17.05.2022 Aufrufe

WOLL Elternratgeber Ausbildung + Karriere 2022/2023 HSK

WOLL Elternratgeber Ausbildung + Karriere 2022/2023 HSK

WOLL Elternratgeber Ausbildung + Karriere 2022/2023 HSK

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

Sonderausgabe

Sonderausgabe

Elternratgeber

Elternratgeber

2022/2023

2022/2023

Worte, Orte, Land und Leute.

Elternratgeber

Über 380

Ausbildungsplatzangebote

im Heft

HSK

Ausbildung + Karriere

2022/2023

Praktikum?

Ausbildung?

FSJ?

Duales

Studium?

Der Elternratgeber zur

Berufsorientierung und

Ausbildungsplatzsuche

WOLL - mit Herz und Hand von


STARTE JETZT DEINE AUSBILDUNG BEI UNS

Alexander

Ausbildung zum Werkzeugmechaniker

Anna-Lena

Ausbildung zur Industriekauffrau

David

Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

Daniel

Ausbildung zum Elektroniker

WERDE TEIL UNSERES TEAMS

Gerne bieten wir jungen Menschen die Möglichkeit, durch eine praxisnahe Berufsausbildung mit abwechslungsreichen

Aufgaben einen guten Start in das Berufsleben zu finden. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung kann darüber

hinaus weitere Karrierechancen in unserem Unternehmen eröffnen.

Wir bilden seit vielen Jahren junge Menschen in kaufmännischen und technischen Berufen aus:

- Industriekaufmann/ Industriekauffrau

- Betriebswirt VWA/ Bachelor of Arts

- Fachinformatiker Systemintegration

- Werkzeugmechaniker

- Verfahrensmechaniker für

Kunststoff- und Kautschuktechnik

- Zerspanungsmechaniker

- Mechatroniker

- Elektroniker

- Industriemechaniker

- Fachkraft für Lagerlogistik

Um mehr über deine Berufsziele zu erfahren, kannst du dich auch gerne für ein Schülerpraktikum bei uns bewerben.

HÜSTENER STR. 43-45

59846 SUNDERN/ SAUERLAND

TELEFON +49 2933 9747-144

BEWERBUNG@LUEBKE-VOGT.DE

WWW.LUEBKE-VOGT.DE


Dirk Bannenberg

Herausgeber

Liebe Eltern,

Paul Senske

Chefredakteur

Vanessa Schulte

Projektleiterin

Sie sind der erste Ansprechpartner, wenn Ihr Kind die ger, auch Gewerkschaften, Handwerkskammern, IHKs

Schule abschließt und vor der (lebens-) entscheidenden und Unternehmensverbände setzen sich mit Nachdruck

Frage steht, was es jetzt machen soll. Um Ihr Kind dann dafür ein.

bestens beraten zu können, müssen Sie sich vorab natürlich

selbst informieren. Dazu können Sie sich entspre-

keine Kritik an der Entscheidung zu einem Studium. Des-

Das Fürsprechen für eine Duale Ausbildung ist allerdings

chende Fachliteratur besorgen und/oder viele Internetseiten

durchkämmen und Stellenanzeigen durchforsten. Das Fachbereich Ihr Kind eine akademische Laufbahn einhalb

zeigen wir auch einige Wege auf, wo und in welchem

kann sehr, sehr zeitaufwändig, manchmal auch überflüssig schlagen kann. Interessant war es zu erfahren, wie viele

sein.

Studiengänge auch ohne Abitur möglich sind. Denn nach

Jetzt halten Sie unseren Elternratgeber in der Hand – und dem Abschluss einer Berufsausbildung kann es in viele

sind damit auf dem besten Weg. Zwar können Sie Ihrem Richtungen weitergehen.

Kind die Entscheidung der Berufswahl nicht abnehmen Ausgerüstet mit unseren Informationen über finanzielle

- die muss es noch immer selbst fällen - aber mit Hilfe Aussichten, den Fachkräftebedarf, die Situation auf dem

dieser Lektüre und gemeinsamen Gesprächen können Sie Ausbildungsmarkt u.v.m. werden Sie als Eltern zum besten

Ratgeber für Ihr Kind und können, wie es die Schul-

ihm die Entscheidung auf jeden Fall erleichtern.

Nachdem wir schon mit dem ersten Elternratgeber vielen psychologin Dr. Jutta Padberg beschreibt, „den Jugendlichen

Schritt für Schritt in die Lage versetzen, selbst zu

Eltern und Jugendlichen bei dieser wichtigen Entscheidung

helfen konnten, haben wir uns dazu entschieden, entscheiden“. Denn darum geht es.

eine weitere Ausgabe herauszubringen. Was ist neu? Zum

Beispiel unser gut sortiertes Stellenverzeichnis. In unserem Wir wünschen Ihnen viel Freude an

Magazin finden Sie nicht nur umfangreiche Informationen

zu verschiedenen Berufen, sondern auch die passen-

einen guten Start in das Berufsleben.

unserem Magazin und Ihrem Kind

den Jobangebote.

Bei unseren Recherchen hat sich ganz klar herauskristallisiert,

dass es – unbedingt - eine gute Entscheidung ist, eine

www.imsauerland.de/elternratgeber

Duale Ausbildung zu machen. Dafür plädiert nicht nur

unsere Bundesbildungsministerin Bettina Stark Watzin-Kontakt:

Dirk Bannenberg

Paul Senske

Vanessa Schulte

redaktion-woll@axo.media

www.imsauerland.de/elternratgeber

WOLL Elternratgeber 2022 - 3


Inhalt

Praktikum?

Ausbildung?

FSJ?

Duales

Studium?

ELTERNINFORMATIONEN

06 Junge Menschen in Ausbildung bringen

10 WOLL wirkt!

14 Schulpsychologin Dr. Jutta Padberg

17 Eltern: Akademiker, Sohn: Handwerker

20 Podcast "Orientierbar"

22 Studieren vor der Haustür - FH Südwestfalen

26 Azubi für Azubis

28 Handwerkskammerpräsident Hendrik Schmitt

30 Gap Year Südwestfalen

32 Wollen Sie die Stelle oder Ihr Kind?

34 Studienausstieg als Chance

35 Hier schlägt das Herz des Handwerks

56 Lohnender Besuch auf Ausbildungsmessen

58 Digitalisierung

60 Freie Ausbildungsplätze im HSK

62 Die Ausbildungssituation

72 Vom Stift zum Azubi

102 Ausbildungsbegleiter Lothar Molin

106 Förderprogramm "Erasmus +"

112 Wissen aufsaugen und was daraus machen

114 Deutscher Qualifikationsrahmen

121 Das ZDI Netzwerk HSK

122 Zweiter Bildungsweg ist eine zweite Chance

148 Die Facetten des Praktikums

172 Wie wird man eigentlich...

174 KAOA

176 Wo willst du was studieren?

178 Ausbildungsbotschafter

180 Schulverweigerer verlieren Lebenschancen

182 Geld ist längst nicht alles

184 Auszubildene starten in eine neue Ära

185 Fachkräftebedarf in Südwestfalen

FIRMENPORTRAITS

12 FALKE

24 Sterne im Sauerland

27 Josefsheim Bigge

66 Zimmermann Haus

67 Trippe

70 Hans Müller GmbH

84 LWL Klinik Lippstadt

86 Maria-Hilf Krankenhaus Brilon

92 Sorpetaler Fensterbau

98 M. Busch

100 Franz Miederhoff

118 NP Germany

119 Olsberg GmbH

127 H&T Tool-Design

132 ITH Schraubtechnik

138 Briloner Leuchten

143 AUDAX

164 Spedition Häger

168 Gemeindeverband Mitte

ALLGEMEINES

03 Vorwort

04 Inhalt

186 Impressum

34 - WOLL Elternratgeber

2022


3

1Elternratgeber

selbst lesen

2Berufswunsch

mit Ihrem Kind

ausgiebig

besprechen

Anzeigen und

Firmenportraits

gemeinsam

studieren

BERUFSFELDER

BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG

64 Ausbildung zum Stuckateur

68 Ausbildung zum Geomatiker

ELEKTROTECHNIK

74 Ausbildung zum Elektroniker

PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION

78 Endlich kein Schulgeld mehr

80 Traumberuf Kinderkrankenpfleger

82 Mit Pferdestärke heilen

86 Pflege dual

88 Pflegen lernen im Sauerland

PRODUKTION UND FERTIGUNG

90 Lehre als Gießereimechaniker

94 Produktionstechnologe

96 "Mit dem Studium reift man extrem"

98 Zerspanungsmechaniker

100 Werkzeugmechaniker

111 Junge Menschen mit technischem

Interesse gesucht

118 Hight-Tech Produkte

119 Mittendrin sein - in jeder Hinsicht

124 "Wir wollten das schaffen"

METALL UND MASCHINENBAU

127 Sprungbrett Technik

128 Ein Paradebeispiel für Integration

132 ITH verbindet Karrieren

WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL

134 Ausbildung zum Industriekaufmann

138 Let your Talent shine - Briloner Leuchten

140 Von Beruf Polizistin

142 Sparen oder auf den Kopf hauen? Das erste Gehalt

143 Ausbildung in der Steuerkanzlei

144 Einzelhandel bietet glänzende Chancen

LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT

146 Hendrik wird Forstwirt

GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

150 Vielfältiges Lernen in Hotellerie und Gastronomie

NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

154 Die rechte Hand des Apothekers

KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

157 Studiengang Design- und Projektmanagement

COMPUTER UND IT

161 Ausbildung zum Informatiker

171 Ausbildung zum Gamedesigner

VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

162 Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik

164 Häger bewegt die Zukunft

SOZIALES UND PÄDAGOGIK

166 Hubertus Gossmann vom Berufskolleg in Soest

168 Ausbildung zum Erzieher

WOLL WOLL Elternratgeber Elternratgeber 2022 - 54


Adobe Stock

Rund 330 Ausbildungsberufe: Plädoyer für die duale Ausbildung

JUNGE MENSCHEN IN

AUSBILDUNG BRINGEN

Es

ist ein eindringliches Plädoyer: „Jeder

junge Mensch, der ohne Ausbildung bleibt,

ist einer zu viel. Unser Ziel ist es, deutlich

mehr junge Menschen in Ausbildung zu bringen“, sagte

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger

Ende letzten Jahres bei der Präsentation der Ausbildungsmarktbilanz

2021, die mit 473.100 neuen Verträgen

eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr

aufweist. Die Zahl der noch offenen Ausbildungsstellen

stieg aber um gut fünf Prozent auf 63.200. „Mich

besorgt, dass Betriebe weiterhin von Schwierigkeiten

bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen berichten“,

so die FDP-Ministerin, die selbst in einer Handwerker-Familie

in Bad Soden (Taunus) aufgewachsen ist.

In der Tat: Der Arbeitsmarkt ist - auch wenn Corona die

Tendenz abgeschwächt hat – aufnahmefähig wie seit Jahrzehnten

nicht. Das gilt auch und besonders für unsere

Region mit der starken industriellen und handwerklichen

Infrastruktur und über 100 Weltmarktführern. Allein der

Blick auf die Stellenangebote zeigt: Die Arbeitgeber buhlen

buchstäblich um Nachwuchs mit einer dualen Ausbildung.

Die Verhältnisse haben sich umgekehrt: Noch

vor rund 20 Jahren hatten es Schulabgänger schwer, einen

Ausbildungsplatz zu bekommen. Heute findet eine Vielzahl

an Betrieben keine Kandidaten mehr oder sie müssen

auf die „Wartebank“, ehe sie vor allem geeignete Bewerberinnen

und Bewerber finden. Die Folgen sind volkswirtschaftlich

groß: „Fehlende Auszubildende von heute sind

der Fachkräftemangel von morgen. Unser Land braucht

schon heute dringend mehr Fachkräfte“, betont die Bundesbildungsministerin.

„Ich kann jungen Menschen daher

nur raten, die Chance einer Ausbildung zu ergreifen.“

6 - WOLL Elternratgeber 2022


Foto: Adobe Stock_300103402

Paul Senske

Berufliche Orientierung hat die Schulen

lebensnäher gemacht

Mit diesem Appell ist Stark-Watzinger nicht allein. Unternehmensverbände,

Gewerkschaften, Handwerkskammern,

IHks, um nur einige Player zu nennen, nehmen

sich mit Nachdruck dieses Themas an. Das gilt auch für

die Schulen wie die in NRW mit der Initiative „Kein

Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf

(KAoA)“. Diese berufliche Orientierung hat die Schulen

lebendiger und vor allem lebensnäher gemacht.

Dennoch ist die Zahl der Schüler, die ein Studium beginnen,

weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Bundesinstitut

für Berufsbildung hatte vor Jahren einen wachsenden

Mangel an Azubis und einen deutlichen Überhang

an Akademikern prognostiziert. Auch wenn die Zahlen

schwanken und Prognosen eben nur „Prognosen“ sind: Im

Zeitraum 2020 - 2030, so das Institut, könnten rund vier

Millionen Arbeitsplätze der nicht-akademischen Fachkräfte

nicht wieder besetzt werden. Demgegenüber werde

der Bedarf an Akademikern weit übertroffen. Diese

Prognosen decken sich in etwa mit Schätzungen anderer

Institute und Einrichtungen. Eine mögliche Folge: Das

Wirtschaftswachstum könnte (dramatisch) einbrechen

mit Konsequenzen für den Standort Deutschland. Andreas

Rother, der Präsident der IHK Hellweg-Sauerland,

hatte zuletzt im WOLL-Interview klargestellt, „dass wir

in der Wirtschaft im Verhältnis einen Akademiker und

zehn Facharbeiter benötigen. Dabei machen 50 Prozent

der Jugendliche Abitur und studieren. Die Ausbildung

muss jungen Menschen auch Spaß machen.“

„Akademisierungswahn“

In der Wirtschaft wird zunehmend von einem „Akademisierungswahn“

gesprochen. Der Münchner Philosoph

WOLL Elternratgeber 2022 - 7


Julia Nida-Rümelin hatte schon vor Jahren darauf hingewiesen

und mit dieser Formulierung für Gesprächsstoff

gesorgt. Anders ausgedrückt: Die duale Ausbildung mit

immerhin rund 330 anerkannten Ausbildungsberufen hat

offensichtlich ein Imageproblem. Hintergrund ist eine -

so Bildungsexperten - lange einseitig geführte Bildungsdebatte:

Dabei geht es auch und besonders um Wertmaßstäbe:

„Heutzutage befinden sich viele Eltern in dem

Irrglauben, nur ein Studium sichere ihren Sprösslingen

eine gute Startposition ins Berufsleben“, hatte Dorothea

Siems, promovierte Volkswirtin und Chefökonomin der

„WELT“ in einem Beitrag Mitte 2018 geschrieben. „Fast

jedem zweiten jungen Erwachsenen steht die Hochschule

offen. Häufig allerdings folgt später der Realitätsschock.

Denn das Abitur bedeutet zwar eine Studienberechtigung,

aber anders als früher keineswegs immer auch die Studienbefähigung.“

Durch den Trend zum Studium habe die

klassische Ausbildung zunehmend an Ansehen verloren.

Festzustellen ist zudem, dass die Betriebe bei der Rekrutierung

der Auszubildenden nicht nur gegenüber den Universitäten

Probleme haben. Auch die Berufsfachschulen mit

ihrer meist dreijährigen Ausbildung des Nachwuchses zu

Pflegefachkräften oder Erziehern erfahren immer mehr an

Akzeptanz, der Fachkräftemangel in diesen vorwiegend

sozialen Berufen ist immens. Zudem geht auch die Akademisierung

besonders im Handwerkerbereich voran, ein

Bachelor-Abschluss ist eine nicht seltene Voraussetzung.

Extratipp zur Berufsfindung

„Wir wollen eine Exzellenzinitiative Berufliche

Bildung auf den Weg bringen“ (Bundesbildungsministerin

Bettina Stark-Watzinger)

„Das Studium ist keineswegs der einzige Weg.

Bildung hat viele Facetten“ (Dorothea Siems,

Chefkorrespondentin für Wirtschaft und Politik

der WELT)

Unabhängig von diesem Konkurrenzkampf ist und bleibt

die duale Ausbildung mit Schule und Berufspraxis ein

Erfolgsmodell. Sie gehört zu den Stärken des deutschen

Bildungssystems. Eine Folge, so Arbeitsmarktexperten, ist

die extrem niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Ein Vergleich:

Großbritannien mit zwei Spitzenuniversitäten, einer wesentlich

höheren Akademikerquote als Deutschland, hat

bei ähnlichen ökonomischen Bedingungen eine deutlich

höhere Jugendarbeitslosigkeit. Nicht nur im europäischen

Ausland zeichnet sich die Tendenz ab, das deutsche duale

Berufssystem zumindest in Grundzügen zu etablieren.

Ein wesentliches, insbesondere soziales Kriterium kommt

in der Bundesrepublik hinzu: Hier erhalten auch lernschwache

Jugendliche eine Chance. Viele Unternehmen

bereiten diese jungen Menschen u. a. durch Nachhilfekurse

auf die Lehrzeit vor. Auch Sozialarbeiter stehen bereit.

Die angehenden Lehrlinge werden in diesem Übergangssektor

für die Ausbildung vorbereitet. Insgesamt zeichnet

sich folgende Tendenz ab: Unternehmen begreifen sich

auch als Bildungsstätten mit lebenslangem Lernen in

Theorie und Praxis.

8 - WOLL Elternratgeber 2022


Auslandsaufenthalte bringen Vorteile, gerade vor dem

Hintergrund der Globalisierung, die auch den deutschen

Mittelstand zunehmend betrifft.

Viel diskutiert wird auch die Frage: Wer verdient später

mehr, ein Facharbeiter oder ein Akademiker? „Ein akademischer

Abschluss bietet keinesfalls die Gewähr dafür,

dass man später ein höheres Einkommen oder einen krisenfesteren

Beruf hat“, betont WELT-Chefökonomin Dorothea

Siems. „Ein Facharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie

verdient im Lauf der Jahre rund 55.000 Euro“,

sagt Dr. Volker Verch, Geschäftsführer des heimischen

Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte und spricht von

„auskömmlichen Einkommen“ in dieser Branche. Insgesamt

bleibt aber zu konstatieren, dass man mit einer akademischen

Ausbildung später in „höhere Positionen mit

entsprechendem Verdienst“ kommen kann. Auch die Einstiegsgehälter

sind in der Regel höher.

Foto: Adobe Stock_288563548

Was vielen Jugendlichen besonders gefüllt, ist die frühe

Einbindung der Praxis, in der sich gerade lernschwache

Azubis wohl fühlen. Die Schulexperten der Arnsberger

Bezirksregierung sind sich einig: Es gibt niemanden, der

nichts kann. Es gibt nur den individuellen Weg. Egbert

Neuhaus, Chef des Unternehmensverbandes Westfalen-

Mitte mit Sitz in Neheim und Hamm, bezeichnet die soziale

Verantwortung so: „Die soziale Herkunft darf kein

Kriterium sein.“

In der Politik hat man die Zeichen der Zeit erkannt: „Die

Bundesregierung wird ihren Beitrag leisten, dass sich mehr

Jugendliche für eine Ausbildung entscheiden“, erklärt Bundesbildungsministerin

Stark-Watzinger. „So wollen wir

eine Exzellenzinitiative Berufliche Bildung auf den Weg

bringen, um Ausbildung deutlich attraktiver zu machen.

Darüber hinaus wollen wir einen Pakt zur Stärkung und

Modernisierung berufsbildender Schulen auflegen und

die Berufsorientierung flächendeckend ausbauen.“ Mit der

Exzellenzinitiative sollen die besten Ideen zur Zukunft der

beruflichen Bildung mit hochrangigen Auszeichnungen

und mehrjährigen Zuschüssen gefördert werden.

Übrigens: 2005 war eine Exzellenzinitiative des Bundes

und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung

ins Leben gerufen worden. Das Studium als ein

Weg zu einer hohen beruflichen Qualifizierung. „Das

Studium ist aber keineswegs der einzige Weg“, erklärt Dorothea

Siems. „Bildung hat viele Facetten.“ Dazu gehört

auch die duale berufliche Ausbildung. ■

Ein starkes Kriterium beim Plädoyer für die duale berufliche

Ausbildung ist die Möglichkeit, sich weiterzubilden.

Die Berufsausbildung, in der die Jugendlichen schon früh

Geld verdienen, ist eine sehr gute Basis, um später die

Karriereleiter zu erklimmen. Es gibt viele Optionen. Auch

WOLL Elternratgeber 2022 - 9


WOLL WIRKT!

Matthias Koprek

Annkristin Brunnert wurde durch den WOLL Elternratgeber

auf den Ausbildungsbetrieb aufmerksam.

Als Annkristin von der Schule heimkehrt, zeigt

ihre Mutter ihr einen Artikel im WOLL Elternratgeber

Ausbildung + Karriere. Das Magazin

wurde bereits kurz nachdem der Postbote es ins

Haus gebracht hat, eifrig studiert. Annkristins Mutter

deutet auf einen Artikel, in dem Andrea Kemper von

ihrer Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin bei

IMI Hydronic Engineering in Erwitte berichtet. „Hier

kannst du dich doch auch mal bewerben!“ – mit diesen

Worten nahm alles seinen Lauf.

Ausbildung statt Abitur

Annkristin wusste da schon, was sie wollte. „Ich habe

versucht mein Abitur zu machen, in der 11. Klasse aber

festgestellt, dass das nichts für mich ist. Ich wollte eine

Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin machen und

eigenes Geld verdienen, da kam der Artikel gerade gelegen“,

erzählt sie.

Obwohl Annkristin da schon unzählige Bewerbungen geschrieben

hatte und durch ihren Abgang vom Gymnasium

spät dran war, klappte nach der Bewerbung bei IMI alles

wie am Schnürchen. Sie wurde zum Vorstellungsgespräch

eingeladen und hat am Einstellungstest teilgenommen.

Nach einem zweiten Gespräch erhielt sie die Zusage für

ihren Wunsch-Ausbildungsplatz. In den Sommerferien

machte sie vorab ein zweiwöchiges Praktikum und konnte

dabei bereits tiefer in ihr zukünftiges Tätigkeitsfeld eintauchen.

„Der Beruf der Zerspanungsmechanikerin ist ziemlich

deckungsgleich mit dem des Industriemechanikers. Man

lernt in der Ausbildung dasselbe. Nach der Ausbildung befassen

sich Zerspanungsmechaniker aber eher mit CNC-

Maschinen und müssen dafür auch Programme schreiben.

Das finde ich wirklich spannend und freue mich schon

darauf“, erklärt Annkristin.

„Ich will etwas mit meinen Händen schaffen“

Ihre Lieblingsbeschäftigung ist bisher das Drehen. „Ich

stehe vor einer riesengroßen Maschine, spanne dort mein

Metallteil in das Futter ein und starte die Maschine. Das

Teil dreht sich dann sehr schnell und ich kann es mit verschiedenen

Bearbeitungsstählen formen. Im Moment bin

ich dabei, einen Fernsehturm zu drehen“, beschreibt Annkristin

ihre Aufgabe in der Dreherei. „Mein Dreher kann

wirklich richtig gut erklären und hilft mir bei allen Schritten.

Das macht Spaß!“

Für Annkristin war klar: „Ich möchte nicht jeden Tag dasselbe

machen und etwas mit meinen Händen schaffen.“

Dank WOLL hat sie dafür nicht nur den richtigen Ausbildungsberuf,

sondern auch den passenden Ausbildungsbetrieb

gefunden. ■

10 - WOLL Elternratgeber 2022


Dauer Art Gehalt (rd.) Voraussetzug Status

Verwaltungswirt*in 2 Jahre Ausbildung 1.300 € Fachoberschulreife Beamte*r

Regierungsinspektor*in (LL.B.) 3 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r

Verwaltungsfachangestellte*r 3 Jahre Ausbildung 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r

Fachinformatiker*in 3 Jahre Ausbildung 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r

Verwaltungsinformatiker*in (B. A.) 3 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r

Verwaltungsinformatiker*in (B. Sc.) 4 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r

Vermessungstechniker*in 3 Jahre Ausbildung 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r

WOLL Elternratgeber 2022 - 11


12 - WOLL Elternratgeber 2022


WOLL Elternratgeber 2022 - 13


Berufs- und Ausbildungswahl

als Thema für die Schulpsychologie

„Den Jugendlichen Schritt für Schritt

in die Lage zu versetzen, selbst zu

entscheiden - darum geht es.“

Christel Zidi

Vanessa Schulte

Auch, wenn bei der Arbeit der Schulpsychologen

die Frage nach der Ausbildungswahl

nur selten im Mittelpunkt steht, haben sie

bei der Vorbereitung doch eine wichtige Funktion.

Dr. Jutta Padberg, seit 2014 Leiterin der Regionalen

Schulberatungsstelle für den Hochsauerlandkreis, hat

uns von ihren Erfahrungen berichtet.

„Schulpsychologische Beratung ist nicht Berufsberatung“,

stellt die Schulpsychologin denn auch gleich zu Beginn

klar. „Wir Schulpsychologen beraten gemeinsam mit

Lehrkräften und Eltern eher über Fragen wie: Wie können

Schülerinnen und Schüler gestärkt und unterstützt

werden? Wie können hilfreiche Bedingungen für eine

möglichst gesunde Entwicklung geschaffen werden? Wie

helfen wir jungen Menschen dabei, Lernmotivation beizubehalten

und die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters

zu bewältigen? Was braucht es, wenn der Prozess der

Berufsfindung in einer Sackgasse gelandet ist? Mit „wir“

schließt Dr. Jutta Padberg die Fachkräfte der Schulsozialarbeit

ein, die an vielen Schulen tätig sind und die die

Schüler nicht benoten müssen. In der Beratungsstelle steht

nur selten die konkrete Frage nach einer bestimmten Ausbildungswahl

im Mittelpunkt. „Hier sind andere Akteure

gefragt und auch näher an der Thematik. Schülerinnen

und Schüler finden in ihren Schulen in der Regel gute

Angebote und Ansprechpartner, z. B. auch die Koordinatorinnen

und Koordinatoren für Berufliche Orientierung,

die an jeder Schule benannt sind.“

14 - WOLL Elternratgeber 2022


„Lehrkräfte unterstützen Kinder und Jugendliche

darin, eine Art ‘Wissen über sich selbst’

zu gewinnen“

„Der schulische Unterstützungsbeitrag zur Berufswahl hat

sich in den vergangenen Jahren systematisch weiterentwickelt“,

so Dr. Padberg. „Das Ziel ‚Kein Abschluss ohne

Anschluss’ wird durch das landesweite Übergangssystem

Schule-Beruf flächendeckend verfolgt. Schüler aller Schulformen

und Schulen in NRW können somit durch Potentialanalysen,

Berufsfelderkundung und Praktika Schritt

für Schritt herausfinden, worin die eigenen Stärken und

Neigungen bestehen und in welchen Berufsbereich diese

Stärken möglicherweise besonders gut eingesetzt werden

können.“

Zunächst einmal geht es allerdings oft darum, die Lust

der Jugendlichen an der Berufsorientierung zu wecken

und ihre Berufswahlkompetenz zu fördern: „Lehrkräfte

unterstützen Kinder und Jugendliche auch unabhängig

von konkreten Berufswahlprojekten und schon früh im

schulischen Alltag durch persönliche, stärkenorientierte

Rückmeldungen darin, eine Art ‚Wissen über sich selbst’

zu gewinnen und zu erkennen, wo andere sie als kompetent

und bereichernd wahrnehmen.“

Damit sie dies später mit dem Wissen über bestimmte Berufe

zusammenbringen können, ist es wichtig, so die Schulpsychologin,

„dass die Jugendlichen sich als selbstwirksam

erleben, also grundsätzlich die Erfahrung machen,

handlungsfähig zu sein, gute Entscheidungen treffen und

auch mit kleinen Rückschlägen umgehen

zu können. Diese Erfahrungen

werden

Dr. Jutta Padberg ist Leiterin der Regionalen

Schulberatungsstelle für den Hochsauerlandkreis

gleichermaßen über Kindheit und Jugend hinweg

in Schule und Elternhaus gemacht.“ Grundsätzlich

ergänzen sich dabei zwei „Expertensysteme“:

„Lehrkräfte bringen ihr pädagogisches Wissen und ihre

Erfahrung mit vielen Jugendlichen in Gruppen- und

Leistungssituationen in die Begleitung der Schülerinnen

und Schüler ein. Zusammengeführt wird dies mit den

Beobachtungen und Einschätzungen der Eltern, die immer

Experten für ihr eigenes Kind sind. Beides zusammen

kann eine hilfreiche Ausgangsbasis für die Jugendlichen

sein, sich mit den nicht immer einfach zu überblickenden

Möglichkeiten auf dem Berufs- und Ausbildungsmarkt

auseinanderzusetzen.“

Eltern als „Expertinnen und Experten für ihr Kind“

Neben den schulischen Unterstützungsstrukturen und

Expertinnen kommt den Eltern der Jugendlichen als

„Experten für ihr Kind“ also eine besondere Bedeutung

zu. Sie sind in dieser Phase wichtige „Prozessbegleiter“ für

ihr Kind. „Das heißt, dass sie nicht die Entscheidung über

den geeigneten Beruf oder Ausbildungsplatz treffen, sondern

als Unterstützer ihrem Kind helfen, die Rahmenbedingungen

zu schaffen, die es braucht, um eine gute Entscheidung

treffen zu können“, so Jutta Padberg.

Diese Unterstützung kann sich z. B. auf den informationellen

Bereich beziehen (Woher kannst Du notwendige

Informationen bekommen? Wen könntest Du fragen?

Wie kannst Du mit Schwierigkeiten auf diesem Weg

umgehen?), aber auch ganz praktisch instrumentellermaterieller

Natur sein (Ich fahre Dich zum Praktikum,

helfe Dir dabei, Unterlagen zusammenzustellen, vermittle

Dir einen Kontakt usw.). „Nicht zu unterschätzen ist darüber

hinaus die emotionale Unterstützung durch die Eltern

(Zuhören, über Sorgen sprechen können und Verständnis

und Trost erfahren). Das gibt Jugendlichen

Sicherheit, ebenso wie die Rückmeldungen der Eltern

darüber, welche Stärke, Fähigkeiten und Bedürfnisse

sie bei ihrem Kind sehen. Die Erfahrung, dass ihre

Eltern ihnen die erfolgreiche Bewältigung der einzelnen

Schritte zutrauen und gleichzeitig quasi die

Leitplanken und manchmal den Anstoß dafür liefern,

dass der Prozess weiter vorangeht, hilft. Den

Jugendlichen Schritt für Schritt in die Lage zu versetzen,

selbst zu entscheiden, darum geht es.“

WOLL Elternratgeber 2022 - 15


„Nicht zu unterschätzen ist die

emotionale Unterstützung der Eltern“

(Dr. Jutta Padberg)

„Der Druck, die beste Entscheidung treffen zu

müssen, kann Unsicherheit auslösen“

Eltern sind also wichtige Akteure in diesen Fragen. Dr.

Padberg weiß, dass das Thema Berufswahl auch häufig

eher von den Eltern als von den Jugendlichen angestoßen

wird. Und zwar meistens dann, wenn die Kinder 14 bis 15

Jahre alt sind: „Für viele Jugendliche scheint das Berufsleben

dann noch weit entfernt zu sein. Die nächste Klassenarbeit

ist konkret und drängend, die Frage, welchen der

vielen potenziell zur Auswahl stehenden Berufe man in einigen

Jahren oder einem Jahr ergreifen möchte, erscheint

unkonkreter und schwerer zu greifen zu sein. Insbesondere

dann, wenn viele Optionen offen zu stehen scheinen, kann

der Druck, „die beste Entscheidung“ treffen zu müssen,

Unsicherheit auslösen. Oft ist auch die Selbsteinschätzung

darüber schwierig, welcher Beruf wirklich zu einem passt.

Allerdings können wir hierbei nicht von „den“ Jugendlichen

allgemein sprechen, denn unterschiedliche Jugendliche

gehen den Prozess der

Berufswahl selbstverständlich

auch unterschiedlich an. Studien zu

den Lebenswelten von Jugendlichen (wie die Sinus-Studie,

2020) zeigen aber, dass es der Mehrzahl der Jugendlichen

wichtig ist, einen Beruf zu haben, der Spaß macht und

abgesicherte Lebensverhältnisse sowie Gesundheit und

die Vereinbarkeit mit dem Privatleben ermöglicht – das

ist den meisten Jugendlichen heute wichtiger als Status,

Erfolg und Aufstieg. ■

Die Beratungsstelle steht in gemeinsamer Trägerschaft

von Land NRW und Hochsauerlandkreis,

derzeit versorgen vier Schulpsycholog:innen

und eine Lehrkraft alle Schulformen und Schulen

im HSK

Zeit, das Richtige zu tun.

Beim Bundesfreiwilligendienst haben alle die Chance, das Richtige zu tun:

für Kinder und Jugendliche, für Flüchtlinge, Senioren, Menschen mit

Behinderung, für Kultur, Sport, Integration und Umweltschutz.

Seien Sie dabei!

www.bundesfreiwilligendienst.de

16 - WOLL Elternratgeber 2022


„HANDWERK

IST MEIN

DING“

Eltern: Akademiker

Sohn: Handwerker

Sabina Butz

Tom Linke

F

elix Wildermann, 17 Jahre

alt, im zweiten Lehrjahr

Auszubildender zum Anlagemechaniker

für Sanitär-, Heizungs-

und Klimatechnik strahlt

und wiederholt gern seine Aussage:

„Handwerk ist mein Ding“. Man

nimmt es dem Sohn einer Lehrerin

und eines Mitarbeiters des größten

deutschen Bildungsunternehmens,

ebenfalls studierter Lehrer, gern

ab, zumal er offen und voller Engagement

berichtet, wie es dazu kam:

„Schon als Kind habe ich gern gebastelt

und mich handwerklich beschäftigt,

später am PC getüftelt und

für IT interessiert. Meine Eltern fanden

das erstaunlich, weil sie selber eher

keine Tüftler und nicht hand werklich

interessiert sind. Sie haben mich immer

unterstützt und mir das Gefühl

gegeben, meine Neigungen und

Vorlieben seien etwas Wunderbares.

Meine Eltern haben mir vorge lebt,

dass Handwerk und akademische Bildung

keine Gegensätze, sondern eine

sich ergänzende Einheit bilden. Eine

Wertung oder gar Abwertung des

einen oder anderen Berufszweiges ist

mir bis heute fremd!“

Die beste Ausbildung für Kinder

muss nicht die Ausbildung der

Eltern widerspiegeln

Diese Einstellung scheint nicht mit

der Statistik deutscher Berufsausbildungen

zu korrespondieren: Insgesamt

gibt es 2021 ca. 2,94 Millionen

Studierende in Deutschland und rund

363.000 Auszubildende im Handwerk.

Das Verhältnis von Studenten aus

akademischen und nicht akademischen

Elternhäusern nähert sich erfreulicherweise

an. Aber die zugrunde

liegenden Zahlen relativieren diese

gute Nachricht, denn von 100 Grundschulkindern

nichtakademischer Familien

nehmen nur 21 ein Studium auf,

bei den Kindern aus akademischen

Familien sind es 74. Die Gründe sollen

hier nicht diskutiert werden, aber

es gilt als sicher, dass die familiäre Herkunft

immer noch über den Bildungsweg

mitentscheidet.

WOLL Elternratgeber 2022 - 17


Anne und Tobias Wildermann mit ihrem Sohn Felix

Es ist also überwiegend so, dass ein

Kind, dessen Eltern eine akademische

Ausbildung abgeschlossen haben, eher

eine Hochschulausbildung anstrebt,

während ein Kind aus einer nicht

akademischen Familie eher eine entsprechende

z. B. handwerkliche Ausbildung

wählt.

Unser Bildungssystem ist vielfältig

und immer nach oben offen

Vater Tobias Wildermann ergänzt:

„Unser Bildungssystem ist extrem

vielfältig und immer für weitere Bildungsmöglichkeiten

offen. Niemand

muss sich in jungen Jahren auf einen

Beruf festlegen und den dann für

den Rest seines Lebens ausüben. Ein

Ausbildungsberuf steht doch nicht

in Konkurrenz zu einem Studium,

sondern ist einfach eine Option von

vielen, die leider viel zu selten genutzt

wird. Deshalb ist es wichtig, einen jungen

Menschen bei seiner Berufs- bzw.

Ausbildungs wahl zu begleiten und zu

unterstützen, ohne ihn mit den eigenen

Wunschvorstellungen unter

Druck zu setzen.“

Mutter Anne Wildermann sieht das

ganz ähnlich: „Für uns war es wichtig,

Felix bei seiner Ausbildungswahl mit

Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir

haben ihn ermutigt, so viele Einblicke

in verschiedene Berufe zu nehmen,

wie irgend möglich. Praktika und

Schnuppertage in den verschiedensten

Bereichen sind der beste Weg,

herauszufinden, wo man hinmöchte.

Die Entscheidungen hat Felix aber

allein getroffen, und darauf sind wir

auch ein wenig stolz.“

Ein erstaunlich reifer und verantwortungsbewusster

junger Mann

Sohn Felix bestätigt die Aussagen

seiner Eltern: „Bei mir ist schon mit

14 Jahren die Entscheidung für eine

hand werkliche Ausbildung gefallen,

die ich mit 16 begonnen habe.

Besonders hilfreich ist:

www.karriere-hier.de

Extratipp von Felix:

Macht so früh wie möglich verschiedene

Praktika und sammelt

alle Zertifikate und Vereinsbescheinigungen.

Sie helfen bei der

Bewerbung!

In meinem Betrieb fühle ich mich

ausgesprochen wohl. Besonders die

wöchentlich wechselnde Teamarbeit

gefällt mir gut. Auch in die Berufsschule

gehe ich gern. Unter 17

Azubi-Kollegen, die alle etwas lernen

wollen, herrscht ein ganz anderer

Ton und eine verantwortungsvollere

Arbeitseinstellung als auf der

Regelschule. Wir wissen, was wir wollen,

und dann macht das Lernen auf

einmal richtig Spaß.“

18 - WOLL Elternratgeber 2022


1. APRIL

1. AUGUST

1.OKTOBER

KARRIERESTART

IM KLINIKUM

WIR SUCHEN AUSZUBILDENDE

Nebenbei engagiert sich Felix in der Freiwilligen Feuerwehr,

ein Hobby, das zu diesem zielstrebigen und erwachsenen

jungen Mann passt.

„Das ist doch Unsinn“

Von negativen Reaktionen im sozialen Umfeld wissen weder

Vater, Mutter noch Sohn zu berichten: Tobias Wildermann:

„Das ist doch Unsinn. Es geht doch um die Zukunft unseres

Sohnes und nicht um ein vermeintliches Sozialprestige

akademisch gebildeter Eltern.“ Seine Frau assistiert: „Zum

Glück haben wir so etwas überhaupt nicht erlebt, und das

ist gut so.“

Reden, reden, reden

Tipps für Eltern und Jugendliche auf der Suche nach einem

Ausbildungsplatz:

Reden, reden, reden, herausfiltern, was den jungen Menschen

tatsächlich interessieren könnte. Ihm immer die

Entscheidung überlassen, konstant an seiner Seite stehen.

Felix Wildermann: „Wichtig ist, jede, wirklich jede Gelegenheit

zum Kennenlernen eines Berufs wahrzunehmen.

Heute gibt es so viele Angebote, man muss sie nur finden

(siehe Infokasten) und dann mutig loslegen.“ ■

Ausbildung zum Pflegefachmann/

zur Pflegefachfrau (m/w/d) in Voll- und Teilzeit

Was bringst Du mit?

• Du hast die Fachoberschulreife oder eine sonstige

zehnjährige allgemeine Schulbildung

• Den richtigen Mix aus Teamgeist, Flexibilität, Empathie

und Offenheit im Umgang mit unseren Patient:innen

• Du bist mobil, um die Standorte erreichen zu können

Was erwartet Dich bei uns?

• Du arbeitest mit Menschen, daher ist kein Tag wie der

andere. Zudem übernimmst Du unterschiedliche Aufgaben

– von der Pflege über medizinische Tätigkeiten bis

hin zu sozialen Interaktionen

• Teamwork ist in der Pflege unverzichtbar. Du arbeitest

mit Deinen Patient:innen, Kolleg:innen, Gesundheitsexpert:innen

eng zusammen

• Du lernst die vielfältigen Aufgabenfelder des Pflegeberufs

kennen, arbeitest mit modernster Pflege und Medizin

• Wir bieten Dir einen sicheren Arbeitsplatz mit hoher

Übernahmechance im Anschluss an Deine Ausbildung

Ausbildungsvergütung Pflege in Vollzeit: 1.190,69 €

(1. Ausbildungsjahr), 1.252,07 € (2. Ausbildungsjahr)

1.353,38 € (3. Ausbildungsjahr)

• Wir bieten Dir zahlreiche Benefits (Details über QR-Code)

Bitte bewirb Dich online

unter www.klinikumhochsauerland.de/jobs

oder per E-Mail an:

Welche Perspektiven gibt es für Dich?

Wenn Du höher hinaus willst, stehen Dir viele Möglichkeiten

offen. So unterstützen wir die Ziele unserer Auszubildenden

und fördern mit umfassenden Fort- und Weiterbildungmöglichkeiten.

NEU ist das Studium Pflege B.A. am FOM Hochschulzentrum

in Arnsberg. Das Studium kann ausbildungsund

berufsbegleitend erfolgen und dauert (bei Anrechnung

der Ausbildung) 5 Semester. Ein Start ist nach dem ersten

Ausbildungsjahr oder im Anschluss

an die abgeschlossene

Ausbildung möglich. Bei geeigneter

Qualifikation bieten wir Dir

ein Stipendium.

Ansprechpartnerin

Frau Anna Wiese

Personalentwicklung

02932 980-248140

A.Wiese@klinikumhochsauerland.de

Zum 1.8. und 1.10. startet zusätzlich die einjährige

Ausbildung zur Pflegefachassistenz! Weitere Infos

findest Du auf unserer Homepage!

Alle Infos: www.klinikum-hochsauerland.de/karriere

WOLL Elternratgeber 2022 - 19


Podcast „Orientierbar“ des Netzwerks Karriere-hier

IN GEDANKEN SCHON

EINEN SCHRITT VORAUS

Ganz im Hier und Jetzt zu sein, unbeschwert den Augenblick genießen – das hört

sich verlockend an. Und ist meistens auch durchaus sinnvoll. Gedanken an die

Zukunft, speziell an die berufliche Zukunft, sind hingegen oft schwer. Vor allen

Dingen, weil sie besonders für junge Menschen - noch - mit Ungewissheit verbunden

sind.

Wenn es um die berufliche

Entscheidungsfindung

geht,

kann der Podcast

„Orientierbar“, der

am 15.03.2021 an

den Start gegangen ist,

weiterhelfen. Azubis, Ausbilder,

Lehrer und viele weitere

Experten aus der Praxis

zeigen Wege in die Karriere

auf und beantworten Fragen,

auch für die engsten Begleiter.

Authentisch, echt und ausführlich

werden in kurzen,

spannenden Folgen sämtliche

Themen rund um Beruf, Bewerbung

und Azubi-Alltag hörbar gemacht. Aktuell gibt es

im Podcast 18 Folgen. Gedanklich einen Schritt voraus zu

sein, hilft bei der Entscheidungsfindung. Denn wer sich für

einen Beruf entscheidet, denkt nicht nur an die nächsten

drei Jahre, sondern auch an die Zeit nach der Ausbildung.

Da kommen Fragen auf wie:

• Welche Möglichkeiten bieten sich mir mit meinen neu

erworbenen Fähigkeiten?

• Welche Perspektiven und erfolgreichen Karrierewege gibt

es in der Region?

• Kann ich mich auch selbständig machen?

Nehmen wir nur einmal das Thema Selbstständigkeit. Wie

alt muss ein Firmenchef sein? Mindestens Ende Zwanzig,

wahrscheinlich noch älter. Nach der Ausbildung direkt in

die Selbständigkeit zu gehen? Für diesen Schritt muss man

kein Träumer sein, sondern eher realistisch mit klaren Zielen.

In Folge 13 - „Nach der Ausbildung geht´s selbständig

weiter“ - unterhalten sich zwei junge Sauerländer mit Ines

Holtmann darüber, wie sie diesen Weg erfolgreich gehen

konnten: Christian Schulte vom Hofladen Sauerland in

Arnsberg und Niklas Fleischhauer von der Alleslöser Eventagentur

aus Sundern. In dieser Folge geht es auch darum,

welche Inhalte der Ausbildung für die jungen Gründer

hilfreich waren. Und ob es wirklich stimmt, dass man als

Selbstständige:r selbst und ständig arbeiten muss. Neu ist

die Rubrik: ElternFragen (Folge 16 und 17) Hier gibt es

die Möglichkeit, interaktiv Fragen zu stellen, die dann in

einer der nächsten Folgen von Experten des Netzwerks beantwortet

werden. -> www.karriere-hier/elternfragen

Mit dem Podcast geht es gemeinsam den „Schritt voraus“.

„Orientierbar“ gibt Hilfestellung und Orientierung auf dem

Weg in die berufliche Zukunft. In dem Podcast gibt es für

Schüler/-innen sowie deren Begleitern (Eltern, Lehrkräfte

etc.) Informationen und Spannendes live aus der Praxis

rund um die Themen Berufsorientierung und Übergang

Schule/Ausbildung. Auf der Website www.karriere-hier.de

gibt es zudem Informationen über Ausbildungsbetriebe in

der Region Hellweg-Sauerland und welche vielfältigen und

zukunftsorientierte Chancen diese für einen erfolgreichen

Karrierestart bieten.

Der Podcast ist bei allen Podcastern verfügbar und seit

neustem auch auf den regionalen Podcastern Lopodio Soest

und Lopodio HSK verfügbar. ■

20 - WOLL Elternratgeber 2022


BERUFSORIENTIERUNG HÖRBAR GUT

FÜR ELTERN, LEHRKRÄFTE & SCHÜLER/-INNEN

Überall wo es

Podcasts gibt

oder auf karriere-hier.de

Fotoquelle:

pixabay.com 3718534

OrientierBar

Beruf.Leben.Zukunft

13 : 10 - 09 : 21

ZukunftsChancen | ElternFragen | SchulPraxis

AzubiAlltag | BewerbungsTipps | KarriereWege

EINE INITIATIVE DES AUSBILDUNGSKONSENS HELLWEG-SAUERLAND

WOLL Elternratgeber 2022 - 21


Anzeige

TOP AUSBILDUNG OHNE UMWEGE

– STUDIEREN VOR DER HAUSTÜR

Fachhochschule Südwestfalen

Ein Hochschulstudium erhöht die Chancen auf bessere

Verdienst- und Karrieremöglichkeiten. Angesichts

der wachsenden Wohnungsnot in Großstädten und

steigenden Lebenshaltungskosten scheitern aber viele Berufsträume

bereits an der Studienfinanzierung. Dabei ist ein

„teures Pflaster“ kein Garant für eine gute Ausbildung – und

die gibt es schließlich auch ganz in der Nähe, zum Beispiel an

der Fachhochschule Südwestfalen. Allein am Standort Soest

sind 27 Studiengänge studierbar. Von Agrarwirtschaft über

Frühpädagogik, Designmanagement und Wirtschaft bis hin

zu Technik ist für (fast) jeden etwas dabei. Anders als eine

klassische Universität, legt die Fachhochschule größten Wert

auf ein praxisnahes und anwendungsorientiertes Studium.

So geht es schon in der Lehre um „echte“ Aufgaben aus der

Praxis. Das schafft viele Berührungspunkte mit Unternehmen

in der Region und kann Türen für spätere Jobs öffnen.

Die Wege sind kurz – das gilt für die tägliche Anreise zur FH

ebenso wie für den „kurzen Draht“ zum Prof.

Solide Spezialisten und hippe Allrounder

Zu den Klassikern zählen Bachelorstudiengänge wie Agrarwirtschaft,

Elektrotechnik und Maschinenbau. Vor allem

mit Blick auf technische und naturwissenschaftliche Inhalte

stellen sich Interessierte oft die bange Frage: „Muss ich dafür

Mathe und Physik auf Leistungskursniveau draufhaben?“

Die klare Antwort lautet: Nein! Natürlich ist das Studium

anspruchsvoll und eine kontinuierliche Lernbereitschaft von

Anfang an mehr als empfehlenswert, aber die Aufgaben sind

weniger theoretisch und mehr anwendungsbezogen. Wenn

es doch mal hakt, Studi-Coaches und Mitarbeiter*innen in

den Lernzentren verhelfen geduldig zum fachlichen und organisatorischen

Durchblick.

Wer lieber „irgendwas mit Wirtschaft“ studieren möchte, für

den sind so genannte Schnittstellen-Studiengänge interessant.

Design- und Projektmanagement beispielsweise kombiniert

Design mit Wirtschaft und Technik und versetzt

Absolvent*innen in die Lage, als „Allrounder“ im Unternehmen

zwischen den einzelnen Disziplinen zu vermitteln.

Wirtschaftsingenieurwesen ist die Fusion aus Wirtschaft

und Technik. Wirtschaftsingenieur*innen besitzen das

Know-how, Antworten auf die alltäglichen Herausforderungen

zu finden und haben damit sehr gute Aussichten auf

Jobs in nahezu allen Branchen.

22 - WOLL Elternratgeber 2022


Experimental, international, digital

Technik und Naturwissenschaften sind faszinierend,

vielfältig und elementar wichtige Basis, um Lösungen

für die größten Aufgaben unserer Zeit wie den Klimawandel

oder die Energiewende zu finden. Begeisterungsfähig

sind Kinder durchaus schon im KiTa-Alter. Daher vermittelt

der Bachelorstudiengang Frühpädagogik zusätzlich

zu den pädagogischen Inhalten Bildungselemente aus dem

MINT-Bereich.

Business Administration with Informatics kann für Studierende

der Eintritt in die internationale Arbeitswelt sein.

Dabei geht es um die Grundlagenausbildung in Wirtschaftswissenschaften

in Verbindung mit angewandter Informationstechnologie.

Das Besondere: Hier lernen und

arbeiten Studierende aus gut 60 Nationen gemeinsam.

Unterrichtssprache ist 100 % Englisch.

Noch ganz neu im Angebot ist der Bachelorstudiengang

Digitale Technologien. Hier liegt der Fokus auf den

Informatik- und IT-Themen der Zukunft, kombiniert mit

Ingenieurwissen aus den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau.

Die Digitalisierung betrifft nahezu alle Lebensbereiche,

das Wissen über digitale Technologien zählt also

zu den wichtigsten Kompetenzen des 21. Jahrhunderts.

Kleine Hürden, vielfältige Möglichkeiten

Alle Bachelorstudiengänge in Soest sind zulassungsfrei

(ohne NC), für Design- und Projektmanagement ist allerdings

die erfolgreiche Teilnahme am künstlerisch-kreativen

Eignungsfeststellungsverfahren Voraussetzung. Frühpäda-

Fachgebiete mit 18 Bachelorund

9 Master-Studiengängen

• Agrarwirtschaft

• Designmanagement- und Produktentwicklung

• Informatik und Digitalisierung

• Pädagogik und Psychologie

• Technik und Ingenieurwesen

• Umwelt und Nachhaltigkeit

• Wirtschaft und Recht

gogik und Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau sind

berufsbegleitend studierbar – sehr attraktiv für Studieninteressierte,

die bereits eine Ausbildung absolviert haben. Elektrotechnik,

Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und

Digitale Technologien sind auch dual studierbar. Für alle,

die noch zwischen beruflicher Ausbildung und Fachhochschulstudium

schwanken, ist dies ein optimales Modell.

Denn parallel zum Studium sind eine Ausbildung oder umfangreiche

Praxisphasen im Unternehmen möglich.

Für jene, die nach dem Bachelor mehr wollen: In allen

Fachgebieten sind nahtlos im Anschluss vertiefende

Masterstudiengänge möglich, die meisten davon berufsbegleitend.


Das Team der Allgemeinen Studienberatung

hilft Ihnen gerne weiter.

Per Mail an:

studienberatung@fh-swf.de

Per Telefon: 02371 566 538 oder 02331 9330 6256

Fragen zum dualen Studium Soest

beantwortet Yvonne Fuchs.

Per Mail an:

fuchs.yvonne@fh-swf.de

Per Telefon: 02921 - 378 3344

www.fh-swf.de/cms/dual

http://www.fh-swf.de/cms/campus-so

Fachhochschule Südwestfalen

Lübecker Ring 2 . 59494 Soest

WOLL Elternratgeber 2022 - 23


Anzeige

„Die Sterne im Sauerland“

bewerben sich als TOP-Ausbildungsbetriebe

GASTFREUNDSCHAFT

IM SAUERLAND

Sonja Nürnberger

sabrinity

Arbeiten und leben, wo andere ihren Urlaub

verbringen – warum also nicht direkt „vor der

Haustür“ seinen Beruf erlernen? Die Hotels

der „Sterne im Sauerland“ sind erfahrende Ausbildungsbetriebe.

Der Zusammenschluss aus acht familiengeführten

4- und 5-Sterne-Hotels, die seit Generationen

die Hotellerie und Gastronomie lieben und

leben, tragen seit Jahrzehnten zum Wohlbefinden vieler

Menschen bei: „Wir sind Glücklichmacher!“ ist das

Motto ihrer Arbeit.

Langeweile ist hierbei ein Fremdwort – ganz egal, um

welchen der Ausbildungsberufe es geht. Im Hotel ist kein

Tag wie der andere. Neue, spannende Menschen kommen

und gehen. Und mit ihnen interessante und abwechslungsreiche

Aufgaben. Durch diese große Vielfalt entwickelt sich

ganz nebenbei die eigene Persönlichkeit und die Lebenserfahrung

im Umgang mit Menschen und Situationen. Alle

Mitarbeitenden der Häuser sind Teil der „Hotel-Großfamilie“,

Respekt und Wertschätzung gehören zur Arbeitskultur.

