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E_1939_Zeitung_Nr.087

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de-Fond« nicht weniger

de-Fond« nicht weniger als 8. Hier spielt aber offensichtlich bereits die Kleinheit der absoluten Zahlen der Getöteten eine Rolle, die stark vom Zufall abhängen und von Jahr zu Jahr erheblich schwanken, so dass die erwähnten Prozentziffern durchaus kein getreues Bild von der Verkehrssicherheit in den betreffenden Städten liefern. Zuverlässiger ist daher — weil auf grösseren Grundzahlen beruhend — schon die Gesamtziffer von 2,2 für alle Städte •ober 30,000 Einwohner zusammen, wie wir sie in der obigen Tabelle fanden. Die Zuverlässigkeit aller Zahlen der Verkehrsnnfallstatistik hängt weitgehend davon ab, wie weit in den einzelnen Städten und Gemeindegruppen der Arm der Polizei reicht und wie weit die öffentliche Meinung Unfälle der Meldung wert erachtet, sei es, dass die an einem Unfall Beteiligten selber ihre Anzeigepflicht mehr oder weniger streng nehmen, sei es, dass Drittpersonen, die von ihnen beobachteten Unfälle an die zuständigen Behörden melden. Vollends die Erfassung der eigentlichen Bagatellschäden unterliegt jedenfalls weitgehend dem Ermessen des einzelnen Polizisten und sonstigen Beamten, und es ist daher wahrscheinlich, dasa sich 'dementsprechend auch ein von Ortschaft xu Ortschaft verschiedener Amtsgebrauch ausbildet, aus solchen Verschiedenheiten Differenzen in der Zahl vor allem der bloss Sachschaden verursachenden Unfälle ergeben, während die Unfälle mit Personenverletzungen wohl überall mit einer gewissen Vollständigkeit erfasst werden. Die Nachprüfung der Zahlen des Jahrbuches auf die6en Punkt hin ergibt gewisse Anhaltspunkte, aber freilich keinen eindeutigen Beweis für die Richtigkeit dieser Erwartung. Immerhin der Sachschaden Je Unfall schwankt bei den zehn grössien Städten zwischen 122 und 310 Franken. was vielleicht zu einem gewiesen Teile auf die mehr oder weniger vollzählige Erfassung der Bagatellfälle zurückgehen dürfte. Derselbe Grund mag allerdings auch mit am "Werke sein, wenn nach unseren obigen Feststelluneen auf dem Lande ein grösserer Teil der Unfälle Personenschaden nach sich zieht: auf der Landstrasse vor allem entgeht begreiflicherweise ein grösserer Teil der leichteren Unfälle dem wachsamen Auge der Polizei, als in dr Stadt, und mehr als hier werden dort solche Zusammenstösse und dergleichen Schadenereienisse zwischen den Beteiligten freundschaftlich durch blossen Aus-tausch der Visitenkarten erledigtl Personenschäden nach Art der Beteiligten 1938 Fahrer Mitfahrer Fusssränser Gemein- ver- davon ver- davon ver- davon den im- getötet nn- getötet nn- getötet fallt abs. % fallt abs. % lallt abs. % Gross- Tessin vor der Einführung der Benzinsteuer? Die Vorarbeiten für die Ablösung der bisherigen Hubraumsteuer durch eine Benzinsteuer im Kanton Tessin — von denen wir in Nr. 84 berichtet haben — sind so weit gediehen, dass die Frage dem Grossen Rat anlässlich seiner im Laufe dieser Woche stattfindenden Sitzung zum Entscheid vor-i gelegt werden kann. Nicht nur die kantonale Automobilkontrolle befürwortet iri ihrem Bericht an das Polizeidepartement den Uebergang zur Benzinsteuer, auch dieses selbst spricht sich in seiner VernehnDlassung an die Adresse des Regierungsrates zugunsten des neuen Besteuerungsiprinzips aus, wobei es bereits einen konkreten Vorschlag formuliert; Mit Bericht vom 8. Dezember hat die Staats^ rechnungsprüfungskommission des Kantons Zürich zum Voranschlag des Regierungsrates pro 1940 Stellung genommen und als wichtigste Aenderung die Erhöhung der Staatssteuer von 110 auf 120% vorgeschlagen, woraus eine Mehreinnahme von. Fr. 3 500 000 erwartet wird. Was die Einnahmen