NATURZYT – Das Schweizer Naturmagazin – Ausgabe Juni 2018

NATURZYT

Natur ERFAHREN und mehr über unsere Wildtiere und -pflanzen lernen. Natur ERLEBEN und die Artenvielfalt der Flora und Fauna entdecken. Natur BEWAHREN und rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Das ist NATURZYT.
NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, wir unterstützen Sie auch mit einem Teil der Abo-Erlösen. Aus Liebe zur Natur. Jetzt abonnieren und unterstützten – 4 Ausgaben für nur CHF 29.50.

Aus Liebe zur Natur.

Nr. 21 | Juni August 18 | CHF 7.90

Natur erfahren

Eleganter

Jäger

Natur erleben

Sommer

in den Bergen

Natur bewahren

Kleine Wildtiere vor

Jägern schützen

Natur erfahren

Ringelblume

Balsam bei Wunden

Natur bewahren

Bedrohte

Blumenkinder

Natur erleben

In der Sagen­ und

Urwelt des Val Müstair


SPINAS CIVIL VOICES

Unersetzbar.

Unzersetzbar.

Es dauert 500 Jahre, bis sich Plastikabfall zersetzt. Unsere Ozeane drohen zu

gigantischen Mülldeponien zu werden mit tödlichen Folgen für die Meeres bewohner.

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EDITORIAL

Impressum

NATURZYT 6. Jahrgang

Knaus Marketing- & Verlagsservice

Sonnhalde 37

8602 Wangen

Redaktion

Telefon 043 542 72 91

redaktion@naturzyt.ch

Anzeigen

Michael Knaus

Telefon 043 542 72 91

michael.knaus@kmvs.ch

Freie und ständige Mitarbeiter

Virginia Knaus, Michael Knaus,

Claudia Ebling, Daniel Fleuti,

Ernestine Astecker, Tobias Ryser,

Deborah Millet

Grafik & Produktion

Martina Roth

Bildbearbeitung

Heinz Weber

Schützenswert

Titelbild

fotolia

Korrektorat

Christoph Meyer, Basel

Druck

Swissprinters AG, 4800 Zofingen

Abonnementspreise

4 Ausgaben CHF 29.50 (inkl. 2.5% MwSt.),

8 Ausgaben CHF 56.50 (inkl. 2.5% MwSt.).

Auslandabonnemente auf Anfrage.

Abonnementsdienst

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ISSN-Nummer 2296-2859

© Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

aus drücklicher Genehmigung des Verlages.

Das Magazin wird in der Schweiz auf

100% Recycling papier gedruckt.

Liebe Leserin, lieber Leser

Auf Schulhausplätzen und in Parkanlagen

erfreuen wir uns an stattlichen alten

Bäumen. Wir geniessen es, in ihrem

Schatten bei einem Picknick zu verweilen.

Kinder lieben es, an ihren dicken Ästen

rauf- und runterzuklettern. Früher wurden

diese Bäume sehr gepflegt, die Äste

wurden von Zeit zu Zeit gestutzt und

Abgestorbenes rausgeschnitten. Heute

fehlt dafür die Zeit, und die Kosten für

eine solche Pflege werden eingespart.

Was kaputt ist, wird halt gefällt, nicht

dass noch jemand von einem dürren

Ast erschlagen wird. Man kann ja einen

neuen jungen Baum dafür anpflanzen,

das ist viel kostengünstiger und sicherer.

Selbstverständlich wollen wir

breitere Strassen, damit wir besser mit

unseren vielen grossen Autos von hier

nach dort gelangen. Dafür muss dann

die alte Baumallee weichen. Die alten

Bäume werden gefällt und am neuen

Platz gibt’s dann wieder junge. Alte

Bäume zu versetzen, kostet viel zu viel,

und überleben würden die das ja eh nicht.

Aber haben wir auch mal darüber

nachgedacht, wie viele Jahre so ein

alter Baum wächst, um einen solchen

Riesenumfang zu erreichen? Haben wir

schon mal darüber nachgedacht, was

diese teilweise uralten Bäume schon alles

gesehen haben in ihren vergangenen

bis zu 100 Jahren? Welche Geschichten

sie uns wohl erzählen könnten? Und wie

viele Jahre sie noch erleben könnten,

wenn wir ihnen die Pflege angedeihen

liessen, die sie verdient hätten?

Ja, man kann alte Bäume umpflanzen,

wenn man es richtig macht

und den richtigen Ort dafür hat. Und ja,

es kostet eine Stange Geld, wenn solche

Bäume an einen anderen Ort verpflanzt

werden sollen. Aber haben wir unser Geld

nicht schon viel dümmer ausgegeben?

Jeder dieser alten Bäume ist es wert,

dieses Geld dafür aufzubringen denn sie

filtern täglich unsere Luft, damit wir atmen

können. Sie spenden uns Schatten und

sind gerne unsere Spielkameraden. Wenn

wir ihnen mit Respekt und Fürsorge begegnen,

können wir uns unendlich viele

Jahre mit und an ihnen erfreuen.

Also fangen wir an umzudenken, denn

unsere alten Bäume sind schützens wert!

Herzlichst

Ihre Virginia Knaus

NATURZYT 3


Seite 12

Eleganter Jäger

Seite 18

Ringelblume

Balsam bei Wunden

Inhalt

3 Editorial/Impressum

4 Inhaltsverzeichnis

7 Wissenswertes

Ein Star unter den Vögeln und wahre Flugkünstler.

8 Bastel­Tipp

Maritime Windlichter für laue Sommernächte.

10 Entdeckt & Fair

Jenabag Reissverschlusstasche unterstützt Frauen.

Wandern zu den botanischen Schätzen der Schweiz.

62 Zu guter Letzt

Eiskalt erwischt.

Natur erfahren

12 Eleganter Jäger

Auf hohen Stelzen watet er durch den Sumpf. Leise

und mit ausgestrecktem Kopf lauert er geduldig und

stilvoll stundenlang auf seine Beute. Er ist der zweitgrösste

einheimische Vogel nach dem Storch: der

Graureiher, auch Fischreiher genannt.

18 Ringelblume Balsam bei Wunden

Die vielen heilbringenden Inhaltsstoffe, die in der

Ringelblume enthalten sind, machen sie zu einem

vorzüglichen Wundheilkraut.

21 Calendula in der Kräuterapotheke

Den Ringelblumen-Tee, die Ringelblumen-Tinktur,

das Ringelblumen-Öl und die Ringelblumen-Salbe

selber herstellen und anwenden.

4 NATURZYT


Seite 26

Kleine Wildtiere vor

Jägern schützen

INHALT

Seite 38

In der Sagen­ und

Urwelt des Val Müstair

Seite 44

Sommer in den Bergen

Natur bewahren

22 Tierisch gute Interviews

Pineas und Pherb, zwei fantastische Kletterer

und Liebhaber von Sämereien und Nüssen,

im Gespräch mit NATURZYT.

26 Claudias naturnaher Garten

Wie schützen wir kleine Wildtiere vor Jägern im naturnahen

Garten? Ein paar Lösungsansätze zum Umsetzen.

30 Sommergenüsse mit frischen Beeren

Joghurtglace mit heissen Beeren, Johannisbeer-

Brownies, Beerensuppe mit Vanilleschaum.

32 Bedrohte Blumenkinder

Wildbienen brauchen Pollen und Nektar in grossen Mengen,

die gilt es dringend zu erhalten und zu mehren.

Natur erleben

38 In der Sagen­ und Urwelt des Val Müstair

Die Dialen, feenhafte Wesen mit Ziegenfüssen, sind aus

dem Val Müstair verschwunden. Die Sagen verzaubern

aber heute noch die Wanderer im Val Müstair.

44 Sommer in den Bergen

Drei Bergregionen laden ein, den Sommer in schönster

Natur zu erleben.

54 Tosendes Wasser

Naturwärts mit unserem Fotografen Tobias Ryser

zu den schönsten Wasserfällen der Schweiz.

58 Von Bergen und Bienen

Es summt, zirpt, krabbelt und brummt in den Bergwiesen

im Kleinwalsertal. Ein naturnahes Erlebnis.

NATURZYT 5


Wahrnehmungsschulung pur

Achtsamkeit in der Natur

Achtsamkeit ist zurzeit in aller Munde und droht zu

einem ähnlich missbrauchten Begriff zu werden wie

Nachhaltigkeit: so oft so unterschiedlich verwendet,

dass er wenig aussagt. Aber ist Achtsamkeit denn

wirklich so kompliziert? Muss man wirklich zuerst

jahrelang meditieren oder 5000 Jahre östliche Kulturgeschichte

studieren, um achtsam mit sich selbst, mit

Mitmenschen und mit der Natur umgehen zu können?

Verena Schatanek und Michael

Huppertz haben eines der

Standardwerke zu Achtsamkeit

in der Natur im deutschen

Sprachraum geschrieben («Achtsamkeit

in der Natur 84 naturbezogene Achtsamkeitsübungen

und theoretische Grundlagen»,

Junfermann 2015). Sie plädieren

dafür, den Ball möglichst tief zu halten,

den Begriff nicht unnötig mit Metaphysik,

Esoterik oder komplizierten

Bedeutungen aufzuladen. In der Natur

gelingt dies besonders gut. Zusammen

mit der Stiftung SILVIVA haben sie ein

Kartenset «Achtsamkeit in der Natur»

entwickelt, welches alle interessierten

Menschen, ohne irgendwelches Vorwissen,

einfach und überall verwenden können.

Nach einer kurzen Gebrauchsanweisung

folgt eine ganze Anzahl Achtsamkeitsübungen,

welche unterschiedliche Zugangsweisen

(Sinne schweifen lassen, freies

Herumstrielen, in Beziehung treten zu anderen

Lebewesen, spielen in der Natur,

gestalten, nachsinnieren) ermöglichen und

sofort überall in der Natur umgesetzt

werden können. Das Kartenset erlaubt, sich

einzelne Karten auszusuchen und nur

diese mitzunehmen. Die wunderschöne

Gestaltung, die Fotos und die Leser/-innenführung

machen das Set auch ästhetisch

und haptisch zu einem Erlebnis. Noch

beeindruckender sind aber die Übungen in

ihrer Einfachheit und Schlichtheit: Einmal

auf die Lücken in der Landschaft statt auf

die Objekte oder auf die Farben in der Dämmerung

zu achten, ermöglicht intensive

Sinnes erfahrungen, welche man schlicht

nicht für möglich gehalten hätte. Achtsamkeit

als Haltung wird in der Natur auf

ihren Kern zurückgeführt: sie ermöglicht

eine Wahrnehmungs schulung, die uns

erlaubt, uns selbst, die Natur, aber insbesondere

auch unsere Beziehung zur

Natur mit ganz neuen Augen und

neuem Staunen wahrzunehmen.

Text Rolf Jucker, Stiftung SILVIVA

Fotos Verena Schatanek

Kartenset «Achtsamkeit in der Natur»

Besteht aus 22 Karten im A5-Format, ökologisch und klima neutral gedruckt auf

250 g/m 2 -Recyclingpapier, blauer Engel, und wird materialsparend versandt in

einem einfachen Couvert. Preis je Set CHF 24.50. Das Set kann bestellt werden

unter: www.silviva.ch/hilfsmittel/ achtsamkeit-in-der-natur

oder Telefon 044 291 21 91

6 NATURZYT


Wissenswertes

WISSEN

EIN STAR UNTER DEN VÖGELN

Ein Star ist eine prominente Persönlichkeit mit

überragenden Leistungen auf einem bestimmten

Gebiet, so definieren wir dies. Der Star (Sturnus

vulgaris) wirkt auf den ersten Blick wie ein ganz

normaler dunkler Vogel. Im Frühling beim

Gefiederwechsel zeigen sich die Vögel in metallisch

schimmerndem Schwarz, während sie im Herbst

mit weissen Mustern überzogen werden. Aber

reicht das schon aus? Natürlich nicht. Die Stare

sind für ihr «Spotten» bekannt, also die Fähigkeit,

Tierstimmen und Laute zu imitieren. Häufig

werden zum Beispiel Rufe von Wachtel, Mäusebussard

oder Kiebitz nachgeahmt, aber auch

Hundegebell, das Geräusch eines Rasenmähers

und auch Klingeltöne von Mobiltelefonen können

in den Gesang aufgenommen werden. Dabei

wirken sie fast wie kleine Bauchredner, da sie bei

diesen Lauten kaum den Schnabel bewegen. Als

spektakulärste Flugschau im Herbst verdunkeln

riesige Schwärme von Staren auch den Himmel.

Sie bewegen sich dabei sehr synchron. Denn

ein einzelner Star orientiert sich an bis zu sieben

anderen Vögeln in seiner Umgebung und versucht,

immer im gleichen Abstand zu fliegen. Diese

geschlossene Wolke macht es Raubvögeln beinahe

unmöglich, einen einzelnen Star zu erbeuten.

Wir finden, er darf daher seinen Namen zu Recht

tragen.

LIBELLEN SIND WAHRE FLUGKÜNSTLER

Sie können lautlos an Stelle stehen, vorwärts,

rückwärts oder seitwärts blitzschnell ausweichen

und innert Millisekunden nach oben oder

unten schwirren. Die Flugkünste der Libellen

sind atemberaubend. Ohne Rückenwind sind

Geschwindigkeiten von mehr als 50 km/h er reichbar.

Mit Windunterstützung können einige

Arten in wenigen Tagen bis zu 1000 Kilometer

zurücklegen.

Ermöglicht werden diese Flugmanöver durch

die direkte Flugmuskulatur, mit der sich jeder

der vier Flügel einzeln steuern lässt. Mit den

ausgeklügelten Manövern können Pflanzen gezielt

nach Käferchen abgesucht werden und Spinnen

aus den Netzen gegriffen werden. Oft wird

die Beute auch direkt aus der Luft gefangen.

Die Bilanz der Beuteflüge: 97% enden mit vollem

Darm. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die

Facettenaugen der Libelle einen Blick in Zeitlupe

ermöglichen. So kann die Beute auf zehn Meter

Entfernung erkannt werden.

Leider sind sie durch Verschmutzung, Überdüngung

und Ausbau der Gewässer auch gefährdet,

da nützen auch die besten Flugkünste nichts,

es liegt an uns, den Piloten durch nachhaltigere

Lebensweise den Lebensraum zu erhalten.

Text Michael Knaus Foto Virginia Knaus

NATURZYT 7


Bastel­Tipp

Maritime Windlichter

für laue Sommernächte


So machen wir’s

Die Natur schenkt uns so

vieles, womit wir ganz

einfach tolle Geschenke

basteln oder auch schöne

Erinnerungen festhalten können.

Heute machen wir mit Ihren

Erinnerungs- Mitbringseln aus den

Sommerferien am Meer dekorative

Windlichter im Maritimlook.

Viel Spass beim Basteln mit der

Natur. Übrigens, auf unser Homepage

unter www.naturzyt.ch/naturfilme

können Sie den NATURZYT-DIY-Tipp

auch anschauen.

Ihr NATURZYT-DIY-Team

Virginia Knaus und Tim Wirz

Fotos Virginia Knaus Video Tim Wirz

Schritt für Schritt

MATERIALLISTE:

• Gläser (z.B. Weckgläser,

alte Gurkengläser oder verbrauchte

Duftkerzengläser,

z.B. IKEA Sinnlig)

• viele verschiedene Muscheln

• Sand vom letzten Urlaub

(kann auch farbiger,

gekaufter sein oder Kies)

• Bänder und Schnüre

(alles, was gefällt)

• Heissleim und Pistole dazu

• Schere

• Teelichter

Schritt 1:

Bänder zurechtschneiden

und am gewünschten Ort

auf Ihrem sauberen Glas

punktuell mit Heissleim

festkleben.

Schritt 2:

Muscheln sortieren und so,

wie man sie aufkleben möchte,

bereitlegen. Danach Stück

für Stück mit der Heissleimpistole

auf dem Glas anbringen.

Schritt 3:

Etwas vom gewünschten

Sand in die Gläser füllen,

Ihr Teelicht einsetzen und

schon ist sie fertig, Ihre

maritime Urlaubserinnerung.

NATURZYT 9


Entdeckt & Fair

Jenabag Reissverschlusstasche unterstützt Frauen aus den Slums

Meterweise Reissverschlüsse.

Originell. Strapazierfähig.

Attraktiv. Acht Farben …

Diese Reissverschlusstaschen

sind all das und noch viel mehr.

Aus einem einzigen langen Reissverschluss

entsteht eine Jenabag, welche anschliessend

mit einem Futter und zwei offenen Innenfächern

ausgestattet wird. Mit ca. 27 cm

Höhe hat sie zudem eine praktische Grösse.

Die Taschen werden von Kamay-

Krafts-Mitgliedern in Manila (Philippinen)

produziert.

Kamay Krafts ist eine staatlich anerkannte

Kooperative, setzt sich primär

aus Frauen verschiedener Slums der Stadt

zusammen und möchte dabei helfen, die

Armut zu lindern. Die Produktion erfolgt

in Heimarbeit, da dies die Verträglichkeit

von Arbeit und Familie wesentlich verbessert.

Zudem machen die dadurch

erzielten Einkünfte dieser Frauen oft

einen grossen Teil ihres Einkommens aus.

Diese und weitere Reissverschlussprodukte

sind in diversen Farben zwischen

CHF 8.00 (Zipperetui) und CHF 29.00

(Jenabag) bei druViva online unter

www.druviva.ch oder im Laden an

der Witikonerstrasse 229 in

Zürich-Witikon (Di Sa) erhältlich.

