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E_1939_Zeitung_Nr.065

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[f Automobil-Revue —

[f Automobil-Revue — N° 65 Menschen ohne Nerven Zweiter Tatsachenbericht ans der Welt des Zirkus und Varie'te's Von Peter Paul Möbi na Artisten — Menschen ohne Nerven! Ohne Nerven? Nein, besessen von ihrer Arbeit! Vollständig gefangen von ihr, atmend und lebend nur in den Bezirken ihres Berufes. t Menschen, erfüllt von einem ungeheuren, bewundernswerten Pflichtbewusstsein. Sie haben den Platz auszufüllen, auf den Pleiss, Arbeit, Talent und die Gunst, des Publikums säe stellte — und sie füllen ..ihn aus. Unser heutiger Tatsachenbericht bringt ein besonders interessantes Beispiel berühmter Artisten. »Ie schöne Tilly Erinnern Sie sich noch der schönen Tilly, der entzückendsten Artistin, die jemals den Sand einer Manege betrat? Der schönen Tilly Bebe, die sich dem Publikum in einem fabelhaft sitzenden Cowboykostüm zeigte und dem männlichen Teil der Zuschauer eine Figur präsentierte, wie sie den phantasievolleren unter ihnen den Schlaf verscheuchte oder durch einen herrlichen Traum verschönte? Die schöne Tilly hatte nur einen Fehler: Sie war Löwendompteuse ! Und zwar eine, die von dem Wahn umfangen war, ihre Lieblinge könnten vor Sehnsucht sterben, wenn sie sie auch nur eine Minute allein lasse. Von früh bis abends unterhielt sie sich mit ihnen. Und wachte über das Wohl "ihrer Löwen. Sie war eine Artistin, wie man sie selten findet. Sie lebte nur für ihren Beruf, ging in ihm auf und hätte sich gar kein anderes Leben vorstellen können. Dabei war ihr durchaus nicht an der Wiege gesungen worden, dass sie einmal mit so «wilden Viechern> durch die Welt ziehen würde! Die Tochter ehrsamer Bürgersleute war nach dem Willen der Eltern eigentlich dazu bestimmt gewesen, einen andern Bürger zu heiraten, hinterm Kochherd zu stehen, die genügende Anzahl Kinder zu bekommen und anständig zu erziehen — niemals aber hätten die Eltern es sich träumen lassen, dass ihre Tochter wie eine Zigeunerin durch die Welt ziehen würde, noch dazu in Gesellschaft von Tieren, die ein gesitteter Mensch sich höchstens im Tierpark aus respektvoller Entfernung betrachtet. Und Tilly — nicht zu glauben, so 'wasl Das fing damals an, als die 17jährige Tilly zufällig einen Zirkus besuchte und Löwen sah. Das Mädel war damals wie verrückt, • war überhaupt für nichts anderes mehr zu verwenden, vernachlässigte ihre Stellung und sass Abend für Abend im Zirkus, wartete auf den Augenblick, in dem die Löwen auftreten würden. Bis sie eines Tages in den Stallungen Nordsick den Dompteur der Löwen traf und ihn kurzerhand fragte, ob er sie nicht gebrauchen könne als Gehilfin. Nordsick blickte das zierliche Mädel verblüfft an und richtete die nächstliegende Frage an sie: «Haben Sie denn keine Angst vor den Bestien?» «Nicht ein bisschen!» gestand sie. «Ich glaub', wenn ich zu ihnen in den Käfig geh', mir tun sie nichts!» «Das denkst du, mein Kind! Sie werden dich auffressen mit Haut und Haaren!» grinste Nordsick. «Das glaub' ich nicht!» lächelte sie — und bevor der Dompteur es verhindern konnte, hatte sie die Hand ausgestreckt und kraulte ausgerechnet «Nero», dem grossen * Berberlöwen, der sich ans Gitter presste, die Mähne. Und Nero Hess sich das gefallen, als liebkoste ihn eine alte Bekannte. "Nordsick wusste nicht, was er zu dem «Phänomen» sagen sollte. Tilly kam immer wieder, und als der Zirkus seine Zelte abbrach, hatte sie sowohl den Dompteur als auch ihre Eltern herumgekriegt: Sie durfte mit! Merkwürdig, dass die Löwen tatsächlich von der ersten Stunde an mit ihr auf gutem Fusse standen. Nero, sonst unberechenbar