aus Verkehrssteuern von Motorfahrzeugen anbe-i; trifft, so erfuhr dieser Posten keine Aenderung; man scheint sich somit auch in den Kreisen des Kantonsrates damit abzufinden, dass im nächsten Jahr ein um 1,5 Millionen Franken vermindertes Erträgnis zu erwarten sei. Nachdem sich 1938 die Totaleinnahmen aus dem Motorfahrzeugverkehr im Kanton Zürich auf Fr. 6 681000 gestellt hatten,; rechnet man für das kommende Jahr mit dem erheblich reduzierten Ergebnis von ca. Fr. 5 200000.; Dieser Vorschlag wird begründet mit dem Steuerausfall aus requirierten und stillgelegten Fahrzeugen. •< Leider hat die sehr verdienstvolle Aktion der städte 2401 39 1,6 329 3 0,9 1009 33 3,3 Kantonalen Strassenverkehrsliga für eine Anpassung der Verkehrssteueransätze an die heutige Benzinrationierüng durch ein Ermächtigungsgesetz, das Mittelstädte 790 19 2,4 115 1 0,9 392 17 4,3 dem Regierungsrat die, nötigen Kompetenzen verleihen sollte, um die im Motorfahrzeug- und Fahr- 1 Kleinstädte 573 23 4,0 90 2 2,1 225 10 4,3radgesetz des Jahres 1923 niedergelegten Ansätze Ländliche modifizieren zn können, noch nicht den gewünsch- 1 Ortschaft. 4055 272 6,7 1344 65 4,8 1507 150 10,0 Und so lässt sich das Resultat für 1940 leicht ten Erfolg gehabt Schweiz voraussehen: Es bleibt beim Alten, es wird nichts Total 7819 353 4,5 1878 71 3,8 3133 210 6,7 geändert, weil die Situation auf eidgenössischem: Boden, d- h. bezüglich der vor dem BundegraJLliegenden Eingaben für eine Anpassung der Verkehrs-! Die Tragweite der Unfälle in den verschiedenen Erhebungsgebieten geht auch aus der obenstehen-? den kleinen Tabelle 2 hervor, die für die verschiedenen Kategorien der in Mitleidenschaft gezogenen Personen einwandfrei das Wachsen der Gefährlichkeit von der Stadt nach dem Lande zeigt. Dass der Mitfahrer der am Unfall beteiligten Vehikel nach dieser Uebersicht regelmässig besser wegkommt als der Fahrzeugführer selber, widerspricht in interessanter Weise einer seinerzeitigen Feststellung des Statistischen Amtes der Stadt Zürich, nach der das Gegenteil der Fall wäre. Hier sei daher nur wiedergegeben, was das Jahrbuch darüber sagt, während eine genauere Untersuchung einer allfälligen späteren Gelegenheit vorbehalten bleiben muss. (Schluss folgt.) Kriegswirtschaft Militärnummern der requirierten Wagen. Auf die Anfrage, was mit den Militärnummern requirierter und sodann auf Pikett entlassener Automobile zu geschehen habe, teilt das Armeekommando mit, dass die Kontrollschilder in diesem Falle vorläufig am Fahrzeug zu belassen seien, da die Wagen immer mit den gleichen Nummern einrücken müssen. | F E U I L L E T O N Ein Mann entlaufen! Roman von Vera Bern. 1. Fortsetzung Und als dann bald darauf in ihrer Gegenwart wieder von ihm gesprochen wurde, sagte sie mit ihrer festen hellen Mädchenstimme : « Er ist eine Persönlichkeit! Das versteht ihr nicht!» Die andern hatten sich angestossen und gelacht. Das war wieder «echt Gerda Manz » ! Man kannte sie schon im Büro. Hätte sie einen zum Ausgehen gehabt, für den Sonntag, sie würde gar nicht auf den Gedanken gekommen sein, den Chef eine « Persönlichkeit» zu nennen und seine unleidliche, finstere, unliebenswürdige Art so freundlich zu umkleiden. Gerda hatte gespürt, dass ihr vielleicht übertriebenes Interesse für ihren obersten Chef sie von den andern trennte. Aus dieser Vereinsamung heraus war sie gegen den Kassierer Alfred Becker freundlicher gewesen, als es sonst ihre Art war — so freundlich, dass es schliesslich zu einem Heiratsantrag von seiner Seite gekommen war. Da Ab 1. Januar 1940 soll, gleichzeitig mit dem Bezug der Rationierungskarte, ein Zuschlag von 15 Rappen pro Liter Benzin erhoben werden. Wie wir vernehmen, schliesst sich auch die Regierung diesem Vorschlag an, so dass die steuern noch nicht abgeklärt ist. .