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E_1939_Zeitung_Nr.040

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So springt z. B. ein

So springt z. B. ein kleines Mädchen am ersten Tage nach dem Zügeln mit dem Ball in der Hand auf die Strasse und wird getötet, oder ein kleiner Knabe eilt mit einem Stein hinter einer leider bis an die Strasse heranreichenden Mauer auf die Fahrbahn. — Eine Warnung an die Eltern, in solchen Fällen die Kinder in der ersten Zeit streng zu beaufsichtigen und an die veränderten Verhältnisse zu gewöhnen. Der Anblick von Kindern, die offensichtlich auf oder an der Strasse spielen, verlangt von den Motorfahrzeugführern äusserste Vorsicht. So gingen z. B. kürzlich zwei kleine Freundinnen, die Arme um den Nacken geschlungen und «Tschinggis» spielend, über die Strasse, wobei sie von einem Automobil, dessen Bremsen sich nicht in Ordnung befanden und an dessen Lenkrad ein Angetrunkener sass, angefahren wurden; das eine fand dabei den Tod, das andere wurde verletzt. Dabei streifen wir das Kapitel des Velorennfahrens oder des Spielene der Jugend auf der Strasse. Immer wieder tendiert sie ja dahin, es den Rennfahrern nachzumachen. Dieser Kindertypus, der, hingegeben dem Spiel und dem Rennimpuls, alles andere vergisst, schneidet Kurven und die Fahrbahn anderer Fahrzeuge, saust plötzlich aus Nebenstrassen hervor, nur um den erträumten Schnelligkeitserfolg auskosten zu können. Jederman sind ja Fälle bekannt, wo diese jugendlichen Renner niedergebeugt und den Blick vor sich auf die Strasse gerichtet dahersausen und höchste Geschicklichkeit und Vorsicht des Motorfahrzeugführers gerade in stark belebten Quartieren erheischen. Typus 2: Das Spielen mit der Gefahr •wo Mut mit Tollkühnheit verwechselt wird. Schon die älteste Geschichte weiss von solchen Fällen zu erzählen: Der kleine griechische Tollkopf Alkibiades warf sich vor ein daherraserides Viergespann, um seinen -Heldenmut zu.>erproben. Heilte «.sehen wir harmlosere Heldenstücke, die aber der Gefahr nicht entbehren, wie Anhängen an Lastwagen, freihändiges Radfähren etc. Es kann aber direkt zum Spiel mit dem Automobil'kommen, für das ja die Jugend von früh an "besondere Vorteile bekundet: Das kleine Kind streckt die Hand gegen das vorbeifahrende Automobil aus, um es zu naschen oder zu kosen. Grösseren dient es als Wurfziel, unbekümmert um die eventuelle enorme Zerstörungskraft, welche die Schnelligkeit des "Automobils dem Geschosa erteilt und weitergibt. Ein Peitschenschlag gegen das Auto kann den kleinen Täter mit sich reissen, wenn.sich: die Schnur am Automobil verwickelt. Wie Abbildung 3 Zeigt, kann das Spiel aber so weit gehen, dass z. B, Kugeln auf die Strasse geworfen werden, um sie wieder zu haschen, bevor das*Automobil sie zu überfahren, resp. zu zerstören imstande ist.. In dem hier dargestellten Fall betrieb ein Knabe den Sport, Kugeln beim Herannahen von Automobilen auf die Strasse zu werfen und sie wieder einzuholen. Als nun der Mann am Volant die Kugel rollen sah, fuhr er zu, wobei er sich aus dem Fahrzeug herauslehnte, um die Kugel ja nicht, zu überfahren. Wie der Knabe, so hatte auch der Automobilist seine Aufmerksamkeit nur auf sie gerichtet. Wie sich der Junge niederbückte, um die Kugel zu fassen, erlitt er die tödliche Verletzung, weil er sich zu stark nach vorne, d. h. gegen das Automobil neigte und dabei mit der Stirne am äussersten Ende der Stoßstange anprallte. Und schliesslich ein weiterer Fall, der seinem Wesen nach hieher gehört: Eine Knabengruppe unterhielt sich in einem Walde damit, auf dem Velo