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Wales Land der Mythen und Sagen 28.07. bis 04.08.18

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Wandern zu den botanischen Schätzen der Schweiz

Mit der Flower Walks App

können Sie auf 47 Streifzügen

in der Schweiz botanische

Besonderheiten am

Wegrand entdecken. Via GPS-Funktion

werden die Nutzenden auf botanische

Besonderheiten am Wegrand hingewiesen

und mit spannenden Hintergrundinformationen

versorgt und zwar dort, wo die

jeweilige Pflanzenart am Wegrand

vorkommt. Die Informationen zu den

präsentierten Arten reichen von Angaben

zur Namensgebung über Besonderheiten

zur Anlockung von Bestäubern oder

bis zur medizinischen Verwendung.

Darüber hinaus werden Fachinformationen

wie Unterschei dungsmerkmale,

Blühzeitpunkt, Gefährdung und Schutzstatus

in der Schweiz angegeben. Dank

der Bilder galerie ist das Erkennen der

Pflanzen vor Ort ein Kinderspiel.

Das Ziel der kostenlosen App ist die

Sensibilisierung einer naturinteressierten

Bevölkerung. Alle Nutzenden sollen auf

spielerische Art und Weise Einblick in

die wunderbare, vielfältige Pflanzenwelt

erhalten.

Die App ist sowohl für Android

(Google Play Store) und iOS-Geräte

(AppStore) erhältlich. Die gesamten

Infos sind auch auf der Website

www.flowerwalks.ch abrufbar.

DIE APP IN ZAHLEN:

• 3 Sprachen (de., fr. und it.)

• 47 botanische Streifzüge

in der ganzen Schweiz

• 48 Projektsponsoren u. Routenpartner

• 70 beschriebene Lebensräume

• 400 Buchseiten Text mit Wissenswertem

zu Pflanzen, Lebensräumen

und den Streifzügen

• 980 vorgestellte Pflanzenarten

(= ein Drittel aller Pflanzenarten

der Schweiz)

• 2500 dokumentierte Wegpunkte

• 4500 Fotos von Pflanzen,

Lebens räumen und Wegpunkten

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Fax 044 454 48 41, E-Mail: service@bioterra.ch, stichwort naturzytangebot


Der Graureiher ist ein

Lebensraumgeneralist

und fühlt sich auch in

Vorstädten wohl.

Eleganter Jäger

Auf hohen Stelzen watet er durch den Sumpf.

Leise und mit ausgestrecktem Kopf lauert er

geduldig. Er ist der zweitgrösste einheimische

Vogel nach dem Storch: der Graureiher, auch

Fischreiher genannt.

Als Fischdieb verschrien,

wurde der Graureiher

(Ardea cinera) lange Zeit

intensiv bejagt, daher auch

seine zweite Bezeichnung «Fischreiher».

Bis 1926 wurde er hartnäckig verfolgt

und wäre als Brutvogel fast aus der Schweiz

verschwunden. Seitdem ist er bei uns

geschützt, und das Zusammenleben zwischen

Mensch und Reiher friedlicher.

Die meisten sind beeindruckt von dem

anmutigen, langsam dahinschreitenden

Vogel. Vielfach können die grossen grauen

Stelzvögel auf Feldern an Strassen bis

in die Vororte bei der Mäusejagd be obachtet

werden, wie sie bewegungslos

lauern, stets bereit, unvorsichtige Beutetiere

blitzschnell zu schnappen.

Seinen schlechten Ruf als Fischjäger

besitzt er auch heute noch teilweise, was

jedoch nicht immer berechtigt ist. Denn

ein ausgewachsener Graureiher braucht je

Tag lediglich ca. 350 Gramm Fisch. Zwei

Drittel der Nahrung besteht übrigens aus

fischerei-schädlichen Larven der Gelbrandkäfer

sowie Libellen und Kleinnagern.

EIN LEBENSRAUMGENERALIST

Die Ansprüche der Graureiher an ihren

Lebensraum sind relativ gering. Sie benötigen

in ihrer Nähe Gewässer mit Flachwasserzonen,

grosse Beutevorkommen

und vier bis fünf Monate, in denen das

Gewässer nicht zufriert. Man findet sie

daher an Seeufern, Flüssen, Überschwemmungszonen,

Schilfgürteln, Teichen und

Weideflächen, die sich in der Nähe von

Gewässern befinden. Solche Gebiete findet

der Graureiher eher im Flachland als in

den Bergen. Er kann an Süssgewässern

im Landesinneren, aber auch an Küstenregionen

zu Hause sein. Als Ruhe- und

Nistbäume nutzt er hohe Bäume, die

möglichst frei von Störungen sind.

Er ist über ganz Europa verteilt. Im

Norden Europas ist er ein Zugvogel, der

in Südeuropa und Afrika überwintert.

In der Schweiz mit ihren milden Wintern

ist er das ganze Jahr anzutreffen.

Zur Brutzeit kehren die Vögel einer

Kolonie immer wieder an den gleichen

Ort zurück und besiedeln die alten Horste,

ähnlich wie die Störche. Eine Kolonie

12 NATURZYT


NATURZYT 13

NATUR ERFAHREN


kann über Hunderte von Jahren bestehen,

wobei ein einzelner Graureiher nur

gerade bis zwanzig Jahre alt wird. Der

älteste bekannte Graureiher wurde

35 Jahre und 1 Monat alt.

KEINE GUTEN BAUMNESTBAUER

Als Kolonietiere bauen die Vögel ihre

Nester in den Wipfeln von Laub- und

Nadelbäumen. In einigen Kolonien

können dabei bis zu 100 Nester entstehen.

Im Unterschied zu den Storchennestern

sehen die Graureihernester nicht sehr

stabil aus. Die unvollendet wirkende

Bauweise des Nestes wird darauf zurückgeführt,

dass der Reiher vor noch nicht

allzu langer Zeit nur am Boden brütete.

Bei dem Neubau oder der Instandstellung

eines Nestes schafft das Männchen in

der Regel das Baumaterial wie Schilf

und Zweige heran, das Weibchen verbaut

das Material an Ort und Stelle

sofort. Die Graureiher nester sind sehr

gross und können einen Durchmesser

bis zu 80 Zentimetern und eine Höhe

von 60 Zentimetern erreichen.

Nach erfolgreicher Paarung zwischen

März bis Juni legt das Weibchen

alle zwei Tage ein helles, blaugrünes Ei

ins Nest. Die total vier bis fünf gelegten

Eier werden während 25 bis 26 Tagen

von beiden Elternteilen bebrütet, bis die

Jungvögel nacheinander schlüpfen. Die

Versorgung der Jungen wird von beiden

Elternteilen wahrgenommen, wobei in

den ersten 20 Tagen immer ein Elternteil

die Jungen vor Wind und Wetter

schützt. Während 7 bis 8 Wochen

werden die Jungvögel mit Nahrung

versorgt. Nach 30 Tagen klettern die

Jungen auf den Ästen des Brutbaumes

herum, und mit etwa 50 Tagen starten

sie mit den ersten Flügen. Viele junge

Graureiher sterben im Alter bis zu

einem Jahr durch ihre Fressfeinde,

wie den Seeadler, den Fuchs und den

Menschen. Aber auch das Wetter und

Parasiten tragen dazu bei.

ELEGANTER, ABER AGGRESSIVER

ALLEINJÄGER

Die Graureiher jagen in der Regel alleine,

nur in Gebieten, wo ein überreiches Nahrungsvorkommen

besteht, sieht man sie

in lockeren, kleinen Schwärmen. Sie sind

in der Lage, ihr Nahrungsterritorium

energisch zu verteidigen, und bei innerartlichen

Aggressionen kommt es sogar

vor, dass ein konkurrierender Reiher sein

Leben verliert. Das Aggressionsniveau

14 NATURZYT


Typisch für den Graureiher

ist der zurückgezogene

«s­förmig» wirkende Hals

im Flug.

Der Graureiher ist vor

allem morgens und

in den Abendstunden

auf Nahrungssuche.

NATUR ERFAHREN

Beeindruckende Lande­ und

Startakrobaten.

ist während der Jungvögel aufzucht

besonders hoch.

Ruhig, mit gesenktem Kopf und

gekrümmtem Hals, stakst er langbeinig

durch das seichte Wasser, blitzschnell

sticht er nach kleineren Fischen, Fröschen,

Molchen, Schlangen und Wasserinsekten,

welche er, wie andere Nahrungstiere

auch, im Ganzen verschlingt. Auf den

Wiesen wartet er stocksteif stehend

auf Feldmäuse und holt sich auch Eier

und Jungvögel aus den Nestern. Bei der

Fischjagd kann er auch auf dem Wasser

landen und ein paar Sekunden schwimmen

und wieder wegfliegen. Am besten

kann der Graureiher in den Morgenstunden

oder in der Abenddämmerung

bei der Futtersuche beobachtet werden,

obwohl er ganztags und auch in der

Nacht nach Nahrung sucht.

Die Graureiher nisten in

hohen Bäumen, bauen aber

keine «schönen» Nester.

NATURZYT 15


GROSSES LEICHTGEWICHT

Mit einer Körperlänge von etwa 84 bis

102 Zentimetern und einer Körpergrösse

von ca. 100 Zentimetern ist er etwa gleich

gross wie ein Storch. Sein Körpergewicht

liegt meist nur zwischen 1000 bis 2000

Gramm. Sehr gut genährte Vögel bringen

es über 2 Kilo und die abgemagertsten

Leichtgewichte nur noch auf bis zu 810

Gramm. Und dies bei einer beachtlichen

Flügelspannweite von 155 bis 195 Zentimetern.

Sowohl weibliche als auch männliche

Graureiher unterscheiden sich nicht

durch ein auffälliges Geschlechtsmerkmal,

ausser vielleicht dadurch, dass die Männchen

im Durchschnitt etwas grösser sind.

Das Gefieder des Graureihers ist auf

Stirn und Oberkopf weiss, am Hals geht es

in Grauweiss über und auf dem Rücken in

Grau mit weissen Bändern. Der schwarze

Augenstreifen sowie die drei langen

schwarzen Schopffedern bilden einen

Federbusch. Der lange gelbliche Schnabel

geht auf dem Schnabelfirst ins Bräunliche

über. Die langen Federn am Bauch wirken

wie ein weisser Bart. Es gibt aber auch

einzelne Individuen, welche von diesem

typischen Gefieder deutlich abweichen.

Aber allen gemeinsam sind die drei langen

Vorderzehen am Stelzenbein, welche weit

auseinandergespreizt werden können

und damit das Einsinken in den weichen

Untergrund verhindern.

Der Graureiher besitzt nur eine sehr

verkümmerte Bürzeldrüse. Das heisst, die

Produktion eines öligen Sekrets (Bürzelöl),

welches eine wasserabstossende Wirkung

erzeugt und mit dem Schnabel über das

Gefieder verteilt wird, ist nicht ausreichend

vorhanden. Dafür besitzt er Puderfedern

an der Brust und in den Leisten, an denen

er gelegentlich seinen Kopf reibt und sie

damit zerbröselt. Das entstehende Pulver

ist sehr fetthaltig und wird über den Körper

verteilt, um ihn vor Nässe zu schützen. Die

Puderdaunen wachsen ständig nach und

fallen auch nicht während der Mauser aus.

SPRUNGHAFTER ABFLUG

Graureiher fliegen mit langsamen und

ruhig wirkenden Flügelschlägen. Zum

Starten ab Boden werden oft einige Sprünge

benötigt, ab den Nestern und Bäumen

lassen sie sich in den Flug fallen. Bei

seinem gemütlich wirkenden Flug zieht er

seinen Kopf an die Schulter zurück, dadurch

ergibt sich ein s-förmig gekrümmter Hals.

Diese charakteristische Haltung des

Graureihers unterscheidet ihn damit von

den Störchen, Kranichen und Löfflern, die

ihre Hälse im Flug langgestreckt halten.

Nur während des Abflugs und bei der

Landung ist sein Hals vorgestreckt. Das

typische regelmässige und laut-raue

«chräik» begleitet ihn während des Fluges.

Am Boden ist beim schnellen Gehen eine

balancierende Halsbewegung zu beobachten

und während der Nahrungssuche

schreitet er in der Regel gemächlich mit

vorgestrecktem Hals über Wiesen und

Felder.

UNERWÜNSCHTER GAST IM GARTEN

Immer mehr dringt der Graureiher auch in

die städtischen Gebiete vor, wo er vor allem

in Gartenteichen eine neue gesunde Nahrungs

quelle entdeckt hat und genüsslich

Gold- und Zierfische verspeist.

Auch der Graureiher passt sich an, denn

die Gewässer werden immer mehr mit

Pestiziden, Insektiziden, Gülle und Müll

verunreinigt, und sein Nahrungsangebot

schwindet. Auch die Überdüngung von

Wiesen und Feldern schadet nicht nur ihm,

sondern auch seiner Nahrung, denn

Frösche, Molche und Fische sterben immer

mehr aus. Deshalb erstaunt es auch nicht,

dass er sich neuen Lebensraum erobert. Die

Städte und Vororte, wo er noch gesunde

Fische in den Gartenteichen findet.

Text Michael Knaus Fotos fotolia

16 NATURZYT


Reichlich gedeckter Gartentisch

In der Schweiz leben etwa 1400

Graureiher-Brutpaare, welche sich

befreit vom Jagddruck entwickeln

können. Der Graureiher hat auch

die Scheu vor den Menschen verloren

und wagt sich auch in Privatgärten vor,

welche vor allem durch ihre Weiher und

Biotope einladend wirken. In diesen

leicht zugänglichen, seichten Kleinstgewässern

findet er Zierfische, Frösche und

Molche. Nicht immer zur Freude der

Garten besitzer. Mit ein paar Vorkehrungen

lassen sich die Tiere im Gartenweiher

mehr oder weniger schützen:

• Gestalten Sie den Weiher und

seine Umgebung naturnah und

strukturreich, damit er für den

Graureiher zu unübersichtlich wird,

denn dieser hat ein grosses Sicherheits

bedürfnis und braucht einen

freien Fluchtweg.

• Schaffen Sie Unterschlupf- und

Deckungsmöglichkeiten für Fische

oder Amphibien. Z.B. mit Steinen

und Wasserpflanzen, wie Seerosen

und Wasserlinsen.

• Etwas unschöner, aber hilfreich

kann das Spannen von farbigen

Netzen oder Bändern sein, mit

welchen Sie Teile des Weihers

abdecken.

• Kleine Zäune um den Weiher mit

zwei in 20 und 35 Zentimetern

Höhe angebrachten Drähten erschweren

dem Graureiher den

Zutritt, lassen aber andere Tiere

problemlos an den Weiher.

Geduldig wartend auf hohen

Stelzen auf vorbeiziehende Fische.

Mit Vogelscheuchen oder anderen

optischen Signalen können Sie Graureiher

kurzfristig fernhalten aber

die Tiere lernen und gewöhnen sich

daran, somit ist die Wirksamkeit

Massnahmen nur von kurzer Dauer.

Mücken, Wespen, Sonne …

Natürlich pflanzlich, immer dabei:

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Erhältlich in Apotheken und Drogerien.

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Ernestines Kräuterapotheke

Ringelblume

Balsam bei Wunden

Die vielen heilbringenden Inhaltsstoffe,

die in der Ringelblume enthalten sind, machen

sie zu einem vorzüglichen Wundheilkraut.

18 NATURZYT


BEGEGNUNG IN DER NATUR

Ringelblumen finden sich häufig in

Haus- oder Bauerngärten. Mit ihren

gelb-orange leuchtenden Blüten

schmücken sie jeden Garten und sind

gleichzeitig eine Hausapotheke bei vielerlei

Beschwerden. Manchmal findet man

die Ringelblume (Calendula officinalis)

ausgewildert auf Schuttplätzen. Auf

Äckern oder in Weinbergen begegnet

man nur noch sehr selten der etwas

kleineren Acker-Ringelblume (Calendula

arvensis). Die Ringelblume ist eine

Wetterorakelblume, denn ihre Blüten

bleiben geschlossen oder schliessen sich,

wenn Regen naht.

BOTANISCHE MERKMALE

Die etwa einen halben Meter hohen

Pflanzen haben filzig behaarte Stängel

und wechselständig angeordnete eiförmige

Blätter. Die vielfach verzweigten Stängel

tragen an ihrem Ende leuchtend gelbbis

orangefarbene Blütenköpfe. Ist die

Ringelblume verblüht, kringeln sich

im Blütenkörbchen ihre Samen. Die

Pflanze ist ein einjähriges Korbblütengewächs

(Asteraceae).

ERNTE UND AUFBEWAHREN

An sonnigen Tagen werden die vollerblühten

Blütenköpfchen (Zungen- und

Röhrenblüten) ohne Stiele am späten

Vormittag gesammelt, rasch im lichten

Schatten gut durchgetrocknet und

aroma- und lichtgeschützt aufbewahrt.

Die Röhrenblüten enthalten mehr

ätherische Öle sowie wundheilungsförderndes

Allantoin als die Zungenblüten.

In der Volksmedizin werden für den Tee

meist die ganzen Blütenköpfchen verwendet,

für Salben, Tinkturen oder Öl

werden die Strahlenblüten ausgezupft.

WAS SAGEN DIE ALTEN

KRÄUTERKUNDIGEN?

Hildegard von Bingen (12. Jh.) empfahl

Ringelblumen bei Verdauungsstörungen

und äusserlich bei Ekzemen und «Kopfgrind».