- ;••: Voraussichtlich, _ bleiben die Benzinrationen.,.für die kommenden zwei Monate ungefähr gleich ijie bisher: es wird sich darum für/manchen Fähiger der-' Kategorie D und C die .Frage erheben, ob'ar seinen Wagen noch im Verkehr halten kann, nachdem die fixe FinanzbelastunSf eine untragbare Höhe erreicht hat, denn bei Benzihmsngen von 30 und- 40 Liter pro Monat kommt jeder Kilometer Fahrt auf einige Franken zu. stehen. 'I, Gewiss kann im Kanton Zürich die Aenderung der Verkehrssteuern nur durch ein Ermächtigungsgesetz erfolgen, das vorerst noch der Volksabstimmung zu unterbreiten ist. Anderseits müssen die Verkehrssteuern im Januar bezahlt werden. DAs Ermächtigungsgesetz sollte daher unbedingt die Möglichkeit schaffen, auf den bereits bezahlten Steuern später eine Rückvergütung eintreten zu lassen. Tut man nichts, so werden auf Ende Dezember neuerdings zahlreiche Schilderrückgaben zu erwarten sein. * V. Schaffhausen gewährt volle Rückerstattung der Steuern für requirierte Fahrzeuge. Hat, wie wir in Nr. 85 melden konnten, der zürcherische Regierungsrat den Haltern retpiirierter Fahrzeuge kürzlich dadurch sein Entgegenkommen bewiesen, dass er sowohl bei der > Rückerstattung der Steuer für solche Vehikel als auch bei der er gleich hinzugefügt hatte, dass an eine Eheschliessung vor zwei bis drei Jahren nicht zu denken sei — hatte sie «ja» gesagt ! Zwei bis drei Jahre — was konnte inzwischen nicht alles geschehen ? 1.., Kreuz und -quer liefen ihre Gedanken, während sie den Telephonsohrank bediente : « In der Buchhaltung meldet sich niemand!»..-. « Die Leitungen sind alle besetzt! »... « Wenn Sie warten wollen ? > ... « Sprechen Sie noch ? » Direktor Römer wird von ausserhalb verlangt, vom Reisebüro « Allweg >.. Gerda Manz schaltet sich zum Direktor ein, um das Gespräch anzumelden und vernimmt die ungewöhnlich drohende Stimme Römers, dazwischen, heiser vor Erregung, Alfred Beckers Zwischenrufe. Becker hatte wohl in der Kasse den Hörer auf dem Tisch liegen lassen, als er zum Chef gerufen worden, war; ebenso hatte Römer, scheint es, vergessen, anzuhängen. Nun hört Gerda Manz eine Auseinandersetzung, die ihr Herz zum Stocken bringt: « Sagen Sie mal, Becker, was ist denn mit Ihnen los ? Sind Sie verrückt geworden ?... Ich habe mir vorige Woche die Kassenbücher heraufgeholt und selber eine Revision gemacht... Sind .Sie verrückt geworden — Sie haben ja Verschiedenes falsch gebucht ! !... Da sind ja so und so oft Geld- : einsänge gar nicht eingesetzt! Dabei stimmt AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 19. DEZEMBER 1939 — N° 87 Stenerprobleme der Gegenwart Die zürcherischen Verkehrssteuern ) Dringt die bessere Einsicht durch? % Annahme nicht fehlgeht, sie werde die darin verkörperte Aenderung des bisherigen Verkehrssteuersystems dem Parlament zur Gutheissung empfehlen. In den automobilistischen Kreisen verhehlt man sich allerdings gewisse praktische Schwteri'g-keiten und Komplikationen nicht, welche dadurch hervorgerufen werden können, dass die Rationierungskarte nur gegen Vorausbezahlung des ganzen Benzinsteuerbetrages abgegeben werden soll. Hat z. B. ein Automobilist das Recht zum Bezug von 200 Liter Benzin pro Monat, so müsste er 30 Fr. erlegen — wenn die Rationierungsperiode auf zwei Monate festgesetzt wird, sogar 60 Fr. — um den Rationierungsschein ausgehändigt zu erhalten. Was aber, wenn er nun die ihm zugebilligte Treibstoffmenge nicht voll aufbraucht ? Soll dann eine Rückerstattung oder eine Anrechnung auf die nächste Steuerquote erfolgen, oder wie geht die Regelung sonst vor sich ? Man sieht, gewisse Komplikationen in der Durchführung der geplanten neuen Steuermethode beginnen sich schon jetzt abzuzeichnen. Steuerbereohnung