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E_1940_Zeitung_Nr.012

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 19. MÄRZ 1940 — N° 12 Motorenöl Schenken Sie unsere interessanten Bucher zu Ostern Getriebeöl ELECTRO-PISTOL LUBRIA, BERN. PENNZQIL-VERTR.- T. DER ADOLF SCHMiDS ERBEN AB. Soeben sind erschienen: Memoiren des Barons von Besenval Generalleutnant der königlichen Armeen Oberstleutnant im Regiment Schweizergarde 312 Seiten. 16 Kunstdrucktafeln. Fr. 8.80. Die Erinnerungen des zu hohen Ehren gelangten Generalleutnants der königlichen Armeen und Oberstleutnants der Schweizergarde zeichnen sich durch eine lebendige Darstellung, den geistvollen Witz und die feine Ironie aus. Als ausgesprochener Günstling der Königin Marie-Antoinette hatte Besenval Gelegenheit, die Geschichte seiner Zeit, den Staat, die Armee, die Diplomatie, den Hof und das Volk gründlich kennenzulernen. Seine Memoiren, jetzt erstmals in deutscher Ausgabe erschienen, sind daher für die Geschichte Frankreichs und der Schweiz in den Jahren 1740-1790 von grösster Bedeutung. Für die Geschichte des schweizerischen Militärwesens, insbesondere der Schweizergarde, stellen sie eine wichtige Quelle dar. Meine Erlebnisse in der Schweiz 288 Seiten. Fr. 6.80. Der venezianische Abenteurer Giacomo Casanova verdankt seinen Ruhm dem einzigartigen Memoirenwerk, das seit seinem Erscheinen die Bewunderer des galanten Iß. Jahrhunderts entzückt hat. Hat er doch in einer Zeit, die keine Eisenbahnen kannte, ganz Europa durchreist und die bedeutendsten Menschen der Zeit kennengelernt. Casanovas Memoiren sind das vollendetste, ausführlichste Gemälde nicht allein der sittlichen und der Gesellschaftszustände des Jahrhunderts, sondern des innersten Lebens des Zeitalters. In dem vorliegenden Werk folgen wir dem berühmten Abenteurer auf seiner Reise durch die Schweiz der Dreizehn Kantone, steigen mit ihm in unseren alten Gasthäusern ab, wo Casanova unter dem Namen eines Chevalier de Seingalt als Gast von Rang empfangen wird. Wir lernen unser ganzes Land kennen, wie es zur Zeit des geistvollen Voltaire und des grossen Haller aussah. Man hat die Memoiren Casanovas die reichste Galerie von Bildnissen des 18. Jahrhunderts genannt. Die alte Schweiz hat dazu eine ganze Anzahl Originale geliefert. von Andr6 Demaison 352 Seiten. Ganzleinen Fr. 7.80. Ein ganz aussergewöhnliches Buch für die Freunde der Tierwelt und die Leser von Reisebüchern. Der bekannte französische Tierfreund und Tierschriflsteller Andre Demaison schildert seine Fahrt auf einem alten Segler längs der afrikanischen Westküste. Zweck seiner abenteuerlichen Fahrt war, Tiere für die zoologischen Gärten und Menagerien einzukaufen. Die Arche füllt sich allmählich mit Tieren aller Gattungen: Löwen, Affen, Büffel, Schlangen und Vögel. Der Verfasser erzählt in der ihm meisterhaften Art vom Leben unter diesen Tieren, wie er sie von den Eingeborenen und den europäischen Kaufleuten erstand, aber auch von den zahlreichen, zum Teil schrecklichen Intermezzi, so z. B. vom Gelben Fieber, von Vergiftungen und Racheakten der Schwarzen. Schliesslich findet die eigenartige Expedition durch Schiffbruch ein plötzliches, schreckliches Ende. Die Biographie eines erfolgreichen Schweizers. Dargestellt von seiner Gattin Marie-Louise Ritz. In deutscher Uebertragung von Dr. Eduard Seiler. 230 Seiten. Fr. 6.80. Das schön ausgestattete, illustrierte Buch schildert die beispiellose Karriere des armen Walliser Buben, der seine Laufbahn als Buffetjunge in Brig begann und in unentwegtem Aufstieg schliesslich zum ersten Hotelier Europas wurde. Von General Spiridowitsch. 304 Seiten. 16 Kunstdrucktafeln. Leinen Fr. 8.80. Das vom Chef der geheimen Sicherheitspolizei am Hof Nikolaus' n., General Spiridowitsch, herausgegebene Werk stützt sich auf nüchterne, unwiderlegbare Akten. Diese neueste Rasputin-Biographie kann wie keine zweite den Anspruch erheben, in jeder Hinsicht authentisch zu sein. - Das Buch ist mit zahlreichen, grösstenteils unveröffentlichten Originalphotographien von Rasputin und seiner Umgebung versehen. i Unter dem Lilienbanner Giacomo Casanova. Die neue Arche Noah Vor kurzem erschienen: Cäsar Ritz Rasputin In jeder Buchhandlung erhältlich VERLAG HALLWAG BERN Heute bestimmt rationellster Transport-Betrieb Jetzt mehr als je wirtschaftlichste Transporte Liefer- und Leicht-Lastwagen Jetzt noch einmal mehr überlegen, bei der Benzin-Rationierung 3-Rad ca. 4- Rad ca. 9 I auf 1 00 km bei voller Nutzlast auf 1 00 km bei voller Nutzlast Für je 100 kg Last auf 1 km nur Vioo Liter Brennstoff Können Sie sparsamer Transporte ausführen ? Einfache, unverwüstliche Bauart, niedrigste Steueru. 