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ZKZ 4937

6 I 2018

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Gemeinsame Story

Vor Ort in Holstebro – Warum es bei

der neuen Actona Company so gut läuft

Rasantes Tempo

Der Hausgerätemulti Haier will

in Deutschland unter die Top 5

Foto: Einrichtungspartnerring VME

Engagiert

Der Interliving-Beirat im Interview:

Einrichten muss wieder Spaß machen

VERBÄNDE-EXTRA

UPDATE AUF

20 SEITEN

Kika/Leiner: Lage spitzt sich zu

Naber & Rosenthal: Erlebniswelt

Brigitte Küchen: So geht‘s weiter

Alliance: Erste Dienstleister-Messe

EMV: Alle Konzepte auf einen Blick

Everdure: Grillmarke von Down Under


TOP-THEMA / ACTONA COMPANY

Konsequent

auf einer Plattform

Im September letzten Jahres fusionierten Actona Company AS sowie Interstil AS und

avancierten damit zu einem der größten Möbelanbieter Europas. Wie konnten die

beiden Unternehmen inzwischen zusammenwachsen? Und mit welcher Strategie will

die neue Actona Company in die Zukunft gehen? Diese und andere Fragen stellte die

„möbel kultur“ CEO Torben Villadsen und CCO Søren Damgaard bei einem Vor-Ort-

Termin in der Zentrale im dänischen Holstebro.

22 möbel kultur 6/2018


Der Konzentrationsprozess in

der europäischen Möbelindustrie

schreibt mit der

Fusion von Actona Company und

Interstil ein weiteres Kapitel. Mehr

als 228,5 Mio. Euro Umsatz warfen

die beiden Unternehmen im ab -

gelaufenen Geschäftsjahr 2016/

2017, das am 31. August endete, in

die Waagschale. „Es war das beste

Geschäftsjahr in der Firmengeschichte

von Actona Company“,

sagt CEO Torben Villadsen im

Gespräch mit der „möbel kultur“.

„Wir hatten im Vorfeld der Fusion

in den letzten zwei, drei Jahren

schon sehr viel unternommen, um

Actona Company stromlinienförmiger

zu organisieren – und das

hat sich ausgezahlt.“ Ähnliches

hatte bei Interstil stattgefunden:

„Nach einigen Jahren voller

He raus forderungen befindet sich

Interstil nun in einer sehr positiven

Entwicklung“, kommentierte der

damalige Geschäftsführer Henrik

Althoehn Henriksen die Situation

vor dem Zusammengang.

Was also von langer Hand in

der Theorie vorbereitet

wurde, muss nun in die

Praxis umgesetzt werden.

Verwaltung, Lager, Disposition und

Buchhaltung wurden inzwischen

in Holstebro bei Actona Company

zusammengeführt. Malerisch fügt

sich das Headquarter, in dem auch

der 5.700 qm große Showroom

beherbergt wird sowie ein Lager

für Nordeuropa angeschlossen

ist, in die Landschaft. Umgeben

von Wiesen und Feldern können

die Designer und das Vertriebsteam

hier in Ruhe neue, moderne

Möbel in typisch skandinavischem

Stil entwerfen, die entweder weltweit

gesourced oder in den eigenen

Fabriken gefertigt werden. So

verfügt die Gruppe über die Firma

Ambiente Furniture Ukraine, wo

auf einer Fläche von 12.000 qm

mit 530 Mitarbeitern Polstermöbel

produziert werden. Bei

Actona Seating LTD China werden

auf einem Areal von 47.500

qm mit 500 Mitarbeitern ebenso

Sofas und Sessel gefertigt. Darüber

hinaus gehört Actona Direct LTD

China zum Firmenkonglomerat,

ein Handelsunternehmen, das

gleichzeitig auch einen 2.000 qm

großen Showroom sowie ein Lager

umfasst. Außerdem betreibt Actona

noch ein Verkaufsbüro in Schweden

sowie Interstil Interior, ein Unternehmen

für Wohnaccessoires.

All dies auf eine gemeinsame

Plattform zu stellen, um künftig

gegenüber internationalen Wettbewerbern

von den Skalenerträgen

In der Firmenzentrale in

Holstebro, die sich

architektonisch ansprechend

in die Landschaft fügt, traf

die „möbel kultur“

Torben Villadsen, CEO (r.),

und Søren Damgaard, CCO.

FACTS

❯ Actona Company A/S, Smedegaardvej

6 Tvis, DK-7500 Holstebro

❯ Geschäftsführer: Torben Villadsen

❯ Produktion: Ambiente Furniture

Ukraine, Actona Seating Ltd China,

Actona Direct Ltd China

❯ Umsatz Geschäftsjahr 2016/2017:

228,5 Mio. Euro

❯ Mitarbeiter: Über 1.200

❯ Export: Mehr als 80 Länder

www.actonacompany.com

www.interstil.com

Foto: Nachweis

6/2018 möbel kultur 23


TOP-THEMA / BRANCHENWERKSTATT

Weichen stellen

für die Zukunft

Smarte Innovationen, Losgröße-1-Fertigung oder Digitalisierung – die Möbel- und

Zulieferindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Doch wo und wie damit

anfangen? Das Supply-Chain-Audit von Dr. Wieselhuber & Partner identifiziert

acht Prüffelder, mit deren Hilfe die relevanten Optimierungshebel

ausfindig gemacht werden können. Jetzt die Weichen

richtig stellen, damit der Unternehmenszug

aufs beste Gleis gestellt werden kann.

2. PLANUNG: SYSTEME,

PROZESSE, TOOLS

5. Einkaufs- u. Bestandsmanagement

6. Standortstrategie/Footprint

7. Schlanke Produktion, Anlageneffektivität (OEE)

8. Control Tower/Kennzahlensystem

Das Dossier mit allen Beiträgen zur

Branchenwerkstatt der letzten Jahre

gibt es per QR-Code.

!

SAVE THE DATE

Nächste

Branchenwerkstatt:

8. November

im Hettich Forum in Kirchlengern.

26 möbel kultur 6/2018


MÖBELHAUS

4. KUNDEN-/

LIEFERANTEN INTEGRATION

3. PRODUKT-/

KOMPLEXITÄTSMANAGEMENT

1. DIGITALISIERUNG

& INDUSTRIE 4.0

Dass die Prozesse im Unternehmen

kontinuierlich optimiert

werden müssen, ist

keine neue Erkenntnis. Doch unter

den neuen Rahmenbedingungen

von Digitalisierung und Losgröße­

1-Produktion geht es zunehmend

darum, neue Wettbewerbsvorteile

und Gestaltungschancen zu entwickeln.

