Mit Lust & Laune: Osnabrücker Land

kommunikationundwirtschaft

D e u t s c h e L a n d k r e i s e i m P o r t r a i t

Mit

Lust und

Laune

LAND


D e u t s c h e L a n d k r e i s e i m P o r t r a i t

Mit

Lust und

Laune

OSNABRÜCKER

LAND

Fünfte, völlig neue Ausgabe 2020

Autor:

Burkhard Riepenhoff, Leiter der Pressestelle und

des kommunalen Marketings, Landkreis Osnabrück

Fotograf:

Uwe Lewandowski, Osnabrück

Redaktion:

Rena Barkemeyer, Redakteurin,

Kommunikation & Wirtschaft GmbH


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2

Der Autor

Burkhard Riepenhoff, Journalist, hat schon

in vielen deutschen Regionen gelebt und

gearbeitet. Nach dem Volontariat bei der

„Neuen Osnabrücker Zeitung“ ging er als

Redakteur zum „Witt lager Kreisblatt“ und

wechselte von dort als Chef reporter zu den

„Potsdamer Neuesten Nachrichten“. Von

einer Landeshauptstadt ging es in die

nächste: als Redakteur für Sonderaufgaben

bei der „Neuen Presse“ in Hannover. Von

Hannover führte der Weg in die Bundeshauptstadt,

wo Riepenhoff als Chef redak -

teur ein Berlin-Magazin verantwortet hat.

Und was war für den gebürtigen Osna -

brücker die einzig mögliche nächste Station

nach Berlin? Klar, wieder Osnabrück: Er

leitet die Pressestelle des Landkreises

Osnabrück.

Der Fotograf

Uwe Lewandowski lebt und arbeitet in

Osnabrück, ist verheiratet und Vater zweier

Söhne. Eigentlich war er schon auf dem

Weg zum Maschinenbau-Ingenieur, ist dann

aber abgebogen und hat sich 1989 als

Autodidakt die Fotografie angeeignet.

Dabei kommen Uwe Lewandowski seine

viel fältigen Interessen zugute, die von der

Ausstellungsfoto grafie über die Theater -

fotografie bis hin zum tages aktuellen

Journalismus reichen. Immer mit Leidenschaft,

immer mit Kreativität, immer mit

dem Auge für den spannenden Blickwinkel.

Das Osnabrücker Land kennt der Fotograf

auch durch seine sportlich ambitionierten

Hobbys wie Radfahren und Klettern oder

auch vom Angeln.

Das Buch erscheint im Verlagsbereich

Regional medien.

Alle Rechte bei Kommu nikation &

Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)

Printed in Germany 2020

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten. Auswahl und

Zusammen stellung urheberrechtlich

geschützt. Für die Rich tig keit der im

Inhalts verzeichnis aufgeführten Autoren -

beiträge und der Unternehmenstexte

übernehmen Verlag und Redaktion keine

Haftung.

Autor: Burkhard Riepenhoff

Fotograf: Uwe Lewandowski

Redaktion:

Rena Barkemeyer, Redakteurin,

Kommunikation & Wirtschaft GmbH,

Oldenburg (Oldb)

Bildbearbeitung: Kommunikation &

Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)

Druck: Silber Druck oHG, Lohfelden

Bibliografische Information der

Deutschen Bibliothek:

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publi kation in der Deutschen National -

bibliografie; detaillierte biblio gra fische

Daten sind im Internet über www.dnb.de

abrufbar.

Bildnachweis: Seite 98

ISBN 978-3-88363-417-3

ID-Nr. 2


4

Vorwort

Anna Kebschull, Landrätin des Landkreises Osnabrück 6

Freizeit und Lebensqualität

Schöner Wohnen, besser Leben – der Rundgang durch die Städte und Gemeinden 8–29

„Ich komm’ zum Glück aus Osnabrück!“ 8

Rund um Osnabrück – der Südkreis 10

Rundgang – Bramsche 23

Rundgang – Melle 24

Rundgang – Nordkreis 25

Rundgang – Wittlager Land 28

Rad fahren, wandern, paddeln, reiten – die Freizeit aktiv erleben 30

Baumwipfelpfad, Alfsee, Marina, Gradierwerke – die Ziele für Reise und Ausflug 32

TERRA.vita – der UNESCO Natur- und Geopark 34

Urmeersalz, Grünkohl, Gin 049, Artländer Bier – die lokalen Leckereien 36

Über Stock und Stein – der „Männerspielplatz“ Fursten Forest 38

Wirtschaft

Der Mix macht’s – starker Mittelstand als Erfolgsfaktor 40

Straße, Schiene, Wasser und Flughafen Münster/Osnabrück – gute Infrastruktur 54

Frische Ideen am Start – Unternehmensgründer als Arbeitgeber von morgen 58

MaßArbeit – umfassender Service als Partner für Unternehmen 59

Niedersachsenpark – ein Gewerbegebiet als Erfolgsgeschichte 60

Homann, Hamker, Hein – mehr als nur Geschmackssache 61

Neue Osnabrücker Zeitung – Medienhaus als Botschafter der Region 63

Die „weiße Industrie“ – Gesundheitswirtschaft als Standortvorteil 64


INHALT 5

Bildung und Wissenschaft

Wissen ist Macht – Universität und Hochschule Osnabrück 70

Wissen für innovative Lebensmittel –

Spitzenforschung am DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. 72

Wissen, made im Osnabrücker Land

mit Lust und Laune an der Berufsakademie Melle dual studieren 76

Wissen fest im Sattel – Pferdekompetenzzentrum auf dem Rittergut Osthoff 78

Wissen für alle – Volkshochschule Osnabrücker Land 80

Wissen und Praxis Hand in Hand – berufsbildende Schulen 81

Kultur

„Varus, gib mir meine Legionen wieder!“ – Museum und Park Kalkriese 82

Adel verpflichtet – Burgen, Schlösser, Herrenhäuser 84

Rasta-Rhythmus – Reggae Jam in Bersenbrück 87

„Guckst Du hier?!“ – kleine, aber feine Museen 88

Waves, Prayer in C, Sugar – das Phänomen Robin Schulz 91

Sport

„Wir sind immer da“ – Fußball beim VfL Osnabrück 92

Weltklassesport und die Welt zu Gast – Horses & Dreams in Hagen a.T.W. 94

Tempo und Tradition – Bergrennen in Hilter 96

Register

Impressum 2

Bildnachweis 98

Karte des Osnabrücker Landes 100


6

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das Internet weiß bekanntlich alles und

vergisst nichts. Was also weiß die Online-

Enzyklopädie Wikipedia zum Thema

Heimat? Da heißt es: „Der Begriff Heimat

verweist zumeist auf eine Beziehung

zwischen Mensch und Raum. Im all -

gemeinen Sprachgebrauch wird er auf

den Ort angewendet, in den ein Mensch

hineingeboren wird und in dem die

frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden,

die zunächst Identität, Charakter,

Mentalität, Einstellungen und Welt -

auffassungen prägen. Er steht auch in

einer speziellen Beziehung zum Begriff

der Siedlung. Der Heimatbegriff befindet

sich in ständiger Diskussion.“

Wow, da steckt so ziemlich alles Wichtige

drin, das Heimat ausmacht. Und das wir

Ihnen deshalb auch in diesem Buch über

das Osnabrücker Land als Heimat

näherbringen möchten. Die Menschen

hier haben eine enge Beziehung zu

ihrem Raum, wobei der Geburtsort oft

auch der Wohnort wird und sich die

Bewohner zuallererst als Bürger „ihrer“

Gemeinde oder Stadt fühlen. Das hat

sich auch beim Engagement vieler Menschen

gezeigt, die sich die alten Autokennzeichen

ihrer jeweiligen Region mit

Erfolg zurückgewünscht haben und nun

wieder neben dem „OS“ auch „WTL“ für

den Altkreis Wittlage, „BSB“ für den Altkreis

Bersenbrück oder „MEL“ für den

Altkreis Melle an ihr Fahrzeug schrauben

und so Flagge zeigen können für ihre

Heimat.

Heimat kann aber auch der Ort sein, an

dem man sich geborgen, angenommen,

wohl und glücklich fühlt, auch wenn man

dort nicht hineingeboren worden ist. So

ist für mich das Osnabrücker Land zur

Heimat geworden, obwohl ich nicht hier

geboren worden bin – so geht es vielen

Menschen, und auch das macht die Vielfalt

von Heimat aus.

Die Menschen im Osnabrücker Land

haben einen typisch norddeutschen

Charakter und sind, wie es im Lied der

Niedersachsen heißt, „sturmfest und erdverwachsen“.

Bei Identität, Einstellungen

und Weltauffassungen sind sie ebenso

ihrer Heimat verbunden wie auch offen

für Neues und für Menschen aus anderen

Ländern oder Kulturen – so hat jede

unserer Städte und Gemeinden im Landkreis

Osnabrück etwa eine Partnerschaft

mit einer Kommune in unserem pol -

nischen Partnerkreis Olsztyn (Allenstein).

Und diese Partnerschaften werden von

den Menschen in großer Herzlichkeit mit

Leben erfüllt.

Laut Wikipedia befindet sich der Heimatbegriff

außerdem „in ständiger Dis -

kussion“. Das ist auch bei uns im

Osnabrücker Land so, und das ist gut so,

denn nur durch Austausch, durch

Gespräche und durch Diskussionen

kommen wir zu neuen Erkenntnissen.

Und wissen deshalb, dass der Wandel

das eigentlich Beständige an unserer

schönen Heimat ist.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei

der Lektüre und lade Sie herzlich ein,

sich bei einem persönlichen Besuch von

der Schönheit des Osnabrücker Landes

zu überzeugen.

Herzlichst Ihre

Anna Kebschull

Landrätin des Landkreises Osnabrück


Heimat Osnabrücker Land – im Wandel beständig

VORWORT 7


8

Schöner Wohnen, besser Leben –

der Rundgang durch die Städte und Gemeinden

„Ich komm’ zum Glück aus

Osnabrück!“

Was reimt sich auf Osnabrück? Das

Glück, zum Glück. Und weil das Osnabrücker

Land vor 20 Jahren sogar tatsächlich

mal bei einer bundesweiten

repräsentativen Umfrage auf Platz 1 der

Regionen gelandet ist, in der die glücklichsten

Deutschen wohnen, haben sie

hier gleich eine Imagekampagne draus

gemacht und Aufkleber, T-Shirts und

Hoodies mit dem Bekenntnis „Ich komm’

zum Glück aus Osnabrück!“ auf den

Markt gebracht.

Diese Kleidungsstücke haben in mehr

als zwei Jahrzehnten ein Eigenleben entwickelt

und tauchen immer wieder in

überraschenden Zusammenhängen auf:

Eine Schauspielerin trug das T-Shirt in

einem „Tatort“, ein männliches Model bei

einer Modenschau auf dem Laufsteg

des Labels Vetements in Paris einen

dunkelgrünen Sweater mit dem Spruch

und auch auf einer Designshow in Tokio

ist das Motiv aufgetaucht. Sogar aus

dem Reich der Mitte gibt es inzwischen

ein Foto von einem vermeintlichen Osnabrücker

Glücks-T-Shirt, wobei es sich

aber ganz offenbar um eine typisch

chinesische Kopie handelt, steht doch

„Ich Komm’kum Gluck a us Os labruek!“

auf dem blassblauen Hemdchen – echt

wahr, kein Witz. Alles in allem also viele

gute Gründe für die Stadt Osnabrück, die

Kampagne vor kurzem wieder aufleben

und neue Produkte auf den Markt bringen

zu lassen. Welche guten Gründe

sprechen denn nun für das Glück in

Osnabrück?

Die Lage. Osnabrück liegt als einzige

deutsche Großstadt inmitten eines

Geo-Naturparks und wird umgeben von

den Ausläufern der Mittelgebirge Teuto -

burger Wald und Wiehengebirge. Das

macht das Osnabrücker Land zu einer

abwechslungsreichen Region für Wanderer,

Radfahrer oder auch Reiter, denn

für jede Art von Ausflug gibt es hier die

passenden Wege und Ziele. Auch verkehrstechnisch

ist die Stadt im deutschen

Nordwesten mit Auto, Bahn und

Flugzeug bestens angeschlossen: Die

Autobahnen A 30 von Ost nach West

und A 1 von Norden nach Süden treffen

sich am Lotter Kreuz vor den Toren

Osnabrücks, die A 33 wurde aktuell

komplett fertiggestellt und verbindet nun

nach Jahrzehnten der Planung und des

Baus endlich das Osnabrücker Land

direkt über Bielefeld und Paderborn über

die A 44 mit der A 7 in Kassel. Der

Der Zoo Osnabrück, den man auch

bei Nacht erleben kann.

Osnabrücker Bahnhof ist der einzige

Kreuzbahnhof auf zwei Ebenen und liegt

damit genau wie die Autobahnen sowohl

an der Strecke von Amsterdam nach

Berlin als auch an der Route von Hamburg

und Bremen ins Ruhrgebiet und

den Süden Deutschlands. Und nicht nur,

aber auch den Süden Europas erreichen

die Geschäfts- und Urlaubsflieger, die

am Flughafen Münster/Osnabrück etwa

eine halbe Stunde Autofahrt von der

Stadt entfernt abheben.

Die Menschen. Der Osnabrücker ist

norddeutsch und macht darum nicht allzu

viele Worte, die dann aber im reinsten

Hochdeutsch des Landes. Berliner

Schnodderigkeit, Münchner Abgehobenheit

oder Kölner Oberflächlichkeit sind


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 9

Stadt und Land mit Lebensqualität – hier der Botanische Garten der Universität Osnabrück


10

die Sache der Osnabrücker nicht, hier

geht es zurückhaltend und geerdet zu.

Wer aber erst einmal einen Osnabrücker

zum Freund gewonnen hat, der kann sich

allzeit auf ihn verlassen – nicht umsonst

singen die Fans des VfL Osnabrück im

Stadion an der Bremer Brücke „Wir sind

die Osnabrücker, wir sind immer da!“.

Die Geschichte. In Osnabrück und

Münster wurde 1648 der Dreißigjährige

Krieg mit dem Westfälischen Frieden

beendet, weshalb die Stadt sich offiziell

als „Friedensstadt“ bezeichnet. Das

Thema ist hier aber weit mehr als nur ein

aufgeklebtes Etikett: Es gibt die Deutsche

Stiftung Friedensforschung und

das Zentrum für Demokratie- und

Friedensforschung an der Universität

Osnabrück, alle zwei Jahre wird der

„Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis“

verliehen, die Stadt unterhält ein „Büro

für Friedenskultur“ und die Europäische

Kommission hat dem Rathaus das

Glandorf: Schloss Haarkotten

Kulturerbe-Siegel „Stätte des West -

fälischen Friedens“ verliehen. Im Alltag

der Stadt wird das Thema seit Jahr -

hunderten auch deshalb ganz praktisch

gelebt, weil der evangelische und der

katholische Anteil an der Bevölkerung in

etwa gleich groß sind und sich die

Konfessionen mithin auf ein friedliches

Zusammenleben verständigen mussten,

zumal nach dem Friedensschluss von

1648 die Herrschaft im Wechsel mal von

der einen und mal von der anderen Seite

ausgeübt worden ist.

Rund um Osnabrück – der Südkreis

Ganz im Süden des Landkreises Osnabrück

liegt die Gemeinde Glandorf,

deren Mittelpunkt der Thieplatz bildet.

Neben dem Thie geben die fast komplett

erhaltene Kirchhofsburg und die alten

Fachwerkhäuser in ihrer direkten Nachbarschaft

einen guten Eindruck vom

historischen Charakter Glandorfs. Der

früher offene Dorfbrunnen wurde vor

rund zehn Jahren von der Künstlerin

Elisabeth Lumme neu gestaltet, wobei

die mehr als 100 Jahre alte Zisterne so

gut es ging erhalten geblieben ist. Ebenfalls

prägend für das Ortsbild ist die

katholische Kirche St. Johannis, die im

Jahr 1275 erstmals urkundlich erwähnt

wird. Im Ortsteil Schwege steht mit der

Pfarrkirche St. Marien ein weiteres

katholisches Gotteshaus, das eine

hübsche Entstehungsgeschichte aufweist:

Mitte des 19. Jahrhunderts legte

der Lehrer Mathias Niehaus zunächst ein

Gelübde ab und daraufhin einen Kalvarienberg

mit Kreuzweg, Grabmahl Christi

und Ölgarten an, der 1863 um eine

kleine Kapelle samt Turm erweitert

wurde. Lehrer Niehaus verstarb im

selben Jahr, doch die Arbeiten gingen

Fortsetzung Seite 13


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 11

Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land mbH

Unser Team aus Reise- und Marketingexperten sorgt mit großem

Sachverstand, langjähriger Erfahrung und viel Herzblut

für das Gelingen eines Aufenthaltes im Osnabrücker Land.

Wir bieten Rad- und Wanderurlaub auf 2800 Kilometern Radwegenetz

und 1000 Kilometern Wanderwegen in der besonderen

Natur von Teutoburger Wald, Wiehengebirge und Norddeutscher

Tiefebene, Wellnesswochenenden in spezialisierten

Hotels und SPA Thermen, mit der ganzen Kompetenz unserer

vier Kurorte, Städtereisen in die Friedensstadt Osnabrück zu

kulturellen und kulinarischen Höhepunkten und einem besonderen

Shoppingerlebnis, Geschäftsreisen zu unseren innova -

tiven Unternehmen oder zu professionell organisierten Tagungen

und Tagesausflüge zu Orten, die den Hauch der Geschichte

atmen oder Spaß für die ganze Familie garantieren.

Sämtliche Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen,

Freizeitwege, Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten sind digital

auf einer umfänglichen Internetseite dargestellt. Jährlich greift

das gedruckte Reisemagazin die aktuellsten und wichtig sten

Themen auf. Blogartikel machen Lust aufs Erleben und der OS-

Kalender informiert über Veranstaltungen in der ganzen Region.

Seit dem 1. Mai 2020 arbeiten der Landkreis Osnabrück und

die Stadt Osnabrück mit den 21 kreisangehörigen Kommunen

in einer gemeinsamen Gesellschaft an der touristischen Entwicklung

und Vermarktung der Reisedestination Osnabrücker

Land. Damit setzen sie die 30-jährige erfolgreiche Arbeit der

Vorgängerorganisationen fort. Wir arbeiten – landes- und bundesweit

vernetzt – für eine optimale und zukunftsweisende

Entwicklung des Tourismus’ im Osnabrücker Land.

Information

Gründungsjahr: 2020

Mitarbeitende: 18

Leistungsspektrum: Tourismusentwicklung, Destinationsmarketing, Tagungsservice, Digitalisierung, Fahrradinfrastruktur,

Angebotsentwicklung, Zertifizierung, Qualifizierung und Marktforschung

Herrenteichsstraße 17+18, 49074 Osnabrück

Fon: 0541 323-4567, Fax: 0541 323-2761

www.osnabruecker-land.de, service@osnabruecker-land.de


12

Sparkasse Osnabrück

Die Sparkasse Osnabrück blickt auf eine bewegte und erfolgreiche

Geschichte zurück. Seit fast 200 Jahren prägt sie die

Geschicke im Osnabrücker Land kompetent und zuverlässig.

Sie ist in der Region zu Hause. Etwa 300 000 Menschen und

Unternehmen nutzen Service und Beratung für ihre Finanz -

geschäfte. In 44 Standorten ist die Sparkasse vertreten. Kein

anderes Finanzinstitut verbindet dabei stationäre und digitale

Angebote so gut. Eine immer größer werdende Zahl an

Kunden erledigt ihr Banking über die moderne InternetFiliale

und die mehrfach ausgezeichnete Sparkassen-App. Rund

1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich in der

Privat- und Firmenkundenbetreuung sowie hinter den Kulissen

um die Kunden. Sowohl dort als auch in der Finanzberatung

von Freiberuflern und Kommunen sowie bei der Vermittlung

und Finanzierung von Immobilien ist die Sparkasse Osnabrück

Marktführer. Entscheidungen werden dabei schnell und vor Ort

von Menschen getroffen, die die Region kennen.

Die Nähe zu den Menschen hat eine lange Tradition. Die damit

verbundene gesellschaftliche Verantwortung nimmt die Sparkasse

Osnabrück ernst. Nachhaltigkeit hat dabei Priorität. Die

Sparkasse Osnabrück arbeitet CO 2 -neutral.

Als Hausbank für mehr als die Hälfte aller Einwohner der

Stadt und im Landkreis Osnabrück unterstützt sie direkt und

über zwei Stiftungen soziale, kulturelle, ökologische Projekte

sowie den Breiten- und Spitzensport in der Region.

Ihr starker Partner in der Nähe!

Information

Gründungsjahr: 1825

Mitarbeitende: rund 1200

Leistungsspektrum: umfassende Finanzberatung für Privat- und Firmenkunden, Freiberufler und Kommunen sowie Vermittlung

und Finanzierung von Immobilien

Wittekindstraße 17–19, 49074 Osnabrück

Fon: 0541 342-0, Fax: 0541 342-4040

www.sparkasse-osnabrueck.de, info@sparkasse-osnabrueck.de


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 13

weiter, sodass 1865 das Vikarienhaus

und 1866 die Kirche folgten, deren Turm

allerdings so klein geriet, dass der Volksmund

spottete, er werde bei Regen unter

das Kirchdach geschoben. Nach dem

Ersten Weltkrieg wurde der kleine Turm

dann durch ein Bauwerk passender

Größe ersetzt. Weit über die Grenzen

Glandorfs hinaus bekannt ist die Windmühle,

ein Blickfang mit Galerie in

typisch holländischer Ausführung. Das

erste Mal drehten sich die Fügel der

Mühle 1840, der gewerbliche Betrieb

wurde erst 1960 eingestellt. Heute ist

die Glandorfer Windmühle ein beliebtes

Ziel für Touristen und wird von der

Gemeinde auch als malerische Kulisse

für standesamtliche Hochzeiten genutzt.

Sehenswert ist der größte Findling im

Osnabrücker Land, der im Ortsteil

Averfehrden zu sehen ist. Gefunden und

aufgestellt wurde der gewaltige Stein in

einem Stück, doch einige Jahre nach

dem Versetzen brach ein keilförmiges

Stück ab. Das wird heute David genannt,

der große Rest heißt folgerichtig Goliath.

Die Bürger von Bad Laer legen ähnlich

wie die Menschen in Soest oder Oer-

Erkenschwick großen Wert auf die richtige

Aussprache des Gemeindenamens.

Und während das „oe“ im Westfälischen

als „o“ ausgesprochen wird mit „Soost“

und „Oor-Erkenschwick“, verkürzt sich

das „ae“ zum ausgesprochenen „a“, wir

sind also im ausgesprochen schönen

„Bad Laar“. Unübersehbar dominiert der

frühromanische Kirchturm der katho -

lischen Pfarrkirche St. Marien den Ort.

Als einziger mittelalterlicher Turm im

Osnabrücker Land hat St. Marien statt

einer Spitze ein Satteldach mit Treppengiebel,

das im 13. Jahrhundert auf einen

älteren Wehrturm aufgesetzt worden ist.

Der Pfarrer der katholischen Gemeinde

heißt Maik Stenzel und er geht mit der

Der Dorfplatz in Bad Laer

Zeit, indem er mit liebevoll gemachten

Beiträgen in den sozialen Netzwerken

aktiv ist. Kein Wunder, dass seiner Bitte

um „ein Like für Maik“ immer mehr User

gern nachkommen. Der gebürtige Osnabrücker

Stenzel hält als glühender Fan

des VfL Osnabrück sogar vor Heim -

spielen kurze Andachten in einer Kirche

neben dem Stadion ab und bringt seine

frohe Botschaft so in ganz neue Be -

völkerungskreise. In seiner Heimat -

gemeinde in Bad Laer bestimmt

ansonsten der 2010 komplett sanierte

Kurpark das Bild, der zu einem Erlebnis-

Areal mit Wassertretbecken, Barfußpfad,

Bewegungsparcours und Uferpromenade

am Glockensee umgebaut worden

ist. Hier am Glockensee wird auch an

jedem ersten Wochenende im August

das „Fest der 1000 Fackeln“ gefeiert.

Fortsetzung Seite 14 unten


14

Bad Rothenfelde –

Sole, Salz und Sinnesfreuden

Der Kurpark mit den beiden Gradierwerken bildet die grüne

Insel im Ortskern. Mehrere Themengärten sowie Spiel- und

Bewegungsangebote sind harmonisch in die formalen Parkanlagen

integriert. Beliebt sind die neuen Sitzinseln vor dem

Kurmittelhaus im neu gestalteten Park am Alten Gradierwerk.

Diese Ruhezonen bilden das Pendant zum Vorplatz der carpesol

SPA Therme. Einkaufs- und Gastronomiezonen flankieren

diesen Teil des Kurparks an allen Seiten.

Die Quellsole aus den Tiefen des Kleinen Bergs ist als natür -

liches Heilmittel ein Alleskönner in puncto Gesundheit und

Wohlbefinden. Diesem Bodenschatz verdankt Bad Rothenfelde

ab dem 19. Jahrhundert die Wandlung von der reinen

Salzindustrie zum hoch prädikatisierten Heilbad in Niedersachen.

Information

Bad Rothenfelde ist ein Ort, in dem Gäste und Bürger Dank der hohen

Aufenthaltsqualität Erholung vom Alltag finden.

Gründungsjahr: 1724, seit 1905 „Bad“; Einwohner: 8600; Aktivitäten: Boule, carpesol SPA Therme mit Badelandschaft, Sauna

und Spabereich, Minigolf, PitPat-Anlage, Outdoor-Fitnesspark, Sole-Freibad, Radfahren, Wandern mit Gesundheitspfaden u. v. m.

Frankfurter Straße 3, 49214 Bad Rothenfelde, Fon: 05424 223-0, Fax: 05424 223-198

www.bad-rothenfelde.de, mail-box@gemeinde-bad-rothenfelde.de

Das Flaggschiff der Bädergemeinden im

südlichen Landkreis ist zweifellos Bad

Rothenfelde mit mehr als einer halben

Million Übernachtungen pro Jahr. Entscheidend

sind dabei die vielen Kliniken

von überregionalem Rang wie etwa die

Schüchtermann-Klinik, in deren Herzzentrum

mehr als 10 000 Patienten jährlich

behandelt werden und die damit zu den

fünf größten Herzzentren Deutschlands

zählt. Touristischer Anlaufpunkt ist der

18 Hektar große Kurpark mit seinen

zwei Gradierwerken und drei Teichen,

wobei die Gradierwerke auf eine lange

Geschichte zurückblicken können. Das

erste Werk wurde 1777 errichtet, das

zweite folgte 1824. Dieses neuere

Gradierwerk kommt ohne seitliche Verstrebungen

aus und ist mit seiner Länge

von 412 Metern das größte stützenfreie

Gradierwerk in Westeuropa. Markant ist

die Rekonstruktion einer „Windkunst“

oben auf der Anlage, die einer Kokerwindmühle

nachgebildet ist, mit der

früher die Sole auf das Gradierwerk

gepumpt worden ist. Weniger gut erging

es dem alten Gradierwerk, das 1989

vermutlich wegen eines Überschallknalls

eines Militärjets teilweise zusammen -

gebrochen war. Der deutlich verkürzte

Neubau kostete 1,73 Mio. Euro und

wurde 1996 eingeweiht. Ein weiteres

Schmuckstück des Kurortes ist der

1999 angelegte Rosengarten mit seinen

3000 Pflanzen in direkter Nachbarschaft

zum Gradierwerk. Sowohl für die Be -

wohner als auch für die Menschen in der

weiteren Umgebung und natürlich für die

Patienten und Touristen gleichermaßen

attraktiv ist das Carpesol, eine der

schönsten Natursolethermen Niedersachsens.

Auf mehr als 8000 Quadratmetern

finden die Besucher hier

verschiedene Saunaformen, Thermalbecken,

Spa-Angebote und eine hochwertige

Gastronomie.

Wenn nun das Thema Walfang in einem

Rundgang durch den Osnabrücker Südkreis

auftaucht, dann ist das mitnichten

ein Druckfehler. Denn in Hilter a.T.W. hat

der Margarineproduzent Walter Rau

seinen Sitz, und der gründete 1937 eine

eigene Walfangflotte, um an die begehrten

Rohstoffe zu kommen. Ein großes

historisches Fangboot dieser Flotte, die

„Rau IX“, kann im Außenbereich des

Deutschen Schifffahrtsmuseums in

Bremerhaven besichtigt werden, wobei

die geschichtsbewussten Menschen aus

Hilter die Diskussion um Erhalt und Verfall

der Schiffe des Museums besonders

nach der Havarie und der millionenschweren

Rettung des Großseglers

„Seute Deern“ ganz genau verfolgen.

Wer es nicht bis nach Bremerhaven zum

großen Walfänger schafft, der kann auch

in der Osnabrücker Fußgängerzone an

der Kamp-Promenade beim legendären

„Fischrestaurant Helgoland“ einkehren,


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 15

sich über die hausgemachte Remoulade

zum Backfisch freuen und in einigen

Glasvitrinen Modellschiffe der Rau-

Walfangflotte bestaunen. Deutlich rasanter

geht es immer im August am Uphöfer

Berg in Hilter-Borgloh zu, wenn der

Motorsportclub Osnabrück zum Bergrennen

bittet, dem nördlichsten Berg rennen

Deutschlands. Hier können die PS-Fans

den Piloten und ihren Geschossen im

Fahrerlager noch ganz nahe kommen

und mit etwas Glück sogar eine Fahrt als

Co-Pilot gewinnen. Das komplette Gegenteil

zu rasanten Rennen bietet die

Idylle des Renkenörener Sees im Ortsteil

Ebbendorf am Fuße der Wolfsquelle. In

diesem Paradies werden im Sommer

Kunstwerke gezeigt und jeweils am ersten

Wochenende im September sorgen

bunte Wasserfontänen und Fackeln

beim Seefest für eine ganz besondere

Atmosphäre.

Fortsetzung Seite 17

oben: Bad Rothenfelde –

Gradierwerk mit einer „Windkunst“

In der Ortsmitte von Hilter zeugen die Wappenschil der

der Vereine und Verbände von einem breit aufgestellten

und lebendigen Miteinander der Menschen.


16

unten: Die Forschung und Entwicklung bei der Fuchs Gruppe kümmert

sich tagtäglich um neue Geschmackskreationen.

oben: Die Verarbeitung und Veredelung der Gewürze findet in Europas

größter Gewürzmühle mittels modernster Verfahren statt.

Von Dissen in die Welt mit der Fuchs Gruppe

Geschmäcker sind mindestens genauso vielfältig wie die Persönlichkeiten:

Der eine mag es aufregend scharf, der andere

dezent mild. Dazwischen gibt es viele spannende Nuancen

und diese werden bei der Fuchs Gruppe kreiert. Aus dem

Unternehmen, das Dieter Fuchs 1952 in einem kleinen angemieteten

Raum in Dissen am Teutoburger Wald mit drei Mit -

arbeitern ins Leben rief, wurde das weltweit größte

Gewürz unternehmen in privatem Besitz.

Mit Gewürzen, Kräutern, kulinarischen Trends sowie maßgeschneiderten

Lösungen für Kunden aus Industrie und Gastronomie

trifft das internationale Unternehmen stets den Geschmack

der Zeit. So sind die vielfältigen Produkte ein fester und beliebter

Bestandteil der Menschen.