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BERN, Dienstag, 19. Min 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 12 XIIIII O*# so lässt Göthe seinen Faust beim Osterspaziergang sagen. Also auch hier der Hinweis auf die neue Kraft der Sonne und auf die religiöse Bedeutung des Festes. So dürfen wir uns denn wohl zur Osterzeit von Herzen freuen, dass der Frühling gekommen ist und alles neu beleben will — selbst wenn der Winter etwa «aus rauhen Bergen» noch «ohnmächtige Schauer körnigen Eises » ins Land senden wollte. Aber das Osterfest soll uns eben auch über das Irdische hinausführen in die geistige Welt, es soll uns auch ein tiefinneres Erlebnis schenken, ein geistiges Erwachen bringen, das durch keine irdische Gewalt zurückgehalten werden kann. Dieses freudige Erlebnis geht aus der Erkenntnis hervor, dass durch die «Auferstehung des Herrn» auch seine Botschaft von der versöhnenden, friedenbringenden Macht der Liebe für immer und ewig am Ostertage wiedererstanden ist. Es wird in unseren düsteren Zeiten viel von Erneuerung gesprochen, und wer könnte bestreiten, dass unserer so materiell eingestellten Welt mit all ihrer Gewaltanwendung eine Wandlung not täte, durch die wieder mehr das geistige, seelische Leben in den Vordergrund gerückt und die Humanität wieder in den ihr gebührenden ersten Rang gestellt würde? Denn nicht die Errungenschaften brutaler Macht gilt es zu bewundern und zu verherrlichen, sondern die Errungenschaften der Menschlichkeit, der Liebe und der Güte, jener Kräfte also, die gerade durch das Christentum immer hochgehalten wurden. Millionen von Menschen täte heute eine solche Erneuerung und Umstellung not: aber hiezu bedarf es wahrlich keiner Der alte Brief Wenn sich Baumeister Bernhard Feldmann an seine Knabenjahre erinnerte, so kamen ihm auch immer recht trübe Zeiten in den Sinn, die sich ihm offenbar gerade deshalb so scharf eingeprägt hatten, weil er sich deren Ursache nicht zu erklären vermocht hatte. Aber noch in späteren Jahren hatte er das Gefühl, als ob er damals weder von seinem sonst gerne zur Heiterkeit aufgelegten Vater, noch von seiner stillen, feinen Mutter mehr geliebt worden wäre, wie er denn auch deutlich genug erkannt hatte, dass die Eltern sehr kühl miteinander verkehrten und sich selbst bei den Mahlzeiten kaum ein freundliches Wort gönnten. Da Bernhard das einzige Kind der beiden war, empfand er diese ungemütliche Lage doppelt und dreifach schmerzlich; wie von aller Welt verlassen, kam er sich vor. Denn wenn er beim Vater Trost suchte, wies ihn dieser ab mit den Worten: «Geh' /doch zu deiner Mutter!» und diese hinwiederum spies ihn mit den gleichen Worten ab: «Geh' doch zu deinem Vater!» Eines wusste Hardi ganz bestimmt, nämlich, dass das so seltsame Benehmen der Eltern just zu jener Zeit begonnen hatte, als sich die neuen Propheten; eine wirklich segenbringende Erneuerung kann nur gefunden werden, wenn die Menschheit wieder den unvergänglichen Wert der christlichen Liebesbotschaft erkennen lernt, die da leuchtet wie die liebe Sonne selbst, und wenn sich dieselbe Menschheit wieder dieser Botschaft hoffnungsvoll zuwendet wie im Frühling dem lebenspendenden Tages- war er auch an diesem Abend in sein Bett gegangen — das wusste er noch ganz gut. gestirn. So könnte für die Menschheit ein Alsdann aber war es wie ein Wunder gewesen: Der folgende Tag brachte wieder hel- österliches Auferstehen kommen, ein wahrer Völkerfrühling werden. Dann ginge len Sonnenschein und warme Föhnwinde, so in weit höherem Sinne in Erfüllung, was dass sich die weisse Winterlandschaft vom wir uns alle aufrichtig und trotz der Karfreitag im Handkehrum wieder in die zeitgemässe grüne Frühlingslandschaft verwandelt Düsterheit der Zeiten wünschen