und streitsüchtig manchmal, schien sie geradezu zu lieben. Betrat sie den Käfig, schlich er ihr entgegen, Hess sich von ihr streicheln, schmiegte sich an sie und zeigte. sogar Spuren von Eifersucht. Als er' sich einmal einen Splitter in die Tatze eingerissen hatte und wütend vor Schmerz niemand an sich heran Hess, war es Tilly, die es wagte, ihm den Splitter herauszuziehen. Sie war die geborene Löwenbändigerin, wobei sie allerdings den Standpunkt einnahm, dass es an so «lieben Tierchen» gar .nichts zu bändigen gäbel Dann geschah eines Tages in Marseille folgendes: Nordsick hatte-eine Löwengruppe eingearbeitet, mit der er nach !E?äris ins Engagement gehen wollte. Der Pariser Direktor traf unerwartet ein. um Nordsick war nir-ebenso schnell hinter sich und stand mitten unter den brüllenden, fauchenden wilden Bestien. Stiess Bella die Eisenstange in den Rachen, schrie Nero an, der sich im Nu umdrehte. Einen Augenblick lang hatte es den Anschein, als setze Nero zum Sprung an, dann duckte er sich, das Funkeln in seinen Augen erstarb — er liess sich von Tilly zum Käfiggang zurücktreiben, wich immer weiter nach rückwärts ... Was niemand für möglich gehalten hatte, gelang dem jungen Mädchen: Tilly wurde der Löwen Herr, trieb sie unerbittlich in ihre Käfige zurück. Nordsick war tot sich die Nummer anzusehen. gends aufzufinden. Kurz entschlossen erklärte Tilly, dass sie die Nummer vorführen könne. Ungläubig lächelnd betrachtete der Direktor das kleine Fräulein, das von Löwen sprach, als handle es sich um harmlose Hauskätzchen. Tilly führte die Löwengruppe vor. Führte sie so einwandfrei und ausgezeichnet vor, dass der Direktor begeistert abschloss. Unter der Bedingung allerdings, dass die schöne Tilly mit den Löwen arbeite. Während er noch mit Tilly verhandelte, erschien Nordsick. Ein wenig angeheitert, wie man sofort sah. Er wurde wütend, als er hörte, was inzwischen geschehen war und befahl, die Löwengruppe noch einmal in den Vorführkäfig zu lassen. «Ich kann mir denken, was das dumme Mädel Ihnen zeigte, Direktor!» schrie er. «Jetzt passen Sie auf, jetzt sollen Sie sehen, was wirklich in den Bestien steckt!» «Nicht mehr nötig!» wehrte der Direktor ab, musste aber endlich doch die abermalige Vorführung über sich ergehen lassen. Tilly stand ausserhalb des Käfigs, neben dem Direktor. Sie sah Nordsick, wie er, die Peitsche in der Faust, auf nicht ganz sicheren Beinen durch den Käfig stelzte, von einem der Löwen zum anderen — sah, wie die Tiere unruhig wurden, durcheinandersprangen, aufgeregt hin und her liefen, sah das gerötete Gesicht Nordsicks, der mit harten Kommandbworten Ordnung zu schaffen versuchte... Und dann geschah es ganz plötzlich, unerwartet: Nordsick machte eine halbe Wendung, liess Bella eine Sekunde nur aus dem Blickfeld — da sprang sie mit einem mächtigen Satz ihn von hinten an, warf ihn zu Boden — Gebrüll, Gekrächze heiserer Bestienstimmen. Tilly schrie: «Bella! — Nero!» • Tat etwas, das dem neben ihr stehenden Zirkusdirektor die Haare zu Berge trieb: Riss einem Stallmeister eine Eisenstange aus der Hand, stiess mit heftigem Ruck die Tür zum Käfig auf, schloss sie Bella hatte ihm die Halsschlagader aufgerissen und mit gewaltigem Prankenschlag die Schädeldecke zertrümmert. Drei Tage später ging Tilly Bebe mit dieser Löwengruppe nach Paris. Sie zeigte eine Arbeit, wie man sie itn Löwenkäfig noch niq gesehen. Das hatte nichts mehr mit Dressur zu tun, was sie dem Publikum bot, es war ein vollständiges Aufeinandereingespieltsein zwischen Mensch und Tier. Die Löwen, gehorchten ihr auf den leisesten Wink. Sie hatte keine Peitsche, keine Eisenstange während ihrer Arbeit Die Löwen taten spielerisch, was sie von