im Falle der Wiederinbetriebsetzung eine zehntägige — und nicht etwa nur monatliche — Zeitperiode zugrunde legt, so geht die Regierung des Kantons Schaffhausen noch einen Schritt weiter. Einer Nachricht der «Thurgauer Zeitung» zufolge hat sie nämlich die kantonale Motorfahrzeugkontrolle ermächtigt, den Haltern militärisch requirierter Fahrzeuge die auf die Dauer der Requisition entfallenden Verkehrsetenern voll zurückzuzahlen oder ihnen die steuerfreie Benützung von Ersatzfahrzeugen an Stelle versteuerter, requirierter Fahrzeuge zu ermöglichen. Die Lösung, wie sie Schaffhausen hier gefunden hat, entspricht den Wünschen der Automobilisten in jeder Hinsicht und darf in ihrer Art als Vorbild hingestellt werden. Seltsam nur, dass der eine Kanton diesen einzig gerechten Weg zu beschreiten imstande ist, währrenddem andere, mit mehr oder weniger fadenscheinigen Argumenten fechtend, hartnäckig auf ihrer ablehnenden Haitun? beharren. Sthw «k«d Die schweizerischen Treibstoffimporte. Insgesamt sind im Monat November 1939 134.165 q Benzin importiert worden, was gegenüber dem vorjährigen Vergleichsabschnitt einer Reduktion von nur 11.972 q entspricht. Dieser relativ bescheidene Rückgang ist mehr oder weniger eine Folge des durch die kriegswirtschaftlichen Massnahmerr bedingten Rückganges des Motorfahrzeugverkehrs im allgemeinen. Die Höhe der Novemberimporte legt aber gleichzeitig den Beweis für genügende Versorgungsmöglichkeiten ab; so dass eine weitere Lockerung der Kontingentsvorschriften sehr wohl im Bereich der Möglichkeit liegen dürfte. Insgesamt sind bis Ende November des laufenden Jahres im Vergleich zu den ersten 11 Monaten 44.323 q weniger Benzin importiert worden. Der ausländische Mineral- und Teerölbezug für den Antrieb von Motorfahrzeugen stellt sich im Monat November 1939 auf 12.593 q, was gegenüber der vorjährigen Vergleichsperiode einem Rückschlag um 12.036 q entspricht. Trotz dem in den letzten Monaten zu verzeichnenden Rückgang hat diese Brennstoffkategorie per Saldo der ersten 11 Monate im Vergleich zum Vorjahre eine Importzunahme von 3998 q aufzuweisen. Eine ähnliche Entwicklung durchlief die Einfuhr von Petroleumsurrogaten für Motorfahrzeuge. Während sich die Novemberimporte gegenüber dem Vorjahre von 256 auf 56 q, also um rund 200 q verminderten, be- die Kasse ? l Wo sind denn die Beträge hin ?... > •Gerda wffl sich aus der Leitung scharten. Was da im Direktionsbüro gesprochen wird, geht sie nichts an... gar nichts...! Oder geht es sie doch an?...» Gerade sie ? > Mehr als alle anderen ! Sie hört Beckers vor Aufregung flackernde Stimme: « Herr Direktor, ich verstehe nicht... ich bin seit zehn Jahren in diesem Hause... man kann mich doch nicht beschuldigen — das hat noch niemand gewagt...» Und wieder der Chef: « Machen Sie doch keine dummen Redensarten ! Gewiss waren Sie einer unserer Pflichttreuesten Beamten — glaubte ich! Das ist auch der Grund, warum ich zunächst weder den Prokuristen noch sonst jemanden davon in Kenntnis gesetzt habe. Was plötzlich in Sie gefahren ist, ist mir ein Rätsel... wird mir unbegreiflich bleiben !... Es müssen Ihnen doch heute in der Kasse zehntausend Franken fehlen ?... Nach den letzten Zahlungen kann heute die Kasse nicht mehr stimmen !... Oder — stimmt sie wieder ? » < Herr Direktor, Sie schneiden mir die Ehre ab ! Sie haben keine Beweise...» «Zum Donnerwetter, stimmt die Kasse heute oder nicht ?... Es müssen Ihnen zehntausend Franken fehlen !... Ich beobachte Sie schon eine ganze Weile ! Sie sind trägt die Gesamtzunahme während den ersten 11 Berichtsabschnitten im Vergleich zu denjenigen des Vorjahres insgesamt 1136 Q. Die Einfuhr von Petroleum für Motorfahrzeugantrieb stellte sich im November 1939 auf 495 