wollen: und in den Knospenbäumen auch wieder die Recht frohe Ostern ! Vögel zwitscherten und sangen. Und am Ostersonntag hatte er draussen sein moosbepolster- E. Hügli. tes, mit bunt gefärbten Eiern und solchen aus Schokolade und Marzipan ausstaffiertes Körbchen samt dem weiss bezuckerten Biskuithasen gefunden — all die süss duftende Herrlichkeit, in die sich das Aroma des frischen Mooses mischte. Und wie er nun mit dem Körbchen, ein gedämpftes Jauchzen wagend, ins Wohnzimmer kam, sah er, wie der Vater der Mutter ein mit bunter Seide überzogenes Ei, so gross wie ein Straussenei, überreichte, zusamt einem kleinen Schlüssel, mit dem sie es neugierig öffnete. Es war aber nicht allein mit Süssigkeiten angefüllt, sondern enthielt auch ein zusammengefaltetes Blatt Papier, das die Beschenkte gleich zu entfalten und zu lesen begann. Dann lächelte sie auf einmal wie seit Monaten nicht mehr und legte gleich darauf die Arme um den Hals des Vaters... Und dann hatten sie ihn, Hardi, beide an sich herangezogen und innigst geküsst... Da war nun nach all den trüben, niederdrückenden Wochen seine Osterfreude erst recht gross und herzerwärmend geworden... Ja, wie hätte er jene Ostern jemals vergessen können?! Leute wieder einmal Masken vors Gesicht banden, die sonderbarsten Kleider anzogen, und viele dieser Gestalten noch in der Morgenfrühe singend und johlend durch die Gassen zogen. Ja, damals hatte es angefangen, als die alte Magd Isabella zu ihm gesagt hatte: «Jetzt musst du halt mit meiner Obhut vorlieb nehmen, Bubli, denn die Eltern gehen zusammen auf den Kostümball!» Kostümball! Das Wort hatte damals eine fast unheimliche Bedeutung für ihn gewonnen; denn just seitdem er es vernommen, hatte auch der Unfrieden im Hause seinen Anfang genommen. Aber wie das helle Licht die Augen blendet, wenn diese vorher immer nur Finsternis vor sich sahen, so war ihm auch das auf jene Wochen folgende Osterfest in der Erscheinung geblieben wie keines vor und nach ihm. Am Karfreitag hatte es noch geschneit wie mitten im Winter, und er, der sich so sehr gefreut hatte, draussen im Garten den Osterhasen aufzustöbern und in den Beeten nach dessen Gaben zu suchen — er sah nun von seinem Kammerfenster aus weinend ins Freie, weil ja all sein Osterhoffen vernichtet war: und weinend Das prächtige Straussenei hatte er dann noch oft in einem Kasten des Schreibtisches liegen sehen, der der Mutter gehörte. Nach deren Tod bewahrte er es aber stets sorgfältig auf, und auch jetzt, wo er selber seit etlichen Jahren verheiratet war und einen munteren Knaben sein eigen nannte, war es noch in einem Nebenzimmer auf einer Kommode zu sehen. Ob sich nicht fast mit Bestimmtheit aus ähnlichen Lebenslagen immer wieder die gleichen oder ähnliche Geschehnisse herausbilden? Diese Frage ging dem Baumeister Feldmann jun., der das väterliche 'Geschäft übernommen hatte und im elterlichen Hause lebte und wohnte, in letzter Zeit oft durch den Sinn. War jetzt nicht auch bei ihm seit dem Fastnachtsball, den er mit seiner Gattin besucht hatte, eine arge Verstimmung eingetreten? Er hatte im Ball-Lokal gute Bekannte aus seiner Studienzeit mit ihren Damen angetroffen, sich an deren Tisch gesetzt, mit ihnen gescherzt und darob seine Gattin längere Zeit allein gelassen. Diese hatte ihn beobachtet. Eifersucht regte sich in ihr und Aerger ob seinem Fortbleiben. Das sollte er zu merken bekommen! Und so war sie nach Hause gegangen, nachdem sie den Hausschlüssel aus des Mannes Tasche genommen. Als er wieder an seinen Platz zurückkehrte, war seine Frau verschwunden: Sollte sie wirklich in ihrem Trotz nach Hause gegangen sein? Das wäre denn doch eine «empörende Kinderei», dachte er. Aber es war so! Und da die Sache noch zu .einer heftigen Aussprache zwischen den Gatten führte, war der Streit da — auf lange Wochen hinaus. Da, kurz vor der Osterzeit — es war am Karfreitag und draussen schneite es wieder just wie vor fünfundzwanzig Jahren — erinnerte er sich an des Vaters Ostergeschenk an die Mutter, an das grosse Ei, welches Versöhnung zwischen ihnen gespendet hatte. Ob ihm davon nicht vielleicht auch Hilfe in dieser bitteren Zeit des Zürnens kommen würde? Den Gedanken erwägend, begab er sich in das