Fest verwurzelt im Osnabrücker Land würzt der größte deutsche

Gewürzhersteller auch auf der internationalen Bühne

mit. Schon sehr früh fand die Fuchs Gruppe den unternehmerischen

Weg ins Ausland, erschloss den direkten Weg in die

Herkunftsregionen der Gewürze und eröffnete neue und

wichtige Auslandsmärkte in Europa, Nord- und Südamerika

sowie Asien. Dabei bietet die Fuchs Gruppe die Vorteile eines

Mittelständlers und profitiert gleichzeitig von den fundamen -

talen Strukturen eines international agierenden Familienunternehmens.

Heute arbeiten rund 3200 Mitarbeiter in neun Ländern und

auf vier Kontinenten mit Leidenschaft und Herzblut für die

Fuchs Gruppe.

Information

Gründungsjahr: 1952; Mitarbeiter: 3200 insgesamt, über 750 in Dissen; Niederlassungen: Abtswind (Bayern), Hamlar (Bayern),

Melle (Niedersachsen) und Schönbrunn (Thüringen); Standorte: Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kambodscha,

Rumänien und USA; Leistungsspektrum: Mit Marken wie Fuchs, Ostmann, Bamboo Garden und Fuego ist die Fuchs Gruppe

führend am Markt und verfügt über eine beeindruckende Vielfalt von 10 000 Produkten.

Industriestraße 25, 49201 Dissen

Fon: 05421 309-0, Fax: 05421 309-111

www.fuchsgruppe.com, info@fuchsgruppe.com


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 17

An historischer Wirkungsstätte gehen

die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in

Dissen a.T.W. ihren Pflichten nach, war

doch das heutige Rathaus einst ein

historischer Meierhof, der um 780 von

Karl dem Großen für seine amtlichen

Vertreter vor Ort errichtet worden war.

Rund um dieses historische Gebäude

zeigt die Innenstadt nach einer auf -

wendigen Sanierung heute wieder ein

historisches Bild der alten Stadt Dissen

mit viel Grün und Aufenthaltsqualität.

Bekannt ist Dissen wegen seiner starken

Nahrungsmittelindustrie mit namhaften

Unternehmen wie etwa Homann

oder dem Gewürzgiganten Fuchs,

weshalb sich Dissen auch gern „Stadt

des guten Geschmacks“ nennt. Weniger

bekannt dürfte sein, dass ein Musiker

aus Dissen mit seinem speziellen Geschmack

und seinem Gefühl für spa -

nische Musik mitverantwortlich ist für

einen ganz großen Ohrwurm und Sommerhit:

Der Bassist und Keyboarder

Marco Heggen war zunächst als Studiosänger

etwa für die „Jazzkantine“ und als

Produzent für Marla Glen unterwegs, ehe

er mit Kollegen aus Hannover die Band

„Marquess“ gründete und mit dem Song

„Vayamos Companeros“ den ganz großen

Erfolg auf allen deutschen und

europäischen Bühnen feiern konnte.

Und auch als Fotograf hat sich Heggen

einen Namen gemacht, von ihm stammt

etwa das Coverfoto für das Album

„Schrei“ von Tokio Hotel.

Einen Hit konnte Bad Iburg mit der Niedersächsischen

Landesgartenschau im

Sommerhalbjahr 2018 landen, bei der

auch das Wetter mitspielte und die zu

einem echten Publikumsrenner wurde.

Besonderes Gewicht haben die Planer

dabei auf die nachhaltige Wirkung der

Gartenschau gelegt, damit die Stadt

auch in den kommenden Jahren von den

Die Landesgartenschau in Bad Iburg

war ein echter Publikumsrenner.

Investitionen zehren kann. So wurde als

Wahrzeichen der Landesgartenschau ein

Baumwipfelpfad mit 30 Erlebnis- und

Lernstationen angelegt, für den auch

nach der Gartenschau mit Erfolg Jahreskarten

verkauft werden. Der Pfad ist 439

Meter lang und 28 Meter hoch, verbaut

wurden 600 Tonnen Stahl und 250

Kubikmeter Holz. In direkter Sichtweite

des Baumwipfelpfades liegt das Iburger

Schloss, die historische Wiege des

Osnabrücker Landes. Bischof Benno I.

ließ die Burg zwischen 1052 und 1068

errichten und Benno II. das Bauwerk bis

1088 um eine Stiftsburg und ein

Benediktiner kloster erweitern. Historisch

bedeutend ist die Iburg als Geburtsort

der ersten preußischen Königin Sophie

Charlotte, die hier 1668 das Licht der

Welt erblickte. Nach dieser Mutter des

Fortsetzung Seite 18 unten


18

RÜMKER-Gruppe

Die RÜMKER-GRUPPE ist ein Fachunternehmen für Gebäude-

reinigung, Facility-Management, LED-Beleuchtungssysteme

und Rolltreppenreinigung. Wir betreuen effizient und zuver -

lässig Einrichtungen in der Verwaltung, Industrie, im Healthcare-Bereich,

in der Event- und Freizeitbranche sowie in

Handelsunternehmen und Banken mit Dienstleistungen rund

ums Gebäude. Unsere konsequente Kundenorien tierung im

tech nischen, kaufmännischen und infrastrukturellen Facility-

Management macht uns so besonders.

Die RÜMKER-GRUPPE fühlt sich zudem unserer Umwelt

und dem Menschen verpflichtet. Wir bieten unseren Kunden

Green-Energy-Lösungen zur Energieeinsparung an und

runden damit unser Dienstleistungsportfolio ab.

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Gründungsjahr: 1977; Leistungsspektrum: Gebäudereinigung, Facility-Management, LED-Beleuchtungs systeme, Rolltreppen -

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Gewerke und entwickeln kundenspezifische Service- und Managementkonzepte

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Soldatenkönigs und Großmutter Friedrichs

des Großen sind Schloss Charlottenburg

und der Stadtteil in Berlin

benannt, weshalb Bad Iburg auch seit

1980 eine Städtepartnerschaft mit dem

Bezirk Charlottenburg unterhält. Heute

residiert unter anderem das Amtsgericht

in der male rischen Kulisse der Iburg.

Als besonders familienfreundlich gilt die

Gemeinde Hagen a.T.W., die von der

Vergabe von Baugrundstücken bis zur

Planung von Kindergarten- und Kita -

plätzen auf alle Aspekte achtet, die

gerade jungen Eltern wichtig sind. Mit

einem gewachsenen und breit aufgestellten

Vereinsleben und einer aus -

geprägten Nachbarschaft innerhalb der

selbstbewussten Ortsteile ist Hagen

aber auch lebenswerter Ort für die ältere

Generation. Wobei die gelebte Kon -

kurrenz zwischen den Ortsteilen in der

Obermark und den Ortsteilen in der

Niedermark von Generation zu Generation

weitergegeben wird, was sich unter

anderem auch bei den Derbys auf dem

Fußballplatz zeigt. Große Einigkeit

herrscht hingegen darüber, dass die

Hagener Kirmes zu den schönsten

Volksfesten der Region zählt – dabei

gehört der Montag mit dem historischen

„Ferkelmarkt“ allerdings ganz allein den

Hagenern. Mit aller Welt teilen die Hagener

dagegen ihre Vermarktung als

„Kirschenhagen“, zu dem zur Kirschblüte

ganze Busladungen an Touristen in den

Ort kommen und von der aktuellen

Kirschkönigin begrüßt werden.

Mit seiner Nähe zur Stadt Osnabrück

könnte Hasbergen fast ein Vorort sein,

doch haben die Menschen hier ein ausgeprägtes

Selbstbewusstsein und pflegen

ihre Feste und Traditionen wie die

Hasberger Mahlzeit und das Weinfest. Im

bergigen Gebiet des Hüggel liegt der

Silbersee, in dem vor einigen Jahrzehnten

noch gebadet werden konnte, der

inzwischen aber meist trocken gefallen

ist. Ein ausgebauter Stollen gewährt hier

Einblicke in die Erdgeschichte und die

Gemeinde hat die Figuren der Hüggelzwerge

entwickelt, die als Logo und sympathische

Botschafter für Hasbergen

auftreten.

Am 14. Juni 1955 blickte die Welt auf

Georgsmarienhütte, genauer gesagt

auf das Kasino des Stahlwerks. Noch

genauer gesagt blickte vor allem die

Automobilwelt auf Georgsmarienhütte,

denn der Osnabrücker Autobauer

Karmann hatte die Journalisten ein -

geladen, um seine neue Entwicklung

vorzustellen. Wilhelm Karmann jun. trug

schon länger die Idee zu einem sport -

lichen Modell auf der Bodengruppe des

Käfers mit sich herum und fand in Luigi

Segre vom italienischen Designbüro

Ghia schließlich den Mann, der ihm eine

betörend schöne Karosserie schneiderte.

Und nun, an diesem Donnerstag, den


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 19

14. Juni 1955, bot Georgsmarienhütte

die Bühne für die Präsentation des

Karmann Ghia, den sie im Werk Typ 14

nannten und der sich im Übrigen nicht

„Ghia“ ausspricht, sondern „Dschia“ – da

zeigt sich der Experte. Im großen Saal

funkelte der Wagen in gazellenbeige, im

Hintergrund auf schwarzem Grund

schimmerte eine italienische Landschaft.

So war das Kasino GMHütte die erste

Bühne eines automobilen Welterfolges,

wurde doch mehr als die Hälfte der

Produktion des Karmann Ghia in die

USA exportiert. Das Stahlwerk spielte

nicht nur an diesem Tag, sondern schon

seit 1857 die Hauptrolle in der Stadt, die

es ohne das Werk gar nicht gäbe. Denn

1857 begann der Georgs-Marien-

Bergwerks- und Hüttenverein in der

Gemeinde Malbergen mit dem Bau

eines Eisenhüttenwerkes, benannt nach

dem letzten Herrscher des Königreichs

Hannover, Georg V. und seiner Frau

Marie. Die notwendige Arbeiterkolonie

Der Hüggel – ein Höhenzug bei Hasbergen

Georgsmarienhütte: Museum Villa Stahmer


20

wurde 1860 zur Gemeinde Georgs -

marienhütte und Malbergen selbst später

dann ein weiterer Stadtteil. Heute ist

das Stahlwerk immer noch wichtiger

Arbeitgeber, die Stadt hat sich aber

als „Stadt im Grünen“ von ihrer reinen

In dustriegeschichte freigeschwommen

und bietet in unmittelbarer Nähe zu

Osnabrück alle Vorteile einer großen

Kleinstadt mit einem lebendigen Einzelhandel,

einem kompletten Schulangebot,

vielen Vereinen und Verbänden und

ebenso unterschiedlichen wie selbst -

bewussten Stadtteilen.

Seit Jahrhunderten sind Burgen die

architektonischen Wahrzeichen des heutigen

Bissendorf. Die Schelenburg im

Ortsteil Schledehausen etwa, die aus

dem 11. Jahrhundert stammt und in ihrer

langen Geschichte niemals erobert

worden ist. Oder Schloss Ledenburg,

ebenfalls ein Wasserschloss von 1627

bei Nemden, oder auch das Rittergut

Stockum von 1259, das seit 1982 einen

Reiterhof mit Reitschule beherbergt.

Doch seit dem Jahr 2015 hat sich ein

ganz neues Bauwerk den Spitzenplatz

in der öffentlichen Wahrnehmung ge -

sichert: Nach den Entwürfen des Architekturbüros

Blocher Blocher Partners

wurde mit dem neuen Rathaus samt

Bürgersaal ein charakterstarker architektonischer

Ortsmittelpunkt geschaffen,

der mit seiner Transparenz, Helligkeit

und seinem offenen Charakter schnell

die Herzen der Bissendorfer erobert hat.

Das hat auch damit zu tun, dass der

Bürgersaal die für die Region typische

Form des Niederdeutschen Hallen -

Bissendorf: Rathaus und Bürgersaal

hauses aufnimmt und modern inter -

pretiert. Sein Innenraum wurde komplett

stützenfrei konstruiert und durchgehend

mit Sichtbeton und Wandverkleidungen,

Stabparkettboden und anderen Details

aus Eichenholz gestaltet, was eine

Nutzung für Veranstaltungen mit bis zu

150 Gästen ebenso zulässt wie Rats -

sitzungen.

Fortsetzung Seite 22


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 21

Für das schon 1892 (!) als „Handelsagentur“

gegründete Unternehmen

arbeiten bundesweit festangestellte,

engagierte und motivierte Bezirksund

Verkaufsleiter. Diese werden

vom quali fizierten Vertriebsinnendienst-Team

aus dem Bissendorfer

Gewerbegebiet durch ein Vertriebssteuerungssystem

unterstützt und

organisiert.

Mit seiner digitalen Vertriebssteuerung

gilt das Familienunternehmen

Clausmeyer im 128. Jahr seines

Bestehens bundesweit als einer

der innovativen Vorreiter, wenn es

darum geht, im IT-Bereich inno -

vative Akzente zu setzen.

Clausmeyer GmbH & Co. KG – fördert Produktvielfalt im Markt

Wie schafft es ein Produzent, seinen Schoko-Nikolaus in das

Verbrauchermarktregal platziert zu bekommen und sich dabei

gegen die Konkurrenz durchzusetzen? Wie bekommt ein Produkt

eine optimale Platzierung im Regal und wie entscheidet

sich, welche Sonderplatzierung im Markt aufgestellt wird?

Hierfür sind häufig Vertriebsdienstleister zuständig und die Firma

Clausmeyer GmbH & Co. KG mit Sitz in Bissendorf ist einer der

leistungsstarken in Deutschland. In diesem Kontext ist Clausmeyer

eine der Schnittstellen zwischen dem Produzenten des

Schoko-Nikolauses und dem Markt.

Clausmeyer kümmert sich hierbei natürlich nicht nur um Schoko-

Nikoläuse, sondern um allerlei Produkte des täglichen Bedarfs,

die man zum Beispiel bei EDEKA oder REWE findet. Ein besonderer

Kompetenzschwerpunkt der Firma Clausmeyer liegt dabei

im Segment von Süßwaren, Bio-Frischeprodukten sowie mediterraner

Feinkost und hochwertigen Spirituosenmarken.

Die Arbeit von Clausmeyer erkennt man als Endverbraucher immer

daran, dass neue Produkte in den Märkten platziert werden, alte

Produkte ihren Platz wechseln, Promotionaktionen stattfinden oder

man Sonderplatzierungen – mit zum Beispiel dem Schoko-

Nikolaus oder den neuesten Pralinentrends – im Markt sieht.

Besonders die von Clausmeyer betreuten namhaften Markenartikler

setzen auf den Einsatz von CRM-Tools, welche zur

Steuerung und Dokumentation der nationalen Vertriebsauf -

gaben von elementarer Bedeutung sind. Physische Storechecks

sowie die Durchführung der regionalen Handelsmessen

für die Vertragspartner gehören ebenso zum Leistungsspektrum

von Clausmeyer. Da ist es gut zu wissen, dass Geschäftsführer

Günter Schürmann mit dem Eintritt von Sohn Carsten

in die operative Geschäftsleitung die Weichen für die Unternehmensnachfolge

bereits vor ein paar Jahren gestellt hat:

Tradition verpflichtet!

Information

Leistungsspektrum: Partner für erfolgreiche Vertriebslösungen im Lebensmitteleinzelhandel – Food und Nonfood; traditions -

reicher Mittler zwischen Marken und Märkten; Vertrieb, Reporting und Promotion

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Fon: 05402 9291-0, Fax: 05402 9291-33

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22

Für die Menschen in der Gemeinde

Belm ist 2019 nach Jahrzehnten ein

Wunsch wahr geworden. Ganze Gene -

rationen kannten den Ort nur geteilt

durch die Bundesstraße 51, auf der sich

täglich mehr als 20 000 Fahrzeuge,

darunter mindestens 2000 Lastwagen,

direkt vorbei an den Wohnhäusern durch

das Zentrum gequält haben, mit den entsprechend

langen Rückstaus an den

Ampeln. Allerhöchste Zeit also für eine

Ortsumgehung, die in diesem Fall jedoch

baulich anspruchsvoll war. Und so konnten

die schon 2013 begonnenen Erd -

arbeiten erst 2019 beendet werden, weil

eine ganze Landschaft umgestaltet werden

musste. Neun Brücken waren zu

bauen, für das ganze Projekt wurden

etwa 74 Mio. Euro ausgegeben. Das Ergebnis

kann sich sehen lassen: Auf rund

sieben Kilometern rollt der Verkehr nun

in weitem Schwung rund um den Ort.

Und die Belmer atmen auf und können

endlich gefahrlos ihre Nachbarn auf der

anderen Seite der alten Bundestraße besuchen.

Durch eine Bundesstraße bestens mit

dem Oberzentrum Osnabrück verbunden

ist auch Wallenhorst, was die Gemeinde

im Speckgürtel der Stadt besonders

interessant für Pendler macht. So fahren

mehr als 8000 Menschen morgens aus

Wallenhorst zur Arbeit, die meisten

davon nach Osnabrück. Weil aber

Wallenhorst auch durch seine Lage an

der Autobahn 1 bestens erschlossen ist

und über einen starken Mittelstand in

seinen stark nachgefragten Gewerbe -

gebieten verfügt, pendeln auch mehr als

4000 Berufs tätige täglich in die

Gemeinde ein. Und so wie es sich hier

gut arbeiten lässt, so lässt es sich auch

gut leben in den Ortsteilen mit ihrer abwechslungsreichen

Landschaft. Über -

regional bekannt ist Wallenhorst für

Belm: die evangelische Christuskirche

seine beiden alten Windmühlen in den

Ortsteilen Hollage und Lechtingen. Der

Lechtinger Galerie-Holländer mit Windrose

und Segelflügeln ist heute wieder

ein Schmuckstück und voll funktions -

fähig. Das sah 1982 noch ganz anders

aus, als der neu gegründete Verein

Windmühle Lechtingen das verfallene

Bauwerk quasi als Ruine übernahm. Mit

viel Eigenarbeit, aber auch mit öffent -

lichen Mitteln wurde die Mühle fünf

Jahre lang restauriert und als sich

endlich am Pfingstmontag 1987 die

Segelflügel wieder drehten, da hatte

Wallenhorst ein neues, altes Wahr -

zeichen. In der Hollager Mühle dagegen

dreht sich kein Flügel mehr, sondern

alles um die Jugend. In der Nachkriegszeit

fanden sich engagierte junge


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 23

Männer aus der katholischen Jugend,

die hier eine Freizeitstätte mit Zeltplatz

aufgebaut haben. Aus den beschei -

denen Anfängen ist ein vielfältiges

Angebot auf einem 2,7 Hektar großen

Grundstück geworden. Und viele

Jugendliche, die im Osnabrücker Land

aufgewachsen sind, haben hier un -

vergessliche Jugendzeltlager oder Freizeiten

verbracht.

Rundgang – Bramsche

Seit Bramsche mit der autobahnähnlich

ausgebauten Bundesstraße 68 nur noch

eine gute Viertelstunde mit dem Auto

von der Großstadt Osnabrück entfernt ist

und die Nordwestbahn vom Bahnhof

Osnabrück-Altstadt auch nur etwas

mehr als zehn Minuten bis zum Bahnhof

Bramsche benötigt, ist die Stadt am

Mittellandkanal auch für Pendler sehr

interessant geworden. Man ist schnell

zum Arbeiten im Oberzentrum, kann aber

das Leben in der überschaubaren und

charmanten Kleinstadt Bramsche ge -

nießen. Hier gibt es eine Fußgängerzone

mit inhabergeführten Einzelhandels -

geschäften, hier gibt es Märkte und ein

großes Stadtfest und man kennt und

grüßt sich hier noch. Bei Spaziergängen

am Hasesee etwa, der eigentlich dem

Schutz vor Hochwasser dient und der

2011 fertiggestellt wurde. Der See mit

seiner Gewässerfläche von knapp 13

Hektar tut seitdem seine Pflicht als

Überlauf für das umliegende Siedlungsgebiet,

denn der Fluss Hase ist mit rund

3000 Quadratkilometern Niederschlagsfläche

der größte Nebenfluss der Ems

und die Pegelstände der Hase steigen

bei längeren Regenfällen schnell an und

haben in der Vergangenheit regelmäßig

weite Flächen der Talniederungen und

auch Teile der Bramscher Innenstadt

überflutet. Die Bedrohung gehört nun

Die Fußgängerzone in Bramsche

durch den Ausbau der Hase und vor

allem durch den Hasesee der Vergangenheit

an. Mindestens so wichtig ist den

Menschen aber inzwischen der Nah -

erholungswert des Gewässers, wobei

das Baden im See jedoch nicht erlaubt

ist. Es gibt aber Spazierwege, eine Minigolfanlage,

ein Café in der Nähe und

Schafherden, die im Sommer vorbei -

ziehen und so für ein idyllisches Biotop

in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt

sorgen.

Die Anfänge der Stadt Bramsche gehen

wie so vieles im Osnabrücker Land auf

die Zeit Karls des Großen zurück, bekannt

wurde der Ort später für Handwerk

und Handel. Im Mittelpunkt standen

dabei schon früh die Tuchmacher, die


24

Rundgang – Melle

Melle: das Wasserschloss Gesmold

hier 1586 ihre Gilde gründeten, aus der

im 19. Jahrhundert eine Tuchfabrik mit

als 100 Meisterbetrieben hervorging. Die

Besonderheit war die genossenschaft -

liche Organisation dieser Produktion.

Und ganz besonders war auch das

Produkt, das rote Tuch. Dieser Stoff,

dessen Rezeptur zur Färbung ein gut -

gehütetes Geheimnis war, erreichte

durch das handwerkliche Können der

Bramscher Meisterbetriebe einen so zuverlässig

gleichmäßigen Farbton, dass

sowohl die Regierung in Hannover als

auch seit dem 18. Jahrhundert die englische

Armee zu den Kunden zählten, die

das „Bramscher Rot“ schätzten. Wenn

sich die ehrenamtlichen Gästeführer im

heutigen Tuchmachermuseum, in dem

auf den historischen Maschinen noch zu

Schauzwecken produziert wird, also des

weltweiten Ruhmes ihrer Produkte rühmen,

dann ist das im wahrsten Sinne des

Wortes Schönfärberei.

Weltweiten Ruhm genießt auch die

Varusschlacht, bei der im Jahre 9 nach

Christus germanische Stämme unter der

Führung von Hermann dem Cherusker

die Römer unter dem Kommando des

Publius Quinctilius Varus vernichtend

geschlagen haben. Davon künden sowohl

das berühmte Zitat von Kaiser

Augustus „Varus, gib mir meine Legionen

wieder!“ als auch das bekannte Kinderlied

„Als die Römer frech geworden“. Als

1987 Münzen und andere archäolo -

gische Funde den Blick auf den Bramscher

Ortsteil Kalkriese lenkten, war für

die Experten schnell klar, dass es sich

hier mit hoher Wahrscheinlichkeit um

den Ort der Varusschlacht als beson -

derem Wendepunkt in der römischen

Geschichte handelt. Weitere Funde in

den Folgejahren untermauerten diese

Annahme, ein eigens errichtetes Museum

und regelmäßige Veranstaltungen

wie die „Römer- und Germanentage“

sowie wechselnde Ausstellungen im

Museum informieren über den neuesten

Stand der Wissenschaft.

Wer auf der Autobahn 30 von Osnabrück

nach Hannover (oder umgekehrt,

logisch) fährt, der kommt ein ziemlich

langes Stück durch Melle. Kein Wunder,

steht die Stadt doch unter den flächengrößten

Kommunen bundesweit auf

Platz 40 und in Niedersachsen sogar auf

dem dritten Rang. Der Autofahrer sieht

von der A 30 aus allerdings nicht viel von

Melle, nur das schmucke Wasserschloss

Gesmold direkt an der Piste ist kaum zu

übersehen. Die Ursprünge der Anlage

reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück –

sein barockes Aussehen erhielt das

Schloss im 17. und 18. Jahrhundert. Die

repräsentative Residenz ist im Privat -

besitz der Familie von Hammerstein und

nicht öffentlich zugänglich, im Neben -

gebäude gibt es allerdings ein Bio-Café

und einen Hofladen. Einen Weg hinein

ins Schloss gibt es aber doch: Die Familie

von Hammerstein stellt den roma -

nischen Turmsaal für standesamtliche

Trauungen zur Verfügung. Ein anderes

Gut in Privatbesitz ist das ebenfalls nicht

öffentlich zugängliche Gut Ostenwalde,

wenn auch auf dem Gelände der alten

Orangerie regelmäßig Vernissagen stattfinden.

Das 1343 erstmals urkundlich

erwähnte Gut Ostenwalde tauchte allerdings

schon einmal auf der historischen

Weltkarte auf, als der britische Feldmarschall

Bernard Montgomery nach dem

Zweiten Weltkrieg für einige Jahre sein

Hauptquartier in den alten Gemäuern

eingerichtet hatte. Deutlich jünger ist die

Diedrichsburg, eine Höhenburg im neogotisch-neoromanischen

Stil oben auf

dem Meller Berg. Sie wurde von 1844

bis 1860 als Teil der Historismuswelle

und der Burgenromantik erbaut und

steht heute inmitten eines eingezäunten

mehr als 200 Hektar großen Wildparks

mit vielen freilaufenden Wildschweinen

und Rehen. Vorsicht beim Waldspaziergang

ist hier also immer dann geboten,

wenn die Bachen Frischlinge haben.


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 25

Ein Naturschauspiel der ganz seltenen

Art ist in Gesmold zu bestaunen, wo sich

das Flüsschen Hase ohne menschliches

Zutun gabelt und der schmalere Arm

dann als „Else“ weiter in Richtung Osten

fließt. Dieses natürliche Phänomen wird

als Bifurkation bezeichnet und ist weltweit

nur in drei Fällen bekannt, so etwa

am Orinoco in Brasilien. Und warum

Bifurkation? Ganz einfach: „bi“ heißt zwei,

und „furca“ ist die Gabel.

Mit Gabeln ganz anderer Art kennt

man sich aus im Traktoren- und Land -

maschinenmuseum in Melle-Buer (aus -

gesprochen „Buur“). Hier werden die

landwirtschaftlichen Geräte, Maschinen

und Traktoren unserer Väter und Großväter

restauriert und erhalten, wovon sich

Besucher an jedem ersten Sonntag

im Monat beim Tag der offenen Tür

überzeugen können. Die Freunde alter

Technik und besonders alter Motoren

kommen auch im Automuseum Melle

voll auf ihre Kosten, das in denkmal -

geschützten Hallen ganz in der Nähe des

Bahnhofs untergebracht ist. Auf drei Etagen

und 3000 Quadratmetern Fläche

werden in der ehemaligen Möbe l fabrik

Melchersmann ständig mehr als 300 historische

Fahrzeuge gezeigt. Zwar liegt

der Schwerpunkt der eigenen Sammlung

des Museums auf Vorkriegsautos, doch

bedient man sich hier eines cleveren

Kniffs, um immer wieder andere Schätzchen

zeigen zu können: Privatleute stellen

ihre alten Autos für eine gewisse Zeit

als fahrtüchtige Leihgaben zur Verfügung.

So konnten über die Jahre mehr

als 2000 historische Fahrzeuge gezeigt

werden und es wird nie langweilig im

Automuseum Melle.

Rundgang – Nordkreis

Auch wenn die Bezeichnung Artland

schon seit 1309 belegt ist, so war sie bis

1972 doch immer nur ein in seinen

Grenzen nicht genau festgelegter Name

für eine kulturhistorische Region. Erst

mit der Gründung des heutigen Landkreises

Osnabrück entstand die poli -

tische Einheit der Samtgemeinde

Art land, zu der die Kommunen Bad -

bergen, Menslage, Nortrup und als

größte Stadt und Sitz der Verwaltung

Quakenbrück gehören. Wer durch

Quakenbrück spaziert, der wundert sich

bei näherem Hinsehen über ungewöhnliche

Fußabdrücke auf dem Pflaster der

Altstadt und erfährt auf Nachfrage, dass

es sich hier um den „Poggenpad“ handelt.

Poggenwasbitte? „Poggen“ sind im

Plattdeutschen die Frösche, und der

„Pad“ ist nicht etwa ein Online-Tablet,

sondern schlicht ein „Pfad“. Mit diesem

Pfad der Frösche durch die Innenstadt

spielt Quakenbrück lautmalerisch mit

seinem ungewöhnlichen Namen, der

wohl ursprünglich eine Brücke über das

sumpfige Gelände des Hasetals bezeichnete.

Während die Vermarktung der Quak -

frösche noch neueren Datums ist, hat

Der Hof Siekmann im Artland

sich ein ebenso der Phantasie entsprungenes

Tier schon seit dem 17. Jahrhundert

seinen Platz im Artland gesichert:

der „Artländer Drache“, auch „Drude -

männeken“ genannt. In der bedeutenden

Tradition der Artländer Möbelkultur,

deren reich verzierte Truhen noch auf

vielen alten Bauernhöfen zu finden sind,

taucht dieser Drache ohne Flügel und

Klauen als typische Verzierung auf. Und

von diesen alten Bauernhöfen gibt es so

viele, dass sie als Kulturschatz Artland

gepflegt und vermarktet werden. Typisch

für die Eindachhöfe oder auch Niedersachsenhäuser,

von denen mehr als 100

unter Denkmalschutz stehen, ist die geschlossene

Form mit den rechtwinklig

um den Innenhof angeordneten Ge -

bäuden und den prächtig verzierten

Giebeln.


26

Der Artländer Drache ist folgerichtig

auch Namensgeber der Quakenbrücker

Basketballmannschaft der Artland Dragons,

die dank der Unterstützung eines

lokalen Sponsors lange Jahre in der

Bundesliga mitmischen und sogar den

Pokal gewinnen konnten, ehe sich der

Sponsor 2015 zurückzog und die Mannschaft

nun in der Zweiten Bundesliga

Pro B um Punkte spielt. Aus der Glanzzeit

stammt auch die Artland Arena, in

der neben den Basketballspielen auch

noch andere Veranstaltungen statt -

finden.

Die Verwaltung der Samtgemeinde

Fürstenau, zu der neben der Stadt

Fürstenau auch noch Bippen und

Berge gehören, residiert standesgemäß

im Schloss Fürstenau aus dem 14. Jahrhundert,

einer ehemaligen Sommerresidenz

der Osnabrücker Bischöfe. Klar,

dass in diesem würdigen Ambiente auch

das Standesamt seinen Sitz hat und so

ganz von selbst eine begehrte Kulisse

für das Jawort bietet. Doch wie soll man

ein historisches Gefängnis aus dem Jahr

1720 nutzen, das ebenfalls zum En -

semble des Schlosses gehört und das

noch bis 1972 als Jugendarrest diente?