ihnen verlangte. Sie kannte jedes einzelne ihrer Tiere. Ein wenig Sorge machte ihr manchmal Nero mit seinen Anwandlungen von Eifersucht. Wenn sie irgendein anderes Tier der Gruppe liebkoste, streichelte, kam ein fast böses Glitzern in seine Augen. Er kam heran, drängte sich zwischen Tilly und das andere Tier, fauchte einmal drohend und war erst zufrieden, wenn sie besonders zärtlich zu ihm war. Mit Nero vollführte Tilly allabendlich den Haupttrick der .Vorstellung: Sie legte ihren Kopf in den geöffneten Rachen des Tieres. Den Zuschauern lief eine Gänsehaut über den Rücken, wenn sie das furchtbare Gebiss Neros sahen — und dazwischen den kleinen Kopf der tapferen Frau, die. noch den Mut aufbrachte, zu lächelnl Ja — und dann ereignete sich eines' Abends jener furchtbare Zwischenfall in Bordeaux; Tilly hatte eben den Kopf Neros genommen, ihm den Rachen aufgerissen und ihren Kopf hineingesteckt, als infolge eines Kurzschlusses das Licht erlosch. Nero erschrak und schloss den Rachen, bevor Tilly ihren Kopf herausziehen konnte. Sie spürte die Zähne des Raubtieres an ihrem Gesicht, spürte, wie sie sich in ihr Fleisch gruben, unbarmherzig, unaufhaltsam. Sie war verloren! Atemlose Stille lag über dem dunklen Zuschauerraum. Tilly verlor nicht eine Sekunde" lang ihre Geistesgegenwart Sie packte mit beiden Händen Unter- und Oberkiefer Neros und riss den Rachen mit übermenschlicher Anstrengung auseinander. Nero sträubte sich, ein krächzendes Fauchen stieg aus seiner Kehle, er versuchte, sich von dem harten Griff Tillys zu befreien — und noch immer lag ihr Kopf zwischen den gefährlichen, todbringenden Zähnen, weil der Zwischenraum noch zu eng war. Da flammte das Licht wieder auf. Tilly benutzte den Augenblick des Zurückzuckens Neros, den Rachen ganz . aufzureissen und blitzschnell ihren Kopf herauszuziehen. Entsetzt schrien die Zuschauer auf, als sie das blutüberströmte Gesicht Tillys sahen. Sie hatte'keine Zeit, sich darum zu kümmern. Bella peitschte den Sand des Bodens, fauchte wild auf. Das Blut weckte Urinstinkte. Sekunden nur — dann brach die Revolte aus! Tilly verlor nicht einen Moment die Ruhe. Sie wusste. dass jetzt nur äusserste Energie sie zu retten vermochte. Ein kurzes Zögern nur — und Bella griff an. Tilly kam ihm zuvor. Die Löwin schlug mit der Tatze nach ihr und riss den rechten Unterarm auf. Wich aber zurück, als die befehlende Stimm8 der Herrin ihr Ohr traf. Tilly gelang das Unmögliche: sie trieb die aufgeregten Tiere in die Käfige zurück — dann brach sie zusammen. Der Arzt stellte erhebliche Gesichtsverletzungen fest Die rechte Wange war zerfetzt, tiefe Ritzer an Stirn und Hals verrieten, dass Tilly B6W nur mit viel Glück dem Tode entrann. Als die Wunden gereinigt und verbunden waren, ging sie zu Nero in den Käfig. «Da schau her, Tschaperl, was gemacht hast!» schimpfte sie ihn freundlich aus. «Wenn nun der JJopf Abgewesen war", he?» ., _ ... . Sie kraulte seine Mähne. Nero leckte mit der rauhen, scharfen Zunge ihre Hand. Dann ging sie zu Bella. Drohte ihr mit dem Finger. «Wenn du das 'noch ein einziges Mal tust, armes Vieh, bleibst vierzehn Tag^ eingesperrt!» Das war ihrer Meinung nach die härteste Strafe, die es für Bella geben konnte. Nicht arbeiten dürfen! • ••- Der Arzt sprach davon. Redete von drohendem Wundfieber und ähnlichen Dingen. Tilly lachte ihn aus. «Nicht arbeiten! Wie denken Sie sich denn das? Glauben Sie, die armen Tiere könnten das verstehen? Nein, das gibt's nicht!» Mit verbundenem Kopf stand Tilly am nächsten Abend wieder in der Manege und arbeitete mit ihren Löwen, als hätte sich nichts ereignet. Sie steckte den verbundenen Kopf in den Rachen Neros — und Nero rührte sich nicht. «Ich