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WOLL Magazin 2021.3 Herbst I Warstein, Möhnesee, Rüthen

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<strong>Herbst</strong> 2021<br />

15<br />

10 Jahre<br />

Worte, Orte, Land und Leute.<br />

Ausgabe für<br />

<strong>Warstein</strong>,<br />

<strong>Möhnesee</strong> und<br />

<strong>Rüthen</strong><br />

Sauerland<br />

Annas kleine Farm<br />

<strong>Rüthen</strong>s alte Rathaustreppe<br />

Vom <strong>Möhnesee</strong> in die Trockensavanne: ArcheMed<br />

Handelsweg bei <strong>Warstein</strong>: der alte Plackweg<br />

Sauerland Digital:<br />

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Öffnungszeiten<br />

Montag-Freitag · 9 Uhr – 18 Uhr<br />

Samstag · 10 Uhr – 13 Uhr


Liebe Leserinnen und Leser,<br />

die Gratulation kommt aus vollem Herzen und voller Freude: <strong>WOLL</strong> feiert<br />

10-jähriges Jubiläum. Im Oktober 2011 brachte Hermann-J. Hoffe die erste Ausgabe<br />

für Schmallenberg, Eslohe und Umgebung heraus. Aus vier Buchstaben eine<br />

starke Marke zu entwickeln und sie mit Leben zu erfüllen, ist eine überragende<br />

Leistung des <strong>WOLL</strong>-Gründers. Worte, Orte, Land und Leute: Inzwischen sind<br />

fünf weitere regionale Ausgaben auf dem Markt wie diese für <strong>Warstein</strong>, <strong>Möhnesee</strong><br />

und <strong>Rüthen</strong>.<br />

Wohnen im Sauerland: So lautet unser Schwerpunktthema in dieser Ausgabe.<br />

Prof. Sabine Keggenhoff, „mit Kopf und Herz hier verortet“, geht es vor allem<br />

um das Bewahren eines baukulturellen Erbes. Sie weiß, dass das Sauerland eine<br />

Lebensqualität bietet, wie es sie den Ballungsräumen so nicht gibt. Unsere Redakteurin<br />

Monika Loerchner hatte das Privileg, einen Blick in die „Zellen“ der<br />

Mescheder Benediktinerabtei zu werfen. Die Mönche fühlen sich hier nicht wie<br />

im Gefängnis, sondern schätzen die Zellen als Rückzugsorte, wie die ursprüngliche<br />

Bedeutung der Zelle auch lautet.<br />

Paul Senske<br />

Chefredakteur<br />

Auf unserer Tour haben wir den Internisten Dr. Peter Schwidtal aus Körbecke<br />

getroffen, der sich seit langem für Menschen in Afrika engagiert. 2010 hat er den<br />

Verein „ArcheMed – Ärzte für Kinder in Not“ gegründet. Für Tiere setzt sich<br />

Anna-Maria Aust ein. Sie hat in Kallenhardt ein Paradies für seltene Hühnerrassen<br />

geschaffen. Außerdem erfahren Sie, was das <strong>Warstein</strong>er „Legoland“ mit<br />

Bauklötzen zu tun hat.<br />

Viel Freude bei der Lektüre der <strong>WOLL</strong>-<strong>Herbst</strong>ausgabe!<br />

Paul Senske<br />

Kontakt:<br />

www.woll-magazin.de<br />

redaktion-wmr@woll-magazin.de<br />

facebook.com/<strong>WOLL</strong><strong>Warstein</strong><br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 3


<strong>Warstein</strong><br />

09 Das CreaKtiv-Center<br />

16 In <strong>Warstein</strong> tut sich was<br />

40 <strong>Warstein</strong>, Rossengasse 5<br />

52 Volkert Bahrenberg von<br />

der Band „Gospel Spontan“<br />

54 Das Legoland<br />

58 Die Möhnetalborussen<br />

74 Der alte Plackweg<br />

109 Schriftstellerin Andrea Hundsdorfer<br />

<strong>Möhnesee</strong><br />

10 Perspektive Völlinghauser Allee<br />

12 ArcheMed hilft Kindern in Not<br />

64 Waldarbeitersiedlung Neuhaus<br />

<strong>Rüthen</strong><br />

06 Treppe des Alten Rathauses<br />

95 Annas kleine Hühnerfarm<br />

Schwerpunkt “So baut und<br />

wohnt das Sauerland” ab Seite 19<br />

Aus dem Sauerland<br />

05 Kleine Seite<br />

92 Schiedsrichterin Victoria Filthaut<br />

56 DROOFF Kaminöfen<br />

98 Alexa Macketing<br />

60 Nebel<br />

99 Briloner Möbelwerk<br />

62 Premium-Verteilstellen/Impressum<br />

100 Outdoor-Fitness in den Henneauen<br />

67 BMS Industriebau<br />

102 Der Neheimer Werner Mittler<br />

69 Von Sauerländer Hampelmännern<br />

105 IHK-Podcast ORIENTIERBAR<br />

70 Die „Olsberger Hütte“<br />

106 Erben gesucht!<br />

73 Kuhgeflüster im <strong>Herbst</strong><br />

108 Leckere Kürbissuppe<br />

76 Die jungen Glöckner von Bredelar<br />

112 DJ Maroox aus Madfeld<br />

79 Huckepack Apfel<br />

114 Gute Geschichten aus Südwestfalen<br />

80 Kloster Oelinghausen<br />

116 Der Mensch dahinter: Hermann Hoffe<br />

83 Egger Holzwerkstoffe<br />

119 48 <strong>WOLL</strong>-Köpfe<br />

84 Schaukeln macht glücklich<br />

122 E-Auto im Sauerland laden?<br />

86 Bigger Werkstatt<br />

124 <strong>WOLL</strong>-ABO<br />

88 Sauerland-Comic<br />

125 Pastor Drees aus Brilon<br />

89 Gedicht<br />

128 Notärztin Dr. Anna Bödefeld-Hötger<br />

90 Heckmann Bau<br />

4 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Das Christentum hatte in<br />

Irland gerade erst Einzug gehalten,<br />

als der Ire Jack Oldfield<br />

das Zeitliche segnete.<br />

Im Himmel, so erzählt man es sich, wollte man den Ungetauften nicht einlassen.<br />

Der Höllenfürst wies ihn ebenfalls ab. Draußen war es kalt und dunkel<br />

und selbst der Teufel bekam Mitleid mit der armen Seele. Darum gab er<br />

ihm ein Stück Höllenglut. Um das Stück tragen zu können, steckte Jack es in<br />

eine ausgehöhlte Rübe. Damit der Untote „Jack O’Lantern“ nicht an die Tür<br />

der Le benden klopfte und um Eintritt bat, stellen die Menschen seitdem zu<br />

Halloween beleuchtete Rüben oder Kürbisse vor Haustür und Fenster.<br />

Sternenstaub und Tränen<br />

Die Legende um<br />

Jack O’Lantern<br />

Astraea, in der griechischen Mythologie<br />

die Göttin der Gerechtigkeit<br />

und der Unschuld, lebte<br />

einige Zeit unter den Menschen.<br />

Doch deren Bosheit betrübte<br />

sie, sodass sie die Erde verließ,<br />

um im Sternzeichen Jungfrau<br />

weiterzuleben. Ihr Vater Zeus<br />

bestrafte die Menschen daraufhin mit einer Flut. Darüber vergoss die<br />

mitfühlende Göttin viele Tränen. Überall, wo diese auf die Erde fielen,<br />

wurden sie zu Sternblumen, auch Astern genannt. Einer anderen Legende<br />

zufolge entstanden Astern aus Sternenstaub, den die Götter auf der<br />

Erde verteilten. Aus diesem Staub wuchsen die <strong>Herbst</strong>blumen, deren<br />

Aussehen noch heute an ihre himmlische Herkunft erinnert.<br />

Mit Argusaugen<br />

und Licht in den<br />

Luftkammern<br />

„Ich bin der Schönste“ signalisiert der<br />

Blaue Pfau, wenn er sein Rad schlägt.<br />

Und diese Botschaft des ursprünglich<br />

aus Indien und Sri Lanka stammenden<br />

Hühnervogels kommt an.<br />

Vielen Völkern gilt er als Symbol für<br />

Schönheit und Reichtum, manchmal<br />

aber auch für Stolz und Arroganz.<br />

Um Fressfeinde abzuschrecken,<br />

richtet der Pfau seine bis zu 1,5 m<br />

lange Schleppe auf. Wenn das nicht<br />

reicht, bringt er den Federschmuck<br />

durch Muskelvibration zum Zittern,<br />

sodass ein Rascheln ertönt. Die Federaugen<br />

wirken dabei fast starr, weil die<br />

Federn in diesem Bereich wesentlich<br />

steifer sind.<br />

Es sind übrigens keine Farbpigmente,<br />

die die Leuchtkraft seines Gefieders<br />

ausmachen, sondere eine dünne<br />

Schicht von Interferenzfarbe, weißes<br />

Licht, das durch optische Reflexion<br />

farbig erscheint und das in den<br />

winzigen Luftkammern der Federn<br />

eingeschlossen ist. Ohne diese Luftkammern<br />

würde sein Federkleid dunkelgrau<br />

erscheinen.<br />

Hurkefeuer: Kartoffeln in der Glut<br />

Zu kaum einer anderen Jahreszeit schmecken Kartoffeln besser als im <strong>Herbst</strong>.<br />

Vor allem dann, wenn sie in heißer Glut gegart wurden. Ganz traditionell wie<br />

früher zur Erntezeit, wenn nach dem Kartoffellesen die restlichen Strünke und<br />

das Kartoffelkraut zusammengetragen und mit Buchenscheiten für das Feuer<br />

aufgeschichtet wurden. Um das Feuer herum hockten („hurkten“) früher<br />

dann die größeren Kinder, um die Glut zu bewachen. Man aß die Kartoffeln<br />

damals meist mit der<br />

dunklen Schale. Natürlich<br />

schmeckt auch feiner<br />

Lachs dazu – aber für den<br />

echten Geschmack reichen<br />

Salz und Butter völlig aus.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 5


Die Treppe des alten Rathauses in <strong>Rüthen</strong><br />

Helmut Gaida sabrinity<br />

Einzigartig, beeindruckend – und zwei Mal kurz vorm Abriss<br />

Das barocke Alte Rathaus in der Hachtorstraße in<br />

<strong>Rüthen</strong> ist ein echter Hingucker. Besonders die<br />

mächtige, doppelläufige Rundbogentreppe aus<br />

<strong>Rüthen</strong>er Sandstein lenkt alle Blicke auf sich. Auf unzähligen<br />

Hochzeitsfotos ist das wuchtige Monument zu sehen,<br />

denn im Inneren des Hauses finden regelmäßig Trauungen<br />

statt. Dass die Treppe aber heute noch steht, ist keine Selbstverständlichkeit.<br />

Vermutlich stammt der Baumeister des alten Rathauses, Michael<br />

Spanner (ca. 1690-1742), aus Tirol. Über Umwege kam<br />

er nach Westfalen, arbeitete neun Jahre als Geselle bei Nikolaus<br />

Wurmstich in Lippstadt und wurde vermutlich dessen Nachfolger.<br />

Als ab Mitte des 17. Jahrhunderts immer mehr Maurer<br />

und Steinhauer aus dem Süden Deutschlands mit der nördlichen<br />

Ausbreitung des Barockstils im Bauwesen auch nach<br />

Westfalen kamen, fanden viele von ihnen in der dadurch stark<br />

zunehmenden Nutzung und Verarbeitung des örtlichen Sandsteins<br />

einen dauerhaften Broterwerb.<br />

regelrechten Bauzentrum für das damalige Herzogtum Westfalen.<br />

Bauhandwerker - primär Steinmetze und Bildhauer - aus<br />

vielen Teilen Deutschlands und sogar dem benachbarten Ausland<br />

zog es in die Bergstadt. Die Spuren dieser zumeist auch<br />

künstlerisch ambitionierten Handwerker finden sich noch<br />

heute in vielen Elemente am <strong>Rüthen</strong>er Barock-Rathaus von<br />

1730: das (sprechende) städtische Wappen mit schwarzem kurkölnischem<br />

Kreuz und den 4 Rauten (mndt. = Ruden) über<br />

dem Hauptportal, mit einem Engelkopf, der den Schlussstein<br />

des Türbogens bildet. Der Heilige Nikolaus, Schutzpatron der<br />

Stadt, in einer Giebelnische an der Nordseite. Die fast lebensgroße<br />

Darstellung der<br />

römischen Göttin Justitia aber dominiert über dem Sprenggiebel<br />

des Mittelrisalits die Frontseite. Diese in allegorischer Form<br />

ausgeführte Skulptur hat ihren Platz dort, weil das Rathaus<br />

früher nicht nur als Versammlungsort des Rates und Verwaltungssitz<br />

des Magistrates, sondern bis 1810 auch als Schauplatz<br />

<strong>Rüthen</strong>, das Bauzentrum<br />

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entwickelt sich deshalb<br />

besonders <strong>Rüthen</strong> allmählich zu einem


der städtischen Rechtsprechung diente. Danach wurde es Gerichtslokal landesherrlicher<br />

Justizbehörden (Hessen-Darmstadt, Preußen) bis 1842. Im Rathauskeller<br />

waren bis dahin auch Gefängniszellen eingerichtet.<br />

Viel beachtet, ungeliebt,<br />

Ab 1843 befand sich in einem Teil des Erdgeschosses des Alten Rathaus über einige<br />

Jahrzehnte die städtische Mädchenschule. Bei der Nutzungsplanung hatte man vor,<br />

die Freitreppe, die zu der Zeit in einem schlechten Zustand war, abzubrechen. Zum<br />

Glück wies der verantwortliche Soester Bauinspektor Buchholtz jedoch frühzeitig<br />

und deutlich daraufhin, „dass dies eine zu tadelnde Missachtung der Kunstbestrebungen<br />

der Vorfahren sein würde.“ Die Treppe war gerettet – vorerst. 1859 wurde<br />

eine Reparatur des Rathauses beschlossen – die Treppe wurde zunächst ausgespart.<br />

Entsprechende Reparaturen sollten zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen …<br />

Neun Jahre später wies der Kreisbaumeister Niedieck aus Lippstadt auf den baufälligen<br />

und daher „Menschenleben gefährdenden Zustand“ der Treppe hin. Wieder<br />

stand das Monument kurz vor dem Abriss. Die Stadtväter planten, nun eine<br />

Großtreppe im Inneren zu bauen und die historische Frontseite durch einen neuen<br />

Ostzugang zum Gebäude zu ersetzen. Dies unter Verwendung des unproportional<br />

größeren Barockportals der 1830 abgebrochenen Kapuziner-Klosterkirche, was eine<br />

radikale Fassadenänderung des Rathauses bewirkt hätte. Zum Glück gab es aber<br />

einige Sachverständige, die sich wiederum für den Erhalt der bisherigen Treppenanlage<br />

aussprachen. Nach einer Zeichnung des Kreisbaumeisters wurde sie dann<br />

restauriert. Das historische Klosterportal (1684, Ambrosius von Oelde) fand<br />

hingegen seinen dauerhaften Platz als eindrucksvolles Eingangstor zum <strong>Rüthen</strong>er<br />

Stadtfriedhof, wo es bis heute auch die große barocke Bedeutung<br />

des <strong>Rüthen</strong>er Steins verdeutlicht.<br />

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Es geht weiter<br />

Das Obergeschoss des Rathauses<br />

wurde ab 1876 als provisorische<br />

königlich.-preußische Lehrerbildungsanstalt<br />

genutzt. 1883<br />

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40 Jahre lang wurden im<br />

Rathaus Lehrer ausgebildet.<br />

wurde diese pädagogische Einrichtung in ein ordentliches Lehrerseminar<br />

umgewandelt. Dazu wurde dann bald das ganze<br />

Gebäude genutzt, auch die Mädchenschule im Erdgeschoss<br />

musste weichen. Die Stadtverwaltung bezog einen neu errichteten<br />

Zweckbau an der Hochstraße. Bis 1915 wurden im Alten<br />

Rathaus Volksschullehrer ausgebildet. Das Gebäude diente in<br />

den nachfolgenden Jahrzehnten unterschiedlichsten Zwecken,<br />

so z. B. ab 1923 der Sparkasse als Geschäftslokal. Nach dem<br />

II. Weltkrieg wurden im Obergeschoss auch Flüchtlinge bzw.<br />

Vertriebene untergebracht. 1965 bis 1973 wurde das Alte Rathaus<br />

dann grundlegend restauriert. Im Erdgeschoss hielt eine<br />

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Senioren-Tagesstätte der AWO und eine Nebenstelle des Kreisgesundheitsamtes<br />

Einzug. Mit Beginn des neuen Jahrtausends<br />

wurde ein stilgerechter Traubereich im barocken Ambiente<br />

eingerichtet. Neben zahlreichen Kulturveranstaltungen wird<br />

der imponierende historische Ratssaal im Obergeschoss des Gebäudes<br />

auch von den beiden <strong>Rüthen</strong>er Schützengesellschaften<br />

im Rahmen ihres jährlichen Hochfestes für repräsentative Zwecke<br />

genutzt. Dazu bemerkte Joseph Preising in seinem Buch<br />

„<strong>Rüthen</strong> in geschichtlichen Einzelbildern“ von 1924 treffend:<br />

„Sicher mahnte die hohe Treppe (schon) manchen zur Vorsicht<br />

im Genusse von Alkohol“. An die ursprüngliche Nutzung des<br />

Gebäudes durch städtische Gremien wird heute noch mit einigen<br />

dortigen Ausschusssitzungen angeknüpft, während sich<br />

der Verwaltungssitz seit 1967 in dem im postmodernen Stil an<br />

der Hochstraße errichteten aktuellen Rathaus befindet. An jedem<br />

6. Dezember (= Nikolaustag) – auch wenn der auf einen<br />

Sonntag fällt – wird in Erinnerung an seine einstige Funktion<br />

im historischen Ratssaal des Alten Rathauses seit 1956 eine traditionelle<br />

Sitzung des <strong>Rüthen</strong>er Stadtrates abgehalten.<br />

Übers Jahr verteilt geht es aber insbesondere für die vielen<br />

dort frisch getrauten Paare mit ihren ersten Schritten über die<br />

wunderschöne, originalgetreu erhalten gebliebene Rundbogentreppe<br />

mit ihrer wechselvollen Geschichte in ein - hoffentlich<br />

- glückliches Eheleben. ■<br />

Quellen: Stadtarchiv <strong>Rüthen</strong>, LWL.org, DeWiki, Uni Münster und Hanse.org.<br />

Baumeister Michael Spanner war u. a. an folgenden<br />

Barockbauten maßgeblich beteiligt: Rathaus <strong>Rüthen</strong>,<br />

Gogerichtsgebäude Erwitte, Benediktinerklöster<br />

Grafschaft u. Liesborn, Rentei der Deutschordenskommende<br />

Mülheim. Nach einem Brand baute er<br />

zudem auch den Landsberger Hof in Arnsberg im Barockstil<br />

wieder auf.<br />

8 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Mitten im Herzen von <strong>Warstein</strong><br />

Geballte Medien-Power im Kreativ-Verbund<br />

Nadeschda Dieser, Hubertus Strugholz<br />

R<br />

ainer Grundhoff, der Geschäftsführer des<br />

Druckservice Hellweg-Sauerland (DHS), bezog<br />

am 1. August sein neues Büro mitten im Herzen<br />

von <strong>Warstein</strong>, im CreaKtiv-Center. Das hochmoderne<br />

Gebäude im Rüllweg 4 zieht schon von außen alle Blicke<br />

auf sich. Von innen füllt es sich zusehends mit Kreativität<br />

und Aktivität. Seit 2020 befinden sich im CreaKtiv-<br />

Center der Ingenieurdienstleister Kombiplan mit rund<br />

30 Mitarbeitern. Ebenfalls am Standort ansässig ist die<br />

Architektin Cornelia Prien-Tepas.<br />

Die neuen Büros im CreAktiv-Center sind mit modernen<br />

Seminar- und Besprechungsräumen ausgestattet.<br />

Mitarbeiter- und Kundenparkplätze (künftig<br />

mit E-Infrastruktur) sowie ein gemeinsamer Empfangsbereich<br />

sind vorhanden. Drei Büroräume sind zurzeit noch<br />

für die Bereiche Textildruck, Werbetechnik und Werbung<br />

zu vermieten. Nehmen Sie mit Herrn Grundhoff gern Kontakt<br />

auf.<br />

Ein Besuch lohnt sich - natürlich nach den geltenden<br />

Corona-Regeln. ■<br />

Seinen Kunden bietet Grundhoff ausführliche Printberatung<br />

an, Marketing und auch Kostenanalysen. Alle Druckerzeugnisse,<br />

ob Großauflagen, Kleinserien und sogar Einzeldrucke,<br />

werden „in gleichbleibend hoher Qualität und das<br />

zu fairen Preisen gefertigt“, wie Grundhoff zusichert.<br />

Untermieter im CreaKtiv Center werden<br />

Im <strong>Warstein</strong>er CreAktiv-Center gibt es immer<br />

reichlich Exemplare der aktuellen <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong>e<br />

zum Mitnehmen. Darüber freuen sich auch<br />

Christoph Koch von Kombiplan, Rainer Grundhoff<br />

vom Druckservice Hellweg-Sauerland und Dirk<br />

Bannenberg vom <strong>WOLL</strong> <strong>Magazin</strong> (vLnR).<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 9


Perspektive<br />

Die Völlinghauser Allee<br />

In zehn Abschnitte ist die Deutsche Alleenstraße unterteilt. Einer davon,<br />

der Abschnitt 9, führt von Dortmund nach Höxter, vorbei am <strong>Möhnesee</strong>.<br />

Matthias Koprek<br />

10 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 11


Vom <strong>Möhnesee</strong> in<br />

die Trockensavanne<br />

„Wissen ist<br />

der größte<br />

Schatz!“<br />

Monika Loerchner<br />

Georg Giannakis & Privat<br />

Peter Schwidtal mit Little Elsa bei<br />

einem seiner Besuche in Eritrea<br />

Albert Schweitzer inspirierte den Soester Internisten Dr. Peter Schwidtal dazu, selbst Arzt zu werden und sich<br />

für Menschen in Afrika einzusetzen. Nach über 15 Jahre Engagement in der Hilfsorganisation „Hammer Forum“<br />

gründete Peter Schwidtal in Körbecke mit Freunden „ArcheMed – Ärzte für Kinder in Not“. Mittlerweile<br />

zählt der Verein über 1.000 Mitglieder. Wir trafen den Mediziner zum Interview.<br />

<strong>WOLL</strong>: Herr Schwidtal, Sie führen vom <strong>Möhnesee</strong> aus<br />

eine NGO (Anmerkung: eine Nicht-Regierungsorganisation),<br />

die europaweit Kinderhilfsaktionen in Eritrea organisiert.<br />

Wie funktioniert das?<br />

Peter Schwidtal: Als Internist kann ich nicht operieren, aber<br />

ich organisiere gern. Die einzelnen Kliniken übernehmen Patenschaften<br />

für ihre Kollegen in Eritrea, so dass immer dieselben<br />

Menschen miteinander zu tun haben. So lernt man einander<br />

kennen und baut Vertrauen auf. Die Teams, die nach<br />

Eritrea fliegen, sind keine „ausführenden Handlanger“ von<br />

ArcheMed, sondern setzen ihre eigenen Ideen um.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie oft fliegen solche medizinischen Teams aus<br />

Europa, also Ärzte, Ärztinnen und Pflegepersonal, nach<br />

Afrika?<br />

Peter Schwidtal: Zwei bis drei Mal im Jahr für je zwei<br />

Wochen.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wäre es nicht einfacher, die Kinder hierher zu<br />

holen?<br />

Peter Schwidtal: 1995 hatten wir vom Hammer Forum tatsächlich<br />

vier Kinder hierhergeholt und operiert. Damals gab<br />

es noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen Eritrea<br />

und Deutschland, die Kinder hatten keine Pässe. Das war<br />

sehr schwierig. Tatsächlich sind wir dann noch im gleichen<br />

Jahr mit einem Chirurgenteam runtergeflogen.<br />

<strong>WOLL</strong>: Ich frage mal ganz dumm: Gibt es in Eritrea denn<br />

keine Chirurgen?<br />

Peter Schwidtal: Doch, natürlich! Das sind hochkompetente<br />

Kollegen dort und es gibt eine sehr gute Schwesternschule.<br />

Die jungen Chirurgen können alle einen Blinddarm operieren,<br />

aber es fehlt das Fachwissen für alles Spezifische. Von<br />

wem sollen sie es lernen? Wenn zum Beispiel ein Kind eine<br />

Gaumenspalte hat, braucht es einen Mund-Kiefer-Gesichtschirurg.<br />

Zum Vergleich: In Eritrea leben etwa fünf Millionen<br />

Menschen und insgesamt vier Fachärzte für Chirurgie. Da<br />

haben wir allein in Soest mehr.<br />

12 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Stromausfall während einer<br />

Herz-OP im Jahr 2013. Das Team<br />

behalf sich mit Taschenlampen,<br />

Handykameras und Handkurbeln.<br />

2012 renovierten zwei Elektrotechniker aus<br />

Soest die elektrischen Leitungen und Anlagen der<br />

Intensivstation der Kinderklinik von Asmara<br />

<strong>WOLL</strong>: Ich verstehe. Wie ist denn allgemein die medizinische<br />

Versorgung in Eritrea?<br />

Peter Schwidtal: Das Land hat lange unter Krieg gelitten.<br />

Außerdem liegt es in einer Dürreregion. Wir schimpfen hier ja<br />

viel, aber man macht sich keine Vorstellung, was Corona dort<br />

unten angerichtet hat. Es gibt dort einige „Help Stations“ und<br />

gute Vorsorgeprogramme in Sachen Malaria, HIV und Tuberkulose.<br />

Trotzdem hat das Land keine gute Infrastruktur. Es<br />

herrscht Mangel an Desinfektionsmittel, Medikamenten und<br />

qualifiziertem Personal.<br />

<strong>WOLL</strong>: Ich schätze, da ist es wichtig, die Begebenheiten<br />

vor Ort zu kennen …<br />

Peter Schwidtal: Einmal fiel bei einer Kinder-Herz-OP am<br />

offenen Brustraum plötzlich der Strom aus. Die Kollegen behalfen<br />

sich mit ihren Handys und Taschenlampen; Anästhesie<br />

und Herz-Lungen-Maschine wurden per Handkurbel weiterbetrieben.<br />

Für uns in Deutschland unvorstellbar.<br />

<strong>WOLL</strong>: Und dann?<br />

Peter Schwidtal: Die OP ist gut verlaufen. Später haben wir<br />

ein Notstromaggregat sowie eine Photovoltaik-Anlage auf<br />

dem Dach der Klinik errichtet, so dass eine sichere Stromversorgung<br />

gewährleistet werden konnte. Wir wollen also nicht<br />

nur operieren, sondern auch die Infrastruktur verbessern, Kliniken<br />

und OP-Säle so ausstatten, dass sie dort funktionieren.<br />

<strong>WOLL</strong>: Läuft das alles über Geldspenden?<br />

Peter Schwidtal: Nicht nur. Oft dürfen wir auch aus geschlossenen<br />

Krankenhäusern medizinische Geräte und Einrichtungsgegenstände<br />

entnehmen. Bislang konnten wir von<br />

unserem Lager in Echtrop aus schon 66 Schiffscontainer nach<br />

Eritrea schicken.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie sind die Menschen dort?<br />

Peter Schwidtal: Sie sind wahnsinnig dankbar, strahlen so<br />

viel Freundlichkeit und Würde aus. Die Menschen dort sind<br />

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liegeland.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 13


Auf dem Weg nach Tekombia. (Foto_K. Becker) Kinder<br />

werden oft Wasser holen geschickt. Mitunter 15km am<br />

Tag. Ein Esel für 200 Euro sorgt dafür, dass sie trotzdem<br />

noch Zeit haben zur Schule zu gehen.<br />

Die frisch renovierte Neonatalogie<br />

in Asmara, der Hauptstadt.<br />

liebenswert, aber zurückhaltend, oft bitterarm und verzweifelt.<br />

Kranke Kinder gibt es im Überfluss. Wenn die Leute hören,<br />

dass wir da sind, rennen sie uns die Bude ein.<br />

<strong>WOLL</strong>: Sie waren also auch schon oft selbst vor Ort?<br />

Peter Schwidtal: Ja, davon allein drei Mal mit meiner Frau.<br />

Einmal mit der Schauspielerin Senta Berger, die auch unsere<br />

Botschafterin und tatsächlich genau so sympathisch und herzlich<br />

ist, wie in ihren Filmen. Eigentlich wollten wir im April<br />

Unsere Hühner machen<br />

den ganzen Tag<br />

was sie wollen...<br />

Hofprodukte<br />

Naturkostvollsortiment<br />

Nahversorgung<br />

Wir liefern dienstags und donnerstags<br />

nach Hause oder zur Arbeitsstelle.<br />

Ab 20 Euro. Kein Abo.<br />

bioladen-warstein@ini.de, Tel. 02902/8066-15<br />

Mo. 10.00-13.00 Uhr, Di.-Fr. 10.00-18.00 Uhr, Sa. 9.00-13.00 Uhr<br />

Lindenstr. 13 · 59581 <strong>Warstein</strong><br />

2020 gemeinsam eine neue Klinik einweihen, aber dann kam<br />

uns Corona dazwischen.<br />

<strong>WOLL</strong>: Können Sie uns ein Beispiel nennen, was Arche-<br />

Med bislang erreicht hat?<br />

Peter Schwidtal: Seit 2010 haben wir in vier großen Provinzen<br />

Projekte für Neugeborene umgesetzt. Früher sind 80 bis<br />

90 % aller Problemfälle gestorben, heute überleben 80 %.<br />

<strong>WOLL</strong>: Ein toller Erfolg! Aber wie kommt das?<br />

Peter Schwidtal: Oft wurde sich nach Geburten zunächst nur<br />

um die Mütter gekümmert, dabei sind für Neugeborene drei<br />

Dinge besonders wichtig: Wärme, Sauerstoff und Hygiene. So<br />

kann man ein Auskühlen nach der Geburt oder eine Infektion<br />

verhindern. Und auch Gelbsucht ist mit dem nötigen Wissen<br />

gut in den Griff zu bekommen. Ich glaube tatsächlich, dieses<br />

Wissen, das wir dalassen, ist der größte Schatz.<br />

<strong>WOLL</strong>: Man merkt, dass Sie mit ganzem Herzen dabei<br />

sind!<br />

Peter Schwidtal: Es macht auch viel Freude, zu helfen. Vor<br />

allem, weil man dort nicht diesen ganzen Behördenwahnsinn<br />

hat. Dort kann man noch einfach Medizin machen.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie viel kostet denn so eine Mission?<br />

Peter Schwidtal: Wir arbeiten überwiegend ehrenamtlich.<br />

Bei einer Herz-OP-Mission operieren wir durchschnittlich 25<br />

Früher sind bei den Neugeborenen<br />

80 bis 90 % aller Problemfälle gestorben,<br />

heute überleben 80 %.<br />

14 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Peter Schwidttal persönlicher<br />

Rückblick „Archemed in Eritrea<br />

– 10 Jahre medizinische Hilfe für<br />

Kinder“ kann über den Verein bezogen<br />

werden.<br />

Dr. Peter Schwidtal vor dem ArcheMed-Zeichen<br />

Kinder, das sind insgesamt 75.000 Euro, also 3.000 Euro pro<br />

Kind. In Deutschland würde eine solche Operation 20.000<br />

bis 60.000 Euro kosten.<br />

<strong>WOLL</strong>: Und ohne Hilfe wären all diese Operationen nach<br />

wie vor nicht möglich.<br />

Peter Schwidtal: So ist es. Mein dritter Sohn kam 1997 zur<br />

Welt. Nach der Geburt stellte er auf einmal, ohne ersichtlichen<br />

Grund, die Atmung ein. Er wurde dann in Lippstadt auf<br />

der Neugeborenenintensivstation eine Woche lang beatmet.<br />

Er hat das Ganze folgenlos überstanden - in Eritrea wäre eine<br />

solche Komplikation wohl sein Todesurteil gewesen.<br />

Pökeltag<br />

03. Oktober 2021 − 11−18 Uhr<br />

<strong>WOLL</strong>: Dann sehen Sie es auch als Ihre persönliche Aufgabe<br />

an, den Menschen dort zu helfen?<br />

Peter Schwidtal: Wenn man es so gut getroffen hat wie wir,<br />

denke ich, ist es auch eine Verpflichtung. Die Menschen dort<br />

lieben ihre Kinder genauso, wie wir unsere. Was kann ich dafür,<br />

dass ich in der Bundesrepublik Deutschland geboren bin<br />

und nicht in Eritrea? ■<br />

Ab in den<br />

Urlaub<br />

Bademoden im<br />

Wandel der Zeit<br />

20.08.2021 −<br />

09.01.2022<br />

Westfälische Salzwelten<br />

An der Rosenau 2 | 59505 Bad Sassendorf<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 15


Wohnen in einer (bald) verkehrsberuhigten<br />

und facettenreichen Stadt<br />

IN WARSTEIN<br />

TUT SICH WAS<br />

Monika Loerchner<br />

Georg Giannikis<br />

Es<br />

tut sich einiges in <strong>Warstein</strong>: Bunte Fahrräder schmücken<br />

die Stadt, die B55 wird auf Höhe des Zentrums umgebaut.<br />

Was sonst noch alles vor und hinter den Kulissen geschieht,<br />

erzählt uns Jeroen Tepas vom <strong>Warstein</strong>er Stadtmarketing.<br />

Auf die Frage, was er denkt, wenn er hier oben auf dem Piusberg<br />

steht und auf die Stadt schaut, muss Jeroen Tepas nicht<br />

lange nachdenken: „Dass das hier eine richtig schöne Stadt<br />

ist und dass es ein Privileg ist, hier inmitten des Naturparks<br />

zu wohnen.“ Als er vor zwei Jahren die Stelle bei der Stadt<br />

antrat, ging er selbst erst einmal auf Entdeckungstour. „Hier<br />

gibt es überall schöne Ecken, man muss sie nur entdecken.“<br />

Neugestaltung Dr. Segin-Platz und Marktplatz<br />

Vom Piusberg aus hat man einen herrlichen Blick auf die<br />

Stadt. Auch der Neubau des Rathauses ist von hier aus zu sehen<br />

– und ein Zipfel der Baustelle am Dr. Segin-Platz neben<br />

dem Marktplatz. Bis zum <strong>Herbst</strong> sollen hier verschiedene<br />

Spielgerät und Pflanzgefäße aufgestellt werden. Die ebenerdige<br />

Spielfläche soll dabei auch für mobilitätseingeschränkte<br />

Menschen und Menschen mit Behinderung zugänglich sein.<br />

Zusätzlich zu den seniorengerechten Wohnungen direkt<br />

am Platz ist ein Geschäft oder ein gastronomischer Betrieb<br />

denkbar.<br />

„Wir wollen diesen ganzen Platz hier wiederbeleben“, erzählt<br />

der Stadtmarketingleiter. Dem Marktplatz geht es daher<br />

nächstes Jahr an den Kragen. Die Öffnung des Rathauses<br />

zur Marktseite hin wurde bereits umgesetzt. Nun sollen ein<br />

neuer Brunnen, eine offene Wasserrinne und jede Menge<br />

Sitzplätze den Marktplatz wieder attraktiv machen; der alte<br />

16 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Brunnen wird beim Poahläsen-Relief, dem Glockenspiel und<br />

dem Zweihundertjährigen ein neues Zuhause finden. Weiter<br />

sollen Besucher mit neuen Außengeräten und Veranstaltungen<br />

gelockt werden.<br />

Den Verkehr beruhigen<br />

Besonders schätzt Jeroen Tepas bei seiner Arbeit das Engagement<br />

der <strong>Warstein</strong>er Bürgerinnen und Bürger. So machten<br />

viele Hauseigentümer ausgewiesener Straßen Gebrauch vom<br />

„Fassaden- und Hofprogramm“, um das Zentrum auch optisch<br />

attraktiver zu gestalten. Bunt lackierte und geschmückte<br />

Fahrräder des Vereins „We love <strong>Warstein</strong>“ zieren die Stadt.<br />

„Wir stehen mit dem Verein im regen Austausch“, erzählt Tepas.<br />

„Bald wollen sie dem Bergenthalpark neues Leben einhauchen.“<br />

Der ehemalige Garten der Familie von Bergenthal<br />

befindet sich gegenüber von Haus Kupferhammer und gehört<br />

heute der Stadt.<br />

Stadtmarketingleiter Jeroen Tepas und seine Kollegin Sa brina<br />

Schrage von der Stabstelle Stadtmarketing haben noch viele<br />

weitere Ideen – vor allem für das Stadtzentrum.<br />

„Ideal wäre es, wenn wir den Bereich Bilsteinstraße bis hinter<br />

die Volksbank als Zentrum ausweisen könnten“, so Jeroen Te-<br />

„Hier gibt es überall schöne Ecken, man<br />

muss sie nur entdecken“ - Jeroen Tepas<br />

pas. Die Stadt arbeitet daran, durch Förderprogramme neue<br />

Geschäfte in der Kernstadt anzusiedeln. Da die schon lange<br />

geplante Umgehungsstraße wohl noch lange auf sich warten<br />

lässt, werden derzeit verkehrsberuhigende Umbaumaßnahmen<br />

an der B55 in Höhe des Zentrums umgesetzt. „<strong>Warstein</strong><br />

muss damit leben, dass täglich 20.000 PKW und LKW durch<br />

die Stadt fahren. Durch die Umbaumaßnahmen wollen wir<br />

die Aufenthaltsqualität im Zentrum weiter steigern.“<br />

Gute Infrastruktur, ganz viel Tradition<br />

und coole Events<br />

Im letzten Jahr konnte <strong>Warstein</strong> einen leichten Einwohnerzuwachs<br />

verzeichnen. Ein Trend, der anhalten soll. „Wohnungen<br />

werden immer häufiger behindertengerecht gestal-<br />

Die<br />

Nr. 1<br />

in <strong>Warstein</strong><br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 17


tet“, erzählt Tepas. Außerdem sollen Lücken für Bauwillige<br />

besser ausgewiesen werden. Viele Arbeitsplätze und die gute<br />

Infrastruktur <strong>Warstein</strong>s locken auch junge Familien an. „Wir<br />

haben hier zwei Kliniken, zahlreiche Ärzte und Fachärzte,<br />

eine breite Bildungslandschaft und viele Freizeitangebote.<br />

Und im Ruhrgebiet ist man auch schnell.“ Rund 300 Vereine<br />

erhalten Traditionen wie den Hirschberger Kohlemeiler<br />

oder den Schnadegang aufrecht. Auch das Freizeitangebot<br />

der Stadt kann sich sehen lassen. „Wir haben 35 Spiel- und<br />

Bolzplätze, das Allwetterbad mit Sauna, das Kaiser-Heinrich-Bad,<br />

den Skywalk, den Lörmecketurm, das Bilsteintal<br />

und viele schöne Wanderwege“, zählt Tepas auf. An fünf besonders<br />

schönen Ecken hat die PEFC-Waldhauptstadt 2020<br />

und 2021 „Fotopoints“ aufgestellt. Auch der Möhneradweg<br />

erfreut sich großer Beliebtheit, zahlreiche Blühwiesen sorgen<br />

für Natur- und Artenschutz.<br />

<strong>Warstein</strong> mit seinen knapp 26.000 Einwohnern verfügt über<br />

das größte innerstädtische Klettergebiet Nordrhein-Westfalens.<br />

Die Arbeiten im Klettergebiet Oberhagen laufen auf<br />

Hochtouren; in spätestens zwei Jahren sollen dort 124 Routen<br />

zur Verfügung stehen. Auch bei Veranstaltungen zeigt sich<br />

die Stadt sportlich: Am 19.9. fällt wieder der Startschuss für<br />

die Sauerlandrundfahrt, bei der die Radler über die berüchtigte<br />

Hirschberger Wand fahren müssen. Besonders freut sich<br />

Tepas aber auf das „Strong Viking“-Event, das bereits 2019<br />

großen Anklang fand: „Ich habe damals im Team der Stadt<br />

mitgemacht“, erinnert er sich und lacht. „Wir waren anschließend<br />

total verdreckt, aber es hat richtig viel Spaß gemacht!“.<br />

Am 2./3. Oktober ist es also wieder soweit, dann findet der<br />

Event auf dem Gelände der <strong>Warstein</strong>er Brauerei statt.<br />

<strong>Warstein</strong> bietet also für jeden etwas – und das inmitten eines<br />

herrlichen Naturparks. ■<br />

instagram.com/<br />

westkalk<br />

18 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

Familienunternehmen mit Verantwortung


Leben im Sauerland<br />

<strong>WOLL</strong><br />

Worte, Orte, Land und Leute.<br />

Verlags-Spezial<br />

So baut und wohnt<br />

das Sauerland<br />

Fotoquelle: Olsberg GmbH<br />

Neue Wertschätzung des ländlichen Raums Seite 20<br />

Lebensqualität, die Städte nicht bieten können Seite 24<br />

Ab ins schöne Eigenheim Seite 28<br />

Hasse chehört…? Seite 30<br />

Herzensprojekt einer Madfelder Innenarchitektin Seite 31<br />

Moderne Stadtvilla mitten im Sauerland Seite 34<br />

Umzug von Vosswinkel nach Bachum - mit Haus Seite 36<br />

Tische aus echtem Altholz Seite 39<br />

<strong>Warstein</strong>, Rosengasse 5 Seite 40<br />

„Eine Zelle ist ein Rückzugsort“ Seite 43<br />

Das eigene Traumhaus realisieren Seite 46<br />

Leben in Oberhenneborn Seite 48<br />

Der Buiterling: Bauen im Sauerland Seite 50<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 19