q, was gegenüber dem November des Vorjahres einer kaum erwähnenswerten Reduktion um 33 q entspricht. Insgesamt sind in den ersten 11 Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zur vorjährigen Parallelperiode 1607 q weniger Petroleum eingeführt worden. Interessant sind insbesondere auch die im November 1939 gegenüber der vorjährigen ParalleLperiode festzustellenden Verschiebungen bezüglich unserer Lieferanten, wie aus nachstehender Zusammenstellung hervorgeht. Nov. 1939 Nov. 1938 Deutschland 115 kg 3 972 kg Frankreich 863 kg 1026 kg Italien 238 950 kg 107 309 kg Rumänien 8 265 068 kg 4185911kg Iran 1 070 800 kg 3 163 650 kg Niederländisch-Indien 28 190 kg 180 961 kg U. S. A. 3 467 568 kg 6 216 751 kg Mexiko — 120 970 kg Guyana 344970 kg 633 270 kg 13 416 524 kg 14 613 820 fee Sivassenvevkehv „Die Verkehrssünder werden aufgeschrieben" Auslosung der Gewinner dieses Wettbewerbes. Im Juli dieses Jahres schriet) die schweizerische Zentralstelle für Unfallverhütung in Bern unter dem Stichwort: t Die Verkehrssünder werden aufgeschrieben » einen Wettbewerb aus, der Schulkindern bis zum Alter von 16 Jahren offenstand. Worum es dabei ging? Die Kinder hatten, allerdings nur auf dem Papier, Verkehrspolizei zu spielen und zu 22 Szenen einer ulkigen Zeichnung die «einschlägigen» Tatbestände zu ermitteln. Mit dem Ergebnis darf die Beratungsstelle und deren rühriger Leiter, Herr Joho, zufrieden sein. 7480 Lösungen gingen ein, nämlich 6360 aus der deutschen. 965 aus der welschen und 155 aus der italienischen Schweiz. Und der «Wettstreit» hätte wahrscheinlich noch grösseren Umfang angenommen, wäre nicht zwischenhinein die Bombe des Krieges geplatzt. Er hat es auch auf dem Gewissen, das» die Verarbeitung des Materials und die Verkündung der Auslosungsergebnisse sich gegen den Willen der Veranstalter hinauszog. Der letzte Montag brachte nun im Rahmen einer Zusammenkunft, wozu Vertreter der kantonalen und städtischen Behörden, der Versicherungsgesellschaften und der Automobilverbände erschienen waren, die Bestimmung der Preisgewinner. In seinem Einleitungswort, worin er nochmals den Zweck des Wettbewerbs umschrieb, gab Herr Joho bekannt, dass von den deutschen Lösungen 779, von den französischen 99 und von den italienischen 4 als richtig befunden werden konnten. Der Knacknuss rückten die Kinder mit viel Liebe, Fleiss und Farbstift, mit erfrischender Fröhlichkeit, da nnd dort aber anch mit nüchterner Sachlichkeit zu Leibe. Stark fiel die Beteiligung namentlich in Basel und St. Gallen aus, wo ACS und TCS sich des Preisausschreibens besonders angenommen hatten. Und dann spielte ein kleines, blondlockiges Mädchen Glücksgöttin; mit entschlossener Hand griff es in den Behälter, der die Losnummern barg, wobei eich folgende Liste der Preisgewinner ergab: 1. Hans Grossenfbacher, Hindelbank (ein Velo, mit allen Sohikanen ausgerüstet); 2. Margrit Brändli, Muri, Aarg. (ein Paar Ski); 3. Hansruedi Schonegg, Base 1 , (ein Paar Ski); 4. Andr. Friedli, Winigen; 5. Edith Kleiner. Zürich; B. Ernst Fluck, Dinhard (Zeh.); 7. Paul Born, Burgdorf; 8. Alfred Blatter, Dietikon (Zeh.); 9. Mirta Sahner, Grenchen; 10. Werner Dubler, Bümpliz; 11. Giuseppe Bariffi. Lugano; 12. Sylvian Govetto, Onex (Genf); 13. Ferd. Bernet, Luzern; 14. Elian Goy, Ballaigues; 15. Armin Schwald, Zürich. Zn diesen ersten 15 Gewinnern, denen neben dem bereits erwähnten Farrad und den Ski auch noch mehrere fünfjährige Unfallversicherungs- Policen winken, gesellen sich noch weitere 85. ein völlig anderer geworden in der letzten Zeit! Es liegt eine Haltlosigkeit über Ihnen, als seien sie völlig aus dem Gleichgewicht gebracht! Die Veränderung, die mit Ihnen vorgegangen, Becker, war so in die Augen springend, dass ich es für gut