begreife das nicht!» sagte die Schulreiterin nach der Vorstellung. «Haben Sie denn nach den gestrigen' Ereignissen keine Angst, Tilly?» «Angst? Nein! Vor den Löwen brauche ich keine Angst zu haben! Mir hätte nur der Nero leid getan, wenn mir wirklich etwas passiert wäre —• das arme Vieh wäre nicht darüber hinweggekommen!» t)ie Schulreiterin schüttelte den Kopf. : «Weil Sie gerade von Angst reden!» fuhr Tilly fort. «Eine furchtbare Angst habe ich vor — Mäusen! Wenn ich eine Maus sehe, schreie ich! Aber jetzt entschuldigen Sie mich — ich muss zu meinen Tieren — dem Nero, dem armen Kerl, sitzt der Schrecken noch immer in den Knochen! Ich muss ihn noch ein bisschen trösten!» Artisten... Der Lbwe in der Schmierseife Ein Seifensieder in der Nähe von Vryburg (Brit. Betschuanaland) hatte einige grosse Fässer mit Schmierseife fabriziert und sie über Nacht im Freien stehen lassen. Als er am Morgen vors Haus trat, bemerkte er, wie ein grosser Löwe sich eben mühselig aus einem der Fässer herausarbeitete. Der Löwe flüchtete zwar, bevor der Mann sein Gewehr hätte holen können, wurde aber wenige Stunden später in der Nähe verendet aufgefunden. ßlERLIHANS' ERLEBNISSE MIT DEM-WELTMEISTERT © Oer Blerllhani, unglaublich schier, ••wlnal tfit Tour 4t Sulut «weh Her!

N° 65... — Automobil-Revue Ml Die Methodik des Schwimmens (Schluss des Artikels von Seite 1) Bruststils, führte aber die Arme abwechselnd über Wasser nach vorn und hielt den Körper dabei in leichter Schwingung von der einen zur andern Seite. Dieses sog. Handüberhandschwimmen konnte sich längere Zeit als schnellste Schwimmart behaupten. Aber auch das Seiteschwimmen vermochte noch einige Zeit neben dem Handüberhandschwimmen Schritt zu > halten, hauptsächlich über längere Distanzen. In .Ungarn versuchte man in der Folge, die Beintätigkeit fast vollständig aus- Schwimmtempi, sowie das ruhige Gleiten des gestreckten Körpers nach erfolgter Arm- und Beinbewegung. Von einschneidender Wichtigkeit ist die Technik des Atmens. Atmet man Talsch, so ist das Schlucken von Wasser unvermeidlich, der Schwimmer wird aus dem Tempo kommen und in kurzer Zeit stark ermüden. Deshalb muss auf die regelmässige und richtige Lungenarbeit der denkbar grösste Wert gelegt werden. Eingeatmet wird beim Durchzug der Arme durch das Wasser, während dass das An- das Ausstossen der Luft beim Vorbringen der Arme zuschalten. Man rechnete damit, ziehen der Beine einen starken Gegendruck erzeuge, den das Zusammenschlagen der Beine erst wieder ausgleichen müsse. Im Jahre 1906 erfolgte in Europa die letzte grosse Umwälzung auf schwimmtechnischem Gebiete durch den Start eines Australiers. Auch dieser vermied, wie vorher schon die Ungaren, den durch das Anziehen der Beine erfolgten Gegendruck, wollte aber doch die Beinkraft ausnützen. So zog er die Beine nicht seitlich an, sondern hob sie abwechselnd aus dem Wasser, um mit dem Fuss auf dieses kräftig aufzuschlagen. Der amerikanische Kriechstoss, der kürz nachher folgte, weist dann ein unabhängig voneinander erfolgendes Arbeiten der Arme und Beine auf. Der Amerikaner Kahanamoku, gebürtig aus Honolulu, war der erste, der mit dem vollkommenen Crawlstil zu höchsten Ehren kam. Heute ist das Crawlschwimmen die absolut schnellste Schwimmart, und es ist kaum denkbar, dass in der Zukunft noch ein schnellerer Stil gefunden wird. Wenn schon die Bestzeiten in der letzten Zeit enorm hinuntergedrückt worden sind, hat das seinen Grund in der Verbesserung und Verfeinerung des Crawlschwimmens als solches, sowie in den neueren Trainingsmethoden. Bis vor einigen Jahren wurde in Konkurrenzen auch noch Seite geschwommen. Heute aber ist diese Schwimmart verschwunden. Neben dem