Das starke Wir-Gefühl im Zusammenspiel der

Hotelteams motiviert jeden Tag aufs Neue. Möglichkeiten

zur Weiterbildung und zur persönlichen Entfaltung eröffnen

immer neue Perspektiven. Und auch nach der Ausbildung

bieten sich interessante Perspektiven in diesen Betrieben

mit Zukunft.

Als DEHOGA-zertifizierte „TOP-Ausbildungsbetriebe“

stehen in allen Abteilungen erfahrene Ausbilderinnen und

24 - WOLL Elternratgeber 2022


Rahmenbedingungen

Mit der Entscheidung für einen Ausbildungsbetrieb wird

der Grundstein für den beruflichen Werdegang gelegt.

Die zwei- bzw. dreijährige duale Ausbildung besteht aus

der praktischen Berufsausbildung im Hotel sowie dem

schulischen Teil mit wöchentlich ein bzw. zwei Schultagen

in einem Berufskolleg, z.B. in Meschede.

Ausbildungsvergütung:1. Jahr € 1.000

2. Jahr € 1.100

3. Jahr € 1.200

nach Ausbildung ab ca. € 2.350

Ausbilder zur Seite, die auch bei der Prüfungsvorbereitung

intensiv unterstützen. Regelmäßige Inhouse-Schulungen

und gemeinsame Ausflüge zu Lieferanten erlauben einen

noch umfassenderen Einblick in den Hotelbetrieb. Beim

jährlichen Azubi-Austausch sogar in den eines anderen

„Sterne“-Hotels.

Arbeiten im Hotel ist Arbeiten mit Herz und Verstand.

Praktisch und nah am Menschen – eine Arbeit mit Sinn.

„Die Sterne im Sauerland“ bieten die Basis für eine

TOP-Ausbildung, die die Türen zu TOP-Hotels in der

ganzen Welt öffnen wird.

Weitere Infos und Kontakt:

www.die-sterne-im-sauerland.de/jobs/duale-berufsausbildung

ausbildung@die-sterne-im-sauerland.de ■

Ausbildungsberufe

2-jährige Ausbildung

· Fachkraft Küche (m/w/d)

· Fachkraft für Gastronomie (m/w/d)

3-jährige Ausbildung

· Koch (m/w/d)

· Fachkraft für Restaurants

und Veranstaltungsgastronomie (m/w/d)

· Hotelfachmann (m/w/d)

· Kaufmann für Hotelmanagement (m/w/d)

Weitere Ausbildungsberufe für Abiturient:innen sowie

in spezifischen Sparten (z. B. Fitness, Kosmetik) siehe

www.die-sterne-im-sauerland.de/jobs/ausbildungsberufe

„Sterne“-Ausbildungsbetriebe

Landhotel Gasthof Schütte, Schmallenberg-Oberkirchen

Hotel Deimann, Schmallenberg-Winkhausen

DIEDIRCH Wellnesshotel & SPA – Adults only, Hallenberg

Romantik Landhotel Knippschild, Rüthen-Kallenhardt

Romantik Hotel Haus Platte, Attendorn-Niederhelden

Hotel Rimberg, Schmallenberg-Rimberg

Hotel Jagdhaus Wiese, Schmallenberg-Jagdhaus

Waldhaus Ohlenbach, Schmallenberg-Ohlenbach

WOLL Elternratgeber 2022 - 25


Dustin Rapćan steuert im ersten

Ausbildungsjahr eine Werbekampagne

Andreas Melliwa

sabrinity

AZUBI FÜR AZUBIS

Der Briloner Kunststoff-

Verarbeiter NP Germany

steht in vielen Dingen

für ein typisches Sauerländer

Unternehmen: Hightech-Produkte,

heimatverbundene Mitarbeiter

und flache Hierarchien. Bei NP

Germany ist der Weg zwischen Management

und Auszubildenden allerdings

besonders kurz: Bereits im

ersten Ausbildungsjahr darf Dustin

Rapćan selbstständig eine Anzeigenkampagne

planen und entwerfen:

Gesucht werden junge Frauen und

Männer, die eine Ausbildung in

„seinem Betrieb“ machen möchten.

Der 23-jährige aus Kallenhardt absolviert

seit August vergangenen Jahres

bei NP Germany eine Lehre zum Industriekaufmann.

Er zuckte erstmal

zusammen, als NP-Personalmanagerin

Seda Yüksel im Frühjahr auf ihn

zukam, mit der Bitte, eine Werbekampagne

für Ausbildungsplätze zu

entwerfen. „Er kann sich am besten in

die Jugendlichen reinversetzen“, sagt

die ebenfalls junge Manager. „Wir

wollen außerdem unsere Azubis nicht

nur über die Schulter blicken lassen,

sondern aktiv mit einbeziehen.“

Suche nach dem

besten Werbeträger

Zunächst ging’s darum, sprachlich

ganz nah an die Zielgruppe ranzukommen.

„Da war schnell klar, dass

wir das „Du“ in der Anzeige nutzen“,

erinnert sich Dustin an die ersten Besprechungen

mit Seda Yüksel, „zumal

sich auch bei uns im Unternehmen

die Duz-Kultur immer stärker

durchsetzt“. Dann analysierte Dustin

die verschiedenen Medien, verglich

Kosten, Preise und optimale Verbreitung

in der Region. „Da hat sich

das WOLL-Magazin deutlich an die

Spitze gesetzt, und nach meiner Präsentation

hat sich die Geschäftsleitung

dann auch entsprechend dafür

entschieden“, sagt Dustin nicht ohne

Stolz. Es soll nicht der letzte Schritt

auf seiner Karriereleiter sein: Ein Jahr

im Ausland ist ebenso geplant wie ein

anschließendes Studium. Möglichst

in Meschede oder Paderborn – im

Dunstkreis „seines“ Briloner Unternehmens

eben… ■

26 - WOLL Elternratgeber 2022


SINNSTIFTENDE AUSBILDUNG

IM BEREICH INKLUSION

Ausbildung in der Eingliederungshilfe

mit besonderen Menschen macht glücklich

Britta Melgert

sabrinity

Anzeige

E

ine gute Perspektive im

Rahmen der Arbeit mit behinderten

Menschen und zudem

ein strategischer Karriereaufbau

– für viele Menschen klingt diese

Kombination ideal. Soziales Engagement

im Bereich Inklusion ist enorm

wichtig, wird wertgeschätzt und gibt

einem persönlich sehr viel. In der Josefsheim

gGmbH, die zur bundesweit

agierenden JG-Gruppe gehört, haben

junge Menschen an den Standorten

Olsberg-Bigge, Sundern und Lipperode

eine Chance auf vielfältige Ausbildung

in verschiedenen Bereichen.

Wir unterhielten uns über dieses Thema

mit Nadja Kohlwey, Leiterin des

Josefsheim-Personalmanagemts.

Woll: „Frau Kohlwey, welche Berufe

werden aktuell beim Josefsheim ausgebildet?“

Kohlwey: „Wir bieten sowohl die

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger

(m/w/d) als auch zum Erzieher

(m/w/d) an. Auch ein Duales Studium

im Fachbereich Soziales, Pädagogik,

Gesundheit oder Rehabilitation ist bei

uns möglich. Alternativ bieten wir individuell

beginnende Praktika oder die

Mitarbeit während eines Freiwilligen

Sozialen Jahres bzw. im Bundesfreiwilligendienst

an, um Einblicke in die

alltäglichen Aufgaben verschiedener

Berufe aus dem Sozial- und Gesundheitswesen

zu erhalten.“

Woll: „Worin sehen Sie die Besonderheit

der Ausbildung im Josefsheim?“

Kohlwey: „Unsere Mitarbeiter, natürlich

auch die Auszubildenden, begrüßen

die Möglichkeit der beruflichen

Begleitung von Menschen mit Behinderung

in ein selbstbestimmtes Leben und

zugleich unser Motto „Im Mittelpunkt

der Mensch“ mitzutragen. Umfassende

Fort- und Weiterbildungsaussichten

nach der eventuellen späteren Übernahme

in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

sind weitere Vorteile. Nicht zuletzt

möchte ich die faire Entlohnung nebst

Zusatzleistungen sowie das kollegiale

Miteinander in motivierten Teams erwähnen.“

Woll: „Welche Fähigkeiten und

Kenntnisse sollte ein junger Mensch

für eine dieser Ausbildungen mitbringen?“

Kohlwey: „Ein freundliches Auftreten

und gute Umgangsformen sind für

uns elementar, daneben Offenheit und

Freude am Umgang mit Menschen.

PC-Grundkenntnisse, große Lernbereitschaft

und Motivation sind grundsätzlich

wichtig für jede Berufsausbildung,

so auch bei uns. Es ist aber auch

die erforderliche Bereitschaft zu an den

Bedürfnissen angepasste Arbeitszeiten

von Bedeutung.“

Woll: „Kommt eine Ausbildung

im Josefsheim nur für Schulabgänger

infrage?“

Kohlwey: „Aber nein. Als moderner

Dienstleister der Eingliederungshilfe

richtet sich das Josefsheim mit seinem

Angebot bewusst auch an junge Menschen,

die bereits eine andere, unbefrie-

digende Ausbildung begonnen haben

oder die zunächst Berufserfahrung im

Rahmen einer Nebentätigkeit während

des Abiturs oder des Studiums suchen.“

WOLL: „Wo erhalten Interessierte

mehr Informationen?“

Kohlwey: „Eine ausführliche Beschreibung

unseres Ausbildungs-Angebots

findet man auf unserer Homepage.

Auch ein direkter Kontakt zu unserer

Ausbildungskoordinatorin Andrea Asshauer

ist möglich. Egal, um welche Art

der Ausbildung es geht, wir freuen uns

darauf, interessierte junge Menschen

kennenzulernen und für das Josefsheim

zu begeistern.“ ■

JETZT INFORMIEREN

Andrea Asshauer,

Josefsheim-Ausbildungskoordinatorin

ist

Ansprechpartnerin für

interessierte Schüler,

Studenten, Eltern oder

Lehrer.

☎ 02962 800-2080

✉ a.asshauer@josefsheim-bigge.de

josefsheim-bigge.de

josefsheim-bigge.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 27


Hendrik Schmitt: Handwerk bietet

„tolle Angebote mit neuen Herausforderungen“ für Jugendliche

AUSBILDUNG IST HERZENSTHEMA

Paul Senske

Tom Linke

Es

ist ein beeindruckendes und bestechendes

Plädoyer für die duale Ausbildung: „Geh

in den Betrieb, lerne das Arbeiten, beweise

Dich bei den Kollegen sowie Kunden – und

mach was aus Deinem Leben“, sagt Hendrik Schmitt.

„Mit der Ausbildung kannst Du ein erfülltes und

kreatives Leben führen. Die Ausbildung mit den vielen

Möglichkeiten, sich beruflich fortzubilden, ist ein

Herzenzthema.“

Hendrik Schmitt ist seit dem 1. Januar 2022 als Nachfolger

von Meinolf Niemand neuer Hauptgeschäftsführer

der Handwerkskammer Südwestfalen. Der 45-jährige

Betriebswirt und Master of Business Consulting war

zuvor u. a. Hauptgeschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft

der sieben Industrie- und Handelskammern

Niedersachsens in Hannover, stammt aus Wetzlar

(„Wetzlarer Bub“) und war früher oft mit dem Motorrad

im Sauerland und Siegen-Wittgensteiner Land

auf Tour. „Diese Region verbinde ich mit Heimat“, so

der Vater dreier Kinder, der mittlerweile in Brilon wohnt.

„Die Menschen hier sind fleißig, bodenständig und

weltoffen, die Betriebe nahe am Puls der Zeit.“

Schmitt stammt aus einer Handwerkerfamilie und hat eine

Ausbildung im Einzelhandel (Wirtschaftsassistent) und

parallel dazu ein Betriebswirtschafts-Studium absolviert.

Er weiß also aus eigener Erfahrung, worüber er spricht.

„Die Ausbildung ist der Markenkern der Handwerkskammern.

Sie ist wie eine Eintrittskarte ins Berufsleben.“

Die Wertschätzung des Handwerks ist für Schmitt ein

28 - WOLL Elternratgeber 2022


weiteres, wichtiges Herzensanliegen. „Das Handwerk

hat tolle Angebote für junge Menschen mit neuen

Berufsbildern und neuen Herausforderungen.“ Als Stichpunkte

nennt Schmitt u. a. Digitalisierung, technischer

Fortschritt, demografischer Wandel, Klimawandel oder

Ressourcenknappheit. „Wir haben florierende Betriebe

am Markt. Die Meister und Mitarbeiter sind Persönlichkeiten,

die genau wissen, was sie können. Das Handwerk

hat allen Grund, sich selbstbewusst zu präsentieren.“

Dies auch vor dem Hintergrund, dass das Handwerk als

Wirtschaft aus der Region ein eigenes, berufliches Bildungssystem

aufweist. Das Berufsbildungszentrum (bbz)

als Technologietransfer-Stelle für Auszubildende und

Meister (14 Meisterkurse) „bildet als Kernaufgabe die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren beruflichen

Fähigkeiten aus und weiter, wo sie in ihrem beruflichen

Lebenszyklus stehen“. Die Elektromobilität beispielsweise

erfordere die Beherrschung neuer Techniken. „Wir

machen die Leute fit.“

Unabhängig von den beruflichen Perspektiven weiß

Schmitt, dass das Handwerk einiges aufzuarbeiten hat.

Ein bedeutender Aspekt sei, dass „viele Kinder und

Jugendliche den Alltagskontakt zum Handwerk verloren

haben“. Das traditionell ortsgebundene Handwerk sei bis

auf das Lebensmittelhandwerk weitgehend verschwunden.

„Das tägliche Erleben fehlt.“

„Das tägliche Erleben des Handwerks fehlt“

(Hendrik Schmitt)

Daher gelte es, das verlorene Terrain zurückzugewinnen.

Die HWK sei auf diesem Weg u.a. mit dem Team Fachkräftesicherung,

mit Ausbildungsbotschaftern, Willkommenslotsen,

mit Betriebsberatern für die Firmen sowie

mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit breit aufgestellt.

„Auch die Betriebe sind inzwischen bei der Nachwuchsgewinnung

kreativ unterwegs“, betont Dirk Berkemeyer,

Abteilungsleiter Marketing und Kommunikation.

„Mit den Kindern die W-Fragen erörtern”

Was die Rekrutierung des Handwerker-Nachwuchses angeht,

haben Studien herausgefunden, dass die Eltern die

wichtigsten Ratgeber für ihre Kinder sind. „Was die Eltern

beruflich machen, bestimmt nicht selten die Berufswahl

der Kinder“, meint Schmitt. Der Trend, ein Studium zu

„Meister und Mitarbeiter im Handwerk

sind Persönlichkeiten“ (Hendrik Schmitt)

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Südwestfalen: Hendrik Schmitt

beginnen, sei zuletzt zwar ein wenig rückläufig, aber immer

noch hoch, aber ebenso die Zahl der Studium-Abbrecher.

Schmitt rät den Eltern, mit ihren Kindern nicht über

einen Beruf zu reden, sondern vielmehr mit den Kindern

die sogenannten „W-Fragen“ zu erörtern: Wie stellt Ihr

Euch die eigene Lebenswirklichkeit im Beruf vor? Wie, wo

und wann wollt Ihr arbeiten? Mit wem wollt Ihr den Beruf

ausüben? Wo wollt Ihr als Mensch hin?

Dass junge Menschen mit einem Studium und anschießendem

Berufseinstieg ein ebenso erfülltes Leben

führen können, sei natürlich auch möglich, so Schmitt,

aber: „Wenn ein junger Mensch ein selbstbestimmtes,

kreatives und erfolgreiches (Berufs-)Leben führen will,

dann ist eine duale Ausbildung im Handwerk ein erfolgversprechender

Weg. Dafür gebe ich eine Garantie.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 29


Saskia Haardt-Cerff,

Südwestfalen Agentur GmbH

Newcomerin Nina Sondermann / Unternehmen Julian

Nöll / Nöll Landschaft und Garten– Unternehmen und

Nachwuchskräfte fi nden zusammen

Mehr als nur eine Überbrückung

„GAP YEAR SÜDWESTFALEN“

– Ein Praxisjahr in der Region

Christel Zidi

Patrick Bonzel / Südwestfalen Agentur GmbH

K

aum etwas hilft einem jungen Menschen bei

der Berufswahl mehr als praktische Berufserfahrung.

Das Schulpraktikum ist bereits eine

gute Möglichkeit. Aber was, wenn man in dieser Zeit nur

festgestellt hat, dass es genau dieser Beruf doch nicht ist?

Wer noch immer unsicher ist, für welchen Beruf er sich

entscheiden soll, ist selten gut damit bedient, sich halbherzig

für irgendeine Ausbildung zu entscheiden. Lieber lässt

man sich mit der Berufswahl noch etwas Zeit und nutzt

diese durch ein „Gap Year“, ein Überbrückungsjahr.

Mit dem „Gap Year Südwestfalen“-Programm der

Südwestfalen Agentur erhält man vielseitige Einblicke

in unterschiedliche Unternehmen und verschiedene Arbeitsbereiche.

Mit drei Praktika bei drei Top-Arbeitgebern

kann man in neun Monaten jede Menge Praxiserfahrung

sammeln. Mit einer umfassenden Betreuung und guter

Vergütung. Nach dieser Zeit bleiben dann noch drei Monate,

die man ganz nach Wunsch nutzen kann. Das Gap Year

Südwestfalen startet jeweils zum 01. Juli eines Jahres und

endet am 30. Juni des Folgejahres. Erste Praktika-Einsätze

finden in der Regel ab August/September statt.

Bewerben können sich Schulabgängerinnen und Schulabgänger


• die bis zum Beginn ihres ersten Gap Year Praktikums

das 18. Lebensjahr vollendet haben oder

• mit erfolgreichem Abschluss der gymnasialen Ober

stufe oder

• mit erfolgreichem Abschluss eines vollzeitschulischen

Bildungsgangs des Berufskollegs.

Saskia Haardt-Cerff betreut das Programm, gemeinsam

mit Niklas Jung. Sie hat uns erklärt, wie das Bewerbungsund

Auswahlverfahren abläuft: „Das Bewerbungsverfahren

ist ganz einfach. Mit nur einer Online-Bewerbung kann

man sich für mehrere Unternehmen gleichzeitig bewerben.

Man gibt ganz einfach an, wieso man ein Gap Year machen

möchte, welche Unternehmen einen interessieren und

welche Berufseinblicke man dort gerne erwerben möchte.

Die Bewerbungen werden dann an die ausgewählten Unternehmen

weitergeleitet. Bei Interesse der Unternehmen

koordiniert die Südwestfalen Agentur kurzweilige Bewerbungsgespräche,

die in angenehmer Atmosphäre online

30 - WOLL Elternratgeber 2022


stattfinden. Finden Unternehmen und Bewerber so zusammen,

wird ein individuelles Praxisjahr nach den Wünschen

der Bewerber zusammengestellt. Denn: jedes Gap Year ist

einzigartig.“

Und weiter berichtet Saskia Haardt-Cerff, was während

des Jahres geboten wird: „Die Bewerber erhalten in den

dreimonatigen Praktikumseinsätzen vielfältige Berufs- und

Unternehmenseinblicke. Ein Rahmenprogramm ermöglicht

den Teilnehmenden sich zu Beginn des Programmes

kennenzulernen und im Laufe des Jahres ihre Erfahrungen

untereinander auszutauschen. Zusätzlich wird ein Winterund

Sommerevent geboten. Alle Veranstaltungen werden

durch ein Persönlichkeitscoaching begleitet. Hier werden

beispielsweise Themen wie Kommunikation, Durchhaltevermögen

oder auch Körpersprache angesprochen – alles

natürlich freiwillig, aber die Teilnehmenden fanden das

Angebot immer toll. Zudem werden zweimal im Jahr

weitere Treffen an einem attraktiven Ort in Südwestfalen

angeboten, so kann zudem noch die eigene Region erkundet

werden und man tauscht sich aus, wie das jeweilige

„Jahr“ so verläuft.“

Newcomer Robin Sondermann

bei Effexx Unternehmensgruppe

Derzeit bieten 35 Unternehmen Praktikumsplätze

an. Die Unternehmen

kommen aus verschiedenen

Branchen: Industrie,

Handwerk, Soziales, Gesundheit,

Dienstleistung,

IT und Verwaltung. Das

Programm ist fortlaufend

auf der Suche nach neuen

Unternehmen. Auch die

südwestfälischen Kreise

und Kommunen wurden

als Partner eingeladen ihre Betriebe

vor Ort zum Mitmachen

zu gewinnen: „Interessierte Arbeitgeber

sind herzlichst eingeladen am Programm

mitzuwirken, denn das Programm zahlt sich für beide Seiten

aus“, so die Leiterin des Regionalmarketings.

Das „Gap Year Südwestfalen“-Programm gibt es seit 2018

und wurde auf Anregung der Utopia-Jugendkonferenz

umgesetzt: „Der Wunsch junger Südwestfalen war es, die

vielfältigen beruflichen Perspektiven in Südwestfalen erlebbarer

zu machen und Unternehmen und junge Menschen

auf eine andere Weise

zusammenzubringen.

Für das Regionalmarketing

war dies eine

Selbstverständlichkeit,

denn das Programm

trägt dazu

bei, Nachwuchs

und Fachkräfte

in der Region zu

binden“, so Saskia

Haardt-Cerff. Durch

die dreimonatigen

Praktikumslaufzeiten

können sich Unternehmen

und Praktikanten noch besser

kennenlernen, sich aufeinander einlassen und bestens

ausloten, ob man zusammenpassen könnte. Und das mit

Erfolg: „Das Programm hat dazu beigetragen, dass einige

Teilnehmer bei einem der Unternehmen einen Ausbildungsvertrag

angenommen haben oder ein duales Studium

begonnen haben“, freut sich die Projektmanagerin.

„Anderen Teilnehmern wurden die Augen für die Vielfalt

der Ausbildungsberufe und Betriebe in der Region geöffnet.

Diese haben sich für eine Ausbildung und gegen ein

Weggehen entschieden.“

Das Programm, das fortlaufend evaluiert und gemeinsam

mit den Unternehmen weiterentwickelt wird, stößt bei

allen Seiten gleichermaßen auf positive Resonanz. Saskia

Haardt-Cerff und Ihr Kollege Niklas Jung hoffen deshalb

auf noch mehr Unternehmen, die mitmachen, „denn umso

mehr Unternehmen dabei sind, umso erfolgreicher kann

das Programm die jungen Menschen bei ihrer Berufsorientierung

unterstützen.“ ■

Mehr Informationen zum Programm unter:

www.gapyear-suedwestfalen.com

Newcomer Joshua Krawitz

bei Andreas Schulte

Bedachungen GmbH

Die Bewerbungsmasken sind geöffnet. Bewerbungen

sind nun fast ganzjährig geöffnet. Frühzeitige bungen zahlen sich

Beweraus.

WOLL Elternratgeber 2022 - 31


Allein oder mit den Eltern zum Vorstellungsgespräch

WOLLEN SIE DIE STELLE

ODER IHR KIND?“

Christel Zidi

Anke Kemper

P

ersonalsachbearbeiter haben im Laufe ihres

Berufslebens sicherlich schon so manches

erlebt. Bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz

lässt das auffallend „erwachsenes“ Anschreiben

eines 16-jährigen Bewerber auf Helikopter-

Eltern schließen - oder auf einen besonders strebsamen

Jugendlichen. Aufschlussreicher sind dann die Vorstellungsgespräche.

Bewerber 1

„Gucken Sie sich nur mal diese Zeichnungen

an, echte Kunstwerke“, setzt sich Frau

Schulte-Meier für ihren Sohn ein,

„das müssen Sie doch auch zugeben.“

Während die Mutter

seine Kinderzeichnungen vorlegt, sitzt Sven-Thorsten

zusammengesunken auf dem Bürostuhl zwischen den Eltern

und verdreht die Augen. Ein leichter Knuff von der

Seite und die lautlose, nur mit den Lippen der Mutter geformte

Ansage: „Sitz gerade!“. Der Sachbearbeiter wendet

sich direkt an den jungen Bewerber: „Warum möchtest Du

denn diesen Beruf lernen?“ „Äh, ja, also…“ Das hat schon

viel zu lange gedauert, Herr Meier springt ein: „Mein

Sohn rechnet nämlich auch ganz gut. Das ist doch wichtig

in Ihrer Firma. Kenn ich auch von mir. Wissen Sie,

ich habe einen Handwerksbetrieb…“ Frau Schulte-Meier

greift ein: „Hermann, das tut hier nicht zur Sache.“

Und sie zählt weitere Eigenschaften

ihres Sohnes auf: „Na, im

32 - WOLL Elternratgeber 2022


Sport ist unser Sven-Thorsten nicht so gut – hat er wohl

von seinem Vater (zu dem sie stirnrunzelnd blickt). Aber

er ist immer freundlich zu unseren Nachbarn, besonders

zu der hübschen Frau Müller, die letzte Woche eingezogen

ist.“ „Mama!!!“ - endlich auch ein Kommentar des Sohnemanns.

„Stimmt doch“, ergänzt Frau Schulte Meier leise.

„Der Sachbearbeiter macht sich Notizen: „Eltern sehr

aktiv im Bewerbungsprozess. Bewerber eher zurückhaltend.“

Plötzlich geht die Tür auf: der Firmenchef persönlich

kommt herein: „Ach, Frau Schulte, Herr Schulte. Wie

geht es Ihnen? Der Eichen-Parkettboden, den Ihre Leute

verlegt haben, passt wirklich super in unser bescheidenes

Zuhause. Bin sehr zufrieden.“ Schon wendet er sich wieder

zur Tür, dreht sich aber noch einmal halb um und macht

dem Sachbearbeiter ein zustimmendes Zeichen. Als die

Familie Schulte sich wieder auf den Rückweg macht, sind

sich die Eltern einig: „Siehst Du, war doch gut, dass wir

mitgekommen sind.“ Und war doch gut, dass sie nicht auf

die Frau am Telefon gehört haben, die fragte: „Wollen Sie

jetzt die Stelle oder Ihr Kind?“

Bewerber 2

Felix, 16 Jahre alt. Ziemlich nervös sitzt er mit seiner dicken

Bewerbungsmappe auf dem Flur. Schon eine halbe

Stunde vor dem Termin war er da. Endlich wird er aufgerufen.

Er spürt den Blick des Sachbearbeiters, der vom

Scheitel bis zur Sohle geht. Markenklamotten besitzt er

keine, aber seine Haare sind gekämmt, seine Kleidung sauber

und ordentlich. Ein wenig einschüchternd wirkt sein

Gegenüber schon. Aber was soll´s. „Wenn Du etwas erreichen

willst, musst Du auch dafür kämpfen. Und kämpfen

muss man meist allein. Gewöhn dich dran“, hatte ihm sein

Vater mit auf den Weg gegeben. Ein wenig hätte er sich

schon gewünscht, wenn er ihn wenigstens bis zur Firma

gefahren hätte… Der Sachbearbeiter will wissen, warum

er sich gerade für diesen Beruf entschieden hat. Und weil

es sein Traumberuf ist, kann er ihm das auch ganz genau

erklären. Die Worte sprudeln nur so aus ihm heraus,

das Gesicht des Sachbearbeiters wird immer offener und

freundlicher. Jetzt ist er es, der einen Zustimmungsvermerk

auf die Akte setzt. ■

GEHE

DEINEN

WEG

mit

Dein Tag – Deine Zukunft

am 21.05.22 von 9:30-12:30 Uhr

in der Ausbildungswerkstatt

Für 2023 suchen wir:

Ausbildungsberufe:

Industriekaufmann/-frau, Fachinformatiker/-in

(Systemintegration oder Anwendungsentwicklung)

Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement

Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in,

Werkstoffprüfer/-in, Werkzeugmechaniker/-in,

Zerspanungsmechaniker/-in

Duale Studiengänge:

Maschinenbau, Wirtschaftsingeneurswesen, Betriebswirtschaftslehre

und drei Studiengänge im Bereich Digitalisierung

Bewirb dich unter dem Reiter "Karriere" auf unserer Homepage: www.mubea.com

WOLL Elternratgeber 2022 - 33


Quelle: AdobeStock_277985361_tadamichi

Kooperation von Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer:

„Spurwechsel“ zeigt Perspektiven auf

Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Fast jeder dritte Studierende bricht vor allem an

Universitäten das Studium ab. Das betrifft auch

junge Erwachsene aus Akademikerfamilien, die offensichtlich

unter besonderem Druck der Eltern stehen. „Es gibt

einen großen Ehrgeiz unter Akademikern nach dem Motto:

Wir haben alle studiert und Du studierst auch“, sagte Ricarda

Steinmayr in einem Gespräch mit der WELT am 21.

März 2021. Aber nicht alle Kinder seien in der Lage, eine

akademische Laufbahn einzuschlagen. Die Eltern müssten

auch die Kompetenzen der Kinder berücksichtigen, betont

die Professorin für pädagogische Psychologie an der Technischen

Universität Dortmund. „Es ist eine große Fehlannahme

des Bildungsbürgertums, dass nur der eigene, akademische

Weg zum Erfolg führt.“

Auch wenn der sogenannte „Akademisierungswahn“ (Münchner

Philosoph Julian Nida-Rümelin) weiter anhält, Industrie,

Handwerk und Gewerbe haben längst das große Potenzial

der Studienabbrecher erkannt. „Auch Studienabbrecher sind

willkommen“, heißt es vermehrt in Stellenanzeigen der Betriebe.

Die „Absteiger“ mit einer hohen schulischen Qualifikation

können für die Wirtschaft ein attraktives Führungs- und

Fachkräftepotenzial entwickeln. Und vor allem: Die jungen

Paul Senske

STUDIENAUSSTIEG AUCH ALS CHANCE

Erwachsenen wissen nach dem Abbruch und dem vermeintlichen

Abstieg, was sie wollen.

Vor diesem Hintergrund und auch des Fachkräftemangels haben

sich die Netzwerke „Spurwechsel“ gegründet. Im Hochsauerlandkreis

und Kreis Soest wurde das Netzwerk – Agentur

für Arbeit, Handwerkskammer und IHK – 2015 aus der Taufe

gehoben. Es zeigt mit großem Erfolg Anschluss-Perspektiven

auf und ermöglicht den vermeintlichen „Absteigern einen Aufstieg“.

Studienfachwechsel, duale Ausbildung, duales Studium

oder Seiteneinstieg: Die Palette der Angebote und Vermittlungen

ist vielfältig. Viele Wege führen im breitgefächerten

deutschen Bildungssystem zum beruflichen Erfolg: „Karriere

anders denken“, nach Enttäuschungen, die sich bietenden

Chancen zu ergreifen und das eigene Potenzial zu entfalten,

wie beim Spurwechsel. ■

E-Mail HSK:

Meschede.Spurwechsel-HSK@arbeitsagentur.de

E-Mail Soest:

Meschede-Soest.Spurwechsel-Kreis-Soest@arbeitsagentur.de

E-Mail Olpe:

Siegen.Navi@arbeitsagentur.de

34 - WOLL Elternratgeber 2022


Anzeige

Kreishandwerkerschaft vereint 28 Innungen

und 1.340 Mitglieds-Betriebe unter einem Dach

HIER SCHLÄGT DAS

HERZ DES HANDWERKS

Paul Senske

Kreishandwerkerschaft Hochsauerland

Es

ist eine starke Gemeinschaft starker

Partner mit großer Strahlkraft: Die Kreishandwerkerschaft,

das „Dach“ für 28 Innungen

und rund 1.340 Handwerks-Betriebe als Mitglieder,

gilt mit ihren Partnern als bedeutender Player

in Wirtschaft und Gesellschaft des Hochsauerlandkreises.

Hier schlägt das Herz des Handwerks. Die Kreishandwerkerschaft

vertritt die grundsätzlichen, berufsständischen

Interessen des heimischen Handwerks. Die

Mitgliedschaft der Betriebe ist freiwillig, lohnt sich

aber: „Wir bieten den Betrieben unserer Handwerksfamilie

einen breiten Strauß an Dienstleistungen“,

sagt Hauptgeschäftsführer Assessor jur. Jochem Hunecke.

„Wir unterstützen die Innungen und Betriebe bei

der Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben.“

Hunecke ist ein erfahrener „Fuhrmann“, seit 35 Jahren

im Amt, hat einen engen und vertraulichen Draht zu den

Betrieben, den Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeistern,

zur Politik, zur Verwaltung sowie zur Handwerkskammer,

die die sogenannte Rechtsaufsicht ausübt.

„Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft können es

miteinander. Es ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Hoher Organisationsgrad im Hochsauerlandkreis

Ihn freut besonders der hohe Organisationsgrad der Betriebe

in den 28 Innungen und damit im „Dach“ Kreishandwerkerschaft:

„70 bis 80 Prozent der Betriebe mit

den klassischen Berufen sind Mitglieder.“ Auch aus dieser

quantitativen Sicht ist es eine starke Gemeinschaft. Am

WOLL Elternratgeber 2022 - 35


stärksten vertreten sind die Betriebe der Tischlerinnung.

Früher war die Anzahl der Innungen noch größer. „Die

Damensticker- und Stricker-Innung beispielsweise hat sich

im Sauerland aufgelöst. Ein weiteres Beispiel: Die heimische

Schuhmacher-Innung ist in die Innung für Orthopädie-Schuhtechnik

Rheinland/Westfalen übergegangen.“

Als zentrale Aufgabe setzt sich die Kreishandwerkerschaft

für die berufsständischen Interessen des Handwerks ein.

Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels

sowie der seit Jahren in mehreren Gewerken sinkenden

Ausbildungszahlen hat die Kreishandwerkerschaft

beispielsweise gemeinsam mit der Bäcker-Innung eine

Imagekampagne für das stark betroffene Bäckerhandwerk

gestartet. „Dass immer weniger junge Menschen eine Ausbildung

im Handwerk anstreben, ist ein großes Problem“,

erläutert Hunecke. „Die geringen Zahlen haben auch

Auswirkungen auf die Berufsschulstandorte im HSK.“

Die Azubis im Fleischerhandwerk müssen zum Beispiel

zum Berufsschulunterricht nach Dortmund fahren.

Intensive individuelle Beratungen

Neben dem allgemeinen Engagement für die Grundlagen

und Interessen des Handwerks bietet die Kreishandwerkerschaft

den Mitgliedern intensive individuelle Beratungen

an. Ein Schwerpunkt ist die Rechtsberatung (u. a.

Arbeitsrecht, Sozial- oder Verwaltungsrecht). „Bei Rechtsstreitigkeiten

zwischen Betrieb und Kunde versuchen wir

zu vermitteln und den Streit gütlich beizulegen“, so Hunecke.

„Wir versuchen auch, die Betriebe vor aussichtslosen

Prozessen zu bewahren.“

„Wir bieten unseren Mitgliedern einen

breiten Strauß an Dienstleistungen“

(Jochem Hunecke)

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Inkassoverfahren.

Die Inkasso-Abteilung erspart ihren Kunden bei offenen

Handwerkerrechnungen zeitintensive Schreibtischarbeit

und kümmert sich um den Einzug der finanziellen Forderungen.

„Bei Streitigkeiten mit hohen Geldforderungen,

die vor Gericht landen, beraten wir unsere Mitglieder. Da

wir aber nicht postulationsbefugt sind, also vor Amtsoder

Landgerichten keine rechtswirksamen Handlungen

vornehmen können, sind in diesen Fällen die zugelassenen

Anwälte im Einsatz.“

Was fachspezifische Fragen betrifft, so sind die Mitglieder

der Innungen und der Kreishandwerkerschaft ebenfalls

in besten Händen. Hinter den Innungen arbeiten Fachverbände

(z. B. der Maler- und Lackiererinnungsverband

Westfalen) mit ausgewiesenen Betriebs- und Fachberatern

für die fachliche Expertise. Die Inanspruchnahme dieser

Experten ist in der Mitgliedschaft enthalten. „Das ist ein

riesiger Vorteil, ein echtes Pfund, das die Mitgliedschaft

bietet.“

Mitgliedschaft in den Innungen und

der Kreishandwerkerschaft lohnt sich: Jochem Hunecke.

Eine starke Gemeinschaft wie die Kreishandwerkerschaft

ist weiterhin in der Lage, ihren Mitgliedern „einen Strauß

von Vergünstigungen zu gewähren“, wie Hunecke es aus-

36 - WOLL Elternratgeber 2022


In unserem Portal findest Du alle Innungs-

Handwerksbetriebe in der Region und

deren offenen Ausbildungsplätze.

drückt. „Wir haben eine Nachfrage-Macht.“ Ob Gruppenverträge

wie für Versicherungen oder Strom: „Wir

versuchen wirtschaftliche Vorteile für die Mitglieder zu

erzielen.“

Auch das Thema Fort- und Weiterbildung steht auf der

Agenda. Schulungen über Änderungen u.a. im Werkvertrags-,

Arbeits- oder Steuerrecht können die Betriebe

in Anspruch nehmen. Gemeinsam mit der Handwerkskammer

berät die Kreishandwerkerschaft über wichtige

Themen wie die Nachfolgeregelung, die angesichts der

Tatsache, dass die sogenannte Baby-Boomer-Generation

langsam in Rente geht, manchen Betriebe Probleme

bereitet. Auch um Auszubildende wird sich gekümmert.

Beim „Azubi-Knigge“ geht es u. a. um Rechte und

Pflichten, um zwischenmenschliche Kompetenzen oder

einfach um die angemessene Kleidung am Arbeitsplatz.

www.handwerk-hsk.de

Auch hier findest du uns:

Zur Förderung des Gemeinschaftsgeistes der Handwerkerfamilie

organisiert die Kreishandwerkerschaft gesellige

Zusammenkünfte wie Stammtische. Seit 1998

gibt es den „Ball des Handwerks“, in ungeraden Jahren

wird in Meschede-Enste ein Sommerfest gefeiert. „Die

Handwerkerfamilie soll sich noch besser kennenlernen,

die gegenseitige Wertschätzung ist ein wichtiges Gut“, so

Hunecke. „Wir sind eine starke Gemeinschaft.“ ■

NIMM DEINE

SELBST IN DIE HAND!

MACH EINE AUSBILDUNG

IM HANDWERK

AUSBILDUNG-HSK.DE

Kreishandwerkerschaft Hochsauerland

Enster Str. 11 • 59872 Meschede

Tel.: 02 91 / 95 29 85-0

Fax: 02 91 / 95 29 85-22

E-Mail: zentrale@kh-hochsauerland.de

www.kh-hochsauerland.de

ANLAGENMECHANIKER SANITÄR-, HEIZUNGS- & KLIMATECHNIK

FRISEUR · DACHDECKER · BÄCKER · ELEKTRONIKER

TISCHLER · MAURER · MECHATRONIKER KÄLTETECHNIK

METALLBAUER · MALER · ZIMMERER · KFZ – MECHATRONIKER

FEINWERKMECHANIKER · FLEISCHER · U.V.M.

FOLLOW US

AUSBILDUNG_HSK.DE

WOLL Elternratgeber 2022 - 37


Ein SHK-Azubi ist von Anfang an mitten im Geschehen

ZUKUNFTSSICHER, ENERGIEEFFIZIENZ, SHK!

MIT FINGERSPITZENGEFÜHL DEN

KLIMAWANDEL VORANTREIBEN

Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungsund

Klimatechnik - ein Allroundtalent für alles,

was mit Wasser, Wärme und Luft in Gebäuden

zu tun hat.

Modern, innovativ und vor allem zukunftssicher – dafür

steht der Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs-

und Klimatechnik (SHK). Und für noch vieles mehr,

denn eine Baustelle mit viel Dreck und Schweiß, das war

einmal. „Ein(e) Anlagenmechaniker/in SHK stattet Privathaushalte

und Unternehmen sowie öffentliche Gebäude mit

Heizungs- und Sanitäranlagen aus und betreut diese. Er

sorgt dafür, dass Wasser aus den Armaturen fließt, montiert

Heizungssysteme, nimmt Heizkessel in Betrieb und wartet

diese fachgerecht“, erläutert Andreas Cloer, Obermeister der

SHK-Innung Arnsberg. „Zusätzlich kümmert er sich mit

modernster, digital unterstützter Technik um ganzheitliche

Lösungen im Smart-Home-Bereich oder sorgt mit ressourcenschonenden

Systemen wie Solaranlagen oder Wärmepumpen

für mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.“

ANLAGENMECHANIKER FÜR SANITÄR-, HEIZUNGS- UND KLIMATECHNIK (M/W/D):

Dauer:

3,5 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie an der Berufsschule,

überbetriebliche Schulungen

am BBZ

Während der Ausbildung lernt der Azubi das Installieren,

Warten und auch die Beratung rund um das Thema SHK.

So auch Salman Meyrai, jetzt im 3. Ausbildungsjahr bei der

GEBRO HERWIG Haustechnik GmbH aus Arnsberg.

2015 kam er aus Syrien nach Deutschland und hat sich 2019

für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. „Auf den

Baustellen lerne ich alles rund um die Fachinstallation verschiedenster

Geräte. Gleichzeitig hat mir die Zusammenarbeit

mit meinen Kollegen und meinem „Paten“ (Geselle, der

über die gesamte Lehrzeit Ansprechpartner ist) im Betrieb

sehr geholfen, die deutsche Sprache schneller zu lernen.“ Ein

SHK-Azubi ist von Anfang an mitten im Geschehen. In

Teamarbeit, mit viel Sorgfalt und handwerklichem Geschick

setzt er Pläne zu erneuerbaren Energien in die Tat um und

trägt damit aktiv zum Klimawandel bei.

Die Ausbildung als Anlagenmechaniker/in ist eine gute

Basis für eine zukunftssichere Berufslaufbahn. „Stellen Sie

sich ein Gebäude ohne Heizung und ohne sanitäre Anlagen

vor?“, gibt Franz-Josef Happel, Obermeister der SHK Innung

Brilon/Meschede zu denken. „Als Fachkraft für Energieeffizienz

trägt ein Anlagenmechaniker zur Senkung des

CO2-Ausstoßes bei. Und unsere Gesellschaft wird immer

älter, hier sind auch barrierefreie Bäder ein wichtiges Thema

für die Zukunft. Genug Arbeit gibt es also immer!“ ■

Abschluss:

Vergütung:

(ab 1.3.2022):

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

1. Lehrjahr: 760,00 EUR

2. Lehrjahr: 781,00 EUR

3. Lehrjahr: 876,00 EUR

4. Lehrjahr: 933,00 EUR

Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

– Arnsberg / Brilon - Meschede

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.zeitzustarten.de

Offene Ausbildungsstellen im HSK:

www.ausbildung-hsk.de

38 - WOLL Elternratgeber 2022


Eine Ausbildung im Bäcker Handwerk

DARF'S NOCH

ETWAS MEHR SEIN?

J

eder liebt den Geruch von frisch gebackenen

Brötchen. Warum dann nicht genau dort arbeiten,

wo genau dieser entsteht? Berufe im Bäckerhandwerk

haben eine sehr lange Tradition! Dennoch

sind sie keineswegs altbacken. Ganz im Gegenteil!

Back dich glücklich

Die Bäcker-Lehrlinge erlernen ein traditionelles Handwerk,

bei dem Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt

sind. Gleichzeitig wird der Beruf von hochmodernen Maschinen

begleitet, die viele Arbeitsschritte erleichtern und

heute kaum noch aus dem Arbeitsalltag wegzudenken sind.

„Ihr Kind ist kreativ, arbeitet gerne mit den Händen und

freut sich am Ende des Tages zu sehen, was er/sie geschaffen

hat? Dann ist der Beruf als Bäcker/in genau der Richtige.“,

erklärt Peter Junker, Obermeister

der Bäcker-Innung Hochsauerland.

„Riechen, fühlen, schmecken – jeden

Tag ist die Herstellung von

leckereren, duftenden Lebensmitteln

die Hauptaufgabe der

Bäcker-Azubis.“

Das Geheimnis des Lächelns

Der Beruf des Bäckereifachverkäufers bietet einen abwechslungsreichen

und sicheren Arbeitsplatz, der echte Teamplayer

braucht und dabei gute Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten

bietet. Im Verkauf sind die Fachverkäufer

das Aushängeschild der Bäckerei und bewirken mit ihrer

freundlichen Ausstrahlung und einer kommunikativen Art,

dass die Kunden sich wohlfühlen und gerne wiederkommen.

„Als Azubi ist es besonders wichtig, dass Ihr Kind

ein freundliches Auftreten hat und gerne mit Menschen in

Kontakt steht.“, so Obermeister Junker weiter. „Zu den täglichen

Aufgaben gehören die Kundenberatung hinter dem

Verkaufstresen aber auch die Zubereitung von Broten oder

Kleingebäcken und das Anrichten in der Auslage. Gleichzeitig

lernen die Auszubildenden wie ein Bäckerbetrieb aufgebaut

und organisiert ist.“

Leg noch einen drauf

Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung

zum/r Bäcker/in oder Bäckereifachverkäufer/in wird

eine solide Berufsausbildung absolviert, zahlreiche

Kenntnisse und Fähigkeiten erlernt und in einer zukunftssicheren

Branche gearbeitet. Aber auch nach

der Ausbildung ist die Berufslaufbahn noch nicht zu

Ende. Es gibt zahlreiche Seminare und Weiterbildungsmöglichkeiten

in die unterschiedlichsten Richtungen. ■

Dauer:

Abschluss:

Vergütung:

(ab 01.02.2022)

BÄCKER/ FACHVERKÄUFER/IN:

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

1. Lehrjahr: 680,00 EUR

2. Lehrjahr: 755,00 EUR

3. Lehrjahr: 885,00 EUR

Deutsche Innungsbäcker

Bäcker-Innung Hochsauerland

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.frisch-gebackene-azubis.de | www.back-dir-deine-zukunft.de

Offene Ausbildungsstellen im HSK: www.ausbildung-hsk.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 39


Auch ein Teil des Baugewerbes:

Die Ausbildung

zum Maurer.

Eine Ausbildung im Baugewerbe

FÜR TEAMPLAYER,

DIE ANPACKEN UND

MITDENKEN

D

as Baugewerbe gliedert sich in drei Haupt-

Bereiche: Hochbau, Tiefbau und Ausbau.

Aber was heißt das genau? Hochbau bezeichnet

jede Art von Bauwerk, das in die Höhe geht, also Produktionshallen,

Brücken oder Wohn- und Geschäftshäuser.

Der Tiefbau führt Arbeiten unterhalb der Geländelinie

aus, z.B. Tunnel oder Kanäle. Der Ausbau findet hauptsächlich

im Inneren eines Baus statt, das sind z.B. Sanierungs-

und Renovierungsmaßnahmen oder die Herstellung

von Wand- und Deckenbekleidungen.

Es gibt inzwischen über 20 verschiedene Ausbildungsberufe

in der Bauwirtschaft. Angefangen von klassischen Berufen

wie Maurer, Fliesenleger oder Straßenbauer über relativ neue

Berufe wie Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer bis hin

zu seltenen Berufen wie Gleisbauer. „Ausbildungsberufe auf

dem Bau sind körperlich anstrengend. Deshalb sollten die

potenziellen Azubis fit und körperlich belastbar sein“, berichtet

Klaus Pöttgen, Obermeister der Baugewerbe Innung

Arnsberg. „Aber auch technisches Interesse, handwerkliches

Geschick, Genauigkeit und Sorgfalt sind wichtige Eigenschaften,

die ein Azubi im Baugewerbe haben sollte.“ Ein

Auszubildender am Bau gehört mit seiner Ausbildung-Vergütung

zu den bestbezahlten Auszubildenden in Deutschland.

Vielfältige Möglichkeiten

Die Bauwirtschaft entwickelt sich rasant weiter und wird

immer mehr zu einer innovativen Branche, die leistungsfähige,

ressourceneffiziente und klimaangepasste Bauwerke und

mit der entsprechenden Infrastruktur erbaut. „Neben den

vielen spannenden Aufgaben der Bau-Berufe, bietet die Baubranche

aber noch sehr viel mehr!“, betont Klaus Burmann,

Obermeister der Baugewerbe-Innung Brilon/Meschede.

„Die Zukunftsaussichten in der Baubranche sind sehr gut,

denn gebaut wird schließlich immer und Handwerker werden

fortwährend gebraucht.“ Die Ausbildung dauert in der

Regel drei Jahre und bietet vielfältige Perspektiven für den

weiteren Lebensweg. Die Ausbildung in Betrieb, Berufsschule

und überbetrieblicher Ausbildungsstätte rüstet junge

Menschen perfekt für ihren weiteren Berufsweg. Die Chancen,

auf der Karriereleiter nach oben zu steigen, sind in der

Bauwirtschaft hervorragend. Nach einigen Jahren Berufspraxis

und speziellen Fortbildungslehrgängen kann sich der

Geselle oder die Gesellin zur Vorarbeiter/in, Werkpolier/in

oder geprüfte/r Polier/in weiterbilden. Durch die erfolgreich

abgeschlossene Meisterprüfung eröffnet sich aber auch der

Weg zum eigenen Unternehmen. Den Aufstiegsmöglichkeiten

sind damit keine Grenzen gesetzt. ■

BERUFE IM BAUGEWERBE* (M/W/D):

Dauer:

Abschluss:

Vergütung:o

(ab 1.8.2021)

40 - WOLL Elternratgeber 2022

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

überbetriebliche Lehrgänge am BBZ

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

1. Lehrjahr: 920,00 EUR

2. Lehrjahr: 1.230,00 EUR

3. Lehrjahr: 1.495,00 EUR

Baugewerbe Innung – Arnsberg, Brilon/Meschede

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf: www.bauberufe.net

Offene Ausbildungsstellen im HSK:

www.ausbildung-hsk.de

*Maurer, Straßenbauer, Fliesenleger, Stuckateur, Trockenbaumonteur,

Beton- und Stahlbetonbauer, etc.


Überblick über die Dächer der Stadt

IMMER WEITER HOCH HINAUS

H

eute ein Flachdach, morgen der Ausbau eines

Dachgeschosses mit Wärmedämmung – die

Hauptaufgabe eines Dachdecker-Azubis ist das

jeweilige Dach wetterfest zu machen.

„Jeden Tag hat der Azubi mit den verschiedensten Materialien

zu tun“, erzählt Obermeister Ulrich Bathen, der Dachdecker

Innung Arnsberg/Meschede. „So wird es auch nie

langweilig.“ Die Aufgabenbereiche sind dabei sehr breit

gefächert. Zum Beispiel decken Dachdecker Dächer und

machen Außenwände mit unterschiedlichen Werkstoffen

schick, sie dichten Flächen und Bauwerke ab oder führen

Reparaturen durch. Ebenfalls stellen sie Holzkonstruktionen

her und bringen Unterkonstruktionen und Vorrichtungen

zur Ableitung von Oberflächenwasser an, bauen Sonnenkollektoren

und photovoltaische Elemente ein oder errichten

Blitzschutzanlagen. Handwerkliches Geschick ist für diesen

Beruf eine wichtige Voraussetzung. Ein gewisses technisches

Verständnis und mathematische Grundlagen sind ebenfalls

von Vorteil. Der Beruf erfordert zudem körperliche Fitness

und Schwindelfreiheit.

DACHDECKER (M/W/D):

Dauer:

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie und überbetriebliche

Schulungen im Bildungszentrum

des westfälischen Dachdeckerhandwerks,

Eslohe

Schwerpunkte festlegen

Vor Beginn der Ausbildung legt der Azubi gemeinsam mit

dem Ausbildungsbetrieb seinen Ausbildungs-Schwerpunkt

fest. Zur Wahl stehen Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik,

Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an

Dach und Wand oder Reetdachtechnik. „Die Vielfalt des

Dachdeckerberufs ist es, die mich in meiner Ausbildung so

begeistert aber auch das Arbeiten im Team macht mir sehr

viel Spaß“, berichtet Fynn Eckert, Auszubildender im 2.

Lehrjahr bei dem Dachdecker-Betrieb Aland aus Arnsberg.

„Durch die direkte Zusammenarbeit mit dem Kollegen,

fühle ich mich als Azubi von Anfang an integriert und bin

motiviert jeden Tag mein Bestes zu geben. Wir können uns

im Team 100%ig aufeinander verlassen und das ist bei unserem

Beruf mehr als wichtig.“ Die dreijährige Ausbildung

findet in dem jeweiligen Dachdecker-Betrieb statt, die theoretisch-praktische

Ausbildung parallel im Bildungszentrum

des westfälischen Dachdeckerhandwerks in Eslohe. Während

der Ausbildungszeit erfolgt eine Zwischenprüfung.

Zum Ende der Ausbildung findet die Gesellenprüfung statt.

„Nach dem Abschluss der Ausbildung kann die Gesellin

oder der Geselle in unterschiedlichen Dachdecker-Betrieben

arbeiten. Ein Dachdecker hat sehr gute Verdienstmöglichkeiten

und Fachkräfte werden in unsere Branche händeringend

gesucht“, betont Obermeister Werner Müthing von der

Dachdecker-Innung Brilon. „Es gibt Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten,

zum Beispiel eröffnen sich viele berufliche

Perspektiven und beste Zukunftsaussichten.“ ■

Abschluss:

Vergütung:

(tariflich bis zum

30.06.2022)

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschlus

1. Lehrjahr: 780,00 EUR

2. Lehrjahr: 940,00 EUR

3. Lehrjahr: 1.200,00 EUR

DACHDECKER INNUNGEN – Arnsberg/Meschede, Brilon

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.dachdeckerdeinberuf.de

Offene Ausbildungsstellen im HSK: www.ausbildung-hsk.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 41


Eine Ausbildung im Fleischer-Handwerk

FÜR RICHTIGE GESCHMACKSEXPERTEN

UND VERKAUFSTALENTE

Immer freundlich

bei individueller

Kundenberatung

8:00

Uhr in Deutschland – ein ganz

normaler Morgen: Jetzt erstmal

ein Mettbrötchen. Zu Mittag

eine leckere Currywurst und abends wird mit Freunden

gegrillt – was für viele Menschen ein normaler Tag

ist, kann für einen Fleischer-Azubi zu einem spannenden

und abwechslungsreichen Arbeitsalltag werden.