„Da der überwiegende

Teil der jährlichen Betriebskosten

und Investitionen in der Beschaffung,

Produktion und Logistik verursacht

wird, ist hier der Optimierungsbedarf

besonders groß“, stellt

Dr. Timo Renz, Managing Partner

von Dr. Wieselhuber & Partner, fest.

Um die Supply-Chain fit für die

Zukunft zu machen, entwickelten

die Experten der

Unternehmensberatung ein

Audit mit acht Prüffeldern,

die die relevanten Hebel

dafür identifizieren, um die

Weichen für die Zukunft

richtig zu stellen.

In dem ersten Feld geht

es um Digitalisierung/

Industrie 4.0. End-to-End­

Optimierung, Smarte Supply-Chain,

Produktion und

Komplexitätsanalyse oder

agile Beschaffungsnetzwerke

lauten die Schlagworte, mit

denen sich das Management

auseinandersetzen muss. Das

zweite Gebiet Planung (Systeme,

Prozesse, Tools) beschäftigt sich

u. a. mit der Kapazität, mit Mitarbeitereinsätzen,Beschaffung

und

Lieferanten-Forecasts. Das Produkt-

und Komplexitätsmanagement

an dritter Stelle erfordert

eine kundenorientierte Produktentwicklung,

intelligente Variantenbildung,

Mass-Customization,

effiziente Verpackungen oder auch

eine nachhaltige Firmenpolitik.

Kunden-/Lieferantenintegration

steht im Zentrum des vierten Felds.

Die Checkliste hier: nahtlose

Schnittstellen, Logistikprozesse

oder Serviceprofile. Beim Einkauf

und Bestandsmanagement als fünftem

Part dreht sich alles um die

Senkung von Einstandspreisen,

Dispositionsverfahren, Warenverfügbarkeit

oder Lieferfähigkeit. Als

sechsten Weichenpunkt identifizieren

die Experten das Thema

Standortstrategie/Footprint. Lieferzeiten,

Flexibilitätssteigerung

Lohnkostenniveau oder Skaleneffekte

lauten die Ansatzpunkte.

Mit schlanker Produktion und

Anlageneffektivität beschäftigt sich

Top 7: KVP, Führen mit Kennzahlen,

weniger Verschwendung oder

Investitionsvermeidung. Last but

not least wird achtens im Con trol-

Tower gecheckt, ob Kostentransparenz

und Durchgängigkeit gewährleistet

sind, die Leistungsfähigkeit

gemessen wird und Regelkommunikation

stattfindet.

Das komplette Schaubild mit

allen Punkten als Check-up finden

Sie in unserem Dossier „Branchenwerkstatt“

unter www.moebelkultur.de

oder per QR-Code.


RITA BREER

6/2018 möbel kultur 27


VERBÄNDE

Einrichtungspartnerring VME: Der „Interliving“-Händlerbeirat im Interview

Die Speerspitzen

der Mittelstandsmarke

Die „Interliving“-Partner haben ein Schnellboot besetzt. Der fünfköpfige Beirat trifft sich

regelmäßig, um Themen, Ideen und Lösungen auszuarbeiten, die auf die Dachmarke einzahlen.

Die „möbel kultur“ nutzte die Gelegenheit und sprach auf der jüngsten Beiratssitzung am

Hannover Airport mit Melanie Rocksien-Riad (Interliving MMZ), Guido Münstermann (Turflon),

Jan Angermüller (Interliving Angermüller), Helmut Hagner (Interliving Frey) und Jörg Kulzer

(Interliving Gleißner) über den aktuellen Entwicklungsstand der Marke.

30 möbel kultur 6/2018


möbel kultur: Herr Angermüller, was

war die Initialzündung für „Interliving“?

Jan Angermüller: Wir wollen besser

sein als die anderen. Das war das

Grundmotiv unserer Überlegungen.

Das geht aber nur, wenn wir

uns auf die Stärken des Mittelstands

besinnen. Denn wir sehen eine

Zukunft für den Mittelstand, auch

wenn der Weg dahin steinig und

schwierig sein wird. Deshalb haben

wir uns dazu entschlossen, dieses

Ziel gemeinsam zu verfolgen.

„Interliving“ ist das Vehikel dafür.

möbel kultur: Sind die Unternehmermarke

und die Kollektionsmarke gleichzeitig

konzipiert worden?

Jan Angermüller: Ja. Aber über die

Unternehmermarke können wir ja

noch viel mehr tun, als nur gute

Ware zu vermarkten – nämlich

erstklassige Services und eine persönliche

Ansprache.

möbel kultur: Die Historie von „Interliving“

ist noch keine zwei Jahre alt. Gibt es dennoch

bereits entsprechende Wegmarken?

Guido Münstermann: Für mich war es

ein Meilenstein, als wir die erste

Ware sehen konnten. Denn der

Arbeitsprozess für die Universalmarke

reicht ja schon viel länger

zurück. Mit der ersten Kollektion

wurde das Ganze dann aber auch

greifbar.

Melanie Rocksien-Riad: Für uns war

das Umflaggen auf die Kombimarke

Interliving MMZ ein ganz

wichtiger Moment, denn das veränderte

nicht nur den Blick der

Kunden, sondern auch unsere

Selbstwahrnehmung. Wir hatten

das Gefühl, mit einem Mal deutlich

moderner in Erscheinung zu

treten. Da ging ein richtiger Ruck

durch unsere Häuser.

Jörg Kulzer: Für mich begann mit

der Vertragsunterzeichnung für

die Unternehmermarke ein neuer

Abschnitt. Wir haben intern lange

und ausgiebig diskutiert, ob wir

mitmachen sollen. Denn wir wussten

ja nicht, was das mit uns und

unserer gut eingeführten Marke

Gleißner machen würde. Wir waren

uns schlussendlich aber einig, dass

„Interliving“ eine Lebensversicherung

für unsere Zukunft ist. Denn

wir glauben, dass angesichts des

Strukturwandels in der Branche ein

einzelner heute nicht mehr weit

kommt, sondern dass wir Dinge

gemeinsam anpacken müssen. Seitdem

sind wir mit Feuer und Flamme

dabei.

