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WOLL Elternratgeber Ausbildung + Karriere 2022/2023 HSK

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Sonderausgabe<br />

Sonderausgabe<br />

<strong>Elternratgeber</strong><br />

<strong>Elternratgeber</strong><br />

<strong>2022</strong>/<strong>2023</strong><br />

<strong>2022</strong>/<strong>2023</strong><br />

Worte, Orte, Land und Leute.<br />

<strong>Elternratgeber</strong><br />

Über 380<br />

<strong>Ausbildung</strong>splatzangebote<br />

im Heft<br />

<strong>HSK</strong><br />

<strong>Ausbildung</strong> + <strong>Karriere</strong><br />

<strong>2022</strong>/<strong>2023</strong><br />

Praktikum?<br />

<strong>Ausbildung</strong>?<br />

FSJ?<br />

Duales<br />

Studium?<br />

Der <strong>Elternratgeber</strong> zur<br />

Berufsorientierung und<br />

<strong>Ausbildung</strong>splatzsuche<br />

<strong>WOLL</strong> - mit Herz und Hand von


STARTE JETZT DEINE AUSBILDUNG BEI UNS<br />

Alexander<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Werkzeugmechaniker<br />

Anna-Lena<br />

<strong>Ausbildung</strong> zur Industriekauffrau<br />

David<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Verfahrensmechaniker<br />

Daniel<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Elektroniker<br />

WERDE TEIL UNSERES TEAMS<br />

Gerne bieten wir jungen Menschen die Möglichkeit, durch eine praxisnahe Berufsausbildung mit abwechslungsreichen<br />

Aufgaben einen guten Start in das Berufsleben zu finden. Eine erfolgreich abgeschlossene <strong>Ausbildung</strong> kann darüber<br />

hinaus weitere <strong>Karriere</strong>chancen in unserem Unternehmen eröffnen.<br />

Wir bilden seit vielen Jahren junge Menschen in kaufmännischen und technischen Berufen aus:<br />

- Industriekaufmann/ Industriekauffrau<br />

- Betriebswirt VWA/ Bachelor of Arts<br />

- Fachinformatiker Systemintegration<br />

- Werkzeugmechaniker<br />

- Verfahrensmechaniker für<br />

Kunststoff- und Kautschuktechnik<br />

- Zerspanungsmechaniker<br />

- Mechatroniker<br />

- Elektroniker<br />

- Industriemechaniker<br />

- Fachkraft für Lagerlogistik<br />

Um mehr über deine Berufsziele zu erfahren, kannst du dich auch gerne für ein Schülerpraktikum bei uns bewerben.<br />

HÜSTENER STR. 43-45<br />

59846 SUNDERN/ SAUERLAND<br />

TELEFON +49 2933 9747-144<br />

BEWERBUNG@LUEBKE-VOGT.DE<br />

WWW.LUEBKE-VOGT.DE


Dirk Bannenberg<br />

Herausgeber<br />

Liebe Eltern,<br />

Paul Senske<br />

Chefredakteur<br />

Vanessa Schulte<br />

Projektleiterin<br />

Sie sind der erste Ansprechpartner, wenn Ihr Kind die ger, auch Gewerkschaften, Handwerkskammern, IHKs<br />

Schule abschließt und vor der (lebens-) entscheidenden und Unternehmensverbände setzen sich mit Nachdruck<br />

Frage steht, was es jetzt machen soll. Um Ihr Kind dann dafür ein.<br />

bestens beraten zu können, müssen Sie sich vorab natürlich<br />

selbst informieren. Dazu können Sie sich entspre-<br />

keine Kritik an der Entscheidung zu einem Studium. Des-<br />

Das Fürsprechen für eine Duale <strong>Ausbildung</strong> ist allerdings<br />

chende Fachliteratur besorgen und/oder viele Internetseiten<br />

durchkämmen und Stellenanzeigen durchforsten. Das Fachbereich Ihr Kind eine akademische Laufbahn einhalb<br />

zeigen wir auch einige Wege auf, wo und in welchem<br />

kann sehr, sehr zeitaufwändig, manchmal auch überflüssig schlagen kann. Interessant war es zu erfahren, wie viele<br />

sein.<br />

Studiengänge auch ohne Abitur möglich sind. Denn nach<br />

Jetzt halten Sie unseren <strong>Elternratgeber</strong> in der Hand – und dem Abschluss einer Berufsausbildung kann es in viele<br />

sind damit auf dem besten Weg. Zwar können Sie Ihrem Richtungen weitergehen.<br />

Kind die Entscheidung der Berufswahl nicht abnehmen Ausgerüstet mit unseren Informationen über finanzielle<br />

- die muss es noch immer selbst fällen - aber mit Hilfe Aussichten, den Fachkräftebedarf, die Situation auf dem<br />

dieser Lektüre und gemeinsamen Gesprächen können Sie <strong>Ausbildung</strong>smarkt u.v.m. werden Sie als Eltern zum besten<br />

Ratgeber für Ihr Kind und können, wie es die Schul-<br />

ihm die Entscheidung auf jeden Fall erleichtern.<br />

Nachdem wir schon mit dem ersten <strong>Elternratgeber</strong> vielen psychologin Dr. Jutta Padberg beschreibt, „den Jugendlichen<br />

Schritt für Schritt in die Lage versetzen, selbst zu<br />

Eltern und Jugendlichen bei dieser wichtigen Entscheidung<br />

helfen konnten, haben wir uns dazu entschieden, entscheiden“. Denn darum geht es.<br />

eine weitere Ausgabe herauszubringen. Was ist neu? Zum<br />

Beispiel unser gut sortiertes Stellenverzeichnis. In unserem Wir wünschen Ihnen viel Freude an<br />

Magazin finden Sie nicht nur umfangreiche Informationen<br />

zu verschiedenen Berufen, sondern auch die passen-<br />

einen guten Start in das Berufsleben.<br />

unserem Magazin und Ihrem Kind<br />

den Jobangebote.<br />

Bei unseren Recherchen hat sich ganz klar herauskristallisiert,<br />

dass es – unbedingt - eine gute Entscheidung ist, eine<br />

www.imsauerland.de/elternratgeber<br />

Duale <strong>Ausbildung</strong> zu machen. Dafür plädiert nicht nur<br />

unsere Bundesbildungsministerin Bettina Stark Watzin-Kontakt:<br />

Dirk Bannenberg<br />

Paul Senske<br />

Vanessa Schulte<br />

redaktion-woll@axo.media<br />

www.imsauerland.de/elternratgeber<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 3


Inhalt<br />

Praktikum?<br />

<strong>Ausbildung</strong>?<br />

FSJ?<br />

Duales<br />

Studium?<br />

ELTERNINFORMATIONEN<br />

06 Junge Menschen in <strong>Ausbildung</strong> bringen<br />

10 <strong>WOLL</strong> wirkt!<br />

14 Schulpsychologin Dr. Jutta Padberg<br />

17 Eltern: Akademiker, Sohn: Handwerker<br />

20 Podcast "Orientierbar"<br />

22 Studieren vor der Haustür - FH Südwestfalen<br />

26 Azubi für Azubis<br />

28 Handwerkskammerpräsident Hendrik Schmitt<br />

30 Gap Year Südwestfalen<br />

32 Wollen Sie die Stelle oder Ihr Kind?<br />

34 Studienausstieg als Chance<br />

35 Hier schlägt das Herz des Handwerks<br />

56 Lohnender Besuch auf <strong>Ausbildung</strong>smessen<br />

58 Digitalisierung<br />

60 Freie <strong>Ausbildung</strong>splätze im <strong>HSK</strong><br />

62 Die <strong>Ausbildung</strong>ssituation<br />

72 Vom Stift zum Azubi<br />

102 <strong>Ausbildung</strong>sbegleiter Lothar Molin<br />

106 Förderprogramm "Erasmus +"<br />

112 Wissen aufsaugen und was daraus machen<br />

114 Deutscher Qualifikationsrahmen<br />

121 Das ZDI Netzwerk <strong>HSK</strong><br />

122 Zweiter Bildungsweg ist eine zweite Chance<br />

148 Die Facetten des Praktikums<br />

172 Wie wird man eigentlich...<br />

174 KAOA<br />

176 Wo willst du was studieren?<br />

178 <strong>Ausbildung</strong>sbotschafter<br />

180 Schulverweigerer verlieren Lebenschancen<br />

182 Geld ist längst nicht alles<br />

184 Auszubildene starten in eine neue Ära<br />

185 Fachkräftebedarf in Südwestfalen<br />

FIRMENPORTRAITS<br />

12 FALKE<br />

24 Sterne im Sauerland<br />

27 Josefsheim Bigge<br />

66 Zimmermann Haus<br />

67 Trippe<br />

70 Hans Müller GmbH<br />

84 LWL Klinik Lippstadt<br />

86 Maria-Hilf Krankenhaus Brilon<br />

92 Sorpetaler Fensterbau<br />

98 M. Busch<br />

100 Franz Miederhoff<br />

118 NP Germany<br />

119 Olsberg GmbH<br />

127 H&T Tool-Design<br />

132 ITH Schraubtechnik<br />

138 Briloner Leuchten<br />

143 AUDAX<br />

164 Spedition Häger<br />

168 Gemeindeverband Mitte<br />

ALLGEMEINES<br />

03 Vorwort<br />

04 Inhalt<br />

186 Impressum<br />

34 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong><br />

<strong>2022</strong>


3<br />

1<strong>Elternratgeber</strong><br />

selbst lesen<br />

2Berufswunsch<br />

mit Ihrem Kind<br />

ausgiebig<br />

besprechen<br />

Anzeigen und<br />

Firmenportraits<br />

gemeinsam<br />

studieren<br />

BERUFSFELDER<br />

BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG<br />

64 <strong>Ausbildung</strong> zum Stuckateur<br />

68 <strong>Ausbildung</strong> zum Geomatiker<br />

ELEKTROTECHNIK<br />

74 <strong>Ausbildung</strong> zum Elektroniker<br />

PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION<br />

78 Endlich kein Schulgeld mehr<br />

80 Traumberuf Kinderkrankenpfleger<br />

82 Mit Pferdestärke heilen<br />

86 Pflege dual<br />

88 Pflegen lernen im Sauerland<br />

PRODUKTION UND FERTIGUNG<br />

90 Lehre als Gießereimechaniker<br />

94 Produktionstechnologe<br />

96 "Mit dem Studium reift man extrem"<br />

98 Zerspanungsmechaniker<br />

100 Werkzeugmechaniker<br />

111 Junge Menschen mit technischem<br />

Interesse gesucht<br />

118 Hight-Tech Produkte<br />

119 Mittendrin sein - in jeder Hinsicht<br />

124 "Wir wollten das schaffen"<br />

METALL UND MASCHINENBAU<br />

127 Sprungbrett Technik<br />

128 Ein Paradebeispiel für Integration<br />

132 ITH verbindet <strong>Karriere</strong>n<br />

WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL<br />

134 <strong>Ausbildung</strong> zum Industriekaufmann<br />

138 Let your Talent shine - Briloner Leuchten<br />

140 Von Beruf Polizistin<br />

142 Sparen oder auf den Kopf hauen? Das erste Gehalt<br />

143 <strong>Ausbildung</strong> in der Steuerkanzlei<br />

144 Einzelhandel bietet glänzende Chancen<br />

LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT<br />

146 Hendrik wird Forstwirt<br />

GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG<br />

150 Vielfältiges Lernen in Hotellerie und Gastronomie<br />

NATURWISSENSCHAFT UND LABOR<br />

154 Die rechte Hand des Apothekers<br />

KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN<br />

157 Studiengang Design- und Projektmanagement<br />

COMPUTER UND IT<br />

161 <strong>Ausbildung</strong> zum Informatiker<br />

171 <strong>Ausbildung</strong> zum Gamedesigner<br />

VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK<br />

162 <strong>Ausbildung</strong> zur Fachkraft für Lagerlogistik<br />

164 Häger bewegt die Zukunft<br />

SOZIALES UND PÄDAGOGIK<br />

166 Hubertus Gossmann vom Berufskolleg in Soest<br />

168 <strong>Ausbildung</strong> zum Erzieher<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 54


Adobe Stock<br />

Rund 330 <strong>Ausbildung</strong>sberufe: Plädoyer für die duale <strong>Ausbildung</strong><br />

JUNGE MENSCHEN IN<br />

AUSBILDUNG BRINGEN<br />

Es<br />

ist ein eindringliches Plädoyer: „Jeder<br />

junge Mensch, der ohne <strong>Ausbildung</strong> bleibt,<br />

ist einer zu viel. Unser Ziel ist es, deutlich<br />

mehr junge Menschen in <strong>Ausbildung</strong> zu bringen“, sagte<br />

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger<br />

Ende letzten Jahres bei der Präsentation der <strong>Ausbildung</strong>smarktbilanz<br />

2021, die mit 473.100 neuen Verträgen<br />

eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr<br />

aufweist. Die Zahl der noch offenen <strong>Ausbildung</strong>sstellen<br />

stieg aber um gut fünf Prozent auf 63.200. „Mich<br />

besorgt, dass Betriebe weiterhin von Schwierigkeiten<br />

bei der Besetzung ihrer <strong>Ausbildung</strong>sstellen berichten“,<br />

so die FDP-Ministerin, die selbst in einer Handwerker-Familie<br />

in Bad Soden (Taunus) aufgewachsen ist.<br />

In der Tat: Der Arbeitsmarkt ist - auch wenn Corona die<br />

Tendenz abgeschwächt hat – aufnahmefähig wie seit Jahrzehnten<br />

nicht. Das gilt auch und besonders für unsere<br />

Region mit der starken industriellen und handwerklichen<br />

Infrastruktur und über 100 Weltmarktführern. Allein der<br />

Blick auf die Stellenangebote zeigt: Die Arbeitgeber buhlen<br />

buchstäblich um Nachwuchs mit einer dualen <strong>Ausbildung</strong>.<br />

Die Verhältnisse haben sich umgekehrt: Noch<br />

vor rund 20 Jahren hatten es Schulabgänger schwer, einen<br />

<strong>Ausbildung</strong>splatz zu bekommen. Heute findet eine Vielzahl<br />

an Betrieben keine Kandidaten mehr oder sie müssen<br />

auf die „Wartebank“, ehe sie vor allem geeignete Bewerberinnen<br />

und Bewerber finden. Die Folgen sind volkswirtschaftlich<br />

groß: „Fehlende Auszubildende von heute sind<br />

der Fachkräftemangel von morgen. Unser Land braucht<br />

schon heute dringend mehr Fachkräfte“, betont die Bundesbildungsministerin.<br />

„Ich kann jungen Menschen daher<br />

nur raten, die Chance einer <strong>Ausbildung</strong> zu ergreifen.“<br />

6 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Foto: Adobe Stock_300103402<br />

Paul Senske<br />

Berufliche Orientierung hat die Schulen<br />

lebensnäher gemacht<br />

Mit diesem Appell ist Stark-Watzinger nicht allein. Unternehmensverbände,<br />

Gewerkschaften, Handwerkskammern,<br />

IHks, um nur einige Player zu nennen, nehmen<br />

sich mit Nachdruck dieses Themas an. Das gilt auch für<br />

die Schulen wie die in NRW mit der Initiative „Kein<br />

Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf<br />

(KAoA)“. Diese berufliche Orientierung hat die Schulen<br />

lebendiger und vor allem lebensnäher gemacht.<br />

Dennoch ist die Zahl der Schüler, die ein Studium beginnen,<br />

weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Bundesinstitut<br />

für Berufsbildung hatte vor Jahren einen wachsenden<br />

Mangel an Azubis und einen deutlichen Überhang<br />

an Akademikern prognostiziert. Auch wenn die Zahlen<br />

schwanken und Prognosen eben nur „Prognosen“ sind: Im<br />

Zeitraum 2020 - 2030, so das Institut, könnten rund vier<br />

Millionen Arbeitsplätze der nicht-akademischen Fachkräfte<br />

nicht wieder besetzt werden. Demgegenüber werde<br />

der Bedarf an Akademikern weit übertroffen. Diese<br />

Prognosen decken sich in etwa mit Schätzungen anderer<br />

Institute und Einrichtungen. Eine mögliche Folge: Das<br />

Wirtschaftswachstum könnte (dramatisch) einbrechen<br />

mit Konsequenzen für den Standort Deutschland. Andreas<br />

Rother, der Präsident der IHK Hellweg-Sauerland,<br />

hatte zuletzt im <strong>WOLL</strong>-Interview klargestellt, „dass wir<br />

in der Wirtschaft im Verhältnis einen Akademiker und<br />

zehn Facharbeiter benötigen. Dabei machen 50 Prozent<br />

der Jugendliche Abitur und studieren. Die <strong>Ausbildung</strong><br />

muss jungen Menschen auch Spaß machen.“<br />

„Akademisierungswahn“<br />

In der Wirtschaft wird zunehmend von einem „Akademisierungswahn“<br />

gesprochen. Der Münchner Philosoph<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 7


Julia Nida-Rümelin hatte schon vor Jahren darauf hingewiesen<br />

und mit dieser Formulierung für Gesprächsstoff<br />

gesorgt. Anders ausgedrückt: Die duale <strong>Ausbildung</strong> mit<br />

immerhin rund 330 anerkannten <strong>Ausbildung</strong>sberufen hat<br />

offensichtlich ein Imageproblem. Hintergrund ist eine -<br />

so Bildungsexperten - lange einseitig geführte Bildungsdebatte:<br />

Dabei geht es auch und besonders um Wertmaßstäbe:<br />

„Heutzutage befinden sich viele Eltern in dem<br />

Irrglauben, nur ein Studium sichere ihren Sprösslingen<br />

eine gute Startposition ins Berufsleben“, hatte Dorothea<br />

Siems, promovierte Volkswirtin und Chefökonomin der<br />

„WELT“ in einem Beitrag Mitte 2018 geschrieben. „Fast<br />

jedem zweiten jungen Erwachsenen steht die Hochschule<br />

offen. Häufig allerdings folgt später der Realitätsschock.<br />

Denn das Abitur bedeutet zwar eine Studienberechtigung,<br />

aber anders als früher keineswegs immer auch die Studienbefähigung.“<br />

Durch den Trend zum Studium habe die<br />

klassische <strong>Ausbildung</strong> zunehmend an Ansehen verloren.<br />

Festzustellen ist zudem, dass die Betriebe bei der Rekrutierung<br />

der Auszubildenden nicht nur gegenüber den Universitäten<br />

Probleme haben. Auch die Berufsfachschulen mit<br />

ihrer meist dreijährigen <strong>Ausbildung</strong> des Nachwuchses zu<br />

Pflegefachkräften oder Erziehern erfahren immer mehr an<br />

Akzeptanz, der Fachkräftemangel in diesen vorwiegend<br />

sozialen Berufen ist immens. Zudem geht auch die Akademisierung<br />

besonders im Handwerkerbereich voran, ein<br />

Bachelor-Abschluss ist eine nicht seltene Voraussetzung.<br />

Extratipp zur Berufsfindung<br />

„Wir wollen eine Exzellenzinitiative Berufliche<br />

Bildung auf den Weg bringen“ (Bundesbildungsministerin<br />

Bettina Stark-Watzinger)<br />

„Das Studium ist keineswegs der einzige Weg.<br />

Bildung hat viele Facetten“ (Dorothea Siems,<br />

Chefkorrespondentin für Wirtschaft und Politik<br />

der WELT)<br />

Unabhängig von diesem Konkurrenzkampf ist und bleibt<br />

die duale <strong>Ausbildung</strong> mit Schule und Berufspraxis ein<br />

Erfolgsmodell. Sie gehört zu den Stärken des deutschen<br />

Bildungssystems. Eine Folge, so Arbeitsmarktexperten, ist<br />

die extrem niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Ein Vergleich:<br />

Großbritannien mit zwei Spitzenuniversitäten, einer wesentlich<br />

höheren Akademikerquote als Deutschland, hat<br />

bei ähnlichen ökonomischen Bedingungen eine deutlich<br />

höhere Jugendarbeitslosigkeit. Nicht nur im europäischen<br />

Ausland zeichnet sich die Tendenz ab, das deutsche duale<br />

Berufssystem zumindest in Grundzügen zu etablieren.<br />

Ein wesentliches, insbesondere soziales Kriterium kommt<br />

in der Bundesrepublik hinzu: Hier erhalten auch lernschwache<br />

Jugendliche eine Chance. Viele Unternehmen<br />

bereiten diese jungen Menschen u. a. durch Nachhilfekurse<br />

auf die Lehrzeit vor. Auch Sozialarbeiter stehen bereit.<br />

Die angehenden Lehrlinge werden in diesem Übergangssektor<br />

für die <strong>Ausbildung</strong> vorbereitet. Insgesamt zeichnet<br />

sich folgende Tendenz ab: Unternehmen begreifen sich<br />

auch als Bildungsstätten mit lebenslangem Lernen in<br />

Theorie und Praxis.<br />

8 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Auslandsaufenthalte bringen Vorteile, gerade vor dem<br />

Hintergrund der Globalisierung, die auch den deutschen<br />

Mittelstand zunehmend betrifft.<br />

Viel diskutiert wird auch die Frage: Wer verdient später<br />

mehr, ein Facharbeiter oder ein Akademiker? „Ein akademischer<br />

Abschluss bietet keinesfalls die Gewähr dafür,<br />

dass man später ein höheres Einkommen oder einen krisenfesteren<br />

Beruf hat“, betont WELT-Chefökonomin Dorothea<br />

Siems. „Ein Facharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie<br />

verdient im Lauf der Jahre rund 55.000 Euro“,<br />

sagt Dr. Volker Verch, Geschäftsführer des heimischen<br />

Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte und spricht von<br />

„auskömmlichen Einkommen“ in dieser Branche. Insgesamt<br />

bleibt aber zu konstatieren, dass man mit einer akademischen<br />

<strong>Ausbildung</strong> später in „höhere Positionen mit<br />

entsprechendem Verdienst“ kommen kann. Auch die Einstiegsgehälter<br />

sind in der Regel höher.<br />

Foto: Adobe Stock_288563548<br />

Was vielen Jugendlichen besonders gefüllt, ist die frühe<br />

Einbindung der Praxis, in der sich gerade lernschwache<br />

Azubis wohl fühlen. Die Schulexperten der Arnsberger<br />

Bezirksregierung sind sich einig: Es gibt niemanden, der<br />

nichts kann. Es gibt nur den individuellen Weg. Egbert<br />

Neuhaus, Chef des Unternehmensverbandes Westfalen-<br />

Mitte mit Sitz in Neheim und Hamm, bezeichnet die soziale<br />

Verantwortung so: „Die soziale Herkunft darf kein<br />

Kriterium sein.“<br />

In der Politik hat man die Zeichen der Zeit erkannt: „Die<br />

Bundesregierung wird ihren Beitrag leisten, dass sich mehr<br />

Jugendliche für eine <strong>Ausbildung</strong> entscheiden“, erklärt Bundesbildungsministerin<br />

Stark-Watzinger. „So wollen wir<br />

eine Exzellenzinitiative Berufliche Bildung auf den Weg<br />

bringen, um <strong>Ausbildung</strong> deutlich attraktiver zu machen.<br />

Darüber hinaus wollen wir einen Pakt zur Stärkung und<br />

Modernisierung berufsbildender Schulen auflegen und<br />

die Berufsorientierung flächendeckend ausbauen.“ Mit der<br />

Exzellenzinitiative sollen die besten Ideen zur Zukunft der<br />

beruflichen Bildung mit hochrangigen Auszeichnungen<br />

und mehrjährigen Zuschüssen gefördert werden.<br />

Übrigens: 2005 war eine Exzellenzinitiative des Bundes<br />

und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung<br />

ins Leben gerufen worden. Das Studium als ein<br />

Weg zu einer hohen beruflichen Qualifizierung. „Das<br />

Studium ist aber keineswegs der einzige Weg“, erklärt Dorothea<br />

Siems. „Bildung hat viele Facetten.“ Dazu gehört<br />

auch die duale berufliche <strong>Ausbildung</strong>. ■<br />

Ein starkes Kriterium beim Plädoyer für die duale berufliche<br />

<strong>Ausbildung</strong> ist die Möglichkeit, sich weiterzubilden.<br />

Die Berufsausbildung, in der die Jugendlichen schon früh<br />

Geld verdienen, ist eine sehr gute Basis, um später die<br />

<strong>Karriere</strong>leiter zu erklimmen. Es gibt viele Optionen. Auch<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 9


<strong>WOLL</strong> WIRKT!<br />

Matthias Koprek<br />

Annkristin Brunnert wurde durch den <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong><br />

auf den <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb aufmerksam.<br />

Als Annkristin von der Schule heimkehrt, zeigt<br />

ihre Mutter ihr einen Artikel im <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong><br />

<strong>Ausbildung</strong> + <strong>Karriere</strong>. Das Magazin<br />

wurde bereits kurz nachdem der Postbote es ins<br />

Haus gebracht hat, eifrig studiert. Annkristins Mutter<br />

deutet auf einen Artikel, in dem Andrea Kemper von<br />

ihrer <strong>Ausbildung</strong> als Zerspanungsmechanikerin bei<br />

IMI Hydronic Engineering in Erwitte berichtet. „Hier<br />

kannst du dich doch auch mal bewerben!“ – mit diesen<br />

Worten nahm alles seinen Lauf.<br />

<strong>Ausbildung</strong> statt Abitur<br />

Annkristin wusste da schon, was sie wollte. „Ich habe<br />

versucht mein Abitur zu machen, in der 11. Klasse aber<br />

festgestellt, dass das nichts für mich ist. Ich wollte eine<br />

<strong>Ausbildung</strong> zur Zerspanungsmechanikerin machen und<br />

eigenes Geld verdienen, da kam der Artikel gerade gelegen“,<br />

erzählt sie.<br />

Obwohl Annkristin da schon unzählige Bewerbungen geschrieben<br />

hatte und durch ihren Abgang vom Gymnasium<br />

spät dran war, klappte nach der Bewerbung bei IMI alles<br />

wie am Schnürchen. Sie wurde zum Vorstellungsgespräch<br />

eingeladen und hat am Einstellungstest teilgenommen.<br />

Nach einem zweiten Gespräch erhielt sie die Zusage für<br />

ihren Wunsch-<strong>Ausbildung</strong>splatz. In den Sommerferien<br />

machte sie vorab ein zweiwöchiges Praktikum und konnte<br />

dabei bereits tiefer in ihr zukünftiges Tätigkeitsfeld eintauchen.<br />

„Der Beruf der Zerspanungsmechanikerin ist ziemlich<br />

deckungsgleich mit dem des Industriemechanikers. Man<br />

lernt in der <strong>Ausbildung</strong> dasselbe. Nach der <strong>Ausbildung</strong> befassen<br />

sich Zerspanungsmechaniker aber eher mit CNC-<br />

Maschinen und müssen dafür auch Programme schreiben.<br />

Das finde ich wirklich spannend und freue mich schon<br />

darauf“, erklärt Annkristin.<br />

„Ich will etwas mit meinen Händen schaffen“<br />

Ihre Lieblingsbeschäftigung ist bisher das Drehen. „Ich<br />

stehe vor einer riesengroßen Maschine, spanne dort mein<br />

Metallteil in das Futter ein und starte die Maschine. Das<br />

Teil dreht sich dann sehr schnell und ich kann es mit verschiedenen<br />

Bearbeitungsstählen formen. Im Moment bin<br />

ich dabei, einen Fernsehturm zu drehen“, beschreibt Annkristin<br />

ihre Aufgabe in der Dreherei. „Mein Dreher kann<br />

wirklich richtig gut erklären und hilft mir bei allen Schritten.<br />

Das macht Spaß!“<br />

Für Annkristin war klar: „Ich möchte nicht jeden Tag dasselbe<br />

machen und etwas mit meinen Händen schaffen.“<br />

Dank <strong>WOLL</strong> hat sie dafür nicht nur den richtigen <strong>Ausbildung</strong>sberuf,<br />

sondern auch den passenden <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb<br />

gefunden. ■<br />

10 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Dauer Art Gehalt (rd.) Voraussetzug Status<br />

Verwaltungswirt*in 2 Jahre <strong>Ausbildung</strong> 1.300 € Fachoberschulreife Beamte*r<br />

Regierungsinspektor*in (LL.B.) 3 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r<br />

Verwaltungsfachangestellte*r 3 Jahre <strong>Ausbildung</strong> 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r<br />

Fachinformatiker*in 3 Jahre <strong>Ausbildung</strong> 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r<br />

Verwaltungsinformatiker*in (B. A.) 3 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r<br />

Verwaltungsinformatiker*in (B. Sc.) 4 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r<br />

Vermessungstechniker*in 3 Jahre <strong>Ausbildung</strong> 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 11


12 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 13


Berufs- und <strong>Ausbildung</strong>swahl<br />

als Thema für die Schulpsychologie<br />

„Den Jugendlichen Schritt für Schritt<br />

in die Lage zu versetzen, selbst zu<br />

entscheiden - darum geht es.“<br />

Christel Zidi<br />

Vanessa Schulte<br />

Auch, wenn bei der Arbeit der Schulpsychologen<br />

die Frage nach der <strong>Ausbildung</strong>swahl<br />

nur selten im Mittelpunkt steht, haben sie<br />

bei der Vorbereitung doch eine wichtige Funktion.<br />

Dr. Jutta Padberg, seit 2014 Leiterin der Regionalen<br />

Schulberatungsstelle für den Hochsauerlandkreis, hat<br />

uns von ihren Erfahrungen berichtet.<br />

„Schulpsychologische Beratung ist nicht Berufsberatung“,<br />

stellt die Schulpsychologin denn auch gleich zu Beginn<br />

klar. „Wir Schulpsychologen beraten gemeinsam mit<br />

Lehrkräften und Eltern eher über Fragen wie: Wie können<br />

Schülerinnen und Schüler gestärkt und unterstützt<br />

werden? Wie können hilfreiche Bedingungen für eine<br />

möglichst gesunde Entwicklung geschaffen werden? Wie<br />

helfen wir jungen Menschen dabei, Lernmotivation beizubehalten<br />

und die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters<br />

zu bewältigen? Was braucht es, wenn der Prozess der<br />

Berufsfindung in einer Sackgasse gelandet ist? Mit „wir“<br />

schließt Dr. Jutta Padberg die Fachkräfte der Schulsozialarbeit<br />

ein, die an vielen Schulen tätig sind und die die<br />

Schüler nicht benoten müssen. In der Beratungsstelle steht<br />

nur selten die konkrete Frage nach einer bestimmten <strong>Ausbildung</strong>swahl<br />

im Mittelpunkt. „Hier sind andere Akteure<br />

gefragt und auch näher an der Thematik. Schülerinnen<br />

und Schüler finden in ihren Schulen in der Regel gute<br />

Angebote und Ansprechpartner, z. B. auch die Koordinatorinnen<br />

und Koordinatoren für Berufliche Orientierung,<br />

die an jeder Schule benannt sind.“<br />

14 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


„Lehrkräfte unterstützen Kinder und Jugendliche<br />

darin, eine Art ‘Wissen über sich selbst’<br />

zu gewinnen“<br />

„Der schulische Unterstützungsbeitrag zur Berufswahl hat<br />

sich in den vergangenen Jahren systematisch weiterentwickelt“,<br />

so Dr. Padberg. „Das Ziel ‚Kein Abschluss ohne<br />

Anschluss’ wird durch das landesweite Übergangssystem<br />

Schule-Beruf flächendeckend verfolgt. Schüler aller Schulformen<br />

und Schulen in NRW können somit durch Potentialanalysen,<br />

Berufsfelderkundung und Praktika Schritt<br />

für Schritt herausfinden, worin die eigenen Stärken und<br />

Neigungen bestehen und in welchen Berufsbereich diese<br />

Stärken möglicherweise besonders gut eingesetzt werden<br />

können.“<br />

Zunächst einmal geht es allerdings oft darum, die Lust<br />

der Jugendlichen an der Berufsorientierung zu wecken<br />

und ihre Berufswahlkompetenz zu fördern: „Lehrkräfte<br />

unterstützen Kinder und Jugendliche auch unabhängig<br />

von konkreten Berufswahlprojekten und schon früh im<br />

schulischen Alltag durch persönliche, stärkenorientierte<br />

Rückmeldungen darin, eine Art ‚Wissen über sich selbst’<br />

zu gewinnen und zu erkennen, wo andere sie als kompetent<br />

und bereichernd wahrnehmen.“<br />

Damit sie dies später mit dem Wissen über bestimmte Berufe<br />

zusammenbringen können, ist es wichtig, so die Schulpsychologin,<br />

„dass die Jugendlichen sich als selbstwirksam<br />

erleben, also grundsätzlich die Erfahrung machen,<br />

handlungsfähig zu sein, gute Entscheidungen treffen und<br />

auch mit kleinen Rückschlägen umgehen<br />

zu können. Diese Erfahrungen<br />

werden<br />

Dr. Jutta Padberg ist Leiterin der Regionalen<br />

Schulberatungsstelle für den Hochsauerlandkreis<br />

gleichermaßen über Kindheit und Jugend hinweg<br />

in Schule und Elternhaus gemacht.“ Grundsätzlich<br />

ergänzen sich dabei zwei „Expertensysteme“:<br />

„Lehrkräfte bringen ihr pädagogisches Wissen und ihre<br />

Erfahrung mit vielen Jugendlichen in Gruppen- und<br />

Leistungssituationen in die Begleitung der Schülerinnen<br />

und Schüler ein. Zusammengeführt wird dies mit den<br />

Beobachtungen und Einschätzungen der Eltern, die immer<br />

Experten für ihr eigenes Kind sind. Beides zusammen<br />

kann eine hilfreiche Ausgangsbasis für die Jugendlichen<br />

sein, sich mit den nicht immer einfach zu überblickenden<br />

Möglichkeiten auf dem Berufs- und <strong>Ausbildung</strong>smarkt<br />

auseinanderzusetzen.“<br />

Eltern als „Expertinnen und Experten für ihr Kind“<br />

Neben den schulischen Unterstützungsstrukturen und<br />

Expertinnen kommt den Eltern der Jugendlichen als<br />

„Experten für ihr Kind“ also eine besondere Bedeutung<br />

zu. Sie sind in dieser Phase wichtige „Prozessbegleiter“ für<br />

ihr Kind. „Das heißt, dass sie nicht die Entscheidung über<br />

den geeigneten Beruf oder <strong>Ausbildung</strong>splatz treffen, sondern<br />

als Unterstützer ihrem Kind helfen, die Rahmenbedingungen<br />

zu schaffen, die es braucht, um eine gute Entscheidung<br />

treffen zu können“, so Jutta Padberg.<br />

Diese Unterstützung kann sich z. B. auf den informationellen<br />

Bereich beziehen (Woher kannst Du notwendige<br />

Informationen bekommen? Wen könntest Du fragen?<br />

Wie kannst Du mit Schwierigkeiten auf diesem Weg<br />

umgehen?), aber auch ganz praktisch instrumentellermaterieller<br />

Natur sein (Ich fahre Dich zum Praktikum,<br />

helfe Dir dabei, Unterlagen zusammenzustellen, vermittle<br />

Dir einen Kontakt usw.). „Nicht zu unterschätzen ist darüber<br />

hinaus die emotionale Unterstützung durch die Eltern<br />

(Zuhören, über Sorgen sprechen können und Verständnis<br />

und Trost erfahren). Das gibt Jugendlichen<br />

Sicherheit, ebenso wie die Rückmeldungen der Eltern<br />

darüber, welche Stärke, Fähigkeiten und Bedürfnisse<br />

sie bei ihrem Kind sehen. Die Erfahrung, dass ihre<br />

Eltern ihnen die erfolgreiche Bewältigung der einzelnen<br />

Schritte zutrauen und gleichzeitig quasi die<br />

Leitplanken und manchmal den Anstoß dafür liefern,<br />

dass der Prozess weiter vorangeht, hilft. Den<br />

Jugendlichen Schritt für Schritt in die Lage zu versetzen,<br />

selbst zu entscheiden, darum geht es.“<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 15


