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POPSCENE April 04/18

Das total umsonste Popkulturmagazin.

8 TITEL UNHEILIG AUF

8 TITEL UNHEILIG AUF ZEITREISE-TOUR MIT THE DARK TENOR

2016 spielten UNHEILIG im Kölner Rhein-Energie Stadion das große Abschiedskonzert des Grafen, der sich danach aus dem öffentlichen Leben zurückzog. Anderthalb Jahre später haben die UNHEILIG-Musiker Henning, Potti und Licky jetzt ein neues musikalisches Projekt gestartet: ab dem 19. April geht die UNHEI- LIG-Band wieder auf Tour, diesmal zusammen mit The Dark Tenor und dessen Band. Unter dem Motto „Zeitreise“ sollen Songs beider Bands neu interpretiert werden. POPSCENE sprach vorab mit UNHEILIG-Keyboarder und Produzent Henning Verlage. Der Graf wollte, dass seine Songs auch ohne seine Bühnenpräsenz weiterleben und mit The Dark Tenor geschieht das ja jetzt. Wieso habt ihr euch ausgerechnet für ihn als Künstler entschieden? Ich kannte sein Projekt schon vorher, weil seine Musik ja auch so ein melancholisches Flair hat wie unsere, aber als er mir in Berlin im Studio zufällig über den Weg gelaufen ist, haben wir uns ausgetauscht. Als er dann letztes Jahr für das UNHEILIG Best Of Album zwei Duette mit uns aufgenommen hat, kam die Idee auf das Ganze gemeinsam auf die Bühne zu bringen und irgendwie hat sich das dann so in den Köpfen festgesetzt. Ihr wart letztens auch zusammen im Tonstudio um die Tour vorzubereiten. Was würdest du sagen, stimmt da die Harmonie zwischen euch? Absolut. The Dark Tenor ist ein sehr netter Zeitgenosse, sehr umgänglich und gleichzeitig sehr professionell. Als wir neulich zusammen im Tonstudio waren, haben wir mal das UNHEILIG-Archiv geöffnet um zu schauen, wie wir die Songs neu arrangieren und zusammen auf die Bühne bringen können. Da er englischer Muttersprachler ist, hat er auch einige UNHEILIG-Songs ins Englische übersetzt. Kann das dann überhaupt noch UNHEILIG sein? Ja, von den Songs her auf jeden Fall. Wir haben die Lieder ja nicht zur Unkenntlichkeit verändert, der spezielle UNHEILIG-Vibe ist definitiv immer noch da. Unser Ziel ist es ja überhaupt nicht den Grafen zu ersetzen, das wäre auch völlig unmöglich, sondern uns geht es vielmehr um die musikalische Herausforderung die Songs in einem neuen Gewand zu präsentieren. Wie waren die Reaktionen der Fans, als ihr das Konzept der Tour angekündigt habt? Es ist ja klar, dass man es nie allen recht machen kann. Wenn wir die Songs so lassen, wie sie sind, heißt es, wir wollten den Grafen ersetzen, und wenn wir sie verändern, heißt es ‚Die Songs sind ja gar nicht mehr so wie ich sie mag‘. Ich glaube, dass viele das Konzept dahinter gar nicht verstanden haben: Uns geht es darum eine neue Interpretation der Songs zusammen mit einer anderen Band auf die Bühne bringen und nicht als UNHEILIG-Band mit einem neuen Sänger aufzutreten. Der Graf ist nach wie vor in die Entscheidungen involviert. Das Motto der Tour ist „Zeitreise“, das heißt im Moment blickt ihr eher auf Vergangenes zurück. Könnte es mit The Dark Tenor denn auch in Richtung Zukunft gehen? Nein, das ist absolut nicht geplant. Die Tour wird eine einmalige Sache sein und danach wird sich jeder wieder seinem eigenen Pojekt widmen. Text: Laura Bohrer | Bild: Fansation Garage, Saarbrücken, Sonntag 22.April, 19.30 Uhr unheilig.com