Kräutervater Albertus Magnus

(13. Jh.) nannte die Ringelblume

«Sonnenbraut», was beim Anblick der

orangegelben Blüten verständlich ist.

Nicolas Culpeper (17. Jh.) behandelte

mit ihr Pocken und Masern und setzte sie

zur Stärkung des Herzens ein. Pfarrer

Kneipp (19. Jh.) war ein starker Befürworter

der Ringelblume und hat angeregt,

dass sie näher erforscht wurde.

HEILEIGENSCHAFTEN

Pflückt man die Ringelblume, so hinterlässt

sie auf der Haut ein «klebriges»

Sekret von würzigem Duft. Ihre Eigenschaft,

Wunden zu «verkleben» und zu

verschliessen, ist herausragend. Calendula

wirkt entzündungshemmend, fördert die

Wundheilung und die Bildung von neuem

Gewebe. Die enthaltenen Wirkstoffe

hemmen das Wachstum von Bakterien,

Grippe- und Herpesviren und Pilzen.

Calendula macht die Haut geschmeidig

und elastisch und unterstützt die Narbenheilung.

Sie ist auch geeignet zur

Hautpflege bei trockener, überempfindlicher

oder gereizter Haut sowie bei

sensibler Baby- und Altershaut.

ANWENDUNGSGEBIETE

Schlecht heilende Wunden, Riss-, Quetschund

Schürfwunden, Hauteiterungen,

Akne, Windeldermatitis, Geschwüre,

Hämorrhoiden, Ekzeme, Furunkel,

Verbrennungen (bis 2. Grades), schnellere

Wundheilung nach Operationen, Wundliegen.

Calendula hilft nicht nur bei

körperlichen Wunden, sondern unterstützt

die Wundheilung auch auf der

seelischen Ebene.

KRÄUTERHEILMITTEL

IN DER FRAUENHEILKUNDE

Calendula lindert krampfartige Menstruationsbeschwerden,

löst Spannungen der

Gebärmutter und hilft bei Beschwerden

in den Wechseljahren. Sie kommt bei

Brustdrüsenentzündung, Scheidenpilz

sowie bei Reizungen und Rötungen im

Vaginalbereich zum Einsatz. Pflanzenforscher

konnten zeigen, dass die

Ringelblume sogar Strahlenschäden

mindert.

RINGELBLUME IN DER TIERMEDIZIN

Ringelblumenzubereitungen werden auch

bei Tieren z. B. bei rissigen Hundepfoten,

Mauke, Nagelbettentzündungen, zur

Wundbehandlung, bei akuten oder

chronischen Hauterkrankungen

angewendet.

CALENDULA IN DER HOMÖOPATHIE

In der Homöopathie wird die Ringelblume

bei eiternden Wunden, z.B. nach Zahn-

NATUR ERFAHREN

NATURZYT 19


Die Zeitschrift von BirdLife Schweiz

für junge Naturfreunde

Nr. 4 / Dezember 2017

extraktion, eingesetzt. Ebenso bei Riss-

Quetsch-Wunden, z.B. Dammriss bei

einer Geburt.

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Ernestine Astecker ist Apothekerin, Homöopathin und Innerwise ®

Coach und arbeitet in eigener Gesundheitspraxis

in Hedingen ZH. In Kräuterkursen und auf

Kräuterrundgängen gibt sie gerne

ihre Begeisterung und ihr Wissen über

Kräuter weiter.

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RINGELBLUMENBLÜTEN IN DER

WILDKRÄUTERKÜCHE

Die gelben bis orangefarbenen Blüten

verleihen Speisen (Butter, Käse, Suppen,

Reis) eine safranähnliche gelbe Farbe.

Sie machen Salate bunter und sind

über Desserts gestreut eine gesunde

Attraktion.

Text Ernestine Astecker Fotos Fotolia

Quellen und weiterführende Literatur:

Brendieck-Worm, C., Klarer F., Stöger, E.,

Heilende Kräuter für Tiere.

Madejsky M., Lexikon der Frauenkräuter.

McIntyre, A., Das grosse Buch der

heilenden Pflanzen.

Willfort, R., Gesundheit durch Heilkräuter.

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Vögel Natur Umwelt 3/Juni 2016

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Zeitschrift des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz

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Zeitschrift von BirdLife Schweiz

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Vögel Natur Umwelt 1/Februar 2018

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Calendula in der Kräuterapotheke

RINGELBLUMEN­ÖL

Ein sauberes Glasgefäss locker mit den ausgezupften

Strahlenblüten füllen und mit

kaltgepresstem Olivenöl bedecken. Etwa

4 Wochen an einem warmen Platz ziehen

lassen und regelmässig schütteln. Durch

ein Leinentuch filtern und in eine braune

Flasche abfüllen, beschriften, kühl und

dunkel lagern. Haltbarkeit etwa 1 Jahr.

Das Öl kann auf wunde oder schmerzende

Körperbereiche aufgetragen werden. Es

eignet sich gut als Baby- und Pflegeöl

oder als Grundsubstanz zur Herstellung

einer Ringe blumen salbe.

RINGELBLUMEN­SALBE

10 g frische Ringelblumenblüten in 100 g

Olivenöl leicht erhitzen, 15 Minuten ziehen

lassen, durch ein Tuch abfiltrieren und

mit 10 g gelbem Bienenwachs aushärten.

In Cremedosen füllen, auskühlen lassen,

beschriften und im Kühlschrank lagern.

Haltbarkeit bis 1 Jahr.

Ringelblumensalbe gilt als das «Wundheilmittel».

Sie findet Verwendung bei

schlecht heilenden Wunden, Nagelbettentzündungen

und als Venensalbe.

RINGELBLUMEN­TEE

2 TL Ringelblumen-Blüten mit ¼ l heissem

Wasser übergiessen, 7 Minuten zugedeckt

ziehen lassen, abseihen. 2 bis 3 x täglich

1 Tasse trinken.

Der Tee kann auch äusserlich zur

Wundreinigung lauwarm angewendet

werden oder als Kompresse und Umschlag

bei Hautentzündungen, Abszessen,

Geschwüren, Verstauchungen.

Ringelblumen-Blüten sind in vielen

Teemischungen enthalten, denn sie unterstützen

jede Kräuteranwendung. In

der Volksheilkunde gehört die Pflanze

in Tees bei Gallenbeschwerden, Magenschmerzen,

Darmstörungen oder

Menstruationsschmerzen. Ringelblumen

regen auch den natürlichen Entgiftungsprozess

des Körpers an.

RINGELBLUMEN­TINKTUR

1 Handvoll frische oder getrocknete gelbe

Blütenblätter in ein Schraubglas geben

und mit ¼ l Schnaps übergiessen. 4 Wochen

an einem warmen Platz ziehen lassen, dann

abseihen. Zur Anwendung verdünnen,

dabei 1 TL Tinktur auf ¼ l Wasser geben.

Für Umschläge, Kompressen, zur Wundreinigung

oder als Gurgelmittel bei entzündetem

Zahnfleisch oder Aphthen.

Die Anwendung der angeführten Rezepturen

erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt

keinen Arztbesuch. Eine Haftung der Verfasserin

bzw. der Redaktion ist ausgeschlossen.

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Tierisch gute Interviews

Interview mit

Phineas und Pherb

Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten,

doch wir sehen die Dinge immer nur aus unserer Sicht.

Wie aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8-

oder 111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben?

Was würden sie wohl über uns Menschen denken, und wie

würden sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden?

22 NATURZYT


Eine spannende Idee sähen wir das ganze

einmal aus ihrer Sicht und erführen, was

sie uns alles zu sagen hätten. Naturzyt

hat sich deshalb entschlossen, neue Wege

aus zuprobieren und sich darüber Gedanken zu

machen, was wäre, wenn sie wie wir sprächen und

wir sie einfach fragen könnten.

Sie werden als Nahrung oder zu Versuchszwecken

gezüchtet. Die einen schimpfen sie Schädlinge

andere finden sie süss und halten sie als

Haustiere. Manch einer ekelt sich gar vor ihnen und

findet, sie seien Ungeziefer, oder man fürchtet sich

gar vor ihnen. Dabei sind sie absolut harmlos und

wirklich niedlich unsere kleinen knopfäugigen

Mäuschen.

Dieses Frühjahr bekamen wir zwei winzig

kleine halbverhungerte und -verdurstete Mäuschen,

welche sich in die Buchdruckerei eines befreundeten

Paares der Redaktoren geflüchtet hatten. Da diese

dort nicht wieder ausgewildert werden konnten, weil’s

einfach zu kalt und weder Wasser noch Nahrung

zu finden war, kamen die beiden Pfleglinge vorab zu

uns in die NATURZYT-Redaktion. Hier wurden

sie von uns in einem grossen Terrarium versorgt, bis

wir sie dann im Frühling, bei wärmeren Temperaturen,

wieder auswildern konnten. In dieser Zeit hat

es sich wie von selbst angeboten, ein kleines Interview

mit den beiden Mäuschen zu führen.

Hallo, ich bin Phineas und ich bin Pherb. Wir

sind so froh, dass eure Freunde uns gefunden und

gerettet haben.

DAS HABEN SIE SEHR GERNE GEMACHT,

SIE MÖGEN NÄMLICH TIERE AUCH SEHR

GERNE. WÄRT IHR BEIDE BEREIT FÜR EIN

KLEINES INTERVIEW?

Phineas: Wow, du willst tatsächlich mit uns

sprechen?

Pherb: Das ist uns noch nie passiert, aber wir

haben ja auch noch von niemandem so ein

tolles Häuschen bekommen mit sooo weichem

Kuschelnestzeug drin.

JA NATÜRLICH MÖCHTEN WIR MIT EUCH

SPRECHEN. ES INTERESSIERT UNS, MEHR

ÜBER EUCH UND EURE LEBENSWEISE

ZU ERFAHREN.

Phineas: Na, was möchtet ihr denn wissen?

Pherb: Frag nur, wir geben dir gerne Auskunft.

GUT ALSO, ALS ERSTES WÄRE ES SCHÖN,

WENN IHR UNS SAGEN KÖNNTET, WAS FÜR

EINER GATTUNG IHR ANGEHÖRT.

Pherb: Was ist eine Gattung?

OH, ENTSCHULDIGT. DAMIT IST EURE RASSE

GEMEINT. BZW. ZU WAS FÜR EINER MÄUSEART

IHR GEHÖRT.

Pherb: Ach so. Na, ich weiss das nicht so genau.

Weisst du das, Phineas?

Phineas: Na klar. Wir sind Waldmäuse.

Pherb: Hä, aber wir leben doch gar nicht im Wald.

Wir haben doch dort bei der Buchdruckerei im

Fassadenbewuchs gewohnt. Also müssten wir dann

nicht Vorgarten- oder Hausmäuse sein oder so was?

Phineas: Blödsinn, Vorgartenmäuse gibt’s gar nicht,

und Hausmäuse sehen ganz anders aus. Wir haben

nämlich so grosse Kugelaugen und nen hellen Bauch.

Ausserdem sind wir sowieso einfach hübscher, weil

wir nicht so graubraun sind, sondern so haselnussbraun.

Pherb: Ich glaub’s dir trotzdem nicht. Weil Waldmäuse

leben doch sicher im Wald.

NEIN, NEIN PHERB, PHINEAS HAT DA SCHON

RECHT. IHR GEHÖRT ALSO ZU DEN WALD­

MÄUSEN. WEISST DU PHERB, WALDMAUS

IST NUR EINE ARTENBEZEICHNUNG. VIELE

EURER ART BEWOHNEN SIEDLUNGSGEBIETE.

DAS LIEGT WOHL AM NAHRUNGSANGEBOT.

Pherb: Na, wenn du’s sagst, glaub ich’s.

Phineas: Ist ja mal wieder typisch. Mir glaubt

sie einfach nie was.

NA, NA, NICHT STREITEN. ERZÄHLT MIR DOCH

LIEBER, WIE IHR SO LEBT.

Phineas: Also momentan leben wir bei dir. Ist

zwar ’n bisschen eng hier, aber immer noch besser

als draussen. Wir sind fast erfroren dort draussen.

Pherb: Ja, und auch fast verhungert und verdurstet.

Es war so kalt, dass wir keine Nahrung und auch

kein Wasser finden konnten. War alles tot und

eingefroren.

Phineas: Drum sind wir dann halt heimlich in

die Buchdruckerei geschlichen, und die haben

uns voll erwischt.

Pherb: Ja, ich hab mich erst mächtig erschrocken.

Aber dann hab ich gemerkt, dass die mir ja gar

nichts tun wollen.

Phineas: Ja, und dann kamen wir zu euch und

bekamen Futter und Wasser und einen warmen,

ruhigen Ort.

Pherb: Oooh ja. Ein kuschelig warmes Häuschen

und Nüsse und Samen und ein Wasserbecken.

Da hab ich mich gleich reingesetzt.

JA, DARAN KANN ICH MICH GUT ERINNERN. DU

WARST VÖLLIG AUSGETROCKNET. SCHADE FINDE

ICH NUR, DASS MAN EUCH SO SELTEN SIEHT. IHR

SEID NÄMLICH WIRKLICH SEHR HÜBSCH.

Phineas: Na, ich guck doch zu, wenn du nachts noch

lange arbeitest. Dann siehst du mich doch.

NATUR BEWAHREN

NATURZYT 23


Pherb: Tut mir leid, ich bin halt etwas scheu, und

ich geniesse es einfach, nur im Kuschelbett zu liegen.

Ich komme erst nachts raus, wenn’s dunkel ist.

AHA, DANN SEID IHR ALSO NACHTAKTIV.

WAS MIR AUCH NOCH ETWAS SORGE

BEREITET, IST EURE WIEDERAUSWILDERUNG.

HABT IHR DA WÜNSCHE?

Phineas: Dann müssen wir also nicht da bleiben.

Ich will ja nicht undankbar sein, aber immer

möchte ich nicht in so einem Glaskasten wohnen.

Auch wenn er recht gross ist. Dann lieber irgendwo,

wo’s viele Gebüsche und Schlupfmöglichkeiten

hat draussen in der freien Natur. Dort,

wo wir eine Höhle bauen können, mit einer

Nestkammer und einer Vorratskammer. Mit

zwei Ausgängen… Man weiss ja nie…

AUSSERDEM WÜRDEN WIR NIEMALS EIN

WILDTIER ALS HAUSTIER HALTEN, WENN

WIR SEINER NATUR DABEI NICHT GERECHT

WERDEN KÖNNTEN. AUCH GIBT ES KEINEN

GRUND, DASS IHR NICHT WIEDER IN DIE

NATUR GEHEN DÜRFT, SOBALD ES WIEDER

WARM GENUG IST, DASS IHR EINEN GUTEN

START INS NEUE LEBEN BEKOMMT.

Pherb: Also ich find’s nicht so schlimm bei

euch. Phineas ist halt mehr eine Draufgängerin

als ich. Ich mag’s halt lieber sicher.

Phineas: Bin ich gar nicht, du bist einfach ein

Faulpelz und lässt es dir gerne gutgehen.

Pherb: Bin ich gar nicht, aber ich bin dankbar.

Sie haben uns schliesslich das Leben gerettet.

Phineas: Na und, das heisst ja nicht, dass ich

deshalb ewig hierbleiben muss.

NICHT SCHON WIEDER STREITEN, JUNGS,

ÄH MÄDELS, ÄH, WAS SEID IHR EIGENTLICH,

MÄDCHEN ODER JUNGS? NICHT DASS WIR

DANN IM FRÜHJAHR 20 MÄUSE AUSWILDERN

MÜSSEN.

Phineas: Also wir streiten nicht, wir diskutieren.

Pherb: Mh, hm….

Phineas: Keine Angst, wir sind zwei Mädchen.

Also keine 20 Mäuse zum Auswildern.

Wie kommst du denn eigentlich auf so was?

Im Gespräch mit NATURZYT

Pineas (rechts im Bild) liebt Sämereien und Nüsse über alles. Pherb

(links im Bild) mag Nüsse und Samen auch und kleine Käferlarven.

Sind beides fantastische Kletterer und Phineas ist ausserdem auch

ein toller Hochspringer. Als Neuzuzüger bei einem nahen Waldweiher

freuen sie sich über die vielen Dickichte, welche ihnen so tollen Schutz

bieten. (Ihr geliebtes Kuschelhäuschen durften sie selbstverständlich

behalten und Startfutter gab’s auch noch dazu.)

Pherb: Ja, und irgendwo, wo es auch Wasser hat.

Einen Teich oder Bach oder so.

Phineas: Und Futter sollten wir genug finden

können. Vielleicht da, wo es Buchen oder

Haselnussbäume gibt. Oder in der Nähe eines Feldes.

Pherb: Und bitte irgendwo, wo es keine Katzen hat.

DAS SIND ABER VIELE WÜNSCHE AUF EINMAL.

ABER ICH BIN SICHER, WIR WERDEN EINEN

PASSENDEN ORT FÜR EUCH FINDEN.

NA, MAN WEISS DOCH, DASS SICH MÄUSE

SEHR SCHNELL VERMEHREN UND

DANN ZU SCHÄDLINGEN WERDEN KÖNNEN.

ODER STIMMT DAS ETWA NICHT?

Pherb: So schlimm, wie ihr immer tut, ist es

nun auch wieder nicht. Wir bekommen bis zu

dreimal im Jahr 2 bis 8 Junge. Und das je nach

Nahrungsangebot. Ausserdem sind wir ja

nur 8 bis 11 Zentimeter gross. Meistens seht

ihr uns ja gar nicht.