DER „INTERLIVING“-

HÄNDLERBEIRAT

❯❯

Jan Angermüller

in 97616 Bad Neustadt

❯❯

Helmut Hagner

in 93413 Cham (4 Standorte)

❯❯

Jörg Kulzer

in 95643 Tirschenreuth

❯❯

Melanie Rocksien-Riad

in 17438 Wolgast (4 Standorte)

❯❯

Guido Münstermann

in 59427 Werl

möbel kultur: Sie begreifen „Interliving“

demnach als letzte Chance, um sich im

Möbelhandel zu behaupten?

Jan Angermüller: Es weht uns ein starker

Wind entgegen. Die filialisierten

Großflächenanbieter entfachen

einen ungeheuren Werbedruck und

vermarkten sehr preisaggressiv.

Deshalb ging es uns bei der Konzeption

der Marke darum, wie wir

uns von den Big Playern differenzieren

können. Dabei war Preisführerschaft

nie das Thema, sondern die

Innovationskraft und die Qualität

des Mittelstands.

möbel kultur: Wer sind aktuell die 30

„Interliving“-Partner? Was macht sie aus?

Jan Angermüller: Das sind überzeugte

Familienunternehmer, die

Interesse daran haben, an ihrem

Standort nachhaltig zu wirtschaften,

und zwar mit sozialem Engagement

und Kompetenz.

Helmut Hagner: Es sind Händler,

die bereit sind, jetzt zu handeln,

die nicht länger warten und sich

nicht allein auf die Aktivitäten

der Verbandszentrale verlassen

wollen. Es geht den Partnern

darum, ihr Unternehmertum wieder

neu zu entdecken. Insofern

steht „Interliving“ auch für ein

Zurück-zu-den-Wurzeln.

möbel kultur: „Interliving“ rührt somit an

den Grundfesten des Unternehmertums.

Helmut Hagner: Absolut. Das führt

auch dazu, dass wir uns eingestehen

müssen, dass wir in der Vergangenheit

vielleicht nicht alles

mit letzter Konsequenz getan

haben. Wo müssen wir nacharbeiten

und wo müssen wir uns wieder

besser positionieren? Möbel stehen

für Kultur und Leidenschaft.

Wir wollen uns im Sinne unserer

Kunden mit Einrichten beschäftigen

und nicht mit Preisverhau und

Rabatten. Die Branche hat sich im

Prinzip selbst demontiert. Wir

wollen den Spaß am Einrichten

wieder entfachen.

möbel kultur: Das erfordert von den

Partnern aber auch viel Engagement.

Melanie Rocksien-Riad: Aber genau

darum geht es! Ich glaube, dass

Verbandsstrukturen, und dabei ist

6/2018 möbel kultur 31


VERBÄNDE

Auf einen Blick:

Die Einkaufsverbände

2018

Die neuen Top 3 im Vollsortiment

Außenumsätze in Mio. Euro – Angaben aus den Verbandszentralen, dazu eigene Schätzungen.

6.800/

8.400 inkl. Poco*

*Voraussetzung der kartellrechtlichen Zustimmung

6.200

3.000 VME + 3.200 Union

5.000

Unter der Oberfläche brodelt es: Auch wenn es in diesem Jahr zu noch keinen weiteren Verschmelzungen

der Verbände gekommen ist, so ist klar, dass es künftig sicherlich nicht bei der immer noch hohen Anzahl

von 23 Verbundgruppen bleiben wird – und die Aktivitäten mittelfristig wieder zunehmen werden. Wie

stark die Konzentration bereits heute ist, zeigt ein Blick auf die Außenumsätze der Top 3 (Vollsortiment).

Unter Voraussetzung der kartellrechtlichen Zustimmung bei der Übernahme von Poco setzt sich Giga

International, der Verband mit sämtlichen XXXLutz-Beteilungen, weit ab. Und erreicht eine Einkaufsmacht

von 8,4 Mrd. Euro. Auf Rang zwei folgt VME Union, die 2020 ihre Fusion abschließen will, mit geschätzten

6,2 Mrd. Euro. Die Begros hält sich mit 5 Mrd. Euro auf Platz drei. Doch was passiert in den nächsten

Wochen mit Kika/Leiner? Käme es hier zu einem Bruch, könnte dadurch einiges in Bewegung geraten.

34 möbel kultur 6/2018


6 2018

VERBÄNDE 2018

Enorme

Aktivitäten

Die 23 deutschen Möbelund

Küchen einkaufsverbände

> Konzepte im Fokus: Wem gelingt die beste

Kundenansprache?

> Giga International festigt Spitzenposition

> Aufbruch: Wer hat die meisten Mitglieder?

++ MITGLIEDER ++ SCHIENEN & MODULE ++ STATISTIKEN ++


VERBÄNDE

Mittelstandsverbund – ZGV: Dynamischer „Peak“-Kongress in Berlin

Neue Wege wagen

Mehr als 200 Teilnehmer, Top-Entscheider der Politik- und Kooperationsszene trafen sich Mitte Mai

zum Mittelstandsgipfel „Peak“ in Berlin. Das Leitthema lautete dieses Mal „Emotional. Authentisch.

Anders – Was elektrisiert den Kunden?“. Passend dazu wurde abends der diesjährige Kreativpreis an

die Hagebau Handelsgesellschaft verliehen, die mit ihren „Do-it-Yourselfies“ die Jury überzeugte.

Oben: Als Keynote-

Speaker konnte der

Mittelstandsverbund

Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier für

sich gewinnen. Rechts:

Günter Althaus, Präsident

des Mittelstandsverbundes

(l.), und Dr. Ludwig

Veltmann (r.), Hauptgeschäftsführer,

im Gespräch

mit dem Amerikaner

Jon Stine von Intel.

36 möbel kultur 6/2018


Fotos: Mittelstandsverbund, möbel kultur

Zum Start der Abendveranstaltung gab

Skispringer Dieter Thoma interessante

Einblicke in seine erfolgreiche

Karriere. Unten links: Der Vortrag von

Jon Stine begeisterte auch Franz-Josef

Hasebrink und Susanne Sorg von der

EK Servicegroup. Mitte: Hagebau

gewann den diesjährigen Kreativpreis.

Oliver Wichern (l.), und Horst

Schreiber nahmen den Preis entgegen.

Rechts: Garant-Geschäftsführer Jens

Hölper (l.) berichtete begeistert von

der ZGV-Tour ins Silicon Valley.

