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NF_Nov_2017

TEXT UND ZEICHNUNG:

TEXT UND ZEICHNUNG: JULIA TIEDKE IN DER REGEL BLUT’ ICH ... ▲ Fotos: PRIVAT Periode ohne Tampons und Co. – warum?! Ich gebe zu, ich bin skeptisch, als mir erklärt wird, was genau da gerade zum Trend in Sachen Monatshygiene zu werden scheint. Frauen auf der ganzen Welt besinnen sich derzeit auf ihren Körper und seine mitunter nicht ganz angenehmen monatlichen Marotten. Aber nicht in der Weise, dass sie sich mit althergebrachten Hilfsmitteln oder homöopathischen Medikamenten gegen PMS (Prämenstruales Syndrom), die typische »Monatszicke« also, oder Unterleibskrämpfe rüsten – nein! Vielmehr sagen sie sich bei der Frage nach der Regel selbst »Läuft.« Freie Menstruation nennt sich die angestrebte völlig tamponund bindenlose Bewältigung der drei bis sieben gewissen Tagen im Monat, an denen wir Mädels bekanntlich alles und jeden auf Notwendigkeit und Nutzen überprüfen. Und Hebammen weltweit sagen eben, dass gerade unsere Menstruationshelferlein aus dem Drogeriebedarf nicht notwendig sind. Faszinierend, denn seit die Firma »Tampax« in den Dreißigerjahren das erste Patent für einen Tampon anmeldete, wurde er als Meilenstein der Emanzipation und Symbol für den Abschied von einem veralteten Hygienekonzept während des »Besuchs der roten Hilde« gefeiert. Binden gibt es bereits seit Jahrhunderten, sie erlaubten es den Damen, mit Ausnahme der regelmäßigen Erneuerung des Auslaufschutzes in der Unterhose, ein ganz normales Leben zu führen – zu tanzen, zu spazieren, zu arbeiten und sich einfach dort hinzusetzen, wo sie es gerade wollten. Statt Rücksicht auf helle Polster oder empfindliche Oberflächen nehmen zu müssen. Warum wird jetzt an diesen Errungenschaften gezweifelt? Hebammen und Frauenärzte versichern, dass im Falle einer gesunden Frau ohne Hang zur Inkontinenz eigentlich nichts auslaufen sollte, da die Beckenboden- und Scheidenmuskulatur ihre Aufgabe ja nicht der Evolution und dem, nenne wir es technischen Fortschritt untergeordnet habe. In grauer Vorzeit, so die Wissenschaftler, seien Mädchen und Frauen ganz und gar nicht mit roten Rinnsalen an den Beinen durch die Wiesen und Felder gestreift, sondern hätten sich auch damals bereits auf ganz normalem Wege des sogenannten Menstruationsblutes entledigen können. Das heißt im Klartext: beim Gang aufs stille Örtchen einfach alles fließen lassen, die Entspannung der Muskulatur macht das schon. Ernsthaft? Aber nochmal, warum auf unsere großen flachen und kleinen kurzen Geheimwaffen verzichten? Einmal gäbe es natürlich den Geldfaktor. Studien belegen, dass Frauen im Durchschnitt zum Beispiel 12.000 Tampons im Leben verbrauchen. Das heißt, dass wir zwischen Geschlechtsreife und Menopause bis zu 1.500 Euro dafür ausgeben. Und das ist nur die Spitze, denn inzwischen werden auch spezielle Tampons mit probiotischen Inhaltsstoffen verkauft, die Regelbeschwerden minimieren und zusätzlich den Körper stärken sollen, Untersuchungsergebnisse zur tatsächlichen Wirkung gibt es keine, aber diese Präparate sind natürlich teurer und – klar – jeweils nur einmalig verwendbar, was uns zu berechenbaren regelmäßigen Kundinnen der Industrie und zu Produzenten von insgesamt meterhohen Müllbergen macht. Da kann man doch etwas tun, dachte sich die Amerikanerin Leona Chalmers bereits 1937 und brachte die erste Menstruationstasse als Tamponalternative auf den Markt. Sie saugt nichts auf, sondern nimmt, einmal eingeführt, bis zu 48 Milliliter Flüssigkeit auf und lässt sich nach dem gründlichen Auswaschen immer wieder verwenden. 22 NACHTFALTER