Zwar nicht zum Heiraten, aber in -

zwischen könnte das Brautpaar durchaus

seine Hochzeitsnacht in dem alten

Amtsgefängnis verbringen, denn seit

kurzer Zeit können die alten Zellen als

Gästezimmer eines Erlebnishotels gebucht

werden. Und zwar ganz stilecht in

einer Sträflingsuniform, die den Gästen

hier verpasst wird. Die Grillpakete, die die

Delinquenten vorab buchen können,

heißen dann folgerichtig auch „Schwerverbrecher“

und „Kleinganove“, die

Schnäpse im Kühlschrank der Gemeinschaftsküche

tragen Bezeichnungen wie

„Der letzte Schluck“, „Der Vollstrecker“

oder „Kerkermeister“. Sechs ehemalige

Zellen mit jeweils zwei Betten sind

durchaus rustikal gestaltet und sorgen

für eine ganz besondere Übernachtungsatmosphäre,

zwei weitere Räume

sind dagegen im Originalzustand erhalten

und werden bei Stadtführungen als

begehbares Museum gezeigt. Und dieses

sehr spezielle Hotel hat sich auch

ohne große Werbung herumgesprochen,

die Gäste kommen nicht nur aus der

Region, sondern aus der Landeshauptstadt

Hannover oder dem Ruhrgebiet,

um einmal in einem echten alten Knast

zu übernachten.

In der Samtgemeinde Neuenkirchen

mit den Mitgliedskommunen Merzen,

Neuenkirchen und Voltlage lebt es sich

ländlich und bodenständig. Dazu tragen

die (noch) nicht so stark wie in zentra -

leren Lagen gestiegenen Preise für den

Quadratmeter Bauland oder Miet -

wohnung ebenso bei wie die Heimat -

verbundenheit der Menschen, die sich im

einträchtigen Miteinander auch von drei

Generationen unter einem Dach zeigt.

Weil der Name Neuenkirchen durchaus

häufiger vorkommt in der weiteren Region,

wird das Neuenkirchen im Osnabrücker

Land seit jeher mit dem Zusatz

„im Hülsen“ versehen. Diese Hülsen

haben aber nichts mit Patronen oder

hohlem Wortgeklingel zu tun, sondern als

Hülsen werden hier Stechpalmen bezeichnet,

die in der Gegend häufig vorkommen.

Diesen Bezug nimmt auch das

in den 1980er-Jahren entworfene moderne

Wappen der Samtgemeinde auf,

das für jede der drei Mitgliedsgemeinden

ein Blatt der Stechpalme zeigt. Alle drei

Blätter sprießen als Zeichen des Zusammenwachsens

aus einem gemeinsamen

Ast. Ebenfalls im Wappen enthalten ist

eine Kette, die aus dem ursprünglichen

Wappen der Gemeinde Merzen stammt

und deren Hintergrund eine Sage ist,

wonach zwei Einwohner Merzens auf

wunderbare Weise aus türkischer Gefangenschaft

errettet worden seien und ihre

Ketten dann an eine Eiche neben der

Kirche gehängt haben sollen. Das Richtrad

im Wappen der Samtgemeinde

schließlich ist das traditionelle Attribut

der heiligen Katharina, der Kirchenpatronin

der Gemeinde Voltlage.

Fortsetzung Seite 28

Das historische Amtsgefängnis auf der

Schlossinsel Fürstenau


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 27

oben: das Clubhaus im gediegenen Artländer Stil

Auf dem Giersfeld: In unserer neuen Gastronomie „Giersfeld 23“ kann der

Golfspieler oder auch der Ausflügler den sportlichen Tag im frisch renovierten

Gastraum oder auf der neu angelegten Terrasse angenehm ausklingen

lassen oder für eine Pause nutzen.

Artland Golfclub e. V. (Fördergesellschaft Giersfeld mbH)

Der 18-Loch-Platz des Artland Golfclubs liegt eingebettet in

der Weite der wunderschönen Kulturlandschaft des Ankumer

Südens. Umsäumt von altem Baumbestand, sanften Hügeln

mit Bächen, Teichen und Biotopen, wird das Golfen in Ankum-

Westerholte zu einem Sportereignis besonderer Qualität. Die

Mischung von leichten und schweren, kurzen und langen,

breiten und schmalen Bahnen, mit zahlreichen Sand- und

Wasserhindernissen, bietet allen Golfern immer wieder neue

Chancen und Herausforderungen. Neben dem sportlichen

Aspekt genießt der Golfspieler die absolute Ruhe auf unserem

Golf platz.

Golflehrer Falko Venth bietet moderne Kurse, altersgerechtes

Jugendtraining, individuellen Einzelunterricht und Mannschaftstraining.

Daneben richtet sich das Angebot mit Schnupper -

kursen und Platzreifekursen auch an den Neu-Golfer. Hier

kann sich jeder wohlfühlen: In unserer neuen Gastronomie

„Giersfeld 23“ kann der Golfspieler oder auch der Ausflügler

den sportlichen Tag angenehm ausklingen lassen oder für eine

Pause nutzen. Gerne richten wir Ihre Hochzeit, Familienfeier

oder Ihr Event bei uns aus. Unser Restaurant ist zugleich ausgerichtet

auf Seminare und Tagungen.

Im Frühjahr 2015 konnte ein 5500 Jahre altes Großsteingrab

freigelegt werden. Am 5. Mai 2015, dem Tag der Megalith -

kultur, wurde es der Allgemeinheit übergeben. Das Großsteingrab

ist ein kulturelles Kleinod, das sich wunderbar in die Land -

schaft der Anlage einfügt. Es lohnt sich also in jeder Hinsicht,

den Artland Golfclub und das Restaurant „Giersfeld 23“ in

Ankum-Westerholte zu besuchen.

Information

Gründungsjahr:1988

Mitarbeiter: 10

Leistungsspektrum: 18-Loch-Anlage, 65 Hektar, Golf spielen, Golf lernen, Schnuppergolf, Damen-, Herren- und Seniorengolf,

Restaurant & Events, Golfarrangements „Play & Stay“, 10 Stellplätze für Wohnmobile – Das Mitführen von Hunden ist erlaubt!

Zum Golfplatz 23, 49577 Ankum

Fon: 05466 301, Fax: 05466 91081

www.artlandgolf.de, info@artlandgolf.de


28

Zwischen der Ankumer Höhe und den

Dammer Bergen liegt die Samtgemeinde

Bersenbrück mit den Orts -

teilen Alfhausen, Ankum, Ber senbrück,

Eggermühlen, Gehrde, Kettenkamp

und Rieste, in denen die jeweils

eigene lange Historie selbstbewusst

hochgehalten und gepflegt wird. Das

zeigt sich etwa in Ankum, dessen mehr

als 1000 Jahre lange Geschichte stets

von einer vielfältigen Gastronomie geprägt

war.

An diese zu Glanzzeiten mehr als 45

Gasthäuser und Schankwirtschaften erinnert

die „Ankumer Schaulpättkentour“,

bei der die Teilnehmer für zweieinhalb

Stunden abseits der Hauptstraßen in die

Vergangenheit entführt und mit dem

einen oder anderen wirkmächtigen Getränk

an die Ankumer Geschichte mit

ihren bunten Geschichten erinnert werden.

Deutlich aktiver müssen die Gäste

dagegen beim „Artländer Bauernpatent“

werden, das am Ankumer See, im Herzen

von Ankum oder in der Kunkheide

abgelegt wird. Hier erfordern Disziplinen

wie Melken, Hufeisenwerfen, Trecker -

rennen oder auch Mistkarrenhindernisfahren

allerhöchstes Geschick von den

Teilnehmern.

Wer es wieder etwas besinnlicher mag

und das nächtliche Bersenbrück ent -

decken möchte, der kann eine Nachtwächtertour

buchen. Bei einem Rund -

gang mit kleinen Laternen lernen die

Gäste die traditionellen Höfe und die

Historie der Kirchen und Klöster kennen

und erfahren dabei, dass der Fluss Hase

gleich hinter der Klosteranlage mit einem

Flutwehr künstlich geteilt wird. Die

geteilte Hase umschließt im Anschluss

mit dem Hasekanal, auch Mühlenhase

genannt, den Stadtwald Hemke. Und im

Süden der Haseinsel startet die 100

Kilometer lange Hasetaler Kunstroute,

die im emsländischen Meppen endet

und an der etwa die Holzskulptur „Verfall“

zu sehen ist. Hier ist der Name Programm,

kann doch der nicht mit Holzschutzmitteln

gestrichenen Skulptur

beim Verfallen zugesehen werden.

Rundgang – Wittlager Land

Die Menschen in den drei Kommunen

Bad Essen, Bohmte und Oster -

cappeln halten in Treue fest am Begriff

des Wittlager Landes, dessen gemeinsame

Identität tief in der Zeit des eigenständigen

Landkreises Wittlage wurzelt.

Dieser Landkreis wurde 1885 aus dem

alten Amt Wittlage des Königreichs

Hannover gebildet und residierte bis zur

Gründung des heutigen Landkreises

Osnabrück 1972 in der namensgebenden

alten Burg Wittlage. Das „Wir-

Gefühl“ der Wittlager speist sich mithin

aus einer langen gemeinsamen Geschichte

und dieser lange gepflegte

freundschaftlich-nachbarschaftliche

Umgang der drei Gemeinden macht das

Wittlager Land auch heute noch zu

einem einigen und schlagkräftigen

Gebilde.

Eine große Zäsur für Bad Essen war die

Landesgartenschau 2010, zu der der

Sole-Kurort kam wie die Jungfrau zum

Kinde. Denn eigentlich hatte das ost -

friesische Wiesmoor längst den Zuschlag

für die LAGA 2010 bekommen,

als die dortigen Stadtväter ein Jahr vor

dem Ereignis plötzlich kalte Füße bekamen

und abgesagt haben. Freunde von

Landesgartenschauen wissen nun aber,

dass ein Jahr Vorbereitungszeit für eine

solch große Veranstaltung, die mit lebenden

Pflanzen arbeitet, eigentlich viel zu

kurz ist. In Bad Essen erkannte man die

Gunst der Stunde, machte Unmögliches

möglich und konnte am 23. April 2010

die Niedersächsische Landesgartenschau

eröffnen. Zur ganzen Wahrheit

gehört allerdings, dass durch die re -

nommierten Gartenfestivals auf Schloss

Ippenburg seit vielen Jahren quasi eine

permanente halbe LAGA schon vor -

handen war. Und weil der Sole- und

Kurpark ohnehin zur Sanierung anstand,

war die Landesgartenschau, die als

LAGA an zwei Standorten geplant

wurde, ein Hauptgewinn für Bad Essen.

Im neu gestalteten Kurpark wurde mit

der „Sole-Arena“ ein futuristisches Mini-

Gradierwerk gebaut, das die Gäste auch

noch in Zukunft erfreuen wird. Auch die

Himmelsterrasse, eine 300 Quadrat -

meter große Fläche am Waldrand des

Kurparks, kann weiter für Open-Air-

Veranstaltungen genutzt werden. Und

mit der neuen Marina, einem Yachthafen

am Mittellandkanal, konnte eine un -

ansehnliche Brachfläche veredelt werden

zu einem begehrten Wohn- und

Freizeitareal. Nur für die markanteste

Landmarke des Ortes, einen alten Hochspeicher

direkt am Kanal, fand sich trotz

hochfliegender Pläne schließlich kein

Investor, er wurde abgerissen.

Den Schwung der Landesgartenschau

haben die Bad Essener genutzt und sich

ein Gütesiegel geholt, das für Erholung,

Ruhe, Genuss, Achtsamkeit, Entschleunigung

und Bewahrung kultureller Besonderheiten

steht: die Zertifizierung

„Cittaslow“. Diese internationale Bewegung

startete 1999 im italienischen

Oriveto und fand weltweite Verbreitung,

wobei „Cittaslow“ mit „langsame Stadt“

übersetzt werden kann und „Schittasloo“

ausgesprochen wird. Mit diesem Zerti -

fikat, das sich als Versprechen versteht

und auch nur an Städte mit weniger als

50 000 Einwohnern verliehen werden

kann, geht eine Kommune eine große

Verpflichtung ein. In einem ständigen

Prozess werden dabei die sieben Themenfelder

Infrastruktur, Umwelt, urbane

Qualität, einheimische Erzeugnisse,

Gastfreundschaft, Bewusstsein und

landschaftliche Qualität ständig in den

Blick genommen und kontinuierlich

verbessert. Erst wenn mindestens die

Hälfte der entsprechend vorgegebenen

Kriterien erfüllt ist, kann eine Kommune

Mitglied bei „Cittaslow“ werden.


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 29

Mit einer gewollten gewissen Langsamkeit

hat auch Bohmte gute Erfahrungen

gemacht, allerdings geht es beim Projekt

Shared Space nur um den Straßen -

verkehr. Die ebenso einfache wie einleuchtende

Idee: Ohne Schilder läuft der

Verkehr sicherer, weil statt auf Recht -

haberei, auf Rücksicht, Einsicht und

Umsicht gesetzt wird. Bohmte war bundesweit

ganz früh bei diesem von der EU

geförderten Projekt und konnte die

entsprechenden Umbauten der Straßen

2008 abschließen. Seitdem werden

hier gute Erfahrungen mit dem Verzicht

auf Schilder und Ampeln gemacht, die

Unfallzahlen sind signifikant zurück -

gegangen und das Miteinander statt

des Gegeneinanders auf den Bohmter

Straßen hat das Leben im Ort entspannter

werden lassen.

Wer in Ostercappeln auf der B 218 von

Süden in den Ortsteil Venne hineinfährt,

der sollte sein Fenster öffnen und den

Duft genießen, denn anders als sonst oft

auf dem Lande riecht es hier nicht nach

Landwirtschaft, sondern ganzjährig nach

Weihnachtsbäckerei. Das liegt an den

mehr als 50 Öfen der Waffelbäckerei

Meyer zu Venne, der größten Eis -

hörnchenfabrik Europas. Es dürfte wohl

kaum einen Menschen in Deutschland

geben, der noch kein Eis aus einer

Waffel aus Venne geschleckt hat. Und

weil die Meyers in Venne ihr Produkt so

mögen, haben sie gleich ein Museum

eingerichtet, in dem die größte Waffel -

backeisensammlung der Welt zu sehen

ist. Auch etwas kurios, aber sehenswert

ist die katholische Kirche St. Lambertus

im Ortszentrum von Ostercappeln. Auf

Die Marina in Bad Essen – ein begehrtes Wohnund

Freizeitareal am Mittellandkanal

den erstaunten ersten und auch auf den

genaueren zweiten Blick stimmt das Verhältnis

von Kirchturm und Kirchenschiff

so gar nicht, der kleine Turm wirkt neben

dem mächtigen Hauptgebäude wie zu

heiß gewaschen und eingelaufen. Die

Erklärung: Der romanische Turm stammt

noch von einem Vorgängerbau des heutigen

Kirchenschiffs aus dem 14. Jahrhundert,

der 1872 abgerissen und durch

eine neugotische Hallenkirche ersetzt

worden ist – bis auf den kleinen Turm

eben.


30

Rad fahren, wandern, paddeln, reiten –

die Freizeit aktiv erleben

Je besser das E-Bike, desto näher

rücken die Orte auch für die Radfahrer

im Osnabrücker Land zusammen. Und

zwar sowohl für die Menschen der

Region, die nach der Arbeit noch eine

kleine Abendtour fahren oder einen

Wochenendausflug planen als auch für

die Urlauber, die zum erholsamen Radeln

ins Osnabrücker Land kommen. Sie alle

finden 2800 Kilometer Radwege vor, an

denen mehr als 15 000 Schilder den

Weg weisen. Im Internet sind die

verschiedenen Routen nach Themenschwerpunkten

aufgelistet, sämtliche

Touren sind nach höchsten Qualitätsstandards

konzipiert. Ebenfalls im Netz

stehen alle für die Planung wichtigen

Details wie Streckenverlauf, geschätzte

Dauer, Distanz, GPS-Tracks und das

Höhenprofil. Alle Touren haben gemeinsam,

dass sie an Restaurants, Cafés und

Hotels vorbeiführen und damit ein

Rundum-sorglos-Angebot unterbreiten.

So können sich Radfahrer auf der Niedersächsischen

Mühlentour auf frisch

gebackenes Steinofenbrot oder Obst -

kuchen während der Rast freuen und

auch an den Radwegen zur Römer -

geschichte, zu Relikten der Erdgeschichte

oder zu Burgen und Schlössern

werden stets kulinarische Empfehlungen

ausgewiesen.

Rad fahren: Das Osnabrücker Land bietet für

jeden Anspruch verschiedene Routen.

Ideal für Wanderer sind die flachen

Strecken durch die Norddeutsche Tiefebene,

doch auch die Wanderwege über

die Kämme von Teutoburger Wald und

Wiehengebirge haben ihren Reiz. Viele

der ausgeschilderten Wege sind zu speziellen

Themen entwickelt worden wie

etwa der 150 Kilometer lange Hünenweg.

Hier führt die Strecke zu den

verschiedenen gewaltigen Großstein -

gräbern, in denen allerdings nicht, wie

der Streckenname getreu alter Sagen

glauben machen will, Riesen oder Hünen

begraben worden sind, sondern die wohl

eher als Gruppengräber angelegt worden

sind. Beeindruckend sind die Findlinge

aus Granit aber in jedem Fall und

man kann sich staunend vorstellen, wie

diese gewaltigen Felsen in grauer Vorzeit

wohl bewegt worden sind. Entlang des

Hünenweges erklären sechs Informa -

tionstafeln die Gräber, 20 Schutzhütten

und 80 Sitzbänke sowie zehn Rastplätze

auf dem Abschnitt durch das Osna -

brücker Land machen das Wandern zum

Vergnügen. Nur 22 Prozent der Wegstrecke

verlaufen über Asphalt, 65 Prozent

sind naturbelassen und 13 Prozent

führen über andere Oberflächen. Das

Gelände, durch das der Hünenweg verläuft,

ist sanft hügelig bis eben, hat kaum

Steigungen und ist damit ideal für Wanderer,

die ungestört die Landschaft genießen

wollen und auch längere Etappen

angehen möchten. Auch der Mühlenweg

am Wiehengebirge mit seinen 99,7 Kilometern,

der legendäre Wittekindsweg

mit 93,3 Kilometern und die vielen anderen

Wege halten für jeden Wanderwunsch

das passende Angebot bereit.


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 31

Wandern: Ob Tiefebene, Teutoburger Wald oder

Wiehengebirge – alle Wege haben ihren Reiz.

Paddeln: Auf Hase und Else lässt es sich wunderbar

entspannt genießen.

Auf den Flüssen Hase und Else haben

Bootsverleihe die kommerziell nutzbaren

Strecken im Blick und bieten verschiedene

Möglichkeiten für Einzelpersonen

und Gruppen an, auf das Wasser zu

gehen. Auch auf den anderen meist

etwas schmaleren Flüssen sind Paddelboote

und Kajaks häufig in Eigenregie

unterwegs, wobei die zuständigen Behörden

an alle Wasserwanderer appellieren,

sich in der Natur rücksichtsvoll zu

verhalten und auch auf die Brut- und

Setzzeiten der Tiere zu achten.

Auf dem Rücken ihrer Tiere sind die

Reiter unterwegs im Osnabrücker Land,

das als Hochburg der Pferdezucht und

des Pferdesports über viele Reitwege,

Reiterhöfe und Pensionen verfügt, die

sich auf die Urlauber rund ums Pferd

spezialisiert haben.

Reiten: Reiterhöfe und Pensionen haben sich auf

Reit-Urlauber spezialisert.


32

Baumwipfelpfad, Alfsee, Marina, Gradierwerke –

die Ziele für Reise und Ausflug

Die Landesgartenschau (LAGA) 2018

war mit genau 586 735 Besuchern ein

großartiger Erfolg für Bad Iburg. Und im

Wortsinne großartig ist auch das

wichtigste Erbe dieser Gartenschau, der

28 Meter hohe und 439 Meter lange

Baumwipfelpfad. Aus lichter Höhe

bekommt der Besucher ganze neue

Aus- und Einblicke auf den Waldkurpark

und das gegenüberliegende Schloss.

Und nach dem Gang über den Wipfelpfad

lohnt sich ein Besuch der hübschen

Innenstadt von Bad Iburg mit seiner Gastronomie,

die den gehobenen Anspruch

eines Kurorts einlöst.

Der Baumwipfelpfad in Bad Iburg –

Aus- und Einblicke auf den Waldkurpark

Mindestens eine Tagestour, für viele

Gäste aber auch gleich einen ganzen

Jahresurlaub wert ist der Ferienpark

am Alfsee im Nordkreis. Wobei der

Zugang zum eigentlichen Alfsee, einem

gewaltigen Regenrückhaltebecken, inzwischen

in weiten Teilen aus Naturschutzgründen

gesperrt ist. Das Leben

tobt hier vielmehr am kleineren Dubbelau-See,

den die meisten Urlauber für

den Alfsee halten. Hier steht die berühmte

Wasserskianlage, an der auch

internationale Meisterschaften ausge -

tragen werden. Und hier sonnen sich die

Urlauber am Sandstrand, nachdem sie

vielleicht eine Runde auf der nahen

Kartbahn gedreht oder sich im Indoor-

Funcenter ausgetobt haben. Übernachten

können die Gäste entweder auf dem

Die Wasserskianlage im Dubbelau-See ist genau

genommen am Alfsee gelegen.


FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 33

Alfsee Ferien- und Erlebnispark

Der Alfsee Ferien- und Erlebnispark ist der ideale Urlaubsort

für Gäste, die jeden Tag ein neues Erlebnis entdecken wollen.

Denn die Gäste können sowohl auf dem Campingplatz mit

seinen 750 Stellplätzen als auch im vollausgestatteten Mietwohnwagen,

Mobilheim, Appartement oder im 3-Sterne-

Superior-Ring hotel Alfsee Piazza Platz finden.

Ein sagenhaftes Erlebnis ist das Germanenland mit seinen 30

Häusern und der Abenteuerwelt. Hier warten ein Geschick -

lich keitsparcours, kniffelige Tricks und Geschichten, Labyrinth

mit Orakel u. v. m. darauf, von Kindern und Erwachsenen entdeckt

zu werden.

Saunagarten im Alfen Saunaland

Information

Gründungsjahr: 1980; Mitarbeiter: ca. 100; Leistungsspektrum: Camping, 3-Sterne-Superior-Ringhotel Alfsee Piazza, Appartements,

Ferienhäuser, Restaurant, Germanenland, Alfen Saunaland, Geschicklichkeitsparcours, Labyrinth, Events u. v.m.

Am Campingpark 10, 49597 Rieste, Fon: 05464 9212-0, Fax: 05464 5837

www.alfsee.de, info@alfsee.de

mehrfach ausgezeichneten 5-Sterne-

Campingplatz, im Mietwohnwagen, im

3-Sterne-Superior-Hotel, in Ferien -

appartements oder in den Mobilheimen

des neuen Germanenlandes. Und nicht

nur im Winter wird das Alfsee-Saunaland

als ein Höhepunkt der germanischen

Wellness-Welt gern aufgesucht. In der

Nähe des Ferienparks bietet der Hof

„Arche Alfsee“ seit Jahrzehnten alten

und gefährdeten Haustierrassen eine

Heimat und sichert so das Überleben

von Tieren wie Wollschweinen, Diepholzer

Gänsen, Eseln oder auch Lakenfelder

Hühnern.

Das perfekte Ziel für einen sonntäg -

lichen Ausflug ist für viele Menschen die

Marina am Mittellandkanal in Bad Essen,

genau wie der Iburger Baum wipfelpfad

das glückliche, wenn auch verspätete

Erbe einer Landesgartenschau – im

Falle von Bad Essen, der Schau im Jahr

2010. Und genau wie später in Bad

Iburg hat das Osnabrücker Land hier gezeigt,

dass es LAGA kann. Als Folge der

Gartenschau konnte das Areal am Hafen

in Bad Essen entwickelt werden, die

Marina mit ihrem 50 mal 70 Meter

großen Hafenbecken ist der Mittelpunkt.

Hier können bis zu 35 Sportboote an -

legen. Und wenn die Freizeitkapitäne in

den nahen Ort spazieren und sich versorgen

können, bieten ihre Schiffe für

die Marina-Besucher eine perfekte Kulisse

für einen gefühlten Tag am Meer.

Ebenfalls wie ein Tag am Meer und

zudem das perfekte Ziel für einen sonntäglichen

Ausflug ist der Kurpark von

Bad Rothenfelde im Südkreis, denn

hier spaziert der Gast an den beiden

Gradierwerken entlang und atmet eine

Luft ein wie an der Nordsee. Die Gra -

dierwerke werden auch oft als Salinen

bezeichnet, sind jedoch nur der augenfällige

Teil der Salzgewinnung. Dabei

wird das Salzwasser, die Sole, durch das

Verdampfen von Wasser konzentriert

und die Umgebung der Gradierwerke

wird mit Salz angereichert – eben wie

an der Nordsee. Hier finden deshalb

auch Allergiker genauso Linderung wie

Asthmatiker. Am intensivsten lässt sich

diese gesunde Luft in der Inhalationskammer

einatmen, wobei der Aufenthalt

in der Kammer die Zeit von 20 Minuten

nicht überschreiten sollte. Und um den

Sonntagsausflug abzurunden, gibt es

neben der für einen gehobenen Kurort

typischen Gastronomie auch noch ein

Wassertretbecken, einen Rosengarten

und Teiche.


34

TERRA.vita – der UNESCO Natur- und Geopark

Als erster deutscher Naturpark wurde

der 1550 Quadratkilometer große Naturund

Geopark TERRA.vita Ende 2015

von der UNESCO als Global Geopark

ausgezeichnet. Ebenfalls eine Premiere:

Als erster Themennaturpark hat

TERRA.vita den Fokus auf die Faszi -

nation Erdgeschichte gelegt und bietet

dazu mehr als 100 Naturdenkmäler und

geologische Phänomene auf. Und noch

eine Alleinstellung: Osnabrück liegt als

einzige deutsche Großstadt inmitten

eines Naturparks, der es sich zur

Aufgabe gemacht hat, die enge Verknüpfung

von Mensch und Natur in einer

Kulturlandschaft sichtbar zu machen.

Rund um das Kernthema Geologie mit

Das Regionale Umweltbildungszentrum Noller Schlucht in Dissen

Besonderheiten wie dem Teutoburger

Wald und dem Wiehengebirge, den

Moor- und Heidelandschaften, den

Flüssen und ihren Quellgebieten, den

Felsformationen, Steinbrüchen, Sandund

Tongruben sowie mit den End -

moränen, Findlingsfeldern und anderen

archäologischen Denkmalen macht

TERRA.vita die Vielfalt und die mindestens

300 Millionen Jahre alte Erd -

geschichte der gesamten Region

erlebbar.

Der Name „TERRA.vita“ kann mit

„Lebenslauf der Erde“ übersetzt werden

und soll die große geologische Bandbreite

der Landschaft verdeutlichen,

denn im Osnabrücker Land haben Auffaltung

und Erosion, Überflutung und

Vergletscherung oder auch Wüsten- und

Frostklima und die verschiedensten

Lebenswelten ihre Spuren hinterlassen.

Die Gesteine geben in vielfältigster

Weise Zeugnis von dieser Geschichte.

Im Norden beginnt der Naturpark im

Hahnenmoor im Artland und zieht sich

südöstlich über die Ankumer Höhe nach

Bramsche. Auch der südlichste Teil

des Oldenburger Münsterlandes und

der Nordosten des Osnabrücker Landes

gehören zum Geopark wie das Wiehengebirge

bis hin zum Weserdurchbruch an

der Porta West falica und das Gebiet

weiter bis Bückeburg, das schon östlich

der Weser und nördlich des Weser -

gebirges liegt. Im mittleren Teil des

Naturparks liegen Osnabrück und das

Osnabrücker Bergland, nach Süden

verläuft das Gebiet östlich von Hörstel

und über das Tecklenburger Land und

Bad Iburg bis nach Bielefeld. Damit

liegen mit Bielefeld und Osnabrück zwei

Großstädte als wichtige Anlaufpunkte

im Naturpark.

Mit der Straße der Megalithkultur zieht

sich eine Ferienstraße von Osnabrück bis

nach Oldenburg, die vorbeiführt an den

zahlreich vorhandenen Großsteingräbern

aus der Steinzeit. Seit 2013 ist diese

Straße sogar ein Kulturweg des Europarates

und wird als „Radroute der Megalithkultur“

vermarktet.


TERRA.vita: „Lebenslauf der Erde“ – beim Wandern erspürbar

FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 35


36

Urmeersalz, Grünkohl, Gin 049, Artländer Bier –

die lokalen Leckereien

Die mineralreichste Solequelle Europas

liegt 800 Meter tief im Boden unter Bad

Essen, ist seit 220 Millionen Jahren so

bestens geschützt vor Umwelteinflüssen

und hat mit 31,8 Prozent einen höheren

Mineralgehalt als das Tote Meer. Aus

dieser Sole gewinnt die Salzmanufaktur

Grönemeyer (ja, der Chef ist tatsächlich

verwandt mit Herbert Grönemeyer!) in

einem mehrstufigen Prozess das Bad

Essener Urmeersalz. Dessen spezielle

Eigenschaften überzeugen auch Sterneköche

wie den Drei-Sterne-Koch

Thomas Bühner aus Osnabrück und

machen es weltweit unter dem Produktnamen

„King of Salt“ zu einem gefragten

Gewürz der Spitzenküche.

Das Osnabrücker Land hat viele Leckereien zu

bieten ...

Ebenfalls weltweit verbreitet ist der

Grünkohl, doch nirgends wird ein solcher

Kult um den Kohl getrieben wie im

Osnabrücker Land – gut, abgesehen

vielleicht noch von Oldenburg. In den

Herbst- und Wintermonaten treffen sich

Vereine, Firmen und andere Gruppen zu

Grünkohlessen, bei denen dann Grünkohlkönige

gekürt werden. Und beim

größten Männerstammtisch der Welt, der

Osnabrücker Mahlzeit“, wird natürlich

auch seit eh und je Grünkohl gereicht

und zwar immer mit Kasseler, Kohlwurst,

grober Bratwurst und Bratkartoffeln.

Dabei wird es auch auf ewig bleiben, da

ist man sich sicher bei der Osnabrücker

Mahlzeit – nur die Sache mit dem reinen

Männerstammtisch, die soll zeitnah überdacht

werden.

Zwei Männer aus Georgsmarienhütte

hatten die Idee, einen regionalen Gin für

das Osnabrücker Land zu produzieren:

Michael Sander und Rene Strothmann.

Der Name war in Anlehnung an die

örtliche Postleitzahl und den heftigen

Alkoholgehalt mit „Gin 049“ schnell

gefunden, die Produktion erwies sich

aber für die beiden Tüftler als zu vertrackt.

Nun kümmern sich die Profis

einer Destillerie aus dem nahen Steinfurt

darum, aus Getreide, Wachholderbeeren

und Salbei aus dem Teutoburger Wald

den Gin herzustellen. Auf ihr Produkt

schwören die beiden Männer, denn der

Bio-Alkohol sei geschmacklich milder

und mache trotz der 49 Volumenprozent

auch keinen gar so üblen Kater.

Mit deutlich weniger Prozenten, aber mit

einem ebenso typischen und unverwechselbaren

Geschmack kommen die Biersorten

der Artland Brauerei auf dem

regionalen Markt gut an. Die regionale

Brauerei hat ihren Sitz in Nortrup in der

Samtgemeinde Artland auf dem histo -

rischen Fachwerkhof Renze aus dem

Jahr 1773. Hier wird seit 2007 mit regionalen

Zutaten in einem schonenden

Verfahren das Artländer Bier aus der

Region für die Region gebraut. Und die

Region interessiert sich für die Herkunft

des Bieres, das im Sudhaus in der ehemaligen

Wagenremise des Hofes

gebraut wird, wie die hohe Nachfrage

nach Führungen zeigt – wobei sicher

auch die anschließende Verköstigung

ihren Anteil am Erfolg haben dürfte.