„Nicht zu unterschätzen ist die<br />

emotionale Unterstützung der Eltern“<br />

(Dr. Jutta Padberg)<br />

„Der Druck, die beste Entscheidung treffen zu<br />

müssen, kann Unsicherheit auslösen“<br />

Eltern sind also wichtige Akteure in diesen Fragen. Dr.<br />

Padberg weiß, dass das Thema Berufswahl auch häufig<br />

eher von den Eltern als von den Jugendlichen angestoßen<br />

wird. Und zwar meistens dann, wenn die Kinder 14 bis 15<br />

Jahre alt sind: „Für viele Jugendliche scheint das Berufsleben<br />

dann noch weit entfernt zu sein. Die nächste Klassenarbeit<br />

ist konkret und drängend, die Frage, welchen der<br />

vielen potenziell zur Auswahl stehenden Berufe man in einigen<br />

Jahren oder einem Jahr ergreifen möchte, erscheint<br />

unkonkreter und schwerer zu greifen zu sein. Insbesondere<br />

dann, wenn viele Optionen offen zu stehen scheinen, kann<br />

der Druck, „die beste Entscheidung“ treffen zu müssen,<br />

Unsicherheit auslösen. Oft ist auch die Selbsteinschätzung<br />

darüber schwierig, welcher Beruf wirklich zu einem passt.<br />

Allerdings können wir hierbei nicht von „den“ Jugendlichen<br />

allgemein sprechen, denn unterschiedliche Jugendliche<br />

gehen den Prozess der<br />

Berufswahl selbstverständlich<br />

auch unterschiedlich an. Studien zu<br />

den Lebenswelten von Jugendlichen (wie die Sinus-Studie,<br />

2020) zeigen aber, dass es der Mehrzahl der Jugendlichen<br />

wichtig ist, einen Beruf zu haben, der Spaß macht und<br />

abgesicherte Lebensverhältnisse sowie Gesundheit und<br />

die Vereinbarkeit mit dem Privatleben ermöglicht – das<br />

ist den meisten Jugendlichen heute wichtiger als Status,<br />

Erfolg und Aufstieg. ■<br />

Die Beratungsstelle steht in gemeinsamer Trägerschaft<br />

von Land NRW und Hochsauerlandkreis,<br />

derzeit versorgen vier Schulpsycholog:innen<br />

und eine Lehrkraft alle Schulformen und Schulen<br />

im <strong>HSK</strong><br />

Zeit, das Richtige zu tun.<br />

Beim Bundesfreiwilligendienst haben alle die Chance, das Richtige zu tun:<br />

für Kinder und Jugendliche, für Flüchtlinge, Senioren, Menschen mit<br />

Behinderung, für Kultur, Sport, Integration und Umweltschutz.<br />

Seien Sie dabei!<br />

www.bundesfreiwilligendienst.de<br />

16 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


„HANDWERK<br />

IST MEIN<br />

DING“<br />

Eltern: Akademiker<br />

Sohn: Handwerker<br />

Sabina Butz<br />

Tom Linke<br />

F<br />

elix Wildermann, 17 Jahre<br />

alt, im zweiten Lehrjahr<br />

Auszubildender zum Anlagemechaniker<br />

für Sanitär-, Heizungs-<br />

und Klimatechnik strahlt<br />

und wiederholt gern seine Aussage:<br />

„Handwerk ist mein Ding“. Man<br />

nimmt es dem Sohn einer Lehrerin<br />

und eines Mitarbeiters des größten<br />

deutschen Bildungsunternehmens,<br />

ebenfalls studierter Lehrer, gern<br />

ab, zumal er offen und voller Engagement<br />

berichtet, wie es dazu kam:<br />

„Schon als Kind habe ich gern gebastelt<br />

und mich handwerklich beschäftigt,<br />

später am PC getüftelt und<br />

für IT interessiert. Meine Eltern fanden<br />

das erstaunlich, weil sie selber eher<br />

keine Tüftler und nicht hand werklich<br />

interessiert sind. Sie haben mich immer<br />

unterstützt und mir das Gefühl<br />

gegeben, meine Neigungen und<br />

Vorlieben seien etwas Wunderbares.<br />

Meine Eltern haben mir vorge lebt,<br />

dass Handwerk und akademische Bildung<br />

keine Gegensätze, sondern eine<br />

sich ergänzende Einheit bilden. Eine<br />

Wertung oder gar Abwertung des<br />

einen oder anderen Berufszweiges ist<br />

mir bis heute fremd!“<br />

Die beste <strong>Ausbildung</strong> für Kinder<br />

muss nicht die <strong>Ausbildung</strong> der<br />

Eltern widerspiegeln<br />

Diese Einstellung scheint nicht mit<br />

der Statistik deutscher Berufsausbildungen<br />

zu korrespondieren: Insgesamt<br />

gibt es 2021 ca. 2,94 Millionen<br />

Studierende in Deutschland und rund<br />

363.000 Auszubildende im Handwerk.<br />

Das Verhältnis von Studenten aus<br />

akademischen und nicht akademischen<br />

Elternhäusern nähert sich erfreulicherweise<br />

an. Aber die zugrunde<br />

liegenden Zahlen relativieren diese<br />

gute Nachricht, denn von 100 Grundschulkindern<br />

nichtakademischer Familien<br />

nehmen nur 21 ein Studium auf,<br />

bei den Kindern aus akademischen<br />

Familien sind es 74. Die Gründe sollen<br />

hier nicht diskutiert werden, aber<br />

es gilt als sicher, dass die familiäre Herkunft<br />

immer noch über den Bildungsweg<br />

mitentscheidet.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 17


Anne und Tobias Wildermann mit ihrem Sohn Felix<br />

Es ist also überwiegend so, dass ein<br />

Kind, dessen Eltern eine akademische<br />

<strong>Ausbildung</strong> abgeschlossen haben, eher<br />

eine Hochschulausbildung anstrebt,<br />

während ein Kind aus einer nicht<br />

akademischen Familie eher eine entsprechende<br />

z. B. handwerkliche <strong>Ausbildung</strong><br />

wählt.<br />

Unser Bildungssystem ist vielfältig<br />

und immer nach oben offen<br />

Vater Tobias Wildermann ergänzt:<br />

„Unser Bildungssystem ist extrem<br />

vielfältig und immer für weitere Bildungsmöglichkeiten<br />

offen. Niemand<br />

muss sich in jungen Jahren auf einen<br />

Beruf festlegen und den dann für<br />

den Rest seines Lebens ausüben. Ein<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberuf steht doch nicht<br />

in Konkurrenz zu einem Studium,<br />

sondern ist einfach eine Option von<br />

vielen, die leider viel zu selten genutzt<br />

wird. Deshalb ist es wichtig, einen jungen<br />

Menschen bei seiner Berufs- bzw.<br />

<strong>Ausbildung</strong>s wahl zu begleiten und zu<br />

unterstützen, ohne ihn mit den eigenen<br />

Wunschvorstellungen unter<br />

Druck zu setzen.“<br />

Mutter Anne Wildermann sieht das<br />

ganz ähnlich: „Für uns war es wichtig,<br />

Felix bei seiner <strong>Ausbildung</strong>swahl mit<br />

Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir<br />

haben ihn ermutigt, so viele Einblicke<br />

in verschiedene Berufe zu nehmen,<br />

wie irgend möglich. Praktika und<br />

Schnuppertage in den verschiedensten<br />

Bereichen sind der beste Weg,<br />

herauszufinden, wo man hinmöchte.<br />

Die Entscheidungen hat Felix aber<br />

allein getroffen, und darauf sind wir<br />

auch ein wenig stolz.“<br />

Ein erstaunlich reifer und verantwortungsbewusster<br />

junger Mann<br />

Sohn Felix bestätigt die Aussagen<br />

seiner Eltern: „Bei mir ist schon mit<br />

14 Jahren die Entscheidung für eine<br />

hand werkliche <strong>Ausbildung</strong> gefallen,<br />

die ich mit 16 begonnen habe.<br />

Besonders hilfreich ist:<br />

www.karriere-hier.de<br />

Extratipp von Felix:<br />

Macht so früh wie möglich verschiedene<br />

Praktika und sammelt<br />

alle Zertifikate und Vereinsbescheinigungen.<br />

Sie helfen bei der<br />

Bewerbung!<br />

In meinem Betrieb fühle ich mich<br />

ausgesprochen wohl. Besonders die<br />

wöchentlich wechselnde Teamarbeit<br />

gefällt mir gut. Auch in die Berufsschule<br />

gehe ich gern. Unter 17<br />

Azubi-Kollegen, die alle etwas lernen<br />

wollen, herrscht ein ganz anderer<br />

Ton und eine verantwortungsvollere<br />

Arbeitseinstellung als auf der<br />

Regelschule. Wir wissen, was wir wollen,<br />

und dann macht das Lernen auf<br />

einmal richtig Spaß.“<br />

18 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


1. APRIL<br />

1. AUGUST<br />

1.OKTOBER<br />

KARRIERESTART<br />

IM KLINIKUM<br />

WIR SUCHEN AUSZUBILDENDE<br />

Nebenbei engagiert sich Felix in der Freiwilligen Feuerwehr,<br />

ein Hobby, das zu diesem zielstrebigen und erwachsenen<br />

jungen Mann passt.<br />

„Das ist doch Unsinn“<br />

Von negativen Reaktionen im sozialen Umfeld wissen weder<br />

Vater, Mutter noch Sohn zu berichten: Tobias Wildermann:<br />

„Das ist doch Unsinn. Es geht doch um die Zukunft unseres<br />

Sohnes und nicht um ein vermeintliches Sozialprestige<br />

akademisch gebildeter Eltern.“ Seine Frau assistiert: „Zum<br />

Glück haben wir so etwas überhaupt nicht erlebt, und das<br />

ist gut so.“<br />

Reden, reden, reden<br />

Tipps für Eltern und Jugendliche auf der Suche nach einem<br />

<strong>Ausbildung</strong>splatz:<br />

Reden, reden, reden, herausfiltern, was den jungen Menschen<br />

tatsächlich interessieren könnte. Ihm immer die<br />

Entscheidung überlassen, konstant an seiner Seite stehen.<br />

Felix Wildermann: „Wichtig ist, jede, wirklich jede Gelegenheit<br />

zum Kennenlernen eines Berufs wahrzunehmen.<br />

Heute gibt es so viele Angebote, man muss sie nur finden<br />

(siehe Infokasten) und dann mutig loslegen.“ ■<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Pflegefachmann/<br />

zur Pflegefachfrau (m/w/d) in Voll- und Teilzeit<br />

Was bringst Du mit?<br />

• Du hast die Fachoberschulreife oder eine sonstige<br />

zehnjährige allgemeine Schulbildung<br />

• Den richtigen Mix aus Teamgeist, Flexibilität, Empathie<br />

und Offenheit im Umgang mit unseren Patient:innen<br />

• Du bist mobil, um die Standorte erreichen zu können<br />

Was erwartet Dich bei uns?<br />

• Du arbeitest mit Menschen, daher ist kein Tag wie der<br />

andere. Zudem übernimmst Du unterschiedliche Aufgaben<br />

– von der Pflege über medizinische Tätigkeiten bis<br />

hin zu sozialen Interaktionen<br />

• Teamwork ist in der Pflege unverzichtbar. Du arbeitest<br />

mit Deinen Patient:innen, Kolleg:innen, Gesundheitsexpert:innen<br />

eng zusammen<br />

• Du lernst die vielfältigen Aufgabenfelder des Pflegeberufs<br />

kennen, arbeitest mit modernster Pflege und Medizin<br />

• Wir bieten Dir einen sicheren Arbeitsplatz mit hoher<br />

Übernahmechance im Anschluss an Deine <strong>Ausbildung</strong><br />

• <strong>Ausbildung</strong>svergütung Pflege in Vollzeit: 1.190,69 €<br />

(1. <strong>Ausbildung</strong>sjahr), 1.252,07 € (2. <strong>Ausbildung</strong>sjahr)<br />

1.353,38 € (3. <strong>Ausbildung</strong>sjahr)<br />

• Wir bieten Dir zahlreiche Benefits (Details über QR-Code)<br />

Bitte bewirb Dich online<br />

unter www.klinikumhochsauerland.de/jobs<br />

oder per E-Mail an:<br />

Welche Perspektiven gibt es für Dich?<br />

Wenn Du höher hinaus willst, stehen Dir viele Möglichkeiten<br />

offen. So unterstützen wir die Ziele unserer Auszubildenden<br />

und fördern mit umfassenden Fort- und Weiterbildungmöglichkeiten.<br />

NEU ist das Studium Pflege B.A. am FOM Hochschulzentrum<br />

in Arnsberg. Das Studium kann ausbildungsund<br />

berufsbegleitend erfolgen und dauert (bei Anrechnung<br />

der <strong>Ausbildung</strong>) 5 Semester. Ein Start ist nach dem ersten<br />

<strong>Ausbildung</strong>sjahr oder im Anschluss<br />

an die abgeschlossene<br />

<strong>Ausbildung</strong> möglich. Bei geeigneter<br />

Qualifikation bieten wir Dir<br />

ein Stipendium.<br />

Ansprechpartnerin<br />

Frau Anna Wiese<br />

Personalentwicklung<br />

02932 980-248140<br />

A.Wiese@klinikumhochsauerland.de<br />

Zum 1.8. und 1.10. startet zusätzlich die einjährige<br />

<strong>Ausbildung</strong> zur Pflegefachassistenz! Weitere Infos<br />

findest Du auf unserer Homepage!<br />

Alle Infos: www.klinikum-hochsauerland.de/karriere<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 19


Podcast „Orientierbar“ des Netzwerks <strong>Karriere</strong>-hier<br />

IN GEDANKEN SCHON<br />

EINEN SCHRITT VORAUS<br />

Ganz im Hier und Jetzt zu sein, unbeschwert den Augenblick genießen – das hört<br />

sich verlockend an. Und ist meistens auch durchaus sinnvoll. Gedanken an die<br />

Zukunft, speziell an die berufliche Zukunft, sind hingegen oft schwer. Vor allen<br />

Dingen, weil sie besonders für junge Menschen - noch - mit Ungewissheit verbunden<br />

sind.<br />

Wenn es um die berufliche<br />

Entscheidungsfindung<br />

geht,<br />

kann der Podcast<br />

„Orientierbar“, der<br />

am 15.03.2021 an<br />

den Start gegangen ist,<br />

weiterhelfen. Azubis, Ausbilder,<br />

Lehrer und viele weitere<br />

Experten aus der Praxis<br />

zeigen Wege in die <strong>Karriere</strong><br />

auf und beantworten Fragen,<br />

auch für die engsten Begleiter.<br />

Authentisch, echt und ausführlich<br />

werden in kurzen,<br />

spannenden Folgen sämtliche<br />

Themen rund um Beruf, Bewerbung<br />

und Azubi-Alltag hörbar gemacht. Aktuell gibt es<br />

im Podcast 18 Folgen. Gedanklich einen Schritt voraus zu<br />

sein, hilft bei der Entscheidungsfindung. Denn wer sich für<br />

einen Beruf entscheidet, denkt nicht nur an die nächsten<br />

drei Jahre, sondern auch an die Zeit nach der <strong>Ausbildung</strong>.<br />

Da kommen Fragen auf wie:<br />

• Welche Möglichkeiten bieten sich mir mit meinen neu<br />

erworbenen Fähigkeiten?<br />

• Welche Perspektiven und erfolgreichen <strong>Karriere</strong>wege gibt<br />

es in der Region?<br />

• Kann ich mich auch selbständig machen?<br />

Nehmen wir nur einmal das Thema Selbstständigkeit. Wie<br />

alt muss ein Firmenchef sein? Mindestens Ende Zwanzig,<br />

wahrscheinlich noch älter. Nach der <strong>Ausbildung</strong> direkt in<br />

die Selbständigkeit zu gehen? Für diesen Schritt muss man<br />

kein Träumer sein, sondern eher realistisch mit klaren Zielen.<br />

In Folge 13 - „Nach der <strong>Ausbildung</strong> geht´s selbständig<br />

weiter“ - unterhalten sich zwei junge Sauerländer mit Ines<br />

Holtmann darüber, wie sie diesen Weg erfolgreich gehen<br />

konnten: Christian Schulte vom Hofladen Sauerland in<br />

Arnsberg und Niklas Fleischhauer von der Alleslöser Eventagentur<br />

aus Sundern. In dieser Folge geht es auch darum,<br />

welche Inhalte der <strong>Ausbildung</strong> für die jungen Gründer<br />

hilfreich waren. Und ob es wirklich stimmt, dass man als<br />

Selbstständige:r selbst und ständig arbeiten muss. Neu ist<br />

die Rubrik: ElternFragen (Folge 16 und 17) Hier gibt es<br />

die Möglichkeit, interaktiv Fragen zu stellen, die dann in<br />

einer der nächsten Folgen von Experten des Netzwerks beantwortet<br />

werden. -> www.karriere-hier/elternfragen<br />

Mit dem Podcast geht es gemeinsam den „Schritt voraus“.<br />

„Orientierbar“ gibt Hilfestellung und Orientierung auf dem<br />

Weg in die berufliche Zukunft. In dem Podcast gibt es für<br />

Schüler/-innen sowie deren Begleitern (Eltern, Lehrkräfte<br />

etc.) Informationen und Spannendes live aus der Praxis<br />

rund um die Themen Berufsorientierung und Übergang<br />

Schule/<strong>Ausbildung</strong>. Auf der Website www.karriere-hier.de<br />

gibt es zudem Informationen über <strong>Ausbildung</strong>sbetriebe in<br />

der Region Hellweg-Sauerland und welche vielfältigen und<br />

zukunftsorientierte Chancen diese für einen erfolgreichen<br />

<strong>Karriere</strong>start bieten.<br />

Der Podcast ist bei allen Podcastern verfügbar und seit<br />

neustem auch auf den regionalen Podcastern Lopodio Soest<br />

und Lopodio <strong>HSK</strong> verfügbar. ■<br />

20 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


BERUFSORIENTIERUNG HÖRBAR GUT<br />

FÜR ELTERN, LEHRKRÄFTE & SCHÜLER/-INNEN<br />

Überall wo es<br />

Podcasts gibt<br />

oder auf karriere-hier.de<br />

Fotoquelle:<br />

pixabay.com 3718534<br />

OrientierBar<br />

Beruf.Leben.Zukunft<br />

13 : 10 - 09 : 21<br />

ZukunftsChancen | ElternFragen | SchulPraxis<br />

AzubiAlltag | BewerbungsTipps | <strong>Karriere</strong>Wege<br />

EINE INITIATIVE DES AUSBILDUNGSKONSENS HELLWEG-SAUERLAND<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 21


Anzeige<br />

TOP AUSBILDUNG OHNE UMWEGE<br />

– STUDIEREN VOR DER HAUSTÜR<br />

Fachhochschule Südwestfalen<br />

Ein Hochschulstudium erhöht die Chancen auf bessere<br />

Verdienst- und <strong>Karriere</strong>möglichkeiten. Angesichts<br />

der wachsenden Wohnungsnot in Großstädten und<br />

steigenden Lebenshaltungskosten scheitern aber viele Berufsträume<br />

bereits an der Studienfinanzierung. Dabei ist ein<br />

„teures Pflaster“ kein Garant für eine gute <strong>Ausbildung</strong> – und<br />

die gibt es schließlich auch ganz in der Nähe, zum Beispiel an<br />

der Fachhochschule Südwestfalen. Allein am Standort Soest<br />

sind 27 Studiengänge studierbar. Von Agrarwirtschaft über<br />

Frühpädagogik, Designmanagement und Wirtschaft bis hin<br />

zu Technik ist für (fast) jeden etwas dabei. Anders als eine<br />

klassische Universität, legt die Fachhochschule größten Wert<br />

auf ein praxisnahes und anwendungsorientiertes Studium.<br />

So geht es schon in der Lehre um „echte“ Aufgaben aus der<br />

Praxis. Das schafft viele Berührungspunkte mit Unternehmen<br />

in der Region und kann Türen für spätere Jobs öffnen.<br />

Die Wege sind kurz – das gilt für die tägliche Anreise zur FH<br />

ebenso wie für den „kurzen Draht“ zum Prof.<br />

Solide Spezialisten und hippe Allrounder<br />

Zu den Klassikern zählen Bachelorstudiengänge wie Agrarwirtschaft,<br />

Elektrotechnik und Maschinenbau. Vor allem<br />

mit Blick auf technische und naturwissenschaftliche Inhalte<br />

stellen sich Interessierte oft die bange Frage: „Muss ich dafür<br />

Mathe und Physik auf Leistungskursniveau draufhaben?“<br />

Die klare Antwort lautet: Nein! Natürlich ist das Studium<br />

anspruchsvoll und eine kontinuierliche Lernbereitschaft von<br />

Anfang an mehr als empfehlenswert, aber die Aufgaben sind<br />

weniger theoretisch und mehr anwendungsbezogen. Wenn<br />

es doch mal hakt, Studi-Coaches und Mitarbeiter*innen in<br />

den Lernzentren verhelfen geduldig zum fachlichen und organisatorischen<br />

Durchblick.<br />

Wer lieber „irgendwas mit Wirtschaft“ studieren möchte, für<br />

den sind so genannte Schnittstellen-Studiengänge interessant.<br />

Design- und Projektmanagement beispielsweise kombiniert<br />

Design mit Wirtschaft und Technik und versetzt<br />

Absolvent*innen in die Lage, als „Allrounder“ im Unternehmen<br />

zwischen den einzelnen Disziplinen zu vermitteln.<br />

Wirtschaftsingenieurwesen ist die Fusion aus Wirtschaft<br />

und Technik. Wirtschaftsingenieur*innen besitzen das<br />

Know-how, Antworten auf die alltäglichen Herausforderungen<br />

zu finden und haben damit sehr gute Aussichten auf<br />

Jobs in nahezu allen Branchen.<br />

22 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Experimental, international, digital<br />

Technik und Naturwissenschaften sind faszinierend,<br />

vielfältig und elementar wichtige Basis, um Lösungen<br />

für die größten Aufgaben unserer Zeit wie den Klimawandel<br />

oder die Energiewende zu finden. Begeisterungsfähig<br />

sind Kinder durchaus schon im KiTa-Alter. Daher vermittelt<br />

der Bachelorstudiengang Frühpädagogik zusätzlich<br />

zu den pädagogischen Inhalten Bildungselemente aus dem<br />

MINT-Bereich.<br />

Business Administration with Informatics kann für Studierende<br />

der Eintritt in die internationale Arbeitswelt sein.<br />

Dabei geht es um die Grundlagenausbildung in Wirtschaftswissenschaften<br />

in Verbindung mit angewandter Informationstechnologie.<br />

Das Besondere: Hier lernen und<br />

arbeiten Studierende aus gut 60 Nationen gemeinsam.<br />

Unterrichtssprache ist 100 % Englisch.<br />

Noch ganz neu im Angebot ist der Bachelorstudiengang<br />

Digitale Technologien. Hier liegt der Fokus auf den<br />

Informatik- und IT-Themen der Zukunft, kombiniert mit<br />

Ingenieurwissen aus den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau.<br />

Die Digitalisierung betrifft nahezu alle Lebensbereiche,<br />

das Wissen über digitale Technologien zählt also<br />

zu den wichtigsten Kompetenzen des 21. Jahrhunderts.<br />

Kleine Hürden, vielfältige Möglichkeiten<br />

Alle Bachelorstudiengänge in Soest sind zulassungsfrei<br />

(ohne NC), für Design- und Projektmanagement ist allerdings<br />

die erfolgreiche Teilnahme am künstlerisch-kreativen<br />

Eignungsfeststellungsverfahren Voraussetzung. Frühpäda-<br />

Fachgebiete mit 18 Bachelorund<br />

9 Master-Studiengängen<br />

• Agrarwirtschaft<br />

• Designmanagement- und Produktentwicklung<br />

• Informatik und Digitalisierung<br />

• Pädagogik und Psychologie<br />

• Technik und Ingenieurwesen<br />

• Umwelt und Nachhaltigkeit<br />

• Wirtschaft und Recht<br />

gogik und Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau sind<br />

berufsbegleitend studierbar – sehr attraktiv für Studieninteressierte,<br />

die bereits eine <strong>Ausbildung</strong> absolviert haben. Elektrotechnik,<br />

Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und<br />

Digitale Technologien sind auch dual studierbar. Für alle,<br />

die noch zwischen beruflicher <strong>Ausbildung</strong> und Fachhochschulstudium<br />

schwanken, ist dies ein optimales Modell.<br />

Denn parallel zum Studium sind eine <strong>Ausbildung</strong> oder umfangreiche<br />

Praxisphasen im Unternehmen möglich.<br />

Für jene, die nach dem Bachelor mehr wollen: In allen<br />

Fachgebieten sind nahtlos im Anschluss vertiefende<br />

Masterstudiengänge möglich, die meisten davon berufsbegleitend.<br />

■<br />

Das Team der Allgemeinen Studienberatung<br />

hilft Ihnen gerne weiter.<br />

Per Mail an:<br />

studienberatung@fh-swf.de<br />

Per Telefon: 02371 566 538 oder 02331 9330 6256<br />

Fragen zum dualen Studium Soest<br />

beantwortet Yvonne Fuchs.<br />

Per Mail an:<br />

fuchs.yvonne@fh-swf.de<br />

Per Telefon: 02921 - 378 3344<br />

www.fh-swf.de/cms/dual<br />

http://www.fh-swf.de/cms/campus-so<br />

Fachhochschule Südwestfalen<br />

Lübecker Ring 2 . 59494 Soest<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 23


Anzeige<br />

„Die Sterne im Sauerland“<br />

bewerben sich als TOP-<strong>Ausbildung</strong>sbetriebe<br />

GASTFREUNDSCHAFT<br />

IM SAUERLAND<br />

Sonja Nürnberger<br />

sabrinity<br />

Arbeiten und leben, wo andere ihren Urlaub<br />

verbringen – warum also nicht direkt „vor der<br />

Haustür“ seinen Beruf erlernen? Die Hotels<br />

der „Sterne im Sauerland“ sind erfahrende <strong>Ausbildung</strong>sbetriebe.<br />

Der Zusammenschluss aus acht familiengeführten<br />

4- und 5-Sterne-Hotels, die seit Generationen<br />

die Hotellerie und Gastronomie lieben und<br />

leben, tragen seit Jahrzehnten zum Wohlbefinden vieler<br />

Menschen bei: „Wir sind Glücklichmacher!“ ist das<br />

Motto ihrer Arbeit.<br />

Langeweile ist hierbei ein Fremdwort – ganz egal, um<br />

welchen der <strong>Ausbildung</strong>sberufe es geht. Im Hotel ist kein<br />

Tag wie der andere. Neue, spannende Menschen kommen<br />

und gehen. Und mit ihnen interessante und abwechslungsreiche<br />

Aufgaben. Durch diese große Vielfalt entwickelt sich<br />

ganz nebenbei die eigene Persönlichkeit und die Lebenserfahrung<br />

im Umgang mit Menschen und Situationen. Alle<br />

Mitarbeitenden der Häuser sind Teil der „Hotel-Großfamilie“,<br />

Respekt und Wertschätzung gehören zur Arbeitskultur.<br />

Das starke Wir-Gefühl im Zusammenspiel der<br />

Hotelteams motiviert jeden Tag aufs Neue. Möglichkeiten<br />

zur Weiterbildung und zur persönlichen Entfaltung eröffnen<br />

immer neue Perspektiven. Und auch nach der <strong>Ausbildung</strong><br />

bieten sich interessante Perspektiven in diesen Betrieben<br />

mit Zukunft.<br />

Als DEHOGA-zertifizierte „TOP-<strong>Ausbildung</strong>sbetriebe“<br />

stehen in allen Abteilungen erfahrene Ausbilderinnen und<br />

24 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Rahmenbedingungen<br />

Mit der Entscheidung für einen <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb wird<br />

der Grundstein für den beruflichen Werdegang gelegt.<br />

Die zwei- bzw. dreijährige duale <strong>Ausbildung</strong> besteht aus<br />

der praktischen Berufsausbildung im Hotel sowie dem<br />

schulischen Teil mit wöchentlich ein bzw. zwei Schultagen<br />

in einem Berufskolleg, z.B. in Meschede.<br />

<strong>Ausbildung</strong>svergütung:1. Jahr € 1.000<br />

2. Jahr € 1.100<br />

3. Jahr € 1.200<br />

nach <strong>Ausbildung</strong> ab ca. € 2.350<br />

Ausbilder zur Seite, die auch bei der Prüfungsvorbereitung<br />

intensiv unterstützen. Regelmäßige Inhouse-Schulungen<br />

und gemeinsame Ausflüge zu Lieferanten erlauben einen<br />

noch umfassenderen Einblick in den Hotelbetrieb. Beim<br />

jährlichen Azubi-Austausch sogar in den eines anderen<br />

„Sterne“-Hotels.<br />

Arbeiten im Hotel ist Arbeiten mit Herz und Verstand.<br />

Praktisch und nah am Menschen – eine Arbeit mit Sinn.<br />

„Die Sterne im Sauerland“ bieten die Basis für eine<br />

TOP-<strong>Ausbildung</strong>, die die Türen zu TOP-Hotels in der<br />

ganzen Welt öffnen wird.<br />

Weitere Infos und Kontakt:<br />

www.die-sterne-im-sauerland.de/jobs/duale-berufsausbildung<br />

ausbildung@die-sterne-im-sauerland.de ■<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberufe<br />

2-jährige <strong>Ausbildung</strong><br />

· Fachkraft Küche (m/w/d)<br />

· Fachkraft für Gastronomie (m/w/d)<br />

3-jährige <strong>Ausbildung</strong><br />

· Koch (m/w/d)<br />

· Fachkraft für Restaurants<br />

und Veranstaltungsgastronomie (m/w/d)<br />

· Hotelfachmann (m/w/d)<br />

· Kaufmann für Hotelmanagement (m/w/d)<br />

Weitere <strong>Ausbildung</strong>sberufe für Abiturient:innen sowie<br />

in spezifischen Sparten (z. B. Fitness, Kosmetik) siehe<br />

www.die-sterne-im-sauerland.de/jobs/ausbildungsberufe<br />

„Sterne“-<strong>Ausbildung</strong>sbetriebe<br />

Landhotel Gasthof Schütte, Schmallenberg-Oberkirchen<br />

Hotel Deimann, Schmallenberg-Winkhausen<br />

DIEDIRCH Wellnesshotel & SPA – Adults only, Hallenberg<br />

Romantik Landhotel Knippschild, Rüthen-Kallenhardt<br />

Romantik Hotel Haus Platte, Attendorn-Niederhelden<br />

Hotel Rimberg, Schmallenberg-Rimberg<br />

Hotel Jagdhaus Wiese, Schmallenberg-Jagdhaus<br />

Waldhaus Ohlenbach, Schmallenberg-Ohlenbach<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 25


Dustin Rapćan steuert im ersten<br />

<strong>Ausbildung</strong>sjahr eine Werbekampagne<br />

Andreas Melliwa<br />

sabrinity<br />

AZUBI FÜR AZUBIS<br />

Der Briloner Kunststoff-<br />

Verarbeiter NP Germany<br />

steht in vielen Dingen<br />

für ein typisches Sauerländer<br />

Unternehmen: Hightech-Produkte,<br />

heimatverbundene Mitarbeiter<br />

und flache Hierarchien. Bei NP<br />

Germany ist der Weg zwischen Management<br />

und Auszubildenden allerdings<br />

besonders kurz: Bereits im<br />

ersten <strong>Ausbildung</strong>sjahr darf Dustin<br />

Rapćan selbstständig eine Anzeigenkampagne<br />

planen und entwerfen:<br />

Gesucht werden junge Frauen und<br />

Männer, die eine <strong>Ausbildung</strong> in<br />

„seinem Betrieb“ machen möchten.<br />

Der 23-jährige aus Kallenhardt absolviert<br />

seit August vergangenen Jahres<br />

bei NP Germany eine Lehre zum Industriekaufmann.<br />

Er zuckte erstmal<br />

zusammen, als NP-Personalmanagerin<br />

Seda Yüksel im Frühjahr auf ihn<br />

zukam, mit der Bitte, eine Werbekampagne<br />

für <strong>Ausbildung</strong>splätze zu<br />

entwerfen. „Er kann sich am besten in<br />

die Jugendlichen reinversetzen“, sagt<br />

die ebenfalls junge Manager. „Wir<br />

wollen außerdem unsere Azubis nicht<br />

nur über die Schulter blicken lassen,<br />

sondern aktiv mit einbeziehen.“<br />

Suche nach dem<br />

besten Werbeträger<br />

Zunächst ging’s darum, sprachlich<br />

ganz nah an die Zielgruppe ranzukommen.<br />

„Da war schnell klar, dass<br />

wir das „Du“ in der Anzeige nutzen“,<br />

erinnert sich Dustin an die ersten Besprechungen<br />

mit Seda Yüksel, „zumal<br />

sich auch bei uns im Unternehmen<br />

die Duz-Kultur immer stärker<br />

durchsetzt“. Dann analysierte Dustin<br />

die verschiedenen Medien, verglich<br />

Kosten, Preise und optimale Verbreitung<br />

in der Region. „Da hat sich<br />

das <strong>WOLL</strong>-Magazin deutlich an die<br />

Spitze gesetzt, und nach meiner Präsentation<br />

hat sich die Geschäftsleitung<br />

dann auch entsprechend dafür<br />

entschieden“, sagt Dustin nicht ohne<br />

Stolz. Es soll nicht der letzte Schritt<br />

auf seiner <strong>Karriere</strong>leiter sein: Ein Jahr<br />

im Ausland ist ebenso geplant wie ein<br />

anschließendes Studium. Möglichst<br />

in Meschede oder Paderborn – im<br />

Dunstkreis „seines“ Briloner Unternehmens<br />

eben… ■<br />

26 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


SINNSTIFTENDE AUSBILDUNG<br />

IM BEREICH INKLUSION<br />

<strong>Ausbildung</strong> in der Eingliederungshilfe<br />

mit besonderen Menschen macht glücklich<br />

Britta Melgert<br />

sabrinity<br />

Anzeige<br />

E<br />

ine gute Perspektive im<br />

Rahmen der Arbeit mit behinderten<br />

Menschen und zudem<br />

ein strategischer <strong>Karriere</strong>aufbau<br />

– für viele Menschen klingt diese<br />

Kombination ideal. Soziales Engagement<br />

im Bereich Inklusion ist enorm<br />

wichtig, wird wertgeschätzt und gibt<br />

einem persönlich sehr viel. In der Josefsheim<br />

gGmbH, die zur bundesweit<br />

agierenden JG-Gruppe gehört, haben<br />

junge Menschen an den Standorten<br />

Olsberg-Bigge, Sundern und Lipperode<br />

eine Chance auf vielfältige <strong>Ausbildung</strong><br />

in verschiedenen Bereichen.<br />

Wir unterhielten uns über dieses Thema<br />

mit Nadja Kohlwey, Leiterin des<br />

Josefsheim-Personalmanagemts.<br />

Woll: „Frau Kohlwey, welche Berufe<br />

werden aktuell beim Josefsheim ausgebildet?“<br />

Kohlwey: „Wir bieten sowohl die<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Heilerziehungspfleger<br />