Unser Land würde anders aussehen,

wenn es Sie nicht

gäbe.“ Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier sorgte in seiner

Keynote bereits zum Start des

Gipfels für positive Stimmung. Er

weiß natürlich, dass der Mittelstand

die Stütze der Gesellschaft

ist, weshalb er sich auch die Zeit

für einen Besuch des Kongresses

nahm. „Durch ihr Zusammengehen

im Verbund können kleine

und mittlere Unternehmen Synergieeffekte

erzielen und ihre Wettbewerbsposition

im Markt verbessern“,

betonte er. Altmaier

appellierte zudem an die Anwesenden,

auch künftig die Chancen zu

sehen, z. B. beim beherrschenden

Thema Digitalisierung, – und nicht

die Probleme, die Veränderungen

immer mit sich bringen können.

Die Verbundgruppen müssen

neue Wege einschlagen, erklärte

Günter Althaus, Präsident des Mittelstandsverbundes.

Angesichts der

zunehmenden Reizüberflutung und

der unendlich großen Auswahl an

Produkten und Dienstleistungen

gewinne der Faktor Mensch im

digitalen Wandel eine immer stärkere

Bedeutung. „Technik kann

begeistern, aber nur mit Menschen

lässt sich Begeisterung teilen“, so

Althaus. Das A und O sei es, sich mit

dem stetigen Wandel und Prozessen

zu beschäftigen und weiter zu lernen,

gleichzeitig aber die Rückbesinnung

auf das, was den Menschen

ausmache – nämlich Individualität

und Empathie –, nicht aus den

Augen zu verlieren. Dazu passte der

Vortrag des Hirnforschers Dr. Henning

Beck, der deutlich machte,

dass bei aller Digitalisierung und

Künstlicher Intelligenz der Mensch

nicht ersetzt werden könne. „Ideen

kann man nicht googeln.“

Als weiteren Gast hatte der Mittelstandsverbund

u. a. Jon Stine von

Intel eingeladen. Der Amerikaner

zeigte anschaulich auf, was künftig

die Treiber beim E-Commerce sind.

Seiner Meinung nach nämlich nicht

die besten Produkte, sondern die

Logistik, die gesamte Abwicklung

des Onlinekaufs. „Wer es dem

Verbraucher am einfachsten macht,

der gewinnt.“ Einige Verbundchefs

hatten Jon Stine bereits auf der ZGV-

Reise ins Silicon Valley im vergangenen

Herbst kennengelernt. Einer

davon war Garant-Geschäftsführer

Jens Hölper, der sich vor allem von

der 100-prozentigen Endkundenzentrierung

der dort ansässigen Firmen

und Start-ups begeistert zeigte.

„Wir Verbände gucken eigentlich

immer nur bis zum Händler.“

Zudem beeindruckte ihn dort die

unglaubliche Agilität und Schnelligkeit,

die es in der Form in Deutschland

nicht gäbe.

Den feierlichen Abschluss des

Mittelstandsgipfels bildete die

Abendveranstaltung im „Umweltforum“.

Hier stimmte der Skisprung-Weltmeister

und -Olympiasieger

Dieter Thoma auf den Abend

ein, mit interessanten Einblicken in

seine lange Karriere – und wie er

danach neue Aufgaben fand.

Im Mittelpunkt stand jedoch die

Verleihung des Kreativpreises, die

jährlich im Rahmen des Kongresses

stattfindet. Dieses Mal unter der

Fragestellung: Wer macht Emotionen

am besten sichtbar? Wie wird

der Kunde zum Fan? Die Jury hat

sich 2018 für Hagebau entschieden.

Mit seinen „Do-It-Yourselfies“

– kurzen Online-Tutorials –

präsentierte die Baumarktkette das

beste Emotionalisierungskonzept,

das zudem jede Menge Likes, Fans

und über zehn Millionen Videoaufrufe

generierte.

EVELYNE BECKMANN

www.mittelstandsverbund.de

6/2018 möbel kultur 37


WM-EXTRA

Ausstattung zum

Mieten

Fußballtaugliches Mobiliar geht auch

in die kleinste Wohnung. Denn für alle,

die zu wenig Platz zum Verstauen haben, hat

Otto Now die perfekte Lösung: Die Fans können

sich zum Beispiel Zapfanlage, Grill,

Lautsprecher, Mini-Kühlschrank und Beamer

mieten, ganz bequem nach Hause

bestellen lassen und nach dem

15. Juli wieder zurückschicken.

Jetzt geht‘s

Lohooos!

Anstoß in Russland! Seit dem 14. Juni

rollt endlich wieder der WM-Ball und

versetzt die ganze Welt ins Fußball-

Fieber. Allen voran natürlich Deutschland,

denn wir haben einen Titel zu

verteidigen. Das macht sich auch die

Möbelbranche zunutze. Der Handel

nimmt das vierwöchige Event als Aufhänger

für Rabattaktionen, Promotions

und neue Designs.

Das WM-Orakel

Vor zwei Jahren hat Henry als

EM-Orakel schon Tipps für die

Europameisterschaft in Frankreich

abgegeben. Möbel Schäfer in Düren richtete

dem Vierbeiner den eigenen Instagram-

Account „henry.and.home“ ein. Dort

berichtete er stets über seine neuesten

Möbelerfahrungen. Ob er dieses Jahr

zur Weltmeisterschaft wieder so

gute Tipps abgibt? Wir sind

gespannt.

Prost!

Bestens ausgestattet mit der

WM-Kollektion von Depot: Von einer

Popcornmaschine im Fußball-Look über

einen Fan-Rucksack in Schwarz-Rot-Gold

bis hin zu einem coolen Getränkekühler

bietet Depot alles, was das Herz begehrt,

um von zu Hause aus bestens mitzufiebern,

wenn unsere Nationalmannschaft

in Russland

Tore schießt.

56 möbel kultur 6/2018


Süße Pause

Pünktlich zur WM liefert auch

WMF Höchstleistung. Zum gemeinsamen

Fußball-Schauen gehören

besondere Speisen längst dazu. Für deren

perfekte Zubereitung bieten WMF

und Kaiser Top-Produkte. Einen süßen

Snack für die Halbzeitpause zaubern

die Motivback- und Muffinförmchen

im entsprechenden

Look.

Verlängerte

Garantie

Siemens Hausgeräte geht in die

Verlängerung: Im zweiten Top-Team-

Aktions raum können Elektrohändler ihren

Kunden Kältegeräte mit besonders großem

Durchhaltevermögen anbieten. Vom 1. Mai und

noch bis zum 15. Juli verlängert sich die

Garantie auf fünf Jahre. Außerdem neu:

Dank des „HyperFresh Frischlagersystems“

bleiben Lebensmittel

länger frisch.