Freistilschwimmen, für welches, wie gesagt, nur noch Crawl in Frage kommt, um zu Erfolgen zu gelangen, werden noch Wettkämpfe im Brust- und im Ruckenschwimmen ausgetragen. Natürlich kann in einer Freistilkonkurrenz noch jeder Stil verwendet werden. Bei Langstrecken-Schwimmen zum Beispiel kommt es hin und wieder vor, dass sich ein Seiteoder ein Brustschwimmer vor einem Crawler klassieren kann. Noch im Jahre 1933 gewann ein Brustschwimmer die Schweizerische Langstreckenmeisterschaft. Diese Beispiele sagen aber weiter nichts: die betreffenden geschlagenen Crawler waren eben nicht ganz auf der Höhe; denn ein guter Crawlschwimmer ist dem besten Seite- oder Brustschwimmer überlegen, weil eben der Crawl die schnellste Schwimmart ist. Im folgenden sollen die drei Schwimmarten, die heute in den schwimmsportlichen Wertkämpfen figurieren, einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Die meisten Schwimmlehrer bringen den Anfängern zuerst das Brustschwimmen bei. Es gibt aber auch Länder, in denen das Crawlschwimmen im Elementarunterricht verwendet wird. Das für den sportlichen Wettkampf in Frage kommende Brustschwimmen zeigt erhebliche Abweichungen von demjenigen, das der Schwimmlehrer dem Anfänger lehrt. Wenn der Körper mit vorgestreckten Armen ziemlich waagrecht auf dem Wasser ruht, müssen die Schultern noch besonders nach vorne gedrückt werden/damit die Hebellänge der Arme vergrössert wird. Die Handflachen drücken das Wasser, wobei die Finger aneinandergeschlossen sind. Die zuerst gestreckten Arme gehen nachher auseinander, sie werden gewinkelt, die Ellenbogen werden nach aussen gedrückt und die Arme mit Druck CINE-KODAK KODAK S.A. LAUSANNE unter die Brust geführt und dann nach vorne gestossen. Beim Beinstoss lege man den Hauptwert auf eine möglichst breite Grätsche und auf kräftiges Zusammenschlagen. Dieses hat in dem Moment zu erfolgen, in dem die Arme unter dem Kinn nach vorne stossen. Beim sportlichen Brustschwimmen fällt die Dreiteilung des Stosses gänzlich fort; es gibt nur eine Schwimmbewegung, die wie ein Peitschenschlag erfolgen soll. Das Anziehen der Beine hat möglichst langsam, die Grätsche und besonders das Zusammenschlagen dafür um so schneller zu erfolgen. Mancher Schwimmer legt die ganze Kraft in das Seitrückstossen der Beine, während das so wichtige Zusammenschlagen nur einem Zusammenpendeln, gleicht, das der Vorwärtsbewegung in keiner Weise dient. Man muss sich von dem Gefühl befreien, dass man sich mit den Füssen vom Wasser abstosse, denn die Förderung der Schnelligkeit durch das Ausstossen der Beine im Gegensatz zum Zusammenschlagen ist viel geringer, da die verhältnismässig kleinen Fußsohlen weniger Widerstand finden am Wasser als die langen Innenseifen der Beine. Bei längeren Strecken beobachte man hauptsächlich die Regelmässigkeit der geschieht. Je nach der durch das spezifische Gewicht des Schwimmers bedingten hohen oder tiefen Körperlage kommt das Gesicht ins Wasser zu liegen. Es ist aber falsch, den ganzen Kopf beim Vorstossen der Arme unter Wasser zu halten. Gerade die Japaner haben gezeigt, dass man am schnellsten schwimmt, wenn man den Kopf sehr hoch hält. Wenn man aber trotzdem mit dem Gesicht ins Wasser kommt, dann stosse man die Luft beim Vorbringen der Arme unter Wasser aus. Das Luftholen muss bei jedem Zug geschehen, denn nur mit guter Luft gesättigte Lungen sind leistungsfähig. Selbst bei kurzen Strecken und im Endspurt muss bei jedem Zug geatmet werden. Beim Einatmen muss natürlich auch die Bugwelle berücksichtigt werden, um die Gefahr des Wasserschluckens zu vermeiden. Da das Brustschwimmen eine besondere Schwimmart ist, müssen auch gewisse Regeln beachtet werden. Verstösse