Phineas: Jawohl, wenn es wenig zu essen gibt,

gibt es auch weniger Nachwuchs. Und Schädlinge

nennt nur ihr uns. Ist eigentlich ’ne Frechheit.

Ihr habt Nahrung im Überfluss, und wenn wir

ein bisschen davon haben möchten, nennt ihr

uns Schädlinge und tötet uns. Von teilen habt

ihr wohl noch nie was gehört. Nein, lieber

hetzt ihr uns Katzen auf den Hals oder tötet

uns mit Fallen. Unser Leben ist mit 23 Jahren

kurz genug, da wäre es schön, wenn wir uns

nicht noch die ganze Zeit vor euch fürchten

müssten.

Pherb: Katzen machen mir Angst. Die sind

gemein. Die spielen mit uns und werfen uns

herum. So was tut man nicht.

DAS TUT MIR SEHR LEID. IHR HABT WOHL

RECHT. EUER LEBEN IST NICHT IMMER

24 NATURZYT


EINFACH. IHR SEID VIELEN GEFAHREN

AUS GESETZT. GIBT ES IRGENDETWAS,

WAS WIR TUN KÖNNEN, UM EURE LEBEN

ZU VERBESSERN?

Phineas: Wir wären dankbar, wenn ihr eure

Felder nicht total abernten würdet, sondern für

uns noch etwas liegen lasst. So könnten wir

besseren Nahrungsvorrat in unseren Höhlen

anlegen. Ausserdem tun euch so ein paar Körnchen

weniger nicht weh.

Pherb: Ja, und bitte lasst auch ein paar runtergefallene

Früchte liegen. Die mögen wir nämlich

auch.

Phineas: Und wenn wir im Winter irgendwo

eindringen, weil wir hungrig sind, tötet uns nicht

gleich. Es gibt auch Lebendfallen. Damit könnt

ihr uns an einen geeigneten Ort bringen, wo wir

Überlebenschancen haben.

Pherb: Ich fände es schön, wenn ihr uns nicht

zu Futterzwecken oder für Tierversuche züchten

würdet. Davon hab ich nämlich mal gehört.

Dazu nehmt ihr zwar keine Waldmäuse, aber

artverwandte Farbmäuse. Ihr würdet auch nicht

für uns leiden wollen, oder?

Phineas: Ja, und wenn ihr mal ne Katze mit ’ner

Maus spielen seht, dann filmt sie nicht noch dabei,

sondern nehmt ihr die Maus weg und bringt sie in

Sicherheit. Sie hat auch ein Recht auf Leben und ist

euch sicher dankbar.

LIEBE PHINEAS, LIEBE PHERB, WIR DANKEN

EUCH FÜR DAS AUFSCHLUSSREICHE GESPRÄCH.

WIR WERDEN EURE ANLIEGEN GERNE ALLEN

MITTEILEN, SODASS ES HOFFENTLICH VIEL

ÖFTER ZU EINEM RESPEKTVOLLEN MITEINAN­

DER KOMMEN WIRD.

Pherb: Danke, dass ihr uns aufgenommen habt und

wir mit euch reden durften.

Phineas: Ja, war toll, mal mit euch zu reden. Und

danke, dass ihr uns gerettet habt.

Text, Foto, Illustration Virginia Knaus

NATUR BEWAHREN

Gemacht zum Wandern

Die neue Wanderkarte für die Schweiz

Informativer, verständlicher, intuitiver

wohin

swisstopo

wissen

Foto: Christof Sonderegger, Thal

Schweizerische Eidgenossenschaft

Confédération suisse

Confederazione Svizzera

Confederaziun svizra

Bundesamt für Landestopografie swisstopo

www.swisstopo.ch


Claudias naturnaher Garten

Kleine Wildtiere

vor Jägern schützen

Liebe garten­ und naturbegeisterte Leserinnen und Leser,

Eidechsen, Mäuse, Frösche, Vögel und viele weitere Kleintiere

fühlen sich wohl im naturnahen Garten. Damit steigt auch die

Anziehungskraft für Jäger.


Im naturnahen Garten fühlen

sich allerlei Kleintiere wohl.

Verschiedene Kleinstrukturen

wie Steinhaufen, Holzhaufen,

naturnahe Blumenwiesen, schöne alte

Bäume, Teiche etc. sind für Amphibien

und Reptilien, aber auch Mäuse, Frösche,

Blindschleichen und natürlich Vögel

ein schönes Zuhause. Die Eidechsen

geniessen das Sonnenbad auf den Steinen,

die Vögel hüpfen von Ast zu Ast, das

ist der Erfolg der jahrelangen naturnahen

Gartenplanung.

Wo es lebt, steigt auch das Futterangebot

für grössere Wildtiere. Seien

es Marder, Milan oder Fuchs, welche

öfters im Garten vorbeischauen oder

ihn ab und an durchstreifen. Aber auch

für unsere lieben Mitbewohner wie Hund

und Katze, welche, obwohl gut genährt,

einen angeborenen Jagdtrieb besitzen, ist

dieses Futterangebot eine willkommene

Abwechslung und entspricht auch der

natürlichen Nahrungsaufnahme. Vor

allem für Katzen, welche als reine Fleischfresser

grundsätzlich von Vögeln und

Mäusen leben würden. Katzen sind aber

sehr faule Anschleichjäger, das heisst,

alles, was einfach erreichbar ist und ohne

grossen Kraftaufwand erlegt werden kann,

liegt im Beuteschema. Das ist auch der

Grund, dass vor allem junge und kranke

Tiere erwischt werden. Auch Eidechsen,

welche als wechselwarme Tiere je nach

Aussentemperatur in ihrer Beweglichkeit

eingeschränkt sind, sind vielfach

beim Sonnenbad und bei kälteren Temperaturen

eine leichte Beute. Immerhin

haben Eidechsen die Möglichkeit, geraten

sie in die Fänge eines Feindes, ihren

Schwanz abzuwerfen. Dieser noch zappelnde

Schwanz lenkt den Feind ab und

ermöglicht der Eidechse die Flucht.

So, wie wir mit der Planung unseres

Gartens, ob naturnah oder nicht, Einfluss

nehmen auf das Leben der Tiere,

so beeinflussen wir auch das Töten

der Tiere durch Gifte, Fallen etc. Mit

unserem Garten haben wir aber auch

die Verantwortung für den Schutz der

Tiere. Genauso wie wir den Haustieren

ein sicheres Zuhause bieten, sollten

wir den Wildtieren nach Möglichkeit

in unserem Garten Schutz vor Feinden

in Form von Kleinstrukturen bieten.

Und das muss nicht bedeuten, dass wir

unseren Garten mittels Stacheldrahtzäunen,

Fressfeindfallen oder Abwehrgeräten

mit Ultraschall aufrüsten.

Mit einfachen Mitteln können wir

wirkungs- und sinnvolle Schutzbereiche

erstellen.

EIDECHSEN UND REPTILIEN

SCHÜTZEN

Die beliebten Sonnenplätze von Eidechsen

wie Holzhaufen, Steinhaufen, und Trockenmauern

können z. B. mit trockenen, dornigen

Ästen von Brombeeren und Rosen

geschützt werden. Der Zugriff auf die Echse

soll für den Jäger erschwert werden, ohne

dabei aber die Besonnung der Klein struktur

zu stark zu beeinträchtigen. Etwas

unschöner, aber auch möglich ist ein feines

Maschendrahtgitter, welches in einem

Abstand von mindestens 30 Zentimetern

über die Kleinstruktur gelegt wird.

Entscheidend ist auch das Versteckangebot

für die Kleintiere, je mehr hochwertige

Verstecke zur Verfügung stehen,

desto kürzer sind auch die Fluchtdistanzen.

Dies erhöht die Überlebenschancen beträchtlich.

Also unbedingt die Anzahl

Stein-, Holzhaufen oder Trockenmauern

im Garten erhöhen. Auch filzige Altgrasund

Krautsäume bieten optimale Versteckmöglichkeiten.

NISTPLÄTZE SCHÜTZEN

Hoch oben in den Bäumen oder in dichten

Hecken, seltener in Einzelsträuchern,

bauen die Vögel ihre Nistplätze. Um

Fressfeinde von den Nistplätzen fernzuhalten,

helfen bereits einfache Mittel, die

den Aufstieg auf den Baum erschweren

und verhindern. Eine auf geeigneter Höhe

am Stammfuss angebrachte Manschette

aus Blech oder Plastik verhindert, dass

Tiere am Baum hochklettern können.

Aber auch schöne Rosenranken, am

Fusse des Baumes gepflanzt, sind nicht

nur eine Freude fürs Auge, sondern halten

auch Jäger fern.

Selbst angebrachte Nisthilfen an

Seitenästen oder an Fassaden sollten in

mehr als 150 Zentimeter Höhe und ausserhalb

der Reichweite von Katzen aufgehängt

werden. Auch ist es sinnvoll, Nisthilfen

zu verwenden, welche steile und glatte

Dächer aufweisen, daran finden Fressfeinde

keinen Halt. Auch ein ca. 20 Zentimeter

über dem Boden gespannter Viehhüterdraht

kann Jäger von empfindlichen

Bereichen fernhalten. So z.B. auch den

Grau- bzw. Fischreiher vor den leckeren

Fischen im Gartenteich.

Sollten Sie in Ihrem Garten ein Vogelbad

oder ein Futterhäuschen für die

Fütterung bereithalten, so platzieren Sie

dieses an einer Stelle, wo sich Fressfeinde

wie Katzen und Marder nicht anschleichen

können. Futterhäuschen sollten an einem

Ast frei hängen oder auf einem Pfosten

montiert sein. Vermeiden Sie aber Stacheldraht

oder Ähnliches, an denen sich die

Tiere verletzen können, schöner ist auch

hier eine Rankrose.

PFLANZLICHE ABWEHRHILFEN

Der Geruchssinn von Katzen ist dreimal

stärker als unserer. Für die Abwehr von

Katzen helfen dabei auch Pflanzen mit

speziellen Duftstoffen, die an strategisch

günstig gelegenen Stellen gepflanzt

werden. Dies sind Weinraute, Rosmarin,

Lavendel und der Storchenschnabel. Da

die Vorlieben und Ausprägungen des

NATURZYT 27


Claudias Veranstaltungstipp:

Freitag, 22. Juni 2018, 18.30 20.30 Uhr

Führung: «Ein Garten für Wild bienen und Schmetterlinge»

Ort: Natur-im-Garten, Büelweg 6, 5213 Villnachern, Claudia Ebling,

Kursleiterin Bioterra, Fachfrau für naturnahen Gartenbau ZHAW

Kosten: CHF 20. / Pers.

Anmeldung: bis 20. Juni bei Claudia Ebling, info@natur-im-garten.ch

oder Telefon 056 442 56 28

Geruchssinns bei Katzen unterschiedlich

sind, sind diese Pflanzen aber keine

Wunderlösung. Was jedoch von Katzen

gemieden wird, sind dornige Äste, da

die Samtpfoten relativ empfindlich sind.

Somit können gut platzierte Brombeeroder

Himbeersträucher nicht nur eine

abwechslungsreiche Nahrungsquelle sein,

sondern erschweren auch den Jägern den

Zutritt in den Garten. Auch einheimische

Sträucher, wie Weissdorn, Kreuzdorn

und Heckenrosen, sind natürliche

Barrieren, in denen sich auch Vögel

relativ sicher fühlen.

Herzlich

Claudia Ebling

www.natur-im-garten.ch

Ein Drahtgeflecht um den Baumstamm verhindert den Aufstieg für Jäger und

kann bei Bedarf gelockert werden.

Text Claudia Ebling

Fotos Claudia Ebling, fotolia

CH-8253 Diessenhofen • Tel. 052 657 40 70 • www.wilder-garten.ch

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Dornige und einheimische

Sträucher bieten Schutz für

Vögel und können auch als

Nistplätze genutzt werden.

Wandlung bereitet

das Künftige

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von Gärten ist unsere Kompetenz.


Sommergenüsse mit fris

JOHANNISBEER­BROWNIES

Zutaten (für eine Backform

von 25 x 25 cm)

100 g dunkle Schokolade

100 g weisse Schokolade

120 g Butter

100 g Mandelsplitter

4 Eier

100 g Zucker

1 Päckli Vanillezucker

1 Prise Salz

nach Belieben 1 Msp. Chilipulver

180 g Mehl

2 TL Backpulver

500 g Johannisbeeren

Puderzucker zum Bestäuben

Schokoladen in Stücke brechen.

Mit Butter in einer Schüssel über

dem heissen Wasserbad schmelzen.

Mandelsplitter hellbraun rösten.

Eier mit Zucker, Vanillezucker,

Salz und Chilipulver mit dem

Hand rührgerät zu einer hellen,

schaumigen Masse rühren.

Ausgekühlte Schokoladenmischung

und Mandelsplitter

unterrühren.

Mehl und Backpulver sorgfältig

daruntermischen. Johannisbeeren

unterheben. Masse in

eine gefettete Backform füllen.

Im 180 Grad heissen Ofen ca.

30 Minuten backen. Aus gekühlt

in Würfel schneiden und mit

Puder zucker bestäuben.

Rezepte und Fotos in Kooperation mit Schweizer Obst verband. Mehr fruchtige Rezepte auf www.swissfruit.ch

unikat

«Für eine herzhafte,

gesunde Ernährung»

30 NATURZYT


NATURZYT kocht

chen Beeren

JOGHURTGLACE

MIT HEISSEN BEEREN

Zutaten (für 46 Portionen)

Cakeform von ca. 20 cm Länge

80 g Zucker

300 g Bifidus­Joghurt, nature

1 Orange mit

unbehandelter Schale

2,5 dl Rahm

ca. 150 g

Schoggiwaffeln mit Orange

1,5 dl Orangensaft

23 EL Zucker

1 TL Maizena

500 g gemischte Beeren,

z.B. Himbeeren, Erdbeeren,

Heidelbeeren

Cakeform mit Öl bepinseln und mit

Klarsichtfolie auslegen. Zucker und

Joghurt verrühren. Orangenschale

fein abreiben, beigeben. Rahm steif

schlagen und mit Joghurt mischen.

Die Masse abwechslungsweise mit

Schoggiwaffeln in die Form geben.

Ca. 5 Stunden tiefkühlen.

Cake 15 Minuten vor dem Servieren

in den Kühlschrank stellen. Orange

auspressen. Orangensaft, Zucker und

Maizena zusammen verrühren und

aufkochen. 300 g Beeren dazugeben

und pürieren. Püree durch ein Sieb

streichen. Restliche Beeren beigeben.

Eiscake in Scheiben schneiden, mit

der warmen Beerensauce anrichten.

BEERENSUPPE

MIT VANILLESCHAUM

Zutaten (für 4 Personen)

35 g Zucker

oder 2¼ EL Süssstoffpulver

2 Sternanis

250 g Erdbeeren

125 g Himbeeren

125 g Heidelbeeren

1 EL Maisstärke (10 g)

2 EL Zitronensaft

½ Vanillestängel

50 g Qimiq, zimmerwarm

1 sehr frisches Eiweiss

ein paar Pfefferminzblätter

1,5 dl Wasser, 25 g Zucker und

Sternanis aufkochen, 15 Minuten

ziehen lassen. Sternanis entfernen.

Erdbeeren halbieren oder

vierteln. Die Hälfte aller Beeren

in den Sud geben, aufkochen

und 1 Minute köcheln. Mit dem

Stabmixer pürieren.

Maisstärke mit 0,5 dl Wasser anrühren,

zu den pürierten Beeren

geben. Unter Rühren 1 2 Minuten

köcheln. Restliche Beeren und

Zitronensaft daruntermischen, in

eine Schüssel umfüllen und auskühlen

lassen.

Vanillemark aus dem aufgeschlitzten

Vanillestängel schaben. Qimiq mit

Vanillemark und 10 g Zucker gut

verrühren. Eiweiss steif schlagen.

Sorgfältig unter das Qimiq mischen.

15 30 Minuten kalt stellen.

Beerensuppe in Gläser oder tiefe

Teller geben. Vanilleschaum auf

die Suppe verteilen, mit Pfefferminzblättern

garnieren.

NATURZYT 31


Bedrohte

Blumenkinder

Mit dem sprichwörtlichen Bienenfleiss

sammeln Wildbienenweibchen an Blüten

Pollen und Nektar: Die enormen Mengen,

die sie benötigen, gilt es dringend zu erhalten

und zu mehren.

Wildbienen zu helfen, ist

gerade in aller Munde.

Doch wie gelingt dies

wirkungsvoll? Eine

künstliche Nisthilfe aufzuhängen, bietet

Beobachtungsmöglichkeiten für uns

Menschen, doch einziehen können

nur ganz wenige, sehr häufige Arten.

Den vielen bedrohten Arten, die ganz

dringend auf Hilfe angewiesen sind,

helfen sie leider nicht.

Was aber Wildbienen und vielen

weiteren Wildbestäubern wie Schmetterlingen

oder Schwebfliegen wirkungsvoll

hilft, ist die Verbesserung des

Nahrungsangebots.

In ausgeräumten Gärten und Landschaften

finden Wildbestäuber immer

weniger Nahrung. Sie sind auf ein

vielfältiges und grosses Blütenangebot

angewiesen, von Februar bis in den

November hinein.

Dabei spielen auch verschiedene

Pflanzenfamilien eine grosse Rolle für

die 25% der spezialisierten Wildbienen.