...sogar ein Bier kommt aus dem Artland.

FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 37


38

Über Stock und Stein –

der „Männerspielplatz“ Fursten Forest

Mit dem Allrad-Buggy durch den Matsch

brettern oder mit dem Monstertruck und

seinen Riesenreifen alte Autos platt -

fahren ist nur etwas für Männer, der

Fursten Forest also ein reiner Männerspielplatz?

Ja gut, auf den ersten Blick

stellen die Männer schon den größeren

Teil der Besucher auf dem größten

Outdoorfreizeitgelände Europas. Aber

natürlich haben auch Frauen ihren Spaß

an diesem einzigartigen Angebot, das

auf einem 400 Hektar großen ehema -

ligen Übungsgelände der Bundeswehr

nördlich von Fürstenau im Nordkreis von

Unternehmern aus den Niederlanden

eingerichtet worden ist. Die haben seinerzeit

einfach am schnellsten reagiert,

als die Bundeswehr die Flächen auf -

gegeben und nach einem Käufer gesucht

hatte und bauen seitdem ihr

Auch Frauen haben das Gelände für sich entdeckt.

Angebot Jahr für Jahr konsequent

weiter aus. Gab es zunächst vor allem für

private Besitzer von Geländeautos die

Möglichkeit, ihre Fahrzeuge im Wald und

in einer riesigen Sandkuhle an die Grenzen

zu treiben, so konnten nach und

nach auch Quads, Buggys oder Hummer

gemietet werden. Sogar Fahrten mit

einem Panzer sind möglich, was zu den

ganz speziellen Verkehrszeichen im

Fursten Forest führt, wonach Panzer

immer Vorfahrt haben – wer die stählernen

Kolosse einmal in Aktion gesehen

hat, der käme aber ohnehin nie im Leben

auf die Idee, ihre Vorfahrt anzuzweifeln.

Neben den motorisierten Spielereien im

Gelände mit den Quads oder offenen

Buggys, für die dem Anfänger in jedem

Fall ein Satz ältere Kleidung und ein

Halstuch als Mundschutz empfohlen

seien, hat der Fursten Forest aber noch

viel mehr zu bieten. So gibt es Escape-

Rooms in den ehemaligen Militärgebäuden

auf dem weitläufigen

Gelände, die für Gruppen- und Teamevents

angeboten werden. Dabei

werden Gruppen von zwei bis sechs

Spielern in eigens ausstaffierte Räume

eingesperrt, aus denen sie sich nur mit

viel Geschick, Kombinationsfähigkeit und

vor allem Querdenken wieder befreien

können. Die Macher haben dabei allerlei

technische Spielereien eingebaut, die die

Teams vor kniffelige Aufgaben stellen.

Und auch die übrigen Gebäude werden

nach und nach für verschiedenste

Zwecke verwendet: In den ehemaligen

Mannschaftsunterkünften der Soldaten

sind Hotelzimmer eingerichtet worden,

die etwa auch für Junggesellen -

abschiede oder ganze Offroad-Urlaube

genutzt werden. Und weil die Macher die

fast unbegrenzten Möglichkeiten des

Fursten Forest konsequent ausbauen,

haben sie mit der „Forest Spring“ auch

noch eine Verbrauchermesse etabliert,

bei der Aussteller aus den Bereichen

Handel, Automobile, Handwerk, Industrie,

Bauwirtschaft, Mode oder auch

Gastronomie ihre Produkte und Dienstleistungen

präsentieren. Durch die

strategisch günstige Lage mit einem

Einzugsgebiet von Oldenburg bis zum

südlichen Münsterland und von der

niederländischen Grenze bis in die

Region Diepholz strömen die Besucher

in fünfstelliger Zahl zu dieser Ver -

brauchermesse.


Hier lassen sich Grenzen austesten – auch von Fahrzeugen.

FREIZEIT UND LEBENSQUALITÄT 39


40

Der Mix macht’s –

starker Mittelstand als Erfolgsfaktor

Wenn der Autobauer Volkswagen in

Wolfsburg oder die Brauerei Jever im

Landkreis Friesland husten, dann bekommt

die ganze jeweilige Region

Fieber. Denn die starke Abhängigkeit

von nur einem sehr großen Arbeitgeber

ist in guten Zeiten ein Segen, kann in

schlechten Zeiten aber zum Fluch

werden. Diese Sorge braucht das Osnabrücker

Land nicht zu haben, denn hier

steht der wirtschaftliche Erfolg auf einem

breiten Fundament aus mittelstän -

dischen und oft noch von einer Familie

inhabergeführten Unternehmen. Die

Deutsche Bank und die Wochenzeitschrift

Wirtschaftswoche haben den

gesamten deutschen Mittelstand für

ihren „Atlas der Wirtschaftszentren“ unter

die Lupe genommen und analysiert, in

welchen Regionen denn wohl die erfolgreichsten

mittelständischen Unter -

nehmen angesiedelt sind. Und siehe da:

Das Gebiet Osnabrück-Münsterland-

Westfalen kam unter die Top Ten der

Wirtschaftszentren und bei der Einzel -

betrachtung schaffte es Osnabrück

sogar auf den vierten Platz des Rankings.

Besonders spannend war bei der

Analyse, dass der Blick nicht nur auf die

klassischen Indikatoren wie großer

Firmenname, Akademikerquote oder

Zahl der Mitarbeiter gerichtet worden

war, sondern dass auch Faktoren wie

Arbeitsplatzversorgung in der Fläche

oder Internationalisierung eine Rolle

gespielt haben.

Im Osnabrücker Land haben demnach

viele sogenannte „Hidden Champions“

ihren Sitz, die oft zu den Weltmarkt -

führern in ihren hoch spezialisierten

Arbeitsfeldern gehören. So stammt die

blaue Laufbahn im Berliner Olympia -

stadion, auf der Usain Bolt mit 9,58

Sekunden über 100 Meter seinen Fabel-

Weltrekord gelaufen ist, ebenso aus dem

Landkreis Osnabrück wie die wichtigsten

Teile der deutschen Polarstation „Neumayer

III“ des Alfred-Wegener-Instituts

in der Antarktis. Und auch der Weltmarktführer

für Fischfutter hat hier

ebenso seinen Sitz wie die Baufirma, die

das Stadion des VfL Wolfsburg errichtet

hat. So gilt für Deutschland im Allge -

meinen und für das Osnabrücker Land

im Besonderen, dass der Mittelstand

als Motor der Wirtschaft Arbeitsplätze

schafft, ausbildet und investiert. Mittelständische

Unternehmen beschäftigen

rund 70 Prozent der Erwerbstätigen, sie

schaffen 80 Prozent der Ausbildungsplätze

und sind für mehr als die Hälfte

aller Investitionen verantwortlich. Mit gut

erschlossenen Gewerbegebieten, einer

aktiven Wirtschaftsförderung und einer

engen Kooperation mit den universitären

Einrichtungen schafft das Osnabrücker

Land auch in Zukunft gute Bedingungen

für seinen Mittelstand.

Neben diesen politischen Rahmenbe -

dingungen, die für eine erfolgreiche

Entwicklung der kleinen und mittel -

ständischen Firmen unverzichtbar sind,

kommt es aber vor allem auf die Mit -

arbeiter an. Und hier profitieren die

Unternehmen von ihrer oft seit Genera -

tionen gelebten Verwurzelung in ihren

jeweiligen Städten oder Gemeinden.

Nicht selten sind die Fachkräfte in zweiter

oder gar dritter Generation „ihrem“

Unternehmen treu, was durch die Nähe

zu den Inhaberfamilien noch verstärkt

wird. Wer am Wochenende auf den Fußballplätzen

oder in den Sporthallen des

Osnabrücker Landes die Fußballer oder

Handballer oder Basketballer oder auch

Volleyballer aller Jahrgänge beobachtet,

der sieht ganz oft die Namenszüge der

Sponsoren auf dem Trikot oder auf den

Banden, die so ihre lokale Verantwortung

zeigen. Und auch bei Stadtfesten und

anderen Veranstaltungen engagieren

sich in erster Linie die mittelständischen

Unternehmer als Sponsoren und sorgen

auch auf diese Weise dafür, dass sich

ihre Mitarbeiter mit ihren Familien in ihrer

Heimatgemeinde wohlfühlen.


WIRTSCHAFT 41

In der AGRO Ausbildungswerkstatt erlernen die Auszubildenden die

Grundfertigkeiten ihrer jeweiligen Berufe.

AGRO in Bad Essen – das ist Kompetenz rund um den Federkern in

dritter Generation.

AGRO-Gruppe

Man sieht sie nicht – und doch ist das Erfolgsprodukt der

AGRO-Gruppe rund um den Globus allgegenwärtig. Federkerne

sorgen als flexibles Innenleben der gleichnamigen

Matratzen weltweit für gesunden Schlaf – und überzeugen

übrigens aufgrund ihrer Recyclebarkeit auch unter Nach -

haltigkeitsaspekten.

Als einer der weltweit führenden Hersteller überzeugt

AGRO seine Kunden in der Matratzen- und Polstermöbel -

industrie mit Qualität, Service sowie einer enormen Pro -

dukt vielfalt.

Unter dem Dach der AGRO verbinden sich die Erfahrung und

Werte des traditionellen mittelständischen Familienbetriebs

mit dem zukunftsgerichteten Denken und Handeln einer

international erfolgreich agierenden Unternehmensfamilie.

Neben den Federkernen produziert AGRO heute auch Draht

und Produktionsmaschinen gruppenintern.

Hochmoderne Anlagen sorgen für effiziente Produktion und

Logistik: Neun Millionen Federkerne verlassen jährlich alleine

das Bad Essener Werk, 85 Prozent davon gehen in den Export.

Stetige Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz,

die Investition in eine eigene Recyclinganlage sowie stetige

Entwicklungen im Bereich Cradle-to-Cradle sprechen dabei

eine deutliche Sprache: AGRO denkt weiter.

Auch als Arbeitgeber, wo AGRO für Technik und Internatio -

nalität ebenso steht wie für flache Hierarchien, individuelle

Entwicklungsmöglichkeiten und eine persönliche Atmosphäre.

Die AGRO-Gruppe bildet in acht verschiedenen Berufen aus

und verfügt über eine eigene Ausbildungswerkstatt.

Information

Gründungsjahr: 1948; Mitarbeiter: ca. 750 (gruppenweit)

Produktspektrum: Qualitätsfederkerne für Matratzen und Polstermöbel (Taschenfederkerne, Bonnellfederkerne, Leichtfederkerne,

Wellenfedern), Stahldraht, Entwicklung und Konstruktion von Maschinen sowie Fertigung von Maschinenersatzteilen

Standorte: Bad Essen (Zentrale); Szamotuły (Polen); Windsor, Connecticut (USA); Barranquilla (Kolumbien)

Senfdamm 21, 49152 Bad Essen

Fon: 05472 9420-0, Fax: 05472 1577

www.agro-holding.eu, info@agro.eu


42

oben links: Der Ausbau der Infrastruktur für die E-Mobilität ist ein

Schwerpunktthema bei innogy Westenergie.

oben: Nicht zuletzt dank der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist innogy

Westenergie der zuverlässige Partner für die Kommunen, Unternehmen

und Menschen des Landkreises.

links: Schnelles Internet: Die Versorgung – auch ländlicher Gebiete – mit

Glasfaseranschlüssen steht bei innogy Westenergie besonders im Fokus.

innogy Westenergie – Der Energiepartner für das Osnabrücker Land

Bereits seit weit über 100 Jahren ist die innogy Westenergie mit

ihren Vorgängergesellschaften zuverlässiger Energieversorger

für die Menschen im Osnabrücker Land. Der Tradition verpflichtet,

aber dennoch die Zukunft fest im Blick, sichert das Energie -

unternehmen mit seinen Infrastrukturlösungen die Versorgung

von Bürgern und Industrie mit Strom, Gas und schnellem Internet.

Durch die zahlreichen Angestellten, die aus der Region

stammen, ist das Unternehmen hier stark verwurzelt. Gleich -

zeitig ist innogy Westenergie verlässlicher Partner der kreisangehörigen

Kommunen und des Landkreises Osnabrück bei den

verschiedenen kommunalen Netzgesellschaften.

Sponsoring-Aktivitäten, die Unterstützung von zahlreichen sozialen

Engagements und die Förderung von ungezählten ehrenamtlichen

Initiativen für die Region liegen dem größten Regional -

versorgungsunternehmen des E.ON-Konzerns mit Sitz in Essen

besonders am Herzen. So unterstützt innogy Westenergie beispielswiese

das Gartenfestival auf der Ippenburg, sponsort das

ADAC-Bergrennen oder ist Förderer von Ausstellungen im

Museum und Park der Varusschlacht in Kalkriese. Daneben

ist das Unternehmen Partner von diversen Vereinen und Einrichtungen

im Jugend-, Bildungs-, Sport- und Kulturbereich.

Mit der Initiative „aktiv vor Ort“ wird außerdem das ehrenamt -

liche Engagement der Mitarbeiter in deren Wohnorten ge -

fördert.

Zu den Projekten, die innogy Westenergie aktuell besonders

intensiv vorantreibt, gehören der flächendeckende Ausbau des

schnellen Internets über moderne Glasfaserleitungen und der

Ladesäuleninfrastruktur, um die E-Mobilität für E-Bikes und

E-Autos weiter voranzubringen.

Auch hochmoderne Forschungsprojekte wie etwa Power-to-

Gas, mit denen die regenerative Energie in der Region effizient

genutzt werden kann, bringt innogy Westenergie voran. Das

Energieunternehmen ist der zuverlässige Partner für die Kommunen

des Landkreises.

Information

Gründungsjahr: 1909; Mitarbeiter: 446 im Osnabrücker Land, davon 38 Azubis

Leistungsspektrum: Dienstleister für die Versorgung der Bürger und Industrie mit Strom, Gas und schnellem Internet

Goethering 23–29, 49074 Osnabrück, Fon: 0541 316-00

www.westenergie.de, contact@innogy.com


WIRTSCHAFT 43

oben links: Westnetz kombiniert das Know-how der Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in der Energieverteilung mit den Chancen der Digitali sierung.

oben: Die optimale Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Internet

erfordert zuverlässige Netze und intelligente Steuerungen.

links: Durch permanente Investitionen in Erhalt und Ausbau der Netze

sorgt Westnetz für eine zuverlässige Versorgungssituation in Stadt und

Land.

Westnetz – Mit Tradition in die Zukunft

Westnetz ist der größte Strom- und Gas-Verteilnetzbetreiber

im Westen Deutschlands. Das Unternehmen ist eine 100-

prozentige Tochter der innogy Westenergie und betreibt eine

Vielzahl von Netzen unterschiedlicher Eigentümer. Dabei

kümmert sich Westnetz auch um die optimale Verteilung von

der im Landkreis Osnabrück erzeugten regenerativen Energie.

Der unabhängige Verteilnetzbetreiber stellt die Netze allen

Marktteilnehmern diskriminierungsfrei zur Verfügung. Westnetz

steuert und überwacht 180 000 Kilometer Stromnetz

und 24 000 Kilometer Gasnetz – Tendenz steigend. Westnetz

plant, baut und betreibt die Energienetze der Region des

Osnabrücker Landes. Das Unternehmen ist Innovationstreiber

und verlässlicher Partner vor Ort.

Dabei wachsen die Ansprüche an die Verteilnetze stetig: Vorausschauendes

Planen und gezielte Investitionen sorgen für

eine weiterhin hohe Versorgungssicherheit der Gemeinden

und Kommunen auch im Osnabrücker Land und treiben strate -

gisch innovative Technik und Prozesse weiter voran.

Westnetz ist ein modernes, zukunftsfähiges Unternehmen, ein

wichtiger Arbeitgeber für die Menschen und ein verlässlicher

Auftraggeber für viele Firmen hier in der Region. Darüber

hinaus sorgt Westnetz mit Neubauten, Ausbauten, Instand -

haltungen und Modernisierungen für eine zukunfts sichere

Versorgung der hiesigen Kommunen – mit Strom, Gas und

modernen Glasfaser-Internetleitungen. Westnetz kombiniert

das Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der

Energieverteilung mit den Chancen der Digitalisierung. Davon

profitieren alle: vom Energieerzeuger bis zum Endverbraucher.

Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, seit mehr als 100

Jahren – und auch in Zukunft.

Goethering 23–29, 49074 Osnabrück

Fon: 0800 9378-6389

www.westnetz.de, kontakt@westnetz.de


44

The Family Butchers Nortrup – A Kemper & Reinert Company

Bei Kemper im niedersächsischen Nortrup im Artland hat das

Wurst-Machen eine lange Tradition. Seit Generationen schon

werden die urtypischen Wurst- und Schinkenrezepte weiter -

gegeben. Firmengründer Hermann Kemper begann bereits

1888 mit der Produktion. 2019 fusionierte die in fünfter Generation

familien geführte Kemper-Unternehmensgruppe mit

der Reinert-Unter neh mens gruppe zu „The Family Butchers“.

Seitdem sind sie als starke Partner zum zweitgrößten Hersteller

von Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland geworden.

Sie erwirtschaften zusammen einen Umsatz von über 700 Mio.

Euro im Jahr. Oberste Maxime ist es, allen Kunden eine

kontinuierlich erstklassige Qualität zu attraktiven Preisen zu

bieten. Die Qualität beginnt schon beim Einkauf. Das Fleisch

für die Verarbeitung kommt überwiegend aus der ländlichen

Region Norddeutschlands und aus der Euro päischen Union.

Hergestellt wird die breite Palette an Fleischwarenerzeug -

nissen unter optimalen Hygienebedingungen auf modernsten

Produktionsanlagen mit innovativen Fertigungsmethoden.

Denn die Familie war schon immer von Technik begeistert.

Diplom-Ingenieur Hermann Kemper (1892–1977) zum Beispiel

erfand die Magnetschwebetechnik, die letztlich zur Entwicklung

des Transrapids führte (seit 2017 steht der TR09

auf dem Firmengelände in Nortrup).

Bei all der hervorragenden Technik, sind doch vor allem die

Mit arbeiter das eigentliche Erfolgsgeheimnis. Ziel ist es daher,

mit einer kontinuierlichen Weiter bildung die Fachkenntnisse

der Mitarbeiter stetig zu verbessern – wovon alle profitieren.

Ob mit handwerklichem Geschick, technischem Know-how

oder kaufmännischem Organisationstalent – gut 1350 Mit -

arbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Nortrup und Cloppen -

burg täglich daran, das Qualitätsversprechen immer wieder

auf’s Neue wahr werden zu lassen.

Information

Gründungsjahr: 1888; Mitarbeiter: rund 1350

Leistungsspektrum: Hersteller von Rohwurst-, Brühwurst-, Koch- und Rohschinken-, Aspik- und Kochwurst-Produkten

Hauptstraße 2, 49638 Nortrup

Fon: 05436 52-0, Fax: 05436 52-200

www.the-family-butchers.com, www.kemper-nortrup.de


WIRTSCHAFT 45

unten: So vielfältig wie geschmackvoll – mehr als 8000 Artikel von

Gewürzen, Gewürzmischungen, Marinaden, Würzsaucen, Dressings

bis hin zu Würzpasten und Pestos umfasst derzeit das Portfolio der

AVO-Werke in Belm.

oben: Mehr als 100 Mio. Euro wurden in eine zukunftsfähige und nachhaltige

Produktions- und Verfahrenstechnik sowie in ein neues Logistikzentrum

investiert. AVO verfügt somit in Belm über eine der weltweit

modernsten Produktionsstätten innerhalb der Gewürzindustrie.

AVO-Werke August Beisse GmbH

Als im Jahr 1921 das Unternehmen AVO, benannt nach dem

Namensgeber, August Vodegel in Osnabrück, gegründet

wurde, konnte niemand erahnen, welch erfolgreichen Weg

das Unternehmen einschlagen würde. AVO ist heute führender

Gewürzspezialist für Verarbeitungsgewürze in Deutschland

und Europa.

In der Veredelung und Verarbeitung von Naturgewürzen und

Gewürzmischungen, der Entwicklung und Herstellung von

Flüssigwürzungen wie Marinaden oder Würzsaucen für die

Lebensmittelproduktion liegt die Kernkompetenz des Unterneh -

mens. Die Kunden aus dem In- und Ausland kommen aus dem

Fleischerhandwerk, der Lebensmittelindustrie und dem Lebens -

mittelhandel. Das Sortiment umfasst mehr als 8000 Artikel, die

zum größten Teil kundenindividuelle Produkte umfasst.

Entscheidend für die positive Entwicklung ist die hohe Kompetenz

rund um den guten Geschmack, das Gespür für Trends und

vor allem die absolute Kundenorientierung. Seitdem AVO im

Jahr 1969 von Osnabrück an den heutigen Unternehmenssitz

nach Belm zog, wurden dauerhaft Investitionen getätigt. Aktuell

investiert AVO 40 Mio. Euro in ein neues Logistikzentrum am

Unternehmenssitz. „Die Ansprüche der Kunden sind hoch“, erklärt

Geschäftsführer Bernhard Loch. „Die heutigen Produktions -

wege in der Lebensmittelherstellung sind so effizient konzipiert,

dass wir nach Kundenvorgabe zeitlich exakt liefern müssen.“

Geschäftsführer Guido Maßmann ergänzt: „Investitionen sind

immer auch ein Beitrag zu einem nachhaltigen Wirtschaften.

So können wir Ressourcen effizient nutzen und unseren Beitrag

zum Erhalt einer lebenswerten Zukunft leisten.“

Information

Gründungsjahr: 1921; Mitarbeiter: 650

Geschäftsführung: Stefanie Breun, Guido Maßmann, Bernhard Loch

Leistungsspektrum: Veredelung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Naturgewürzen und Gewürzmischungen;

BIO-Naturgewürze, Clean Label; Marinaden und Würzsaucen; Pasten, Pestos und Dressings; Zusatzstoffe

Industriestraße 7, 49191 Belm

Fon: 05406 508-0, Fax: 05406 4126

www.avo.de, info@avo.de


46

MBN Bau Aktiengesellschaft – Bauen ist Vertrauenssache

Im Auftrag der BEVOS haben wir – die MBN Bau AG – einen

Erweiterungsbau mit einer Bruttogeschossfläche von 4648

Quadratmetern am Kreishaus in Osnabrück erstellt. Als Totalunternehmer

waren wir verantwortlich für die schlüsselfertige

Realisierung, inklusive aller Planungsleistungen.

Mit der Erweiterung wurden 118 neue Büroeinheiten mit

Besprechungs- und Nebenräumen geschaffen. Der viergeschossige,

kubische Neubau ist eine Komposition aus einem

Zwei- und einem Dreibund. Aufgrund seiner Orthogonalität

fügt er sich harmonisch in den Bestand ein. Dabei schließt der

Zweibund in einer Achse, optisch getrennt durch eine Glasfuge,

an den südöstlichen Flügel des Bestandsgebäudes an,

während der Dreibund leicht nach Süden versetzt ist. Die

Lochfassade ist geprägt durch ein zweischaliges, hinterlüftetes

Mauerwerk mit Klinker. Auf den Ebenen 2 bis 4 sind die Erweiterung

und das Bestandsgebäude über einen Durchgang

verbunden. Die Gründung des Gebäudes und das Hang -

geschoss wurden in WU-Qualität (wasserundurchlässig) ausgeführt.

Zur Versorgung des gesamten Kreishauses mit Löschwasser

ist im Hanggeschoss ein Löschwassertank errichtet

worden.

Gegenstand der schlüsselfertigen Erstellung war auch der

Innenausbau der Räume. Die Büros sind mit textilen Bodenbelägen

und die Treppenhäuser mit Betonwerkstein ausgestattet.

Die Decken sind überwiegend als abgehängte Rasterdecken

ausgeführt, in den Besprechungsräumen als Akustikloch -

decken. Die Büros konnten nach elf Monaten Bauzeit im

Dezember 2019 bezogen werden.

Information

Gründungsjahr: 1969

Mitarbeiter: über 600

Leistungsspektrum: schlüsselfertiges Bauen, Bauen im Bestand, Stahlbau, Metall- und Fassadenbau, modulares Bauen,

Projektentwicklung und Facility-Management

Beekebreite 2–8, 49124 Georgsmarienhütte

Fon: 05401 495-0, Fax: 05401 495-1190

www.mbn.de, info@mbn.de


WIRTSCHAFT 47

BAUKING Weser-Ems GmbH

Die BAUKING ist ein junges und wachstumsorientiertes

Unternehmen, das in seinen Strukturen jedoch auf eine jahrzehntelange

Tradition zurückgreifen kann.

Im Jahr 2002 wurde die BAUKING GmbH durch den Zu -

sammenschluss der hagebau-Gesellschafter Baubedarf

Lehrmann, Helmstedt, und BVG E. N-Hollenberg, Bad Essen

(Niedersachsen), gegründet. Seit diesem Zeitpunkt ist unser

Unternehmen stetig gewachsen. Verschiedene Standorte

aus dem Baustoffhandel und hagebau-Einzelhandel, aber

auch einzelne Gesellschaften wurden nach und nach Teil der

BAUKING. Viele unserer Niederlassungen sind bereits seit

Jahrzehnten in ihrer Region verwurzelt. Unsere Standorte in

Wuppertal, Essen, Leipzig und Hamburg können zum Beispiel

auf eine bereits über 100-jährige Tradition im Baustoffhandel

zurückblicken. Mit rund 70 Fachhandelsstandorten zählt die

BAUKING zu den führenden Unternehmen im deutschen

Baustoff- und Holzfachhandel und gehört mit rund 50 hagebaumärkten

auch im Einzelhandel zu den Marktführern.

Wir sind stolz darauf, unseren Kunden an rund 120 Standorten

in Nord-, West- und Ostdeutschland täglich vor Ort zur Ver -

fügung zu stehen. Mit einer umfangreichen Auswahl an Qua -

litätsprodukten, kompetenter Beratung und professionellen

Dienstleistungen für Profikunden und Heimwerker unterstützen

wir unsere Kunden als verlässlicher Ansprechpartner bei

ihren Bauprojekten.

Information

Gründungsjahr: 1922; Mitarbeiter: etwa 730

Leistungsspektrum:

Baustoff- und Holzfachhandel; hagebaumärkte; Lager und Logistik; 60 000 Artikel auf Lager für Bauunternehmen,

Handwerksbetriebe und Privatkunden

Essener Straße 18/20, 49152 Bad Essen

Fon: 05472 9404-0

www.bauking.de, info@bauking.de


48

Hettich Do-It-Yourself

GmbH & Co. KG

Technik für Möbel für Baumärkte – die Business Unit

„Do-It-Yourself“ des Möbelbeschlagherstellers Hettich

aus Kirchlengern ist spezialisiert auf die Vermarktung von

Scharnieren, Auszügen usw. für den Einzelhandel.

Das Unternehmen mit Sitz in Melle-Neuenkirchen zählt in

Europa zu den führenden Lieferanten im Bereich Eisenwaren

für Bau- und Fachmärkte und beliefert viele namhafte

Handelsketten in ganz Europa und in den USA. Zu den Kernkompetenzen

gehören Vertriebs- und Vermarktungsstrategien

sowie Verpackungs- und Logistikkonzepte, um die innovativen

Hettich-Produkte verständlich an den Endkunden zu bringen.

Information

Gründungsjahr: 2010 (vorher: Hettich FurnTech GmbH & Co. KG); Mitarbeiter: etwa 100;

Fit für den Einzelhandel: Innovative Point-of-Sale Konzepte

brauchen gute Ideen.

Lieferprogramm: Scharniere, Auszugsführungen, Schiebetürsysteme, Verbindungsbeschläge und dekorative Beschläge

Lange Straße 51, 49326 Melle, Fon: 05428 92777-0, Fax: 05428 92777-99

www.hettich-diy.com, info@hettich-diy.com

MWA aktuell Vertriebsgesellschaft

mbH & Co. KG

Die Firma MWA aktuell ist ein familiengeführtes, mittelstän -

disches Möbel-Großhandelsunternehmen.

Seit über 40 Jahren hat die Firma ihren Hauptsitz in Ankum

und beliefert von dort aus Möbelhäuser in ganz Europa. Zu

den Produkten gehören individuelle Sitzmöbel- und Tisch -

systeme, welche durch ihre Variantenvielfalt hervorstechen

und dem Endverbraucher eine individuelle Konfiguration ermöglichen.

Abgerundet wird das Sortiment durch passende, moderne

Speisezimmerprogramme.

Information

Gründungsjahr: 1974; Mitarbeiter: etwa 80; Leistungsspektrum: Entwicklung und Handel im Bereich Wohnmöbel

Produkte: individuelle Sitzmöbelsysteme, vielseitige Tischsysteme und Speisezimmerprogramme

Unser Sortiment reicht von variablen und vielseitigen Tisch- und Sitz -

möbelsystemen bis hin zu Speisezimmermöbeln und Wohnkombinationen.

Im Walsumer Esch 15–17, 49577 Ankum, Fon: 05462 760-0, Fax: 05462 8788

www.mwa-aktuell.com, info@mwa-aktuell.com


WIRTSCHAFT 49

Das Lager in Melle

Thomas Philipps GmbH & Co. KG – jede Woche tolle Angebote

Das Unternehmen Thomas Philipps betreibt heute über 250

Märkte in ganz Deutschland. Alles begann im Jahr 1986:

Von einem kleinen Handelsbetrieb mit fünf Mitarbeitern und

zwei Märkten hat sich Thomas Philipps zu einem zukunfts -

orien tier ten, erfolgreichen und stetig wachsenden Familien -

unter nehmen entwickelt, das heute über 700 Angestellte in

Logistik und Verwaltung beschäftigt. In den Märkten sind

weitere 3000 Mitarbeiter vor Ort für die Kunden da. Zudem

betreibt das Unternehmen sechs Märkte in Litauen.

Das internationale Netzwerk aus Markenherstellern, Pro du -

zenten und Lieferanten ermöglicht es, ein einzigartiges Sor -

timent mit ständig wechselnden Top-Angeboten zu bieten.

Zu Thomas Philipps gehört auch die Marke „Grüner Jan“, die

den Verbrauchern ein umfangreiches Angebot im Bereich

Garten und Pflanzen bietet. Neben den Märkten vor Ort bietet

Thomas Philipps seinen Kunden einen Onlineshop, in dem sie

eine große Auswahl an Artikeln bequem und einfach einkaufen

können.

Mit seinem rund 18 000 Artikel umfassenden Sortiment begeistert

Thomas Philipps inzwischen täglich mehr als 100 000

Kunden.

Die Auswahl ist groß und auf die Bedürfnisse der Kunden

optimiert, die Preise hingegen bleiben klein.

Das bodenständige Familienunternehmen mit Sitz im „Osna-

brücker Land“ wird auch in den nächsten Jahren seine erfolg -

reiche Wachstumsstrategie weiter verfolgen und in die Zukunft

investieren.