Eine Fleischerin oder ein Fleischer ist der Experte für Wurstund

Fleischwaren, Salate und Convenience-Produkte sowie

für Zerlegung, Zubereitung, Präsentation und Verkauf.

„Wir Innungsfleischer leben und lieben den Umgang mit

hochwertigen Produkten und genau diese Leidenschaft für

Kulinarik und Genuss möchten wir an unsere Auszubildenden

weitergeben“, berichtet Heinrich Veh, Obermeister

der Fleischer-Innung Hochsauerland. „Die Auszubildenden

arbeiten von Anfang an im Team mit, denn nur zusammen

kann man qualitativ hochwertige Produkte herstellen.“ In

der 3-jährigen Ausbildung, die bei guter Leistung auch auf

2,5 Jahre verkürzt werden kann, lernen die angehenden Fleischer

alles über Wurst, Schinken, Fertiggerichten, Dry Aged

Steaks und Grillspezialitäten wie z. B. Spieße, gefüllte Taschen,

Gemüsesticks und Burger. „Nicht wenige „Foodies“,

wie die jungen Fleischer auch genannt werden, entwickeln

sich da schnell zum „Burgermeister“ und können bei privaten

Grill-Events schnell glänzen“, so Obermeister Veh weiter.

„Das dabei in der Berufsschule und der überbetrieblichen

Ausbildung viel über Fleischherkunft, Beurteilung und

Qualität gelernt wird ist ohnehin klar. Aber auch Lebensmittelrecht,

Hygienekonzepte, Bewertung von Rezepturen

sowie Kalkulation sind ein Teil der fachlichen Ausbildung.“

Zusätzlich zum Beruf des Fleischers bietet das Fleischer-

Handwerk den Beruf des Fachverkäufers im Lebensmittelhandwerk,

Schwerpunkt Fleischerei an. Die 3-jährige

Ausbildung, die ebenfalls unter bestimmten Umständen verkürzt

werden kann, bietet einen abwechslungsreichen und

sicheren Arbeitsplatz, der echte Teamplayer braucht. Denn

neben der Kundenberatung und dem Wissen über die vielfältige

Produktpalette, ist besonders eine tolle Warenpräsentation

in der Thekenauslage gefordert. „Da gilt es auch mal

kreativ zu sein“, betont Veh. „Z. B. bei der Herstellung von

Buffetplatten oder kulinarischen Präsenten.“

Nach dem Abschluss der Ausbildung kann als Gesellin oder

Geselle in unterschiedlichen Betrieben gearbeitet werden

und es gibt die Möglichkeit sich durch fachliche oder betriebswirtschaftliche

Fortbildungen weiter zu spezialisieren,

z. B. Koch, Meister, Betriebswirt des Handwerks oder

Lebensmitteltechniker. ■

FLEISCHER UND FACHVERKÄUFER (M/W/D):

Dauer:

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

Abschluss: mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

Vergütung: 1. Lehrjahr: 650,00 EUR

(ab 1.1.2022) 2. Lehrjahr: 750,00 EUR

3. Lehrjahr: 1.000,00 EUR

42 - WOLL Elternratgeber 2022

Fleischer-Innung Hochsauerland

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.fleischerberufe.de/

Offene Ausbildungsstellen im HSK: www.ausbildung-hsk.de


Eine Ausbildung im Friseur-Handwerk kann

zu mehr Selbstliebe beitragen

Hier ist die

Freude am

schöpferischen

Gestalten gefragt

VIEL MEHR

ALS NUR HAARE

E

in gutes Aussehen ist ein weitverbreitetes

Bedürfnis des Menschen - es hilft, das Selbstbewusstsein

zu heben und die Sicherheit im

beruflichen wie im privaten Bereich zu stärken.

Verantwortung. Beratungen im Salon, Waschen, Pflegen,

Schneiden und Föhnen aber auch Haare tönen, färben und

blondieren gehören zum Arbeitsalltag eines Friseur-Azubis.

„Der richtige Umgang mit Kunden, die Kundenberatung

und die genaue Verkaufstechnik werden ebenfalls während

der 3-jährigen Ausbildungszeit erlernt“, berichtet Obermeister

Werner Reuther von der Friseur-Innung Arnsberg. „Die

Ausbildung umfasst aber nicht nur das Damen- und Herrenfach.

Hinzukommen als wichtige Teilbereiche die Kosmetik

und Nageldesign.“

Wichtigste Voraussetzung für das Ergreifen des Friseurberufs

ist die Freude am schöpferischen Gestalten, Interesse an

aktuellen Trends und das richtige Einfühlungsvermögen. So

berichtet auch Xenia Schmidt, Auszubildende im 3. Lehrjahr

bei dem Friseur Cut´n More aus Brilon: „Das Schönste

an meiner Ausbildung ist der direkte Kundenkontakt. Die

Kunden schenken mir ihr Vertrauen (Haare) und ich bin

dankbar, wenn ich sie dann mit meiner Arbeit glücklich machen

kann.“ Nach einem Schulpraktikum ist Xenia Schmidt

2019 in die Ausbildung gestartet. „Wir ermöglichen unseren

Azubis wöchentliche Übungsabende, an denen sie wichtige

Techniken außerhalb der täglichen Kundschaft erlernen.

Danach haben sie eine bessere Sicherheit, wenn sie dann

z.B. zum ersten Mal Kunden eigenständig die Haare schneiden“,

betont Nicole Bunse, Inhaberin von Cut´n More und

stellvertretende Obermeisterin der Friseur-Innung Brilon/

Meschede.

Die Berufsausbildung wird im dualen System im Ausbildungsbetrieb

und der Berufsschule durchgeführt. Während

der Ausbildung wird eine Fachrichtung gewählt: pflegende

Kosmetik/Visagistik, Langhaarfrisuren, Nageldesign/Nagelpflege

oder Haarersatz/Coloration. „Der Beruf des Friseurs

hat im Zeichen wachsenden Lebensstandards eine Zukunft

wie kaum ein anderer“, berichtet auch Obermeister Ulrich

Brieden von der Friseur-Innung Brilon/Meschede. „Aufstiegsmöglichkeiten

sind daher in vielfältiger Weise vorhanden

und somit bietet die Friseur-Ausbildung eine wichtige

Basis für das spätere Berufsleben.“ ■

FRISEUR (M/W/D):

Dauer:

Abschluss:

Vergütung:

(ab 01.08.2021)

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

1. Lehrjahr: 610,00 EUR

2. Lehrjahr: 720,00 EUR

3. Lehrjahr: 815,00 EUR

Friseur-Innung Arnsberg + Brilon/Meschede

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.friseure-nrw.de

Offene Ausbildungsstellen im HSK:

www.ausbildung-hsk.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 43


Das Überprüfen der Kälte- und Klimaanlagen

gehört zu den Aufgaben eines

Mechatronikers für Kältetechnik

Ausbildung zum/zur Mechatroniker/in

für Kältetechnik

ANPACKER MIT

TECHNIK-GEN GESUCHT

D

ie Branche der Kälte- und Klimatechnik

glänzt seit vielen Jahren mit stetigem Wachstum,

somit ist der Bedarf nach qualifizierten

Mitarbeitern sehr groß. Der Fokus liegt auch immer

mehr auf klimafreundlichen Wärmepumpen, um gleichzeitig

den Klimaschutz im Auge zu behalten.

„Wie der Begriff „Mechatronik“ schon erkennen lässt, besteht

die Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik

im aufregenden Spannungsverhältnis zwischen Mechanik

und Elektronik“, berichtet Burkhard Rüßmann, Obermeister

der Fachinnung für Kälte- und Klimatechnik für den

Regierungsbezirk Arnsberg. „Die Azubis bauen, schrauben,

bohren und arbeiten gleichzeitig mit modernster digitaler

Technik. Ein Kältetechnik-Mechatroniker sorgt nicht nur

dafür das Lebensmittel gekühlt, Büroräume klimatisiert

oder Industrieunternehmen ohne Störungen produzieren

können, sondern stellen auch Kälteanlagen für Medizin-,

Pharma-, und Wellnessanwendungen bis -110 °Grad her.“

Während der 3,5-jährigen Ausbildung lernt der Azubi, wie

Kälte- und Klimaanlagen geplant, montiert, repariert und

gewartet werden. Umfassende Kenntnisse in den Bereichen

Metallbau, Elektronik, Energie- und Umwelttechnik wer-

den ebenfalls erlernt. Ein weiterer wichtiger Punkt in der

Ausbildungszeit ist die Beratung und Planung beim Kunden

vor Ort.

Wichtige Voraussetzungen für den Ausbildungsberuf sind

ein naturwissenschaftliches Verständnis, hohe Einsatzbereitschaft,

handwerkliche Begabung und ein gutes Organisations-

und Planungsgeschick. „Ausfälle bei Kälte- und

Klimaanlagen kommen meist plötzlich.“, betont Obermeister

Rüßmann. „Da zählt jede Minute, denn es können z.B.

Lebensmittel verderben oder lebensnotwendige OP-Säle

nicht mehr benutzt werden, da sie nicht mehr über keimfreie

Luft verfügen.“ Die duale Ausbildung findet parallel im Betrieb

(Praxis) und in der Berufsschule statt (Theorie). „Sie ist

eine gute Basis, um in der Technikbranche Fuß zu fassen“,

so Burkhard Rüßmann weiter. „Nach einem erfolgreichen

Abschluss der Ausbildung kann die Gesellin oder der Geselle

in unterschiedlichen Betrieben arbeiten und sich durch

fachliche oder betriebswirtschaftliche Fortbildungen weiter

spezialisieren, z.B. zum Meister, staatl. geprüften Techniker,

Bachelor oder Master.“ ■

MECHATRONIKER FÜR KÄLTETECHNIK (M/W/D):

Dauer:

3,5 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

Abschluss: mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

Vergütung: 1. Lehrjahr: 745,00 EUR

(ab 1.8.2021) 2. Lehrjahr: 795,00 EUR

3. Lehrjahr: 845,00 EUR

4. Lehrjahr: 895,00 EUR

44 - WOLL Elternratgeber 2022

FACHINNUNG FÜR KÄLTE- UND KLIMATECHNIK

FÜR DEN REGIERUNGSBEZIRK ARNSBERG

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.der-coolste-job-der-welt.de

Offene Ausbildungsstellen im HSK:

www.ausbildung-hsk.de


Ausbildung zum/zur Land- und

Baumaschinenmechatroniker/in

TECHNIK-ALLROUNDER

AUF DER ÜBERHOLSPUR

D

ie Landwirtschaft ernährt die Menschheit

aber diese funktioniert nur mit der optimalen

Landmaschinentechnik. Eine Ausbildung

zum/zur „Land- und Baumaschinenmechatroniker/in“

richtet sich daher genau an die Jugendlichen, die fasziniert

sind von den vielfältigen Funktionen von Hightech-

Maschinen, Landmaschinen und Fahrzeugen mit Bordcomputern

oder Hochleistungsmotoren.

„Alle Maschinen und Geräte mit Motor, die draußen laufen

und die kein Auto, Bus, Lkw oder Motorrad sind, werden

von Land- und Baumaschinenmechatroniker gewartet“, erklärt

Franz Peters, Obermeister der Innung für Land- und

Baumaschinentechnik Südwestfalen. „In der Land-, Bauund

Forstwirtschaft sind Fahrzeuge, Maschinen und Geräte

im Einsatz, die das ganze Jahr über exakt und sicher funktionieren

müssen. Daher sind Spezialisten gefragt, die die

Wartungen, Instandhaltungen und Reparaturen durchführen.“

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb

(Praxis) sowie in der Berufsschule (Theorie)

statt. Sie wird ergänzt durch überbetriebliche Kurse an

Berufsbildungsstätten. Zu Beginn der Ausbildung wird ein

Schwerpunkt festgelegt:

Landmaschinen (z.B.

Ackerschlepper,

LAND- UND BAUMASCHINENMECHATRONIKER (M/W/D):

Dauer:

3,5 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

+ überbetriebliche Schulungen

am Berufsbildungszentrum

Mähdrescher), Baumaschinen (z.B. Bagger, Kräne) oder

Motorgeräte (Kleinmotoren, Rasenmäher, usw.).

„Leidenschaft für Technik, analytisches Denken und handwerkliches

Geschick sind die Grundvoraussetzungen für die

Ausbildung zum/zur Land- und Baumaschinenmechatroniker/in“,

so Obermeister Peters weiter. „Ergänzend sollte man

körperlich fit sein und gerne im Team arbeiten.“ Zu den täglichen

Aufgaben gehören die Diagnose von Fehlern und Störungen

in mechanischen, elektronischen, mechatronischen

sowie pneumatischen und hydraulischen Systemen und die

entsprechende Behebung.

National und International

Der Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers

bietet hervorragende Zukunftsaussichten und Karrieremöglichkeiten

in den unterschiedlichen Fachbetrieben – national

sowie international. Aber auch vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

z. B. zum/zur Servicetechniker/in

oder zum/zur Meister/in sind im Anschluss an die Gesellenprüfung

möglich. „Der perfekte Beruf für Technik-Freaks,

der jeden Tag neue interessante Herausforderungen bietet,

Natur und Hightech verbindet und durch innovativste Weiterentwicklungen

fasziniert“, betont Franz Peters. „Interessierte

sollten auf jedenfall ein Praktikum in einem unserer

Fachbetriebe machen und sich live vor Ort von diesem spannenden

Beruf überzeugen.“ ■

Abschluss:

Vergütung:

(ab 1.8.2022):

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

1. Lehrjahr: 635,00 EUR

2. Lehrjahr: 650,00 EUR

3. Lehrjahr: 710,00 EUR

4. Lehrjahr: 745,00 EUR

Innung für Land- und Baumaschinentechnik Südwestfalen

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.starke-typen.info

Offene Ausbildungsstellen im HSK: www.ausbildung-hsk.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 45


Eine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker

MIT VOLLGAS

IN DIE ZUKUNFT

N

ur schrauben war gestern, KFZ-Mechatroniker

können auch HighTech - egal ob Sportwagen

oder Elektroauto!

Das Herz Ihres Kindes schlägt für Autos? Dann ist die

Ausbildung als KFZ-Mechatroniker genau die Richtige.

In der 3,5-jährigen Ausbildung arbeitet der Azubi in einem

spannenden Umfeld und profitiert von echten Zukunftschancen,

denn Autos entwickeln sich schnell weiter:

Autonomes Fahren oder Digitalisierung sind da nur

zwei von vielen spannenden Themen.

Nicht nur Dreck und Öl

Die Zukunft der KFZ-Mechatroniker

sieht sehr positiv aus. „Der

Schwerpunkt Elektrotechnik

wird sich immer weiter

in unserem Berufsfeld

ausweiten“, so Winfried

Guntermann,

Obermeister der

KFZ-Innung Meschede.

„Früher

wurde gesagt, ein

KFZ-Mechaniker

arbeitete nur mit

Dreck und Öl, aber

das ist absolut nicht

mehr so. Die neuesten

Techniken, die in den Autos verbaut werden, sind mehr als

komplex. Ein wichtiger neuer Bestandteil der Ausbildung

ist die Elektromobilität sowie die neuesten Technologien

rund um die Fahrzeugtechnik.“ Darüber hinaus kümmert

sich ein KFZ-Azubi z.B. um die Wartungs-, Reparaturund

Instandhaltungsarbeiten von Fahrzeugen am Motor,

Fahrwerk, Bremsen, Abgasanlage, Elektronik oder auch

Hochvoltantriebssystemen.

Theorie und Praxis verbinden

Die Ausbildung findet in der KFZ-Werkstatt und parallel

am Berufskolleg Berliner Platz in Arnsberg oder am

Berufskolleg Olsberg statt. Zudem gibt es verschiedene

überbetriebliche Schulungen am BBZ in Arnsberg. In der

Berufsschule werden die Ausbildungsinhalte in einzelnen

Lernfeldern unterrichtet. „Im Lernfeld „Diagnose“ lernen

wir z.B. Fehler zu analysieren.“, erzählt Chantal Durrey

aus dem Autohaus Prause in Arnsberg, wo sie im Januar

diesen Jahres erfolgreich Ihre Gesellenprüfung bestanden

hat. Ist es zum Beispiel ein Fehler im System oder ein defekter

Antrieb? „Es ist super spannend, die erlernte Theorie

direkt in der Werkstatt umzusetzen, so macht das Lernen

viel mehr Spaß und man sieht direkt die Erfolge!“

Stolz sein auf sein Werk

Ein typischer Arbeitstag beginnt um 8.00 Uhr. In der

KFZ-Werkstatt werden die Aufträge an die Mitarbeiter

verteilt und Aufgaben zugeteilt. „Im 1. Lehrjahr schaut


man als Azubi eher bei den verschiedenen Tätigkeiten zu

und probiert bestmögliche Hilfestellungen zu geben.“, berichtet

Frau Durrey. „Aber je weiter die Ausbildung voran

geht, desto mehr konnte ich eigenständig arbeiten. Ich

durfte bereits im ersten Lehrjahr Zahnriemen wechseln

oder einen Motor instand setzen. Am Ende des Tages ist

man dann schon sehr stolz auf sein Werk.“ Nach dem ersten

Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung in einem der fünf

Schwerpunkte. Zur Wahl stehen dabei: Personenkraftwagentechnik,

Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, System-

und Hochvolttechnik oder Karosserietechnik.

passender Beruf für Ihr Kind ist, schlagen wir immer vor

ein Praktikum zu machen. Dadurch erlangt man schon

erste Einblicke in den Beruf und sieht direkt, ob die Arbeit

einen interessiert. Der Arbeitsmarkt KFZ-Mechatroniker-Gesellen

sieht sehr gut aus und Facharbeiter werden

überall gesucht“, so Jens Prause, Obermeister der KFZ-Innung

Arnsberg weiter. „Somit steht einer Ausbildung zum

KFZ-Mechatroniker fast nichts mehr im Wege. Also ab

mit Vollgas in die Zukunft.“ ■

Spaß an Autos

„Eine Voraussetzung für die Ausbildung ist auch

körperliche Belastbarkeit, da es trotz modernster

Technik noch immer Arbeitsbereiche gibt, in

denen Körperkraft gefordert ist“, erläutert Obermeister

Josef Götte von der KFZ-Innung Brilon.

Gleichzeitig dazu sollte der Azubi ein gutes technisches

Verständnis vorweisen, generell Spaß an

Autos haben. Ebenfalls spielt die Kommunikation

mit den Kunden und Kollegen bei diesem Berufsbild

eine wichtige Rolle. Die Zukunftsaussichten

für KFZ-Mechatroniker-Gesellen sehen sehr positiv

aus. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung

gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, z.B. den KFZ-

Mechatroniker-Meister oder Betriebswirt des Handwerks.

„Um genau zu wissen, ob der KFZ-Mechatroniker ein

KFZ-MECHATRONIKER (M/W/D):

Dauer:

Abschluss:

Vergütung:

(ab 01.08.2022)

3,5 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

+ überbetriebliche Schulungen

am Berufsbildungszentrum

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

Gute Noten in MINT-Fächern

1. Lehrjahr: 760,00 EUR

2. Lehrjahr: 800,00 EUR

3. Lehrjahr: 895,00 EUR

4. Lehrjahr: 985,00 EUR

KFZ-GEWERBE INNUNGEN – Arnsberg, Brilon, Meschede

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.wasmitautos.com

Offene Ausbildungsstellen im HSK:

www.ausbildung-hsk.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 47


Eine Ausbildung im Maler- und

Lackiererhandwerk

FÜR MEHR FARBE

IM LEBEN

H

ier wird nicht nur gestrichen,

lackiert und tapeziert! Maler und Lackierer

gestalten Außen- und Innenbereiche

und verpassen Decken, Wänden, Fußböden, Fassaden

oder ganzen Gebäuden einen neuen Look.

Die 3-jährige Ausbildung wird in fünf verschiedenen Fachrichtungen

angeboten: Ausbautechnik und Oberflächengestaltung,

Energieeffizienz und Gestaltungstechnik, Bauten-

und Korrosionsschutz, Gestaltung und Instandhaltung

sowie Kirchenmalerei und Denkmalpflege.

„Während der Ausbildung wird täglich der Pinsel geschwungen,

aber natürlich auch die Schulbank gedrückt“, erzählt

Stefan Schreckenberg, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung

Brilon/Meschede. „Die Azubis lernen während

der Ausbildungszeit die verschiedenen Arbeitsmethoden,

Farben, Materialien und Bausubstanzen kennen und lernen

zu entscheiden, welche Herangehensweise bei den jeweiligen

Aufträgen zu wählen ist.“ Die Ausbildung findet in der Berufsschulte

(Theorie), im Ausbildungsbetrieb (Praxis) und

in der Lehrwerkstatt (Praxis + Theorie) statt. Der Arbeitsalltag

eines Malers und Lackierers ist sehr vielfältig und

bietet viel Abwechslung. Wichtige Voraussetzungen für die

Ausbildung zum Maler und Lackierer sind handwerkliches

Geschick, technische Fertigkeiten und ein guter Sinn für

Design und Farben. Mathematische Grundkenntnisse z. B.

für die Mengenberechnung und der Anfertigung von Farbmischungen

und auch eine gewisse körperliche Belastbarkeit

bieten ebenfalls eine gute Basis für die Ausbildung.

Praxis und Theorie verbinden

„Im Betrieb lernt der Azubi die praktischen Fertigkeiten

und wird in den betrieblichen Arbeitsablauf direkt mit eingebunden.

Dabei geht er mit auf die Baustellen und arbeitet

zusammen mit den Gesellen und Meistern“, so Obermeister

Schreckenberg weiter. „Das Gestalten von kundenorientierten

Arbeitsprozessen, das Planen, Vorbereiten und Organisieren

von Arbeitsaufgaben oder das Durchführen von Putz-,

Dämm- und Trockenbauarbeiten gehört zu den täglichen

Aufgaben eines Maler- und Lackierer-Azubis.“ Nach dem erfolgreichen

Abschluss der Ausbildung kann ein Maler- und

Lackierer-Geselle in verschiedenen Handwerksbetrieben

arbeiten. Zusätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten der

Weiterbildung, z.B. zum Maler- und Lackierermeister. Aber

auch eine Fortbildung zum Gebäudeenergieberater, kann

eine spannende Alternative sein. Der Gebäudeenergieberater

berät z. B. Hauseigentümer, wie sie ihre Gebäude am besten

klimafreundlich umbauen lassen können. So trägt man direkt

zum Klimaschutz bei. „Der Arbeitsmarkt für Maler und

Lackierer-Gesellen sieht sehr gut aus und Facharbeiter werden

überall dringend gesucht“, betont Stefan Schreckenberg. ■

MALER UND LACKIERER (M/W/D):

Dauer:

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

überbetriebliche Lehrgänge am BBZ

Abschluss: mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

Vergütung: 1. Lehrjahr: 740,00 EUR

(ab 1.8.2022)

2. Lehrjahr: 815,00 EUR

3. Lehrjahr: 980,00 EUR

48 - WOLL Elternratgeber 2022

Maler- und Lackierer-Innung – Brilon/Meschede

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.werde-maler.de

Offene Ausbildungsstellen im HSK:

www.ausbildung-hsk.de


Zimmer/in - ein besonderer Beruf mit uralter Tradition

KOMM MIT AUF DEN

RICHTIGEN HOLZWEG

Ronja Schneider ist Auszubildende im 2. Jahr

Während der dreijährigen Zimmerer-Ausbildung werden

anspruchsvolle Holzbauten für z.B. Wohnhäuser, Schulen

oder große Industriebauten geschaffen. Dazu wird täglich

mit den verschiedensten Holzmaterialien und Baustoffen

gearbeitet. „Aber auch bei Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen,

bei Sanierungen von Fachwerkhäusern

oder bei größeren Ingenieurbauwerken sind die Fähigkeiten

und Fertigkeiten eines Zimmerers gefragt“, ergänzt Richard

Greitemann, Obermeister der Zimmerer-Innung Hochsauerland.

„Mit Holz geht einfach (fast) alles!“

Selbständig arbeiten und gemeinsam anpacken

„Ein Zimmerer-Azubi muss aus stabilem Holz geschnitzt

sein, bei komplizierten Bauplänen durchblicken und sich

Zeichnungen räumlich vorstellen können“, berichtet Obermeister

Greitemann weiter. „Längst hat auch der Computer

Einzug in unsere Holzbaubetriebe gehalten. Er hilft bei der

Erstellung technischer Zeichnungen oder bei CNC-gesteuerten

Maschinen für die Fertigung von Bauteilen.“ Holzhäuser

sind wieder sehr gefragt; hier verbinden

sich altes Wissen mit

nachhaltigem Denken.

Die klimagerechte

ZIMMERER (M/W/D):

Dauer:

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie an der Berufsschule

Meschede, überbetriebliche

Schulungen am BBZ

Verbesserung der Wärmedämmung im Fassaden-, Wandund

Dachbereich sowie die Deckung von Dächern stellen

die Zimmerer immer wieder vor neue Herausforderungen.

Dabei ist der Zimmerer ein wahrer Experte auf den Gebieten

des energiesparenden Bauens, Sanierens, Renovierens und

bei dem Einsatz von nachhaltigen Baustoffen.

Die Zukunft des Berufs ist gesichert, die Branche blickt positiv

in die Zukunft. Auch Ronja Schneider, Auszubildende

im 2. Jahr beim Zimmererbetrieb „Wiese und Heckmann“

in Olsberg: „Ich habe schon an vielen spannenden Aufträgen

mitarbeiten dürfen. Die verschiedenen Tätigkeiten eines

Zimmerers konnte ich mir vor Beginn der Ausbildung gar

nicht so richtig vorstellen. Umso begeisterter bin ich, wie

spannend und abwechslungsreich die Ausbildung ist.“ Teilweise

durfte sie schon eigene Kundenaufträge komplett abarbeiten:

“Das macht mich natürlich sehr stolz. Ich freue

mich jeden Abend zu sehen, was ich während des Tages mit

meinen Händen geschaffen habe.“

Die Balken, die die Welt bedeuten

„Nach erfolgreichem Abschluss der Zimmerer-Ausbildung

kann der Geselle oder die Gesellin sich zum Beispiel zum

Zimmererpolier oder Vorarbeiter weiterbilden, den Meistertitel

erwerben, Restaurator werden oder auch ein Studium

beginnen (z. B. Bauingenieurwesen, Architektur, Holztechnik)“,

erklärt Obermeister Greitemann weiter. „Den Karrierechancen

sind keine Grenzen gesetzt.“ ■

Abschluss:

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschlus

Vergütung:

(ab 1.4.2022)

1. Lehrjahr: 736,00 EUR

2. Lehrjahr: 984,00 EUR

3. Lehrjahr: 1.196,00 EUR

ZIMMERER INNUNG – Hochsauerlandkreis

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

https://www.bauberufe.net/zimmerer.html

Offene Ausbildungsstellen im HSK: www.ausbildung-hsk.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 49


Zwischen modernsten CNC-Maschinen

und traditionellen Werkzeugen

DAS MULTI-TALENT

UNTER DEN

HANDWERKERN

E

gal wohin man schaut, überall findet man

Tischlerprodukte - ob zu Hause in den eigenen

vier Wänden, in öffentlichen Gebäuden und Geschäften,

bei Messen oder in Restaurants – die Menschen

setzen auf Qualitätsarbeit vom Tischler.

„Die Tischler-Ausbildung gehört nicht ohne Grund zu

den beliebtesten Handwerk-Ausbildungen in Deutschland.

Denn Auszubildende im Tischlerhandwerk können bereits

früh an Kundenaufträgen mitwirken. Sie lernen direkt die

gesamte Palette der verschiedensten Tätigkeitsbereiche ihrer

Betriebe kennen. Sie helfen bei der Planung, Fertigung,

Lieferung und Montage von zum Beispiel Fenstern, Türen,

Wintergärten, Inneneinrichtungen und -ausbauten, Möbeln,

Objekteinrichtungen oder Messebauten.“, berichtet

Jürgen Bröker, Obermeister der Tischler-Innung Hochsauerland.

„Ein Tischler verbindet handwerkliches Geschick mit

Kreativität. Das macht den Beruf so spannend.“ Während

TISCHLER (M/W/D):

Dauer:

Abschluss:

Vergütung:

(ab 01.01.2022)

3 Jahre

Praxis im Betrieb

Theorie in der Berufsschule

mind. guter Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss

1. Lehrjahr: 700,00 EUR

2. Lehrjahr: 810,00 EUR

3. Lehrjahr: 910,00 EUR

der 3-jährigen Ausbildung lernen die Tischler-Azubis

Arbeitsabläufe zu planen und vorzubereiten, Erzeugnisse

nach gestalterischen und funktionalen Gesichtspunkten

zu entwerfen, zu zeichnen und zu fertigen. Der

Werkstoff Holz ist dabei das wichtigste Element: nachhaltig,

regional und somit zukunftsorientiert. Die richtige Auswahl

der Holz- und Holzwerkstoffe und die Verarbeitung von

Furnieren, Kunststoffen, Glas oder Metall lernen Auszubildende

ebenfalls von Anfang an.

Langweilig wird es bestimmt nicht

In der Ausbildung lernt der Azubi mit einer Vielzahl von

Werkzeugen umzugehen, vom einfachen Stemmeisen bis

zur computergesteuerten Hightech-CNC-Fräse, auch branchenspezifische

Planungs- und Konstruktionssoftware

kommen zum Einsatz. In der Werkstatt ist vor allem Teamarbeit

gefragt. Gute Kommunikations- und Teamfähigkeit

ist eine wichtige Voraussetzung für die Ausbildung zum

Tischler aber auch handwerkliches Geschick, räumliches

Vorstellungsvermögen und Freude am Umgang mit dem

Werkstoff Holz. „Meistens werden die Produkte persönlich

50 - WOLL Elternratgeber 2022


Fotoquelle: Tischlerei Beule,

Kreishandwerkerschaft

zum Kunden geliefert und dort eingebaut beziehungsweise

aufgestellt.“, erzählt Obermeister Bröker weiter. „Der Tischler-Azubi

ist also nicht ständig in der Werkstatt, sondern

auch mal beim Kunden direkt vor Ort.“

Praktische Ausbildung steht im Mittelpunkt

„Tischlerbetriebe bilden sehr gerne aus, auch weil

wir weiterhin gute Fachkräfte brauchen.“, betont

Obermeister Bröker. Die Tischer-Ausbildung

findet im dualen System statt, das heißt parallel

im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Zusätzlich dazu gibt es überbetriebliche

Lehrgänge. Im Schulunterricht lernt der Azubi

die Materialien, Arbeitsverfahren, Technologien

und handwerklichen Konstruktionen noch besser

kennen. Es wird auch das Lesen und Erstellen

von Skizzen und Zeichnungen sowie das notwendige

mathematische Rüstzeug vermittelt. Vor Beginn einer

Ausbildung im Tischler-Handwerk empfiehlt es sich, ein

Praktikum in einer Werkstatt zu absolvieren, um festzustellen,

ob Erwartungen und Realität übereinstimmen. So

hat es auch Madlen Beckmann, Tischler-Auszubildende im

2. Lehrjahr bei der Tischlerei Beule aus Brilon gemacht.

„Nach meinem Fach-Abitur mit dem Schwerpunkt Kunst

habe ich mich bewusst für eine Ausbildung als Tischlerin

entschieden. Ich wollte unbedingt etwas mit meinen eigenen

Händen schaffen und stolz darauf sein, was ich eigenständig

erstellt habe“, berichtete Madlen Beckmann. „Dass

ich meine Kreativität im Tischler-Handwerk ausleben kann,

ist mein besonderes Highlight während meiner Ausbildung.

Aber auch der Grundlehrgang zu Beginn der Ausbildung,

wo wir die Grundlagenfertigkeiten, den sicheren Umgang

mit Maschinen und die Veredelung von Oberflächen gelernt

haben, hat mir direkt gezeigt, hier fühle ich mich wohl, das

möchte ich machen.“

Individuelles Gesellenstück

Nach der 3-jährigen Ausbildung findet die Abschlussprüfung

statt. Diese besteht zum einem aus den theoretischen

Prüfungen und zum anderen aus dem praktischen Teil. Dabei

ist der Höhepunkt das eigene Gesellenstück. „Der Azubi

erstellt sein Gesellenstück von der ersten Idee über die optimale

Konstruktion bis zum perfekten Finish eigenständig.

Er entscheidet selbstständig, was sein Gesellenstück werden

soll, welches Material verwendet und wie es bearbeitet wird.

Planung, Konstruktion, Fertigung, alles liegt in der eigenen

Verantwortung.“, erzählt Jürgen Bröker weiter. „Das ist eine

große Herausforderung und gleichzeitig eine großartige

Chance, zu zeigen, was man alles gelernt hat.“ Eine Besonderheit

im Tischler-Handwerk ist der Gestaltungswettbewerb

„Die Gute Form“. Dieser zeichnet jedes Jahr exzellent

gestaltete Gesellenstücke im Tischlerhandwerk aus. „Der

Landeswettbewerb zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass der Beruf

des Tischlers spannend ist und nie langweilig wird. Die

vielen verschiedenen Möglichkeiten, die der Werkstoff Holz

bietet, setzt der eigenen Kreativität keine Grenzen“, freut sich

Obermeister Bröker. Auch nach erfolgreichem Abschluss der

Berufsausbildung ergeben sich eine ganze Reihe von Fortund

Weiterbildungsmöglichkeiten. z.B. zum Tischlermeister/in

oder auch als Betriebswirt des Handwerks. ■

Tischler Innung Hochsauerland

Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf:

www.born2btischler.de

Offene Ausbildungsstellen im HSK:

www.ausbildung-hsk.de

Fotoquelle: Tischler NRW

WOLL Elternratgeber 2022 - 51


Jochem Hunecke: 35 Jahre Hauptgeschäftsführer

und fasziniert vom Handwerk

„VIELFÄLTIG, SPANNEND UND

IM STETIGEN WANDEL“

Paul Senske

Vanessa Schulte

Jochem Hunecke vor dem Gebäude der Kreishandwerkerschaft - seinem “Baby”

E

igentlich wollte er Rechtsanwalt werden, doch eine von seiner Frau Sonja „entdeckte“ Anzeige

der Kreishandwerkerschaft verhalf ihm zu seinem „Traumberuf“. Der Arnsberger Jochem Hunecke

bewarb sich auf die freie Stelle als Geschäftsführer für den Alt-Kreis Arnsberg, tippte die Bewerbung

noch auf der Schreibmaschine und wurde vom Vorstand der Kreishandwerkerschaft eingestellt. Das war 1987,

der Volljurist Hunecke 29 Jahre jung. „Wenn es diesen Job bei der Kreishandwerkerschaft nicht geben würde,

hätte er für mich erfunden werden müssen.“

52 - WOLL Elternratgeber 2022


Seit 35 Jahren leitet Hauptgeschäftsführer Assessor jur.

Jochem Hunecke, so die offizielle Bezeichnung, mit einem

engagierten Team inzwischen die Kreishandwerkerschaft.

Kreishandwerksmeister ist der Elektrotechnikmeister

Hans-Josef Berkenkopf aus Hallenberg.

„Die Arbeit füllt mich voll aus und bereitet mir Spaß

und Freude“, betont Hunecke. „Das Handwerk ist

vielfältig, spannend und in einem stetigen Wandel. Die

Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister, mit denen

wir arbeiten, sind gestandene Persönlichkeiten, mit

ihnen kann man außergewöhnlich gut umgehen und

arbeiten. Sie tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter und engagieren sich auch ehrenamtlich

für die Gesellschaft.“

“Leidenschaftlicher” Arnsberger

Wenn der gebürtige und „leidenschaftliche“ Arnsberger

über seinen Beruf spricht, dann öffnet sich

sein Herz: „Wenn man will, so ist die Kreishandwerkerschaft

mein Baby.“ Vor allem organisatorisch

gab es zu Beginn seiner Tätigkeit eine Menge zu tun.

Die kommunale Neugliederung der drei Altkreise Arnsberg,

Meschede und Brilon zum Hochsauerlandkreis

war 1975 erfolgt. Die Kreishandwerkerschaft arbeitete

„Die Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister,

mit denen wir zusammenarbeiten,

sind gestandene Persönlichkeiten“

(Jochem Hunecke)

damals noch in den drei Geschäftsstellen in Arnsberg,

Meschede und Bigge-Olsberg - in den drei Altkreisen.

Natürlich musste bei der Zusammenführung auch

Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Wichtig war,

dass wir schließlich in einem Gebilde an einer zentralen

Stelle zusammengewachsen sind.“ 2005 war es so weit,

die Kreishandwerkerschaft bezog ihren zentralen Sitz in

Meschede-Enste – in ein funktionales und architektonisch

anspruchsvolles Gebäude als gemeinsame Heimat

für die Handwerkerfamilie des Kreises.

Beim Blick zurück spricht Hunecke über eine (weitere)

„Herzenssache“, die Ausbildung junger Menschen.

„Während die Betriebe heute um den Nachwuchs ringen,

war es vor 20 Jahren genau umgekehrt. Damals gab es viele

junge Leute ohne Ausbildungsplatz“, erinnert sich Hunecke.

„Wir sind in die Betriebe gefahren und haben um

Ausbildungsplätze gekämpft.“ Denn - so der 64-Jährige

- eine abgeschlossene Ausbildung in einen Beruf, der

Freude bereitet, ist eine Garantie für ein erfülltes Leben.

„Die Möglichkeiten, die nach einem Abschluss im

Handwerk bestehen, sind phänomenal gut.“

Der Hauptgeschäftsführer lebt für seinen „Traumberuf“

Wie viele der Handwerksmeister und Betriebschefs

im Kreis ist auch Hunecke ehrenamtlich

unterwegs. Seit 27 Jahren sitzt der Kommunalpolitiker

im Arnsberger Stadtrat. Vor vier Jahren

wurde er zum Vorsitzenden der CDU-Fraktion

gewählt. Er ist leidenschaftlicher Golfer, geht

gerne auf die Jagd und jeden Donnerstag zum

Skat in den Ratskeller, wie „es sich für einen

leidenschaftlichen Arnsberger gehört“. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 53


Mit Hammer, Beißzange und

CAD-System

Leidenschaft um Schuhe und auch Füße.

Das geballte Fachwissen der beiden Meister

kommt ihren Kunden zugute. Aber sie

geben es auch gern an ihren aktuellen und künftige

Auszubildende weiter.

AdobeStock 163799949

PLÄDOYER FÜR EINEN

WUNDERSCHÖNEN

ALTEN

HANDWERKSBERUF

Helmut Gaida

D

er Lehrlingswart der „Schuhmacher-Innung

Hellweg-Lippe“ sieht mit Sorge auf die Zukunft

eines alten Handwerksberufes. Der

Lippstädter Jens Haasmann ist Orthopädie-Schuhmachermeister

und übt seinen Beruf schon seit gut 23

Jahren aus. Mit viel Leidenschaft zu dem Handwerk.

Was ihm als Lehrlingswart - und damit der gesamten

Innung - allerdings fehlt, sind die Auszubildenden.

Jens Haasmann hat einen wunderschönen, alten Handwerksberuf

gelernt und dazu einen nachhaltigen. Als

Orthopädie-Schuhmachermeister weiß er alles über die

Herstellung, Pflege und Reparatur von Schuhen. Anders

als der „normale“ Schuhmacher, ist er auch der Experte für

den Fuß. Spätestens dann, wenn doch einmal der Schuh

drückt oder Fußfehlstellungen zu Knie- und Rückschmerzen

führen, wenn bzw. die Füße Probleme machen und

eine eigens für sie gefertigte Einlage brauchen, weiß man,

wie wichtig dieser alte Handwerksberuf doch ist.

In Lippstadt befindet sich seine kleine, orthopädische

Meisterwerkstatt und dass schon seit 50 Jahren.

Zwei Orthopädie-Schuhmachermeister, Jens Haasmann

und Frederik Holtmann kümmern sich dort mit

54 - WOLL Elternratgeber 2022

Der Trand geht zum

Orthopädieschuhmacher

„Leider fehlen im Schumacher-Handwerk gänzlich

viele Auszubildende und das schon seit

Jahren“, berichtet Haasmann. „Der

Trend geht, wenn überhaupt, zum

Orthopädieschuhmacher. Diesen Beruf hat auch

sein jetziger Azubi gewählt, der voraussichtlich

2025 die Prüfung zum Orthopädieschuhmacher

ablegen wird.

Tradition und Hightech

Wie auch in vielen anderen Handwerksbereichen

verbinden sich im Beruf des Schuhmachers Tradition und

Hightech. Hammer, Beißzange und Raspel sind zwar die

wichtigsten Handwerkszeuge des Schuhmachers, aber

wenn Einlagen und Schuhe entwickelt und gefertigt

werden, kommt modernste Orthopädietechnik (CAD-

Adobe Stock

System z. B. für den 4-D-Wirbelsäulenscan) zum

Einsatz. Ein regelmäßiger Austausch mit Orthopäden,

Chirurgen und Medizinern gehört natürlich auch dazu.

Während der dualen Ausbildung zum Orthopädie-

Schuhmacher, die 3,5 Jahre dauert, lernt man auch alles

über den menschlichen Bewegungsapparat. Mit diesem

Beruf kann man später auch in Sanitätshäusern,

Kliniken und Schuhfachgeschäften arbeiten. Oder

man macht den Meisterbrief und eröffnet dann seinen

eigenen Betrieb.

Nicht zuletzt hat der Beruf des Schuhmachers auch viel

mit Nachhaltigkeit zu tun. Ein bisher noch schwacher

Trend geht hin zur Reparatur von Schuhen. Nichts gegen

die allseits beliebten Sneaker, aber Haasmann wundert

sich schon länger, dass ausgerechnet junge Menschen,

die mit dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit aufgewachsen

sind, mit „Plastik-Schaumhülsen unter ihren Füßen“

zu „Fridays for Future“-Demos gehen. ■

Sneaker sind praktisch,

aber nicht nachhaltig


DURCH INTELLIGENZ DIE ZUKUNFT SICHERN

Kontinuierliches Wachstum und eine ständig wachsende

Leistungspalette zeichnen uns seit der Unternehmensgründung

im Jahr 1872 aus. Mit über 120 Mitarbeitenden

sind wir regional der größte Arbeitgeber im SHK-Bereich.

Bis zu 10 Jugendliche beginnen jedes Jahr ihre

Ausbildung bei uns. Unser Leistungsspektrum umfasst die

TGA-Planung, Sanitär-, Heizungs-, Klima-, Kälte- und

Elektrotechnik.

Unsere Mitarbeitenden sind uns wichtig! GEBRO HERWIG

bietet einen sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz

mit vielen Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung und

übertarifl icher Bezahlung. Zusätzlich gibt es Benefi ts vom

Sommerfest über Bikeleasing bis hin zur betrieblichen

Krankenzusatzversicherung.

Wir bearbeiten Projekte der unterschiedlichsten Größenordnungen

– ob Hotel, Krankenhaus, Einkaufszentrum

oder Privathaushalt. Jeder Auftrag hat dabei seine eigenen

Herausforderungen. So bleibt der Beruf immer abwechslungsreich

und spannend.

Als Ausbildungsbetrieb sind wir von Handwerkskammer

und IHK zertifi ziert und bieten beste Bedingungen.

Allen Auszubildenden stellen wir einen Paten an die Seite,

der sie mit Rat und Tat unterstützt. So erreichten schon viele

unserer Azubis Top-Abschlüsse, wurden zu Kammer- und

Landessiegern oder qualifi zierten sich für ein weiterführendes

Studium, die Meister- oder Technikerausbildung.

Wir bilden in drei zeitgemäßen Handwerksberufen aus:

• Anlagenmechaniker:in SHK

• Mechatroniker:in für Kältetechnik

• Elektroniker:in für Energie- und Gebäudetechnik

Die Ausbildung endet nach 3 ½ Jahren mit der Prüfung

vor der Handwerkskammer.

Im kaufmännisch-technischen Bereich lernen technische

Systemplaner:innen, Büro- und Industriekaufl eute.

Soll es lieber ein duales Studium sein? Auch hier

bieten wir verschiedene Möglichkeiten!

GEBRO HERWIG Haustechnik Gmbh

Obereimer 12 | 59821 Arnsberg

Tel. 02931 5212-0 | www.gebro-herwig.de

Bewerbungen: karriere@gebro-herwig.de

Wir suchen (m|w|d)

Auszubildende

Infos und Angebote findet ihr

unter www.gebro-herwig.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 55


Lohnender Besuch auf Ausbildungsmessen

„Der Erstkontakt auf der Messe kann ein

Riesenvorteil bei der späteren Bewerbung sein“

(Oliver Dülme)

Britta Melgert

Fotos: Stadtmarketing Meschede e.V.

Bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf

ist für die meisten Jugendlichen eine ausführliche

Recherche erforderlich. Gemeinsam mit der

Familie und den Freunden wird über Berufsfelder und

Möglichkeiten diskutiert. Fachlich basierte Informationen

erhalten sowohl die Schüler als auch deren Eltern im Rahmen

der Berufsinformationsbörsen, die vielerorts stattfinden

und bei denen man erste Kontakte zu eventuellen

künftigen Arbeitgebern knüpfen kann.

Der Andrang ist enorm. Bis zu 3000

Besucher nutzen beispielsweise die

jährliche Berufsinformationsbörse im

Berufskolleg in Meschede. Rund 100

Aussteller informieren über rund 200

Berufsbilder und werben gleichzeitig

um künftige Nachwuchskräfte. Egal,

ob der Berufswunsch schon feststeht

oder ob die zündende Idee noch fehlt –

hier können Zukunftspläne entstehen

und reifen.

Im Gespräch mit Firmeninhabern

und Ausbildern

„Wir bieten an den Messetagen Besuche

für Schüler und auch für Eltern an“, informiert

uns Christina Wolff vom Mescheder

Stadtmarketing. „Hier kann

man das Gespräch mit Firmeninhabern

MESCHEDE

oder mit den Ausbildungsbeauftragen

suchen. Besonders lohnend kann

es aber auch sein, mit einem aktuellen

Auszubildenden des Unternehmens zu

sprechen und dessen Erfahrungen zu

hören.“

Nachwuchskräfte für alle

Branchen gesucht

Und so bummelt man von Stand zu

Stand. Vom klassischen Handwerksbetrieb

über die Steuerberatungsgesellschaft,

das Kreditinstitut, Arbeitgeber

aus medizinischen Berufen oder der

Gastronomie bis hin zum heimischen

Großunternehmen – überall bemüht

man sich um junge Nachwuchskräfte

für den eigenen Betrieb. „Vielen Besuchern

ist gar nicht bewusst, wie umfangreich

die Möglichkeiten hier im

Sauerland sind“, erzählt Wolff. „Oft

hatte man sich zuvor lediglich an ein

paar bekannten Berufen orientiert und

ist dann auf der Messe erstaunt, wie

breit das Spektrum der Möglichkeiten

tatsächlich ist.“

Arnsberger Ausbildungsmesse sogar

mit Schülerlabor-Besuch

In Arnsberg findet ebenfalls jährlich

eine Ausbildungsmesse im Kaiserhaus

statt. Örtliche und regionale Arbeitgeber

informieren über Ausbildungsberufe

aller Branchen, von A wie Altenpflege

bis Z wie Zahnmedizin. Dirk

Hoffmann von der Wirtschaftsförderung

Arnsberg GmbH weiß: „Das

persönliche Gespräch mit den Azubis

56 - WOLL Elternratgeber 2022


ermöglicht auf diesen Messen einen Informationsaustausch

‚auf Augenhöhe‘

und hilft, eventuelle Berührungsängste

schnell abzubauen.“

Als besonderes Highlight berichtet

Hoffmann über die in diesem Frühjahr

erstmals erfolgte Öffnung der Pforten

zum Schülerlabor F.LUX für die große

Öffentlichkeit. „Es wurden Kurse und

Experimente rund um Themen wie

3D-Druck, Licht- und Elektrotechnik

vorgestellt, um das Interesse an MINT-

Themen bei Groß und Klein zu wecken

und zu vertiefen.“

ARNSBERG

In Kürze: Die Briloner

Ausbildungsmesse

Oliver Dülme, Geschäftsführer der

Briloner Wirtschaft und Tourismus

GmbH, weiß: „Die Messe ist oft der

Ort, an dem potenzielle Ausbilder und

Azubis erstmals ins Gespräch kommen.

Dieser Erstkontakt kann ein Riesenvorteil

bei der späteren Bewerbung sein.“

In die nahe Zukunft blickend verrät

er: „Wir bereiten aktuell die große Briloner

Ausbildungsmesse, die am 1. Juni

2022 mit 120 Ausstellern in unserer

Schützenhalle stattfinden wird, vor.

Nachdem sich in den Morgenstunden

ausschließlich Schüler informieren können,

öffnen wir ab 13 Uhr die Türen

für alle Interessierten. Der Schwerpunkt

liegt auf dem Ausbildungsstart

Fotos: Copyright wfa, Dirk Hoffmann

Weitere Informationen findet man hier:

BerufsInfoBörse (meschede.de) www.ausbildung-arnsberg.de Ausbildungsbörse

(ausbildungsboerse-bo.de)

im Sommer 2023, aber auch für 2022

sind noch etliche Plätze vakant. Wer

Interesse und Glück hat, kann sich vielleicht

gleich vor Ort mit seinem neuen

Arbeitgeber einig werden.“

Chancen auf gute Löhne

und Weiterbildung

BRILON

kann man im gewerblich/technischen

Bereich gutes Geld verdienen“, findet

Dülme. „Und der anschließende Weg

zum Meistertitel oder in die spätere

Selbstständigkeit sind ja auch gegeben.

Was wäre der Bachelor ohne den

fleißigen Handwerker?

Menschen sehr wichtig ist. „Im Handwerk,

in der Gastronomie, in der Pflege

etc. – da wird man nicht arbeitslos, denn

da wird man gebraucht.“ Grinsend malt

er uns gedanklich ein durchaus nachvollziehbares

Bild: „Da wartet der junge

Bachelor geduldig, bis der Handwerker

endlich Zeit für ihn hat.“ ■

Auch wer vielleicht mit einem Studium

statt einer Ausbildung liebäugelt, ist gut

beraten, die Ausbildungsmesse zu besuchen,

um Alternativen zu erkennen.

„Nicht jeder Jugendliche ist geeignet

für eine Laufbahn als Akademiker.

Etwas mit den eigenen Händen herzustellen

oder eine Dienstleistung zu erbringen

kann definitiv befriedigender

sein als ein Studiengang, der nicht zu

den eigenen Fähigkeiten passt. Zudem

Dülme gibt auch zu bedenken, dass die

Sicherheit des Arbeitsplatzes für viele

Fotos: Brilon Wirtschaft und Tourismus GmbH

WOLL Elternratgeber 2022 - 57


Digitalisierung der Ausbildungsbetriebe

DIE ZUKUNFT GEGENWART IST DIGITAL

Helmut Gaida

W

er bisher von Digitalisierung sprach,

meinte damit meistens die nahe Zukunft.

Die ist mittlerweile zu Gegenwart geworden

- in den meisten Betrieben und bei den Jugendlichen

sowieso.

Vorbei sind die Zeiten, in denen Auszubildende ausschließlich

aus dem Erfahrungsschatz des Ausbilders profierten.

Wissen, das auch von den, wie man heute sagt „soft skills“

des Lehrenden abhängig war; von dessen Kompetenz zur

Wissensvermittlung und manchmal auch von dessem

Wohlwollen.

Heute sehen solche Unternehmen, die man zu den digitalen

Vorreitern in der Ausbildung zählen kann, die mannigfachen

Vorteile in digitalen Lehr- und Lernmethoden.

Dieses Ergebnis stammt aus einer repräsentativen Unternehmensbefragung

des Bundesministeriums für Bildung

und Forschung. Die didaktischen Potenziale erkennen

demnach 62 % der ausbildungsaffinen Unternehmen. Sie

gaben an, dass digitale Arbeits- und Lernmethoden bei Jugendlichen

zu einer erhöhten Motivation führen.

Nur noch gut 10 % der Ausbildungsbetriebe verzichten

der Studie zufolge völlig auf digitale Lernformate. Meist

seien es auch diejenigen, die sich sowieso eher selten mit

neuesten Technologien vertraut machten.

Der neue Azubi-Generation, die man auch als „Digital

Natives“ bezeichnet, wird gleich zu Ausbildungsbeginn

von vielen Unternehmen die entsprechende Hardware zur

Verfügung gestellt, z. B. Laptops, die sie auch für private

Zwecke nutzen können. Auch die Lehr- und Lernmethoden

sind im digitalen Zeitalter anders. Gelernt wird teils

in virtuellen Klassenzimmern, auf Lernplattformen, über

interaktive Online-Kurse (MOOCS) oder auch unterstützend

durch „Learning Nuggets“ ( kleine, unterstützende

Lehrinhalte, die max. 5 Minuten Zeit beanspruchen und

per Mail oder WhatApp etc. versendet werden.

Seltener werden aufwendige Lernszenarien eingesetzt wie

Augmented Reality-Brillen, die virtuelle Welten vermitteln,

oder Serious Games, Computer- und Videospiele,

die eingesetzt werden, um fachliches Wissen zu vermitteln.

Die Digitalisierung schreitet weiter voran, in der „Ausbildung

4,0“ wie auch im privaten Leben. Längst ist diese

Entwicklung nicht mehr nur eine technologische, sondern

mit ihren weitreichenden und generationenumfassenden

Folgen auch eine kulturelle. Die Frage nach dem Sinn der

Digitalisierung stellt sich nicht mehr, die Notwendigkeit

lebenslangen Lernens rückt dafür weiter in den Vordergrund.

Nicht nur für die junge Generation, sondern auch

für Berufsschullehrer und Ausbilder. ■

58 - WOLL Elternratgeber 2022


B E R A T U N G & I N F O R M A T I O N F Ü R E L T E R N

LAURA WEISS BEREITS, WAS SIE NACH

DER SCHULE MACHT. IHR KIND AUCH?