Ideal ist deshalb ein farben- und formenfroher

Mix aus verschiedenen einheimischen

Ökotypen: Korbblütlern,

Dickblattgewächsen, Schmetterlingsblütlern,

Rosengewächsen, Kreuzblütlern,

Lippenblütlern etc. parallel während

der ganzen Wildbienensaison.

WILDBIENEN ERLEBEN

Wer genau hinsieht, entdeckt, wie fleissig

die Weibchen Pollen sammeln. Die

Haare der Bienen sind federförmig, und

so bleiben die Pollenkörner besonders

gut kleben. Sorgfältig werden diese

Körner regelmässig mit den Beinen gut

am Körper festgepappt, damit möglichst

schnell möglichst viel Pollen

trans portiert werden kann. Je nach

Art wird der Pollen an den Beinen, an

der Bauchbürste oder auch am Körper

transportiert. Auffällig sind die mit

Nektar vermischten Pollenkörbchen

bei Hummeln (und Honigbienen).

Die Weibchen haben es eilig, denn ihre

Lebenszeit ist kurz und die Sonnen-

32 NATURZYT


Bienenkörper sind

oft ideal an die

Blütenform angepasst.

NATUR BEWAHREN

NATURZYT 33


Enorme Mengen an Pollen

und Nektar werden benötigt.

Projekt Wildbienen schützen:

Jedes Abo hilft!

Seit März 2017 unterstützt NATURZYT

mit 20 Prozent des Abo-Erlöses das

Projekt «Wildbienen schützen». Bis jetzt

wurden CHF 3418 an wildBee.ch überwiesen.

Mit diesen Fördermitteln konnten

Schulbesuche durch geführt, Führungen

und Beratungen rund um Öffentlichkeits-

und Sensibilisierungs arbeit

ermöglicht und kann die Arbeit an einem

neuen Film aufgenommen werden.

Möchten Sie Wildbienen schützen?

Abonnieren oder verschenken Sie

NATURZYT, denn 20 Prozent des Abo-

Preises erhält wildBee.ch. Aber auch

mit einer direkten Spende an wildBee.ch

können Sie unterstützen! Spendenkonto

PC-85-631032-5, wildBee.ch,

5725 Leutwil. Herzlichen Dank!

stunden begrenzt, in denen sie ausfliegen

können. So sammeln sie blitzschnell

und mit akrobatischem Geschick Pollen.

Sie scheinen sich fast auf die Blüten

zu «stürzen», stärken sich mit dem

Rüssel am süssen Nektar und sammeln

gleichzeitig fleissig mit den Beinen

Pollen … und schon geht es weiter zur

nächsten Blüte!

Auch die Männchen spielen eine

wichtige Rolle bei der Bestäubung: Sie

sammeln selbst zwar keinen Pollen

und besuchen die Blüten nur, um Nektar

zu trinken, doch auch an ihrem Pelz

bleiben dabei Pollenkörner hängen und

können beim Berühren der Narbe einer

anderen, gleichen Pflanze bestäuben.

Dabei sind auch die verschiedenen

Rüssellängen hilfreich, und einige Pflanzen

behalten sich mit einer besonders tiefen

Kronröhre nur bestimmten Wildbestäubern

vor. So gibt es kurz- und

langrüsslige Bienen mit den entsprechenden

Blütenpräferenzen.

einzigen Larvenproviant! Neben der

Gefahr durch Pestizide ist Nahrungsmangel

ein grosses Problem für Wildbienen.

Sie finden immer weniger

Blüten, es wird zu viel gemäht, zu viel

gedüngt, was gerade für besonders

wertvolle Magerpflanzen das Aus

bedeutet, etc.

Verschärft werden kann dies leider

zusätzlich durch die Konkurrenz mit

domestizierten Honigbienen. Als

landwirtschaftliche Nutztiere ergibt

gerade ihr mobiler Einsatz Sinn in den

Monokulturen und bei grossen Trachten.

Doch im Siedlungsraum wie in

Städten, in der Landschaft und insbesondere

in Naturschutzgebieten können

sie durch den Abtransport grosser

Mengen an Pollen und Nektar für ihre

Honigproduktion als Wintervorrat

problematisch werden, sobald das

Nahrungsangebot begrenzt ist. Wild-

Maskenbiene

kurzrüsslig

1 mm

Honigbiene

kurzrüsslig

6,5 mm

Ackerhummel

langrüsslig

13 mm

Gartenhummel

langrüsslig

21 mm

WILDBIENEN SCHÜTZEN

So sind Wildbienen von enormen Mengen

an Pollen und Nektar abhängig. Die

Schwarze Mörtelbiene (Megachile

parietina) beispielsweise benötigt den

gesamten Pollen von 1140 Esparsetten‐

Blüten für einen einzigen Nachkommen,

das sind mehr als 4 Pflanzen. Doch sie

hat dabei Konkurrenz, denn auch weitere

Arten sammeln an dieser begehrten

Bienenweide. Diese eingerechnet,

braucht sie sogar 11 Pflanzen für einen

Die Larven essen den in den Brutzellen für sie gesammelten Pollen.

34 NATURZYT


Wildbienen­Projekt auf

www.NATURZYT.ch/

wildbienen­schützen

WELT DES POLLENS

Farben und Transportmittel

Die Hummel formt mit Nektar dicke Pollenhöschen.

Trockener.

NATUR ERLEBEN

Pollenbad im Korbblütler.

Eingepudert beim Nektartrinken.

Frisch begonnener Sammelflug: erste, dünne Pollenschicht.

Je mehr Haare, desto mehr Pollen bleibt hängen.

Pollenkörner der Malven sind besonders gross.

Mehr geht fast nicht: ganzer Körper voll Blütenstaub.

NATURZYT 35


PORTRÄT EINER BEDROHTEN ART

UND WIE SIE HELFEN KÖNNEN

«Die Haltung von Honigbienen

entfernt Pollen

und Nektar aus der

Umwelt eine natürliche

Ressource, die von

vielen wilden Bienenarten

und anderen Bestäubern

benötigt wird.»

Studie «Conserving honey bees does

not help wildlife», 2018

BIENENWEIDEN

heissen so, weil sie besonders

viel Pollen und / oder Nektar

bieten. In diesen Monaten sind

besonders wertvoll:

Glockenblumen

Natternkopf

Heilziest

Hornklee

Esparsette

Wegwarte

Reseda

Dost

Färberkamille

etc.

bienen produzieren keinen Honig,

weil sie als heimische Arten an unser

Klima angepasst sind und während

des Winters keine Nahrung brauchen.

Sie überwintern je nach Art als Larve,

Puppe oder fertig entwickelte Biene in

einer Winterruhe.

Damit Wildbienen überleben, brauchen

sie genügend Nahrung für sich und

für ihre Nachkommen. Auch auf dem

Balkon ist ein Nahrungsangebot wertvoll,

oft kommen sie dank dieser wichtigen

«Tankstelle» von einem Lebensraum zum

nächsten. Solche Korridore sind auch in

der Landschaft und in der Landwirtschaft

wichtig, damit Wildbestäuber sich auch

dort einfinden und ihre wichtige Aufgabe

der Ökosystemleistungen erbringen

können und Kulturen wie auch Wildpflanzen

bestäuben.

SCHAFFEN SIE EIN BLÜTENMEER

Bienenweiden auf dem Balkon, am Wegrand,

im Garten, im Quartier, am Waldrand

und am Ackersaum etc. sind von

enormer Bedeutung, damit Wildbienen

Zukunft haben.

Hilfreich ist dabei auch nichts tun

mit einer Toleranz gegen sogenanntes

«Unkraut», gerade diese vielen kleinen

Blüten sind oft sehr wertvoll und begehrt

bei Wildbienen: Jede Blüte zählt jede

Biene zählt!

Text Deborah Millett Fotos wildBee.ch

Kleine Spiralhornbiene

Systropha curvicornis

Rote­Liste­Status: 1,

vom Aussterben bedroht

Flugzeit: Juni bis August

Erkennungsmerkmal dieser Art:

Die hübsche Kleine Spiralhornbiene ist nur

etwa 9 mm gross und fast ganz schwarz.

Auffällig sind die namensgebenden «gekrümmten

Hörner» an der Spitze der

Fühler sowie der Blütenbesuch, denn sie

ist streng spezialisiert auf die Ackerwinde

(Convolvulus arvensis).

Gefährdung:

Durch Herbizideinsatz fehlt die Nahrungsgrundlage,

die wenig beliebte Ackerwinde

als frühere Begleitflora. Doch auch die

Nistplätze fehlen, weil in der intensiven

Landwirtschaft unbefestigte, vegetationsarme

Feldwege immer seltener werden.

Fördermöglichkeit:

Tolerieren Sie etwas Unkraut wie die

Ackerwinde, die auch weiteren Arten wertvolle

Nahrung bietet. Fördern Sie gut

besonnte offene Bodenstellen in der Nähe.

Kaufen Sie wo immer möglich Bioprodukte

und unterstützen Sie damit eine

artenreiche Landwirtschaft.

ETH/Albert Krebs

ETH/Albert Krebs

Diese Mauerbiene hat

den gesammelten

Pollen im Nest festgedrückt

und hat davon

noch Spuren auf dem

Kopfschild.


Wildbienen und Bienenweiden entdecken

Hier können Sie auf Entdeckungsreise zu den Bestäubern gehen:

• Wildbienen­Schaugarten in Leutwil

Erlebnistage (23.6., 25.8. und 8.9.) mit Kinderprogramm:

www.wildbee.ch/wildbienen-garten-leutwil

• Wildbienen­Kalender im Papiliorama, Kerzers

Arten nach Monaten entdecken, Blick ins Hummelnest

www.papiliorama.ch/erleben/wild-seeland

Mehr Futter für Wildbienen

WILDBIENEN­PFLANZZIEGEL

Wer lieber schon gewachsene Pflanzen

einsetzt, findet 4 Wildbienen-Pflanzziegel

mit je 10 Bienenweiden: Jeder

Ziegel kann ganz einfach mit 6 Spatenstichen

als Initialbepflanzung eingesetzt

werden.

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FÜR WILDBIENEN

Mit wildBee und Spezialisten entwickelte

Mischung für 6 verschiedene

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Im neuen handlichen A5-Infoflyer

finden sich auf 28 farbigen Seiten

schnell und kurz die wichtigsten Infos

rund um Wildbienen. Ideal zum

Auflegen an Standaktionen, Märkten,

Infoständern etc. Er kann kostenlos

bestellt werden unter

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als E-Book zugänglich unter

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NATURZYT 37


Hier lässt sich das Leben geniessen.

Sagenumwobener Lai da Juata hoch

über dem Val Müstair, mit Blick auf

den Ortler, den höchsten Berg Tirols.

In der Sagen- und Urwelt

des Val Müstair

Die Dialen, feenhafte Wesen mit Ziegenfüssen, sind

aus dem Val Müstair verschwunden. Ihre einstige Heimat

auf der sonnenverwöhnten Alp da Munt verzaubert heute

Wanderer und Naturfreunde.

38 NATURZYT


Der God da Munt, einer der urtümlichsten Wälder im

Val Müstair. Nach einer guten Stunde Waldabstieg ist

man in Tschierv angelangt.

Undankbarkeit führt nicht weit. Das

mussten einst auch die Bewohner des

Val Müstair erfahren, des Bündner

Tals in der südöstlichsten Ecke der Schweiz.

Vor langer Zeit hausten auf der Alp da Munt eigenartige

Wesen. Sie hatten feenhafte Gestalt und waren

wunderschön, nur ihre Ziegenfüsse waren gewöhnungsbedürftig.

Die Dialen, so wurden sie genannt,

halfen den Menschen im Val Müstair, wo sie nur

konnten. Sie spendeten den Hungrigen Nahrung, sie

packten bei den Bauern mit an, und sie führten

verirrte Kinder zurück zu ihren Eltern. Doch die

Beschenkten trieben viel Schabernack mit den

Dialen. So fehlten plötzlich Wäschestücke, welche

sie zum Trocknen aufgehängt hatten, ausgeliehene

Silbergabeln kamen nicht zurück, und ein wollüstiger

Jüngling soll ihnen gar heftig nachgestellt haben.

Da packten die Dialen ihre Schätze und Reichtümer

und wurden seither nie wieder im Tal gesehen.

VERFLUCHTES KRAUT

Ähnlich erging es dem Isländischen Moos, einem

einst saftigen, blattreichen Gewächs. Dort, wo heute

der Moorsee Lai da Juata liegt, wuchs es ausgesprochen

üppig und nährte die Kühe so gut, dass sie dreimal

pro Tag Milch gaben. Das passte dem faulen Senn

nicht. Er verfluchte die Pflanze so sehr, dass ein Felssturz

die Alp und die Weiden auf Juata unter sich

begrub und einzig den kleinen See übrig liess. Seither

ist Isländisches Moos ein dürres Gewächs und

trägt im Val Müstair den Namen «erva smaladina»,

verfluchtes Kraut.

Wie viel Wahres in den Sagen steckt, ist nicht

überliefert. Fakt ist jedoch: Die Schauplätze des

Start am Ofenpass zur Wanderung ins Valbella. Von Weitem grüsst

der Piz Daint.

Geschehens die Alp da Munt und der Lai da Juata

sind ausgesprochen hübsch und lassen sich auf einer

Wanderung besuchen. Das tun viele. Der Themenweg

Senda Val Müstair führt vom Ofenpass an beiden Orten

vorbei ins Dorf Lü. Wer es ruhiger, urtümlich und

anspruchsvoller mag, nimmt sich die Alternative vor:

von der Ofenpasshöhe durch das Valbella zur Alp

da Munt und anschliessend vom Lai da Juata im nicht

enden wollenden Zickzack durch den urwaldähnlichen

God da Munt nach Tschierv. Wer diese Route wählt,

kommt am Val Nüglia vorbei, das zum Schweizerischen

Nationalpark gehört und mit rauer Schönheit lockt,

und er macht Bekanntschaft mit den uralten, von Wind

und Wetter gezeichneten Baumriesen im God da Munt.

AUF BLUMEN FOLGEN GRÄBEN

Den Wanderspass starten wir auf dem Ofenpass. Zu

Beginn geht,s stetig bergan, vorbei an Bergföhren,

Arven und unzähligen Blumen. Bald gesellt sich die

Aussicht auf den Nationalpark dazu, und die könnte

nicht besser sein. Die weite Ebene von Buffalora und die

Gipfel von Piz Daint, Munt Buffalora, Piz Nair und

Munt la Schera stehen Spalier. Schliesslich erwartet

uns auf dem Weg ins Valbella noch eine Rarität:

die Monte-Baldo-Segge. Wie sie es ins Val Müstair

geschafft hat, weiss niemand. Die Segge stammt vom

Monte Baldo, der liegt am Gardasee. Zur letzten grossen

Eiszeit war der Berg eisfrei, die Segge hat überlebt. Ob

die Bergamaskerschafe, die im 19. Jahrhundert um den

Ofenpass weideten, die Samen mitgebracht haben?

Nach drei viertel Stunden ändert die Tour ihren

Charakter, und zwar deutlich. Steile Gräben lösen die

liebliche Blumen-Föhren-Arven-Kulisse ab, wir müssen

mittendurch. Das ist nicht weiter schwierig, doch

NATURZYT 39


Tipps und Infos

Wanderroute: Ofenpasshöhe Chaschlot Valbella

Fuorcla Funtauna da S-charl Alp da Munt Lai da Juata

God da Munt Tschierv

Variante: Vom Lai da Juata weiterwandern über die

Alp Champatsch (mit Einkehr) nach Lü. Erpart den Waldabstieg

nach Tschierv.

Anforderungen: Sicherer Tritt und solide Knie sind gute

Begleiter. Ansonsten keine besonderen Herausforderungen.

Reine Wanderzeit: 4 Stunden, 15 Minuten

An­ und Rückreise: Mit dem Zug nach Zernez, dann

mit dem Postauto nach Süsom Givè (Ofenpasshöhe).

Zurück mit dem Postauto ab Tschierv Biosfera.

Einkehr: Auf dem Ofenpass und in Tschierv.

Karten: Swisstopo Wanderkarte 1:50 000 Blatt Nationalpark

(459T); Swisstopo-Landeskarte 1:25 000 Blatt Sta. Maria (1239)

sicherer Tritt und keine Mühe, in die Tiefe zu blicken,

sind gute Begleiter. Die Gräben sind eindrücklich

und zeugen von der Kraft der Natur, wenn statt eitel

Sonnenschein Sturzbäche vom Himmel rauschen.

Drei Runsen gilt es zu queren, dann liegt es vor uns,

das Val Nüglia, was so viel heisst wie Tal des Nichts.

Dieses Nichts kann man zwar nicht besuchen im

Schweizerischen Nationalpark herrscht abseits der Wege

Betretungsverbot doch man kann es von Weitem

bestaunen. Im Val Nüglia finden Rothirsche, Gämsen

und Murmeltiere reichlich Nahrung, in den Lüften

kreisen oft Steinadler und Bartgeier. Ein tiefer Graben

trennt die Ebene auf Chaschlot, auf der wir stehen,

vom Tal. Durch die nördliche Flanke dieses Grabens

setzt unser Weg sich fort, durch die Schutthalde,

die vom Munt da la Bescha in die Tiefe stürzt. Ist die

Stelle passiert, weitet sich das Tal. Valbella heisst es,

schönes Tal. Es macht seinem Namen Ehre, je mehr

wir uns dem höchsten Punkt nähern. Ist er auf

2535 Metern erreicht, taucht linkerhand ein Skilift auf.

Ihm folgen wir bis zur Fuorcla Funtauna da S-charl,

dann geht es rechts ab zurück ins Val Müstair.