Paul Senske<br />

Zimmermann Haus/<br />

Werbstatt<br />

Bauen und Wohnen:<br />

Nachfragen nach Wohnungen<br />

jeglicher Form und Couleur<br />

im Trend<br />

Neue Wert schätzung<br />

des länd lichen Raums<br />

Die Stadt Arnsberg hat in<br />

ihrem Handlungskonzept<br />

„Zukunft Wohnen Arnsberg<br />

2030“ ein anspruchsvolles Leitbild<br />

formuliert, das auf alle Kommunen<br />

des Sauerlandes und der<br />

Hellweg-Region übertragen werden<br />

kann und in ähnlicher Weise auch<br />

so formuliert wird: „Wohnen wollen<br />

alle – In Arnsberg finden alle Menschen<br />

mit ihren vielfältigen Lebensstilen,<br />

in allen Lebensphasen und mit<br />

jedem Geldbeutel ein breites Angebot<br />

an Wohnungen.“ Die Nachfrage nach<br />

Wohnungen jeglicher Form und Couleur<br />

ist derzeit groß, der Markt teilweise<br />

überhitzt. Corona hat zudem<br />

eine Tendenz verdeutlicht und beschleunigt,<br />

die sich vorher schon abgezeichnet<br />

hatte und die von Dr. Birgitta<br />

Plass und Michaela Röbke von<br />

der Stadt Arnsberg als „neue Wertschätzung<br />

des ländlichen Raums“ bezeichnet<br />

wird.<br />

Dr. Birgitta Plass und Michaela Röbke<br />

leiten den Fachbereich Planen, Bauen,<br />

Wohnen und berichten auch von Anfragen<br />

u. a. aus dem Raum Dortmund<br />

nach Bauplätzen und Wohnungen in<br />

der „polyzentralen“ Stadt zwischen<br />

Ballungsraum und Arnsberger Wald.<br />

Michael Stelte, Mitarbeiter des Fachbereichs<br />

Stadtplanung der Stadt Brilon,<br />

spricht von einem „überhitzten Wohnungsmarkt“:<br />

„Die Nachfrage, die sich<br />

vor allem auf die Kernstadt konzentriert,<br />

ist unglaublich hoch. Aber auch<br />

die Ortsteile, die nah an der Kernstadt<br />

liegen, sind gefragt.“ Brilon geht für die<br />

kommenden Jahre von einem Bedarf<br />

von 700 bis 1.000 zusätzlichen Wohneinheiten<br />

aus. Ähnlich sieht es in der<br />

Kreis- und Hochschulstadt Meschede<br />

aus: „Die 70 Bauplätze der zwei neuen<br />

Wohngebiete Ziegelei II und Liegnitzer<br />

Straße beispielsweise waren in kürzester<br />

Zeit vergriffen.“, sagt Klaus Wahle,<br />

Fachbereichsleiter Planung & Bauordnung.<br />

„Meschede zieht als attraktiver<br />

Wohnort.“ Auch die Gemeinde Ense,<br />

ein gefragter Arbeits- und Wohnort,<br />

verzeichnet ein ähnliches Bild. „Viele<br />

junge Enser Bürgerinnen und Bürger<br />

wollen bauen oder suchen passende<br />

Wohnungen“, erklärt Stefanie Müller<br />

vom Fachbereich Bauen und Gemein-<br />

20 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


„Innenentwicklung<br />

hat Vorrang vor<br />

Außenentwicklung“<br />

- Dr. Birgitta Plass<br />

deentwicklung. „Auch von außerhalb<br />

kommen Anfragen.“ Die Wertschätzung<br />

der heimischen Region als attraktiver<br />

Standort für Wohnen und<br />

Arbeiten hatte sich bereits in den letzten<br />

Jahren abgezeichnet, Corona hat<br />

die Tendenz verstärkt. Günstigere Bauund<br />

Mietpreise als in den Ballungsräumen,<br />

niedriges Zinsniveau, Homeoffice,<br />

hoher Freizeitwert waren und sind<br />

die wichtigsten Beschleuniger der Entwicklung,<br />

die weiter anhält, obwohl inzwischen<br />

die Miet- und Baulandpreise<br />

sowie die Baukosten auch in der Region<br />

teilweise deutlich gestiegen sind.<br />

Nachfrage nach<br />

„urbanem Wohnraum“<br />

Ein Trend zeichnet sich deutlich ab: die<br />

Nachfrage nach „urbanem Wohnraum“<br />

in der Region. Für Arnsberg gilt das<br />

besonders für die drei großen Stadteile<br />

Neheim, Alt-Arnsberg und Hüsten.<br />

„Familien, junge Paare und Wohngemeinschaften,<br />

Jugendliche, Senioren<br />

insbesondere der Nachfamilienphase,<br />

Menschen mit geringem Einkommen,<br />

aber auch Flüchtlinge suchen und konkurrieren<br />

hier um Wohnraum“, heißt es<br />

im Handlungskonzept der Stadt. Ähnlich<br />

sieht es auch in den anderen Kommunen<br />

aus. „Die Menschen ziehen auch<br />

im Alter um, das hat es früher nicht gegeben“,<br />

so Klaus Wahle über die Situation<br />

in Meschede. „Sie ziehen vom Berg<br />

runter in die Stadt.“ Das gelte auch für<br />

junge Familien. Brilons Bürgermeister<br />

Dr. Christof Bartsch umschreibt die<br />

Suche nach urbanem Wohnraum im<br />

„lebenswerten Standort im Grünen“ so:<br />

„Die Menschen ziehen der Versorgung<br />

hinterher – in die Kernstadt und in die<br />

nahegelegenen Dörfer.“<br />

Wie kann der Wunsch nach „urbanem<br />

Wohnraum“ befriedigt werden? Die<br />

handelnden Akteure sind sich einig,<br />

dass vor allem „verdichtete Wohnformen“<br />

wie Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser,<br />

Kettenhäuser oder besondere<br />

Bau- und Wohngruppen an geeigneten<br />

Standorten infrage kommen. Nachverdichtung,<br />

Umbau, Aufstockung oder<br />

Abriss und Ersatzneubau gelten als bevorzugte<br />

Maßnahmen – alle mit hohem<br />

Standard im Hinblick auf Klimaschutz,<br />

Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit.<br />

„Die Nachverdichtung, also die Nutzung<br />

freier Flächen im Bereich bestehender<br />

Bebauung, spielt eine dominierende<br />

Rolle“, sagt Klaus Wahle. „Bauen<br />

im Bestand, also im bebauten Bereich<br />

bleiben.“ „Die Innenentwicklung hat<br />

Vorrang vor der Außenentwicklung“,<br />

fasst es Dr. Birgitta Plass zusammen.<br />

„Die Fläche ist endlich.“ In Brilon beispielsweise<br />

stehen 600 bebaubare Fläche<br />

zur Verfügung, davon 250 in der Kernstadt,<br />

alle fast ausschließlich in privater<br />

Hand. Den Flächenverbrauch erheblich<br />

zu reduzieren: Dieses Gebot gilt in der<br />

ganzen Region.<br />

Umbau des alten Arbeitsamtes<br />

als pilotträchtiges Beispiel<br />

Ein pilotträchtiges Beispiel für die Philosophie<br />

der Nachhaltigkeit sind die<br />

Kernsanierung und der Umbau des<br />

alten Arbeitsamtes zu einem Mehrgenerationenhaus<br />

in der Mescheder<br />

Steinstraße. Die sogenannten barrierefreien<br />

Variowohnungen in den unteren<br />

Etagen werden zunächst von Studenten<br />

der Fachhochschule genutzt und können<br />

mittelfristig ohne großen Aufwand<br />

als Wohnungen für Senioren umgebaut<br />

werden. Die beiden oberen Etagen des<br />

fünfstöckigen Gebäudes sind Büroräume.<br />

Das Modellvorhaben wurde vom<br />

Bund mit 550.000 Euro gefördert und<br />

gilt als „Leuchtturm“ für nachhaltiges<br />

Bauen. Als weiteres beispielhaftes Projekt<br />

in Meschede gilt das Bauvorhaben<br />

auf dem Gelände der ehemaligen Franz-<br />

Stahlmecke-Schule. Teile des Gebäudes<br />

werden abgerissen, 14 Baugrundstücke<br />

für Einfamilienhäuser, Eigentums- und<br />

Mietwohnungen, betreutes Wohnen<br />

sowie für eine Demenz-WG sind erschlossen.<br />

Großes Interesse findet auch<br />

der geplante Bau eines Beginenhofs<br />

in Meschede. Es ist ein Wohnprojekt<br />

für Frauen (Siehe weiteren Artikel). In<br />

Neheim entsteht der Garten.Hof, eine<br />

moderne Baugruppe mit fünf Einfamilienhäusern,<br />

die durch einen zentralen<br />

Garten und ein gemeinsam nutzbares<br />

„Hofhaus“ verbunden sind. Großes Potenzial<br />

wird einem Bauvorhaben mitten<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 21


Baugebiet Neheim Moosfelde<br />

(Foto: Volksbank Sauerland)<br />

in Neheim-Moosfelde bescheinigt. Die<br />

Volksbank Sauerland vermarktet auf<br />

dem Gelände des ehemaligen Combi-<br />

Marktes 25 Wohneinheiten, 24 für Einfamilienhäuser<br />

und Doppelhaushälften<br />

sowie eine Parzelle für ein Mehrfamilienhaus.<br />

Für Moosfelde bedeutet das<br />

eine weitere Aufwertung des Quartiers.<br />

Bevölkerungsrückgang nicht so<br />

stark wie befürchtet<br />

Beim Blick in die Zukunft und auf<br />

die weitere Entwicklung des Wohnens<br />

spielen die demografische Entwicklung<br />

und die gesellschaftlichen Entwicklungen<br />

eine entscheidende Rolle. Es zeichnet<br />

sich ab, dass die Region Einwohner<br />

verlieren wird, aber nicht in dem Maße,<br />

wie es frühere Prognosen vermuten und<br />

befürchten ließen. Der Anteil junger<br />

Menschen, die nach Studium oder Ausbildung<br />

(„Bildungswanderung“) wieder<br />

in die Region zurückkehren, wird<br />

größer. Fest steht, dass die Bevölkerung<br />

älter wird. In Arnsberg zum Beispiel<br />

werden 2030 die „Best Ager“ genannten<br />

Jahrgänge (zwischen 58 und 73 Jahre<br />

alte Menschen) die größte Gruppe<br />

stellen. Die Wohn- und Lebensformen<br />

werden nicht nur für die Senioren vielfältiger<br />

sein, so die Einschätzung der<br />

Stadtplaner. Wichtig werden danach<br />

generationengerechte, nachhaltige und<br />

sozial durchmischte Wohnquartiere<br />

sein. Ein weiteres wichtiges Kriterium<br />

wird bezahlbare (Miet-)Wohnungen für<br />

junge Menschen (Starter) und junge Familien<br />

sein. Individuelle Wohnformen<br />

müssen von den handelnden Akteuren<br />

auf dem Wohnungsmarkt unterstützt<br />

werden. Für das Erscheinungsbild der<br />

Kommunen spielt zudem die Baukultur<br />

auch mit moderner Architektur eine bedeutende<br />

Rolle.<br />

Bei allem Trend zu urbanen Wohnformen<br />

im Sauerland: Die Dörfer dürfen<br />

nicht vergessen werden, so der Tenor<br />

in den Kommunen. „Die Dörfer in<br />

Brilon liegen uns am Herzen“, erklärt<br />

Dr. Christof Bartsch. „In den Dörfern<br />

haben wir keine strukturellen Leerstände.“<br />

Die Politik und die Dorfgemeinschaften<br />

sind in den letzten Jahren mit<br />

Dorferneuerungsprogrammen aktiv gewesen.<br />

IKEK (Integriertes kommunales<br />

Entwicklungskonzept), DIEK (Dorfinnen-Entwicklungskonzept)<br />

und LEA-<br />

DER, das Förderprogramm der EU, haben<br />

zu einer erheblichen Aufwertung,<br />

besonders der Dorfkerne, geführt. „Die<br />

Dorfkerne haben eine zentrale Bedeutung<br />

für den Zusammenhalt“, so Stefanie<br />

Müller. Neuausweisungen von<br />

Baugebieten sind weiterhin möglich,<br />

sollen aber vorwiegend in Form von<br />

Arrondierungen erfolgen. „In den Dörfern<br />

hat sich eine Menge getan“, betont<br />

Michaela Röbke. Wichtig seien künftig<br />

auch die Themen Digitalisierung der<br />

kleinen Stadtteile und Mobilität mit<br />

verbesserten Angeboten im öffentlichen<br />

Personen-Nahverkehr und der Ausbau<br />

der Radwegenetze. ■<br />

22 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


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www.elisabeth-rose.de<br />

www.joachim-gerhard-collection.com<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 23


EINE<br />

LEBENS-<br />

QUALITÄT,<br />

DIE STÄDTE<br />

NICHT<br />

BIETEN<br />

KÖNNEN<br />

Die Neheimerin Sabine<br />

Keggenhoff über das Bauen<br />

und Wohnen im Sauerland<br />

Christel Zidi<br />

Tom Linke<br />

P<br />

rof. Dipl.-Ing. Sabine Keggenhoff<br />

aus Neheim ist Innenarchitektin<br />

und Architektin. Als geborene<br />

Sauerländerin hat sie einen besonderen<br />

Bezug zur heimatlichen Baukultur. Sie<br />

weiß um die Geschichte und versteht es,<br />

moderne Strukturen in die gewachsene<br />

Kulturlandschaft einzubinden.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie gefällt Ihnen das Sauerland<br />

aus Sicht der Architektin?<br />

Sabine Keggenhoff: Ich fühle mich hier<br />

ausgesprochen gut aufgehoben. Ich selbst<br />

bin im Sauerland geboren und aufgewach-<br />

Sabine Keggenhoff in einem (fast fertigen) Haus am Ufer des <strong>Möhnesee</strong>s.<br />

24 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


sen, also hier mit Kopf und Herz verortet<br />

- persönlich und beruflich.<br />

Die Stadt- und Dorfstrukturen sind<br />

historisch gewachsen, sie erzählen eine<br />

lange Geschichte. Eingebettet in die<br />

grünen, schwingenden Landschaften,<br />

umgeben von einer Vielzahl an Seen,<br />

spiegeln sie vielfältige Entstehungsgeschichten.<br />

Mir ist es ein Anliegen, an<br />

erster Stelle den historischen Kontext<br />

der gebauten Umwelt in der Bewertung<br />

hinzuzuziehen. Gestaltung und Machbarkeiten<br />

der Zeit wirken prägnant auf<br />

regionale Bauweisen. Die Summe aller<br />

Teile hat damit vollste Berechtigung.<br />

Ich schätze u. a. die traditionellen Bauten<br />

sehr, wegen der handwerklichen<br />

Qualitäten und deren Konsequenz, die<br />

den „Geist des Ortes“, in der Architektur<br />

und Innenarchitektur auch Genius<br />

Loci genannt, belegen.<br />

<strong>WOLL</strong>: Fahren Sie manchmal durch<br />

das Sauerland und denken: „Oh<br />

nein!“ angesichts architektonischer<br />

Bausünden?<br />

Sabine Keggenhoff: Das kommt<br />

durchaus schon vor. Die gebaute Umwelt<br />

ist mein Beruf, meine Passion - und<br />

es ist mir unmöglich diese wertneutral<br />

zu betrachten. Vor allem die Nachkriegszeit<br />

hat uns baukulturell Gebäude<br />

hinterlassen, deren Qualität in der Substanz<br />

heute kaum bestehen kann. Oft<br />

handelt es sich dabei um Gebäude, die<br />

weder außen noch innen identitätsbildende<br />

Bezüge zum Ort aufweisen; mit<br />

guter Absicht entworfen, Gebäude, die<br />

die Errungenschaften der bauhausgeprägten,<br />

modernen Architektur schlicht<br />

fehlinterpretierten. Quadratisch, praktisch<br />

- des Öfteren fehlt mir persönlich<br />

das „gut“.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wo sehen Sie architektonische<br />

Meisterleistungen – an neuen als<br />

auch an historischen Bauten?<br />

Sabine Keggenhoff: Historisch betrachtet,<br />

denke ich an die vielen Fachwerkbauten<br />

- Meisterleistungen ihrer<br />

Zeit und darüber hinaus. Gebäude, die<br />

seit vielen Jahrhunderten existieren und<br />

dem Menschen nach wie vor ein Zuhause<br />

bieten. Mich inspiriert das Haus der<br />

Stille von Peter Kulka in Meschede. „Ein<br />

Ort in der Welt, aber nicht von dieser<br />

Welt sollte das neue Gästehaus der Abtei<br />

werden,“ heißt es und diese Leitidee<br />

ist im Gebäude jederzeit wirkungsvoll<br />

sphärisch spürbar. Das in der neueren<br />

Zeit entstandene Arnsberger Sauerlandmuseum<br />

von Bez+Kock, als auch das<br />

Gemeindehaus der Christuskirche in<br />

Neheim, geplant und umgesetzt von unserem<br />

Büro, sind aus Architekturwettbewerben<br />

hervorgegangen und als vorbildliche<br />

Bauten mehrfach preisgekrönt.<br />

Ich empfinde sie als impulsgebende Gebäude,<br />

die gekonnt zwischen Tradition<br />

und Moderne vermitteln. Diese Beispiele<br />

verstehe ich als moderne Architektur,<br />

die ein zeitgemäßes Verständnis mit<br />

dem Geist des Ortes verwebt. Es wird<br />

so ein spannungsvoller Kontrast hervorgerufen,<br />

der sein Umfeld bereichert und<br />

einlädt, räumliche Wahrnehmungen<br />

jenseits von Konventionen zu schärfen.<br />

Als Planende Altes mit Neuem zu fügen,<br />

stellt immer eine Herausforderung dar.<br />

Ein emphatisches Vorgehen im Prozess<br />

als auch in Bezug auf die gestalterischen<br />

Mittel ist notwendig. Besonders wenn er<br />

intensive Veränderungen mit einbezieht,<br />

kann dies polarisierende Reaktionen<br />

hervorrufen. Nicht nur der bauliche Bestand,<br />

sondern auch damit verknüpfte<br />

Seit 25 Jahren Ihr „in Ihrer Nähe“ Spezialist für<br />

Treppenlifte<br />

Fahren Sie in unserer Ausstellung Ihren Treppenlift Probe!<br />

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Treppenraupen<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 25


Assoziationen, Traditionen, Erinnerungen und Rituale<br />

werden in ein neues Gesamtgefüge eingebunden.<br />

<strong>WOLL</strong>: “Baukultur ist der immaterielle Reichtum<br />

unserer Region“ ist die „Charta zur Sauerland-Baukultur<br />

in Südwestfalen“ überschrieben.<br />

Inwieweit kann der einzelne Bürger dazu beitragen?<br />

Sabine Keggenhoff: Im ersten Schritt geht es darum,<br />

die eigenen Sinne zu schärfen. Genauer hinschauen,<br />

die eigene, gebaute Umwelt in den Blick<br />

nehmen und dadurch ein Gespür für Baukultur zu<br />

entwickeln.<br />

Im Auge des Betrachters ist die Bewertung der gebauten<br />

Umwelt etwas sehr Subjektives. Da wir aber<br />

diese gemeinsam erschaffen, ist ein Dialog essenziell.<br />

Eben dieser stellt bereits einen immens wichtigen,<br />

baukulturellen als auch gesellschaftlichen Beitrag<br />

dar. Gleichgültigkeit ist hier fehl am Platz, denn<br />

Gleichgültigkeit sorgt für Beliebigkeit, Beliebigkeit<br />

führt zu Identitätsverlust.<br />

Spannende Aussicht<br />

Haus mit Durchsicht<br />

Foto: Constantin Meyer<br />

<strong>WOLL</strong>: Schwarz-weiße Fachwerkhäuser, Schieferdächer<br />

und die Einbettung in das Grün der<br />

Wiesen und Wälder sind typisch für das Sauerland.<br />

Passen sich auch moderne Häuser an die für<br />

das Sauerland typischen gestalterischen Parameter<br />

an?<br />

Sabine Keggenhoff: Mit unserem heutigen Bewusstsein<br />

um das Bewahren eines baukulturellen<br />

Erbes, betrachte ich die Ist-Situation als richtungsweisend.<br />

Es ist wichtig anzuerkennen, dass Architektur<br />

schon immer dem Wandel der Zeit verschrieben<br />

war. In dem Sinne würde ich moderne Architektur<br />

per se nie als etwas „Fremdes“ beschreiben, dass sich<br />

anzupassen hat. Im Gegenteil, den Kontrast zwischen<br />

alt und neu herauszuarbeiten, ist ein wichtiges<br />

architektonisches Stilmittel - es geht im Kern um<br />

Respekt und Achtsamkeit. Andernfalls laufen wir<br />

Gefahr, dass unsere Gebäude durch simples Kopieren<br />

aussagelose, historisierende Repliken werden.<br />

Seit einigen Jahren wird dem ländlichen Raum in<br />

weiten Architekturdiskursen wieder ein höherer<br />

Stellenwert beigemessen. Die Lebensqualität in naturnahen,<br />

weitläufigeren Strukturen mit ausgeprägtem<br />

sozialen Netzwerk hat viele Anreize, die Städte<br />

einfach nicht bieten können. Coronabedingt haben


sich diese Diskurse um den ländlichen<br />

Raum noch einmal positiv intensiviert.<br />

Das Leben im Lockdown hat bei vielen<br />

Menschen ein Umdenken herbeigeführt.<br />

Ein möglicher Rück- oder Zuzug<br />

neuer Bewohner könnte gestalterische<br />

Impulse und neue, z.B. infrastrukturelle<br />

Bedürfnisse mitbringen, im privaten<br />

wie im öffentlichen Raum. Ziel dabei:<br />

bestehende Strukturen zu beleben, um<br />

die Stadt- und Dorfkerne wieder zu reaktiveren.<br />

Es ist in jedem Fall hochinteressant,<br />

wie sich diese Phase unseres<br />

Lebens auch langfristig baulich auswirken<br />

wird.<br />

Zur Person:<br />

Die Innenarchitektin Sabine Keggenhoff<br />

konnte die Qualifizierung zur Architektin<br />

durch die Realisierung diverser Hochbauprojekte<br />

erlangen. Über den sog. „Genieparagrafen“<br />

der Landesbauordnung<br />

NRW, der dies unter anspruchsvollen Voraussetzungen<br />

zulässt.<br />

Von innen nach außen, von außen zurück:<br />

KEGGENHOFF | PARTNER bietet<br />

durch die Verknüpfung der Disziplinen<br />

Architektur und Innenarchitektur einen<br />

nachhaltigen Mehrwert, der das Potenzial<br />

von Raum zielführend, angemessen<br />

und atmosphärisch zu vermitteln vermag.<br />

2001 von Sabine Keggenhoff und Michael<br />

Than in Arnsberg-Neheim gegründet,<br />

agiert das Büro deutschland- und europaweit.<br />

In interdisziplinären Projektteams<br />

werden vielfältige Aufgaben in variierenden<br />

Größenordnungen bearbeitet.<br />

Ihre Beziehung zur Innenarchitektur<br />

nahm in den 80er Jahren ihren Anfang,<br />

inspiriert durch eine Nachbarsfamilie:<br />

Das Zuhause der (Kunst-)Sammlerin und<br />

des Bauingenieurs „kontrastierte durch<br />

klare Linienführung mit einer guten<br />

Portion Selbstbewusstsein den restlichen<br />

Ortskern“. Die beiden nahmen Vorbildcharakter<br />

für die damals Jugendliche an,<br />

die so eine besondere Sensibilität gegenüber<br />

Wohnumfeldern entwickelte. „Immer<br />

schon war ich gerne Beobachterin mit<br />

einem analytischen Geist. An einem Tag<br />

in den 80er Jahren verstand ich dann zum<br />

ersten Mal, dass Raum als Kommunikationsmittel<br />

funktioniert, einen Ausdruck<br />

der eigenen Identität formuliert. Ohne<br />

<strong>WOLL</strong>: Welche Trends haben sich in<br />

den letzten Jahren im Bereich Innenarchitektur<br />

durchgesetzt?<br />

Sabine Keggenhoff: Eine der bedeutendsten<br />

Strömungen unserer Zeit,<br />

geknüpft an unsere gesellschaftlichen<br />

Wertvorstellungen und die sog. ‚Megatrends‘,<br />

ist das Thema der Nachhaltigkeit.<br />

Dies bezieht sich auf alle Parameter<br />

von Planungs- und Herstellungsprozessen,<br />

vom Objekt über den Raum bis<br />

zum Gebäude. Trends in Einrichtungsfragen<br />

tangieren uns lediglich bedingt,<br />

wir agieren hier so unabhängig wie<br />

möglich. Wir treten ein für eine qualitativ<br />

hohe Material- und Produktbeschaffenheit<br />

sowie eine außerordentlich hohe<br />

handwerkliche Qualität in der Verarbeitung.<br />

Nutzer spüren die Authentizität<br />

von Material, die durch Natürlich- und<br />

Langlebigkeit zum Tragen kommt.<br />

Unsere Konzeptionen denken Patina,<br />

eine würdevolle Alterung, immer mit.<br />

Geschichten, die Material und Objekt<br />

durch ihre Nutzung erzählen, haben<br />

einen immens hohen und nachhaltigen<br />

Stellenwert. ■<br />

Worte, immens aussagekräftig. Ich war<br />

beeindruckt, verzaubert - und mein Berufswunsch<br />

stand fest.“<br />

Sabine Keggenhoff arbeitet und lebt in<br />

einem sehr offenen Grundriss, weitläufig,<br />

kommunikativ und lichtdurchflutet.“ Ihr<br />

Arbeitskontext ist farblich in schwarz-weiß<br />

gehalten - „bis ins Detail, da bin ich sehr<br />

konsequent.“ Diese Kombination erzeugt<br />

für sie „einen inspirierenden Kontrast<br />

und besticht gleichermaßen durch seine<br />

ordnende Neutralität.“ Und weiter erklärt<br />

sie: „Wie ein Passepartout rahmt dieses<br />

Konzept meine Gedanken und Impulse.<br />

Dieses bietet Raum und Freiheit in der<br />

vertrauensvollen und mich ausfüllenden<br />

Arbeit für unsere Auftraggeber - vor allem<br />

in der täglichen intensiven Auseinandersetzung<br />

mit Material, Form und Farbe.“<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 27


Anzeige<br />

Ab ins schöne Eigenheim!<br />

Dank Büdenbender schon innerhalb eines Jahres<br />

offen, gemütlich“ – diese drei<br />

Wörter fallen der Familie spontan ein,<br />

„Modern,<br />

wenn sie an ihr Eigenheim denkt. In<br />

ländlicher Lage im Kreis Soest haben sie sich ihren Traum<br />

vom Eigenheim erfüllt. Mit der Firma Büdenbender sind<br />

sie rundum zufrieden, vor allem von dessen Verlässlichkeit:<br />

„Von der Unterschrift bis zum Einzug verging<br />

genau ein Jahr, was genau dem verabredeten Zeitplan<br />

entsprach.“ Das Haus stand nach der Fertigstellung des<br />

Kellers bereits nach zwei Tagen und der Innenausbau<br />

wurde nach nur drei Monaten abgeschlossen.<br />

Das Gesamtkonzept in Verbindung mit einer „freundlichen<br />

und glaubwürdigen Vertriebsbetreuung“ hat sie vollends<br />

überzeugt. Punkte wie freie Planungsmöglichkeiten, transparente<br />

Preisgestaltung und moderne Ideenentscheidungen<br />

gehörten mit dazu. Besonderen Wert hat die Familie darauf<br />

gelegt, dass der Grundriss ihren Vorstellungen entspricht.<br />

Und so fällt das diffusionsoffene Haus in Holzständerbauweise<br />

schon durch das versetzte Pultdach auf: 16 bzw. 7<br />

Grad Neigung – ganz nach den Vorstellungen der Bauherren.<br />

Das Dach wirkt nicht nur ausgesprochen modern, sondern<br />

bietet auch größtmöglichen Gestaltungsspielraum für<br />

die beiden versetzten Wohnebenen. Wichtig war der Familie<br />

auch, dass sie die Elektroinstallation in Eigenleistung umsetzen<br />

konnten und diese mit der restlichen Bauplanung Hand<br />

in Hand ging. „Das war gar kein Problem. Unser Wunsch<br />

wurde unterstützt und voll mit eingeplant“, erinnert sich der<br />

Bauherr. Weitere Besonderheiten sind die Luft-Wasser-Wärmepumpe<br />

und die Fußbodenheizung. Ihre Entscheidung<br />

für Büdenbender – aufgrund der freien Planungsmöglichkeiten<br />

und transparenten Preisgestaltung – war also genau<br />

das Richtige. All ihre Vorstellungen sind ganz nach ihren<br />

Wünschen und ihrem Geschmack umgesetzt worden. Vom<br />

Ergebnis sind sie begeistert. In Ihrem neuen149 m² (ohne<br />

Keller) großen Haus in offener Bauweise und mit lichtdurchfluteten<br />

Räumen fühlten sie sich von Anfang an zu<br />

Hause und rundum wohl. Nach dem schönsten Moment<br />

gefragt, antworten sie: „Es gibt nicht den einen schönsten<br />

Moment“. Jeder neue Tag in unserem Traumhaus bringt<br />

immer wieder schöne Momente mit sich.“ Wer nun eine<br />

Vorstellung davon bekommen möchte, wie sein Traumhaus<br />

aussehen könnte, ist herzlich eingeladen, das Büdenbender<br />

Musterhaus in Bestwig zu besichtigen – nach vorheriger Terminabsprache<br />

oder jeden Samstag und Sonntag zwischen 14<br />

und 17 Uhr. ■<br />

28 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


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Musterhaus in Bestwig<br />

Heinrich-Heine-Straße 3, 59909 Bestwig<br />

02904 9849080<br />

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Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag<br />

zwischen 14:00 und 17:00 Uhr<br />

Jederzeit nach Terminabsprache<br />

Gast<br />

11.61 m²<br />

Wohnen/Essen<br />

34.23 m²<br />

Diele<br />

7.54 m²<br />

7.28 m²<br />

77 5<br />

2.01<br />

Kochen<br />

18.22 m²<br />

WC/DU<br />

6.29 m²<br />

Arbeiten<br />

35.64 m²<br />

Flur<br />

5.92 m²<br />

Bad<br />

10.43 m²<br />

Schlafen<br />

12.24 m²<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 29


Hasse chehört…?<br />

Anke Kemper<br />

Fine, wat will denn der Otto bei euch<br />

im Chatten bauen? Der Friedel hat jesacht,<br />

„Hömma,<br />

der Otto is am Ausmessen dranne für nen<br />

Schuppen.“<br />

„Ne Lisbeth, kein Schuppen. Nen Tiny House nennt man<br />

dat.“<br />

„Wat is dat denn?“<br />

„Nen janz kleines Haus mit dem Nötigsten, wat man so<br />

braucht, woll?“<br />

„Und wofür will der Otto dat machen?“<br />

„Na, für uns zwei. Wir sind ja auch nich mehr die Jüngsten,<br />

da brauchen wa doch nich mehr so viel Platz, weißte. Wat<br />

sollen wa denn dann mit nem janzen Haus samt Keller?“<br />

„Ohne Keller? Dat jet ja jarnich.“<br />

„Doch, dat mut. Nur nen Wohnraum mit Küche, nen Bad<br />

und ne Schlafkoje, chlaube ich.“<br />

„Ja biste jescheit? Dann haste keinen Bastelkeller mehr für<br />

den Otto?“<br />

„Ne.“<br />

„Und kein Bügel- und Handarbeitszimmer für dich?“<br />

„Ne, auch net. Dat braucht man doch allet jar nich.“<br />

„Haste Töne! Und wo lasst ihr alle Plörren und Jedöns, wat<br />

man so im Haus hat?“<br />

„Na verkaufen, verschenken, wechschmeißen. Is doch voll<br />

der Trend. Wir behalten nur noch dat, wat man wirklich<br />

brauchen tut, woll?“<br />

„Und dann hockt ihr den janzen Tach zusammen auf einer<br />

Bude?“<br />

„Wird im Alter wohl nich so schlimm sein, odda?“<br />

„Dat chibt Mord und Totschlach, so wie ich euch kennen tu.<br />

Da bin ich mir abba sicha. Und überhaupt: wat macht ihr<br />

denn dann mit eurem Haus?“<br />

„Weißichnich, vermieten, denke ich.“<br />

„Dann haste so nen paar Mietnomaden im eigenen Haus<br />

und du selbst hockst im Chatten inner Hütte? Ich weißjanich.<br />

Dat würde ich mir abba nochmal überlejen.“<br />

„Soweit sind wa ja auch noch nich. Der Otto misst ja erst mal<br />

und guckt, ob dat überhaupt passt.“<br />

„Na Chottseidank. Also, ich würde es erst mal mit nem<br />

Wohnmobil testen. Wenn ihr drei Wochen Urlaub durchhaltet<br />

auf engstem Raum, dann chönnta imma noch überlejen.“<br />

„Chute Idee. Und wenn dat allet nich klappt, dann machen<br />

wa ne WG zusammen.“<br />

„Wer? Der Otto und du mit de Mietnomaden?“<br />

„Ne, der Otto und ich mit euch zusammen, woll?“ ■<br />

30 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Altes Fachwerkhaus trifft auf<br />

modernen Einrichtungsstil<br />

DAS HERZENS-<br />

PROJEKT EINER<br />

MADFELDER<br />

INNENARCHITEKTIN<br />

Petra Kleine<br />

sabrinity<br />

K<br />

ein noch so kleines Detail<br />

wird dem Zufall überlassen.<br />

Keine Materialauswahl, kein<br />

Farbton, kein Blickwinkel. Nachdem<br />

Petra Schluer vor wenigen Jahren das<br />

Nebenhaus aufwendig und detailgetreu<br />

historisch zu einem wahren<br />

Schmuckstück umgebaut hat, geht sie<br />

nun ihr wahres Herzensprojekt an.<br />

Petra Schluer<br />

Die studierte Innenarchitektin ist gerade<br />

dabei, ihre Diplomarbeit von damals umzusetzen.<br />

Im Hause der Schwiegereltern<br />

schafft sie aus Deele und Stallungen einzigartige<br />

Räume, die eine architektonische<br />

Meisterleistung aus „Tradition trifft<br />

Moderne“ darstellen.<br />

Mit Herzblut und Begeisterung packt sie<br />

auch selbst mit an, um alles ihren Wünschen<br />

und Vorstellungen entsprechend<br />

umzusetzen. Natürlich unterstützt von<br />

der gesamten Familie, die ja später auch<br />

vom gelungenen Endergebnis profitieren<br />

wird! ■<br />

Ein Sauerländer Fachwerkhaus von innen.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 31


EINBLICKE IN DAS<br />

MADFELDER FACHWERKHAUS<br />

Einzigartige Räume aus<br />

Deele und Stallungen<br />

32 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


“Tradition trifft Moderne“<br />

Ihr Büro für Bauplanung<br />

und Bestandsaufnahme<br />

im Sauerland<br />

Damit Ihr Traumhaus<br />

kein Traum bleibt...<br />

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Schramm Premium Betten & Matratzen | Dauphin Home | Christine Kröncke | BW | u. a.<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 33


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Moderne Stadtvilla<br />

mitten im Sauerland<br />

Janine und Timo Bültmann haben<br />

mit Wiese und Heckmann ihr<br />

Traumhaus realisiert<br />

Anne von Heydebrand<br />

Jürgen Eckert<br />

Das Jahr 2018 werden Janine und Timo Bült<br />

mann wohl nie vergessen. Es war ein Glücksjahr<br />

für die beiden, denn neben ihrer Hochzeit<br />

im Sommer, konnten sie im <strong>Herbst</strong> endlich ihr Traumhaus<br />

beziehen. Die Planungen wurden strikt verteilt:<br />

Er Haus. Sie Hochzeit. Und damit sich das junge Paar<br />

auf das Wesentliche konzentrieren konnte, stand ihnen<br />

mit Wiese und Heckmann ein starker Baupartner zu<br />

Seite.<br />

Mittlerweile hat sich das Paar in ihren eigenen vier Wänden<br />

eingelebt. Die 160 Quadratmeter große Stadtvilla mit<br />

Doppelgarage ist noch immer ihr absolutes Traumhaus.<br />

Janina und Timo Bültmann hatten genaue Vorstellungen,<br />

wie ihr Eigenheim aussehen soll und brachten ihre Ideen<br />

selbst zu Papier. Dass es ein Haus aus Holz wurde, war<br />

Zufall. „Wir haben unsere Zeichnung einer befreundeten<br />

Architektin gezeigt, die selbst in einem Holz-Rahmen-Bau<br />

von Wiese und Heckmann lebt. Wir waren von ihrem Haus<br />

und der tollen Holzdecke begeistert und haben uns dann<br />

ein Angebot dort eingeholt“, erzählt Timo Bültmann. Eine<br />

Entscheidung, die sie nie bereut haben. Es passte von Anfang<br />

an zwischen dem Unternehmen und den Bauherren<br />

aus Heringhausen. „Wir haben uns dort einfach wohlgefühlt.<br />

Alle waren nett und sind voll auf unsere Wünsche<br />

eingegangen. Wir haben uns so gut beraten gefühlt, dass<br />

wir dann auch gar kein anderes Angebot mehr eingeholt<br />

haben“, erklärt die 29-jährige Reiseverkehrskauffrau. Für<br />

sie war es wichtig, dass sie immer einen Ansprechpartner<br />

hatten. „Das Unternehmen ist ja ganz in der Nähe und<br />

wenn während der Bauphase irgendwelche Fragen aufkamen,<br />

waren sie sofort da.“<br />

Im April 2018 lieferte Wiese und Heckmann schließlich<br />

die Außenwände inklusive Kunststofffenster sowie Außenputz.<br />

Drei Tage später stand die Außenhülle und für die<br />

Bauherren begann die eigentliche Arbeit. Den Ausbau des<br />

Hauses wollten sie in Eigenregie fertig stellen. Eine anstrengende<br />

Zeit für das Paar, die sie allerdings nichts missen<br />

wollen. „Wir würden alles wieder genau so machen“, meint<br />

Timo Bültmann. Doch seiner Frau ist auch klar, dass sie<br />

das alles niemals ohne Hilfe geschafft hätten. „Ohne die<br />

Unterstützung unserer Familie wäre das alles sehr schwer<br />

geworden.“<br />

34 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Der Traum hat sich erfüllt<br />