(m/w/d) als auch zum Erzieher<br />

(m/w/d) an. Auch ein Duales Studium<br />

im Fachbereich Soziales, Pädagogik,<br />

Gesundheit oder Rehabilitation ist bei<br />

uns möglich. Alternativ bieten wir individuell<br />

beginnende Praktika oder die<br />

Mitarbeit während eines Freiwilligen<br />

Sozialen Jahres bzw. im Bundesfreiwilligendienst<br />

an, um Einblicke in die<br />

alltäglichen Aufgaben verschiedener<br />

Berufe aus dem Sozial- und Gesundheitswesen<br />

zu erhalten.“<br />

Woll: „Worin sehen Sie die Besonderheit<br />

der <strong>Ausbildung</strong> im Josefsheim?“<br />

Kohlwey: „Unsere Mitarbeiter, natürlich<br />

auch die Auszubildenden, begrüßen<br />

die Möglichkeit der beruflichen<br />

Begleitung von Menschen mit Behinderung<br />

in ein selbstbestimmtes Leben und<br />

zugleich unser Motto „Im Mittelpunkt<br />

der Mensch“ mitzutragen. Umfassende<br />

Fort- und Weiterbildungsaussichten<br />

nach der eventuellen späteren Übernahme<br />

in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis<br />

sind weitere Vorteile. Nicht zuletzt<br />

möchte ich die faire Entlohnung nebst<br />

Zusatzleistungen sowie das kollegiale<br />

Miteinander in motivierten Teams erwähnen.“<br />

Woll: „Welche Fähigkeiten und<br />

Kenntnisse sollte ein junger Mensch<br />

für eine dieser <strong>Ausbildung</strong>en mitbringen?“<br />

Kohlwey: „Ein freundliches Auftreten<br />

und gute Umgangsformen sind für<br />

uns elementar, daneben Offenheit und<br />

Freude am Umgang mit Menschen.<br />

PC-Grundkenntnisse, große Lernbereitschaft<br />

und Motivation sind grundsätzlich<br />

wichtig für jede Berufsausbildung,<br />

so auch bei uns. Es ist aber auch<br />

die erforderliche Bereitschaft zu an den<br />

Bedürfnissen angepasste Arbeitszeiten<br />

von Bedeutung.“<br />

Woll: „Kommt eine <strong>Ausbildung</strong><br />

im Josefsheim nur für Schulabgänger<br />

infrage?“<br />

Kohlwey: „Aber nein. Als moderner<br />

Dienstleister der Eingliederungshilfe<br />

richtet sich das Josefsheim mit seinem<br />

Angebot bewusst auch an junge Menschen,<br />

die bereits eine andere, unbefrie-<br />

digende <strong>Ausbildung</strong> begonnen haben<br />

oder die zunächst Berufserfahrung im<br />

Rahmen einer Nebentätigkeit während<br />

des Abiturs oder des Studiums suchen.“<br />

<strong>WOLL</strong>: „Wo erhalten Interessierte<br />

mehr Informationen?“<br />

Kohlwey: „Eine ausführliche Beschreibung<br />

unseres <strong>Ausbildung</strong>s-Angebots<br />

findet man auf unserer Homepage.<br />

Auch ein direkter Kontakt zu unserer<br />

<strong>Ausbildung</strong>skoordinatorin Andrea Asshauer<br />

ist möglich. Egal, um welche Art<br />

der <strong>Ausbildung</strong> es geht, wir freuen uns<br />

darauf, interessierte junge Menschen<br />

kennenzulernen und für das Josefsheim<br />

zu begeistern.“ ■<br />

JETZT INFORMIEREN<br />

Andrea Asshauer,<br />

Josefsheim-<strong>Ausbildung</strong>skoordinatorin<br />

ist<br />

Ansprechpartnerin für<br />

interessierte Schüler,<br />

Studenten, Eltern oder<br />

Lehrer.<br />

☎ 02962 800-2080<br />

✉ a.asshauer@josefsheim-bigge.de<br />

josefsheim-bigge.de<br />

josefsheim-bigge.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 27


Hendrik Schmitt: Handwerk bietet<br />

„tolle Angebote mit neuen Herausforderungen“ für Jugendliche<br />

AUSBILDUNG IST HERZENSTHEMA<br />

Paul Senske<br />

Tom Linke<br />

Es<br />

ist ein beeindruckendes und bestechendes<br />

Plädoyer für die duale <strong>Ausbildung</strong>: „Geh<br />

in den Betrieb, lerne das Arbeiten, beweise<br />

Dich bei den Kollegen sowie Kunden – und<br />

mach was aus Deinem Leben“, sagt Hendrik Schmitt.<br />

„Mit der <strong>Ausbildung</strong> kannst Du ein erfülltes und<br />

kreatives Leben führen. Die <strong>Ausbildung</strong> mit den vielen<br />

Möglichkeiten, sich beruflich fortzubilden, ist ein<br />

Herzenzthema.“<br />

Hendrik Schmitt ist seit dem 1. Januar <strong>2022</strong> als Nachfolger<br />

von Meinolf Niemand neuer Hauptgeschäftsführer<br />

der Handwerkskammer Südwestfalen. Der 45-jährige<br />

Betriebswirt und Master of Business Consulting war<br />

zuvor u. a. Hauptgeschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft<br />

der sieben Industrie- und Handelskammern<br />

Niedersachsens in Hannover, stammt aus Wetzlar<br />

(„Wetzlarer Bub“) und war früher oft mit dem Motorrad<br />

im Sauerland und Siegen-Wittgensteiner Land<br />

auf Tour. „Diese Region verbinde ich mit Heimat“, so<br />

der Vater dreier Kinder, der mittlerweile in Brilon wohnt.<br />

„Die Menschen hier sind fleißig, bodenständig und<br />

weltoffen, die Betriebe nahe am Puls der Zeit.“<br />

Schmitt stammt aus einer Handwerkerfamilie und hat eine<br />

<strong>Ausbildung</strong> im Einzelhandel (Wirtschaftsassistent) und<br />

parallel dazu ein Betriebswirtschafts-Studium absolviert.<br />

Er weiß also aus eigener Erfahrung, worüber er spricht.<br />

„Die <strong>Ausbildung</strong> ist der Markenkern der Handwerkskammern.<br />

Sie ist wie eine Eintrittskarte ins Berufsleben.“<br />

Die Wertschätzung des Handwerks ist für Schmitt ein<br />

28 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


weiteres, wichtiges Herzensanliegen. „Das Handwerk<br />

hat tolle Angebote für junge Menschen mit neuen<br />

Berufsbildern und neuen Herausforderungen.“ Als Stichpunkte<br />

nennt Schmitt u. a. Digitalisierung, technischer<br />

Fortschritt, demografischer Wandel, Klimawandel oder<br />

Ressourcenknappheit. „Wir haben florierende Betriebe<br />

am Markt. Die Meister und Mitarbeiter sind Persönlichkeiten,<br />

die genau wissen, was sie können. Das Handwerk<br />

hat allen Grund, sich selbstbewusst zu präsentieren.“<br />

Dies auch vor dem Hintergrund, dass das Handwerk als<br />

Wirtschaft aus der Region ein eigenes, berufliches Bildungssystem<br />

aufweist. Das Berufsbildungszentrum (bbz)<br />

als Technologietransfer-Stelle für Auszubildende und<br />

Meister (14 Meisterkurse) „bildet als Kernaufgabe die<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren beruflichen<br />

Fähigkeiten aus und weiter, wo sie in ihrem beruflichen<br />

Lebenszyklus stehen“. Die Elektromobilität beispielsweise<br />

erfordere die Beherrschung neuer Techniken. „Wir<br />

machen die Leute fit.“<br />

Unabhängig von den beruflichen Perspektiven weiß<br />

Schmitt, dass das Handwerk einiges aufzuarbeiten hat.<br />

Ein bedeutender Aspekt sei, dass „viele Kinder und<br />

Jugendliche den Alltagskontakt zum Handwerk verloren<br />

haben“. Das traditionell ortsgebundene Handwerk sei bis<br />

auf das Lebensmittelhandwerk weitgehend verschwunden.<br />

„Das tägliche Erleben fehlt.“<br />

„Das tägliche Erleben des Handwerks fehlt“<br />

(Hendrik Schmitt)<br />

Daher gelte es, das verlorene Terrain zurückzugewinnen.<br />

Die HWK sei auf diesem Weg u.a. mit dem Team Fachkräftesicherung,<br />

mit <strong>Ausbildung</strong>sbotschaftern, Willkommenslotsen,<br />

mit Betriebsberatern für die Firmen sowie<br />

mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit breit aufgestellt.<br />

„Auch die Betriebe sind inzwischen bei der Nachwuchsgewinnung<br />

kreativ unterwegs“, betont Dirk Berkemeyer,<br />

Abteilungsleiter Marketing und Kommunikation.<br />

„Mit den Kindern die W-Fragen erörtern”<br />

Was die Rekrutierung des Handwerker-Nachwuchses angeht,<br />

haben Studien herausgefunden, dass die Eltern die<br />

wichtigsten Ratgeber für ihre Kinder sind. „Was die Eltern<br />

beruflich machen, bestimmt nicht selten die Berufswahl<br />

der Kinder“, meint Schmitt. Der Trend, ein Studium zu<br />

„Meister und Mitarbeiter im Handwerk<br />

sind Persönlichkeiten“ (Hendrik Schmitt)<br />

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer<br />

Südwestfalen: Hendrik Schmitt<br />

beginnen, sei zuletzt zwar ein wenig rückläufig, aber immer<br />

noch hoch, aber ebenso die Zahl der Studium-Abbrecher.<br />

Schmitt rät den Eltern, mit ihren Kindern nicht über<br />

einen Beruf zu reden, sondern vielmehr mit den Kindern<br />

die sogenannten „W-Fragen“ zu erörtern: Wie stellt Ihr<br />

Euch die eigene Lebenswirklichkeit im Beruf vor? Wie, wo<br />

und wann wollt Ihr arbeiten? Mit wem wollt Ihr den Beruf<br />

ausüben? Wo wollt Ihr als Mensch hin?<br />

Dass junge Menschen mit einem Studium und anschießendem<br />

Berufseinstieg ein ebenso erfülltes Leben<br />

führen können, sei natürlich auch möglich, so Schmitt,<br />

aber: „Wenn ein junger Mensch ein selbstbestimmtes,<br />

kreatives und erfolgreiches (Berufs-)Leben führen will,<br />

dann ist eine duale <strong>Ausbildung</strong> im Handwerk ein erfolgversprechender<br />

Weg. Dafür gebe ich eine Garantie.“ ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 29


Saskia Haardt-Cerff,<br />

Südwestfalen Agentur GmbH<br />

Newcomerin Nina Sondermann / Unternehmen Julian<br />

Nöll / Nöll Landschaft und Garten– Unternehmen und<br />

Nachwuchskräfte fi nden zusammen<br />

Mehr als nur eine Überbrückung<br />

„GAP YEAR SÜDWESTFALEN“<br />

– Ein Praxisjahr in der Region<br />

Christel Zidi<br />

Patrick Bonzel / Südwestfalen Agentur GmbH<br />

K<br />

aum etwas hilft einem jungen Menschen bei<br />

der Berufswahl mehr als praktische Berufserfahrung.<br />

Das Schulpraktikum ist bereits eine<br />

gute Möglichkeit. Aber was, wenn man in dieser Zeit nur<br />

festgestellt hat, dass es genau dieser Beruf doch nicht ist?<br />

Wer noch immer unsicher ist, für welchen Beruf er sich<br />

entscheiden soll, ist selten gut damit bedient, sich halbherzig<br />

für irgendeine <strong>Ausbildung</strong> zu entscheiden. Lieber lässt<br />

man sich mit der Berufswahl noch etwas Zeit und nutzt<br />

diese durch ein „Gap Year“, ein Überbrückungsjahr.<br />

Mit dem „Gap Year Südwestfalen“-Programm der<br />

Südwestfalen Agentur erhält man vielseitige Einblicke<br />

in unterschiedliche Unternehmen und verschiedene Arbeitsbereiche.<br />

Mit drei Praktika bei drei Top-Arbeitgebern<br />

kann man in neun Monaten jede Menge Praxiserfahrung<br />

sammeln. Mit einer umfassenden Betreuung und guter<br />

Vergütung. Nach dieser Zeit bleiben dann noch drei Monate,<br />

die man ganz nach Wunsch nutzen kann. Das Gap Year<br />

Südwestfalen startet jeweils zum 01. Juli eines Jahres und<br />

endet am 30. Juni des Folgejahres. Erste Praktika-Einsätze<br />

finden in der Regel ab August/September statt.<br />

Bewerben können sich Schulabgängerinnen und Schulabgänger<br />

…<br />

• die bis zum Beginn ihres ersten Gap Year Praktikums<br />

das 18. Lebensjahr vollendet haben oder<br />

• mit erfolgreichem Abschluss der gymnasialen Ober<br />

stufe oder<br />

• mit erfolgreichem Abschluss eines vollzeitschulischen<br />

Bildungsgangs des Berufskollegs.<br />

Saskia Haardt-Cerff betreut das Programm, gemeinsam<br />

mit Niklas Jung. Sie hat uns erklärt, wie das Bewerbungsund<br />

Auswahlverfahren abläuft: „Das Bewerbungsverfahren<br />

ist ganz einfach. Mit nur einer Online-Bewerbung kann<br />

man sich für mehrere Unternehmen gleichzeitig bewerben.<br />

Man gibt ganz einfach an, wieso man ein Gap Year machen<br />

möchte, welche Unternehmen einen interessieren und<br />

welche Berufseinblicke man dort gerne erwerben möchte.<br />

Die Bewerbungen werden dann an die ausgewählten Unternehmen<br />

weitergeleitet. Bei Interesse der Unternehmen<br />

koordiniert die Südwestfalen Agentur kurzweilige Bewerbungsgespräche,<br />

die in angenehmer Atmosphäre online<br />

30 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


stattfinden. Finden Unternehmen und Bewerber so zusammen,<br />

wird ein individuelles Praxisjahr nach den Wünschen<br />

der Bewerber zusammengestellt. Denn: jedes Gap Year ist<br />

einzigartig.“<br />

Und weiter berichtet Saskia Haardt-Cerff, was während<br />

des Jahres geboten wird: „Die Bewerber erhalten in den<br />

dreimonatigen Praktikumseinsätzen vielfältige Berufs- und<br />

Unternehmenseinblicke. Ein Rahmenprogramm ermöglicht<br />

den Teilnehmenden sich zu Beginn des Programmes<br />

kennenzulernen und im Laufe des Jahres ihre Erfahrungen<br />

untereinander auszutauschen. Zusätzlich wird ein Winterund<br />

Sommerevent geboten. Alle Veranstaltungen werden<br />

durch ein Persönlichkeitscoaching begleitet. Hier werden<br />

beispielsweise Themen wie Kommunikation, Durchhaltevermögen<br />

oder auch Körpersprache angesprochen – alles<br />

natürlich freiwillig, aber die Teilnehmenden fanden das<br />

Angebot immer toll. Zudem werden zweimal im Jahr<br />

weitere Treffen an einem attraktiven Ort in Südwestfalen<br />

angeboten, so kann zudem noch die eigene Region erkundet<br />

werden und man tauscht sich aus, wie das jeweilige<br />

„Jahr“ so verläuft.“<br />

Newcomer Robin Sondermann<br />

bei Effexx Unternehmensgruppe<br />

Derzeit bieten 35 Unternehmen Praktikumsplätze<br />

an. Die Unternehmen<br />

kommen aus verschiedenen<br />

Branchen: Industrie,<br />

Handwerk, Soziales, Gesundheit,<br />

Dienstleistung,<br />

IT und Verwaltung. Das<br />

Programm ist fortlaufend<br />

auf der Suche nach neuen<br />

Unternehmen. Auch die<br />

südwestfälischen Kreise<br />

und Kommunen wurden<br />

als Partner eingeladen ihre Betriebe<br />

vor Ort zum Mitmachen<br />

zu gewinnen: „Interessierte Arbeitgeber<br />

sind herzlichst eingeladen am Programm<br />

mitzuwirken, denn das Programm zahlt sich für beide Seiten<br />

aus“, so die Leiterin des Regionalmarketings.<br />

Das „Gap Year Südwestfalen“-Programm gibt es seit 2018<br />

und wurde auf Anregung der Utopia-Jugendkonferenz<br />

umgesetzt: „Der Wunsch junger Südwestfalen war es, die<br />

vielfältigen beruflichen Perspektiven in Südwestfalen erlebbarer<br />

zu machen und Unternehmen und junge Menschen<br />

auf eine andere Weise<br />

zusammenzubringen.<br />

Für das Regionalmarketing<br />

war dies eine<br />

Selbstverständlichkeit,<br />

denn das Programm<br />

trägt dazu<br />

bei, Nachwuchs<br />

und Fachkräfte<br />

in der Region zu<br />

binden“, so Saskia<br />

Haardt-Cerff. Durch<br />

die dreimonatigen<br />

Praktikumslaufzeiten<br />

können sich Unternehmen<br />

und Praktikanten noch besser<br />

kennenlernen, sich aufeinander einlassen und bestens<br />

ausloten, ob man zusammenpassen könnte. Und das mit<br />

Erfolg: „Das Programm hat dazu beigetragen, dass einige<br />

Teilnehmer bei einem der Unternehmen einen <strong>Ausbildung</strong>svertrag<br />

angenommen haben oder ein duales Studium<br />

begonnen haben“, freut sich die Projektmanagerin.<br />

„Anderen Teilnehmern wurden die Augen für die Vielfalt<br />

der <strong>Ausbildung</strong>sberufe und Betriebe in der Region geöffnet.<br />

Diese haben sich für eine <strong>Ausbildung</strong> und gegen ein<br />

Weggehen entschieden.“<br />

Das Programm, das fortlaufend evaluiert und gemeinsam<br />

mit den Unternehmen weiterentwickelt wird, stößt bei<br />

allen Seiten gleichermaßen auf positive Resonanz. Saskia<br />

Haardt-Cerff und Ihr Kollege Niklas Jung hoffen deshalb<br />

auf noch mehr Unternehmen, die mitmachen, „denn umso<br />

mehr Unternehmen dabei sind, umso erfolgreicher kann<br />

das Programm die jungen Menschen bei ihrer Berufsorientierung<br />

unterstützen.“ ■<br />

Mehr Informationen zum Programm unter:<br />

www.gapyear-suedwestfalen.com<br />

Newcomer Joshua Krawitz<br />

bei Andreas Schulte<br />

Bedachungen GmbH<br />

Die Bewerbungsmasken sind geöffnet. Bewerbungen<br />

sind nun fast ganzjährig geöffnet. Frühzeitige bungen zahlen sich<br />

Beweraus.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 31


Allein oder mit den Eltern zum Vorstellungsgespräch<br />

„<strong>WOLL</strong>EN SIE DIE STELLE<br />

ODER IHR KIND?“<br />

Christel Zidi<br />

Anke Kemper<br />

P<br />

ersonalsachbearbeiter haben im Laufe ihres<br />

Berufslebens sicherlich schon so manches<br />

erlebt. Bei Bewerbungen um einen <strong>Ausbildung</strong>splatz<br />

lässt das auffallend „erwachsenes“ Anschreiben<br />

eines 16-jährigen Bewerber auf Helikopter-<br />

Eltern schließen - oder auf einen besonders strebsamen<br />

Jugendlichen. Aufschlussreicher sind dann die Vorstellungsgespräche.<br />

Bewerber 1<br />

„Gucken Sie sich nur mal diese Zeichnungen<br />

an, echte Kunstwerke“, setzt sich Frau<br />

Schulte-Meier für ihren Sohn ein,<br />

„das müssen Sie doch auch zugeben.“<br />

Während die Mutter<br />

seine Kinderzeichnungen vorlegt, sitzt Sven-Thorsten<br />

zusammengesunken auf dem Bürostuhl zwischen den Eltern<br />

und verdreht die Augen. Ein leichter Knuff von der<br />

Seite und die lautlose, nur mit den Lippen der Mutter geformte<br />

Ansage: „Sitz gerade!“. Der Sachbearbeiter wendet<br />

sich direkt an den jungen Bewerber: „Warum möchtest Du<br />

denn diesen Beruf lernen?“ „Äh, ja, also…“ Das hat schon<br />

viel zu lange gedauert, Herr Meier springt ein: „Mein<br />

Sohn rechnet nämlich auch ganz gut. Das ist doch wichtig<br />

in Ihrer Firma. Kenn ich auch von mir. Wissen Sie,<br />

ich habe einen Handwerksbetrieb…“ Frau Schulte-Meier<br />

greift ein: „Hermann, das tut hier nicht zur Sache.“<br />

Und sie zählt weitere Eigenschaften<br />

ihres Sohnes auf: „Na, im<br />

32 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Sport ist unser Sven-Thorsten nicht so gut – hat er wohl<br />

von seinem Vater (zu dem sie stirnrunzelnd blickt). Aber<br />

er ist immer freundlich zu unseren Nachbarn, besonders<br />

zu der hübschen Frau Müller, die letzte Woche eingezogen<br />

ist.“ „Mama!!!“ - endlich auch ein Kommentar des Sohnemanns.<br />

„Stimmt doch“, ergänzt Frau Schulte Meier leise.<br />

„Der Sachbearbeiter macht sich Notizen: „Eltern sehr<br />

aktiv im Bewerbungsprozess. Bewerber eher zurückhaltend.“<br />

Plötzlich geht die Tür auf: der Firmenchef persönlich<br />

kommt herein: „Ach, Frau Schulte, Herr Schulte. Wie<br />

geht es Ihnen? Der Eichen-Parkettboden, den Ihre Leute<br />

verlegt haben, passt wirklich super in unser bescheidenes<br />

Zuhause. Bin sehr zufrieden.“ Schon wendet er sich wieder<br />

zur Tür, dreht sich aber noch einmal halb um und macht<br />

dem Sachbearbeiter ein zustimmendes Zeichen. Als die<br />

Familie Schulte sich wieder auf den Rückweg macht, sind<br />

sich die Eltern einig: „Siehst Du, war doch gut, dass wir<br />

mitgekommen sind.“ Und war doch gut, dass sie nicht auf<br />

die Frau am Telefon gehört haben, die fragte: „Wollen Sie<br />

jetzt die Stelle oder Ihr Kind?“<br />

Bewerber 2<br />

Felix, 16 Jahre alt. Ziemlich nervös sitzt er mit seiner dicken<br />

Bewerbungsmappe auf dem Flur. Schon eine halbe<br />

Stunde vor dem Termin war er da. Endlich wird er aufgerufen.<br />

Er spürt den Blick des Sachbearbeiters, der vom<br />

Scheitel bis zur Sohle geht. Markenklamotten besitzt er<br />

keine, aber seine Haare sind gekämmt, seine Kleidung sauber<br />

und ordentlich. Ein wenig einschüchternd wirkt sein<br />

Gegenüber schon. Aber was soll´s. „Wenn Du etwas erreichen<br />

willst, musst Du auch dafür kämpfen. Und kämpfen<br />

muss man meist allein. Gewöhn dich dran“, hatte ihm sein<br />

Vater mit auf den Weg gegeben. Ein wenig hätte er sich<br />

schon gewünscht, wenn er ihn wenigstens bis zur Firma<br />

gefahren hätte… Der Sachbearbeiter will wissen, warum<br />

er sich gerade für diesen Beruf entschieden hat. Und weil<br />

es sein Traumberuf ist, kann er ihm das auch ganz genau<br />

erklären. Die Worte sprudeln nur so aus ihm heraus,<br />

das Gesicht des Sachbearbeiters wird immer offener und<br />

freundlicher. Jetzt ist er es, der einen Zustimmungsvermerk<br />

auf die Akte setzt. ■<br />

GEHE<br />

DEINEN<br />

WEG<br />

mit<br />

Dein Tag – Deine Zukunft<br />

am 21.05.22 von 9:30-12:30 Uhr<br />

in der <strong>Ausbildung</strong>swerkstatt<br />

Für <strong>2023</strong> suchen wir:<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberufe:<br />

Industriekaufmann/-frau, Fachinformatiker/-in<br />

(Systemintegration oder Anwendungsentwicklung)<br />

Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement<br />

Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in,<br />

Werkstoffprüfer/-in, Werkzeugmechaniker/-in,<br />

Zerspanungsmechaniker/-in<br />

Duale Studiengänge:<br />

Maschinenbau, Wirtschaftsingeneurswesen, Betriebswirtschaftslehre<br />

und drei Studiengänge im Bereich Digitalisierung<br />

Bewirb dich unter dem Reiter "<strong>Karriere</strong>" auf unserer Homepage: www.mubea.com<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 33


Quelle: AdobeStock_277985361_tadamichi<br />

Kooperation von Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer:<br />

„Spurwechsel“ zeigt Perspektiven auf<br />

Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:<br />

Fast jeder dritte Studierende bricht vor allem an<br />

Universitäten das Studium ab. Das betrifft auch<br />

junge Erwachsene aus Akademikerfamilien, die offensichtlich<br />

unter besonderem Druck der Eltern stehen. „Es gibt<br />

einen großen Ehrgeiz unter Akademikern nach dem Motto:<br />

Wir haben alle studiert und Du studierst auch“, sagte Ricarda<br />

Steinmayr in einem Gespräch mit der WELT am 21.<br />

März 2021. Aber nicht alle Kinder seien in der Lage, eine<br />

akademische Laufbahn einzuschlagen. Die Eltern müssten<br />

auch die Kompetenzen der Kinder berücksichtigen, betont<br />

die Professorin für pädagogische Psychologie an der Technischen<br />

Universität Dortmund. „Es ist eine große Fehlannahme<br />

des Bildungsbürgertums, dass nur der eigene, akademische<br />

Weg zum Erfolg führt.“<br />

Auch wenn der sogenannte „Akademisierungswahn“ (Münchner<br />

Philosoph Julian Nida-Rümelin) weiter anhält, Industrie,<br />

Handwerk und Gewerbe haben längst das große Potenzial<br />

der Studienabbrecher erkannt. „Auch Studienabbrecher sind<br />

willkommen“, heißt es vermehrt in Stellenanzeigen der Betriebe.<br />

Die „Absteiger“ mit einer hohen schulischen Qualifikation<br />

können für die Wirtschaft ein attraktives Führungs- und<br />

Fachkräftepotenzial entwickeln. Und vor allem: Die jungen<br />

Paul Senske<br />

STUDIENAUSSTIEG AUCH ALS CHANCE<br />

Erwachsenen wissen nach dem Abbruch und dem vermeintlichen<br />

Abstieg, was sie wollen.<br />

Vor diesem Hintergrund und auch des Fachkräftemangels haben<br />

sich die Netzwerke „Spurwechsel“ gegründet. Im Hochsauerlandkreis<br />

und Kreis Soest wurde das Netzwerk – Agentur<br />

für Arbeit, Handwerkskammer und IHK – 2015 aus der Taufe<br />

gehoben. Es zeigt mit großem Erfolg Anschluss-Perspektiven<br />

auf und ermöglicht den vermeintlichen „Absteigern einen Aufstieg“.<br />

Studienfachwechsel, duale <strong>Ausbildung</strong>, duales Studium<br />

oder Seiteneinstieg: Die Palette der Angebote und Vermittlungen<br />

ist vielfältig. Viele Wege führen im breitgefächerten<br />

deutschen Bildungssystem zum beruflichen Erfolg: „<strong>Karriere</strong><br />

anders denken“, nach Enttäuschungen, die sich bietenden<br />

Chancen zu ergreifen und das eigene Potenzial zu entfalten,<br />

wie beim Spurwechsel. ■<br />

E-Mail <strong>HSK</strong>:<br />

Meschede.Spurwechsel-<strong>HSK</strong>@arbeitsagentur.de<br />

E-Mail Soest:<br />

Meschede-Soest.Spurwechsel-Kreis-Soest@arbeitsagentur.de<br />

E-Mail Olpe:<br />

Siegen.Navi@arbeitsagentur.de<br />

34 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Anzeige<br />

Kreishandwerkerschaft vereint 28 Innungen<br />

und 1.340 Mitglieds-Betriebe unter einem Dach<br />

HIER SCHLÄGT DAS<br />

HERZ DES HANDWERKS<br />

Paul Senske<br />

Kreishandwerkerschaft Hochsauerland<br />

Es<br />

ist eine starke Gemeinschaft starker<br />

Partner mit großer Strahlkraft: Die Kreishandwerkerschaft,<br />

das „Dach“ für 28 Innungen<br />

und rund 1.340 Handwerks-Betriebe als Mitglieder,<br />

gilt mit ihren Partnern als bedeutender Player<br />

in Wirtschaft und Gesellschaft des Hochsauerlandkreises.<br />

Hier schlägt das Herz des Handwerks. Die Kreishandwerkerschaft<br />

vertritt die grundsätzlichen, berufsständischen<br />

Interessen des heimischen Handwerks. Die<br />

Mitgliedschaft der Betriebe ist freiwillig, lohnt sich<br />

aber: „Wir bieten den Betrieben unserer Handwerksfamilie<br />

einen breiten Strauß an Dienstleistungen“,<br />

sagt Hauptgeschäftsführer Assessor jur. Jochem Hunecke.<br />

„Wir unterstützen die Innungen und Betriebe bei<br />

der Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben.“<br />

Hunecke ist ein erfahrener „Fuhrmann“, seit 35 Jahren<br />

im Amt, hat einen engen und vertraulichen Draht zu den<br />

Betrieben, den Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeistern,<br />

zur Politik, zur Verwaltung sowie zur Handwerkskammer,<br />

die die sogenannte Rechtsaufsicht ausübt.<br />

„Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft können es<br />

miteinander. Es ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“<br />

Hoher Organisationsgrad im Hochsauerlandkreis<br />

Ihn freut besonders der hohe Organisationsgrad der Betriebe<br />

in den 28 Innungen und damit im „Dach“ Kreishandwerkerschaft:<br />

„70 bis 80 Prozent der Betriebe mit<br />

den klassischen Berufen sind Mitglieder.“ Auch aus dieser<br />

quantitativen Sicht ist es eine starke Gemeinschaft. Am<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 35


stärksten vertreten sind die Betriebe der Tischlerinnung.<br />

Früher war die Anzahl der Innungen noch größer. „Die<br />

Damensticker- und Stricker-Innung beispielsweise hat sich<br />

im Sauerland aufgelöst. Ein weiteres Beispiel: Die heimische<br />

Schuhmacher-Innung ist in die Innung für Orthopädie-Schuhtechnik<br />

Rheinland/Westfalen übergegangen.“<br />

Als zentrale Aufgabe setzt sich die Kreishandwerkerschaft<br />

für die berufsständischen Interessen des Handwerks ein.<br />

Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels<br />

sowie der seit Jahren in mehreren Gewerken sinkenden<br />

<strong>Ausbildung</strong>szahlen hat die Kreishandwerkerschaft<br />

beispielsweise gemeinsam mit der Bäcker-Innung eine<br />

Imagekampagne für das stark betroffene Bäckerhandwerk<br />

gestartet. „Dass immer weniger junge Menschen eine <strong>Ausbildung</strong><br />

im Handwerk anstreben, ist ein großes Problem“,<br />

erläutert Hunecke. „Die geringen Zahlen haben auch<br />

Auswirkungen auf die Berufsschulstandorte im <strong>HSK</strong>.“<br />

Die Azubis im Fleischerhandwerk müssen zum Beispiel<br />

zum Berufsschulunterricht nach Dortmund fahren.<br />

Intensive individuelle Beratungen<br />

Neben dem allgemeinen Engagement für die Grundlagen<br />

und Interessen des Handwerks bietet die Kreishandwerkerschaft<br />

den Mitgliedern intensive individuelle Beratungen<br />

an. Ein Schwerpunkt ist die Rechtsberatung (u. a.<br />

Arbeitsrecht, Sozial- oder Verwaltungsrecht). „Bei Rechtsstreitigkeiten<br />

zwischen Betrieb und Kunde versuchen wir<br />

zu vermitteln und den Streit gütlich beizulegen“, so Hunecke.<br />

„Wir versuchen auch, die Betriebe vor aussichtslosen<br />

Prozessen zu bewahren.“<br />

„Wir bieten unseren Mitgliedern einen<br />

breiten Strauß an Dienstleistungen“<br />

(Jochem Hunecke)<br />

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Inkassoverfahren.<br />

Die Inkasso-Abteilung erspart ihren Kunden bei offenen<br />

Handwerkerrechnungen zeitintensive Schreibtischarbeit<br />

und kümmert sich um den Einzug der finanziellen Forderungen.<br />

„Bei Streitigkeiten mit hohen Geldforderungen,<br />

die vor Gericht landen, beraten wir unsere Mitglieder. Da<br />

wir aber nicht postulationsbefugt sind, also vor Amtsoder<br />

Landgerichten keine rechtswirksamen Handlungen<br />

vornehmen können, sind in diesen Fällen die zugelassenen<br />

Anwälte im Einsatz.“<br />

Was fachspezifische Fragen betrifft, so sind die Mitglieder<br />

der Innungen und der Kreishandwerkerschaft ebenfalls<br />

in besten Händen. Hinter den Innungen arbeiten Fachverbände<br />

(z. B. der Maler- und Lackiererinnungsverband<br />

Westfalen) mit ausgewiesenen Betriebs- und Fachberatern<br />

für die fachliche Expertise. Die Inanspruchnahme dieser<br />

Experten ist in der Mitgliedschaft enthalten. „Das ist ein<br />

riesiger Vorteil, ein echtes Pfund, das die Mitgliedschaft<br />

bietet.“<br />

Mitgliedschaft in den Innungen und<br />

der Kreishandwerkerschaft lohnt sich: Jochem Hunecke.<br />

Eine starke Gemeinschaft wie die Kreishandwerkerschaft<br />

ist weiterhin in der Lage, ihren Mitgliedern „einen Strauß<br />

von Vergünstigungen zu gewähren“, wie Hunecke es aus-<br />

36 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


In unserem Portal findest Du alle Innungs-<br />

Handwerksbetriebe in der Region und<br />

deren offenen <strong>Ausbildung</strong>splätze.<br />

drückt. „Wir haben eine Nachfrage-Macht.“ Ob Gruppenverträge<br />

wie für Versicherungen oder Strom: „Wir<br />

versuchen wirtschaftliche Vorteile für die Mitglieder zu<br />

erzielen.“<br />

Auch das Thema Fort- und Weiterbildung steht auf der<br />

Agenda. Schulungen über Änderungen u.a. im Werkvertrags-,<br />

Arbeits- oder Steuerrecht können die Betriebe<br />

in Anspruch nehmen. Gemeinsam mit der Handwerkskammer<br />

berät die Kreishandwerkerschaft über wichtige<br />

Themen wie die Nachfolgeregelung, die angesichts der<br />

Tatsache, dass die sogenannte Baby-Boomer-Generation<br />

langsam in Rente geht, manchen Betriebe Probleme<br />

bereitet. Auch um Auszubildende wird sich gekümmert.<br />

Beim „Azubi-Knigge“ geht es u. a. um Rechte und<br />

Pflichten, um zwischenmenschliche Kompetenzen oder<br />

einfach um die angemessene Kleidung am Arbeitsplatz.<br />

www.handwerk-hsk.de<br />

Auch hier findest du uns:<br />

Zur Förderung des Gemeinschaftsgeistes der Handwerkerfamilie<br />

organisiert die Kreishandwerkerschaft gesellige<br />

Zusammenkünfte wie Stammtische. Seit 1998<br />

gibt es den „Ball des Handwerks“, in ungeraden Jahren<br />

wird in Meschede-Enste ein Sommerfest gefeiert. „Die<br />

Handwerkerfamilie soll sich noch besser kennenlernen,<br />

die gegenseitige Wertschätzung ist ein wichtiges Gut“, so<br />

Hunecke. „Wir sind eine starke Gemeinschaft.“ ■<br />

NIMM DEINE<br />

SELBST IN DIE HAND!<br />

MACH EINE AUSBILDUNG<br />

IM HANDWERK<br />

AUSBILDUNG-<strong>HSK</strong>.DE<br />

Kreishandwerkerschaft Hochsauerland<br />

Enster Str. 11 • 59872 Meschede<br />

Tel.: 02 91 / 95 29 85-0<br />

Fax: 02 91 / 95 29 85-22<br />

E-Mail: zentrale@kh-hochsauerland.de<br />

www.kh-hochsauerland.de<br />

ANLAGENMECHANIKER SANITÄR-, HEIZUNGS- & KLIMATECHNIK<br />

FRISEUR · DACHDECKER · BÄCKER · ELEKTRONIKER<br />

TISCHLER · MAURER · MECHATRONIKER KÄLTETECHNIK<br />

METALLBAUER · MALER · ZIMMERER · KFZ – MECHATRONIKER<br />

FEINWERKMECHANIKER · FLEISCHER · U.V.M.<br />

FOLLOW US<br />

AUSBILDUNG_<strong>HSK</strong>.DE<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 37