Unser nächstes Ziel ist besagte Alp da Munt. Man

könnte sie auf dem Alpweg erreichen, was reichlich

eintönig ist. Besser hält man sich Richtung Pass

dal Fuorn, taucht alsbald in lichten Wald ein und

zweigt in der zweiten markanten Rechtskurve linkerhand

auf einen nicht signalisierten Trampelpfad ab.

Fast ein wenig abenteuerlich schlängelt er sich durch

die Dolinenlandschaft der Alp da Munt und endet

beim im Sommer geschlossenen Bergrestaurant.

Die Aussicht, die sich auf das Val Müstair auftut, ist

zauberhaft. Das Tal liegt einem zu Füssen, in der

Ferne leuchtet der Eispanzer des Ortlers unter der

Sonne. Der unübersehbare Klotz ist mit 3905 Metern

höchster Berg Tirols.

EIN WALD ZUM VERLIEBEN

Den Ortler vor Augen, ist der zweite Sagenschauplatz

bald erreicht. Das Seelein Lai da Juata ist zwar wenig

spektakulär, seine Lage über dem Tal und die knorrigen

Arven an seinem Ufer liefern hingegen einen idealen

Platz, um auszuspannen und zu picknicken.

Der folgende Abstieg durch den God da Munt nach

Tschierv ist steil, keine Frage. Aber der Weg führt durch

einen der schönsten Wälder des Tals. Waldföhren,

Lärchen, Kiefern und Arven sind hier zu Hause, dazu

gesellen sich kniehohe Farne und bunte Disteln. Im

Frühling überziehen unzählige Erikastauden die Hänge

und lassen den God da Munt violett und rosa leuchten.

Viele Bäume haben ein stattliches Alter erreicht, was

man ihnen ansieht. Sie recken die Äste in alle Richtungen,

sind zerzaust und knorrig und gleichen eigenwilligen

Kunstwerken. Manch einer hat sein Leben

beendet und dient der Waldgemeinschaft als Totholz,

worüber sich Käfer und Insekten freuen. Zu Beginn, wo

der Wald noch licht ist, guckt der Ortler am Horizont

durch das Grün. Später sind wir ganz von Bäumen

umgeben und wünschen uns, der Weg möge nicht mehr

enden. Er tut es doch und entlässt uns oberhalb von

Tschierv wieder in die Weite des Tals. Das letzte Stück

ins Dorf ist asphaltiert. Ein paar Sitzbänke an bester

Aussichtslage entschädigen für den Untergrund.

Text/Fotos Daniel Fleuti

Ein Stück Nationalpark:

das Val Nüglia.

40 NATURZYT


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zauberhaften Moor- und Karstlandschaften.

Im Saunabereich erholen sich

die Gäste von der Wanderung. Danach

lockt das regionale Abendessen beim

offiziellen Gastropartner der UBE.

Ideal für eine kleine Auszeit mit kurzer

Anreise, www.hotel-rischli.ch,

T 041 488 12 40

NATUR ERLEBEN

HOTEL POST BIVIO

CHARMANT, ZENTRAL, PERSÖNLICH

Das familiäre Hotel Post begrüsst Sie

in Bivio, mitten im Naturpark Ela. Das

3-Sterne-Haus mit unverwechselbarem

Charakter verfügt über ein ausgezeichnetes

Restaurant mit Bündner Spezialitäten

und exklusiven Weinen.

Bivio ist ein idealer Ausgangsort für

ausgiebige Wanderungen in der traumhaften

Bergwelt rund um den Julierpass,

das Oberengadin und das Bergell.

Informationen und Angebote unter

www.hotelpost-bivio.ch oder

T 081 659 10 00

NIEDERE INSTINKTE BEFRIEDIGEN

Hotels versprechen ihren Gästen oft

Unglaubliches von innerer Balance

bis zum allgemeinen Seelenheil.

Wir sind da «as bizzle» bodenständiger.

Hier gibt’s einfach richtig gute Bio-

Küche, saugemütliche Zimmer und

Suiten, ein uriges alpenländisches

Ambiente und jede Menge Bergwelt

rund ums Haus. Und wer seinen Instinkt

folgend etwas für den Kreislauf tun

will, geht so wie Bettina und Jeremias

am Morgen in eiskaltem Wasser

kneippen.

Mehr unter www.walserstuba.ch

WILDE SCHÖNHEIT

Während sich im Winter der Klöntalersee

in ein spektakuläres Natureisfeld

verwandelt, durchflutet die Sonne den

See entlang das Glärnischmassiv mit

Licht. Dann entpuppt sich das Klöntal

als Bade- und Wanderparadies.

Mitten in dieser spektakulären Landschaft

liegt das Hotel Rhodannenberg.

Auf der Terrasse finden bis zu 150 Gäste

Platz. Im Freien gibt’s auch eine gemütliche

Lounge und einen nach neusten

Standards eingerichteten Kinderspielplatz.

www.rhodannenberg.ch

T 055 650 16 00

NATURZYT 41


Buchtipp

Wanderungen und Geschichten

zum Val Müstair

Die Wanderung vom Ofenpass

durch das Valbella zur

Alp da Munt und durch

den urwaldähnlichen God

da Munt nach Tschierv stammt aus

dem neuen Rotpunkt-Wanderführer

«Wanderwelt Val Müstair». NATURZYT-

Autor und Fotograf Daniel Fleuti sowie

Autorin Andrea Kippe haben zwischen

dem Ofenpass und dem Südtiroler Städtchen

Glurns die 30 schönsten Touren

zusammengestellt. Das Buch ist ein

Wanderführer für das ganze Jahr. Er enthält

20 Wandervorschläge für den Frühling,

Sommer und Herbst sowie für die kalte

Jahreszeit sechs Schneeschuhtouren und

vier Winterwanderungen. Jede Tour ist

sorgfältig beschrieben und enthält nebst

vielen Angaben zur Natur, Kultur und

Geschichte praktische Serviceinfos zu

Charakter, Anreise, Einkehr und den

Anforderungen der Wanderung. Zahlreiche

Fotos animieren dazu, loszuziehen

und die Welt im Val Müstair und im

angrenzenden Südtiroler Münstertal

zu entdecken.

«Wanderwelt Val Müstair» ist aber

auch ein Lesebuch für Liebhaber des

sonnenverwöhnten Bündner Südtals. Die

Autoren sind zahlreichen Hintergrundgeschichten

zu Natur, Kultur, Brauchtum,

Wirtschaft und Geschichte des Tals nachgegangen.

So haben der Bär und die

nie gebaute Eisenbahn über den Ofenpass

genauso Einzug gefunden wie

die Geschichte der Grenze im Tal, der

Krieg am Umbrail und der Naturpark

Biosfera Val Müstair, der seit 2010

besteht. Und natürlich kann man auch

die Sage der Dialen und des Isländischen

Mooses nachlesen. Aber nicht erschrecken:

Auch die kopflose Spukgestalt des

Vau- Mannes begegnet einen zwischen

den Buchdeckeln. Ein umfassender

Serviceteil und zahlreiche Adressen

zu Unterkünften, Einkehr, Einkauf

und Sehenswürdigkeiten runden den

praktischen Wanderführer ab.

WANDERN, FOTOGRAFIEREN,

WALDBADEN

Erhältlich ist das Buch beim Rotpunktverlag

(www.rotpunktverlag.ch), im

Buchhandel und signiert bei den Autoren.

Bei den Autoren weiter im Angebot sind

Fotokarten und Kalender aus dem Tal.

Zudem bieten Daniel Fleuti und Andrea

Kippe mit ihrem Outdoorunternehmen

Wildout Naturerlebnisse im Val Müstair

diverse Aktivitäten an. Auf geführten

Wandertouren kann man mit den Buchautoren

das Tal und seine Geschichten

entdecken, beim Waldbaden weckt man

die Lebensgeister neu, und die Fotoreisen

und -workshops führen zu den schönsten

Plätzen im Tal und geben Einblick in

die Grundlagen der Natur- und Land -

schafts fotografie.

Alle Angebote unter www.wildout.ch

Daniel Fleuti, Andrea Kippe

Wanderwelt Val Müstair

320 Seiten, mit Farbfotos,

Routenskizzen und Serviceteil

CHF 38.00

Rotpunkt Verlag

ISBN 978­3­85869­780­6

Weitere Infos

www.rotpunktverlag.ch

42 NATURZYT


Mehr Naturerlebnisse auch

auf www.NATURZYT.ch

Die Natur im Sommer erleben

BALLENBERG

DEIN MUSEUM VOLLER LEBEN

Eine aufregende Reise durch die Vergangenheit

der Schweiz. Helfen Sie mit beim

Schmieden, lernen Sie, wie Käse gemacht

wird, oder erkunden Sie die über

250 Bauernhoftiere. Geniessen Sie ein

gemütliches Barbecue oder entspannen

Sie in den Blumen- und Duftgärten. Mehr

als 100 originale, jahrhundertealte Gebäude

aus allen Landesteilen der Schweiz machen

das Freilichtmuseum Ballenberg zu einem

einzigartigen Erlebnis!

Täglich geöffnet bis 31. Oktober 2018.

www.ballenberg.ch

TROPENHAUS FRUTIGEN

EXPEDITION WASSER 14.7.2018

Wanderung entlang dem Wasser mit

Wissenswertem, Spannendem, Erstaunlichem

und vielleicht auch Erschreckendem

rund um das lebenswichtige Element. Als

Abschluss im Tropenhaus Frutigen lernen

wir das Wasser und seine Nutzung vor

Ort kennen. Inklusive Apéro riche.

Treffpunkt: Bahnhof Reichenbach um

14.30 Uhr (bei jeder Witterung), Ende

ca. 18.30 Uhr. Anmelden bis 7.7.2018,

T 033 672 11 46 oder events@tropenhausfrutigen.ch.

Kosten: CHF 70. p. P., inkl.

Führung, Eintritt und Apéro.

UNTERWEGS IM WILDEN WESTEN

VON LUZERN

Farbige Moore, quirlige Murmeli oder

kleinste Wasserlebewesen die Ausflugswelt

der Unesco-Biosphäre Entlebuch

verzaubert ihre Gäste mit einer einmaligen

Vielfalt an Naturjuwelen. Zu diesen führen

Sie unsere Biosphärenguides; als Spezialisten

zeigen Sie Ihnen die schönsten Ecken

des Entlebuchs und öffnen Ihnen die

Augen für manch unerkannte Schönheit

der Natur. Neben der Exkursion «Karst

und Höhlen» gibt es noch viele weitere

spannende Themen zu entdecken.

www.biosphaerenakademie.ch

NATUR ERLEBEN

AB INS EMMENTAL

Wandern Sie fernab von Verkehrslärm

und Zivilisation auf der wunderschönen

Höhenroute Napf. Von der Lüderenalp

bis hin zum Napf-Gipfel geniessen Sie

einen atemberaubenden Ausblick auf

die Berner Alpen, das Mittelland und

den Jura. Das Emmentaler Wanderwegnetz

führt Sie durch schroffe Täler, vorbei

an lieblichen Hügeln und durch dicht

bewachsenen Wald. Stärken können Sie

sich in einem der vielen traditionellen

Emmentaler Gasthöfen.

Auf zum Echten ab ins Emmental!

Mehr unter emmental.ch/wandern

DIE AARESCHLUCHT

EIN FRÜHSOMMERERLEBNIS

Erleben Sie das Wunder der Natur hautnah

und besuchen Sie im Frühsommer die

Aareschlucht. Das preislich attraktive

Ausflugsziel im Berner Oberland eignet

sich für Familien, Wanderer und Naturliebhaber

bei jedem Wetter. Noch heute

erkunden Sie die 1,4 Kilometer lange

und bis zu 200 Meter tiefe Schlucht

auf sicheren, nach alter Tradition

errichteten Stegen. Verpflegungsmöglichkeiten

und ein toller Spielplatz laden

zum Verweilen ein.

www.aareschlucht.ch

ENTSCHLEUNIGUNGSRUNDWEG

«MUSSE:UM»

Sich Zeit zu nehmen, das ist das Motto des

Musse:um. Unterwegs stehen verschiedene

Bänke, bei denen neben dem Naturerlebnis

auch die aktive Entspannung zum Zuge

kommt. In einer ruhigen Umgebung

werden die Sinne geschärft und Verspannungen

gelöst. Der Rundweg führt ohne

grosse Steigungen durch die wunderbaren

Landschaften zwischen dem Tavel- Denkmal

und dem Ausflugsziel Bütschelegg, mit der

traumhaften Aussicht Richtung Emmental,

auf den Thunersee, auf die Voralpen und

die Alpen. www.gantrisch.ch

NATURZYT 43


NATURZYT Ferien­Special

Sommer in

44 NATURZYT


Drei Schweizer Bergregionen

laden ein, einen schönen

Sommer in schönster

Natur zu erleben und

zu geniessen. Über Stock und Stein

durch die wilde und unberührte Natur,

das bietet das Lötschberger-Land

an (S. 4647).

Gipfel-, Grat- und Höhlenwunder

erlebt man rund um den Thunersee

(S. 4850). Oder auf den Spuren

des Grossen Aletschgletschers,

die Natur im Fluss erleben (S. 5253).

Erfahren Sie darüber auf den

folgenden Seiten mehr, und bald

geniessen Sie schöne Ferien.

den Bergen


ÜBER STOCK UND STEIN DURCH

DIE WILDE UND UNBERÜHRTE NATUR

Das Lötschberger­Land bietet eine schier grenzenlose Palette

an Naturschönheiten. Am besten lässt sich das Gebiet, welches

sich vom Berner Oberland über das Oberwallis bis hin zum Piemont

erstreckt, mit dem RegioExpress Löschberger erkunden.

Blühende Wiesen, kristallklare

Seen, tiefe Schluchten und

atemberaubende Bergketten

wer mit dem Zug aus dem

hektischen Alltag ins Lötschberger- Land

flieht, findet nicht nur Ruhe, sondern

auch eine grosse Auswahl an Wanderwegen.

Dabei führen sonnige und

spannende Pfade im Berner Oberland

bis hin zum Oberwallis an Orte, die

fernab von Touristenströmen liegen

und deshalb auch bei Murmeltieren,

Gämsen und Steinböcken sehr beliebt

sind. Sollten sich die wilden Bergbewohner

versteckt halten Erholung

und Abenteuer sind auf jeden Fall

garantiert.

ZU DEN STILLEN SUONEN

Das Wanderparadies «Sonnige Halden»

ist eine Region im Unesco-Welterbe

Swiss Alps Jungfrau-Aletsch und liegt

fernab vom Massentourismus im

Oberwallis. Seien es Hobbywanderer

oder Tourenfans hier finden alle eine

passende Route. Eine Möglichkeit für

jede Altersgruppe ist der Höhenweg

Lötschberger-Südrampe ab Hohtenn.

Der Weg fasziniert mit seinem Wechselspiel

zwischen alpiner und mediterraner

Vegetation, speziellen eisenbahntechni

schen Bauten und romantischen

Berg dörfern. Auf den Suonen-

Wanderungen finden geübte und

schwindel freie Bergler den Nervenkitzel

pur: Die Wanderung «Gorperi» führt

vom Bahnhof Ausserberg zum Stolleneingang

in Chorruderi. Nach der Durchquerung

des Stollens der Niwärch- Suon

gelangen die Abenteurer zweieinhalb

Stunden später zur Fassung der Gorperi-

Suone. Suonen sind historische Wasserleitungen,

die nicht nur eine wildromantische

Kulisse bieten, sondern

auch die Landschaft prägen.

Mehr Informationen unter

bls.ch/sonnigehalden

ELDORADO FÜR KLEIN UND GROSS

Die einzigartige Naturlandschaft sowie

die gepflegte Baukunst haben dem

Diemtigtal im Berner Oberland den

Titel «Regionaler Naturpark Landschaft

von nationaler Bedeutung»

beschert. Dies zu Recht: Während sie

im Winter drei äusserst familienfreundliche

Skigebiete präsentiert, fasziniert

die bedeutendste Schweizer Alpwirtschaftsgemeinde

im Sommer mit ihrer

Flora und Fauna. Über 10 000 Kühe,

Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde leben

auf den rund 140 Alpenbetrieben. Kein

Wunder, führen vielfältige Themenwege

46 NATURZYT


Eine beliebte Strecke

ist die Höhenwanderung

RinderbergHorneggli.

Unterwegs im Naturpark

Diemtigtal in einer einzigartigen

Naturlandschaft.

NATUR ERLEBEN

Auf den Suonen­Wanderungen

finden geübte und schwindelfreie

Bergler den Nervenkitzel pur.

durch den Naturpark, der als Eldorado

für kleine und grosse Wanderer gilt.

Eine herrliche Aussicht über die weiten

Täler des Diemtig- und des Simmentals

bietet die Panoramawanderung Niesen

Diemtigtal. Der Niesen liegt am Fusse

des Thunersees und ist einfach mit

der Standseilbahn erreichbar. Nach

der dreieinhalbstündigen Wanderung

präsentiert sich auf der Aussichtsplattform

Hoschüpfen ein fesselnder

Ausblick auf die Berner Alpen.