Heute ist das Haus mit seinen 160 Quadratmetern Grundfläche<br />

auf zwei Etagen zum echten Wohlfühlort für das<br />

Paar geworden. Die moderne Küche ist zum Wohn- und<br />

Essbereich offengehalten. Durch die großen, bodentiefen<br />

Fensterelemente ist der Mittelpunkt des Hauses lichtdurchflutet<br />

und bietet an jeder Stelle einen Zugang zum mehr als<br />

1.000 Quadratmeter großen Garten. Während im Erdgeschoss<br />

noch ein Gästezimmer sowie ein Bad untergebracht<br />

ist, befindet sich im Obergeschoss das Schlafzimmer mit<br />

abgeteilter Ankleide, sowie das Familienbad und zwei Kinderzimmer.<br />

Ihr persönliches Highlight: Die weiß-lasierte<br />

Massivholzdecke, die auf beiden Ebenen zu finden ist und<br />

die sie auch schon bei ihrer Architektin begeistert hat.<br />

werden. Für frische Luft sorgt obendrein eine Lüftungsanlage.<br />

Sie säubert und filtert die Frischluft, bevor sie ins Haus<br />

gelangt. Für die beiden Allergiker ein echter Pluspunkt. „In<br />

unserer alten Wohnung haben uns ständig die Augen gejuckt<br />

und wir mussten niesen. Jetzt ist es viel besser. Kein<br />

Vergleich mehr zu früher“, beschreibt Janine Bültmann die<br />

neue Wohnqualität. ■<br />

Während der Planung entschloss sich das Paar für eine<br />

Luftwasserwärmepumpe. Diese nutzt zur Energiegewinnung<br />

die Außenluft und kann unabhängig von grundstücks-<br />

und wasserrechtlichen Bedingungen eingesetzt<br />

Leistungsumfang Wiese und Heckmann<br />

- Entwurf & Bauantrag<br />

- Planungsleistungen & Bauleitung<br />

- Bodenplatte<br />

- Holzrahmenbau<br />

- Fenster<br />

- Außenputz<br />

Hausdaten<br />

- Einfamilienhaus mit Doppelgarage<br />

- Kein Keller<br />

- Dachform: Zeltdach<br />

- Wohnfläche ca. 160 m²<br />

Bauweise und Materialien<br />

- Holzrahmenbauweise<br />

- Dämmung mit Mineralwolle<br />

- sichtbare Massivholzdecken (Fichte) über Erdgeschoss<br />

und Dachgeschoss, weiß-lasiert<br />

- Kunststofffenster (innen weiß, außen anthrazit) /<br />

Kunststoffhaustür<br />

- Fassade: weißer Außenputz<br />

Wiese und Heckmann GmbH<br />

map-mark Elleringhauser Str. 10 ∙ 59939 Olsberg<br />

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Desktop www.moderner-holzbau.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 35


UMZUG<br />

VON<br />

VOSSWINKEL<br />

NACH<br />

BACHUM –<br />

MIT HAUS<br />

Christel Zidi<br />

Marc Niemeyer<br />

T<br />

ransloszierungen, also die Versetzung<br />

von Häusern, gab es gelegentlich auch<br />

im Sauerland. Beispiele sind die Gevelinghauser<br />

Mühle, die Forstscheune in Madfeld,<br />

Haus Böhlsdorf in <strong>Warstein</strong> oder die Theodorus-Kapelle<br />

in Neheim. Die Nachfahren<br />

eines solchen „Hausversetzers“ haben wir in<br />

Arnsberg-Bachum getroffen: Stefan und Hubert<br />

Kemper. Noch als Kinder lebten sie mit Eltern<br />

und Geschwistern in dem alten Bauernhaus.<br />

Heute direkt gegenüber.<br />

Früher standen vor dem Elternhaus der<br />

beiden Brüder zwei Kastanienbäume<br />

36 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Hier, in diesem alten Bauernhof sind Stefan und Hubert<br />

Kemper großgeworden. Besonders Hubert Kemper, der ältere<br />

der beiden Brüder, kann sich gut daran erinnern, dass<br />

oft Bachumer aus dem unteren Dorf zu ihnen ins Haus<br />

kamen. Nicht in der „Guten Stube“, sondern in der Küche<br />

saßen dann die Gäste. Dem ein oder anderen schmeckte<br />

auch der Korn, den der Vater eigens für den Besuch auf den<br />

Tisch gestellt hatte.<br />

Vom Schäfer zum Bauern<br />

„Mein Urgroßvater, der eigentlich Voßwinkeler war, arbeitete<br />

als Schäfer auf dem Hof Ebel“, weiß Stefan Kemper.<br />

„Später hat er sich hier oben das Haus aufgebaut. Nach und<br />

nach kaufte er Land hinzu – und im Laufe der Jahre wurde<br />

aus der Schäferei ein Bauernhof.“ Während Hubert Kemper<br />

in die Fußstapfen seines Vaters trat und bis vor einigen<br />

Jahren als Landwirt tätig war, ging der jüngere Bruder,<br />

Stefan Kemper, in die Industrie. Geregeltere Arbeitszeiten<br />

machten es möglich, dass er zwölf Jahre als Schützenoberst<br />

der St. Isidor-Schützenbruderschaft Bachum wirkte. Die<br />

Kempers - eine rundum beliebte und anerkannte Familie<br />

in Bachum. Eine Anerkennung, die dem Urgroßvater, dem<br />

Erbauer des Hofes, lange Zeit versagt geblieben war …<br />

Die Geschichte des Hauses<br />

Der Neheimer Josef-Georg Pollmann hat sich intensiv mit<br />

der Geschichte dieses Hauses und den damaligen „Auswirkungen<br />

auf das Gemeindeleben“ befasst. Er berichtet<br />

in einem Aufsatz* davon, dass das Haus ohne Absprache<br />

mit der Gemeindevertretung errichtet wurde. Absprachen,<br />

so Pollmann, gab es wahrscheinlich nur interne, zwischen<br />

dem Schäfer Kemper und seinem Auftraggeber, dem Bauern<br />

vom Kaiser-Hof (heute Ebel), einer der Urhöfe Bachums.<br />

Warum Kaiser seine Hudefläche für ein Haus abgab,<br />

ist nicht bekannt. Deshalb mutmaßt Pollmann, „Haus<br />

Kemper könnte durchaus ein neues Hirtenhaus für Kaiser<br />

gewesen sein.“<br />

Dass dieses Haus 1848 transloziert wurde, versetzt von<br />

Voßwinkel nach Bachum, gilt als bewiesen. In den alten<br />

Akten des Arnsberger Stadtarchives ist zu lesen, dass das<br />

Haus von „Voßwinkel nach Bachum gefahren“ wurde. Eine<br />

Ganzteil-Translozierung“ etwa? „Auch die Zeitangabe „des<br />

Morgens“ lässt, so Pollmann, den Rückschluss zu, dass es<br />

sich um eine „Nacht- und Nebelaktion“ handelte.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 37


Hausversetzungen und<br />

Translozierungen<br />

in alter Zeit<br />

Nichts wirklich Seltenes, denn<br />

in früheren Jahrhunderten entstanden<br />

aufgrund „unregelmäßiger<br />

Zuweisungspolitik für<br />

Siedlungswillige viele Häuser<br />

‚schwarz’“. Die Häuser wurden<br />

oftmals heimlich errichtet und<br />

mussten am nächsten Morgen<br />

fertig sein, da sie sonst abgerissen<br />

wurden.<br />

Die Balken der Fachwerkhäuser waren miteinander<br />

verzapft und ließen sich so leicht wieder voneinander<br />

trennen. Das Lehmgefache zwischen den Holzbalken<br />

musste anschließend allerdings erneuert werden. Als Transportmittel<br />

dienten wahrscheinlich Baumstämme, auf denen<br />

die großen Teile auflagen. Mithilfe von Pferden konnte<br />

das Schwergut dann bewegt werden.<br />

Gemeindemitglied ohne Rechte<br />

Bei seinen gründlichen Recherchen fand Pollmann heraus,<br />

dass der Schäfer Kemper 1852 ein Bittschreiben an<br />

die Gemeindevertretung Bachum schickte. Der Inhalt ist<br />

nicht bekannt, aber die Antwort: Kemper musste von da<br />

an jährlich einen Taler als „Communalgefälle“ an die Gemeindekasse<br />

entrichten. Damit war er zwar in die Gemeinde<br />

aufgenommen, allerdings „unter Ausschließung aller<br />

Stefan und Hubert Kemper<br />

Nutznießung“. Aufgrund dieser Querelen<br />

war das Leben für den Schäfer wohl<br />

nicht einfach, denn, so Pollmann,<br />

„ohne irgendein Anrecht auf<br />

Nutznießung dörflicher Rechte<br />

konnte im Prinzip jeder kleine<br />

Fehltritt als Frevel ausgelegt<br />

werden.“ „Das haben die gar<br />

nicht gern gesehen, dass man so<br />

weit außerhalb ein Haus baute“,<br />

weiß auch Stefan Kemper. Und<br />

Pollmann zitiert aus den Akten des<br />

Stadtarchivs: „ …weit von den nächsten<br />

Häusern mitten im Walde wo gar<br />

kein ordentlicher Weg dahin fürth und der<br />

ganzen Gemeinde zum Nachteil seye.“ Bereits 1858<br />

wollte Schäfer Kemper ein neues Haus errichten - wegen<br />

des schlechten Zustandes des 1848 errichteten Hauses oder<br />

zur Hofvergrößerung. Beim geplanten Neubau gab es aber<br />

Streit mit einem weiteren Bachumer Neuansiedler, worauf<br />

Kemper sein Haus wohl nur auf seiner Parzelle vergrößern<br />

durfte.<br />

All das ist lange her. Die Hausstreitigkeiten längst aus dem<br />

Wege geräumt und Bachum wieder ein „friedliches Dörfchen“<br />

– mit den Kempers, die noch immer weit draußen<br />

wohnen, aber trotzdem „mittendrin“ sind, als wichtige<br />

Mitglieder der Bachumer Dorfgemeinschaft. ■<br />

Aufsatz aus dem Buch “Bauten in Bewegung”: Eine Translozierung 1848 und ihre<br />

Folgen für das Gemeindeleben im sauerländischen Bachum (Josef –Georg Pollmann)<br />

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Gepflegte und gelebte <strong>Warstein</strong>er Heimatgeschichte<br />

<strong>Warstein</strong>, Rosengasse 5<br />

Sabina Butz<br />

S. Droste<br />

Auf der Suche nach der Rosengasse 5 in <strong>Warstein</strong> findet man sich in einer kleinen Nebenstraße mit gemischten<br />

Mehrfamilienhäusern ohne besondere Auffälligkeiten oder gar ästhetischem Anspruch. Noch bevor man die Hausnummer<br />

5 erkennt, steht da ganz plötzlich und unvermutet ein kleines, malerisches altes Häuschen in einem zauberhaften<br />

Garten mit alten Obstbäumen und vielen, vielen Bauernpflanzen, reichlich dekoriert mit bäuerlichen Nutzgegenständen<br />

und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Hier wird sich schon so mancher Besucher verblüfft die Augen gerieben<br />

haben. Sind wir im Märchenwald gelandet? Ein Heimatmuseum mitten in einer unscheinbaren Gegend? Der 71-jährige<br />

Eigentümer, Manfred Gödde, <strong>Warstein</strong>er Urgestein, gelernter Kaufmann mit 30-jähriger Sparkassen-Berufstätigkeit und<br />

35-jähriger Politikerfahrung, unter anderem als <strong>Warstein</strong>er Bürgermeister, empfängt uns vor der Haustür. Er stellt uns<br />

als erstes seine Lebensgefährtin, Anni Dunker vor, ohne deren Unterstützung „das alles gar nicht möglich wäre“.<br />

<strong>WOLL</strong>: Was genau versteckt sich hinter der Adresse Rosengasse<br />

5 in <strong>Warstein</strong>?<br />

Manfred Gödde: Das älteste Haus <strong>Warstein</strong>s. Ich habe es<br />

von meinen Eltern geerbt und ab 2014 vollständig renoviert.<br />

Eine Renovierung unter Denkmalschutz und liebevoller Bewahrung<br />

alter Schätze, wie Haushaltsgegenstände, Werkzeug<br />

und Spielzeug der ehemaligen Bewohner. Heute vermiete<br />

ich es an Feriengäste und biete Führungen für kleine<br />

Besuchergruppen an.<br />

<strong>WOLL</strong>: Welche historischen Fakten gibt es zur Rosengasse<br />

5?<br />

Manfred Gödde: Im Jahr 1617 wurde <strong>Warstein</strong> durch einen<br />

verheerenden Stadtbrand völlig vernichtet. Die Stadtväter<br />

40 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


entschieden, dass der Wiederaufbau auch außerhalb der bis dahin geltenden<br />

Stadtgrenzen stattfinden durfte, ohne dass die Bürger ihr Bürgerrecht verlieren<br />

sollten. Auf einer solchen Parzelle „Bruch 28“ könnte eines dieser Häuser gestanden<br />

haben, das mit noch brauchbaren Baumaterialien aus den verbrannten<br />

Häusern errichtet wurde. Der jetzige Mescheder St.- Walburga-Pfarrer Michael<br />

Schmitt, gebürtiger <strong>Warstein</strong>er, ist historisch sehr versiert und ausgewiesener<br />

Experte in der Regionalgeschichte. Er konnte einen entsprechenden Nachweis<br />

für den Namen „Lourweges Haus“ aus dem Jahr 1757 aus einem alten Kirchenbuch<br />

erbringen. Bis heute hat das Haus noch bei vielen älteren <strong>Warstein</strong>ern den<br />

Beinamen „Lorwigs Häuseken“.<br />

Meine Großmutter, Elisabeth Sprave, geb. Felmecke, ist in diesem Haus geboren<br />

worden, meine Mutter hat es geerbt und nun ist es in meinem Besitz. Das<br />

Haus ist ca. 400 Jahre immer bewohnt worden. Zu den Bewohnern zählten<br />

neben den Familienangehörigen eine Kuh und ein Schwein, manchmal auch<br />

zwei, die in den Ställen rechts und links der Deele untergebracht waren. Dazu<br />

kamen natürlich noch jede Menge Hühner, und ein Hofhund dürfte auch nicht<br />

gefehlt haben. Ich kann mich noch gut erinnern, wie 1956 die letzte Kuh aus<br />

dem Haus geführt wurde. Damals verwirrten mich die Tränen in den Augen<br />

meiner Verwandten, heute verstehe ich ihre Trauer.<br />

<strong>WOLL</strong>: Warum haben Sie 2014 die aufwändige Restauration vorgenommen?<br />

Manfred Gödde: Das Haus war heruntergekommen und sollte ganz abgerissen<br />

werden. Es entsprach einfach nicht mehr unserem Wohnstandard. Da ich immer<br />

schon alle möglichen alten Dinge gesammelt habe, zerriss es mir förmlich<br />

das Herz. Es muss genetisch begründet sein, denn das alte, krumme, verwunschene<br />

Haus enthielt so viele kleine Kostbarkeiten, von altem Geschirr über<br />

Haushaltsgegenstände, Bilder und Handwerkszeug, die ich einfach nicht entsorgen<br />

konnte.<br />

So reifte der Plan, das Häuschen bewohnbar und vermietbar wieder herzurichten.<br />

Der Denkmalschutz musste beachtet werden, die kleinen Ställe mussten zu<br />

Wohnraum umfunktioniert werden, ein Badezimmer fehlte, Elektro-, Heizungund<br />

Sanitäranlagen wurden installiert bzw. renoviert. Eine Menge Arbeit, aber<br />

schon von Anfang an bekam ich von <strong>Warstein</strong>er Bürgern und auch überregio-<br />

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In der Diele<br />

In der Küche<br />

In der Schlafstube<br />

nal die eine oder andere „Kostbarkeit“, mit der Bemerkung<br />

„Wir können damit nichts mehr anfangen, aber Du weißt<br />

diese Dinge doch zu schätzen“. So entstand eine beachtliche<br />

Sammlung von alten Gebrauchsgegenständen, die immer<br />

noch weiter ergänzt wird, wobei die meisten Gegenstände<br />

original aus dem Haus stammen.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie beurteilen Ihre Mieter das Haus?<br />

Manfred Gödde: Bislang haben wir nur begeisterte Reaktionen<br />

zu hören bekommen. Die Gäste sprechen von einer<br />

besonderen Gemütlichkeit, einer Puppenstube oder einem<br />

Knusperhäuschen. Man fühlt sich wohl in diesem Haus und<br />

behandelt das Inventar sehr respektvoll. Bisher haben wir<br />

überhaupt keine negativen Erfahrungen machen müssen.<br />

Auch die kleinen Führungen, die ich gelegentlich anbiete,<br />

werden sehr geschätzt und sind immer wieder auch für mich<br />

eine Bestätigung, dass ich mit meiner Einschätzung, das<br />

Alte zu bewahren, vielen Menschen aus der Seele spreche.<br />

<strong>WOLL</strong>: Gibt es etwas, was Sie den <strong>Warstein</strong>er Bürger/<br />

innen sagen möchten?<br />

Manfred Gödde: Der Denkmalschutz wird von mir als Privatperson<br />

akzeptiert, respektiert und finanziert. Das erkennen<br />

viele <strong>Warstein</strong>er Bürger/innen an. Mein Idealismus wird<br />

als solcher gewertschätzt.<br />

Es ist ein schönes Gefühl, alte Traditionen in alten Häusern<br />

hautnah und nachfühlbar zu gestalten.<br />

Zugegeben, es ist ein kostspieliges Hobby. Alte, denkmalgeschützte<br />

private Gebäude vor Verfall und Abbruch zu retten,<br />

sollte auf dem Land und in der Stadt umfangreich unterstützt<br />

werden. ■<br />

42 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


„Friede den Einkehrenden, Heil den<br />

Gehenden“ – Gastfreundschaft spielt<br />

bei den Benediktiner-Mönchen eine<br />

große Rolle.<br />

Bei den Benediktiner-Mönchen<br />

in Meschede<br />

„Eine Zelle ist ein<br />

Rückzugsort“<br />

Monika Loerchner<br />

I<br />

ch betrete die Zelle von Bruder Benjamin. Eine Matratze<br />

liegt auf dem kalten Steinboden. Die Wände<br />

sind kahl und feucht, das winzige Fenster vergittert.<br />

„Monika?“ - Georg, mein Fotograf, bringt mich zurück<br />

in die Wirklichkeit. „Wenn du mal kurz zur Seite gehen<br />

könntest?“ Zurück im Hier und Jetzt stehe ich inmitten<br />

eines lichtdurchfluteten Raumes. Alles ist ganz anders, als<br />

ich es mir vorgestellt habe. Aber fangen wir von vorne an.<br />

„Wie leben eigentlich Mönche heutzutage?“ – Dieser Frage<br />

wollte ich auf den Grund gehen. Zu meiner Überraschung<br />

zeigte sich P. Cosmas Hoffmann, Prior der Abtei Königsmünster<br />

in Meschede, sehr angetan von der Idee. Nachdem V.<br />

Abt Aloysius Althaus seine Zustimmung gegeben hatte, stand<br />

einem Besuch bei den Brüdern vom Orden des Heiligen Benedikt<br />

nichts mehr im Wege. Ich werde von Bruder Benjamin,<br />

55, und Bruder Symeon, 29, begrüßt. Bruder Benjamin ging<br />

im Alter von 21 Jahren ins Kloster, Bruder Symeon ist seit vier<br />

Georg Giannakis<br />

Jahren Teil des drittgrößten Benediktinerordens Deutschlands.<br />

50 Brüder zwischen 27 und 92 Jahren gehen hier „zusammen<br />

durch Dick und Dünn“, wie Bruder Symeon sagt.<br />

Ora et labora et lege<br />

Die Gebete werden immer zu festen Zeiten verrichtet, geben<br />

den Brüdern Halt. Dazwischen gemeinsames Essen, Zeit zum<br />

Studieren. „Viele kennen nur ‚Ora et labora‘, dabei heißt es auch<br />

noch ‚et lege‘, also ‚Bete und arbeite und lies!“, erklären mir die<br />

Mönche. Dann führen sie also ein Leben, in dem jede Minute<br />

verplant ist? Kopfschütteln. „Wir haben einen ganz normalen<br />

Acht-Stunden-Arbeitstag“, sagt Bruder Symeon. Bruder Benjamin<br />

ergänzt: „Wir haben sogar drei Wochen Urlaub im Jahr.“<br />

Dennoch vermisst er die fehlende Spontanität, „dass ich mich<br />

nicht mehr in mein privates Auto setzen und irgendwohin fahren<br />

kann.“ Tatsächlich teilen sich die 50 Brüder sechs Fahrzeuge.<br />

Und was vermisst ein Mönch wohntechnisch am meisten?<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 43


„Ein eigenes Badezimmer!“ Bruder Benjamin<br />

lacht. „Das wird Ihnen jeder Brüder unterschreiben.“<br />

In den Zellen<br />

besser: Sie werden von der freundlichen, individuellen Einrichtung<br />

beiseite gefegt, verblassen unter dem einfallenden Sonnenlicht.<br />

Ich bin baff. Während Georg Fotos schießt, versuche<br />

ich mein Bestes, doch noch einem Hauch Mittelalter auf die<br />

Spur zu kommen.<br />

Die Zimmer der Mönche sind circa 14 qm<br />

groß. „Natürlich heißt es ‚Zelle‘, aber wir<br />

sind hier ja nicht im Gefängnis“, erklärt<br />

mir Bruder Symeon. Tatsächlich<br />

bedeutet das Wort „Zelle“ in seiner<br />

ursprünglichen Bedeutung „Rückzugsort“.<br />

Der ist umso wichtiger, wenn<br />

man ansonsten alles miteinander teilt.<br />

Zwar verfügen viele Brüder über<br />

ein Handy oder Laptop, jedoch<br />

werden diese überwiegend als<br />

Arbeitsgeräte eingesetzt. Präsenz<br />

in den sozialen Medien,<br />

Live-Streams der<br />

Gottesdienste bei You-<br />

Tube. Darf man das<br />

überhaupt? „Zu Zeiten<br />

des Heiligen Benedikts<br />

gab es zum Beispiel<br />

das Wort ‚privat‘<br />

gar nicht “, so Bruder<br />

Benjamin. Daher<br />

müssen die Mönche es<br />

schaffen, die Regeln des<br />

Ordensgründers in die<br />

heutige Zeit zu übersetzen,<br />

„sonst enden wir als<br />

Museum.“ Wir betreten<br />

das Innere des Klosters,<br />

gehen über hellen Boden<br />

aus Muschelkalk. Die Flure<br />

sind still, aber hell. Bis jetzt<br />

ist nichts so, wie ich es mir<br />

vorgestellt hatte. Bruder Benjamin<br />

öffnet eine Tür. „Bitte,<br />

kommen Sie hinein.“ Ich betrete ein wunderschönes, helles,<br />

geschmackvoll eingerichtetes Zimmer. Sorgfältig ausgewählte<br />

Bilder schmücken die Wände. Viele Bücher und zwei Hanteln<br />

verraten, womit sich Bruder Benjamin in seiner freien Zeit<br />

beschäftigt. Das Zimmer strahlt pure Behaglichkeit aus. In<br />

Bruder Symeons Zimmer ergeht es meinen Vorurteilen nicht<br />

Bruder Symeon und Bruder<br />

Benjamin bei einem Spaziergang<br />

im klostereigenen Park.<br />

Alltagsleben<br />

„Sicher haben Sie doch eine Putzkraft?“ „Nein,<br />

wir halten unsere Zimmer selbst sauber. Für die<br />

Duschen und Toiletten gibt es einen Putzplan.“ Nur<br />

nicht für die Küche. Die Brüder werden nämlich<br />

über die Großküche versorgt, die auch Gästehaus<br />

und Café beliefert. „Wir werden zu<br />

gut versorgt“, verrät Bruder Benjamin<br />

und lacht. „Sonst bräuchte ich ja keine<br />

Hanteln!“ Wir schauen uns noch<br />

eines der acht Gästezimmer an. Hier<br />

können männliche Nicht-Mönche<br />

einige Zeit lang das Kosterleben<br />

kennenlernen („Gehen<br />

Mönche eigentlich in<br />

Rente?“ – „Gott sei Dank<br />

nicht“, sagt Bruder Benjamin),<br />

sich Gott wieder<br />

annähern. Ein Angebot,<br />

das oft und gern genutzt<br />

wird. Zwanglose Treffen<br />

der Brüder finden im<br />

Park statt, bei kaltem oder<br />

schlechtem Wetter im Fernsehraum.<br />

Wenn ein WM-<br />

Spiel stattfindet, läuft der<br />

Fernseher.<br />

Eine neue, große Familie<br />

„Manche Menschen denken,<br />

wir wären halbe Engel“,<br />

erzählt Bruder Benjamin.<br />

„Dabei sind wir auch nur<br />

Menschen!“ „Streiten Sie sich auch mal?“, frage ich vorsichtig.<br />

Bruder Symeon nickt. „Auf jeden Fall! Aber wir halten uns an<br />

die Regel, dass man bis zum Abend wieder Frieden schließen<br />

soll.“ Bruder Benjamins alter Novizenmeister pflegte immer<br />

zu sagen, dass Mönche in erster Linie Menschen sind, danach<br />

Christen und erst an dritter Stelle Mönch, „sonst haben Sie<br />

44 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Helle Möbel, fröhliche Farben:<br />

Die Mönchszelle von Bruder Benjamin.<br />

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Auch Bruder Symeon durfte sich seine Zelle nach eigenen Wünschen einrichten.<br />

Besonders genießt er die wunderschöne Aussicht über Meschede.<br />

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am Ende ein unmenschliches oder unchristliches Mönchtum.“ Bruder Symeon ergänzt:<br />

„Man kann Gott ja auch dienen, wenn man kein Mönch ist. Jeder Mensch<br />

ist anders.“<br />

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im deutschsprachigen<br />

Raum. Die Zimmerei-Holzbau<br />

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Darum ist es den Mönchen auch wichtig, dass niemand überstürzt in den Orden<br />

eintreten kann. Intensive Gespräche und eine lange Probezeit klären, ob jemand<br />

wirklich zum Mönch berufen ist. Ist das der Fall, findet er in der Abtei Königsmünster<br />

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Gibt es denn auch Freundschaften unter den Mönchen? „Natürlich“, sagt Bruder<br />

Benjamin. „Wenn es einem schlecht geht, muss man an eine Tür klopfen können.<br />

Das hat für mich auch viel mit einem Zuhause zu tun.“ ■<br />

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MIT ZIMMERMANN HAUS DAS<br />

EIGENE TRAUMHAUS REALISIEREN<br />

„J<br />

edes neue Haus/Projekt ist so individuell wie<br />

der Mensch, der dahintersteht“, sagt Matthias<br />

Pape von Zimmermann Haus in Schmallenberg.<br />

Für ihn ist die Zusammenarbeit mit den Bauherren<br />

immer wieder anders, aber stets unglaublich spannend.<br />

So ist es ihm auch mit Thorsten Schulte und seiner Lebensgefährtin<br />

Katharina Schmidt ergangen. In Oberhenneborn<br />

hat das Paar in diesem Jahr sein Traumhaus errichten lassen.<br />

Beide sind - wie geplant -Anfang August eingezogen. Auch<br />

ein wenig stolz, “ein für uns so großes Projekt gemeistert zu<br />

haben.”<br />

“Unser Plan war es von vornherein, in ein möglichst fertiges<br />

Haus ‚ohne noch vorhandene Baustellen’ zu ziehen und das<br />

haben wir auch geschafft.“ Den Traum vom eigenen Haus<br />

haben viele Menschen. Matthias Pape weiß, dass der Weg<br />

dorthin selten einfach ist: „Vieles muss berücksichtigt, Kleingedrucktes<br />

gelesen und Gesetzespassagen richtig verstanden<br />

werden. Es gibt so vieles, was beachtet werden muss, das kostet<br />

viel Geduld und Zeit.“ Wichtig für Bauherren, sich dann<br />

auch für den richtigen Anbieter zu entscheiden. Das Oberhenneborner<br />

Paar hat für sich die richtige Entscheidung getroffen:<br />

„Uns war nach viel Recherche und Vergleich von vielen Anbietern<br />

letztlich wichtig, dass wir mit einem lokalen Anbieter<br />

bauen und somit immer einen greifbaren Ansprechpartner in<br />

der Nähe haben. Die Firma Zimmermann Haus hat uns von<br />

Anfang an ‚an die Hand genommen’ und uns während der<br />

ganzen Bauphase super begleitet.“<br />

Lösungsorientiert und im Sinne<br />

des Kunden<br />

Das Bauherrenpaar hatte sich schon im Vorfeld viele Gedanken<br />

gemacht. Die Grundrissplanung setzten sie dann – nach<br />

ihren Bedürfnissen - mit der Architektin, Petra Schirmer von<br />

Zimmermann Haus, um. Dann konnten die Bauherren beobachten,<br />

wie aus den Planungen, auf Papier bzw. am Computer,<br />

das schöne Haus mit Holzverschalung in Oberhenneborn entstand.<br />

Ein spannender Prozess für alle Beteiligten. „Betrachten<br />

wir heute rückblickend unsere ersten eigenen Skizzen zum<br />

Eigenheim, dann haben wir, um einige gute Ideen von Petra<br />

Schirmer ergänzt, genau unser Traumhaus realisieren können.<br />

Natürlich gab es während der Bauphase immer mal wieder<br />

46 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


„Wir würden auch noch einmal<br />

mit Zimmermann Haus bauen“<br />

Probleme, die es zu lösen galt. Aber<br />

auch da muss man wirklich sagen, dass<br />

Christian Himmelreich, der Bauleiter,<br />

immer lösungsorientiert und in unserem<br />

Sinne die Probleme aus der Welt<br />

geschaffen hat.“<br />

Bei der Planung mussten nicht nur das<br />

Wohnen, sondern auch die selbständige<br />

Tätigkeit und damit das Homeoffice<br />

und die Hobbys im Grundriss vereint<br />

werden: „Wir haben mit einem großzügigen<br />

Büro im Erdgeschoss alle Voraussetzungen<br />

dafür geschaffen. Das Büro<br />

ermöglicht es mir, in meiner nebenberuflichen<br />

Tätigkeit als Grafiker auch<br />

Kunden zu empfangen, ohne dass diese<br />

durch die privaten Räume gehen müssen.<br />

Zudem haben wir alle Räume im<br />

Haus entsprechend mit Netzwerk-Anschlüssen<br />

ausgestattet, um auch dort<br />

unabhängig arbeiten zu können“, berichtet<br />

Thorsten Schulte.<br />

Als „Kellerersatz“ wurde ein ziemlich<br />

großes Garagengebäude direkt an das<br />

Haus angebaut, so dass das Bauherrenpaar<br />

immer auf kurzen und trockenen<br />

Wegen direkt in das Haus kommen<br />

kann. Auch der Hauswirtschaftraum<br />

im EG ist sehr zentral gelegen und sorgt<br />

zusätzlich für kurze Wege. Es mangelt<br />

also nicht an Bewegungsfreiraum. Insgesamt<br />

sind die Räume, wie der Bauherr<br />

berichtet „alles in allem recht großzügig<br />

geschnitten und wir freuen uns über<br />

unseren großen Garten von rund 600<br />

m² mit direktem Zutritt aus Küche und<br />

Wohnzimmer.“ Wie wichtig eine gute<br />

Planung für die Zukunft ist, weiß das<br />

junge Bauherrenpaar auch: „Ja, auch das<br />

war für uns ein Thema bei der Planung<br />

(wenn auch nicht das Wichtigste). Unser<br />

Erdgeschoss ist so geplant, dass aus dem<br />

jetzigen Büro im Grunde jederzeit ein<br />

Schlafzimmer entstehen könnte. Auch<br />

das Gäste-Bad im EG haben wir entsprechend<br />

mit einer bodentiefen Dusche<br />

versehen, um im Falle des Falles unabhängig<br />

vom Hauptbad im OG zu sein.“.<br />

Thorsten Schulte und Katharina<br />

Schmidt sind mit den Leistungen, der<br />

Zusammenarbeit mit Zimmermann-<br />

Haus „ohne Übertreibung: wirklich<br />

sehr zufrieden.“ Und so können beide<br />

einstimmig sagen: „Wir würden auch<br />

noch einmal mit der Firma Zimmermann<br />

Haus bauen.” ■<br />

Zimmermann Haus<br />

Mein Haus nach Maß.<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 47


Oberhenneborn setzt auf<br />

Natur und das „Wir-Gefühl“<br />

Andreas Melliwa<br />

Klaus-Peter Kappest<br />

V<br />

or 36 Jahren ist Schmallenberg-Oberhenneborn<br />

zu einem der attraktivsten Dörfer Deutschlands<br />

gewählt worden. Die Goldmedaille im Wettbewerb<br />

„Unser Dorf soll schöner werden“ war damals eine<br />

große Überraschung – besonders für die Oberhenneborner<br />

selbst. Denn sie hatten eigentlich nicht mehr getan,<br />

als die Schönheit ihrer Heimat ins rechte Licht zu setzen.<br />

Und damit haben sie auch heute noch Erfolg…<br />

Die Augen glänzen noch wie damals, wenn Annette Göddeke<br />

von der Preis verleihung in Berlin erzählt: Fünf Jahre lang<br />

hatten die Oberhenneborner immer wieder am Wettb ewerb<br />

„Unser Dorf soll schöner werden“ teilgenommen, jedes Jahr<br />

war man dem großen Ziel ein Stück nähergekommen. 1985<br />

gelang dann der große Coup. Bundesgolddorf – Oberhenneborn<br />

gehörte zu den 13 schönsten Dörfern Deutschlands.<br />

„Morgens um acht kriegten wir den Anruf“, erinnert sich<br />

die damalige Vorsitzende des Dorfverschönerungsvereins,<br />

„danach war hier Ausnahmezustand!“ Oberhennebor ner,<br />

die bereits auf dem Weg zu Arbeit waren, kehrten wieder<br />

um, die Kirchen glocken läuteten, der Schützenverein ließ<br />

Böllerschüsse los.<br />

Alles begann in der Dorfkneipe<br />

Ohne das gemütliche Frauen- Treffen in „Wüllners Landgasthof“<br />

wäre es wohl nie soweit gekommen. Der damalige<br />

Ortsvorsteher fragte Anfang der 1980er-Jahre vorsichtig<br />

nach, ob denn nicht eine der Damen ein bisschen Zeit hätte,<br />

etwas fürs Dorf zu tun. „Wenn, dann alle von uns!“ war die<br />

Antwort, und die Keimzelle des Dorfverschönerungsvereins<br />

war geboren. Alle weiteren Planungen liefen dann auch in<br />

der Kneipe zusammen, hauptsächlich beim sonntäglichen<br />

Frühschoppen. Der war gesetzt: Pünktlich nach dem letzten<br />

Lied in der Messe ging’s zu „Wüllners“, <strong>Warstein</strong>er und<br />

Veltins vom Fass, die dunklen Zigarren machten rechts vom<br />

Tresen die Runde, die hellen links rum.<br />

Feuchtbiotope, Unkraut und Kopfsteinpflaster<br />

„Wir hatten Glück, dass damals ein Umdenken im Wettbewerb<br />

stattfand“, erinnert sich Annette Göddeke, „zuvor<br />

sollten sich die Dörfer zu einer Art Kur ort entwickeln. Jetzt<br />

rückte die Natur, das Dorf als Lebensraum in den Mittelpunkt“.<br />

Das gefiel den Oberhennebornern und sie legten<br />

48 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


los: Wilde Wiesen wurden angelegt, Feuchtbio tope,<br />

das alte Kopfstein pflaster unter der dicken Asphaltdecke<br />

hervorgeholt. „Wir haben etwas für uns, fürs<br />

Dorf gemacht, und das hat wohl letztlich den Ausschlag<br />

gegeben!“ sind sich die Oberhenneborner<br />

sicher.<br />

Ein Dorf voller (Foto)Perspektiven<br />

Den Schwung aus der Wettbewerbs zeit haben sie ins<br />

Heute mitgenommen. Medaillen hat es zwar nicht<br />

mehr gegeben, aber das Dorf hat sich behutsam<br />

weiterentwickelt. Zahl reiche Wanderrouten sind<br />

entstanden, wie zum Beispiel die Golddorf-Route<br />

mit Bienenlehrpfad und – als letztes Projekt – die<br />

Fotoroute. Auf dem Rundwanderweg hat der<br />

renommierte Landschaftsfotograf Klaus-Peter Kappest<br />

besonders reizvolle Stellen zum Fotografieren<br />

ausgesucht, auf Schildern gibt er dort Tipps für<br />

optimale Aufnahmen. Der Clou sind fest installierte<br />

Stative, an denen jeder sein Handy oder Fotoapparat<br />

festmachen kann. Wer will, kann auch eine Fototour<br />

mit dem Meister selbst buchen.<br />

Biertresor für Jedermann<br />

Als Geheimtipp entlang der Wanderwege gilt allerdings<br />

der Osterfeuerplatz. Hier hat Annette Göddeke<br />

an ihrem Lieblingsort einen kleinen unterirdischen<br />

Getränkevorrat angelegt. Bier, Limo, Cola und<br />

Wasser, alles da für Jedermann. Die Kasse ist ein<br />

kleines Kästchen und Vertrauenssache. Bodenständiger<br />

Charme im besten Sinne des Wortes. Und so<br />

wollen die Oberhenneborner ihren Ort wei ter pflegen.<br />

Vielleicht reicht’s ja dann doch noch mal für<br />

Böllerschüsse und Glockenläuten. Irgendwann… ■<br />

Golddorf mit Perspektiven<br />

Vitalität und Lebensfreude durch<br />

gesunden Schlaf. Wir beraten<br />

Sie individuell.<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 49


Sabina Butz<br />

Anke Kemper<br />

Der Buiterling: Bauen im Sauerland<br />

Prozent der Deutschen leben mietfrei in einer<br />

Wohnung oder einem Haus. 48,6 Prozent<br />

51,4 leben zur Miete. Damit liegen wir europaweit<br />

auf dem niedrigsten Wert, nirgendwo sonst gibt es weniger<br />

selbstgenutztes Wohneigentum als bei uns. Die Gründe für diese<br />

Zurückhaltung dürften vielfältig sein, für den HSK könnten folgende<br />

Fakten eine maßgebliche Rolle spielen:<br />

Da möchte zum Beispiel ein Bewohner der Kreisstadt ein Einfamilienhaus<br />

bauen. Einen Bauplatz hat er geerbt, was für einen<br />

echten Poahlbürger nicht unwahrscheinlich ist. Die Finanzierung<br />

steht, fehlt nur noch die Umsetzung in die Tat: Als Erstes<br />

sucht unser Bauherr einen Architekten. Als Poahlbürger hat<br />

man da natürlich so seine Rücksichtsnahmen zu bedenken. Der<br />

Architekten-Schwager muss bedacht werden, sonst hängt der<br />

Haussegen schief. Vielleicht könnte man aber für die Statik den<br />

Kegel-, Skat- oder Schützenbruder einsetzen? Schwierig, weil<br />

immer einer zu kurz kommt und dann vielleicht verstimmt sein<br />

könnte. Die einzelnen Gewerke, so nennt man die notwendigen<br />

Handwerkerdienste beim Bau, stellen dann ein ähnlich schwieriges<br />

Problem dar, wie die Sitzordnung beim Kommunionskaffeetrinken<br />

oder nächsten Familienfest. Wenn der Installateur oder<br />

der Dachdecker nicht im engsten Familienkreis gefunden werden<br />

kann, dann bestimmt im erweiterten Bekanntenkreis. Schon<br />

wieder dürfte die Entscheidung für diesen oder jenen, bei mehreren<br />

anderen liebenswerten und gleich qualifizierten Freunden<br />

eine Verstimmung auslösen. Den Maler des Innenbereichs, der<br />

sich der Beobachtung von draußen entzieht, könnte man vielleicht<br />

nach Preis-Leistung auswählen, vorausgesetzt, er fährt ein<br />

neutrales Auto. Bei der Gartenanlage könnte man ja selber Hand<br />

anlegen, und so allen Problemen aus dem Weg gehen, wenn da<br />

nicht der angeheiratete Neffe wäre, der sich doch gerade erst<br />

selbstständig gemacht hat und dringend Aufträge benötigt.<br />

Das ganze Dilemma dürfte für den Poahlbürger der einzig denkbare<br />

Anlass sein, einmal den Buiterling zu beneiden, der frei von<br />

solchen Überlegungen, fröhlich seinen Bau vorantreibt. Gönnen<br />

wir es dem Buiterling, er hat ja sonst nicht unbedingt viel zu<br />

lachen. ■<br />

50 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


IMMOBILIEN SEIT 1820<br />

Feng Shui im Land der 1000 Berge<br />

OHNE BAMBUS UND<br />

OHNE BUDDHAS<br />

Christel Zidi<br />

W<br />

er ein gutes Einrichtungsgefühl<br />

besitzt und<br />

weiß, dass sich in seinem<br />

Heim auch Gäste wohlfühlen, handelt<br />

intuitiv nach uralten Regeln.<br />

In China hat man diese Gesetzmäßigkeiten<br />

in der Harmonielehre<br />

“Feng Shui” niedergeschrieben.<br />

Schlicht ausgedrückt geht es darum,<br />

die positiven Kräfte zu stärken und<br />

die negativen meiden. Um diese alte<br />

Wissenschaft in Vollendung zu verstehen,<br />

benötigt es einer langen Ausbildung.<br />

Für den Anfang reicht aber<br />

schon ein gutes Bauchgefühl.<br />

Im Feng Shui spricht man von Energie,<br />

die fließen soll, Chi genannt.<br />

Dieses Chi kann man sich einfach als<br />

einen kleinen Strom vorstellen, der<br />

durchs Haus fließt. Der Strom möchte<br />

nicht stolpern, nicht hängenbleiben.<br />

Nicht an ungünstig stehenden Möbelstücken,<br />

nicht an lagernden Kisten.<br />

Wie ein kleines Kind, das mit ausgebreiteten<br />

Armen durch die Wohnung<br />

läuft. Würden sich ihm in Ihrem Haus<br />

Hindernisse auftun? Damit dieser<br />

Fluss in langen, engen Fluren nicht zu<br />

schnell fließt, hilft ein quer liegender<br />

oder quer gemusterter Teppich. Das<br />

Chi liebt Licht, Pflanzen, schöne Dekorationen.<br />

Keine ausgestopften Tiere<br />

und tote Blumen. Und aufgeräumte<br />

Räume. Auch sollte das Schlafzimmer<br />

nicht zum Home Office werden.<br />

Denn wer findet schon Ruhe, wenn<br />

er vor dem Einschlafen auf unerledigte<br />

Aktenberge blickt? Hört sich doch<br />

ganz logisch an und nicht nach unverständlichem<br />

Chinesisch, oder?<br />

Bett und Sofa sollten nicht frei im<br />

Raum stehen, sonst fehlt das Gefühl<br />

von Sicherheit. Der direkte Blick zur<br />

Tür ist wichtig. Mit dem Rücken zur<br />

Tür fühlt man sich nirgendwo wohl.<br />

Spiegel sollten nicht direkt gegenüber<br />

Türen platziert werden. Selbst der<br />

schönste Mensch erschrickt, wenn er<br />

beim Hereinkommen „eine Person“<br />

erblickt. Anders im Esszimmer: Hier<br />

symbolisieren sie den sich verdoppelnden<br />

Speisenreichtum.<br />

Feng-Shui lässt sich auch in Häusern<br />

mit westlichem Interieur wunderbar<br />

anwenden. Mitten im Sauerland<br />

und je nach Geschmack auch ohne<br />

fernöstlichen Bambus und Buddha-<br />

Statuen. ■<br />

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Volkert Bahrenberg von der Band „Gospel Spontan“<br />