hielt, Sie durch einen Detektiv beobachten zu lassen !... Man hat Sie beinahe allabendlich in nächtlichen verbotenen Spielklubs gesehen — Sie haben an einzelnen Abenden Beträge verloren, die weit über ihr monatliches Gehalt hinausgehen...» «Das sind keine Beweise... ich kann ja ... ich spiele ja... ich habe mir Systeme ausgearbeitet... Ich habe eine Erbschaft gemacht... und... Sondergeschäfte, von denen ich... > « Sondergeschäfte nennen Sie das ?... Gut, ich will Ihnen von heute ab genügend Zeit lassen für Ihre „Sondergeschäfte". Aber nicht in meiner Firma ! •.. Sie sind für drei Monate „beurlaubt" —, Sie haben inzwischen Zeit, sich nach einer neuen Stelle umzusehen. Sie werden zugeben, dass ich nicht schonender gegen Sie vorgehen kann, dass ich Ihnen Ihre zehnjährige treue Dienstzeit nicht höher anrechnen kann. Es ist wohl selbstverständlich, dass Sie keinen Kassiererposten mehr anzunehmen haben! Sie würden sich in Ihrer augenblicklichen moralischen Verfassung nur neue Ungelegenheiten schaffen. » Fortsetzung Sei»e 4.

•N° 87 — DIENSTAG, 19. DEZEMBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE Alarm—Fliegergef ahr! Die erste schweizerische Alarmübung ist vorbei. Zum erstenmal hat das Publikum den auf- und abschwellenden Ton der Sirenen vernommen, der Fliegergefahr ankündet und die Bevölkerung ermahnt, schnellstens die Zufluchtsräume aufzusuchen und alle übrigen Massnahmen zu ergreifen, die für diesen Fall vorgesehen sind. Aus dem weitschichtigen System dieser Vorkehren hat die Übung vom 15. Dezember freilich fürs erste einmal nur die Räumung der Strassen herausgegriffen, mit dem Ziel, Erfahrungen darüber zu gewinnen, wie schnell sich das beim Alarm auf den öffentlichen Verkehrswegen befindliche Publikum in Sicherheit zu bringen vermag und mit welchem Grad von Disziplin der Menge die für den Schutz der Allgemeinheit verantwortlichen Behörden rechnen dürfen. (Dass die von Bern ausgegebenen amtlichen Weisungen über den Inhalt der Hebung teilweise widersprechend lauteten und sich auf alle Fälle nicht durch besondere Klarheit auszeichneten, möge hier nur gerade erwähnt werden.) Der Verfasser dieser Zeilen hatte die Gelegenheit, die Uebung vom letzten Freitag in Zürich zu beobachten, wo die Presse durch die zuständige städtische Dienststelle über die Anlage der Uebung sehr liebenswürdig aufgeklärt wurde und Herr Adjunkt SteMi auch nach Verarbeitung der eingegangenen Meldungen bereitwilligst Auskunft über den abschliessenden Befund erteilte. Dieser ist erfreulicherweise nach beiden angedeuteten Richtungen durchaus positiv. Einmal hat es sich am letzten Freitag gezeigt, dass binnen sehr kurzer Zeit vom Aufheulen der Sirenen an auch « der letzte Zivilist» die Strassen geräumt hatte. Der drei Minuten lange Höllenlärm der Sirenen war kaum verklungen, als bereits niemand mehr zu sehen war, der nicht in irgendwelcher Kontrollfunktion noch etwas auf den öffentlichen Verkehrswegen zu tun hatte. Die Fahrzeuge wurden sämtlich in Ordnung am Strassenrand aufgestellt, und es war keines zu entdecken, das an einer ungeeigneten Stelle verlassen worden wäre, wo es den Verkehr der Rettungsfahrzeuge behindert hätte, wie sie im Ernstfall mit möglichster Schnelligkeit zu den verschiedenen Stellen zu eilen hätten, wo Hilfe nötig wäre. Auch die Pferdefuhrwerke gaben keinen Anlass zu Beanstandungen. Ihre Führer hatten überall verständnisvoll die amtlichen Weisungen befolgt, wobei es der Ordnung allerdings zugute kam, dass die überwiegende Mehrzahl städtischen Betrieben oder grossen industriellen und Camionagefirmen und dergleichen angehört, die sich zum voraus über den genauen Sinn der einschlägigen Vorschriften erkundigt und ihrem Personal entsprechende Weisungen erteilt hatten. Zweitens