Information

Gründungsjahr: 1986; Mitarbeiter: über 3700; Sortiment: Pflanzen und Blumen, Gartenmöbel und -zubehör, Camping zubehör,

Lebensmittel und Getränke, Kosmetik- und Hygieneartikel, Haushaltschemie, Heimtierbedarf, Küchen- und Haushaltswaren,

Innen einrichtung und Dekoartikel, Heimtextilien, Bekleidung, Spielwaren, Büro- und Schreibwaren, Sport- und Freizeitartikel,

Kfz- und Fahrrad zubehör, Werkzeuge, Elektrogeräte u. v. m.

Osnabrücker Straße 21, 49143 Bissendorf

Fon: 05402 919-0, Fax: 05402 919-180

www.thomas-philipps.de, info@thomas-philipps.de


50

Dahmen Rohrleitungsbau GmbH & Co. KG

Vom Traditionsunternehmen zum modernen Servicedienstleister

für alle Fragen rund um die Strom-, Gas- und Wasserversorgung:

Die Dahmen Rohrleitungsbau GmbH & Co. KG ist überall dort

im Einsatz, wo Strom, technische Gase und Flüssigkeiten durch

Leitungen bewegt werden müssen.

Heute arbeiten rund 130 Mitarbeiter in den Bereichen Rohr -

leitungsbau, Tiefbau, Anlagenbau, Kabelverlegung, Planung,

Netzservice und Messtechnik. Dazu gehört die Wartung und

Instandsetzung von elektronischen Anlagen in Netzanlagen, in

der Windkraft oder Umrichterstationen. Das Leistungsspektrum

beinhaltet außerdem den Bau, den Service und die Inspektion

von Gasdruckregelanlagen, Gasleitungen und Wassernetzen,

aber auch Zählermanagement, Überwachung von Rohrnetzen

und Straßenbeleuchtung. „Wir sind einfach gesagt Komplettdienstleister

der Energieversorger für Strom, Gas und Wasser“,

erzählt Geschäftsführer Hartmut Wegener. Natürlich ist auch

noch das älteste Gewerk des Unternehmens Teil von Dahmen:

Der Bau von Rohrleitungen und dem damit verbundenen Tief-,

Straßen- und Wegebau. Dieser Erfolg hört auf zwei Namen:

Jörg von Garrel und Hartmut Wegener. Beide übernahmen 2012

das Unternehmen und somit die Geschäftsführung der 1954

gegründeten Traditionsfirma, die sich auf den Rohr leitungsbau

für Versorger spezialisiert hat. Und sie sahen den Wandel ihres

Marktumfelds: Die Versorgungsunternehmen lagern zunehmend

ihre Bau- und Serviceabteilungen an Dienstleister aus. Auf die

Übernahme 2012 folgten drei anstrengende, aber auch gewinnbringende

Jahre der Umstrukturierung. Ins gesamt kommt die

Dahmen Rohrleitungsbau GmbH & Co. KG heute auf sechs Stand -

orte: Bad Zwischenahn, Bielefeld, Castrop-Rauxel, Diepholz,

Quakenbrück und Walsmühlen. „Wir sind in der Breite gut aufgestellt

und können so für die regionalen Energieversorger jederzeit

schnell zur Stelle sein“, erklärt Geschäftsführer Jörg von Garrel.

Information

Gründungsjahr: 1954; Mitarbeiter: 130

Leistungsspektrum: Rohrleitungsbau, Tiefbau, Anlagenbau, Kabelbau, Planung, Service etc.

Artlandstraße 75, 49610 Quakenbrück

Fon: 05431 9481-0, Fax: 05431 9481-66

www.dahmen-netze.de, info@dahmen-netze.de


WIRTSCHAFT 51

HILGO

Kunststoff-Elementebau GmbH

Wer baut oder renoviert muss wichtige Entscheidungen treffen.

Die Wahl der richtigen Fenster, Fenstertüren und Haustüren

steht da ganz weit vorne auf dem Plan. Denn diese prägen

nicht nur den Architekturstil entscheidend mit, sondern sollen

auch spürbaren Nutzen bringen:

– Wärmeschutz, der Heizkosten senkt und die Umwelt schont;

– geprüfte Sicherheit, die wirksamen Einbruchschutz bietet;

– optimale Schalldämmung, die den Lärm draußen hält;

– zuverlässige Funktionalität über viele Jahre hinweg.

Bei all diesen Fragen steht HILGO seinen Kunden fachkundig

zur Seite. HILGO-Bauelemente setzen Akzente in der Architektur

unserer Region und darüber hinaus.

Information

Persönliche Beratung, Aufmaß, Montage, Kundendienst – bei HILGO

erhalten Sie alles aus einer Hand.

Lassen Sie sich vor Ort in der großen Ausstellung inspirieren.

Gründungsjahr: 1969; Mitarbeiter: rund 50; Leistungsspektrum: Fenster und Fenstertüren aus Kunststoff, Haustüren aus Kunststoff

und aus Aluminium, für private, gewerbliche und öffentliche Immobilien und nahezu jeden Baustil

Aschendorfer Weg 9, 49196 Bad Laer, Fon: 05424 2926-0, Fax: 05424 2926-33

www.hilgo.de, info@hilgo.de

MEV Elektronik Service GmbH

Das WLAN-Modul im Computer, das Netzteil im Flatscreen

oder die IoT-Lösung in der vollelektronischen Produktionsstraße

– sie könnten aus dem MEV-Lager in Hilter stammen.

Seit 1992 versorgt MEV Unternehmen in ganz Europa mit

elektronischen Bauteilen und umfangreichem Support.

Der Spezialdistributor unterstützt industrielle Anwendungen

ebenso wie medizintechnische, kommunikationstechnische

oder energietechnische. Mit dieser Kompetenz sichert das

Unternehmen die Entwicklung in vielen Bereichen des

Lebens. Das Team hinter diesen Leistungen arbeitet täglich

mit viel Wissen und Kreativität daran, immer die beste Lösung

für die Kunden zu finden.

Werden Sie gern Teil des Teams und des Erfolgs!

Bei MEV in Hilter wird elektronische Entwicklung vorangetrieben.

Mit hochentwickelten Bauteilen und echter Entwicklungskompetenz.

Information

Gründungsjahr: 1992; Mitarbeiter: 50; Leistungsspektrum: Distribution elektronischer Bauelemente, Entwicklung

individueller elektronischer Baugruppen und Lösungen, Partner für unterschiedliche Branchen

Nordel 5 a, 49176 Hilter a.T.W., Fon: 05424 2340-0, Fax: 05424 2340-40

www.mev-elektronik.com, info@mev-elektronik.com


52

Hermann Lüdecke GmbH & Co. KG

Die Hermann Lüdecke GmbH & Co. KG ist ein bis heute

inhabergeführtes und traditionsreiches Familienunternehmen.

Als kleines Transportunternehmen gestartet, entwickelte es

sich stetig weiter. Zu den Bereichen Handel von Brenn- und

Baustoffen, der Gewinnung von Sand und Kies in den Anfangs -

jahren, kamen die Aufbereitung und der Vertrieb von Nebenprodukten

aus der Stahlproduktion hinzu. Ab Mitte der

1960er-Jahre spezialisierte sich das Unternehmen immer

mehr auf die Aufbereitung, Verarbeitung und den Vertrieb von

Elektroofenschlacke (kurz: EOS) und die Durchführung von

Transport- und Logistik im Schüttgutbereich. Diese Tätigkeiten

bilden bis heute den Schwerpunkt des Unternehmens.

Hoch motivierte und engagierte Mitarbeiter sind zudem die

Basis allen Erfolges.

Information

Gründungsjahr: 1933; Mitarbeiter: rund 36; Leistungsspektrum: Transport & Schüttgutlogistik, Produktion/Lieferung von EOS-

Gesteinskörnungen für Straßen- und Wegebau sowie Bodenbefestigungen

Die kontinuierliche Optimierung von Produktionsprozessen und Zertifizierungen

sowie ein moderner Fuhrpark gewährleisten heute einen

hohen Leistungs- und Qualitätsstandard.

Bockradener Straße 7, 49577 Kettenkamp, Fon: 05436 9697-0, Fax: 05436 9697-17

www.luedecke-schlacke.de, info@luedecke-schlacke.de

Göckemeyer Metallbau GmbH

Das kompetente Team der Göckemeyer Metallbau GmbH

plant, fertigt und montiert für Sie Elemente aus Baustahl,

Edelstahl und Aluminium: Komponenten für Industrieanlagen,

leichte Stahltragwerke, Maschinenteilserien, Balkone,

Spindeltreppen, repräsentative Dachkonstruktionen, Edelstahlgeländer

und vieles mehr.

Als inhabergeführtes Unternehmen legen wir besonderen

Wert auf Kundennähe, lösungsorientiertes Handeln und

Zuverlässigkeit. Sprechen Sie uns an! Gerne biegen wir auch

für Sie etwas hin, das in Bezug auf Qualität, Ausführung und

Termintreue absolut überzeugt.

Die Mitarbeiter sind die Basis des Unternehmenserfolges.

Information

Gründungsjahr: 1983; Mitarbeiter: 40, davon 5 Auszubildende; Zertifizierung: DIN EN ISO 1090-2 EXC 2

Leistungsspektrum: Konstruieren, Lasern, Kanten, Stanzen, Biegen, Schweißen, Pressen und Montieren

Dreskenkamp 17, 49179 Ostercappeln, Fon: 05476 80188-0, Fax: 05476 80188-29

www.goeckemeyer.com, info@goeckemeyer.com


WIRTSCHAFT 53

Indulor Chemie GmbH

Als mittelständisches Familienunternehmen ist die Indulor-

Gruppe seit über 40 Jahren als Spezialist für makromole -

kulare Chemie bekannt.

Die Kernkompetenz liegt in der Entwicklung, Produktion und

Vertrieb von Poly meren. Die Produkte kommen in unterschiedlichen

Bereichen zum Einsatz: Graphic Arts, Papierherstellung,

Klebstoffen oder Personal Care-Formulierungen.

Mit der großen Produktpalette ist Indulor europäischer Marktführer

für optische Aufheller in der Papierindustrie sowie im

Bereich Graphic Arts.

Mit zwei Produktionsstätten, fünf internationalen Verwaltungsstandorten

und zahlreichen internationalen Vertretungen bedienen

sie ihre Kunden weltweit.

Information

Indulor ermöglicht es seinen Kunden, sie mit ihren Vorstellungen und

Anforderungen an die Produkte in jeden Entwicklungsschritt von der Forschung

und Entwicklung bis hin zur Anwendungstechnik einzubinden.

Gründungsjahr: 1978; Mitarbeiter: 350; Leistungsspektrum: Das Portfolio bedient die Bereiche Graphic Arts (Druckfarben

und Überdrucklacke), Bauchemie, Holzveredelung, Textilveredelung, Papierveredelung, Personal Care, Klebstoffe

Schulstraße 3, 49577 Ankum, Fon: 05462 7412-0, Fax: 05462 7412-74

www.indulor.de, info@indulor.de

Flex-Punkt Druckformen GmbH

Wir, die Flex-Punkt Druckformen GmbH, sind ein modernes,

familiengeführtes Unternehmen in der Verpackungsindustrie. An -

gefangen mit einem Drei-Mann-Betrieb, beschäftigen wir heute

über 40 Mitarbeiter und sind europaweit tätig. Ver packungen

haben in der heutigen Konsumgesellschaft einen großen Stellenwert.

Darum ist es auch unsere Herzensangelegenheit eng mit

den Kunden, Druckereien und Lieferanten zusammenzuarbeiten,

um ein optimales Produkt zu erhalten. Unser fachkundiges Team

begleitet sie von der Gestaltung einer Verpackung, über die

technische Umsetzung bis hin zu einer fertigen Druckform und

darüber hinaus. Wir begleiten auch den Druck und unsere Kunden

profitieren von unserer langjährigen Erfahrung. Erstklassige

Qualität zu liefern, ist unsere Maxime und dank modernster

Technik, knüpfen wir jeden Tag aufs Neue daran an.

Information

Gründungsjahr: 1994; Mitarbeiter: 42; Leistungsspektrum: Flexodruckformen sowohl für den Verpackungsdruck als auch für

Servietten und technische Anwendungen; individueller Fullservice; Artwork, Repro und Layout

Mit einem jungen, top ausgebildeten und ehrgeizigen Team und mithilfe

neuester Technologien gestalten wir gemeinsam die Zukunft. Kurz gesagt:

Flex-Punkt Druckformen GmbH – ein starkes Team!

Brokamp 31, 49326 Melle, Fon: 05429 92858-0, Fax: 05429 92858-66

www.flex-punkt.de, centrale@flex-punkt.de


54

Straße, Schiene, Wasser und Flughafen

Münster/Osnabrück – gute Infrastruktur

Wer auf „Google Earth“ quasi aus dem

Weltall auf das Osnabrücker Land zoomt,

dem fällt sofort die zentrale Lage der

Region ins Auge. Mit der guten Lage

allein ist es indes mit Blick auf die

Bedürfnisse der Wirtschaft nicht getan,

ein Standort muss auch gut erschlossen

sein. Und da kann das Osnabrücker

Land mit vielen Trümpfen punkten:

Gleich drei Autobahnen erschließen mit

der A 1, der A 30 und der A 33 die

Städte und Gemeinden, wobei besonders

durch den 2019 endlich fertig -

gestellten Lückenschluss der A 33

zwischen dem Osnabrücker Südkreis bei

Dissen/Bad Rothenfelde und Bielefeld

eine echte Verbesserung gelungen ist.

Nun können Autos und Lastwagen vom

Osnabrücker Südkreuz vierspurig bis

nach Kassel durchfahren ohne die früher

so nervige Gurkerei über die kleinen

Orte wie Borgholzhausen oder Halle.

Nun fehlt nur noch der Lückenschluss im

Norden der A 33 zwischen dem Südkreuz

und der A 1 Richtung Bremen,

damit das Stadtgebiet entlastet und der

Güterverkehr zügig auf einem Autobahnring

rund um Osnabrück rollen kann.

Die Bahn fährt das Osnabrücker Land

aus allen vier Himmelsrichtungen an,

denn die Stadt verfügt über einen Kreuzbahnhof

auf zwei Ebenen mit der Verbindung

von Amsterdam über Berlin bis

Warschau einerseits und von Hamburg

und Bremen über Münster ins Ruhr -

gebiet andererseits. Und innerhalb des

Kreisgebiets sorgen noch private Anbieter

wie die Nordwestbahn für gute Verbindungen

über die Schienen. Als wichtigste

Wasserstraßen durchqueren der

Mittellandkanal und der Dortmund-Ems-

Kanal das Osnabrücker Land und bieten

sowohl privaten Skippern als auch professionellen

Partikulieren Anschluss an

das europäische Wasserstraßennetz.

Der Mittellandkanal – eine der zwei wichtigsten

Wasserstraßen durch das Osnabrücker Land

Und auch der JadeWeserPort als niedersächsischer

Hochseehafen spielt für die

Wirtschaft eine immer wichtigere Rolle.

Fortsetzung Seite 57


WIRTSCHAFT 55

oben: Die Arbeit als Triebfahrzeugführer ist nicht nur verantwortungsvoll

und abwechslungsreich sondern auch zukunftssicher und gut bezahlt.

links: Rund 40 Millionen Fahr gäste nutzen jährlich das umfangreiche

Ange bot der NordWestBahn.

Mit der NordWestBahn zur Mobilitätswende

Auf der Schiene verbindet die NordWestBahn seit 20 Jahren

die Städte und Dörfer unserer Region. Mit Sitz in Osnabrück

fahren unter der „blau gelben Flagge“ die wichtigsten Regionalzüge

nach Oldenburg, Wilhelmshaven, Bremen und Bielefeld.

Als eines der größten privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen

in Deutschland bringt die NordWestBahn mittlerweile

mehr als 40 Millionen Fahrgäste auf 1500 Streckenkilometern

auf 20 Linien vom Niederrhein über Ostwestfalen bis

hin zur Nordseeküste ans Ziel. Dafür verantwortlich sind die

freundlichen und engagierten Mitarbeiter*innen, die Pendler

und Freizeit reisende sicher ans Ziel bringen. Die Arbeit als

Triebfahrzeugführer ist nicht nur verantwortungsvoll und abwechslungsreich,

sondern auch zukunftssicher und gut bezahlt.

In den vergangenen Jahren hat die NordWestBahn mehr als

200 Triebfahrzeugführer ausgebildet, die als Quereinsteiger

aus anderen Berufsfeldern den Weg auf die Schiene gesucht

haben. Als einer der großen Arbeitgeber in der Region bietet

das Unternehmen auch weiterhin attraktive Jobs an. Nicht nur

als Triebfahrzeugführer macht man bei der NordWestBahn

Karriere, auch als Kundenbetreuer in den Zügen, als Disponent

in der Leitstelle oder Verkehrsplaner kann die Mobilitätswende

mitgestaltet werden. Natürlich strebt die NordWestBahn immer

nach einem pünktlichen Eisenbahnverkehr ohne Zwischenfälle.

Dafür geben die Mitarbeiter*innen täglich ihr Bestes.

Alle Partner in der Eisenbahnbranche arbeiten zusammen um

einen der größten Transformationsprozesse der Verkehrsgeschichte

zu meistern. Wer auf diesen Zug aufspringen möchte,

kann sich weiter unter www.nordwestbahn.de informieren.

Information

Gründungsjahr:1999 (Betriebsstart 2000); Mitarbeiter: mehr als 1000

Leistungsspektrum: öffentlicher Personennahverkehr; Linien: 20; Anzahl der Verkehrsnetze: 6; Fahrgäste pro Jahr: rund 40 Millionen

bediente Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hessen; Streckennetz: rund 1500 Kilometer

Zugkilometer pro Jahr: rund 19 Millionen; Anzahl der Fahrzeuge: rund 150

Franz-Lenz-Straße 5, 49084 Osnabrück

Fon: 01806 600161

www.nordwestbahn.de, dialog@nordwestbahn.de


56

VLO – auf gutem Weg

mit Bus und Bahn

Busverkehr: Viele Menschen im Wittlager Land nutzen die

VLO-Busse für den täglichen Weg zur Schule und zur Arbeit,

den Arztbesuch oder die Fahrt zum Sportverein im nächst -

gelegenen Ort. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Kein

anderes Verkehrsmittel ist zugleich so kostengünstig, umweltschonend

und sicher wie der Bus.

Eisenbahn: Mehr als ein Jahrhundert Eisenbahngeschichte

stehen hinter der VLO Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück.

Vom Start der Wittlager Kreisbahn im Jahr 1900 bis

heute ist sie ein verlässlicher und kompetenter Partner für alle

Bahnunternehmungen, die die Gleiswege der VLO nutzen.

Information

Gründungsjahr: 1900; Mitarbeiter: 50

Täglich bringen wir mit unseren 21 Bussen über 3000 Kinder zur Schule

und befördern im Güterverkehr jedes Jahr rund 80 000 Tonnen für unsere

Kunden über die Bahn.

Leistungsspektrum: Busverkehr, Eisenbahn, Personen- und Güterverkehr von Damme bis Melle, von Linne bis Venne

Bremer Straße 11, 49163 Bohmte, Fon: 05471 9559-0, Fax: 05471 9559-40

www.vlo.de, info@vlo.de

Hülsmann Reisen GmbH

Das Omnibusunternehmen Hülsmann Reisen GmbH hat seit

mehr als 90 Jahren seinen Betriebssitz in Voltlage im nörd -

lichen Landkreis Osnabrück.

Als Omnibusunternehmen sind wir zum einen mit unseren

Luxus-Reisebussen in ganz Europa unterwegs. Wir bieten

nicht nur Ausflugsfahrten zum Beispiel für Schulen und

Firmen an, sondern auch Gruppenreisen inkl. der kompletten

Organisation und Durchführung.

Zum anderen sind wir an der Organisation und Durchführung

des ÖPNV im Osnabrücker Nordkreis maßgeblich beteiligt.

Unsere modernen Linienbusse bieten mit niederflurigem

Einstieg, Linienverlaufsanzeigen, elektronischen Haltestellen -

ansagen und Echtzeitfahrplaninformationen für die Fahrgäste

eine wirkliche Alternative zum Pkw.

Information

Gründungsjahr: 1929; Leistungsspektrum: Gruppenreisen (z. B. mit Vereinen, Schulklassen, Kirchengemeinden), Busanmietung

(z. B. für Ausflüge von Schulen, Kirchengemeinden, Firmen), ÖPNV

Moderner Fuhrpark: Busfahren ist Klimaschutz und eine echte Alter -

native: Zum Beispiel fährt die Linie 610 aus dem nördlichen Osna brücker

Land direkt in die Osnabrücker Innenstadt – ohne Parkplatzstress.

Karlstraße 1, 49599 Voltlage, Fon: 05467 9200-0, Fax: 05467 1200

www.reise-freunde.de, info@reisefreunde.info


WIRTSCHAFT 57

In die Luft gehen kann die Region am

Internationalen Flughafen Münster/

Osnabrück, der im Volksmund einfach

„unser FMO“ heißt. FMO ist dabei auch

gleichzeitig der IATA-Flughafencode, der

von der International Air Transport Association

(IATA) für alle Airports weltweit

vergeben wird. So steht etwa MUC für

München oder LPA für Las Palmas auf

Gran Canaria. Das Quellgebiet der FMO-

Kunden reicht vom Münsterland über

das Tecklenburger Land bis zum nörd -

lichen Ruhrgebiet und vom südwest -

lichen Niedersachsen bis zum mittleren

Emsland und zum Grenzgebiet der

Niederlande sowie in Teile Ostwestfalen-

Lippes und ist Heimat von mehr als

sechs Millionen Menschen. Angeflogen

werden überwiegend europäische

Ferienziele wie die Kanarischen Inseln,

Mallorca, die griechischen Inseln, die

Türkei sowie Ägypten. Außerdem stehen

innerdeutsche Ziele wie Berlin, Stuttgart,

München und Frankfurt sowie Wien auf

dem Flugplan des FMO, der ziemlich

genau zwischen Osnabrück (Entfernung

28 Kilometer) und Münster (Entfernung

25 Kilometer) auf dem Gebiet der Stadt

Greven liegt.

Rechnet der FMO also mit einem Einzugsgebiet

von sechs Millionen Menschen,

so ziehen andere Branchen ihren

Zirkel etwas größer, betrachten aus Sicht

der Logistik einen Bereich mit einer

Erreichbarkeit von acht Stunden und

haben errechnet, dass in diesem Radius

mehr als 135 Millionen Menschen leben.

Und betrachtet man den Umkreis von

250 Kilometern, so finden sich Niederlassungen

der 15 größten koreanischen

Firmen, Ableger von 47 der 50 größten

japanischen Unternehmen und von 30

der 50 größten amerikanischen Firmen

in diesem Gebiet. In einem Umkreis von

nur 200 Kilometern sind sogar mehr als

die Hälfte der größten deutschen Unternehmen

zu Hause. Kein Wunder, dass so

viele mittelständische Firmen und vor

allem die Logistiker wie Speditionen sich

hier so wohlfühlen.

Der Flughafen Münster/Osnabrück,

kurz „FMO“, hat ein Einzugsgebiet

von sechs Millionen Menschen.


58

Frische Ideen am Start – Unternehmensgründer

als Arbeitgeber von morgen

Direkt von der Hochschule mit einer

cleveren Geschäftsidee auf den Chef -

sessel der eigenen Firma? Alles machbar,

nennt sich Start-up und war zwar auch

schon in den Zeiten vor dem Internet

durchaus möglich – hat aber durch das

Netz und seine Möglichkeiten enorm an

Fahrt aufgenommen. Damit die Absolventen

mit den guten Ideen nicht zu Abwanderern

in Richtung Berlin, Bayern oder

Baden-Württemberg werden, haben Land -

kreis und Stadt Osnabrück gleich neben

dem gemeinsamen Campus Westerberg

von Hochschule und Universität das InnovationsCentrum

Osnabrück (ICO) gebaut.

Speziell für junge innovative und tech -

nologie-orientierte Unternehmen stehen

hochwertig ausgestattete Büros ab einer

Fläche von 23 Quadratmetern zur

Ver fügung. Auch für Freelancer und

Selbstständige, die nicht ständig einen

Arbeits platz benötigen, stehen Flächen

im ICO-Coworking zur Verfügung. Alle

Mieter profitieren von der gemeinsamen

Infrastruktur mit Tagungs-, Besprechungs-

und Seminarräumen. Durch die

direkte Nachbarschaft zu Uni und Hochschule

können die jungen Firmen deren

Potenziale nutzen und vom Wissenschaftstransfer

profitieren.

Dazu gehören etwa die Existenzgründerberatung,

verschiedene Netzwerk- und

Forschungsinitiativen oder das Kom -

petenzzentrum Energie. Ziel des ICO ist

es, dass die jungen Unternehmen möglichst

bald flügge werden und sich im

Osnabrücker Land ansiedeln – bestes

Bei spiel ist die Commeo GmbH. Die Firma

hat in ihrer Anfangsphase unter dem Dach

des ICO hocheffiziente Lithium-Ionen-

Akkus entwickelt, die vor allem in der

industriellen Anwendung ganz neue Möglichkeiten

eröffnen. Denn sie werden sowohl

in mobilen als auch in stationären

Bereichen eingesetzt und lassen sich

durch ihre einzigartige Systembauweise

in einzelnen Modulen zu unter schied -

lichen Stromspeicher sys te men mit unterbrechungsfreier

Versorgung konfigurieren.

Nach der Startphase im ICO hat die

Commeo GmbH einen verkehrsgünstigen

Standort im Gewerbegebiet in Wallenhorst

gefunden und ihren Platz im ICO frei -

gemacht – für das nächste Start-up. Fortsetzung

folgt also hoffentlich.

BIQ, ICO und Seedhouse –

Gründen mit regionalen Partnern

Neue Gründungsideen, Start-ups und Innovationen im Osnabrücker

Land voranzubringen ist der Auftrag vom Businessund

Innovationspark Quakenbrück (BIQ), dem Innovations -

Centrum Osnabrück (ICO) und dem Seedhouse. Die Zentren

bieten Start-ups optimale Startbedingungen durch tolle Infrastruktur,

Beratung und Coaching, Services und Netzwerkaufbau

in die regionale Wirtschaft. Sie verfolgen das Ziel, Technologietransfer

und Innovation sowie Unternehmensgründungen

und -entwicklungen zu fördern. Für die Regionen sind die

Zentren effiziente Instrumente regionaler Wirtschaftsförderung,

denn sie initiieren und unterstützen Neugründungen und Unternehmensansiedlungen,

die Arbeitsplätze, wachsende Steuereinnahmen

und strukturelle Entwicklungsmöglichkeiten schaffen.

Information

Leistungsspektrum: Büroräume, Labore und Produktionshallen, Coworking-Space, Konferenzräume,

Innovations- und Start-up-Beratung

Die Gründung neuer Firmen sowie deren Wachstum zu erfolgreichen

Unternehmen werden durch BIQ, ICO und Seedhouse unterstützt.

info@biq-quakenbrueck.de | info@ico-os.de | hallo@seedhouse.de

www.biq-gmbh-quakenbrueck.de | www.innovationscentrum-osnabrueck.de | www.seedhouse.de


WIRTSCHAFT 59

MaßArbeit – umfassender Service

als Partner für Unternehmen

Wenn Unternehmen sich neu ansiedeln,

wenn sie expandieren und dazu den

Standort wechseln oder wenn Firmen

fusionieren, ist in Zeiten des Fachkräftemangels

der Faktor Mensch ganz

entscheidend. Qualifizierte Arbeitskräfte

müssen gefunden, für das Unternehmen

begeistert und dann möglichst auch

langfristig gebunden werden. Und auch

bei einer Unternehmensnachfolge geht

es immer um die besten Köpfe für die

Region. Mit dem Geschäftsbereich

Wirtschaft und Arbeit trägt der Landkreis

Osnabrück diesen Anforderungen aus

der Wirtschaftswelt Rechnung und bietet

den Firmen im Osnabrücker Land mit der

Zusammenlegung der WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Osna -

brücker Land und der MaßArbeit als

kommunalem Partner in Sachen Arbeitsmarkt

alles aus einer Hand und unter

einem Dach an.

Die WIGOS steht den Firmen zur Seite

bei Fragen rund um Existenzgründung,

Ansiedlungsberatung, Expansionen, Beratungs-

und Vernetzungsangeboten

und natürlich möglichen Fördertöpfen.

Auch bei einer eventuell notwendigen

Bauleitplanung oder der Verkehrs an -

bindung bringt die WIGOS das Wissen

ihrer Experten ein. Und die MaßArbeit

hat den Arbeitsmarkt im Blick, fördert

gezielt Arbeitskräfte für bestimmte

Branchen und hilft bei der Personal -

entwicklung. Auch die Bildung und den

Nachwuchs hat die MaßArbeit beim

Übergangsmanagement von der Schule

zum Beruf auf der Agenda und vermittelt

gezielt junge Menschen in Ausbildung

und Arbeit. Dadurch soll die Chancengleichheit

benachteiligter Jugendlicher

im Bildungssystem sichergestellt werden.

Und auch das InnovationsCentrum

Osnabrück (ICO) am Campus von

Die Ausbildungsmesse „Azubis werben Azubis“

Universität und Hochschule am Osnabrücker

Westerberg, das jungen Startup-Unternehmen

den Weg zum Erfolg

weist und sie aktiv unterstützt, wird für

den Landkreis Osnabrück von der Maß-

Arbeit betreut.


60

Niedersachsenpark –

ein Gewerbegebiet als Erfolgsgeschichte

Von der Autobahn 1 aus ist der gewaltige

weiße Bau zwischen Bramsche und

Holdorf nicht zu übersehen, an dem in

riesigen Lettern „adidas“ und „Reebok“

steht. Hier im Niedersachsenpark hat

der Weltkonzern mit den drei Streifen

aus Herzogenaurach sein Distributions -

zentrum angesiedelt, von dem aus rund

700 Mitarbeiter jedes Jahr mehr als 100

Millionen Warensendungen auf den Weg

bringen. Das Gebäude ist 36 Meter hoch

und das Flaggschiff des größten interkommunalen

Gewerbe- und Industrieparks in

Niedersachsen. Auf einer Fläche von 400

Hektar profitiert der Nieder sachsen park

vor allem von seiner konkurrenzlos

attraktiven Lage zwischen den wichtigsten

deutschen und niederländischen Verdichtungszentren,

was besonders für die

Logistik wie im Falle adidas entscheidend

ist. Auch andere Weltfirmen wie Peugeot

Citroën Deutschland, die Adolf Würth

GmbH oder der Landmaschinenbauer

Grimme haben sich hier niedergelassen

und sind neben der exzellenten Verkehrsanbindung

auch von der Nähe zu Hochschule

und Universität Osnabrück

überzeugt, wo sie mit Blick auf die hoch

qualifizierten Mitarbeiter von morgen

fündig werden.

Im Niedersachsenpark wird auch ein

Holzheizkraftwerk betrieben, das mit

Holzschnitzeln aus Baumwipfeln und aus

Wurzeln arbeitet. Das Kraftwerk hat eine

Kapazität von 43 000 Megawattstunden

Strom und kann Fernwärme in einem

Volumen von 78 000 Megawattstunden

liefern. Als Ausgleich für diesen Eingriff

in die Natur wurden in Plaggenschale

und Druchhorn neun Hektar Acker- und

Grünfläche mit 51 600 Bäumen und

Strauchgewächsen aufgeforstet, wobei

Stieleichen, Roteichen, Buchen, Bergahorn

und Douglasien gepflanzt worden

sind.