Information zur Ausbildungsregion, Karrierewegen und passenden Berufsfeldern

Ganzjährige Beratung und Vermittlung freier Ausbildungsstellen

Alle Infos & Kontakt unter karriere-hier.de/eltern

Grafik: Dorothee Reichenberger

KARRIERE-HIER: Ein starkes Netzwerk für die Region. Auf Initiative des Ausbildungskonsens Hellweg-Sauerland.

WOLL Elternratgeber 2022 - 59


FREIE

AUSBILDUNGSSTELLEN

VON A BIS Z

Ausbildungsberuf

60 - WOLL Elternratgeber 2022

Unternehmen (auf Seite)

Anlagemechaniker/in SHK Gebro Herwig (55)

Bankkaufleute Volksbank Bigge-Lenne (136)

Bauzeichner/in

Beton- und Stahlbetonbauer/in Heckmann Bau (73)

Elektroniker/in

Zimmermann Haus (66), IGK (71), Mayr Melnhof Holz (110),

BMS (130)

Lübke & Vogt (2), AGEB (77), VIEGA (91), Centroplast (95),

BORBET (101), WEPA (102), ITH Schraubtechnik (105),

Infineon (107),

Ohrmann Montagetechnik (108), Olsberg (119), Martinrea

Honsel (120), ante-holzante-holz (123), L&R Kältetechnik

(125), HST Systemtechnik (187), Trilux (188)

Erzieher/in DRK Brilon (80), Gemeindeverband Mitte (169)

Fachinformatiker/in

Fachkraft für Lagerlogistik

Fachkraft für Verkauf und Beratung Fleischerei Veh (136)

Fachlagerist/in Centroplast (95)

Fahrzeuglackierer/in Paul Witteler (131)

Fertigungsmechaniker/in REMBE® (117)

Finanzwirt/in Finanzverwaltung NRW (135)

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), BORBET (101), WEPA (102),

ITH Schraubtechnik (105), REMBE® (117), Olsberg (119), Martinrea

Honsel (120), Paul Witteler (131), Oventrop (149), HST

Systemtechnik (187), Trilux (188)

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), WEPA (102), ITH Schraubtechnik

(105), Briloner Möbelwerke (109), Centrotherm Systemtechnik

(115), REMBE® (117), stabau (126), Paul Witteler

(131), Brumberg (159), Trilux (188)

Gießereimechaniker/in Olsberg (119), Martinrea Honsel (120)

Hauswirtschafter/in DRK Brilon (80)

Holzbearbeitungsmechaniker/in Mayr Melnhof Holz (110), ante-holz (123)

Holzmechaniker/in Sorpetaler Fensterbau (93), Briloner Möbelwerke (109)

Industriekaufleute

Industriemechaniker/in

Lübke & Vogt (2), (VIEGA (91), Centroplast (95), BORBET

(101), BKB Profiltechnik (104), Briloner Möbelwerke (109),

Mayr Melnhof Holz (110), Centrotherm Systemtechnik (115),

REMBE® (117), NP Germany (118), Olsberg (119), Martinrea

Honsel (120), ante-holz (123), L&R Kältetechnik (125), stabau

(126), Briloner Leuchten (139), Oventrop (149), HST Systemtechnik

(187), Trilux (188)

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), Centroplast (95), BORBET

(101), WEPA (102), BKB Profiltechnik (104), Ohrmann Montagetechnik

(108), Mayr Melnhof Holz (110), REMBE® (117),

Olsberg (119), Martinrea Honsel (120), ante-holz (123), Oventrop

(149), Trilux (188)

IT-Systemelektroniker/in Mayr Melnhof Holz (110), HST Systemtechnik (187)

Kanalbauer/in Heckmann Bau (73)


Ausbildungsberuf

Unternehmen (auf Seite)

Kaufleute E-Commerce Briloner Leuchten (139)

Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement ante-holz (123), Brumberg (159), Trilux (188)

Kaufleute für Büromanagement Heckmann Bau (73), HST Systemtechnik (187)

Kaufleute für Marketingkommunikation BORBET (101)

Kaufleute im Einzelhandel Paul Witteler (131)

Kaufleute Spedition und Logistikdienstleistungen WEPA (102)

Kaufmann für Bürokommunikation Zimmermann Haus (66)

KFZ Mechatroniker/in Paul Witteler (131)

Konstruktionsmechaniker/in stabau (126), BMS (130)

Pflegeausbildung

Maschinen- und Anlagenführer/in

Mechatroniker/in

Mechatroniker/in für Kältetechnik Vorderwülbecke (73)

St. Marien-Hospital Marsberg (79), DRK Brilon (80),

LWL-Einrichtungen Marsberg ( 81), LWL-Akademie für

Gesundheits- und Pflegeberufe Lippstadt (84), Maria-Hilf

Krankenhaus Brilon (87)

Mediengestalter/in i-dexe (101), Brumberg (159)

Mikrotechnologe/in Infineon (107)

Oberflächenbeschichter/in VIEGA (91)

Papiertechnologe/in WEPA (102)

Produktionstechnologe/in

VIEGA (91), BORBET (101), WEPA (102), BKB Profiltechnik

(104), Martinrea Honsel (120), ante-holz (123)

Lübke & Vogt (2), WEPA (102), ITH Schraubtechnik (105),

Infineon (107), Briloner Möbelwerke (109), Mayr Melnhof

Holz (110), NP Germany (118), Martinrea Honsel (120), L&R

Kältetechnik (125), Oventrop (149), Trilux (188)

Dallmer (94), Infineon (107), Briloner Möbelwerke (109),

Martinrea Honsel (120), Trilux (188)

Stanz- und Umformmechaniker/in Olsberg (119), Martinrea Honsel (120), Trilux (188)

Steuerfachangestellte/r AUDAX (143)

Straßenbauer/in Trippe (67), Heckmann Bau (73)

Stuckateur/in Heitschötter (65)

Technische/r Modellbauer/in Olsberg (119)

Technische/r Produktdesigner/in

Technische/r Systemplaner/in BMS (130)

Verfahrensmechaniker/in

Verfahrenstechnologe/in Metall VIEGA (91)

Werkstoffprüfer/in Martinrea Honsel (120)

Werkzeugmechaniker/in

Zerspanungsmechaniker/in

Hitachi Energy (76), BORBET (101), ITH Schraubtechnik

(105), Ohrmann Montagetechnik (108), REMBE® (117),

Martinrea Honsel (120), stabau (126), Oventrop (149), HST

Systemtechnik (187)

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), Sorpetaler Fensterbau (93),

Centroplast (95), BKB Profiltechnik (104), Centrotherm Systemtechnik

(115), NP Germany (118), Oventrop (149), Trilux

(188)

Lübke & Vogt (2), Franz Miederhoff (100), BORBET (101),

BKB Profiltechnik (104), NP Germany (118), Martinrea Honsel

(120), Oventrop (149), Trilux (188)

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), Centroplast (95), BORBET

(101), BKB Profiltechnik (104), ITH Schraubtechnik (105),

Ohrmann Montagetechnik (108), Martinrea Honsel (120),

stabau (126) Funke (129), Oventrop (149)

Zimmerer/in Zimmermann Haus (66), ante-holz (123)

WOLL Elternratgeber 2022 - 61


DIE LAGE

BLEIBT ANGESPANNT

Paul Senske

Vanessa Schulte

D

er (nüchterne) Blick

auf die Zahlen zeigt einmal

mehr, dass die Ausbildungssituation

in der Region weiter

angespannt ist. „Insgesamt können

wir aber eine leichte Verbesserung

gegenüber 2020 erkennen“, sagt

Dirk Berkemeyer, Marketing- und

Kommunikationschef der Handwerksammer

Südwestfalen, die

für den HSK sowie für den Kreis

Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein

und den Märkischen Kreis zuständig

ist. Auch der Kreis Soest, der

zum Bezirk der Handwerkskammer

Dortmund gehört, verzeichnet

einen leichten positiven Trend.

So befanden sich zum 31. Dezember

2021 im Kreis Soest 595 Auszubildende

im ersten Lehrjahr, ein Jahr

zuvor waren es 497, eine Steigerung

von 19,7 Prozent. Eine ähnliche

Tendenz verzeichnet auch die HWK

Südwestfalen. Auch die Anzahl der

Betriebe, die ausbilden, ist gestiegen.

Weiterhin starke männliche

Dominanz

Was auffällt, ist die weiterhin starke

männliche Dominanz. Im Bereich

der HWK Südwestfalen (2.294 Ausbildungsbetriebe)

sind derzeit 5.195

junge Menschen in der Ausbildung,

4.301 männlich (82,8 Prozent) und

894 weiblich mit einem Anteil von

17,2 Prozent. Im Vergleich dazu sind

im Kreis Soest bei derzeit 612 Ausbildungsbetrieben

1.613 Nachwuchskräfte

in der Lehre – 1.346 männlich,

267 weiblich. Bundesweit liegt der

Frauenanteil bei rund 18 Prozent. Die

gewerblich-technischen Berufe gelten

deutlich als Männerdomäne: Im Elektro-

und Metwallhandwerk (HWK

Südwestfalen) werden 2.672 Personen

ausgebildet, lediglich 85 darunter sind

weiblich.

Junge Frauen ergreifen vorwiegend

handwerkliche Berufe aus dem „kreativen

Bereich“. Vor allem mit Imagekampagnen

oder Engagement bei den

Girls Days wollen der Zentralverband

des Deutschen Handwerks, die Kammern

sowie die Kreishandwerkerschaften

und Innungen Frauen für

die gewerblich-technischen Berufe

begeistern.

Weiterhin „ganz erhebliche Probleme“,

so Berkemeyer, gibt es in den Berufen

Bäcker, Fleischer, Konditoren, Straßenbauer,

Fachverkäuferinnen (alle

Fachrichtungen Bäcker, Fleischer,

Konditoren). Vor allem das Friseurhandwerk

bereitet Sorgen. Die HWK

Südwestfalen verzeichnet in ihren drei

Kreisen 240 Lehrlinge im Friseurberuf.

Das ist weit unter Bedarf.

Weitere Zahlen in den „Problembereichen“:

67 Azubis sind zurzeit im

Bäckerberuf im Einsatz, bei den Fleischerinnen

und Fleischern sind es 36,

Konditorin bzw. Konditor wollen 35

werden. Ähnliche Zahlen verzeichnet

die Handwerkskammer Dortmund

für den Kreis Soest.

Weiterhin ein „Renner“ ist die Ausbildung

zum Kraftfahrzeugmechatroniker

bzw. zur Kraftfahrzeugmechatronikerin:

973 Ausbildungsverhältnisse

(HWK Südwestfalen) bestehen derzeit.

Starke Zahlen verzeichnet in diesem

Kammerbezirk auch der Bereich

Sanitär, Heizung, Klima (SHK) mit

580 Auszubildenden (Anlagemechaniker

bzw. Anlagemechanikerin). Beliebt

sind zudem Elektronik-Fachkräfte

in der Energie- und Gebäudetechnik

(380 Ausbildungsverhältnisse). ■

62 - WOLL Elternratgeber 2022


Ausbildungssituation

im Bezirk der Handwerkskammer Südwestfalen

(31.12.2021)

5.195 Auszubildene insgesamt

Die stärksten Ausbildungsberufe

Elektro- und Metallhandwerk

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in 973,

Anlagenmechaniker/-in SHK 580,

Elektroniker/-in FR Energie- und Gebäudetechnik 380

Metallbauer/-in 143, Feinwerkmechaniker/-in 122

Bau- und Ausbauhandwerk

Dachdecker/in 208, Maler/in 161,

Maurer/-in 123, Straßenbauer/in 121,

Zimmerer/Zimmerein 110

Gesundheits- und Korperpflege-,

chemische und Reinigungshandwerke

Friseur/in 240, Augenoptiker/in 92, Zahntechniker/in 67

Holzhandwerk

Tischler/in 256

Nahrungsmittelhandwerk

Bäcker/in 67, Fleischer/in 36, Konditor/in 35

2.294 Ausbildungsbetriebe insgesamt

Bekleidungs-, Textil- und Lederhandwerk

Raumausstatter/in 12,

WOLL Elternratgeber 2022 - 63


BAU, ARCHITEKTUR

UND VERMESSUNG

Top Berufe:

• Feinwerkmechaniker/in

• Bauzeichner/in

• Beton- und Stahlbetonbauer/in

• Dachdecker/in

• Fachkraft - Straßen- und Verkehrstechnik

• Geomatiker/in

• Gerüstbauer/in

• Gleisbauer/in

• Hochbaufacharbeiter/in

• Straßenbauer/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto:AdobeStock_85267199

Stuckateure machen schöne Wände

SGRAFFITI

STATT GRAFFITI

Christel Zidi

Foto:AdobeStock_85267199

Es

gibt wirklich gute Graffiti-Künstler, die aus

Wänden Kunstwerke machen. Aber mal ab-

gesehen davon, dass Graffiti nicht jedermanns

Geschmack sind, reichen den meisten Hausbesitzern

gut verputzte und gedämmte Hauswände.

Die Arbeit eines Stuckateurs ist sehr abwechslungsreich

und reicht weit über das „Verputzen“ hinaus.

64 - WOLL Elternratgeber 2022


STARKES HANDWERK · STARKES TEAM

Stuckateurmeisterbetrieb

Christian Heitschötter

Grüterstr. 25 · 59759 Arnsberg

Tel: 0151 11 66 40 25

info@heitschoetter-stuck.de

STARTE DEINE

AUSBILDUNG

ZUM STUCKATEUER (M/W/D)

NOCH IN DIESEM JAHR BEI UNS!

HIER GEHT ES ZU UNSEREM NEUEN FIRMENVIDEO

Reine „Gipsbildhauer“, wie man die Stuckateure früher

auch nannte, gibt es eher wenige. Oft arbeiten diese in

der Denkmalpflege oder bei Kirchenbauämtern. Natürlich

führen die meisten Stuckateure auch die reinen

Stuckarbeiten aus, also diese ornamentalen Verzierungen,

wie sie noch an historischen Gebäuden zu finden sind,

doch das Berufsbild hat sich gewandelt.

Heute sind Stuckateure die Experten, wenn es um

Hauswände geht. Viele von ihnen wie z B. Stuckateurmeister

Christian Heitschötter aus Arnsberg-Bruchhausen,

haben sich auf Innenausbau & Co. spezialisiert:

„Um für die Kunden immer auf dem neuesten Stand der

Technik zu sein, wird bei uns großer Wert auf Weiterbildung

gelegt, zum Beispiel wenn es um Dübeltechniken

geht.“ Sein Team kümmert sich nicht nur um

schöne Gebäudehüllen, sondern auch um Vollwärmeschutz,

Wärmedämm-Verbund-Systeme (WDV-Systeme),

Innen- und Außenputz, Trockenbau, Fassadenanstrich,

Altbausanierung, Sanierputz und Reparaturarbeiten an

Häusern geht.

Ein äußerst abwechslungsreicher Handwerksberuf mit

besten Aussichten, bei dem sich der Fachmann auch mal

wie ein Künstler fühlen kann: Während der Ausbildung

lernen die Stuckateure verschiedene Putztechniken kennen:

Fein- und Scheibenputz, Landhausputz und eben

auch die Sgraffitotechnik. Das ist eine alte Kratz- und

Ritztechnik, die, verbunden mit der Farbgestaltung eines

Edelputzes, wahre Meisterwerke an Wände zaubert. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 65


Anzeige

Traumberuf? Häuser bauen!

Architektin zu werden, das war immer Laura Stöbers großer

Traum. Ein Schülerpraktikum in unserem Unternehmen

zeigte ihr dann aber eine für sie noch viel interessantere Alternative

auf: den Beruf der

Bauzeichnerin. Heute absolviert

die gebürtige Winterbergerin

bei uns die dazugehörige

Ausbildung und

ist mit ihrer Entscheidung

sehr zufrieden. Vor allem

die Tatsache, dass wir jedes

Gebäude individuell planen,

macht die Berufsausbildung

für die 20-jährige

immer wieder interessant

und herausfordernd.

Als Lauras Ausbildungsunternehmen freuen wir uns darüber,

Laura und andere zukünftige Bauzeichner, Zimmerer

Laura wird von Stefan Zimmermann

in ein neues Projekt eingewiesen

und Bürokaufleute umfassend und praxisnah auszubilden

zu können, sie für die beruflichen Herausforderungen der

Zukunft zu wappnen und die Erfahrungen, die wir in unserem

Berufsleben erworben

haben, an die nächste

Generation weitergeben

zu können. Die familiäre

Atmosphäre unseres traditionsreichen,

finanziell

stabilen Unternehmens ermöglicht

es unserem Team

dabei, unseren Auszubildenden

bei Problemen stets

unterstützend zur Seite zu

stehen und sie ein Stück

weit auf diesem für sie so

wichtigen Abschnitt auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben

zu begleiten.

Aus Leidenschaft!

Mach Dein Ding bei uns.

Bewirb Dich für eine erstklassige Ausbildung bei uns.

Wir suchen:

- Bauzeichner (m/w/d)

- Kaufmann für Bürokommunikation

- Zimmerer (m/w/d)

(m/w/d)

Na neugierig geworden? Dann melde Dich bei uns

unter T: 02972 97 77 0 oder info@zimmermann-haus.com

Kutscherweg 2 I D-57392 Schmallenberg I T 0 2972 97 77 0 I info@zimmermann-haus.com www.zimmermann-haus.com

66 - WOLL Elternratgeber 2022


Gesucht

Straßenbauer!

Das sind wir!

Die Franz Trippe GmbH mit Sitz in

Schmallenberg wurde 1972 gegründet

und ist heute mit 100 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern ein kompetenter

und gefragter Partner für öffentliche,

gewerbliche und private Auftraggeber

im Sauerland und darüber hinaus. In

allen Bereichen des Straßen-, Tief- und

Landschaftsbau stellen wir täglich unsere

Leistungsstärke unter Beweis.

Das bist du!

Du arbeitest gerne unter freiem Himmel, bist motiviert, einsatzfreudig

und hast keine Scheu vor körperlicher Arbeit. Du

besitzt handwerkliches Geschick, technisches Interesse und

räumliches Vorstellungsvermögen. Du hast einen Hauptschulabschluss,

Realschulabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur.

Das bieten wir!

Du kannst Dich auf eine abwechslungsreiche Ausbildung mit

vielseitigen Einsatzgebieten und neuen Herausforderungen

freuen. Mit Dir zusammen sind wir ein junges, motiviertes

Team und können auf einen modernen Maschinen- und

Fuhrpark zurückgreifen. Wenn Du willst, ist die erfolgreich

absolvierte Abschlussprüfung der Grundstein für Deinen verantwortlichen

Werdegang in unserem Unternehmen.

Straßenbauer!

Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

„Während der Ausbildung bekommst Du Einblicke in die

vielfältigen Arbeiten auf einer Baustelle. Wir sind in verschiedenen

Bereichen des Straßenbaus tätig, wie z.B. Pflasterarbeiten,

Kanalarbeiten sowie Maschinen- und Gerätebedienung.

Durch die Fachkompetenz und kollegiale Art der Mitarbeiter

wirst Du super unterstützt und als wichtiger Kollege bei der

Arbeit auf der Baustelle integriert. Du erlebst den Fortschritt

von Baubeginn bis zur Fertigstellung und Einweihung hautnah

mit. Das gibt Dir ein super gutes Gefühl, weil Du siehst,

was Du mit Deinen Händen Arbeit geschafft hast. Mir macht

die Arbeit an der frischen Luft sehr viel Spaß und ich freue

mich besonders auf die verschiedenen, abwechslungsreichen

Franz Trippe GmbH · Im Brauke 8c · 57392 Schmallenberg

Tätigkeiten.“

Advertorial

Lukas Grothof, 19 Jahre – im

3. Ausbildungsjahr, spielt in der

Freizeit beim FC Arpe/Wormbach

Fußball und trifft sich,

wann immer möglich, mit seinen

Kumpels.

Das ist noch wichtig!

Ausbildungsort: Schmallenberg

Ausbildungsart: Ausbildung im Betrieb, Unterrichtsblöcke

in der Berufsschule und im

Ausbildungszentrum

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Ausbildungs- 890,00 Euro / 1.230,00 Euro /

vergütung: 1.495,00 Euro

Arbeitszeit: 40 Stunden pro Woche

Urlaub:

30 Tage pro Jahr

Schultage: Blockunterricht

Schule:

Berufskolleg Meschede oder Attendorn

Wir bauen auf Dich. Und Du auf Deine Zukunft! Schick

Deine Bewerbung an: Franz Trippe GmbH, Stefan Trippe, Im

Brauke 8c, 57392 Schmallenberg

Bodenständig, erfahren und zuverlässig

Franz Trippe GmbH

www.franz-trippe.de

Im Brauke 8c

57392 Schmallenberg

Fon (0 29 72) 9 77 6-0

Fax (0 29 72) 9 77 6-66

info@franz-trippe.de

www.franz-trippe.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 67


Von Geomatikern und Vermessungstechnikern

Der Sitz des Hochsauerlandkreises im Brilon.

Im Vordergrund das Polizeigebäude.

Wenn aus Zahlen eine Karte wird

Christel Zidi

Hochsauerlandkreis

mit räumlichem Bezug“ – diesen

Ausdruck gebrauchen die meisten von

„Daten

uns selten bis nie. Die Daten selbst, also

die Geodaten, dagegen fast täglich: Navigationsgeräte

greifen darauf zu, Karten im Internet und auch die Wetter-App

in unserem Handy kommen nicht ohne diese aus.

Geodaten zu beschaffen, ist eine der Aufgaben der Geomatiker.

Deren wesentliche Aufgabe aber ist „die visuelle

Aufbereitung, Analyse von komplexen Zusammenhängen

auf der Basis von unterschiedlichsten Daten“, wie es André

Kleffner vom „Fachdienst 13 Informations-, Kommunikationstechnik,

Geoservice, Datenmanagement“

des Hochsauerlandkreises in Brilon beschreibt. Dort arbeiten

die Experten auf dem Gebiet der Geoinformationund

verarbeitung.

Jonas Stuhldreier aus Marsberg ist 20 Jahre alt und hat

nach dem Abi im August letzten Jahres seine Ausbildung

zum Geomatiker begonnen. Ein Besuch auf der Ausbildungsbörse

in Brilon hat sein Interesse für diesen Beruf

geweckt: „Im Sommer 2020 habe ich dann ein freiwilliges

Praktikum beim Geoservice in Brilon gemacht. Es hat mir

so gut gefallen, dass ich mich direkt auf die Stelle beworben

habe.“ Mit Erfolg: Jonas Stuhldreier ist der erste Auszubildende

zum Geomatiker beim Hochsauerlandkreis.

Verarbeiten, Verwalten und Veranschaulichen

von Geodaten

Während der ersten 12 Monate der Ausbildung sind die

Ausbildungsinhalte der Geomatiker identisch mit denen

der Vermessungstechniker. Letztere sind es, die die Geo-

68 - WOLL Elternratgeber 2022


daten „einsammeln“. Vermessungstechniker sind vor allem

dann draußen anzutreffen, wenn für Bauvorhaben (z. B.

für Straßen, Tunnel oder Gebäude) Messungen an Ort

und Stelle erstellt werden müssen. Anschießend werden

im Innendienst die Flurstücksgrenzen des Liegenschaftskatasters

berichtigt. „Im Außendienst

setzt man im Katasteramt GPS

und Drohnenmessung ein, beides

satellitengestützte Vermessungen,

um eine genaue Positionierung

zu gewährleisten“, erklärt

Kleffner.

Jonas Stuhldreier

André Kleffner hat den Beruf des Vermessungstechnikers

erlernt. Seine Ausbildung hat er

beim Katasteramt absolviert. Nach einigen Dienstjahren trat

er dann die Stelle im damaligen Sachgebiet „GeoService“ an,

das heute als Sachgebiet im Fachdienst 13 angesiedelt ist.

Mittels verschiedener Informations-

und Kommunikationssysteme

werden

die erfassten bzw.

beschafften Geodaten in

Karten, Präsentationsgrafiken

und in multimediale

Produkte umgesetzt.

Arbeit mit Datenbanken,

Betreuung von

Projektarbeiten und

die digitale Bereitstellung

von Kartenmaterial

gehören zum

Berufsalltag.

„Geomatiker arbeiten

kundenorientiert“,

berichtet André Kleffner,

„für die Bürger,

für verschiedenste

Fachbereiche des

Hochsauerlandkreises

(z. B. Wasserwirtschaft,

Sozialamt,

Naturschutz, Bauamt,

Katasteramt und für

die Kommunen im

Hochsauerlandkreis).

„Aus den Geobasisdaten,

die wir der Bezirksregierung Köln, GeoBasis NRW,

regelmäßig zuleiten, werden dort die bekannten topographischen

Karten für die verschiedensten Maßstäbe und

Anwendungen entwickelt“, so Kleffner weiter.

Jana Bathen und Hendrik Hammer aus dem Katasteramt (Vermessungstechniker)

André Kleffner

Geobasisdaten sind Punkte, Linien oder Flächen, die die

Lage (Georeferenz) von administrativen, technischen oder

natürlichen Grenzen in der Landschaft (Topographie) anwendungsneutral

beschreiben.

Im Gegensatz dazu gibt es die raumbezogenen Daten aus

einem bestimmten Fachgebiet, wie zum Beispiel Demographie,

Epidemiologie, Bodenkunde, Klimatologie,

Wahlstatistik. Diese werden durch den Geomatiker digitalisiert,

von anderen Stellen geliefert oder sind als „Offene

Daten“ im OpenData Portal NRW abrufbar. ■

Für eine Ausbildung zum Geomatiker bzw. Vermessungstechniker

benötigt man mindestens die

Fachoberschulreife.

Wer anschließend noch Lust auf ein Studium hat,

kann viele artverwandte Studiengänge belegen. Direkt

auf Geoinformation spezialisiert sind aber diese:

„Vermessung und Geoinformation“ und „Geoinformation

und Kommunaltechnik“.

WOLL Elternratgeber 2022 - 69


Anzeige

DIE ZUKUNFT GEHÖRT DIR!

Hans Müller GmbH

Toni Schmidt, 17 Jahre, im 1. Ausbildungsjahr

als Rohrleitungsbauer, begeistert sich

für die Arbeit im Team und ist gerne an der

frischen Luft.

W

ir, die Hans Müller

Gruppe mit Hauptsitz

in Olsberg, sind ein etabliertes

mittelständiges Unternehmen.

Gegründet 1975, haben wir stetig

expandiert und sind heute mit 150

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

ein angesehener Partner für

verschiedenste Auftraggeber aus der

Energie- und Wasserversorgung.

Mit einer Ausbildung im Tief- oder

Rohrleitungsbau kannst Du einen

Beruf wählen, der Dir auch langfristig

gute berufliche Perspektiven schafft.

Fachkräfte iin unseren Ausbildungsbereichen

sind auch künftig für die

Infrastruktur unverzichtbar. In unserer

Bauunternehmung können wir

Dir den Grundstein für ein erfolgreiches

Berufsleben mit vielen Perspektiven

bieten.

Johannes Senger, 17 Jahre, im 1. Ausbildungsjahr

als Tiefbaufacharbeiter, mag

besonders die Arbeit mit Maschinen.

Wenn Du...

. körperlich aktiv bist,

. handwerkliches Geschick besitzt,

. technisch interessiert bist und über

räumliches Vorstellungsvermögen

verfügst,

. Dich gern an der frischen Luft

aufhältst

. einsatzfreudig und motiviert

. und ein echter Teamplayer bist,

kannst Du Dich bei uns auf eine

abwechslungsreiche Ausbildung mit

immer neuen Herausforderungen in

den verschiedensten Einsatzgebieten

und guten Verdienstmöglichkeiten

freuen.

Luca Tigges, 16 Jahre, im 1. Ausbildungsjahr

als Tiefbaufacharbeiter, arbeitet gerne

draußen und schätzt die Vielseitigkeit

des Berufs.

Wir bieten zum 01.08.2022 Ausbildungsplätze

zum Tiefbaufacharbeiter,

Straßenbauer und Rohrleitungsbauer

an. Falls Du nach Deiner

erfolgreich absolvierten Abschlussprüfung

die diversen sich bietenden

Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen

möchtest, unterstützen wir Dich

durch Spezialisierungslehrgänge, z. B.

zum Maschinisten, LKW-Fahrer,

Vorarbeiter, Polier oder Meister. Dir

stehen bei uns alle Türen offen.

Infos für Dich:

. Ausbildungsdauer: 2 Jahre zum Tiefbaufacharbeiter

bzw. 3 Jahre zum

Straßenbauer oder Rohrleitungsbauer

. Ausbildungsorte: Bauindustriebetrieb,

Ausbildungszentrum Iserlohn oder

Hamm, Berufsschule Meschede

. Verdienst als Azubi: 905 –1.495 €

. weitere Karrierechancen: Bautechniker,

Bauingenieur (Bachelor/Master),

Bauunternehmer ■


Ingenieure für innovative Infrastruktur

LÖSUNGEN MIT MEHR-WERT

STARTE DEINE

AUSBILDUNG

BEI DER IGK

Bauzeichner (m/w/d)

Tief-, Straßen- u. Landschaftsbau

Ganzheitliches Denken und zukunftsorientiertes Planen.

Willst du Teil unseres Teams werden?

Du liebst die Abwechslung, bist

ein Teamplayer und möchtest

aktiv an Projekten mitarbeiten?

Gleichzeitig bist Du sorgfältig

und verantwortungsbewusst in

dem, was Du tust? Dann bist

Du bei der IGK genau richtig.

Wir planen zukunftsorientierte,

innovative Infrastruktur. Tagtäglich

stellen wir uns neuen

Herausforderungen, entwickeln

gemeinsam Ideen und finden

überzeugende Lösungen. Du

möchtest Teil unseres engagierten

Teams werden, in dem Vertrauen,

Offenheit und Freude

an der Arbeit im Vordergrund

stehen?

Dann bewirb Dich bei uns für die

Ausbildung als:

Bauzeichner (m/w/d) Tief-, Straßen-

und Landschaftsbau

„Ich habe mit der Ausbildung einen echten Glücksgriff

gelandet. Der Umgang mit den Kollegen ist super und

familiär. Hier wird nicht nur geredet, hier wird gemacht.“

Karolin Brune (Bauzeichnerin)

„Zeichnen gefiel mir schon immer sehr gut. Ich habe

meinen Traumberuf gefunden und mich berufsbegleitend

zum Bautechniker weitergebildet.“

Dennis Rath (Staatlich geprüfter Bautechniker, Bauzeichner)

Weitere Infos und wie du dich bewerben kannst findest du hier:

www.igk-meschede.de/karriere/ausbildung

WOLL Elternratgeber 2022 - 71

Emhildisstraße 16 · 59872 Meschede · www.igk-meschede.de


Vom Stift...

Christel Zidi

U

nsere

Sprache ist

lebendig.

Sie reagiert auf

Einflüsse aus anderen

Sprachen, auf eine

geänderte Lebensweise

oder –einstellung. So ist unser

Wortschatz schon durch den

Gebrauch von Smartphones und

Computern erweitert worden, durch

Worte wie App, Cloud, Chat, leaken etc.; die

Verwendung vieler französischer Begriffe hingegen ist

im Schwinden. Kein Wunder: Statt sich für ein Rendezvous

ins Kostüm zu zwängen, reichen für ein Date oft

Hoodie und Skinny oder auch Leggins. Schade, wenn

mit den Wörtern auch gleich der „Chic“ verlorengeht.

Es gibt aber definitiv sehr viele Wörter, die wir nicht vermissen.

Zum Beispiel das Wort „Stift“. So nannte man die

Auszubildenden noch vor wenigen Jahrzehnten. Woher

der Ausdruck kommt, lässt sich nicht mehr genau feststellen.

Manche meinen aus der Zimmermanns-Branche.

Dort ist ein Stift ein kurzes Holzstück. Da Lehrlinge im

ersten Jahr (damals manchmal mit 14, 15 Jahren) noch

nicht ausgewachsen waren, waren sie auch meist klein bzw.

kurz. Eine andere Erklärung ist die, das Stifte auch mal

„angespitzt“ werden müssen. Dazu kann man sich den

Kommentar ersparen. Dass das Wort Stift mit „stiften gehen“,

also verschwinden, sich vor der Arbeit drücken, zu

tun hat, erscheint aber nicht ganz schlüssig. Sicherlich gab

es auch ältere Arbeitnehmer, die sich vor der Arbeit drückten

und die man deshalb nicht als Stift bezeichnet hat. Die

letzte Erklärung ist die am häufigsten genannte: Ein Stift

ist ein Nagel ohne Kopf – also nicht besonders gut zu gebrauchen,

kopflos eben.

1971 wurden aus Lehrlingen ganz offiziell „Auszubildende“.

Mit dem Namen änderte sich auch ein Teil der

...zum Azubi

Gewerbeordnung. Das aus dem

Jahr 1900 stammende Recht der

Lehrherren zur „väterlichen Zucht“ wurde

abgeschafft: „Die körperliche Züchtigung sowie jede die

Gesundheit des Lehrlings gefährdende Behandlung sind

verboten“ hieß es dort. In diesem Zusammenhang ist es

interessant, dass das Züchtigungsrecht der Pädagogen erst

1972 bundesweit abgeschafft wurde. Heute ist es strafbar,

den Auszubildenden „eins hinter die Löffel zu hauen“, ihm

„die Ohren lang zu ziehen“ oder ihm „was auf die Finger

zu geben“. Allein die Nachsilbe des Wortes Lehrling zeugt

von Geringschätzung. Ähnliche Beispiele wie Neuling,

Primitivling, Naivling, Feigling, Wüstling haben gleichfalls

einen abwertenden Charakter. Nebenbei bemerkt gibt

es Wörter mit der Endung -linge nur in der männlichen

Form.

Oft wird statt Auszubildender die Abkürzung Azubi verwendet.

Das klingt positiv, in der weiblichen Form – Azubine

– gar schon wie ein neckisches Kosewort. Tatsache ist,

dass in fast allen Unternehmen das Ansehen der Auszubildenden

gewachsen ist, der Ausbildungsauftrag ist in den

Vordergrund gerückt. Was nicht bedeutet, dass die Azubis

keine Pflichten hätten. Eine davon ist, die Weisungen

des Ausbilders zu befolgen. Wenn der dann gelegentlich

anordnet, den Besen in die Hand zu nehmen, muss der

Azubi dem nachgehen. Aber wie gesagt: gelegentlich. Das

Säubern des Arbeitsplatzes muss im richtigen zeitlichen

Verhältnis zum Rest der Ausbildung stehen. ■

AdobeStock 159198644

72 - WOLL Elternratgeber 2022


ACHEN SIE WAHR.



















Gallbergweg 36 I 59929 Brilon







GROSSE PLÄNE

WIR MACHEN S












Gallbergweg 36 I 59929 Brilon

Tel. 0 29 61.97 86 0 www.heckmann-bau-brilon.de

Mechatroniker für Kältetechnik (m/w/d) gesucht!

Ausbildung zum 01.08.2022 oder 2023

Gallbergweg 36 I 59929 Brilon

Tel. 02961.97 86 0

www.heckmann-bau-brilon.de

Willkommen in der Kälte- und Klimatechnik!

Auf dich wartet eine spannende Zeit in einem modernen, vielseitigen

Handwerksberuf mit tollen Perspektiven.

Das lernst du bei uns:

+ Kälte- und Klimaanlagen planen,

installieren und reparieren

+ Neue Umwelttechnologien

einsetzen

+ Kunden beraten, Technologien

verkaufen, Hilfe leisten

+ Prüfen und Messen

Das bringst du schon mit:

+ Du hast einen guten Haupt- oder

befriedigenden Realschulabschluss

+ Du bist technik- und computerinteressiert

und gut in Physik

+ Du packst gern an, bist

handwerklich geschickt

+ Du liebst den Umgang mit

Menschen

Bewerbungen an:

Vorderwülbecke GmbH Kälte Klima Wärme

Hauptstraße 33 | 59909 Bestwig | stefan@vorderwuelbecke.net

WOLL Elternratgeber 2022 - 73

Vorderwülbecke Kälte Klima Wärme GmbH | Hauptstraße 33 | 59909 Bestwig-Olsberg | Tel. 02904 97980


ELEKTROTECHNIK

Top Berufe:

• Elektroniker/in

• Automatisierungstechnik

• Betriebstechnik

• Energie- und Gebäudetechnik

• Geräte und Systeme

• Fertigungsmechaniker/in

• Hörakustiker/in

• IT-Systemelektroniker/in

• Mechatroniker/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto:Iris Böning

„OHNE SIE

GEHT NICHTS!“

Elektroniker für Betriebstechnik

sind stets und überall zur Stelle

Sonja Funke

Iris Böning

74 - WOLL Elternratgeber 2022


Olsberg. Ohne das Team, in dem Silas Lausen

arbeitet, geht nichts. Das sagt der Chef, Ulrich

Herrmann, über seine Elektroniker für Betriebstechnik.

Silas ist einer von ihnen, er hat seinen Abschluss

seit Januar 2022 frisch in der Tasche und wurde direkt in

der Elektrowerkstatt übernommen. Damit ist er nun Teil

des Servicebereiches Instandhaltung der Olsberg GmbH.

Besonderes Kennzeichen: stets zur Stelle sein. Und schon

klingelt das Telefon.

„Man muss bereit sein, schnell eigenständig zu arbeiten“,

sagt der 20-jährige Madfelder über seinen Job. „Ich fand

es schon immer interessant, einen technischen Beruf zu

erlernen. Bei Störungen an den Anlagen die Ursache herauszufinden

und schnell zu beheben, das steht hier jeden

Tag an.“ Wenn sie nicht gerade Probleme lösen, die bei

so vielen Maschinen jederzeit auftauchen können, dann

entwickeln die fünf Facharbeiter und drei Azubis auch

immer wieder Neues, zum Beispiel aktuell ganze Schaltschränke

für eine neue Beleuchtung.

„Im ersten Lehrjahr ist die Ausbildung ähnlich wie bei

den Elektronikern im Handwerk. Danach geht es bei uns

zum Beispiel mehr ums Programmieren als um Haustechnik“,

sagt Silas Lausen. „Der Elektroniker für Betriebstechnik

ist sicherlich unter den handwerklichen Berufen

einer der anspruchsvollsten und bringt viel Verantwortung

mit sich“, ergänzt Personalleiterin Dagmar Srajek.

Es gilt schließlich, die millionenschweren Maschinen am

Laufen zu erhalten und dafür zu sorgen, dass alle anderen

im Betrieb durcharbeiten können. „Außerdem lernt der

Betriebselektroniker bei uns die Gießerei und die Feinblechtechnik

kennen, zwei grundverschiedene Bereiche

mit je einem großen teil- und vollautomatisierten Maschinenpark“,

so Dagmar Srajek.

In der Ausbildung gibt die Projektarbeit, mit der Stefan

Wahle, Industriemeister für Elektrotechnik, seine Azubis

betreut, einen festen Tagesablauf. Immer wieder gehen die

Azubis aber auch mit, um zu schauen, was bei einer Störung

zu tun ist. Oder sie ziehen – im letzten Ausbildungsjahr

– allein los. „Wir haben zwar eine Lehrwerkstatt, aber

dort werden die Auszubildenden nicht festgebunden. Es

ist ein hoher Anteil an Eigeninitiative gefragt, die Ausbildung

ist sehr praxisnah. Ich gucke den Azubis nicht

ständig über die Schulter“, betont der Ausbilder. Darüber

hinaus gibt es verschiedene Programmier-Tools, an denen

ausprobiert werden kann, ohne direkt schon in die ech-

Gönn Dir

HANDWERK!

• Berufsorientierung

• Lehrstellen - und

Praktikumsbörse

• Individuelle Beratung

Informiere dich jetzt!

Tel. 02931 877-432

bildungslotse@hwk-swf.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 75


ten Maschinenabläufe einzugreifen.

Besonders ist, dass die

Auszubildenden auch andere

fachliche Dinge lernen und die

Ausbildung breit aufgestellt ist.

„Wir machen zum Beispiel eine

Grundausbildung für die Metallbearbeitung.“

Es wird nie langweilig in diesem

Beruf. Ein Unternehmen

wie die Olsberg GmbH hat

überall Elektronik verbaut –

von der Beleuchtung bis hin

zur großen Maschine. „Darum

zeichnet es die Elektroniker

für Betriebstechnik aus, dass

sie teils gerade dann arbeiten,

wenn die anderen Kollegen

ins Wochenende gehen oder

Betriebsferien haben“, hebt

Dagmar Srajek noch einen we-

Eine Ausbildung, um für

die Zukunft gerüstet zu sein

Hast Du Interesse? Dann bewirb Dich bei uns!

Hitachi Energy Germany AG – Transformatoren Brilon

Für 76 weitere - WOLL Informationen Elternratgeber 2022bitte den QR Code scannen.


sentlichen Aspekt hervor. „Wir richten dann alles her,

damit die Elektronik steht, sobald die Maschinen wieder

hochgefahren werden“, ergänzt Stefan Wahle. Zu

diesen Zeiten ist richtig Dampf im Teamkessel. „Auf der

anderen Seite können wir zu allen anderen Zeiten untereinander

und unabhängig vom Rest des Betriebes planen,

wann wer frei macht“, sagt Silas Lausen. Das bringe große

Flexibilität innerhalb der ansonsten geregelten Arbeitszeiten.

„Es macht Spaß, Teil dieses Teams zu sein“, sagt

Silas und zieht los. Das Telefon hat wieder geklingelt. ■

www.ageb.de

F _snrqrp_≥ c 11

3773 3 U gl rcp` cpe

. 076// - 766. 4 + .

WOLL Elternratgeber 2022 - 77

u gl rcp` cpe> _ec`,bc


PFLEGE UND

GESUNDHEITSPRÄVENTION

Top Berufe:

• Augenoptiker/in

• Fachangestellte/r für Bäderbetriebe

• Kaufmann/frau Gesundheitswesen

• Pflegefachmann/frau

• Orthopädieschuhmacher/in

• Sport- und Fitnesskaufmann/frau

• Medizinische/r Fachangestellte/r

• Tiermedizinisch Fachangestellte/r

• Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

• Fachangestellte/r Zahntechnik/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: sabrinity

Foto: sabrinity

ENDLICH KEIN

SCHULGELD MEHR

Christel Zidi

Adobe Stock | #217829602

78 - WOLL Elternratgeber 2022


€€


Z

umindest nicht in Gesundheitsfachberufen.

Diese positive Nachricht kam zu Beginn des

letzten Jahres und gilt für das Land NRW. Von

dieser Entscheidung, die rückwirkend zum 01.01.21

gilt, profitieren allein in Nordrhein-Westfalen mehr als

8.000 Auszubildende.

Wer nie verstanden hat, warum der Staat das Studium von

Apothekern und Ärzten bezahlt, die Ausbildung im Bereich

der Gesundheitsfachberufe allerdings nicht, muss sich seit

dem letzten Jahr keine Gedanken mehr darum machen. Mehr

denn je ist es wichtig, dass sich genügend Menschen für einen

Beruf im Gesundheitsfach entscheiden. Das wegfallende

Schulgeld ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Für folgende Berufe ist jetzt diese finanzielle Zuwendung

möglich:

• Ergotherapeut

• Logopäde

• Masseur*innen und medizinische Bademeister*innen

• Pharmazeutisch-technischen Assistent*innen

• Medizinisch-technischen

Laboratoriumsassistent* innen

• Medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen

und –assistenten

• Medizinisch-technischen Assistent*innen und

Assistenten für Funktionsdiagnostik

Ein ganz wichtiger Job im Gesundheitswesen ist der des

Notfall- oder Rettungssanitäters. Während früher die

Kommunen die Ausbildung zu Rettungsaassisten finanzierten,

sind jetzt die Krankenkassen verpflichtet, alle Ausbildungskosten

zu tragen. Teuer wird aber die Ausbildung

zum Heilpraktiker bleiben. Bis zu 10.000 Euro kostet die

1,5 bis zweijährige Ausbildung. Die Abschlussprüfung muss

durch einen Amtsarzt erfolgen. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 79


Traumberuf Kinderkrankenpfleger/in

JUNGS KÖNNEN DAS GENAUSO GUT!

Christel Zidi

Kann man sich Säuglinge ansehen, ohne dass einem

das Herz aufgeht? Ganz egal wie verknautscht

das kleine Gesicht ist. Auch außerhalb der Säuglingsstation,

auf der Kinderstation wirkt das „Kindchenschema“,

also die typischen Proportionen des Kleinkindgesichtes.

Die großen, runden Augen, die kleine Nase und

das Kinn lösen sofort ein Schutz- und Fürsorgeverhalten

aus. Das ist evolutionsbiologisch bedingt – und es wirkt.

Bei den Mädels steht dieser Beruf nach wie vor besonders

ganz hoch im Kurs. Jungs gibt es in diesem Ausbildungsberuf

– bisher - nur sehr wenige. Liegt es vielleicht daran,

dass man gerade in diesem Beruf viel mit körperlicher

Nähe zu tun hat? Ein Kriterium, mit dem sich vor allem

männliche Jugendliche etwas schwertun. Definitiv ist es

so, dass Männer in Pflegeberufen qualitativ gleichwerte

Bereit für deinen

KARRIERE-

SPRUNG?

Leistungen erbringen und die Anerkennung seitens

der Patienten mindestens genauso hoch ist.

Männer sind in der Pflege generell in der Unterzahl.

Im Jahr 2020 waren, so ein Bericht der Bundesagentur

für Arbeit im Mai 2021, 80 Prozent der in der Krankenpflege

Beschäftigten ohnehin Frauen, in der Altenpflege

lag der Anteil gar bei 83 %. Zuwächse sind kaum zu

verzeichnen. Außerdem fand man heraus, dass die Geschlechterverteilung

in den Metropolen ausgeglichener

ist als in den ländlichen Regionen.

Um Kinderkrankenpfleger/in zu werden, muss man zunächst

eine generalistische Ausbildung als Pflegefachmann/-frau

an einer Pflegeschule beginnen. Im letzten

Ausbildungsjahr kann man dann den Schwerpunkt

auf die Pflege von Kindern legen, um dann den Abschluss

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in zu

erwerben.

Später kann man dann sowohl in Krankenhäusern, in

Kinderkliniken und Kinderheimen, bei ambulanten

Pflegediensten und in Facharztpraxen für Kinder und

Jugendliche tätig werden. Auch im Rahmen eines dualen

Studiums (Abschluss Bachelor) kann der Beruf erlernt

werden, dann mit der Option auf Tätigkeiten mit Leitungsfunktion.


Der DRK Kreisverband Brilon e.V. ist in der freien Wohlfahrtspflege

tätig und bietet aktuell folgende Ausbildungsberufe an:

PFLEGEFACHMANN

(w/m/d)

HAUSWIRTSCHAFTER

(w/m/d)

PFLEGEFACHASSISTENT

(w/m/d)

ERZIEHER

(w/m/d)

Adobe Stock | #109513177

Ansprechpartner

Thorsten Rediger

Tel: 02961 96 55 - 0

karriere.drk-brilon.de

80 - WOLL Elternratgeber 2022


LWL-Einrichtungen in Marsberg suchen die

HELDEN VON MORGEN

Die LWL-Einrichtungen sind der größte Arbeitgeber im Raum

Marsberg. Als bedeutender Ausbildungsbetrieb bieten sie jungen

Menschen unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten

und damit den Start in eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

Jede Ausbildungsrichtung spiegelt die hohe Qualität und die

praxisorientierten Ausbildungskonzepte des LWL-Klinikums,

des LWL-Wohnverbundes, LWL-Pflegezentrums und des

LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie wider.

Bei der neuen generalistischen Pflegeausbildung werden in

der LWL -Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe des

LWL-Klinikums die bisher getrennt geführten Ausbildungen

in der Alten-, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der

Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt.

Mit einem Abschluss zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann

können Pflegefachkräfte in allen Pflegebereichen arbeiten.

Sie haben bessere Aufstiegschancen und sind flexibler. Der

Abschluss ist europaweit anerkannt.

Auszubildende zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Büromanagement

durchlaufen zunächst alle Verwaltungsbereiche,

bevor sie sich im letzten Teil ihrer Ausbildung auf eine Abteilung

festlegen, in der sie dann berufsspezifische Kenntnisse

erlangen. Dort werden die Auszubildenden in der Regel direkt

im Anschluss an ihre Ausbildung weiterbeschäftigt. Das Klinikum

bildet so effizient und effektiv Fachkräfte für den eigenen

Bedarf aus.

In Kooperation mit einer Fachschule für Heilerziehungspflege

können Auszubildende beim LWL in Marsberg, die für diesen

anspruchsvollen Beruf erforderlichen Kompetenzen lernen. In

der dreijährigen Ausbildung findet der Theorieunterricht an

zwei Wochentagen im Berufskolleg Olsberg statt und die verbleibende

Arbeitszeit - als sogenannte „praxisintegrierte Ausbildungsform“

- in Wohngruppen des LWL-Wohnverbundes

oder auf Stationen des LWL-Therapiezentrums.

LWL-Einrichtungen Marsberg

Weist 45 | 34431 Marsberg

www.lwl-marsberg.de

02992 601- 1807 I personal@lwl.org

WOLL Elternratgeber 2022 - 81


Paula Rother (19) will Reittherapeutin werden

Mit Pferdestärke heilen

Thea Rother

Lisa Sambale

W

enn früher die Sommerferien nahten, wurde die kleine Paula schon ganz aufgeregt. Bald ging es

wieder auf den Bauernhof nach Hessen, zu ihren heißgeliebten Pferden. Eine Liebe, die bis heute anhält.

Heute mit 19 Jahren besitzt sie zwei eigene Pferde. Die hat sie in der Reitanlage Schloss Gevelinghausen

untergebracht, wo sie sich täglich um ihre, aber auch um andere Pferde kümmert. Ihre jüngere Schwester

Thea hat sie nach ihren beruflichen Zielen befragt.

82 - WOLL Elternratgeber 2022


„Ich mag den Kontakt mit Menschen,

die körperliche Aktivität und dass

mein gewählter Ausbildungsberuf sehr

abwechslungsreich ist.“ (Paula Rother)

Paula Rother liebt Pferde, aber genauso gern ist sie mit

Menschen zusammen. Klar war also, dass sie einen Beruf

im Sozial- bzw. medizinischen Bereich ergreift. Oder eben

etwas mit Tieren. „Ich wollte früher immer Bereiterin werden“,

verrät Paula, „aber jetzt mache ich erst einmal eine

Ausbildung zur Physiotherapeutin.“

Nach dem Fachabi ist sie jetzt im 1. Jahr an der Bildungsakademie

für Therapieberufe in Bestwig. Das Fachabi

ist allerdings keine Bedingung: „Um Physiotherapeut*in

zu werden, braucht man mindestens einen Realschulabschluss

oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener

Berufsausbildung“, erklärt Paula Rother. Drei Jahre

dauert die Ausbildung, also insgesamt mindestens 4.500

Stunden, die sich in einen theoretischen, einen fachpraktischen

und einen berufspraktischen Teil gliedern.

Nach einer intensiven Einführungsphase wird mit zunehmendem

Wissensstand die praktische Ausbildung am Patienten

weiter intensiviert. Dadurch gelingt ein leichterer

Übergang in die Berufspraxis.

Also geht es nicht weiter in Richtung Arbeit mit

Tieren? „Doch. Ich bin natürlich auch an Medizin interessiert,

für Menschen und Tiere. Deshalb arbeite ich

daraufhin, später eine Weiterbildung zu machen, um dann

Reittherapie geben zu können. Man kann sich eigentlich

unendlich weiterbilden und das auch in fast jeder erdenklichen

Weise, wie zum Beispiel Manuelle Therapie, Sporttherapie

und eben die tiergestützte Therapie.“

Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?

Morgens gehe ich zur Akademie. Anschließend fahre ich

meist direkt zum Stall, versorge dort alle Pferde, gebe Reitunterricht

und/oder reite selbst.

Was ist dein Ziel für die Zukunft?

Mein Traum ist, einen eigenen Hof zu haben, am besten in

Gevelinghausen, und dort Reittherapie sowie Reitstunden

zu geben. ■

Physiotherapeuten behandeln vor allem Menschen,

aber auch Tiere, deren körperliche Bewegungsmöglichkeiten

altersbedingt oder

aufgrund einer Krankheit, Verletzung oder Behinderung

eingeschränkt sind. Sie führen auch

vorbeugende Therapiemaßnahmen durch.

WOLL Elternratgeber 2022 - 83


Anzeige

EINE(R) VON

EINHUNDERTFÜNFZIG

KÜNFTIGEN

ALLROUNDERN

#gutesunternehmen

#gutesunternehmen

I

rgendwann im Leben trifft man den „einen

von 80 Millionen“. Wann das passiert, steht für

die meisten jungen Menschen noch in den Sternen.

Bewusster und gezielter kann man sich für eine Ausbildung

entscheiden. Zum Beispiel eine generalistische

Pflegeausbildung an der LWL-Akademie Lippstadt.

Vielleicht ist Ihr Kind demnächst auch einer von 150

Azubi dort, ein zukünftiger Allrounder?!

Schon seit 1961 wird in der Akademie für Gesundheitsund

Pflegeberufe des Landschaftsverbandes Westfalen-

Lippe (LWL) ausgebildet. Anja Henrichs leitet die LWL-

Akademie in Lippstadt-Eickelborn. Sie empfiehlt jungen

Menschen, die einen Pflegeberuf ergreifen wollen, eine

generalistische Ausbildung, “weil die jungen Menschen

danach befähigt sind, in jedem Versorgungsbereich der

Pflege tätig zu werden – und das auch europaweit. Mit

den umfangreichen Handlungskompetenzen, die sie bei

uns erworben haben, können sie Menschen aller Altersgruppen

akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten

Pflegesituationen kompetent versorgen.“

Die dreijährige Ausbildung (Voraussetzung Mittlerer

Schulabschluss) ist aufgeteilt in einem theoretischen Teil

und der Fachpraxis in der LWL-Akademie. Die Praxiseinsätze

erfolgen in den LWL-Klinikstandorten Lippstadt

und Warstein und bei weiteren Kooperationspartnern.

Am Ende der Ausbildung steht das staatliche Examen.