Seelsorgerische Gespräche als<br />

Inspiration für Bluegrass-Songtexte<br />

Britta Melgert<br />

Georg Giannakis & Privat<br />

G<br />

etuschel im Publikum. Der Zuschauerbereich<br />

hatte sich peu à peu gefüllt. Vorfreude und Spannung<br />

halten sich die Waage. Auf der Bühne ist es<br />

noch recht dunkel. Es gibt dort kaum etwas, das man betrachten<br />

könnte. Keine bunten Lichter, kein Mischpult,<br />

keine Nebelmaschine und erst recht keine Roadies*. Zwei<br />

Lautsprecherboxen, ein einziges Mikrophon und ein Notenständer<br />

– das ist alles. Doch nun kommen sie – die fünf<br />

Musiker mit ihren Instrumenten. Ein Lichtkegel erstrahlt<br />

und sie stellen sich im Halbkreis dort hinein, um das Mikro<br />

herum. Sie sind bereit. Meine Damen und Herren, hier<br />

sind ‚Gospel Spontan‘!<br />

„Genauso schlicht wie unsere Bühnenausstattung sind auch<br />

unsere Lieder“, erzählt uns Volkert Bahrenberg aus Suttrop.<br />

Der Pfarrer im Ruhestand ist seit der Kindheit begeisterter<br />

Musiker, spielt Klavier, Gitarre und Banjo und sang im Kirchenchor.<br />

„In der Zeit, in der ich als junger Pfarrer Jugendlichen<br />

Gitarrenunterricht gegeben habe, sind schöne Musiker-<br />

Freundschaften entstanden.<br />

Immer mal wieder traf man sich zu kleineren Auftritten mit<br />

wechselnder Besetzung, bis vor rund zehn Jahren die Konzentration<br />

auf White Gospel und Bluegrass-Musik zur Gründung<br />

von ‚Gospel Spontan‘ führte.“<br />

Traurig-sentimentale Lieder<br />

Bluegrass? Volkert Bahrenberg erklärt: „Dieser Musikstil entstand<br />

vor rund 80 Jahren im Osten der USA, hauptsächlich<br />

durch Gesänge der Landbevölkerung, die oft irischer, schottischer,<br />

österreichischer oder auch deutscher Herkunft waren.<br />

Inspiriert durch die allgegenwärtigen Blues-Gesänge der Afroamerikaner<br />

entstand Bluegrass. Mit seinen leicht erlernbaren<br />

Songs, meist traurig-sentimentalem Inhalts, wurden sie dort zu<br />

einer der wichtigsten Volkmusikrichtungen schlechthin. Uns<br />

gefällt dieses Genre so sehr, dass wir es für uns übernommen<br />

haben. Und wir haben inzwischen ein solch großes Repertoire,<br />

dass wir, je nach Tagesform oder Stimmung im Publikum,<br />

‚spontan‘ unsere Lieder umstellen oder auswechseln können.“<br />

Handgemachte Musik –<br />

immer mit Banjo<br />

Markantestes Instrument im Bluegrass ist das Banjo, das Volkert<br />

Bahrenberg bei Gospel Spontan spielt. Sein Sohn Willi<br />

spielt die Mandoline und Tim Braukmann den Bass. Gitarrensound<br />

kommt von Ingo Frank und Kristina Vaut. Gesungen<br />

wird jeweils einzeln oder gemeinsam. „Und ja, tatsächlich<br />

reicht ein einziges Mikrophon“, sagt Bahrenberg. „Wer grad ein<br />

Solo hat, der geht halt näher dran. Wir benötigen keine Ver-<br />

52 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


stärker oder Technik. Bei uns wird Musik<br />

noch mit der Hand gemacht.“<br />

Alleinstellungsmerkmal:<br />

Eigene deutsche Texte<br />

Mit der Hand – und natürlich auch mit<br />

dem Mund. Die Texte sind teils englische<br />

Originale, teils deutsche Übersetzungen.<br />

Jetzt leuchten Volkert Bahrenbergs<br />

Augen noch mehr, wenn er verrät:<br />

„Nach unserm Wissen sind wir die einzige<br />

Bluegrass-Band Deutschlands, die<br />

mit selbstgeschriebenen Texten auftritt.“<br />

Diese stammen dann aus seiner Feder,<br />

meist inspiriert durch seine Gespräche<br />

mit Menschen, die er als Seelsorger begleitet<br />

hat.<br />

„Unser schönstes Hobby“<br />

Und so treten sie auf in Kirchen, in Sälen<br />

oder auch mal in einer Buchhandlung.<br />

Kristina Vaut, Volkert Bahrenberg, Till Braukmann,<br />

Willi Bahrenberg und Ingo Frank (v.l.)<br />

– die aktuelle Stammbesetzung<br />

„Der Ort für unser Konzert ist nebensächlich.<br />

Wir freuen uns immer, wenn<br />

wir eingeladen werden, unsere Musik<br />

aufzuführen. Lange Tradition hat beispielsweise<br />

unser Weihnachtskonzert<br />

in der Suttroper LWL-Klinik, bei dem<br />

regelmäßig mehr <strong>Warstein</strong>er als Patienten<br />

in den Zuschauerreihen sitzen. Reich<br />

werden wir damit nicht; auch nicht mit<br />

dem Verkauf unserer CDs. Wenn Geld<br />

„Bei uns wird Musik noch<br />

mit der Hand gemacht“<br />

- Volkert Bahrenberg<br />

eingenommen wird, reicht das meist<br />

grad für die Fahrtkosten, zumal außer<br />

mir alle Mitglieder inzwischen weiter<br />

entfernt leben. Aber das ist uns egal.<br />

Bluegrass ist halt unser schönstes Hobby.“<br />

Ja, dann wünschen wir den Fünfen<br />

doch noch oft die Ankündigung: Meine<br />

Damen und Herren, hier sind für Sie<br />

‚Gospel Spontan‘! ■<br />

*Roadies = Mitreisender Veranstaltungstechniker<br />

bei Konzerten bzw. Tourneen von<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 53


54 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


S. Droste<br />

DAS LEGOLAND<br />

Wieso heißt das <strong>Warstein</strong>er Baugebiet Legoland eigentlich Legoland?<br />

Diese Frage haben wir <strong>Warstein</strong>s Alt-Bürgermeister Manfred<br />

Gödde gestellt. Und der kennt natürlich auch die Antwort:<br />

„Wenn Sie sich das Legoland einmal von oben ansehen, dann wissen Sie,<br />

warum das so ist.“ Das haben wir dann auch getan.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 55


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56 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


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zugelassen.“, so Jacqueline Frigger.<br />

Im letzten Jahr wurde DROOFF als erster Kaminofenhersteller<br />

mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet.<br />

„Damit haben wir wirklich alle Register der innovativen<br />

Umwelttechnologie gezogen. Unser APRICA 2 hat die härteste<br />

Kaminofenprüfung in Deutschland bestanden.“ Erklärt<br />

Jacqueline Frigger und fügt noch hinzu: „Außerdem pflanzen<br />

wir für jeden verkauften Kaminofen einen Baum. Deutschlandweit,<br />

aber natürlich auch heimatnah, im „DROOFF-<br />

Wald“ am Borberg.“<br />

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„Ein Kaminofen ist nicht mehr nur ein Kaminofen, sondern er<br />

ist ein Möbelstück und muss zur übrigen Einrichtung passen.“,<br />

betont Thomas Mucha, Leitung Werksverkauf. Deshalb bietet<br />

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einen leckeren Snack in den (Kamin-) Ofen schieben möchten.<br />

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miteinander verbinden … ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 57


Die Möhnetal Borussen<br />

„Unser Herz schlägt schwarzgelb!“<br />

Monika Loerchner<br />

Georg Giannakis<br />

„M<br />

ach die Welt ein bisschen mehr BVB!“ – unter diesem Motto<br />

kommen seit fast zwei Jahren die Möhnetal Borussen zusammen.<br />

„Ich wollte mich eigentlich einem der Fanclubs hier in der<br />

Gegend anzuschließen“, erzählt der 50-jährige Ludwig Thorwesten. Die waren<br />

ihm dann aber entweder zu groß oder nahmen keine neuen Mitglieder mehr auf.<br />

„Also dachte ich mir, ich gucke mal bei Facebook, ob es noch mehr Leute gibt,<br />

die Bock auf sowas haben.“ Gesagt, getan. Bereits vier Wochen später gründete<br />

Thorwesten zusammen mit 19 weiteren Dortmund-Anhängern die „Möhnetal<br />

Borussen“. Seit der Gründung des Fanclubs am 30.12.2020 ist die Welt ein bisschen<br />

schwarzgelber.<br />

„Ich glaube, was den BVB<br />

ausmacht, sind die Fans“<br />

- Ludwig Thorwesten<br />

Ersten Kontakt mit den Dortmunder<br />

Fußballspielern hatte Ludwig Thorwesten,<br />

„da hat Andy Möller noch gespielt“.<br />

Damals legte der Account Manager als<br />

DJ in einem Dortmunder Club auf, in<br />

dem der Kader feierte. Spätestens zwei<br />

Stadionbesuche steckte sich Thorwesten<br />

endgültig mit dem Borussen-Fieber an.<br />

Der Vereinsgründer schmunzelt. „Ich<br />

glaube, was den BVB ausmacht, sind<br />

die Fans, wie man miteinander umgeht.<br />

Die direkte und offene Aussprache, diese<br />

Ruhrpottsprache eben, hat mir sehr gefallen.“<br />

Auch bei den Möhnetal Borussen wird<br />

viel Wert auf das Miteinander gelegt.<br />

„Die Leute mögen unsere Art“, erzählt<br />

Ludwig Thorwesten. „Zum Beispiel, dass<br />

es bei uns Familienrabatt gibt und Ermäßigungen<br />

für Behinderte.“ So konnte sich<br />

der Verein auch über Zuwachs aus Brilon<br />

und Bielefeld freuen. Aktuell zählen<br />

die Möhnetal Borussen 40 Mitglieder.<br />

Auf 50 Personen soll der Verein noch anwachsen,<br />

dann soll Schluss sein.<br />

Offizielle Fanclubs des BVB 09 werden<br />

dazu angehalten, sich für gute Zwecke<br />

einzusetzen. Ein Auftrag, mit dem die<br />

Dortmunder bei den Möhnetal Borussen<br />

offene Türen einrennen. Die jüngste<br />

Spendenaktion des Fanclubs wird gleich<br />

drei Projekten zugutekommen: „Die Erlöse<br />

unseres Online Charity Events gehen<br />

an die BVB-Stiftung und das Kinderund<br />

Jugendhospiz Balthasar“, so Thorwesten.<br />

Außerdem soll zwei kranken<br />

Kindern des Fanclubs ein Tag im Signal<br />

Iduna Park inklusive Rahmenprogramm<br />

und Meet & Greet ermöglicht werden.<br />

58 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


v.l. Ludwig Thorwesten (1. Vorsitzender),<br />

Thomas Mainusch (2. Vorsitzender), Daniel Brock(Kassierer)<br />

„Fußball ist unser Volkssport!“<br />

Unter BVB-Legende Wolfgang „Teddy“<br />

de Beer als Fanclubbeauftragtem findet<br />

ein stetiger Austausch statt. So bekommt<br />

zum Beispiel jeder offizielle Fanclub einmal<br />

pro Saison ein Fanpaket. Das kann<br />

unter den Mitgliedern verlost oder für<br />

einen guten Zweck versteigert werden.<br />

Das Einzige, was Ludwig Thorwesten<br />

am Fußball stört, ist die Kommerzialisierung.<br />

„Fußball ist bei uns Volkssport.<br />

Warum muss man das so vermarkten?“,<br />

sagt er ärgerlich. „Mittlerweile braucht<br />

man ja mindestens drei Abos, um alle<br />

Spiele zu sehen.“<br />

Viel schöner ist es natürlich, selbst zu den<br />

Spielen hinzufahren. An die begehrten<br />

Karten zu kommen, ist allerdings gar<br />

nicht so einfach. Vor allem, wenn es um<br />

Heimspiele geht. Nach dem Signal Iduna<br />

Park gefragt, gerät Thorwesten augenblicklich<br />

ins Schwärmen: „Es gibt weltweit<br />

kein Stadion wie dieses. Wenn da<br />

25.000 Mann auf der Südkurve stehen<br />

und die Spieler mit anheizen… Das kann<br />

man sich nicht vorstellen, das muss man<br />

erlebt haben!“<br />

Doch die Zahlen sind ernüchternd: Von<br />

den circa 82.000 Plätzen in Signal Iduna-<br />

Park gehen schon über 50.000 an Dauerkarteninhaber.<br />

„Ich stehe auf der Warteliste<br />

für eine Dauerkarte derzeit auf Platz<br />

18.000“, erzählt der Allagener und lacht.<br />

„Mal schauen, ob das bis zur Rente noch<br />

was wird!“<br />

Ein weiteres Kartenkontingent wird den<br />

offiziellen Fanclubs zur Verfügung gestellt.<br />

Allerdings erst nach dreijährigem<br />

Bestehen. Kein Wunder also, dass die<br />

Möhnetal Borussen dem Jahr 2022 entgegenfiebern!<br />

Und was wünscht sich Ludwig Thorwesten<br />

für die Zukunft? “Dass wir mit<br />

den Möhnetal Borussen gesund weiterwachsen<br />

und noch mehr soziale Projekte<br />

umsetzen können.“ Und in Sachen BVB?<br />

„Das Tripple holen natürlich: Deutscher<br />

Meister, Pokalsieger und Champions<br />

League!“ ■<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 59


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60 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

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wässern trifft. Durch die Wassertropfen in der Luft<br />

wird das Sonnenlicht so gestreut, als würden einzelne<br />

Sonnenstrahlen sichtbar.<br />

Erst ab einer Sichtweite von weniger als einem Kilometer<br />

spricht man von Nebel, bei einem bis vier Kilometern<br />

von Dunst. Das Wort „Nebel“ leitet sich aus<br />

dem griechischen „nephel“ = Wolke ab. ■<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 61


Impressum<br />

Deine<br />

Gedanken werden Zukunft<br />

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Redaktion:<br />

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Gestaltung und Layout:<br />

Dirk Bannenberg<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Magazin</strong><br />

c/o axo.media west GmbH<br />

Briloner Straße 27<br />

59909 Bestwig<br />

Tel. 02904 711 80-00<br />

Paul Senske (ps)<br />

Christel Zidi (cz)<br />

Hermann-J. Hoffe (hh)<br />

Andreas Melliwa<br />

Anke Kemper<br />

Anne von Heydebrand<br />

Britta Melgert<br />

Helmut Gaida<br />

Julius Kolossa<br />

Manfred Eigner<br />

Matthias Koprek<br />

Monika Lörchner<br />

Peter P. Neuhaus<br />

Petra Kleine<br />

Robert Dröge<br />

Sabina Butz<br />

Silvia Padberg<br />

Sonja Funke<br />

Sonja Nürnberger<br />

Valerie Eßfeld<br />

Christel Zidi<br />

Rainer Zepernick<br />

i-dexe werbung-design GmbH<br />

Catharina Schäfer<br />

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Luca Cramer<br />

Philipp Nolte<br />

Sophie Schmucker<br />

Fotos:<br />

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Illustrationen:<br />

Druck:<br />

Verlag:<br />

Geschäftsführer:<br />

Anzeigenverwaltung:<br />

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Anke Kemper<br />

Briloner Möbel Werke<br />

Georg Giannakis<br />

Heckmann Bau<br />

Hubertus Strugholz<br />

Jürgen Eckert<br />

Klaus-Peter Kappest<br />

Marc Niemeyer<br />

Nadeschda Dieser<br />

Olsberg GmbH<br />

Philipp Nolte<br />

S. Droste<br />

Sabrinity<br />

Tom Linke<br />

Zimmermann Haus/Werbstatt<br />

S. Droste<br />

Anke Kemper<br />

Druckservice<br />

Hellweg-Sauerland<br />

axo.media west GmbH<br />

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Dirk Bannenberg<br />

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Preis Jahresabo: Für 4 Ausgaben 18,90 EUR<br />

inkl. MwSt. und Versandkosten<br />

Lizenzgeber: <strong>WOLL</strong>-Verlag, Kückelheim 11,<br />

57392 Schmallenberg<br />

Haftungsausschluss: Für unverlangt eingesendete<br />

Manuskripte, Fotos und Daten übernehmen wir keine<br />

Haftung. Ebenso nicht für Informationen von Herstellern<br />

oder (und) von Artikeln, die mit Quellenangaben<br />

gekennzeichnet sind, z.B. V.i.S.d.P. etc. Die mit Namen oder<br />

Initialen gekennzeichneten Artikel geben nicht unbedingt<br />

die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält<br />

sich das Recht zur Kürzung oder Änderung von Artikeln vor.<br />

Urheberrecht: Nachdruck und/oder Verbreitung im Internet,<br />

auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung des Verlages<br />

gestattet.<br />

Die nächste Ausgabe<br />

erscheint Dezember 2021<br />

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62 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


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+49 (0) 171 / 18 15 6714<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 63


Waldkolonie Neuhaus<br />

Umgeben und<br />

geprägt von<br />

Bächen und<br />

Bäumen<br />

Matthias Koprek<br />

W<br />

ährend sich die meisten Ortschaften der Gemeinde<br />

<strong>Möhnesee</strong> rund um das Seeufer oder<br />

entlang des Haarstrangs gruppieren, liegt Neuhaus<br />

mitten im Arnsberger Wald. Bis in das Mittelalter<br />

war das Tal der Heve dicht bewachsen. Die ersten, die<br />

sich hier niederließen, waren kurfürstliche Jäger, die das<br />

Zeughaus bewohnten. Das Zeughaus diente der Aufbewahrung<br />

allerlei Werkzeuge und Utensilien, die für die<br />

Arbeit im Wald notwendig waren.<br />

Die durch die Ansiedlung von Waldarbeitern entstandene<br />

Kolonie gehört offiziell zum etwa fünf Kilometer nördlich<br />

gelegenen Ortsteil Stockum. Wer am Südufer der Forststraße<br />

folgt, die von Stockum nach Arnsberg-Breitenbruch<br />

führt, kommt zwangsläufig durch das Straßendorf. Die<br />

Forststraße ist die einzige Straße, die in das Dorf, durch das<br />

Dorf und aus dem Dorf führt.<br />

Ein Dutzend Wohnhäuser, 55 Bewohner<br />

Neuhaus besteht aus gerade einmal einem Dutzend Wohnhäusern<br />

mit dazugehörigen Nebengebäuden, die entlang<br />

der Forststraße stehen. Etwa 55 Bewohner sind hier zuhause.<br />

Hinzu kommt die pittoreske St. Marien Kapelle, die<br />

am 22. Juni 1958 eingeweiht wurde. Die Entwürfe für die<br />

Kapelle mit einer Größe von 12 x 7 Metern stammen vom<br />

Körbecker Architekten Franz Trompeter. Die Kapelle wurde<br />

seinerzeit so geplant, dass sie allen zwölf Familien von Neuhaus<br />

genügend Platz bot.<br />

Vor dem Bau der St. Marien Kapelle mussten die Bewohner<br />

der Waldkolonie einen beschwerlichen Weg zur Kirche nach<br />

Körbecke zurücklegen. Von der Hevebrücke in Neuhaus<br />

bis zur Kirche betrug die Luftlinie 4.100 Meter. Tatsächlich<br />

musste auch so mancher Hang bewältigt werden. Um<br />

pünktlich zur sonntäglichen Frühmesse um 7:00 Uhr in<br />

der Kirchenbank zu sitzen, machten sich die Neuhäuser<br />

Familien mit Lampen bewaffnet bereits um 5:30 Uhr auf<br />

den Weg nach Körbecke.<br />

Als man nach dem Bau der Sperrmauer 1912 damit anfing<br />

den See aufzustauen, musste der Neuhäuser Kirchweg<br />

umgelegt werden, was die Talsperrenbetreiber übernahmen.<br />

Er ist bis heute vorhanden. Für den Umweg von rund ei-<br />

64 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Am westlichen Dorfende steht das Gutshaus Wilhelmsruh. Das 1914 von Baron von Donner<br />

erbaute Anwesen diente unter anderem als Forstverwaltung für die Familie von Opel. Nachdem<br />

es 1912 aufwendig umgebaut wurde und seither vollständig barrierefrei ist, haben<br />

Gäste am <strong>Möhnesee</strong> erstmals die Möglichkeit behindertengerecht Urlaub zu machen.<br />

nem Kilometer wurden die Neuhäuser Familien damals mit<br />

einer einmaligen Zuwendung in Höhe von 600 Goldmark<br />

entschädigt. 1946 hatten die Strapazen zumindest teilweise<br />

ein Ende, denn es wurde der erste Gottesdienst in der Schule<br />

von Neuhaus gefeiert. Dafür, dass der Pastor in Körbecke<br />

von den Neuhäusern Brennholz geliefert bekam, kam er alle<br />

zwei Wochen mit der Kutsche in die Waldkolonie und feierte<br />

im umfunktionierten Klassenzimmer die heilige Messe.<br />

So lange, bis die Kapelle fertiggestellt wurde. Vor dem ehemaligen<br />

Schulgebäude befindet sich ein bereits 1922 eingeweichtes<br />

Kriegerdenkmal, das an die gefallenen Neuhäuser<br />

im Ersten und im Zweiten Weltkrieg erinnert.<br />

Von der Heve geprägte Landschaft<br />

Hauptattraktion des abseits des Touristentrubels gelegenen<br />

Dörfchens ist die Landschaft selbst. Die im Arnsberger<br />

Wald entspringende Heve schlängelt sich genauso durch das<br />

Tal wie ihr Nebenfluss, die Große Schmalenau, die in Neuhaus<br />

in die Heve mündet. Die Heve, wiederum ein Nebenfluss<br />

der Möhne, fließt in den Hevearm des <strong>Möhnesee</strong>s und<br />

speist die Talsperre gemeinsam mit der Möhne.<br />

Gegenüber vom Landgasthaus „Zum Tackeberg“ befin det<br />

sich ein großer Wanderparkplatz. Er ist der ideale Ausgangspunkt<br />

für Ausflüge in den Wald. Von hier aus führen verschiedene<br />

Rundwanderwege durch den Naturpark, der in<br />

dieser Gegend so idyllisch ist wie an kaum einer anderen<br />

Stelle. Auch die Sauerland-Waldroute, ein 240 Kilometer<br />

langer Fernwanderweg von Iserlohn nach Marsberg, verläuft<br />

durch Neuhaus. Von der Enze-Brücke nahe des Parkplatzes<br />

hat man einen sehr schönen Blick auf den Hevefluss.<br />

Zwischen Parkplatz und Ufer befinden sich ein großzügiger<br />

Spielplatz und Sitzgelegenheiten für ein Picknick.<br />

Nördlich des Gutshauses liegt der Erholungspark Wilhelmsruh,<br />

der um ein Vielfaches größer ist als die beschauliche<br />

Waldkolonie. Rund 270 Parzellen sind mit kleinen, meist<br />

hölzernen Ferien- und Wochenendhäuschen bebaut.<br />

Wald im Wandel<br />

Die Stürme der vergangenen Jahre und die nicht zuletzt<br />

durch die trockenen Sommer ausgelöste Borkenkäferplage<br />

haben das Waldbild rund um Neuhaus in den letzten Jahren<br />

sichtbar verändert. Schon 2007 hat Sturm Kyrill einen<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 65


Die St. Marien Kapelle in Neuhaus wurde exakt so groß gebaut, dass<br />

sie den zwölf Familien der Waldkolonie Platz bot.<br />

Kriegerdenkmal vor der ehemaligen Schule von Neuhaus.<br />

ganzen Fichtenwald zu Fall gebracht. Die meisten Bäume<br />

wurden damals liegen gelassen und bieten heute Lebensraum<br />

für zahlreiche Tierarten wie Insekten, Lurche und Vögel,<br />

aber auch für diverse Pflanzen. Aus der Krautschicht am<br />

Boden wächst längst ein neuer Wald. Diese Naturwaldzelle<br />

am Hellerberg, die bereits 1972 eingerichtet wurde, dient<br />

den Förstern von Wald und Holz NRW, um die Entwicklung<br />

der heimischen Flora und Fauna zu beobachten und<br />

Rückschlüsse zu ziehen, die die Waldökologie und die forstliche<br />

Bewirtschaftung betreffen. Der Waldbestand in der<br />

Naturwaldzellen wird konsequent sich selbst überlassen.<br />

Andere Flächen, auf denen zuvor die Fichte dominierte,<br />

wurden längst wieder aufgeforstet. Mischwald soll den nach<br />

wie vor zu großen Teilen forstwirtschaftlich genutzten Wald<br />

hier natürlicher, lebendiger, aber eben auch widerstandsfähiger<br />

machen, damit er den immer brutaler werdenden<br />

Umwelteinflüssen der Zukunft besser trotzen kann. Insgesamt<br />

ist der Arnsberger Wald rund um Neuhaus in den letzten<br />

Jahren deutlich heller und luftiger geworden. Entlang<br />

der renaturierten Heve entsteht ein artenreicher Auenwald,<br />

der von Birken und Buchen, Eichen und Erlen, Eschen und<br />

Weiden geprägt ist. ■<br />

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Budde 66 - <strong>WOLL</strong><br />

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Tim Sumkowski<br />

Marcel Schneider (v.l.)<br />

M<br />

it seiner Entscheidung<br />

für eine Ausbildung zum<br />

Konstruktionsmechaniker<br />

bei BMS Industriebau in Brilon hat<br />

Marcel Schneider den Grundstock für<br />

seine Karriere gelegt. Heute ist der<br />

38-jährige Industriemeister und für<br />

die Arbeitsvorbereitung in der Abteilung<br />

„Kleinteile“ zuständig.<br />

Wie viele andere auch, stand er nach<br />

seinem Schulabschluss vor der schwerwiegenden<br />

Entscheidung, welcher Beruf<br />

der richtige für ihn ist. Dass es ein<br />

technischer Beruf sein soll, stand für ihn<br />

außer Frage. Der Beruf des Konstruktionsmechanikers<br />

sprach ihn besonders<br />

an. Der Bontkirchener bewarb sich bei<br />

mehreren Unternehmen, musste sich<br />

schließlich zwischen zwei Firmen entscheiden.<br />

An erster Stelle war für ihn<br />

wichtig, eine qualifizierte Ausbildung<br />

mit guten beruflichen Perspektiven zu<br />

erhalten. Wenn das Betriebsklima dazu<br />

passt – umso besser.<br />

Eine qualifizierte Ausbildung<br />

Motiviert startete Marcel Schneider in<br />

das Berufsleben und stellt schon bald<br />

fest, dass seine Erwartungen voll erfüllt<br />

und sogar noch übertroffen wurden.<br />

Umso erfreuter war er dann auch, dass<br />

er nach Ende der Ausbildung von BMS<br />

übernommen wurde. „Die Übernahmechancen<br />

bei uns sind sehr gut“, betont<br />

Schneider. „Weil wir versuchen, junge<br />

Leute heranzuführen und die auch gern<br />

übernehmen.“<br />

Der nächste Schritt<br />

Nach einigen Jahren als Konstruktionsmechaniker<br />

„bot es sich an, den nächsten<br />

Schritt zu gehen.“ Und das bedeutet die<br />

Ausbildung zum Industriemeister, die er<br />

dann in Arnsberg begann. Seine Nachfrage<br />

über einen möglichen Einsatz als<br />

Meister bei BMS, beantwortete man<br />

ihm damals damit, dass „der Arbeitsplatz<br />

schon für mich vorgesehen war.“<br />

Ständige Fortbildung<br />

Im Briloner Unternehmen ist man generell<br />

sehr offen für Fortbildung. Davon<br />

konnte auch Marcel Schneider profitieren.<br />

Mit dem Meisterbrief in der Tasche<br />

ließ er sich nicht nur zum Schweißfachmann<br />

fortbilden lassen, sondern – weil<br />

ein großer Auftrag in den USA anstand<br />

– auch zum VT2-Prüfer (Sichtprüfung<br />

an Schweißnähten).<br />

Eine qualifizierte Ausbildung, beste<br />

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten<br />

– bei BMS Industriebau hat es für Marcel<br />

Schneider von Anfang an gepasst.<br />

Dass das Unternehmen auf Nachhaltigkeit<br />

bedacht ist und die Qualifizierung<br />

als „Familienfreundliches Unternehmen“<br />

besitzt, sind weitere Vorteile. Last,<br />

but not least gefällt ihm auch das Betriebsklima,<br />

denn „das ist top“, so Marcel<br />

Schneider. ■<br />

Hier geht’s zum Video:<br />

BMS Industriebau<br />

Alte Heeresstraße 25 | 59929 Brilon<br />

www.bms-industriebau.de<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 67


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68 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Mode anno dazumal<br />

Von Sauerländer Hampelmännern und Rümpken<br />

Christel Zidi<br />

Anke Kemper<br />

N<br />

och bis Mitte des 20. Jahrhunderts<br />

hatte “Leibwäsche”<br />

den vorrangigen Zweck,<br />

seinen Besitzer zu wärmen. Das<br />

scheint sehr lange her bei einem<br />

Blick in die Auslage heutiger<br />

Dessousläden.<br />

Unsere Leserin M. Schäfer kann<br />

sich noch an ganz andere Kleidungsstücke<br />

erinnern: „Der ‚Hampelmann’<br />

war früher eine Unterhose<br />

für junge Burschen. Etwas längere Ärmel<br />

und Beine. Hinten wurde zugeknöpft. Und es<br />

gab einen Hosenklapp (für hinterlistige Zwecke)“,<br />

erinnert sich die Brilonerin.<br />

„Dann gab es noch ein Rümpken (Leibchen)<br />

aus Baumwolle zum Knöpfen. Daran waren<br />

an den Seiten Knöpfe und langes Lochgummiband.<br />

Unten waren die Kneifer,<br />

um die langen Wollstrümpfe festzuhalten.“<br />

Hört sich nicht unbedingt nach<br />

“Wohlgefühl beim Tragen an”... Mit<br />

dem Aussehen der Unterwäsche haben<br />

sich auch die Namen geändert. Ob<br />

moderne Leibwäsche allerdings immer<br />

bequem ist, darf man beim Anblick z. B. eines<br />

Stringtangas allerdings doch bezweifeln. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 69


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Olsberger Hütte Anfang des 20. Jahrhunderts<br />

444 JAHRE AM<br />

FUSSE DES OLSBERGS<br />

Sonja Funke<br />

Olsberg GmbH<br />

Mächtig prangt er über der Stadt: der 703 Meter hohe Olsberg ist das Wahrzeichen der gleichnamigen<br />

HSK-Kommune. Ohne das heimische Gestein, das Sauerländer Eisenerz, indes gebe es auch ein Unternehmen<br />

nicht, das zu seinen Füßen liegt: die Olsberg GmbH. In diesem Jahr besteht die „Olsberger Hütte“,<br />

wie sie im Volksmund genannt wird, seit 444 Jahren und ist eines der ältesten Familienunternehmen Deutschlands.<br />

Sie ist mit Geschichte und Identität der 14.500-Einwohner-Stadt unmittelbar verbunden.<br />

Glühend rot fließt das 1.400 Grad heiße Metall in die Form.<br />

Es ist vollbracht, ein neues Gussstück hergestellt. In der<br />

Olsberg GmbH werden heute hochwertige Produkte für den<br />

internationalen Maschinenbau hergestellt.<br />

Eisenverhüttung ist ein uraltes Geschäft, schon bei den Germanen<br />

wurde sie nachgewiesen. In Olsberg nahm alles am<br />

Gießereibelegschaft 1880 Die Gießerei 1935<br />

Eisenberg seinen Anfang. 1577 wurde die Olsberger Eisenhütte<br />

mit eigener Erzförderung erstmalig urkundlich erwähnt,<br />

um 1700 wurde ein Hammerwerk an den Verhüttungsbetrieb<br />

angeschlossen, es konnten Schmiedeeisen hergestellt werden.<br />

Mit dem Abriss der alten Eisenhütte und dem Neubau eines<br />

modernen Industriebetriebs wurden im Jahr 1823 die Weichen<br />

für die Zukunft gestellt. Eine Dampfmaschine und der Bau<br />

des ersten Kupolofens brachten<br />

den Durchbruch hin zur<br />

Eisengießerei. „Heute schmelzen<br />

wir hochwertiges Gusseisen,<br />

um daraus Produkte wie<br />

zum Beispiel Motoren- und<br />

Pumpengehäuse für namhafte<br />

Maschinenbau-Unternehmen<br />

herzustellen. Dafür<br />

setzen wir zu mehr als 90 Prozent<br />

metal lische Schrotte ein,<br />

es handelt sich also um einen<br />

hochgradigen Recyclingpro-<br />

70 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Olsberg GmbH heute: Moderner Standort mitten im Grünen<br />

zess“, betont Ulrich Herrmann, einer der beiden Geschäftsführer<br />

des Unternehmens.<br />

Die Olsberger identifizieren sich mit ihrer „Hütte“ und<br />

nicht selten arbeiten hier Einheimische in der dritten,<br />

wenn nicht sogar vierten Generation ihrer Familie. „Und<br />

das betrifft ganz unterschiedliche Bereiche. Waren Großvater<br />

und Vater zum Beispiel in der Produktion beschäftigt,<br />

arbeitet der Sohn heute in der Verwaltung“, sagt<br />

Stefan Osebold, Geschäftsführer. Auch das Unternehmen selbst<br />

hat eine langjährige, bis heute anhaltende Familiengeschichte.<br />

Wie keine andere prägte Anfang des 20. Jahrhunderts die Hütten-Chefin<br />

Ida Kropff-Federath das Unternehmen und den<br />

Ort. Die von ihr gegründete Stiftung kümmert sich bis heute<br />

um das Wohl von Kindern und Jugendlichen in Olsberg. Nach<br />

ihrem Tod im Jahre 1918 wurden die Unternehmensanteile von<br />

drei Nichten und Neffen übernommen. Die drei Familien bilden<br />

bis heute den Gesellschafterstamm.<br />

„Tradition und Innovation gehören bei uns untrennbar zusammen“,<br />

betonen die beiden Geschäftsführer. Das Unternehmen<br />

schöpft aus seiner Erfahrung und hat über die Jahrzehnte<br />

gleichzeitig immer wieder bewiesen, dass es sich neu aufstellen<br />

kann, wenn dies der Markt erfordert. Die Gießerei ist bis heute<br />

das Herzstück der Firma. „Noch vor mehreren hundert Jahren<br />

bis hin in die 70er Jahre haben wir viele Produkte für den Endverbraucher<br />

hergestellt. Heute fertigt unsere Grauguss-Sparte<br />

Ausgezeichnetes Design: Olsberg PALENA Compact<br />

mit schneeweißer Keramikabdeckung<br />

High-Tech Gussprodukt für die Industrie<br />

Die Olsberg GmbH hat drei Geschäftsbereiche: die<br />

Gießerei, das Feinblechwerk sowie die Kamin- und<br />

Pelletöfen-Sparte zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren<br />

Energien. Im Bereich der raumluftunabhängigen<br />

Kaminöfen ist das Unternehmen Weltmarktführer.<br />

Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 260 Mitarbeiter<br />

an seinen Standorten in Olsberg, Brilon und<br />

Königshütte/Harz, davon 210 in Olsberg. Der Umsatz<br />

liegt bei rund 60 Mio. Euro im Jahr.