LIFESTYLE Doch die Frauenbewegung machte Leonas Erfindung einen dünnen roten Strich durch die Rechnung und versagte ihr, den Triumph ihres Produktes mitzuerleben. Denn jetzt, ganze 80 Jahre später, gibt es Tassen wie die damalige wieder in den Apotheken, bei Frauenärzten und sogar einigen Drogerien und man muss sagen, das Preisproblem scheint sich damit in Wohlgefallen aufzulösen. Ein »Cup« kostet zwischen 15 und 25 Euro, kann aber bis zu 10 Jahre lang verwendet werden. Für Frauen, die bereits die größte Herausforderung für die Beckenbodenmuskeln, eine Geburt, durchgestanden haben, gibt es spezielle Modelle. Die Horrorvorstellung jeder Frau zwischen 13 und 55 ist doch, das rote Meer in die Fußgängerzone des Heimatstädtchens, den Personalraum der Firma oder zum Date mit Schatzi mitzubringen. Von Flecken auf dem Lümmelmöbel meines feierabendlichen Vertrauens ganz zu schweigen. Oh und dann die Wäsche, die aussieht, als wäre man Opfer, Täter oder nahestehender Zeuge eines blutigen Mordes geworden! Gerade der absolute Renner im Netz sind die Höschen der Firma THINX. Angeblich halten sie nicht nur die rote Zora im Zaum (sogar an starken Tagen), sondern wirken auch mikrobiotisch, geruchsneutralisierend und sehen angeblich aus wie ganz normale Unterwäsche. Hier muss ich einhaken: schlichte, altmodische Unterwäsche, ja das kommt eher hin. Ich habe Erfahrungsberichte gelesen und bin erstaunt. Denn die Höschen nehmen bis zu zwei Tampons an Menstruationsblut auf und lassen wirklich nichts durchsickern. Aber: Frau merkt sehr wohl, im Gegensatz zum idealerweise perfekt sitzenden Tampon, dass sie »blutet«. Als Vergleich könne man sich einfach mal eine nasse Panty anziehen. Klingt nicht verlockend, aber wenn sie hätte auch noch sexy, trocken und bequem wie eine zweite Haut sein sollen, hätte die Entwicklung der Hose sicher genauso lange gedauert, wie der Siegeszug der Menstruationstasse. Man muss fairerweise auch eingestehen, dass die Variante ohne Tampon und Binde weniger gefährlich ist, denn zu lange getragene Tampons sind der ideale Nährboden für Keime und verursachen im schlimmsten Fall das sogenannte toxische Schocksyndrom (TSS), das mit schweren Organschäden verbunden ist. Auch Binden werden oft viel zu lange verwendet, bevor sie erneuert werden. Je nach Regelstärke sollten sie spätestens nach 6 bis 8 Stunden gewechselt werden, sonst wird es unschön im Intimbereich. Fazit: Es einfach nur »laufen« zu lassen, kommt für die meisten von uns immer noch nicht infrage. Dass es aber Zeit wird für neue Varianten der Intimhygiene und vor allem für eine Fortsetzung des Nachhaltigkeitsthemas in der Intimpflegeindustrie, ist absolut unstrittig. Wir sind an einem Punkt, an dem wir selbst entscheiden können, ob wir Tampon oder Tasse, Binde oder Auffanghöschen für unseren Lifestyle angemessener finden. Und die Vorstellungen von einer »sauberen Sache« gehen ohnehin sehr weit auseinander. Wieviel freier kann man als Frau also noch sein? In diesem Sinne: stay free! DIESEL-DEAL DER NEUE NISSAN X-TRAIL BIS ZU 6.500,– € WECHSELPRÄMIE. 1 DER NEUE NISSAN QASHQAI Gesamtverbrauch l/100 km: kombiniert von 5,8 bis 3,5; CO 2 -Emissionen: kombiniert von 162,0 bis 92,0 g/km (Messverfahren gem. EU-Norm); Effizienzklasse: C–A+. Abb. zeigen Sonderausstattungen. 1 Diesel Deal Prämie bei Kauf eines neuen NISSAN MICRA: 4.000,– €, JUKE: 5.000,– €, QASHQAI: 5.000,– € oder X-TRAIL: 6.500,– €. Prämie wird auf den Kaufpreis des Nissan Neufahrzeugs angerechnet. Gültig für Neuwagen-Kaufverträge und Zulassung bis zum 31.12.2017. Zulassungen des Altfahrzeugs und des Neufahrzeugs müssen auf denselben Namen lauten (Personenidentität). Das Dieselaltfahrzeug muss mindestens 6 Monate auf den Käufer des Neufahrzeuges zugelassen gewesen sein. Erforderlich ist der Nachweis der Verwertung des Dieselaltfahrzeugs (Euro 1 - Euro 3) durch einen zertifizierten Verwerter. Inzahlunggabe eines Euro 4-Dieselaltfahrzeugs möglich. Nicht kombinierbar mit anderen Angeboten. Nur gültig für Privatkunden und Kleingewerbetreibende mit bis zu 4 Fahrzeugen im Fuhrpark. Weitere Details unter www.nissan.de. Autohaus Mustermann Musterstr. 123 • 45678 Musterhausen Tel.: 01 23 45/67 89 00 www.autohausmustermann.de DER NISSAN JUKE Fotos: Fotolia © sk_design | © Gregory Lee DER NEUE NISSAN MICRA NACHTFALTER 23

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