Allen Auszubildenden der LWL-Akademie wird kostenloses

digitales Lernen mit iPads und entsprechender digitaler

Lernumgebung geboten. Auch der Kontakt zu den Dozenten

ist über die hauseigene Lernplattform möglich. Lernen

ist so also überall und jederzeit möglich.

Wer das Abitur oder die Fachhochschulreife besitzt und

sich für den Pflegeberuf besonders qualifiziert hat, kann

ab dem 2. Jahr den kooperativen Bachelorstudiengang

„Gesundheit (Pflege)“ beginnen. Dieses Studium ist mit

der Ausbildung zum Pflegefachmann/ zur Pflegefachfrau

verbunden. Wer möchte, kann auch direkt nach dem Bachelor

das Masterstudium aufnehmen.

In der LWL-Akademie erwartet die Auszubildenden ein

Team aus Pflegepädagogen mit langjähriger praktischer

Erfahrung und fundierten akademischen Qualifikationen

in der Berufs- und Pflegepädagogik. Ein offenes, engagiertes

und wertschätzendes Team, das sein Fachwissen

gern weitergibt - damit jeder der 150 Auszubildenden zu

einem Allrounder wird. ■

84 - WOLL Elternratgeber 2022


Für Eltern und Jugendliche

Schule aus und dann? Jetzt informieren!

Entdecke Deine

Ausbildungsregion

Praxisnah starten, gezielt weiterbilden.

www.azubi-finder.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 85


Anzeige

Individuelle Karriereplanung

im Städtischen Krankenhaus Maria Hilf in Brilon

Angehende akademisierte Pflegefachfrauen: Franka Rudolf (links) und Lena Still

PFLEGE DUAL: ZWISCHEN

WISSENSCHAFT UND PRAXIS

Christel Zidi

sabrinity

P

raxis und Theorie effizient zu verknüpfen

– diese Grundidee steht hinter dem Dualen

Studium. Auf der einen Seite nehmen die Studierenden

– ganz klassisch – an den Vorlesungen der

Hochschule teil. Auf der anderen Seite erweitern sie

ihre praktischen Kenntnisse in einem Unternehmen,

einem wie zum Beispiel das Krankenhaus Maria Hilf

in Brilon. Wer hier den Weg des Dualen Studiums einschlägt,

hat zum Schluss nicht nur den Bachelor in der

Tasche, sondern auch eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Schon seit 2016 bietet das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

im Städtischen Krankenhaus Brilon - als Kooperationspartner

der Fachhochschule in Münster - ein

duales Pflegestudium in der Kombination mit der Ausbildung

im Bereich der Pflege an. Franka Rudolf (21) und

Lena Still (22) haben sich entschieden, diesen Weg zu

gehen, um dann den Bachelorabschluss in der Pflege zu

erhalten. Das praxisbezogene Studium liegt ihnen sehr,

weil sie ihre während des Studiums erlangten und vertieften

pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse auch gleich in

der Praxis des Krankenhausalltages anwenden können.

Während Franka kurz nach dem Abitur ihre Ausbildung

zur Pflegefachfrau begann, war Lena zunächst zwei Jahre

im Ausland als Au Pair tätig. Beiden war bereits während

der Schule klar, dass sie gern im Bereich der Pflege arbeiten

würden. Franka, die aus Bleiwäsche kommt und

86 - WOLL Elternratgeber 2022


jetzt im 2. Ausbildungsjahr ist, hat sich gleich zu Beginn

ihrer Ausbildung um ein Duales Studium beworben. Ihre

Gründe dazu waren, dass „die Kombination aus Ausbildung

und Studium sehr attraktiv waren, mein Berufsalltag

bleibt abwechslungsreich und ich in vergleichbar kurzer

Zeit zwei verschiedene Abschlüsse erreichen kann.“ Auch

Lena, jetzt im 2. Ausbildungsjahr zur Pflegefachfrau sowie

parallel im 3. Semester des Studiums, sieht die Vorteile,

die ein solches Studium mit sich bringt und ergänzt:

„Man hat immer einen persönlichen Ansprechpartner in

der Ausbildungsstätte, einen großen Bezug zur Berufspraxis

sowie natürlich finanzielle Vorteile.“

Wer die Allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife

besitzt, kann nach 0,5-jähriger Ausbildung zur

Pflegefachkraft über ein Stipendium in den Bachelorstudiengang

„Pflege dual“ (Gesamt: sechs Semester)

einsteigen. Das Studium läuft parallel zur Ausbildung.

Nach Abschluss der Ausbildung schließt für 3 weitere

Semester das berufsbegleitende Studium an. Hier gibt

es die Möglichkeit weiter mit einer 50 %-Anstellung zu

arbeiten. Die Präsenzzeit an der Fachhochschule beträgt

eine Woche pro Semester, die Ausbildung und Studium

dauern insgesamt 4,5 Jahre. Während der Studienzeit ist

die Anstellung im Krankenhaus Maria-Hilf garantiert.

Studierte Pflegende, die ihren Beruf

durch ein duales Studium erlernt haben,

sind Experten dafür, theoretische

Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen

und so zur Verbesserung

der Pflegequalität beizutragen.

Mit einem Dualen Studium in der Gesundheitsbranche

ist man in Zeiten des demografischen Wandels nicht nur

ein begehrter Arbeitnehmer, sondern es bieten sich auch

hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem wird

die praktische Arbeit bezahlt und die Studiengebühren

übernimmt das Krankenhaus Maria Hilf in Form eines

Stipendiums für das sich beworben werden muss. Petra

Vorderwisch, Schulleiterin im Briloner Krankenhaus,

ist es wichtig zu betonen, dass die reguläre Ausbildung

dabei nicht in ihrer Struktur angetastet wird:

„Das Duale Studium ist „on top“ – und damit natürlich

auch mit einer zusätzlichen Arbeitsbelastung für

die Studierenden verbunden.“

Trotz dieser Mehrarbeit weiß Franka die Kombination

aus Praxis und Theorie bereits jetzt zu schätzen und zu

nutzen: „Mittlerweile habe ich festgestellt, dass Inhalte aus

meiner Ausbildung im Studium aufgegriffen werden, wodurch

ich nochmals tiefere Einblicke in die Themen bekomme.“

Gut erkannt, denn für ein Pflegestudium ist es

wichtig, dass die Studierenden analytisch und ganzheitlich

denken können, schließlich sind sie es, die später zwischen

Wissenschaft und beruflichem Alltag vermitteln.

Um die Kompetenzen für Steuerungsaufgaben im Pflegeteam

zu erlangen, gehören deshalb auch sogenannte „Softskills“

wie Empathie, soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeiten

dazu.

Mit dem Abschluss des Dualen Studiums erwerben sich

die beiden jungen Frauen nicht nur einen Hochschulabschluss,

sondern sie besitzen damit auch wissenschaftliche

Kompetenzen für Steuerungsaufgaben im Pflegeteam oder

für eine hochschulische Weiterqualifizierung (Pädagogik,

Management oder Beratung).

Franka Rudolf und Lena Still wissen um ihre vielfältigen

beruflichen Möglichkeiten: „Ich möchte auf einer Intensivstation

zu arbeiten, bin aber auch gegenüber anderen

Bereichen offen“, berichtet Lena, die derzeit noch in

Paderborn wohnt. Und Franka ergänzt: „Genau wegen der

guten Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich mich auch

für das Studium entschieden. Hierdurch bleiben mir viele

Wege offen, da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht

für einen Arbeitsbereich festlegen möchte. ■

Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

am Städt. Krankenhaus Maria-Hilf Brilon gGmbH

Schulleitung: Petra Vorderwisch

Am Schönschede 1 | 59929 Brilon

✆ 02961 780 1440

E petra.vorderwisch@kh-brilon.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 87


Pflegen lernen im Sauerland

„UNSERE SCHÜLERINNEN

UND SCHÜLER GESTALTEN,

SPRECHEN UND DENKEN MIT.“

(SABINE KRAHN)

Monika Loerchner

Bildungsakademie HSK

F

achkräfte im Bereich der Pflege sind gefragt

wie nie. Um auch in Zukunft die Versorgung

kranker und älterer Menschen gewährleisten zu

können, bedarf es zahlreicher Pflegeschulen. Im Hochsauerland

gibt es so einige Schulen, an denen es möglich

ist, eine Ausbildung in der Pflege zu absolvieren.

Seit 2020 gibt es die Generalistische Ausbildung. Die

Ausbildung zum „Pflegefachmann“ beziehungsweise zur

„Pflegefachfrau“ dauert in der Regel drei Jahre und findet

in der gesamten EU Anerkennung. In dieser Pflegeausbildung

werden seit 2020 die ehemaligen Berufsausbildungen

des/r Altenpflegers/in, des/r Gesundheits- und

Krankenpfleger/in und des/r Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

vereint.

ESTA-Bildungswerk gGmbH -

Pflegeschule Olsberg

Die Pflegeschule in Olsberg ist Teil des ESTA-Bildungswerks

und besteht seit über 25 Jahren. Für die Schülerinnen

und Schüler ist es praktisch, dass die Schule zentral

gelegen und dadurch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut

zu erreichen ist.

Einen weiteren Pluspunkt sieht Schulleiterin Sabine Krahn

in der überschaubaren Größe der Pflegeschule. So können

hier Schüler-Lehrer-Beziehungen aufgebaut werden,

die eine individuelle Förderung, Begleitung und Kompetenzentwicklung

mit sich bringen. Den Schwerpunkt

des ESTA-Bildungswerks sieht die Schulleiterin auf einer

subjektorientierten und konstruktivistischen Unterrichtsgestalten.

Oder kurz gesagt: „Unsere Schülerinnen und

Schüler gestalten, sprechen und denken mit.“

DRK Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe –

Meschede und Schmallenberg

Auch Peter Gawehn, stellvertretender Leiter des DRK Bildungsinstituts

für Gesundheitsberufe, sieht in kleineren

Schulen einen Vorteil: „Schüler und Lehrer kennen sich

noch persönlich. Von daher ist eine Stärke unserer Schule

die individuelle Beratung, Förderung und Begleitung unserer

Schüler, sowohl bei schulischen und privaten Problemen

als auch bei Schwierigkeiten in der Praxis.“

88 - WOLL Elternratgeber 2022


Das Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe

DRK Soziale Dienste Meschede hat Standorte

in Meschede und Schmallenberg. Hier

wird großer Wert auf eine digitale und innovative

Ausstattung der Unterrichtsräume

gelegt sowie auf die Würde und das Wohlergehen

von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen.

Ziel ist es, qualifiziertes Pflegepersonal

auszubilden, das sich in Ausbildung und Beruf auch

persönlich entfalten kann.

Bildungsakademie für Gesundheit und Sozialwirtschaft

Hochsauerland – Arnsberg und Meschede

„Wir sind eine hochmoderne Pflegeschule mit zwei Standorten

und einem großen LehrerInnenteam, welches den

Unterricht abwechslungsreich und multimedial gestaltet“,

informiert Schulleiterin Heidelore Lessig. Beide Standorte

sind vollständig digitalisiert und mit modernen Medien

auf neustem Standard ausgestattet. Praktischer Unterricht

findet in sogenannten „Skillslaps“ statt. Dabei handelt es

sich um meist digital ausgestattete Trainingsräume, in

denen den Auszubildenden Wissen und Techniken in der

direkten Anwendung erlernen können, wie etwa an der

Nursing-Anne, einem softwaregesteuerten Pflegesimulator.

Um die digitalen Lernmittel bestmöglich nutzen zu

können, erhalten alle Pflegeauszubildenden zum Ausbildungsstart

kostenfrei ihr eigenes iPad. Als einzige Einrichtung

im Hochsauerlandkreis bietet die Bildungsakademie

den Ausbildungsgang Pflegefachmann/-frau übrigens

auch in Teilzeitform an.

Wohnen

dem Motto „Leben und Lernen in Gemeinschaft“, ein

Zimmer im Wohnheimtrakt der Krankenpflegeschule zu

beziehen. Für Studierende und Auszubildende der DRK-

Pflegeschule Meschede stehen ebenfalls kostengünstige

Appartements mit Gemeinschaftsküche und Waschmöglichkeiten

zur Verfügung.

Fortbildung

Bereit für die Pflege

Alle drei Pflegeschulen bieten umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten

an, wie etwa die berufspädagogische Weiterbildung

zur Praxisanleitung. Gerade in Hinblick auf

das Fachwissen sieht Heidelore Lessig (Bildungsakademie)

einen starken Wandel des Berufsbildes in den letzten Jahren.

„Pflege ist inzwischen ein Beruf mit einem eigenen

Aufgaben- und Verantwortungsbereich. Daraus ergibt

sich die Herausforderung, dass mehr und genaueres Wissen

und Können gefragt ist.“

Die SchülerInnen des ESTA-Bildungswerks kommen

hauptsächlich aus der Region. Wer dennoch eine eigene

Wohnung benötigt, wird von den Kooperationspartnern

bei der Suche unterstützt. Wer sich für die Bildungsakademie

für Gesundheit und Sozialwirtschaft Hochsauerland

in Meschede entscheidet, hat die Möglichkeit, frei nach

„Pflege ist inzwischen ein Beruf mit

einem eigenen Aufgaben- und

Verantwortungsbereich“

(Heidelore Lessing)

Daher müssen laut Sabine Krahn (ESTA) angehende Pflegefachkräfte

eine hohe Bereitschaft zur Fortbildung für

die speziellen Bereiche, in denen sie später arbeiten möchten,

mitbringen – z. B. für die Intensivpflege, Neurologie

oder die Gerontopsychiatrie.

Auch das Klientel hat sich verändert, weiß Peter Gawehn

(DRK): „Pflege wird kulturell bunter: Immer mehr pflegebedürftige

Menschen, aber auch immer mehr Pflegepersonen

haben einen Migrationshintergrund. Pflege von

Menschen, die aus einem anderen Kulturkreis kommen,

stellt eine hohe Herausforderung dar, vor allem, wenn es

aufgrund von Sprachproblemen zu Irritationen kommt.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 89


PRODUKTION

UND FERTIGUNG

Top Berufe:

• Bäcker/-in

• Brauer/in und Mälzer/-in

• Chemikant/-in

• Fleischer/-in

• Konditor/-in

• Holzbearbeitungsmechaniker/-in

• Produktionstechnologe/-in

• Medientechnologe/-in

• Packmitteltechnologe/-in

• Verfahrensmechaniker/-in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto:Iris Böning

Der besondere Moment,

wenn das heiße Eisen fließt….

Warum Jonas Tebbe der Beruf als „Gießereimechaniker,

Schwerpunkt Handformguss“ begeistert

Sonja Funke

Iris Böning

O

lsberg. „Wenn ich am Ende des Arbeitstages

etwas abgieße und das heiße Eisen fließen sehe,

dann ist das jedes Mal etwas Besonderes“, sagt

Jonas Tebbe. Der Siedlinghauser, der 2021 seine Ausbildung

beendete, hat mit dem „Gießereimechaniker –

Schwerpunkt Handformguss“ seinen Traumberuf gefunden.

Das sagt er nicht, das spürt man und sieht es ihm an.

Wir müssen schauen, direkt vor Ort, was diesen 25-Jährigen

so begeistert. Ab in die Gießerei der Olsberg GmbH!

Die Tür öffnet sich. Zwei, drei Schritte und da steht Jonas

Tebbe schon: ausgerüstet mit Schutzbrille, Schutzkleidung

und vor einem Kessel, aus dem die Funken sprühen. Er gießt

kleine Eisen-Taler für die Materialprobe. Qualitätsmanagement

muss sein. Mit einem riesigen Thermometer misst er

die Temperatur dieser eisernen Flüssigkeit und ist zufrieden.

1380 Grad! Geschmolzen im großen Kupol-Ofen. Dieses

Haptische fasziniert auch die WOLL-Reporter sofort.

Erst die Form zu bauen, dann Kerne einzusetzen, damit der

Guss später auch Hohlräume für zum Beispiel Elektromotoren

oder Pumpen hat. Endlich zu gießen und schließlich das

oft riesige Endprodukt zu sehen.

90 - WOLL Elternratgeber 2022


Ausbildung bei Viega

GESTALTE MIT UNS DIE ZUKUNFT –

AUCH DEINE EIGENE.

Viega gestaltet mit innovativen Produkten die Zukunft, auch

die unserer Auszubildenden. Seit mehr als 80 Jahren bilden wir

junge Talente in unterschiedlichen Berufen aus.

Gehörst auch Du bald dazu?

Dann freuen wir uns über Deine Bewerbung, die Du uns bevor

zugt online über azubiblog.viega.de zukommen lässt.

Kein Wunder also, dass Auszubildende bei Viega beste Voraus

setzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben finden.

Eine fundierte Ausbildung ist für uns genauso selbstverständlich

wie die Aussicht auf langfristige persönliche Entwicklungspers

pektiven und ein fairer, menschlicher Umgang miteinander.

AZ_Woll_182x118_2022_04.indd 1 07.04.22 15:58

Viel Veantwortung

All dies gibt Jonas Tebbe eine große Zufriedenheit. „Manchmal

habe ich über alle Arbeitsschritte die Verantwortung für

ein ganzes Stück“, freut sich der 25-Jährige. Er identifizierte

sich von Anfang an mit diesem Job. Was an Fähigkeiten

mitzubringen ist? „Man sollte rechnen können, naturwissenschaftlich

interessiert sein und auch technisches Zeichnen gut

finden.“ Zwischen 50 Kilogramm und bis zu 8 Tonnen sind

die Einzelanfertigungen schwer. Die Auftraggeber liefern die

Modelle, anhand derer erst die Form aus Sand gefertigt und

in diese dann das Eisen gegossen wird. Drei bis vier Stücke

stellen die Handformer am Tag her - vom Kontergewicht für

den Industrieroboter bis zum Pumpengehäuse.

Vor Ort, in der Gießerei, geht es nun ans Eingemachte. Wie

große Schubladen wirken die Formkästen. Der große Topf

mit dem flüssigen Eisen fährt heran. „Bitte ein paar Schritte

zurückgehen!“ Schon fließt das Eisen in die Negativform aus

Sand und bahnt sich seinen Weg. „Wenn ich als Former Mist

mache, kann ich schon mal locker 20.000 Euro im wahrsten

Sinne in den Sand setzen. Ich passe auf, bei jedem Arbeitsschritt“,

sagt Jonas Tebbe. Erst am nächsten Tag, wenn alles

abgekühlt ist, kann er sehen, ob das 2 x 2 Meter große

Getriebegehäuse gut gelungen ist. Hat alles geklappt? Muss

möglichst wenig nachgeschliffen werden? Die Handformer

tragen die Verantwortung.

„Der Beruf ist leider nicht so bekannt, dabei ist er sehr vielfältig.

Noch dazu brauchen viele Unternehmen in unserer

Region zwischen Hallenberg und Soest die Gießereimechaniker“,

unterstreicht Personalleiterin Dagmar Srajek. An der

Ausbildung bei der Olsberg GmbH ist besonders, dass hier

noch viele handgeformte Gussteile hergestellt werden. „Unsere

Handformerei hat schon eine gute Größe. Wir nehmen

nach vier Wochen Grundausbildung hier im Betrieb auch

die Prüfung für Azubis anderer Unternehmen ab - ein echter

Vertrauensbeweis.“ Und: Wer einmal die Handformerei erlernt

hat, ist begehrt, denn er kommt mit dieser Basis auch an

jeder Maschine klar.

Jonas Tebbe war ein Selbstläufer. „Schon nach zwei Wochen

Praktikum habe ich auf ein halbes Jahr verlängert. Hier sehe

ich, wofür ich Mathe oder Physik gebraucht habe.“ Dabei

hatte der 25-Jährige es erst als Chemisch-Technischer Assistent

probiert. „Die Theorie war spannend, aber die Praxis im

Labor war nichts für mich. Hier sehe ich jeden Abend, was

ich gemacht habe. Dies ist das Passende.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 91


Anzeige

MIT HOLZ UND HERZ

FENSTER FERTIGEN

Dominik Birkelbach lernte in seiner Ausbildung zum Holzmechaniker viel

über die Maschinen, mit denen die Hölzer bearbeitet werden.

Sorpetaler Fensterbau GmbH

Du

arbeitest gerne mit Holz und hast

auch Lust auf Maschinen? Dann bist

du beim Fensterbauer Sorpetaler aus

Sundern-Hagen richtig! Der Familienbetrieb bietet

Ausbildungsplätze in der Holzfensterfertigung an, die

Handwerk und Technik unter einen Hut bringen. Und

viel Raum zur Weiterentwicklung bieten.

Schaffe schöne Oberflächen!

Bevor Janina ihre Ausbildung als Verfahrensmechanikerin

für Beschichtungstechnik bei Sorpetaler startete, war

sie Ferienarbeiterin in dem familiengeführten Unternehmen.

Nach ihrem Schulabschluss wollte sie erst Tischlerin

oder Holzmechanikerin werden. Über Umwege kam sie

schließlich an die Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin

für Beschichtungstechnik, die sie vor drei Jahren abschloss.

Bereut hat sie diese Entscheidung nie. “Die Ausbildung

war super. Besonders gefällt mir die Vielfalt meines Berufs.

Ich habe einen Mix aus Werkstoffen wie Holz, Metall

und Kunststoff kennengelernt und verstanden, wie unterschiedlich

Beschichtung und Bearbeitung von Material zu

Material sind”, beschreibt Janina ihre Erfahrungen.

Platz für Eigenständigkeit

Ihr Wissensdurst und ihr Drang, selbstständig zu arbeiten,

wurden bei Sorpetaler voll unterstützt. “Ich kann total

viel eigenständig arbeiten. Und wenn mal Fehler passieren,

ist das nicht schlimm. Bei Fragen sind meine Kollegen

da und helfen mir.” Mittlerweile beherrscht Janina alle

Maschinen und Anlagen zur Beschichtung und kann die

92 - WOLL Elternratgeber 2022


meisten Herausforderungen selbst meistern. Ausgelernt

hat sie trotzdem noch nicht. Mittlerweile weiß sie z.B., wie

sie Naturoberflächen von Hand nachbearbeiten kann. Als

Nächstes will sie ans Versiegeln ran, also das Abdichten mit

Silikon, damit sie auch mal für Kolleginnen und Kollegen

einspringen kann.

Auch ein duales Studium

(Holzmechaniker + Bachelor) ist möglich

Holzmechaniker für den Fenster- und Türenbau

Sorpetaler bildet außerdem Holzmechaniker aus. So wie

Dominik, der als Azubi alle Bereiche der Holzfensterproduktion

kennengelernt hat. “Ich habe im Zuschnitt angefangen.

Da habe ich Bohlen zugeschnitten, aber auch

Sonderteile wie Wetterschenkel oder Schlagleisten, die

später auf die Fenster kommen.”

Als Holzmechaniker lernst du aber nicht nur den Umgang

mit Holz und wie du daraus Fenster und Türen bauen

kannst, sondern ganz viel über die Maschinen, mit denen

die Hölzer bearbeitet werden. Jasmin z.B. fand die Arbeit

mit den Maschinen so spannend, dass sie nach ihrer Ausbildung

bei Sorpetaler noch eine Weiterbildung zur Maschinen-

und Anlagenführerin gemacht hat. Heute steuert sie

teilweise zwei bis drei Maschinen gleichzeitig.

Bei aller Technik muss aber auch das Betriebsklima stimmen.

Das ist ein Grund, warum Dominik schon seit fast

elf Jahren bei Sorpetaler ist: “Wir haben eine super Teamarbeit.

Wenn was ist, dann kann ich mit den Kollegen

oder Chefs sprechen. Und die sind auch geduldig, wenn

man mal was nicht direkt am Anfang versteht.” ■

Janina begann ihre Karriere

bei Sorpetaler als Ferienarbeiterin.

Komm ins Handwerk!

Ausbildungen bei Sorpetaler

• Holzmechaniker:in (auch als duales Studium möglich)

• Verfahrensmechaniker:in für Beschichtungstechnik

Ausbildungsstart 01.08.2022

Ausbildungsdauer:

Ausbildungsort:

3 Jahre

• Sorpetaler Fensterbau in

Sundern-Hagen

• Berufskolleg Olsberg bzw.

Cuno-Berufskolleg in Hagen

Sorpetaler Fensterbau GmbH

Selbecke 6 • 59846 Sundern (Sauerland)

Tel.: 02393 919 20 • sorpetaler.de

Was du mitbringen solltest:

• Lust auf die Arbeit mit Holz

• Neugier und Spaß daran, im Team zu arbeiten

• Interesse an technischen Fächern

Dein Ansprechpartner:

Frank Kruse, Betriebsleiter

frank.kruse@sorpetaler.de

02393 9192 40

sorpetaler.de

Besuch uns bei Instagram!

WOLL Elternratgeber 2022 - 93


Beruf: Produktionstechnologe/Produktionstechnologin

Junge Menschen mit technischem

Interesse und eigenen Ideen gesucht

Gisela Wilms

Dallmer

V

erpackungsabläufe automatisieren, monotone

Arbeiten erleichtern oder Montagetätigkeiten

optimieren – Produktionstechnologen:innen

schauen sich Prozesse genau an und überlegen, wie sie

diese verbessern können. Sie sprechen dafür auch mit

Kollegen:innen aus unterschiedlichen Abteilungen.

„Wir würden in diesem Jahr sehr gerne zum Produktionstechnologen

oder zur Produktionstechnologin ausbilden,

da wir wirklich großen Bedarf haben“, erklärt

Michael Mende. Er ist beim Familienunternehmen

Dallmer in den Bereichen Formenbau und Programmierung

CAD/CAM tätig. Gleichzeitig ist er einer von

mehreren Ausbildern des Arnsberger Entwässerungsspezialisten.

Künftige Produktionstechnologen:innen sollten vor allem

technisches Interesse mitbringen, kreativ denken und

teamfähig sein. „Junge Menschen haben hier die Möglichkeit,

relativ schnell Projekte selbständig durchzuführen

und eigene Ideen einzubringen“, betont Michael Mende

und spricht dabei aus Erfahrung: Er hat seine Ausbildung

zum Werkzeugmechaniker ebenfalls bei Dallmer gemacht.

Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler mit

Abitur oder gutem Realschulabschluss. Das breite gefächerte

Aufgabengebiet der Produktionstechnologen:innen

widmet sich überwiegend der Optimierung von Arbeitsabläufen.

Diese bezieht sich sowohl auf den Einsatz von

Maschinen als auch von menschlicher Arbeitskraft. Es ist

Teamfähigkeit, kreatives Denken und technisches Interesse

gefragt. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre, die

Berufsschule ist in Olsberg.

Dallmer bildet übrigens auch in den Berufen Industriekaufmann:frau,

Fachlagerist:in und Werkzeugmechaniker:in

aus. Mehr zu den Ausbildungsberufen und Stellenangeboten

unter www.dallmer.de/karriere. ■

94 - WOLL Elternratgeber 2022


DU DUHAST DIE ZUKUNFT!

WIR HABEN DEN PLAN!

Zusammen mit Centroplast

in

in eine spannende berufliche Zukunft!

Zusammen mit Centroplast in eine spannende berufliche Zukunft!

Centroplast ist ein traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen der kunststoffverarbeitenden

Centroplast ist istein ein traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen der der kunststoffverarbeitenden

Industrie mit Sitz in Marsberg. Als anerkannter Ausbildungsbetrieb bieten wir seit über 50 Jahren

Industrie mit mitSitz in in Marsberg. Als Als anerkannter Ausbildungsbetrieb bieten wir wir seit seit über 50 50 Jahren

jungen Menschen Ausbildungsplätze im kaufmännischen und gewerblichen Bereich.

jungen Menschen Ausbildungsplätze im im kaufmännischen und und gewerblichen Bereich.

Ausbildungsberufe:

Ausbildungsberufe:

Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und Kautschuktechnik

• • Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und und Kautschuktechnik

Zerspanungsmechaniker (m/w/d) für Fräsmaschinensysteme

• • Zerspanungsmechaniker (m/w/d) für für Fräsmaschinensysteme

Zerspanungsmechaniker (m/w/d) für Drehmaschinensysteme

• • Zerspanungsmechaniker (m/w/d) für für Drehmaschinensysteme

Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• • Elektroniker für fürBetriebstechnik (m/w/d)

Fachlagerist (m/w/d)

• • Fachlagerist (m/w/d)

Industriekaufmann (m/w/d)

• • Industriekaufmann (m/w/d)

Industriemechaniker (m/w/d)

• • Industriemechaniker (m/w/d)

Interessiert?

Interessiert?

Dann schick uns Deine aussagefähige und vollständige Bewerbung an bewerbung@centroplast.de.

Dann schick uns Deine aussagefähige und vollständige Bewerbung an an bewerbung@centroplast.de.

Centroplast Engineering Plastics GmbH

Centroplast Engineering Plastics GmbH

Unterm Ohmberg 34431 Marsberg Tel.: +49 (0) 2992 9704-0

Unterm Ohmberg 1 1 | 34431 | Marsberg | Tel.: | +49 (0) (0) 2992 9704-0

info@centroplast.de www.centroplast.de

info@centroplast.de | www.centroplast.de

| WOLL Elternratgeber 2022 - 95


Tobias Blöink absolvierte duales Studium

mit Ausbildung im Unternehmen HST

„Mit dem Studium

reift man extrem“

Paul Senske

Vanessa Schulte

Die Bilanz nach 10 Jahren fasst Tobias Blöink

in zwei Sätzen zusammen: „Ich habe die

richtige Berufswahl getroffen. Ich fühle mich

pudelwohl.“ Blöink arbeitet als Produkt- & Projektkaufmann

für Beschaffung und Sonderprodukte im

Unternehmen HST Systemtechnik GmbH & Co. KG,

dem „4.0-Technologieführer in der Wasserwirtschaft“.

Der 28-Jährige hat ein ausbildungsintegrierendes duales

Studium absolviert, neben dem Studienabschluss

als Bachelor auch einen Ausbildungsabschluss als Industriekaufmann

erreicht und so die entscheidende

Basis für seine Tätigkeit im Einkauf des „Blue-Tech“-

Unternehmens aus Meschede-Heinrichsthal gelegt.

„Die Ausbildung mit Praxis, Berufsschule und Studium

war eine nicht nur zeitlich herausfordernde Zeit“, sagt der

gebürtige Herdringer. „Aber sie hat sich in jeder Hinsicht

gelohnt. In der Ausbildung wird man gefordert und gefördert,

mit dem Studium reift man extrem.“ Nach dem

Fachabitur am Berufskolleg am Berliner Platz in Neheim-

Hüsten war ihm klar, dass er einen kaufmännischen Beruf

erlernen würde. Seine erste Bewerbung war sofort erfolgreich

und ein Glücksgriff. „Ich habe mich bei HST beworben

und bin eingestellt worden. Ich hatte keine Berufserfahrung,

es war ein buchstäblicher Kaltstart.“

Was ihm gleich imponierte, war die familiäre Atmosphäre

des Unternehmens mit vorwiegend kommunalen Kunden

und mit bundesweit derzeit rund 35 Auszubildenden.

„Wir sind ein Familienunternehmen und inhabergeführt“,

betont Miguel Pereira, der Leiter Personalmanagement.

„Unsere Philosophie ist es, Personal für langfristige Beschäftigungsverhältnisse

zu suchen.“

Bewerbung war ein „Volltreffer“

Blöink hatte mit seiner Bewerbung einen „Volltreffer“ gelandet

– mit einer prägenden und anspruchsvollen Lernund

Ausbildungszeit. 18 Monate dauerte zunächst die verkürzte

Ausbildung zum Industriekaufmann. Montag bis

Donnerstag verbrachte er im Büro, jeden Freitagmorgen

besuchte er die Berufsschule, Freitagnachmittag und am

Samstag studierte er an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie

(VWA) in Arnsberg. Nach dem Ausbildungsabschluss

ging es mit dem Studium weiter. Drei Tage Büro

„Ich sehe mich auch in Zukunft

im Einkauf“: Tobias Blöink.

96 - WOLL Elternratgeber 2022


in Heinrichsthal, Donnerstag und Freitag Studium an

der VWA. Das letzte Lehr- und Studienjahr sowie die

abschließende Bachelor-Arbeit befassten sich vorausschauend

als Schwerpunkte mit den Themen Einkauf,

Beschaffung und Sonderprojekte. „Die Ziele der Ausbildung,

des Studiums sowie der Abschlussarbeiten zielen

auf die Unternehmensziele ab“, so Personalleiter Pereira,

der noch einmal die „Langfristigkeit bei der Personaleinstellung“

betont. „Wir investieren in unser Personal.“ So

wurde auch Blöink nicht nur finanziell (u. a. Studiengebühren)

unterstützt.

Die Arbeit im Einkauf hat Blöink von Beginn an Spaß

gemacht. „Durch die Zusammenarbeit mit den Projektleiterinnen

und Projektleitern bekomme ich auch technisches

Wissen vermittelt. Das bereichert meinen Berufsalltag.“

Blöink, der in seiner Freizeit gern wandert, Ski fährt

oder reist und seit 20 Jahren als Trompeter im Musikverein

Herdringen aktiv ist, hat die richtige Berufswahl

getroffen: „Im Einkauf sehe ich mich bei HST auch in

Zukunft.“ ■

VIER DUALE STUDIENMODELLE

Es ist ein oft geäußerter Trugschluss, dass man nach einem

dualen Studium zwei Abschlüsse in der Tasche hat – die

Berufsausbildung und den Bachelor. Der größere Teil der

dualen Studiengänge bietet „nur“ den Bachelor an. Insgesamt

gibt es vier verschiedene Studienmodelle.

Ausbildungsintegrierendes

duales Studium:

Die ist das bekannteste duale Studium, weil

das einzige bei dem der Studierende neben

dem Studien- auch einen Ausbildungsabschluss

erzielt. Zeitgleich zum Bachelorstudium

absolviert er eine Ausbildung im Betrieb,

das heißt, er muss neben der Arbeit im

Unternehmen und den Vorlesungen noch

zur Berufsschule gehen. Es ist ein anspruchsvoller

und zeitintensiver Studiengang.

Berufsintegrierendes duales Studium:

Dieses Modell eignet sich für Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, die bereits eine feste

Stelle haben und sich weiterbilden wollen.

Da muss natürlich der Betrieb mitspielen.

Der Betrieb gestattet u. a. die Reduzierung

der Arbeitsstundenzahl. In diesen Freiräumen

wird studiert.

Praxisintegrierendes bzw.

kooperatives duales Studium:

Dieses Modell ähnelt dem ausbildungsintegrierenden

dualen Studium. Die theoretischen

Phasen in der Hochschule und praktischen

Phasen im Betrieb wechseln sich im

Block- oder Wochenmodell ab. Der große

Unterschied: In der Praxisphase wird keine

Berufsausbildung angeboten, am Ende steht

„nur“ der Abschluss an der Hochschule. Die

Bewerber werden nicht als Azubis eingestellt,

sondern als Praktikant oder als normale

Mitarbeiter.

Berufsbegleitendes bzw. praxisbegleitendes

duales Studium:

Es ist ähnlich wie das normale berufsintegrierende

Studium aufgebaut und verläuft

in den meisten Fällen parallel zur beruflichen

Praxis. Natürlich muss auch bei diesem

Modell der Arbeitgeber informiert sein

und mitspielen, z. B. bei Freistellungen in

Präsenzphasen des Studiums, das meistens

in Form von Fern- und Abendstudium absolviert

wird.


Anzeige

„ES IST TOTAL VIELFÄLTIG UND

ES MACHT SUPER VIEL SPASS,

HIER ZU ARBEITEN!“

Sonja Funke

Iris Böning

Stück für Stück greifen Roboterarme die Schwungräder

für Nutzfahrzeuge. In der riesigen Betriebshalle auf

dem Bestwiger Werksgelände der M.Busch GmbH &

Co.KG läuft fleißig die elf Meter lange vollautomatisierte

Bearbeitungslinie, S-Line genannt. Die Schwungräder sind

aus Eisen-Guss, sie werden hier fertigbearbeitet und vormontiert.

Wer an der S-Line steht, hat sich als Zerspanungsmechaniker

fachlich wie finanziell hochgearbeitet. Als Maschinenbediener

4 ist er (oder sie!) dafür verantwortlich, dass

die hochmodernen Computer gesteuerten Anlagen fehlerfrei

laufen.

Vor dem Gerät fachsimpelt der technische Ausbilder Daniel

Hennemann mit Timo Nieder (Azubi Zerspanungsmechaniker)

und Nora Niedzielski (Azubi Produktionstechnologin).

Drei Mitarbeiter in unterschiedlichen Berufsstadien,

aber mit einer durchgängigen Meinung: „Hier herrscht ein

echt familiäres Arbeitsklima. Der Job ist total vielfältig. Es

macht super viel Spaß, hier zu arbeiten!“ In acht Berufen

bildet das Unternehmen seine derzeit 25 Auszubildenden

aus. „Am Beispiel dieser drei Mitarbeiter können wir gut

aufzeigen, welch unterschiedliche Berufsfelder wir abdecken

und wie vielfältig die Perspektiven in unserem Unternehmen

sind“, sagt Personalreferentin Judith Pählig.

Drei zufriedene Azubis

Daniel Hennemann kehrte im Januar 2022 nach gut drei

Jahren ins Unternehmen zurück. Nach seiner Ausbildung

zum Zerspanungsmechaniker, förderte Busch seine Weiterbildungen

zum Ausbilder und zum Industriemeister. Danach

sammelte er als frisch gebackener Meister und auf eigenen

Wunsch erst einmal Erfahrung in kleineren Betrieben

- bis der Anruf von Busch kam, ob er sich vorstellen könnte

als Ausbilder zu arbeiten. „Ja, das konnte ich! Hier profitiere

ich nun immens von meinen Erfahrungen in kleineren Betrieben

und kann gleichzeitig aufgrund der Größe des Betriebes

wieder spezieller arbeiten.“

Bei Timo Nieder ist aus dem ersten Schnuppern ein Langzeitpraktikum

geworden, auch das ist möglich. „Über meh-

98 - WOLL Elternratgeber 2022


ere Monate habe ich einmal die Woche hier gearbeitet

und mir war klar, das ist es.“ Dabei reizt den 20-jährigen

Velmeder, dass er die Busch-Produkte, ob Bremsscheiben

oder Schwungräder in so vielen Lkw auf der Straße

verbaut sieht. „Unsere beiden Grauguss-Expresse, die

halbstündlich zwischen Bestwig und Wehrstapel fahren,

sind zum Beispiel mit beiden Produkten ausgerüstet, das

ist klasse!“

In Wehrstapel wird gegossen, in Bestwig bearbeitet und

vormontiert. Zwei ganz unterschiedliche Einsatzorte hat

das Unternehmen seinen Mitarbeitern zu bieten. Nora

Niedzielski ist als Produktionstechnologin überall gefragt.

Ihr Lehrberuf ist noch jung. Erst seit 2020 gibt es

mit Olsberg auch im HSK einen Berufsschulstandort.

„Ich wollte schon immer in der Industrie arbeiten. Meine

Aufgabe ist es, über Projekte die Produktionsabläufe

in jeder Hinsicht zu optimieren: von der Qualität über

die Schnelligkeit bis zum Mitarbeiterschutz. Das ist genau

mein Ding!“, freut sich die 18-jährige Ostwigerin.

Zurück an die S-Line: Während Daniel Hennemann

seine Azubis an dieser hochkomplexen Anlage schult, ist

Timo Nieder total motiviert, in wenigen Jahren selbst

Maschinenbediener 4 zu sein. Und Nora Niedzielski?

Sie arbeitet mit und hat immer im Hinterkopf, wo es

bei den Abläufen an der Anlage noch Verbesserungsbedarf

geben könnte. Na, neugierig geworden? „Wir freuen

uns auf Nachwuchs in unserem Unternehmen. Ich lade

die jungen Menschen herzlich ein, einfach mal reinzuschnuppern.

Die Ausbildung von eigenen Fachkräften

liegt uns sehr am Herzen“, betont Geschäftsführer Andreas

Güll. ■

Nora Niedzielski mit dem technischen Ausbilder Daniel Hennemann

Werk Bestwig

M. Busch GmbH & Co.KG

Ruhrstraße 1

59909 Bestwig

Tel. 02904 988-0

FAX 02904 988-177

info@mbusch.de

Werk Meschede-Wehrstapel

M. Busch GmbH & Co.KG

Wehrstapler Straße 12

59872 Meschede (Wehrstapel)

Tel. 02904 988-0

FAX 02904 988-277

info@mbusch.de

Die M.Busch GmbH und Co. KG

hat 520 Mitarbeiter in beiden Werken

(Bestwig und Wehrstapel).

Bremsscheiben, Bremstrommeln, Schwungräder

und Getriebegehäuse sind die Hauptprodukte,

die hergestellt werden – all dies brauchen Nutzfahrzeuge

renommierter Hersteller von Volvo bis

Daimler.

Für 2022 und 2023 sind noch Ausbildungsplätze

(m/w/d) in den Berufen Elektroniker, Gießereimechaniker,

Industriemechaniker, Produktionstechnologe

und Zerspanungsmechaniker frei.

Alle Infos unter: www.m-busch.de/ausbildung

WOLL Elternratgeber 2022 - 99


Anzeige

KOMPETENZ VERBINDET

Blick hinter die Kulissen: Azubi

im Werkzeugbau bei Miederhoff

Bei Miederhoff wird die „Hardware“ produziert:

zum Verbinden, Spannen und Befestigen technischer

Textilien – egal ob für Lkw-Auflieger, große Zelte,

Werbetechnik oder den Sport- und Freizeitsektor. Vor 125

Jahren gegründet, sind heute innerhalb der Unternehmensgruppe

rund 200 Mitarbeiter an drei Produktionsstandorten

beschäftigt, davon gut 120 am Stammsitz in Sundern.

Das Familienunternehmen legt großen Wert auf die Ausbildung

der eigenen Nachwuchskräfte. Azubi Marc-

Andree Gehrt erzählt im Interview von seinen

Erfahrungen im Werkzeugbau:

Hallo Marc – was macht man als Werkzeugmechaniker?

Viele denken, in einem Werkzeugbau werden

Handwerkzeuge, also z.B. Schraubenzieher,

hergestellt. Aber mit

solchen „kleinen Sachen“ beschäftigen

wir uns gar nicht

(lacht). Wir bauen komplexe

Folgeverbundwerkzeuge, die locker

bis 2 m lang sind und etliche

hundert Kilo wiegen. Später werden

damit Blechstreifen unter einer

Auszubildender

Marc-Andree Gehrt

Werkzeugmechaniker

Ausbilder Jens Arnold und

Azubi Marc-Andree Gehrt

Presse in verschiedene

Formen gebracht.

Gibt es Aufgaben, die Du besonders gerne übernimmst?

Am liebsten arbeite ich an einer CNC-Fräse: das ist eine softwaregesteuerte

Maschine, mit der man schnelle und extrem

präzise Ergebnisse erzielen kann. Auf einen Tausendstel Millimeter

genau.

Was muss man mitbringen um Werkzeugmechaniker

zu werden?

Man sollte Spaß daran haben, praktisch und sorgfältig zu

arbeiten. Dafür ist handwerkliches Geschick wichtig. Gute

Noten in Mathe können natürlich nicht schaden. Aber wir

erhalten auch Unterstützung durch den eigenen Werksunterricht

und bereiten uns zusammen auf die Prüfungen vor.

Was war dein bisheriges Highlight in der Ausbildung?

Da muss ich nicht lange überlegen: Bei uns nehmen alle Azubis

an einem Teambuilding-Seminar auf der Nordseeinsel

Juist teil. Neben vielen spannenden Aktivitäten lernt man

u.a. auch die Grundkenntnisse des Fliegens mit einem Motorsegler

und darf unter Anleitung eines erfahrenen Fluglehrers

auch selbst fliegen. Einfach nur klasse!

Geschäftsführer Dr. Thorsten Miederhoff ist stolz auf „seine”

Azubis: „Mir macht es immer wieder Freude zu erleben, wie

sich die jungen Menschen bei uns entwickeln. Und: Fast alle

bleiben nach ihrer Ausbildung bei uns“.

Ausbildungsleiter Jens Arnold ergänzt: „Wir sind ein echtes

Familienunternehmen und freuen uns, wenn wir junge Leute

bei ihrem Start ins Berufsleben unterstützen können. Das

ist eine echte Win-Win-Situation: die Azubis bekommen eine

Top-Ausbildung und wir fähige Fachkräfte für die erfolgreiche

Entwicklung unseres Unternehmens.“

Mehr Informationen zur Ausbildung bei Miederhoff gibt es hier:

www.miederhoff.de

www.karriere-suedwestfalen.de/franz-miederhoff ■


Werbeagentur

&

Fotostudio

www.i-dexe.net

info@i-dexe.net

Digital

und

Print

(m/w/d)

Mediengestalter*in

SUCHT DICH!

WIR SUCHEN DICH! GESTALTE DEINE ZUKUNFT MIT UNS!

Wir bieten für das Jahr 2022 am

Standort Hallenberg-Hesborn/

Medebach folgende

Einstiegsmöglichkeiten:

AUSBILDUNGSBERUFE: (M/W/D)

KAUFMÄNNISCH:

Fachinformatiker

Industriekaufmann

Kaufmann für Marketingkommunikation

Technischer Produktdesigner

GEWERBLICH:

Elektroniker

Industriemechaniker

Maschinen- und Anlagenführer

Werkzeugmechaniker

Zerspanungsmechaniker

BENEFITS:

• spannende und bereichsübergreifende Projekte

• Unterstützung durch Prüfungsvorbereitungskurse u. Fahrkostenzuschuss

• eine Übernahme nach erfolgreichem Abschluss Deiner Ausbildung

• moderne und technisch hervorragende Arbeitsbedingungen in einem

internationalen, stetig wachsenden Familienunternehmen

KONTAKT: Bewirb Dich jetzt online auf www.borbet.de/Karriere oder schicke Deine

Bewerbung an: BORBET GmbH, Personalwesen, Hauptstraße 5, D-59969 Hallenberg,

E-Mail: personal@borbet.de.

WOLL Elternratgeber 2022 - 101


Lothar Molin,

Ausbildungsbegleiter

HILFESTELLUNG

GEBEN, WO SIE

GERADE

BENÖTIGT WIRD

Sabina Butz

Tom Linke

Ausbildung bei WEPA

Gemeinsam Zukunft gestalten

Du hast Lust auf ein zukunftsorientiertes Familienunternehmen?

Du möchtest jeden Tag aufs Neue über Dich

hinauswachsen? Dann bist Du bei uns genau richtig!

Für unseren Standort in Müschede suchen wir Dich!

Starte durch als

→ Papiertechnologe (m/w/d)

→ Mechatroniker (m/w/d)

→ Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

→ Fachinformatiker (m/w/d)

→ Kaufmann Spedition und

Logistikdienstleistungen (m/w/d)

→ Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

→ Industriemechaniker (m/w/d)

→ Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

Bewirb Dich

jetzt über

www.wepa.eu

102 - WOLL Elternratgeber 2022


W

as trieb einen Diplomingenieur dazu, beruflich

zum Ausbilder beim Kolpingbildungswerk

umzusatteln und sich über Jahrzehnte als

ehrenamtlicher Mentor, Ausbildungspate oder Ausbildungsbegleiter

in der Engagementsförderung der Stadt

Arnsberg einzusetzen?

Lothar Molin legt sofort los, nicht etwa mit seinem Lebenslauf,

seiner beruflichen Karriere oder seinen anderen ehrenamtlichen

Verdiensten, sondern mit der Feststellung: „Einem

Jugendlichen auf den beruflichen Weg geholfen zu haben,

ist ein sehr bereicherndes Gefühl. Da war z.B….“ und dann

folgt eine kurze Schilderung, wie ein etwas hilfloser Schüler

für sich selbst zur beruflichen Entscheidungsfindung gelangte

und diese dann auch erfolgreich umsetzen konnte.

Im Mittelpunkt stehen die Berufssuchenden

Unsere Frage, wie das alles anfing, wird ebenfalls mehr aus

der Perspektive der Schüler als der „Helfer“ geschildert:

„Die Engagementförderung der Stadt Arnsberg betreibt mit

der Grimme-Schule ein Projekt mit dem Titel Ausbildungspaten.

Dafür wurden ehrenamtliche Mentoren gesucht, um

die Hauptschüler ab der neunten Klasse auf den Beruf vorzubereiten,

bzw. sich für einen Beruf zu entscheiden. Das

war genau mein Ding. Im Mittelpunkt steht für mich jedes

Mal der oder die Schüler/in: Wo liegen die Stärken und wo

sind Schwächen? Wie kann ich den jungen Menschen dabei

begleiten, seine eigene Entscheidung zu treffen? Viele sind

einfach nur nicht informiert. Sie wissen nicht, welche Möglichkeiten

ihnen offenstehen. Da setze ich an. Jeder einzelne

„schwierige“ Schüler ist für mich eine Herausforderung: Sie

sind ja nicht „schwierig“ geboren. Irgendwie hat doch jeder

Schwierigkeiten, die dazu da sind, überwunden zu werden.

Ich glaube, meine Schüler merken, dass ich sie wertschätze,

sie ernst nehme und vor allem, dass ich zuhören kann.“

Jeder Mensch braucht eine Perspektive

Einen guten Ausbildungsbegleiter zeichnen Verständnis für

die individuellen Sorgen und Probleme bei der Berufsentscheidung

junger Menschen aus. Geduld, Einfühlungsvermögen

und der Glaube, dass jeder Mensch eine Chance und

Perspektive verdient hat, gehören sicherlich auch dazu. „Wir

sind keine ausgebildeten Lehrer, Sozialarbeiter oder Psychotherapeuten,

sondern engagierte Menschen, die sich den oft

komplizierten Lebensbedingungen Jugendlicher widmen,

um Hilfestellung zu geben, wo sie gerade benötigt wird. Das

kann dann auch mal eine Nachhilfe in bestimmten Fächern

sein oder Unterstützung bei der Bewältigung sozialer Schwä-

WOLL Elternratgeber 2022 - 103


chen. Auch Verhaltensmuster, die aus dem Rahmen fallen,

können wir zumindest erkennen, benennen und vielleicht

bewusst machen. Insgesamt könnte man unsere Arbeit auch

als ein Stück Lebenshilfe bezeichnen“

Extratipp zur Berufsfindung

Was Lothar Molin zu einem qualifizierten Ausbildungsbegleiter

macht, erklärt er so: „Nach meinem Realschulabschluss

wollte ich Bankkaufmann werden. Bei der Berufsberatung

verblüffte mich selbst, dass ich ganz offensichtlich

mehr für technische Bereiche geeignet sein sollte. Mein Vater

entschied, ich solle erst einmal etwas Vernünftiges lernen und

suchte mir einen Ausbildungsplatz als Werkzeugmacher. Danach

absolvierte ich mein Diplomingenieursstudium in Iserlohn

und war als Betriebs- und Personalleiter tätig. Schließlich

entdeckte ich meine wahre Berufung: Technisches

Knowhow mit sozialer Komponente zu verbinden und wurde

bis zu meinem Ruhestand Sozialpädagoge und Pädagoge

beim Kolping-Bildungswerk für Schulabgänger, die noch

nicht ausbildungsfähig waren.

Einen Extratipp für den Einstieg in die Berufsausbildung

kann ich allen empfehlen, bei denen die Ausbildungsfähigkeit

noch fraglich ist: Das Kolping-Bildungszentrum bietet

eine einjährige Berufsvorbereitung an.

Wenn jemand während der Ausbildung Schwierigkeiten

in der Berufsschule hat, dem empfehle ich die Teilnahme

an der ausbildungsbegleitenden Hilfe beim Kolping-

Bildungszentrum.“ ■

Lothar Molin, Jahrgang 1932, engagiert sich neben

seiner ehrenamtlichen Arbeit als Ausbildungsbegleiter

bei den Pfadfindern, der Interessenvertretung

der Behindertenhilfe und Tischtennisspielern

in ihren jeweiligen Aktionen, als Stiftungsvorstand

beim Deutschen Jugendherbergswerk und in vielen

weiteren Aktionen

Komm‘

in

unser

Team!

Wir bilden aus

• Werkzeug-/ Zerspanungsmechaniker/in

• Industriemechaniker/in

• Verfahrensmechaniker/in

• Maschinen- und Anlagenführer/in

• Industriekaufmann/frau

Unsere aktuellen Ausbildungsangebote

fi ndest du unter www.bueltmann-gruppe.com

Bewerbungen bitte an:

bewerbung@personal.bkb-profil.com

104 - WOLL Elternratgeber 2022

BKB Profiltechnik GmbH

Illingheimer Straße 35

59846 Sundern-Amecke


ITH connects careers.

Deine Karriere beim Weltmarktführer.

Entdecke ITH als Arbeitgeber und

informiere dich über alle weiteren

Möglichkeiten zum Karriereeinstieg

auf: www.ITH.de/Karriere

Über ITH

ITH Schraubtechnik ist der weltweit führende Systemlieferant

für Schraubtechnik ab M16 aufwärts.

Zu unserem Leistungsspektrum gehören die Entwicklung,

Produktion und der Vertrieb von Schraubwerkzeugen für

industrielle Schraubenverbindungen. Als kompletter Systemlieferant

bieten wir ebenfalls Verbindungselemente, Ingenieurdienstleistungen

sowie umfangreichen Service an.

ITH unterhält eigene Tochtergesellschaften in 12 Ländern

und garantiert mit insgesamt über 40 globalen Standorten

Kundennähe weltweit.

Wir bilden aus (m/w/d)

ITH bildet in vielen interessanten Berufsfeldern aus:

• Elektroniker/in - Geräte und Systeme

• Fachinformatiker/in - Systemintegration

oder Anwendungsentwicklung

• Fachkraft - Lagerlogistik

• Mechatroniker/in

• Technische/r Produktdesigner/in - Maschinen- und

Anlagenkonstruktion

• Zerspanungsmechaniker/in

Ein optimales Umfeld

Entdecke bei ITH Schraubtechnik ein optimales Umfeld zur

persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung, charakterisiert

durch eigenverantwortliches Arbeiten, die Möglichkeiten

zur Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen sowie

kurze Wege zu den Entscheidern.