einen Hohlweg zu überqueren, wobei sie versuchten, durch die Schwungkraft auf der ändern Seite wieder hoch zu kommen. Dabei wurde einer der Buben von einem lautlos herannahenden Automobil erfasst und tödlich verletzt. Rückblick auf die I. Schweizerische Vielseitigkeitskonkurrenz Ueber die grosse militärische Bedeutung ausserdienstlicher Uebungen, insbesondere unserer motorisierten Truppen sind die* Pressevertreter und damit weiteste Kreise unserer Bevölkerung anlässlich der Konkurrenz von berufenster Seite, nämlich durch unsern Waffenchef, Herrn Oberstdivisionär Jordi, selbst eingehend orientiert worden. Es steht mir deshalb nicht an, diesen Worten etwas hinzuzufügen. Nachdem unsere erste Vielseitigkeitsprüfung ein so ungeahnt lebhaftes Interesse nicht nur bei den Teilnehmern, sondern auch bei den höchsten Stellen unserer Armee und in der gesamten Presse gefunden hat, möchte ich heute darlegen, welche Gedanken und Ueberlegungen zu dieser neuartigen Konkurrenz rührten, d. h. also auch bei der Ausarbeitung des Reglementes richtunggebend waren. Es lag eigentlich in der Luft, dass endlich ein erster entscheidender Schritt in der Förderung der ausserdienstlichen Tätigkeit unserer jungen Waffe, und zwar der motorisierten .leichten Truppen und der Motortransporttruppen gemeinsam, unternommen werden musste. Nichts schien dabei besser geeignet, diese Tätigkeit anzuregen und zu fördern als eine Konkurrenz. Nur im friedlichen Wettstreit wird erreicht, dass jeder Einzelne sein, letztes Können und seine besten Fähigkeiten zeigt. Somit können die bei einer solchen Veranstaltung erzielten Resultate den leitenden militärischen Instanzen ein eindeutiges und klares Bild des Standes der ausserdieristlichen Ausbildung vermitteln. Auch jeder einzelne Teilnehmer wird eine innere Befriedigung mit nach Hause nehmen, wenn ihm die Äföglichkeit geboten wird, seine Leistungen mit denjenigen seiner Kameraden zu messen. Behalten wir diese Momente im Auge und betrachten wir zunächst, was man im Ausland unter einer militärisch wichtigen Sportveranstaltung versteht. In England und Deutschland hat man seit langem die grosae wehrtechnische Bedeutung motorsportlicher Konkurrenzen Abb. 3. erkannt und es verstanden, diese mit mehr oder weniger intensivem Druck von Seiten der Regierungen in die vom wehrpolitischen Gesichtspunkt aus geeignet erscheinenden Bahnen zu lenken. Zu allernächst war jedoch dieser Gesichtspunkt auf die Prüfung der durch die zivile Industrie hergestellten Fahrzeuge, auf deren Tauglichkeit im Gelände und damit also auf ihre militärische und koloniale Brauchbarkeit gerichtet. Dank der Propagierung und Popularisierung dieser Geländefahrten (in (Fortsetzung iolgU der motorisierten leichten Truppen und der Motortransporttruppen England der sogenannten «tnals >) konnte man ferner indirekt durch die Kundschaft die Konstruktion massgebend beeinflussen, waren die . Fabriken doch gezwungen, ihre Serienfahrzeuge immer mehr den besonderen Beanspruchungen der Geländeprüfungen anzupassen. Was die ersten Geschwindigkeitsrennen für die Entwicklung der gesamten Automobiltechnik bedeuteten, wurden somit die Geländefahrten für die Entwicklung der Militärfahrzeuge. So wichtig auch diese Veranstaltungen für die Weiterentwicklung und die Propagierung armeetauglicher Motorfahrzeuge sind und so sehr man sie auch in unserem Lande im Hinblick auf die Ausbildung der Fahrer im Gelände begrüssen könnte, so ist doch wohl kaum anzunehmen, dass sich ähnliche Konkurrenzen bei uns einbürgern oder gar jene Popularität wie in England erreichen würden. Es