Ein SHK-Azubi ist von Anfang an mitten im Geschehen<br />

ZUKUNFTSSICHER, ENERGIEEFFIZIENZ, SHK!<br />

MIT FINGERSPITZENGEFÜHL DEN<br />

KLIMAWANDEL VORANTREIBEN<br />

Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungsund<br />

Klimatechnik - ein Allroundtalent für alles,<br />

was mit Wasser, Wärme und Luft in Gebäuden<br />

zu tun hat.<br />

Modern, innovativ und vor allem zukunftssicher – dafür<br />

steht der Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs-<br />

und Klimatechnik (SHK). Und für noch vieles mehr,<br />

denn eine Baustelle mit viel Dreck und Schweiß, das war<br />

einmal. „Ein(e) Anlagenmechaniker/in SHK stattet Privathaushalte<br />

und Unternehmen sowie öffentliche Gebäude mit<br />

Heizungs- und Sanitäranlagen aus und betreut diese. Er<br />

sorgt dafür, dass Wasser aus den Armaturen fließt, montiert<br />

Heizungssysteme, nimmt Heizkessel in Betrieb und wartet<br />

diese fachgerecht“, erläutert Andreas Cloer, Obermeister der<br />

SHK-Innung Arnsberg. „Zusätzlich kümmert er sich mit<br />

modernster, digital unterstützter Technik um ganzheitliche<br />

Lösungen im Smart-Home-Bereich oder sorgt mit ressourcenschonenden<br />

Systemen wie Solaranlagen oder Wärmepumpen<br />

für mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.“<br />

ANLAGENMECHANIKER FÜR SANITÄR-, HEIZUNGS- UND KLIMATECHNIK (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

3,5 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie an der Berufsschule,<br />

überbetriebliche Schulungen<br />

am BBZ<br />

Während der <strong>Ausbildung</strong> lernt der Azubi das Installieren,<br />

Warten und auch die Beratung rund um das Thema SHK.<br />

So auch Salman Meyrai, jetzt im 3. <strong>Ausbildung</strong>sjahr bei der<br />

GEBRO HERWIG Haustechnik GmbH aus Arnsberg.<br />

2015 kam er aus Syrien nach Deutschland und hat sich 2019<br />

für eine <strong>Ausbildung</strong> im Handwerk entschieden. „Auf den<br />

Baustellen lerne ich alles rund um die Fachinstallation verschiedenster<br />

Geräte. Gleichzeitig hat mir die Zusammenarbeit<br />

mit meinen Kollegen und meinem „Paten“ (Geselle, der<br />

über die gesamte Lehrzeit Ansprechpartner ist) im Betrieb<br />

sehr geholfen, die deutsche Sprache schneller zu lernen.“ Ein<br />

SHK-Azubi ist von Anfang an mitten im Geschehen. In<br />

Teamarbeit, mit viel Sorgfalt und handwerklichem Geschick<br />

setzt er Pläne zu erneuerbaren Energien in die Tat um und<br />

trägt damit aktiv zum Klimawandel bei.<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> als Anlagenmechaniker/in ist eine gute<br />

Basis für eine zukunftssichere Berufslaufbahn. „Stellen Sie<br />

sich ein Gebäude ohne Heizung und ohne sanitäre Anlagen<br />

vor?“, gibt Franz-Josef Happel, Obermeister der SHK Innung<br />

Brilon/Meschede zu denken. „Als Fachkraft für Energieeffizienz<br />

trägt ein Anlagenmechaniker zur Senkung des<br />

CO2-Ausstoßes bei. Und unsere Gesellschaft wird immer<br />

älter, hier sind auch barrierefreie Bäder ein wichtiges Thema<br />

für die Zukunft. Genug Arbeit gibt es also immer!“ ■<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:<br />

(ab 1.3.<strong>2022</strong>):<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

1. Lehrjahr: 760,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 781,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 876,00 EUR<br />

4. Lehrjahr: 933,00 EUR<br />

Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik<br />

– Arnsberg / Brilon - Meschede<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.zeitzustarten.de<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>:<br />

www.ausbildung-hsk.de<br />

38 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Eine <strong>Ausbildung</strong> im Bäcker Handwerk<br />

DARF'S NOCH<br />

ETWAS MEHR SEIN?<br />

J<br />

eder liebt den Geruch von frisch gebackenen<br />

Brötchen. Warum dann nicht genau dort arbeiten,<br />

wo genau dieser entsteht? Berufe im Bäckerhandwerk<br />

haben eine sehr lange Tradition! Dennoch<br />

sind sie keineswegs altbacken. Ganz im Gegenteil!<br />

Back dich glücklich<br />

Die Bäcker-Lehrlinge erlernen ein traditionelles Handwerk,<br />

bei dem Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt<br />

sind. Gleichzeitig wird der Beruf von hochmodernen Maschinen<br />

begleitet, die viele Arbeitsschritte erleichtern und<br />

heute kaum noch aus dem Arbeitsalltag wegzudenken sind.<br />

„Ihr Kind ist kreativ, arbeitet gerne mit den Händen und<br />

freut sich am Ende des Tages zu sehen, was er/sie geschaffen<br />

hat? Dann ist der Beruf als Bäcker/in genau der Richtige.“,<br />

erklärt Peter Junker, Obermeister<br />

der Bäcker-Innung Hochsauerland.<br />

„Riechen, fühlen, schmecken – jeden<br />

Tag ist die Herstellung von<br />

leckereren, duftenden Lebensmitteln<br />

die Hauptaufgabe der<br />

Bäcker-Azubis.“<br />

Das Geheimnis des Lächelns<br />

Der Beruf des Bäckereifachverkäufers bietet einen abwechslungsreichen<br />

und sicheren Arbeitsplatz, der echte Teamplayer<br />

braucht und dabei gute Weiterbildungs- und <strong>Karriere</strong>möglichkeiten<br />

bietet. Im Verkauf sind die Fachverkäufer<br />

das Aushängeschild der Bäckerei und bewirken mit ihrer<br />

freundlichen Ausstrahlung und einer kommunikativen Art,<br />

dass die Kunden sich wohlfühlen und gerne wiederkommen.<br />

„Als Azubi ist es besonders wichtig, dass Ihr Kind<br />

ein freundliches Auftreten hat und gerne mit Menschen in<br />

Kontakt steht.“, so Obermeister Junker weiter. „Zu den täglichen<br />

Aufgaben gehören die Kundenberatung hinter dem<br />

Verkaufstresen aber auch die Zubereitung von Broten oder<br />

Kleingebäcken und das Anrichten in der Auslage. Gleichzeitig<br />

lernen die Auszubildenden wie ein Bäckerbetrieb aufgebaut<br />

und organisiert ist.“<br />

Leg noch einen drauf<br />

Mit einer erfolgreich abgeschlossenen <strong>Ausbildung</strong><br />

zum/r Bäcker/in oder Bäckereifachverkäufer/in wird<br />

eine solide Berufsausbildung absolviert, zahlreiche<br />

Kenntnisse und Fähigkeiten erlernt und in einer zukunftssicheren<br />

Branche gearbeitet. Aber auch nach<br />

der <strong>Ausbildung</strong> ist die Berufslaufbahn noch nicht zu<br />

Ende. Es gibt zahlreiche Seminare und Weiterbildungsmöglichkeiten<br />

in die unterschiedlichsten Richtungen. ■<br />

Dauer:<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:<br />

(ab 01.02.<strong>2022</strong>)<br />

BÄCKER/ FACHVERKÄUFER/IN:<br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

1. Lehrjahr: 680,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 755,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 885,00 EUR<br />

Deutsche Innungsbäcker<br />

Bäcker-Innung Hochsauerland<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.frisch-gebackene-azubis.de | www.back-dir-deine-zukunft.de<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>: www.ausbildung-hsk.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 39


Auch ein Teil des Baugewerbes:<br />

Die <strong>Ausbildung</strong><br />

zum Maurer.<br />

Eine <strong>Ausbildung</strong> im Baugewerbe<br />

FÜR TEAMPLAYER,<br />

DIE ANPACKEN UND<br />

MITDENKEN<br />

D<br />

as Baugewerbe gliedert sich in drei Haupt-<br />

Bereiche: Hochbau, Tiefbau und Ausbau.<br />

Aber was heißt das genau? Hochbau bezeichnet<br />

jede Art von Bauwerk, das in die Höhe geht, also Produktionshallen,<br />

Brücken oder Wohn- und Geschäftshäuser.<br />

Der Tiefbau führt Arbeiten unterhalb der Geländelinie<br />

aus, z.B. Tunnel oder Kanäle. Der Ausbau findet hauptsächlich<br />

im Inneren eines Baus statt, das sind z.B. Sanierungs-<br />

und Renovierungsmaßnahmen oder die Herstellung<br />

von Wand- und Deckenbekleidungen.<br />

Es gibt inzwischen über 20 verschiedene <strong>Ausbildung</strong>sberufe<br />

in der Bauwirtschaft. Angefangen von klassischen Berufen<br />

wie Maurer, Fliesenleger oder Straßenbauer über relativ neue<br />

Berufe wie Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer bis hin<br />

zu seltenen Berufen wie Gleisbauer. „<strong>Ausbildung</strong>sberufe auf<br />

dem Bau sind körperlich anstrengend. Deshalb sollten die<br />

potenziellen Azubis fit und körperlich belastbar sein“, berichtet<br />

Klaus Pöttgen, Obermeister der Baugewerbe Innung<br />

Arnsberg. „Aber auch technisches Interesse, handwerkliches<br />

Geschick, Genauigkeit und Sorgfalt sind wichtige Eigenschaften,<br />

die ein Azubi im Baugewerbe haben sollte.“ Ein<br />

Auszubildender am Bau gehört mit seiner <strong>Ausbildung</strong>-Vergütung<br />

zu den bestbezahlten Auszubildenden in Deutschland.<br />

Vielfältige Möglichkeiten<br />

Die Bauwirtschaft entwickelt sich rasant weiter und wird<br />

immer mehr zu einer innovativen Branche, die leistungsfähige,<br />

ressourceneffiziente und klimaangepasste Bauwerke und<br />

mit der entsprechenden Infrastruktur erbaut. „Neben den<br />

vielen spannenden Aufgaben der Bau-Berufe, bietet die Baubranche<br />

aber noch sehr viel mehr!“, betont Klaus Burmann,<br />

Obermeister der Baugewerbe-Innung Brilon/Meschede.<br />

„Die Zukunftsaussichten in der Baubranche sind sehr gut,<br />

denn gebaut wird schließlich immer und Handwerker werden<br />

fortwährend gebraucht.“ Die <strong>Ausbildung</strong> dauert in der<br />

Regel drei Jahre und bietet vielfältige Perspektiven für den<br />

weiteren Lebensweg. Die <strong>Ausbildung</strong> in Betrieb, Berufsschule<br />

und überbetrieblicher <strong>Ausbildung</strong>sstätte rüstet junge<br />

Menschen perfekt für ihren weiteren Berufsweg. Die Chancen,<br />

auf der <strong>Karriere</strong>leiter nach oben zu steigen, sind in der<br />

Bauwirtschaft hervorragend. Nach einigen Jahren Berufspraxis<br />

und speziellen Fortbildungslehrgängen kann sich der<br />

Geselle oder die Gesellin zur Vorarbeiter/in, Werkpolier/in<br />

oder geprüfte/r Polier/in weiterbilden. Durch die erfolgreich<br />

abgeschlossene Meisterprüfung eröffnet sich aber auch der<br />

Weg zum eigenen Unternehmen. Den Aufstiegsmöglichkeiten<br />

sind damit keine Grenzen gesetzt. ■<br />

BERUFE IM BAUGEWERBE* (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:o<br />

(ab 1.8.2021)<br />

40 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

überbetriebliche Lehrgänge am BBZ<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

1. Lehrjahr: 920,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 1.230,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 1.495,00 EUR<br />

Baugewerbe Innung – Arnsberg, Brilon/Meschede<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf: www.bauberufe.net<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>:<br />

www.ausbildung-hsk.de<br />

*Maurer, Straßenbauer, Fliesenleger, Stuckateur, Trockenbaumonteur,<br />

Beton- und Stahlbetonbauer, etc.


Überblick über die Dächer der Stadt<br />

IMMER WEITER HOCH HINAUS<br />

H<br />

eute ein Flachdach, morgen der Ausbau eines<br />

Dachgeschosses mit Wärmedämmung – die<br />

Hauptaufgabe eines Dachdecker-Azubis ist das<br />

jeweilige Dach wetterfest zu machen.<br />

„Jeden Tag hat der Azubi mit den verschiedensten Materialien<br />

zu tun“, erzählt Obermeister Ulrich Bathen, der Dachdecker<br />

Innung Arnsberg/Meschede. „So wird es auch nie<br />

langweilig.“ Die Aufgabenbereiche sind dabei sehr breit<br />

gefächert. Zum Beispiel decken Dachdecker Dächer und<br />

machen Außenwände mit unterschiedlichen Werkstoffen<br />

schick, sie dichten Flächen und Bauwerke ab oder führen<br />

Reparaturen durch. Ebenfalls stellen sie Holzkonstruktionen<br />

her und bringen Unterkonstruktionen und Vorrichtungen<br />

zur Ableitung von Oberflächenwasser an, bauen Sonnenkollektoren<br />

und photovoltaische Elemente ein oder errichten<br />

Blitzschutzanlagen. Handwerkliches Geschick ist für diesen<br />

Beruf eine wichtige Voraussetzung. Ein gewisses technisches<br />

Verständnis und mathematische Grundlagen sind ebenfalls<br />

von Vorteil. Der Beruf erfordert zudem körperliche Fitness<br />

und Schwindelfreiheit.<br />

DACHDECKER (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie und überbetriebliche<br />

Schulungen im Bildungszentrum<br />

des westfälischen Dachdeckerhandwerks,<br />

Eslohe<br />

Schwerpunkte festlegen<br />

Vor Beginn der <strong>Ausbildung</strong> legt der Azubi gemeinsam mit<br />

dem <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb seinen <strong>Ausbildung</strong>s-Schwerpunkt<br />

fest. Zur Wahl stehen Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik,<br />

Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an<br />

Dach und Wand oder Reetdachtechnik. „Die Vielfalt des<br />

Dachdeckerberufs ist es, die mich in meiner <strong>Ausbildung</strong> so<br />

begeistert aber auch das Arbeiten im Team macht mir sehr<br />

viel Spaß“, berichtet Fynn Eckert, Auszubildender im 2.<br />

Lehrjahr bei dem Dachdecker-Betrieb Aland aus Arnsberg.<br />

„Durch die direkte Zusammenarbeit mit dem Kollegen,<br />

fühle ich mich als Azubi von Anfang an integriert und bin<br />

motiviert jeden Tag mein Bestes zu geben. Wir können uns<br />

im Team 100%ig aufeinander verlassen und das ist bei unserem<br />

Beruf mehr als wichtig.“ Die dreijährige <strong>Ausbildung</strong><br />

findet in dem jeweiligen Dachdecker-Betrieb statt, die theoretisch-praktische<br />

<strong>Ausbildung</strong> parallel im Bildungszentrum<br />

des westfälischen Dachdeckerhandwerks in Eslohe. Während<br />

der <strong>Ausbildung</strong>szeit erfolgt eine Zwischenprüfung.<br />

Zum Ende der <strong>Ausbildung</strong> findet die Gesellenprüfung statt.<br />

„Nach dem Abschluss der <strong>Ausbildung</strong> kann die Gesellin<br />

oder der Geselle in unterschiedlichen Dachdecker-Betrieben<br />

arbeiten. Ein Dachdecker hat sehr gute Verdienstmöglichkeiten<br />

und Fachkräfte werden in unsere Branche händeringend<br />

gesucht“, betont Obermeister Werner Müthing von der<br />

Dachdecker-Innung Brilon. „Es gibt Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten,<br />

zum Beispiel eröffnen sich viele berufliche<br />

Perspektiven und beste Zukunftsaussichten.“ ■<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:<br />

(tariflich bis zum<br />

30.06.<strong>2022</strong>)<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschlus<br />

1. Lehrjahr: 780,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 940,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 1.200,00 EUR<br />

DACHDECKER INNUNGEN – Arnsberg/Meschede, Brilon<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.dachdeckerdeinberuf.de<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>: www.ausbildung-hsk.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 41


Eine <strong>Ausbildung</strong> im Fleischer-Handwerk<br />

FÜR RICHTIGE GESCHMACKSEXPERTEN<br />

UND VERKAUFSTALENTE<br />

Immer freundlich<br />

bei individueller<br />

Kundenberatung<br />

8:00<br />

Uhr in Deutschland – ein ganz<br />

normaler Morgen: Jetzt erstmal<br />

ein Mettbrötchen. Zu Mittag<br />

eine leckere Currywurst und abends wird mit Freunden<br />

gegrillt – was für viele Menschen ein normaler Tag<br />

ist, kann für einen Fleischer-Azubi zu einem spannenden<br />

und abwechslungsreichen Arbeitsalltag werden.<br />

Eine Fleischerin oder ein Fleischer ist der Experte für Wurstund<br />

Fleischwaren, Salate und Convenience-Produkte sowie<br />

für Zerlegung, Zubereitung, Präsentation und Verkauf.<br />

„Wir Innungsfleischer leben und lieben den Umgang mit<br />

hochwertigen Produkten und genau diese Leidenschaft für<br />

Kulinarik und Genuss möchten wir an unsere Auszubildenden<br />

weitergeben“, berichtet Heinrich Veh, Obermeister<br />

der Fleischer-Innung Hochsauerland. „Die Auszubildenden<br />

arbeiten von Anfang an im Team mit, denn nur zusammen<br />

kann man qualitativ hochwertige Produkte herstellen.“ In<br />

der 3-jährigen <strong>Ausbildung</strong>, die bei guter Leistung auch auf<br />

2,5 Jahre verkürzt werden kann, lernen die angehenden Fleischer<br />

alles über Wurst, Schinken, Fertiggerichten, Dry Aged<br />

Steaks und Grillspezialitäten wie z. B. Spieße, gefüllte Taschen,<br />

Gemüsesticks und Burger. „Nicht wenige „Foodies“,<br />

wie die jungen Fleischer auch genannt werden, entwickeln<br />

sich da schnell zum „Burgermeister“ und können bei privaten<br />

Grill-Events schnell glänzen“, so Obermeister Veh weiter.<br />

„Das dabei in der Berufsschule und der überbetrieblichen<br />

<strong>Ausbildung</strong> viel über Fleischherkunft, Beurteilung und<br />

Qualität gelernt wird ist ohnehin klar. Aber auch Lebensmittelrecht,<br />

Hygienekonzepte, Bewertung von Rezepturen<br />

sowie Kalkulation sind ein Teil der fachlichen <strong>Ausbildung</strong>.“<br />

Zusätzlich zum Beruf des Fleischers bietet das Fleischer-<br />

Handwerk den Beruf des Fachverkäufers im Lebensmittelhandwerk,<br />

Schwerpunkt Fleischerei an. Die 3-jährige<br />

<strong>Ausbildung</strong>, die ebenfalls unter bestimmten Umständen verkürzt<br />

werden kann, bietet einen abwechslungsreichen und<br />

sicheren Arbeitsplatz, der echte Teamplayer braucht. Denn<br />

neben der Kundenberatung und dem Wissen über die vielfältige<br />

Produktpalette, ist besonders eine tolle Warenpräsentation<br />

in der Thekenauslage gefordert. „Da gilt es auch mal<br />

kreativ zu sein“, betont Veh. „Z. B. bei der Herstellung von<br />

Buffetplatten oder kulinarischen Präsenten.“<br />

Nach dem Abschluss der <strong>Ausbildung</strong> kann als Gesellin oder<br />

Geselle in unterschiedlichen Betrieben gearbeitet werden<br />

und es gibt die Möglichkeit sich durch fachliche oder betriebswirtschaftliche<br />

Fortbildungen weiter zu spezialisieren,<br />

z. B. Koch, Meister, Betriebswirt des Handwerks oder<br />

Lebensmitteltechniker. ■<br />

FLEISCHER UND FACHVERKÄUFER (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

Abschluss: mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

Vergütung: 1. Lehrjahr: 650,00 EUR<br />

(ab 1.1.<strong>2022</strong>) 2. Lehrjahr: 750,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 1.000,00 EUR<br />

42 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

Fleischer-Innung Hochsauerland<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.fleischerberufe.de/<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>: www.ausbildung-hsk.de


Eine <strong>Ausbildung</strong> im Friseur-Handwerk kann<br />

zu mehr Selbstliebe beitragen<br />

Hier ist die<br />

Freude am<br />

schöpferischen<br />

Gestalten gefragt<br />

VIEL MEHR<br />

ALS NUR HAARE<br />

E<br />

in gutes Aussehen ist ein weitverbreitetes<br />

Bedürfnis des Menschen - es hilft, das Selbstbewusstsein<br />

zu heben und die Sicherheit im<br />

beruflichen wie im privaten Bereich zu stärken.<br />

Verantwortung. Beratungen im Salon, Waschen, Pflegen,<br />

Schneiden und Föhnen aber auch Haare tönen, färben und<br />

blondieren gehören zum Arbeitsalltag eines Friseur-Azubis.<br />

„Der richtige Umgang mit Kunden, die Kundenberatung<br />

und die genaue Verkaufstechnik werden ebenfalls während<br />

der 3-jährigen <strong>Ausbildung</strong>szeit erlernt“, berichtet Obermeister<br />

Werner Reuther von der Friseur-Innung Arnsberg. „Die<br />

<strong>Ausbildung</strong> umfasst aber nicht nur das Damen- und Herrenfach.<br />

Hinzukommen als wichtige Teilbereiche die Kosmetik<br />

und Nageldesign.“<br />

Wichtigste Voraussetzung für das Ergreifen des Friseurberufs<br />

ist die Freude am schöpferischen Gestalten, Interesse an<br />

aktuellen Trends und das richtige Einfühlungsvermögen. So<br />

berichtet auch Xenia Schmidt, Auszubildende im 3. Lehrjahr<br />

bei dem Friseur Cut´n More aus Brilon: „Das Schönste<br />

an meiner <strong>Ausbildung</strong> ist der direkte Kundenkontakt. Die<br />

Kunden schenken mir ihr Vertrauen (Haare) und ich bin<br />

dankbar, wenn ich sie dann mit meiner Arbeit glücklich machen<br />

kann.“ Nach einem Schulpraktikum ist Xenia Schmidt<br />

2019 in die <strong>Ausbildung</strong> gestartet. „Wir ermöglichen unseren<br />

Azubis wöchentliche Übungsabende, an denen sie wichtige<br />

Techniken außerhalb der täglichen Kundschaft erlernen.<br />

Danach haben sie eine bessere Sicherheit, wenn sie dann<br />

z.B. zum ersten Mal Kunden eigenständig die Haare schneiden“,<br />

betont Nicole Bunse, Inhaberin von Cut´n More und<br />

stellvertretende Obermeisterin der Friseur-Innung Brilon/<br />

Meschede.<br />

Die Berufsausbildung wird im dualen System im <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb<br />

und der Berufsschule durchgeführt. Während<br />

der <strong>Ausbildung</strong> wird eine Fachrichtung gewählt: pflegende<br />

Kosmetik/Visagistik, Langhaarfrisuren, Nageldesign/Nagelpflege<br />

oder Haarersatz/Coloration. „Der Beruf des Friseurs<br />

hat im Zeichen wachsenden Lebensstandards eine Zukunft<br />

wie kaum ein anderer“, berichtet auch Obermeister Ulrich<br />

Brieden von der Friseur-Innung Brilon/Meschede. „Aufstiegsmöglichkeiten<br />

sind daher in vielfältiger Weise vorhanden<br />

und somit bietet die Friseur-<strong>Ausbildung</strong> eine wichtige<br />

Basis für das spätere Berufsleben.“ ■<br />

FRISEUR (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:<br />

(ab 01.08.2021)<br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

1. Lehrjahr: 610,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 720,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 815,00 EUR<br />

Friseur-Innung Arnsberg + Brilon/Meschede<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.friseure-nrw.de<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>:<br />

www.ausbildung-hsk.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 43


Das Überprüfen der Kälte- und Klimaanlagen<br />

gehört zu den Aufgaben eines<br />

Mechatronikers für Kältetechnik<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum/zur Mechatroniker/in<br />

für Kältetechnik<br />

ANPACKER MIT<br />

TECHNIK-GEN GESUCHT<br />

D<br />

ie Branche der Kälte- und Klimatechnik<br />

glänzt seit vielen Jahren mit stetigem Wachstum,<br />

somit ist der Bedarf nach qualifizierten<br />

Mitarbeitern sehr groß. Der Fokus liegt auch immer<br />

mehr auf klimafreundlichen Wärmepumpen, um gleichzeitig<br />

den Klimaschutz im Auge zu behalten.<br />

„Wie der Begriff „Mechatronik“ schon erkennen lässt, besteht<br />

die <strong>Ausbildung</strong> zum Mechatroniker für Kältetechnik<br />

im aufregenden Spannungsverhältnis zwischen Mechanik<br />

und Elektronik“, berichtet Burkhard Rüßmann, Obermeister<br />

der Fachinnung für Kälte- und Klimatechnik für den<br />

Regierungsbezirk Arnsberg. „Die Azubis bauen, schrauben,<br />

bohren und arbeiten gleichzeitig mit modernster digitaler<br />

Technik. Ein Kältetechnik-Mechatroniker sorgt nicht nur<br />

dafür das Lebensmittel gekühlt, Büroräume klimatisiert<br />

oder Industrieunternehmen ohne Störungen produzieren<br />

können, sondern stellen auch Kälteanlagen für Medizin-,<br />

Pharma-, und Wellnessanwendungen bis -110 °Grad her.“<br />

Während der 3,5-jährigen <strong>Ausbildung</strong> lernt der Azubi, wie<br />

Kälte- und Klimaanlagen geplant, montiert, repariert und<br />

gewartet werden. Umfassende Kenntnisse in den Bereichen<br />

Metallbau, Elektronik, Energie- und Umwelttechnik wer-<br />

den ebenfalls erlernt. Ein weiterer wichtiger Punkt in der<br />

<strong>Ausbildung</strong>szeit ist die Beratung und Planung beim Kunden<br />

vor Ort.<br />

Wichtige Voraussetzungen für den <strong>Ausbildung</strong>sberuf sind<br />

ein naturwissenschaftliches Verständnis, hohe Einsatzbereitschaft,<br />

handwerkliche Begabung und ein gutes Organisations-<br />

und Planungsgeschick. „Ausfälle bei Kälte- und<br />

Klimaanlagen kommen meist plötzlich.“, betont Obermeister<br />

Rüßmann. „Da zählt jede Minute, denn es können z.B.<br />

Lebensmittel verderben oder lebensnotwendige OP-Säle<br />

nicht mehr benutzt werden, da sie nicht mehr über keimfreie<br />

Luft verfügen.“ Die duale <strong>Ausbildung</strong> findet parallel im Betrieb<br />

(Praxis) und in der Berufsschule statt (Theorie). „Sie ist<br />

eine gute Basis, um in der Technikbranche Fuß zu fassen“,<br />

so Burkhard Rüßmann weiter. „Nach einem erfolgreichen<br />

Abschluss der <strong>Ausbildung</strong> kann die Gesellin oder der Geselle<br />

in unterschiedlichen Betrieben arbeiten und sich durch<br />

fachliche oder betriebswirtschaftliche Fortbildungen weiter<br />

spezialisieren, z.B. zum Meister, staatl. geprüften Techniker,<br />

Bachelor oder Master.“ ■<br />

MECHATRONIKER FÜR KÄLTETECHNIK (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

3,5 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

Abschluss: mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

Vergütung: 1. Lehrjahr: 745,00 EUR<br />

(ab 1.8.2021) 2. Lehrjahr: 795,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 845,00 EUR<br />

4. Lehrjahr: 895,00 EUR<br />

44 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

FACHINNUNG FÜR KÄLTE- UND KLIMATECHNIK<br />

FÜR DEN REGIERUNGSBEZIRK ARNSBERG<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.der-coolste-job-der-welt.de<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>:<br />

www.ausbildung-hsk.de


<strong>Ausbildung</strong> zum/zur Land- und<br />

Baumaschinenmechatroniker/in<br />

TECHNIK-ALLROUNDER<br />

AUF DER ÜBERHOLSPUR<br />

D<br />

ie Landwirtschaft ernährt die Menschheit<br />

aber diese funktioniert nur mit der optimalen<br />

Landmaschinentechnik. Eine <strong>Ausbildung</strong><br />

zum/zur „Land- und Baumaschinenmechatroniker/in“<br />

richtet sich daher genau an die Jugendlichen, die fasziniert<br />

sind von den vielfältigen Funktionen von Hightech-<br />

Maschinen, Landmaschinen und Fahrzeugen mit Bordcomputern<br />

oder Hochleistungsmotoren.<br />

„Alle Maschinen und Geräte mit Motor, die draußen laufen<br />

und die kein Auto, Bus, Lkw oder Motorrad sind, werden<br />

von Land- und Baumaschinenmechatroniker gewartet“, erklärt<br />

Franz Peters, Obermeister der Innung für Land- und<br />

Baumaschinentechnik Südwestfalen. „In der Land-, Bauund<br />

Forstwirtschaft sind Fahrzeuge, Maschinen und Geräte<br />

im Einsatz, die das ganze Jahr über exakt und sicher funktionieren<br />

müssen. Daher sind Spezialisten gefragt, die die<br />

Wartungen, Instandhaltungen und Reparaturen durchführen.“<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> dauert 3,5 Jahre und findet im <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb<br />

(Praxis) sowie in der Berufsschule (Theorie)<br />

statt. Sie wird ergänzt durch überbetriebliche Kurse an<br />

Berufsbildungsstätten. Zu Beginn der <strong>Ausbildung</strong> wird ein<br />

Schwerpunkt festgelegt:<br />

Landmaschinen (z.B.<br />

Ackerschlepper,<br />

LAND- UND BAUMASCHINENMECHATRONIKER (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

3,5 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

+ überbetriebliche Schulungen<br />

am Berufsbildungszentrum<br />

Mähdrescher), Baumaschinen (z.B. Bagger, Kräne) oder<br />

Motorgeräte (Kleinmotoren, Rasenmäher, usw.).<br />

„Leidenschaft für Technik, analytisches Denken und handwerkliches<br />

Geschick sind die Grundvoraussetzungen für die<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum/zur Land- und Baumaschinenmechatroniker/in“,<br />

so Obermeister Peters weiter. „Ergänzend sollte man<br />

körperlich fit sein und gerne im Team arbeiten.“ Zu den täglichen<br />

Aufgaben gehören die Diagnose von Fehlern und Störungen<br />

in mechanischen, elektronischen, mechatronischen<br />

sowie pneumatischen und hydraulischen Systemen und die<br />

entsprechende Behebung.<br />

National und International<br />

Der Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers<br />

bietet hervorragende Zukunftsaussichten und <strong>Karriere</strong>möglichkeiten<br />

in den unterschiedlichen Fachbetrieben – national<br />

sowie international. Aber auch vielfältige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten<br />

z. B. zum/zur Servicetechniker/in<br />

oder zum/zur Meister/in sind im Anschluss an die Gesellenprüfung<br />

möglich. „Der perfekte Beruf für Technik-Freaks,<br />

der jeden Tag neue interessante Herausforderungen bietet,<br />

Natur und Hightech verbindet und durch innovativste Weiterentwicklungen<br />

fasziniert“, betont Franz Peters. „Interessierte<br />

sollten auf jedenfall ein Praktikum in einem unserer<br />

Fachbetriebe machen und sich live vor Ort von diesem spannenden<br />

Beruf überzeugen.“ ■<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:<br />

(ab 1.8.<strong>2022</strong>):<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

1. Lehrjahr: 635,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 650,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 710,00 EUR<br />

4. Lehrjahr: 745,00 EUR<br />

Innung für Land- und Baumaschinentechnik Südwestfalen<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.starke-typen.info<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>: www.ausbildung-hsk.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 45