Wir bieten

• Ein erfolgreiches, krisenfestes Unternehmen

• Weiterbildungsoptionen in allen Berufsfeldern

• Attraktive Verdienstmöglichkeiten

• Beteiligung am Unternehmenserfolg sowie

Sonderzahlungen

• Flexible Arbeitszeiten

• Mitarbeiterrestaurant „Miaré“

• Viele weitere Vorteile

Wir freuen uns, Dich kennenzulernen.

Bei Rückfragen steht Dir Elena Göddecke als Ansprechpartnerin

zur Verfügung.

ITH GmbH & Co. KG | Steinwiese 8 | 59872 Meschede

personal@ith.com | +49 291 9962 0 | www.ITH.de/Karriere

Folge uns auf Social Media:

WOLL Elternratgeber 2022 - 105


AdobeStock_222657599

Paul Senske

Förderprogramm Erasmus+ wertet berufliche Ausbildung deutlich auf

„INTERNATIONALE

BERUFLICHE MOBILITÄT“

Erasmus+ oder auch Erasmus plus ist ein Förderprogramm

der Europäischen Union (EU)

für die Schul-, Berufs- und Hochschuldbildung.

Ursprünglich war das Förderprojekt - zunächst als Sokrates-

und Erasmus-Programm bezeichnet - für den

internationalen Studentenaustausch vorgesehen, nach

Zwischenstufen ist es unter der Prämisse des lebenslangen

Lernens und unter dem Begriff Erasmus+ auch für

Schülerinnen und sowie für Auszubildende offen und

findet in der heimischen Region in Berufsschulen und in

Betrieben vermehrt Anklang.

Betriebspraktika im europäischen Ausland oder weltweit

(Förderprogramm „Ausbildung weltweit“) sind angesichts

der weltweiten, wirtschaftlichen Verflechtungen Teile des

beruflichen Anforderungsprofils und werten den Lebenslauf

der Auszubildenden auf. Aus- und Weiterbildung im

Ausland bieten glänzende Möglichkeiten, internationale

Berufskompetenzen und Berufserfahrungen zu erwerben.

Das Lernen von Fremdsprachen, der Erwerb interkultureller

Kompetenzen, Kontakte und Freundschaften sind

weitere Pluspunkte. Dass Betriebspraktika im Ausland die

Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein der Azubis steigern,

sind ebenfalls nicht zu unterschätzende Aspekte.

Ausbildungsbetrieb muss zustimmen

Die Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum sehen im

Wesentlichen ein Mindestalter von 17 Jahren, das Absolvieren

einer staatlich anerkannten Berufsausbildung sowie

mittlere Kenntnisse der Sprache des Ziellandes vor. Eine

Grundvorrausetzung ist die Zustimmung des Ausbildungsbetriebes.

Erasmus+ bietet auch Auszubildenden mit besonderem

Bedarf ein Praktikum im Ausland an. Der Großteil

der Kosten wird durch das Förderprogramm gedeckt. Auch

viele Betriebe zeigen sich kulant.

weiter auf Seite 108

106 - WOLL Elternratgeber 2022


Anzeige

INFINEON –

DIE AUSBILDUNG MIT ZUKUNFT!

DU SUCHST EINEN JOB, DER DIR SPASS MACHT, SINNVOLL IST UND

DIE WELT AUCH NOCH NACH VORNE BRINGT? DANN BIST DU

BEI INFINEON GENAU RICHTIG!

Von Warstein in die weite Welt

Photovoltaik und Windkraftanlagen, Automobile und Schienenfahrzeuge und für industrielle

Antriebe. Die Liste der Produkte, in denen Leistungshalbleiter von Infineon stecken, ist lang.

Nicht umsonst zählt das Warsteiner Unternehmen zu den Top-10-Halbleiterherstellern weltweit.

Infineon Technologies trägt dazu bei, dass das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher wird.

Mit Technik, die mehr leistet, weniger verbraucht und für alle verfügbar ist. Infineon Warstein gilt als

Zukunftswerkstatt und hat sich innerhalb des Konzerns als Motor für Forschung und Entwicklung

etabliert. Um seinen Wettbewerbsvorsprung zu sichern und weiter auszubauen, setzt Infineon auf klare

unternehmerische Entscheidungen, schnelle Umsetzungen und gut ausgebildete und motivierte Talente,

die von Beginn an gezielt fördert und in die Projekte eingebunden werden.

Schule aus. Leben an.

Egal ob Du eine technische oder kaufmännische Ausbildung suchst, Infineon bietet Dir

beides! Oder möchtest Du doch lieber studieren und gleichzeitig im Job durchstarten?

Dann ist einer unserer dualen Studiengänge in Kooperation mit der Fachhochschule

Südwestfalen in Soest etwas für Dich. Kontaktiere dazu einfach Dein Infineon Ausbildungsteam

unter www.infineon.com/ausbildung.

Noch mehr Gründe für Infineon

Bei uns arbeitest Du in einem modernen, internationalen Unternehmen mit rund 50.280 Mitarbeiter*innen

weltweit, darunter über 2000 Menschen aus 38 Nationen allein in Warstein. Einem

Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit, das auch jede Menge Benefits bietet: eine

Optimierung der Work-Life-Balance, sehr gute Gesundheitsvorsorge und natürlich beste Weiterbildungsmöglichkeiten.

Du bringst mit…

Verlässlichkeit und Zielstrebigkeit

Verantwortungsbewusstsein

ALSO WORAUF WARTEST DU NOCH?

Bewirb Dich jetzt!

Teamfähigkeit

Eigeninitiative

WOLL Elternratgeber 2022 - 107


OHRMANN MONTAGETECHNIK steht seit über 35 Jahren

für innovativen Sondermaschinenbau. Mit rund 170

Mitarbeitern stellen wir am Standort in Möhnesee

Montagemaschinen für Armaturenhersteller, die Automobilund

Elektroindustrie sowie die Medizintechnik her.

Du hast Interesse an Technik und suchst Praxisnähe statt

Theorie auf Abstand? Schon mal über eine Ausbildung

nachgedacht? In einem Familienunternehmen?

Zum 01.08.2023 suchen wir Auszubildende für die Berufe

ELEKTRONIKER FÜR

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK (m/w/d)

INDUSTRIEMECHANIKER (m/w/d)

TECHNISCHER

PRODUKTDESIGNER (m/w/d)

ZERSPANUNGSMECHANIKER (m/w/d)

Weitere Informationen zu unseren Ausbildungsberufen

findest Du auf unserer Homepage www.ohrmann.de in der

Rubrik Karriere/Ausbildung.

WIR SUCHEN DICH! KOMM INS TEAM!

Wir freuen uns auf Deine aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen

per E-Mail zu Händen Frau Tanja Beringer.

Berufe nicht nur für Jungs! Mädels, das könnt ihr auch!

OHRMANN

MONTAGETECHNIK

An der Haar 27 – 31 • 59519 Möhnesee

bewerbung@ohrmann.de • www.ohrmann.de

Die Berufsschulen bzw. Berufskollegs sind die ersten

Ansprechpartner und informieren über Voraussetzungen

und Möglichkeiten für interessierte Azubis, Schülerinnen

und Schüler. Einige Schulen, wie zum Beispiel

das Berufskolleg am Berliner Platz in Neheim-Hüsten

oder das Berufskolleg Meschede, bieten zudem den Erwerb

des Zertifikats „Internationale berufliche Mobilität“

an. Dafür ist ein jeweils 20-Stündiges Vor- und

Nachbereitungsseminar erforderlich. Dazwischen liegt

ein mindestens zweiwöchiges Praktikum im Ausland.

Bei den Kursen, die im Abendunterricht oder am Wochenende

angeboten werden, geht es vor allem um berufliche

Orientierung im Ausland, um die Kommunikation

mit digitalen Medien oder um Selbstentwicklung

und Selbstorganisation.

Berufskolleg am Berliner Platz

in Neheim-Hüsten ist Vorreiter

Ein Vorreiter in Sachen Auslandspraktikum ist das Berufskolleg

am Berliner Platz in Neheim-Hüsten. Das

Kolleg hat sich vor einem Jahr erfolgreich am Verfahren

zur Akkreditierung durch die Nationale Agentur (NA)

für Berufsbildung in Bonn beworben und ist akkreditierter

Erasmus+ Partner. Für die Schule stellt die erfolgreiche

Akkreditierung einen Meilenstein auf dem Weg

in eine verstärkte Internationalisierung der Schule. Ziel

ist es, ihren Lernenden künftig noch mehr Möglichkeiten

der Beteiligung an internationalen Projekten sowie

an Praktikumsaufenthalten im Ausland zu bieten, so

das Berufskolleg des HSK. ■

108 - WOLL Elternratgeber 2022


DREI STARKE UNTERNEHMEN

Die Briloner Möbel Werke vereinen die erfolgreichen

Unternehmen Impuls Küchen, puris Bad

sowie die Industrietischlerei Briloner Möbelfertigungsgesellschaft.

Alle drei Unternehmen sind in

Ihren Sparten wichtige Produzenten und Anbieter

von Möbel und Möbelelementen und weit über die

Grenzen von Brilon bekannt.

Als attraktiver Arbeitgeber mit familiärem Background

sind bei den Briloner Möbel Werken heute

über 700 Personen beschäftigt. Unsere Möbel für

Küche und Bad verkaufen wir rund um den Globus.

Dabei steht der Mensch mit seinen persönlichen

Bedürfnissen und Wünschen im Mittelpunkt

unseres Handelns.

#MEINE AUSBILDUNG ALS

In allen Bereichen der Briloner Möbel Werke wird

umweltschonend und nachhaltig nach höchsten

Standards produziert.

Holzmechaniker*

Industriekaufmann*

Mechatroniker*

Produktionstechnologe*

Fachkraft für Lagerlogistik*

*(w/m/d)

BRILONER-MW.DE

WOLL Elternratgeber 2022 - 109


110 - WOLL Elternratgeber 2022


Anzeige

Dallmer GmbH + Co. KG

JUNGE MENSCHEN

MIT TECHNISCHEM INTERESSE UND

EIGENEN IDEEN GESUCHT

Dallmer bildet in Arnsberg unter anderem

Produktionstechnologen:innen aus

Verpackungsabläufe automatisieren, monotone Arbeiten

erleichtern oder Montagetätigkeiten optimieren

– Produktionstechnologen:innen schauen sich

Prozesse genau an und überlegen, wie sie diese verbessern

können. Sie sprechen dafür auch mit Kollegen:innen aus

unterschiedlichen Abteilungen. „Wir würden in diesem Jahr

sehr gerne zum Produktionstechnologen oder zur Produktionstechnologin

ausbilden, da wir wirklich großen Bedarf

haben. Bisher haben wir solche Aufgaben nebenbei erledigt“,

erzählt Michael Mende. Er ist beim Familienunternehmen

Dallmer in den Bereichen Formenbau und Programmierung

CAD/CAM tätig. Gleichzeitig ist er einer von mehreren

Ausbildern bei dem Arnsberger Entwässerungsspezialisten.

„Junge Menschen haben hier die Möglichkeit, relativ schnell

Projekte selbständig durchzuführen und eigene Ideen einzubringen“,

betont Michael Mende und spricht dabei aus

Erfahrung: Denn er hat seine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker

ebenfalls bei Dallmer gemacht. Künftige Produktionstechnologen:innen

sollten vor allem technisches

Interesse mitbringen, kreativ denken und teamfähig sein.

Auch in weiteren Berufen, wie zum Beispiel zum:zur Industriekaufmann:frau,

Fachlagerist:in und Werkzeugmechaniker:in,

bildet Dallmer aus.

Mehr zu den Ausbildungsberufen und Stellenangeboten von

Dallmer: www.dallmer.de/karriere ■

DALLMER GMBH + CO. KG

WIEBELSHEIDESTRASSE 25 - 59757 ARNSBERG

WOLL Elternratgeber 2022 - 111


Christian Albrecht (66): Väterlicher Rat und duale Ausbildung

ebnen Weg für erfüllende Karriere

WISSEN AUFSAUGEN UND

WAS DARAUS MACHEN

Paul Senske

Vanessa Schulte

Der Rat seines Vaters hat Christian Albrecht offensichtlich

nachhaltig geprägt und war einer der Schlüssel für eine erfüllende

berufliche Karriere – mit einer Lehre als Ausgangspunkt.

„Junge, Du musst immer was lernen. Was Du im Kopf hast,

kann Dir keiner wegnehmen.“ Der inzwischen 66-jährige Herdringer

Pensionär hat in seiner beruflichen Laufbahn eine Menge gelernt

und das Wissen auch umgesetzt. Klassische Lehre, schulische

Weiterbildung, Meisterprüfung, Studium zum Diplom-Ingenieur,

Dozent, Auditor, 33 Jahre in verantwortungsvollen Positionen bei

der Handwerkskammer Südwestfalen: Die wichtigsten Stationen

zeigen, dass eine duale Ausbildung eine bedeutende berufliche

Eintrittskarte ist und glänzende Perspektiven eröffnet.

Albrecht stammt aus einer Handwerkerfamilie, sein

Vater war Schlosser, auch dem Sohn lag die handwerkliche

Tätigkeit im Blut. Nach dem

Realschulabschluss absolvierte er eine Lehre

als Elektromechaniker (heute Mechatroniker).

„Die Lehre war die Basis für mein

berufliches Leben. Was man in der

Praxis gemacht hat, das kann einem

keiner nehmen. In der Praxis

lernt man am meisten.“ Aber

natürlich auch in der Theorie.

Nach der Lehre erwarb er

am Berufskolleg in Neheim

die Fachhochschulreife

(Fachoberschule Klasse 12).

„Ich wollte mich

immer weiterbilden.

Wissen aufsaugen und

„Im Kopf und in der Praxis aktiv“: Christian Albrecht.

112 - WOLL Elternratgeber 2022


„Die Lehre war die Basis für mein

berufliches Leben“ (Christian Albrecht)

was daraus machen.“ Er sammelte zunächst u. a.

wichtige berufliche Erfahrungen als Facharbeiter

im Gleichrichterbau und schloss danach

einen Meistertageslehrgang bei der Handwerkskammer

Arnsberg (heute Südwestfalen) an. 1981 erwarb

er den Titel „Elektroinstallateur-Meister“,

eine weitere, wichtige berufliche Etappe und

Lektion auf dem „Weg des lebenslangen Lernens und der

Weiterbildung“. Nach einem Jahr Tätigkeit als Meister

(Montageleiter) erfolgte 1982 der nächste bedeutende

Schritt. Albrecht begann ein Studium der Nachrichtentechnik

an der heutigen FH in Meschede. Die Diplomarbeit

wurde mit einem Kommilitonen über das Thema „Entwicklung

und Bau eines Beschleunigungs-Messgerätes mit

Hilfe von Ultraschallwellen“ erstellt. Das Diplom hatte er

im September 1986 in der Tasche. Bereits während des

Studiums nahm der angehende Diplom-Ingenieur Kontakte

zur Handwerkskammer in Arnsberg auf und arbeitete

als Dozent in den Lehrgängen zur Vorbereitung auf

die Meisterprüfung in den Fächern Elektronik und Antennentechnik.

„Ich musste während des Studiums Geld

verdienen.“

Der Kontakt zur Handwerkskammer riss nie ab. 1988

wurde er als Technologieberater für Handwerksunternehmen

mit dem Schwerpunkt „Beratungen

und Qualitätsmanagement“ eingestellt und arbeitete

bis zu seiner Pensionierung knappe 33

Jahre bei der HWK. Er bekleidete wichtige

Positionen, u. a. war er vier Jahre Leiter der

damaligen Berufsbildungszentren in Eslohe

und Arnsberg (heute bbz Arnsberg).

Beratungen im Qualitätsmanagement,

technische Beratung, Arbeitsschutzberatung,

Fachkraft für Arbeitssicherheit

sowie Bewertungen und Zweitwertberechnungen

von Inventar und

Dozent in der Meistervorbereitung

rundeten ein anspruchsvolles Berufsleben

ab.

Auch als Rentner „im Kopf und in

der Praxis aktiv“

Seit Mai 2021 ist er Rentner, der aber nicht „ruht“,

sondern weiter „im Kopf und in der Praxis aktiv ist“,

wie er betont. Seine Dozententätigkeit bei der Handwerkskammer

übt er als Freiberufler weiter aus. Schon

1995 - damals mit Erlaubnis der Handwerkskammer

- war der verheiratete Vater einer Tochter als

Auditor* der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von

Management-Systemen (DGS GmbH) tätig. Es versteht

sich fast von selbst, dass er auch als Rentner seine Auditoren-

Tätigkeit weiterführt. Seit 1992 engagiert er sich als

Leiter des DGQ-Regionalkreises Südwestfalen (Deutsche

Gesellschaft für Qualität). Auch was seine Hobbies angeht,

ist er breit aufgestellt. Seit 2011 ist er als Zauberer

und Magier („genial magische Zauberei“) auch

überregional unterwegs. Sein Engagement bei der Freilichtbühne

Herdringen begann 1996, jahrelange Vorstands-

und Pressearbeit waren bei ihm in guten Händen,

heute ist er noch als Schauspieler aktiv. Und schließlich:

Seine „geliebte“ Modelleisenbahn hat er nach 30 Jahren

vom Dachboden geholt und ergänzt sie mit neuer Technik,

die auch erlernt werden will. ■

*Ein Auditor (lateinisch „audire“, hören, zuhören, vernehmen) ist

eine Person, die ein Audit durchführt und dabei durch Befragungen

und Beobachtungen erkundet, wie sich eine Person oder Organisation

entwickelt und ob z. B. Regeln oder Vorgaben eingehalten

werden.

„In der Praxis lernt man am meisten“

(Christian Albrecht)

WOLL Elternratgeber 2022 - 113


Deutscher Qualifikationsrahmen sorgt mit acht

Kompetenzniveaus für mehr Transparenz

AUF GLEICHER STUFE IM

BILDUNGSSYSTEM

Paul Senske

Christel Zidi

ist relativ unbekannt, aber wichtig, weil er

die Orientierung im umfangreichen

Er deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem

erleichtert und maßgeblich zur Vergleichbarkeit

deutscher Qualifikationen in Europa beiträgt.

Der deutsche Qualifikationsrahmen für ein

lebenslanges Lernen (DQR) charakterisiert

alle Qualifikationen und ordnet

sie in acht Kompetenzstufen ein. Der

am 1. Mai 2013 in Kraft getretene

DQR vergleicht dabei direkt alle schulischen,

akademischen und beruflichen

Abschlüsse in ihrer Wertigkeit und ist ein

bedeutendes Dokument der Gleichwertigkeit

der beruflichen und akademischen Bildung.

So hat ein Industriemeister die gleiche Wertigkeit

wie ein Bachelor-Abschluss an einer Hochschule.

Beide sind der (hohen) Kompetenzstufe

6 zugeordnet. Ausbildungsberufe mit drei- bzw.

dreieinhalbjähriger Ausbildung sind in der Stufe 4.

Kein Anlass für „akademischen Dünkel“

Wenn man so will, ist der Deutsche Qualifikationsrahmen

ein „amtliches Dokument“, das die Vorstellung, allein die

akademische Bildung mache „selig“ und nur sie eröffne

glänzende berufliche Perspektiven, zumindest theoretisch

widerlegt. Er zeigt zudem, dass kein Anlass für den sogenannten

„akademischen Dünkel“, der sich bisweilen durch

Überheblichkeit und Ignoranz der beruflichen Bildung

gegenüber äußert, besteht und die Akademisierungsquote

zum zentralen Maßstab der Bildungspolitik zu machen,

fragwürdig war und ist. Der DQR ist auch und besonders

ein Indikator für die Weiterbildung als Schlüssel für Aufstieg

und damit Erfolg im Berufsleben. Der DQR,

der das achtstufige europäische Modell

(EQR) auf Deutschland überträgt, hilft

dabei, die eigenen Kompetenzen einzuordnen

und gibt Hinweise darauf, welche

Fähigkeiten und Fertigkeiten man für

die Weiterbildung noch benötigt. Sei es als

Referenzrahmen, Übersetzungshilfe oder als

Argument für lebenslanges Lernen: Der DQR

zeigt, welche Kompetenzen und Fähigkeiten sich

hinter einer Qualifikation verbergen, was auch

für Arbeitgeber und deren Personalchefs wichtig

ist. Nicht zuletzt werden im Zuge der europäischen

Harmonisierung die nationalen Qualifikationen

besser verständlich. Die duale Ausbildung ist

im europäischen Ausland kaum vorhanden. Sie ist daher

in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal auf höchstem

Niveau.

Fach- und Personalkompetenzen werden beschrieben

Grundsätzlich gilt bei dem achtstufigen Kompetenzmodell:

Je höher das Niveau, desto höher sind die erworbenen fachlichen

und persönlichen Kompetenzen. Die acht Stufen beschreiben

die Fachkompetenz (Wissen, Fertigkeiten) und

die Personalkompetenz (Sozialkompetenz und Selbststän-

114 - WOLL Elternratgeber 2022


Centrotherm Systemtechnik GmbH

Industriekauffrau (m/w/d)

Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und

Kautschuktechnik, Fachrichtung Halbzeuge

„Schon bei meinem Vorstellungsgespräch

habe ich mich sehr wohl gefühlt und dieses

Gefühl hat sich auch während meiner

Ausbildung bestätigt!“

MARIE

„Die internationale Ausrichtung und die

Möglichkeit des Austauschprogramms

haben mich überzeugt!“

DANNY

Die Centrotherm Systemtechnik GmbH mit Stammsitz in Brilon wurde 1994 gegründet. Wir sind

mit eigenen Tochtergesellschaften in allen EU-Kernländern sowie in den USA und China vertreten

und bieten Arbeitsplätze für rund 250 Mitarbeitern, davon am Standort Brilon aktuell für ca.

200 Beschäftigte. Mit unseren zukunftsweisenden Produkten expandieren wir schon heute sehr

stark und werden auch in Zukunft weiter wachsen. Die Centrotherm ist ein Tochterunternehmen

der CENTROTEC-Gruppe, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

WIR SUCHEN DICH ALS:

• Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und Kautschuktechnik, Fachrichtung Halbzeuge

• Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und Kautschuktechnik, Fachrichtung Formteile

• Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

DARAUF KANNST DU DICH FREUEN:

• Gemeinsame Azubi-Events (z.B. Lasertag)

und Projekte

• Firmenlaptop für die Dauer der

Ausbildung

• Firmeninterner Englischunterricht,

Prüfungsvorbereitung etc.

• Regelmäßiger Austausch mit deinem Ausbilder

/ deiner Ausbilderin

• Möglichkeit, unsere in- und ausländischen

Werke zu besuchen

• Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie 30

Tage Urlaub/Jahr

Centrotherm Systemtechnik GmbH

Am Patbergschen Dorn 9

59929 Brilon

Tel. +49 2961 9670-0

bewerbung@centrotherm.com

WOLL Elternratgeber 2022 - 115

www.centrotherm.com


DEUTSCHER

QUALIFIKATIONSRAHMEN

(DQR)

digkeit). Die Stufe 1 (Berufsausbildungsvorbereitung) ordnet

die Kompetenzen u. a. „zur Erfüllung einfacher Anforderungen

in einem überschaubar und stabil strukturierten

Lern- oder Arbeitsbereich“ ein. Gefordert wird „allgemeines

elementares Wissen“. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt

„unter Anleitung“. Die höchste Stufe 8 (Promotion) sieht u.

a. Kompetenzen zur Gewinnung von Forschungsergebnissen

in einem wissenschaftlichen Fach oder zur Entwicklung

innovativer Lösungen und Verfahren in einem beruflichen

Tätigkeitsfeld vor.

Für die berufliche Bildung gilt: Ausbildungsabschlüsse

mit zweijähriger Ausbildungszeit sind dem DQR-Niveau 3

zugeordnet, die mit drei- bzw. dreieinhalbjähriger Ausbildungszeit

der Stufe 4. Die Stufe 4 beschreibt Kompetenzen,

die zur „selbstständigen Planung und Bearbeitung fachlicher

Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden

Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt

werden“. Bei der Fachkompetenz werden „vertieftes

allgemeines Wissen oder fachtheoretisches Wissen in einem

Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld“ erwartet.

Abschlüsse der höheren Berufsbilder wie Fachwirt, Meister

oder Fachkaufleute gehören in die Kategorie 6 und sind damit

auf derselben Stufe wie der Bachelor der Hochschulen.

Eine Stufe höher (7) sind Abschlüsse als Betriebswirt, Technischer

Betriebswirt oder Berufspädagogen angesiedelt und

damit gleichrangig zum Master und Diplom der Hochschulen.

Wichtig: Das jeweilige DQR-Niveau wird auf den

Aus- und Weiterbildungszeugnissen ausgewiesen.

Neue Bezeichnungen für höherqualifizierte

Berufsausbildung

Um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer

Bildung zu dokumentieren, wurden ab dem 1. Januar 2020

neue Abschlussbezeichnungen für die höherqualifizierte

Berufsausbildung festgelegt. Abschlüsse der Niveaustufe 6

erhielten die Bezeichnung „Bachelor Professional“ (Berufs-

Bachelor), die der Stufe 7 die Bezeichnung „Master Professional“

(Berufs-Bachelor). Diese neuen Bezeichnungen sind

teilweise auf Kritik gestoßen. Beispielsweise sieht Dr. Regina

Flake, eine ausgewiesene Expertin u. a. für Aus- und

Weiterbildung sowie Fachkräftesicherung des Instituts der

Deutschen Wirtschaft in Köln, die neuen Bezeichnungen

fragwürdig. Es werde durch diese „Etiketten“ versucht, die

hochwertige berufliche Qualifizierung an die Marke Studium

anzulehnen, anstatt auf die Eigenständigkeit des dualen

Systems zu setzen, so Flake. Insgesamt müssten die Vorzüge

der dualen Ausbildung besser kommuniziert werden, um

junge Menschen für diese Berufswege zu gewinnen.

Auch wenn weiterhin einige Kategorien schwer „zu greifen“,

weil zu abstrakt gesehen werden: Insgesamt wird dem jährlich

aktualisierten Deutschen Qualifikationsrahmen große

Bedeutung attestiert. Er ist eine wichtige Orientierungshilfe

im deutschen und europäischen Bildungssystem. Lebenslanges

Lernen ist keine leere Floskel, sondern in der Berufswelt

überlebenswichtig. ■

116 - WOLL Elternratgeber 2022


Safety is for life

Du bist ein Durchstarter.

Wir bilden dich aus:

(m - w - d)

• Industriekaufmann

• Industriemechaniker

• Industrieelektriker

• Fertigungsmechaniker

• Fachkraft für Lagerlogistik

• Technischer Produktdesigner

• Fachinformatiker für

Systemintegration

• Duales Studium

Business Administration /

Bachelor of Arts

Ausbildungsintegriertes

Studium Maschinenbau /

Bachelor of Engineering

Elisa G.

RFM seit 2021

REMBE ® GmbH Safety+Control

jobs@rembe.de · www.berembe.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 117


Anzeige

MODERNE

MASCHINEN,

PRÄZISIONSWERKZEUGE

UND HIGH-TECH PRODUKTE

Wer sind wir?

Die NP Germany GmbH ist eine Tochtergesellschaft

der Clayens NP-Gruppe

in Lyon/Frankreich und hat seinen Briloner

Standort seit 10 Jahren am „Thülener

Bahnhof“. Die Unternehmensgruppe

gilt als führendes Unternehmen bei der

Verarbeitung von Polymeren, Verbundstoffen

und Präzisionskomponenten in

Europa. Den Ursprung hat das Unternehmen

in dem 1891 gegründeten Familienunternehmen

Christophery GmbH

in Iserlohn.

Welche Ziele haben wir in

puncto Ausbildung?

Wir sind um das Fortbestehen eines

Arbeitsverhältnisses sehr bemüht. Daher

stellen wir unseren Auszubildenden dem

Profil entsprechende Arbeitsplätze bereit,

so dass sie sich nicht nur bestmöglich

weiterentwickeln können, sondern auch

gute Aufstiegsmöglichkeiten haben. Viele

unserer ehemaligen Auszubildenden

stehen in den Startlöchern und werden

bei uns zu Führungskräften ausgebildet.

Worauf legen wir Wert?

Wir bieten ein breites Spektrum an

Produkten aus und für die Mobilitätsbranche,

den Elektronikmarkt und die

Sanitärbranche. Unsere Auszubildenden

dürfen gern über den Tellerrand hinausschauen

und neben ihrem Haupttätigkeitsfeld

Einblicke in die gesamte Produktionskette

erhalten.

Was macht uns sonst noch aus?

Besonders freuen wir uns, wenn sich

ein/e Mitarbeiter/-in aus unserem Team

für eine akademische Weiterbildung

interessiert: Erst 2021 hat unser ehemaliger

Industriekaufmann-Azubi eine

Bachelorarbeit über unser Unternehmen

erfolgreich abgeschlossen. Wir haben

ihn während des gesamten Studiums

inklusive Auslandssemester unterstützt.

Nach dem erfolgreichen Abschluss

führt der Mitarbeiter nun das Team der

Lagerlogistik an. ■

Was kannst du bei uns werden?

- Industriekaufmann (m/w/d)

- Mechatroniker (m/w/d)

- Verfahrensmechaniker für Kunststoffund

Kautschuktechnik (m/w/d)

- Werkzeugmechaniker (m/w/d)

Lara Joch

ehemalige Azubi Industriekauffrau

Anton Ross

ehemaliger Azubi Verfahrensmechaniker in

Kunststoff und Kautschuktechnik

WEITERE INFOS UNTER

WWW.CLAYENS-NP.COM/DE

Seda Yüksel – Personalabteilung

Zur Heide 33 – 59929 Brilon

Tel.: 02963 – 9666 – 70

E-Mail: karriere@np-germany.com

118 - WOLL Elternratgeber 2022


Anzeige

„MITTENDRIN“ SEIN –

IN JEDER HINSICHT

Sonja Funke

Iris Böning

Olsberg GmbH

Hüttenstraße 38 | 59939 Olsberg

info@olsberg.com | www.olsberg.com

Olsberg GmbH ist vielfältig aufgestellt

Olsberg. Einfach mittendrin sein: Wer bei der Olsberg

GmbH arbeitet, der ist nicht nur mitten im Sauerland aktiv,

sondern auch fachlich und was die Aufstiegschancen

angeht immer am Puls der Zeit!

Die vielen erfolgreichen Beispiele im traditionsreichen

445 Jahre alten Unternehmen, im Volksmund „Olsberger

Hütte“ genannt, sprechen dafür. Mitarbeiter engagieren

sich in Prüfungsausschüssen fast aller Ausbildungsberufe,

bleiben damit immer auf dem aktuellsten Stand und wissen,

worauf es ankommt. Ausgelernte Azubis werden gerne

als Werksstudenten weiterbeschäftigt. Und vielen bietet

sich schon vor dem Ende der Lehre die Übernahme an.

Für so einige der heutigen Führungskräfte bei Olsberg fing

es so an.

Ausbildung „in der Praxis für die Praxis“

Die Laufbahn von Stefan Wahle ist ein Beispiel. Sie begann

mit einem dreiwöchigen Schulpraktikum bei der

Olsberg GmbH. Seit 2018 leitet der 34-Jährige die Elektrowerkstatt,

zehn Jahre nach Abschluss seiner Lehre und

fünf Jahre nachdem er den Industriemeister Elektrotechnik

nebenberuflich absolvierte. „Wir besuchen regelmäßig

technische Fort- und Weiterbildungen. Es stehen immer

viele verschiedene Projekte an, immer wieder neue Bauteile

und technische Dokumente, einschließlich der Themen

rund um die Energieversorgung. Das macht meinen

Beruf so spannend“, sagt der Assinghauser. Fit für die

Praxis als Facharbeiter, aber auch für ein Studium – wer bei

der Olsberg GmbH lernt, ist bestens aufgestellt. Das Traditionsunternehmen

bildet in sieben Ausbildungsberufen

aus – von Industriekaufleuten bis hin zu technischen Modellbauern

(siehe Homepage). „In der Praxis für die Praxis

- unsere Azubis sind meistens im laufenden Betrieb mit

dabei“, sagt Geschäftsführer Ulrich Herrmann. Die eigene

Lehrwerkstatt rundet das Ausbildungsangebot ab.

Übernahme, Weiterbildung und Aufstiegschancen

Reinschnuppern ist alles. Das Unternehmen ermöglicht

neben Schüler- auch Ein-Tages-Praktika. „Stefan Wahle

ist das beste Beispiel, dass es nach der Ausbildung zügig

weitergehen kann“, sagt Personalleiterin Dagmar Srajek.

Umfangreich sind die Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

„Es gibt zahlreiche berufsbegleitende oder auch Vollzeit-Weiterbildungsmöglichkeiten,

sei es die Meister- oder

die Technikerausbildung oder ein Studium. Die Olsberg

GmbH hat schon alle Wege begleitet. Nach der Ausbildung

geht es also immer weiter...“ ■

Die Olsberg GmbH bildet in sieben Ausbildungsberufen aus – vom Gießereimechaniker/in

bis zum Fachinformatiker/in für Systemintegration. Infos unter: www.olsberg.com.

WOLL Elternratgeber 2022 - 119


WE DEVELOP TALENTS

Als führender Zulieferer für die Automobilindustrie entwickeln und produzieren wir

Komponenten aus Aluminium für Motor, Getriebe, Fahrwerk und Struktur. Die weltweite

Nähe zu unseren Kunden und die internationalen Aktivitäten machen unsere Arbeit vor

Ort vielfältig, interkulturell und abwechslungsreich.

Werde Teil unseres Teams und bewirb dich um eine Ausbildungsstelle in einem der

folgenden Berufsbilder (m/w/d):

Gießereimechaniker

Industriemechaniker

Werkzeugmechaniker

Mechatroniker

Stanz- und Umformmechaniker

Werkstoffprüfer

Technischer Produktdesigner

Elektroniker für Automatisierungstechnik

Zerspanungsmechaniker

Produktionstechnologe

Industriekaufmann

Betriebswirt VWA / Bachelor of Arts

Fachinformatiker Fachrichtung

Anwendungsentwicklung oder Systemintegration

Maschinen- und Anlagenführer

Martinrea Honsel Germany GmbH

Dieter Berndt · Leiter Personalentwicklung

0291 291 256 · www.martinrea-honsel.com

120 - WOLL Elternratgeber 2022


DAS

ZDI-NETZWERK

HOCHSAUERLAND

MINT-Förderung „von der KiTa

bis zum Berufseinstieg“:

Monika Loerchner

ZDI Netzwerk

durch Innovation“ – dieses vielsagende

Motto verbirgt sich hinter der

„Zukunft

Abkürzung „ZDI“. Das ZDI-Netzwerk

des Hochsauerlandkreises hat seinen Sitz in Meschede;

insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen 34 dieser

Zentren.

„Alle Bundesländer beneiden uns um unsere Einrichtungen“,

erzählt Elke Henke. Die Diplom-Statistikerin ist gemeinsam

mit ihrer Kollegin Sabine Kittler, die ihren Abschluss

im Bereich Wirtschaft und Marketing gemacht hat,

als Koordinatorin für das Netzwerk tätig.

Dem Fachkräftemangel schon früh entgegensteuern

Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft

NRW soll das ZDI in der hiesigen Bildungsregion

helfen, Kinder und Jugendliche für den MINT-Bereich

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und

Technik) zu begeistern. „Von KiTa bis Berufseinstieg oder

Studium, wir gewährleisten eine MINT-Begleitung entlang

des gesamten Bildungsweges“, erklärt Elke Henke. Bereits

im Gründungsjahr 2010 standen für Kreis, Fachhochschule

und regionale Unternehmen fest, dass man dem drohenden

Fachkräftemangel aktiv entgegensteuern muss. Elke Henke

sieht in Sachen MINT-Förderung vor allem bei Mädchen

viele Möglichkeiten. „Das Geschlecht spielt im MINT-Bereich

absolut keine Rolle. Da ist es eher der große Einfluss

der Eltern, die ihre Kinder hier fördern oder bremsen.“

Damit die Angebote auch genutzt werden, ist es wichtig, die

Lehrkräfte aktiv mit ins Boot zu holen. „Wir merken, dass

oft Workshops nötig sind, um den Grundschullehrern und

KiTa-Betreuern die Angst zu nehmen, MINT-Projekte anzunehmen“,

erzählen die beiden Frauen.

Robotgame Wettbewerb 2022

Fast immer kostenfrei für Schulen und Kinder

Das breite Angebot des ZDI-Netzwerkes umfasst neben

Lehrer- und Erzieherschulungen und dem Verleih von praxisbezogenem

Lehrmaterial Bereich auch die Bereitstellung

von Räumlichkeiten und Personal für die Durchführung

von Kursen, Unterstützung bei eigenen MINT-Projekten,

Ferienangebote für Schülerinnen und Schüler sowie finanzielle

Unterstützung. Überhaupt arbeitet das Netzwerk dank

Fördermitteln überwiegend kostenfrei.

Besonders beliebt ist übrigens die Kinder-Uni. Hier wird das

Interesse der jungen Menschen anhand lebensnaher Alltagsfragen

(„Wie werde ich Chef von Deutschland?“ oder „Es ist

Mathematik. Die geheimen Techniken der Profifußballer“)

für den MINT-Bereich geweckt. Mit Robot-Games Drohnenflugwettbewerben,

dem Einsatz von Raspberry Pies oder

Kursen in Sachen Tinkercad ist das ZDI dabei stets am Puls

der Zeit.

Ein „Best of Kinder-Uni“ soll nun bald im Rahmen des

Sommerfestes der Fachhochschule Meschede am 11. Juni 22

stattfinden. ■

Erste Elektrotechnik-Erfahrungen in der Summerschool

WOLL Elternratgeber 2022 - 121


ZWEITER

BILDUNGSWEG

IST EINE

ZWEITE

CHANCE

Sauerland-Hellweg-Kolleg

in Arnsberg und Unna

Julius Kolossa

Tom Linke

Im

Schulgebäude am Berliner Platz in

Hüsten, der Heimat des „Sauerland-

Kolleg-Hellweg“, bietet sich manchem

eine zweite Chance. Schüler, die auf der Hauptschule

oder der Realschule nicht motiviert genug waren für einen

Schulabschluss, finden hier - nach einem ganz persönlichen

Selbstfindungsprozess - die Möglichkeiten,

sich als Studierende am Kolleg weiterzubilden. „Den

Abschluss für Hauptschule und Realschule zu machen

sowie das Abitur zu bekommen, bieten wir am Vormittag

und abends an, “ fasst Christof Hesse, Leiter dieses

Kolleg-Standorts, die Bildungsgänge zusammen.

Wer noch einmal sein Wissen in die Waagschale werfen

will, der bekommt hier nach einem Jahr, in dem 38 Stunden

in der Woche absolviert wurden, den Abschluss für

die Hauptschule. „Für den Realschulabschluss sind zwei

bis zweieinhalb Jahre zu veranschlagen und für das Abitur

drei Jahre.“ Hesse ist seit Sommer vergangenen Jahres hier

der Schulleiter an diesem Kolleg-Standort mit 160 Schülern.

Allerdings betont Christof Hesse, dass es sich nicht

um das Berufs-Kolleg handelt. Wir sind ein Kolleg, weil

wir drei Schulformen unter einem Dach bündeln.

35 Studierende an zwei Standorten

legen ihre Reifeprüfung ab

„Auch in Unna haben wir noch einen Standort, so dass

insgesamt 33 Kollegen um die 300 Schülern in Unna und

in Hüsten unterrichten.“ Das Mindestalter für die Abendrealschule

ist 17 Jahre. Für das Kolleg und das Abendgymnasium

muss man mindestens 18 Jahre alt sein. An

122 - WOLL Elternratgeber 2022


Wir bilden

aus!

den beiden Standorten in Hüsten und in Unna

sind hier aktuell 35 Frauen und Männer dabei, ihre

Reifeprüfung demnächst abzulegen.

Lernen ist nicht einfach, weiß Christof Hesse.

„Aber man hat mehr Spaß, je mehr Erfolgserlebnisse

man hat – und die bekommt man hier.“ Es

sind kleine Klassen, in denen die Fächer unterrichtet

werden. Hesse: „Die Studierenden erkennen

hier ihre zweite Chance.“ Einige profitieren dabei

auch von Bafög und Kindergeld – durchaus angenehme

Anreize, das Kolleg zu besuchen, weiß der

Schulleiter.

Geschichtsunterricht bekommt mit über

60-jährigen Schülern eine ganz besondere

Bedeutung

Es sind aber auch solche Studierende, die den besonderen

Reiz dieses Kollegs ausmachen: „Da

macht man mit über 60 Jahren noch Abi, um den

Enkeln zu zeigen, dass man es noch draufhat. Und

da bekommt der Geschichtsunterricht mit diesen

ganz besonderen Zeitzeugengesprächen auch

für den Lehrer eine ganz besondere Bedeutung.“

Motivation zum Lernen gibt es aber auch unter

den Studierenden genug, wenn die Mutter an der

Abendschule ihren Realschul-Abschluss nachholt

und die Kinder zeitgleich für das Abitur lernen.

Christof Hesse sieht „seine“ Schule als einen Gewinn,

nicht nur wegen der kleinen Lerneinheiten,

in denen individuelle Förderungsmöglichkeiten

geboten werden. Aber auch wegen der gelebten

Integration mit einem hohen Migrationsanteil besonders

an der Abend-Realschule. Er erzählt: „Von

den im Jahr 2015 zu uns gekommenen Geflüchteten

sind die ersten so weit, dass sie im vergangenen

Jahr ihr Abitur gemacht haben.“ ■

www.ante-holz.de/karriere

Ausbildungsberufe

ab 01.08.2022:

Aus welchem

Holz bist Du

geschnitzt?

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• Holzbearbeitungsmechaniker (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

• Kaufmann für Außenhandelsmanagement (m/w/d)

• Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

• Zimmerer (m/w/d)

Wir freuen uns auch jetzt

schon über Bewerbungen

für 2023!

Bei Fragen melde Dich gerne bei Carla Leite unter

+49 (0) 151 - 571 579 26

oder per E-Mail: carla.leite@ante-holz.de

ante-holz GmbH

Im Inkerfeld 1 • 59969 WOLL Bromskirchen-Somplar

Elternratgeber 2022 - 123


Mirza und Mohammad Amini

„Wir wollten

das schaffen“

Sabina Butz

S. Droste

Mirza Amini

Z

wei jugendliche Männer, 15 und 16 Jahre

alt, müssen ihre Heimat verlassen und fliehen

nach Deutschland. Sie sprechen unsere Sprache

nicht sie kennen niemanden, unsere kulturellen Strukturen

sind ihnen fremd, sie wissen nur eins ganz sicher:

„Wir wollen das schaffen“. Damit meinen sie, dass ihr

voller Einsatz für eine Integration in unserem Land für

sie von Anfang an selbstverständlich war. Ihr Vertrauen

auf unsere Bereitschaft, jedem Menschen eine Chance zu

geben, wurde nicht enttäuscht.

Im Jahr 2015 flohen die aus derselben Großfamilie stammenden

Mirza und Mohammad Amini, aus Afghanistan. Im November

2015 kamen sie in Deutschland an und wurden in

einer Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge in Meschede

untergebracht. Schon bald war ihnen klar: Wenn wir hier mit

unseren Landsleuten „Dari“ sprechen, kommen wir in der

deutschen Sprache nicht weiter. Deshalb baten sie ihre Betreuerin

um die Vermittlung einer Pflegefamilie und zogen

zusammen im Mai 2016 bei der Familie Tast in Heringhausen

ein. Da sie schulpflichtig waren, erhielten sie von Anfang

an Unterricht in der Internationalen Förderklasse und in der

Gastfamilie liebevolle Unterstützung. Heike Tast besuchte

2017 mit ihnen die Berufsinformationsbörse in Meschede.

Während für Mirza schon als Kind klar war, dass er beruflich

gern etwas mit Autos machen möchte, kam Mohammad durch

den Ausbildungsfilm am Stand ihres jetzigen Arbeitsgebers

auf die Idee seiner Berufswahl als Fahrzeuglackierer. Die Begegnung

auf der BIB mit dem Unternehmer Meinolf Ewers

war für die beiden der Beginn einer “Flüchtlingskarriere“,

Mohammad Amini

die ihresgleichen sucht:

Zunächst folgte ein

Praktikum bei einer Mescheder

Karosserie- und

Fahrzeugbau-Firma, dann

eine einjährige Einstiegsqualifizierungs-Maßnahme,

die nahtlos ins zweite Lehrjahr

überging, gefolgt von einem erfolgreichen Abschluss:

Mirza als Mechaniker für Karosserie- und Fahrzeugbau und

Mohammad als Fahrzeuglackierer. Mirza schloss sogar als

Zweitbester seines Jahrgangs in NRW ab, was ihm finanzielle

Unterstützung für die Weiterbildung zum Meister bringt.

Beide wurden mit Bestehen der Gesellenprüfung in ein unbefristetes

Arbeitsverhältnis übernommen und fühlen sich als

absolut gleichwertige und anerkannte Mitarbeiter. Und: Mit

dem deutschen Facharbeiterbrief brauchen Mirza und Mohammad

eine Abschiebung nicht mehr zu fürchten!

Deutsch lernen ist das Allerwichtigste

„Uns war klar, dass wir als erstes Deutsch lernen mussten“,

erklärt Mirza und Mohammad ergänzt: „Unser Chef hat das

zur Vorbedingung für eine Ausbildung gemacht, und das hat

uns natürlich sehr angespornt“. „Ohne Deutschkenntnisse

gibt es einfach keine Möglichkeit, eine Lehre erfolgreich abzuschließen.

Auch mit Deutschkenntnissen ist es noch schwer

„Uns war klar, dass wir als erstes Deutsch

lernen mussten“ (Mirza und Mohammad)

124 - WOLL Elternratgeber 2022


genug“, weiß ihr Arbeitgeber. Immerhin liegt die Abbruchrate

bei Flüchtlingsazubis im hohen zweistelligen Bereich.

Wir wollten das schaffen

Mirza und Mohammad sind sich einig: Ja, es war hart und

eine schwierige Zeit, die uns viel abverlangt hat. Wir hatten

sehr viel Unterstützung in unserer Gastfamilie und in unserer

„Unternehmensfamilie“. Dafür sind wir dankbar. Natürlich

sind wir auch stolz auf uns.

Eine sehr bereichernde Zeit

Auch die Gast-Familie, deren eigene Söhne damals schon aus

dem Haus waren, hat die gemeinsamen Jahre als sehr bereichernd

empfunden: „Für uns war es anfänglich eine Christenpflicht,

unsere Hilfe anzubieten“, erklärt uns Gastvater Matthias

Tast. „Aber durch die gemeinsame Zeit sind Mirza und

Mohammad zu Familienangehörigen geworden“.

Meinolf Ewers ist stolz auf seine Mitarbeiter

Win-Win-Situation

Ihr Arbeitgeber Meinolf Ewers betont den wirtschaftlichen

Mehrwert: „Wir suchen qualifizierte Facharbeiter,

da spielt die Nationalität keine Rolle, sondern ausschließlich

die Qualifikation.“ Man merkt ihm allerdings an,

dass er ebenfalls stolz ist auf diese beiden Mitarbeiter, die

ihm ganz offensichtlich auch ans Herz gewachsen sind. ■

More than cold.

Mechatroniker/in

für Kältetechnik (m/w/d)

Industriekaufmann/frau (m/w/d)

Werde Teil unseres coolen Teams

Elektroniker/in

für Betriebstechnik (m/w/d)

Starte Deine kreative Ausbildung in der

Kältetechnik und bewirb dich jetzt!

L&R Kältetechnik GmbH & Co. KG

Hachener Straße 90 a-c · 59846 Sundern-Hachen

Tel. 02935 9652 0 · bewerbung@lr-kaelte.de · www.lr-kaelte.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 125


METALL UND

MASCHINENBAU

Top Berufe:

• Feinwerkmechaniker/in

• Industriemechaniker/in

• Maschinen- und Anlagenführer/in

• Metallbauer/in

• Konstruktionstechnik

• Metallgestaltung

• Stanz- und Umformmechaniker/in

• Technischer Produktgestalter/in

• Verfahrenstechnologe/in

• Werkzeugmechaniker/in

• Zerspanungsmechaniker/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: Matthias Koprek

KOMM ZU UNS!

WIR FEUERN DICH AN!

Mehr Infos unter

stabau.com/karriere

126 - WOLL Elternratgeber 2022


Anzeige

Sprungbrett Technik: „H&T Tool-Design“

in Marsberg bietet Ausbildungsplätze,

gern auch für Frauen

Der weltweit operierende Konzern sucht Nachwuchs in der Region

Andreas Melliwa

H & T Tool Design GmbH & Co. KG

T

echnik fasziniert viele Jugendliche und

schreckt sie oft auch gleichzeitig ab. „Kann

ich nicht, liegt mir nicht, ist zu kompliziert“.

Das hört Oliver Barkow immer wieder. Er ist als HR

Manager bei H&T in Marsberg unter anderem für die

Berufsausbildung zuständig. Klar, es kann nicht jeder

Technik, aber mehr, als die meisten von sich glauben.

Die H&T Tool Design ist ein Teil der international

operierenden Heitkamp und Thumann Group (H&T).

Tool Design baut für die Gruppe Sondermaschinen - in

Marsberg-Bredelar. Da sind Spezialisten gefragt, wie Industrie-

und Werkzeugmechaniker, Verfahrensmechaniker

für Kunststoff-und Kautschuktechnik, Elektroniker

für Betriebstechnik, Mechatroniker oder Zerspanungstechniker.

Und die bildet H&T am liebsten vor Ort selber

aus, in der hochmodernen Lehrwerkstatt.

Hier haben Ausbildungsleiter Peter Rödiger und sein junger

Kollege Henrik Göbel das Sagen. „Wir bieten jedem

erstmal die Möglichkeit zum Reinschnuppern, zum Beispiel

mit einem Praktikum schon während der Schulzeit.

Da kriegt man schon ein gutes Gefühl dafür, ob einem die

Technik liegt.“ Wer sich für einen Ausbildungsplatz entscheidet,

muss erstmal einen zweistündigen Handwerkstest

absolvieren. Wer die einfachen Übungen meistert,

kann in die dreieinhalbjährige Lehre einsteigen. H&T

bietet auch ein Duales Studium an, mit Lehre und Studium

zum Beispiel in Meschede oder Paderborn.

„Leider finden hauptsächlich junge Männer den Weg zu

uns“, bedauert Peter Rödiger, „dabei haben unsere Jobs

nichts mehr mit Muskelkraft zu tun. Das erledigen heute

Hightech-Maschinen. Das beginnt schon hier in der Lehrwerkstatt.“

Noch sind Frauen in der Ausbildung bei H&T

die Ausnahme, aber das soll sich ändern. Gute Chancen

also, abseits der Klischees in eine sichere Zukunft zu

starten.

Infos unter www.ht-group.com ■

H & T Tool Design GmbH & Co.KG

Am Meilenstein 8 • 34431 Marsberg

WOLL Elternratgeber 2022 - 127


Sabri Khudida wird Industriemechaniker

Matthias Koprek

EIN PARADEBEISPIEL

FÜR INTEGRATION –

DANK DUALER AUSBILDUNG

N

och vor wenigen Jahren wusste Sabri Khudida

nicht, was eine duale Ausbildung ist. Der

23-Jährige flüchtete 2016 mit seiner Familie

vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS),

die in seinem Heimatland Irak für einen verheerenden

Bürgerkrieg sorgte. Nach einer Odyssee durch die Aufnahmeeinrichtungen

in München, Berlin und Köln ist

die Familie in Bad Sassendorf gelandet. Hier konnte

Sabri zunächst seinen Hauptschul- und direkt im Anschluss

seinen Realschulabschluss machen.

Bei einem Tag der offenen Tür für Schüler und Eltern lernte

Sabri 2018 zum ersten Mal das Unternehmen Ohrmann

Montagetechnik in Möhnesee-Wippringsen kennen. „Ich

war fasziniert von den großen Maschinen, die hier gebaut

werden“, sagt er. Noch am selben Tag vereinbarte Sabri

ein Praktikum, um wenig später zwei Wochen lang in den

Familienbetrieb und den Ausbildungsberuf des Industriemechanikers

hinein zu schnuppern.

„Für mich war das wie ein Traum.“

„Die Ankunft in Deutschland war für mich voller Überraschungen.

Im Irak sind die Schule und die Ausbildung

komplett anders. Als ich angekommen bin, habe ich mich

bei der Agentur für Arbeit über Berufe informiert. Für

mich war das wie ein Traum, als ich gemerkt habe, dass

mir hier in Deutschland alle Möglichkeiten offenstehen

und ich mir aussuchen kann, was ich beruflich machen

möchte.“

Die Ausbildung zum Industriemechaniker hat bei Ohrmann

eine lange Tradition. Bereits 1990 – und damit nur

drei Jahre nach Unternehmensgründung – begann hier

der erste Lehrling, wie man damals noch sagte. Der Lehrling

von damals arbeitet noch heute in dem Betrieb, der

Maschinen für komplexe Montageaufgaben in die ganze

Welt verkauft. Angefangen hat 1986 alles mit der Frage,

wie man Dichtungen automatisch in Wasserhähne montieren

kann.

Sabris Einstieg in die duale Ausbildung gelang über ein

Einstiegsqualifizierungsjahr, das ihm die Gelegenheit gab,

seine sprachlichen Defizite wettzumachen. Dieses Jahr

verbrachte er gemeinsam mit den anderen Auszubildenden

im Betrieb und besuchte als Gast bereits die Berufsschule.

128 - WOLL Elternratgeber 2022


Dein Start ins

Berufsleben –

Ausbildung bei

Sabri Khudida war von Anfang an von

den großen Maschinen fasziniert

Industriemechaniker (m/w/d)

Fachrichtung Maschinen- und Anlagenbau

In der Ausbildung zum Industriemechaniker bei Ohrmann

Montagetechnik lernen Auszubildende Baugruppe,

Stationen und Maschinen bis hin zu ganzen

Produktionsanlagen nach Konstruktionszeichnungen

zusammenzubauen und in Betrieb zu nehmen. Besondere

Abwechslung gibt es durch Einsätze vor Ort

bei Kunden, bei denen die Maschinen installiert, repariert

oder gewartet werden. Neben handwerklichem

Geschick sind technisches Verständnis und logisches

Denken gefragt.