wäre wirklich zu viel erhofft, wollte man annehmen, der Verkauf solcher in Geländefahrten erfolgreichen Serienfahrzeuge, also militärisch besonders geeigneter Privatfahrzeuge, Hesse sich in unserem Lande nennenswert steigern. Da die Schweiz keine Personenwagen-Industrie ibesitzt und im Ernstfäll nicht zu armeeeigenen Spezialfahrzeugen, sondern fast ausschliesslich sm den privaten Serienfahrzeugen greift, war es schon aua diesen Gründen Ausserdem zeigte es sich, dass bei den erwähnten Veranstaltungen des Auslandes von einer vielseitigen militärischen Weiterbildung der Fahrer auf grosser Basis nicht die Rede sein konnte, werden doch die Mehrzahl der Fahrzeuge von stets den gleichen ausgesuchten Fabrik- oder Militärfahrern gesteuert, deren allerdings nicht zu unterschätzende Kunst darin besteht, ihr Fahrzeug ohne Bruch über den Kurs zu bringen. Nur wenige Privatfahrer können es sich leisten, ihre Maschine bei jeder Konkurrenz erneut aufs Spiel zu setzen. Trotzdem wäre es. aber zu wünschen, dass wir wenigstens einmal Fachleute über die Grenzen schicken würden, um weitere Anregungen auf diesem vielseitigen Gebiet zu sammeln und festzustellen, was sich auf unser Land anwenden liesse. Im Gegensatz zu anderen Staaten sind wir weitgehend auf die ausserdienstliche Betätigung und Schulung eines jeden Bürgers angewiesen. Wollte man also militärisch wertvolle R8- sultate erzielen, so mussten vollkommen andere Wege, die nicht zu einer Erprobung der Fahrzeuge, sondern unter weitgehender Eliminierung aller maschinellen Faktoren zu einer Prüfung des Mannes auf seine militärischen Fähigkeiten führten, beschriften werden. Kurz gesagt, AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 16. MAI 1939 — N° 40 man musste die militärische Eignung der Mannschaft und nicht jene des Fahrzeuges erfassen. Die Anforderungen an die Maschine waren also so zu bemessen, dass deren Motorstärke und Bauart möglichst wenig Einfluss auf die Endklassierung der Besatzung ausüben konnte. Schon aus dem Reglement musste hervorgehen, dass es vollkommen zwecklos sei, irgendwelche Abänderungen am Fahrzeug, wie es im Ausland zur grossen Kunst erfahrener Routiniers gehört, vorzunehmen. Nein, genau mit den gleichen Wagen und Motorrädern, auf die wir im Ernstfall angewiesen sind, sollten die Konkurrenten am Start erscheinen. Dass die Anforderungen bei-einer militärischen Konkurrenz, worin einzig und allein die persönlichen Fähigkeiten zum Siege fuhren durften, natürlich weit über das Mass der üblichen zivilen Konkurrenzen hinausgehen würden, war selbstverständlich. Dies bitte ich,, zu bedenken, wenn dieser oder jener, der unsere militärische Vielseitigkeitsprüfung noch mit dem Maßstab ziviler Veranstaltungen misst, der Meinung war, die Anforderungen an die Mannschaft seien zu hoch oder die Strafpunktverteilung zu reichlich gewesen. ">Es stellten sich nun folgende Fragen: Was sind die 'militärisch wichtigsten Fähigkeiten unserer Truppe?c_ Was kann von diesen Fähigkeiten überhaupt innerhalb einer Konkurrenz erfasst werden, wenn man berücksichtigt, dass unter dem Begriff einer Konkurrenz eine für alle Teilnehmer gleiche, gerechte, in Punkten zu erfassende Bewertung von Leistungen zu verstehen ist? Wenn Sie das Reglement zur Hand nehmen oder die Presseberichte studieren, werden Sie erkennen, dass, nicht nur fahrerische Fähigkeiten geprüft wurden, sondern dass eine Vielzahl militärisch wichtiger Disziplinen in die Konkurrenz einbezogen wurden. *- Nur noch erwähnt sei; dass "mich die gleichen Ueberlegungen leiteten, -als ich die Ausarbeitung des