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Moderner Olsberg Ofen<br />

Feinblechtechnik für Industriekunden<br />

vor allem für die Industrie“, sagt Ulrich Hermann. Von Waffel-<br />

und Bügeleisen über Grabkreuze bis hin zu Gussfenstern<br />

machte sich das Unter-<br />

nehmen einen Namen,<br />

gekrönt wurde dies<br />

mit der Herstellung<br />

von Kochherden und Zimmeröfen aus<br />

Guss.<br />

Die Olsberg-Öfen sind bis heute geblieben,<br />

als eine weitere Sparte des Unternehmens.<br />

Wäh- rend wunderschön<br />

verzierte gusseiserne<br />

Exemplare im Eingangsbereich<br />

der Ver-<br />

waltung an frühere<br />

Zeiten erinnern, finden sich im<br />

Kundencenter zum Beispiel moderne<br />

Scheitholz- und Pellet- öfen mit neuester<br />

Steuerungstechnik. Diese Heiz- geräte sorgen für wohliges<br />

Ambiente in heimischen Wohnzimmern.<br />

Aus der Fertigung für Elektrospeicherheizungen, die vor wenigen<br />

Jahren eingestellt wurde, ist das dritte Standbein des<br />

Unternehmens hervorgegangen: die Feinblechtechnik. Hier<br />

sind modernste Blechbearbeitungsmaschinen wie Laser- und<br />

Stanzanlagen im Einsatz. Diese Unternehmenseinheit fertigt<br />

zum Beispiel Bauteile für Kühlregale ebenso wie Wechselrichter-<br />

oder Schaltschrankgehäuse. Kunden sind ebenfalls namhafte<br />

Industrieunternehmen.<br />

Olsberg ist ein<br />

attraktiver Arbeitgeber<br />

Stolz und unverrückbar blickt der Olsberg auf das Unternehmen.<br />

Mitarbeiter sind gekommen und gegangen, es wurde gebaut<br />

und verändert. 444 Jahre sind ein stolzes Alter und sie<br />

bergen ihre ganz eigene Verpflichtung. Dass es erfolgreich weitergeht,<br />

daran arbeitet die gesamte „Hütten-Familie“. ■<br />

Hätten Sie´s gewusst?<br />

Es gibt nur wenige Unternehmen, die in Reinform<br />

nach dem Ort benannt sind, in dem sie ihren Standort<br />

haben. Dass ein Betrieb wie die Olsberg GmbH auch<br />

noch direkt unterhalb des gleichnamigen Berges liegt,<br />

dürfte einzigartig sein.<br />

1972 gelang Olsberg mit dem „Hobby-Gussgrill“ ein<br />

Verkaufsschlager, der bis heute von vielen genutzt wird<br />

und einen hohen Nostalgiefaktor hat. Es wurden rund<br />

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72 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Kuhgeflüster im <strong>Herbst</strong><br />

Kuhgeflüster im <strong>Herbst</strong><br />

Peter P. Neuhaus<br />

Vom Mittelmaß<br />

von Peter P. Neuhaus<br />

Die Kuh flog niemals auf den Mond,<br />

sah nie Amerika.<br />

Sie ist zufrieden, wo sie wohnt –<br />

wie Tante Erika.<br />

Die Kuh schrieb niemals ein Poem,<br />

obwohl sie’s sicher kann.<br />

Sie fuhr nicht selbst nach Bethlehem,<br />

sie schickte ihren Mann.<br />

Sie schnurrt nicht und sie haart nicht sehr,<br />

taugt nicht als Kind-Ersatz.<br />

Sie fährt nicht mit dem Nahverkehr,<br />

zahlt Standardsteuersatz.<br />

Ist keine, die sich groß beschwert,<br />

braucht keine Majestät,<br />

geht ungern nur ins Jazzkonzert,<br />

sah niemals Breaking Bad.<br />

Sie denkt nicht übers Große nach,<br />

das Ganze juckt sie kaum.<br />

Und liegt sie dann im Schlafgemach,<br />

vergisst sie Zeit und Raum.<br />

Die Kuh, sie ist zufrieden schon<br />

mit wenig. Von derWelt<br />

erwartet sie nicht Gotteslohn,<br />

nicht Auto, Haus, nicht Geld.<br />

Die Kuh isst nicht beim Sternekoch<br />

und trinkt nur selten Gin.<br />

Am Abend sagt sie:„Sicher doch …“<br />

und legt sich friedlich hin.<br />

Sie hofft nicht auf den großen Spaß.<br />

Sie ist und bleibt bloß: Kuh.<br />

Ist glücklich mit dem Mittelmaß,<br />

genau wie ich und Du.<br />

Die Comic von Rüdiger Tillmann und die Gedichte von Peter P. Neuhaus finden Sie<br />

im Buch "Kuhgeflüster – Geschichten und Gedichte aus dem Sauerland"<br />

15,90 € / ISBN-978-3-943681-63-5 / Erschienen im <strong>WOLL</strong>-Verlag<br />

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„Das ganze Buch ist gut.“<br />

Thomas Gsella<br />

Auf den sauerländischen Weiden und in den dunklen<br />

Wäldern der berühmten Mittelgebirgs region zwischen<br />

Ural und französischem Zentralmassiv tummeln sich Tiere,<br />

die sich allerlei zu erzählen haben.<br />

Das wird von Rüdiger Tillmann genaustens beobachtet<br />

und in bunten Cartoons festgehalten. Und darüber muss<br />

man Worte verlieren. Also reimt Peter P. Neuhaus, was<br />

die Tierwelt hergibt.<br />

Immer wieder steht im Zentrum dieser Beobachtungen<br />

die Kuh, die Symbolfigur des Lands der tausend Berge, in<br />

dem am Ende der Geschichte manchmal sogar Cowboys<br />

gen Horizont ziehen sollen. Und wenn die grad nicht da<br />

sind, tut’s eben die Kuh.<br />

Geschichten und Gedichte aus dem Sauerland R. Tillmann / P. P. Neuhaus<br />

ÜSTER<br />

Rüdiger Tillmann Peter P. Neuhaus<br />

KUHGEFLÜSTER<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 73<br />

aus dem Sauerland


Der alte Plackweg führt von Kloster Himmelpforten bis Brilon-Esshoff<br />

Auf uralten Wegen<br />

Christel Zidi<br />

Georg Giannakis<br />

74 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Ob<br />

der Sachsenherzog Widukind,<br />

der Name bedeutet<br />

übrigens Waldkind,<br />

im achten Jahrhundert mit<br />

seinem weißen Ross tatsächlich über<br />

die Höhen des Arnsberger Waldes gestürmt<br />

ist, ist zumindest vorstellbar.<br />

Auf jeden Fall hatte er von den Bergkämmen<br />

aus sicherlich auch eine tolle<br />

Rundumsicht.<br />

Natürlich nicht ganz so atemberaubend,<br />

wie vom 35 Meter hohen, architektonisch<br />

hochinteressanten Lörmecketurm,<br />

der eine Panoramasicht vom Hochsauerland<br />

über den Haarstrang und die Westfälische<br />

Bucht bis hin zum Teutoburger<br />

Wald bietet.<br />

Der 2008 eröffnete Turm befindet sich<br />

unweit des Plackweges, eines uralten<br />

Handelsweges. Genauer gesagt auf einem<br />

älteren Zweig des Plackweges, 300<br />

Meter westlich des Kamm-Hauptgipfels<br />

(581,5 Meter ü. NN), der in Richtung<br />

Kallenhardt führt.<br />

Vom ehemaligen Kloster Himmelpforten<br />

über den Stimmstamm bis nach Brilon-<br />

Esshoff verlief die Handelsstraße. Am<br />

<strong>Warstein</strong>er Kopf kreuzte er einen anderen<br />

Handelsweg, den Kriegerweg, der<br />

von Siegen nach Paderborn führte. Noch<br />

heute sind die Spuren der Pferdegespanne<br />

in den tiefen Hohlwegen erkennbar.<br />

Die gleichnamige, 143,23 km lange<br />

Wanderstrecke (X 1) des Sauerländischen<br />

Gebirgsvereins verläuft von Hagen bis<br />

zur Diemeltalsperre. Dieser Weg ist auch<br />

mit dem Fahrrad befahrbar. Dem, der<br />

nicht gerade mit einem E-Bike unterwegs<br />

ist, sondern mit einem ganz normalen<br />

Drahtesel, wird sich der Name des Plackweges<br />

schon bald erschließen. Denn<br />

einer Deutung nach stammt das Wort<br />

„Plaggen“ von „plack“ oder „placken“,<br />

also „sich anstrengen“. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 75


Zum Gottesdienst läuten die Pastorensöhne<br />

die Kirchturm-Glocken per Hand<br />

Die jungen Glöckner von Bredelar<br />

W<br />

enn Silas Pape (12) und sein Bruder Julius (16) jeden Samstagabend<br />

spätestens um Viertel vor sechs zu Hause sein müssen, dann<br />

wundert das ihre Freunde schon lange nicht mehr. Sie wissen: Die<br />

beiden müssen zum „Beiern“. So wird traditionell das Anschlagen der Kirchenglocken<br />

per Hand bezeichnet. In Deutschland ist das Beiern vor allem im<br />

Rheinland Brauch. Im sauerländischen Marsberg-Bredelar geschieht es deshalb<br />

auch eher aus der Not heraus…<br />

76 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

Andreas Melliwa<br />

sabrinity<br />

Julius, Markus und Silas Pape


Bis vor zwei Jahren konnte Pfarrer Markus Pape die Glocken<br />

„seiner“ Kirche in Bredelar noch bequem elektrisch<br />

schwingen lassen. So wie es in den allermeisten Kirchen im<br />

Sauerland üblich ist. „Doch unser Turm hat leichte Risse bekommen.<br />

Nicht dramatisch, aber zusätzliche Erschütterungen<br />

tun ihm nicht gut. Da haben uns Experten geraten, auf<br />

das Schwingen der Glocken zu verzichten.“ Doch ein Gottesdienst<br />

ohne Kirchenläuten – unvorstellbar. Und auch auf<br />

das samstägliche Abendläuten um sechs wollten und sollten<br />

die Bredelarer nicht verzichten. Deshalb blieb nur noch der<br />

Handbetrieb.<br />

Allerdings fiel Vater Markus Pape dafür aus. 60 Stufen rauf<br />

in den engen Glockenschacht, und 60 Stufen wieder runter<br />

– das ist selbst für den sportlichen Pfarrer vor dem Gottesdienst<br />

nicht zu machen. Und so dürfen die beiden jüngsten<br />

Söhne ran.<br />

Abendläuten als Mini-Konzert<br />

Julius und Silas Pape<br />

Die finden das cool - und ihre Freunde auch. Wenn die<br />

Glocken erklingen müssen, krabbeln Silas und Julius in<br />

die Turmspitze, wo zwei Glocken übereinander hängen.<br />

Zum Qigong<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 77


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Viel Platz ist nicht. Der kleinere Silas<br />

sitzt an der oberen Glocke auf einem<br />

schmalen Brett, unter ihm gegenüber<br />

der schon ziemlich große Julius.<br />

Mit einer Leine ziehen sie dann den<br />

Klöppel der Glocke gegen die innere<br />

Glockenwand, die Glocke selbst bleibt<br />

starr. Beide tragen natürlich einen Gehörschutz,<br />

denn es wird laut. Richtig<br />

laut.<br />

Sie sind im Laufe der Zeit ein eingespieltes<br />

Team geworden. Denn das<br />

Läuten der Glocken erfolgt nach einer<br />

festgelegten Reihenfolge, nach einer<br />

Art Melodie. „Da ist ein gutes Rhythmusgefühl<br />

gefragt“, erklärt Silas, „Da<br />

verstehe ich mich mit Julius blind.<br />

Wenn Papa mal aushilft, muss ich<br />

mich schon mehr konzentrieren. Der<br />

hat’s nicht so damit…“<br />

Beim samstäglichen Abendläuten läutet<br />

Silas zunächst fünf Minuten die<br />

kleine Glocke. Dann gibt es drei mal<br />

drei Schläge mit der großen Glocke,<br />

und anschließend läuten beide Glocken<br />

im Wechsel. Das gesamte „Konzert“<br />

dauert exakt 15 Minuten. Dabei<br />

kommen die Jungs auf bis zu 46<br />

Schläge in der Minute.<br />

Der Herr Pfarrer kommt<br />

ins Schwitzen<br />

Feingefühl ist auch bei Sondereinsätzen<br />

gefordert, zum Beispiel, wenn bei<br />

Beerdigungen der Trauerzug von der<br />

Kirche zum Friedhof läuft. So lange<br />

müssen die Glocken läuten – allerdings<br />

verschwindet der Tross schnell<br />

aus dem Sichtbereich des Turms.<br />

Also schätzen die Jungs die Zeit bis<br />

die Trauernden das Grab erreichen –<br />

bisher hat es immer gut hingehauen.<br />

Pfarrer Pape kommt dagegen zum<br />

Beginn des Gottesdienstes schon mal<br />

ins Schleudern: Beginn ist nämlich,<br />

wenn seine Söhne mit dem Handläuten<br />

aufhören. Ist er dann noch auf<br />

dem Weg vom Pfarrhaus zur Kirche,<br />

rauscht er schon mal mit fliegendem<br />

Talar hinter den Altar…<br />

Die Glöckner sitzen in<br />

der ersten Reihe<br />

Im Winter ist der Einsatz im Glockenturm<br />

allerdings öfters eine Herausforderung.<br />

„Dann geht’s mit Taschenlampe<br />

die Stufen rauf, und auf<br />

die Sitzbretter weht auch schon mal<br />

eine Schicht Pulverschnee“, erzählt<br />

Silas und lacht, „Das I-Tüpfelchen<br />

sind dann die leicht angefrorenen<br />

Plastik-Ohrenschützer!“ Allerdings<br />

werden die beiden durch einen fulminanten<br />

Fernblick entschädigt. Besonders<br />

in der Silvesternacht haben<br />

sie eine Premium-Sicht auf das Feuerwerk,<br />

weit über Marsberg hinaus.<br />

„Einfach nur cool“ – finden die beiden<br />

Glöckner von Bredelar. ■<br />

78 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Huckepack-Apfel<br />

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Das Wort “Huckepack” lässt Erinnerungen an die Kindheit wach<br />

werden. Was damit gemeint ist, weiß jeder: etwas auf dem Rücken<br />

tragen. Der erste Wortteil “Huck” stammt vom Wort “hucken” ab<br />

und bedeutet “eine Last tragen”. Beim zweiten Wortteil “pack” sind sich die<br />

Sprachforscher nicht sicher. Entweder ist damit der Rücken (niederdeutsch:<br />

Back) oder das Bündel (mittelhochdeutsch: Pack) gemeint. Gerhard Frese<br />

aus Brilon-Madfeld hat diesen Huckepack-Apfel in seinem Garten entdeckt.<br />

Der große und der kleine haben nur einen gemeinsamen Stiel. Fruchtstiele<br />

sind übrigens mehr als nur eine Aufhängung, über sie erhält die Frucht alles,<br />

was sie zum Wachsen benötigt. (c.z.) ■<br />

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Leben im Kloster Oelinghausen<br />

Ruhe und Kraft finden bei<br />

der „Königin des Sauerlandes“<br />

Julius Kolossa<br />

Tom Linke<br />

Gemeindeteam Oelinghausen<br />

K<br />

loster Oelinghausen<br />

übt eine besondere<br />

Faszination auf Besucher<br />

aus. Das altehrwürdige<br />

Klostergebäude strahlt von außen<br />

Ruhe und Gelassenheit aus, während der Kircheninnenraum<br />

einen warmen, vom barocken Altar und der Orgel<br />

kommenden Glanz ausstrahlt. In der Krypta lenkt nichts<br />

vom Wesentlichen ab, dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden<br />

Gnadenbild der Mutter Gottes mit Jesus Christus<br />

auf ihrem Schoß. Kerzen brennen Tag und Nacht davor.<br />

„Hier ist ein Ort der Kraft“, weiß Schwester Maria Gabriela von<br />

den Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP). Im<br />

November sind es 30 Jahre, die sie hier als Therapeutin tätig ist.<br />

„Mein Orden hat seinerzeit die Nachfolge der Mariannhiller<br />

Missionare übernommen.“ Seit sechs Jahren wird die ausgebildete<br />

Ergotherapeutin von Schwester Lucia Maria im Klosterkonvent<br />

unterstützt. Schwester Lucia Maria ist verantwortlich<br />

für die Wallfahrtsseelsorge.<br />

„Wenn wir sichtbar sind, werden wir auch<br />

angesprochen“ – Sw. Maria Gabriela<br />

Beide Ordensschwestern suchen und finden täglich neue Begegnungen<br />

mit Besuchern vor Ort. „Hier kann man Ruhe ganz<br />

anders erleben“, hat Schwester Lucia Maria festgestellt. Sie hatte<br />

zuvor in einem Jugend- und Erwachsenenhaus in Heiligenstadt<br />

in Thüringen gearbeitet. Dem Ruf ihres Ordens zum Kloster<br />

Oelinghausen folgte die studierte Gemeindereferentin und lebt<br />

jetzt im Sauerland an jenem Ort, an dem täglich die Menschen<br />

auf der Suche sind. „Sie wollen ihre Gedanken sortieren oder<br />

aber das Gespräch suchen.“ Schwester Maria Gabriela: „Wenn<br />

wir sichtbar sind, werden wir auch angesprochen.“ Und der<br />

Redebedarf sei groß bei den Familien, Paaren oder Einzelbesuchern.<br />

Aus dem Märkischen Kreis kommen viele, darunter<br />

auch viele Fahrradfahrer. „Viele stecken eine Kerze in der Krypta<br />

an“, so Schwester Maria Gabriela. Die Gedanken dazu können<br />

in einem „Anliegenbuch“ zu Papier gebracht werden.<br />

Die Schwestern stehen gerne zur Seite in „ihrem“ Kloster, sind<br />

aber auch für den Küsterdienst vor den Messfeiern zuständig.<br />

Eigene Auszeiten nehmen sie sich in ihrem Klostergarten. Dieser<br />

ist ihr alleiniges Refugium.<br />

Geo-Caching Tour: Rund um den Heiligen Geist<br />

Besucher finden sich aber auch alleine zurecht, so bei der Geo-<br />

Caching-Tour. „Rund um den Heiligen Geist“, stellte Schwester<br />

Lucia Maria das Thema vor, über das am Kircheneingang Informationsmaterial<br />

bereitliegt. Sie macht vielfältige Angebote<br />

zur Wallfahrtsseelsorge – ob ein Krippenweg im Advent oder zu<br />

80 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Ostern ein Weg zu biblischen Stationen.<br />

Wenn es die Corona-Vorschriften wieder<br />

möglich machen, wird auch das „Mobile<br />

Kloster“ wieder eingesetzt. Mit einem<br />

VW Bulli ist die Ordensschwester dann<br />

unterwegs zu Schulen und Großveranstaltungen,<br />

um Workshops anzubieten<br />

und Begegnungen zu suchen.<br />

„Königin des Sauerlandes“<br />

Die Faszination sei ungebrochen, das<br />

Gnadenbild der Mutter Gottes als „Königin<br />

des Sauerlandes“ zu besuchen.<br />

„Hier ist ein Ort für alle Generationen –<br />

in der Krypta kann man als Mann ganz<br />

für sich sein“, weiß die Seelsorgerin aus<br />

vielen Begegnungen, dass Männer einen<br />

Besuch nutzen, um zu reden, oder aber<br />

auch, um die Gedanken zu sortieren.<br />

„Das Kloster ist ein Ort der Kraft – und<br />

das ist spürbar.“<br />

Besondere Kraftplätez<br />

Schwester Maria Gabriela und Schwester Lucia Maria (v.l.)<br />

Besondere Kraftorte seien in der Krypta<br />

die vordere Sitzreihe ganz rechts und<br />

draußen vor dem Kloster der Walnussbaum.<br />

„Man kann es spüren.“ Schwester<br />

Lucia Maria und Schwester Maria Gabriela<br />

schöpfen vom Kloster viel Kraft für<br />

sich und ihre Arbeit. „Wir haben lange,<br />

aber reich gefüllte Tage“, fasste Schwester<br />

Maria Gabriela zusammen.<br />

Dreharbeiten im Kloster<br />

Sie erinnert sich noch an eine Zeit mit<br />

sehr viel Stress, in der das Kloster als<br />

Drehort für den Fernsehfilm „Dem<br />

Himmel sei Dank“ diente. Im Jahr 2005<br />

war dies, als Marie-Luise Marjan nicht<br />

die Mutter Beimer spielte, sondern eine<br />

evangelische Pfarrerin. Weitere Schauspieler<br />

waren Hans Peter Hallwachs<br />

und Ulrich Pleitgen. Es galt, die Dreharbeiten<br />

mit denen der Kirchenbesucher<br />

und denen der ergotherapeutischen Praxis<br />

abzustimmen; dies war nicht immer<br />

ganz einfach, gelang aber doch immer<br />

in Absprache mit allen Beteiligten. „Ich<br />

musste Frau Marjan beibringen, wie<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 81


man segnet“, erinnert sich Schwester Maria Gabriela, wie sie die<br />

Schauspielerin auf ihre Rolle vorbereitete.<br />

Promis hat sie als „normale“ Menschen erlebt, die hier arbeiteten,<br />

aber auch in Drehpausen hier Kraft schöpften. Und so geht<br />

es letztlich Jung und Alt, die hier im Gebet verharren wollen.<br />

„Kloster Oelinghausen ist ein Ort, wo man Halt macht und<br />

gestärkt wieder geht.“ ■<br />

Kurzer geschichtlicher Überblick<br />

1174 Gründung als Prämonstratenserkloster<br />

Um 1200 Bau der ersten romanischen Klosterkirche<br />

1390 urkundliche Erwähnung einer Orgel<br />

1714 die Orgel erhält ihr heutiges Aussehen<br />

1804 Auflösung des Klosters Oelinghausen<br />

1828 Erwerb des Klostergutes durch das Haus<br />

des Grafen von Fürstenberg-Herdringen<br />

1904 selbständige Pfarrkirche mit Filialkirchen<br />

in Holen und Oelinghausener Heide<br />

82 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

1953 bis 1991 Mariannnhiller Missionare leiten das Kloster<br />

Ab 1992 beziehen die Schwester der hl. Maria Magdalena<br />

Poste (SMMP) das Kloster und richten eine<br />

Ergotherapiepraxis ein<br />

2003 St. Petri Oelinghausen wird Teil des Pastoralverbundes<br />

„Kloster Oelinghausen“<br />

2013 Kloster Oelinghausen gehört mit zum neuen<br />

pastoralen Raum Katholische Kirchengemeinde<br />

St. Petri Hüsten und ist seitdem Klosterkirche


Neue digitale Ansätze<br />

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in Sachen Ausbildung und Azubi-Gewinnung ist der Betrieb<br />

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Blogs, Podcasts und Videos<br />

Dass EGGER die Azubi-Findung am Herzen liegt, zeigen schon<br />

deren Azubi-Podcasts. Hier finden sich Anleitungen, worauf man<br />

bei der Bewerbung achten muss, welche Möglichkeiten und Zukunftsaussichten<br />

das Werk bietet u.v.m. Zu Wort kommen dabei<br />

sowohl Ausbilder als auch Azubis. Zudem kann man über den<br />

„EGGER Azubi Podcast“, der über YouTube, Spotify und Apple<br />

Podcast zu empfangen ist, persönliche Einblicke in die Ausbildung<br />

bei EGGER bekommen. News zur Ausbildung erhält man<br />

auch über den Ausbildungs-Blog auf der Firmen-Homepage.<br />

Hier erscheinen regelmäßig Posts für die Auszubildenden, zum<br />

Beispiel wie man das Azubi-Taxi nutzen kann.<br />

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Um einen (virtuellen) Blick hinter die Kulissen zu bekommen,<br />

wurden vor Kurzem Inhalte für eine VR-Brille produziert, mit<br />

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Betriebsführung und spannende Einblick in die<br />

Folgende Ausbildungsplätze bietet Egger derzeit an:<br />

Duales Studium<br />

• Bachelor of Engineering – Holz und Möbeltechnik<br />

• Bachelor of Art – BWL Handel/Holzbetriebswirtschaft<br />

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e suchen • Fachinformatiker eine neue für Herausforderung? Systemintegration<br />

Dann sind<br />

• Fachkraft für Abwassertechnik<br />

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e bei uns genau richtig. Die „,Big Six BRILON“ stehen<br />

r hervorragende Karrieremöglichkeiten in einer<br />

milienfreundlichen Region. Hier finden Sie zum<br />

Ausbildung ermöglicht werden. Der Träger erhält spektakuläre<br />

Bilder von Maschinen und Anlagen, von den riesigen Hallen<br />

und den Mitarbeitern. Viele Ausbildungsberufe lassen sich auf<br />

diese Weise einmal „ansehen“. Die VR-Brille soll demnächst bei<br />

Messen, Schulbesuchen oder auch bei Vorstellungsgesprächen<br />

eingesetzt werden und Schülerinnen und Schülern einen unvergesslichen<br />

Blick hinter die Kulissen von EGGER ermöglichen.<br />

„Denn“, so Julian Schirp, Personalreferent/Ausbildung, „Bilder<br />

sagen oft mehr als 1000 Worte“.<br />

Praktikum<br />

Wer alle digitalen Erkundungsmöglichkeiten genutzt hat und<br />

noch immer unschlüssig ist, kann auch - ganz klassisch – als<br />

Schülerpraktikant, Fachpraktikant oder Ferienarbeiter die verschiedenen<br />

Ausbildungsberufe erschnuppern. Vielleicht sind Sie<br />

dann „übermorgen“ der nächste Facharbeiter bei EGGER, erfolgreich<br />

und qualifiziert wie das Unternehmen selbst. ■<br />

Hier geht’s zum Video:<br />

• Fachlagerist<br />

• Holzbearbeitungsmechaniker<br />

• Industriekaufmann<br />

• Industriemechaniker für Betriebstechnik<br />

• Kaufmann im E-Commerce<br />

• Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung<br />

• Maschinen- und Anlagenführer<br />

• Produktionstechnologen<br />

• Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik<br />

(Alle Ausbildungsbildungsangebote gelten für m/w/d)<br />

EGGER Holzwerkstoffe | Brilon GmbH & Co. KG<br />

Im Kissen 19 | 59929 Brilon<br />

T +49 800 344 3745 (Service-Center) | T +49 2961 770 0 (Vermittlung)<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 83<br />

<strong>WOLL</strong> Winter 2020 - 83


Neuer Themenweg in Ostwig<br />

Schaukeln macht glücklich<br />

Sonja Nürnberger<br />

S. Droste<br />

Als ich in Ostwig dort ankomme,<br />

wo ich mit der Fotografin<br />

und meinem Interviewpartner<br />

verabredet bin, höre ich schon die<br />

Kinder jauchzen. Die Sonne scheint<br />

so warm auf den Schützenplatz, als<br />

wolle sie sagen, dass sie doch nicht<br />

vergessen habe, dass gerade Hochsommer<br />

ist. Die kleinen Kinderbeine fliegen<br />

wild durch die Luft – auf und ab,<br />

auf und ab. Denn hier befindet sich<br />

die erste Station des neuen Schaukelweges<br />

in Ostwig.<br />

In Zukunft markieren extra angefertigte<br />

Schilder mit selbstentworfenem Logo<br />

den etwa 1,4 Kilometer langen Rundweg.<br />

Vom Schützenplatz geht es über<br />

eine kleine Brücke, die sich über die leise<br />

dahinplätschernde Elpe spannt. Wir<br />

folgen dem Bachlauf und gehen schon<br />

bald durch ein Holztor bergauf. Bei dem<br />

Wetter kommen wir gut ins Schwitzen<br />

– bis auf die Kinder, die flink und unbeschwert<br />

vor uns herumwuseln und<br />

schon lange am Schaukeln sind, wenn<br />

wir an der nächsten Station ankommen.<br />

Aber die Wege sind gut ausgebaut und<br />

auch mit dem Kinderwagen befahrbar.<br />

„Meine Frau und ich waren im Urlaub<br />

und da haben wir so etwas gesehen und<br />

direkt gedacht: Das wäre doch auch etwas<br />

für Ostwig“, erinnert sich Ortsvorsteher<br />

Manfred Ramspott. „Wir haben<br />

überlegt, ob wir den Weg auf dieser Seite<br />

der Elpe, durch den Wald oder oben<br />

beim Sportplatz anlegen. Aber hier hat<br />

man dadurch, dass eben nicht so viele<br />

Bäume am Wegesrand stehen, diesen<br />

einzigartigen Panorama-Blick.“<br />

Es dauert nicht lange, da kann man den<br />

Blick erahnen, den man schon bald über<br />

den Ort haben wird. Und richtig – wir<br />

werden nicht enttäuscht. Von hier aus<br />

schaut man über das gesamte Dorf – ein<br />

herrlicher Ausblick. Und dazu noch die<br />

tollen Schaukeln – von der Hängematte<br />

bis zur Riesenschaukel. Hier kann man<br />

nicht nur die Seele, sondern auch die<br />

Beine baumeln lassen.<br />

84 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Die richtige Auswahl<br />

„Die Auswahl der Schaukeltypen für<br />

die jeweiligen Standorte war gar nicht<br />

so leicht. Man musste schauen, ob die<br />

Schaukeln für alle Altersgruppen geeignet<br />

sind.“ Und dann sollten die Schaukeln<br />

sich ja auch ins Landschaftsbild<br />

einfügen: „Da haben wir wirklich lange<br />

drüber nachgedacht“, erzählt der Ostwiger.<br />

„Am Ende haben wir uns für sechs<br />

ganz unterschiedliche Schaukeltypen<br />

entschieden. Beim Material haben wir<br />

Robinienholz gewählt, da das gut hierher<br />

passt und sehr widerstandsfähig ist.“<br />

Als wir den Berg wieder gemütlich hinuntergelaufen<br />

sind, kommen wir zu<br />

einer eingezäunten Station direkt neben<br />

der Elpe. Dort steht eine Schaukel, mit<br />

der auch Menschen mit Handicap ihren<br />

Spaß haben können. „Diese Schaukel<br />

und auch einige der anderen stehen auf<br />

Privatgrundstücken – das hat hier in<br />

Ostwig wirklich ganz problemlos geklappt.“<br />

Wie viel Arbeit das Projekt war und wie<br />

viel Zeitdruck dahinter stand, ist heute<br />

schon fast vergessen, denn am Ende hat<br />

es sich doch gelohnt: „Regionalmanagerin<br />

Miriam Schulte-Remmert hat uns<br />

sehr unterstützt, dieses LEADER-Projekt*<br />

umzusetzen. Es gab für unser kleines<br />

Team so viel zu beachten. Für uns<br />

war das komplettes Neuland.“<br />

Ein paar Kleinigkeiten stehen noch an,<br />

aber wenn das erledigt ist, soll es – wenn<br />

die Umstände es endlich erlauben – eine<br />

große Einweihungsfeier geben, an der<br />

der ganze Ort und alle Vereine teilnehmen<br />

können. „Durch die Pandemie sind<br />

so viele Feiern ausgefallen, da nehmen<br />

wir die offizielle Eröffnung des Schaukelweges<br />

gerne zum Anlass, mal wieder<br />

zusammenzukommen.“ ■<br />

Beim Schaukeln werden Endorphine<br />

ausgeschüttet, die nicht nur<br />

glücklich machen, sondern auch<br />

das Schmerzempfinden verringern.<br />

Außerdem stärkt das Schaukeln<br />

Bänder, Muskeln und Sehnen.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 85


Anzeige<br />

Und ab geht die Post…<br />

Bigger Werkstatt ist Lettershop-Dienstleister<br />

für Unternehmen<br />

Britta Melgert<br />

sabrinity<br />

R<br />

osi und Werner Hillebrand sind bereits vor vielen Jahren von Meschede ins Rheinland gezogen. Dennoch<br />

hängt ihr Herz noch am Sauerland. Logisch, dass sie keine Ausgabe des <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong>s verpassen möchten.<br />

Sie haben sich, wie viele andere Sauerländer auch, für ein Abo entschieden. Neu ist: Seit diesem Jahr wird<br />

ihnen das <strong>Magazin</strong> aus Bigge zugesandt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bigger Werkstatt übernahmen<br />

diese Aufgabe.<br />

Birgit Brandt, eine von zwei Gruppenleiterinnen des Dienstleistungszentrums<br />

(DLZ) aus dem Werkstattbereich der<br />

Josefsheim gGmbH, führt uns durch die Räume, in denen<br />

gut 30 Menschen mit Beeinträchtigung ihrer täglichen Arbeit<br />

nachgehen. „Wir übernehmen hier bereits seit vielen Jahren als<br />

Dienstleister für etliche regionale oder überregionale Unternehmen<br />

und Organisationen diverse Tätigkeiten in Zusammenhang<br />

mit dem Versand von Prospekten, Katalogen, Mailings<br />

usw., teils sogar mit Lagerhaltung und Druckservice. Ob<br />

individueller Brief mit einem angeforderten Prospekt, ob 200<br />

Mailings oder 2000 – wir kümmern uns darum! Und dass<br />

wir nun auch für das <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong> von AXO.MEDIA zuständig<br />

sind, freut uns natürlich besonders.“<br />

Kiloweise <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong>e<br />

Vier Mal im Jahr heißt es hier künftig: „<strong>WOLL</strong> muss in die<br />

Post“. Die frischen <strong>Magazin</strong>e müssen in Umschläge gepackt<br />

und adressiert werden, evtl. kommt eine Rechnung dazu,<br />

dann werden die Briefe frankiert und zur Post gefahren. „Da<br />

kommen etliche Kilos zusammen“, weiß Birgit Brand, und ergänzt:<br />

„Auch die buchhalterischen Tätigkeiten rund um das<br />

Abo wurden auf uns übertragen.“<br />

„Kann nicht - gibt’s nicht“<br />

Für Menschen mit Beeinträchtigung bieten diese Aufträge<br />

eine Chance auf ein normales Arbeitsleben mit einer Regelarbeitszeit<br />

von 35 Stunden pro Woche. „Im Vergleich zur<br />

Arbeitskraft ohne Beeinträchtigung ist unser Zeitaufwand<br />

leicht höher, doch für uns ist unsere Tätigkeit enorm wichtig“,<br />

berichtet Birgit Brandt, die selbst seit Geburt mit einer Gehörschädigung<br />

lebt. „Unser Leitspruch ist: Kann nicht - gibt’s<br />

nicht. Jeder von uns wird nach seinen Möglichkeiten eingesetzt,<br />

auch um die Motorik und die kognitiven Fähigkeiten zu<br />

fördern. Es gibt Aufgaben, die nur am Computer ausgeführt<br />

werden. Bei anderen Tätigkeiten benötigt man zupackende<br />

Hände. Im Zweifel muss halt ein Hilfsmittel her und da tut es<br />

86 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


manchmal schon eine einfache Anti-Rutschmatte, wenn der<br />

zweite Arm, beispielsweise aufgrund einer Lähmung, nicht<br />

einsetzbar ist. Die Freude und der Stolz, etwas Wichtiges leisten<br />

zu können, sind fast nicht beschreibbar. Daher sind wir<br />

dem Verlag, aber auch allen anderen Unternehmen, die uns<br />

als Dienstleister wählen, sehr dankbar.“<br />

Beitrag für die Gesellschaft: Voller Abo-Preis geht<br />

direkt an das DLZ<br />

Auch bei AXO.MEDIA ist man froh über diese Kooperation.<br />

„Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen“, berichtet<br />

Dirk Bannenberg, der Herausgeber des <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong>s.<br />

Für die Bearbeitung der vielen Abonnements musste eine neue<br />

Lösung gefunden werden, und da bot sich natürlich die Auslagerung<br />

an das Josefs-Team, mit dem wir bereits längere Zeit<br />

sehr gut zusammenarbeiten, an. Und wir wurden nicht enttäuscht.<br />

Der Workflow läuft störungsfrei und bei Absprachen<br />

können wir kurze Wege nutzen. Uns gefällt aber besonders,<br />

dass dort Menschen mit Beeinträchtigung nach ihren Wünschen<br />

und Fähigkeiten arbeiten und dadurch gefördert werden.<br />

Daher haben wir uns entschieden, den gesamten Abo-<br />

Preis dem DLZ der Bigger Werkstätten zufließen zu lassen:<br />

unser Beitrag für die Gesellschaft.“<br />

Was gibt es Schöneres, als eine solche Win-Win-Situation?<br />

Und auch unsere Abonnenten, inklusive Rosi und Werner,<br />

wird es freuen, woll! ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 87<br />

josefsheim-bigge.de


D<br />

TEN EINEM FAST<br />

LEID TUN!<br />

Auszug aus dem Sauerland- Comic<br />

9<br />

„Das Wunder von<br />

Döneken“, Band 2.<br />

Das Buch ist im Buchhandel<br />

und bei Amazon erhältlich.<br />

ISBN 978-3-00-024707-1<br />

Verlag: Zeyen-Design, Brilon<br />

9<br />

BESUCHT UNS AUF DER HOCHZEITS-<br />

MESSE IN DER BALVER HÖHLE<br />

03. OKTOBER 2021<br />

www.i-dexe-fotobox.de<br />

HOCHZEITSFOTOGRAF<br />

GESCHÄFTSZWEIGE DER:<br />

88 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

Philipp Nolte<br />

0151 226 848 43<br />

p.nolte@i-dexe.net<br />

www.philipp-nolte.de<br />

i-dexe werbung-design GmbH<br />

www.i-dexe.net


<strong>Herbst</strong>zeit – Erntezeit<br />

Robert Dröge<br />

Die ersten Stürme künden es an,<br />

den <strong>Herbst</strong> man schon fast sehen kann,<br />

erste Blumen welken, es färbt sich der Wald,<br />

Spinnennetze verbergen nun manchen Spalt,<br />

unter den Füßen raschelt das Laub,<br />

<strong>Herbst</strong>idylle, wohin man auch schaut.<br />

Der Bauer, er hat nun sehr wenig Zeit -<br />

Getreide, Kartoffeln, sie sind bereit<br />

und bei trockenem Wetter und Sonnenschein<br />

bringt er dankbar seine Ernte ein.<br />

Tomaten, Beeren, Trauben am Strauch und Reben,<br />

wer ernten will, der muss sich sputen, sich regen.<br />

Doch gar manches Obst, man glaubt es kaum<br />

bleibt ungepflückt einfach hängen am Baum,<br />

oder liegt darunter, vermodert, verfault,<br />

denn pflücken, auflesen ist Mühe, leichter ein Kauf.<br />

Dazu die Schale, stets sauber und glatt,<br />

keine, die Risse, raue Stellen hat,<br />

wenn auch teuer, das ist doch egal,<br />

Hauptsache genug in reicher Auswahl.<br />

In früheren Jahren wurde aufgelesen, gepflückt,<br />

denn ein Korb voller Obst, für viele war´s Glück.<br />

Aber lassen wir das, genießen die Zeit,<br />

bevor der Winter sich macht bereit. ■<br />

Dicke Sauerländer®<br />

BOCKWURST<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 89


Anzeige<br />

Heckmann Bau Brilon<br />

Standort<br />

Brilon<br />

ES GEHT UM MEHR ALS UM MASCHINEN,<br />

KUBIKMETER UND STAHLBETON<br />

Standort<br />

Hamm<br />

Christel Zidi<br />

Heckmann Bau<br />

Als sich Bernhard und Therese Heckmann 1921 in Hamm mit einem<br />

Tief- und Straßenbauunternehmen selbstständig machten, hätten sie<br />

sich wohl kaum vorstellen können, welch erfolgreiches Unternehmen<br />

einmal aus ihrem Familienbetrieb entstehen würde. Zur „Unternehmensfamilie<br />

Heckmann“ gehören heute fünf eigenständige Firmen mit sich ergänzenden<br />

Schwerpunkten, die untereinander bestens vernetzt sind und regelmäßig<br />

ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen.<br />

„Menschen sind die entscheidenden<br />

Faktoren in<br />

unserem Unternehmen“<br />

- Josef Thiele<br />

Eines dieser Unternehmen ist Heckmann<br />

Bau in Brilon. Drei Geschäftsführer<br />

teilen sich hier nicht nur die<br />

Verantwortung für das Unternehmen,<br />

sondern – gemeinsam mit ihren Mitarbeitern<br />

- auch die Freude am Bauen:<br />

Josef Thiele, Wolfgang Püschel und<br />

Martin Karnein.<br />

Hohe Fertigungstiefe<br />

90 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

Ursprünglich lag der Schwerpunkt der<br />

1985 auf Initiative von Martin Karnein<br />

gegründeten Firma Heckmann Bau Brilon<br />

im klassischen Tief- und Straßenbau.<br />

Ab Mitte der 1990er-Jahre wurden immer<br />

mehr Komplettlösungen angeboten.<br />

Und so plant und erstellt Heckmann<br />

Bau Brilon heute Büro-, Industrie- und<br />

Infrastrukturprojekte – auf Wunsch<br />

auch schlüsselfertig. Zum Leistungsportfolio<br />

gehören sämtliche Erdarbeiten,<br />

Kanal- und Entwässerungsarbeiten,<br />

Ver- und Entsorgungsleitungen, Straßenbauarbeiten<br />

sowie Stahlbetonbauarbeiten.<br />

Absolute Verlässlichkeit<br />

Aus dem reinen Anbieter von Bauleistungen<br />

ist längst ein kunden- und<br />

lösungsorientiertes Generalbauunternehmen<br />

geworden. Auch die Kundenstruktur<br />

veränderte sich von<br />

öffentlichen Auftraggebern hin zu<br />

Gewerbe- und Industriekunden sowie<br />

Kunden in der Energiewirtschaft.<br />

Seine Fertigungstiefe, Erfahrung und<br />

fachliche Kompetenz machen Heckmann<br />

Bau für Kunden attraktiv und<br />

effizient. Was den Erfolg des Unternehmens<br />

aber letztlich ausmacht, ist<br />

die absolute Verlässlichkeit, „der ehrliche<br />

und faire Umgang mit unseren<br />

Kunden und Mitarbeitern“, wie Josef<br />

Thiele betont. Langjährige und gute<br />

Verbindungen zur heimischen Industrie,<br />

besonders zur Holz- und Möbelindustrie<br />

bestätigen das.<br />

Klare Werte<br />

Der Erfolg von HECKMANN gründet<br />

sich auf das Zulassen von Veränderungen<br />

und auf Zusammenhalt.<br />

Durch das Setzen klarer Werte entstand<br />

eine Firmenphilosophie, die auf<br />

überzeugende Kompetenz, auf gelebtes<br />

Vertrauen („Unser Wort gilt“ – Martin<br />

Karnein) und klare Kommunikation<br />

fußt. Kundenorientierung und Mitarbeiterentwicklung<br />

sind prägende Elemente<br />

des Unternehmens.