Auch in kritischen

Momenten bester Komfort

Magische Momente – und das nicht nur

auf dem Spielfeld. Mit „LiIlus“ hat die

mittelfränkische Innovationsschmiede Lento

zum Weltmeisterschaftsjahr eine besondere

Möbelkollektion geschaffen: Der Fußballsessel,

hergestellt aus hochwertigem Leder, wurde neu

interpretiert. 90 Minuten lassen sich hier

gut drauf aushalten – und auch die

Verlängerung wird nicht unbequem,

solange das Spiel am Ende gut

ausgeht.

Promo-Aktion

Mit Bauknecht und Fanbonus

in den Sommer: Noch bis zum

31. Juli können sich Kunden beim Kauf

von ausgewählten Aktionsmodellen aus

den Bereichen Waschen, Kühlen,

Geschirrspülen und Kochen einen

attraktiven Fanbonus sichern und bis zu

50 Euro sparen. Mit Rabatt schmeckt

das gekühlte Getränk zum

Fußballspiel noch besser!

6/2018 möbel kultur 57


KÜCHE

Haier: Mehr Tempo in Deutschland

Wachstumspläne XXL

„made in China“

Als Nr. 1 der Hausgerätemultis

weltweit will Haier nun auch

in Deutschland vorpreschen.

Die Ziele: profitorientiertes

Wachstum bis auf 5 Prozent

Marktanteil bis 2023,

Schärfung des Premiumprofils,

Ausbau des Einbaugeräteanteils,

etwa 200 bis

500 Händler pro Jahr. (Foto:

Konzernzentrale in Qingdao)

FACTS

❯❯

Umsatz 2017: 37,2 Mrd. US-Dollar

(davon 27 Mrd. mit Haushaltsgroßgeräten)

❯❯

Export: >50 % des Umsatzes

außerhalb Asiens

❯❯

Marken: Haier, Fisher & Paykel,

General Electric, Casarte, Elba,

Aqua Home Solutions, Sanyo

❯❯

Mitarbeiter: 73.000

❯❯

Haier Deutschland: seit 2005,

Sitz in Bad Homburg, insges.

80 Mitarbeiter inkl. Nürnberger

Entwicklungs zentrum

❯❯

Kundendienst Deutschland:

Profectis, Logistik über Rhenus

(Duisburg)

www.haier.com/de

Mit 27 Mrd. US-Dollar Hausgeräte-Umsatz sieht sich der chinesische Haier-

Konzern als Nummer 1 weltweit, bei einem Marktanteil von 14,2 Prozent laut

Euromonitor. Auch in Europas Kernmarkt soll es nun dynamischer vorangehen.

Auf der Pressekonferenz Ende Mai vermittelte Thomas Wittling als neuer

General Manager, wohin die Marschrichtung von Haier Deutschland geht –

und welche Rolle der Küchenhandel künftig spielen soll.

Vor der Presse in Frankfurt lieferte

Thomas Wittling, seit

Januar General Manager für

Deutschland und Österreich, ein

ganzes Bündel imposanter Zahlen:

27 Mrd. Dollar Umsatz allein

mit Hausgeräten, 73.000 Mitarbeiter,

40.000 Modelle. Jedes fünfte

Kühl-Gefrier-Gerät weltweit stammt

aus der Haier-Produktion. Die

15 Prozent Umsatzzuwachs im

ersten Quartal 2018 hochgerechnet,

könnte der Konzern insgesamt

noch dieses Jahr die 40 Milliarden

überschreiten. Doch als Weltmarktführer

gemäß Absatzmenge – vor

Whirlpool, BSH und Samsung –

sieht sich der Technikriese schon

lange.

Es ist schon erstaunlich, wie

rasant sich der erst 1984 gegründete

Konzern in nur 34 Jahren an

die Spitze katapultierte und in nur

acht Jahren den Umsatz verdop-

58 möbel kultur 6/2018


pelte. Allein durch die Übernahmen

der General-Electric-Sparte (USA)

und von Fisher & Paykel (Neuseeland)

gab es in den letzten Jahren

einen enormen Push nach vorn.

Und fast wäre 2018 Gorenje in Slowenien

dazugekommen, hätte der

chinesische Konkurrent Hisense

nicht den Zuschlag erhalten. Die

Produktionsstandorte mitten in

Europa hätten gut gepasst und auch

die Vertriebsadressen hätten bei der

Expansion sehr geholfen. Aber weitere

Akquisitionen sind durchaus

möglich.

Rund die Hälfte des Konzernumsatzes

wird bereits außerhalb Asiens

erwirtschaftet – nur in Deutschland

blieben die Marktanteile bisher

bescheiden. Seit 2005 ist Haier

hierzulande registriert, seither werden

insbesondere Kühl-Gefrier-Geräte

und Waschmaschinen im Elektrohandel

verkauft, doch die Marke

ist wenig bekannt. Gleichwohl sind

die Ziele hoch gesteckt: Bis 2023

strebt Haier nach BSH, Miele, Electrolux

und Whirlpool wertmäßig

fünf Prozent Anteil beziehungsweise

die Nr. 5 im Gruppen-Ranking

an – eine Position, die bereits

durch Bauknecht oder Samsung

hart umkämpft ist. Mit einem Preisindex

von 140 zwischen BSH und

Miele will Haier dabei vor allem die

Premiumklasse aufmischen. Marktkonform

sollen dabei alle Vertriebskanäle

bedient werden, ab 2019

auch der Küchenhandel.

„In einem stagnierenden Markt

eine Premiummarke neu zu etablieren,

ist nicht leicht“, gibt Wittling

zu. Immerhin weiß er aus langjähriger

Erfahrung bei AEG, LG und

Gorenje, wie hartnäckig die einheimischen

Marken ihre Festung verteidigen.

Doch er sieht für Haier

gute Chancen: nicht nur aufgrund

der immensen Finanzpower, sondern

auch mit Blick auf das Innova-

tionspotenzial und den hohen Qualitätsanspruch.

Immer wieder gern

wird dazu die Story zitiert, wie

Konzerngründer Zhang Ruimin

nach einer Kundenbeschwerde alle

fehlerhaften Kühlschränke in einer

Reihe aufstellen ließ, um sie

demonstrativ, gemeinsam mit den

Verantwortlichen, zu zerhämmern.