Reglementes für die 1. Vielseitigkeitsprüfung der Motorfahrer-Kompagnie 11 in Angriff nahm. Diese von der breiten Oeffentlichkeit wenig Geächtete Veranstaltung wurde somit zum Wegbereiter auf dem Gebiet unserer militärischen Zuverlässigkeits- fahrten. Hier konnten die ersten Erfahrungen gesammelt und auf die Veranstaltung des 30. April ; und deren Anlage angewendet werden. Lassen Sie mich nun den Film der einzelnen Konkurrenzen abrollen. Gleich die Startprüfung verlangte höchster Konzentration. Sie zielte vor allem auf die Gewandtheit des Fahrers und die richtige Handhabung der Maschine auch in der Aufregung ab. Was nützen uns die hohen Geschwindigkeit motorisierter Verbände, wenn schon gleich nach dem Befehl zum Abmarsch wertvolle Sekunden oder gar Minuten an den Gegner verschenkt werden? Die Resultate schwankten zwischen 11 und 42 Sekunden, wobei hervorgehoben werden muss, dass im. gan ze n 10 Konkurrenten die strafpunktfreie Zeit von 10 Sekunden nur um 1 Sekunde überschritten. Uebrigens zum Thema Strafpunkte: gibt es nicht eine grössere Befriedigung, wirklich für die eine Sekunde 20 Strafpunkte zugeteilt zu erhalten, als «auch einer», von den vielen zu sein, die sträfpunktfrei ausgegangen wären, hätte man die Sollzeit z. B. auf 15 Sekunden angesetzt? .. Der Beginn 'dieser ersten Prüfung war auch: das ^Startzeichen. für die ,.,,.. t Regelmässigkeitsfahrt. Unter dem Eindruck des unerbittlich wandernden Sekundenzeigers und dem Drängen des Fahrers musste sich der Hilfsfahrer zunächst einmal in dem über Waldwege schaukelnden Wägen an Hand des Marschbefehles orientieren. Kaum hatte er festgestellt, dass er den gelben und nicht den rotweissen Pfeilen zu folgen hatte, da gabelten sich auch schön die Routen. Der Fahrer hatte wohl zunächst noch einen Moment gestutzt, denn das Heck des Vordermannes hatte .sich doch soeben auf dem links abzweigenden Weg in die Büsche geschlagen. Alle Mannschaften scheinen es hier aber doch nicht gemerkt zu haben, dass sie wirklich schief lagen, wenn sie .sich auf den Vordermann oder dessen Spuren verliessen und gewahren das vielleicht erst heute, wenn sie den Uebersichtsplan des Parcours uad die Strafpunkttabeile studieren. Nur wer seiner Sache vollkommen sicher war und sich ausschliesslich auf sich selbst verliess, konnte die vier Klippen, hinter denen je 600 Strafpunkte lauerten, sicher umfahren. An vier verschiedenen Stellen nämlich wurden die geraden Startnummern über eine andere Strecke geführt wie die ungeraden. Wer sich an die Fersen des Vordermannes heftete, heimste nicht nur 600 Strafpunkte wegen Auslassens einer Durchfahrts-Kontrolle ein, sondern auch seine Zeit-Weg-Rechnung erhielt infolge der ungleichen Streckenlänge einen ganz dicken Strich, und zwar einen Strich vdurch die Rechnung, der sich ,gan?i; bedeutend schlimmer auswirkte als einige Sekunden;'Verspätuhg an • einer Zeitkontrolle. Bitte, vergleichen^Sie. diese Anforderungen mit denjenigen des Dienstes I Haben wir etwa Zeit, unseren Marschbefehl "acht,Tage vorher zu studieren und die Durchfahrtszeiten für jede Ortschaft zu berechnen? -Haben wir etwa Zeit, an jeder Ecke von vorneherein klar, dass die bekannten Vorbilder des Auslandes bei unseren Ruhe die Karte lesen oder den Marschbefehl stu- anzuhalten, damit der Hilfsfahrer mal wieder in ganz anders gearteten Verhältnissen dieren kann? Oder können wir uns etwa, wenn "wir uns verfahren haben, damit entschuldigen, dass nicht ohne weiteres nachgeahmt werden der Vordermann ja auch die gleiche Strecke gefahren konnten. < , sei? Hier die Resultate: 2 7 Mannschaften konnten die Haienbrücke nicht von der Brüo&e -bei Ne u- brück unterscheiden. 