So konnte er sich in Ruhe mit den Begrifflichkeiten vertraut

machen, die in keinem Deutschkurs gelehrt werden.

„In diesem Jahr konnten alle Seiten ihre Bedenken

ausräumen – ganz ohne Leistungsdruck“, sagt Tanja Beringer

aus der Personalabteilung. „Uns war schnell klar,

dass das klappt und wir nach dem Jahr mit der Ausbildung

durchstarten können.“

Hobby zum Beruf gemacht

Mittlerweile hat Sabri den ersten Teil der Abschlussprüfung

absolviert. Das heißt auch, dass er zunehmend in

komplexe Bauprojekte eingebunden wird und verantwortungsvolle

Aufgaben an Kundenprojekten übernimmt.

„Seit meiner Prüfung werde ich im Standardbereich

eingesetzt, wo halbautomatisierte Stationen für kleinere

Maschinen gebaut werden“, sagt der Azubi.

Zerspanungsmechaniker (m/w/d)

Fachrichtung Automatendrehtechnik

Wir sind die Firma Franz Funke Zerspanungstechnik

mit Sitz in Sundern und haben uns als bedeutender

Hersteller von Präzisionsdrehteilen etabliert. Unseren

Auszubildenden vermitteln wir nicht nur zukunftsweisende

berufliche Qualifikationen, sondern bieten auch

individuelle Perspektiven, während der Ausbildung

und danach.

DIE AUSBILDUNG

+ Programmieren und Einrichten von CNC

gesteuerten Drehautomaten

moderne Fertigungsmethoden

+ Inspektion der Anlagen und Überwachung

der Produktion

+ 3,5 Jahre Ausbildungsdauer

DEIN PROFIL

Wenn dich technologische Verfahren, computergesteuerte

Prozesse und anspruchsvolle Maschinentechnik

begeistern, bist du bei uns genau

richtig! Das solltest du mitbringen:

+ Sehr guter Hauptschulabschluss oder

guter Realschulabschluss

+ Gutes räumliches Vorstellungsvermögen

und mathematisches Verständnis

+ Handwerkliches Geschick

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann werde

Teil unseres Teams! Schick uns deine vollständige

und aussagekräftige Bewerbung per Mail an

bewerbung@franzfunke.de

www.franzfunke.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 129


In den ersten eineinhalb Jahren wurden ihm die Berufsgrundlagen

beigebracht. Dazu gehören der Umgang mit

handgeführten Werkzeugen und das Maschinenarbeiten.

Die Auszubildenden lernen bohren, feilen, drehen, fräsen.

„Natürlich üben sie erst einmal an Lehrprojekten. Sie werden

dann allerdings schnell in den Produktionsprozess mit

einbezogen, indem sie reale Bauteile fertigen, die später in

Maschinen verbaut werden“, erklärt Ausbilder Ralf Hottmann.

„Für mich ist das nicht nur Arbeit, sondern auch

mein Hobby“, erzählt Sabri. Schon im Irak hat er Fahrräder

und Haushaltsgeräte repariert. „Ich habe defekte Geräte

immer auseinandergebaut, weil ich wissen wollte, wie

die von innen aussehen und funktionieren. Im Praktikum

habe ich gesehen, dass bei Ohrmann richtig große Maschinen

gebaut werden, was mich fasziniert hat.“

EINSTIEG MIT

AUSBLICK!

Ausbildung bei BMS.

Wir suchen engagierte Auszubildende, die gerne abwechslungsreiche

Aufgaben übernehmen und unseren

Erfolg aktiv mitgestalten möchten. Dafür bieten

wir euch attraktive Fördermaßnahmen für einen

guten Start ins Berufsleben. Bewerbt euch jetzt bei

BMS und werdet Teil unserer Erfolgsgeschichte!

Wir suchen:

• Konstruktionsmechaniker (m/w/d)

• Technischer Systemplaner (m/w/d)

• Bauzeichner (m/w/d)

Wer wir sind:

Als inhabergeführtes, mittelständisches Unternehmen

aus dem Sauerland haben wir uns auf passgenauen

Industriebau spezialisiert. Wir liefern

unseren Kunden schlüsselfertige, nachhaltige und

zukunftsorientierte Lösungen in den Bereichen

Verwaltungsbauten, Industrie- und Logistikhallen.

BMS Industriebau GmbH

Alte Heeresstraße 25 I 59929 Brilon

Tel: +49 2961 980-200

bewerbung@bms-industriebau.de

Erstmals weibliche Azubis zur

Industriemechanikerin

Und so ist die praktische Arbeit mit Werkzeugen und an

den Maschinen weiterhin Sabris Lieblingsaufgabe. Am

Computer hingegen sitzt er eher ungern. „Es ist einfach

toll zu sehen, was man am Ende des Tages mit seinen

Händen geschafft hat“, sagt er.

Auch wenn bis zum Ausbildungsende noch einige Handgriffe

getätigt und Prüfungen absolviert werden müssen,

stehen die Übernahmechancen für Sabri gut. Ohrmann

möchte seine eigenen Fachkräfte ausbilden und behalten.

Neben der Integration von Jugendlichen mit Migrationserfahrung

ist es den beiden Gesellschafterinnen ein großes

Anliegen, auch Mädchen für Technik zu begeistern. Seit

dem Sommer 2021 gibt es erstmals zwei weibliche Auszubildende

zur Industriemechanikerin im Betrieb.

Nach Abschluss der Ausbildung freut sich Sabri vor allem

auf die Montageeinsätze im Ausland. Denn als Industriemechaniker

ist er auch dafür verantwortlich, die fertigen

Maschinen beim Kunden zu montieren. „Das ist wieder

etwas Neues für mich und das finde ich sehr spannend“,

sagt er motiviert. Seit einem Jahr lebt Sabri in seiner eigenen

Wohnung in Möhnesee und ist in seiner neuen Heimat

längst bestens integriert. ■

130 - WOLL Elternratgeber 2022


Anzeige

Witteler Automobile

Ford, Mercedes-Benz, Skoda, smart – Automarken, die

fast jedes Kind kennt. Ford, FUSO, MAN und

Mercedes-Benz bei den Nutzfahrzeugen. Die Witteler-Automobile

Gruppe hat nicht nur eine gute Auswahl an

Marken, sondern ist auch an verschiedenen Standorten erreichbar.

Die familiengeführten Unternehmen in 3. Generation

findet man in Brilon, Frankenberg, Meschede, Winterberg,

Vöhl/Dorfitter und seit Anfang 2022 auch in Korbach.

Keine Frage, die Witteler-Automobile Gruppe hat sich im

Sauerland und darüber hinaus vor allem durch seine Qualität

einen Namen gemacht. Auch als Ausbildungsbetrieb. Junge

Menschen, die sich für einen technischen Beruf interessieren,

sind bei Witteler-Automobile genau richtig. Ausgebildet wird

in folgenden Berufen: Kfz-Mechatroniker (Pkw und Nfz)

m/w/d, Fahrzeuglackierer m/w/d und Automobilkaufmann

m/w/d.

Neben dem handwerklichen Geschick werden in der Ausbildung

zum Pkw und Nfz Mechatroniker m/w/d auch viele

Elektronikkenntnisse vermittelt. Bei kaufmännischen Tendenzen

ist eine Ausbildung zum Automobilkaufmann m/w/d

oder Einzelhandelskaufmann m/w/d sinnvoll. Und wer sich

für Oberflächen und Farben begeistern kann, für den kommt

Der Witteler „Full-Service“ beinhaltet den Verkauf

von PKW und LKW und die Vermietung zusätzlich

auch von Transportern. Außerdem einen Fahrzeugservice,

der von der Kleinstreparatur „smart repair“

bis zu Unfallinstandsetzung und Karosseriearbeiten

reicht.

Bewirb

dich hier!

der Beruf des Fahrzeuglackierers m/w/d in Frage. Zehn Auszubildende

werden jedes Jahr eingestellt. Freie Ausbildungsstellen

sind über die Homepage witteler-automobile.de zu

erfahren. Wer noch unsicher ist, kann gern vorab ein Kurz-

Praktikum absolvieren.

Bei der Personalauswahl legt Witteler Automobile den

Fokus nicht allein auf Zeugnisnoten. Persönliches Engagement,

Offenheit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit

sind ebenso wichtig. Mit dieser Einstellung liegt man

richtig. Die Fluktuation ist gering, die meisten der rund

280 Mitarbeiter arbeiten schon seit vielen Jahren im Betrieb

– und freuen sich über jeden neuen Mitarbeiter. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 131


Anzeige

ITH

ITH CONNECTS CAREERS –

B

ei ITH Schraubtechnik dreht sich nicht nur

alles um Schraubenverbindungen, im Fokus

stehen auch die Mitarbeiter und somit die Auszubildenden

- die Fach- und Führungskräfte von morgen!

Das in zweiter Generation inhabergeführte Familienunternehmen

ist weltweit führend in der Schraubtechnik

- für große industrielle Schraubenverbindungen ab M16

aufwärts. Das Maschinenbauunternehmen bietet als

Systemlieferant neben Schraubwerkzeugen auch Verbindungselemente,

Ingenieurdienstleistungen und Service

an. Jedes Jahr werden am Hauptsitz in Meschede-Enste

mindestens zehn bis zwölf Auszubildende eingestellt.

Dem Familienunternehmen ist es wichtig, seinen Auszubildenden

von Anfang an Verantwortung zu übertragen.

Eigene Ideen können auf kurzen Entscheidungswegen - im

ständigen Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten - entwickelt

und umgesetzt werden. Ein optimales Umfeld also, das

jungen Menschen die Möglichkeit zur persönlichen und beruflichen

Weiterentwicklung bietet. Bei ITH Schraubtechnik

können bereits die Auszubildenden zeigen, was in ihnen

steckt, ihr Potential entfalten und über sich hinauswachsen.

Ein Pluspunkt, nicht nur für die Auszubildenen, ist der neue

Hauptsitz im Gewerbegebiet Enste-Nord – mit einem der

weltweit modernsten Kompetenzzentren für industrielle

Schraubwerkzeuge. Der Neubau ist ein bewusstes Bekenntnis

zum Standort Meschede und der Region Südwestfalen.

Studium oder kein Studium - viele Wege führen zu

einer erfolgreichen Zukunft

ITH Schraubtechnik bildet Fachkräfte in allen Unternehmensbereichen

aus: Elektronik, Mechatronik, Fachinformatik,

technisches Produktdesign, Lagerlogistik, Zerspanungsmechanik

und im kaufmännischen Bereich.

132 - WOLL Elternratgeber 2022


ITH VERBINDET KARRIEREN

Qualifizierte Auszubildende, die nach der Ausbildung ein

Studium beginnen möchten, werden von ITH Schraubtechnik

intensiv unterstützt. ITH Schraubtechnik bietet interessante

Projekte und Aufgabenfelder in den Bereichen Elektrotechnik,

Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen

an. Dazu zählen unter anderem Praktika während des Studiums,

ein kooperatives Studium oder der Einsatz als Werkstudent.

Viele Auszubildende haben nach ihrer erfolgreichen

Ausbildung berufsbegleitend oder in Vollzeit ein Studium in

Zusammenarbeit mit ITH absolviert – und arbeiten weiterhin

erfolgreich im Unternehmen.

Nach einer guten Ausbildung gibt es bei ITH Schraubtechnik

viele Möglichkeiten, die Karriereleiter nach oben zu klettern.

So unterstützt ITH Auszubildende nicht nur während

der Ausbildung, z. B. mit eigenem Werksunterricht, sondern

anschließend mit Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten!

Hausinterne Schulungen, wie der „ITH Fachwirt Maschinenbau“,

der das technische Verständnis für die Grundlagen

der Schraubtechnik schärft, fördern das Wissen und den

Fortschritt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wer Engagement und Können beweist, kann mit und auch

ohne Studium die Karriereleiter hinaufsteigen. Das belegen

zahlreiche Werdegänge bei ITH Schraubtechnik. Ganz

nach dem Motto: „ITH verbindet Karrieren“ für eine erfolgreiche

Zukunft. ■

ITH GmbH & Co. KG

Steinwiese 8 | 59872 Meschede

Tel.: 0291 99620

E-Mail: personal@ith.de

www.ITH.de/Karriere

WOLL Elternratgeber 2022 - 133


WIRTSCHAFT,

VERWALTUNG UND HANDEL

Top Berufe:

• Automobilkaufmann/frau

• Bankkaufmann/frau

• Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk

• Industriekaufmann/frau

• Kaufmann/frau

• für Büromanagement

• für Versicherungen & Finanzen

• im Groß- und Außenhandelsmanagement

• im Einzelhandel

• im E-Commerce

• Steuerfachangestellte

• Verkäufer/in

• Verwaltungsfachangestellte/r

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: AdobeStock_413731822

„ALS INDUSTRIEKAUFMANN

IST MAN IN EINER

SEHR GUTEN

AUSGANGSSITUATION“

Monika Loerchner

Georg Giannakis

W

enn Torben Schäfer aus dem Fenster zu seiner Linken

schaut, sieht er eine wunderschöne, grüne Landschaft.

Schaut er an seinem Kollegen vorbei aus dem Fenster

hinten rechts, fällt sein Blick auf riesige Fertigungsanlagen. Hier

produziert die Firma Constab in Rüthen Granulate („Masterbatch“

und „Compound“), aus denen später Folien gefertigt werden.

Als Industriekaufmann gibt es hier kaum einen Bereich, mit

dem Torben Schäfer nichts zu tun hat.

134 - WOLL Elternratgeber 2022


Bei uns

Bei uns

bekommst Du beides.

bekommst Du beides.

im Finanzamt

im Finanzamt

Ausgezeichnete berufliche Perspektiven

Ausgezeichnete Vielseitige Tätigkeitsfelder berufliche Perspektiven

Vielseitige Gute Vereinbarkeit Tätigkeitsfelder von Familie und Beruf

Karrierestart Gute Vereinbarkeit im Beamtenberuf

von Familie und Beruf

Karrierestart im Beamtenberuf

Bewirb Dich online!

Bewirb Dich online!

www.die-zukunft-steuern.nrw

www.die-zukunft-steuern.nrw

Ausbildung Finanzwirt/in (m/w/d)

Studium Diplom-Finanzwirt/in FH (m/w/d)

MEHR INFOS

MEHR INFOS

Ausbildungsbeginn

Ausbildung Finanzwirt/in

September

(m/w/d)

2023

Studienbeginn

Studium Diplom-Finanzwirt/in

September 2023

FH (m/w/d)

MEHR INFOS

MEHR INFOS

Wir Ausbildungsbeginn erwarten: September 2023

Wir Studienbeginn erwarten: September 2023

Fachoberschulreife

Wir erwarten:

oder einen

Allgemeine

Wir erwarten:

Hochschulreife

vergleichbaren

Fachoberschulreife

Bildungsabschluss

oder einen

oder

Allgemeine

Fachhochschulreife

Hochschulreife

Wir vergleichbaren bieten: Bildungsabschluss

Wir oder bieten: Fachhochschulreife


Wir

eine

bieten:

zweijährige duale Ausbildung im


Wir

ein

bieten:

dreijähriges duales Studium


Finanzamt

eine zweijährige

kombiniert

duale Ausbildung

mit Unterricht

im


an

ein

der

dreijähriges

Hochschule

duales

für Finanzen

Studium

NRW

an

Finanzamt

der Landesfinanzschule

kombiniert mit Unterricht

NRW

in

an

Nordkirchen,

der Hochschule

Hamminkeln

für Finanzen

oder

NRW

Herford –

in

an

Wuppertal

der Landesfinanzschule

oder Bonn

NRW

mit

in Nordkirchen,

Praxisteilen

Hamminkeln

im Finanzamt

oder Herford –

• berufliche

in Wuppertal

Sicherheit

oder Bonn

• berufliche

mit Praxisteilen

Sicherheit

im Finanzamt

• mtl.

berufliche

Ausbildungsbezüge

Sicherheit

• mtl.

berufliche

Ausbildungsbezüge

Sicherheit

von ca. 1.350,- Euro


von

mtl.

ca.

Ausbildungsbezüge

1.300,- Euro


auch

mtl. Ausbildungsbezüge

während der Studienzeiten

von ca. 1.350,- Euro

von ca. 1.300,- Euro

Erwünscht sind auch Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen. Diese Ausschreibung auch wendet während sich ebenfalls der Studienzeiten

ausdrücklich an Menschen mit

Einwanderungsgeschichte. Du solltest im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staats mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen.

Erwünscht sind auch Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen. Diese Ausschreibung wendet sich ebenfalls ausdrücklich an Menschen mit

Einwanderungsgeschichte. Du solltest im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staats mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen.

2022-01-18_FinMin-Anzeige_TZ_231x160mm.indd 1 18.01.22 13:59

2022-01-18_FinMin-Anzeige_TZ_231x160mm.indd 1 18.01.22 13:59

„Ich sitze hier im Customer Support“, erzählt Torben Schäfer,

zu Deutsch: im Kundendienst. Der 22-Jährige hat von

2018 bis 2021 seine Ausbildung in dem Unternehmen gemacht

und ist danach geblieben. Als Industriekaufmann

könnte er aber in fast jeder Branche Fuß fassen.

Zu Schulzeiten hatte Torben Schäfer ein Praktikum im

Automobilbereich gemacht, aber schnell gemerkt, dass das

nichts für ihn ist. Über eine Anzeige war er dann auf den

Ausbildungsberuf Industriekaufmann aufmerksam geworden.

„Ich habe mir die Tätigkeitsfelder angeschaut und gedacht:

Das ist es!“ Während seiner Ausbildung hat er das

Berufskolleg Hubertus Schwarz in Soest besucht. „Da waren

Finanz- und Steuerwesen, Controlling, Wirtschafts- und

Sozialwesen sehr wichtig, aber auch Marketing, Vertrieb

und eben Englisch.“

Zahlen, Kreativität, Organisation und ganz viel mit

Menschen

„Natürlich war die Ausbildung schwieriger als früher die

Schule“, erzählt er. „Wir mussten sehr viel mehr Eigenverantwortung

und Disziplin aufweisen.“ Eine Herausforderung,

die der junge Mann mit Bravour gemeistert hat. „Als Industriekaufmann

muss man alles im Blick behalten können,

denn wir hängen mit zig Prozessen zusammen. Und wenn

etwas mal nicht planmäßig läuft, muss man alles schnell

umkoordinieren können.“ Neben Organisationstalent und

Teamfähigkeit spielt es auch eine große Rolle, keine Scheu

zu zeigen. So war es selbst für Torben Schäfer, der sich als

offenen Menschen beschreibt, anfangs schwierig, mit ihm

vollkommen unbekannten Kunden am Telefon zu sprechen.

Am meisten schätzt der Industriekaufmann seine Kolleginnen

und Kollegen, dass ihm das Unternehmen ermöglicht,

das zu tun, was ihm Spaß macht und dass nie ein Arbeitstag

dem vorherigen gleicht.

Ausbildung als Basis fürs Studium

Torben Schäfer liebt seinen Beruf. Er sieht sich selbst eher

als Praktiker und hat noch Großes vor: Seit Januar 2022

studiert er an der Fernuni Göttingen BWL. „Dafür bekomme

ich von der Firma viel Unterstützung“, erzählt der junge

Mann erfreut. Auch kann er bei Fragen immer praxiserfahrene

Kollegen und Kolleginnen um Rat bitten. Seine Aus-

WOLL Elternratgeber 2022 - 135


MEAT FRIENDS!

Werde Teil in unserem jungen Team

Fachkraft für Verkauf und Beratung

von besten, regionalen und leckeren

Fleisch- und Wurstwaren

Spezialist für Fleischzerlegung und Zuschnitt

Wurstmanufaktur und Menüzubereitung

BEWIRB DICH JETZT!

info@veh-fleischerei.de

VEH Fleischerei - Partyservice & Partyservice

& Event Catering

Graf-Gottfried-Straße 45 · 59755 45 Arnsberg · 59755 Arnsberg

Tel: 02932-22069 · www.veh-fleischerei.de

· www.veh-fleischerei.de

Bezahlung

100 € über Tarif

und ein kostenloses

E-Bike für

jeden Azubi!

WWW.AXELBITTIS.DE

bildung wird ihm übrigens in Form der

ersten drei Semester angerechnet. Ist

parallel zu einer 37,5h-Arbeitswoche

noch zu studieren nicht zu viel? Torben

Schäfer zuckt mit den Schultern

und lächelt. „Ja. Aber ich habe halt

meine Ziele.“

Für angehende Auszubildende hat

der zielstrebige junge Mann einen

besonderen Tipp: „Man muss immer

auch selbst sagen, was man

sich wünscht und wo man sich

sieht. Dann wird einem meist vieles

ermöglicht.“

Industriekauffrau/-man

Die Ausbildung zur/zum Industriekauffrau/-

mann dauert 3 Jahre, kann aber bei besonders

guter Leistung auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Die

praktische Ausbildung umfasst viele Bereiche eines Unternehmens:

Einkauf und Materialwirtschaft, die Personalabteilung,

Marketing, Rechnungswesen/Controlling und

den Vertrieb. Oft werden auch Einblicke in die Produktion

gegeben. Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, bedarf

es keines vorgeschriebenen Schulabschlusses, jedoch bevorzugen

Unternehmen Bewerber/-innen mit einem mittlerenoder

hohen Bildungsabschluss.

Nach erfolgreichem Berufsabschluss stehen der/dem Industriekauffrau/-frau

viele Branchen als Tätigkeitsfelder offen. In

Sachen Weiterbildung kann man den Fachwirt machen oder

ein berufsbegleitendes Studium aufnehmen. ■

136 - WOLL Elternratgeber 2022


Endlich

mal eine

Endlich

mal eine

Ausbildung,

die Eltern

UND

die Eltern Nachwuchs

gefällt.

UND

Nachwuchs

gefällt.

Jetzt bewerben für eine

Ausbildung oder ein duales Studium

bei der Volksbank Bigge-Lenne eG

oder bei der Volksbank Sauerland eG.

voba-bigge-lenne.de/ausbildung

vb-sauerland/ausbildung

WOLL Elternratgeber 2022 - 137


Lukas, Elisa und Pia (v.l.n.r.)

LET YOUR TALENT SHINE

Als europaweit führender Anbieter für Wohnraumleuchten

haben wir es uns zur Herzensangelegenheit

gemacht, diesen Claim mit Leben zu füllen.

Wir möchten jungen Talenten den Weg in eine überzeugende

und vor allem zufriedenstellende Karriere

ebnen. Unsere Azubis erfahren während ihrer

Ausbildung intensive Betreuung und Unterstützung

durch die Personalabteilung und die verschiedenen

Fachabteilungen; zusätzlich bieten wir individuelle

Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Perspektive

Wir verfolgen eine klar definierte Wachstumsstrategie.

Das bedeutet auch, unseren Auszubildenden

und Studierenden im Anschluss an die Ausbildung

eine langfristige Perspektive in einem

gesunden und zukunftsorientierten Unternehmen

mit flachen Hierarchien, offenen Türen und einer familiären

Arbeitsatmosphäre zu bieten. Unsere Philosophie

und somit unser Ziel ist es, junge Menschen

während der Ausbildung weiterzuentwickeln und

sie später als gut ausgebildete Nachwuchskräfte

138 - WOLL Elternratgeber 2022

langfristig für unser Unternehmen zu gewinnen.

Neuer Standort Meschede

Nach Inbetriebnahme unseres Logistikzentrums 2019

in Meschede-Enste, hat nun auch der Bau für unser

neues Verwaltungsgebäude in Meschede-Enste begonnen.

4.000 Quadratmeter Bürofläche und 1.700

Quadratmeter Ausstellungs- und Konzeptbereich für

die Präsentation unserer Produkte sollen 2023 bezogen

werden. Damit sind dann alle 260 Kolleginnen und

Kollegen wieder an einem Standort vereint. Statt klassischer

Büro- und Konferenzräume heißt es dann: offene

Strukturen mit ausreichenden Kommunikationszonen

für den Gedankenaustausch.

Zum Wohlfühlen gehören

Chill-out-Areas, ein

Working Garden sowie

eine sehr großzügig

gestaltete

Cafeteria.


UNSER AUSBILDUNGSANGEBOT:

Industriekaufleute (m/w/d)

Industriekaufleute befassen sich mit den kaufmännischen

und betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen

des Unternehmens und durchlaufen

während ihrer Ausbildung bei uns die

verschiedensten Abteilungen wie z.B. Einkauf,

Logistik, Vertrieb und Marketing, sowie das Finanz-

und Rechnungswesen.

Dauer der Ausbildung: 3 Jahre mit IHK-Abschluss

(Verkürzung auf 2 Jahre möglich)

Voraussetzungen: Fachhochschulreife oder Abitur

„Das duale Studium ist dank

der Kombination aus Theorie

und Praxis abwechslungsreich

und vielfältig. Es bietet einen

umfassenden Einblick in die

Arbeitswelt.“

„Jeder Tag ist spannend und

macht Spaß. Neben den

fachlichen Themen lerne

ich, wie man gemeinsam als

Team seine Ziele erreicht.“

Kaufleute im E-Commerce (m/w/d)

Kaufmann:frau im E-Commerce ist ein Beruf mit

Zukunft. Innerhalb der Ausbildung werden die

kaufmännischen Kenntnisse für die Vermarktung

und den Vertrieb von Produkten im Online-Handel

vermittelt.

Dauer der Ausbildung: 3 Jahre mit IHK-Abschluss

Voraussetzungen: Fachhochschulreife oder Abitur

Duales Studium Business Administration /

Bachelor of Arts (m/w/d)

Das duale Studium beinhaltet eine Ausbildung

zum:r Industriekaufmann:frau. Während des Studiums

werden verschiedene Abteilungen durchlaufen,

bevor zum Ende der Ausbildung eine Spezialisierung

für einen bestimmten Bereich erfolgt.

In den begleitenden Vorlesungen wird zusätzlich

ein umfangreiches wirtschaftliches Fachwissen

vermittelt.

Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre

Ausbildungsabschnitt 1.-3. Semester: Ausbildung

zum:r Industriekaufmann:frau mit Besuch

einer Berufsschule und Studium an der FOM

Ausbildungsabschnitt 4.-7. Semester: Ausbildung

im Unternehmen und Studium an der FOM

Voraussetzung: Abitur

„Der Bewerbungsprozess war

unkompliziert und bereits im

ersten Gespräch fühlte ich mich

sehr gut aufgehoben. Bei BRI-

LONER sind wir Azubis gleichwertige

Teammitglieder.“

Seit mehr als 40 Jahren entwickelt das Unternehmen am Standort in Brilon ein umfangreiches und technisch

ausgefeiltes Leuchtensortiment – designorientierte und anspruchsvolle Leuchten für jeden Bedarf,

immer darauf bedacht, das Angebot innovativ weiterzuentwickeln. Seit 2019 ergänzt außerdem das großzügige

Logistikzentrum in Meschede-Enste mit 18.000 qm Fläche den Betrieb.

Insgesamt rund 260 Mitarbeitende sind für das Unternehmen im Einsatz. Es ist

eines der Top-Anbieter am Leuchtenmarkt und ein klassischer „Hidden Champion“

– etwas, wofür Südwestfalen und besonders auch das Sauerland als nicht

zu unterschätzende Wirtschafts- und Industriestandorte bekannt sind. Wie andere

dieser Hidden Champions ist BRILONER ein Familienunternehmen, geführt

in zweiter Generation von Wolf Hustadt.

WOLL Elternratgeber 2022 - 139

Briloner Leuchten GmbH & Co. KG


VON BERUF

POLIZISTIN

Gisela Wilms

Sandra Peetz

F

ragt man kleine Kinder nach ihrem Berufswunsch,

rangiert der der Polizistin oder

des Polizisten in den ersten Reihen. Tolle

Uniform und mit Tatü Tata durch die Straßen

rasen, diese Vorstellungen begeistern die Kleinen.

Aber wie sieht es in der Realität aus? Oberkommissarin

Deborah Flues klärt uns auf.

Frau Flues, kommen wir zunächst zu der Aufnahme

Ihrer Personalien, um die berufsspezifische Sprache

zu verwenden.

Deborah Flues: Ich bin 34 Jahre alt, wohne in Arnsberg-

Oeventrop und arbeite als Oberkommissarin in Meschede.

Wollten Sie schon immer Polizistin werden?

Nein. Eine Freundin von mir hat mich damals gebeten, sie

zum Test zu begleiten.

Offenbar haben Sie sie dann nicht nur begleitet, sondern

sind selbst auf den Zug aufgesprungen?

In der Tat. Als wir in Münster im Bildungszentrum Carl

Severin einen ersten Eindruck von der Polizeiarbeit bekamen,

war für mich klar, dass ich diesen Weg einschlagen

wollte.

Wie lief das Aufnahmeverfahren ab, welche Voraussetzungen

mussten erfüllt sein?

Zunächst habe ich verschiedene Prüfungen in einem Assessment-Center

abgelegt. Es wurden u.a. Rollenspiele,

Rechtschreib- und IQ-Tests gemacht. Damals musste ich

noch einen Sporttest absolvieren, heute reicht das Deutsche

Sportabzeichen, mindestens in Bronze. Die erforderliche

Körpergröße von 1,63 m habe ich mit meinen 1,83 m auch

locker erfüllt. Das dreijährige Duale Studium habe ich in

Münster als Diplom-Verwaltungswirtin abgeschlossen.

Schulische Voraussetzung für den Beginn des Studiums

ist eine Allgemeine Hochschulreife oder ein gleichwertiger

Abschluss. Auf der Seite www.genau-mein-fall.de

der Polizei NRW findet man hierzu genauere

Informationen.

Wie ging es dann weiter?

Ich wurde zum Wach- und Wechseldienst, wie der Streifendienst

korrekt bezeichnet wird, in Köln eingesetzt, was

eine tolle und erfahrungsreiche Zeit war. Das Einsatzspektrum

ist sehr groß, wovon man auch noch im späteren Berufsleben

profitiert.

Apropos Erfahrungen. Was belastet Sie einerseits, was

gibt Ihnen andererseits das Gefühl, den richtigen Beruf

gewählt zu haben?

Belastungen stellen für mich die Fälle dar, bei denen

Kindern etwas zugestoßen ist. Zum Beispiel durch

einen Verkehrsunfall. Das sind schwer zu verkraftende

Ereignisse, die auch lange im Gedächtnis bleiben. Ein

gutes Gefühl entsteht hingegen, wenn man der Ehefrau

den dementen Mann wiederbringt, der sich verlaufen

hatte, oder man innerhalb einer Familie Konflikte lösen

konnte.

140 - WOLL Elternratgeber 2022


„Es ist die Zufälligkeit eines jeden Tages,

die mir Spaß macht.“

(Deborah Flues)

Muss man für die vielfältigen Aufgaben ein persönliches

Rüstzeug mitbringen, damit man mit den verschiedenen

Situationen fertig wird?

Über Empathie sollte man verfügen, sozial eingestellt und

stressresistent sein.

Wie würden Sie mit wenigen Worten beschreiben, was

das Interessante an dem Beruf der Polizistin ist?

Es ist die Zufälligkeit eines jeden Tages, die mir Spaß

macht. Nur ein Bruchteil meiner Tätigkeit kann als Routine

bezeichnet werden. Wenn diese Tätigkeit dann noch

gemeinsam mit einem tollen Team erledigt wird, weiß

man, dass die damalige Entscheidung für den Beruf der

Polizistin richtig war. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 141


SPAREN ODER AUF DEN

KOPF HAUEN

WAS TUN MIT DEM ERSTEN GEHALT?

Sonja Nürnberger

N

un ist es soweit: Das Kind ist tatsächlich

kein Kind mehr, sondern so alt, dass

es sein erstes eigenes Gehalt aufs

Konto überwiesen bekommt. Aber was tun

damit? Direkt beim nächsten Schützenfest

alles auf den Kopf hauen oder kann

man es doch etwas sinnvoller anlegen?

Tatsächlich ist das erste Gehalt ein guter Anlass,

sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

Die erste Arbeitsstelle ist nun sicher und das erste Ge-

AUF

AUF

PARTNERSUCHE?

PARTNERSUCHE?

Alle 11 Minuten verliebt sich

ein Schüler in die Volksbank.

Alle 11 Minuten verliebt sich

ein Schüler in die Volksbank.

Vom ersten Date zu einer Beziehung mit Zukunft

Du willst auf eigenen Beinen stehen? Einer interessanten

Arbeit nachgehen? Und Dich weiterentwickeln? Dann sind

wir ein perfektes Match! Na, Funke übergesprungen??

Jetzt bewerben: vb-bbs.de/ausbildung

Morgen kann kommen.

halt wird nicht das letzte sein. Welche Möglichkeiten gibt

es also, mit diesem Geld verantwortungsbewusst

und nachhaltig umzugehen?

Da Ihrem Kind nun vermutlich monatlich

mehr Geld zur Verfügung steht als zuvor,

damit aber auch einige neu hinzugekommene

Kosten – wie etwa die Miete für die

erste eigene Wohnung, das Auto und Versicherungen

– gedeckt werden müssen, bietet

es sich an, einen Haushaltsplan zu erstellen. So

bekommt Ihr Kind einen Überblick über die Einnahmen

und Ausgaben und ein Gefühl für die tatsächliche

finanzielle Situation.

Haben sich in der Vergangenheit Schulden angehäuft,

liegen eventuell noch unbezahlte Rechnungen auf dem

Tisch, dann ist das erste Gehalt eine gute Gelegenheit, sich

zunächst von diesen zu befreien. So kann Ihr Kind unbelastet

in die Zukunft blicken.

Ist der Kontostand raus aus dem roten Bereich, kann Ihr

Nachwuchs beginnen, sich Ziele zu setzen. Wann wird ein

neues Auto fällig? Wie sieht es in einigen Jahren mit einem

Eigenheim aus? Aber auch speziellere Wünsche wie

ein besonderes Reiseziel können dabei helfen, diszipliniert

in Sachen Geld zu handeln. Da ein Berufseinsteiger noch

viele Jahrzehnte vor sich hat, sollte auch schon darüber

nachgedacht werden, langfristig Vermögen aufzubauen,

beispielsweise in Aktien, ETF-Sparpläne oder Gold. Ein

fester Betrag ab 50 Euro pro Monat – wer kann bestenfalls

natürlich gerne mehr – könnten dafür eingeplant werden.

Und dann ist da noch der Notgroschen: zwei bis drei Monatsgehälter

sollten für Notfälle immer auf einem Konto

liegen, auf das schnell zugegriffen werden kann.

Es lohnt sich auf lange Sicht gesehen also auf jeden Fall,

das erste Gehalt nicht direkt auf den Kopf zu hauen, sondern

bewusst damit umzugehen – sich als Belohnung eine

Kleinigkeit zu gönnen, ist sicher trotzdem drin! ■

142 - WOLL Elternratgeber 2022


Anzeige

KARRIERESTART BEI AUDAX

AUDAX

Wir bieten in jedem Jahr Ausbildungsplätze für den Beruf

als Steuerfachangestellte/r; Kaufmann/-frau für Büromanagement

sowie in Kombination mit einem dualen Studium

bei uns an. Es erwartet Dich in unserer Kanzlei eine spannende

und abwechslungsreiche Ausbildung mit besten Zukunftsperspektiven

und vielen Karrieremöglichkeiten.

Falls Du eine Affinität zu Zahlen besitzt, gern sorgfältig und

verantwortungsbewusst arbeitest, bist Du in unserem Team

goldrichtig. Durch zielorientiertes und analytisches Arbeiten

werden diese Berufsbilder geprägt. Durch den Kontakt zu

unserem vielseitigen Mandantenkreis sowie zu verschiedekoko

- Konzept & Kommunikation

AUDAX gehört in der Region zu den führenden

Kanzleien im Bereich Steuerrecht und

Wirtschaftsprüfung. Als Spezialisten für inhabergeführte

Unternehmen haben wir die finanziellen Belange

der Betriebe und der Menschen im Blick. Unser erklärtes

Ziel ist es, die im Sinne unserer Mandanten stärkste Lösung

zu erarbeiten. Täglich aufs Neue. Das zu schaffen, ist nur

möglich, wenn man mit einem engagierten, motivierten und

dynamischen Team arbeitet.

nen Finanzämtern und Behörden bleibt es im täglichen Ablauf

stets spannend und abwechslungsreich.

AUDAX gehört zu den modernsten Arbeitgebern in Südwestfalen.

Es erwartet Dich ein innovatives Kanzleikonzept

sowie digitale Arbeitsabläufe. Wir begleiten Dich während

der gesamten Ausbildungszeit durch externe und interne

Schulungen. Ein bereits ausgebildeter Mentor begleitet Dich

über die gesamte Ausbildungszeit. Zudem steht Dir unser

Team aus Fachkräften für alle Fragen und Themenbereichen

stets kollegial zur Seite.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung garantiert

Dir AUDAX eine Übernahme, denn unser Ziel ist es, Mitarbeiter

langfristig zu gewinnen. Aufgrund der Größe unserer

Kanzlei sind Spezialisierungen in Themenbereichen Deiner

Wahl jederzeit möglich. Zudem fördern wir die Teilnahme

an Aus- und Fortbildungen wie z. B. zum Bilanzbuchhalter,

Steuerfachwirt, Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer. Die

überdurchschnittliche Bestehensquote bei den abgelegten

Berufsexamina bestätigt unser Konzept.

Ausbildung ist wichtig - AUDAX steht für Ausbildung und

Erfolg. ■

Niedereimerfeld 47 // 59823 Arnsberg

Tel.: 02932 / 20 90 - 0

Bewerbungen bitte an: sekretariat@audax-wp-stb.de

audax.wp.stb

WOLL Elternratgeber 2022 - 143


Praxis in der Ausbildung unersetzlich:

Einzelhandel bietet glänzende Chancen

VON DER „PIKE AUF*“

KARRIERE STARTEN

Foto: AdobeStock_413731822

Paul Senske

zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen

mit großer volkswirtschaftlicher

Er Bedeutung: Der Einzelhandel ist die wichtigste

Kraft der Binnenwirtschaft, die Umsatzentwicklung

gilt als bedeutender Indikator zur Beurteilung

der Konjunktur. Der Anteil des Einzelhandels mit

bundesweit rund 339.000 Unternehmen an den privaten

Konsumausgaben liegt über 30 Prozent. Gleichzeitig

bietet der Handel glänzende berufliche Perspektiven:

Viele Führungskräfte haben von der Pike auf*

ihre Karriere gestartet. „Karriere mit Lehre“: Dies

trifft besonders auf den Handel zu.

Die Zahlen sind eindeutig: Über 80 Prozent der Führungskräfte

der Branche haben ihre Karriere mit profunder Praxis-Erfahrung

als Auszubildende und der anschließenden

Fort- und Weiterbildung begonnen. Die „Karriere mit

Lehre“ gilt im Einzelhandel nach wie vor als Regel. Praktische

Erfahrungen, die Kenntnisse der Aufgaben am Point

of Sale, der Umgang mit Kundinnen und Kunden sind

und bleiben als Basis unentbehrlich für eine Karriere in

einem Unternehmen oder als selbstständige Händler. Der

Handel ist wie kein anderer Wirtschaftszweig nah am Verbraucher

und trägt zur Attraktivität der Städte und Gemeinden

bei – das gilt nicht nur für die Fußgängerzonen,

die in Südwestfalen teilweise attraktiver als in manchen

Großstädten sind.

Zwei Kernberufe bleiben „Renner“

Von den rund 330 Ausbildungsberufen in Deutschland

entfielen Mitte des letzten Jahres rund 12 Prozent der

144 - WOLL Elternratgeber 2022


angebotenen Ausbildungsstellen allein auf die beiden

Kernberufe. 33.700 Stellen wurden von den Handelsunternehmen

für eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur

Kauffrau im Einzelhandel angeboten. 24.000 waren es

für die Ausbildung zum Verkäufer oder zur Verkäuferin.

Fast drei Viertel aller Azubis im Einzelhandel erlernen

diese beiden klassischen Berufe, sie sind und bleiben ein

Renner.

Große Anzahl an Ausbildungs-Berufen

im Handel

Neben diesen beiden Einzelhandelsberufen bietet die

Branche weitere 60 Ausbildungs-Berufe an. Vom Kaufmann/Kauffrau

im E-Commerce mit steigender Tendenz,

Drogist/Drogistin, Tankwart/Tankwartin (für technisch

geprägte Aufgaben an Tankstellen) über Fahrradmonteur/

Fahrradmonteurin bis zur Fachkraft für Möbel-, Küchenund

Umzugsservice: Das Angebot ist reichhaltig.

Die Aufstiegschancen im Einzelhandel sind nach einer

Ausbildung und nachfolgenden Qualifizierungsprogrammen

und einer sogenannten „Aufstiegsfortbildungsprüfung“

gut. Die Karriereleiter umfasst u. a.

folgende Stufen: Substitut/Substitutin, Filialleiter/Filialleiterin,

Bezirksleiter/Bezirksleiter oder Geschäftsführer/

Geschäftsführerin.

Eine Tendenz zeichnet sich in den letzten Jahren ab:

Der Akademikeranteil im Handel steigt, u.a. aufgrund

der wachsenden Internationalisierung. Der Handel bietet

jungen Leuten mit Hochschulreife attraktive Ausbildungswege,

sogenannte berufsintegrierte

Bildungsgänge an: Nach dem Abschluss

der Ausbildung kann

die Fortbildung (Handelsfachwirt/Handelsfachwirtin

bzw. Fachwirt/Fachwirtin

für Vertrieb im

Einzelhandel) folgen.

Ein anderer, ebenso erfolgsversprechender

Einstieg

und Weg, ist das

duale Studium. Es wird

an einer Berufsakademie

oder Fachhochschule mit einer betrieblichen Ausbildung

kombiniert. Natürlich bietet auch ein Studium

der Betriebswirtschaft an einer Universität oder Fachhochschule

gute Einstiegsmöglichkeiten. ■

Der Einzelhandel erlebt durch die zunehmende Digitalisierung

derzeit einen tiefgreifenden Strukturwandel.

Die Umsätze im Online-Handel wachsen

Jahr für Jahr zweistellig. Mittlerweile werden zehn

Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel online

erzielt. Auch immer mehr bisher rein stationäre

Unternehmen sind im Internet für Ihre Kunden erreichbar

und werden zu Mulitchannel-Händlern.

Quelle: Handelsverband Deutschland (HDE)

*Von der Pike auf:

Die Redewendung stammt aus dem Militärischen: Die Pike war

eine Lanze und damit die einfachste Waffe eines Rekruten. Er begann

seine Laufbahn mit der Pike als Waffe. Heute wird die Redewendung

folgerichtig gebraucht, wenn jemand etwas von Anfang

an lernt.

Akademikeranteil im Handel steigt

Jetzt für

Oktober

bewerben

Theorie, die man

sofort in der Praxis

anwenden kann!

Louisa, Studentin an der FHDW Paderborn

Studiere dual.

www.fhdw.de

Wirtschaft & IT

WOLL Elternratgeber 2022 - 145


LANDWIRTSCHAFT, NATUR

UND UMWELT

Top Berufe:

• Fachkraft Agrarservice

• Forstwirt/in

• Florist/in

• Gärtner/in

• Garten und Landschaftsbauer

• Landwirt/in

Foto: Vanessa Schulte

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: Vanessa Schulte

Hendrik wird Forstwirt

IM HERZEN

SCHON IMMER EIN

WALD

ARBEITER

Christel Zidi

Vanessa Schulte

H

endrik Pütter (16) aus Antfeld

weiß schon lange genau, was er beruflich

machen will: Forstwirt. Ein

entsprechendes dreiwöchiges Praktikum bestätigte

ihn in seiner Entscheidung. Am 1.

August beginnt seine Ausbildung: beim Forstamt

der Stadt Brilon.

Während die einen sich zwischen den vielfältigen

Ausbildungsmöglichkeiten kaum entscheiden

können, gibt es die anderen, die schon sehr

früh und sehr genau wissen, was sie wollen. „Ich

habe schon von klein auf immer gern im Wald

gespielt“, berichtet Hendrik. Ob da schon die

Gedanken an den späteren Beruf aufkeimten?

Wenn man Hendrik bei der Arbeit zuschaut,

kommen da nicht die geringsten Zweifel auf.

Über die Aufgaben, die bald auf ihn zukommen,

weiß Hendrik schon bestens Bescheid: Das

146 - WOLL Elternratgeber 2022


Wer sind wir…

Die Stadt Olsberg beschäftigt rd. 180 Mitarbeiter/-

innen, davon etwa 15 Auszubildende und Praktikanten.

Wir bieten ein vielfältiges und anspruchsvolles

Arbeitsumfeld mit Perspektive zur Selbstentfaltung.

Als dienstleistungsorientierte und moderne Kommune

kümmern wir uns täglich um die Anliegen unserer Bürgerinnen

und Bürger.

Das AquaOlsberg–„Die Sauerlandtherme“-hat rd. 50

Mitarbeiter/innen und wird von der Touristik und

Stadtmarketing Olsberg GmbH betrieben.

Wir bilden aus …

Die Stadt Olsberg und die Touristik und Stadtmarketing

Olsberg GmbH bieten zum 01.08.2023 Ausbildungsplätze

in den Bereichen Stadtverwaltung, Kindertagesstätten,

AquaOlsberg und Touristik an.

Was bieten wir…

• teamorientierte & abwechslungsreiche Berufe

• flexible & familienfreundliche Arbeitszeiten

• spannendes und forderndes Aufgabenspektrum

• Entwicklungsmöglichkeiten

• zusätzliche Angebote wie z.B. Firmenfitness

Nähere Informationen unter: www.olsberg.de

Aufforsten von Flächen mit selbst gezogenen Bäumen.

Das Pflegen und Schützen von Waldflächen, aber auch

von Biotropen, Mooren und Gewässern. Für die Walderneuerung

ernten Forstwirte Tannenzapfen oder sammeln

den Samen von Laubbäumen. „Umweltschutz ist mir extrem

wichtig“, sagt Hendrik. Forstwirte bauen und unterhalten

auch Wald- und Forstwege, montieren Hochsitze,

bringen Nistkästen an und kümmern sich um Wildfutterplätze.

„Und die körperliche Arbeit ist ja auch gut für die

Gesundheit, besonders ab einem gewissen Alter“, sagt der

16-Jährige und grinst, sich seiner Jugend bewusst. Das Fitness-Studio

kann er sich sparen. Besondere Freude macht

Hendrik die Arbeit mit der Kettensäge. Bei der Holzernte

müssen Bäume gefällt, die Stämme entastet, gemessen

und markiert werden. Hendrik freut sich schon darauf,

dass er schon in wenigen Jahren auch Harvester fahren

darf, die großen Holzerntemaschinen. Die bringen sogar

ein wenig Digitales in den Wald, denn während diese die

Bäume verarbeiten und messen, übermitteln sie die dabei

gewonnenen Daten direkt an forstwirtschaftliche Informationssysteme.

Mit soviel Computer im Wald kann,

kann Hendrik – bei aller Liebe zur Natur - gut leben. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 147


Die Facetten des Praktikums

Ein Fuß

in der Tür

Nele Ramspott

Vanessa Schulte

K

affee kochen, Werkzeug reinigen und am

Ende des Tages die Werkstätten fegen… Das

sind die typischen Aufgaben für einen

Praktikanten. Wer eine solche Vorstellung von einem

Praktikum hat, liegt völlig falsch. Praktika dienen in

erster Linie der Berufserkundung. Und sie bieten für

Praktikant und Betrieb die Möglichkeit des gegenseitigen

Kennenlernens und Prüfens.

„Mein Praktikum hat mir besonders

gut gefallen, weil ich viele verschiedene

Aufgaben erledigen durfte, die mir

viel Spaß gemacht haben.“ (Thea Rother)

Bei der Vielzahl an Ausbildungsberufen ist es für junge

Menschen mehr als schwierig, zu wissen, welche Ausbildung

die für sie richtige ist. Mit einem Praktikum

bietet sich eine gute Möglichkeit, in die jeweiligen

Branchen und Ausbildungsberufe hineinzuschnuppern.

Die Praktikanten erfahren, welche Aufgaben im

beruflichen Alltag auf sie zukommen würden, welche

Fähigkeiten und Qualifikationen dafür benötigt werden

und welches Arbeitsklima in dem jeweiligen Betrieb

besteht.

Sie können in dieser Zeit kleinere Aufgaben übernehmen

und sich einzelnen Herausforderungen stellen.

Am Ende haben sie einen guten Gesamteindruck, ob

ihnen die Branche und das Arbeitsklima des jeweiligen

Betriebes überzeugt hat und auch, ob sie die

nötigen Fähigkeiten besitzen. Nicht selten kommt es

während oder zum Ende des Praktikums vor, dass über

die Möglichkeit einer Ausbildung in dem Betrieb gesprochen

wird. Schließt man das Praktikum also erfolgreich

ab, so hat man oft bereits einen Fuß in der

Tür des Unternehmens.

Überzeugt der Praktikant, erhöht sich die Chance auf

eine anschließende Ausbildungsstelle oft enorm. Ist

das Praktikum nicht so gut gelaufen, der Beruf oder

Betrieb nicht überzeugend gewesen, so ist man immerhin

mit seiner Berufswahl einen Schritt weiter.

Was hat aber nun das Unternehmen davon, einen

Praktikanten im Unternehmen „mitlaufen“ zu lassen?

Schließlich sind Praktikanten keine vollwertigen

Arbeitskräfte und somit auch keine große Arbeitserleichterung?

Noch nicht, aber das können sie vielleicht

werden.

Thea Rother, 15 Jahre, Schüler-Praktikantin bei axo.media im März und April

Während des Praktikums entsteht auch für den Betrieb

bzw. das Unternehmen ein Gesamteindruck über

die Arbeitseinstellung, die Fähigkeiten, die Persönlichkeit

des Praktikanten. Eigenschaften wie Loyalität,

Teamfähigkeit, Auffassungsgabe und vor allem

Motivation lassen sich bereits während dieser kurzen

Wochen feststellen. Wenn der Praktikant den Anforderungen

des Berufs gewachsen ist und gut in das

Unternehmen und dessen Team passt, kann ein langwieriger

Bewerbungsprozess manchmal sogar übersprungen

werden. ■

148 - WOLL Elternratgeber 2022


Mach dein Ding

in 2023!

Mach dein Ding

in 2023!

Unsere Zukunft:

Unsere Regeln wir Zukunft: gemeinsam.

Regeln wir gemeinsam.

WERDE OVENTROPER UND LEISTE

DEINEN BEITRAG ZUM KLIMASCHUTZ.

WERDE Wir machen OVENTROPER die Welt ein UND bisschen LEISTE

DEINEN besser – BEITRAG mit unseren ZUM klimafreundlichen

KLIMASCHUTZ.

Wir Lösungen machen zum die Wärmen, Welt ein bisschen Kühlen und

besser für sauberes – mit unseren Trinkwasser. klimafreundlichen

Lösungen zum Wärmen, Kühlen und

für Bei sauberes uns machst Trinkwasser. du dein Ding mit einer

technischen oder kaufmännischen

Bei Ausbildung uns machst oder du einem dein Ding Dualen mit / einer

technischen Ko operativen oder Studium. kaufmännischen

Erfahre mehr

Ausbildung auf ausbildung.oventrop.com

oder einem Dualen /

Ko operativen Studium. Erfahre mehr

auf DU ausbildung.oventrop.com

HAST FRAGEN?

DU Melde HAST dich FRAGEN? direkt bei

DEINE VORTEILE:

+ Attraktives Gehalt ab dem

DEINE ersten VORTEILE: Lehrjahr

+ Attraktives Weihnachts- Gehalt und Urlaubsgeld

ab dem

ersten Lehrjahr

+ Prämien bei gutem Abschluss

Weihnachts- und Urlaubsgeld

+ 30 Tage Urlaub

Prämien bei gutem Abschluss

+ Oventrop Starter-Kit

30 Tage Urlaub

+ Echter Teamspirit im familiengeführten

Starter-Kit Unternehmen

+ Echter Betriebliches Teamspirit Gesundheits-

im familien-

+ Oventrop

geführten management Unternehmen

+ Betriebliches Gesundheitsmanagement

Felix Hohmann

Melde

+49 dich 2962 direkt 82295 bei

Felix felix.hohmann@oventrop.com

Hohmann

+49 2962 82295

felix.hohmann@oventrop.com

Oventrop GmbH & Co. KG · Paul-Oventrop-Str. 1 · 59939 Olsberg, Deutschland

WOLL Elternratgeber 2022 - 149


GASTRONOMIE UND

DIENSTLEISTUNGEN

Top Berufe:

• Drogist/in

• Fachkraft im Gastgewerbe

• Friseur/in

• Hauswirtschafter/in

• Hotelfachmann/frau

• Koch/Köchin

• Restaurantfachmann/frau

• Sport- und Fitnesskaufmann/frau

• Tourismuskaufmann/frau

• Veranstaltungskaufmann/frau

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: sabrinity

Vielfältiges Lernen in Hotellerie und Gastronomie

AZUBIS ERZÄHLEN

Sonja Nürnberger

sabrinity/Hotel Knippschild

Roxana Engemann

150 - WOLL Elternratgeber 2022


F

Für eine Ausbildung im Gastgewerbe muss

man das Sauerland nicht verlassen, denn tolle

Hotels gibt es schließlich auch bei uns. Das

Angebot an Ausbildungsplätzen ist breitgefächert und

Menschen, die auf der Suche nach Ruhe und Erholung

sind, wird es wohl immer geben. Das Sauerland hat

genau dafür eine Menge zu bieten. Vielleicht vergisst

man das, wenn man es jeden Tag vor Augen hat…

Es gibt Abwechslung und anspruchsvolle Aufgaben in

jedem Beruf – und diese können ganz unterschiedlich sein:

Nui Kesper

Handwerk und Kunst in

der Küche

Dass der Beruf des Kochs

körperlichen Einsatz bedeutet,

ist jedem bekannt. Die

Ausbildung ist jedoch vor allem

spannend und vielseitig:

Arbeitstechniken und allerlei

Wissenswertes über Lebensmittel

werden erlernt, Fisch und Fleisch stehen auf dem

Lehrplan genauso wie Pflanzliches und Desserts. Kreativität

und handwerkliches Geschick sind hier gefragt und das

ist auch das, was Nui Kesper besonders an diesem Ausbildungsberuf

reizte. Die 20-Jährige hat im vergangenen

Herbst ihre Ausbildung im Hotel Diedrich in Hallenberg

begonnen. Und diese beinhaltet natürlich noch viel mehr:

Einkauf, Lagerverwaltung, die Erstellung der Speisekarte.