gegen dieselben haben in einem Wettkampf die Disqualifikation des Fehlbaren zur Folge. Die allgemeinen Wettkampfbestimmungen des schweizerischen Schwimmverbandes verlangen: dass die Hände zusammen vorgestossen und gleichzeitig zurückgebracht werden müssen, der Körper vollkommen auf der Brust und die Schultern in einer Linie mit der Wasseroberfläche liegen müssen. Weiter sollen die Füsse zusammen angezogen, die Knie dabei gebeugt und geöffnet werden. Wende und Ziel sind mit beiden Händen gleichzeitig zu berühren. Früher war man der Ansicht, ein guter Brustschwimmer müsse über lange Gliedmassen verfügen. Man nahm an, schlanke Leute mit langen Armen und Beinen seien besonders zum Brustschwimmen prädestiniert. Dass aber auch kleine und untersetzte Leute Spitzenleistungen im Brustschwimmen vollbringen können, haben in jüngster Zeit wiederum die Japaner bewiesen. Vor der Stockholmer Olympiade im Jahr 1912 kannte man nur den Rückengleichschlag, den man als das Pendant des Brustschwimmens bezeichnen kann. Durch den damaligen Sieg des Amerikaners Hebner wurde natürlich die von ihm gezeigte Schwimmart nachgeahmt. Heute ist man auch im Rückenschwimmen so weit, dass nur noch ein Craw- Filmen Sie... Kmo-Bilder, viel getreuer, erzählen Ihre Abenteuer ! Lebendig wie das Leben selbst ist ein selbstgedrehter Film. Immer wieder IJtsst er die Erinnerung an schone Stunden, frohe Erlebnisse und herrliche Auto-Tonren aufleben. Auch Sie sollten filmen. Mit dem Cin6-Kodalt Acht ist es leicht und Kar nicht teuer. 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Gerade dieser Armzug ist es, der grosse Schwierigkeiten in sich birgt, da die Armbewegung nach rückwärts eine beschränkte ist. Die Schultergelenke müssen vollständig gelockert sein. Das Beintempo ist das umgekehrte, wie beim gewöhnlichen Kriechstoss, das heisst das Wasser wird nicht mit dem Fussrist, sondern mit der Sohle weggedrückt. Das Geheimnis dieses Schwimmstils liegt in der richtigen Zusammenarbeit von Armen und Beinen, was monatelanges fleissiges Ueben verlangt. Ein Schwimmer, der den Crawl in der Brustlage gut beherrscht, hat es auch viel leichter, den Rückencrawl zu erlernen. Die Atemtechnik ist hier weniger schwierig, da der Lernende rein gefühlsmässig atmet. Die Beine schlagen abwechselnd stets gleichmässig. Für kürzere Strecken und für den Endspurt muss der Beinschlag gesteigert werden. Bei Erlernung tut man gut. Arm- und Beinarbeit getrennt zu üben. Zur Beherrschung der Armarbeit und im Training für den Wertkampf bindet man am besten einen Schwimmgürtel um die Beine und konzentriert sich vollkommen auf die Arbeit der Arme. Der Armzug mit etwas gebeugtem Ellenbogen soll möglichst steil ausgeführt werden. Die Hand soll so tief wie möglich unter Wasser durchgezogen werden. In dem Moment, wo der rechte Arm das Wasser verlässt, beginnt der linke Armzug. Die Beinbewegungen allein, in Form eines gleichmässigen kurzen Schlages der Unterschenkel, bewirkt eine fortgesetzte langsame Fortbewegung des Körpers im Wasser. Der Beinschlag soll aus den Hüften kommen und nicht aus den Knien. Er muss so locker als nur möglich ausgeführt werden. Mit dem Beintempo nimmt auch langsam die Schnelligkeit zu, mit der der Körper durchs Wasser gleitet. Die allgemeinen Wettkampfbestimmungen des schweizerischen Schwimmverbandes schreiben vor, dass während des ganzen Wettkampfes auf dem Rücken geschwommen werden muss. Der Start erfolgt im Wasser, wobei sich die Schwimmer mit beiden Händen an der Bahnbegrenzung festhalten. Bei jeder Wende muss die Bahnbegrenzung mit wenigstens einer Hand berührt werden. Das Ziel ist mit einer Hand zu berühren. Leider ist das Rückenschwimmen weniger