33 'verfuhren sich be.i Rüttj. Bei Frienisberg scheiterten 5 3 und 47 konnten anscheinend im Wort «Ortschwaben» das « w » nicht vom unterscheiden. Kommentar: Kartenlesen tut not. Der Parcours barg übrigens insofern noch andere Ueberrasqhungen in sich, als nämlich die Kontrollposten möglichst so aufgestellt worden waren, dass man deren Existenz erst im letzten Moment gewahrte. Ausserdem befand sich das Ziel nicht beim letzten, sondern beim vorletzten möglichen Kontrollposten. Auf diese Weise konnte vermieden werden,'dass."sich Fahrer mit Zeitvorsprung im Schrittemp'o: und mit rauchender Kupplung an die Kontrollposten schlichen. Von Nörglern an der Führung des Parcours nehmen wir Vorschläge .gerne entgegen, doch wollen sie berücksichtigen, dass bei der Tribüne gestartet, im Sand geschossen werden, dase das Ziel wieder in die Nähe der Tribüne zu liegen kommen musste, dass keine Barrieren den Fahrer behindern und möglichst wenig, verkehrsreiche Hauptetrassen gekreuzt oder grössere Ortschaften" passierf werden durften und dass sich schliesslich ein auf der Karte 1:100000 deutlich, markierter Punkt im Gelände auf einer 16 km langen Schleife umfahren lassen musste. Währenddem der Hilfsfahrer alle Hände voll zu tun hat, um die Orientierung nicht zu verlieren und die Uhren zu beobachten, soll der Mann am Steuer nicht zu einer blossen Fahrmaschine werden. Wie oft können wir doch im Dienst die Beobachtung machen, dass der Fahrer wie gebannt auf die Strasse starrt, während dort drüben am Waldrand eine feindliche Lmg-^Gruppe soeben in" Stellung geht, um die Strasse unter Feuer zu nehmen. Im Ernstfall würde die ganze Mannschaft samt ihrem teuren Wagen ins Verderben rasen. Glückt es dem Fahrer'schliesslich doch noch, zu wenden und die Meldung vom Feind zurückzubringen, so kann er nur selten mit Bestimmtheit auf der Karte zeigen, wo er den Gegner gesichtet hat Wie sah übrigens das Bauernhaus oder die Baumgruppe aus, hinter der soeben der Panzerwagen verschwand? Keine Ahnung! Deshalb waren eben die Photographien aufgenommen, und die drei Scheibengruppen in der näheren Umgebung der Strasse aufgestellt. Resultate: 15 Mannschaften stellten sämtliche Photographien fest und zeichneten den Ort der Aufnahme richtig in die Karte ein. 19 Mannschaften erhielten hier das Maximum an Strafpunkten. Nur 10 Mannschaften fanden alle Scheibengruppen, während 32 keine einzige entdeckten. Zugegeben, die Orientierung im Frienisberger Wald und das Aulfinden des Punktes 823 war keine leichte Aufgabe, zugegeben auch, dass die Bodenverhältnisse infolge des Regens den Teilnehmern zu schaffen machten, aber wenn manche die Richtung einigermassen eingehalten hätten, so wäre es doch nicht so schwierig gewesen, den höchsten Punkt der ganzen Umgebung zu finden. Sieht man Meikirch vor sich liegen, hat man glücklich den Ausweg aus dem Wald gefunden, dann wird der Fahrer in Wahlendorf noch ein Zeitchen warten müssen, bis er "weiterfahren kann. Diese Uebung stellte nicht nur gewisse Anforderungen an das Orientierungsvermögen, sondern besonders auch an die körperliche Leistungsfähigkeit des Hilfsfahrers. Dass natürlich die Orientierungsprüfung gerade dann über einen kommen muss, wenn def Hilfsfahrer, der doch sonst die Orientierung besorgte und hier sicherlich wertvolle « Fingerzeige » hätte geben können, unglücklicherweise abwesend ist, das nennt man ausgesprochenes Pech. Hat sich wohl einmal ein Fahrer unterwegs daran erinnert, dass ihn noch eine solche Prüfung erwartete, und hat sieh da wohl mal einer gefragt, wo eigentlich die vier Himmelsrichtungen liegen? Nur 14 Fahrern gelang es, innerhalb der Winkeltoleranz von 10° die Richtung auf'den 'Schiessplatz Sand zu ermitteln. 