Eine <strong>Ausbildung</strong> als KFZ-Mechatroniker<br />

MIT VOLLGAS<br />

IN DIE ZUKUNFT<br />

N<br />

ur schrauben war gestern, KFZ-Mechatroniker<br />

können auch HighTech - egal ob Sportwagen<br />

oder Elektroauto!<br />

Das Herz Ihres Kindes schlägt für Autos? Dann ist die<br />

<strong>Ausbildung</strong> als KFZ-Mechatroniker genau die Richtige.<br />

In der 3,5-jährigen <strong>Ausbildung</strong> arbeitet der Azubi in einem<br />

spannenden Umfeld und profitiert von echten Zukunftschancen,<br />

denn Autos entwickeln sich schnell weiter:<br />

Autonomes Fahren oder Digitalisierung sind da nur<br />

zwei von vielen spannenden Themen.<br />

Nicht nur Dreck und Öl<br />

Die Zukunft der KFZ-Mechatroniker<br />

sieht sehr positiv aus. „Der<br />

Schwerpunkt Elektrotechnik<br />

wird sich immer weiter<br />

in unserem Berufsfeld<br />

ausweiten“, so Winfried<br />

Guntermann,<br />

Obermeister der<br />

KFZ-Innung Meschede.<br />

„Früher<br />

wurde gesagt, ein<br />

KFZ-Mechaniker<br />

arbeitete nur mit<br />

Dreck und Öl, aber<br />

das ist absolut nicht<br />

mehr so. Die neuesten<br />

Techniken, die in den Autos verbaut werden, sind mehr als<br />

komplex. Ein wichtiger neuer Bestandteil der <strong>Ausbildung</strong><br />

ist die Elektromobilität sowie die neuesten Technologien<br />

rund um die Fahrzeugtechnik.“ Darüber hinaus kümmert<br />

sich ein KFZ-Azubi z.B. um die Wartungs-, Reparaturund<br />

Instandhaltungsarbeiten von Fahrzeugen am Motor,<br />

Fahrwerk, Bremsen, Abgasanlage, Elektronik oder auch<br />

Hochvoltantriebssystemen.<br />

Theorie und Praxis verbinden<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> findet in der KFZ-Werkstatt und parallel<br />

am Berufskolleg Berliner Platz in Arnsberg oder am<br />

Berufskolleg Olsberg statt. Zudem gibt es verschiedene<br />

überbetriebliche Schulungen am BBZ in Arnsberg. In der<br />

Berufsschule werden die <strong>Ausbildung</strong>sinhalte in einzelnen<br />

Lernfeldern unterrichtet. „Im Lernfeld „Diagnose“ lernen<br />

wir z.B. Fehler zu analysieren.“, erzählt Chantal Durrey<br />

aus dem Autohaus Prause in Arnsberg, wo sie im Januar<br />

diesen Jahres erfolgreich Ihre Gesellenprüfung bestanden<br />

hat. Ist es zum Beispiel ein Fehler im System oder ein defekter<br />

Antrieb? „Es ist super spannend, die erlernte Theorie<br />

direkt in der Werkstatt umzusetzen, so macht das Lernen<br />

viel mehr Spaß und man sieht direkt die Erfolge!“<br />

Stolz sein auf sein Werk<br />

Ein typischer Arbeitstag beginnt um 8.00 Uhr. In der<br />

KFZ-Werkstatt werden die Aufträge an die Mitarbeiter<br />

verteilt und Aufgaben zugeteilt. „Im 1. Lehrjahr schaut


man als Azubi eher bei den verschiedenen Tätigkeiten zu<br />

und probiert bestmögliche Hilfestellungen zu geben.“, berichtet<br />

Frau Durrey. „Aber je weiter die <strong>Ausbildung</strong> voran<br />

geht, desto mehr konnte ich eigenständig arbeiten. Ich<br />

durfte bereits im ersten Lehrjahr Zahnriemen wechseln<br />

oder einen Motor instand setzen. Am Ende des Tages ist<br />

man dann schon sehr stolz auf sein Werk.“ Nach dem ersten<br />

Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung in einem der fünf<br />

Schwerpunkte. Zur Wahl stehen dabei: Personenkraftwagentechnik,<br />

Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, System-<br />

und Hochvolttechnik oder Karosserietechnik.<br />

passender Beruf für Ihr Kind ist, schlagen wir immer vor<br />

ein Praktikum zu machen. Dadurch erlangt man schon<br />

erste Einblicke in den Beruf und sieht direkt, ob die Arbeit<br />

einen interessiert. Der Arbeitsmarkt KFZ-Mechatroniker-Gesellen<br />

sieht sehr gut aus und Facharbeiter werden<br />

überall gesucht“, so Jens Prause, Obermeister der KFZ-Innung<br />

Arnsberg weiter. „Somit steht einer <strong>Ausbildung</strong> zum<br />

KFZ-Mechatroniker fast nichts mehr im Wege. Also ab<br />

mit Vollgas in die Zukunft.“ ■<br />

Spaß an Autos<br />

„Eine Voraussetzung für die <strong>Ausbildung</strong> ist auch<br />

körperliche Belastbarkeit, da es trotz modernster<br />

Technik noch immer Arbeitsbereiche gibt, in<br />

denen Körperkraft gefordert ist“, erläutert Obermeister<br />

Josef Götte von der KFZ-Innung Brilon.<br />

Gleichzeitig dazu sollte der Azubi ein gutes technisches<br />

Verständnis vorweisen, generell Spaß an<br />

Autos haben. Ebenfalls spielt die Kommunikation<br />

mit den Kunden und Kollegen bei diesem Berufsbild<br />

eine wichtige Rolle. Die Zukunftsaussichten<br />

für KFZ-Mechatroniker-Gesellen sehen sehr positiv<br />

aus. Nach dem erfolgreichen Abschluss der <strong>Ausbildung</strong><br />

gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, z.B. den KFZ-<br />

Mechatroniker-Meister oder Betriebswirt des Handwerks.<br />

„Um genau zu wissen, ob der KFZ-Mechatroniker ein<br />

KFZ-MECHATRONIKER (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:<br />

(ab 01.08.<strong>2022</strong>)<br />

3,5 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

+ überbetriebliche Schulungen<br />

am Berufsbildungszentrum<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

Gute Noten in MINT-Fächern<br />

1. Lehrjahr: 760,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 800,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 895,00 EUR<br />

4. Lehrjahr: 985,00 EUR<br />

KFZ-GEWERBE INNUNGEN – Arnsberg, Brilon, Meschede<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.wasmitautos.com<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>:<br />

www.ausbildung-hsk.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 47


Eine <strong>Ausbildung</strong> im Maler- und<br />

Lackiererhandwerk<br />

FÜR MEHR FARBE<br />

IM LEBEN<br />

H<br />

ier wird nicht nur gestrichen,<br />

lackiert und tapeziert! Maler und Lackierer<br />

gestalten Außen- und Innenbereiche<br />

und verpassen Decken, Wänden, Fußböden, Fassaden<br />

oder ganzen Gebäuden einen neuen Look.<br />

Die 3-jährige <strong>Ausbildung</strong> wird in fünf verschiedenen Fachrichtungen<br />

angeboten: Ausbautechnik und Oberflächengestaltung,<br />

Energieeffizienz und Gestaltungstechnik, Bauten-<br />

und Korrosionsschutz, Gestaltung und Instandhaltung<br />

sowie Kirchenmalerei und Denkmalpflege.<br />

„Während der <strong>Ausbildung</strong> wird täglich der Pinsel geschwungen,<br />

aber natürlich auch die Schulbank gedrückt“, erzählt<br />

Stefan Schreckenberg, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung<br />

Brilon/Meschede. „Die Azubis lernen während<br />

der <strong>Ausbildung</strong>szeit die verschiedenen Arbeitsmethoden,<br />

Farben, Materialien und Bausubstanzen kennen und lernen<br />

zu entscheiden, welche Herangehensweise bei den jeweiligen<br />

Aufträgen zu wählen ist.“ Die <strong>Ausbildung</strong> findet in der Berufsschulte<br />

(Theorie), im <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb (Praxis) und<br />

in der Lehrwerkstatt (Praxis + Theorie) statt. Der Arbeitsalltag<br />

eines Malers und Lackierers ist sehr vielfältig und<br />

bietet viel Abwechslung. Wichtige Voraussetzungen für die<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Maler und Lackierer sind handwerkliches<br />

Geschick, technische Fertigkeiten und ein guter Sinn für<br />

Design und Farben. Mathematische Grundkenntnisse z. B.<br />

für die Mengenberechnung und der Anfertigung von Farbmischungen<br />

und auch eine gewisse körperliche Belastbarkeit<br />

bieten ebenfalls eine gute Basis für die <strong>Ausbildung</strong>.<br />

Praxis und Theorie verbinden<br />

„Im Betrieb lernt der Azubi die praktischen Fertigkeiten<br />

und wird in den betrieblichen Arbeitsablauf direkt mit eingebunden.<br />

Dabei geht er mit auf die Baustellen und arbeitet<br />

zusammen mit den Gesellen und Meistern“, so Obermeister<br />

Schreckenberg weiter. „Das Gestalten von kundenorientierten<br />

Arbeitsprozessen, das Planen, Vorbereiten und Organisieren<br />

von Arbeitsaufgaben oder das Durchführen von Putz-,<br />

Dämm- und Trockenbauarbeiten gehört zu den täglichen<br />

Aufgaben eines Maler- und Lackierer-Azubis.“ Nach dem erfolgreichen<br />

Abschluss der <strong>Ausbildung</strong> kann ein Maler- und<br />

Lackierer-Geselle in verschiedenen Handwerksbetrieben<br />

arbeiten. Zusätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten der<br />

Weiterbildung, z.B. zum Maler- und Lackierermeister. Aber<br />

auch eine Fortbildung zum Gebäudeenergieberater, kann<br />

eine spannende Alternative sein. Der Gebäudeenergieberater<br />

berät z. B. Hauseigentümer, wie sie ihre Gebäude am besten<br />

klimafreundlich umbauen lassen können. So trägt man direkt<br />

zum Klimaschutz bei. „Der Arbeitsmarkt für Maler und<br />

Lackierer-Gesellen sieht sehr gut aus und Facharbeiter werden<br />

überall dringend gesucht“, betont Stefan Schreckenberg. ■<br />

MALER UND LACKIERER (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

überbetriebliche Lehrgänge am BBZ<br />

Abschluss: mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

Vergütung: 1. Lehrjahr: 740,00 EUR<br />

(ab 1.8.<strong>2022</strong>)<br />

2. Lehrjahr: 815,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 980,00 EUR<br />

48 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

Maler- und Lackierer-Innung – Brilon/Meschede<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.werde-maler.de<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>:<br />

www.ausbildung-hsk.de


Zimmer/in - ein besonderer Beruf mit uralter Tradition<br />

KOMM MIT AUF DEN<br />

RICHTIGEN HOLZWEG<br />

Ronja Schneider ist Auszubildende im 2. Jahr<br />

Während der dreijährigen Zimmerer-<strong>Ausbildung</strong> werden<br />

anspruchsvolle Holzbauten für z.B. Wohnhäuser, Schulen<br />

oder große Industriebauten geschaffen. Dazu wird täglich<br />

mit den verschiedensten Holzmaterialien und Baustoffen<br />

gearbeitet. „Aber auch bei Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen,<br />

bei Sanierungen von Fachwerkhäusern<br />

oder bei größeren Ingenieurbauwerken sind die Fähigkeiten<br />

und Fertigkeiten eines Zimmerers gefragt“, ergänzt Richard<br />

Greitemann, Obermeister der Zimmerer-Innung Hochsauerland.<br />

„Mit Holz geht einfach (fast) alles!“<br />

Selbständig arbeiten und gemeinsam anpacken<br />

„Ein Zimmerer-Azubi muss aus stabilem Holz geschnitzt<br />

sein, bei komplizierten Bauplänen durchblicken und sich<br />

Zeichnungen räumlich vorstellen können“, berichtet Obermeister<br />

Greitemann weiter. „Längst hat auch der Computer<br />

Einzug in unsere Holzbaubetriebe gehalten. Er hilft bei der<br />

Erstellung technischer Zeichnungen oder bei CNC-gesteuerten<br />

Maschinen für die Fertigung von Bauteilen.“ Holzhäuser<br />

sind wieder sehr gefragt; hier verbinden<br />

sich altes Wissen mit<br />

nachhaltigem Denken.<br />

Die klimagerechte<br />

ZIMMERER (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie an der Berufsschule<br />

Meschede, überbetriebliche<br />

Schulungen am BBZ<br />

Verbesserung der Wärmedämmung im Fassaden-, Wandund<br />

Dachbereich sowie die Deckung von Dächern stellen<br />

die Zimmerer immer wieder vor neue Herausforderungen.<br />

Dabei ist der Zimmerer ein wahrer Experte auf den Gebieten<br />

des energiesparenden Bauens, Sanierens, Renovierens und<br />

bei dem Einsatz von nachhaltigen Baustoffen.<br />

Die Zukunft des Berufs ist gesichert, die Branche blickt positiv<br />

in die Zukunft. Auch Ronja Schneider, Auszubildende<br />

im 2. Jahr beim Zimmererbetrieb „Wiese und Heckmann“<br />

in Olsberg: „Ich habe schon an vielen spannenden Aufträgen<br />

mitarbeiten dürfen. Die verschiedenen Tätigkeiten eines<br />

Zimmerers konnte ich mir vor Beginn der <strong>Ausbildung</strong> gar<br />

nicht so richtig vorstellen. Umso begeisterter bin ich, wie<br />

spannend und abwechslungsreich die <strong>Ausbildung</strong> ist.“ Teilweise<br />

durfte sie schon eigene Kundenaufträge komplett abarbeiten:<br />

“Das macht mich natürlich sehr stolz. Ich freue<br />

mich jeden Abend zu sehen, was ich während des Tages mit<br />

meinen Händen geschaffen habe.“<br />

Die Balken, die die Welt bedeuten<br />

„Nach erfolgreichem Abschluss der Zimmerer-<strong>Ausbildung</strong><br />

kann der Geselle oder die Gesellin sich zum Beispiel zum<br />

Zimmererpolier oder Vorarbeiter weiterbilden, den Meistertitel<br />

erwerben, Restaurator werden oder auch ein Studium<br />

beginnen (z. B. Bauingenieurwesen, Architektur, Holztechnik)“,<br />

erklärt Obermeister Greitemann weiter. „Den <strong>Karriere</strong>chancen<br />

sind keine Grenzen gesetzt.“ ■<br />

Abschluss:<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschlus<br />

Vergütung:<br />

(ab 1.4.<strong>2022</strong>)<br />

1. Lehrjahr: 736,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 984,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 1.196,00 EUR<br />

ZIMMERER INNUNG – Hochsauerlandkreis<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

https://www.bauberufe.net/zimmerer.html<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>: www.ausbildung-hsk.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 49


Zwischen modernsten CNC-Maschinen<br />

und traditionellen Werkzeugen<br />

DAS MULTI-TALENT<br />

UNTER DEN<br />

HANDWERKERN<br />

E<br />

gal wohin man schaut, überall findet man<br />

Tischlerprodukte - ob zu Hause in den eigenen<br />

vier Wänden, in öffentlichen Gebäuden und Geschäften,<br />

bei Messen oder in Restaurants – die Menschen<br />

setzen auf Qualitätsarbeit vom Tischler.<br />

„Die Tischler-<strong>Ausbildung</strong> gehört nicht ohne Grund zu<br />

den beliebtesten Handwerk-<strong>Ausbildung</strong>en in Deutschland.<br />

Denn Auszubildende im Tischlerhandwerk können bereits<br />

früh an Kundenaufträgen mitwirken. Sie lernen direkt die<br />

gesamte Palette der verschiedensten Tätigkeitsbereiche ihrer<br />

Betriebe kennen. Sie helfen bei der Planung, Fertigung,<br />

Lieferung und Montage von zum Beispiel Fenstern, Türen,<br />

Wintergärten, Inneneinrichtungen und -ausbauten, Möbeln,<br />

Objekteinrichtungen oder Messebauten.“, berichtet<br />

Jürgen Bröker, Obermeister der Tischler-Innung Hochsauerland.<br />

„Ein Tischler verbindet handwerkliches Geschick mit<br />

Kreativität. Das macht den Beruf so spannend.“ Während<br />

TISCHLER (M/W/D):<br />

Dauer:<br />

Abschluss:<br />

Vergütung:<br />

(ab 01.01.<strong>2022</strong>)<br />

3 Jahre<br />

Praxis im Betrieb<br />

Theorie in der Berufsschule<br />

mind. guter Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss<br />

1. Lehrjahr: 700,00 EUR<br />

2. Lehrjahr: 810,00 EUR<br />

3. Lehrjahr: 910,00 EUR<br />

der 3-jährigen <strong>Ausbildung</strong> lernen die Tischler-Azubis<br />

Arbeitsabläufe zu planen und vorzubereiten, Erzeugnisse<br />

nach gestalterischen und funktionalen Gesichtspunkten<br />

zu entwerfen, zu zeichnen und zu fertigen. Der<br />

Werkstoff Holz ist dabei das wichtigste Element: nachhaltig,<br />

regional und somit zukunftsorientiert. Die richtige Auswahl<br />

der Holz- und Holzwerkstoffe und die Verarbeitung von<br />

Furnieren, Kunststoffen, Glas oder Metall lernen Auszubildende<br />

ebenfalls von Anfang an.<br />

Langweilig wird es bestimmt nicht<br />

In der <strong>Ausbildung</strong> lernt der Azubi mit einer Vielzahl von<br />

Werkzeugen umzugehen, vom einfachen Stemmeisen bis<br />

zur computergesteuerten Hightech-CNC-Fräse, auch branchenspezifische<br />

Planungs- und Konstruktionssoftware<br />

kommen zum Einsatz. In der Werkstatt ist vor allem Teamarbeit<br />

gefragt. Gute Kommunikations- und Teamfähigkeit<br />

ist eine wichtige Voraussetzung für die <strong>Ausbildung</strong> zum<br />

Tischler aber auch handwerkliches Geschick, räumliches<br />

Vorstellungsvermögen und Freude am Umgang mit dem<br />

Werkstoff Holz. „Meistens werden die Produkte persönlich<br />

50 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Fotoquelle: Tischlerei Beule,<br />

Kreishandwerkerschaft<br />

zum Kunden geliefert und dort eingebaut beziehungsweise<br />

aufgestellt.“, erzählt Obermeister Bröker weiter. „Der Tischler-Azubi<br />

ist also nicht ständig in der Werkstatt, sondern<br />

auch mal beim Kunden direkt vor Ort.“<br />

Praktische <strong>Ausbildung</strong> steht im Mittelpunkt<br />

„Tischlerbetriebe bilden sehr gerne aus, auch weil<br />

wir weiterhin gute Fachkräfte brauchen.“, betont<br />

Obermeister Bröker. Die Tischer-<strong>Ausbildung</strong><br />

findet im dualen System statt, das heißt parallel<br />

im <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb und in der Berufsschule.<br />

Zusätzlich dazu gibt es überbetriebliche<br />

Lehrgänge. Im Schulunterricht lernt der Azubi<br />

die Materialien, Arbeitsverfahren, Technologien<br />

und handwerklichen Konstruktionen noch besser<br />

kennen. Es wird auch das Lesen und Erstellen<br />

von Skizzen und Zeichnungen sowie das notwendige<br />

mathematische Rüstzeug vermittelt. Vor Beginn einer<br />

<strong>Ausbildung</strong> im Tischler-Handwerk empfiehlt es sich, ein<br />

Praktikum in einer Werkstatt zu absolvieren, um festzustellen,<br />

ob Erwartungen und Realität übereinstimmen. So<br />

hat es auch Madlen Beckmann, Tischler-Auszubildende im<br />

2. Lehrjahr bei der Tischlerei Beule aus Brilon gemacht.<br />

„Nach meinem Fach-Abitur mit dem Schwerpunkt Kunst<br />

habe ich mich bewusst für eine <strong>Ausbildung</strong> als Tischlerin<br />

entschieden. Ich wollte unbedingt etwas mit meinen eigenen<br />

Händen schaffen und stolz darauf sein, was ich eigenständig<br />

erstellt habe“, berichtete Madlen Beckmann. „Dass<br />

ich meine Kreativität im Tischler-Handwerk ausleben kann,<br />

ist mein besonderes Highlight während meiner <strong>Ausbildung</strong>.<br />

Aber auch der Grundlehrgang zu Beginn der <strong>Ausbildung</strong>,<br />

wo wir die Grundlagenfertigkeiten, den sicheren Umgang<br />

mit Maschinen und die Veredelung von Oberflächen gelernt<br />

haben, hat mir direkt gezeigt, hier fühle ich mich wohl, das<br />

möchte ich machen.“<br />

Individuelles Gesellenstück<br />

Nach der 3-jährigen <strong>Ausbildung</strong> findet die Abschlussprüfung<br />

statt. Diese besteht zum einem aus den theoretischen<br />

Prüfungen und zum anderen aus dem praktischen Teil. Dabei<br />

ist der Höhepunkt das eigene Gesellenstück. „Der Azubi<br />

erstellt sein Gesellenstück von der ersten Idee über die optimale<br />

Konstruktion bis zum perfekten Finish eigenständig.<br />

Er entscheidet selbstständig, was sein Gesellenstück werden<br />

soll, welches Material verwendet und wie es bearbeitet wird.<br />

Planung, Konstruktion, Fertigung, alles liegt in der eigenen<br />

Verantwortung.“, erzählt Jürgen Bröker weiter. „Das ist eine<br />

große Herausforderung und gleichzeitig eine großartige<br />

Chance, zu zeigen, was man alles gelernt hat.“ Eine Besonderheit<br />

im Tischler-Handwerk ist der Gestaltungswettbewerb<br />

„Die Gute Form“. Dieser zeichnet jedes Jahr exzellent<br />

gestaltete Gesellenstücke im Tischlerhandwerk aus. „Der<br />

Landeswettbewerb zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass der Beruf<br />

des Tischlers spannend ist und nie langweilig wird. Die<br />

vielen verschiedenen Möglichkeiten, die der Werkstoff Holz<br />

bietet, setzt der eigenen Kreativität keine Grenzen“, freut sich<br />

Obermeister Bröker. Auch nach erfolgreichem Abschluss der<br />

Berufsausbildung ergeben sich eine ganze Reihe von Fortund<br />

Weiterbildungsmöglichkeiten. z.B. zum Tischlermeister/in<br />

oder auch als Betriebswirt des Handwerks. ■<br />

Tischler Innung Hochsauerland<br />

Weitere Informationen zum <strong>Ausbildung</strong>sberuf:<br />

www.born2btischler.de<br />

Offene <strong>Ausbildung</strong>sstellen im <strong>HSK</strong>:<br />

www.ausbildung-hsk.de<br />

Fotoquelle: Tischler NRW<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 51


Jochem Hunecke: 35 Jahre Hauptgeschäftsführer<br />

und fasziniert vom Handwerk<br />

„VIELFÄLTIG, SPANNEND UND<br />

IM STETIGEN WANDEL“<br />

Paul Senske<br />

Vanessa Schulte<br />

Jochem Hunecke vor dem Gebäude der Kreishandwerkerschaft - seinem “Baby”<br />

E<br />

igentlich wollte er Rechtsanwalt werden, doch eine von seiner Frau Sonja „entdeckte“ Anzeige<br />

der Kreishandwerkerschaft verhalf ihm zu seinem „Traumberuf“. Der Arnsberger Jochem Hunecke<br />

bewarb sich auf die freie Stelle als Geschäftsführer für den Alt-Kreis Arnsberg, tippte die Bewerbung<br />

noch auf der Schreibmaschine und wurde vom Vorstand der Kreishandwerkerschaft eingestellt. Das war 1987,<br />

der Volljurist Hunecke 29 Jahre jung. „Wenn es diesen Job bei der Kreishandwerkerschaft nicht geben würde,<br />

hätte er für mich erfunden werden müssen.“<br />

52 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Seit 35 Jahren leitet Hauptgeschäftsführer Assessor jur.<br />

Jochem Hunecke, so die offizielle Bezeichnung, mit einem<br />

engagierten Team inzwischen die Kreishandwerkerschaft.<br />

Kreishandwerksmeister ist der Elektrotechnikmeister<br />

Hans-Josef Berkenkopf aus Hallenberg.<br />

„Die Arbeit füllt mich voll aus und bereitet mir Spaß<br />

und Freude“, betont Hunecke. „Das Handwerk ist<br />

vielfältig, spannend und in einem stetigen Wandel. Die<br />

Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister, mit denen<br />

wir arbeiten, sind gestandene Persönlichkeiten, mit<br />

ihnen kann man außergewöhnlich gut umgehen und<br />

arbeiten. Sie tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter und engagieren sich auch ehrenamtlich<br />

für die Gesellschaft.“<br />

“Leidenschaftlicher” Arnsberger<br />

Wenn der gebürtige und „leidenschaftliche“ Arnsberger<br />

über seinen Beruf spricht, dann öffnet sich<br />

sein Herz: „Wenn man will, so ist die Kreishandwerkerschaft<br />

mein Baby.“ Vor allem organisatorisch<br />

gab es zu Beginn seiner Tätigkeit eine Menge zu tun.<br />

Die kommunale Neugliederung der drei Altkreise Arnsberg,<br />

Meschede und Brilon zum Hochsauerlandkreis<br />

war 1975 erfolgt. Die Kreishandwerkerschaft arbeitete<br />

„Die Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister,<br />

mit denen wir zusammenarbeiten,<br />

sind gestandene Persönlichkeiten“<br />

(Jochem Hunecke)<br />

damals noch in den drei Geschäftsstellen in Arnsberg,<br />

Meschede und Bigge-Olsberg - in den drei Altkreisen.<br />

Natürlich musste bei der Zusammenführung auch<br />

Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Wichtig war,<br />

dass wir schließlich in einem Gebilde an einer zentralen<br />

Stelle zusammengewachsen sind.“ 2005 war es so weit,<br />

die Kreishandwerkerschaft bezog ihren zentralen Sitz in<br />

Meschede-Enste – in ein funktionales und architektonisch<br />

anspruchsvolles Gebäude als gemeinsame Heimat<br />

für die Handwerkerfamilie des Kreises.<br />

Beim Blick zurück spricht Hunecke über eine (weitere)<br />

„Herzenssache“, die <strong>Ausbildung</strong> junger Menschen.<br />

„Während die Betriebe heute um den Nachwuchs ringen,<br />

war es vor 20 Jahren genau umgekehrt. Damals gab es viele<br />

junge Leute ohne <strong>Ausbildung</strong>splatz“, erinnert sich Hunecke.<br />

„Wir sind in die Betriebe gefahren und haben um<br />

<strong>Ausbildung</strong>splätze gekämpft.“ Denn - so der 64-Jährige<br />

- eine abgeschlossene <strong>Ausbildung</strong> in einen Beruf, der<br />

Freude bereitet, ist eine Garantie für ein erfülltes Leben.<br />

„Die Möglichkeiten, die nach einem Abschluss im<br />

Handwerk bestehen, sind phänomenal gut.“<br />

Der Hauptgeschäftsführer lebt für seinen „Traumberuf“<br />

Wie viele der Handwerksmeister und Betriebschefs<br />

im Kreis ist auch Hunecke ehrenamtlich<br />

unterwegs. Seit 27 Jahren sitzt der Kommunalpolitiker<br />

im Arnsberger Stadtrat. Vor vier Jahren<br />

wurde er zum Vorsitzenden der CDU-Fraktion<br />

gewählt. Er ist leidenschaftlicher Golfer, geht<br />

gerne auf die Jagd und jeden Donnerstag zum<br />

Skat in den Ratskeller, wie „es sich für einen<br />

leidenschaftlichen Arnsberger gehört“. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 53


Mit Hammer, Beißzange und<br />

CAD-System<br />

Leidenschaft um Schuhe und auch Füße.<br />

Das geballte Fachwissen der beiden Meister<br />

kommt ihren Kunden zugute. Aber sie<br />

geben es auch gern an ihren aktuellen und künftige<br />

Auszubildende weiter.<br />

AdobeStock 163799949<br />

PLÄDOYER FÜR EINEN<br />

WUNDERSCHÖNEN<br />

ALTEN<br />

HANDWERKSBERUF<br />

Helmut Gaida<br />

D<br />

er Lehrlingswart der „Schuhmacher-Innung<br />

Hellweg-Lippe“ sieht mit Sorge auf die Zukunft<br />

eines alten Handwerksberufes. Der<br />

Lippstädter Jens Haasmann ist Orthopädie-Schuhmachermeister<br />

und übt seinen Beruf schon seit gut 23<br />

Jahren aus. Mit viel Leidenschaft zu dem Handwerk.<br />

Was ihm als Lehrlingswart - und damit der gesamten<br />

Innung - allerdings fehlt, sind die Auszubildenden.<br />

Jens Haasmann hat einen wunderschönen, alten Handwerksberuf<br />

gelernt und dazu einen nachhaltigen. Als<br />

Orthopädie-Schuhmachermeister weiß er alles über die<br />

Herstellung, Pflege und Reparatur von Schuhen. Anders<br />

als der „normale“ Schuhmacher, ist er auch der Experte für<br />

den Fuß. Spätestens dann, wenn doch einmal der Schuh<br />

drückt oder Fußfehlstellungen zu Knie- und Rückschmerzen<br />

führen, wenn bzw. die Füße Probleme machen und<br />

eine eigens für sie gefertigte Einlage brauchen, weiß man,<br />

wie wichtig dieser alte Handwerksberuf doch ist.<br />

In Lippstadt befindet sich seine kleine, orthopädische<br />

Meisterwerkstatt und dass schon seit 50 Jahren.<br />

Zwei Orthopädie-Schuhmachermeister, Jens Haasmann<br />

und Frederik Holtmann kümmern sich dort mit<br />

54 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

Der Trand geht zum<br />

Orthopädieschuhmacher<br />

„Leider fehlen im Schumacher-Handwerk gänzlich<br />

viele Auszubildende und das schon seit<br />

Jahren“, berichtet Haasmann. „Der<br />

Trend geht, wenn überhaupt, zum<br />

Orthopädieschuhmacher. Diesen Beruf hat auch<br />

sein jetziger Azubi gewählt, der voraussichtlich<br />

2025 die Prüfung zum Orthopädieschuhmacher<br />

ablegen wird.<br />

Tradition und Hightech<br />

Wie auch in vielen anderen Handwerksbereichen<br />

verbinden sich im Beruf des Schuhmachers Tradition und<br />

Hightech. Hammer, Beißzange und Raspel sind zwar die<br />

wichtigsten Handwerkszeuge des Schuhmachers, aber<br />

wenn Einlagen und Schuhe entwickelt und gefertigt<br />

werden, kommt modernste Orthopädietechnik (CAD-<br />

Adobe Stock<br />

System z. B. für den 4-D-Wirbelsäulenscan) zum<br />

Einsatz. Ein regelmäßiger Austausch mit Orthopäden,<br />

Chirurgen und Medizinern gehört natürlich auch dazu.<br />

Während der dualen <strong>Ausbildung</strong> zum Orthopädie-<br />

Schuhmacher, die 3,5 Jahre dauert, lernt man auch alles<br />

über den menschlichen Bewegungsapparat. Mit diesem<br />

Beruf kann man später auch in Sanitätshäusern,<br />

Kliniken und Schuhfachgeschäften arbeiten. Oder<br />

man macht den Meisterbrief und eröffnet dann seinen<br />

eigenen Betrieb.<br />

Nicht zuletzt hat der Beruf des Schuhmachers auch viel<br />

mit Nachhaltigkeit zu tun. Ein bisher noch schwacher<br />

Trend geht hin zur Reparatur von Schuhen. Nichts gegen<br />

die allseits beliebten Sneaker, aber Haasmann wundert<br />

sich schon länger, dass ausgerechnet junge Menschen,<br />

die mit dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit aufgewachsen<br />

sind, mit „Plastik-Schaumhülsen unter ihren Füßen“<br />

zu „Fridays for Future“-Demos gehen. ■<br />

Sneaker sind praktisch,<br />

aber nicht nachhaltig


DURCH INTELLIGENZ DIE ZUKUNFT SICHERN<br />

Kontinuierliches Wachstum und eine ständig wachsende<br />

Leistungspalette zeichnen uns seit der Unternehmensgründung<br />

im Jahr 1872 aus. Mit über 120 Mitarbeitenden<br />

sind wir regional der größte Arbeitgeber im SHK-Bereich.<br />

Bis zu 10 Jugendliche beginnen jedes Jahr ihre<br />

<strong>Ausbildung</strong> bei uns. Unser Leistungsspektrum umfasst die<br />

TGA-Planung, Sanitär-, Heizungs-, Klima-, Kälte- und<br />

Elektrotechnik.<br />

Unsere Mitarbeitenden sind uns wichtig! GEBRO HERWIG<br />

bietet einen sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz<br />

mit vielen Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung und<br />

übertarifl icher Bezahlung. Zusätzlich gibt es Benefi ts vom<br />

Sommerfest über Bikeleasing bis hin zur betrieblichen<br />

Krankenzusatzversicherung.<br />

Wir bearbeiten Projekte der unterschiedlichsten Größenordnungen<br />

– ob Hotel, Krankenhaus, Einkaufszentrum<br />

oder Privathaushalt. Jeder Auftrag hat dabei seine eigenen<br />

Herausforderungen. So bleibt der Beruf immer abwechslungsreich<br />

und spannend.<br />

Als <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb sind wir von Handwerkskammer<br />

und IHK zertifi ziert und bieten beste Bedingungen.<br />

Allen Auszubildenden stellen wir einen Paten an die Seite,<br />

der sie mit Rat und Tat unterstützt. So erreichten schon viele<br />

unserer Azubis Top-Abschlüsse, wurden zu Kammer- und<br />

Landessiegern oder qualifi zierten sich für ein weiterführendes<br />

Studium, die Meister- oder Technikerausbildung.<br />

Wir bilden in drei zeitgemäßen Handwerksberufen aus:<br />

• Anlagenmechaniker:in SHK<br />

• Mechatroniker:in für Kältetechnik<br />

• Elektroniker:in für Energie- und Gebäudetechnik<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> endet nach 3 ½ Jahren mit der Prüfung<br />

vor der Handwerkskammer.<br />

Im kaufmännisch-technischen Bereich lernen technische<br />

Systemplaner:innen, Büro- und Industriekaufl eute.<br />

Soll es lieber ein duales Studium sein? Auch hier<br />

bieten wir verschiedene Möglichkeiten!<br />

GEBRO HERWIG Haustechnik Gmbh<br />

Obereimer 12 | 59821 Arnsberg<br />

Tel. 02931 5212-0 | www.gebro-herwig.de<br />

Bewerbungen: karriere@gebro-herwig.de<br />

Wir suchen (m|w|d)<br />

Auszubildende<br />

Infos und Angebote findet ihr<br />

unter www.gebro-herwig.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 55


Lohnender Besuch auf <strong>Ausbildung</strong>smessen<br />

„Der Erstkontakt auf der Messe kann ein<br />

Riesenvorteil bei der späteren Bewerbung sein“<br />

(Oliver Dülme)<br />

Britta Melgert<br />

Fotos: Stadtmarketing Meschede e.V.<br />

Bei der Suche nach dem passenden <strong>Ausbildung</strong>sberuf<br />

ist für die meisten Jugendlichen eine ausführliche<br />

Recherche erforderlich. Gemeinsam mit der<br />

Familie und den Freunden wird über Berufsfelder und<br />

Möglichkeiten diskutiert. Fachlich basierte Informationen<br />

erhalten sowohl die Schüler als auch deren Eltern im Rahmen<br />

der Berufsinformationsbörsen, die vielerorts stattfinden<br />

und bei denen man erste Kontakte zu eventuellen<br />

künftigen Arbeitgebern knüpfen kann.<br />

Der Andrang ist enorm. Bis zu 3000<br />

Besucher nutzen beispielsweise die<br />

jährliche Berufsinformationsbörse im<br />

Berufskolleg in Meschede. Rund 100<br />

Aussteller informieren über rund 200<br />

Berufsbilder und werben gleichzeitig<br />

um künftige Nachwuchskräfte. Egal,<br />

ob der Berufswunsch schon feststeht<br />

oder ob die zündende Idee noch fehlt –<br />

hier können Zukunftspläne entstehen<br />

und reifen.<br />

Im Gespräch mit Firmeninhabern<br />

und Ausbildern<br />

„Wir bieten an den Messetagen Besuche<br />

für Schüler und auch für Eltern an“, informiert<br />

uns Christina Wolff vom Mescheder<br />

Stadtmarketing. „Hier kann<br />

man das Gespräch mit Firmeninhabern<br />

MESCHEDE<br />

oder mit den <strong>Ausbildung</strong>sbeauftragen<br />

suchen. Besonders lohnend kann<br />

es aber auch sein, mit einem aktuellen<br />

Auszubildenden des Unternehmens zu<br />

sprechen und dessen Erfahrungen zu<br />

hören.“<br />

Nachwuchskräfte für alle<br />

Branchen gesucht<br />

Und so bummelt man von Stand zu<br />

Stand. Vom klassischen Handwerksbetrieb<br />

über die Steuerberatungsgesellschaft,<br />

das Kreditinstitut, Arbeitgeber<br />

aus medizinischen Berufen oder der<br />

Gastronomie bis hin zum heimischen<br />

Großunternehmen – überall bemüht<br />

man sich um junge Nachwuchskräfte<br />

für den eigenen Betrieb. „Vielen Besuchern<br />

ist gar nicht bewusst, wie umfangreich<br />

die Möglichkeiten hier im<br />

Sauerland sind“, erzählt Wolff. „Oft<br />

hatte man sich zuvor lediglich an ein<br />

paar bekannten Berufen orientiert und<br />

ist dann auf der Messe erstaunt, wie<br />

breit das Spektrum der Möglichkeiten<br />

tatsächlich ist.“<br />

Arnsberger <strong>Ausbildung</strong>smesse sogar<br />

mit Schülerlabor-Besuch<br />

In Arnsberg findet ebenfalls jährlich<br />

eine <strong>Ausbildung</strong>smesse im Kaiserhaus<br />

statt. Örtliche und regionale Arbeitgeber<br />

informieren über <strong>Ausbildung</strong>sberufe<br />

aller Branchen, von A wie Altenpflege<br />

bis Z wie Zahnmedizin. Dirk<br />

Hoffmann von der Wirtschaftsförderung<br />

Arnsberg GmbH weiß: „Das<br />

persönliche Gespräch mit den Azubis<br />

56 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


ermöglicht auf diesen Messen einen Informationsaustausch<br />

‚auf Augenhöhe‘<br />

und hilft, eventuelle Berührungsängste<br />

schnell abzubauen.“<br />

Als besonderes Highlight berichtet<br />

Hoffmann über die in diesem Frühjahr<br />

erstmals erfolgte Öffnung der Pforten<br />

zum Schülerlabor F.LUX für die große<br />

Öffentlichkeit. „Es wurden Kurse und<br />

Experimente rund um Themen wie<br />

3D-Druck, Licht- und Elektrotechnik<br />

vorgestellt, um das Interesse an MINT-<br />

Themen bei Groß und Klein zu wecken<br />

und zu vertiefen.“<br />

ARNSBERG<br />

In Kürze: Die Briloner<br />

<strong>Ausbildung</strong>smesse<br />

Oliver Dülme, Geschäftsführer der<br />

Briloner Wirtschaft und Tourismus<br />

GmbH, weiß: „Die Messe ist oft der<br />

Ort, an dem potenzielle Ausbilder und<br />

Azubis erstmals ins Gespräch kommen.<br />

Dieser Erstkontakt kann ein Riesenvorteil<br />

bei der späteren Bewerbung sein.“<br />

In die nahe Zukunft blickend verrät<br />

er: „Wir bereiten aktuell die große Briloner<br />

<strong>Ausbildung</strong>smesse, die am 1. Juni<br />

<strong>2022</strong> mit 120 Ausstellern in unserer<br />

Schützenhalle stattfinden wird, vor.<br />

Nachdem sich in den Morgenstunden<br />

ausschließlich Schüler informieren können,<br />

öffnen wir ab 13 Uhr die Türen<br />

für alle Interessierten. Der Schwerpunkt<br />

liegt auf dem <strong>Ausbildung</strong>sstart<br />

Fotos: Copyright wfa, Dirk Hoffmann<br />

Weitere Informationen findet man hier:<br />

BerufsInfoBörse (meschede.de) www.ausbildung-arnsberg.de <strong>Ausbildung</strong>sbörse<br />