In einzelnen Produktgruppen

habe Haier schon eine gute Position

erlangt und mit markanten Features

das Profil geschärft: beispielsweise

mit der doppelten Waschtrommel,

dem Fresher Pad – das den Gefrierund

den Auftauprozess jeweils um

das Dreifache beschleunigt – sowie

der antibakteriellen ABT-Filtertechnik

im Kühlschrank. Diesem Vorbild

sollen auch andere Produktgruppen

folgen. Beim Backofen wird es das

„weltweit größte 76-l-Volumen“

sein. Eine besonders lukrative und

Chic im Design und innen

mit diversen Frische-Features

ausgestattet: die

„Iconic Black“-Serie in

gebürstetem Edelstahl.

Links: Smarte Techniken

mit Connectivity und

Sprachsteuerung will Haier

ebenfalls forcieren.

Voller Dynamik für die Marke Haier:

Peter Stenzel (Vertrieb), Thomas

Wittling (CEO) und Daniel Wild

(Marketing, v. l.).

stark wachsende Nische sieht Wittling

außerdem im Thema Weinkühler

bei einem VK ab 2.000 Euro.

Der Start für Einbaugeräte, die

einmal 30 Prozent vom Umsatz einbringen

sollen, könnte zur Living-

Kitchen 2019 erfolgen. Die Teilnahme

im Januar wird derzeit noch

diskutiert. Mit Geschirrspülern,

Backofen-Kochflächen-Sets und

Dunstabzugshauben wird auf jeden

Fall ein Vollsortiment angekündigt.

Auch die Belieferung von Private

Labels will Wittling nicht ausschließen.

Das könnte die angestrebten

Verbandslistungen noch einmal

interessanter machen.

Insgesamt 500 Händler per anno

will die Deutschland-Tochter in Bad

Homburg gewinnen, zugleich auch

in Österreich und in der Schweiz

starten. Das Brilliance-Händlerbindungskonzept

lockt dabei mit

besonderen Konditionen und

Exklusivmodellen. Zehn Mitarbeiter

zählt aktuell der Außendienst, der

seit Anfang 2017 von Peter Stenzel

als Sales Director geleitet wird. Er

soll schnell auf 20 bis 30 Mitarbeiter

anwachsen.

Einen Vorgeschmack auf die Großoffensive

gibt aktuell die Roadshow

in vier Städten (Frankfurt, Hannover,

Düsseldorf und München). Einen

Anker setzt zudem der für Juli

geplante Börsengang in Frankfurt, wo

Haier dann als erstes Unternehmen

aus China überhaupt notiert wäre.

„Für uns ein zusätz licher Prestigegewinn“,

meint Wittling.


HEIKE LORENZ

6/2018 möbel kultur 59


möbel kultur insights

Best Practices

aus der

Möbelbranche

6. / 7. September 2018 in Hamburg

Themen-Nachschlag vom Feinsten. Zum zweiten Mal organisiert die „möbel

kultur“ ein Meeting der Branchen-Kapitäne in der Hamburger Speicherstadt.

Am 6. und 7. September stehen wieder „Best Practices aus der Branche für die

Branche“ auf dem Programm. Dabei hebt die Redaktion Themen auf die Agenda,

die aktuell zu den großen Herausforderungen für den mittelständischen Handel

und die Industrie zählen:

• Influencer-Marketing – Hype oder Hilfe?

• Die Zukunft des Importgeschäfts – Wie sich die Wege der Ware verändern

• Marktplatzstrategien – Fallstricke und Chancen des digitalen Vertriebs

• Smart Home – Wer gewinnt die Vertriebshoheit?

• Markenbildung – Keine Brand ohne die ständige Neuerfindung

Neben wertvollen Einsichten ist jede Menge Networking und Spaß in stilvoller

Architektur garantiert. Denn auch der Veranstaltungsort ist ein Star: Der historische

Kaffeebörsensaal im Ameron Hotel – als Teil des Unesco-Weltkulturerbes

Hamburger Speicherstadt – gibt einen idealen Rahmen, um die Zukunft des

Handels zu diskutieren. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Hansestadt!

Bei Fragen wählen Sie die Hotline zu Herrn Matthias Janz: 040 632018-17.

66 möbel kultur 6/2018

KONTAKT: Matthias Janz | matthias.janz@holzmann.de | +49 40 632018-17 | www.holzmann-events.de


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REFERENTEN

Dieter Hilpert | Bega Gruppe

Wolf Jochen Schulte-Hillen | SH Selection

Thomas Staba | Otto

Benjamin Stewner | Tom Tailor

Bettina Vajen & Jana-Lena Wendt | Segmenta Communications

Prof. Dr. Marc Knoppe |TH Ingolstadt

Dr. Marius Lissautzki | Tink

Florian Berger | Donkey Products

Josephine Seidel-Leuteritz | Wohnklamotte

Christoph Ritschel | Möbelfirst

Markus Nessler | Kanzlei Nessler

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IDEEN ZUR

LOOKINSPIRATION

68 möbel kultur 6/2018


Helles Geflecht im sommerlichen Ambiente. So präsentiert sich aktuell

Maisons du Monde, um die warme Jahreszeit willkommen zu heißen.

LAUT & LEISE

/// Inszenierungen können leicht sein, weil das Gefühl stimmt, wie bei

einem paradiesischem Strand-Setting. Leise, weil nichts ablenkt von

einer geradlininigen, harmonischen Architektur. Laut, wenn aus dem

Vollen geschöpft wird, es überall blinkt oder überraschende Formen die

Sinne anregen. Wichtig ist die Abwechslung, sonst wird es anstrengend

oder monoton.

6/2018 möbel kultur 69


OUTDOOR

Deutschlandpremiere: „Everdure by Heston Blumenthal“

Mit Forscherinstinkt

Brutzeln auf Knopfdruck: Die

„Force“-Gasgrills sind in fünf

Minuten einsatzbereit.

Show-Cooking und stylische BBQ-Produkte

für die kommende Outdoor-Saison – auf der

Deutschlandpremiere der Grillmarke

„Everdure by Heston Blumenthal“ in Kassel

wurde einiges geboten. Die „möbel kultur“

war vor Ort und hat sich ein Bild von dem

Label gemacht.

Rund 150 Gäste reisten zur

Deutschlandpremiere der

Grillmarke „Everdure by

Heston Blumenthal“ nach Kassel,

darunter Fachhändler, Vertreter von

Einkaufsverbänden wie der EK Servicegroup

und auch prominente

Grillblogger sowie zwei amtierende

-weltmeister. Angekündigt

war ein Abend der Extraklasse:

Unter anderem wurden vier Spitzenköche

aus England und Australien

eingeflogen, die das Publikum

mit einem 5-Gänge-Grill-Menü

auf Gourmetniveau begeistern sollten.