Außerdem müssen alle Abläufe und Planungen rund um

die Küche organisiert werden. Ein typischer Arbeitstag

startet bei Nui um 13 Uhr und endet gegen 21 Uhr. Arbeitszeiten,

an die sie sich erst einmal gewöhnen musste: drei

bis vier Tage im Betrieb, ein bis zwei Tage Berufsschule,

zwei Tage frei. „Man muss viel Durchhaltevermögen haben

für diese Ausbildung und mit Leidenschaft dabei sein.

Kochen muss man mögen. Es ist ein körperlich anstrengender,

oft stressiger Job – der aber eben auch richtig viel

Spaß macht und mit dem ich am Ende überall auf der Welt

arbeiten kann.“

Echte Hotel-Allrounder

Besonders vielschichtig ist die Ausbildung als Hotelfachmann/-frau.

„Mich hat schon immer das Reisen interessiert

und dazu gehört oft eben auch ein Hotel. Ein Job, bei dem

ich von morgens bis abends

nur im Büro sitze, kam für

mich nicht infrage.“ Seit zwei

Jahren macht die 19-jährige

Laura Küsgen nun ihre Ausbildung

zur Hotelfachfrau im

Hotel Rimberg und überlegt,

danach ein Studium im Hotel-

oder Restaurantmanagement

anzuschließen. „Viel Bewegung und Kontakt zu den

Gästen waren mir auch besonders wichtig“, ergänzt Leonie

Fisch (20), die ihre Ausbildung im Hotel Knippschild in

Rüthen macht.

Tessa Japes, die kurz vor

ihrer Abschlussprüfung im

Jagdhaus Wiese steht, erklärt:

„Man durchläuft viele Bereiche

wie Küche, Rezeption,

Housekeeping und Service.“

Es ist wichtig, die Schnittstellen

zwischen den Abteilungen

zu überblicken und

zu schauen, ob die Qualität

in den Bereichen stimmt.

Die Arbeit nah am Gast verlangt viel Kommunikation:

„Am einfachsten haben es natürlich Menschen, die

nicht schüchtern sind. Dabei

müssen sie ihre eigenen

Belange auch mal zurückstellen

können“, stellt Laura

fest und Tessa fügt hinzu:

„Ich war zu Beginn der Ausbildung

eher zurückhaltend,

bin aber schnell aufgeschlossener

geworden. Es ist also

möglich, in die Aufgabe

hineinzuwachsen. Das ist etwas, was mir auch nach meiner

Ausbildung hilft.“ Teamfähig sollte man sein, denn:

„Ohne ein gutes Team funktioniert im Hotel gar nichts,

hier ziehen alle an einem Strang“, sagt Leonie.

Tessa Japes

Servicespezialisten

Laura Heuwes (26) ist schon in der Gastronomie großgeworden

und im Studium merkte sie schnell, dass sie

eher genau dort hingehört. So begann sie stattdessen

eine Ausbildung als Restaurantfachfrau im Hotel Dei-

Laura Küsgen

Leonie Fisch

WOLL Elternratgeber 2022 - 151


mann mit einer Zusatzqualifikation im Küchen- und

Servicemanagement. „In der Schule lerne ich die Theorie

sowohl für das Restaurantfach als auch für die

Küche.“ Im Betrieb hat sie schon die verschiedenen Restaurants

für Haus- beziehungsweise À-la-carte-Gäste

sowie das Sternerestaurant kennengelernt. Weiter geht

es über die Küche und die Reservierung hin zur Bankettabteilung.

Als Restaurantfachfrau beherrscht Laura alle

Abläufe im Service. Immer im Blick: Das Wohlergehen der

Gäste. „Dafür muss man aufgeschlossen und auch mal hart

im Nehmen sein. Die Arbeit ist anstrengend, gleichzeitig

kann sie dich auch sehr glücklich machen – umso mehr,

wenn du die Möglichkeit bekommst, einmal in einem

Sternerestaurant zu arbeiten.“

Organisationstalente

Auch Roxana Engemann (20) ist die Liebe zum Gastgewerbe

quasi in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater führt ein Hotel

in dritter Generation und hat im Waldhaus Ohlenbach

in Schmallenberg seine Ausbildung gemacht – genauso wie

Roxana heute: „In meiner Ausbildung zur Hotelkauffrau

lerne ich die ganzen Facetten eines Hotels kennen. Die

Rezeption ist das erste und letzte, was ein Gast sieht. Wir

stehen vor und nach dem Aufenthalt in Kontakt mit den

Gästen, beraten sie, organisieren Extras“, erklärt sie. Auch

kaufmännische Dinge wie etwa die Buchhaltung stehen

auf dem Plan, genauso wie die Menügestaltung oder die

Veranstaltungsplanung. „Wir koordinieren das Zusammenspiel

aus Wellness, Service, Küche und Verwaltung. In

der Ausbildung lernt man aber auch die anderen Bereiche

eines Hotels kennen.“

Diese Vielseitigkeit gefiel auch Kemal Akgün (21).

Er beendet bald seine Ausbildung im Hotel Platte:

„Ich hatte zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann

begonnen; das war mir aber zu monoton. Etwas

Kaufmännisches sollte es aber

trotzdem sein, weil ich gut

mit Zahlen umgehen kann.

Und so kam ich schließlich

auf den Beruf des Hotelkaufmanns.“

Auch nach drei

Jahren sagt er: „Ich nutze

jeden Tag, um etwas Neues

zu lernen und mich weiterzubilden.

Diese Ausbildung ist

Kemal Akgün

eine, bei der es nie langweilig wird. Wer offen, aktiv und

kreativ ist, der hat hier tolle Möglichkeiten.“

Merle Schmidt

Sportlich im Arbeitsalltag

„Eigentlich war mir schon

immer klar, dass ich die Leidenschaft

zum Sport auch

beruflich ausleben möchte“,

erinnert sich Merle Schmidt.

„Ich wollte etwas mit

Abwechslung, Bewegung und

Begeisterung.“ Und das bekam sie. Die 21-Jährige macht

seit vergangenem Jahr eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau

im Hotel Deimann. „Schon nach wenigen

Monaten Ausbildung konnte ich meinen Trainerschein

machen und somit eigenständig Kurse geben, mit Gästen

des Hotels an den Geräten trainieren oder individuelle Fragen

beantworten.“ Kaufmännisch wird es im SPA an der

Rezeption: Termine buchen, Mails beantworten und organisieren,

was zu organisieren ist. „Man sollte selbst Spaß

an Bewegung haben und gerade im sportlichen Bereich ist

Motivation und ein sicheres Auftreten von Vorteil.“ Was

Merle später einmal vor hat? „Ein Studium im Sportbereich

könnte ich mir gut vorstellen. Ein klarer Vorteil ist,

dass man mit diesem Beruf sehr viel von der Welt sehen

kann. Diese Möglichkeit möchte ich nutzen.“

Ein Auge für Ästhetik

Sophie Seeger ist 21 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr als

Kosmetikerin im Hotel Deimann. „Schon während meines

Fachabis habe ich zwischendurch ein Praktikum in einem

Kosmetikstudio absolviert und schließlich entdeckt, dass

ich auch im Hotel eine solche Ausbildung machen kann“,

erzählt sie. „Anders als im Kosmetikstudio hat man es im

Hotel mit vielen verschiedenen Menschen zu tun und kann

so noch mehr Erfahrungen sammeln.“ Auch ihre Kollegin

Leonie Hübel (19) lernt Kosmetikerin: „Unsere Aufgaben

sind sehr vielseitig: von kosmetischen Behandlungen für

Gesicht und Körper bis Maniküre und Pediküre, Wellnessmassagen,

Make-Up, Hamam-Behandlungen und was es

sonst noch für Angebote gibt.“ Sophie stellt fest: „Man

muss für diesen Beruf offen auf Menschen zugehen können,

keine Angst vor Körperkontakt haben und einen Blick

für Schönheit und Ästhetik haben.“ Neben den Behand-

152 - WOLL Elternratgeber 2022


lungen beraten die beiden die Gäste, verkaufen Produkte

und unterstützen bei der Vor- und Nachbereitung diverser

Behandlungen. Zudem sorgen sie und ihre Kolleginnen

dafür, dass der Wellness- und Behandlungsbereich immer

ein Wohlfühlort für die Gäste darstellt.

Das Sauerland ruft

Kaum eine Branche ist so international wie die Hotelbranche.

Hast du hier eine gute Ausbildung absolviert,

kannst du auf der ganzen Welt arbeiten, denn die Skills,

die du hier lernst, sind dieselben. Firuz Eshonov (26)

und Jahongir Muhamadiev (18) sind Auszubildende zum

Hotelfachmann im Gasthof Schütte. Sie sind aus Tadschikistan

nach Deutschland

gekommen.

Firuz ist schon eine Weile

hier. Er wollte nach seinem

Wirtschaftsstudium in Tadschikistan

ursprünglich eine

Ausbildung zum Landwirt

machen, merkte aber schnell,

dass er lieber mit Menschen

arbeiten möchte – und das

geht ganz wunderbar im Hotel. Das fand auch Jahongir,

der nicht nur wegen der Ausbildung, sondern auch wegen

der Sprache ins Sauerland gekommen ist. „Während

meiner Schulzeit habe ich bereits drei Jahre Deutsch gelernt,

aber es ist schwer, das

Sprechen zu lernen, wenn

du niemanden außerhalb des

Unterrichts hast, mit dem

du dich auf Deutsch unterhalten

kannst“, stellt er fest.

Im November 2021 kam er

daher nach Deutschland. Erfahrung

in der Gastronomie

hatte er schon im Restaurant

seines Onkels gesammelt. Dort fühlte er sich frei und es

fiel ihm leicht, mit den Gästen in Kontakt zu sein.

Firuz fand den Gasthof Schütte über das Internet. Jahongir,

sein Cousin, schließlich über Firuz, der nur Gutes zu

berichten hatte. „Wenn die Sprache ausreicht, dann ist es

eigentlich kein Problem, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Dann kann man sich bewerben, wie alle anderen

das auch tun.“

Janhongir Muhamadiev

Firuz Eshonov

Natürlich war und ist das Thema Sprache immer präsent.

Jahongir erzählt: „Es dauerte eine Weile, bis ich mich an

die Sprache gewöhnt hatte. Aber dann wurde es leichter.“

Firuz ging es ähnlich. Der Google-Übersetzer war ständiger

Begleiter in der Berufsschule und vor allem Fächer wie Religion

oder Politik fielen schwer. Hilfreich war es da, dass

sie mit anderen Nicht-Muttersprachlern in einer Klasse

waren: Mitschüler und Mitschülerinnen verschiedener Nationalitäten

stehen vor ähnlichen Schwierigkeiten, können

so ihre Erfahrungen teilen und sich helfen. Im Hotel selbst

war das von Anfang an kein großes Problem. „Unsere Kollegen

und auch der Chef und die Chefin sind sehr verständnisvoll

und wenn wir einmal etwas nicht verstehen,

dann wiederholen sie es geduldig“, so Firuz. Und: „Egal,

wie gut die Sprache ist, es ist wichtig, dass einem die Arbeit

Spaß macht, der Rest kommt von allein.“

Arbeiten im Team und auf Augenhöhe

Eine Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie bringt

Abwechslung und Expertise in einem Beruf mit Zukunft.

Die Auszubildenden sind sich einig: Es ist vor allem die

Arbeit im Team, die Freude bereitet und eine Ausbildung

in einem familiären Umfeld mit Chefs und Chefinnen, mit

denen man auf Augenhöhe sprechen kann. Und dann ist

da noch das Sauerland. Kemal sagt: „Man muss nicht nach

Hamburg oder ins Allgäu, um diesen Beruf zu erlernen.

Unsere Gäste kommen aus der ganzen Welt hierher. Das

hat mir die Augen dafür geöffnet, wie schön das Sauerland

ist.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 153


NATURWISSENSCHAFT

UND LABOR

Top Berufe:

• Baustoffprüfer

• Chemielaborant/in

• Geomatiker/in

• Werkstoffprüfer/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: S. Droste

Ausbildung zur PTA

DIE RECHTE HAND

DES APOTHEKERS

Christel Zidi

Arzneimittel herstellen, Ausgangsstoffe für die

Herstellung der Rezepturen zu prüfen – das

lernt man in der zweijährigen Ausbildung

zur/zum Pharmazeutisch-Technischen AssistentIn

(PTA). Doch damit ist es längst nicht genug an Fachwissen:

PTAs wissen, wie Arzneimittel in unserem

Körper wirken und wie man durch sie Krankheiten bekämpft.

Mit diesem Wissen unterstützen sie den Apotheker

in sehr vielen Bereichen..

Adobe Stock I #110327592

154 - WOLL Elternratgeber 2022


Wenn es um Arzneimittel geht, haben Apotheker sowieso,

manchmal auch PTAs mit langjähriger Erfahrung, einen

noch besseren Überblick als so mancher Arzt. Sie wissen,

wie und wann die Arzneien am besten wirken. Mit der

Zeit kennen sie ihre Kunden und haben dann im Hinterkopf

gespeichert, welche Arzneimittel der ein oder andere

nicht verträgt – speziell im Zusammenspiel mit scheinbar

harmlosen Mitteln.

Mit Verantwortungsbewusstsein und

ganz viel Fingerspitzengefühl

Verantwortungsbewusstsein steht für PTAs ganz weit

oben. Schließlich geht es um die Gesundheit der

Kunden. Und denen ist z. B. ein übermäßiger Konsum

oftmals gar nicht mal bewusst, z. B. bei der Einnahme

von Nasentropfen, Abführ- oder Schmerzmitteln. Wenn

die/der PTA Kunden darauf hinweist, ist manchmal

nicht nur Fachkenntnis gefragt, sondern auch Fingerspitzengefühl.

Bei der Kundenberatung kann es um die Selbstmedikation,

um die Zusammenstellung der Reiseapotheke, um Ernährung

oder Kosmetik, aber auch mal um Schädlingsbekämpfung

gehen. Ein enormes Fachwissen ist da gefragt.

Pillendrehen und Rezepturen prüfen

Die Prüfung auf Qualität und Reinheit (chemisch, physikalisch

und mikroskopisch) der Ausgangsstoffe von

Rezepturen und Tees wird schon vom Gesetz her gefordert;

Pharmazeutische Gesetzeskunde ist daher ein

eigenes Fach auf der PTA-Fachschule.

Nicht selten wird Patienten ein Arzneimittel verordnet,

das speziell auf deren Bedürfnisse abgestimmt ist. Dann

stellt die/der PTA – meist hinter dem Verkaufsraum der

Apotheke - auch eine Salbe oder eine Lösung her. Oder

sie dreht – ganz klassisch – eine Pille.

Die Ausbildung zur/zum PTA dauert insgesamt 2,5 Jahre,

zwei Jahre davon an einer Berufsfachschule, danach folgt

die sechsmonatige praktische Ausbildung in einer Apotheke.

Sauerlandnah sind die PTA-Fachschulen in Paderborn

und Siegen.

In der boomenden Gesundheitsbranche haben PTA gute

Berufsaussichten. Auch können sie sich zum z. B. zum

Meister oder Technik weiterbilden.■

WOLL Elternratgeber 2022 - 155


KUNST, GESTALTUNG,

MEDIEN

Top Berufe:

• Gestalter für visuelles Marketing

• Mediengestalter

• Digital und Print

• Gestaltung und Technik

• Raumausstatter/in

• Schilder- und Lichtreklamehersteller/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: FH Südwestfalen

Ausbildung, duales Studium - ein idealer Karriereeinstieg?

Ausbildung, duales Studium - ein idealer Karriereeinstieg?

Die IG Metall Olsberg sagt ja!

Die IG Metall Olsberg sagt ja!

Schule beendet! Und jetzt?

Fragen

Schule

über

beendet!

Fragen:

Und

Ausbildungsvergütung,

jetzt?

Arbeitszeit, Urlaub, Ausbildungsinhalte, Berufsschule,

Überstunden,

Fragen über Fragen:

Übernahme…

Ausbildungsvergütung,

- WER kümmert

Arbeitszeit,

sich um mich?

Urlaub, Ausbildungsinhalte, Berufsschule,

Überstunden, Übernahme… - WER kümmert sich um mich?

Als IG Metall Olsberg sind wir deine starke Interessensvertretung!

Als IG Metall Olsberg sind wir deine starke Interessensvertretung!

Du

Du

möchtest

möchtest wissen,

wissen,

ob:

ob:

dein möglicher Ausbildungsbetrieb nach Tarifvertrag bezahlt

dein möglicher Ausbildungsbetrieb nach Tarifvertrag bezahlt


es

es einen

einen

Betriebsrat

Betriebsrat

/eine

/eine

Azubi-Vertretung

Azubi-Vertretung

gibt

gibt

es eine Tarifbindung gibt


es eine Tarifbindung gibt

Oder Du möchtest weitere Informationen haben haben oder oder hast hast weitere weitere Fragen? Fragen?

Melde dich gerne bei uns:

IG Metall Olsberg I Bigger Platz 55 I I 59939 Olsberg

Ansprechpartnerin (Jugend): Mareike Wiese I 02962 I 974 974615 615 I mareike.wiese@igmetall.de

I Die IG Metall Olsberg wünscht dir einen guten Ausbildungsstart!

Besuche auch unsere Homepage und folge uns auf auf Facebook!

156 - WOLL Elternratgeber 2022

igmetall-olsberg.de

igmetall-olsberg.de

igmetall-olsberg.de


Studierende der Fachhochschule in Soest

Studiengang Design- und Projektmanagement

an der FH Südwestfalen

MIT DEM WEITBLICK

EINES GENERALISTEN

Christel Zidi

FH Südwestfalen

W

er sich bisher nicht zwischen einem Design-,

einem Wirtschafts- und einem Technikstudium

entscheiden konnte, braucht das

auch nicht mehr. Denn in Soest kann man einen Studiengang

belegen, der alle drei Fachbereiche beinhaltet.

Einzigartig in Deutschland – und mit dem Standort in

Soest auch ganz nah für die Sauerländer.

Sich zunächst ein breites Wissen aneignen, dann die Konzentration

auf eine Disziplin. Wer den Studiengang Design-

und Projektmanagement absolviert, geht genau diesen

Weg. Seit 2007 kann man in Soest einen Studiengang

belegen, bei dem es nicht allein um das Designen, sondern

auch um Wirtschaft und Technik geht: Design- und

Projektmanagement, kurz dpm. Die Spezialisierung erfolgt

nach Abschluss des Studiums in den Unternehmen.

Dominic Glinka von der Fachhochschule Südwestfalen

kann uns genau erklären, worum es bei dpm geht.

Dominic Glinka: Der Studiengang Design- und Projektmanagement

(Bachelor of Science) verbindet die Kompetenzfelder

Design, Technik und Wirtschaft zu einem

ganzheitlichen Konzept, bei dem der Mensch im Mittelpunkt

aller Überlegungen steht. Wir versuchen also mit

einem breiten Wissensansatz die Probleme aus Kundensicht

methodisch zu lösen und entsprechende Produkte

innovativ weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Im Grunde genommen konzentrieren wir uns auf den

Produktentstehungsprozess: Von der ersten Idee bis hin

zum fertigen Produkt. Die Studierenden sind Kommunikationstalent,

Problem- und Konfliktlöser sowie Schnittstellenmanager

in einer Person und treten nicht zwingend

WOLL Elternratgeber 2022 - 157


selbst als Gestalter auf. Sie entwickeln stattdessen eine

hohe Affinität zu kreativem Denken und Arbeiten.

WOLL: Aber ist das nicht ein bisschen viel auf einmal:

Man lernt kreativ, strategisch und zugleich

wirtschaftlich zu agieren? Kann man da wirklich

noch in die Tiefe gehen – oder werden alle Bereiche

nur angeschnitten?

Glinka: Einen ganzheitlichen Blick auf die Prozesse

eines Unternehmens zu haben, ist aus strategischer Sicht

unerlässlich. Es befähigt zum richtigen Zeitpunkt in den

richtigen Bereichen die richtigen Hebel in Bewegung zu

setzen. Besitze ich in schwierigen Situationen eine breite

Wissensbasis, verbunden mit einer kreativen Problemlösungskompetenz

habe ich einen entsprechenden Vorsprung

gegenüber anderen Mitbewerbern.

Auf der anderen Seite kann es von Vorteil sein, in viele

unterschiedliche Disziplinen hineinzublicken und erst

im späteren Verlauf seines Studiums zu entscheiden, welcher

Themenbereich mir wirklich liegt und welchen ich

in Zukunft weiterverfolgen möchte.

WOLL: Wie können die Absolventen später im Unternehmen

eingesetzt werden?

Glinka: Die Studierenden werden als Generalisten ausgebildet,

was im Beruf für Flexibilität und Wissensbreite

steht. Sie können demnach in den Bereichen Design,

Technik oder Management beziehungsweise übergreifend

als Schnittstellenmanager*innen zwischen den Disziplinen

eingesetzt werden.

Die Befähigung, zum richtigen

Zeitpunkt in den richtigen Bereichen

die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen

Dominic Glinka,

Lehrkraft für besondere

Aufgaben an der FH

Diesem Arbeitnehmertyp wird hinter vorgehaltener

Hand nachgesagt, dass sie durch die fehlende Vertiefung

kein Alleinstellungsmerkmal besitzen und austauschbar

sind. Diese Lücke schließen wir mit dem Kompetenzfeld

„Designmanagement“. Die Studierenden lernen hier

komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen

kreativ und methodisch zu lösen, zum Beispiel mit dem

„Design Thinking“-Ansatz. Die typischen Einsatzgebiete

nach dem Studium sind vielfältig, können aber auf die

Bereiche Designmanagement, Projektmanagement, Produktmanagement,

Innovationsmanagement oder das klassische

Consulting näher eingegrenzt werden.

WOLL: Das bedeutet: Kein modernes Unternehmen

kann es sich noch leisten, auf entsprechende Fachkräfte

zu verzichten?

Glinka: In Zukunft werden sowohl Generalisten als auch

Spezialisten gefragte Arbeitnehmertypen sein. Welcher

Typ dabei das Rennen macht, lässt sich pauschal leider

nicht beantworten. Internationale Studien weisen darauf

hin, dass Generalisten mitunter leicht im Vorteil sind, dies

aber immer an die vorherige Ausbildung, Qualifizierung

und Berufserfahrung gekoppelt ist.

Schaut man sich die Berufswege der dpm-Alumni in den

letzten 15 Jahre etwas genauer an, so wird schnell klar, dass

sich viele Design- und Projektmanager*innen nach dem

Studium zunächst auf eine Disziplin konzentrieren, ihre

Wissensbasis in diesem Bereich verbreitern und schlussendlich

eine Art von Spezialisierung erreichen. Grundlage

dafür ist aber immer noch der Weitblick eines Generalisten.

Insbesondere dann, wenn Führungspositionen besetzt

oder angestrebt werden.

WOLL: Gibt es schon viele, die sich dazu angemeldet

haben? Speziell aus dem Hochsauerlandkreis?

Glinka: Der Studiengang ist seit seiner ersten Akkreditierung

im Jahr 2007 vor allem durch seine Lokalität gewachsen.

Über 60 % der Studierenden kommen aus einem

100 km-Gürtel rund um unseren Standort in Soest, wo

der Studiengang beheimatet ist. Im Hochsauerlandkreis

sind wir zudem seit vielen Jahren an den Schulen präsent

und informieren die Schülerinnen und Schüler über diesen

spannenden Berufsweg.

158 - WOLL Elternratgeber 2022


„Einen ganzheitlichen Blick auf die

Prozesse eines Unternehmens zu haben,

ist aus strategischer Sicht unerlässlich“

(Dominic Glinka)

Einer, der diesen Weg eingeschlagen hat, ist Julian Franzen

aus Arnsberg. Er befindet sich im siebten Semester

seines dpm-Studiums und schreibt bei der Firma Miele in

Gütersloh seine Bachelorarbeit. Nach drei Jahren Studium

in Soest ist sein Fazit:

„Der Studiengang Design- und Projektmanagement ist

nicht nur durch seine vermittelten Inhalte einzigartig,

sondern auch durch den Umgang und das Miteinander

von Kommilitonen und Lehrenden. Für mich gab es keinen

Tag im Studium, an dem ich nicht gerne aufgestanden

bin, um nach Soest zu fahren.

Als ein Absolvent des Studiengangs verfüge ich über einen

sehr breiten Wissensstand

und habe die Möglichkeit

dadurch in vielen Branchen

und Bereichen tätig

zu werden. Ich bin oft überrascht,

wie unterschiedlich

sich die Karrierewege der

Absolventen entwickeln.

Julian Franzen

Inhaltlich beschäftige ich

mich mit der Entwicklung eines Produktes und dem dazugehörigem

Geschäftsmodell, das mit der Vision startet

und mit der Vermarktung endet. Hier werden die Vorteile

von Generalisten besonders offenbart, da bei der Entwicklung

eines Geschäftsmodells eine sehr fundierten Wissensbasis

in allen Bereichen benötigt wird. Tauchen doch

Wissenslücken auf, können diese in der Regel durch das

Aneignen von Wissen, das optimal auf der geschaffenen

Basis aufbauen kann, geschlossen werden. ■

Beim Studiengang dpm kann man aus einer Vielzahl von Modulen vier nach eigenen Interessen und Schwerpunkten

auszuwählen: Online-Marketing, Industrie 4.0 oder Angewandte Produktentwicklung sind nur einige

häufig belegte Beispiele.

Werde Azubi bei Brumberg.

Über Brumberg:

Wir sind ein inhabergeführtes Familienunternehmen in der 5ten Generation und verstehen uns

als Entwickler und Lieferanten für effiziente Lichtprodukte -mit Fokus auf LED Technik.

BRUMBERG steht für exzellentes Design, technische Innovation und Hochwertigkeit.

In einem Satz: Wir machen Licht für Generationen.

Wir suchen dich für eine Ausbildung zum:

Kaufmann/-frau für Groß- und

Außenhandelsmanagement (m/w/d)

Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

Mediengestalter Digital und Print (m/w/d)

Betriebswirt (m/w/d)

BRUMBERG Leuchten GmbH & Co. KG | Hellefelder Straße 63 | 59846 Sundern

Telefon: 0 29 34 / 96 11-265 | Personalleitung Andreas Hölter | personal@brumberg.com

WOLL Elternratgeber 2022 - 159


COMPUTER

UND IT

Top Berufe:

• Fachinformatiker

• Anwendungsentwicklung

• Daten & Prozessanalyse

• digitale Vernetzung

• Systemintegration

• Informatikkaufmann/frau

• IT-Systemelektroniker/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Zusammen. Helfen. Läuft!

THW-Regionalstelle Arnsberg

www.thw-bufdi.de

160 - WOLL Elternratgeber 2022


Als Fachinformatiker hat man auch

die Möglichkeit sich zu spezialisieren, z. B.

auf Anwendungsentwicklung oder als Fachinformatiker

für Daten- und Prozessanalyse

bzw. für Digitale Vernetzung.

INFORMATIKER

– IMMER UNENTBEHRLICHER

Fachinformatiker/in für Systemintegration

M

it dem Computer kann heute fast jeder umgehen,

der im Berufsleben steht. Schwierig

kann es aber werden, wenn Soft- oder Hardware

Probleme machen. „Stecker raus / Stecker rein“ –

hilft leider nicht immer. Spätestens dann, wenn sich der

Computer gar nicht mehr starten lässt, muss der Fachmann

gerufen werden, idealerweise der interne Fachinformatiker

für Systemintegration.

Kevin Müller hat sich

schon immer sehr für die IT interessiert.

Christel Zidi

Privat

Spätestens bei der Auswahl der Server und Fragen

nach Netzerweiterungen kommt ein „normaler“ Anwender

nicht mehr mit. Ein Fachinformatiker hingegen

kennt sich nicht nur in den technischen Bereichen

aus, sondern erstellt auch genaue Bedarfspläne

– angepasst an das Budget und die Bedürfnisse des Unternehmens.

Überhaupt hat ein solcher ein weites Einsatzgebiet:

Installation neuer Software, der Einbau von Hardware

(Computer, Telefonanlagen und Drucker), Auswahl

der Server u.v.m.

Bei der Egon Grosshaus GmbH & Co. KG in Lennestadt

hat man sich auf Stanz-, Feinstanz- und Stanzbiegetechnik

spezialisiert. Wenn hier mal ein Computer nicht das

macht, was er soll, hat man gleich den Spezialisten zur

Seite, einer davon ist Kevin Müller (22), Fachinformatiker

für Systemintegration.

Kevin hat im letzten Sommer seine dreijährige Ausbildung

bei der Firma Grosshaus abgeschlossen. Schon als Kind hatte

er Interesse an der IT und sich in seiner Freizeit damit beschäftigt.

Nach entsprechenden Praktika hat er auch seinen

schulischen Werdegang entsprechend ausgerichtet: „Ich habe

mein Fachabi in der Fachrichtung Informatik gemacht und

bin so schon tiefer in das IT-Thema eingestiegen.“

Wer sich jetzt einen Computer-Nerd vorstellt, irrt: „Was man

von der IT vielleicht gar nicht vermutet: Man kommt viel

mit Menschen in Kontakt. 80 % unserer Tätigkeit besteht aus

Kommunikation.“

Kevin hat das Unternehmen schon während seiner Ausbildung

„intensiv kennengelernt“. Seine beruflichen Kenntnisse

hat er hier erlernt und sich beruflich weiterentwickelt: „Das

möchte ich weiter nutzen und einbringen. Außerdem ist die

Atmosphäre hier in unserem Familienunternehmen super,

wir haben ein tolles Team und ich fühle mich sehr wohl.“

Unter dem Motto „Expedition Ausbildung“ bietet die Firma

Grosshaus den Auszubildenden die unterschiedlichsten

Berufe im gewerblichen und kaufmännischen Bereich und

eben auch im IT-Bereich an. Nach der fundierten und gut

betreuten Ausbildung ergeben sich für die Nachwuchskräfte

zahlreiche Aufstiegschancen. Den Grund für diesen Einsatz

in Sachen Ausbildung erklärt uns Michaela Springmann, die

Leiterin der Personalabteilung so: „Wir haben das Ziel vor

Augen, unsere Auszubildenden mit ihrer Ausbildung optimal

auf die Berufswelt vorzubereiten und dann natürlich auch als

Fachkräfte in den verschiedenen Bereichen langfristig an uns

zu binden.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 161


VERKEHR, TECHNIK

UND LOGISTIK

Top Berufe:

• Berufskraftfahrer/in

• KFZ-Mechatroniker/in

• Land- und Baumschinenmechatroniker/in

• Fachkraft für Lagerlogistik

• Fachlagerist

• Kaufmann/frau für Logistikdienstleistungen

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: sabrinity

Maikel Haag und Lukas Marcholewski sind glücklich

über ihre Ausbildung zur „Fachkraft für Lagerlogistik“

„Hier lerne ich jeden Tag Neues“

Anne von Heydebrand

S. Droste

Die Hochregale sind gut gefüllt. Waren aus der

ganzen Welt stapeln sich auf über 12.000 Palettenstellplätzen

in den Hallen der Spedition

Mönig in Meschede-Enste. Und mittendrin die beiden

Azubis Maikel Haag und Lukas Marcholewski. Sie sorgen

mit ihren Kollegen dafür, dass jedes Produkt ans richtige

Ziel gelangt. Und das nicht nur in Deutschland, sondern

in ganz Europa. Ganz schön viel Verantwortung, woll?!!

Lukas Marcholewski freut sich, dass er nach der

Ausbildung im Betrieb übernommen wird.

162 - WOLL Elternratgeber 2022


Auch Maikel Haag ist immer noch beeindruckt von der Warenmenge,

die hier jeden Tag verarbeitet wird. Der 18-Jährige

befindet sich aktuell im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung

und schwärmt von den vielfältigen Aufgabenbereichen

im Unternehmen: Wareneingang, Kommissionierung, Bestandskontrolle,

Be- und Entladung der kostspieligen Fracht.

Eines der wichtigsten Arbeitsgeräte ist der PC. „Hier lerne

ich jeden Tag etwas Neues.“ Bereits drei Monate nach Ausbildungsstart

konnte er auch schon seinen Staplerschein in

den Händen halten und er ist sich schon jetzt sicher, dass

er nach der Ausbildung weiterlernen will. Sein Ziel: Einen

Ausbilderschein absolvieren oder sogar noch den Meistertitel

erreichen.

Chancen ergreifen und voll durchstarten

Lukas Marcholewski ist da schon einen Schritt weiter. Er hat

im letzten Jahr seine Ausbildung abgeschlossen und wurde

im Anschluss von der Spedition Mönig übernommen. Dabei

hat alles vor viereinhalb Jahren mit einem Praktikum begonnen.

Damals wusste er noch gar nicht, was ihn in den

Lagerhallen erwarten würde. Nur durch Zufall ist er bei

dem Unternehmen aus Meschede gelandet und hat gleich die

Chance ergriffen, richtig durchzustarten. Mittlerweile ist er

aus dem Unternehmen nicht mehr wegzudenken und auch

er schätzt das familiäre Verhältnis unter den Mitarbeitern.

„Wir helfen uns hier alle gegenseitig und halten zusammen“,

erklärt der 23-Jährige.

Was ihn an dem Job noch immer reizt? Der Kontakt mit den

LKW-Fahrern aus ganz Europa. An manchen Tagen kommen

bis zu 20 LKWs in der Spedition an. Dann wird es nicht

nur hektischer, auch die Englischkenntnisse müssen sitzen.

Ein wichtiger Tipp für zukünftige Bewerber: „Englisch ist

extrem wichtig in unserem Beruf. Viele Fahrer können kein

Deutsch und dann wird es mit der Kommunikation schwer“,

sagt Marcholewski. Außerdem spielen Selbstständigkeit und

gewissenhaftes Arbeiten eine große Rolle im Berufsalltag.

„Wir müssen uns aufeinander verlassen können.“ Dafür erlernt

er aber auch einen wichtigen Job mit Zukunft. Denn

Lageristen werden in allen Branchen gebraucht. Schließlich

muss jeder irgendwann irgendetwas lagern. ■

Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert

in der Regel drei Jahre und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf

in Industrie und Handel. Fachkräfte für

Lagerlogistik finden Beschäftigung in Unternehmen

nahezu aller Wirtschaftsbereiche.

Die Spedition Mönig stellt jedes Jahr zwei neue Ausbildungsplätze

zur Verfügung. Interessenten können in

einem Praktikum ein Einblick von dem Unternehmen

und der Ausbildung bekommen.

Weitere Informationen unter: www.moenig.com

Auch Maikel Haag absolvierte vor der Ausbildung

zunächst ein Praktikum im Betrieb.

WOLL Elternratgeber 2022 - 163


Anzeige

Franziska Seehardt macht eine Ausbildung zur

Berufskraftfahrerin

Christel Zidi

sabrinity

HÄGER BEWEGT IHRE UND DIE

ZUKUNFT SEINER AUSZUBILDENDEN

H

auptsächlich ihres Vaters

wegen hat sich Bestwigerin

Franziska Seehardt sich für

eine Ausbildung zur Berufskraftfahrerin

entschieden. Er ist ebenfalls Berufskraftfahrer

und hat ihr die Freude

am Fahren vermittelt. Jetzt ist sie

im dritten Ausbildungsjahr und hat

ihre Entscheidung bis heute nicht bereut.

Den LKW-Führerschein hat ihr

Arbeitgeber finanziert, wie das in

der Branche üblich ist. In der ersten

Zeit hatte sie stets einen Kollegen an

ihrer Seite, seit 1 ½ Jahren fährt sie

auch viel allein - und genießt das:

„Man hat seine Ruhe, dabei auch Abwechslung

und verantwortungsvolle

Aufgaben.“

„Ich kann das – und ich mach das gut“

Ihre Arbeit geht mit viele Herausforderungen

einher: „Manches davon kann

richtig viel Spaß machen. Bei schwierigen

Dingen ist man hinterher erleichtert,

dass man es geschafft hat. Und

dann denkt man: Ich kann das - und

ich mach das gut.“ Das sind für sie einige

der vielen kleinen Momente, über die

sie sich besonders freuen kann.

Keine Extrawurst

Wenn Franziska mit ihrem LKW bei

den Kunden ankommt, muss sie die

Güter überwiegend selbst abladen. Das

ist für Franziska auch völlig in Ordnung.

Auf Nachfrage hat sie bisher

aber immer Hilfe bekommen. In ihrer

Firma findet sie morgens bei der Verladung

meist auch ungefragt Hilfe.

Auch wenn Franziska gern – und auch

gern allein – mit ihren LKW unterwegs

ist, ist der Fernverkehr auf Dauer eher

nichts für sie: „Ich war einmal über

Nacht weg. Aber lange von zuhause

weg sein, das kann ich nicht so gut.“

Option zum Wechsel

Die unterschiedliche Einstellung zu

Fernfahrten kennt Geschäftsführer

Guido Dorenburg sehr genau: „Bei Berufskraftfahrern

geht die Schere da sehr

auseinander. Bei der Spedition Häger

bieten sich auch Möglichkeiten für Kollegen,

die z. B. aufgrund von Rückenproblemen

nicht mehr „auf dem Bock“

gehen, sie können dann in Richtung

Lager oder Disposition wechseln.

Auch weibliche Berufskraftfahrer beschäftigt

die Spedition Häger so einige.

Franziska Seehardt ist allerdings

die erste weibliche Auszubildende in

164 - WOLL Elternratgeber 2022


Jacqueline Harnischmacher an ihrem Arbeitsplatz

diesem Beruf. Dazu Dorenburg: „Ich

habe meinen Kopf durchgesetzt, bei der

Frage, ob wir sie nehmen – und ich bin

nicht auf die Nase gefallen.“

Bürojob, aber alles andere als

langweilig

Jacqueline Harnischmacher aus Oeventrop

ist seit letztem August in der Firma.

Sie macht eine Ausbildung zur Kauffrau

für Büromanagement. In den letzten

drei Monaten war sie in der Abteilung

Logistik, jetzt ist sie in der Buchhaltung:

„Ich mag die Vielfalt dieses Berufes.

Und hier gibt es die unterschiedlichsten

Bereiche, in die man hineinschnuppern

kann und reichlich Erfahrung sammeln

kann.“ Als nächstes wird sie Abteilung

Dispo durchlaufen. Wie es dort zugeht,

weiß Dorenburg genau: „Danach wird

sie auch wieder froh sein, wenn sie in

einen Bereich gehen kann, wo weniger

Trubel ist“, sagt er schmunzelnd.

Jacqueline scheint das nicht abzuschrecken,

im Gegenteil: „Mit gefällt es bei

Häger gut, weil man hier so akzeptiert

wird, wie man ist. Hier wird nicht versucht,

jemanden in eine Richtung zu

drängen. Man kann selber herausfinden,

was liegt mir, was liegt mir nicht.“

55 Mitarbeiter beschäftigt die Spedition,

drei davon sind Auszubildende.

Neben den vorgestellten jungen Frauen

hat am 1. Februar ein junger Mann im

Logistikbereich seine Ausbildung begonnen.

Aus diesem Bereich kommt

auch Guido Dorenburg. 2012 hat er

bei Häger angefangen, zunächst die

Speditionsleitung übernommen und

„aus der Vertretung wurde irgendwann

einmal die Komplettübernahme der

Spedition.“ Er ist der erste externe Geschäftsführer

des Unternehmens seit

der Firmengründung im Jahre 1930.

„Wir sind breit aufgestellt“

Dorenburg definiert, was Häger hauptsächlich

von anderen Speditionen unterscheidet:

„Die Vielfältigkeit.“ Und

dann erklärt er: „Wir haben so eine

große Vielfalt an verschiedenen Fahrzeugen,

dass wir bis auf Schüttgut und

Silotransporte eigentlich alles fahren.“

Die blauen Fahrzeuge der Spedition mit

dem prägnanten Firmenschrift sind im

Umkreis von 50 Kilometern bestens bekannt,

aber auch deutschlandweit unterwegs.

Umzüge führt das Unternehmen

ebenfalls durch, woraus auch der

Slogan „Wir bewegen Ihre Zukunft!“

entstand. Eine Aussage, die sicherlich

auch auf die Zukunft der Häger-Auszubildenen

zutrifft.

Für manche Kunden sind auch

Transporte bis in die USA nötig, dafür

arbeitet Häger dann mit Partnerfirmen

zusammen. ■

Häger Spedition

Im Öhler 1-3

59909 Bestwig

info@spedition-haeger.de

www.spedition-haeger.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 165


SOZIALES UND

PÄDAGOGIK

Top Berufe:

• Erzieher/in

• Erzieher/in - Jugend und Heimerziehung

• Fachlehrer/in - musisch-technische Fächer

• Förderlehrer/in

• Sozialpädagogische/r Assistent/in

• Kinderpfleger/in

• Sportlehrer/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: Georg Giannakis

Hubertus Gosmann vom

Hubertus-Schwartz-Berufskolleg in Soest

VOM GYMNASIAL-

ABBRECHER ZUM

STELLVERTRETENDEN

SCHULLEITER

D

ass Hubertus Gosmann einmal im Büro des stellvertretenden

Schulleiters sitzen würden, hätte er selbst am wenigsten gedacht.

Noch dazu nicht vor dem Schreibtisch, sondern dahinter. Eben als

der, für den das Büro da ist. Denn eigentlich wollte Gosmann als „schulmüder

Gymnasiast“, der er damals war, nie wieder eine Schule von innen

sehen. „Wer braucht schon Latein? Mathe macht keinen Spaß mehr. Stress

mit den Eltern. Damals hatte ich die Fragen und Probleme, wie ich sie heute

oft bei meinen Schülern erlebe“ sagt der Warsteiner. Statt in die Oberstufe

einzutreten, verließ er das Gymnasium mit dem Realschulabschluss.

Matthias Koprek

Hubertus Gosmann:

Ein Leben für und in der Schule

166 - WOLL Elternratgeber 2022


„Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung

hast du immer etwas in der Hand. Und ein viel

besseres Verständnis für den Stoff im Studium.“

(Hubertus Gosmann)

Nichtstun war für ihn keine Option –

und schon gar nicht für seine Eltern.

Also musste kurz vor dem turnusmäßige

Ausbildungsbeginn ein Ausbildungsplatz

her. Das Problem: Damals gab

es noch einen Arbeitgebermarkt und

im Sommer so gut wie keine offenen

Stellen mehr. Außer bei der Deutschen

Post. Also bewarb er sich mehr oder

weniger blind für den Ausbildungsberuf

der „Dienstleistungskraft im Postbetrieb“.

„Was man hier lernt, das braucht

man im Leben!“

Die Zusage kam prompt. Doch was

Gosmann nicht wusste: Das erste Jahr

der dreijährigen Ausbildung war ein

Vollzeitschuljahr. Und so fand er sich

1992 nach den Sommerferien dort wieder,

wo er nie wieder hinwollte: in einem

Klassenraum. Diesmal am Hubertus-

Schwartz-Berufskolleg in Soest. „Da

hatte ich erst einmal einen Schock. Ich

merkte allerdings schnell, dass ich die

Dinge, die ich hier lerne, wirklich gebrauchen

kann. Dass die Themen, die

hier behandelt werden, eine unglaubliche

Lebensnähe haben, die mich bis heute

trägt.“ Und so wurde aus dem Abiturverweigerer

plötzlich ein Streber, der in

allen elf Fächern die Note eins auf

dem Zeugnis bekam. „Aber auch nur,

weil wir keinen Sportunterricht hatten,

sonst wäre mir das nicht geglückt“, gibt

er schmunzelnd zu. Da wusste er freilich

noch nicht, dass ab der Mittelstufe

der einheitliche Dienstsport zur Pflicht

wurde. Dank der guten Noten konnte

Gosmann die Ausbildung verkürzen

und war nach 2,5 Jahren fertig. Keine

vier Wochen später fand er sich in der

Rolle des Ausbilders wieder und lernte

plötzlich seine gleichaltrigen Kollegen

an, die vor kurzem noch neben ihm in

der Schulbank saßen.

„Pauker bei uns, das wäre doch

was für dich.“

Als Ausbilder kehrte Gosmann regelmäßig

zum Hubertus-Schwartz-

Berufskolleg zurück, um sich an den

Sprechtagen nach seinen Azubis zu erkundigen.

Sein ehemaliger Lehrer für

Betriebswirtschaft und Rechnungswesen

gab die Initialzündung für die Karriere

in der Schullaufbahn. „Bei der Post

kommt die Privatisierung, da gehen die

Lampen aus. Den Job, den du da machst,

wird es nicht mehr lange geben. Pauker

bei uns, das wäre doch was für dich“,

sagte er zu seinem ehemaligen Schüler.

Was Gosmann einleuchtet, hatte einen

Haken. Ihm fehlte schließlich das Abitur.

Also begann er 1995 mit dem

Abendgymnasium und saß wieder in

der Schule, die er einst genervt verlassen

hatte. 1998 folgt dann das Studium

in Paderborn. Bei der Post ließ

sich Gosmann nur beurlauben: „Es gibt

immer den Misserfolgsmeider und den

Erfolgssucher. Ich bin von Natur aus

eher der Misserfolgsmeider und brauchte

die Sicherheit.“ Außerdem jobbte er

zwischendurch immer wieder als Postzusteller.

„Ich habe zwar nie gern studiert,

aber ich wusste, wo ich hinwollte

– ans Hubertus-Schwartz-Berufskolleg“,

sagt Gosmann. „Für mich war

definitiv klar: Ich kann nirgendwo anders

Pauker sein als hier. Ich habe diese

Schule geliebt und tue es noch heute.“

Allerdings kriegen Referendariaten

ihre Schule zugewiesen und können sie

sich nicht aussuchen. Weil es dem damaligen

Schulleiter höchsten Respekt

abverlangte, wie Gosmann sich vom

niedrigsten Bildungsgang seiner Schule

hochgearbeitet hat, wollte er das unbedingt

unterstützen und setze alle Hebel

in Bewegung, um ihn an seine Schule

zu holen.

„Es muss nicht jedes Kind

studieren.“

Seit Anfang des Jahres ist der Oberstudienrat

nun stellvertretender Schulleiter

des Soester Berufskollegs. Seine eigene

Erwerbsbiografie ist der beste Beweis

dafür, dass in unserem Bildungssystem

jeder alles erreichen kann, wenn er nur

will. „Egal aus welcher Situation heraus

man startet, welchen Weg man wählt.

So kann ein Postbote auch stellvertretender

Schulleiter werden“, resümiert

Gosmann. Ihm ist es wichtig, auch den

Eltern deutlich zu machen, dass nicht

jedes Kind studieren muss. Natürlich

darf jeder an ein Studium denken. Aber

seine Empfehlung lautet: „Macht vorher

unbedingt eine Ausbildung. Egal welche.

Das sage ich auch meinen Kindern.

Wenn es nicht klappt, fängt das Netz

euch auf. Mit einer abgeschlossenen

Berufsausbildung hast du immer etwas

in der Hand. Und ein viel besseres Verständnis

für den Stoff im Studium.“

Außerdem haben Studierende mit Berufsausbildung

die Chancen auf deutlich

attraktivere Nebenjobs. Schließlich

ist nicht jeder mit einem wohlbetuchten

Elternhaus gesegnet, welches das Studium

mit all seinen Aspekten finanzieren

kann. Das Berufskolleg verzeichnet

vermehrt Studienabbrecher, die das

Studium unterschätzt haben, und dann

eine duale Ausbildung absolvieren.

Gosmann: „Die starten hier durch wie

eine Rakete, weil die genau das erleben,

was ich nach dem Abbruch des Gymnasiums

erlebt habe. Plötzlich können

sie mit entsprechendem Aufwand etwas

erreichen. Das zu sehen, motiviert mich

total.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 167


Anzeige

Christel Zidi

Georg Giannakis

Aileen Loren

mit Kita-Kindern

„DAS WAR DIE BESTE ENTSCHEIDUNG,

DIE ICH JE GETROFFEN HABE“

Abitur, Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Altenpflege, Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen

und anschließende Tätigkeit als Kaufmännischer Angestellter. Der Belecker Niclas Nürenberg

(27) hat beruflich schon einige Stationen durchlaufen. Jetzt ist er angekommen: Er wird Erzieher.

Die Erst-Ausbildung in einem guten Beruf – aber noch

nicht der Traumberuf, noch nicht das berufliche Ziel.

„Ich habe immer schon mit dem Gedanken gespielt,

Erzieher zu werden. Das hat mich einfach interessiert.“

Und dann ergab sich die Möglichkeit,

im August 2019 begann er seine

Ausbildung. Heute, zum Ende des

2. Ausbildungsjahres kann er sagen:

„Das war die beste Entscheidung, die

ich je getroffen habe.“

Während der Praxisintegrierten Ausbildung

(PIA) gibt es für Niclas zwei

Tage in der Woche theoretischen Unterricht

am Berufskolleg Marienschule Lippstadt

in Lipperbruch, den praktischen Teil absolviert er an

den restlichen drei Tagen in der St. Pankratius Kita in

Warstein-Belecke.

Die Einführung der PIA vor vier Jahren war auch für

Quereinsteiger ein Anreiz, diesen Weg zu gehen. Auch für

solche, für die die Ausbildung nur in Teilzeit möglich

ist. Im Gegensatz zur schulischen Erzieherausbildung

bekommen die Auszubildenden

ein Gehalt gezahlt.

In welche Richtung es später geht,

kann jeder für sich entscheiden, denn

der Erzieherberuf ist sehr weitläufig.

Entsprechende Praktika können bei

der Entscheidungsfindung helfen. Niclas

machte ein vierwöchiges Praktikum

in der Jugendhilfe: „Das war spannend und

interessant, aber eine ganz andere Herausforderung.“

Wechsel- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es

für Erzieher reichlich. Nach der Berufsausbildung kann

man z. B. auch Sozialpädagogik und Management studie-

Niclas Nürenberg, Ausbildender

168 - WOLL Elternratgeber 2022


en, so wie es Aileen Lorenz gemacht hat, die Leiterin der

Kindertageseinrichtung.

Erzieher ist ein Beruf, den man gut bis zur Rente ausüben

kann. Auch in der Kath. Kita St. Pankratius ist eine Fachkraft

beschäftigt, die mit ihren knapp 60 Jahren in allen

Bereichen tätig ist. Ihr geht es wahrscheinlich genau

wie Niclas, der, wenn er in der Kita ist, keine Chance auf

schlechte Laune hat, selbst wenn er mal mit dem linken

Bein aufgestanden ist: „Bei der Interaktion mit den Kindern

vergeht das schnell. Die Kinder versprühen so viel

gute Laune.“ Niclas Nürenberg ebenfalls. Seinen guten

Draht zu Kindern hat die Kita-Leitung schnell erkannt:

„Niclas kam am Tag 1 an und die Kinder flogen sofort auf

ihn. Man kann schon sagen, er ist ein geborener Erzieher.“

Die Kita auf dem Propsteigelände in der malerischen Belecker

Altstadt wurde 1969 eingeweiht. Dort, wo jetzt die

Zwei- bis Sechsjährigen fröhlich toben, stand bis 1967 eine

alte Scheune, von der jetzt noch der Baukörper und das

Dach erhalten sind. Sprichwörtlich unter diesem Dach

fördert das Kita-Team Fantasie und Kreativität der Kinder,

stärkt ihr Selbstvertrauen und ihre Selbständigkeit.

Auf Sprachförderung legt man hier großen Wert und auf

musikalische Früherziehung. Eine zertifizierte Liedergartenlehrerin

unterrichtet die zwei- bis dreijährigen Kinder.

Bewegung ist ebenfalls ein wichtiger Part der Erziehung.

Es wird oft draußen gespielt, auf dem Spielplatz, in Feld,

Wald und Wiese.

Neben diesen wichtigen Aspekten vermittelt das Erzieherteam

der Kita St. Pankratius auch die christlichen Werte

und die Bedeutung des Glaubens an die Kinder.

Niclas übernimmt - zusammen mit seiner Praxisanleitung

- die Turnstunden mit den Kindern. Verwaltungsarbeit

gehört auch zum Job und die Gespräche mit den Eltern,

bei denen diese über die Entwicklung ihres Kindes informiert

werden.

Dass Erzieher eigentlich ein frauentypischer Beruf ist,

war für Niclas Nürenberg nie ein Problem: „Als ich noch

im Büro gearbeitet hatte, habe ich schon mal zu meinen

Kumpels gesagt, dass ich das gern machen würde. Und sie

haben mich alle in der Entscheidung bestärkt. Ich habe

immer nur Zuspruch erfahren.“

Leider gibt es noch immer nur sehr wenige Männer in seinem

Beruf. Dazu Aileen Lorenz: „Es ist so, dass fast jeder es

akzeptiert und auch gut findet, dass es männliche Erzieher

gibt. Trotzdem können sich das viele noch nicht für sich

selbst vorstellen.“ So sieht es auf jeden Fall aus, wenn man

einen Blick in die von Frauen dominierten Klassenräume

wirft.“ Auch Niclas plädiert dafür, dass mehr Männer den

Beruf des Erziehers erlernen: „Ich würde den Leuten, die

schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, Erzieher zu

werden, unbedingt zu diesem Beruf raten. Wenn man darauf

Lust hat, sollte man den Schritt wagen. Man hat viele

positive Erlebnisse und es macht sehr viel Spaß.“ ■

Katholische Kindertageseinrichtungen

Siegerland-Südsauerland gem. GmbH