Wolfgang Püsche, Josef Thiele,<br />

Martin Karnein (v.l.)<br />

Unter der Dachmarke HECKMANN sind<br />

folgende Unternehmen vereint:<br />

Feuerwache Willingen<br />

Ständige Weiterentwicklung<br />

• Bernhard HECKMANN Bauunternehmung, Hamm<br />

• HECKMANN Bau, Brilon<br />

• HECKMANN Bauland und Wohnraum<br />

• HECKMANN Bauplus<br />

• HECKMANN Service<br />

Die Umsetzung des Fortschritts in<br />

Form modernster Geräte und Maschinen,<br />

aber auch die Digitalisierung,<br />

Arbeitsschutz- und Workflow-Optimierung<br />

ließen HECKMANN große<br />

Technologiesprünge machen: „Während<br />

damals die meisten bei Lasertechnik<br />

an Science-Fiction dachten,<br />

haben wir damit bereits Rohre in nie<br />

gekannter Präzision verlegt“, erinnert<br />

sich Martin Karnein, „1970 stand bereits<br />

der erste Computer in der Lohnbuchhaltung“.<br />

Derzeit beschäftigt man sich intensiv<br />

mit dem Thema „Building Information<br />

Modeling“ (BIM). Mittels entsprechender<br />

Software können Bauprojekte<br />

visualisiert, effizient geplant und<br />

anschließend ein noch reibungsloserer<br />

Projektablauf erzielt werden. Damit hat<br />

man jederzeit den perfekten Überblick,<br />

selbst über Details.<br />

Mitgestaltung erwünscht<br />

optimal in die Projekte eingebracht<br />

werden. Einsatzfreudige und eigenverantwortliche<br />

Mitarbeiter können sich<br />

für Führungspositionen qualifizieren.<br />

Für Wolfgang Püschel ist Heckmann<br />

„ein 5-Sterne-Unternehmen, das Mitarbeitern<br />

die Freiheit lässt neue Wege<br />

zu gehen. Jeder darf mitgestalten, wenn<br />

das Unternehmen dadurch nach vorne<br />

kommt.“<br />

Kunden und Mitarbeiter<br />

sind das Wertvollste<br />

Ausbilden, Weiterbilden, Fördern –<br />

darauf setzen die drei Briloner Geschäftsführer.<br />

Martin Karnein: „Wenn<br />

wir uns für die Menschen im Unternehmen<br />

interessieren, Talente entdecken,<br />

Menschen unterstützten und<br />

ihre persönliche Entwicklung fördern,<br />

entwickelt sich auch unser Unternehmen<br />

insgesamt ganz von selbst weiter.“<br />

Worte, denen auch Taten folgen:<br />

Zum 1. August dieses Jahres wurden<br />

25 neue Auszubildende eingestellt, in<br />

16 verschiedenen Berufen. Damit liegt<br />

das Verhältnis der Auszubildenden zur<br />

Gesamtbelegschaft bei 1:6, die landesweit<br />

höchste Ausbildungsquote in der<br />

Baubranche.<br />

Trotz allem Fortschritt und der ständigen<br />

Weiterentwicklung bleiben bei<br />

HECKMANN die Fundamente absolute<br />

Verlässlichkeit, Vertrauen und<br />

Verantwortung erhalten. Und wie kann<br />

man das schöner ausdrücken als Martin<br />

Karnein mit den Worten: „Unsere<br />

Kunden und unsere Mitarbeiter/innen<br />

sind das Wertvollste. Seit 100 Jahren –<br />

und das bleibt auch so.“ ■<br />

Regelmäßig fachlich geschult, kann<br />

das erworbene Wissen der aktuell 470<br />

Mitarbeiter der Heckmann-Familie<br />

Gallbergweg 36 | 59929 Brilon<br />

Tel. 02961 97860 | www.heckmann-bau-brilon.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 91


Sie weiß,<br />

was sie will<br />

Respekt und Gerechtigkeit: Victoria<br />

Filthaut (17) ist die einzige<br />

Schiedsrichterin im Fußballkreis<br />

Arnsberg<br />

Paul Senske<br />

Tom Linke<br />

S<br />

ie ist 17 Jahre jung, leidenschaftliche<br />

Fußballerin des TuS Voßwinkel und<br />

Schiedsrichterin – die einzige im<br />

Fußballkreis Arnsberg. Victoria Filthaut<br />

hat als Referee früh Verantwortung übernommen,<br />

auf dem grünen Rasen an Selbstbewusstsein<br />

gewonnen und viel fürs Leben<br />

gelernt. Ihr Credo: Gerechtigkeit<br />

und Respekt. „Ich mache von Beginn<br />

an klar, dass sie Respekt vor<br />

mir haben, was umgekehrt auch<br />

für mich gilt“, sagt Victoria,<br />

die in der Regel Spiele von<br />

Jungen-Teams pfeift und<br />

als „professionelle Spielleiterin“<br />

geschätzt wird.<br />

Die Schülerin des Neheimer<br />

Ursula-Gymnasiums<br />

weiß, was sie will: Ein<br />

Ziel ist es, in der Bundesliga<br />

zu pfeifen, als<br />

Spielerin könnte sie sich<br />

ebenfalls die höchste<br />

Klasse vorstellen.<br />

Auch beruflich hat sie<br />

klare Vorstellungen:<br />

Sie will Grundschullehrerin<br />

werden.<br />

92 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Dass Victoria den Weg zum Fußball gefunden hat, liegt auch und<br />

besonders an ihrem Onkel Tobias Filthaut, der als Mentor und<br />

Trainer den TuS zu einer Hochburg des Damen- und Mädchen-<br />

Fußballs aufgebaut hat. Derzeit sind über 30 junge Frauen und<br />

Mädchen aktiv. „Ohne Tobi wäre ich niemals beim Fußball gelandet“,<br />

erzählt Victoria. „Meine Mutter Alejandra<br />

hat immer gesagt, Fußball sei kein<br />

Sport für Mädchen.<br />

Da geht‘s lang!<br />

Tobi hat sich bei meiner Mutter für<br />

mich eingesetzt und sie schließlich überzeugt.“<br />

Im Alter von sechs Jahren durfte Victoria<br />

schließlich zum Training ins Waldstadion, das<br />

ihr großen Spaß gemacht hat. Fußball wurde ihre Leidenschaft,<br />

weil es in dieser Sportart „immer neue Herausforderungen<br />

gibt“. Zuvor und parallel zum Fußball hatte sie an mehreren<br />

anderen Sportarten wie Tennis, Schwimmen, Leichtathletik, Turnen<br />

oder Taekwondo geschnuppert. „Victoria ist eine sehr gute<br />

Fußballerin, sie ist schnell, zuverlässig und hat einen starken linken<br />

Fuß“, betont Tobias Filthaut. „Sie hat großes Potenzial. Mich<br />

freut auch, dass sie sich im TuS als Junior-Coach engagiert.“ Großes<br />

Potenzial wird Victoria auch als Schiedsrichterin attestiert.<br />

Die Ausbildung hat sie im Winter 2018 absolviert und seitdem mit<br />

André Franzisko einen Mentor an ihrer Seite. Für Victoria ist er<br />

ein „wahrer Glücksfall“. Franzisko ist Vorstandsmitglied des TuS<br />

Voßwinkel, Polizeibeamter und selbst Schiedsrichter, der Victoria<br />

berät und zu den Spielen begleitet. „Mit André habe ich die auf<br />

dem Platz wichtige deutliche Ansprache geübt, auch die Körpersprache<br />

habe ich gelernt. Er hat mir zudem gezeigt, wie man an<br />

die Kabinentüren klopft, um die Mannschaften aufs Spielfeld zu<br />

bitten.“ Diese Übungen waren für Victoria wichtige Weichenstellungen.<br />

„Als Schiedsrichterin wirst du von den Jungs oft belächelt.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 93


Viktoria Filthaut mit ihren Bezugspersonen: André Franzisko und Tobias Filthaut (re)<br />

„André hat mir gezeigt, wie man an die<br />

Kabinentüren klopft“ - Victoria Filthaut<br />

Aber ich lasse mir nicht auf der Nase herumtanzen. Ich erwarte<br />

Respekt. Auch in der Schule trete ich jetzt selbstbewusster<br />

auf, beispielsweise wenn ich ein Referat halte.“<br />

KOPFKINO FÜR<br />

DAS SAUERLAND<br />

Mit „Kopfkino“ zur<br />

echten Sauerlandmarke<br />

werden: Wir<br />

helfen dabei. Mit<br />

echten Geschichten,<br />

echten Bildern, echten<br />

Menschen. Digital und<br />

Print. www.axo.media<br />

Ihr Mentor sieht Victoria auf einem sehr guten Weg: „Sie ist<br />

extrem professionell, lässt sich nicht beirren und löst deeskalierend<br />

auch schwierige Situationen“, so Franzisko. „Sie ist eine<br />

starke, selbstbewusste und angenehme Persönlichkeit.“ Tobias<br />

Filthaut lobt besonders ihren hohen Gerechtigkeitssinn und<br />

ihr souveränes Verhalten auf dem Spielfeld. „Auch von dummen<br />

Sprüchen von außerhalb lässt sie sich nicht beirren.“<br />

Sie hilft Kindern bei<br />

der Hausaufgabenbetreuung<br />

Fußball ist ein wichtiges und belebendes Element in ihrem<br />

Leben, aber nicht alles. Victoria engagiert sich im Spielmannszug<br />

Voßwinkel, spielt Querflöte und lernt derzeit trommeln.<br />

Sie interessiert sich für Geschichte; ihr Großvater Michael,<br />

einer der Redakteure der „Voßwinkler Rückblicke“, hat sie<br />

in die entsprechende Spur gebracht. Sie hilft Kindern in der<br />

Hausaufgabenbetreuung der Grundschule Wickede: „Kinder<br />

liegen mir am Herzen.“ Ihr Berufsziel kommt nicht von ungefähr:<br />

Sie will Grundschullehrerin werden. Nach dem Abitur<br />

im nächsten Jahr geht es nach Köln zum Studium. Dem Fußball<br />

bleibt sie mit ihren ambitionierten Zielen erhalten. ■<br />

94 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Annas kleine Farm<br />

Junge Landwirtin schafft Paradies für seltene Hühnerrassen<br />

Helmut Gaida<br />

S. Droste<br />

F<br />

ür Anna-Maria Aust aus Kallenhardt wurde ein Kindheitstraum wahr: Die Schaffung eines Paradieses für<br />

seltene Hühnerrassen und ein persönlicher Rückzugsort. Inzwischen ist das für jeden zugängliche Grundstück in<br />

Kallenhardt Anziehungspunkt für Groß und Klein, für Kindergärten und Wanderer.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 95


Laufenten<br />

Besuch im Paradies<br />

Die Eingabe von „Lütke Linde 4 in <strong>Rüthen</strong>“ ins Navigationssystem<br />

erweist sich als Volltreffer mit dem Hinweis:<br />

„Anna´s Chicken Farm“. Hier sitzt - völlig entspannt -<br />

Anna-Maria Aust, 23 Jahre alt und gelernte Landwirtin,<br />

mitten in ihrem kleinen Paradies. Sie strahlt eine innere<br />

Ruhe und Zufriedenheit aus. Ohne abgehoben zu wirken,<br />

stimmt sie der Beschreibung “paradiesischer Zustände<br />

im kleinen Rahmen” spontan zu und bestätigt: „Hier ist<br />

mein persönlicher Rückzugsort nach einem stressigen Arbeitstag“.<br />

Neben den inzwischen 40 Hühnern können sich ihre Besucher<br />

auch an fünf Bretonischen Zwergschafen erfreuen.<br />

Die kleinste Schafsrasse der Welt stammt ursprünglich von<br />

der rauen, französischen Atlantikinsel Quessant und stand<br />

kurz vor dem Aussterben. Eine widerstandsfähige und absolut<br />

pflegeleichte Rasse, die ganze Arbeit leistet - auch für<br />

Annas Rasen: „Schließlich braucht mein Rasen auch einen<br />

natürlichen Rasenmäher“.<br />

Artenrettung - seltener Hühnerrassen<br />

Bei Anna „hängt es einfach in den Genen“ dass der<br />

Berufswunsch Landwirtin konsequent umgesetzt wurde.<br />

Schon ihre Familie war landwirtschaftlich orientiert.<br />

Schon vor längerer Zeit hatte Anna den Entschluss gefasst,<br />

in der Nähe ihres Elternhauses ein Grundstück zu erwerben.<br />

In der “Lütke Linde 4” fand sie eines, auf dem von<br />

Behördenseite her auch nicht zwangsläufig innerhalb einer<br />

bestimmten Zeit ein Haus errichtet werden musste. Denn<br />

Anna hatte andere Pläne, als sie das Grundstück zu ersten<br />

Mal sah: „Hier bau ich einen Hühnerstall“.<br />

“Im Einvernehmen mit der netten Nachbarschaft”, so<br />

Anna wurde dann die „Hühnerstube“ gebaut und das erste<br />

Paar einer seltenen Hühnerrasse erworben: das „Westfälische<br />

Totlegerhuhn“.<br />

Wegen ihrer hohen Legeleistung hießen diese Hühner<br />

ursprünglich Alltagsleger oder Dauerleger (Im Platt- und<br />

Niederdeutschen´”Doutleijer”). Falsch ins Hochdeutsche<br />

Annas Hühnerfarm<br />

Seramas, die kleinsten Hühner der Welt<br />

96 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


übersetzt, wurde später daraus das Wort “Totleger”.<br />

(Quelle: Wolf-Diemtar Unterweger: Das Hühnerbuch)<br />

Diese besondere Liebe zu seltenen und vom Aussterben<br />

bedrohte Hühnerrassen führte Anna durch ganz NRW<br />

und nach Hessen. Der Erfolg vieler anstrengender Recherchen<br />

und Reisen zeigt sich heute durch insgesamt 40<br />

eigene, besondere und besonders seltene Hühner. Darunter<br />

auch Seramas, die kleinsten Hühner der Welt.<br />

machte. Des Öfteren fragten Besucher schmunzelnd nach<br />

dem Huhn „mit der Warnweste“. Inzwischen genießt das<br />

frühere Batterie-Legehuhn seinen Lebensabend auf Annas<br />

kleiner Farm. Linda legt jetzt nur noch gelegentlich ein Ei<br />

und sitzt ansonsten am liebsten in der Sonne, im <strong>Rüthen</strong>er<br />

Hühnerparadies. ■<br />

Linda, das nackte Huhn mit der Warnweste<br />

Nicht nur seltene Hühnerrasse finden bei Anna ein<br />

Zuhause. Auch ein Huhn aus einer Legebatterie fand<br />

schließlich den Weg in die Hühner-Stube. Anna hatte Mitleid<br />

mit dem halb zerfetzen Tier, nahm es auf und nannte<br />

es Linda. Dem frierenden, fast federlosen Huhn wurde<br />

ein gelber Pullover gestrickt, der es damit zur Attraktion<br />

Linda (Mitte), jetzt ohne Warnweste<br />

Kauf , ne Kuh<br />

von Opa Lu<br />

Gönn dir bestes Rindfl eisch<br />

vom Bio-Hof aus deiner<br />

Region. Infos unter<br />

www.meine-q.de<br />

Wir sind ein kleiner Familienbetrieb<br />

im Nebenerwerb und bewirtschaften<br />

unseren Hof mit viel Leidenschaft und<br />

Fürsorge für Tiere und Umwelt.<br />

Überzeug' dich selbst und komm' vorbei!<br />

1/8 Bio-Rind direkt vom Erzeuger<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 97<br />

Ludger Gerold | Flessinghauser Straße 24 | 34431 Marsberg-Leitmar | Tel.: 02993 1328 | E-Mail: opalu@meine-q.de


„ALEXA,<br />

was ist das älteste Gewerbe der Welt?“<br />

„Ich habe das hier im <strong>WOLL</strong> <strong>Magazin</strong> gefunden:“<br />

Z<br />

unächst beruhigen Sie sich<br />

bitte, wir sind nicht so schlüpfrig<br />

unterwegs, wie Sie vielleicht<br />

gerade denken. Denn: Das älteste<br />

Gewerbe der Welt ist unzweideutig<br />

Marketing. Zugegeben, der Begriff<br />

Marketing ist erst im vorigen Jahrhundert<br />

entstanden und fasst die Prozesse<br />

rund um Verkaufen von Produkten<br />

und Dienstleistungen zusammen.<br />

Dazu zählt natürlich besonders die<br />

Kommunikation, oder wie es früher<br />

hieß: Werbung, Reklame.<br />

Und so lichtet sich der Nebel. Denn<br />

es war eine gelungene Werbeaktion<br />

von Eva, mit der Adam zum verbotenen<br />

Biss in den Apfel verführt wurde.<br />

Kommt Ihnen diese Methode bekannt<br />

vor? Sie werden bestätigen: Ja, das ist<br />

Marketing. Viel älter geht´s nicht.<br />

Sauerländer sind die Besten?<br />

Vermutlich waren es dann die frühen<br />

Vorfahren der Sauerländer, die die<br />

Vorzüge und Möglichkeiten von Marketing<br />

erkannt und noch wichtiger,<br />

auch konsequent genutzt haben.<br />

<strong>WOLL</strong>-Autor Michael Martin, der<br />

durch mehrere stammtisch-wissenschaftliche<br />

Studien den Sauerländern<br />

aufs Maul geschaut hat, behauptet<br />

in seinem Werk „Sauerländer. Besser<br />

geht’s nicht.“ felsenfest: „Die Sauerländer<br />

sind einfach die Besten. Vom<br />

lieben Gott nach seinem Ebenbild<br />

erschaffen aus Mutter Erde und Vater<br />

Durst. Die Krönung vonner Schöpfung.<br />

Das Gelbe von zwei bis drei<br />

Eiern. Das Mett in der Wurst, und so<br />

weiter!“<br />

Wir wollen an dieser Stelle die Lobhudelei<br />

des Autors beenden, denn<br />

schon nach diesen ersten Sätzen wird<br />

die reklamemäßige Hervorhebung der<br />

Sauerländer deutlich. Wer denkt nicht<br />

bei Mutter Erde und Vater Durst an<br />

die beliebten Sauerländer Biermarken?<br />

Oder wer freut sich bei „das<br />

Gelbe von zwei bis drei Eiern“ nicht<br />

sofort an das Sauerländer Eierbacken?<br />

Und wer<br />

das Wort Wurst nur hört,<br />

bekommt knackige „Dicke Sauerländer“<br />

in die Augen. Geschickt und<br />

konsequent nutzen Sauerländer die<br />

Chancen und Möglichkeiten des<br />

Marke tings. Innovative Produktentwicklung,<br />

strategische Markenbildung,<br />

kluge Marktpositionierung<br />

und weitsichtige Vertriebspolitik stehen<br />

hinter den Erfolgen bekannter<br />

Mar ken wie FALKE, WARSTEINER<br />

oder GEFU, um nur einige zu nennen.<br />

Warum nicht einfach mal beim Unternehmen<br />

in der Nachbarschaft nachhören,<br />

wie sie den Markt bearbei ten?<br />

Oder einfach beim Marketingclub<br />

Hochsauerland reinschnuppern? Sauerländer<br />

Nachbarschaftshilfe! Besser<br />

geht’s nicht... ■<br />

www.marketingclub-hsk.de<br />

Mein Name ist Macketing. Alexa Macketing. Ich bin Dozentin im Fachbereich<br />

„Dönekes“ an der Sauerland-Universität zu Blüggelscheidt-Mosebolle.<br />

Zusammen mit meinem Marketingclub-Team forsche ich am Geheimnis,<br />

warum es so viele welt-erfolgreiche Sauerländer Unternehmen gibt. Zugegeben:<br />

Noch tappen wir ein wenig im Dunkeln, aber wir bleiben am Ball…<br />

Mehr Marketing-Dönekes in den kommenden <strong>WOLL</strong>-Ausgaben!<br />

98 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Anzeige<br />

Standort Brilon<br />

puris Bad Christel Zidi<br />

D<br />

ie Briloner Möbel Werke vereinen die erfol g -<br />

reichen Unternehmen Impuls Küchen, puris Bad<br />

sowie die Industrietischlerei Briloner Möbelfertigungsgesellschaft.<br />

Alle drei Unternehmen sind in Ihren<br />

Sparten wichtige Produzenten und Anbieter von Möbel<br />

und Möbelelementen und weit über die Grenzen von Brilon<br />

bekannt. Bad- und Küchenmöbel werden rund um den<br />

Globus verkauft.<br />

Im Mittelpunkt des Handelns dieser Unternehmen steht aber<br />

der Mensch mit seinen persönlichen Bedürfnissen und Wünschen.<br />

Ein attraktiver Arbeitgeber also, mit über 700 Personen<br />

Beschäftigten. Ein starkes Team, das sich mit den Produkten<br />

des „Made-in-Germany“-Produzenten identifizieren kann und<br />

ARRIERE<br />

sein Herzblut in das Unternehmen steckt. Von dieser Begeisterung<br />

für das Unternehmen und die Produkte wird jeder angesteckt,<br />

der hier eine strukturierte Ausbildung beginnt. Azubis<br />

bekommen internationale Kundenstrukturen und einen optimierten<br />

Produktionsablauf geboten. Sie lernen Abläufe, Aufgaben<br />

und Prozesse eines dynamischen Industrieunternehmens<br />

kennen.<br />

Ausbildungsstart in ein<br />

Unternehmen mit viel Herzblut<br />

Ein Unternehmen - viele Möglichkeiten!<br />

Auch und besonders für junge Menschen, die<br />

hier ihren Start ins Berufsleben beginnen.<br />

Briloner Möbel Werke<br />

N BRILON<br />

Derzeit sind noch folgende Ausbildungsplätze frei:<br />

• Industriekaufmann (w/m/d)<br />

• Fachkraft für Lagerlogistik (w/m/d)<br />

• Holzmechaniker (w/m/d)<br />

• Mechatroniker (w/m/d)<br />

Briloner Möbel Werke GmbH<br />

• Produktionstechnologe (w/m/d)<br />

Hinterm Gallberg<br />

(Die vollständigen Profile sind auf der Homepage im Bereich Karriere zu finden) 59929 Brilon<br />

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e suchen eine neue Herausforderung? Dann sind<br />

e bei uns genau richtig. Die „,Big Six BRILON“ stehen<br />

r hervorragende Karrieremöglichkeiten in einer<br />

milienfreundlichen Region. Hier finden Sie zum<br />

Impuls Küchen<br />

Die Marke Impuls Küchen zeichnet sich durch einen sympathischen<br />

Mix aus Design und Funktionalität für Küchen möbel<br />

aus. Impuls Küchen gehört zu den bekannten Namen im Markt<br />

und gilt als feste, verlässliche Größe. Die hochwertigen Möbel<br />

von puris Bad zeichnen sich durch die Kombination aus stilvollem<br />

Design, modernen Dekoren, innovativer Technik und<br />

geprüfter Qualitätsstandards aus. Innovative Möbelideen von<br />

puris Bad bringen Wohnlichkeit und Flair ins Bad. Selbstverständlich<br />

arbeiten die Briloner Möbel Werke in allen Bereichen<br />

umweltschonend und nachhaltig und produzieren nach höchsten<br />

Standards. ■<br />

Hier geht’s zum Video:<br />

T + 49 2961 778 0<br />

F + 49 2961 778 6110<br />

E karriere@briloner-mw.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 99


Outdoor-Fitness<br />

in den Henneauen<br />

Breitensport und Wohlbefinden<br />

in grüner Umgebung<br />

Louisa rudert „auf dem Trockenen“<br />

Britta Melgert<br />

S. Droste<br />

Dominik und Marco tun was für Ihre<br />

Oberschenkelmuskulatur<br />

Beinschwung: Lisa und Nina beim<br />

schwebenden Lauftraining<br />

Kornelia und Frank Topp stärken ihre Rückenmuskulatur<br />

im Sitzen und im Stehen<br />

Etwas Bewegung tut gut. Egal,<br />

ob der Körper nach einem<br />

langen Arbeitstag Abwechslung<br />

vom langen Sitzen braucht, ob<br />

die Waage immer wieder bedenklich<br />

warnt oder man einfach fit bleiben<br />

möchte – Sport hilft. In der Kreisstadt<br />

kann man seit Kurzem ein besonderes<br />

Angebot nutzen: Dank der großzügigen<br />

Spende der Bürgerstiftung Meschede<br />

wurden in den Auen entlang<br />

der renaturierten Henne hochwertige<br />

Fitness-Geräte aus wetterbeständigem<br />

Aluminium installiert, die nun<br />

Fitnessbegeisterten und Gelegenheitssportlern<br />

gleichermaßen zur Verfügung<br />

stehen – und das sogar rund um<br />

die Uhr und kostenlos.<br />

Koordination in den Armbewegungen<br />

Wir treffen vor Ort auf die Familie Topp<br />

aus Arnsberg. „Wir sind speziell wegen<br />

dieser Fitness-Strecke, von der uns<br />

Freunde erzählt haben, hierhergekommen“,<br />

berichtet Frank Topp. Auch Ehefrau<br />

Kornelia, Tochter Louisa und deren<br />

Freund Dominik Jäkel sind dabei. Die<br />

Stimmung ist gut. „Wir haben bereits<br />

vier der sieben Geräte ausprobiert und<br />

sind begeistert“, verrät Louisa, die sich<br />

nun gemeinsam mit dem Freund an den<br />

beeindruckenden Armzug-Liegestütz-<br />

Trainer begibt.<br />

Für Anfänger und „alte Hasen“<br />

Sieben Geräte – jedes ist anders. Beweglichkeit,<br />

Koordination, Kraft und Aus-<br />

100 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Warteschlangen gibt’s in den Henneauen<br />

bisher nur für’s lustige Foto<br />

dauer sollen beispielsweise verbessert<br />

werden. Tafeln mit Beschreibungen der<br />

Übungen sind an jedem Gerät vorhanden<br />

und geben auch Tipps für unterschiedliche<br />

Schwierigkeitsgrade. Geübte,<br />

wie z. B. Dominik, erkennen die<br />

verschiedenen Möglichkeiten vermutlich<br />

sofort. Als Anfänger hingegen schauen<br />

wir teils staunend auf die vorgeführten<br />

Übungen, die wir sonst vielleicht nur aus<br />

dem Fernsehen kennen. Aber auch Zuschauen<br />

kann ja Spaß machen.<br />

Joggingstrecke mit tollem Upgrade<br />

Auch Lisa Droste aus Freienohl mit<br />

Freund Marco Jäger und Schwester Nina<br />

sind heute hier. „Das Joggen entlang<br />

des Hennesees, die Himmelstreppe hinunter<br />

und dann zum Abschluss diesen<br />

Parcours zu nutzen, ist großartig. Dabei<br />

kann man sich an der frischen Luft auszupowern<br />

und bekommt den Kopf frei“,<br />

so Lisa. Marco ergänzt: „Das Laufen<br />

oder Joggen wird durch diese tollen Geräte<br />

richtig aufgewertet. Die Qualität ist<br />

weitestgehend mit der im Fitness-Center<br />

vergleichbar.“ Nina hingegen verrät<br />

uns schmunzelnd ihren Geheimtipp:<br />

“Wenn hier am Ende unserer Strecke<br />

die Füße brennen, dann bietet die<br />

Henne die Chance, die müden Beine<br />

darin zu erfrischen, ob nun auf einem<br />

dicken Stein am Ufer sitzend oder, wie<br />

in einer Kneippanlage, durch den Fluss<br />

watend.“<br />

Spielplatz für Große<br />

Die Begeisterung teilen scheinbar<br />

auch andere. Sowohl Familien, sportliche<br />

Senioren, ein paar junge Frauen,<br />

eine joggende Fußballmannschaft und<br />

Wanderer kommen des Weges. Hier<br />

ist was los! Man grüßt sich und lächelt<br />

einander zu. Ein bisschen fühlt man<br />

sich wie auf einem Spielplatz für Große.<br />

Warum also nicht einfach mal was<br />

Neues ausprobieren? Vielleicht macht<br />

dieses Trainingsgerät, das so seltsam<br />

aussieht, ja tatsächlich Spaß? Vielleicht<br />

hilft die Übung dem verspannten Rücken?<br />

Vielleicht spürt man nach dem<br />

Training Muskeln an Stellen, wo man<br />

es gar nicht mehr gekannt hatte? Und<br />

vielleicht profitiert ja nicht nur der Bewegungsapparat,<br />

sondern man lernt<br />

auch nette Leute kennen? „Alles durchaus<br />

möglich“, ist sich Kornelia Topp<br />

sicher. „Doch ganz sicher ist, dass man<br />

von dieser tollen, grünen Umgebung<br />

beeindruckt ist und mit einem Gefühl<br />

des Wohlbefindens heimkehrt. Und<br />

wir kommen bestimmt wieder!“ ■<br />

Besuchen Sie unser<br />

Veranstaltungsprogramm:<br />

Liegestütze in unterschiedlichen Positionen und Höhen<br />

Marketing Club Hochsauerland | Oststraße 43<br />

57392 Schmallenberg | 02972 9748688<br />

kontakt@marketingclub-hsk.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 101


Ein Stück Neheimer Industriegeschichte:<br />

Noch mit 80 Jahren fertigt Werner Mittler<br />

Lampenschirmgestelle an<br />

„Ich habe das Gefühl,<br />

noch gebraucht<br />

zu werden“<br />

Paul Senske<br />

Philipp Nolte<br />

Von Rentnerdasein keine Spur: Auch mit 80 Jahren bereitet Werner Mittler die Arbeit Freude.<br />

Den „Blaumann“ hat Werner<br />

Mittler seit 65 Jahren an<br />

und darauf ist er stolz. Der<br />

gelernte Gürtler fertigt noch im Alter<br />

von 80 Jahren in seiner Werkstatt in<br />

der Neheimer Burgstraße Lampenschirmgestelle.<br />

Mittler verkörpert als<br />

letzter verbliebener „Einzelkämpfer“<br />

ein Stück Neheimer Leuchtenindustrie-Geschichte<br />

und beliefert einen<br />

festen Kundenstamm. Die Werkstatt<br />

im Hinterhof gleicht einem Industriemuseum<br />

mit besonders hohem ideellem<br />

Wert. „Ich habe das Gefühl, noch<br />

gebraucht zu werden“, sagt Mittler.<br />

„Mir macht die Arbeit Spaß.“<br />

Seit 1977 ist Mittler mit der Firma Hücker<br />

& Mittler selbstständig. Über Jahrzehnte<br />

an seiner Seite Kumpel Heinz<br />

Hücker, den er seit der gemeinsamen<br />

Gürtler-Lehre 1956 kannte und der<br />

am 23.08.21 verstarb. Ihre beruflichen<br />

Wege waren unzertrennlich: Die großen<br />

Neheimer Leuchtenfirmen Egon Hillebrand<br />

und Schröder, zwischendurch die<br />

Firma Albers, so lauteten die Stationen,<br />

ehe sie sich selbstständig machten. Vor<br />

der Gründung der eigenen Firma 1977<br />

produzierten sie „nach Feierabend“ schon<br />

Lampenschirmgestelle. 2014 schied Hücker,<br />

inzwischen auch 80, aus gesundheitlichen<br />

Gründen aus der Fima aus.<br />

Mittler ist seitdem Einzelkämpfer, eine<br />

Aushilfe erledigt die Büroarbeit. „Heinz<br />

rief mich jeden Montag zwischen 10 und<br />

11 Uhr an, darauf freute ich mich. Es gab<br />

immer viel zu bereden.“<br />

Natürlich geht es um die Geschäfte, die<br />

laufen in der umkämpftem und von Krisen<br />

gebeutelten Leuchtenindustrie „gut“.<br />

Der entscheidende Grund ist die Tatsache,<br />

dass die Senior-Firma Drahtgestelle<br />

für Sonderanfertigungen von Lampenschirmen<br />

fertigt. Der Kundenstamm<br />

steht für den Zulieferer aus Neheim.<br />

Hauptabnehmer ist die Firma Peters<br />

Leuchten (Peters Design) in Rinteln in<br />

102 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Die Werkstatt gleicht einem Industriemuseum mit vielen Schätzen.<br />

„Die Werkstatt ist<br />

mein Leben“<br />

- Werner Mittler<br />

Niedersachsen, die seit 1919 Leuchten<br />

und Sonderleuchten baut, auch und besonders<br />

für Hotels in Europa. „Darunter<br />

sind auch bekannte 5-Sterne-Hotels wie<br />

in München oder Paris“, betont Mittler.<br />

Daneben beliefert Mittler vier bis fünf<br />

kleinere Firmen.<br />

Der Blick in seine Werkstatt ist atemberaubend,<br />

sie atmet Neheimer Leuchtengeschichte<br />

und erinnert an die kleinen<br />

Zulieferbetriebe in der Möhnestraße,<br />

wo in der Lampen-Blütezeit vor über<br />

100 Jahren praktisch in jedem Keller<br />

Leuchtenteile für die großen heimischen<br />

Firmen von Weltruf hergestellt wurden.<br />

„Die Werkstatt ist mein Leben.“ Und<br />

gleicht einem Museum. Sieben Schweißmaschinen,<br />

eine aus dem Zeitraum<br />

1935/1940, Schere, Ringautomat, eine<br />

pneumatische Bewusst Maschine zum Abkanten,<br />

drei Maschinen mit Handbetrieb - eine<br />

ist ein umgestalteter Poststempel - finden<br />

sich hier, wecken Erinnerungen und lassen<br />

die Herzen der Tüftler und Heimatforscher<br />

höherschlagen. Die Werkstatt ist<br />

eine wahre Fundgrube, ein Schatz. Und<br />

was geschieht mit der Werkstatt, wenn<br />

er mal aufhören sollte? „Dann wird die<br />

Werkstatt hier abgebaut und in Rinteln<br />

bei Peters wieder aufgebaut. Diesen Deal<br />

habe ich mit dem Seniorchef von Peters<br />

vereinbart.“<br />

Hin- und Weghören<br />

Reaktivieren Sie Ihre natürliche<br />

Filterfunktion mit der<br />

terzo®Gehörtherapie!<br />

Bewusst<br />

Hin- und Weghören<br />

Reaktivieren Sie Ihre natürliche<br />

Filterfunktion mit der<br />

terzo®Gehörtherapie!<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 103


1946 als Vertriebener aus<br />

Schlesien nach Neheim<br />

gekommen<br />

Ans Aufhören denkt Mittler noch lange<br />

nicht. „Wenn ich das Wort aufhören in<br />

den Mund nehme, dann will das keiner<br />

hören, ich werde sofort abgeblockt.“ Er<br />

hat die Rente längst durch, die Arbeit ist<br />

Hobby und vermittelt das Gefühl „gebraucht<br />

zu werden“. Der Neheimer hat<br />

sich einen Traum erfüllt. 1946 war er<br />

als Vertriebener aus Schlesien nach Neheim<br />

gekommen, sein Vater arbeitete als<br />

Schweizer (Melker) auf Gut Moosfelde.<br />

Mittler besuchte die damalige Volksschule<br />

in der Burgstraße, in unmittelbarer<br />

Nähe seiner jetzigen Werkstatt.<br />

51 Jahre ist er inzwischen mit Ehefrau<br />

Sigrid verheiratet, Anja und Axel heißen<br />

die Kinder. Jahrelang war er als Hundeführer<br />

mit eigenen Boxern unterwegs. Er<br />

ist bekennender und treuer Schalke-Fan<br />

– auch in diesen nicht leichten Zeiten.<br />

Zugleich interessiert ihn alles, was mit<br />

Sport zu tun hat. Im Sport kennt er sich<br />

genauso gut aus wie bei den Lampen. ■<br />

Mittlers Lampenschirmgestelle<br />

in Pariser 5-Sterne-Hotels<br />

GEBALLTE KOMPETENZ IN SACHEN MIETE<br />

TELESKOPMASCHINEN<br />

STARR ODER ROTO,<br />

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ELEKTRO, TREIBGAS, DIESEL,<br />