(ausbildungsboerse-bo.de)<br />

im Sommer <strong>2023</strong>, aber auch für <strong>2022</strong><br />

sind noch etliche Plätze vakant. Wer<br />

Interesse und Glück hat, kann sich vielleicht<br />

gleich vor Ort mit seinem neuen<br />

Arbeitgeber einig werden.“<br />

Chancen auf gute Löhne<br />

und Weiterbildung<br />

BRILON<br />

kann man im gewerblich/technischen<br />

Bereich gutes Geld verdienen“, findet<br />

Dülme. „Und der anschließende Weg<br />

zum Meistertitel oder in die spätere<br />

Selbstständigkeit sind ja auch gegeben.<br />

Was wäre der Bachelor ohne den<br />

fleißigen Handwerker?<br />

Menschen sehr wichtig ist. „Im Handwerk,<br />

in der Gastronomie, in der Pflege<br />

etc. – da wird man nicht arbeitslos, denn<br />

da wird man gebraucht.“ Grinsend malt<br />

er uns gedanklich ein durchaus nachvollziehbares<br />

Bild: „Da wartet der junge<br />

Bachelor geduldig, bis der Handwerker<br />

endlich Zeit für ihn hat.“ ■<br />

Auch wer vielleicht mit einem Studium<br />

statt einer <strong>Ausbildung</strong> liebäugelt, ist gut<br />

beraten, die <strong>Ausbildung</strong>smesse zu besuchen,<br />

um Alternativen zu erkennen.<br />

„Nicht jeder Jugendliche ist geeignet<br />

für eine Laufbahn als Akademiker.<br />

Etwas mit den eigenen Händen herzustellen<br />

oder eine Dienstleistung zu erbringen<br />

kann definitiv befriedigender<br />

sein als ein Studiengang, der nicht zu<br />

den eigenen Fähigkeiten passt. Zudem<br />

Dülme gibt auch zu bedenken, dass die<br />

Sicherheit des Arbeitsplatzes für viele<br />

Fotos: Brilon Wirtschaft und Tourismus GmbH<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 57


Digitalisierung der <strong>Ausbildung</strong>sbetriebe<br />

DIE ZUKUNFT GEGENWART IST DIGITAL<br />

Helmut Gaida<br />

W<br />

er bisher von Digitalisierung sprach,<br />

meinte damit meistens die nahe Zukunft.<br />

Die ist mittlerweile zu Gegenwart geworden<br />

- in den meisten Betrieben und bei den Jugendlichen<br />

sowieso.<br />

Vorbei sind die Zeiten, in denen Auszubildende ausschließlich<br />

aus dem Erfahrungsschatz des Ausbilders profierten.<br />

Wissen, das auch von den, wie man heute sagt „soft skills“<br />

des Lehrenden abhängig war; von dessen Kompetenz zur<br />

Wissensvermittlung und manchmal auch von dessem<br />

Wohlwollen.<br />

Heute sehen solche Unternehmen, die man zu den digitalen<br />

Vorreitern in der <strong>Ausbildung</strong> zählen kann, die mannigfachen<br />

Vorteile in digitalen Lehr- und Lernmethoden.<br />

Dieses Ergebnis stammt aus einer repräsentativen Unternehmensbefragung<br />

des Bundesministeriums für Bildung<br />

und Forschung. Die didaktischen Potenziale erkennen<br />

demnach 62 % der ausbildungsaffinen Unternehmen. Sie<br />

gaben an, dass digitale Arbeits- und Lernmethoden bei Jugendlichen<br />

zu einer erhöhten Motivation führen.<br />

Nur noch gut 10 % der <strong>Ausbildung</strong>sbetriebe verzichten<br />

der Studie zufolge völlig auf digitale Lernformate. Meist<br />

seien es auch diejenigen, die sich sowieso eher selten mit<br />

neuesten Technologien vertraut machten.<br />

Der neue Azubi-Generation, die man auch als „Digital<br />

Natives“ bezeichnet, wird gleich zu <strong>Ausbildung</strong>sbeginn<br />

von vielen Unternehmen die entsprechende Hardware zur<br />

Verfügung gestellt, z. B. Laptops, die sie auch für private<br />

Zwecke nutzen können. Auch die Lehr- und Lernmethoden<br />

sind im digitalen Zeitalter anders. Gelernt wird teils<br />

in virtuellen Klassenzimmern, auf Lernplattformen, über<br />

interaktive Online-Kurse (MOOCS) oder auch unterstützend<br />

durch „Learning Nuggets“ ( kleine, unterstützende<br />

Lehrinhalte, die max. 5 Minuten Zeit beanspruchen und<br />

per Mail oder WhatApp etc. versendet werden.<br />

Seltener werden aufwendige Lernszenarien eingesetzt wie<br />

Augmented Reality-Brillen, die virtuelle Welten vermitteln,<br />

oder Serious Games, Computer- und Videospiele,<br />

die eingesetzt werden, um fachliches Wissen zu vermitteln.<br />

Die Digitalisierung schreitet weiter voran, in der „<strong>Ausbildung</strong><br />

4,0“ wie auch im privaten Leben. Längst ist diese<br />

Entwicklung nicht mehr nur eine technologische, sondern<br />

mit ihren weitreichenden und generationenumfassenden<br />

Folgen auch eine kulturelle. Die Frage nach dem Sinn der<br />

Digitalisierung stellt sich nicht mehr, die Notwendigkeit<br />

lebenslangen Lernens rückt dafür weiter in den Vordergrund.<br />

Nicht nur für die junge Generation, sondern auch<br />

für Berufsschullehrer und Ausbilder. ■<br />

58 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


B E R A T U N G & I N F O R M A T I O N F Ü R E L T E R N<br />

LAURA WEISS BEREITS, WAS SIE NACH<br />

DER SCHULE MACHT. IHR KIND AUCH?<br />

Information zur <strong>Ausbildung</strong>sregion, <strong>Karriere</strong>wegen und passenden Berufsfeldern<br />

Ganzjährige Beratung und Vermittlung freier <strong>Ausbildung</strong>sstellen<br />

Alle Infos & Kontakt unter karriere-hier.de/eltern<br />

Grafik: Dorothee Reichenberger<br />

KARRIERE-HIER: Ein starkes Netzwerk für die Region. Auf Initiative des <strong>Ausbildung</strong>skonsens Hellweg-Sauerland.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 59


FREIE<br />

AUSBILDUNGSSTELLEN<br />

VON A BIS Z<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberuf<br />

60 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

Unternehmen (auf Seite)<br />

Anlagemechaniker/in SHK Gebro Herwig (55)<br />

Bankkaufleute Volksbank Bigge-Lenne (136)<br />

Bauzeichner/in<br />

Beton- und Stahlbetonbauer/in Heckmann Bau (73)<br />

Elektroniker/in<br />

Zimmermann Haus (66), IGK (71), Mayr Melnhof Holz (110),<br />

BMS (130)<br />

Lübke & Vogt (2), AGEB (77), VIEGA (91), Centroplast (95),<br />

BORBET (101), WEPA (102), ITH Schraubtechnik (105),<br />

Infineon (107),<br />

Ohrmann Montagetechnik (108), Olsberg (119), Martinrea<br />

Honsel (120), ante-holzante-holz (123), L&R Kältetechnik<br />

(125), HST Systemtechnik (187), Trilux (188)<br />

Erzieher/in DRK Brilon (80), Gemeindeverband Mitte (169)<br />

Fachinformatiker/in<br />

Fachkraft für Lagerlogistik<br />

Fachkraft für Verkauf und Beratung Fleischerei Veh (136)<br />

Fachlagerist/in Centroplast (95)<br />

Fahrzeuglackierer/in Paul Witteler (131)<br />

Fertigungsmechaniker/in REMBE® (117)<br />

Finanzwirt/in Finanzverwaltung NRW (135)<br />

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), BORBET (101), WEPA (102),<br />

ITH Schraubtechnik (105), REMBE® (117), Olsberg (119), Martinrea<br />

Honsel (120), Paul Witteler (131), Oventrop (149), HST<br />

Systemtechnik (187), Trilux (188)<br />

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), WEPA (102), ITH Schraubtechnik<br />

(105), Briloner Möbelwerke (109), Centrotherm Systemtechnik<br />

(115), REMBE® (117), stabau (126), Paul Witteler<br />

(131), Brumberg (159), Trilux (188)<br />

Gießereimechaniker/in Olsberg (119), Martinrea Honsel (120)<br />

Hauswirtschafter/in DRK Brilon (80)<br />

Holzbearbeitungsmechaniker/in Mayr Melnhof Holz (110), ante-holz (123)<br />

Holzmechaniker/in Sorpetaler Fensterbau (93), Briloner Möbelwerke (109)<br />

Industriekaufleute<br />

Industriemechaniker/in<br />

Lübke & Vogt (2), (VIEGA (91), Centroplast (95), BORBET<br />

(101), BKB Profiltechnik (104), Briloner Möbelwerke (109),<br />

Mayr Melnhof Holz (110), Centrotherm Systemtechnik (115),<br />

REMBE® (117), NP Germany (118), Olsberg (119), Martinrea<br />

Honsel (120), ante-holz (123), L&R Kältetechnik (125), stabau<br />

(126), Briloner Leuchten (139), Oventrop (149), HST Systemtechnik<br />

(187), Trilux (188)<br />

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), Centroplast (95), BORBET<br />

(101), WEPA (102), BKB Profiltechnik (104), Ohrmann Montagetechnik<br />

(108), Mayr Melnhof Holz (110), REMBE® (117),<br />

Olsberg (119), Martinrea Honsel (120), ante-holz (123), Oventrop<br />

(149), Trilux (188)<br />

IT-Systemelektroniker/in Mayr Melnhof Holz (110), HST Systemtechnik (187)<br />

Kanalbauer/in Heckmann Bau (73)


<strong>Ausbildung</strong>sberuf<br />

Unternehmen (auf Seite)<br />

Kaufleute E-Commerce Briloner Leuchten (139)<br />

Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement ante-holz (123), Brumberg (159), Trilux (188)<br />

Kaufleute für Büromanagement Heckmann Bau (73), HST Systemtechnik (187)<br />

Kaufleute für Marketingkommunikation BORBET (101)<br />

Kaufleute im Einzelhandel Paul Witteler (131)<br />

Kaufleute Spedition und Logistikdienstleistungen WEPA (102)<br />

Kaufmann für Bürokommunikation Zimmermann Haus (66)<br />

KFZ Mechatroniker/in Paul Witteler (131)<br />

Konstruktionsmechaniker/in stabau (126), BMS (130)<br />

Pflegeausbildung<br />

Maschinen- und Anlagenführer/in<br />

Mechatroniker/in<br />

Mechatroniker/in für Kältetechnik Vorderwülbecke (73)<br />

St. Marien-Hospital Marsberg (79), DRK Brilon (80),<br />

LWL-Einrichtungen Marsberg ( 81), LWL-Akademie für<br />

Gesundheits- und Pflegeberufe Lippstadt (84), Maria-Hilf<br />

Krankenhaus Brilon (87)<br />

Mediengestalter/in i-dexe (101), Brumberg (159)<br />

Mikrotechnologe/in Infineon (107)<br />

Oberflächenbeschichter/in VIEGA (91)<br />

Papiertechnologe/in WEPA (102)<br />

Produktionstechnologe/in<br />

VIEGA (91), BORBET (101), WEPA (102), BKB Profiltechnik<br />

(104), Martinrea Honsel (120), ante-holz (123)<br />

Lübke & Vogt (2), WEPA (102), ITH Schraubtechnik (105),<br />

Infineon (107), Briloner Möbelwerke (109), Mayr Melnhof<br />

Holz (110), NP Germany (118), Martinrea Honsel (120), L&R<br />

Kältetechnik (125), Oventrop (149), Trilux (188)<br />

Dallmer (94), Infineon (107), Briloner Möbelwerke (109),<br />

Martinrea Honsel (120), Trilux (188)<br />

Stanz- und Umformmechaniker/in Olsberg (119), Martinrea Honsel (120), Trilux (188)<br />

Steuerfachangestellte/r AUDAX (143)<br />

Straßenbauer/in Trippe (67), Heckmann Bau (73)<br />

Stuckateur/in Heitschötter (65)<br />

Technische/r Modellbauer/in Olsberg (119)<br />

Technische/r Produktdesigner/in<br />

Technische/r Systemplaner/in BMS (130)<br />

Verfahrensmechaniker/in<br />

Verfahrenstechnologe/in Metall VIEGA (91)<br />

Werkstoffprüfer/in Martinrea Honsel (120)<br />

Werkzeugmechaniker/in<br />

Zerspanungsmechaniker/in<br />

Hitachi Energy (76), BORBET (101), ITH Schraubtechnik<br />

(105), Ohrmann Montagetechnik (108), REMBE® (117),<br />

Martinrea Honsel (120), stabau (126), Oventrop (149), HST<br />

Systemtechnik (187)<br />

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), Sorpetaler Fensterbau (93),<br />

Centroplast (95), BKB Profiltechnik (104), Centrotherm Systemtechnik<br />

(115), NP Germany (118), Oventrop (149), Trilux<br />

(188)<br />

Lübke & Vogt (2), Franz Miederhoff (100), BORBET (101),<br />

BKB Profiltechnik (104), NP Germany (118), Martinrea Honsel<br />

(120), Oventrop (149), Trilux (188)<br />

Lübke & Vogt (2), VIEGA (91), Centroplast (95), BORBET<br />

(101), BKB Profiltechnik (104), ITH Schraubtechnik (105),<br />

Ohrmann Montagetechnik (108), Martinrea Honsel (120),<br />

stabau (126) Funke (129), Oventrop (149)<br />

Zimmerer/in Zimmermann Haus (66), ante-holz (123)<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 61


DIE LAGE<br />

BLEIBT ANGESPANNT<br />

Paul Senske<br />

Vanessa Schulte<br />

D<br />

er (nüchterne) Blick<br />

auf die Zahlen zeigt einmal<br />

mehr, dass die <strong>Ausbildung</strong>ssituation<br />

in der Region weiter<br />

angespannt ist. „Insgesamt können<br />

wir aber eine leichte Verbesserung<br />

gegenüber 2020 erkennen“, sagt<br />

Dirk Berkemeyer, Marketing- und<br />

Kommunikationschef der Handwerksammer<br />

Südwestfalen, die<br />

für den <strong>HSK</strong> sowie für den Kreis<br />

Olpe, Kreis Siegen-Wittgenstein<br />

und den Märkischen Kreis zuständig<br />

ist. Auch der Kreis Soest, der<br />

zum Bezirk der Handwerkskammer<br />

Dortmund gehört, verzeichnet<br />

einen leichten positiven Trend.<br />

So befanden sich zum 31. Dezember<br />

2021 im Kreis Soest 595 Auszubildende<br />

im ersten Lehrjahr, ein Jahr<br />

zuvor waren es 497, eine Steigerung<br />

von 19,7 Prozent. Eine ähnliche<br />

Tendenz verzeichnet auch die HWK<br />

Südwestfalen. Auch die Anzahl der<br />

Betriebe, die ausbilden, ist gestiegen.<br />

Weiterhin starke männliche<br />

Dominanz<br />

Was auffällt, ist die weiterhin starke<br />

männliche Dominanz. Im Bereich<br />

der HWK Südwestfalen (2.294 <strong>Ausbildung</strong>sbetriebe)<br />

sind derzeit 5.195<br />

junge Menschen in der <strong>Ausbildung</strong>,<br />

4.301 männlich (82,8 Prozent) und<br />

894 weiblich mit einem Anteil von<br />

17,2 Prozent. Im Vergleich dazu sind<br />

im Kreis Soest bei derzeit 612 <strong>Ausbildung</strong>sbetrieben<br />

1.613 Nachwuchskräfte<br />

in der Lehre – 1.346 männlich,<br />

267 weiblich. Bundesweit liegt der<br />

Frauenanteil bei rund 18 Prozent. Die<br />

gewerblich-technischen Berufe gelten<br />

deutlich als Männerdomäne: Im Elektro-<br />

und Metwallhandwerk (HWK<br />

Südwestfalen) werden 2.672 Personen<br />

ausgebildet, lediglich 85 darunter sind<br />

weiblich.<br />

Junge Frauen ergreifen vorwiegend<br />

handwerkliche Berufe aus dem „kreativen<br />

Bereich“. Vor allem mit Imagekampagnen<br />

oder Engagement bei den<br />

Girls Days wollen der Zentralverband<br />

des Deutschen Handwerks, die Kammern<br />

sowie die Kreishandwerkerschaften<br />

und Innungen Frauen für<br />

die gewerblich-technischen Berufe<br />

begeistern.<br />

Weiterhin „ganz erhebliche Probleme“,<br />

so Berkemeyer, gibt es in den Berufen<br />

Bäcker, Fleischer, Konditoren, Straßenbauer,<br />

Fachverkäuferinnen (alle<br />

Fachrichtungen Bäcker, Fleischer,<br />

Konditoren). Vor allem das Friseurhandwerk<br />

bereitet Sorgen. Die HWK<br />

Südwestfalen verzeichnet in ihren drei<br />

Kreisen 240 Lehrlinge im Friseurberuf.<br />

Das ist weit unter Bedarf.<br />

Weitere Zahlen in den „Problembereichen“:<br />

67 Azubis sind zurzeit im<br />

Bäckerberuf im Einsatz, bei den Fleischerinnen<br />

und Fleischern sind es 36,<br />

Konditorin bzw. Konditor wollen 35<br />

werden. Ähnliche Zahlen verzeichnet<br />

die Handwerkskammer Dortmund<br />

für den Kreis Soest.<br />

Weiterhin ein „Renner“ ist die <strong>Ausbildung</strong><br />

zum Kraftfahrzeugmechatroniker<br />

bzw. zur Kraftfahrzeugmechatronikerin:<br />

973 <strong>Ausbildung</strong>sverhältnisse<br />

(HWK Südwestfalen) bestehen derzeit.<br />

Starke Zahlen verzeichnet in diesem<br />

Kammerbezirk auch der Bereich<br />

Sanitär, Heizung, Klima (SHK) mit<br />

580 Auszubildenden (Anlagemechaniker<br />

bzw. Anlagemechanikerin). Beliebt<br />

sind zudem Elektronik-Fachkräfte<br />

in der Energie- und Gebäudetechnik<br />

(380 <strong>Ausbildung</strong>sverhältnisse). ■<br />

62 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


<strong>Ausbildung</strong>ssituation<br />

im Bezirk der Handwerkskammer Südwestfalen<br />

(31.12.2021)<br />

5.195 Auszubildene insgesamt<br />

Die stärksten <strong>Ausbildung</strong>sberufe<br />

Elektro- und Metallhandwerk<br />

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in 973,<br />

Anlagenmechaniker/-in SHK 580,<br />

Elektroniker/-in FR Energie- und Gebäudetechnik 380<br />

Metallbauer/-in 143, Feinwerkmechaniker/-in 122<br />

Bau- und Ausbauhandwerk<br />

Dachdecker/in 208, Maler/in 161,<br />

Maurer/-in 123, Straßenbauer/in 121,<br />

Zimmerer/Zimmerein 110<br />

Gesundheits- und Korperpflege-,<br />

chemische und Reinigungshandwerke<br />

Friseur/in 240, Augenoptiker/in 92, Zahntechniker/in 67<br />

Holzhandwerk<br />

Tischler/in 256<br />

Nahrungsmittelhandwerk<br />

Bäcker/in 67, Fleischer/in 36, Konditor/in 35<br />

2.294 <strong>Ausbildung</strong>sbetriebe insgesamt<br />

Bekleidungs-, Textil- und Lederhandwerk<br />

Raumausstatter/in 12,<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 63


BAU, ARCHITEKTUR<br />

UND VERMESSUNG<br />

Top Berufe:<br />

• Feinwerkmechaniker/in<br />

• Bauzeichner/in<br />

• Beton- und Stahlbetonbauer/in<br />

• Dachdecker/in<br />

• Fachkraft - Straßen- und Verkehrstechnik<br />

• Geomatiker/in<br />

• Gerüstbauer/in<br />

• Gleisbauer/in<br />

• Hochbaufacharbeiter/in<br />

• Straßenbauer/in<br />

Firmenportraits und<br />

<strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

aus der Region auf<br />

imsauerland.de<br />

Dieses Berufsfeld erkunden<br />

auf karriere-hier.de<br />

Foto:AdobeStock_85267199<br />

Stuckateure machen schöne Wände<br />

SGRAFFITI<br />

STATT GRAFFITI<br />

Christel Zidi<br />

Foto:AdobeStock_85267199<br />

Es<br />

gibt wirklich gute Graffiti-Künstler, die aus<br />

Wänden Kunstwerke machen. Aber mal ab-<br />

gesehen davon, dass Graffiti nicht jedermanns<br />

Geschmack sind, reichen den meisten Hausbesitzern<br />

gut verputzte und gedämmte Hauswände.<br />

Die Arbeit eines Stuckateurs ist sehr abwechslungsreich<br />

und reicht weit über das „Verputzen“ hinaus.<br />

64 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


STARKES HANDWERK · STARKES TEAM<br />

Stuckateurmeisterbetrieb<br />

Christian Heitschötter<br />

Grüterstr. 25 · 59759 Arnsberg<br />

Tel: 0151 11 66 40 25<br />

info@heitschoetter-stuck.de<br />

STARTE DEINE<br />

AUSBILDUNG<br />

ZUM STUCKATEUER (M/W/D)<br />

NOCH IN DIESEM JAHR BEI UNS!<br />

HIER GEHT ES ZU UNSEREM NEUEN FIRMENVIDEO<br />

Reine „Gipsbildhauer“, wie man die Stuckateure früher<br />

auch nannte, gibt es eher wenige. Oft arbeiten diese in<br />

der Denkmalpflege oder bei Kirchenbauämtern. Natürlich<br />

führen die meisten Stuckateure auch die reinen<br />

Stuckarbeiten aus, also diese ornamentalen Verzierungen,<br />

wie sie noch an historischen Gebäuden zu finden sind,<br />

doch das Berufsbild hat sich gewandelt.<br />

Heute sind Stuckateure die Experten, wenn es um<br />

Hauswände geht. Viele von ihnen wie z B. Stuckateurmeister<br />

Christian Heitschötter aus Arnsberg-Bruchhausen,<br />

haben sich auf Innenausbau & Co. spezialisiert:<br />

„Um für die Kunden immer auf dem neuesten Stand der<br />

Technik zu sein, wird bei uns großer Wert auf Weiterbildung<br />

gelegt, zum Beispiel wenn es um Dübeltechniken<br />

geht.“ Sein Team kümmert sich nicht nur um<br />

schöne Gebäudehüllen, sondern auch um Vollwärmeschutz,<br />

Wärmedämm-Verbund-Systeme (WDV-Systeme),<br />

Innen- und Außenputz, Trockenbau, Fassadenanstrich,<br />

Altbausanierung, Sanierputz und Reparaturarbeiten an<br />

Häusern geht.<br />

Ein äußerst abwechslungsreicher Handwerksberuf mit<br />

besten Aussichten, bei dem sich der Fachmann auch mal<br />

wie ein Künstler fühlen kann: Während der <strong>Ausbildung</strong><br />

lernen die Stuckateure verschiedene Putztechniken kennen:<br />

Fein- und Scheibenputz, Landhausputz und eben<br />

auch die Sgraffitotechnik. Das ist eine alte Kratz- und<br />

Ritztechnik, die, verbunden mit der Farbgestaltung eines<br />

Edelputzes, wahre Meisterwerke an Wände zaubert. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 65


Anzeige<br />

Traumberuf? Häuser bauen!<br />

Architektin zu werden, das war immer Laura Stöbers großer<br />

Traum. Ein Schülerpraktikum in unserem Unternehmen<br />

zeigte ihr dann aber eine für sie noch viel interessantere Alternative<br />

auf: den Beruf der<br />

Bauzeichnerin. Heute absolviert<br />

die gebürtige Winterbergerin<br />

bei uns die dazugehörige<br />

<strong>Ausbildung</strong> und<br />

ist mit ihrer Entscheidung<br />

sehr zufrieden. Vor allem<br />

die Tatsache, dass wir jedes<br />

Gebäude individuell planen,<br />

macht die Berufsausbildung<br />

für die 20-jährige<br />

immer wieder interessant<br />

und herausfordernd.<br />

Als Lauras <strong>Ausbildung</strong>sunternehmen freuen wir uns darüber,<br />

Laura und andere zukünftige Bauzeichner, Zimmerer<br />

Laura wird von Stefan Zimmermann<br />

in ein neues Projekt eingewiesen<br />

und Bürokaufleute umfassend und praxisnah auszubilden<br />

zu können, sie für die beruflichen Herausforderungen der<br />

Zukunft zu wappnen und die Erfahrungen, die wir in unserem<br />

Berufsleben erworben<br />

haben, an die nächste<br />

Generation weitergeben<br />

zu können. Die familiäre<br />

Atmosphäre unseres traditionsreichen,<br />

finanziell<br />

stabilen Unternehmens ermöglicht<br />

es unserem Team<br />

dabei, unseren Auszubildenden<br />

bei Problemen stets<br />

unterstützend zur Seite zu<br />

stehen und sie ein Stück<br />

weit auf diesem für sie so<br />

wichtigen Abschnitt auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben<br />

zu begleiten.<br />

Aus Leidenschaft!<br />

Mach Dein Ding bei uns.<br />

Bewirb Dich für eine erstklassige <strong>Ausbildung</strong> bei uns.<br />

Wir suchen:<br />

- Bauzeichner (m/w/d)<br />

- Kaufmann für Bürokommunikation<br />

- Zimmerer (m/w/d)<br />

(m/w/d)<br />

Na neugierig geworden? Dann melde Dich bei uns<br />

unter T: 02972 97 77 0 oder info@zimmermann-haus.com<br />

Kutscherweg 2 I D-57392 Schmallenberg I T 0 2972 97 77 0 I info@zimmermann-haus.com www.zimmermann-haus.com<br />

66 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Gesucht<br />

Straßenbauer!<br />

Das sind wir!<br />

Die Franz Trippe GmbH mit Sitz in<br />

Schmallenberg wurde 1972 gegründet<br />

und ist heute mit 100 Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern ein kompetenter<br />

und gefragter Partner für öffentliche,<br />

gewerbliche und private Auftraggeber<br />

im Sauerland und darüber hinaus. In<br />

allen Bereichen des Straßen-, Tief- und<br />

Landschaftsbau stellen wir täglich unsere<br />

Leistungsstärke unter Beweis.<br />

Das bist du!<br />

Du arbeitest gerne unter freiem Himmel, bist motiviert, einsatzfreudig<br />

und hast keine Scheu vor körperlicher Arbeit. Du<br />

besitzt handwerkliches Geschick, technisches Interesse und<br />

räumliches Vorstellungsvermögen. Du hast einen Hauptschulabschluss,<br />

Realschulabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur.<br />

Das bieten wir!<br />

Du kannst Dich auf eine abwechslungsreiche <strong>Ausbildung</strong> mit<br />

vielseitigen Einsatzgebieten und neuen Herausforderungen<br />

freuen. Mit Dir zusammen sind wir ein junges, motiviertes<br />

Team und können auf einen modernen Maschinen- und<br />

Fuhrpark zurückgreifen. Wenn Du willst, ist die erfolgreich<br />

absolvierte Abschlussprüfung der Grundstein für Deinen verantwortlichen<br />

Werdegang in unserem Unternehmen.<br />

Straßenbauer!<br />

Wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?<br />

„Während der <strong>Ausbildung</strong> bekommst Du Einblicke in die<br />

vielfältigen Arbeiten auf einer Baustelle. Wir sind in verschiedenen<br />

Bereichen des Straßenbaus tätig, wie z.B. Pflasterarbeiten,<br />

Kanalarbeiten sowie Maschinen- und Gerätebedienung.<br />

Durch die Fachkompetenz und kollegiale Art der Mitarbeiter<br />

wirst Du super unterstützt und als wichtiger Kollege bei der<br />

Arbeit auf der Baustelle integriert. Du erlebst den Fortschritt<br />

von Baubeginn bis zur Fertigstellung und Einweihung hautnah<br />

mit. Das gibt Dir ein super gutes Gefühl, weil Du siehst,<br />

was Du mit Deinen Händen Arbeit geschafft hast. Mir macht<br />

die Arbeit an der frischen Luft sehr viel Spaß und ich freue<br />

mich besonders auf die verschiedenen, abwechslungsreichen<br />

Franz Trippe GmbH · Im Brauke 8c · 57392 Schmallenberg<br />

Tätigkeiten.“<br />

Advertorial<br />

Lukas Grothof, 19 Jahre – im<br />

3. <strong>Ausbildung</strong>sjahr, spielt in der<br />

Freizeit beim FC Arpe/Wormbach<br />

Fußball und trifft sich,<br />

wann immer möglich, mit seinen<br />

Kumpels.<br />

Das ist noch wichtig!<br />

<strong>Ausbildung</strong>sort: Schmallenberg<br />

<strong>Ausbildung</strong>sart: <strong>Ausbildung</strong> im Betrieb, Unterrichtsblöcke<br />

in der Berufsschule und im<br />

<strong>Ausbildung</strong>szentrum<br />

<strong>Ausbildung</strong>sdauer: 3 Jahre<br />

<strong>Ausbildung</strong>s- 890,00 Euro / 1.230,00 Euro /<br />

vergütung: 1.495,00 Euro<br />

Arbeitszeit: 40 Stunden pro Woche<br />

Urlaub:<br />

30 Tage pro Jahr<br />

Schultage: Blockunterricht<br />

Schule:<br />

Berufskolleg Meschede oder Attendorn<br />

Wir bauen auf Dich. Und Du auf Deine Zukunft! Schick<br />

Deine Bewerbung an: Franz Trippe GmbH, Stefan Trippe, Im<br />

Brauke 8c, 57392 Schmallenberg<br />

Bodenständig, erfahren und zuverlässig<br />

Franz Trippe GmbH<br />

www.franz-trippe.de<br />

Im Brauke 8c<br />

57392 Schmallenberg<br />

Fon (0 29 72) 9 77 6-0<br />

Fax (0 29 72) 9 77 6-66<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 67


Von Geomatikern und Vermessungstechnikern<br />

Der Sitz des Hochsauerlandkreises im Brilon.<br />

Im Vordergrund das Polizeigebäude.<br />

Wenn aus Zahlen eine Karte wird<br />

Christel Zidi<br />

Hochsauerlandkreis<br />

mit räumlichem Bezug“ – diesen<br />

Ausdruck gebrauchen die meisten von<br />

„Daten<br />

uns selten bis nie. Die Daten selbst, also<br />

die Geodaten, dagegen fast täglich: Navigationsgeräte<br />

greifen darauf zu, Karten im Internet und auch die Wetter-App<br />

in unserem Handy kommen nicht ohne diese aus.<br />

Geodaten zu beschaffen, ist eine der Aufgaben der Geomatiker.<br />

Deren wesentliche Aufgabe aber ist „die visuelle<br />

Aufbereitung, Analyse von komplexen Zusammenhängen<br />

auf der Basis von unterschiedlichsten Daten“, wie es André<br />

Kleffner vom „Fachdienst 13 Informations-, Kommunikationstechnik,<br />

Geoservice, Datenmanagement“<br />

des Hochsauerlandkreises in Brilon beschreibt. Dort arbeiten<br />

die Experten auf dem Gebiet der Geoinformationund<br />

verarbeitung.<br />

Jonas Stuhldreier aus Marsberg ist 20 Jahre alt und hat<br />

nach dem Abi im August letzten Jahres seine <strong>Ausbildung</strong><br />

zum Geomatiker begonnen. Ein Besuch auf der <strong>Ausbildung</strong>sbörse<br />

in Brilon hat sein Interesse für diesen Beruf<br />

geweckt: „Im Sommer 2020 habe ich dann ein freiwilliges<br />

Praktikum beim Geoservice in Brilon gemacht. Es hat mir<br />

so gut gefallen, dass ich mich direkt auf die Stelle beworben<br />

habe.“ Mit Erfolg: Jonas Stuhldreier ist der erste Auszubildende<br />

zum Geomatiker beim Hochsauerlandkreis.<br />

Verarbeiten, Verwalten und Veranschaulichen<br />

von Geodaten<br />

Während der ersten 12 Monate der <strong>Ausbildung</strong> sind die<br />

<strong>Ausbildung</strong>sinhalte der Geomatiker identisch mit denen<br />

der Vermessungstechniker. Letztere sind es, die die Geo-<br />

68 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


daten „einsammeln“. Vermessungstechniker sind vor allem<br />

dann draußen anzutreffen, wenn für Bauvorhaben (z. B.<br />

für Straßen, Tunnel oder Gebäude) Messungen an Ort<br />

und Stelle erstellt werden müssen. Anschießend werden<br />

im Innendienst die Flurstücksgrenzen des Liegenschaftskatasters<br />

berichtigt. „Im Außendienst<br />

setzt man im Katasteramt GPS<br />

und Drohnenmessung ein, beides<br />

satellitengestützte Vermessungen,<br />

um eine genaue Positionierung<br />

zu gewährleisten“, erklärt<br />

Kleffner.<br />

Jonas Stuhldreier<br />

André Kleffner hat den Beruf des Vermessungstechnikers<br />

erlernt. Seine <strong>Ausbildung</strong> hat er<br />

beim Katasteramt absolviert. Nach einigen Dienstjahren trat<br />

er dann die Stelle im damaligen Sachgebiet „GeoService“ an,<br />

das heute als Sachgebiet im Fachdienst 13 angesiedelt ist.<br />

Mittels verschiedener Informations-<br />

und Kommunikationssysteme<br />

werden<br />

die erfassten bzw.<br />

beschafften Geodaten in<br />

Karten, Präsentationsgrafiken<br />

und in multimediale<br />

Produkte umgesetzt.<br />

Arbeit mit Datenbanken,<br />

Betreuung von<br />

Projektarbeiten und<br />

die digitale Bereitstellung<br />

von Kartenmaterial<br />

gehören zum<br />

Berufsalltag.<br />

„Geomatiker arbeiten<br />

kundenorientiert“,<br />

berichtet André Kleffner,<br />

„für die Bürger,<br />

für verschiedenste<br />

Fachbereiche des<br />

Hochsauerlandkreises<br />

(z. B. Wasserwirtschaft,<br />

Sozialamt,<br />

Naturschutz, Bauamt,<br />

Katasteramt und für<br />

die Kommunen im<br />

Hochsauerlandkreis).<br />

„Aus den Geobasisdaten,<br />

die wir der Bezirksregierung Köln, GeoBasis NRW,<br />

regelmäßig zuleiten, werden dort die bekannten topographischen<br />

Karten für die verschiedensten Maßstäbe und<br />

Anwendungen entwickelt“, so Kleffner weiter.<br />

Jana Bathen und Hendrik Hammer aus dem Katasteramt (Vermessungstechniker)<br />

André Kleffner<br />

Geobasisdaten sind Punkte, Linien oder Flächen, die die<br />

Lage (Georeferenz) von administrativen, technischen oder<br />

natürlichen Grenzen in der Landschaft (Topographie) anwendungsneutral<br />

beschreiben.<br />

Im Gegensatz dazu gibt es die raumbezogenen Daten aus<br />

einem bestimmten Fachgebiet, wie zum Beispiel Demographie,<br />

Epidemiologie, Bodenkunde, Klimatologie,<br />

Wahlstatistik. Diese werden durch den Geomatiker digitalisiert,<br />

von anderen Stellen geliefert oder sind als „Offene<br />

Daten“ im OpenData Portal NRW abrufbar. ■<br />

Für eine <strong>Ausbildung</strong> zum Geomatiker bzw. Vermessungstechniker<br />

benötigt man mindestens die<br />

Fachoberschulreife.<br />

Wer anschließend noch Lust auf ein Studium hat,<br />

kann viele artverwandte Studiengänge belegen. Direkt<br />

auf Geoinformation spezialisiert sind aber diese:<br />

„Vermessung und Geoinformation“ und „Geoinformation<br />

und Kommunaltechnik“.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 69


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DIE ZUKUNFT GEHÖRT DIR!<br />