11 zeigten in die entgegengesetzte Richtung und 38 hatten Abweichungen zwischen' 46 und 135° zu verzeichnen. Der Hilfsfahrer besorgt eben für gewöhnlich die Orientierungl Das Schiessen, Sorgenkind, besonders der noch mit dem Revolver ausgerüsteten älteren Semester, wurde ebenfalls den Anforderungen des Felddienstes so gut wie möglich angepasst. Gerne habe ich die Anregung gehört, dass die Zeit für das Schiessen kürzer bemessen werden sollte. Wenn wir sie in so reichlichem Umfang gewährten, dann geschah es im Hinblick darauf, dass Fahrer und Hilfsfahrer oft mit verschiedenen Waffen antraten und weil wir auch den geringsten Unfall verhüten wollten. Bestimmt lässt sich die Zeit für das Schiessen mit der immer weiter fortschreitenden Ausrüstung mit dem Karabiner und der damit veiibundenen gründlicheren Schiessausbildung von Jahr zu Jahr verkürzen. Vorerst müssen wir jedoch die vielsagende- Feststellung machen, dass 92 Mann keinen einzigen Treffer in ihrer Scheibe landen konnten, und dass es nur 44 fertigbrachten, alle 3 Schüsse ins Ziel zu bringen. Wie wären diese Resultate erst ausgefallen, wenn man das Schiessen noch mehr gegen den Schluss der Konkurrenz verlegt hätte? Was nützen uns gute Standschützen, die nach anstrengender Fahrt jeden Schuss ins Leere zittern? Bleibt noch das Aufsuchen von Mangeln oder die sogenannte Pannenübung, deren Bedeutung Herr Oberstdivisionär Jordi ganz besonders unterstrichen hat. Bei der Auswertung der Resultate zeigte sich denn auch gerade das umgekehrte Bild wie beim Schiessen. 95 Mann gelang es nämlich, sämtliche Mängel festzustellen. Manch einer, besonders- aber diejenigen, die sich schon an zivilen Veranstaltungen beteiligt haben, werden diese erste Vielseitigkeitsprüfung für schwer gehalten haben. Keinem einzigen- Konkurrenten standen Erfahrungen von vorhergehenden ähnlichen Anlässen zur Verfügung und ein Blick auf die Resultatstabelle zeigt, dass auch alte Routiniers anscheinend nicht die passende Gelegenheit fanden, ihr Können ausschlaggebend anzuwenden. Niemand wusste auch, wo und wie er mit seinem persönlichen Training einzusetzen hatte. Das wird sich bei der zweiten Vielseitigkeitsprüfung schon erheblich ändern, die Leistungen werden steigen and die ganze Konkurrenz als leichter empfunden werden. Das eine bleibt allerdings Voraussetzung, dass, sofern diese Art der ausserdienstlichen Tätigkeit die Billigung der leitenden Stellen findet, die Konkurrenz möglichst gleich und getragen von denselben Gesichtspunkten periodisch zur Durchführung gelangt. Dies lies«e Bich meines Erachtens am besten dadurch erreichen, dass die Abteilung für leichte Truppen die Genehmigung aller ähnlichen militärischen Veranstaltungen von der Befolgung noch aufzustellender Richtlinien abhängig machen würde. Erst :wenn jeder Angehörige Unserer Waffe genau preist, dass ihn im nächsten oder übernächsten' Jahr eine gleiche Konkurrenz erwartet, gewinnt es für ihn Reiz zu trainieren und seine schwachen Seiten auszumerzen. Dann wäre eines der Ziele erreicht, die wir im Sinne unserer Landesverteidigung anstreben. (Vollständige Resultate siehe S. 4 und 6.) Lt. G. von Selve.