BIS 6 METER HUBHÖHE,<br />

BIS 16 TONNEN TRAGKRAFT<br />

DEUTSCHLANDWEITER TRANSPORT MIT<br />

EIGENEN TIEFLADERN<br />

104 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

Wiegers-Gabelstapler GmbH & Co. KG | Unterm Ohmberg 15 · 34431 Marsberg


Orientierbar - der neue Podcast<br />

für Eltern, Schüler/-innen und Lehrkräfte<br />

Im<br />

Frühjahr dieses Jahres<br />

hat der Ausbildungskonsens<br />

Hellweg-Sauerland<br />

einen Podcast veröffentlicht, der<br />

sich in erster Linie an junge Menschen<br />

wendet, die sich in der Berufsorientierung<br />

bzw. kurz vor Ende ihrer Schullaufbahn<br />

befinden. Aber auch deren<br />

Eltern soll er ansprechen, da ihnen<br />

in diesem Entscheidungsprozess eine<br />

wichtige Beraterrolle zukommt.<br />

„Die Themen, die dieser Podcast beinhaltet,<br />

sind vielfältig“, weiß IHK-Ausbildungsberater<br />

Sebastian Rocholl, „genauso<br />

vielfältig wie die Wege, die junge<br />

Menschen heute bei Ihrem Einstieg in<br />

die berufliche Karriere gehen können.“<br />

Im Podcast kommen Eltern zu Wort,<br />

Ausbilder, Azubis. Aber natürlich auch<br />

die verschiedenen Partner von Karriere-hier.<br />

Schüler/-innen „Als Netzwerkpartner und Lehrkräfte<br />

Orientierbar - der neue Podcast<br />

für Eltern, plaudern<br />

wir aus dem Beratungsnähkästen und<br />

versuchen erfolgreiche Tipps zu geben.“<br />

Neben anderen Medien (Homepage<br />

Die Region Hellweg-Sauerland mit ihren Ausbildungsbetrieben bietet vielfältige und<br />

zukunftsorientierte Chancen für einen erfolgreichen Karrierestart vor der eigenen<br />

Haustür. Grund genug, diese Themen rund um Ausbildung, Bewerbungszeit und<br />

Praxistipps aufzugreifen und hörbar zu machen.<br />

www.<br />

karrierehier.de<br />

www.<br />

ORIENTIERbar<br />

BERUF.LEBEN.ZUKUNFT<br />

Karriere-hier.de, eigene Mediathek auf<br />

YouTube), ist ORIENTIERBAR ein<br />

weiteres Medium, das die Chancen bietet,<br />

verschiedene Themen rund um die<br />

Berufsorientierung, um Ausbildungsberufe<br />

usw. einmal tiefergehend zu besprechen<br />

und spannende Einblicke in<br />

die Karrierewelt hier in unserer schönen<br />

Region zu bekommen.<br />

„Orientierung 2go“<br />

Dass Podcasts das persönliche Beratungsgespräch<br />

ersetzen, verneint Sebastian<br />

Rocholl definitiv: „Das persönliche<br />

Gespräch, haben wir in letzter Zeit<br />

schmerzlich gelernt, ist nicht durch diese<br />

Medien zu ersetzen. Aber sie ergänzen<br />

Beratungsangebote, bereiten diese<br />

vor oder beantworten auch wesentliche<br />

Fragen, sodass man sich in der direkten<br />

Beratung tiefergehend um den Kern der<br />

Berufs- bzw. Karriereweg- oder Lehrstellenfindung<br />

Scannen - Reinhören - Abonnieren kümmern kann.“<br />

ORIENTIERbar<br />

BERUF.LEBEN.ZUKUNFT<br />

Hier stimmt der Ton<br />

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Podcast ORIENTIERBAR<br />

Scannen - Reinhören - Abonnieren<br />

Die Region Hellweg-Sauerland mit ihren Ausbildungsbetrieben bietet vielfältige und<br />

zukunftsorientierte Chancen für einen erfolgreichen Karrierestart vor der eigenen<br />

Haustür. Grund genug, diese Themen rund um Ausbildung, Bewerbungszeit und<br />

Praxistipps aufzugreifen und hörbar zu machen.<br />

So vielfältig wie die Karrierewege<br />

Mit dem Start ist es geglückt: In den<br />

ersten Wochen konnten wir 600 Downloads<br />

und über 90 Abonnenten über die<br />

unterschiedlichen Anbieter (Spotify,<br />

Apple Podcasts, Google Podcasts, Lopodio<br />

Kreis Soest oder unter karrierehier.de.)<br />

erreichen. „Das Feedback ist<br />

durchgängig positiv“, zeigt sich Rocholl<br />

erfreut. „Wichtig ist, dass die Themen<br />

gut rüberkommen und der Ton stimmt.<br />

Hierzu arbeiten wir aber auch mit einem<br />

externen, regionalen Podcastproduzenten<br />

zusammen.“<br />

Orientierbar - der neue Podcast<br />

für Eltern, Schüler/-innen und Lehrkräfte<br />

Die Region Hellweg-Sauerland mit ihren Ausbildungsbetrieben bietet vielfältige und<br />

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Monatlich soll eine Folge des Podcast<br />

ORIENTIERBAR veröffentlicht werden,<br />

bislang sind so fünf Folgen online.<br />

Und es geht weiter: „Aktuell kommen<br />

wir aus der Sommerpause mit zwei<br />

Sonderfolgen zum Sommer der Ausbildung“,<br />

so Rocholl, „Weitere Folgen sind<br />

schon in den Planungen ■<br />

ere-<br />

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Karriere-hier ist eine Initiative des Ausbildungskonsens Hellweg-Sauerland.<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 105


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Anja Ullrich aus Wallen<br />

kümmert sich um ungeklärte Nachlässe<br />

ERBEN GESUCHT!<br />

Britta Melgert<br />

Georg Giannikis<br />

„U<br />

nser aktuell höchster Nachlass, für den<br />

wir Hinterbliebene als Erben suchen, beträgt<br />

400.000,00 Euro“, erzählt Anja Ullrich.<br />

Immer wieder versterben Menschen, ohne ein gültiges<br />

Testament zu hinterlassen. In solchen Fällen tritt die gesetzliche<br />

Erbfolge ein. Das bedeutet, den nächsten Familienangehörigen<br />

steht das Vermögen, oder Anteile davon,<br />

zu. Doch was, wenn zunächst keine Verwandten bekannt<br />

sind? „Genau dann werden wir tätig“, so Anja Ullrich.<br />

„Wir sind als Nachlasspfleger im hiesigen Raum tätig!“<br />

Den schönen Traum vom Brief aus Amerika, in dem ein Notar<br />

einen Erben für das Vermögen eines verstorbenen Onkels sucht,<br />

hat wohl jeder schon mal geträumt. Doch auch hier im Sauerland<br />

gibt es gelegentlich ungeklärte Familienzugehörigkeiten, unvollständige<br />

Stammbäume oder nicht auffindbare Verwandte. Gemeinsam<br />

mit ihrer Angestellten Brigitte Berkenkopf macht sich<br />

Anja Ullrich in solchen Fällen ans Werk.<br />

Die gesetzlichen Vertreter der unbekannten Erben<br />

Auch wenn kein Vermögen, vielleicht sogar Schulden, vorhanden<br />

sind, gibt es Arbeit für die beiden. „Generell gilt: Wenn ein<br />

Mensch alleinstehend verstirbt, ist oft der Einsatz von Nachlasspflegern<br />

erforderlich“, so Anja Ullrich. „Meistens kommen unsere<br />

Aufträge vom Amtsgericht. Von diesem Augenblick an sind<br />

wir die gesetzlichen Vertreter der unbekannten Erben und übernehmen<br />

daher alle dessen Rechte und Pflichten.“<br />

Gut versteckt im Kulturbeutel: 30.000,00 Euro<br />

Brigitte Berkenkopf beschreibt ihre Tätigkeit so: „Wir gehen<br />

möglichst zeitnah, immer zu zweit, in die Wohnung des Verstorbenen<br />

und verschaffen uns eine erste Übersicht. Gibt es ein<br />

Testament? Manchmal ist es ordentlich in einem Ordner abgeheftet;<br />

bei anderen liegt es im Schlafzimmer unter den gebügelten<br />

Taschentüchern. Wir schauen auch nach Sparbüchern, Schmuck,<br />

wertvollen Bildern, kostbaren Möbeln, Edelmetallen oder Bar-<br />

106 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


geld. Erst kürzlich fanden wir im unauffälligen Kulturbeutel<br />

einer Verstorbenen 30.000,00 Euro in 50er-Scheinen, verpackt<br />

in Alufolie. Alle Werte müssen ordentlich dokumentiert und verwahrt<br />

werden.“<br />

Ohne Testament wird die Suche aufwändig<br />

Anja Ullrich ergänzt: „Meist schleppen wir waschkörbeweise Akten<br />

und Unterlagen in unser Büro nach Meschede-Wallen, und<br />

daraus entsteht viel Arbeit für die nächsten Wochen: Strom und<br />

Telefon abmelden, Abos beenden, das Konto auflösen und Vieles<br />

mehr. Zudem muss der Mietvertrag gekündigt und die Ausräumung<br />

der Wohnung beauftragt werden. Falls ein Testament<br />

gefunden wurde, prüfen wir dessen Gültigkeit, denn oft scheitert<br />

es beispielsweise schon daran, dass der letzte Wille nicht unterschrieben<br />

wurde. Dann, aber auch bei fehlendem Testament,<br />

müssen die Erben oft aufwändig gesucht werden.“<br />

Im Einsatz für den privaten Erben<br />

Doch nicht nur vom Amtsgericht kommen die Aufträge für das<br />

Nachlassverwalter-Team aus Wallen. „Auch Privatleute können<br />

sich an uns wenden“, berichtet Anja Ullrich. „Oft ist eine Erbauseinandersetzung<br />

schwierig, wenn nicht alle Verwandten bekannt<br />

sind oder irgendwo im Ausland leben. Doch bevor diese<br />

nicht nachweisbar gefunden wurden, wird kein Erbschein erstellt<br />

und das Erbe kann nicht angetreten werden. Diese kniffelige Recherchearbeit<br />

übernehmen wir dann ebenfalls gern. Wir nehmen<br />

Kontakt zu Behörden auf und setzen unser, durch regelmäßige<br />

Schulungen erworbenes, Expertenwissen fachmännisch ein,<br />

um eine Lösung innerhalb einer akzeptablen Zeit anzustreben.<br />

Durch unsere Kontakte innerhalb eines großen Netzwerkes sind<br />

Unterlagen in fremden Sprachen keine Hürde mehr. Wenn es<br />

aber bloß um ein Dokument geht, das seinerzeit in Sütterlin geschrieben<br />

wurde, reicht auch unser eigenes Wissen aus, um uns<br />

auf die Suche nach den fehlenden Erben zu machen.“<br />

Dank Expertenwissen zur Miss Marple<br />

Beide Damen sind sich einig: „Jeder Fall ist anders, aber fast immer<br />

ist unsere Aufgabe spannend. Da werden wir regelmäßig zur<br />

sauerländischen Miss Marple.“ ■<br />

Anja<br />

Ullrich<br />

gültig bis<br />

17.06.2022<br />

Mitgliedsnr. 10302005<br />

Anja Ullrich<br />

Nachlasspflege<br />

Berufsbetreuung<br />

Zum Brückenberg 29a<br />

59872 Meschede<br />

Tel. 02903 3999883<br />

Fax 02903 3999877<br />

info@anja-ullrich.de<br />

www.anja-ullrich.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 107


Silvia Padberg<br />

Unser Spaghettikürbis-Bolognese-Rezept<br />

<strong>Herbst</strong>zeit ist Kürbis-Zeit<br />

Der <strong>Herbst</strong> ist zurück und damit erobert auch der Kürbis mit seiner<br />

Sortenvielfalt wieder die Küchen. Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis,<br />

Bischofsmütze, Spaghettikürbis… Weltweit soll es über 800<br />

verschiedene Kürbissorten geben. Wir haben uns für den Spaghetti-Kürbis entschieden.<br />

Lecker-deftig, wie man es im Sauerland mag, gehört die Spaghettikürbis-Bolognese<br />

auf jeden Fall zu den Speisen, die man nicht nur einmal genießen<br />

möchte.<br />

Zutaten für 2 Personen:<br />

1 großer Spaghettikürbis<br />

1 Gemüsezwiebel<br />

4 Knoblauchzehen<br />

400 g Rinderhackfleisch<br />

200 ml passierte Tomaten<br />

300 g Tomaten<br />

1 EL Kokosöl<br />

3 EL frischer Oregano<br />

400 g Champignons<br />

2 TL Chilipulver<br />

1 frische Chili (optional)<br />

1 Prise(n) Salz<br />

1 Prise(n) Pfeffer<br />

geriebener Käse<br />

So schmeckts nochmal so gut<br />

beim Grillen mit frischen<br />

Grillbroten und Baguettes<br />

Hauptgeschäft Brilon<br />

Friedrichstraße 1<br />

02961-4959<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo., Mi. & Do. 6:00 -13:00 Uhr<br />

Di. & Fr. 6:00-18:00 Uhr<br />

Sa. 6:00-13:00 Uhr<br />

So. 8:00-11:00 Uhr.<br />

Filiale Brilon Madfeld<br />

Bernhard-Bartmann-Str.3<br />

02991-9629712<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo., Mi. & Do. 6:00 -13:00 Uhr<br />

Di. & Fr. 6:00-12:30 Uhr & 14:30-18:00 Uhr<br />

Samstag 6:00-12:30 Uhr<br />

108 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

Sonntag 7:30-10:30 Uhr<br />

Zubereitung:<br />

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Spaghetti Kürbis halbieren und die enthaltenen<br />

Kerne auslöffeln. Mit der geschnittenen Seite nach unten auf ein Backblech<br />

legen. Etwas Wasser auf das Backblech geben und die Kürbishälften für 30 Minuten<br />

in den Ofen geben. Während der Kürbis im Ofen gart, wird die Bolognese-<br />

Sauce vorbereitet. Kokosöl in einer Pfanne erhitzen. Gemüsezwiebel kleinschneiden<br />

und im Öl anbraten, bis sie glasig werden. Gepresste Knoblauchzehen zu den<br />

Zwiebeln geben. Alles zusammen kurz anbraten. Hackfleisch hinzugeben und so<br />

lange braten, bis alles hellbraun ist. Tomaten enthäuten, entkernen, dann in kleine<br />

Würfel schneiden. Mit den passierten Tomaten zum Hackfleisch geben und gut<br />

verrühren. Frische Kräuter und Gewürze zugeben und etwa 30 Minuten einkochen<br />

lassen. Am Ende die geputzten, in Scheiben geschnittenen Champignons in<br />

die Sauce hinzugeben. Vorsichtig den Kürbis aus dem Ofen holen, drehen und<br />

mit einer Gabel das Fadenfruchtfleisch herauslösen. Entweder die Bolognese mit<br />

dem Fruchtfleisch geschichtet in zwei Schalen des Kürbis geben oder das Fruchtfleisch<br />

direkt mit dem Hack mischen. Wer mag, kann das Ganze mit etwas Käse<br />

bestreuen! Guten Appetit!<br />

Der ursprünglich aus Japan stammende Spaghettikürbis hat mit einem<br />

Emissionswert von unter 130 Gramm eine gute CO2-Bilanz. Durch seinen<br />

recht hohen Vitamin-A-Gehalt unterstützt er das Sehvermögen. Das<br />

enthaltene Kalium regt die Nieren- und Blasenfunktion an. Mit seinem<br />

fadenartigen Fruchtfleisch ist der Spaghettikürbis eine gute und vor allem<br />

kalorienarme Pasta-Alternative


Monika Loerchner<br />

S. Droste<br />

„Ich habe meine Figuren<br />

alle im Kopf; ich<br />

mache die Augen<br />

zu und sie sind da.“<br />

Ein Plausch mit der Sichtigvorer Schriftstellerin Andrea Hundsdorfer<br />

Margarethenring, Sichtigvor. Von hier aus unternimmt Andrea Hundsdorfer die spannendsten Reisen. Zum<br />

Beispiel ins magische Reich Atramento. Dafür braucht sie nichts weiter als Stift, Zettel und Klemmbrett.<br />

Mittlerweile hat die Autorin mehr als 20 Bücher geschrieben. Angefangen mit Kinder- und Jugendbüchern<br />

widmet sie sich nun auch der Erwachsenenliteratur.<br />

<strong>WOLL</strong>: Hallo Andrea! Wir kennen uns ja, sind beide bei<br />

den BördeAutoren. Umso mehr freue ich mich, dich jetzt<br />

mit Fragen löchern zu dürfen. Erzähl doch erstmal ein<br />

bisschen von dir!<br />

Andrea Hundsdorfer: Ich bin 55 Jahre alt, verheiratet und<br />

habe zwei erwachsene Söhne. Ursprünglich komme ich aus<br />

<strong>Möhnesee</strong>-Günne und bin das sechste von sieben Kindern.<br />

Ich bin gelernte Pferdewirtin, habe aber mit 25 nochmal umgesattelt<br />

auf Fremdsprachenkorrespondentin. Seit neun Jahren<br />

arbeite ich im Vertrieb.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie bist du zum Schreiben gekommen?<br />

Andrea Hundsdorfer: Ich schreibe gern Gedichte für besondere<br />

Anlässe. Als ich dann für meine Patentochter eine Geschichte<br />

mit ihr als Titelheldin schrieb, dachte ich mir, ich<br />

könnte doch auch ein Buch schreiben.<br />

<strong>WOLL</strong>: 2008 erschien dein Debütroman „Neele“. Seitdem<br />

sind jede Menge Bücher hinzugekommen. Überwiegend<br />

Kinder- und Jugendromane, stimmt‘s?<br />

Andrea Hundsdorfer: Genau. Normalerweise bin ich auch<br />

recht rege mit meinen Büchern unterwegs, lese viel an Grundschulen.<br />

Das fehlt mir wirklich sehr.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 109


<strong>WOLL</strong>: Von Kindern bekommt man sicher ein ungeschöntes<br />

Feedback, oder?<br />

Andrea Hundsdorfer: Da merke ich sofort, ob ich so lustig<br />

und spannend schreibe, dass die Kinder daran Spaß haben.<br />

Ich habe aber auch Freundinnen, denen ich meine Sachen vorher<br />

zeige.<br />

<strong>WOLL</strong>: Und die sind ehrlich?<br />

Andrea Hundsdorfer: Die sind oft voll des Lobes, hauen mir<br />

aber auch schon mal was um die Ohren. Testleser müssen ehrlich<br />

sein, nur durch konstruktive Kritik wird man besser.<br />

<strong>WOLL</strong>: Was ist das Schwierigste am Schreiben?<br />

Andrea Hundsdorfer: Gar nichts.<br />

<strong>WOLL</strong> (lacht): Gut. Was ist dann das Herausforderndste?<br />

Andrea Hundsdorfer: Die Charaktere sympathisch zu schreiben.<br />

Du hast die Geschichte im Kopf und alles macht Sinn,<br />

aber sie muss auch für die Leser plausibel und spannend sein.<br />

<strong>WOLL</strong>: Du nimmst ja mittlerweile auch sehr erfolgreich<br />

an Schreibwettbewerben teil…<br />

Andrea Hundsdorfer: Ja, da habe ich jetzt Blut geleckt!<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie findest du die Ideen?<br />

Andrea Hundsdorfer: Die ploppen einfach so auf. Später verselbstständigt<br />

sich die Geschichte auch oft. Das liebe ich, dieses<br />

der Fantasie freien Lauf lassen; ich kann tun, was immer<br />

ich will.<br />

<strong>WOLL</strong>: Aber ein paar Regeln muss man doch beachten!?<br />

Andrea Hundsdorfer: Ja klar! Wenn ich eine Obduktion beschreibe,<br />

muss das alles auch so stimmen. Aber wenn ich wie<br />

in „Yanapaii“ beschließe, dass eine Schneekugel ein Tor zu<br />

einer anderen Welt ist, dann ist das so.<br />

<strong>WOLL</strong>: „Obduktion“? Das klingt eher nach Erwachsenenbuch.<br />

<strong>WOLL</strong>: Was ist das Schönste am Schreiben?<br />

Andrea Hundsdorfer: Das Wort „Ende“! (Lacht) Dass ich<br />

bei der Recherche so viele Leute und Orte kennenlerne. Und<br />

der Schreibprozess an sich. Ich liebe die Ich-Perspektive, die<br />

Szenenwechsel, durch die ich eben auch in die Gedanken der<br />

Bösewichte eintauchen kann.<br />

110 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Andrea Hundsdorfer: Das war für einen Krimi. Dafür habe<br />

ich auch ein Interview mit einem Pressesprecher der Polizei<br />

geführt und war zu Besuch in der Pathologie der Uni Dortmund.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wann und wie oft schreibst du?<br />

Andrea Hundsdorfer: Manchmal schreibe ich die Nächte<br />

durch, dann wieder eine Woche lang gar nicht. Auf jeden Fall<br />

schreibe ich abends, ich muss den Tag erst hinter mir haben.<br />

<strong>WOLL</strong>: Worum geht es in deinen Kinder- und Jugendbüchern?<br />

Andrea Hundsdorfer: Die Protagonisten erleben in meinen<br />

Büchern die unglaublichsten Abenteuer. Dabei lernen sie, zu<br />

ihren Schwächen zu stehen. Es ist schwierig, erwachsen zu<br />

werden, aber gemeinsam ist man stark.<br />

<strong>WOLL</strong>: Was liest du eigentlich privat?<br />

Andrea Hundsdorfer: Fast alles. Ich lese einen 1.000 Seiten-Wälzer<br />

genauso wie eine Liebeskomödie, die man in drei<br />

Stunden wegschnubbelt.<br />

<strong>WOLL</strong>: Du bist seit einigen Jahren Jurymitglied des Kreativwettbewerbs<br />

für Schüler/innen des Medienzentrums<br />

Soest. Wie ist das?<br />

Andrea Hundsdorfer: Ich bin immer wieder positiv überrascht,<br />

wie kreativ manche sind.<br />

<strong>WOLL</strong>: Was braucht man sonst noch, um als Schriftsteller/in<br />

erfolgreich zu sein?<br />

Andrea Hundsdorfer: Ein dickes Fell und langen Atem.<br />

Beim Schreiben ist viel Handwerk dabei, aber Talent kann<br />

auch nicht schaden.<br />

<strong>WOLL</strong>: Woran arbeitest du im Moment?<br />

Andrea Hundsdorfer: Der Krimi liegt gerade bei einer Literaturagentur.<br />

„Atramento“ geht im <strong>Herbst</strong> in den Druck und<br />

aktuell schreibe ich an einer Liebeskomödie.<br />

<strong>WOLL</strong>: Hast du zum Schluss noch einen Schreibtipp?<br />

Andrea Hundsdorfer: Man sollte schreiben, was einen selbst<br />

begeistert. ■<br />

Sie stricken gerne und möchten<br />

hochwertige Garne für ihre<br />

Handarbeiten ? Dann sind Sie bei<br />

der Woll Diva richtig, in meinem<br />

Sortiment finden Sie neben hochwertigen<br />

Garnen der Firmen Atelier<br />

Zitron,Filcolana, Holst Garn auch<br />

eine Auswahl der Firmen Rosy<br />

Green Wool und Schoppel Wolle.<br />

Neu im Sortiment von mir<br />

selbst Handgefärbte Garne<br />

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unter anderem von “PetiteKnit”,<br />

Nicolor und anderen<br />

Die aktuellen Öffnungszeiten finden<br />

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Wir freuen uns auf Sie!<br />

Ihr WortReich-Team<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 111


DJ Maroox alias Marlon Ohms aus Brilon-Madfeld<br />

„Bei meinen Auftritten<br />

gebe ich richtig Gas“<br />

Manfred Eigner<br />

sabrinity & privat<br />

M<br />

it 15 Jahren schon zu wissen, welcher beruflichen Tätigkeit man unbedingt nachgehen will, ist in diesem<br />

Alter schon an sich bemerkenswert. Dass er damit sein Hobby zum Beruf machen kann, beneidenswert. Dass<br />

beides möglich ist, beweist Marlon Ohms aus Brilon-Madfeld. Parallel zu seiner schulischen Ausbildung<br />

startet Marlon unter seinem eingetragenen Künstlernamen MAROOX eine steile Karriere in einem nicht alltäglichen<br />

Beruf: als DJ<br />

<strong>WOLL</strong>: Für viele junge Leute ist es eine spannende Aktion,<br />

auf privaten Partys den DJ zu machen und die Feiernden<br />

mit Musik, meist als persönliche Sammlung auf<br />

dem Notebook, zu unterhalten. Was ist der Unterschied zu<br />

dem, was du als DJ „MAROOX“ machst?<br />

Marlon Ohms: Da werden alle Musikrichtungen gespielt und<br />

der DJ passt sich der Veranstaltung entsprechend an. Ich gebe<br />

bei meinen Auftritten eine strikte Linie aus „Elektro House“<br />

in meinem 90-minütigen Programm vor.<br />

<strong>WOLL</strong>: Was war der Auslöser für deine Leidenschaft<br />

„aufzulegen“?<br />

Marlon Ohms: Ich bezeichne es als performen, weil es mehr<br />

Entertainment ist. Bei meinen Auftritten gebe ich richtig Gas.<br />

Einfluss hat sicherlich, dass Musik in unserer Familie - von DJ<br />

bis Sängerin - zu finden ist.<br />

<strong>WOLL</strong>: Du planst das als deinen Hauptberuf anzustreben.<br />

Welche Voraussetzungen braucht man dafür und gibt<br />

es auch so etwas wie eine Ausbildung für diesen Beruf?<br />

112 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Marlon Ohms privat...<br />

Marlon Ohms: Ein Ausbildungsberuf ist es nicht, darum ist<br />

mir der schulische Abschluss besonders wichtig. Aber die Weichen<br />

sind gestellt. Voraussetzung ist ein gutes Musikfeeling<br />

und eine gute Zusammenarbeit mit anderen DJ´s. Von Paul<br />

Kold und mir ist beispielsweise das erfolgreiche Mashup Pack,<br />

das in den Elektro House Charts Platz #01 und im ALL Genre<br />

Platz #04 belegt, entstanden. Gemeinsam mit dem Platin<br />

verifizierten Produzenten MOKABY bilden die beiden DJ´s<br />

mein Management.<br />

<strong>WOLL</strong>: Der DJ steht auf seiner Bühne und sorgt für Stimmung.<br />

Das kann man sehen; doch welche Vorbereitungen<br />

und was für ein Equipment ist Voraussetzung, um so professionell<br />

arbeiten zu können?<br />

Marlon Ohms: Wichtig ist im Vorfeld die Arbeit an Notebook<br />

und Mischpult. Da wird der Auftritt mit speziellen Programmen<br />

vorbereitet, wie das angesprochene Mashup Pack,<br />

bei dem erfolgreiche Lieder zusammengemischt und beim<br />

Refrain beispielsweise Bässe eingespielt werden. Bei mir zu<br />

...und am Mischpult<br />

Hause und mit noch umfangreicherer Technik in den Studios.<br />

Das erfordert ein absolut exaktes zeitgenaues Arbeiten,<br />

um am Ende das Sounderlebnis zu erreichen. Beim Auftritt<br />

Online, in Clubs oder Open Air ist neben dem Mischpult<br />

der USB-Stick mit den gespeicherten Vorbereitungen mein<br />

Equipment als DJ.<br />

<strong>WOLL</strong>: Was waren bisher besondere Highlights?<br />

Marlon Ohms: Ein Highlight war meine erste offizielle Performance<br />

48 HOURS Live aus Braunschweig. Erfolgreichster<br />

Auftritt 2NIHGHTS 1STREAM in der Toskana Therme<br />

in Bad Schandau für den Twitch Kanal von Anastasia<br />

Rose sowie mein Auftritt auf einem Partyboot in Novalja<br />

Kroation, wo ich erste Publikumserfahrung sammeln konnte.<br />

Derzeit arbeite ich mit meinem Management an eigenen<br />

Produktionen.<br />

Wer möchte, kann marooxmusic auf den Sozialen Medien<br />

begleiten. ■<br />

Brillenmoden Schwiddessen<br />

Inh. Jörn Teuteberg<br />

Hauptstraße 46<br />

34431 Marsberg<br />

Telefon 0 29 92 - 50 60<br />

www.schwiddessen-optik.de<br />

Gerne sind wir für Sie da:<br />

Mo - Fr: 09:00 - 12:30 Uhr<br />

14:00 - 18:00 Uhr Sa: 09:00 - 13:00 Uhr<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 113


Gute Geschichten aus Südwestfalen<br />

Positiv, dynamisch, echt...<br />

“Summer of Pioneers”: Ein NRW-weit einzigartiges Projekt in Altena<br />

Die Stadt stellt ihren Gästen günstigen<br />

Wohnraum und modern ausgestattete<br />

Coworking-Spaces zur Verfügung. Die<br />

Pioniere haben im Gegenzug Projekte<br />

und Ideen im Gepäck, wie man modernes<br />

Leben auf dem Land in Altena und<br />

in der Region Südwestfalen gestalten<br />

kann.<br />

15 kreative Pioniere, eine Gastgeberstadt,<br />

sechs Monate Zeit und viele neue<br />

Ideen und Impulse: So könnte man den<br />

„Summer of Pioneers“ kurz und knapp<br />

beschreiben. Hier in Südwestfalen ist<br />

das NRW-weit einzigartige Projekt vor<br />

kurzem an den Start gegangen.<br />

Die Pioniere sind da!<br />

Anfang Juni sind 15 Digitalarbeitende<br />

und Kreative aus ganz Deutschland in<br />

Altena eingetroffen. Im Rahmen des<br />

„Summer of Pioneers“ wollen sie den<br />

Großstadtdschungel von Köln, Berlin<br />

oder Hamburg hinter sich lassen und das<br />

Leben auf dem Land austesten – in einer<br />

Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.<br />

Ideen für neues Leben<br />

auf dem Land<br />

Die Idee der Initiatoren: Altena und die<br />

Pioniere sollen voneinander profitieren.<br />

Ihre Ideen sind beispielsweise für das<br />

Gelände der „Schwarzenstein-Brache“<br />

gefragt, einem Relikt aus Zeiten,<br />

in denen die Stadt an der Lenne eine<br />

Gelddruckmaschine war. Sprichwörtlich.<br />

Denn in Altena wurden bis 1980<br />

Rohlinge für die D-Mark hergestellt.<br />

Seitdem die Maschinen ruhen, liegt das<br />

Industriegelände brach. Das soll sich<br />

ändern – und die Sichtweisen der Pioniere<br />

sind für dieses große Vorhaben ein<br />

wichtiger Impuls.<br />

Foto: Michael Bahr<br />

Foto: Felix Weber<br />

Foto: Alexander Schirm<br />

Darum schneidet Südwestfalen in einer<br />

Umfrage so gut ab…<br />

Zahlreiche Job-Möglichkeiten, viele<br />

Wohlfühl-Orte und die Natur immer<br />

vor der Nase. Südwestfalen hat viele<br />

Pluspunkte, für Menschen, die sich<br />

nach dem Leben auf dem Land sehnen<br />

und hier in der Region beruflich<br />

Fuß fassen wollen. Das bestätigte nun<br />

eine Umfrage im Rahmen des bundesweiten<br />

Projekts „Starke Regionen“.<br />

Wie ein Sternekoch aus Südwestfalen<br />

YouTube erobert…<br />

Tipps und Tricks für die heimische<br />

Küche direkt von einem Sternekoch?<br />

Diese exklusive Kochschule gibt es auf<br />

dem YouTube-Kanal von Felix Weber.<br />

Der einzige Sternekoch im Sauerland<br />

will dort – neben seiner Arbeit im Fünf-<br />

Sterne-Hotel Deimann in Schmallenberg<br />

– Hobbyköch*innen inspirieren<br />

und fürs Kochen begeistern.<br />

Coole Geschenk-Idee für Freunde oder Familien:<br />

Per “Trecker-Tour” die Region erkunden<br />

Tolle Idee aus Brilon! Mit den Touren<br />

von Alexander Schirm kann man die<br />

wunderschöne Landschaft im Land<br />

der tausend Berge hinter dem Lenkrad<br />

eines restaurierten Oldtimer-Treckers<br />

erleben. Das „Treckerwandern“ eignet<br />

sich perfekt für Betriebsausflüge, oder<br />

als Geschenk für die Familie, Freunde,<br />

Mitarbeitende und Kunden.<br />

114 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Junge Macherin mit 21 Jahren Chefin im Speditionsbusiness<br />

AUF DIESEM<br />

BILD HABEN<br />

SICH 150<br />

WELTMARKT-<br />

FÜHRER<br />

VERSTECKT<br />

Foto: Südwestfalen Agentur,<br />

Patrick Bonzel<br />

Südwestfalen ist ein echter “Hier geht<br />

was!”-Raum! Genau das zeigt die Reihe<br />

“Junge Macher*innen”. 59 junge Menschen<br />

stellen sich selbst und ihr Herzensprojekt<br />

hier in der Region vor. So<br />

auch Milena Grilo Da Costa. Sie wagte<br />

2018 den Schritt in die Selbstständigkeit<br />

und kaufte im Alter von 21 Jahren<br />

Firmenanteile der Spedition „GlexX Logistik<br />

GmbH“ aus Meschede. Seitdem<br />

führt sie das Unternehmen gemeinsam<br />

mit zwei Geschäftspartnern. Als Gesellschafterin<br />

und Geschäftsführerin<br />

kümmert Sie sich um die Bereiche<br />

Verwaltung, Personal, Buchhaltung<br />

und Ausbildung. Wow!<br />

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150 Weltmarktführern<br />

und 80.000 Unternehmen,<br />

bezahlbarer Wohnraum,<br />

grüne Work-Life-Balance?<br />

Das klingt doch alles<br />

zu schön, um nicht da zu sein!<br />

Diese und weitere gute Geschichten<br />

Überzeuge dich selbst unter<br />

suedwestfalen.com/undbleib<br />

Foto: Rothaarsteigverein e.V. / Klaus-Peter Kappest<br />

www.suedwestfalen-mag.com<br />

Gefördert durch:<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 115


10 Jahre <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong>: Hermann-J. Hoffe prägte aus vier Buchstaben<br />

eine faszinierende Sauerländer Marke<br />

„Das Schöne<br />

auf Papier<br />

bringen“<br />

Paul Senske<br />

Tom Linke<br />

Es<br />

ist eine Erfolgsgeschichte<br />

der<br />

besonderen Sauerländer<br />

Art: Das <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong><br />

feiert zehnjähriges Jubiläum. Das<br />

beliebteste Wort der Sauerländer<br />

Alltagssprache, die vier Buchstaben<br />

mit Leben gefüllt - Worte, Orte, Land<br />

und Leute - und sie zu einer einzigartigen<br />

und faszinierenden Marke mit Strahlkraft<br />

über die Region hinaus entwickelt: Für<br />

<strong>WOLL</strong>-Gründer und Verleger Hermann-J. Hoffe<br />

aus Schmallenberg-Kückelheim ist das <strong>Magazin</strong> ein<br />

Lebenswerk, für die Sauerländer verkörpert es Heimat<br />

und Wohlfühlen.<br />

Hoffe. „Wir wollen das Schöne in Wort und Bild auf<br />

Papier bringen. Das Sauerland ist schön und hat<br />

viele Schätze.“ Diese „Schätze“ birgt <strong>WOLL</strong><br />

inzwischen in sechs regionalen Ausgaben,<br />

verschiedenen Sonder-<br />

Meilensteine fürs Sauerland gesetzt: Hermann-J. Hoffe.<br />

116 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021<br />

Sauerländer LEUTE –<br />

Der MENSCH dahinter


im Sauerland<br />

im Sauerland<br />

editionen und füllt mit kluger Strategie<br />

auch auf den sozialen Kanälen eine<br />

Marktlücke. Dass <strong>WOLL</strong> im Oktober<br />

2011 mit der ersten Ausgabe für Eslohe<br />

und Schmallenberg auf den Markt kam<br />

und die Menschen „regelrecht begeistert<br />

waren“, hat viel mit der Leidenschaft von<br />

Hermann-J. Hoffe fürs Sauerland zu<br />

tun. Der 69-Jährige ist im schnuckeligen<br />

Schmallenberg-Kückelheim fest verwurzelt,<br />

hat aber nie den Blick nach draußen<br />

und für andere Dinge verloren. Der Familienvater<br />

- Ehefrau Roswitha, Töchter<br />

Katharina und Juliana - ist bodenständig<br />

und heimatverbunden sowie weltoffen<br />

und innovativ zugleich. Das <strong>Magazin</strong><br />

trägt seine Handschrift.<br />

Erste Erfahrungen als Redaktionsmitglied<br />

der Jugendzeitung „Wir“<br />

Erste journalistische Erfahrungen als<br />

Mitglied der Jugendzeitung „Wir“ in<br />

Arpe/Kückelheim sowie seine Lehr- und<br />

Berufszeit in der europaweit operierenden<br />

Schmallenberger Firma Falke waren<br />

wichtige Etappen. „Wir haben damals<br />

als Jugendgruppe über Themen aus dem<br />

Dorf berichtet, für die sich auch die<br />

Westfälische Rundschau interessierte.<br />

Darauf waren wir richtig stolz.“ In eine<br />

„völlig neue Welt“ tauchte Hoffe während<br />

seiner zweijährigen Lehrzeit als Indu s-<br />

triekaufmann bei Falke ein. Vom ersten<br />

Tag an lernte er in der Werbeabteilung.<br />

„Die Werbewelt hat mich fasziniert, ich<br />

war begeistert und neugierig zugleich.“<br />

Nach Beendigung seiner Lehre 1971 -<br />

der heutige Landrat Dr. Karl Schneider<br />

absolvierte übrigens im selben Zeitraum<br />

seine Lehre bei Falke - baute Hoffe sein<br />

Fachabitur, studierte in Hagen Betriebswirtschaft<br />

mit dem Schwerpunkt Marketing,<br />

verlor aber nie den Kontakt zu<br />

Falke, die Werbewelt ließ ihn einfach<br />

nicht los. Er arbeitete in den Semesterferien<br />

in der Firma und erhielt zum 1. 8.<br />

1975 2. Mach einen hinne Vertrag als Werbeassistent. 7. Schmacht Er<br />

arbeitete 4. Hömma an <strong>Magazin</strong>en (Falke-<strong>Magazin</strong>)<br />