Mehr Informationen unter

bls.ch/diemtigtal­wandern

300 KILOMETER SIGNALISIERTE WEGE

Wer «Gstaad» hört, denkt meistens an

Tennisturniere und berühmte Schauspieler.

Doch die Ferienregion hat viel

mehr zu bieten: Mit über 300 Kilometern

signalisierten Wegen finden Wanderer

nebst Schluchten, alpinen Tälern, hohen

Gipfeln und Moorlandschaften alles,

was ihr Herz begehrt. Zu den beliebtesten

Höhenwanderungen zählt die Strecke

RinderbergHorneggli. Sie startet

bei der Bergstation Rinderbergbahn in

Zweisimmen und führt über den

Gandlauenen grat zum Hornberg und

via Horneggli hinunter nach Schönried.

Eine anspruchs volle Höhenwanderung

heisst «Den Firnfeldern entgegen».

Die Tour, die in Gstaad startet und in

der Lenk endet, hat sowohl landschaftlich

als auch botanisch viel zu bieten. Kernstück

ist der Wasserngrat. Die exponierten

Stellen auf dem schmalen Pfad

sind zwar mit Seilen gesichert, trotzdem

sollten sich nur schwindelfreie Wanderer

auf diese Tour begeben. Und sie werden

belohnt: Der unvergessliche Ausblick

reicht vom Saanenland zum Lauenental

bis hin zu den Gipfeln und Gletschern

der Wildhorn- und Diableretsgruppe.

Mehr Informationen unter:

bls.ch/gstaad

Text/Fotos BLS

Der neue BLS­Webshop

Die BLS ist seit Mai mit dem neuen

Freizeit-Webshop online. Dort können

zahlreiche spannende Freizeitangebote,

Leistungen wie Abonnemente, attraktive

Monatshits, Ausflug-Abos, Tageskarten und

Sparbillette online gekauft oder erneuert

werden. Wer will, kann seine Freizeitleistung

mit einem ÖV-Ticket kombinieren.

Mehr unter bls.shop.ch

NATURZYT 47


GIPFEL-, GRAT- UND HÖHLENWUNDER

Imposant ragt der Niesen über dem Thunersee empor.

Das Gipfelpanorama ist unbeschreiblich schön. Ebenso

spektakulär ist eine Wanderung auf dem Grat ob Aeschiried

oder in den St. Beatus-Höhlen.


Fast geschafft: Vor Aeschiried

wandelt sich der Grat in

einen lieblich sanften Hügelzug.

NATUR ERLEBEN

Wunderbare Farben

und Formen bieten die

St. Beatus­Höhlen.

Dieses Bänkli offenbart

die Wunderwelt

der Berner Voralpen.

Friedlich plätschert

hier der Suldbach

vor sich hin.

Allein die Bahnfahrt hinauf

zum pyramidenförmigen

Gipfel ist spektakulär. Das

Drahtseil zieht die Bahn

fast gerade den steilen Hang hinauf

bis auf den Niesen. Mit zunehmender

Höhe eröffnen sich immer weitere

Blicke hinaus in die Berner Oberländer

Bergwelt. Darüber hinaus gibt es speziell

für Kinder «Gschichtefahrte uf e Niese».

Während der rund 30-minütigen Fahrt

mit der nostalgischen Drahtseilbahn

erfahren die Kinder die Abenteuer des

Niesenfuchses oder des magischen

Mühlsteins. Es sind beides Geschichten,

die vom Niesen inspiriert sind und sich

am Berg abspielen. Dieses einmalige

Erlebnis ist auf Kinder im Alter zwischen

fünf und acht Jahren ausgelegt. An sechs

verschiedenen Nachmittagen zwischen

Mitte Juni und Mitte Oktober kommen

sie in den Genuss dieser ganz besonderen

Bergfahrt. Und als Zugabe wartet oben

ein Gipfelzvieri.

WUNDERSAMES ÜBER TIERE

UND AUF WANDERUNGEN

Auch ein Zvieri gibt es bei den «Gschichte -

fahrte» mit dem ehemaligen Berner

Jagdinspektor Peter Juesy. An drei

Nachmittagen gibt er seine Faszination

für die Wildtiere am Niesen weiter. Oben

wartet jeweils der grossartige Rundumblick

vom Gipfel der Pyramide am

NATURZYT 49


Wie ein Wunder wirkt der pyramidenförmige Niesen am Südufer des Thunersees.

Thunersee. Panoramakarten helfen sich

zu orientieren. Sie offenbaren, dass

das Dorf auf dem Hügelzug zwischen

Frutigland und Thunersee Aeschi heisst.

Etwas oberhalb liegt Aeschiried.

Hier beginnt eine äusserst spektakuläre,

abwechslungsreiche und zweifellos

schöne Wanderung: der alpine

Bänkli-Rundweg. Dieser beginnt gemächlich.

Entlang des sprudelnden

Bergbachs Suld führt er sanft ansteigend

durch das Suldtal. Hinten

im Talkessel empfiehlt sich eine

Stärkung im Restaurant Pochtenfall.

Mit geladenen Batterien beginnt

dann der steilere Teil des Weges.

Zuerst hinauf zum Pochtenfall selbst.

Bei einem Bänkli öffnet sich der Blick

auf ebendiesen. Beeindruckend stürzt

das Wasser die Fluh hinunter, ehe es

tosend unten im Bach davonrauscht.

Davonrauschen können hier die

wenigsten Wanderer. Es ist auch nicht

ihr Ziel. Sie steigen weiter den steilen

Weg hinauf Richtung Grat. Dort angekommen,

wird wohl jeder zumindest

kurz innehalten. Auf der einen Seite das

eben durchwanderte Suldtal mit dem

Dreispitz, auf der anderen der Thunersee.

Der ganze See von Thun bis Interlaken

ist sichtbar. So auch die gegenüberliegenden

St. Beatus-Höhlen.

WUNDER DER HÖHLEN

AM THUNERSEE

Von diesem imposanten Höhlensystem

sind übrigens 14 Kilometer erforscht.

Ein Kilometer davon wurde beleuchtet

und ausgebaut für die Öffentlichkeit

zugänglich gemacht. Auf dem Rundgang

durch die Grotten sind gewaltige

Tropfsteine zu sehen. An der Decke der

Höhle hängen die Stalaktiten hinunter,

jene, die von unten nach oben ragen,

nennen die Höhlenforscher Stalagmiten.

Doch eine Höhle ist ein noch viel komplexeres

System. Sie ist von tiefen Schluchten

durchzogen, und es hat auch schier

unglaublich grosse Hallen. In allen möglichen

Formen erstrecken sich die Höhlenwände

entlang des Weges. Auch farblich

offenbart diese total andere Welt unter

der Erdoberfläche Unerwartetes.

Mehr zur Höhle offenbart das

Höhlenmuseum. Die Geologie und

die Geschichte dieser Höhle rund um

den heiligen Beatus und auch die

Erkundung dieses Höhlensystems sind

Themen. Wussten Sie, dass hier Tiere

gelebt haben und im Höhlensystem

immer noch leben? Auch diese werden

vorgestellt. Im Eintrittspreis der

St. Beatus-Höhlen ist der Besuch dieses

Höhlenmuseums übrigens inbegriffen.

Zurück auf den Gipfel des Niesens.

Unten auf dem Grat ob Aeschiried

sind die Wanderer auf dem Rückweg

zum Ausgangspunkt des alpinen Bänkli-

Rundweges zu beobachten. Wer sich

diesen nicht zutraut, kann auch den

Bänkli-Rundweg zwischen Aeschiried

und Aeschi begehen. Dieser ist wesentlich

weniger anspruchsvoll und bietet ebenfalls

viele prächtige Aussichten. Und

sogar ohne zu wandern geht es vom

Niesengipfel mit der nostalgischen

Niesenbahn zurück ins Tal.

Text Interlaken Tourismus Fotos

Niesenbahn AG/Andrea Badrutt, Beatushöhlen-Genossenschaft,

Aeschi Tourismus

50 NATURZYT

Rundum wundervoll ist

das Gipfelpanorama auf

dem Niesen.


Mehr Naturferien auch auf

www.NATURZYT.ch

Natur­ und Wanderferien

DER GIPFEL DER ERHOLUNG

Der weltbekannte Skifahrer Bruno

Kernen freut sich auf Ihren Besuch

in seinem Hotel in Schönried-Gstaad.

Das familiär geführte Haus liegt

inmitten der malerischen Bergwelt des

Saanenlands mit direktem Bergbahnanschluss

zu den Bergen Horneggli und

Rellerli. Im Winter beliebt bei Ski- und

Schneefans, im Sommer bei Wanderern,

Bikern und Golfern. Auch Ruhesuchende

kommen hier auf ihre Kosten. Diese

sind für Inhaber einer Gstaad Card

besonders niedrig. Erhältlich im Hotel.

www.hotel-kernen.ch

HOTEL BAHNHOF IM WANDER­

PARADIES AUSSERBERG

Im idyllischen Zentrum des Unesco-

Welterbes Lötschberg-Südrampe

gelegen, ist unser familiengeführtes

Hotel Ausgangs- und Erholungspunkt

für viele Wanderungen, Berg- und

Klettertouren. Im Winter entdecken

Sie in den nahe gelegenen Gebieten

Skiausflüge, abenteuerliche Skitouren,

spassige Schlittenfahrten und Langlaufangebote.

Mehr Informationen erhalten Sie auf:

www.hotel-bahnhof.com

oder rufen Sie uns an: T 027 946 22 59

FERIEN IM JUNGFRAU HOTEL

WILDERSWIL

Das Berner Oberland ist ein Juwel der

Schweiz und lädt ein zu herrlichen

Bahn-, Schiffs-, Wander- oder Gebirgsausflügen.

Das JUNGFRAU HOTEL***

in Wilderswil bei Interlaken steht an

schönster Lage mit direktem Blick auf

das Jungfrau-Massiv. Im JUNGFRAU

RESTAURANT können Sie sich als

Gast zurücklehnen und kulinarisch verwöhnen

lassen. Sie profitieren von

10% Gästerabatt in unserem Restaurant

und 5% Direktbucher-Rabatt im Hotel.

www.jungfrau-hotel.ch, T 033 845 85 00

NATUR ERLEBEN

STAY. SEE. DO.

THE CAMBRIAN ADELBODEN

Im Alpendorf Adelboden mit atemberaubendem

Bergpanorama ist das

The Cambrian der perfekte Zufluchtsort.

Das Hotelteam ist Ihr perfekter Ferienbegleiter!

Machen Sie, was Sie wollen und

wann Sie es wollen! Wir helfen Ihnen gern

bei der Planung Ihres persönlichen Ferienerlebnisses.

Begegnen Sie tosenden Wasserfällen,

ruhenden Bergseen und atemberaubendem

Naturreichtum der Schweizer

Bergwelt. Begegnen Sie uns. Herzlich

willkommen! T 033 673 83 83,

www.thecambrianadelboden.com

ÜBERNACHTEN MIT AUSSICHT IM

HOTEL WALDHAUS­HULDI ADELBODEN

Einfach näher an der Sonne diesem Motto

wird der Bergsommer mehr als gerecht.

Darum duftet der wilde Thymian so

intensiv und darum glitzern die Kaskaden

der Engstligenfälle so verspielt Natur pur.

Buchen Sie direkt mit uns ein Standardoder

Superior-Zimmer (DZ und EZ) oder

Familienzimmer und wir offerieren

Ihnen den Bergbahnenpass für 8 Bergbahnen

und unsere Ortsbusse.

Weitere Infos finden Sie auf

www.waldhaushuldi.ch,

T 033 673 85 00

HOTEL WALLISERHOF TÄSCH

Das 3-Sterne-Haus liegt am Dorfrand von

Täsch, mit wunderschöner Sicht auf das

Kleine Matterhorn/Breithorn. Komfortable

Zimmer in verschiedenen Kategorien

mit allem Komfort, Wellnessbereich

mit Hallenbad, Whirlpool, Sauna und

Dampfbad. Veloraum mit Werkstatt

und Waschbox sowie Parkplätze. Ihr

Ausgangspunkt für alle Aktivitäten und

zum Entspannen günstige Pauschale

und Tiefstpreis-Garantie für Direktbucher.

Wir freuen uns auf Sie.

www.taesch-walliserhof.ch

oder T 027 966 39 66

NATURZYT 51


DIE NATUR IM FLUSS «GEOLOGIE LIVE»

AM GRÖSSTEN GLETSCHER DER ALPEN

«Die Gletscher in den Alpen sind nicht mehr zu retten»,

selbst der 23 Kilometer lange und bis 900 Meter tiefe Aletschgletscher,

grösster Gletscher der Alpen, soll bis Ende des Jahrhunderts

weitgehend verschwunden sein.

Die Meldung der Schweizer

Forscher im Sommer 2017

über dieses Ergebnis ist fast

unvorstellbar. Doch die Vorboten

sind bereits sichtbar: Da der Eistitan

schmilzt, verliert der oberhalb

gelegene Berghang seine Stütze und sackt

talwärts. Das betroffene, glücklicherweise

unbesiedelte Gebiet im Unesco-Welterbe

wurde gesperrt, neue Wege angelegt.

313 von 317 Kilometern des Wanderwegnetzes

sind offen. Nun können Wanderer

von sicherer Warte aus die Naturgewalt

bei der Arbeit beobachten.

EINE BERGBAHN WANDERT

Auch die Bergbahnen der Aletsch Arena

sind seit geraumer Zeit auf solch geologisch

bedingte Massenbewegungen eingestellt.

Auf der Moosfluh befindet sich heute die

weltweit erste Bahnstation, die sich mit

dem Untergrund bewegt. Ein ausgeklügeltes

System aus Seilbahnstützen mit Verschiebechassis

und einer Bergstation in

einer Betonwanne ermöglicht es, dass die

Bahn sage und schreibe elf Meter weit

und neun Meter in Tiefe «mitwandert».

Dank einem vorbildlichen Überwachungssystem

macht es die Bahn gar zu einem der

sichersten Verkehrsmittel der Schweiz.

Ein Blick hinter die Kulissen wird

Gruppen auf einer Führung gerne gewährt.

Mehr unter www.aletsch­arena.ch/

gletscherbahn­moosfluh oder

Telefon 027 928 41 41.

DIE TIERWELT PROFITIERT VON

DEN NEUEN RUHEGEBIETEN

Trotz der massiven Verschiebungen und

des unaufhaltsamen Schmelzens des Eisgiganten

stellt die Situation glücklicherweise

keine Gefahr für den Menschen dar,

da die geologische Massenbewegung kein

besiedeltes Gebiet betrifft, und solange

man immer auf den Wegen bleibt hat man

nichts zu befürchten. Von den Sperrungen

im Gebiet profitieren vor allem Birk- und

Schneehühner, die Rothirsche und

Gämsen, weiss Laudio Albrecht, Leiter

des Pro-Natura-Zentrums Aletsch. Für

die Tierwelt ist so ein Ruhegebiet natürlich

positiv. In grossartiger Gebirgslandschaft

rund um das Naturschutzgebiet Aletschwald

und den grossen Aletschgletscher

thront die Villa Cassel, in welchem

sich das Pro-Natura-Zentrum Aletsch

befindet. Mit seinen spannenden Erlebnisangeboten,

einer naturkundlichen

Aus stellung, einem artenreichen Alpengarten,

Natur exkursionen und Führungen

im Sommer von Juni bis Oktober ein

spannendes Ausflugsziel. Speziell die

Exkursion «Naturerlebnis Aletschgletscher»

entlang des grössten Gletschers ins

Naturschutzgebiet Aletschwald vorbei

an den ältesten Arven (bis zu 1000 Jahre

alt) ist ein unvergleichbares Erlebnis.

Auf der 4- bis 5-stündigen Wanderung

(ca. 3 Stunden reine Marschzeit)

wird viel Wissenswertes über den

grössten Gletscher vermittelt.

Mehr unter Infos unter

www.pronatura­aletsch.ch/

naturerlebnis­aletschgletschermit­fuehrung

52 NATURZYT


Die magische Unterwelt

des Eisgiganten auf der

Gletscherwanderung

«Katzenlöcher» erleben.

Im World Nature Forum die

spannenden geologischen

Vorgänge im Jungfrau­

Aletsch­Gebiet erforschen.

NATUR ERLEBEN

Wandern entlang des

grossen Eistitans.

EXPEDITION INS «EWIGE EIS»

Ein einzigartiges Erlebnis am Aletschgletscher

ist die geführte sechsstündige

Gletscherwanderung «Katzenlöcher»

zu den faszinierenden Eishöhlen. Während

der Sommersaison, jeweils am Dienstag

und Donnerstag, führt ein autorisierter

Bergführer in eine magische Unterwelt

des Eisgiganten. Dabei erfährt man aus

nächster Nähe Spannendes über den

Gletscher und auch die Folgen des

Klimawandels. Die Tour ist nicht nur

für Erwachsene, sondern auch für

Kinder ab 7 Jahren empfehlenswert.

Weitere Gletschertouren zum Teil mit

Übernachtung auf der Konkordiahütte

unter www.aletscharena.ch/

gletschertouren

ERLEBNIS AM BETTMERHORN

Die frei zugängliche Erlebnisausstellung

«Gletscherwelt Bettmerhorn» widmet

sich ausführlich den Geheimnissen des

Grossen Aletschgletschers, lädt zu einer

spannenden Entdeckungsreise und zum

spielerischen Erforschen des gewaltigsten

Eisstromes der Alpen ein. Auf der Ice

Terrace geniesst man zusätzlich einen

atemberaubenden Panoramablick auf

den Gletscher und 40 Viertausender.