Hans Müller GmbH<br />

Toni Schmidt, 17 Jahre, im 1. <strong>Ausbildung</strong>sjahr<br />

als Rohrleitungsbauer, begeistert sich<br />

für die Arbeit im Team und ist gerne an der<br />

frischen Luft.<br />

W<br />

ir, die Hans Müller<br />

Gruppe mit Hauptsitz<br />

in Olsberg, sind ein etabliertes<br />

mittelständiges Unternehmen.<br />

Gegründet 1975, haben wir stetig<br />

expandiert und sind heute mit 150<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />

ein angesehener Partner für<br />

verschiedenste Auftraggeber aus der<br />

Energie- und Wasserversorgung.<br />

Mit einer <strong>Ausbildung</strong> im Tief- oder<br />

Rohrleitungsbau kannst Du einen<br />

Beruf wählen, der Dir auch langfristig<br />

gute berufliche Perspektiven schafft.<br />

Fachkräfte iin unseren <strong>Ausbildung</strong>sbereichen<br />

sind auch künftig für die<br />

Infrastruktur unverzichtbar. In unserer<br />

Bauunternehmung können wir<br />

Dir den Grundstein für ein erfolgreiches<br />

Berufsleben mit vielen Perspektiven<br />

bieten.<br />

Johannes Senger, 17 Jahre, im 1. <strong>Ausbildung</strong>sjahr<br />

als Tiefbaufacharbeiter, mag<br />

besonders die Arbeit mit Maschinen.<br />

Wenn Du...<br />

. körperlich aktiv bist,<br />

. handwerkliches Geschick besitzt,<br />

. technisch interessiert bist und über<br />

räumliches Vorstellungsvermögen<br />

verfügst,<br />

. Dich gern an der frischen Luft<br />

aufhältst<br />

. einsatzfreudig und motiviert<br />

. und ein echter Teamplayer bist,<br />

kannst Du Dich bei uns auf eine<br />

abwechslungsreiche <strong>Ausbildung</strong> mit<br />

immer neuen Herausforderungen in<br />

den verschiedensten Einsatzgebieten<br />

und guten Verdienstmöglichkeiten<br />

freuen.<br />

Luca Tigges, 16 Jahre, im 1. <strong>Ausbildung</strong>sjahr<br />

als Tiefbaufacharbeiter, arbeitet gerne<br />

draußen und schätzt die Vielseitigkeit<br />

des Berufs.<br />

Wir bieten zum 01.08.<strong>2022</strong> <strong>Ausbildung</strong>splätze<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 71<br />

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Vom Stift...<br />

Christel Zidi<br />

U<br />

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Sprache ist<br />

lebendig.<br />

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Sprachen, auf eine<br />

geänderte Lebensweise<br />

oder –einstellung. So ist unser<br />

Wortschatz schon durch den<br />

Gebrauch von Smartphones und<br />

Computern erweitert worden, durch<br />

Worte wie App, Cloud, Chat, leaken etc.; die<br />

Verwendung vieler französischer Begriffe hingegen ist<br />

im Schwinden. Kein Wunder: Statt sich für ein Rendezvous<br />

ins Kostüm zu zwängen, reichen für ein Date oft<br />

Hoodie und Skinny oder auch Leggins. Schade, wenn<br />

mit den Wörtern auch gleich der „Chic“ verlorengeht.<br />

Es gibt aber definitiv sehr viele Wörter, die wir nicht vermissen.<br />

Zum Beispiel das Wort „Stift“. So nannte man die<br />

Auszubildenden noch vor wenigen Jahrzehnten. Woher<br />

der Ausdruck kommt, lässt sich nicht mehr genau feststellen.<br />

Manche meinen aus der Zimmermanns-Branche.<br />

Dort ist ein Stift ein kurzes Holzstück. Da Lehrlinge im<br />

ersten Jahr (damals manchmal mit 14, 15 Jahren) noch<br />

nicht ausgewachsen waren, waren sie auch meist klein bzw.<br />

kurz. Eine andere Erklärung ist die, das Stifte auch mal<br />

„angespitzt“ werden müssen. Dazu kann man sich den<br />

Kommentar ersparen. Dass das Wort Stift mit „stiften gehen“,<br />

also verschwinden, sich vor der Arbeit drücken, zu<br />

tun hat, erscheint aber nicht ganz schlüssig. Sicherlich gab<br />

es auch ältere Arbeitnehmer, die sich vor der Arbeit drückten<br />

und die man deshalb nicht als Stift bezeichnet hat. Die<br />

letzte Erklärung ist die am häufigsten genannte: Ein Stift<br />

ist ein Nagel ohne Kopf – also nicht besonders gut zu gebrauchen,<br />

kopflos eben.<br />

1971 wurden aus Lehrlingen ganz offiziell „Auszubildende“.<br />

Mit dem Namen änderte sich auch ein Teil der<br />

...zum Azubi<br />

Gewerbeordnung. Das aus dem<br />

Jahr 1900 stammende Recht der<br />

Lehrherren zur „väterlichen Zucht“ wurde<br />

abgeschafft: „Die körperliche Züchtigung sowie jede die<br />

Gesundheit des Lehrlings gefährdende Behandlung sind<br />

verboten“ hieß es dort. In diesem Zusammenhang ist es<br />

interessant, dass das Züchtigungsrecht der Pädagogen erst<br />

1972 bundesweit abgeschafft wurde. Heute ist es strafbar,<br />

den Auszubildenden „eins hinter die Löffel zu hauen“, ihm<br />

„die Ohren lang zu ziehen“ oder ihm „was auf die Finger<br />

zu geben“. Allein die Nachsilbe des Wortes Lehrling zeugt<br />

von Geringschätzung. Ähnliche Beispiele wie Neuling,<br />

Primitivling, Naivling, Feigling, Wüstling haben gleichfalls<br />

einen abwertenden Charakter. Nebenbei bemerkt gibt<br />

es Wörter mit der Endung -linge nur in der männlichen<br />

Form.<br />

Oft wird statt Auszubildender die Abkürzung Azubi verwendet.<br />

Das klingt positiv, in der weiblichen Form – Azubine<br />

– gar schon wie ein neckisches Kosewort. Tatsache ist,<br />

dass in fast allen Unternehmen das Ansehen der Auszubildenden<br />

gewachsen ist, der <strong>Ausbildung</strong>sauftrag ist in den<br />

Vordergrund gerückt. Was nicht bedeutet, dass die Azubis<br />

keine Pflichten hätten. Eine davon ist, die Weisungen<br />

des Ausbilders zu befolgen. Wenn der dann gelegentlich<br />

anordnet, den Besen in die Hand zu nehmen, muss der<br />

Azubi dem nachgehen. Aber wie gesagt: gelegentlich. Das<br />

Säubern des Arbeitsplatzes muss im richtigen zeitlichen<br />

Verhältnis zum Rest der <strong>Ausbildung</strong> stehen. ■<br />

AdobeStock 159198644<br />

72 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


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74 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Olsberg. Ohne das Team, in dem Silas Lausen<br />

arbeitet, geht nichts. Das sagt der Chef, Ulrich<br />

Herrmann, über seine Elektroniker für Betriebstechnik.<br />

Silas ist einer von ihnen, er hat seinen Abschluss<br />

seit Januar <strong>2022</strong> frisch in der Tasche und wurde direkt in<br />

der Elektrowerkstatt übernommen. Damit ist er nun Teil<br />

des Servicebereiches Instandhaltung der Olsberg GmbH.<br />

Besonderes Kennzeichen: stets zur Stelle sein. Und schon<br />

klingelt das Telefon.<br />

„Man muss bereit sein, schnell eigenständig zu arbeiten“,<br />

sagt der 20-jährige Madfelder über seinen Job. „Ich fand<br />

es schon immer interessant, einen technischen Beruf zu<br />

erlernen. Bei Störungen an den Anlagen die Ursache herauszufinden<br />

und schnell zu beheben, das steht hier jeden<br />

Tag an.“ Wenn sie nicht gerade Probleme lösen, die bei<br />

so vielen Maschinen jederzeit auftauchen können, dann<br />

entwickeln die fünf Facharbeiter und drei Azubis auch<br />

immer wieder Neues, zum Beispiel aktuell ganze Schaltschränke<br />

für eine neue Beleuchtung.<br />

„Im ersten Lehrjahr ist die <strong>Ausbildung</strong> ähnlich wie bei<br />

den Elektronikern im Handwerk. Danach geht es bei uns<br />

zum Beispiel mehr ums Programmieren als um Haustechnik“,<br />

sagt Silas Lausen. „Der Elektroniker für Betriebstechnik<br />

ist sicherlich unter den handwerklichen Berufen<br />

einer der anspruchsvollsten und bringt viel Verantwortung<br />

mit sich“, ergänzt Personalleiterin Dagmar Srajek.<br />

Es gilt schließlich, die millionenschweren Maschinen am<br />

Laufen zu erhalten und dafür zu sorgen, dass alle anderen<br />

im Betrieb durcharbeiten können. „Außerdem lernt der<br />

Betriebselektroniker bei uns die Gießerei und die Feinblechtechnik<br />

kennen, zwei grundverschiedene Bereiche<br />

mit je einem großen teil- und vollautomatisierten Maschinenpark“,<br />

so Dagmar Srajek.<br />

In der <strong>Ausbildung</strong> gibt die Projektarbeit, mit der Stefan<br />

Wahle, Industriemeister für Elektrotechnik, seine Azubis<br />

betreut, einen festen Tagesablauf. Immer wieder gehen die<br />

Azubis aber auch mit, um zu schauen, was bei einer Störung<br />

zu tun ist. Oder sie ziehen – im letzten <strong>Ausbildung</strong>sjahr<br />

– allein los. „Wir haben zwar eine Lehrwerkstatt, aber<br />

dort werden die Auszubildenden nicht festgebunden. Es<br />

ist ein hoher Anteil an Eigeninitiative gefragt, die <strong>Ausbildung</strong><br />

ist sehr praxisnah. Ich gucke den Azubis nicht<br />

ständig über die Schulter“, betont der Ausbilder. Darüber<br />

hinaus gibt es verschiedene Programmier-Tools, an denen<br />

ausprobiert werden kann, ohne direkt schon in die ech-<br />

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ten Maschinenabläufe einzugreifen.<br />

Besonders ist, dass die<br />

Auszubildenden auch andere<br />

fachliche Dinge lernen und die<br />

<strong>Ausbildung</strong> breit aufgestellt ist.<br />

„Wir machen zum Beispiel eine<br />

Grundausbildung für die Metallbearbeitung.“<br />

Es wird nie langweilig in diesem<br />

Beruf. Ein Unternehmen<br />

wie die Olsberg GmbH hat<br />

überall Elektronik verbaut –<br />

von der Beleuchtung bis hin<br />

zur großen Maschine. „Darum<br />

zeichnet es die Elektroniker<br />

für Betriebstechnik aus, dass<br />

sie teils gerade dann arbeiten,<br />

wenn die anderen Kollegen<br />

ins Wochenende gehen oder<br />

Betriebsferien haben“, hebt<br />

Dagmar Srajek noch einen we-<br />

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sentlichen Aspekt hervor. „Wir richten dann alles her,<br />

damit die Elektronik steht, sobald die Maschinen wieder<br />

hochgefahren werden“, ergänzt Stefan Wahle. Zu<br />

diesen Zeiten ist richtig Dampf im Teamkessel. „Auf der<br />

anderen Seite können wir zu allen anderen Zeiten untereinander<br />

und unabhängig vom Rest des Betriebes planen,<br />

wann wer frei macht“, sagt Silas Lausen. Das bringe große<br />

Flexibilität innerhalb der ansonsten geregelten Arbeitszeiten.<br />

„Es macht Spaß, Teil dieses Teams zu sein“, sagt<br />

Silas und zieht los. Das Telefon hat wieder geklingelt. ■<br />

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Christel Zidi<br />

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78 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


€€<br />

€<br />

Z<br />

umindest nicht in Gesundheitsfachberufen.<br />

Diese positive Nachricht kam zu Beginn des<br />

letzten Jahres und gilt für das Land NRW. Von<br />

dieser Entscheidung, die rückwirkend zum 01.01.21<br />

gilt, profitieren allein in Nordrhein-Westfalen mehr als<br />

8.000 Auszubildende.<br />

Wer nie verstanden hat, warum der Staat das Studium von<br />

Apothekern und Ärzten bezahlt, die <strong>Ausbildung</strong> im Bereich<br />

der Gesundheitsfachberufe allerdings nicht, muss sich seit<br />

dem letzten Jahr keine Gedanken mehr darum machen. Mehr<br />

denn je ist es wichtig, dass sich genügend Menschen für einen<br />

Beruf im Gesundheitsfach entscheiden. Das wegfallende<br />

Schulgeld ist ein Schritt in die richtige Richtung.<br />

Für folgende Berufe ist jetzt diese finanzielle Zuwendung<br />

möglich:<br />

• Ergotherapeut<br />

• Logopäde<br />

• Masseur*innen und medizinische Bademeister*innen<br />

• Pharmazeutisch-technischen Assistent*innen<br />

• Medizinisch-technischen<br />

Laboratoriumsassistent* innen<br />

• Medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen<br />

und –assistenten<br />

• Medizinisch-technischen Assistent*innen und<br />

Assistenten für Funktionsdiagnostik<br />

Ein ganz wichtiger Job im Gesundheitswesen ist der des<br />

Notfall- oder Rettungssanitäters. Während früher die<br />

Kommunen die <strong>Ausbildung</strong> zu Rettungsaassisten finanzierten,<br />

sind jetzt die Krankenkassen verpflichtet, alle <strong>Ausbildung</strong>skosten<br />

zu tragen. Teuer wird aber die <strong>Ausbildung</strong><br />

zum Heilpraktiker bleiben. Bis zu 10.000 Euro kostet die<br />

1,5 bis zweijährige <strong>Ausbildung</strong>. Die Abschlussprüfung muss<br />

durch einen Amtsarzt erfolgen. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 79


Traumberuf Kinderkrankenpfleger/in<br />

JUNGS KÖNNEN DAS GENAUSO GUT!<br />

Christel Zidi<br />

Kann man sich Säuglinge ansehen, ohne dass einem<br />

das Herz aufgeht? Ganz egal wie verknautscht<br />

das kleine Gesicht ist. Auch außerhalb der Säuglingsstation,<br />

auf der Kinderstation wirkt das „Kindchenschema“,<br />

also die typischen Proportionen des Kleinkindgesichtes.<br />

Die großen, runden Augen, die kleine Nase und<br />

das Kinn lösen sofort ein Schutz- und Fürsorgeverhalten<br />

aus. Das ist evolutionsbiologisch bedingt – und es wirkt.<br />

Bei den Mädels steht dieser Beruf nach wie vor besonders<br />

ganz hoch im Kurs. Jungs gibt es in diesem <strong>Ausbildung</strong>sberuf<br />

– bisher - nur sehr wenige. Liegt es vielleicht daran,<br />

dass man gerade in diesem Beruf viel mit körperlicher<br />

Nähe zu tun hat? Ein Kriterium, mit dem sich vor allem<br />

männliche Jugendliche etwas schwertun. Definitiv ist es<br />

so, dass Männer in Pflegeberufen qualitativ gleichwerte<br />

Bereit für deinen<br />

KARRIERE-<br />

SPRUNG?<br />

Leistungen erbringen und die Anerkennung seitens<br />

der Patienten mindestens genauso hoch ist.<br />

Männer sind in der Pflege generell in der Unterzahl.<br />

Im Jahr 2020 waren, so ein Bericht der Bundesagentur<br />

für Arbeit im Mai 2021, 80 Prozent der in der Krankenpflege<br />

Beschäftigten ohnehin Frauen, in der Altenpflege<br />

lag der Anteil gar bei 83 %. Zuwächse sind kaum zu<br />

verzeichnen. Außerdem fand man heraus, dass die Geschlechterverteilung<br />

in den Metropolen ausgeglichener<br />

ist als in den ländlichen Regionen.<br />

Um Kinderkrankenpfleger/in zu werden, muss man zunächst<br />

eine generalistische <strong>Ausbildung</strong> als Pflegefachmann/-frau<br />

an einer Pflegeschule beginnen. Im letzten<br />

<strong>Ausbildung</strong>sjahr kann man dann den Schwerpunkt<br />

auf die Pflege von Kindern legen, um dann den Abschluss<br />

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in zu<br />

erwerben.<br />

Später kann man dann sowohl in Krankenhäusern, in<br />

Kinderkliniken und Kinderheimen, bei ambulanten<br />

Pflegediensten und in Facharztpraxen für Kinder und<br />

Jugendliche tätig werden. Auch im Rahmen eines dualen<br />

Studiums (Abschluss Bachelor) kann der Beruf erlernt<br />

werden, dann mit der Option auf Tätigkeiten mit Leitungsfunktion.<br />

■<br />

Der DRK Kreisverband Brilon e.V. ist in der freien Wohlfahrtspflege<br />

tätig und bietet aktuell folgende <strong>Ausbildung</strong>sberufe an:<br />

PFLEGEFACHMANN<br />

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HAUSWIRTSCHAFTER<br />

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PFLEGEFACHASSISTENT<br />

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Ansprechpartner<br />

Thorsten Rediger<br />

Tel: 02961 96 55 - 0<br />

karriere.drk-brilon.de<br />

80 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


LWL-Einrichtungen in Marsberg suchen die<br />

HELDEN VON MORGEN<br />

Die LWL-Einrichtungen sind der größte Arbeitgeber im Raum<br />

Marsberg. Als bedeutender <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb bieten sie jungen<br />

Menschen unterschiedliche <strong>Ausbildung</strong>smöglichkeiten<br />

und damit den Start in eine erfolgreiche berufliche Zukunft.<br />

Jede <strong>Ausbildung</strong>srichtung spiegelt die hohe Qualität und die<br />

praxisorientierten <strong>Ausbildung</strong>skonzepte des LWL-Klinikums,<br />

des LWL-Wohnverbundes, LWL-Pflegezentrums und des<br />

LWL-Therapiezentrums für Forensische Psychiatrie wider.<br />

Bei der neuen generalistischen Pflegeausbildung werden in<br />

der LWL -Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe des<br />

LWL-Klinikums die bisher getrennt geführten <strong>Ausbildung</strong>en<br />

in der Alten-, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der<br />

Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt.<br />

Mit einem Abschluss zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann<br />

können Pflegefachkräfte in allen Pflegebereichen arbeiten.<br />

Sie haben bessere Aufstiegschancen und sind flexibler. Der<br />

Abschluss ist europaweit anerkannt.<br />

Auszubildende zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Büromanagement<br />

durchlaufen zunächst alle Verwaltungsbereiche,<br />

bevor sie sich im letzten Teil ihrer <strong>Ausbildung</strong> auf eine Abteilung<br />

festlegen, in der sie dann berufsspezifische Kenntnisse<br />

erlangen. Dort werden die Auszubildenden in der Regel direkt<br />

im Anschluss an ihre <strong>Ausbildung</strong> weiterbeschäftigt. Das Klinikum<br />

bildet so effizient und effektiv Fachkräfte für den eigenen<br />

Bedarf aus.<br />

In Kooperation mit einer Fachschule für Heilerziehungspflege<br />

können Auszubildende beim LWL in Marsberg, die für diesen<br />

anspruchsvollen Beruf erforderlichen Kompetenzen lernen. In<br />

der dreijährigen <strong>Ausbildung</strong> findet der Theorieunterricht an<br />

zwei Wochentagen im Berufskolleg Olsberg statt und die verbleibende<br />

Arbeitszeit - als sogenannte „praxisintegrierte <strong>Ausbildung</strong>sform“<br />

- in Wohngruppen des LWL-Wohnverbundes<br />

oder auf Stationen des LWL-Therapiezentrums.<br />

LWL-Einrichtungen Marsberg<br />

Weist 45 | 34431 Marsberg<br />

www.lwl-marsberg.de<br />

02992 601- 1807 I personal@lwl.org<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 81


Paula Rother (19) will Reittherapeutin werden<br />

Mit Pferdestärke heilen<br />

Thea Rother<br />

Lisa Sambale<br />

W<br />

enn früher die Sommerferien nahten, wurde die kleine Paula schon ganz aufgeregt. Bald ging es<br />

wieder auf den Bauernhof nach Hessen, zu ihren heißgeliebten Pferden. Eine Liebe, die bis heute anhält.<br />

Heute mit 19 Jahren besitzt sie zwei eigene Pferde. Die hat sie in der Reitanlage Schloss Gevelinghausen<br />

untergebracht, wo sie sich täglich um ihre, aber auch um andere Pferde kümmert. Ihre jüngere Schwester<br />

Thea hat sie nach ihren beruflichen Zielen befragt.<br />

82 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


„Ich mag den Kontakt mit Menschen,<br />

die körperliche Aktivität und dass<br />

mein gewählter <strong>Ausbildung</strong>sberuf sehr<br />

abwechslungsreich ist.“ (Paula Rother)<br />

Paula Rother liebt Pferde, aber genauso gern ist sie mit<br />

Menschen zusammen. Klar war also, dass sie einen Beruf<br />

im Sozial- bzw. medizinischen Bereich ergreift. Oder eben<br />

etwas mit Tieren. „Ich wollte früher immer Bereiterin werden“,<br />

verrät Paula, „aber jetzt mache ich erst einmal eine<br />

<strong>Ausbildung</strong> zur Physiotherapeutin.“<br />

Nach dem Fachabi ist sie jetzt im 1. Jahr an der Bildungsakademie<br />

für Therapieberufe in Bestwig. Das Fachabi<br />

ist allerdings keine Bedingung: „Um Physiotherapeut*in<br />

zu werden, braucht man mindestens einen Realschulabschluss<br />

oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener<br />

Berufsausbildung“, erklärt Paula Rother. Drei Jahre<br />

dauert die <strong>Ausbildung</strong>, also insgesamt mindestens 4.500<br />

Stunden, die sich in einen theoretischen, einen fachpraktischen<br />

und einen berufspraktischen Teil gliedern.<br />

Nach einer intensiven Einführungsphase wird mit zunehmendem<br />

Wissensstand die praktische <strong>Ausbildung</strong> am Patienten<br />

weiter intensiviert. Dadurch gelingt ein leichterer<br />

Übergang in die Berufspraxis.<br />

Also geht es nicht weiter in Richtung Arbeit mit<br />

Tieren? „Doch. Ich bin natürlich auch an Medizin interessiert,<br />

für Menschen und Tiere. Deshalb arbeite ich<br />

daraufhin, später eine Weiterbildung zu machen, um dann<br />

Reittherapie geben zu können. Man kann sich eigentlich<br />

unendlich weiterbilden und das auch in fast jeder erdenklichen<br />

Weise, wie zum Beispiel Manuelle Therapie, Sporttherapie<br />

und eben die tiergestützte Therapie.“<br />

Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?<br />

Morgens gehe ich zur Akademie. Anschließend fahre ich<br />

meist direkt zum Stall, versorge dort alle Pferde, gebe Reitunterricht<br />

und/oder reite selbst.<br />

Was ist dein Ziel für die Zukunft?<br />

Mein Traum ist, einen eigenen Hof zu haben, am besten in<br />

Gevelinghausen, und dort Reittherapie sowie Reitstunden<br />

zu geben. ■<br />

Physiotherapeuten behandeln vor allem Menschen,<br />

aber auch Tiere, deren körperliche Bewegungsmöglichkeiten<br />

altersbedingt oder<br />

aufgrund einer Krankheit, Verletzung oder Behinderung<br />

eingeschränkt sind. Sie führen auch<br />

vorbeugende Therapiemaßnahmen durch.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 83


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rgendwann im Leben trifft man den „einen<br />

von 80 Millionen“. Wann das passiert, steht für<br />

die meisten jungen Menschen noch in den Sternen.<br />

Bewusster und gezielter kann man sich für eine <strong>Ausbildung</strong><br />

entscheiden. Zum Beispiel eine generalistische<br />

Pflegeausbildung an der LWL-Akademie Lippstadt.<br />

Vielleicht ist Ihr Kind demnächst auch einer von 150<br />

Azubi dort, ein zukünftiger Allrounder?!<br />

Schon seit 1961 wird in der Akademie für Gesundheitsund<br />

Pflegeberufe des Landschaftsverbandes Westfalen-<br />

Lippe (LWL) ausgebildet. Anja Henrichs leitet die LWL-<br />

Akademie in Lippstadt-Eickelborn. Sie empfiehlt jungen<br />

Menschen, die einen Pflegeberuf ergreifen wollen, eine<br />

generalistische <strong>Ausbildung</strong>, “weil die jungen Menschen<br />

danach befähigt sind, in jedem Versorgungsbereich der<br />

Pflege tätig zu werden – und das auch europaweit. Mit<br />

den umfangreichen Handlungskompetenzen, die sie bei<br />

uns erworben haben, können sie Menschen aller Altersgruppen<br />

akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten<br />

Pflegesituationen kompetent versorgen.“<br />

Die dreijährige <strong>Ausbildung</strong> (Voraussetzung Mittlerer<br />

Schulabschluss) ist aufgeteilt in einem theoretischen Teil<br />

und der Fachpraxis in der LWL-Akademie. Die Praxiseinsätze<br />

erfolgen in den LWL-Klinikstandorten Lippstadt<br />

und Warstein und bei weiteren Kooperationspartnern.<br />

Am Ende der <strong>Ausbildung</strong> steht das staatliche Examen.<br />

Allen Auszubildenden der LWL-Akademie wird kostenloses<br />

digitales Lernen mit iPads und entsprechender digitaler<br />

Lernumgebung geboten. Auch der Kontakt zu den Dozenten<br />

ist über die hauseigene Lernplattform möglich. Lernen<br />

ist so also überall und jederzeit möglich.<br />

Wer das Abitur oder die Fachhochschulreife besitzt und<br />

sich für den Pflegeberuf besonders qualifiziert hat, kann<br />

ab dem 2. Jahr den kooperativen Bachelorstudiengang<br />

„Gesundheit (Pflege)“ beginnen. Dieses Studium ist mit<br />

der <strong>Ausbildung</strong> zum Pflegefachmann/ zur Pflegefachfrau<br />

verbunden. Wer möchte, kann auch direkt nach dem Bachelor<br />

das Masterstudium aufnehmen.<br />

In der LWL-Akademie erwartet die Auszubildenden ein<br />

Team aus Pflegepädagogen mit langjähriger praktischer<br />

Erfahrung und fundierten akademischen Qualifikationen<br />

in der Berufs- und Pflegepädagogik. Ein offenes, engagiertes<br />

und wertschätzendes Team, das sein Fachwissen<br />

gern weitergibt - damit jeder der 150 Auszubildenden zu<br />

einem Allrounder wird. ■<br />

84 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Für Eltern und Jugendliche<br />

Schule aus und dann? Jetzt informieren!<br />

Entdecke Deine<br />

<strong>Ausbildung</strong>sregion<br />

Praxisnah starten, gezielt weiterbilden.<br />

www.azubi-finder.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 85


Anzeige<br />

Individuelle <strong>Karriere</strong>planung<br />

im Städtischen Krankenhaus Maria Hilf in Brilon<br />

Angehende akademisierte Pflegefachfrauen: Franka Rudolf (links) und Lena Still<br />

PFLEGE DUAL: ZWISCHEN<br />

WISSENSCHAFT UND PRAXIS<br />

Christel Zidi<br />

sabrinity<br />

P<br />

raxis und Theorie effizient zu verknüpfen<br />

– diese Grundidee steht hinter dem Dualen<br />

Studium. Auf der einen Seite nehmen die Studierenden<br />

– ganz klassisch – an den Vorlesungen der<br />

Hochschule teil. Auf der anderen Seite erweitern sie<br />

ihre praktischen Kenntnisse in einem Unternehmen,<br />

einem wie zum Beispiel das Krankenhaus Maria Hilf<br />

in Brilon. Wer hier den Weg des Dualen Studiums einschlägt,<br />

hat zum Schluss nicht nur den Bachelor in der<br />

Tasche, sondern auch eine abgeschlossene Berufsausbildung.<br />

Schon seit 2016 bietet das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe<br />

im Städtischen Krankenhaus Brilon - als Kooperationspartner<br />

der Fachhochschule in Münster - ein<br />

duales Pflegestudium in der Kombination mit der <strong>Ausbildung</strong><br />

im Bereich der Pflege an. Franka Rudolf (21) und<br />

Lena Still (22) haben sich entschieden, diesen Weg zu<br />

gehen, um dann den Bachelorabschluss in der Pflege zu<br />

erhalten. Das praxisbezogene Studium liegt ihnen sehr,<br />

weil sie ihre während des Studiums erlangten und vertieften<br />

pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse auch gleich in<br />

der Praxis des Krankenhausalltages anwenden können.<br />

Während Franka kurz nach dem Abitur ihre <strong>Ausbildung</strong><br />

zur Pflegefachfrau begann, war Lena zunächst zwei Jahre<br />

im Ausland als Au Pair tätig. Beiden war bereits während<br />

der Schule klar, dass sie gern im Bereich der Pflege arbeiten<br />

würden. Franka, die aus Bleiwäsche kommt und<br />

86 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


jetzt im 2. <strong>Ausbildung</strong>sjahr ist, hat sich gleich zu Beginn<br />

ihrer <strong>Ausbildung</strong> um ein Duales Studium beworben. Ihre<br />

Gründe dazu waren, dass „die Kombination aus <strong>Ausbildung</strong><br />

und Studium sehr attraktiv waren, mein Berufsalltag<br />

bleibt abwechslungsreich und ich in vergleichbar kurzer<br />

Zeit zwei verschiedene Abschlüsse erreichen kann.“ Auch<br />

Lena, jetzt im 2. <strong>Ausbildung</strong>sjahr zur Pflegefachfrau sowie<br />

parallel im 3. Semester des Studiums, sieht die Vorteile,<br />

die ein solches Studium mit sich bringt und ergänzt:<br />

„Man hat immer einen persönlichen Ansprechpartner in<br />

der <strong>Ausbildung</strong>sstätte, einen großen Bezug zur Berufspraxis<br />

sowie natürlich finanzielle Vorteile.“<br />

Wer die Allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife<br />

besitzt, kann nach 0,5-jähriger <strong>Ausbildung</strong> zur<br />

Pflegefachkraft über ein Stipendium in den Bachelorstudiengang<br />

„Pflege dual“ (Gesamt: sechs Semester)<br />

einsteigen. Das Studium läuft parallel zur <strong>Ausbildung</strong>.<br />

Nach Abschluss der <strong>Ausbildung</strong> schließt für 3 weitere<br />

Semester das berufsbegleitende Studium an. Hier gibt<br />

es die Möglichkeit weiter mit einer 50 %-Anstellung zu<br />

arbeiten. Die Präsenzzeit an der Fachhochschule beträgt<br />

eine Woche pro Semester, die <strong>Ausbildung</strong> und Studium<br />

dauern insgesamt 4,5 Jahre. Während der Studienzeit ist<br />

die Anstellung im Krankenhaus Maria-Hilf garantiert.<br />

Studierte Pflegende, die ihren Beruf<br />

durch ein duales Studium erlernt haben,<br />

sind Experten dafür, theoretische<br />

Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen<br />

und so zur Verbesserung<br />

der Pflegequalität beizutragen.<br />

Mit einem Dualen Studium in der Gesundheitsbranche<br />

ist man in Zeiten des demografischen Wandels nicht nur<br />

ein begehrter Arbeitnehmer, sondern es bieten sich auch<br />

hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem wird<br />

die praktische Arbeit bezahlt und die Studiengebühren<br />

übernimmt das Krankenhaus Maria Hilf in Form eines<br />

Stipendiums für das sich beworben werden muss. Petra<br />

Vorderwisch, Schulleiterin im Briloner Krankenhaus,<br />

ist es wichtig zu betonen, dass die reguläre <strong>Ausbildung</strong><br />

dabei nicht in ihrer Struktur angetastet wird:<br />

„Das Duale Studium ist „on top“ – und damit natürlich<br />

auch mit einer zusätzlichen Arbeitsbelastung für<br />

die Studierenden verbunden.“<br />

Trotz dieser Mehrarbeit weiß Franka die Kombination<br />

aus Praxis und Theorie bereits jetzt zu schätzen und zu<br />

nutzen: „Mittlerweile habe ich festgestellt, dass Inhalte aus<br />

meiner <strong>Ausbildung</strong> im Studium aufgegriffen werden, wodurch<br />

ich nochmals tiefere Einblicke in die Themen bekomme.“<br />

Gut erkannt, denn für ein Pflegestudium ist es<br />

wichtig, dass die Studierenden analytisch und ganzheitlich<br />

denken können, schließlich sind sie es, die später zwischen<br />

Wissenschaft und beruflichem Alltag vermitteln.<br />

Um die Kompetenzen für Steuerungsaufgaben im Pflegeteam<br />

zu erlangen, gehören deshalb auch sogenannte „Softskills“<br />

wie Empathie, soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeiten<br />

dazu.<br />

Mit dem Abschluss des Dualen Studiums erwerben sich<br />

die beiden jungen Frauen nicht nur einen Hochschulabschluss,<br />

sondern sie besitzen damit auch wissenschaftliche<br />

Kompetenzen für Steuerungsaufgaben im Pflegeteam oder<br />

für eine hochschulische Weiterqualifizierung (Pädagogik,<br />

Management oder Beratung).<br />

Franka Rudolf und Lena Still wissen um ihre vielfältigen<br />

beruflichen Möglichkeiten: „Ich möchte auf einer Intensivstation<br />

zu arbeiten, bin aber auch gegenüber anderen<br />

Bereichen offen“, berichtet Lena, die derzeit noch in<br />

Paderborn wohnt. Und Franka ergänzt: „Genau wegen der<br />

guten Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich mich auch<br />

für das Studium entschieden. Hierdurch bleiben mir viele<br />

Wege offen, da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht<br />

für einen Arbeitsbereich festlegen möchte. ■<br />

Bildungszentrum für Gesundheitsberufe<br />

am Städt. Krankenhaus Maria-Hilf Brilon gGmbH<br />

Schulleitung: Petra Vorderwisch<br />

Am Schönschede 1 | 59929 Brilon<br />

✆ 02961 780 1440<br />

E petra.vorderwisch@kh-brilon.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 87