N° 40 -» EIENSTAG, 16. MAI AUTOMOBIL-REVUE AKTUELLES Erste Beobachtungen im Strassenverkehr an der Landesausstellung, . Wenn auch für ein definitives Urteil vorerst noch die Erfahrungen der kommenden Wochen abgewartet werden müssen, so darf man doch feststellen, dass sich die von den stadtzürcherischen Polizeiorganen getroffenen Anordnungen im grossen und ganzen bewährt haben und dass sich deren Zweekmässigkeit auch bei bedeutend stärkerem Verkehr erweisen dürfte. Immerhin, ohne die Bereitstellung der zahlreichen Parkstrassen und zusätzlichen Parkplätze wäre eine Kalamität unvermeidlich gewesen, und wenn sich für den zürcherischen Fahrer infolge der damit verbundenen Verkehrsbeschränkungen gewisse Inkonvenienzen ergeben haben, so heisst es eben, sich damit für die kommenden sechs Monate abzufinden. Die bisherigen Feststellungen scheinen denjenigen Recht zu geben, die voraussagten, dass die Automobilisten stets darnach trachten werden, möglichst nahe an die Ausstellungseingänge heranzufahren und dort ihre Fahrzeuge zu parkieren. So zeigte es sich, das selbst am Sonntag die öffentlichen Parkplätze Bellevue und Excherwiese nur teilweise und an den folgenden Tagen sogar schlecht besetzt •waren, während die Strassen im Seefeld starke bis stärkste Frequenz verzeichneten. Es bleibt eben auch vom Parkplatz Bellevue aus noch ein Fuesmarsch von gut 8—10 Minuten bis zum Eingang Riesbach. Recht sollten nach den. bis heute vorliegenden Erfahrungen, auch jene behalten, die an beiden Ufern eine Zufahrt der Privatwagen bis zu den Ausstellungeingängen Wollishofen und Hornbäch verlangten. Noch erregt es da und dort bei den Automobilisten etwelches Kopfschütteln, dass keine Möglichkeit besteht, die Wageninsassen nicht auch bis an die Eingänge Enge und Riesbach heranzuführen. Bei den Eingängen Wollishofen (linkes Ufer) und Hornbäch (rechtes Ufer) geht dies jedoch ohne weiteres. Im übrigen braucht man in Zürich vorläufig keine Parkplatzangst zu haben, und was die Verkehrspolizisten betrifft, so verdienen sie Anerkennung für die konziliante und einsichtige Art, womit sie den Verkehr und die Parkierung regeln. Zürich soll eine verkehrsfreundliche Stadt sein. Gute Dienste leisten, nebenbei bemerkt, die auffallenden, grossen Orientierungstafeln über die Besetzung der Parkplätze an den Einfallstrassen, die den auswärtigen Fahrer rasch darüber »nterrichten, wo noch Parkierungsmöglichkeit besteht. In diesem Zusammenhang sei auch der Wunsch ausgesprochen, den Bogen bei der Gebührenerhebung für die privaten, bewachten Parkplätze nicht zu überspannen. An der Konferenz, die seinerzeit mit der Polizei stattfand, einigte man sich auf den einheitlichen Ansatz von Fr. 1.— für 12 Stunden und Fr. 2.— für 24 Stunden; davon sollte nicht abgegangen werden. Erscheint, nach den bisherigen Erfahrungen zu schliessen, der Umfang der Verkehrsbeschränkungen für die grossen Fest- und Verkehrstage als gerechtfertigt, so kann man sich immerhin fragen, ob nicht an gewöhnlichen Wochentagen auch mit weniger Einschränkungen auszukommen wäre. Um den normalen Verkehr nicht allzu sehr zu erschweren, sollen daher, wie wir vernehmen, gewisse die Verkehrsbeschränknngen signalisierenden Tafeln während der Werktage verhängt und so der frühere Zustand wieder hergestellt werden. Für die Fahrzeugüberführung an der Bellerivestrasse beim Eingang Hornbäch ist nun eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/St, festgelegt worden. V Schweiz risdie Ein verständnisvoller Entscheid Keine erschwerenden Konzessionsbedingungen für Gesellschaftswagenfahrten an die Landesausstellung. In einer Resolution hatte die diesjährige Generalversammlung der Aspa gegen die Absicht der Generaldirektion der PTT Protest eingelegt, die Ausführung von Gesellschaftsfahrten zur Landesausstellung den strengen und