Der Niedersachsenpark an der Autobahn 1

Die Erfolgsgeschichte des Nieder -

sachsenparks kann auch in Zukunft

fort geschrieben werden, denn die Verantwortlichen

haben noch genügend

Flächen unter dem Knopf zur Ver -

marktung. Ein für neue Firmen wichtiges

Argument ist der Service, der ihnen hier

geboten wird: Ein öffentlicher Bus -

verkehr pendelt durch den Gewerbepark

und verbindet ihn mit den umliegenden

Ortschaften. Und alle möglichen Hürden

in der Planung, die anderswo eine

Ansiedlung erschweren und Zeit kosten,

sind hier schon abgeräumt. Flächen -

nutzungsplan, Baurecht und Er -

schließung sind bereits erledigt, die

interessierten Unternehmen können

sofort loslegen und sich obendrein

optional Erweiterungsflächen sichern –

kostenlos, versteht sich.


WIRTSCHAFT 61

Homann, Hamker, Hein –

mehr als nur Geschmackssache

Das Osnabrücker Land ist mit seiner

prägenden Landwirtschaft und der starken

Lebensmittelindustrie der „Fettfleck“

Deutschlands. So hat auch Homann als

der Marktführer in der Feinkostbranche

mit rund 3000 Mitarbeitern in ganz

Europa seinen Sitz in Dissen im süd -

lichen Landkreis. Heute gehört Homann

zur Theo-Müller-Gruppe, der Firmenname

stammt indes vom Gründer Fritz

Homann, der 1876 seine Fleisch- und

Wurstwarenfabrik gründete. Ein paar

Jahre später kam die Produktion von

Homann in Dissen

Margarine hinzu, die rasch das Geschäft

mit Fleisch und Wurst ablöste. Mit der

Anschaffung einer eigenen Raffinerie für

Fette konnte schließlich ab 1924 die

Markenmargarine „Homa Gold“ pro -

duziert werden und das Unternehmen

auch nach dem Krieg stetig expandieren.

1956 wurde das Sortiment erweitert um

Fischfeinkost, Salate, Remouladen,

Dressings und Würzsaucen. Mit seiner

Größe wurde Homann ein spannender

Übernahmekandidat, bei dem schließlich

1991 Unilever das Kommando übernahm

und in Dissen die modernste

Salatfabrik Europas schuf. Nach wei -

teren Besitzerwechseln hat nun die

Unternehmensgruppe Theo Müller das

Sagen.


62

Die Theo-Müller-Gruppe war es auch,

die 2008 das Traditionsunternehmen

Hamker in Bad Essen übernommen

hatte. Hamker ist fast so alt wie Homann

und wurde 1907 von Heinrich Hamker

gegründet, auch hier wurde Margarine

hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg

konnte Hamker in Technik und Fuhrpark

investieren, sodass schon 1960 mehr als

100 Fahrzeuge für das Werk mit seinen

130 Arbeitern und Angestellten – und

30 Arbeitern allein in diesem Fuhrpark –

unterwegs waren. Nach der Wende expandierte

Hamker in ein Zweigwerk in

Sachsen-Anhalt und übernahm die

Bereiche Mayonnaise und Saucen von

der belgischen Vandemoortele-Gruppe.

Am Hauptsitz in Bad Essen-Lintorf

steht heute das größte und modernste

Dressing-Werk Europas.

Dunkle Wolken zogen Ende Juni 2017

über Homann und Hamker auf, als der

Aufsichtsrat der Theo-Müller-Gruppe

völlig überraschend verkündete, die

Werke in Dissen und in Lintorf schließen

und die Produktion ins sächsische

Leppersdorf verlegen zu wollen. 1500

Mitarbeiter waren betroffen. Doch

schließlich hatte die Unternehmensgruppe

ein Einsehen und kündigte im

Gegenteil sogar an, in Dissen und Bad

Essen investieren und weitere Arbeitsplätze

schaffen zu wollen. Homann ohne

Dissen, das wäre für die Bevölkerung

unvorstellbar gewesen und blieb zum

Glück nur ein Schreck, wenn auch ein

heftiger.

Ein weiterer großer Name der Lebensmittelproduktion

ist Walter Rau in Hilter.

Ähnlich wie bei Homann und Hamker

begann auch in diesem Unternehmen

alles 1903 mit der Produktion von

Margarine, hier führte der weitere Weg

aber zu einem weiteren Schwerpunkt mit

Tiefkühlprodukten. Die seit den 1960er-

Jahren bekannte Margarine „Deli-

Reform“ ist die Kernmarke von Rau,

daneben werden noch Margarinen der

Handelsmarken wie Buttella, Vitareform

oder Looping produziert. Seit 2008 gehört

Walter Rau zum US-amerikanischen

Bunge-Konzern.

Wie es sich für einen wirtschaftlichen

Fettfleck gehört, hat das Fleischerhandwerk

im Osnabrücker Land eine starke

Stellung und wird geprägt von inhabergeführten

Familienbetrieben, die auch

regionale Spezialitäten herstellen. So hat

sich zum Beispiel die EG-Fleischwarenfabrik

Dieter Hein in mehr als 80 Jahren

vom regionalen Fleischerbetrieb zum

international agierenden Fleisch- und

Wurstwarenhersteller entwickelt, der

aber der Heimat verbunden ist und sich

vielfach am Stammsitz in Hasbergen

engagiert. Dieter Hein hatte das Geschäft

seines Vaters übernommen und

1961 einen kleinen Laden in Osnabrück

eröffnet, heute führt die dritte Generation

das Unternehmen und produziert für

ganz Europa und die USA. Und die

Fleischwarenfabrik kann, was nur

wenige andere Vollsortimentshersteller

können: Sie fertigt sämtliche Wurst- und

Fleischspezialitäten als Private Label

maßgeschneidert nach den Wünschen

der Abnehmer an, egal ob Aufschnitt

für Großverbraucher oder tischfertige

Produkte wie Frikadellen, Dönerburger

oder Spezialitäten für die Bedienungstheke.

Und auch ein Bio- und Halal-

Sortiment hat Dieter Hein im Angebot.

Mit einer Firmengeschichte von 180

Jahren ist die Fleischerei Sostmann aus

Bramsche ein Klassiker am regionalen

Markt. Hier gilt „Aus der Region – für die

Region“ und so sind sie bei Sostmann

stolz darauf, nur mit Bauern aus der

Umgebung von Bramsche zusammen -

zuarbeiten. Die Fleischerei kennt jeden

Hof und jeden Bauern persönlich, hat ein

Auge auf die Aufzucht und Mast der

Tiere und kann so für Frische und Top-

Qualität garantieren.

Auch bei der Osnabrücker Kinnius

Fleischverarbeitung steht das ehrliche

Handwerk im Mittelpunkt. Die Würstchen

von Kinnius haben ihre treuen Fans und

können auch nicht kopiert werden, da sie

nach geheimer Meisterrezeptur her -

gestellt werden. Außerdem dürfen sich

nur die Würstchen aus dem Hause

Kinnius mit dem Titel „Stadionwurst“

schmücken, werden sie doch an der

Bremer Brücke bei Heimspielen der

Fußballer des Zweitligisten VfL Osnabrück

auf den Grills gedreht.


WIRTSCHAFT 63

Neue Osnabrücker Zeitung –

Medienhaus als Botschafter der Region

Von Osnabrück gehört haben die meisten

Deutschen vor allem dann schon mal,

wenn sie regelmäßig die „Tagesschau“

oder andere Nachrichtensendungen im

Fernsehen schauen oder im Radio hören

oder wenn in einer anderen Zeitung

wieder die „Neue Osnabrücker Zeitung“

zitiert wird. Seit Jahrzehnten hat die

Redaktion sich mit exklusiven Interviews,

pointierten Kommentaren und dem

Platzieren eigener Themen einen hervorragenden

Ruf in der Medienlandschaft

erworben und zählt zu den am meisten

zitierten Tageszeitungen in Deutschland.

Die Neue Osnabrücker Zeitung erscheint

im Osnabrücker Land mit ihren

Kopfblättern „Meller Kreisblatt“, „Witt -

lager Kreisblatt“, „Bramscher Nach -

richten“ und „Bersenbrücker Kreisblatt“

und im Emsland mit der „Lingener

Tagespost“, der „Meppener Tagespost“

und der „Ems-Zeitung“ in Papenburg.

Und der Verlag, der seine Aktivitäten

unter dem Dach der NOZ MEDIEN vereint

hat, ist seit 2015 mehrheitlich auch

am „Delmenhorster Kreisblatt“ beteiligt.

In einem der größten Zukäufe der deutschen

Verlagsgeschichte hat die NOZ

MEDIEN außerdem die Verlagsgruppe

mh:n erworben, zu der der Schleswig-

Holsteinische Zeitungsverlag gehört

(unter anderem mit dem „Flensburger

Tageblatt“), die A. Beig Druckerei und

Verlag in Pinneberg und der Zeitungsverlag

Schwerin (mit der „Schweriner

Volkszeitung“).

Das NOZ-Medienhaus in Osnabrück

So summiert sich die Auflage aller

Tageszeitungstitel auf mehr als 460 000

Exemplare. Damit gehört NOZ MEDIEN

zu den größten Zeitungsverlagsgruppen

Deutschlands und beschäftigt mehr als

3000 Mitarbeiter in Niedersachsen,

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-

Vorpommern. Die Online-Portale gehören

zu den nutzerstärksten Angeboten

der regionalen Verlagsbranche und

werden auch mit einer eigenen Zentralredaktion

in Hamburg konsequent weiter

ausgebaut.


64

Die „weiße Industrie“ –

Gesundheitswirtschaft als Standortvorteil

Der demografische Wandel war früher

nur ein Thema für Spezialisten, heute

aber weiß jeder: Wir werden (zum Glück!)

immer älter, brauchen deswegen im Alter

aber auch immer öfter Pflege. Und

gleichzeitig werden wir immer weniger

Menschen. Wenn nun also die Alten

immer älter und die Jungen immer weniger

werden, dann braucht es gute Ideen,

um gerade den Gesundheitssektor am

Laufen zu halten. Berechnungen zeigen,

dass im Landkreis Osnabrück schon im

Jahr 2030 jeder Vierte mindestens 65

Jahre alt sein wird. Und die Menschen

möchten auch im zunehmenden Alter

möglichst selbstständig und selbst -

bestimmt in ihrer gewohnten Umgebung

bleiben. Was aber, wenn die Kinder weit

entfernt wohnen? Hier gibt es im Osnabrücker

Land inzwischen eine Vielfalt

verschiedener Wohnformen im Alter –

wie etwa gemeinschaftliche Wohn -

projekte oder die Möglichkeit, die Größe

der Wohnung dem Alter anzupassen.

Ganz praktisch kann das bedeuten, dass

die zu große Wohnung getauscht wird

gegen die kleinere Wohnung einer jungen

Familie, die wegen der Kinder mehr

Fläche benötigt.

Jeder wünscht sich Selbstständigkeit im Alter,

aber auch Hilfe, wenn es nötig ist.

In einem eigens für das Osnabrücker

Land gegründeten Netzwerk für Selbstständigkeit

im Alter sind neben den

kommerziellen Anbietern und Arbeit -

gebern auch Initiativen und Ehrenamt -

liche aktiv. Hier werden zum Beispiel

eine Datenbank für haushaltsnahe

Dienstleistungen im Landkreis Osnabrück

oder ein Selbsttest zum gemeinschaftlichen

Wohnen angeboten. Dazu

ist ein eigens ausgebautes Beratungsmobil

bei Veranstaltungen im Landkreis

unterwegs und bietet praktische Tipps

für das Wohnen im Alter. Und das Projekt

„Willkommen zu Hause“ kümmert

sich um die Sicherstellung der häus -

lichen Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt.

Außerdem im Angebot

ist eine Kurzzeitpflegeampel, die im

Internet über freie Kurzzeitpflegeplätze

im Osnabrücker Land informiert.

Fortsetzung Seite 66 unten


WIRTSCHAFT 65

Der wunderschöne Park mit See und Kinderspielplatz

lädt zum Spazierengehen und Verweilen ein.

Ein Ort der Ruhe und der inneren Einkehr:

Die neu gestaltete Kapelle ist das Herzstück des

Sankt-Anna-Stifts im naturnahen Ortskern

von Hagen a.T.W.

Das Sankt-Anna-Stift schenkt dem Lebensabend ein Zuhause

Wo und wie werde ich leben, wenn im Alter die eigenen Kräfte

nachlassen? Auf diese Frage hat das Sankt-Anna-Stift in Hagen

a.T.W. besonders individuelle Antworten gefunden. Eingebettet

in eine naturnahe und dennoch sehr zentrale Lage bietet es im

Zusammenspiel von seniorengerechten Wohnungen, ambulanten

Dienstleistungen, gemeinsamen Freizeitaktivitäten und hoch

professioneller Pflege alles für einen Lebensabend voller

Selbstbestimmung, Würde und Lebensfreude.

Mittelpunkt des Sankt-Anna-Stifts bildet das Seniorenpflegeheim

mit 93 Dauer- und Kurzzeitpflegeplätzen in Einzelzimmern.

Die gemütlichen Zimmer mit eigenem Bad können individuell

eingerichtet werden und sind ein wohnlicher Rückzugsraum für

Menschen, die auf pflegerische Betreuung angewiesen sind.

Vom Essen- und Wäscheservice bis zur 24-Stunden-Intensivpflege

kann jede Hilfestellung individuell genutzt werden.

Umgeben von einer herrlichen Parklandschaft mit altem Baumbestand,

Teich und Spielplatz bietet auch die angrenzende

Wohnanlage mit 27 seniorengerechten 2-Zimmer-Wohnungen

maximale Selbstständigkeit bei gleichzeitig absoluter Betreuungssicherheit

durch wohnbegleitende Dienstleistungen und ambulante

Pflegeangebote, von zum Beispiel der Sozialstation Hagen

a.T.W./Hasbergen.

Vollendet wird das Angebot durch die Tagespflege „Anna’s Tagestreff“,

die Senioren pflegerische Betreuung und Freizeitaktivi tä ten

bietet. Gesunde Mahlzeiten, Ausflüge und bunte Spiele nach -

mittage schenken Lebensmut und Angehörigen die dringend benötigte

Entlastung. Teil dieses lebendigen Gemeinschaftsgeistes

ist auch die hauseigene Kapelle, in der regelmäßige Gottesdienste,

Abendmahlfeiern, Abendgebete und viele Veranstal tun -

gen zum gemeinsamen Feiern, Singen und Glauben einladen.

Information

Gründungsjahr: 1911 als Schwesternwohnheim, später als Krankenhaus, 1981 Umwidmung zum Pflegeheim und Gründung der

Sozialstation; Mitarbeiter: 147; Leistungsspektrum: Kurzzeit- und Dauerpflege, Seniorenwohnungen, Einzelzimmer, Tagespflege

„Anna’s Tagestreff“, Ambulanter Pflegedienst/Sozialstation, Kapelle, regelmäßige Veranstaltungen, Aktivitäten

Natruper Straße 11, 49170 Hagen a.T.W.

Fon: 05401 979-0, Fax: 05401 979-700

www.sankt-anna-stift.de, dialog@sankt-anna-stift.de


66

Caritasverband für die

Diözese Osnabrück e. V.

Und wenn es ein Job mit Menschen würde? Der Caritas -

verband im Bistum Osnabrück hat viel zu bieten. Wir setzen

uns für Menschen in Not ein. Dafür brauchen wir qualifizierte

Persönlichkeiten mit Herz: in der Pflege, in der sozialen Arbeit

oder in der Verwaltung. Bei uns arbeiten Menschen unterschiedlicher

Konfessionen genauso wie Geschiedene und

Wiederverheiratete – kurz: Wir sind bunt und vielfältig.

Wer sich um andere kümmert, muss auch für sich selber sorgen.

Deshalb bieten wir neben einer fairen tariflichen Bezahlung

Extraleistungen wie eine betriebliche Gesundheitsförderung,

Zusatzversorgung und flexible Arbeitszeiten. Die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf ist uns ein wichtiges Anliegen.

Neugierig? Hier geht’s zu den Jobs mit Sinn: caritas.jobs

Information

Einen Job mit Sinn, der mit der Familie vereinbar ist, gibt es bei der

Caritas in der Region Osnabrück.

Gründungsjahr: 1916; Mitarbeiter: 4642; Angebote: Soziale Beratungsstellen, Pflegedienste, Altenpflegeeinrichtungen, Einrichtungen

der Behindertenhilfe, der Suchtkranken- und Drogenhilfe, der Kur- und Erholungshilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe

Knappsbrink 58, 49080 Osnabrück, Fon: 0541 34978-203, Fax: 0541 34978-4203

www.caritas-os.de, DiCV-os@caritas-os.de

Die Gesundheit ist aber natürlich nicht

nur im Alter ein Thema, sondern von

Kindesbeinen an. Die Versorgung mit

Hausärzten und Fachärzten stellt auch

den Landkreis Osnabrück vor neue

Herausforderungen, wobei die Gesundheitswirtschaft

früher auch hier in erster

Linie als Kostenfaktor gesehen worden

ist. Inzwischen hat sich aber in der

Region die Erkenntnis durchgesetzt,

dass die Gesundheitswirtschaft als

sogenannte „weiße Industrie“ auch ein

echter Wirtschaftsfaktor ist, in dem mehr

als 20 000 Menschen arbeiten und die

mit ihren Dienstleistungen in den

Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Reha-

Angeboten und Kurbetrieben auch als

regionaler Standortfaktor wirkt. Um der

Bedeutung dieses arbeitsplatzintensiven

Wirtschaftszweiges Rechnung zu tragen,

haben die regionalen Verantwortlichen

das Kompetenzzentrum „GewiNet“ gegründet.

Hier treffen sich die Akteure

aus Unternehmen, Kliniken, Kommunen,

Apotheken und Hochschulen sowie die

Ärzte regelmäßig, um sich über aktuelle

Themen zu informieren, Kontakte zu

knüpfen und zu pflegen und die regionalen

Weichen richtig zu stellen.

Auch die vier Kurorte Bad Rothenfelde,

Bad Laer, Bad Iburg und Bad Essen

setzen logischerweise auf die Gesundheitswirtschaft

und sind als Standorte

von Akut- und Rehakliniken sowie ihren

jeweiligen Spezialisierungen auf Be -

reiche wie Orthopädie, Kardiologie,

Augenheilkunde oder Psychosomatik

Säulen der Gesundheitsregion Osna -

brücker Land. Sowohl die Kliniken als

auch die vielen kleineren Betriebe des

Gesundheitswesens machen diesen

Zweig zum wichtigsten Arbeitgeber der

Region. Wie überall in Deutschland, wo

nach Berechnungen bis 2025 etwa

193 000 Pflegekräfte fehlen werden,

wird auch hier die Suche nach Fach -

kräften eine immer größere Heraus -

forderung.


WIRTSCHAFT 67

Niels-Stensen-Kliniken GmbH – besser im Verbund

Wir, die Niels-Stensen-Kliniken, sind der größte Arbeitgeber

für das Gebiet Stadt und Landkreis Osnabrück, Emsland und

Grafschaft Bentheim – und damit einer der größten Gesundheitsversorger

der Region. Jedes Jahr vertrauen sich uns

etwa 300 000 Menschen an, die optimal versorgt werden

wollen. Unsere mehr als 6000 Mitarbeitenden setzen sich für

sie ein, mit Fachkenntnis, Engagement – und mit Erfolg:

Laut der Weißen Liste würden mehr als 85 Prozent unserer

Patient*innen unsere Krankenhäuser weiterempfehlen. Damit

liegen wir deutlich über dem bundesweiten Mittel.

Stehen bleiben wollen wir dabei allerdings nicht. Deshalb

haben wir in unserem Leitbild u. a. den Anspruch verankert,

unsere Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern. Die

Struktur unseres Verbundes bietet uns dafür entscheidende

Vorteile, weil wir zwei der wichtigsten Erfolgsfaktoren für

Krankenhäuser erfüllen: die Vernetzung und die Spezialisierung.

Sie verheißen wirtschaftliche Sicherheit und Fortschritt.

Das bestätigen Studien ebenso wie die tatsächlichen Ent -

wicklungen auf dem Krankenhausmarkt. Wir gehen den Weg

der Zusammenarbeit als Niels-Stensen-Kliniken mit heute

14 Einrichtungen.

Unser Verbund macht es möglich, dass in schwierigen Zeiten

die großen Einrichtungen die kleinen stützen und umgekehrt.

Seine Struktur lässt uns Mehrwerte für Mitarbeitende schaffen

und sie gibt uns die notwendige Flexibilität, um unsere Leistung

noch mehr zugunsten der Menschen weiterzuentwickeln,

die sich uns anvertrauen – sei es als Patient*innen oder als

Mitarbeitende.

Information

Gründungsjahr: 2002; Mitarbeitende: 6100; Patient*innen/Jahr: 300 000; Umsatz/2019: 415 Mio. Euro

Leistungsspektrum: 14 Einrichtungen (8 Krankenhäuser, 1 Fachklinik, 3 Pflegeeinrichtungen, 1 Hospiz, 1 Bildungszentrum)

Gesellschafter: St. Georgstift Thuine e. V. (41 %), Bischöflicher Stuhl zu Osnabrück (41 %), Kath. Kirchengemeinde St. Matthäus

Melle (11 %), katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Ankum (7 %)

Alte Rothenfelder Straße 23, 49124 Georgsmarienhütte

Fon: 0541 326-2100, Fax: 0541 326-2117

www.niels-stensen-kliniken.de, info@niels-stensen-kliniken.de


68

Sowohl die Kliniken als auch die vielen kleineren

Betriebe des Gesundheitswesens machen diese

Branche zum wichtigsten Arbeitgeber der Region.


WIRTSCHAFT 69

oben: Das Klinikum Osnabrück ist wichtiger Gesundheitsversorger und

Wirtschaftsfaktor in der Region. An 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr

für Patientinnen und Patienten im Einsatz.

links: Es vereint modernste Technik, Kompetenz und Menschlichkeit. Alle

medizinischen Bereiche arbeiten eng fachübergreifend zusammen.

Klinikum Osnabrück – mit Herz und Verstand

1811 als Stadtkrankenhaus eröffnet, wird heute im Klinikum

Osnabrück die höchste Versorgungsstufe in Medizin, Pflege

und Therapie angeboten. Beispiele hierfür sind das Zentrum für

Neuromedizin und Geriatrie (ZNG), die Chest Pain Unit (CPU),

das Cardiac Arrest Center (CAC) oder die in der Region einzig

zertifizierte Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit).

Die herausragende Kompetenz bei der Versorgung von Schlag -

anfallpatienten wurde im Jahr 2019 durch das Land Niedersachsen

bestätigt. Auch gehört das Klinikum seit vielen Jahren

dem TraumaNetzwerk Süd-West-Niedersachsen an.

Dieses stellt die flächendeckende und qualitätsgesicherte Versorgung

von Schwer- und Schwerstverletzten sicher. Als erstes

akademisches Lehrkrankenhaus der Westfälischen Wilhelms-

Universität Münster schult das Klinikum seit 1971 den medizinischen

Nachwuchs. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller

Mit arbeitenden wird in der hauseigenen Akademie am Finken -

hügel gefördert. Das Klinikum Osnabrück zählt zu den großen

Arbeitgebern in der Osnabrücker Region. Mehr als 2500 Mitarbeitende

versorgen jährlich über 100 000 ambulante und stationäre

Patienten. Das Klinikum Osnabrück ist ein kommunales

Krankenhaus für alle Bürgerinnen und Bürger und gestaltet den

Auftrag der Gesundheitsversorgung qualitativ hochwertig und

wirtschaftlich verantwortlich zum Wohle der Patienten – 365

Tage im Jahr, rund um die Uhr. Trägerin ist die Stadt Osnabrück.

Information

Gründungsjahr:1811; Mitarbeiter: ca. 2500; Patienten jährlich (ambulant und stationär): 100 000; Leistungsspektrum: Allgemein-,

Viszeral- und Thoraxchirurgie; Anästhesiologie und operative Intensivmedizin; Brustchirurgie; Frauenheilkunde und Geburtshilfe;

Allgemeine Innere Medizin; Gefäßchirurgie; Geriatrie und Palliativmedizin; Kardiologie; Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie;

Neuro logie und neurologische Frührehabilitation; Onkologie, Hämatologie, Blutstammzelltransplantation; Orthopädie und Sportmedizin;

Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie; Pneumologie; Urologie und Kinder urologie I, Urologie II; Institut für

Pathologie; Privatklinik, Röntgen- und Strahlenklinik; Notaufnahmezentrum; Medizinische Versorgungszentren und vieles mehr

Am Finkenhügel 1, 49076 Osnabrück

Fon: 0541 405-0, Fax: 0541 405-1099

www.klinikum-os.de, info@klinikum-os.de


70

Wissen ist Macht –

Universität und Hochschule Osnabrück

In der Universitätsstadt Osnabrück ist

Musik drin – und das im wahrsten Sinne

des Wortes. Rund 400 Studenten sind

am Institut für Musik der Hochschule

Osnabrück eingeschrieben und absolvieren

hier ihre achtsemestrige künst -

lerisch-pädagogische Ausbildung zum

Bachelor of Arts. Die Studenten haben

dabei die Wahl zwischen den fünf Stu -

dienprofilen Klassik, Pop, Jazz, Musical

und Elementare Musikpädagogik. Dabei

umfassen sowohl die Ausbildung zum

Musikpädagogen als auch der Weg zum

Berufsmusiker neben dem persönlichen

Instrumental- und Gesangsunterricht

auch weiterführende Kurse in Fach -

didaktik, Pädagogik sowie Musiktech

nologie, Bühnenperformance und

Musikmanagement. Und weil sowohl die

Stu denten als auch die Professoren und

Dozenten des Instituts für Musik ihre

Kunst nicht nur im lauten Kämmerlein

oder im Hörsaal zu Gehör bringen, profitiert

die ganze Stadt von diesem aka -

demischen Angebot nach Noten: Die

regelmäßigen öffentlichen Konzerte der

Dozenten sind ebenso gefragt wie die

fast immer ausverkauften Veranstal -

tungen, an denen die Studenten der

Abschlussjahrgänge zeigen, was sie

gelernt haben.

Neben diesen 400 Nachwuchsmusikern

besuchen noch weitere gut 13 000 Studenten

die Hochschule Osnabrück und

verteilen sich dabei auf vier Fakultäten,

an denen 68 Bachelor- und 31 Masterstudiengänge

angeboten werden. Ein

wichtiger Grund für die ständig steigende

Beliebtheit der Hochschule dürfte

das im Vergleich zu anderen Universi -

täten sehr gute Zahlenverhältnis von

Professoren zu Studenten sein, das eine

intensive Betreuung ermöglicht.

In der Stadt arbeitet die Hochschule

an den Standorten Westerberg und

Haste, wobei in Haste besonders die

ehemalige Ausflugs- und Schankwirtschaft

„Schmied im Hone“ ins Auge fällt.

Der historische Schriftzug am restaurierten

Gebäude kündet noch von der 150-

jährigen Geschichte als Gartenlokal im

Grünen vor der Stadt, in dem der hier

ansässige Schmied Sandmann zunächst

Campus Westerberg – Hochschule Osnabrück

im Nebenerwerb Branntwein verkauft

hat. Später stand dann die legendäre

„Sandmanns Agnes“, Tochter des

Schmieds, unglaubliche 58 Jahre hinter

dem Zapfhahn, ehe sie als dienstälteste

Osnabrücker Wirtin 1984 den Schlüssel

für immer umdrehte. Nach langem Leerstand

zog schließlich die Lebensmittelwissenschaft

der Hochschule in die

Gebäude ein und so kommt es, dass

heute beim „Schmied im Hone“ wieder

Bier gebraut wird, wenn auch nur

zu Studienzwecken. Am Osnabrücker

Standort Westerberg werden rund


BILDUNG UND WISSENSCHAFT 71

80 Mio. Euro in den Ausbau des neuen

Campus investiert, hier findet auch das

alljährliche Terrassenfest statt. Neben

den beiden Osnabrücker Standorten

unterhält die Hochschule Osnabrück

noch einen weiteren Standort in Lingen

(Ems) mit den Fakultäten Management,

Kultur und Technik.

Die Universität Osnabrück ist aus der

1974 gegründeten Pädagogischen

Hochschule hervorgegangen und hat

heute rund 12 700 Studenten, die sich

auch wegen einer Vielzahl von inter -

disziplinären Studiengängen für Osnabrück

entschieden haben, die es so nur

hier gibt. Dazu gehören zum Beispiel

Steuerwissenschaften (LL.M. Taxation),

Angewandte Systemwissenschaft und

Cognitive Science. Zentrale Einrich -

tungen sind das Institut für Migrationsforschung

und Interkulturelle Studien

sowie das Institut für Finanz- und

Steuerrecht. Das European Legal

Studies Institute zählt in der Rechtsver -

gleichung und Rechtsvereinheitlichung

zu den wichtigsten Forschungsein -

richtungen Europas und auch mit dem

Studienprogramm Cognitive Science

betritt die Uni Osnabrück Neuland

auf einem international beachteten Forschungsfeld.

Auch bei der Digitalisierung

sind die Forscher weit vorn mit dabei.

So werden der Universität Osnabrück

dauerhaft über eine Mio. Euro jährlich

und temporär mehr als fünf Mio. Euro

aus dem niedersächsischen Topf der

Volkswagen-Stiftung zur Einrichtung einschlägiger

Digitalisierungsprofes suren

bereitgestellt.

Ein Spektrometer – Physik an

der Universität Osnabrück

Wie die Hochschule hat auch die Uni

viele Gebäude und Einrichtungen auf

ehemaligen Kasernenflächen am Westerberg,

doch zentrales Gebäude und

Sitz der Verwaltung ist das 1667 erbaute

gelbe Schloss im Herzen der Stadt. Hier

hat auch die Präsidentin Susanne

Menzel-Riedel ihr Büro, die mit ihrem

Geburtsjahr 1967 jüngste deutsche

Chefin einer Universität ist. Nur zwei

Steinwürfe vom Schloss entfernt steht

die Universitätsbibliothek mit ihrem

Bestand von rund 1,475 Millionen

Bänden.


72

Wissen für innovative Lebensmittel –

Spitzenforschung am DIL Deutsches

Institut für Lebensmitteltechnik e. V.

Der Nordwesten Deutschlands mit dem

Emsland, Südoldenburg mit Cloppenburg

und Vechta und dem Osnabrücker

Land gilt wegen seiner hohen Dichte an

Lebensmittelindustrie auch als der

„Fettfleck Deutschlands“. Und im Herzen

dieser Region liegt Quakenbrück. Wo

also könnte das DIL Deutsche Institut für

Lebensmitteltechnik besser be heimatet

sein als hier? Ganz nebenbei tritt das DIL

damit auch noch den Beweis an, dass internationale

Spitzenforschung auch auf

dem platten Land erfolgreich sein kann.

Neben Quakenbrück unterhält das DIL

auch eine Außenstelle in Brüssel.

Getragen wird das DIL von mehr als 150

Unternehmen aus den Bereichen

Lebensmittelproduktion, Messtechnik,

Verfahrenstechnik und Maschinenbau.