Doch der Star des Abends ließ

ein wenig auf sich warten: Heston

Blumenthal kocht auf Drei-Sterne-Niveau

und führt das Restaurant

„The Fat Duck“ in Bray, England.

Auf der Insel stellte er sein

Show-Talent bereits in der sechsteiligen

Fernsehserie „Kitchen

Chemistry“ unter Beweis. Der

52-Jährige gilt als Pionier der

Molekularküche und kam auch

beim hessischen Publikum gut an,

als er knapp 30 Minuten später als

geplant die Bühne betrat. An seiner

Seite standen Kai Telsnig und

Muhammad Aktas, Geschäftsführer

und Vertriebsleiter der Montargo

GmbH, die die exklusiven Vertriebsrechte

der Marke für

Deutschland und Österreich besitzen

und den Abend im historischen

Renthof ausrichteten.

„Wir sind uns sicher, dass wir

mit der Marke hierzulande Erfolg

haben werden“, erklärte Muhammad

Aktas, der zuerst das Wort

ergriff. Der deutsche Grillmarkt ist

mit einem Umsatzvolumen von

über 1,2 Mrd. Euro der zweitgrößte

der Welt. Die Nachfrage

nach Produkten, die sich wohltuend

von der Masse abheben, steigt

stetig. In Australien laufen die Artikel

von „Everdure by Heston Blumenthal“

bereits seit 2016 sehr

erfolgreich, so Aktas. Hierzulande

setzt die Montargo GmbH auf volumenfähige

Preise. Im Herbst vergangenen

Jahres wurden die ersten

76 möbel kultur 6/2018


Für den „Hub“-Holzkohlegrill hat das

B2B-Magazin „Hearth & Home“

Heston Blumenthal mit dem „Vesta

Gold“-Award ausgezeichnet.

Montargo-Vertriebsleiter Muhammad

Aktas (r.) präsentierte dem Publikum

in Kassel die Trophäe.

Wenn Vorzüge verschmelzen: Der

„Fusion“ ist ein Holzkohlegrill mit

elektrischem Anzünder.

potenziellen Handelspartner kontaktiert.

Verträge sind unter anderem

mit 360°BBQ in Frankfurt

und dem Gartencenter Seebauer in

München zustande gekommen.

Nicht nur Gartencenter und der

Garten-Fachhandel, sondern auch

der stationäre Möbelhandel mit

Outdoor-Segment sowie Onlineshops

sollen angesprochen werden.

„Die Ware eignet sich für alle,

die Grill-affin sind oder einsteigen

wollen“, sagt der Vertriebsleiter.

Das aktuelle Sortiment, dessen

Prototypen Heston Blumenthal und

seine Koch-Crew im Restaurant

„The Fat Duck“ testeten, besteht

aus drei Holzkohle-, zwei Gasgrills

sowie entsprechendem Zubehör.

Zahlreiche weitere Innovationen

werden bereits zur nächsten Weltleitmesse

„spoga“ in Köln präsentiert.

Dass die Produkte gut ankommen,

zeigte sich erst kürzlich in

den USA, wo das australische Team

von Everdure auf Nordamerikas

größter BBQ-Leitmesse HPB Expo

für den „Hub“-Holzkohlegrill mit

dem „Vesta Gold“-Award ausgezeichnet

wurde. Neben Australien,

den USA und jetzt Deutschland gibt

es die Marke in Neuseeland, Großbritannien,

Dänemark, Frankreich,

Italien, Benelux uvm. zu kaufen.

„In über 20 Jahren intensiver

Forschung in der Küche habe ich

gelernt, das Beste aus allen Zutaten

herauszuholen. Meine Erfahrungen

sind in das Design dieser Grills eingeflossen“,

erklärt der Starkoch im

Anschluss und spricht darüber, wie

Jacques Chirac die britische Küche

einst als die schlechteste der Welt

bezeichnete und wie er selbst –

vermutlich gerade deshalb – seine

Liebe zum Kochen entdeckte. Die

Entwicklung der Grill-Serie in

Zusammenarbeit mit Everdure

bedeutet dem Gourmet-Spezialisten

sehr viel, denn das Grillen über

Holzkohle weckte schon früh seinen

Forscherinstinkt. Schließlich sei

die Evolution des Menschen größtenteils

der Entdeckung des Feuers

zu verdanken und beim Holzkohlegrillen

komme es sehr auf die

Beherrschung der Hitze und des

Feuers an. „Ich wollte ein bisschen

von der unglaublichen Technologie

und dem Glanz, den wir aus Luxusküchen

kennen, nach draußen in

den Garten bringen“, beschreibt

Blumenthal den Ansatz bei der Entwicklung

des Sortiments.

Gerade bei dem offenen Grillen

über Holzkohle werden alle Sinne

intensiv angesprochen. Sehen, riechen,

schmecken – der multisensorische

Genuss steht absolut im

Fokus, ähnlich wie in einer

Sterne-Küche.

Während der Veranstaltung präsentierte

die Montargo GmbH alle

BBQ-Produkte auf einer Sonderfläche.

Ganz vorne standen der

„Hub“ und der „Fusion“, die beide

mit Holzkohle heizen. Die Geräte

verfügen über einen elektrischen

Anzünder. Dank des Fast-Flame-

Ignition-Systems, das mit einer

Heizspirale arbeitet, bringen Endverbraucher

die Holzkohle per

Knopfdruck und innerhalb von

knapp zehn Minuten auf die richtige

Temperatur. Außerdem sind die

Holzkohlegrills mit einer integrierten,

ausfahrbaren Rotisserie ausgestattet.

Aufgrund der patentierten

Rotiscope-Technologie lassen sich

beide Säulen ausfahren und in drei

verschiedenen Höhen arretieren.

Aufgrund des umfangreichen

Stauraums sowie der Warmhaltemöglichkeiten

im eingebauten

Unterschrank eignet sich der

„Hub“ nicht nur für große Grill-

Events, sondern auch für

anspruchsvolle Griller, die sich an

mehrgängigen Menüs versuchen

möchten. Der „Fusion“, der seinen

Namen wegen der innovativen

Kombination von Holzkohle und

Elektrizität bekam, wird mit stabilen

Füßen und dazugehörigem

Tisch geliefert. Außerdem zählt

der tragbare „Cube“ zur Holzkohle-Kollektion.

