreich, Indien und Südamerika. Der « Schlangengarten > des weltberühmten Instituts in Butantan (Sao Paulo), in dem sehr Wichtige Untersuchungen über Schlangengifte als « Medizin > durchgeführt wurden. Eine Giftschlange wird gezwungen, in ein Glas zu beissen; auf diese Weise gewinnt man das Gift