Dieses Fundament aus Unternehmen

der Industrie sorgt für den starken

Praxisbezug, der das DIL auszeichnet.

Auf die Fragen, Anforderungen, Be -

dürfnisse und Aufgaben aus der Praxis

bietet das DIL die wissenschaftlichen

Ant worten und macht so für die Unter -

nehmen bei ihrer Produktentwicklung

und Herstellung von Lebensmitteln

einen klaren Standortvorteil aus. Dazu

arbeitet das DIL interdisziplinär und

ganzheitlich, nutzt seine nationalen

und internationalen Verbindungen und

Partner und baut seine Kompetenzen in

den Bereichen Produktentwicklung und

Verfahrenstechnik stetig weiter aus.

Durch diese enge Verzahnung mit der

Wirtschaft schafft es das DIL, mit einer

nur geringen öffentlichen Förderung

auszukommen und sich überwiegend

aus Auftragsforschungen zu finan -

zieren.

Um sein wissenschaftliches Renommee

noch weiter auszubauen, bietet das DIL

ein Masterstudium „Food Process und

Product Engineering“ in Zusammen -

arbeit mit der Tierärztlichen Hochschule

in Hannover und den Osnabrücker

Hochschulen an. Ziel dieses neuartigen

internationalen Studiengangs, den die

niedersächsische Landesregierung angeregt

hat, soll die Lehre von Lebens -

mitteltechnologie, Naturwissenschaften,

Technik und Sozioökonomie sein.

Seit seiner Gründung 1983 hat das DIL

seine Tätigkeitsfelder immer weiter

ausgebaut und beschäftigt heute rund

200 zum Teil hoch spezialisierte

Experten in verschiedenen Geschäfts -

bereichen. Als jüngster dieser Bereiche

hat das Zentrum für Lebensmittelphysik

2011 die Arbeit aufgenommen. Hier

werden im Auftrag der Unternehmen

neue Messmethoden zur physikalischen

Charakterisierung entwickelt und in die

Praxis übertragen. Schon seit Jahren

erfolgreich unterwegs sind die

Geschäftsbereiche Produktinnovation,

Prozesstechnologie und Lebensmittel -

sicherheit, wobei hier besonders die

Unterstützung der Unternehmen aus der

Lebensmittel- und Futterverarbeitung

beim Erfüllen der Gesetze und Normen

im Mittelpunkt steht.

In seiner Forschung arbeitet das DIL

mit internationalen Partnern und Forschungseinrichtungen

unter anderem

aus Japan, China, Australien, den USA

und Indien zusammen, zu den Mitgliedern

und Kunden gehören zum Beispiel

„Barilla“ oder „Mars“. Ein vergleichsweise

neuer Schwerpunkt in dieser Forschung

ist die Bioökonomie, die mit einem

sektorenübergreifenden Ansatz helfen

soll, den Wandel von der erdölbasierten

Industrie hin zu einer biobasierten Industrie

zu meistern. Im Blick der Forscher

stehen dabei die internationale Ver -

antwortung für die Welternährung, die

Energieversorgung aus Biomasse und

der Klima- und Umweltschutz. Durch die

Nutzung nachwachsender Rohstoffe und

die Entwicklung von Produktionspro -

zessen, bei denen Biomasse als Grundlage

dient, soll der nachhaltige Umgang

mit der Umwelt optimiert werden. Ebenfalls

sehr zukunftsträchtig ist die Forschung

im Bereich Robotik, bei der

besonders die saubere und sichere Verarbeitung

unverpackter Produkte ständig

verbessert wird.


BILDUNG UND WISSENSCHAFT 73

Das DIL beschäftigt sich mit der stofflichen und verfahrenstechnischen Konzeption von Lebensmitteln. Die Abteilung der Verfahrenstechnik

verwendet u. a. die Extrusion zur Herstellung von strukturierten Lebensmitteln aus verschiedenen alternativen Proteinen.


74

DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. –

Wissen für innovative Lebensmittel

Das DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V. in

Quakenbrück ist das größte außeruniversitäre Forschungs -

ins titut der Lebensmittelwissenschaften in Deutschland. In den

letzten drei Jahrzehnten hat sich in Quakenbrück ein international

tätiges Institut mit rund 200 Experten der Lebens mittel -

technologie und den Lebensmittel wissenschaften ent wickelt.

Das DIL operiert als Forschungs institut in den Bereichen

Lebensmittelsicherheit und Authen tizität, Struktur und Funktionalität

sowie Nachhaltigkeit.

Ein großer Teil der Forschungsarbeiten liegt im Bereich der

angewandten Lebensmittelwissenschaften. Als Bindeglied

zwischen Wissenschaft und Praxis unterstützt das DIL seine

Partner kontinuierlich im Innovationsprozess. Die Kompetenzen

und technischen Möglichkeiten des Instituts erstrecken

sich über die gesamte Wertschöpfungskette der Lebens -

mittel.

durch die Entwicklung nachhaltiger und effizienter Lösungen

für Prozesse und neue Produkte um. Eine Erfolgsgeschichte

der gepulsten elektrischen Felder (Pulsed Electric Fields,

PEF) gilt dabei als Musterbeispiel für die Entwicklung einer

Technologie mit ihren verschiedenen Anwendungsmöglich -

keiten zu einer Position als Markführer für hoch technolo -

gisierte PEF-Anlagen. Problemstellungen im vorwettbewerblichen

Bereich sowie im kommerziellen Bereich können somit

aus materialwissenschaftlicher und prozesstechnischer Perspektive

bearbeitet und unter Kriterien der Innovation, Digita -

lisierung und Nachhaltigkeit betrachtet werden.

Intensive Zusammenarbeit mit Universitäten und die Einbindung

in europäische sowie internationale Netzwerke haben

eine entscheidende Bedeutung für die Zukunftssicherung der

Spitzenforschung am DIL und der Lebensmittelwissenschaft

in Niedersachsen.

Während in den Forschungsplattformen im Rahmen von gemeinnützigen

Projekten ein umfangreiches Basiswissen produziert

wird, setzen die Geschäftsbereiche des Instituts dieses

Die Förderstruktur des DIL basiert auf Mitteln, die von der

Europäischen Union sowie der Bundes- und Landesregierung

bereitgestellt und aus den entsprechenden Programmen


BILDUNG UND WISSENSCHAFT 75

Authentizität- und Qualitäts -

analytik von Lebensmitteln

via NMR-Spektroskopie

High Moisture Extrusion ermöglicht

die Produktion von struk -

turierten Lebensmitteln auf Basis

alternativer Rohstoffe.

akquiriert werden. Als Mitglied im EIT Food ist das DIL in

einem führenden internationalen Netzwerk von Unternehmen,

Forschungszentren und Universitäten der Lebensmittelindustrie,

bestehend aus 50 Partnern aus insgesamt 13 Ländern,

vertreten. Das Ziel von EIT Food ist es, Europa in den Mittelpunkt

des globalen Wandels der Lebensmittelproduktion zu

positionieren und Lebensmitteln durch die Einbeziehung der

Gesellschaft einen höheren Stellenwert zu verschaffen.

In der Zukunft strebt das DIL einen sukzessiven Ausbau des

Forschungsstandorts im Bereich der Lebensmittelwissenschaften

an. Dazu gehört eine stetige Modernisierung und

Digitalisierung der Forschungsinfrastruktur, wie zum Beispiel

eine aktuelle Erweiterung durch ein Zentrum zur Analytik von

Mikroplastik in Lebensmitteln sowie der Genom-Sequen -

zierung. Des Weiteren steht eine akademische Erweiterung

mit einem internationalen universitären Studiengang an.

Information

Gründungsjahr: 1983

Mitarbeiter: 200

Standorte: Quakenbrück, Berlin, Karlsruhe, Brüssel

Vorstandsvorsitzender und Direktor: Dr. Volker Heinz

Mitgliedsunternehmen: 175

DIL-Institutsgelände: 9000 Quadratmeter

Professor-von-Klitzing-Straße 7, 49610 Quakenbrück

Fon: 05431 183-0, Fax: 05431 183-114

www.dil-ev.de, info@dil-ev.de


76

Wissen, made im Osnabrücker Land

mit Lust und Laune an der Berufsakademie Melle

dual studieren

In persönlichen und familiären Kleingruppen –

studieren in Melle

Wo hast denn du studiert? In Melle, ich

bin ein Meller. Seit 20 Jahren steht diese

Aussage für Qualität in der Ingenieurausbildung

der Holz- und Möbelbranche.

Mehr als 250 Absolventinnen und Ab -

solventen der Berufsakademie Melle

bezeichnen sich heute als „Meller“.

Das Mittelzentrum Melle im Grönegau,

im südostlichen Teil des Landkreises

Osnabrück gelegen, hat für die Ausbildung

von Holztechnik-Ingenieuren eine

besondere Lage: Die Stadt liegt direkt an

der Autobahn A 30. Zwischen Osnabrück

und Bad Oeynhausen befindet

sich eine in Europa einzigartige An -

häufung von Unternehmen der Küchen -

möbelindustrie. Die mittelständisch- und

familiengeführten Unternehmen erwirtschaften

rund zwei Drittel des weltweiten

Umsatzes an Küchenmöbeln. Alljährlich

öffnen diese Unternehmen entlang der

„Küchenmeile A 30“ ihre Pforten.

Heute bilden mehr als 120 Unternehmen

deutschlandweit ihren Ingenieurnachwuchs

an der einzigen privaten

tertiären Bildungseinrichtung mit diesem

Holz- und Möbelschwerpunkt aus. Holztechnik

und seit 2018 auch Ingenieure


BILDUNG UND WISSENSCHAFT 77

Ingenieur- und Sozialwesen an der

Berufsakademie Melle e. V.

Träumen Sie als Arbeitgebende, Studieninteressierte oder

Eltern von einem Studienmodell, in dem Studierende von Anfang

an Einblicke in ihren beruflichen Alltag erhalten, wissen,

wozu sie den Lernstoff brauchen und sie ihre Potenziale und

Talente entfalten können? Träumen Sie von einem Studien -

modell, bei dem die Absolventen in einem familiären Umfeld

auf die realen Aufgaben der Berufswelt vorbereitet werden?

Dann sind wir, die Berufsakademie Melle, der richtige Partner

für Sie, denn wir leben diesen Traum! Einzigartig im Osna -

brücker Land bieten wir Ihnen die drei praxisintegrierten dualen

Bachelorstudiengänge Holz- und Möbeltechnik, Fensterund

Glasfassadenbau sowie Soziale Arbeit an.

Mit Lust und Laune DUAL studieren

Information

Gründungsjahr: 2000; Mitarbeiter: 12

Leistungsspektrum: duale, praxisintegrierte Bachelorstudiengänge des Ingenieur- und Sozialwesens: Holz- und Möbeltechnik,

Fenster- und Glasfassadenbau, Soziale Arbeit, Modell 2+3=4 für Tischler, Holzmechaniker und Fachinformatiker

Sandweg 1, 49324 Melle, Fon: 05422 922997-0, Fax: 05422 922997-15

www.ba-melle.de, mail@ba-melle.de

des Fenster- und Glasfassadenbaus

„made im Landkreis Osnabrück“ –

einzigartig.

„Ich bin Meller“, sagen seit 2018 auch

die Studierenden im Bachelorstudien -

gang „Soziale Arbeit“. Neben dem

Ingenieurwesen ist dies die zweite

Studienrichtung an der Berufsakademie

in Melle. Passt nicht zusammen? Es ist

die perfekte Ergänzung. Dies berichten

zumindest die Studierenden und Dozierenden

der beiden Fachrichtungen, die

das persönliche und familiäre Mit ein -

ander an der Berufsakademie Melle genießen.

Was beide Richtungen verbindet

ist der duale, praxisintegrierte Gedanke.

Neben dem theoretischen Lernort an

der Berufsakademie gibt es im dualen

Studiengang den Lernort Praxis beim

Praxispartner vor Ort. Dabei absolvieren

die Studierenden kein Praktikum. Ja, sie

absolvieren vielmehr ein Praxisstudium.

Sie arbeiten, forschen und studieren im

alltäglichen Leben ihres berufsspezi -

fischen Tätigkeitsfeldes: wissenschaftlich

fundiert und praxisintegriert. Praxis -

forschung nennen die Dozierenden an

der Berufsakademie diese besondere

Studienform.

Nach sechs Semestern dualem Bachelorstudium

„Soziale Arbeit“ verlassen die

Studierenden die Akademie mit dem

Bachelor of Arts und dem Zeugnis über

die staatliche Anerkennung. Nun haben

sie viele Kompetenzen im Gepäck, die

es den Sozialarbeiter*innen und Sozial -

pädagog*innen leicht machen, gut mit

Lust und Laune mit Menschen zu arbeiten.

Im Landkreis Osnabrück und über

seine Grenzen hinaus.

Ab Oktober 2021 werden es über 200

aktiv eingeschriebene Studierende an

der Berufsakademie sein. Dann wird

es quirlig in den neuen Räumen. Diese

werden gerade gebaut und sollen zum

Jahreswechsel 2021/2022 bezogen

werden. Danach werden jährlich mehr

als 75 Absolventen die Berufsakademie

Melle verlassen und das Qualitätsmerkmal

„Ich bin Meller“ voller Stolz weit in

und über die Region hinaus tragen.


78

Wissen fest im Sattel – Pferdekompetenzzentrum

auf dem Rittergut Osthoff

Es gibt sie tatsächlich, die versteckten

Perlen im Osnabrücker Land. Eines der

architektonisch schönsten und dabei

(noch) relativ unbekannten Bauwerke

ist zweifellos das Rittergut Osthoff in

Georgsmarienhütte, in das nach wechselvoller

Geschichte nun wieder hochherrschaftlicher

Glanz zurückgekehrt

ist. Denn das Gut ist Sitz des Horse

Com petence Center Germany (HCCG),

hinter dem federführend der erfolgreiche

Pferdeunternehmer Ullrich Kasselmann

aus dem benachbarten Hagen a.T.W.

steht. Und was Kasselmann anfasst, das

führt er in aller Regel zu höchster Voll -

endung. Ein Glück für das mehr als 50

Jahre alte Rittergut, das so zum Reitergut

geworden ist.

Das Rittergut Osthoff in Georgsmarienhütte –

hier stehen die Pferde im Mittelpunkt.

Als die Hofstelle 1485 in den Besitz der

Familie von Sparenberg kam, machte die

ein Gut daraus, das über die Landtagsfähigkeit

verfügte. Der Besitzer durfte

also am damaligen Osnabrücker Landtag

teilnehmen und dabei sein, wenn

Domkapitäle, Stadtkurie und Ritterschaft

in erster Linie über Geld verhandelten.

Nach kurzer Blütezeit verhängten Gläubiger

schon 1596 den Konkurs über das

Gut, das zusehends verfiel. In den

folgenden Jahrhunderten kamen und

gingen die Besitzer durch Verkauf oder

Ein heirat, ehe Anfang des 20. Jahrhunderts

der Fabrikant Ernst Stahmer das

Rittergut erwarb und für seine Tochter


BILDUNG UND WISSENSCHAFT 79

Horse Competence Center

Germany GmbH (HCCG)

Wirtschaft, Know-how, Gesundheit und Tourismus rund um

das Pferd – dies sind die vier Säulen, auf denen das Horse

Competence Center Germany GmbH (HCCG) basiert. Unter

dem Motto „Pferdekompetenz in Praxis und Forschung“ werden

zu diesen Themen wissenschaftliche Beratung, Ver anstal tun -

gen und Projektmanagement angeboten.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist der Verkauf des High Score

Performance Ground, kurz HSPG. Dieses ist ein besonderes

Reitbodensystem, welches in Zusammenarbeit mit der Hochschule

Osnabrück für die Gesunderhaltung der Pferde, der

Sicherheit von Reitern, dem Wassermanagement sowie der

Nachhaltigkeit entwickelt wurde.

Information

„Pferdestärken bündeln – Wissen transportieren“: Ziel des HCCG ist es, die

Nachfrage von Dienstleistungen und Produkten im Bereich der Pferdewirtschaft

zu fördern und die jeweiligen Leistungsträger regional zu vernetzen.

Gründungsjahr: 2012; Mitarbeiter: 4; Leistungsspektrum: Wirtschaft, Know-how, Gesundheit und Tourismus rund um das Pferd

Schwerpunkte: Forschung (u. a. High Score Performance Ground (HSPG), Projekte (EUREGIO), Bildung, Beratung u. v. m.

Rittergut Osthoff 5, 49124 Georgsmarienhütte, Fon: 05401 8813-220, Fax: 05401 8813-210

www.hccg.de, info@hccg.de

Ortrud und deren Gatten Robert Jaffé

er weiterte. Die Tochter betrieb hier eine

Pferdezucht und holte nach dem Zweiten

Weltkrieg die regionale britische

Militärkommandantur auf das Gut, um

marodierende Banden abzuhalten. In

dieser Zeit wurde sogar ein Tennisplatz

angelegt, doch die Briten zogen schon

bald wieder ab. In den 1950er-Jahren

gab es zwar noch Pferdeschauen und

Militärparaden auf Gut Osthoff, doch

1966 ging die Maschinenfabrik Stahmer

in Konkurs und die Stadt Georgsmarienhütte

übernahm schließlich nach wei -

teren Besitzerwechseln und weiterem

Niedergang 2008 das Gelände.

Die Rettung für das Rittergut kam dann

durch die Entscheidung von Ullrich

Kasselmann, auf dem Gut das HCCG

einzurichten. Die Gebäude wurden anspruchsvoll

renoviert und sind neben

dem Kompetenzzentrum heute auch Sitz

anderer Unternehmen der Pferde -

branche wie etwa „ehorses“, Europas

führendem Pferdemarkt im Internet, oder

Equestrian Globe. Das HCCG selbst

arbeitet und forscht zu den Themen

Wirtschaft, Know-how, Gesundheit und

Tourismus rund um das Pferd und wird

getragen von der Hochschule Osnabrück,

dem Landkreis Osnabrück, der

Stadt Georgsmarienhütte und dem Hof

Kasselmann. Eine Aufgabe des Zentrums

ist die Förderung der Nachfrage

von Dienstleistungen und Produkten im

Bereich der Pferdewirtschaft. Außerdem

versteht sich das HCCG als Anlaufstelle

für Unternehmen und Leistungsträger

und strickt immer weiter an einem

dichten Netzwerk inmitten einer pferde -

begeisterten Region.

Die herrliche Kulisse des Ritterguts dient

auch als Tagungs- und Kongresshotel

mit 30 Zimmern, die vom Architekten

Christian Kolde mit viel Gefühl für die

besondere Atmosphäre und den spe -

ziellen Stil des Anwesens eingerichtet

worden sind. Und weil er mit so viel Herzblut

dabei ist, hat Kolde auch gleich sein

Büro mit 25 Mitarbeitern auf das Rittergut

Osthoff verlegt. So kommen seine

Mitarbeiter und auch die Hotel- und

Tagungsgäste sowie die Besucher der

gehobenen Gastronomie im Gut zu dem

ganz besonderen Vergnügen, die edlen

Fohlen aus der Zucht des Hofes Kasselmann,

die hier aufgezogen werden, ganz

aus der Nähe zu sehen.


80

Wissen für alle –

Volkshochschule Osnabrücker Land

Mit rund 90 000 erteilten Unterrichtsstunden

ist die Volkshochschule Osnabrücker

Land (vhs) eine der größten

Weiterbildungseinrichtungen in Niedersachsen.

Hinter dieser beeindruckenden

Zahl steht eine genauso beeindruckende

Zahl an Menschen, die der vhs ihr

Gesicht geben: Inzwischen gut 100

Mitarbeiter und etwa 800 Dozenten sorgen

für ein ebenso abwechslungsreiches

wie reibungsloses Bildungsprogramm,

Tendenz weiter steigend. Und noch eine

Zahl rundet das Bild ab: Die vhs ist mit

21 Außen- und Regionalstellen in allen

Städten, Samtgemeinden und Gemeinden

des Landkreises vertreten und

unterhält zusätzlich das „Haus des

Lernens“ als zentrales Schulgebäude in

der Stadt Osnabrück.

Neben dem klassischen Weiterbildungsprogramm

für Erwachsene, das seit

Generationen bundesweit den Charakter

der Volkshochschulen prägt, hat sich die

Einrichtung im Osnabrücker Land in den

vergangenen Jahren auch weiteren

gesellschaftlich relevanten Aufgaben

zugewandt. So sind in Trägerschaft der

vhs Bildungsbüros eingerichtet worden,

die die kommunalen und regionalen

Bildungsakteure unterstützen bei ihrem

Engagement für faire Bildungschancen

durch die Entwicklung von Strukturen für

bestmögliche Bildungsbiografien. Denn

wenn jeder schnell und unkompliziert ein

für sich passendes Angebot der persönlichen

Weiterbildung findet, profitieren

neben dem Teilnehmer auch die

gesamte Bildungslandschaft und die

regionale Wirtschaft.

Weil im Landkreis Osnabrück früh erkannt

worden ist, dass Bildung so früh

wie möglich beginnen sollte und dass

auch bei den Kindern und Jugendlichen

kein Kopf verloren gehen darf, ist die vhs

mit eigenen Sozialpädagoginnen in den

Grundschulen aktiv. Die geschulten

Fachkräfte sind in den Städten Bramsche,

Georgsmarienhütte, Melle und

Quakenbrück sowie in den Gemeinden

Belm, Bohmte, Hagen und Hasbergen

an 13 Schulen tätig. In enger Ab -

stimmung mit diesen Schulen bieten sie

vielfältige freiwillige und offene sozial -

pädagogische Aktivitäten und Begleitungen

an. Immer mit dem Ziel, ein gutes

und bildungsaffines Miteinander von

Kindern, Eltern und Schulen zu fördern.

Dabei verstehen sich die Sozial pä -

dagoginnen als Ergänzung und Be -

reicherung des schulischen Angebots,

eröffnen den Kindern darüber hinaus

aber auch Zugang zu außerschulischen

Aktivitäten. Sie arbeiten dafür sowohl in

den Räumen der Schulen als auch auf

Sprachkurse sind ein wichtiger Teil

der Integration.

Wunsch direkt bei den Familien daheim.

Hier können sie durch Hilfen im Einzel -

fall bei schulischen und familiären

Pro blemen helfen und so schon früh in

der kindlichen Bildungsgeschichte die

Weichen richtig stellen.

Seit einigen Jahren steht die vhs im

Landkreis Osnabrück auch für das Projekt

„Haus der kleinen Forscher“, an dem

sich Kitas, Horte und Grundschulen

beteiligen. Auch soll möglichst früh ein

hoffentlich spannender und für alle

Kinder offener Zugang zu Bildung eröffnet

werden, in dem Fortbildungen für

pädagogische Fachkräfte angeboten

werden. Mit kostenlosen Arbeitsmate -

rialien werden die Lehrkräfte dabei

unterstützt, die Themen Mathematik,

Technik und Naturwissenschaften mit

neuen Ideen in ihren Alltag einzubinden.


BILDUNG UND WISSENSCHAFT 81

Wissen und Praxis Hand in Hand –

berufsbildende Schulen

Der Mittelstand und vor allem das Handwerk

sind das Rückgrat der deutschen

Wirtschaft, die Welt beneidet Deutschland

um die Qualität seiner Facharbeiter,

Gesellen und Meister. „Made in Germany“

ist seit Generationen nicht nur ein

Gütesiegel für Autos oder Maschinen,

sondern auch für Erfindergeist und

Dienstleistungen. Das Fundament dazu

liefert die duale Ausbildung, also das

intelligente Miteinander von Berufsausbildung

und Berufsausübung in den berufsbildenden

Schulen. Diese auch kurz

Berufsschulen genannten Einrichtungen

sind Pflichtschulen, die von allen Aus -

zubildenden während der beruflichen

Erstausbildung besucht werden müssen.

Vermittelt werden hier aber nicht nur

fachliche Kenntnisse für den späteren

Job, sondern auch Allgemeinbildung.

Diese Kombination aus betrieblicher

Ausbildung in Industrie oder Handwerk

und staatlicher schulischer Ausbildung

ist im internationalen Vergleich weit -

gehend einzigartig.

Der Landkreis Osnabrück unterhält vier

Berufsschulen, zwei davon liegen auf

dem Gebiet der Stadt Osnabrück und die

anderen beiden in Melle (siehe Seite 76)

und Bersenbrück. Flaggschiff sind die

Berufsbil denden Schulen (BBS) Brinkstraße

in Osnabrück, die mit rund 4600

Schülern in knapp 250 Klassen und

mit ihren 140 Lehrern zu den größten

gewerblich- technischen Berufsschul -

zentren in Niedersachsen zählen. Hier

werden die Schüler im gewerblich-technischen

Berufs bereich in mehr als 30

Aus bildungsberufen unterrichtet. Im Voll -

zeitbereich gibt es Bildungsangebote

der Berufsfachschule mit den Schwerpunkten

Elektrotechnik, Informatik und

Metalltechnik sowie eine Fachoberschule,

ein Berufliches Gymnasium und

die Fachschule Technik.

Im Osnabrücker Stadtteil Haste werden

im Beruflichen Gymnasium (BBS Haste)

die Themen Gesundheit und Soziales

unterrichtet. Hier kann auch die Allgemeine

Hochschulreife erworben werden.

Auf dem Programm steht daneben noch

die Agrarwirtschaft, in der alle „grünen“

Berufsgruppen vereint sind, die sich mit

der Herstellung oder Bearbeitung von

Deutschland wird um die Qualität seiner Fach -

arbeiter, Gesellen und Meister beneidet – das

Fundament dazu liefert die duale Ausbildung.

pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen

beschäftigen. Wer im Bereich Haus -

wirtschaft/Ernährung ausgebildet wird,

findet beste Berufschancen in Großhaushalten

wie Kindertagesstätten,

Heimen oder Krankenhäusern. Auch die

staatlich geprüften Pflegeassistenten

aus der Abteilung Gesundheitspflege

sind am Arbeitsmarkt sehr gefragt. Und

die Sozialpädagogen, die hier in Haste

ausgebildet werden, sind besonders

qualifiziert für die Arbeit mit Kindern in

pädagogischen Einrichtungen.


82

„Varus, gib mir meine Legionen wieder!“ –

Museum und Park Kalkriese

Wo hat sie wohl stattgefunden, die

berühmte Varusschlacht? Weltweit berühmt

ist die Niederlage des römischen

Heeres unter dem Kommando des

Publius Quinctilius Varus jedenfalls. Bei

ihr wurde in der zweiten Hälfte des

Jahres 9 nach Christus ein Achtel des

gesamten Heeres des Weltreichs

vernichtet und sie war das Ende der

römischen Versuche, auch die rechtsrheinischen

Gebiete Germaniens bis zur

Elbe zu unterwerfen. Auf die Nachricht

von dieser verheerenden Niederlage soll

Kaiser Augustus den Quellen zufolge mit

dem berühmten Zitat „Varus, gib mir

meine Legionen wieder!“ reagiert haben.

In diesen historischen Quellen von Ovid

bis Tacitus wird die Schlacht beschrieben

und der Cheruskerfürst Hermann oder

auch Arminius als Sieger benannt. Nur

der Ort der legendären Schlacht, der

bleibt mit der Bezeichnung „saltus

Teutoburgiensis“ äußerst vage. Kein

Wunder also, dass über die Jahrhunderte

bei jedem noch so kleinen Fund römischer

Münzen verschiedene Stätten in

Ostwestfalen, in Norddeutschland und

sogar in den Niederlanden als Orte der

Varusschlacht vermutet worden sind. In

Detmold wurde 1875 gar ein monumentales

„Hermannsdenkmal“ eingeweiht,

obwohl auch hier nur ein paar Münzen

ausgegraben worden waren.

Der Fund eines britischen Offiziers und

Amateurarchäologen in Kalkriese im

Landkreis Osnabrück sorgte ab 1987

dann für eine neue Dynamik der Diskussion,

denn besagter Tony Clunn hatte

neben Münzen auch Schleuderbleie entdeckt,

die auf eine Schlacht hindeuteten.

Bei den dann folgenden planmäßigen

Ausgrabungen wurden jede Menge

Münzen ausgegraben, deren Datierung

zur Varusschlacht passen. Außerdem

entdeckten die Archäologen Waffen,

Fragmente der Ausrüstung römischer

Soldaten, Tier- und Menschenknochen

und Reste einer Wallanlage.

Im Osnabrücker Land ist man sich deshalb

ziemlich sicher, von allen vermuteten

Orten der Schlacht, die mit Abstand

besten Argumente zu haben. Und deshalb

wurde in Kalkriese ein Museum

samt Parkgelände errichtet. Das moderne

Gebäude hat eine Fassade aus

rostenden Stahlplatten, sogenanntem

Kortenstahl, und wurde von den Schweizer

Architekten Annette Gigon und Mike

Guyer entworfen. Vom 2002 fertig -

Die Maske eines römischen Reiters ist das Markenzeichen

von Museum und Park Kalkriese.

gestellten 40 Meter hohen Aussichtsturm

des Museums haben die Besucher

einen Rundblick über das vermutete

Schlachtfeld, das auf dem Gelände des

20 Hektar großen Parks liegt. Im

Gebäude selbst werden etwa 400 der

mehr als 6000 Fundstücke gezeigt –

Symbol des Kalkrieser Museums und

Prachtstück der Ausstellung ist die

eiserne Helmmaske eines römischen

Reiters, die einst mit Silber überzogen

war. Ein Nebengebäude bietet Raum für

wechselnde Ausstellungen, in un -

geraden Jahren finden außerdem die

„Römer- und Germanentage“ im Park

statt, die sich großer Beliebtheit erfreuen.


KULTUR 83

Das Gebäude in Bramsche-Kalkriese wurde

von den Schweizer Architekten Annette Gigon

und Mike Guyer entworfen.


84

Adel verpflichtet –

Burgen, Schlösser, Herrenhäuser

„Kind Hearts and Coronets“ heißt der

britische Spielfilm mit Alec Guinness von

1949 im Original, der als „Adel verpflichtet“

auch im deutschen Kino ein großer

Erfolg war. In der schwarzen Komödie

geht es zwar um eine Mordserie in einer

adeligen Familie, doch trotzdem hat es

der deutsche Filmtitel als stehende

Redensart in die Umgangssprache geschafft.

Adel verpflichtet allerdings – anders

als in England – in Deutschland zu

gar nichts mehr, weshalb viele Herrenhäuser

und Prachtbauten, die auch im

Osnabrücker Land in privatem Besitz

sind, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich

sind.

Das gilt etwa für die Wasserburg Alt

Barenaue und das neoromanische

Schloss Neu Barenaue in Bramsche

oder auch für die Schelenburg in Bissendorf

– das wohl schönste Wasserschloss

der Region. Hatte auf der Schelenburg

lange ein Restaurant seine Türen geöffnet,

so kommen Gäste inzwischen nur

noch bei Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt,

Theateraufführungen wie

dem „Krimi Dinner“ oder Konzerten in

das historische Gemäuer. Auch das Gut

Ostenwalde in Melle-Oldendorf wird

privat genutzt, hätte aber wegen seiner

Geschichte durchaus auch das Zeug

zum Museum: Direkt nach dem Zweiten

Die Schelenburg in Schledehausen

(Gemeinde Bissendorf)

Weltkrieg residierte hier Feldmarschall

Montgomery als Kommandant der Bri -

tischen Besatzungszone.