Die Erlebnisausstellung ist von Mitte

Juni bis Mitte Oktober von 9 bis 16 Uhr

geöffnet, und stündlich startet eine

informative Multimedia-Show.

Mehr zur Ausstellung unter

www.aletscharena.ch/ gletscherwelt

SPANNENDE GEOLOGISCHE

VORGÄNGE WORLD NATURE FORUM

Auch im World Nature Forum in Naters

werden in einer interaktiven Ausstellung

die spannenden geologischen Vorgänge

im Jungfrau-Aletsch-Gebiet, die stetige

Veränderung der Landschaft und der

Umgang mit den Naturereignissen im

Laufe der Jahrhunderte aufgezeigt.

Animationen zeigen eindrucksvoll auf,

wie sich die Region in Zukunft durch den

Klimawandel verändern wird. Geöffnet

ist die Ausstellung von Dienstag bis

Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Der

Eintritt beträgt für Erwachsene 18

Franken, für Kinder im Alter von 6 bis

16 Jahren 9 Franken. Mehr Informationen

unter www.jungfraualetsch.ch/

de/worldnatureforum

Die Aletsch Arena

Die Ruhe ist unbeschreiblich auf dem

sonnigen, autofreien Hochplateau der

Aletsch Arena und die Naturkulisse atemberaubend:

Mitten im Unesco-Welt erbe

Swiss Alps Jungfrau-Aletsch liegen die

urigen Bergdörfer Rieder alp, Bettmer alp

und Fiescheralp (2000 m ü. M.).

Zur Aletsch Arena gehören ausserdem

Betten Dorf und Ried-Mörel, auf halber

Höhe gelegen, und die charmanten

histo rischen Talorte Mörel, Lax, Fiesch

und Fieschertal.

www.aletscharena.ch

oder Telefon 027 928 58 58

NATURZYT 53


Naturwärts auf den Spuren der Natur

Tosendes Wasser

Im Sommerhalbjahr zieht es mich immer wieder

an die Wasserfälle. Insbesondere bei heissen

Temperaturen herrscht dort ein erstaunlich angenehmes

Mikroklima.

Fotografisch betrachtet sind die Wasserfälle im

Frühsommer am spannendsten, wenn sie noch viel

(Schmelz-)Wasser führen. Bei einem Gewitter im

Einzugs gebiet kann der Wasserstand innerhalb

Minuten dramatisch ansteigen und ein kleines Rinnsal

in ein tosendes Gewässer verwandeln.

Text/Fotos Tobias Ryser

54 NATURZYT


Rinquelle am Walensee SG

NATUR ERLEBEN

Berglistüber bei Linthal GL

NATURZYT 55


Murgbachfall oberhalb Murg SG

Der Autor

Tobias Ryser arbeitet als selbstständiger Fotograf mit Schwerpunkt Natur- und

Landschaftsfotografie. Auf der Suche nach dem perfekten Moment legt er grossen

Wert auf eine ästhetische Bildkomposition und atem beraubendes Licht.

Tobias Ryser zählt zu den erfolgreichsten Natur fotografen der Schweiz, seine

Bilder werden regelmässig publiziert und wurden bereits mehrfach ausgezeichnet

in diversen nationalen und internationalen Wettbewerben.

Mehr Informationen unter:

www.tobias-ryser.ch, www.naturwaerts.ch

56 NATURZYT


NATUR ERLEBEN

Wasserfall am Wengibach SG

Wasserfall bei der Muotaschlucht SZ

NATURZYT 57


Von Bergen und Biene

Es summt, zirpt, krabbelt und brummt auf den Bergwiesen im Kleinwalsertal.

Hier scheint die Welt für Insekten und insbesondere für die Bienen noch in Ordnung

zu sein. Ein gutes Zeichen für Naturliebhaber und für jeden, der auch in den Ferien

einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebensweise leisten möchte.

Das Vorarlberger Gebirgstal

weiss um seinen grössten

Schatz, die ursprüngliche

Natur. Damit das sensible

Ökosystem in Balance bleibt, arbeiten

passionierte Gärtner, visionäre Gastronomen,

Landwirte und Imker, engagierte

Einheimische und Gäste zusammen.

Mit dem Projekt «BEE careful» lassen

sie den Schutz der Bienen über das

Kleinwalsertal hinaus gedeihen.

Die Walser sind ein naturverbundenes

Volk und sie sind stolz auf ihre Wurzeln.

Ihre Vorfahren kamen um 1300 aus

dem Wallis und besiedelten das Kleinwalsertal

vom Tannberg her über den

Hochalp- und Gemstelpass. Sie hatten

das Durchhaltevermögen und den

Willen, um in der teilweise hochalpinen

Landschaft Fuss zu fassen. Allen Widrigkeiten

zum Trotz entwickelten sie eine

Landwirtschaft, die bis heute das Leben

im Tal prägt. Kleinstrukturiert und

familiär geführt, hat die Landwirtschaft

die Artenvielfalt auf den Bergwiesen,

die Schönheit wildromantischer Seitentäler

und Bäche in bester Trinkwasser-

58 NATURZYT


Naturerlebnisplatz

am Hörnlepass.

(Foto: Berchtold)

Naturerlebnisplatz am

Schwarzwasserbach.

(Foto: Farys)

Imker Kurt Müller.

(Foto: Berchtold)

n

qualität bewahrt. Damit das so bleibt,

besinnen sich die Walser auf altes

Wissen, wenden neue Erkenntnisse an

und stellen sich den Fragen der Zukunft.

Das Projekt «BEE careful» verschafft

dem eindringlichen Summen der Bienen

Gehör, schützt ihren Lebensraum und

soll ihn weiter ausbauen.

EMSIGE VIELFLIEGER FÜR

GOLDENEN GENUSS

Als Kurt Müller vor über 40 Jahren begann,

Bienen zu halten, war er noch

einer von wenigen. Heute gibt es neun

Imkereibetriebe und eine Reihe von

Hobby-Imkern. Insgesamt haben rund

500 Bienenvölker im Kleinwalsertal

ihre Heimat gefunden. Sie gehören

alle der Rasse Carnica an. Sie gilt

als anpassungsfähig und kommt mit

dem rauen Bergklima zurecht. Im

Rahmen des Projekts «BEE careful»

lernt man die Carnica-Bienen von

Kurt Müller kennen. Man kann ihm

über die Schulter schauen und gewinnt

dabei faszinierende Einblicke in die

Welt der Bienen. Natürlich muss man

nicht gleich Imker werden, um die

Bienen zu schützen. Es gibt zahlreiche

weitere Aktionen wie zum Beispiel

das Anlegen eines Blühgartens oder

den Bau eines Insektenhotels. Und

da jede noch so kleine Fläche zählt,

wenn es um den Schutz der Bienen

geht, gibt es auch eine Saatgutmischung

für den heimischen Garten oder Blumenkasten.

Im Kleinwalsertal haben die Bienen

eine kurze Saison, um ihre Flugmeilen

zu sammeln. Oft ist es schon Mitte Mai,

wenn die Wiesen in voller Blüte stehen

und die Bienen mit der Suche nach Nektar,

Pollen, Honigtau und anderen Nahrungsquellen

beginnen. Mitte August bereiten

sie sich schon wieder auf den Winter vor.

Auch Achim Schneider, der Mann mit

den meisten Bienenvölkern im Kleinwalsertal,

schwärmt im Frühling aus.

An die 100 Völker verteilt er auf bis

zu zehn verschiedene Standorte. Wenn

die Alpenrosenblüte die Berge in ein

NATURZYT 59


Gipfeltour im Kleinwalsertal.

(Foto: Drechsel)

pinkfarbenes Blütenmeer verwandelt,

bringt er einige Völker auf 1600 Meter

und höher. Dann hofft er, dass das

Wetter mitspielt, denn Bienen fliegen

erst bei Temperaturen von 12 Grad aus.

Für Spezialitäten wie den Alpenrosenhonig

muss wirklich alles passen.

NICHT NUR FÜR BIENEN EIN PARADIES

Während die Bienen für ein Glas

Gebirgsblütenhonig rund 40 000 Mal

ausfliegen, können Wanderer es ge -

Andi Haller in seinem Permakulturgarten.

(Foto: Haller)

Naturnahes Kleinwalsertal

Mehr Naturerlebnisse, Informationen

und Angebote über das Kleinwalsertal

und vieles mehr bei Kleinwalsertal

Tourismus eGen, A-Hirschegg/Vorarlberg,

Telefon 0043 5517 51140

oder www.kleinwalsertal.com

mütlicher angehen lassen. In drei Höhenlagen

zwischen 1000 und 2500 Metern

entfaltet sich ein naturnahes Wegenetz

mit 185 Kilometern markierten Wanderwegen.

Bei lockeren Spazier gängen

entlang der Breitach oder in eines der

idyllischen Seitentäler kann man sich

warmlaufen. Wer mit allen Sinnen in

den alpinen Lebensraum eintauchen

möchte, der geht am besten mit

Daniela Schwendiger auf Tour.

Die Wanderführerin ist fest mit «ihrem»

Tal verwurzelt. Leidenschaftlich und

lebhaft macht sie die kleine Walser

Naturwanderung zu einem spannenden

Ausflug in die sagenhafte Pflanzen- und

Tierwelt. Zum Staunen ist auch die

geologische Geschichte des Kleinwalsertals.

Eine Bergtour auf den charismatischen

Ifen, der einem Tafelberg gleicht, und

das angrenzende Gottesackerplateau

mit seinen bizarren Felsformationen ist

eine Zeitreise zur Entstehung der Alpen.

In dem auf den ersten Blick verwittert

und zerklüftet wirkenden grauen Karst -

gebiet sind einige selten gewordene

Tierarten zu Hause. Und schaut man

genau hin, dann entdeckt man in den

Rissen, Spalten und Löchern, wie sich

farbenfrohe Alpenblumen auf das

einfache Leben in der Höhe eingelassen

haben.

ZURÜCK ZUR NATUR

Jeremias Riezler stand auf einem

anderen Gipfel des Tals, als ihm klar

wurde, wie er in seinem Restaurant

Regionalität in Zukunft leben möchte.

Hoch oben auf dem Widderstein,

dem höchsten Berg des Kleinwalsertals

mit seinen 2536 Metern, fasste er

einen Entschluss. Seitdem arbeitet

er nur noch mit Produkten, die aus

Regionen kommen, die er an einem

klaren Tag vom Gipfel des Widdersteins

aus sehen kann. Ausserdem kommt

bei ihm nur auf den Tisch, was die

Natur je nach Saison gerade zu bieten

hat. Gemeinsam mit einigen Kollegen

aus der Gastronomie hat er sich auch

dem kulinarischen Erbe seiner Walser

Vorfahren verschrieben. Nicht nur alte

Rezepte werden zu neuen Geschmackserlebnissen

erweckt, auch versuchen

sie die ursprünglich in der Region

verbreiteten Rassen und Sorten wieder

anzusiedeln. Ein Partner für das

ambitionierte Vorhaben ist Andi Haller.

Er hat sich dem Experiment Selbstversorgung

verschrieben und in

seinem stetig wachsenden Permakultur-

Garten immenses Wissen und vor

allem viel Erfahrung gesammelt. Das

jüngste Projekt ist der Anbau von

Kartoffeln bzw. «Grumpara», wie die

Walser sagen. Wie ergiebig die Ernte

ausfällt und vor allem wie gut sie

schmeckt, davon überzeugt man sich

am besten selbst.

Text Kleinwalsertal Tourismus

Fotos Oliver Farys, Frank Drechsel,

Dominik Berchtold, Andreas Haller

60 NATURZYT


Unsere Tipps -

SOMMER ERLEBNISSE

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Bild: Alpin.Photo

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62 NATURZYT


Zu guter Letzt

Eiskalt erwischt

NATURZYT braucht Dich

NATURZYT muss sich, wie alle anderen Printmedien

auch, auf sinkende Werbeeinnahmen einstellen.

Aber dass 2018 die Werbeeinnahmen der NATURZYT um über

CHF 50 000 eingebrochen sind, hat uns eiskalt erwischt.

NATUR ERLEBEN

Dass es nicht einfach sein

wird, ein hochstehendes,

naturnahes und unabhängiges

Naturmagazin

herauszugeben, war von Anfang an

klar. Und gleichzeitig auch noch

zu sensi bilisieren, Rücksicht auf die

Natur zu nehmen, mal kritisch,

mal hinterfragend, machte es auch

nicht einfacher. Wir wurden belächelt,

in einer Zeit, in welcher der Printmarkt

um jährlich 512% schrumpft,

ein neues Magazin herauszugeben.

AUS LIEBE ZUR NATUR

Aber das Konzept, Natur zu erfahren,

zu bewahren und zu erleben eben aus

Liebe zur Natur , gibt uns mit stetig

steigenden Abonnentenzahlen Recht.

Ja, hier wachsen wir jedes Jahr um

1015%, auch wenn auf kleiner Flamme

und sehr langsam. In Anbetracht dessen,

dass wir keine finanziellen Möglichkeiten

für Abo-Werbung haben, ein

beachtlicher Erfolg, alleine durch das

NATURZYT selber zu wachsen. Das

zeigt, die Qualität überzeugt. Nur

wächst der Abonnenten-Bereich leider

nicht schnell genug, um die wegbrechenden

Werbeeinnahmen aufzufangen.

Bis Ende 2018 werden es gegen

CHF 50 000 sein. Und das ist für einen

Kleinverlag wie das NATURZYT

untragbar. Gerade auch im Hinblick

auf 2019, wo diese Mittel ebenso fehlen

werden und mit weiteren Einbussen

im Anzeigenmarkt zu rechnen ist.

DAS VERFLIXTE 7. JAHR

NEUSTART ODER ENDE

Zusammengerechnet heisst das, dass

bis Ende 2019 neues Kapital von mindestens

CHF 100 000 benötigt wird,

um zu überleben. Und auch für die

Zukunft wird laufend neues Kapital

benötigt, um den Verlust der Werbeeinnahmen

aufzufangen. Weil sich

ein Natur-Printmedium wie die

NATURZYT nach wirtschaftlichen

Kriterien nicht rechnet, wird sich dafür

kaum ein Investor finden lassen, denn

es steht ein ideeller Wert stärker im

Vordergrund. Und das soll auch so sein.

Dennoch braucht es für die Realisation

und Produktion finanzielle Mittel, um

zu überleben und zu wachsen.

NATURZYT BRAUCHT 6000

ABONNENTEN UND 1000 GÖNNER

Seit 6 Jahren kämpfen wir jedes Jahr

um jeden Franken und geben auch jetzt

nicht auf. Es braucht eigentlich nur

6000 regelmässige Abonnenten im Jahr,

welche bereit sind, CHF 29.50 beizusteuern.

(Das ist weniger als ein Abendessen

im Restaurant, dafür viermal im Jahr

schönste Natur und Unterstützung von

Naturprojekten. Aktuell unterstützt

NATURZYT unsere Wildbienen siehe

Seite 32.) Und etwa 1000 Gönner und

Abonnenten, die bereit sind, für guten,

naturnahen Journalismus etwas mehr

beizusteuern und diesen mit CHF 129.50

im Jahr zu unterstützen.

Damit wäre die unabhängige und

naturnahe NATURZYT nicht nur gerettet,

sondern auch für die kommenden Jahre

abgesichert und könnte weiterwachsen

und gedeihen.

Wenn Du wie wir ein Herz für die

Natur hast, die Natur liebst, bist Du

dabei. Denn wir sind überzeugt, dass

der Gegenwert, unser NATURZYT-

Magazin, dies mehr als wert ist. Aus Liebe

zur Natur. Den Talon findest Du auf

der letzten Seite des Magazins.

Wir zählen auf Dich, hilf uns, die

NATURZYT weiterwachsen zu lassen,

informiere Deine Freunde, Familie,

Arbeitskollegen etc. Denn gemeinsam

kann aus Kleinem Grosses erwachsen.

Vielen Dank.

Dein Michael Knaus

und Dein NATURZYT-Team

Informiert bleiben!

Natürlich halten wir Dich hier im Magazin,

auf NATURZYT.ch oder mit unserem

Newsletter (anmelden unter

www.naturzyt.ch) auf dem Laufenden.

NATURZYT 63


UNTERSTÜTZE UNS, DAMIT WIR WEITERWACHSEN KÖNNEN!

WERDE NATURZYT-ABONNENT UND -GÖNNER!

Naturnaher, unabhängiger Journalismus

mit Überzeugung und aus Liebe zur Natur kostet.

Unterstütze unsere NATURZYT und

unsere Naturprojekte: aktuell Wildbienen,

um uns weiterwachsen zu lassen.

Wir brauchen Dich jetzt als Abonnenten und Gönner, weil …

die Anzeigenerlöse im Jahr 2018 um über

CHF 50 000 eingebrochen sind.

wir weiterhin und noch stärker, naturnaher

und kritischer berichten wollen.

wir dich mit der Vielfalt unserer Natur erfreuen möchten.

wir ein Sprachrohr für unsere Natur sein

wollen, um zu sensibilisieren, zu erfahren,

zu bewahren und zu erleben.

wir uns mit Dir für Naturprojekte

engagieren wollen.

NATURZYT ohne Deine Unterstützung

nicht überleben kann.

Wir brauchen dich!

Werde einer von 1000 Gönnern

oder 6000 Abonnenten,

um die NATURZYT weiterwachsen zu lassen.

Weitere Details auf Seite 62

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