Im Gegensatz zum

„Hub“ und „Fusion“ bekommen

6/2018 möbel kultur 77


OUTDOOR

„spoga+gafa“: Ihr „Trend Guide“ für 2018/2019

Entspannte

Entdeckungstour

Sowohl ein breites als auch tiefes Angebot in vier Segmenten

erwartet die Besucher der kommenden „spoga+gafa“, die vom

2. bis 4. September in Köln über die Bühne geht. Zur Orientierung

beim Ordern neuer Sortimente hilft der „Trend Guide“, der die

wichtigsten Themen für die kommende Saison aufzeigt. Dazu

gehören „Explosiver Rot-Kick“, „Entspannung pur“, „Leicht und

luftig“, „Fabelhaftes Flechtwerk“ und „Gourmet-Grillen mit edlem

Zubehör“. Auch die immer wichtigeren Outdoor-Accessoires

werden in den Fokus gerückt. Viel Spaß beim Durchblättern!

80 möbel kultur 6/2018


IHR MARKTFÜHRER FÜR DIE SAISON 2019

YOUR MARKET GUIDE FOR THE 2019 SEASON

outdoor

Sympathisch, pink und vielseitig:

Flamingos erobern Garten und Pool.

Pleasant, pink and versatile: Flamingos

enliven both garden and pool.

INSPIRATION PUR

spoga+gafa

02.–04.09.2018

LEICHT UND LUFTIG

ENTSPANNUNG PUR

LIGHT UND GRACEFUL, PURE RELAXATION

TREND GUIDE 18 19


DAS MAGAZIN FÜR FACHSORTIMENTE IM MÖBEL- UND ONLINEHANDEL

LifeStyle

JUNI 2018

Europa Möbel-Verbund

Fachsortimente

als Umsatzmotor

Naber & Rosenthal

Neue Erlebniswelt

125 Jahre Soendgen Keramik

Showroom

fürs Branding

Tendence – Das Sommer-Event

Wachstumstreiber

für den Handel


LifeStyle

JUNI 2018

Made.com:

Köstlicher Mix

Besondere Preziosen fürs Interieur schufen die

Schmuckdesigner von Tatty Devine in Zusammenarbeit

mit Made.com. Humorvoll und absolut trendy

stellten sie Ginflasche und Hummer für Leuchte,

Spiegel, Wanduhr und Kissen in den Mittelpunkt der

Serie für Gourmets. www.made.com

Inhalt

brands+trends

101 Trends | Made.com: Köstlicher Mix

Kommentar: Der Ball ist rund,

wenn im Store die Party steigt

113 Brands + Trends | Baikap und Scheurich:

Akquirieren Deroma | Normann Copenhagen

und Tivoli: Jahrmarkt-Feeling | Northern: Rahmen

für Optionen | Reisenthel: Stylische Herbstboten |

WMF: Premiere für Sommer-Sale

photo-shoot

102 Alessi | Kunstvolle Objekte für alle Sinne

events

104 Tendence | So kann der Handel überzeugen

110 spoga+gafa | Garten-Deko in

breiter Auswahl

business

106 Naber/Rosenthal | Kochen als

Erlebniswelt

108 Soendgen | Fortschritt aus Tradition

112 EMV | Elementare Bausteine für

die Strategie

products

111 Philippi | Eine Story „made in Hamburg“

111 Mono | Relaunch für einen Klassiker

111 Villeroy & Boch | Wildrose im neuen Look

111 Impressum

Titelmotiv „LifeStyle by möbel kultur“:

„Green Motion“ von Soendgen. Das

Unternehmen feiert in diesem Jahr

125-jähriges Bestehen. Mehr dazu

auf Seite 10.

www.soendgen.de

Der Ball ist rund, wenn

im Store die Party steigt

Der frühe Sommer sorgte für gute Laune bei allen, die im Handel

Outdoor-Sortimente vermarkten. Nach schwierigem Jahresstart kommen

jetzt die Umsätze so richtig in Fahrt – und zwar nicht nur für Gartenmöbel

und neue Grills. Den Accessoires fürs grüne Zimmer kommt dabei

eine immer größere Bedeutung zu. Egal ob es dabei um stimmungsvolle

Leuchten und Windlichter geht, professionelles Equipment fürs Brutzeln

oder trendige Deko für eine unvergessliche Party. Das Potenzial ist riesig

und wird noch längst nicht ausgeschöpft, wie eine aufschlussreiche

Reise mit der „spoga+gafa“ nach Richmond bei London offenbarte.

Eins zu null fürs

Ball-Design aus

feinster Schokolade

von Pott au

Chocolat. Eine

witzige Idee nicht

nur für Jogis Jungs.

Mitte Mai brachen Journalisten aus aller Herren Länder

dazu auf, sich nicht nur von malerischen englischen

Gärten inspirieren zu lassen, sondern auch von innovativen

Gartencentern. Verblüffend bei der Tour waren

sowohl die liebevollen

Dekorationen und

vielfältigen Kollektionen

als auch vor allem

die Tatsache, dass

die Briten Familienfeiern

und Geburtstagspartys

in „ihrem“

lokalen Center feiern:

In-Location statt

einfach nur Store auf

der grünen Wiese.

Auch in den Möbelhäusern sind die Restaurants enorm wichtig.

Doch Traum-Räume zu schaffen, umgeben von Pflanzen und Blumen, in

denen eine hübsch inszenierte lange Tafel zum Verweilen einlädt und die

Gäste sich wie zu Hause fühlen, geht noch einen erheblichen Schritt

weiter. Und der Einsatz lohnt sich! Warum nicht auch zur WM-Zeit, in

der so viele die mangelnde Frequenz in den Häusern beklagen, die Not

zur Tugend machen und die Kunden zu einem außergewöhnlichen Public

Viewing einladen. Nebenbei könnten dort begeisternde Deko und freche

Produkte abgesehen von einem hoffentlich spannenden Spiel gezeigt

werden. Wer schon einmal vor Ort ist, wird sich garantiert auch dafür

interessieren, wie das nächste Match in den eigenen vier Wänden mit

Freunden und Nachbarn kreativ gestaltet werden könnte. Eine runde

Sache für alle sollte nämlich nicht nur der Ball sein.

RITA BREER

Foto: Made.com, Pott au Chocolat

6/2018 möbel kultur 101


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