beliebt als die andern beiden Schwimmarten, weshalb man im Rückenschwimmen in den meisten Ländern weniger Leute von Klasse antrifft als im Brust- und im Freistilschwimmen. i Wie wir oben gesehen haben, versteht man heute unter Freistil schlechtweg den Crawlstil. Da man in einem Freistilrennen, wie der Name sagt, frei schwimmen kann, also an keine Regeln gebunden ist, wählt man natürlich die schnellste Schwimmart. Man unterscheidet zwei Arten der Ausführung des Kriechstosses: den australischen und den amerikanischen Crawl. Der Unterschied liegt aber zur Hauptsache nur im Beintempo. Während beim australischen Crawl beim rechten Armzug das linke Bein schlägt, und umgekehrt beim linken Die 3 obigen Bilder zeigen die typischen Bewegungen des Crawl-Schwimmens dreier Olympia- Sieger. Armzug das rechte Bein, arbeiten beim amerikanischen Kriechstoss Arme und Beine getrennt, und zwar langsamer gleichmässiger Armzug und schnelles fortgesetztes Beintempo. Der Armzug beim Crawl ist der gleiche wie beim alten Handüberhand-Schwimmen. Die Arme werden einzeln vorn eingesetzt und unter dem Körper durchgezogen. Wie beim schon beschriebenen Rücken-Crawl beginnt die Arbeit des einen Armes unter Wasser, wenn der andere Arm wieder über Wasser nach vorne gebracht wird. Die Bewegungen sollten aber keine hastigen und ruckartigen sein, sondern ohne die geringste Unterbrechung sollen die Arme gleichmässig arbeiten. Die Beine werden nur wenig gespreizt, das heisst gehoben und gesenkt. Heute werden noch zwei Theorien, den Beinschlag betreffend, verfochten. Die einen behaupten, es sei am zweckmässigsten, von oben nach unten zu schlagen, das heisst mit den Beinen möglichst stark auf das Wasser zu klopfen und die Beine dann wieder langsamer nach oben zu ziehen. Die andern erklären aber, die Hauptsache beim Beinschlag sei das Heben, und auf diese Bewegung müsse das Hauptgewicht gelegt werden, während das Senken langsamer ausgeführt werden solle und das starke auf das Wasser Schlagen gar keinen Wert habe. Welche der beiden Meinungen die absolut richtige ist, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Die Atemtechnik ist zur Beherrschung des Crawls ausschlaggebend. Eingeatmet wird beim Vorbringen eines Armes, ausgeatmet beim Durchzug desselben. Beim Einatmen wird nur der Mund auf die Seite gedreht, während der Körper stets dieselbe flache Lage beibehält. Ausgeatmet wird im Wasser, und zwar am besten durch Mund und Nase gemeinsam. Das Ausatmen soll langsam vor sich gehen. Gemeinsam für alle Schwimmarten gilt folgendes: Die einzelnen Bewegungen sollen so locker als möglich, ja nie mit Kraft, ausgeführt werden. Es ist eigentlich beim heutigen Training sozusagen alles auf Lockerung eingestellt. Dass nicht die Kraft zum guten Schwimmen ausschlaggebend ist, beweisen die jüngsten Erfolge der Damen, die in vielen Fällen mancher Bestleistung der Herren sehr nahe kommen. Der Weltrekord über 200 m Rücken der Herren war beispielsweise vor 10 Jahren noch schlechter als der vor kurzer Zeit von der 16jährigen Dänin Hveger über diese Distanz aufgestellte •neue Weltrekord der Damen. Bei aller Hochachtung für das vielgeschmähte schwache Geschlecht muss hier eben festgestellt werden, dass das bei Frauen mehr vorhandene Gelockertsein beim Schwimmen mehr Vorteile bringt als die Kraft. Es ergibt sich, dass der Schwimmsport eine eigene Muskulatur verlangt, im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten. Ein guter Schwerathlet kann nicht gleichzeitig ein schneller Schwimmer sein, da seine Muskeln zu hart sind. Umgekehrt kann aber ein guter Schwimmer auch kaum ein erstklassiger Skifahrer sein, da seine Beine für diesen Sport, der viel Kraft erfordert, zu weich sind. Da gerade das Schwimmen, wenn , es häufig betrieben wird, zur Lockerung der Muskeln führt, ist es als Ergänzungssport für jeden andern Sportzweig sehr zu empfehlen. W. Kommende Ereignisse Adelboden: 18.