finanziell schwerwiegenden Bestimmungen der Konzession B zu unterstellen. Den dabei vorgebrachten Argumenten Rechnung tragend, hat nun der Bundes- rat beschlossen, diese Vorschriften nicht in Anwendung zu bringen und die gewerbsmässige Personenbeförderung mit regehnässigen Autofahrten nach Bedarf zum Besuch der Landesausstellung nicht an die Voraussetzung zu knüpfen, dass sich der Unternehmer dafür um die Konzession B bewerben müsse. So sehr auch dieses verständnisvolle Entgegenkommen gegenüber den Gesellschaftswagenbesitzern Anerkennung verdient, so vermag es doch die Frage nicht zum Verstummen zu bringen, weshalb es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen sein soll, dem Wunsch nach Einräumung einer Benzinrückvergütung für jene Automobilisten zu entsprechen, die sich an die Landesausstellung begeben. Aus Die Wechselnummer vor der Glarner Landsgemeinde. Die Glarner Landsgemeinde hat am vergangenen Sonntag, entgegen dem Antrag des Landrates, die Einführung der Wechselnummer nicht etwa grundsätzlich abgelehnt, vielmehr beschlossen, das Geschäft an der nächsten Landsgemeinde zu behandeln, wobei es die Meinung hat, dass bis dann eine neue Vorlage ausgearbeitet werden soll. Bern wird die Wechselnummer erhalten. «Nume nid gschprängtt — mit diesem Bernerwort könnte man auch das Kapitel Gewährung von Erleichterungen für den Automobilbesitzer überschreiben. Bedächtig und schrittweise nur gehen seine Wünsche in Erfüllung, aber heute ist es soweit, dass er sie, zur Hauptsache wenigstens, verwirklicht sieht. Mit der Erheblicherklärung des ersten Teile der Motion Bärtschi durch den Grossen Rat nämlich ist nunmehr auch der Boden für die Einführung der Wechselnummer geebnet; die Neuerung wird im Rahmen der Gesamtrevision der bernischen Strassenverkehrs- und Automobilgesetzgebung auf i. Januar 1940 zur Anwendung gelangen. Nicht auf fruchtbaren Boden dagegen fiel der zweite Teil der Motion, der für mehr ale 5 Jahre alte Wagen eine Steuerreduktion von 50% forderte. Die Regierung bekämpfte dieses Begehren mit dem Hinweis auf den dadurch bedingten Steuerausfall von über 900 000 Fr. Eine derartige Verminderung seiner Einnahmen könnte der Staat mit Rücksicht auf die Bedürfnisse und Notwendigkeiten des Strassenausbaues nicht verantworten. Wohl erhoben sich in der Diskussion auch Stimmen, welche für die Annahme der ganzen Motion plädierten, doch zog Herr Bärtschi deren zweiten Teil dann zurück, unter der Voraussetzung, dass die Revisionsentwürfe für die Autobesteuerungs- und Strassenverkehrsgesetzgebung auf 1. Januar 1940 in Kraft gesetzt werden, wofür die Regierung denn auch eine zusichernde Erklärung abgab. Der so bereinigten Motion stimmte der Rat mit grosser Mehrheit, zu. Autotransporte durch den Gotthardtunnel am Pfingstsamstag und am Pfingstmontag den 27. und 29. Mai 1939. 1. Göschenen-Airolo: Samstag, den 27. Mai 1939. Göschenen ab 4.28 6.59 8.43 10.01* Airolo an 4.57 7.13 8 57 10.18 Göschenen ab 10.52 12.00* 12.51 13.53* Airolo an 11.07 12.17 13.05 1410 Göschenen ab 14.32 16.06* 17.32 19.03* Airolo an 14.46 16.23 17.47 19.20 Göschenen ab 19.53 21.55 Airolo an 20.07 22.26 2. Airolo-Göschenen: Montag, den 29. Mai 1939. Airolo ab 6.30 8.00 11.06* 11.44 Göschenen an 6.44 8.14 11.23 1157 Airolo ab 13.00* 14.06 15.07 15.55* Göschenen an 13.17 14.34 15.22 16.12 Airolo ab • 17.25*ca.l9.OO§ 20;10* 20.54 Göschenen an 17.42 ca. 19.15 20.27 21.08 Airolo ab 23.08 Göschenen an 23.38 * Extrazug. § verspäteter Zug 2585. Die Extrazüge kommen nur zur Ausführung, wenn die Gotthardstrasse an Pfingsten gesperrt ist. S|»OB*tf