sodann hat es sich gezeigt, dass das überhaupt auf der Strasse befindliche Publikum an Fussgängern und Fahrzeugführern sowie sonstigen Fahrzeuginsassen dem Ruf der Sirenen willig Folge leistete und sofort von den Strassen verschwand, in den jeweils benachbarten Häusern aber auch überall Aufnahme fand und sich nicht vor verschlossenen Türen sah. Immerhin wird die Entwicklung wohl auch in der Schweiz noch dazu führen müssen, dass den H&sbesitzern eine gesetzliche Pflicht zum Offenhalten ihrer Häuser auferlegt wird, wie sie heute nicht besteht. Der gegenwärtige Rechtszustand schliesst es eben nicht aus, dass der Hauseigentümer seine Tür vor schutzsuchenden Passanten verschliesst, und er kennt vor allem keine Vorschrift, dass in den Strassen, Quartieren und Ortschaften, wo die Häuser grundsätzlich auch tagsüber geschlossen sind und dem läutenden Besucher die Türe durch eine elektrische Vorrichtung geöffnet wird, die Hauseingänge beim Alarm allgemein aufgetan werden müssen, um dem auf der Strasse überraschten Publikum eine nahe Zufluchtsmöglichkeit zu bieten. Boten also — soweit in Zürich — die Strassen das Bild einer prompten und disziplinierten Räumung durch sämtliche Verkehrsteilnehmer, so haben wir in den ersten Worten des vorhergehenden Abschnittes doch schon eine gewisse Einschränkung machen müssen. Wir sprachen dort vom Gehorsam der «überhaupt auf der Strasse befindlichen» Personen. Nun litt aber die Alarmübung nicht wenig darunter dass ein grosser Teil der Bevölkerung sich der Uebung einfach dadurch entzog, dass sie schon vorher von den Strassen verschwand. Das sonst mit Besorgungen beschäftigte Publikum blieb schon vor 10 Uhr einfach zu Hause oder sorgte dafür, dass es schon in irgend einem Geschäft untergekommen war, als die Sirenen ertönten. Vor allem auffällig aber war die Abnahme des Autoverkehrs um die kritische Stunde. Zahlreiche Autofahrer zogen es vor, ihre Wagen rechtzeitig ordentlich zu parkieren, und gingen höchstens noch zu Fuss ihren Angelegenheiten nach, um nicht mit dem Fahrzeug vom Alarm irgendwo überrascht zu werden. Die Leere der Strassen nach dem Alarm bot daher kein durchaus überzeugendes Bild von der Disziplin der Gesamtbevölkerung, weil sich doch wohl gerade derjenige Teil vorsorglich verkroch, der vielleicht etwas weniger bereit war, beim Ertönen der Warnklänge im Laufschritt irgend einem Haus und Schutzraum zuzueilen, oder aus einem andern Grund noch etwelchen inneren Widerstand gegen Anordnungen leistete, die doch nur im Interesse der Bevölkerung erlassen sind. Es wird aus dieser Erfahrung der Schluss zu ziehen sein, dass künftige Alarmübungen — die hoffentlich sehr bald durchgeführt werden — nicht so genau zeitlich festgelegt werden dürfen, wie es am Freitag der Fall war. Es wird nötig sein, eine neue Uebung höchstens noch auf eine Woche genau anzusagen. Erst dann wird die Bevölkerung vom Alarm tatsächlich überrascht und ist es möglich, wirklich das ganze Publikum auf seine Einsicht und Disziplin hin zu betrachten. Immerhin, die Erfahrungen vom letzten Freitag haben dargetan, dass der Strassenverkehr innert sehr kurzer Zeit stillgelegt werden kann und die Bevölkerung mindestens Gelegenheit zu notdürftigem Unterstehen findet. Im Ernstfall würde ja wohl auch das Krachen der ersten Bombeneinschläge allfällig Säumige veranlassen, sich etwas zu sputen. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass die Anflugwege feindlicher Flieger fast für das gesamte Gebiet der Schweiz nur sehr kurz sind und in Verbindung mit der häufigen Unsichtbarkeit der über den Wolken oder im Schütze der Dunkelheit herankommenden Geschwader, aber auch mit der Unsicherheit über das Flugziel selbst sichtbarer Flugzeuge die Warnung der Sirenen oft genug dem Eintreffen der feindlichen Staffeln nur wenige Minuten vorauseilen wird, wenn sie ihnen überhaupt noch zuvorkommt ... TEXACO A. G.. BASEL Allein konzessionierte Gesellschaft der TEXACO' Produkte, hergestellt durch THE TEXAS COMPANY U. S. A. » 1 Blick auf den Zürcher Bahnhofplatz während der Alarrnübung. Der sonst dichtbevölkerte Verkehrsknotenpunkt ist menschenleer. Mit TEXACO MOTOR OIL Insulafeft altert der Motor nicht; er bleibt sauber und behält seine volle Vitalität. *• Weder hohe Temperaturen, noch grosse Kälte, noch dauernde Höchstbeanspruchung vermögen das aussergewöhnlich reine und schmierfähige, immer stabile und dauerhafte TEXACO MOTOR OIL Insutated zu beeinflussen. Wenn Ihnen das Fahren restlos Freude machen soll, verlangen Sie TEXACO MOTOR OIL Insulated Besser für die Wagen von heute Unentbeßrlicfi für die Wagen von morgen. „Strassenverkehr" bei der Fliegeralarm-Uebung in Zürich Straesenidyll in Zürich anlässlich der Fliegeralannübunz. Von ihrem Herrn verlassene Pferde. de WJI^& Zur Notlage im Autogewerbe. Wir erhalten folgende Zuschrift:» Dass das Autogewerbe unter den notwendig gewordenen (kriegswirtschaftlichen Massnahmen am meisten zu leiden hat, ist eine Tatsache, die nicht bestritten werden kann. Um der Notlage dieses Gewerbes nach Möglichkeit zu begegnen, hat das Eid?. Kriege-, Industrie- und Arbeitsamt, Sektion für Kraft und Wärme, Gruppe flüssige Brennstoffe, mit dem Oberkriegskommissariat eine Vereinbarung getroffen, wonach die Belieferung der Truppe mit flüssigen Kraft- und Brennstoffen dahingehend neu geordnet worden ist, dass die Truppe ihren Bedarf an flüssigen Kraft- und Brennstoffen nicht nur wie bisher ab militäreigenen Depots und solchen anderer Bundesbetriebe eindeckt, sondern dass die Truppe berechtigt ist, flüssige Kraft- und Brennstoffe auch ab Tankstelle der Wiederverkäufer und Depots der privaten Vertriebsfirmen zu beziehen. Entsprechend dieser Neuordnung ist jedes A r - Zwedunässiqe. Schmierung, mit Qualitätsoien schont den Wagen meefahrzeug berechtigt, Benzin und,soweit bereits Dieseltankstellen vorhanden sind, auch Dieselöl ab Tankstelle zu beziehen. Diese Verordnung ist am 15. November 1939 in Kraft getreten. Wie verhält es sich aber mit deren praktischer Anwendung ? Der Schreiber dieser Zeilen bedient eine Service-Station an einer von Militärfahrzeugen viel befahrenen Hauptverkehrsstrasse. Seit 15. November hat ein einziges Militärauto seinen Bedarf an Benzin bei dieser Tankstelle gedeckt. In der Nähe befinden sich Truppen, die über Wagenparks verfügen und die Route fleissig passieren. Nach eingezogenen Erkundigungen beziehen diese Truppen ihren Bedarf an Benzin aber nach wie vor bei ihren Depots, oder aber bei einer einzigen, ihnen aus diesem oder jenem Grunde zusagenden Grossunternehmung. Als das Kriegs-, Industrie- und Arbeitsamt, Sektion für Kraft und Wärme, Gruppe flüssige Brennstoffe, mit dem O.K.K. die hievor erwähnte Vereinbarung traf, verfolgte dieses Amt doch ohne Zweifel den Zweck, das notleidende Autogewerbe vor dem völligen Ruin zu bewahren, was. von den privaten Tankstellenhaltern dankbar anerkannt wurde. Mit der Vereinbarung auf dem Papier ist ihnen aber nicht geholfen, wenn die Organe der Armee es vorziehen, den bisherigen Bezugs-Modus beizubehalten. Es will uns jedoch scheinen, dass in der Armee genügend Kräfte vorhanden sind, um eine eventuelle Mehrarbeit bewältigen zu können. Wenn die Notwendigkeit für die mit dem O.K.K. getroffene Vereinbarung nicht anerkannt wäre, so wäre diese jedenfalls auch nicht abgeschlossen worden. Soll sie aber dazu dienen, die Notlage der privaten Brennstoffverkäufer zu lindern, so sollte man zuständigenorts auch dafür sorgen, dass die Vereinbarung sinngemäss angewendet wird. W.