~22. August: Grosses offizielles Tennisturnier das L. T. C. A. Axosa: 14.-20. August: Internationales Tennisturnier (Meisterschaft von Arosa). Axenfels: 3.-31. August: Golfwettspiele. Bern: 13. August: Golfwettspiel: «Beginners Competition.» Crans sux Sierre: 16. August: Golf: Coupe Girod pour dames. Davos: 18. August-3. September: Davoser Golfwochen und Meisterschaft. Furigen: 17. August: Kng-Pong-Turnier (Preise Tora Rote' Bellevue). Genf: 12.-18. August: Internationales Turnfest. Interlaken: 13. August: Wilhelm Tell-Freilichtspiole im Bugen* park. Lausanne:. 13. August: Golfwettspiel: Coupe de Marseille. Lnzern: Bis 29. August: Internationale Musikalische Festwochen^ 12. August: Golf Wettspiel: Luceme Ladies Amateur Championship. 13. August: Golfwettspiel: Johnnie Walker Cup. M&IoJa: 14. August: Golfwettspiel. Neuenburg: 12./13. August: Golf: Coupe Mme Schwob. Fontresina: Bis Anfangs September: Diavolezza Gastetouretu unter Leitung diplomierter Bergführer. Santaden: 15. August und folgende Tage: Golfwettspiel: Senior Cup. St. Mor'tx: 7.-14. August: Kulm Tennisturnier (Meisterschaft des Engadins). Mitte August: Palace Tennisturnier (Meisterschaft von St. Moritz). - Schwimmfeste im Stazersee und Lej Nair. Schnls-Taxasp-Vulpera: 18. August: Schwimmwettbewerb (Vulpera). 18. August: Tennisturnier ä l'Americaine. Villars-Cliesieres: 12. und 16. August: Golfwettspiele. Wengen: 14.-20. August: Internat. Tennisturnier (Meisterschaft des Berner Oberlandes). Zerxnatt: 16. August und folgende Tage: Tennisturnier der Hotels Seiler. Zürich: Bis 29. Oktober: Schweizerische Landesausstellung. Bis 31. August: Modetheater LA: Täglich Tanztee mit Modevorführungen und künstlerischen Einlagen und zweite Abend-Revue. Bis 31. August: Ausstellungstheater: Volkstheater. Bis 13. August: AlbisgUtli: Landesausstellungsschiessen. 12./13. August: Festhalle und Festplatz: Tag der Eidg. Musikvereine mit Konzerten. - LetzigruxiA: Internat. Leichtathletikmeeting. 13. August: Schwimm-Länderkampf Schweiz-Holland. - Professional Bad-Kriterium. - Internat. Kajak-Slalom und Schweiz. Meisterschaft. Bis 18. August: Internationales Zeltlager in der Bachatu Vevey, der Ausgangspunkt eines vielseitigen Netzes von Spaziergängen und Fusstouren, bietet heute seinen Gästen die Möglichkeit, auch auf dem See mit dem Segelschiff genussreiche Ausflüge zu unternehmen. Die Fahrtaxen sind sehr bescheiden und das Unternehmen wird allseitig sehr begrüsst. Die Segelschiffe werden durch ihre Besitzer selbst geführt, was zum vorneherein alle Unfallgefahr ausschliesst, der vor allem die Anfänger in der Segelkunst ausgesetzt sind. Anmeldungen nimmt entgegen das Bureau de Renseignements, Place de la Gare, in Vevey. Wir haben es hier mit einem Unternehmen zu tun, das von allen denjenigen unstreitig mit Begeisterung aufgenommen wird, welche die Schönheiten der Ufer des Genfersees zu schätzen wissen und am gesunden Wassersport Freude finden. CHILLON (Aendenmgen Torbehalten.) Weltberühmte Schlossburg bei MONTREUX (Schweiz), auf Fels gebaut, von den Wassern des Genfersees umspult, einen Engpass von grosser Bedeutung im Altertum und Mittelalter beherrschend. Typisches Beispiel eines feudalen Fürstenschlosses und kleiner Festung des Mittelalters. Schloss Chillon ist weltbekannt und ward besungen und beschrieben von Byron, Victor Hugo und andern Dichtern. Das ganze jähr geöffnet. Eintritt Werktags Fr. 1.—. Sonntags Fr; —.80. Ermassigte Preise für Vereine.