Adel verpflichtet hingegen ganz offenbar

Viktoria Freifrau von dem Bussche-

Ippenburg, die ihr Schloss Ippenburg in

Bad Essen zu einer der führenden deutschen

Adressen für Gartenfestivals und

so das Schloss für die Öffentlichkeit

zugänglich gemacht hat. Das prächtige

Schloss im neugotischen Stil ist seit


KULTUR 85

Schloss Ippenburg in Bad Essen


86

mehr als 600 Jahren im Familienbesitz

und bietet mit Küchengarten und Zauberwald

eine herrliche Kulisse für die

Festivals, bei denen Jahr für Jahr die

besten Gartenkünstler beim Sommeroder

Herbstfestival ihre Ideen präsen -

tieren.

Ganz in der Nähe auf Schloss Hünnefeld

wohnt die Adelsfamilie mit Chefin Luise

Freifrau von dem Bussche-Hünnefeld

ebenfalls selbst auf dem Anwesen und

hat die 1146 erstmals urkundlich erwähnte

Anlage auch für die Allgemeinheit

geöffnet. Hier können in stilvollem

Rahmen Hochzeiten gefeiert werden, es

gibt das Café „Alte Rentei“ mit 35 Sitzplätzen

und es kann im Efeu-, Weinlauboder

Hortensienzimmer sogar fürstlich

übernachtet werden.

Noch in adeliger Hand, aber in kommerzieller

Nutzung befindet sich Schloss

Eggermühlen im Nordkreis. Die Familie

des Freiherrn von Boeselager betreibt

einen Ferienhof in der Anlage mit der

prächtigen Allee und einer Orangerie, die

auf den bedeutenden Barock-Architekten

Conrad Schlaun zurückgeht.

Schon längst nicht mehr in adeliger

Hand ist dagegen das Schloss hoch

über Bad Iburg, dessen Ursprünge bis in

das 11. Jahrhundert zurückreichen. Hier

Schloss Hünnefeld in Bad Essen

residierten einst die Fürstbischöfe von

Osnabrück – der alte Rittersaal zeugt

noch von vergangener Pracht. Heute ist

das Schloss im Besitz des Landes

Niedersachsen, das hier ein gutbürger -

liches Amtsgericht und die Bauver -

waltung untergebracht hat. Im Rahmen

von angemeldeten Führungen kann

neben dem Rittersaal auch das detail -

getreu renovierte Geburtszimmer der

ersten Preußenkönigin Sophie Charlotte

besichtigt werden.


KULTUR 87

Rasta-Rhythmus –

Reggae Jam in Bersenbrück

Als 1994 ein paar Reggae-Fans die

verrückte Idee hatten, ein Schützenfestzelt

zu mieten und mit zwei Bands vor

400 Leuten eine Rasta-Party zu feiern,

da war das für das platte Land im Osnabrücker

Nordkreis mehr als exotisch.

Aber der gebürtige Bersenbrücker und

Reggae-Jam-Macher Bernd Lagemann,

den sie nur den „Sheriff“ nennen, blieb

am Ball. 1999 lief das Festival nach dem

Umzug in einen ehemaligen Tierpark

schon über drei Tage und wechselte ein

Jahr später ins Industriegebiet nach

Bersenbrück. Da konnte der „Sheriff“

immerhin den Star Gentleman als Topact

begrüßen, doch das Ambiente war wenig

karibisch. Lagemann nutzte schließlich

Heimvorteil und Ortskenntnis und

konnte die Reggae Jam ab 2001 im

Klostergarten mit seinem alten Baum -

bestand etablieren.

In dieser kongenialen Verbindung von

Location und Musik mauserte sich

das Open Air in Bersenbrück zu einer

Reggae Jam in Bersenbrück –

eine einzigartige Stimmung

der bekanntesten Reggae-Festivals in

Europa mit rund 30 Live-Auftritten vor

15 000 Besuchern. Und die Menschen

in Bersenbrück sind stolz auf „ihr“ ganz

spezielles Festival und sorgen so für eine

familiäre Atmosphäre, die ein wichtiger

Teil des Erfolges ist und für viele Fans

ein Grund, alle Jahre wieder in den Nordkreis

zu pilgern. Neben den Bands auf

den Bühnen hat sich in den vergan -

genen Jahren die Szene der Sound -

systeme quasi ein Festival im Festival

geschaffen. Das Dub Camp mit Zelthangar,

der Riverside-Disco unter freiem

Himmel und dem Dancehall-Festzelt auf

dem Campinggelände an der Hase gilt

als größte Dub Area in Europa. Und auch

die Organisation des Festivals ist über

die Jahre mitgewachsen: Ein Kernteam

von vier bis fünf Mitarbeitern unter dem

Kommando des „Sheriffs“ ist das ganze

Jahr mit der Reggae Jam beschäftigt.

Bauzäune und Material lagern in Hochregalen,

vor dem Festival kümmern sich

25 Mitarbeiter um den Aufbau der einzelnen

Gewerke. Während der Feiertage

arbeiten rund 500 Menschen für die

Reggae Jam, davon 230 Frei willige als

Ordner und 150 Getränke verkäufer.

Ohne die langjährige Erfahrung wäre der

Fahrdienst für die Künstler zwischen den

Flughäfen auch in Holland und Belgien,

den Hotels und dem Festivalgelände

kaum zu schaffen.

Klar, dass bei diesen Aussichten die

großen Namen auf den Bühnen stehen

wie Ganjaman (der auch als Moderator

aktiv ist), Tippa Irie, Elephant Man,

Luciano oder auch Shaggy. Eines der

vielen Kinder von Reggae-Legende Bob

Marley ist eigentlich auch zuverlässig mit

dabei – bei der buntesten Party im

Osnabrücker Land. Und falls das mal

nicht klappt, kommt eben Andrew, der

Sohn von Marleys Mitstreiter Peter Tosh

aus der legendären Band „The Wailers“.


88

„Guckst Du hier?!“ – kleine, aber feine Museen

Es gibt tatsächlich Weltrekorde im Osnabrücker

Land, auch wenn man es den

bodenständigen Menschen hier im

deutschen Nordwesten auf den ersten

Blick gar nicht zutraut. So haben sich

Freunde der offenen Autos kurz nach

der Jahrtausendwende in der Heimatstadt

des Autobauers Karmann getroffen.

Und mit einigen Karmann Ghia, mit

vielen VW Käfer Cabrios (die wurden

auch alle bei Karmann hergestellt) und

anderen Frischluftfahrzeugen, die im

Auftrag etwa von Audi oder Mercedes

beim Osnabrücker Cabriospezialisten

Karmann gebaut worden waren, wurden

sie auf dem Osnabrücker Stadtwall zur

„längsten Cabrioschlange der Welt“. Die

Macher des Stadtmarketings hatten

dazu eigens eine Spur des Straßenrings

um die Innenstadt sperren lassen.

Und auch auf dem Lande gibt es Weltrekorde,

die allerdings etwas versteckt

daherkommen – so wie das Waffel-

Museum Meyer im Ostercappelner Ortsteil

Venne zwischen Bramsche und Bad

Essen. Hier werden in der größten Eishörnchenfabrik

Europas auf mehr als

50 Backanlagen über 100 Waffel- und

Gebäcksorten gebacken, was das Unternehmen

Meyer zu Venne zu einem wichtigen

Arbeitgeber macht – und dafür

sorgt, dass es am Ortseingang meist

sehr lecker duftet.

Im besten Sinne etwas an der Waffel haben die

Besucher des Museums der Firma Meyer zu Venne,

in dem eine historisch wertvolle Sammlung von

Waffeleisen aus aller Herren Länder und vielen

Jahrhunderten zu sehen ist.

Und wie war das mit dem Weltrekord?

Nun, Meyer zu Venne hat die größte

Back-Eisen-Sammlung der Welt zusammengetragen:

Die Auswahl reicht von

spanischen Backoblaten-Eisen aus dem

16. Jahrhundert bis hin zu Waffeleisen

aus dem 20. Jahrhundert aus deutscher

Produktion. Dazu beleuchtet das Museum

die Geschichte der Produktion

wohlschmeckender Waffeln zwischen


KULTUR 89

Das Igelmuseum in Bohmte mit mehr als 10 000 Exponaten

zwei heißen Backeisen, die entweder

rund, oval oder auch eckig sind. Neben

den quadratischen Brüsseler Waffeln

haben sich im Laufe der Zeit auch dicke,

flache, konische oder herzförmige Waffeln

mit Rippen oder ohne Muster in der

Produktion befunden. Da die für Waffeln

notwendigen Zutaten in der Vergangenheit

sehr teuer waren, wurden sie meist

nur zu besonderen Anlässen wie Fest -

tagen oder Brauchtumsfeiern gebacken.

Neben der weltgrößten Sammlung an

Waffeleisen unterhält Meyer zu Venne

hier noch eine eigene Sondermaschinenfabrik,

in der patentierte Techniken

hergestellt werden, wie es sie nur hier im

Osnabrücker Land gibt.

Um Technik geht es auch im Museum

der Firma AGRO, die in Bad Essen-Wittlage

Federkerne für Matratzen produziert.

Ähnlich wie Meyer zu Venne hat

auch die Familie Grothaus, Inhaber der

AGRO-Gruppe, einen engen Bezug zu

ihrem Produkt – und weil die Federkerne

normalerweise ebenso unsichtbar wie

unentbehrlich im Inneren der Matratzen

verborgen sind, hat AGRO eben ein

eigenes Federkernmuseum aufgebaut.

Dazu nutzt die Familie Grothaus einen

historischen und nach den Vorgaben des

Denkmalschutzes sanierten Fachwerkhof

im Ortsteil Barkhausen, dessen

älteste Teile aus dem Jahr 1588 stammen.

Hier hatte Firmengründer Friedrich

Grothaus 1948 mit der Herstellung der

Federkerne begonnen und hier finden

sich neben dem Museum auch Tagungsräume

sowie ein Firmengästehaus. Das

Museum zeigt Produktmuster zum

Anfassen und Ausprobieren, historische

Maschinen, die mit moderner Technik am

iPad zum Leben erweckt werden können,

und natürlich auch einen Einblick in

die aktuelle Produktion.

Ganz in der Nähe des AGRO Federkernmuseums

wartet ein weiterer musealer

Rekordhalter auf Besucher: In Bohmte –

ebenfalls im Wittlager Land – präsentiert

Bernhard Wetzig das wohl einzige Igelmuseum

Deutschlands mit mehr als


90

10 000 Exponaten. Dieses private

Museum bietet für Kinder, Familien,

Senioren, Gruppen und Schulklassen

individuelle Angebote wie das Vorlesen

von Igelgeschichten, Igelkino, das Basteln

von Motiven rund um den Igel oder

auch spannende Aktionen mit den

vorhandenen Igelspielen. In dem kleinen

Ladenlokal steht Igel neben Igel in den

Regalen, Stoffigel hängen an einem Seil

von der Decke und Poster mit dem

legendären „Mecki“ zieren die Wände.

Sammler Wetzig ist dem stacheligen

Objekt seiner Leidenschaft verfallen, seit

er zum 17. Geburtstag einen Igel

geschenkt bekam – eine gusseiserne

Figur, in der wie bei einer russischen

Matroschka-Puppe immer kleiner

werdende Igel ineinander gestapelt sind.

So langsam wird der Raum knapp für

das Igelmuseum, auch wenn Bernhard

Wetzig gar nicht mehr aktiv auf die

Suche nach neuen Exponaten gehen

muss. Seine Leidenschaft hat sich in -

zwischen so weit herumgesprochen,

dass ihm Freunde, Bekannte und Verwandte

immer wieder neue Igel in allen

denkbaren Variationen mitbringen.

Deutlich offizieller geht es im „Museum

im Kloster“ in Bersenbrück zu, denn hier

stehen mit dem Landkreis Osnabrück

und dem Kreisheimatbund Bersenbrück

zwei durchaus anspruchsvolle Gestalter

hinter diesem kreiseigenen Museum.

Inhaltlich dreht sich alles in erster Linie

um die Region und besonders um den

Altkreis Bersenbrück. Als seine Kern -

Das „Museum im Kloster“ in Bersenbrück

aufgabe versteht das „Museum im

Kloster“ das Sammeln, Bewahren,

Forschen, Ausstellen und Vermitteln der

heimat bezogenen Exponate mit ihrem

regio nalhistorisch-kulturgeschichtlichen

Schwerpunkt. Neben der Daueraus -

stellung – die auf schon lange im Besitz

des Hauses befindliche Exponate der

bäuerlich geprägten Heimatgeschichte

zurückgreifen kann – nimmt das

„Museum im Kloster“ in Sonderaus -

stellungen auch aktuelle Themen auf.

So versucht es immer wieder neue

Be suchergruppen anzusprechen: zum

Beispiel mit „25 Jahre Reggae Jam

Festival – Out of Many, One People“.


KULTUR 91

Waves, Prayer in C, Sugar –

das Phänomen Robin Schulz

Ein weltbekannter Sympathieträger

„Made in Osnabrück“? Das war jahr -

zehntelang nur der Karmann Ghia auf

der Plattform des VW Käfer. In diesem

legendären sportlichen Zweisitzer des

Autobauers Karmann ist neulich noch

Brad Pitt als bester Nebendarsteller zum

Oscar in „Once upon a time … in Hollywood“

gefahren. Doch seit 2013 hat

sich ein gebürtiger Osnabrücker aufgeschwungen,

die Farben seiner Heimat

weltweit musikalisch zu vertreten: DJ

Robin Schulz, Jahrgang 1987. Seine Hits

stürmen regelmäßig an die Spitze der

Charts in aller Tänzer Länder, der Mann

mit der notorischen Sonnenbrille und der

umgedrehten Basecap spielt alle großen

Festivals und ist Dauergast in den Partytempeln

unter anderem auf Ibiza.

Seine alten Osnabrücker Kumpels wundert

dieser Erfolg nicht. Denn schon der

Vater von Schulz war ein renommierter

DJ und Klein-Robin ist quasi mit elek -

tronischer Musik groß geworden – hat

sich mit 15 Jahren seinen ersten

Platten spieler gekauft. Nun gibt es viele

DJs, die in ihrer Heimat auflegen und

vom ganz großen Durchbruch träumen.

Genau wie bei den Profifußballern

schafft es aber auch bei den DJs nur der

legendäre „Eine aus einer Million“. Das

gelang Robin Schulz eben 2013 mit

seinem Remix von „Waves“, dem niederländischen

Top Ten Hit von Mr. Probz.

In der Version des Osnabrückers

schwappten die „Waves“ in fast allen

europäischen Charts ganz nach oben

und Schulz legte mit einem Remix des

französischen Folkpopduos Lilly Wood &

the Prick nach – seine Interpretation von

„Prayer in C“ wurde der offizielle Sommerhit

2014. Noch im gleichen Jahr

brachte Robin Schulz seine erste Eigenkomposition

auf den Markt und sofort in

die Charts – sein Song „Sun goes down“

entstand mit der britischen Sängerin

Jasmine Thompson. Auch sein zweites

Studioalbum „Sugar“ mit der gleichnamigen

Single, gesungen vom kanadischen

Singer-Songwriter Francesco Yates, ging

durch die Decke und platzierte sich auch

in den USA.

Seit diesem Aufstieg in die Champions

League der Aufleger hat der Osna -

brücker zuverlässig einen Hit auf den

nächsten gestapelt, etwa „Shed a Light“

mit dem französischen Kollegen David

Guetta oder auch „OK“ mit James Blunt.

DJ Robin Schulz ist Dauergast bei den

größten Festivals wie dem Lollapalooza,

dem Londoner iTunesFestival, dem Ultra

Music Festival in Miami oder auch dem

Tomorrowland in Belgien und Brasilien,

Robin Schulz beim Eintrag in das

Goldene Buch der Stadt Osnabrück

fliegt im Privatjet vom Flughafen Münster/

Osnabrück zu seinen weltweiten Auf -

tritten und zu Sessions im Pacha auf

Ibizia – und ist dennoch weiterhin sehr

verwurzelt in seiner Heimatstadt, wo er

ungestört in seinem Haus am Stadtrand

lebt. Zu seinen liebsten Hobbys zählt hier

das Grillen. Er lässt seine Millionen

Follower in den sozialen Netzwerken

regelmäßig teilhaben an der fast schon

professionellen heimischen Fleisch -

verarbeitung über dem Feuer. Natürlich

geht Robin Schulz auch weiter zu seinem

Lieblingsfriseur in der Osnabrücker

Innenstadt und sogar im Rathaus, in dem

sich der DJ bereits ins Goldene Buch

eingetragen hat, profitieren sie vom

Glanz des Stars, der ihnen einen

typischen Robin-Schulz-Track für die

Warteschleife der Telefonanlage spendiert

hat.


92

„Wir sind immer da“ –

Fußball beim VfL Osnabrück

Einige der wichtigsten Botschafter für

das Osnabrücker Land tragen eine

lila-weiße Dienstkleidung und kurze

Hosen bei der Arbeit: die Profis des

Fußball-Zweitligisten VfL Osnabrück.

Die Geschichte des Vereins ist lang und

erfolgreich, in der ewigen Tabelle der

Zweiten Bundesliga steht der VfL auf

dem zehnten Rang und ist damit der Verein,

der mit 23 Spielzeiten die meisten

Saisons in der Zweiten Bundesliga gespielt

hat, ohne je erstklassig gekickt zu

haben.

Nach acht Jahren in der dritten Liga gelang

in der Saison 2018/2019 der erneute

Aufstieg in die Zweite Bundesliga,

der im Stadion an der Bremer Brücke

enthu siastisch gefeiert wurde. Diese vereinseigene

Spielstätte ist ein wichtiger

Teil der Identität und ein Erfolgsfaktor für

die Lila-Weißen, denn es liegt seit der

Er öffnung 1931 mitten im Wohngebiet

Schinkel und hat als reines Fußball -

stadion ohne Laufbahn oder Sprunggrube

einen engen und damit fast

englischen Charakter. Aktuell finden

16 100 Zuschauer Platz an ihrer

„Brücke“, die besonders bei Flutlicht ein

auch von Erstligisten mindestens

respektierter Hexenkessel ist, in dem in

Pokalspielen schon der eine oder andere

Verein aus Liga 1 auf der Strecke ge -

blieben ist. Zu den vielen bekannten

Profis, die in Lila-Weiß aufgelaufen sind,

gehören der „weiße Brasilianer“ Ansgar

Brinkmann sowie der nach seiner Zeit

beim VfL für Borussia Dortmund und

RB Leipzig aktive Kevin Kampl oder

auch der frühere Nationalspieler Patrick

Owomoyela.

Für die so gefürchtete wie geliebte Stimmung

an der Bremer Brücke, übrigens

benannt nach der benachbarten Eisenbahnbrücke,

sorgen die Gesänge der

Fans. Mit „Wir sind alle ein Stück VfL

Osnabrück“ hat der Verein eine eigene

Hymne, die von den Fans mit empor -

gerecktem Schal vor jedem Heimspiel

gesungen wird. Und der traditionelle

Gesang „Wir sind die Osnabrücker, wir

sind immer da“ hat es sogar in einer

Saison schon mal bis auf die Trikots der

Profis geschafft.

Besonders bei Niederlagen vermeint -

licher Favoriten, die drei Punkte an der

Bremer Brücke lassen müssen, wird

immer gern und durchaus ironisch

„Gegen Osna kann man mal verlieren“

intoniert. War sonst noch was? Ach ja:

Die Stadionwurst ist schon erstklassig

und die besten Fans der Brücke stehen

im Zuschauerblock „Affenfelsen“, der

auch ganz offiziell so heißt.


SPORT 93

Die Hymne spricht aus dem Herzen:

„Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück.“


94

Weltklassesport und die Welt zu Gast –

Horses & Dreams in Hagen a. T. W.

Das Pferdesport-Top-Event „Horses & Dreams“ –

ein Original, das unerreicht bleibt.

Eigentlich würde eine der sportlich

wichtigsten und beliebtesten Reitsportveranstaltungen

auch ohne die Pferde

funktionieren, heißt es oft von den mehr

als 70 000 Besuchern, die jedes Jahr

zum Top-Event „Horses & Dreams“ auf

den Hof Kasselmann in Hagen a.T.W.

strömen. Denn hier sind zwar die besten

Reiter der Welt mit ihren besten Pferden

im Springen und in der Dressur am Start

und eröffnen mit dieser Veranstaltung

die Freiluftsaison – ist das Championat

doch in der Regel das erste international

ausgeschriebene Turnier der grünen

Saison in Deutschland. Doch Ullrich

Kasselmann und Paul Schockemöhle,

die Erfinder des Formats, hatten vor


SPORT 95

Horses and Dreams

Entertainment GmbH

Hagen a.T.W. ist bereits seit dem 12. Jahrhundert die Heimat

der Familie Kasselmann. Heute ist der Hof Kasselmann ein

weltweit anerkanntes und angesehenes Kompetenzzentrum

für den Reitsport. Vor allem die Ausbildung und der Verkauf

von Dressurpferden sind die Leidenschaft der Familie. Viele

weltberühmte Pferde haben hier ihre Ausbildung begonnen.

Aushänge schild sind auch die Veranstaltungen: Das inter -

nationale 4-Sterne CDI/CSI Turnier Horses & Dreams mit der

ersten Etappe der BEMER Riders Tour, ist eine hochkarätige

Veranstaltung, die jedes Jahr im April rund 70 000 Besucher

auf den Hof am Borgberg lockt. Ein besonderer Höhepunkt

sind die jährlich wechselnden Gastländer, die dem Event

immer ein neues Gesicht verleihen.

Information

Unter dem Motto „Horses & Dreams meets…“ werden Kultur, Tradition

und kulinarische Genüsse eines jeweiligen Gastlandes im gesamtem

Veranstaltungsprogramm mit einbezogen.

Besucher: rund 70 000; Aussteller: 150; Teilnehmer: rund 700 aus über 35 Nationen; Journalisten: über 150

Leistungsspektrum: Ausstellung, Show & Entertainment, Eröffnungsfeier, Kids & Dreams, Spendenaktion u. v. m.

Am Borgberg 3, 49170 Hagen a.T.W., Fon: 05401 896238, Fax: 05401 364543

www.horses-and-dreams.de, hd@psi-sporthorses.de

mehr als 15 Jahren die geniale Idee, ein

klassisches Reitturnier um ein anspruchsvolles

Unterhaltungsprogramm

und eine Messe für edle Lifestyleprodukte

zu erweitern – ein Konzept, das

vielfach kopiert worden ist.

Das Original bleibt aber unerreicht, da

sich „Horses & Dreams“ in jedem Jahr

inhaltlich und kulturell mit einem Gastland

trifft und dessen gastronomische

und kulturelle Highlights präsentiert.

Aber natürlich würde es nicht wirklich

ohne die Pferde gehen, denn es gibt

kaum Gelegenheiten in Deutschland, an

denen man derart geballte Weltklasse

aus der Nähe bestaunen kann. Und wer

sich nicht ganz so gut auskennt mit den

edlen Vierbeinern auf Sprung- oder

Dressurplatz, der findet wohl auch kaum

mehr Experten an einer Stelle versammelt

als hier, die sich über Fragen freuen

und gern Auskunft geben über ihren

faszinierenden Sport.

Für sich selbst spricht in jedem Jahr das

Rahmenprogramm, zu dem Macher

Ullrich Kasselmann und sein Team die

Stars des jeweiligen Partnerlandes ins

Osnabrücker Land holen. So standen

schon die „Beach Boys“ auf der Bühne

und bei „Horses & Dreams meets Austria“

konnte Andreas Gabalier für einen

Auftritt gewonnen werden.

Die ganze Bandbreite wird ebenfalls

deutlich beim Blick auf Auftritte des

Chinesischen Nationalzirkusses oder

auch der Spanischen Hofreitschule. So

viel geballte Exzellenz in Sachen Reitsport

und Show zieht neben einem

großen Medienaufgebot auch zuverlässig

prominente Gesichter (wie etwa

Ursula von der Leyen) an, die sich hier

unter die Besucher mischen und die

dann auch gern mitbieten, wenn jedes

Jahr das lebensgroße „Rote Pferd“ für

einen guten Zweck versteigert wird. Die

bekannten Größen aus Fernsehen, Wirtschaft,

Sport und Gesellschaft lassen

sich dabei nicht lumpen und spielen beachtliche

Summen ein.


96

Tempo und Tradition –

Bergrennen in Hilter

Bergrennen in Norddeutschland? Wie

soll das denn gehen? Das geht gar nicht,

sondern das fährt – und zwar ab auf die

Ausläufer des Teutoburger Waldes im

Landkreis Osnabrück, genauer gesagt

auf den Uphöfener Berg in Borgloh,

einem Ortsteil von Hilter a.T.W. im süd -

lichen Landkreis. Seit mehr als einem

halben Jahrhundert düsen die Renn -

fahrer hier beim nördlichsten Bergrennen

Deutschlands gut zwei Kilometer

bergauf mit einer Steigung von 3,6 bis

3,7 Prozent und fahren dabei um Punkte

in der Deutschen Bergmeisterschaft für

Renn- und Tourenwagen, im DMSB-

Bergpokal für Renn- und Tourenwagen

und in weiteren Wertungen auch für die

Meisterschaften des ADAC.

Angefangen hat alles 1968 mit 144

Piloten und 7000 Zuschauern und

schnell wuchs die Veranstaltung, was

sich auch in der Teilnahme von Formel-

3-Fahrzeugen ab 1971 und Formel-2-

Boliden ab 1980 widerspiegelte. Nach

einem tödlichen Unfall in den Anfangsjahren

wuchsen auch die Sicherheits -

vorkehrungen analog zum Tempo der

Rennwagen – etwa mit doppelten Leitplanken.

Seinen Charme bezieht das

Bergrennen vor allem aus der Nähe

zwischen Fahrern und Zuschauern. Denn

wo kommt man schon mal so nah ran –

zu Benzingesprächen – an bekannte

Rennfahrer wie Roland Asch oder Timo

Glock?

Den Streckenrekord hält aktuell der

Franzose Sébastien Petit, der die Piste

mit seinem Norma M20FC in 50,145

Sekunden gemeistert hat – doch ist ein

Rekord beim Bergrennen selten lang -

lebig und hält oft nur bis zum nächsten

Jahr.

Ihren festen Platz im Uphöfener Berg

erobert haben die Rennautos mit Elektroantrieb,

die seit Jahren in einem eigenen

Klassement ihre schnellsten Piloten

ermitteln. Und wenn im Rest des Jahres

keine professionellen Rennen in Borgloh

gefahren werden, dann ist die Strecke

eine beliebte Ausflugstour für Cabrios,

Oldtimer und Motorräder – wobei im

Interesse der Anwohner sehr darum

gebeten wird, unnötigen Lärm durch

hohe Drehzahlen zu vermeiden. Das soll

lieber den Rennfahrern vorbehalten

bleiben.

Das Internationale Osnabrücker Bergrennen

„Cars & Fun“ in Hilter-Borgloh


SPORT 97


98

Bildnachweis

Uwe Lewandowski, Osnabrück: Einbandvorder- und rückseite,

S. 2 o., 3, 7–10, 13, 15, 17, 19, 20, 22–26, 29–32, 34–39, 54,

57, 59–64, 68, 70, 71, 78, 80–90, 92–94, 96/97

S. 2 u.: Friso Gentsch, Bielefeld

S. 6: Landkreis Osnabrück

S. 11: Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land mbH,

Osnabrück

Klaus Herzmann, Koblenz

S. 12: Sparkasse Osnabrück

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S. 14: Gemeinde Bad Rothenfelde

Sabine Leclercq-Fröbel

S. 16: Fuchs GmbH & Co. KG, Dissen

Fuchs Gruppe

S. 18: J. Rümker GmbH & Co. KG, Georgsmarienhütte

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S. 21: Clausmeyer GmbH & Co. KG, Bissendorf

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S. 27: Artland Golfclub e. V. (Fördergesellschaft Giersfeld mbH),

Ankum

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S. 33: Alfsee GmbH Ferien- und Erlebnispark, Rieste

Danny Rothe

S. 41: AGRO Holding GmbH, Bad Essen

l.: Aileen Rogge, Osnabrück; r.: Archiv

S. 42: innogy Westenergie, Osnabrück

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S. 43: Westnetz GmbH, Osnabrück

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S. 44: The Family Butchers Nortrup GmbH & Co. KG, Nortrup

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S. 45: AVO-Werke August Beisse GmbH, Belm

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S. 46: MBN Bau Aktiengesellschaft, Georgsmarienhütte

Joachim Grothus, Herford

S. 47: BAUKING Weser Ems GmbH, Bad Essen

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S. 48 o.: Hettich Do-It-Yourself GmbH & Co. KG, Melle

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S. 48 u.: MWA aktuell Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG,

Ankum

HTH Studio für Fotografie, Herford

S. 49: Thomas Philipps GmbH & Co. KG, Bissendorf

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S. 50: Dahmen Rohrleitungsbau GmbH & Co. KG, Quakenbrück

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S. 51 o.: HILGO Kunststoff-Elementebau GmbH, Bad Laer

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REGISTER 99

S. 51 u.: MEV Elektronik Service GmbH, Hilter

Andreas Gayer, Gayer Fotografie, Melle

S. 52 o.: Hermann Lüdecke GmbH & Co. KG, Kettenkamp

Katja Hesse, Kettenkamp

S. 52 u.: Göckemeyer Metallbau GmbH, Ostercappeln

Annika Göckemeyer, Ostercappeln-Venne

S. 53 o.: Indulor Chemie GmbH, Ankum

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S. 53 u.: Flex-Punkt Druckformen GmbH, Melle

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S. 55: NordWestBahn GmbH, Osnabrück

l.: Detlef Heese, Osnabrück; r.: Steffen Högemann, Bissendorf

S. 56 o.: VLO Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück GmbH,

Bohmte

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S. 56 u.: Hülsmann Reisen GmbH, Voltlage

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S. 58: BIQ Business- und Innovationspark Quakenbrück GmbH,

ICO InnovationsCentrum Osnabrück GmbH, Seedhouse

Dirk Egelkamp, Ibbenbühren

S. 65: St. Anna-Stift, Hagen a.T.W.

Christa Henke

S. 66: Caritasverband für die Diözese Osnabrück e. V., Osnabrück

Tobias Schwertmann, Osnabrück

S. 67: Niels-Stensen-Kliniken GmbH, Georgsmarienhütte

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S. 69: Klinikum Osnabrück

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S. 73: Jörg Sarbach, Bremen

S. 74, 75: DIL Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e. V.,

Quakenbrück

S. 74 o. l. und r.: Remigius Konietzny, Diepholz,

o. Mitte: Jörg Sarbach, Bremen; u.: Thomas Mohn, Münster

S. 75 o.: Jörg Sarbach, Bremen; u.: Joachim Gies, Köln

S. 76: Florian Danner, Havixbeck

S. 77: Berufsakademie Melle e. V., Melle

Maren Reinker, Melle

S. 79: Horse Competence Center Germany GmbH (HCCG),

Georgsmarienhütte

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S. 91: Jens Lintel, Osnabrück

S. 95: Horses and Dreams GmbH, Hagen a.T.W.

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S. 100: Landkreis Osnabrück


100 KARTE

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