9. dicke<br />

und 5. Prospekten Ker maßgeblich 10. mit, Schmackes war auf<br />

Modeschauen und organisierte sie auch:<br />

Die Zeit bei Falke hat ihn geprägt. Eine<br />

legendäre Fachanzeige der Firma „begleitet“<br />

ihn heute noch: Falke in Schmallenberg<br />

als „das Herz Europas“. „Diese Anzeige<br />

ist geradezu symptomatisch für das<br />

Sauerland und seine Weltoffenheit: Wir<br />

sind europa- und weltweit mit unseren<br />

Firmen unterwegs und zugleich stolz auf<br />

die Heimat.“<br />

Bis 1981 arbeitete Hoffe bei Falke. Nach<br />

einem zweijährigen Intermezzo als Produktmamanager<br />

in Meinerzhagen machte<br />

er sich selbstständig: Marketing und<br />

Kommunikation als Standbeine. Bekannte<br />

Sauerländer Firmen wie Severin<br />

in Sundern und WEPA in Müschede<br />

waren seine Kunden. Für Severin organisierte<br />

er 1992 das 100-jährige Betriebsjubiläum<br />

mit Bundeskanzler Helmut<br />

Kohl als Ehrengast, 2003 das 111-jährige<br />

Bestehen der Firma, die damals auch in<br />

DIE DIE SUCHE NACH DEM SCHÖNSTEN WORT. WORT.<br />

N<br />

ur ein Wort ist notwendig um seinem Gegenüber zu sagen:<br />

Ich bin ein Sauerländer! Und auf die Suche nach diesem<br />

ur ein Wort ist notwendig um seinem Gegenüber zu sagen:<br />

Ausdruck machte sich die Kur und Freizeit GmbH auf der Social<br />

Ich bin ein Media Sauerländer! Plattform „Facebook“ Und auf und die stellte Suche eine nach ganz einfache diesem<br />

Frage: „Wir suchen euer liebstes, typisch sauerländisches Wort!<br />

Ausdruck machte sich die Kur und Freizeit GmbH auf der Social<br />

Einen typischen Satz oder ähnliches… Kreative Ideen sind<br />

Media Plattform gefragt“. „Facebook“ Das Interesse und an dieser stellte Umfrage eine hat über ganz die einfache Grenzen<br />

Frage: „Wir suchen<br />

des<br />

euer<br />

Schmallenberger<br />

liebstes,<br />

Sauerlands<br />

typisch sauerländisches<br />

Anklag gefunden: 13.700<br />

Wort!<br />

Stimmen wurden abgegeben. Aus den ursprünglichen drei<br />

Einen typischen Wörtern, Satz oder die die Kur ähnliches… und Freizeit GmbH Kreative zur Abstimmung Ideen frei sind<br />

gefragt“. Das Interesse gegeben an hatte, dieser ist dank Umfrage Nutzerkommentaren hat über eine lange die Liste Grenzen mit<br />

originellen Begriffen und Ausdrücken aus dem Sauerland geworden.<br />

Ein<br />

des Schmallenberger Sauerlands<br />

sauerländisches<br />

Anklag<br />

Wort hatte<br />

gefunden:<br />

die Nase schnell<br />

13.700<br />

vorn:<br />

Stimmen wurden „Woll“ abgegeben. wurde zum Favoriten Aus erkoren. den ursprünglichen Doch das Rennen ist noch drei<br />

nicht entschieden. Bisher noch unerwähnte oder wenig beachtete<br />

linguistische Perlen wie „Unsere“ (als Bezeichnung für die<br />

Wörtern, die die Kur und Freizeit GmbH zur Abstimmung frei<br />

gegeben hatte, ist Eltern), dank Nutzerkommentaren „Wem gehörse“ oder „Hümmeken“ eine lange haben also Liste noch mit<br />

Chancen in die Top Ten zu gelangen. Wer Lust hat, sich an der<br />

originellen Begriffen und Ausdrücken aus dem Sauerland geworden.<br />

Ein sauerländisches www.facebook.com/Schmallenberger.Sauerland Wort hatte die Nase schnell tun. Neben vorn: der<br />

Abstimmung und Diskussion zu beteiligen, kann dies unter<br />

Umfrage gibt es hier auch Fotos, Veranstaltungen und vieles<br />

„Woll“ wurde zum Favoriten erkoren. Doch das Rennen ist noch<br />

mehr rund um unsere Region. (kr)<br />

nicht entschieden. Bisher noch unerwähnte oder wenig beachtete<br />

linguistische Perlen<br />

Die Top Ten<br />

1. woll<br />

wie „Unsere“ (als<br />

6. Ette<br />

Bezeichnung für die<br />

2. Mach hinne 7. Schmacht<br />

Eltern), „Wem gehörse“ oder „Hümmeken“ haben also noch<br />

3. Ne? 8. Guck ma auf´n Tacho<br />

Chancen in die Top<br />

4. Hömma<br />

Ten zu gelangen. Wer<br />

9. dicke<br />

Lust hat, sich an der<br />

5. Ker 10. Schmackes<br />

Abstimmung und Diskussion zu beteiligen, kann dies unter<br />

www.facebook.com/Schmallenberger.Sauerland tun. Neben der<br />

Umfrage gibt es hier auch Fotos, Veranstaltungen und vieles<br />

mehr rund um unsere Region. (kr)<br />

Die Top Ten<br />

1. woll 6. Ette<br />

3. Ne? 8. Guck ma auf´n Tacho<br />

01_39_<strong>WOLL</strong>_<strong>Magazin</strong>.indd 19<br />

N<br />

Quelle: 1. <strong>WOLL</strong>-Ausgabe Eslohe/Schmallenberg Oktober 2011<br />

W.O.L.L. Oktober 2011 - 19<br />

Sachen Sportsponsoring unterwegs war<br />

und u. a. Stabhochspringer Danny Ecker<br />

(ein Sechs-Meter-Springer) unter Vertrag<br />

hatte. Mit WEPA als Sponsor des TC<br />

Blau-Weiß Sundern war er in der Tennis-<br />

Bundesliga unterwegs.<br />

01_39_<strong>WOLL</strong>_<strong>Magazin</strong>.indd 19 26.09.11 09:35<br />

Intensive Beschäftigung mit<br />

den neuen Medien<br />

Parallel zu seiner Marketing- und Kommunikationstätigkeit<br />

für namhafte Firmen<br />

beschäftigte sich Hoffe intensiv mit<br />

den aufkommenden neuen Medien. Er<br />

ahnte, das Social Media eine Kommunikations-Plattform<br />

mit riesigem Potenzial<br />

ist. „Wenn man so will, wird das, was<br />

früher am Stammtisch diskutiert wurde,<br />

heute über die sozialen Medien ausgetauscht,<br />

eine Art Dorfklatsch.“<br />

„Die Werbewelt hat<br />

mich fasziniert“<br />

- Hermann-J. Hoffe<br />

W.O.L.L. Oktob<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 117


Gleichzeitig<br />

stellte<br />

er sich die<br />

Frage, warum es<br />

für Schmallenberg und<br />

Umgebung kein klassisches<br />

Glanzmagazin wie beispielsweise in Düsseldorf gab. Es reifte<br />

daher die Idee, ein <strong>Magazin</strong> „für die Region, in der man lebt“,<br />

ins Leben zu rufen. „Die Prämisse war, dass der Titel aus vier/<br />

fünf Buchstaben bestehen und was mit dem Sauerland zu tun<br />

haben muss und dass sich die Menschen wiederfinden“, erzählt<br />

Hoffe. „Die Buchstaben mussten sitzen.“ Sie saßen – und wie:<br />

„Wir haben uns für das Wort Woll entschieden, es ist ein typisches,<br />

identitätstiftendes Sauerländer Wort mit Alleinstellungsmerkmal.“<br />

Die Entscheidung im Sommer 2011 war goldrichtig.<br />

Einige Wochen später brachte eine Facebook-Umfrage der<br />

Schmallenberger Kur- und Freizeit GmbH zu Tage: Woll ist<br />

das schönste, beliebteste und markanteste Wort der Sauerländer<br />

Alltagssprache. Einen entsprechenden Artikel mit einer Analyse<br />

der Ergebnisse („Kauderwelsch im Sauerland“) hat Hoffes<br />

Tochter Katharina in der ersten <strong>WOLL</strong>-Ausgabe veröffentlicht.<br />

Hoffe und seinen Mitstreitern war aber auch klar, dass vier<br />

schöne Buchstaben allein nicht reichen würden. „Wir mussten<br />

aus den Buchstaben was machen und sie mit Leben füllen.“ Das<br />

geniale Ergebnis: W.O.L.L. - Worte, Orte, Land und Leute.<br />

Der Name wurde als Marke beim Patentamt angemeldet und<br />

hat sich zu einer starken Sauerländer Marke entwickelt. Das<br />

erste <strong>Magazin</strong> erschien im Oktober 2011 für den Bereich Eslohe/Schmallenberg.<br />

Das durch Anzeigen finanzierte <strong>Magazin</strong><br />

wurde kostenlos verteilt und „uns praktisch aus den Händen<br />

gerissen“. Von Beginn an im Team waren der niederländische<br />

und erfahrene Redakteur Tiny Brouwers, der im Sauerland<br />

heimisch gewordene Ostfriese und Gestalter Rainer Zepernick<br />

sowie das Schmallenberger Satzstudio Glade. Die <strong>WOLL</strong>-Philosophie<br />

ist bis heute gültig: Das Schöne aus dem Sauerland,<br />

die verborgenen Schätze zu bergen und sie in Wort und Bild<br />

auf Papier bringen, das auch vor dem Hintergrund der Globalisierung.<br />

„Die Menschen müssen sich in ihrer kleinen und<br />

großen Lebenswelt im <strong>Magazin</strong> wiederfinden, das wünschen<br />

sie sich auch.“<br />

Übrigens: Die in der ersten Ausgabe im Oktober 2011 in Posterform<br />

veröffentlichten Namen (Kauderwelsch im Sauerland)<br />

stießen auf ein sensationelles Interesse. „Macht doch Plakate<br />

bzw. Poster daraus“, so der Tenor. Heute sind die <strong>WOLL</strong>-Poster<br />

ein echter Hit, nicht nur im Sauerland. ■<br />

„Wir mussten die vier Buchstaben mit<br />

Leben füllen“ - Hermann-J. Hoffe<br />

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Ein starkes Team für Worte, Orte, Land und Leute im Sauerland<br />

Ein <strong>WOLL</strong>-<strong>Magazin</strong> macht sich nicht von allein.<br />

In jeder Ausgabe steckt eine Menge Herzblut, Engagement,<br />

Können und Fleiß. Immerhin gilt es,<br />

pro Jahr rund 2.300 <strong>Magazin</strong>seiten mit wunderschönen<br />

Geschichten und Bildern aus dem Sauerland zu erstellen.<br />

Und auch die gut 83.000 Fans und Follower in den<br />

sozialen Medien möchten regelmäßig mit interessanten<br />

Posts (ca. 1.500 pro Jahr) informiert werden.<br />

Doch wer steckt eigentlich hinter dieser Medienmarke? Wer<br />

recherchiert und schreibt all diese Geschichten? Wer macht<br />

die Bilder dazu? Wer setzt und druckt das <strong>Magazin</strong>? Wer ist<br />

für Werbung und Anzeigen verantwortlich? Auf den folgenden<br />

Seiten finden Sie die Antwort. Erkennen Sie jemanden<br />

wieder? ■<br />

Andreas Melliwa<br />

Redaktion<br />

Anke Kemper<br />

Redaktion + Illustration<br />

Antonius Henke<br />

Medienberatung<br />

Britta Melgert<br />

Redaktion + Backoffice<br />

Catharina Schäfer<br />

Gestaltung<br />

Christel Zidi<br />

Redaktion + Lektorat<br />

Daniela Rose<br />

Vertrieb <strong>Magazin</strong>e<br />

Daniela Weber<br />

Redaktion<br />

Ohne Bild: Anne von Heydebrand, Redaktion | Carla Wengeler, Redaktion + Social Media | Daniel Kaminski, Gestaltung<br />

Dirk Kochsiek, Vertrieb <strong>Magazin</strong>e | Georg Giannakis, Redaktion + Fotos | Marc Niemeyer, Fotos<br />

Matthias Koprek, Redaktion + Fotos | Walter Eilhard, Medienberatung<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 119


Dirk Bannenberg<br />

Herausgeber + Geschäftsführer<br />

Gisela Wilms<br />

Redaktion<br />

Harald Kröger<br />

Medienberatung<br />

Helmut Gaida<br />

Redaktion<br />

Hermann-J. Hoffe<br />

Herausgeber<br />

Inga Bremenkamp<br />

Redaktion + Video<br />

Iris Böning<br />

Fotos<br />

Julius Kolossa<br />

Redaktion<br />

Luca Cramer<br />

Gestaltung<br />

Manfred Haupthoff<br />

Redaktion<br />

Manfred Eigner<br />

Redaktion<br />

Markus Weber<br />

Redaktion<br />

W<br />

Monika Loerchner<br />

Redaktion<br />

Nicola Collas<br />

Redaktion<br />

Oliver Schaeffer<br />

Verkaufsleiter<br />

Paul Senske<br />

Chefredakteur<br />

120 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Petra Kleine<br />

Redaktion<br />

Philipp Nolte<br />

Fotos<br />

Rainer Grundhoff<br />

Medienberatung + Druck<br />

Robert Hinkel<br />

Redaktion<br />

Sabina Butz<br />

Redaktion<br />

OLL<br />

Sabrina Voss (Sabrinity)<br />

Fotos<br />

Silvia Padberg<br />

Redaktion + Social Media<br />

Sonja Funke<br />

Redaktion<br />

Sonja Nürnberger<br />

Redaktion + Social Media<br />

Sophie Schmucker<br />

Gestaltung<br />

Stefan Droste<br />

Fotos<br />

Susanne Droste<br />

Fotos<br />

Tom Linke<br />

Fotos<br />

Vanessa Schulte<br />

Anzeigen + Digital Sales<br />

Verena Sen<br />

Redaktion<br />

Willi Bannenberg<br />

Senior-Chef<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 121


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Euro Wallbox-<br />

Förderung für<br />

jedermann?<br />

„Stimmt nicht”, klärt uns Thomas<br />

Pöttgen, Geschäftsführer von Pro-<br />

Charge aus Freienohl, auf. “Die Förderung<br />

erhält man nur, wenn man entweder<br />

den Strom dafür z.B. mit PV selbst<br />

produziert oder einen Öko-Stromtarif<br />

nutzt. Auch bei Privatleuten. Andernfalls<br />

geht man leer aus oder man muss<br />

später die Förderung zurückzahlen.”<br />

Er muss es wissen: Der überzeugte<br />

E-Mobilist beschäftigt sich bereits jahrelang<br />

mit diesem boomenden Markt und<br />

hat daher im Juni 2020 die Pro- Charge<br />

GmbH in Freienohl gegründet. Diese<br />

bietet neben Wallboxen auch Beratungen,<br />

Planungen und günstige Ökoladestromtarife<br />

an.<br />

Strom und Benzin mit einer einzigen<br />

Karte tanken<br />

Und es läuft richtig rund: Die Auftragsbücher<br />

sind voll – hauptsächlich mit Aufträgen<br />

von Firmen, Gastgebern (Hotels,<br />

Ferienwohnungen, Gastro), Wohnungsgesellschaften<br />

und Stellplatzbetreibern.<br />

Und das mittlerweile Europaweit. Um<br />

das schnelle Wachstum auch stemmen<br />

zu können, hat sich Pöttgen mit dem<br />

Arnsberger Unternehmer Andreas Grüne<br />

einen erfahrenen Partner ins Boot geholt.<br />

“Als Tankstellenbetreiber sahen wir den<br />

aktuellen Trend hin zu E-Mobilität naturgemäß<br />

zunächst kritisch. Jetzt, nach dem<br />

Einstieg bei Pro-Charge, haben wir in diesem<br />

Zukunftsmarkt einen Fuß in der Tür<br />

und sind positiv gespannt auf die weitere<br />

Entwicklung”, sagt Grüne, Geschäftsführer<br />

und Inhaber vom Arnsberger Traditionsunternehmen<br />

Grüne Energie.<br />

Sowohl Pöttgen als auch Grüne sind sich<br />

einig, dass die Zusammenarbeit Früchte<br />

tragen wird: “Zusammen mit unseren<br />

Tanknetz-Partnern werden wir zukünftig<br />

das öffentliche Laden von Strom wie<br />

auch das Tanken mit Diesel oder Benzin<br />

mit einer Karte deutschlandweit anbieten<br />

können. Gerade für Fuhrparkbetreiber ist<br />

das ein echtes Plus!”, so Grüne.<br />

Herstellerunabhängig<br />

Pro-Charge fungiert bei der Ladeinfrastruktur<br />

als Händler und Projektpartner.<br />

“Ein Hersteller verkauft natürlich am<br />

ehesten seine eigenen Produkte. Ob diese<br />

aber für den Kunden bei Preis und Leistung<br />

optimal sind, steht auf einem anderen<br />

Blatt”, so Pöttgen über die Unabhängigkeit<br />

seiner Firma. Daher arbeitet das<br />

Pro-Charge-Team Herstellerunabhängig<br />

und kann die am besten geeignete Wallbox<br />

für den jeweiligen Einsatzzweck empfehlen.<br />

Förderung: Mehr als nur 900 Euro<br />

Neben der Wallbox an sich kommen auf<br />

Immobilienbesitzer weitere Investitionen<br />

zu: Haus-Elektroinstallation, Hausanschlusskosten<br />

(bei größeren Anlagen),<br />

smarte Stromzähler und Erdarbeiten.<br />

Manche Leistungen sind über die 900,-<br />

für die Wallbox hinaus förderfähig, etwa<br />

mit dem Programm Progres NRW. “Dabei<br />

werden zum Teil auch Beratungsleistungen<br />

sowie die Erd- und Pflasterarbei-<br />

122 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


ten mit bis zu 50 % bezuschusst”, ergänzt<br />

Matthias Stirnberg, weiterer Geschäftsführer<br />

bei Pro-Charge. Als ehemals technische<br />

Führungskraft eines großen Klinikums<br />

und technischer Leiter bei einem<br />

Schaltschrankbauer ist er bestens vertraut<br />

mit den Besonderheiten größerer Gebäudeinstallationen.<br />

Auch die Konstruktion<br />

und Planung von Schaltschränken<br />

kann Pro-Charge somit aus einer Hand<br />

anbieten.<br />

Autohäuser und Elektroniker<br />

Aufgrund der Unabhängigkeit ist Pro-<br />

Charge auch erster Partner sowohl für<br />

Autohäuser wie auch für Elektroinstallationsbetriebe.<br />

“Wir installieren selber<br />

nichts, wir verkaufen auch keine Fahrzeuge,<br />

aber wir stehen unseren Partnern<br />

kompetent zur Seite. Bei Direktanfragen<br />

vermitteln wir die Installation immer zu<br />

unseren guten Partnern in der jeweiligen<br />

Region”, ergänz Thomas Pöttgen.<br />

Fazit<br />

Nahezu alle Fachleute sind sich einig: Der<br />

Elektromobilität gehört die Zukunft. Sowohl<br />

der politische wie auch gesellschaftliche<br />

WiIlle ist dazu vorhanden. Die nächsten<br />

Jahre werden im Bereich Mobilität<br />

einen Umbruch zeigen, wie wir ihn zuletzt<br />

von der Pferdekutsche auf das Automobil<br />

gesehen haben. Die Frage ist nicht ob, sondern<br />

wann mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge<br />

elektrisch betrieben werden. Daher<br />

ist jetzt der beste Zeitpunkt, mit dem Ausbau<br />

der Infrastruktur zu beginnen. Für<br />

Fragen zum Thema Wallbox steht das<br />

Pro-Charge Team unter 02903 96990 02<br />

montags bis freitags von 08:00 bis 14:00<br />

Uhr zur Verfügung oder besuchen Sie die<br />

Website www.pro-charge.net . ■<br />

Andreas Grüne (links) und Thomas Pöttgen<br />

setzen auf Elektromobilität im Sauerland<br />

Tipp für Gastgeber<br />

“Optimale Route für E-Bikes": Freizeit- und Routenplanungs-APPs wie Komoot & Co. weisen gezielt Gastgeber mit<br />

E-Ladestationen aus. Entsprechend wird die Route geplant, entsprechend mehr Gäste finden den Weg, kehren ein und<br />

verzehren – und sei es nur zum Warten, bis das Vehikel (ob Bike oder Auto) wieder aufgeladen ist.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 123


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Pastor Ansgar Drees<br />

aus Brilon<br />

„Man muss menschlich<br />

in der Lage sein, den<br />

Beruf auszuüben“<br />

Petra Kleine<br />

sabrinity<br />

Pastor Drees nimmt sich Zeit für ein persönliches Gespräch.<br />

Einfühlsam hört er zu, gibt Impulse und ist dankbar dafür, Anteil nehmen zu dürfen.<br />

In<br />

Zeiten, in denen das Ansehen<br />

der Kirche enormen<br />

Schaden erlitten hat, tut es<br />

gut, auch von Menschen, speziell von<br />

Geistlichen berichten zu können, die<br />

segensbringend für ihre Gemeinden<br />

im Einsatz sind. Pastor Ansgar Drees<br />

aus Brilon ist einer von ihnen.<br />

„Es sind die Begegnungen mit Menschen,<br />

die mir Freude machen“, verrät<br />

mir Pastor Ansgar Drees (56), und diese<br />

Freude merkt man ihm an. „Wenn<br />

sie sich mir öffnen, sich mir anvertrauen,<br />

mir das Gefühl geben, dass ich<br />

Anteil haben darf, dann ist das beglückend<br />

für mich. Es bereichert mich,<br />

dass ich den Lebensnerv der Menschen<br />

begleiten darf.“<br />

Das tut er in der Tat in vielfältigster Art<br />

und Weise, quasi von der Wiege bis zur<br />

Bahre. „Wenn ich bei Taufgesprächen<br />

das Glück der Eltern sehe, wenn sie<br />

einfach nur ihr Kind anschauen, dann<br />

berührt mich das sehr“, erzählt er mir.<br />

„Oder die Kommunionkinder in ihrer<br />

Vorfreude auf ihr Sakrament. Aber auch<br />

ein Trauergespräch kann voller Hoffnung,<br />

liebevoller Erinnerungen und<br />

tiefer Dankbarkeit sein.“ Denn die Botschaft<br />

lautet: Gott ist bei euch!<br />

Für Pastor Drees war es immer wichtig,<br />

die gesamte seelsorgerische Breite<br />

abzudecken und für alle Gruppen der<br />

Gesellschaft da zu sein. So zählen auch<br />

Kindergarten-Gottesdienste, schulseelsorgerische<br />

Tätigkeiten, die Arbeit mit<br />

Menschen mit Behinderung im Caritasverband,<br />

in Seniorenheimen und<br />

Beistand für Kranke ebenso zu seinem<br />

abwechslungsreichen Tagesprogramm<br />

wie Messfeiern, Erstkommunionen oder<br />

Trauungen. Dabei ist er aufgrund des<br />

Pastoralen Raumes im Pastoralteam<br />

unter der Leitung des Propstes für die<br />

Stadt Brilon mit allen ihren Dörfern zuständig.<br />

„Ich sehe es als große Chance, direkt<br />

vor Ort den seelsorgerischen Auftrag zu<br />

haben“, erklärt er mir. „Jede Begegnung<br />

ist ein kleiner Baustein, dass das Reich<br />

Gottes für die Menschen ein bisschen<br />

spürbarer wird. Die großen Fragen werde<br />

ich dabei bestimmt nicht lösen, aber<br />

das will und kann ich auch gar nicht!“<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 125


Ich fang das einfach mal an…<br />

Dass aus ihm überhaupt mal ein Pastor<br />

werden würde, hätte er selbst nicht gedacht.<br />

Aufgewachsen im überwiegend<br />

protestantischen Bielefeld suchten die<br />

Eltern ihm eine katholische Schule aus<br />

und prägten seine Werte. Es gab auch<br />

einen Onkel, der Franziskaner war, und<br />

natürlich war Ansgar auch Messdiener.<br />

Dann waren da noch diese Vikare, mit<br />

denen man sich in der Freizeit traf, lachte<br />

und Spaß hatte, und die so einen positiven<br />

und zufriedenen Eindruck auf ihn<br />

machten.<br />

Fußball bei Arminia Bielefeld<br />

Die engagierte Religionslehrerin hatte<br />

ebenfalls entscheidenden Einfluss<br />

auf Ansgar Drees und nicht zuletzt<br />

auch der Kirchenorgel-Lehrer. „Wenn<br />

er spielte, geschah das mit so viel Gefühl,<br />

dass man spürte, dass er es zur<br />

Ehre Gottes tat. Man hörte in seinem<br />

Orgelspiel förmlich seinen Glauben an<br />

Gott heraus.“ Nach einer kleinen Pause<br />

fügt er hinzu: „Ich selbst habe damals<br />

übrigens auch Orgel gespielt.“ Nebenbei<br />

aber auch Fußball, bei der Arminia in<br />

Bielefeld.<br />

„Ich fang das einfach mal an“, dachte er<br />

sich nach dem Abitur, aber es sollte erst<br />

alles noch reifen mit dem Theologiestudium,<br />

denn zunächst kam die 15-monatige<br />

Bundeswehrzeit, bevor es in Paderborn,<br />

im Leokonvikt losging.<br />

„Man muss menschlich in der Lage sein,<br />

den Beruf auszuüben“, erläutert er mir.<br />

Da man das selbst für sich nicht abschließend<br />

beurteilen kann, bat er be-<br />

Vielen Menschen ist ihr Glaube abhanden gekommen. Pastor<br />

Drees ist es daher ein besonderes Anliegen, uns allen die Botschaft<br />

Gottes nahe zu bringen. Er wird nicht müde zu vermitteln,<br />

dass der Glaube uns Kraft gibt, unser Leben zu meistern.<br />

126 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


freundete Menschen, deren Urteil er<br />

vertraute, vor und während des Studiums<br />

um ihre ehrliche Meinung. Sie<br />

hielten ihn für geeignet!<br />

Trotzdem gönnte er sich nach dem<br />

Vordiplom eine Auszeit und absolvierte<br />

ein freiwilliges soziales Jahr in<br />

einem Altenheim. Mit Schichtdienst,<br />

Wochenendarbeit und unendlich vielen<br />

Eindrücken. In dieser Zeit durfte<br />

er bei Priestern wohnen und deren<br />

Alltag kennenlernen, worüber er sehr<br />

dankbar war.<br />

Ein Auslandsjahr im kulturell faszinierenden<br />

Wien war ebenfalls Bestandteil<br />

seines Studiums. Nach dem Diplom<br />

entschied er sich, ein Jahr nach Italien<br />

in die Nähe von Florenz zu gehen. Er<br />

verbrachte dort ein geistliches Jahr in<br />

einer Gemeinschaft aus Priestern und<br />

Theologiestudenten, in dem neben<br />

Gebet und Austausch ein altes Franziskanerkloster<br />

durchrenoviert wurde.<br />

Auch diese Zeit hat ihn geprägt und<br />

birgt schöne Erinnerungen.<br />

… und wenn der Bischof mich<br />

jetzt noch haben will…<br />

Nun war Ansgar Drees bestärkt darin,<br />

seinen eingeschlagenen Weg weiter zu<br />

gehen: „Und wenn der Bischof mich<br />

jetzt noch haben will, dann komme<br />

ich und gehe zuversichtlich meinen<br />

Weg!“ So ging er ins Priesterseminar,<br />

versprach unter anderem ein Leben in<br />

Bescheidenheit und Ehelosigkeit, als<br />

er zum Diakon geweiht wurde. 1994<br />

war dann im Paderborner Dom die<br />

feierliche Priesterweihe. „Das war ein<br />

ganz besonderer Moment für mich,“<br />

erinnert er sich dankbar. „Insgesamt<br />

18 junge Priester wurden geweiht und<br />

ich war einer von ihnen.“<br />

Jetzt steht er selbst schon seit vielen<br />

Jahren vorne am Altar und versucht<br />

seinen „Schäfchen“ Impulse zu geben<br />

und ihnen die Botschaft Gottes zu<br />

konkretisieren und näher zu bringen.<br />

Er tut es noch immer mit ganzem<br />

Herzen und der gleichen Überzeugung<br />

und Hingabe wie zu Beginn.<br />

Das kommt bei den Menschen gut an.<br />

Als ihn seine Mutter hier besuchte,<br />

stellte sie das gleich fest. „Junge“, sagte<br />

sie zu ihm, „die Herzlichkeit, mit der<br />

die Menschen dir hier begegnen, zeigt<br />

mir, wie gut du hier gelitten bist.“<br />

So fühlt er sich selbst sehr wohl im<br />

Sauerland, hat längst Gefallen an den<br />

zunächst ungewohnten Schützenfesten<br />

gefunden, genießt die Natur und<br />

steckt bei seinen Spaziergängen am<br />

Borberg gern ein Kerzchen für die<br />

Menschen im Tal vor der Mutter Gottes<br />

an. ■<br />

Ford Neuwagen<br />

Gebrauchtwagen<br />

Waschanlage<br />

Tankstelle<br />

Autogas<br />

„Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“ Diesen Bibelvers<br />

wählte Pastor Ansgar Drees als Primizspruch<br />

und er begleitet ihn durchs Leben<br />

34431 Marsberg · Bredelarer Str. 60<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 127


LEBEN ZWISCHEN RETTUNGS-<br />

WAGEN UND RUNKELRÜBEN<br />

Nach dem Dienst schaltet die<br />

Marsberger Notärztin Dr. Anna<br />

Bödefeld-Hötger auf ihrem<br />

Bauernhof komplett ab<br />

Andreas Melliwa<br />

Tom Linke<br />

W<br />

er Kinder hat mit aufgeschlagenen<br />

Knien, kennt<br />

sie. Wer sich beim Sport<br />

den Fuß verknackst, kennt sie. Wer<br />

am Wochenende plötzlich Herzstiche<br />

hat, kennt sie. Und wer den Rettungswagen<br />

alarmieren musste, hat sie<br />

vermutlich auch kennengelernt. Die<br />

Chirurgin Dr. Anna „Anne“ Bödefeld<br />

ist die „Ärztliche Leiterin der Zentralen<br />

Notaufnahme“ am Marsberger<br />

St- Marienhospital. Viele sagen auch<br />

einfach: Sie ist das Herz der Ambulanz.<br />

Seit 36 Jahren gehört sie zum<br />

Stamm des Marsberger Hospitals, nur<br />

unterbrochen von ihrer Ausbildungszeit<br />

zum Facharzt der Chirurgie. Die<br />

hat sie in Münster absolviert. „Ich bin<br />

halt bodenständig durch und durch!“<br />

sagt die gebürtige Marsbergerin voller<br />

Überzeugung. Das liegt auch daran,<br />

dass sie „vom Hof kommt“, wie man<br />

im Sauerland sagt. Und bis heute<br />

findet Frau Doktor in der Landwirtschaft<br />

Abstand und Ausgleich von ihrem<br />

stressigen Beruf.<br />

128 - <strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021


Als sie 1978 ihren späteren Mann<br />

Willi Hötger kennenlernt, geben die<br />

meisten ihrer Freunde und auch in<br />

der Familie den beiden nur wenig Zukunft.<br />

Denn Willi ist junger Landwirt<br />

mit eigenem Hof, und Anne ist<br />

gerade auf dem Sprung zum Medizinstudium<br />

nach Düsseldorf. „Da lernste<br />

ruck-zuck ´nen feschen Arzt kennen<br />

– so die Prognosen. Aber gegen Willi<br />

kam keiner an. 1986 wurde geheiratet,<br />

„…und ich habe es nie bereut!“<br />

Mit der Heirat war auch klar: Die beiden<br />

werden weiterhin im Sauerland<br />

leben. „Dabei habe ich mich zweimal<br />

gegen eine vermutlich steile Karriere<br />

entschieden,“ sagt Anne Bödefeld<br />

ohne Groll, „Einmal hatte ich das Angebot,<br />

mit meinem Professor zusammen<br />

die Herzchirurgie in Bad Oeynhausen<br />

mit aufzubauen. Und ich habe<br />

nach dem Studium eine feste Stelle an<br />

der Uniklinik in Münster angeboten<br />

bekommen. Aber ich wollte aus dem<br />

Sauerland nicht weg“.<br />

Von Kindesbeinen mit der Landwirtschaft<br />

verbunden<br />

Es war aber nicht nur der buchstäbliche<br />

Stallgeruch, der sie letztlich auf<br />

dem elterlichen Hof in Marsberg-Beringhausen<br />

hielt. Sondern es war auch<br />

die schwere Erkrankung ihres Vaters,<br />

dem es immer schwerer fiel, sich um<br />

Haus und Hof zu kümmern. „Als er<br />

zum ersten Mal plötzlich ins Krankenhaus<br />

musste, fiel bei mir auch<br />

die Entscheidung, Ärztin zu werden.<br />

Denn es stand Spitz auf Knopf, aber<br />

mein Vater hatte schon lange den Pastor<br />

gesehen, ehe mal ein Arzt vorbeikam.<br />

Das konnte nicht sein!“ Bereits<br />

während des Studiums und auch als<br />

fertige Ärztin half Anne dann regelmäßig<br />

auf dem Hof mit. In der Erntezeit<br />

kam es nicht selten vor, dass sie<br />

sogar in der Mittagspause vom Krankenhaus<br />

direkt zum Acker fuhr. „Vieh<br />

treiben, Strohfuder packen, Runkeln<br />

hacken – ich hab gemacht, was auf<br />

dem Hof gerade so anfiel. Das erdet<br />

ungemein.“<br />

Alltag in der Klinik ist<br />

eine Wundertüte<br />

Nach dem Tod des Vaters übernahm<br />

Annes Bruder Meinolf den Hof, aber<br />

auch er wurde krank und starb früh.<br />

Nun kümmerte sich Ehemann Willi<br />

um den Hof in Beringhausen, parallel<br />

zu seinem eigenen in Bad Wünnenberg.<br />

Mittlerweile hat Annes Neffe<br />

Johannes die Hofstelle übernommen.<br />

„Das Leben auf dem Hof begleitet<br />

mich aber immer noch,“ sagt Anne<br />

Bödefeld, „und es prägt meine Arbeit<br />

in der Klinik nach wie vor!“ Denn<br />

Medizin und Landwirtschaft haben<br />

für sie viel gemeinsam: Wenig ist zu<br />

kalkulieren, oft müssen Entscheidungen<br />

kurzfristig gefällt werden. Auf<br />

dem Hof sind es zum Beispiel die Unwägbarkeiten<br />

des Wetters, im Krankenhaus<br />

können plötzlich Komplikationen<br />

auftreten. Anne Bödefeld ist<br />

das bewusst: „Wenn ich morgens zur<br />

Klinik fahre, ist der Arbeitstag eine<br />

Wundertüte. Ich weiß nie, was mich<br />

erwartet. Beim Landwirt ist das ähnlich!“<br />

Die Nähe zu den Menschen auf dem<br />

Land hilft auch bisweilen bei der ersten<br />

Diagnose. „Ich kenne sehr viele<br />

hier, und sehr viele kennen mich.<br />

Wenn zum Beispiel ein Bauer mitten<br />

in der Erntezeit zur Behandlung ins<br />

Krankenhaus kommt, dann weiß ich:<br />

„Dem muss es wirklich schlecht gehen,<br />

sonst wäre er auf dem Acker. Da<br />

gehen bei mir sämtliche Alarmleuchten<br />

an!“<br />

Das Leben auf dem Hof begleitet die Ärztin.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Herbst</strong> 2021 - 129


Aktiv relaxen !<br />

WALDSAUNA<br />

SOLEBAD<br />

FREIZEITBAD<br />

SOLEBAD<br />

Spüren Sie die Kraft von Wasser, Salz und<br />

Wärme. Wie schwerelos treiben Sie in der<br />

warmen Natursole und atmen tief durch. Die<br />

Heilkraft der Natur entfaltet sich und bringt<br />

Körper und Geist ins Gleichgewicht. Entspannen<br />

Sie bei unseren einmaligen Dampfbadaufgüssen.<br />

∙ Sole-Innen- und Sole-Außenbecken 32°C<br />

mit Massage- und Sprudelextras<br />

∙ großes Dampfbad<br />

∙ Kneippbox<br />

∙ Unterwassermusik<br />

∙ Ruhebereich<br />

∙ Sole-Bistro<br />

∙ Barfußpfad<br />

WALDSAUNA<br />

Endlich wieder richtig schwitzen. Wie gut das tut!<br />

Entspannung bringt Vitalität. Schalten Sie ab,<br />

kommen Sie zur Ruhe, tanken Sie Kraft, aktivieren<br />

Sie die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers –<br />

in der Waldsauna geht das wie von selbst.<br />

∙ Panoramasauna<br />

∙ Saunagrotte<br />

∙ Waldlichtung<br />

∙ Waldschwitze<br />

∙ Natur-Tauchbecken<br />

∙ Kamin<br />

∙ Ruhehaus<br />

∙ Sauna-Bistro<br />

∙ Großer Saunagarten<br />

∙ Barfußpfad<br />

Dr. Anna Bödefeld-Hötger und<br />

ihr Mann Willi Hötger.<br />

Königin der Ambulanz<br />

Persönliche Schicksalsschläge und die<br />

tägliche Nähe von Leid und Tod haben<br />

die Notärztin demütig gemacht. Und<br />

gelehrt, das Leben zu feiern. Höhepunkt<br />

bisher war ihr Jahr als Beringhäuser<br />

Schützenkönigin 2006/2007. „Das war<br />

´ne tolle Zeit,“ erzählt sie noch heute begeistert,<br />

„Die Leute haben sich mit mir<br />

gefreut. Auch die, von denen ich wusste,<br />

dass sie eigentlich krankgeschrieben<br />

sind. Die haben sich dann eher in die<br />

zweite Reihe gedrängelt.“ Anne Bödefeld<br />

hat dann aber dicht gehalten, denn<br />

„beim Schützenfest, da wird gefeiert, da<br />

vergesse ich alles, was den Job angeht“.<br />

Allerdings wurde sie in diesem besonderen<br />

Jahr des Öfteren von den Patienten<br />

mit „Ihre Majestät“ angesprochen…<br />

„Wenn ich morgens<br />

zur Klinik fahre, ist der<br />

Arbeitstag eine Wundertüte.<br />

Ich weiß nie, was mich erwartet.<br />

Beim Landwirt ist das ähnlich“<br />

- Anna Bödefeld-Hötger<br />

Familie und Glaube<br />

geben ihr Kraft<br />

Die Marsberger kennen sie und wissen,<br />

woher sie kommt. Das Bodenständige,<br />

die Augenhöhe, das Wissen um ihre<br />

persönlichen Schicksalsschläge helfen<br />

oft auch bei schwierigen Gesprächen mit<br />

Patienten. Sie selbst baut auf ihren Glauben.<br />

„Gott bewahrt nicht vor allem Leid,<br />

er hilft aber bei allem Leid“ – aus diesem<br />

Satz des Hl. Augustinus hat sie nicht nur<br />

selbst Kraft geschöpft, sondern auch so<br />

manchen Patienten gestützt. „In machtlosen<br />

Situationen sage ich mir: Das hat<br />

der Herrgott so gewollt“. Das hilft. Und<br />

das Familienleben mit Ehemann Willi<br />

und den beiden Töchtern. Anna-Sophie<br />

ist Försterin geworden, und Agnes Ärztin.<br />

Unfallchirurgin. Sie wohnt mit ihrer<br />

kleinen Familie ebenfalls auf dem Hof<br />

der Bödefelds in Bad Wünnenberg. Sie<br />

wird wissen, warum… ■<br />

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