Pflegen lernen im Sauerland<br />

„UNSERE SCHÜLERINNEN<br />

UND SCHÜLER GESTALTEN,<br />

SPRECHEN UND DENKEN MIT.“<br />

(SABINE KRAHN)<br />

Monika Loerchner<br />

Bildungsakademie <strong>HSK</strong><br />

F<br />

achkräfte im Bereich der Pflege sind gefragt<br />

wie nie. Um auch in Zukunft die Versorgung<br />

kranker und älterer Menschen gewährleisten zu<br />

können, bedarf es zahlreicher Pflegeschulen. Im Hochsauerland<br />

gibt es so einige Schulen, an denen es möglich<br />

ist, eine <strong>Ausbildung</strong> in der Pflege zu absolvieren.<br />

Seit 2020 gibt es die Generalistische <strong>Ausbildung</strong>. Die<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum „Pflegefachmann“ beziehungsweise zur<br />

„Pflegefachfrau“ dauert in der Regel drei Jahre und findet<br />

in der gesamten EU Anerkennung. In dieser Pflegeausbildung<br />

werden seit 2020 die ehemaligen Berufsausbildungen<br />

des/r Altenpflegers/in, des/r Gesundheits- und<br />

Krankenpfleger/in und des/r Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in<br />

vereint.<br />

ESTA-Bildungswerk gGmbH -<br />

Pflegeschule Olsberg<br />

Die Pflegeschule in Olsberg ist Teil des ESTA-Bildungswerks<br />

und besteht seit über 25 Jahren. Für die Schülerinnen<br />

und Schüler ist es praktisch, dass die Schule zentral<br />

gelegen und dadurch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut<br />

zu erreichen ist.<br />

Einen weiteren Pluspunkt sieht Schulleiterin Sabine Krahn<br />

in der überschaubaren Größe der Pflegeschule. So können<br />

hier Schüler-Lehrer-Beziehungen aufgebaut werden,<br />

die eine individuelle Förderung, Begleitung und Kompetenzentwicklung<br />

mit sich bringen. Den Schwerpunkt<br />

des ESTA-Bildungswerks sieht die Schulleiterin auf einer<br />

subjektorientierten und konstruktivistischen Unterrichtsgestalten.<br />

Oder kurz gesagt: „Unsere Schülerinnen und<br />

Schüler gestalten, sprechen und denken mit.“<br />

DRK Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe –<br />

Meschede und Schmallenberg<br />

Auch Peter Gawehn, stellvertretender Leiter des DRK Bildungsinstituts<br />

für Gesundheitsberufe, sieht in kleineren<br />

Schulen einen Vorteil: „Schüler und Lehrer kennen sich<br />

noch persönlich. Von daher ist eine Stärke unserer Schule<br />

die individuelle Beratung, Förderung und Begleitung unserer<br />

Schüler, sowohl bei schulischen und privaten Problemen<br />

als auch bei Schwierigkeiten in der Praxis.“<br />

88 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Das Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe<br />

DRK Soziale Dienste Meschede hat Standorte<br />

in Meschede und Schmallenberg. Hier<br />

wird großer Wert auf eine digitale und innovative<br />

Ausstattung der Unterrichtsräume<br />

gelegt sowie auf die Würde und das Wohlergehen<br />

von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen.<br />

Ziel ist es, qualifiziertes Pflegepersonal<br />

auszubilden, das sich in <strong>Ausbildung</strong> und Beruf auch<br />

persönlich entfalten kann.<br />

Bildungsakademie für Gesundheit und Sozialwirtschaft<br />

Hochsauerland – Arnsberg und Meschede<br />

„Wir sind eine hochmoderne Pflegeschule mit zwei Standorten<br />

und einem großen LehrerInnenteam, welches den<br />

Unterricht abwechslungsreich und multimedial gestaltet“,<br />

informiert Schulleiterin Heidelore Lessig. Beide Standorte<br />

sind vollständig digitalisiert und mit modernen Medien<br />

auf neustem Standard ausgestattet. Praktischer Unterricht<br />

findet in sogenannten „Skillslaps“ statt. Dabei handelt es<br />

sich um meist digital ausgestattete Trainingsräume, in<br />

denen den Auszubildenden Wissen und Techniken in der<br />

direkten Anwendung erlernen können, wie etwa an der<br />

Nursing-Anne, einem softwaregesteuerten Pflegesimulator.<br />

Um die digitalen Lernmittel bestmöglich nutzen zu<br />

können, erhalten alle Pflegeauszubildenden zum <strong>Ausbildung</strong>sstart<br />

kostenfrei ihr eigenes iPad. Als einzige Einrichtung<br />

im Hochsauerlandkreis bietet die Bildungsakademie<br />

den <strong>Ausbildung</strong>sgang Pflegefachmann/-frau übrigens<br />

auch in Teilzeitform an.<br />

Wohnen<br />

dem Motto „Leben und Lernen in Gemeinschaft“, ein<br />

Zimmer im Wohnheimtrakt der Krankenpflegeschule zu<br />

beziehen. Für Studierende und Auszubildende der DRK-<br />

Pflegeschule Meschede stehen ebenfalls kostengünstige<br />

Appartements mit Gemeinschaftsküche und Waschmöglichkeiten<br />

zur Verfügung.<br />

Fortbildung<br />

Bereit für die Pflege<br />

Alle drei Pflegeschulen bieten umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten<br />

an, wie etwa die berufspädagogische Weiterbildung<br />

zur Praxisanleitung. Gerade in Hinblick auf<br />

das Fachwissen sieht Heidelore Lessig (Bildungsakademie)<br />

einen starken Wandel des Berufsbildes in den letzten Jahren.<br />

„Pflege ist inzwischen ein Beruf mit einem eigenen<br />

Aufgaben- und Verantwortungsbereich. Daraus ergibt<br />

sich die Herausforderung, dass mehr und genaueres Wissen<br />

und Können gefragt ist.“<br />

Die SchülerInnen des ESTA-Bildungswerks kommen<br />

hauptsächlich aus der Region. Wer dennoch eine eigene<br />

Wohnung benötigt, wird von den Kooperationspartnern<br />

bei der Suche unterstützt. Wer sich für die Bildungsakademie<br />

für Gesundheit und Sozialwirtschaft Hochsauerland<br />

in Meschede entscheidet, hat die Möglichkeit, frei nach<br />

„Pflege ist inzwischen ein Beruf mit<br />

einem eigenen Aufgaben- und<br />

Verantwortungsbereich“<br />

(Heidelore Lessing)<br />

Daher müssen laut Sabine Krahn (ESTA) angehende Pflegefachkräfte<br />

eine hohe Bereitschaft zur Fortbildung für<br />

die speziellen Bereiche, in denen sie später arbeiten möchten,<br />

mitbringen – z. B. für die Intensivpflege, Neurologie<br />

oder die Gerontopsychiatrie.<br />

Auch das Klientel hat sich verändert, weiß Peter Gawehn<br />

(DRK): „Pflege wird kulturell bunter: Immer mehr pflegebedürftige<br />

Menschen, aber auch immer mehr Pflegepersonen<br />

haben einen Migrationshintergrund. Pflege von<br />

Menschen, die aus einem anderen Kulturkreis kommen,<br />

stellt eine hohe Herausforderung dar, vor allem, wenn es<br />

aufgrund von Sprachproblemen zu Irritationen kommt.“ ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 89


PRODUKTION<br />

UND FERTIGUNG<br />

Top Berufe:<br />

• Bäcker/-in<br />

• Brauer/in und Mälzer/-in<br />

• Chemikant/-in<br />

• Fleischer/-in<br />

• Konditor/-in<br />

• Holzbearbeitungsmechaniker/-in<br />

• Produktionstechnologe/-in<br />

• Medientechnologe/-in<br />

• Packmitteltechnologe/-in<br />

• Verfahrensmechaniker/-in<br />

Firmenportraits und<br />

<strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

aus der Region auf<br />

imsauerland.de<br />

Dieses Berufsfeld erkunden<br />

auf karriere-hier.de<br />

Foto:Iris Böning<br />

Der besondere Moment,<br />

wenn das heiße Eisen fließt….<br />

Warum Jonas Tebbe der Beruf als „Gießereimechaniker,<br />

Schwerpunkt Handformguss“ begeistert<br />

Sonja Funke<br />

Iris Böning<br />

O<br />

lsberg. „Wenn ich am Ende des Arbeitstages<br />

etwas abgieße und das heiße Eisen fließen sehe,<br />

dann ist das jedes Mal etwas Besonderes“, sagt<br />

Jonas Tebbe. Der Siedlinghauser, der 2021 seine <strong>Ausbildung</strong><br />

beendete, hat mit dem „Gießereimechaniker –<br />

Schwerpunkt Handformguss“ seinen Traumberuf gefunden.<br />

Das sagt er nicht, das spürt man und sieht es ihm an.<br />

Wir müssen schauen, direkt vor Ort, was diesen 25-Jährigen<br />

so begeistert. Ab in die Gießerei der Olsberg GmbH!<br />

Die Tür öffnet sich. Zwei, drei Schritte und da steht Jonas<br />

Tebbe schon: ausgerüstet mit Schutzbrille, Schutzkleidung<br />

und vor einem Kessel, aus dem die Funken sprühen. Er gießt<br />

kleine Eisen-Taler für die Materialprobe. Qualitätsmanagement<br />

muss sein. Mit einem riesigen Thermometer misst er<br />

die Temperatur dieser eisernen Flüssigkeit und ist zufrieden.<br />

1380 Grad! Geschmolzen im großen Kupol-Ofen. Dieses<br />

Haptische fasziniert auch die <strong>WOLL</strong>-Reporter sofort.<br />

Erst die Form zu bauen, dann Kerne einzusetzen, damit der<br />

Guss später auch Hohlräume für zum Beispiel Elektromotoren<br />

oder Pumpen hat. Endlich zu gießen und schließlich das<br />

oft riesige Endprodukt zu sehen.<br />

90 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


<strong>Ausbildung</strong> bei Viega<br />

GESTALTE MIT UNS DIE ZUKUNFT –<br />

AUCH DEINE EIGENE.<br />

Viega gestaltet mit innovativen Produkten die Zukunft, auch<br />

die unserer Auszubildenden. Seit mehr als 80 Jahren bilden wir<br />

junge Talente in unterschiedlichen Berufen aus.<br />

Gehörst auch Du bald dazu?<br />

Dann freuen wir uns über Deine Bewerbung, die Du uns bevor<br />

zugt online über azubiblog.viega.de zukommen lässt.<br />

Kein Wunder also, dass Auszubildende bei Viega beste Voraus<br />

setzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben finden.<br />

Eine fundierte <strong>Ausbildung</strong> ist für uns genauso selbstverständlich<br />

wie die Aussicht auf langfristige persönliche Entwicklungspers<br />

pektiven und ein fairer, menschlicher Umgang miteinander.<br />

AZ_Woll_182x118_<strong>2022</strong>_04.indd 1 07.04.22 15:58<br />

Viel Veantwortung<br />

All dies gibt Jonas Tebbe eine große Zufriedenheit. „Manchmal<br />

habe ich über alle Arbeitsschritte die Verantwortung für<br />

ein ganzes Stück“, freut sich der 25-Jährige. Er identifizierte<br />

sich von Anfang an mit diesem Job. Was an Fähigkeiten<br />

mitzubringen ist? „Man sollte rechnen können, naturwissenschaftlich<br />

interessiert sein und auch technisches Zeichnen gut<br />

finden.“ Zwischen 50 Kilogramm und bis zu 8 Tonnen sind<br />

die Einzelanfertigungen schwer. Die Auftraggeber liefern die<br />

Modelle, anhand derer erst die Form aus Sand gefertigt und<br />

in diese dann das Eisen gegossen wird. Drei bis vier Stücke<br />

stellen die Handformer am Tag her - vom Kontergewicht für<br />

den Industrieroboter bis zum Pumpengehäuse.<br />

Vor Ort, in der Gießerei, geht es nun ans Eingemachte. Wie<br />

große Schubladen wirken die Formkästen. Der große Topf<br />

mit dem flüssigen Eisen fährt heran. „Bitte ein paar Schritte<br />

zurückgehen!“ Schon fließt das Eisen in die Negativform aus<br />

Sand und bahnt sich seinen Weg. „Wenn ich als Former Mist<br />

mache, kann ich schon mal locker 20.000 Euro im wahrsten<br />

Sinne in den Sand setzen. Ich passe auf, bei jedem Arbeitsschritt“,<br />

sagt Jonas Tebbe. Erst am nächsten Tag, wenn alles<br />

abgekühlt ist, kann er sehen, ob das 2 x 2 Meter große<br />

Getriebegehäuse gut gelungen ist. Hat alles geklappt? Muss<br />

möglichst wenig nachgeschliffen werden? Die Handformer<br />

tragen die Verantwortung.<br />

„Der Beruf ist leider nicht so bekannt, dabei ist er sehr vielfältig.<br />

Noch dazu brauchen viele Unternehmen in unserer<br />

Region zwischen Hallenberg und Soest die Gießereimechaniker“,<br />

unterstreicht Personalleiterin Dagmar Srajek. An der<br />

<strong>Ausbildung</strong> bei der Olsberg GmbH ist besonders, dass hier<br />

noch viele handgeformte Gussteile hergestellt werden. „Unsere<br />

Handformerei hat schon eine gute Größe. Wir nehmen<br />

nach vier Wochen Grundausbildung hier im Betrieb auch<br />

die Prüfung für Azubis anderer Unternehmen ab - ein echter<br />

Vertrauensbeweis.“ Und: Wer einmal die Handformerei erlernt<br />

hat, ist begehrt, denn er kommt mit dieser Basis auch an<br />

jeder Maschine klar.<br />

Jonas Tebbe war ein Selbstläufer. „Schon nach zwei Wochen<br />

Praktikum habe ich auf ein halbes Jahr verlängert. Hier sehe<br />

ich, wofür ich Mathe oder Physik gebraucht habe.“ Dabei<br />

hatte der 25-Jährige es erst als Chemisch-Technischer Assistent<br />

probiert. „Die Theorie war spannend, aber die Praxis im<br />

Labor war nichts für mich. Hier sehe ich jeden Abend, was<br />

ich gemacht habe. Dies ist das Passende.“ ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 91


Anzeige<br />

MIT HOLZ UND HERZ<br />

FENSTER FERTIGEN<br />

Dominik Birkelbach lernte in seiner <strong>Ausbildung</strong> zum Holzmechaniker viel<br />

über die Maschinen, mit denen die Hölzer bearbeitet werden.<br />

Sorpetaler Fensterbau GmbH<br />

Du<br />

arbeitest gerne mit Holz und hast<br />

auch Lust auf Maschinen? Dann bist<br />

du beim Fensterbauer Sorpetaler aus<br />

Sundern-Hagen richtig! Der Familienbetrieb bietet<br />

<strong>Ausbildung</strong>splätze in der Holzfensterfertigung an, die<br />

Handwerk und Technik unter einen Hut bringen. Und<br />

viel Raum zur Weiterentwicklung bieten.<br />

Schaffe schöne Oberflächen!<br />

Bevor Janina ihre <strong>Ausbildung</strong> als Verfahrensmechanikerin<br />

für Beschichtungstechnik bei Sorpetaler startete, war<br />

sie Ferienarbeiterin in dem familiengeführten Unternehmen.<br />

Nach ihrem Schulabschluss wollte sie erst Tischlerin<br />

oder Holzmechanikerin werden. Über Umwege kam sie<br />

schließlich an die <strong>Ausbildung</strong> zur Verfahrensmechanikerin<br />

für Beschichtungstechnik, die sie vor drei Jahren abschloss.<br />

Bereut hat sie diese Entscheidung nie. “Die <strong>Ausbildung</strong><br />

war super. Besonders gefällt mir die Vielfalt meines Berufs.<br />

Ich habe einen Mix aus Werkstoffen wie Holz, Metall<br />

und Kunststoff kennengelernt und verstanden, wie unterschiedlich<br />

Beschichtung und Bearbeitung von Material zu<br />

Material sind”, beschreibt Janina ihre Erfahrungen.<br />

Platz für Eigenständigkeit<br />

Ihr Wissensdurst und ihr Drang, selbstständig zu arbeiten,<br />

wurden bei Sorpetaler voll unterstützt. “Ich kann total<br />

viel eigenständig arbeiten. Und wenn mal Fehler passieren,<br />

ist das nicht schlimm. Bei Fragen sind meine Kollegen<br />

da und helfen mir.” Mittlerweile beherrscht Janina alle<br />

Maschinen und Anlagen zur Beschichtung und kann die<br />

92 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


meisten Herausforderungen selbst meistern. Ausgelernt<br />

hat sie trotzdem noch nicht. Mittlerweile weiß sie z.B., wie<br />

sie Naturoberflächen von Hand nachbearbeiten kann. Als<br />

Nächstes will sie ans Versiegeln ran, also das Abdichten mit<br />

Silikon, damit sie auch mal für Kolleginnen und Kollegen<br />

einspringen kann.<br />

Auch ein duales Studium<br />

(Holzmechaniker + Bachelor) ist möglich<br />

Holzmechaniker für den Fenster- und Türenbau<br />

Sorpetaler bildet außerdem Holzmechaniker aus. So wie<br />

Dominik, der als Azubi alle Bereiche der Holzfensterproduktion<br />

kennengelernt hat. “Ich habe im Zuschnitt angefangen.<br />

Da habe ich Bohlen zugeschnitten, aber auch<br />

Sonderteile wie Wetterschenkel oder Schlagleisten, die<br />

später auf die Fenster kommen.”<br />

Als Holzmechaniker lernst du aber nicht nur den Umgang<br />

mit Holz und wie du daraus Fenster und Türen bauen<br />

kannst, sondern ganz viel über die Maschinen, mit denen<br />

die Hölzer bearbeitet werden. Jasmin z.B. fand die Arbeit<br />

mit den Maschinen so spannend, dass sie nach ihrer <strong>Ausbildung</strong><br />

bei Sorpetaler noch eine Weiterbildung zur Maschinen-<br />

und Anlagenführerin gemacht hat. Heute steuert sie<br />

teilweise zwei bis drei Maschinen gleichzeitig.<br />

Bei aller Technik muss aber auch das Betriebsklima stimmen.<br />

Das ist ein Grund, warum Dominik schon seit fast<br />

elf Jahren bei Sorpetaler ist: “Wir haben eine super Teamarbeit.<br />

Wenn was ist, dann kann ich mit den Kollegen<br />

oder Chefs sprechen. Und die sind auch geduldig, wenn<br />

man mal was nicht direkt am Anfang versteht.” ■<br />

Janina begann ihre <strong>Karriere</strong><br />

bei Sorpetaler als Ferienarbeiterin.<br />

Komm ins Handwerk!<br />

<strong>Ausbildung</strong>en bei Sorpetaler<br />

• Holzmechaniker:in (auch als duales Studium möglich)<br />

• Verfahrensmechaniker:in für Beschichtungstechnik<br />

<strong>Ausbildung</strong>sstart 01.08.<strong>2022</strong><br />

<strong>Ausbildung</strong>sdauer:<br />

<strong>Ausbildung</strong>sort:<br />

3 Jahre<br />

• Sorpetaler Fensterbau in<br />

Sundern-Hagen<br />

• Berufskolleg Olsberg bzw.<br />

Cuno-Berufskolleg in Hagen<br />

Sorpetaler Fensterbau GmbH<br />

Selbecke 6 • 59846 Sundern (Sauerland)<br />

Tel.: 02393 919 20 • sorpetaler.de<br />

Was du mitbringen solltest:<br />

• Lust auf die Arbeit mit Holz<br />

• Neugier und Spaß daran, im Team zu arbeiten<br />

• Interesse an technischen Fächern<br />

Dein Ansprechpartner:<br />

Frank Kruse, Betriebsleiter<br />

frank.kruse@sorpetaler.de<br />

02393 9192 40<br />

sorpetaler.de<br />

Besuch uns bei Instagram!<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 93


Beruf: Produktionstechnologe/Produktionstechnologin<br />

Junge Menschen mit technischem<br />

Interesse und eigenen Ideen gesucht<br />

Gisela Wilms<br />

Dallmer<br />

V<br />

erpackungsabläufe automatisieren, monotone<br />

Arbeiten erleichtern oder Montagetätigkeiten<br />

optimieren – Produktionstechnologen:innen<br />

schauen sich Prozesse genau an und überlegen, wie sie<br />

diese verbessern können. Sie sprechen dafür auch mit<br />

Kollegen:innen aus unterschiedlichen Abteilungen.<br />

„Wir würden in diesem Jahr sehr gerne zum Produktionstechnologen<br />

oder zur Produktionstechnologin ausbilden,<br />

da wir wirklich großen Bedarf haben“, erklärt<br />

Michael Mende. Er ist beim Familienunternehmen<br />

Dallmer in den Bereichen Formenbau und Programmierung<br />

CAD/CAM tätig. Gleichzeitig ist er einer von<br />

mehreren Ausbildern des Arnsberger Entwässerungsspezialisten.<br />

Künftige Produktionstechnologen:innen sollten vor allem<br />

technisches Interesse mitbringen, kreativ denken und<br />

teamfähig sein. „Junge Menschen haben hier die Möglichkeit,<br />

relativ schnell Projekte selbständig durchzuführen<br />

und eigene Ideen einzubringen“, betont Michael Mende<br />

und spricht dabei aus Erfahrung: Er hat seine <strong>Ausbildung</strong><br />

zum Werkzeugmechaniker ebenfalls bei Dallmer gemacht.<br />

Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler mit<br />

Abitur oder gutem Realschulabschluss. Das breite gefächerte<br />

Aufgabengebiet der Produktionstechnologen:innen<br />

widmet sich überwiegend der Optimierung von Arbeitsabläufen.<br />

Diese bezieht sich sowohl auf den Einsatz von<br />

Maschinen als auch von menschlicher Arbeitskraft. Es ist<br />

Teamfähigkeit, kreatives Denken und technisches Interesse<br />

gefragt. Die <strong>Ausbildung</strong> dauert dreieinhalb Jahre, die<br />

Berufsschule ist in Olsberg.<br />

Dallmer bildet übrigens auch in den Berufen Industriekaufmann:frau,<br />

Fachlagerist:in und Werkzeugmechaniker:in<br />

aus. Mehr zu den <strong>Ausbildung</strong>sberufen und Stellenangeboten<br />

unter www.dallmer.de/karriere. ■<br />

94 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


DU DUHAST DIE ZUKUNFT!<br />

WIR HABEN DEN PLAN!<br />

Zusammen mit Centroplast<br />

in<br />

in eine spannende berufliche Zukunft!<br />

Zusammen mit Centroplast in eine spannende berufliche Zukunft!<br />

Centroplast ist ein traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen der kunststoffverarbeitenden<br />

Centroplast ist istein ein traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen der der kunststoffverarbeitenden<br />

Industrie mit Sitz in Marsberg. Als anerkannter <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb bieten wir seit über 50 Jahren<br />

Industrie mit mitSitz in in Marsberg. Als Als anerkannter <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb bieten wir wir seit seit über 50 50 Jahren<br />

jungen Menschen <strong>Ausbildung</strong>splätze im kaufmännischen und gewerblichen Bereich.<br />

jungen Menschen <strong>Ausbildung</strong>splätze im im kaufmännischen und und gewerblichen Bereich.<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberufe:<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberufe:<br />

Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und Kautschuktechnik<br />

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Zerspanungsmechaniker (m/w/d) für Fräsmaschinensysteme<br />

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Zerspanungsmechaniker (m/w/d) für Drehmaschinensysteme<br />

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Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)<br />

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Fachlagerist (m/w/d)<br />

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Industriekaufmann (m/w/d)<br />

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| <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 95


Tobias Blöink absolvierte duales Studium<br />

mit <strong>Ausbildung</strong> im Unternehmen HST<br />

„Mit dem Studium<br />

reift man extrem“<br />

Paul Senske<br />

Vanessa Schulte<br />

Die Bilanz nach 10 Jahren fasst Tobias Blöink<br />

in zwei Sätzen zusammen: „Ich habe die<br />

richtige Berufswahl getroffen. Ich fühle mich<br />

pudelwohl.“ Blöink arbeitet als Produkt- & Projektkaufmann<br />

für Beschaffung und Sonderprodukte im<br />

Unternehmen HST Systemtechnik GmbH & Co. KG,<br />

dem „4.0-Technologieführer in der Wasserwirtschaft“.<br />

Der 28-Jährige hat ein ausbildungsintegrierendes duales<br />

Studium absolviert, neben dem Studienabschluss<br />

als Bachelor auch einen <strong>Ausbildung</strong>sabschluss als Industriekaufmann<br />

erreicht und so die entscheidende<br />

Basis für seine Tätigkeit im Einkauf des „Blue-Tech“-<br />

Unternehmens aus Meschede-Heinrichsthal gelegt.<br />

„Die <strong>Ausbildung</strong> mit Praxis, Berufsschule und Studium<br />

war eine nicht nur zeitlich herausfordernde Zeit“, sagt der<br />

gebürtige Herdringer. „Aber sie hat sich in jeder Hinsicht<br />

gelohnt. In der <strong>Ausbildung</strong> wird man gefordert und gefördert,<br />

mit dem Studium reift man extrem.“ Nach dem<br />

Fachabitur am Berufskolleg am Berliner Platz in Neheim-<br />

Hüsten war ihm klar, dass er einen kaufmännischen Beruf<br />

erlernen würde. Seine erste Bewerbung war sofort erfolgreich<br />

und ein Glücksgriff. „Ich habe mich bei HST beworben<br />

und bin eingestellt worden. Ich hatte keine Berufserfahrung,<br />

es war ein buchstäblicher Kaltstart.“<br />

Was ihm gleich imponierte, war die familiäre Atmosphäre<br />

des Unternehmens mit vorwiegend kommunalen Kunden<br />

und mit bundesweit derzeit rund 35 Auszubildenden.<br />

„Wir sind ein Familienunternehmen und inhabergeführt“,<br />

betont Miguel Pereira, der Leiter Personalmanagement.<br />

„Unsere Philosophie ist es, Personal für langfristige Beschäftigungsverhältnisse<br />

zu suchen.“<br />

Bewerbung war ein „Volltreffer“<br />

Blöink hatte mit seiner Bewerbung einen „Volltreffer“ gelandet<br />

– mit einer prägenden und anspruchsvollen Lernund<br />

<strong>Ausbildung</strong>szeit. 18 Monate dauerte zunächst die verkürzte<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Industriekaufmann. Montag bis<br />

Donnerstag verbrachte er im Büro, jeden Freitagmorgen<br />

besuchte er die Berufsschule, Freitagnachmittag und am<br />

Samstag studierte er an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie<br />

(VWA) in Arnsberg. Nach dem <strong>Ausbildung</strong>sabschluss<br />

ging es mit dem Studium weiter. Drei Tage Büro<br />

„Ich sehe mich auch in Zukunft<br />

im Einkauf“: Tobias Blöink.<br />

96 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


in Heinrichsthal, Donnerstag und Freitag Studium an<br />

der VWA. Das letzte Lehr- und Studienjahr sowie die<br />

abschließende Bachelor-Arbeit befassten sich vorausschauend<br />

als Schwerpunkte mit den Themen Einkauf,<br />

Beschaffung und Sonderprojekte. „Die Ziele der <strong>Ausbildung</strong>,<br />

des Studiums sowie der Abschlussarbeiten zielen<br />

auf die Unternehmensziele ab“, so Personalleiter Pereira,<br />

der noch einmal die „Langfristigkeit bei der Personaleinstellung“<br />

betont. „Wir investieren in unser Personal.“ So<br />

wurde auch Blöink nicht nur finanziell (u. a. Studiengebühren)<br />

unterstützt.<br />

Die Arbeit im Einkauf hat Blöink von Beginn an Spaß<br />

gemacht. „Durch die Zusammenarbeit mit den Projektleiterinnen<br />

und Projektleitern bekomme ich auch technisches<br />

Wissen vermittelt. Das bereichert meinen Berufsalltag.“<br />

Blöink, der in seiner Freizeit gern wandert, Ski fährt<br />

oder reist und seit 20 Jahren als Trompeter im Musikverein<br />

Herdringen aktiv ist, hat die richtige Berufswahl<br />

getroffen: „Im Einkauf sehe ich mich bei HST auch in<br />

Zukunft.“ ■<br />

VIER DUALE STUDIENMODELLE<br />

Es ist ein oft geäußerter Trugschluss, dass man nach einem<br />

dualen Studium zwei Abschlüsse in der Tasche hat – die<br />

Berufsausbildung und den Bachelor. Der größere Teil der<br />

dualen Studiengänge bietet „nur“ den Bachelor an. Insgesamt<br />

gibt es vier verschiedene Studienmodelle.<br />

<strong>Ausbildung</strong>sintegrierendes<br />

duales Studium:<br />

Die ist das bekannteste duale Studium, weil<br />

das einzige bei dem der Studierende neben<br />

dem Studien- auch einen <strong>Ausbildung</strong>sabschluss<br />

erzielt. Zeitgleich zum Bachelorstudium<br />

absolviert er eine <strong>Ausbildung</strong> im Betrieb,<br />

das heißt, er muss neben der Arbeit im<br />

Unternehmen und den Vorlesungen noch<br />

zur Berufsschule gehen. Es ist ein anspruchsvoller<br />

und zeitintensiver Studiengang.<br />

Berufsintegrierendes duales Studium:<br />

Dieses Modell eignet sich für Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter, die bereits eine feste<br />

Stelle haben und sich weiterbilden wollen.<br />

Da muss natürlich der Betrieb mitspielen.<br />

Der Betrieb gestattet u. a. die Reduzierung<br />

der Arbeitsstundenzahl. In diesen Freiräumen<br />

wird studiert.<br />

Praxisintegrierendes bzw.<br />

kooperatives duales Studium:<br />

Dieses Modell ähnelt dem ausbildungsintegrierenden<br />

dualen Studium. Die theoretischen<br />

Phasen in der Hochschule und praktischen<br />

Phasen im Betrieb wechseln sich im<br />

Block- oder Wochenmodell ab. Der große<br />

Unterschied: In der Praxisphase wird keine<br />

Berufsausbildung angeboten, am Ende steht<br />

„nur“ der Abschluss an der Hochschule. Die<br />

Bewerber werden nicht als Azubis eingestellt,<br />

sondern als Praktikant oder als normale<br />

Mitarbeiter.<br />

Berufsbegleitendes bzw. praxisbegleitendes<br />

duales Studium:<br />

Es ist ähnlich wie das normale berufsintegrierende<br />

Studium aufgebaut und verläuft<br />

in den meisten Fällen parallel zur beruflichen<br />

Praxis. Natürlich muss auch bei diesem<br />

Modell der Arbeitgeber informiert sein<br />

und mitspielen, z. B. bei Freistellungen in<br />

Präsenzphasen des Studiums, das meistens<br />

in Form von Fern- und Abendstudium absolviert<br />

wird.


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„ES IST TOTAL VIELFÄLTIG UND<br />

ES MACHT SUPER VIEL SPASS,<br />

HIER ZU ARBEITEN!“<br />

Sonja Funke<br />

Iris Böning<br />

Stück für Stück greifen Roboterarme die Schwungräder<br />

für Nutzfahrzeuge. In der riesigen Betriebshalle auf<br />

dem Bestwiger Werksgelände der M.Busch GmbH &<br />

Co.KG läuft fleißig die elf Meter lange vollautomatisierte<br />

Bearbeitungslinie, S-Line genannt. Die Schwungräder sind<br />

aus Eisen-Guss, sie werden hier fertigbearbeitet und vormontiert.<br />

Wer an der S-Line steht, hat sich als Zerspanungsmechaniker<br />

fachlich wie finanziell hochgearbeitet. Als Maschinenbediener<br />

4 ist er (oder sie!) dafür verantwortlich, dass<br />

die hochmodernen Computer gesteuerten Anlagen fehlerfrei<br />

laufen.<br />

Vor dem Gerät fachsimpelt der technische Ausbilder Daniel<br />

Hennemann mit Timo Nieder (Azubi Zerspanungsmechaniker)<br />

und Nora Niedzielski (Azubi Produktionstechnologin).<br />

Drei Mitarbeiter in unterschiedlichen Berufsstadien,<br />

aber mit einer durchgängigen Meinung: „Hier herrscht ein<br />

echt familiäres Arbeitsklima. Der Job ist total vielfältig. Es<br />

macht super viel Spaß, hier zu arbeiten!“ In acht Berufen<br />

bildet das Unternehmen seine derzeit 25 Auszubildenden<br />

aus. „Am Beispiel dieser drei Mitarbeiter können wir gut<br />

aufzeigen, welch unterschiedliche Berufsfelder wir abdecken<br />

und wie vielfältig die Perspektiven in unserem Unternehmen<br />

sind“, sagt Personalreferentin Judith Pählig.<br />

Drei zufriedene Azubis<br />

Daniel Hennemann kehrte im Januar <strong>2022</strong> nach gut drei<br />

Jahren ins Unternehmen zurück. Nach seiner <strong>Ausbildung</strong><br />

zum Zerspanungsmechaniker, förderte Busch seine Weiterbildungen<br />

zum Ausbilder und zum Industriemeister. Danach<br />

sammelte er als frisch gebackener Meister und auf eigenen<br />

Wunsch erst einmal Erfahrung in kleineren Betrieben<br />

- bis der Anruf von Busch kam, ob er sich vorstellen könnte<br />

als Ausbilder zu arbeiten. „Ja, das konnte ich! Hier profitiere<br />

ich nun immens von meinen Erfahrungen in kleineren Betrieben<br />

und kann gleichzeitig aufgrund der Größe des Betriebes<br />

wieder spezieller arbeiten.“<br />

Bei Timo Nieder ist aus dem ersten Schnuppern ein Langzeitpraktikum<br />

geworden, auch das ist möglich. „Über meh-<br />

98 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


ere Monate habe ich einmal die Woche hier gearbeitet<br />

und mir war klar, das ist es.“ Dabei reizt den 20-jährigen<br />

Velmeder, dass er die Busch-Produkte, ob Bremsscheiben<br />

oder Schwungräder in so vielen Lkw auf der Straße<br />

verbaut sieht. „Unsere beiden Grauguss-Expresse, die<br />

halbstündlich zwischen Bestwig und Wehrstapel fahren,<br />

sind zum Beispiel mit beiden Produkten ausgerüstet, das<br />

ist klasse!“<br />

In Wehrstapel wird gegossen, in Bestwig bearbeitet und<br />

vormontiert. Zwei ganz unterschiedliche Einsatzorte hat<br />

das Unternehmen seinen Mitarbeitern zu bieten. Nora<br />

Niedzielski ist als Produktionstechnologin überall gefragt.<br />

Ihr Lehrberuf ist noch jung. Erst seit 2020 gibt es<br />

mit Olsberg auch im <strong>HSK</strong> einen Berufsschulstandort.<br />

„Ich wollte schon immer in der Industrie arbeiten. Meine<br />

Aufgabe ist es, über Projekte die Produktionsabläufe<br />

in jeder Hinsicht zu optimieren: von der Qualität über<br />

die Schnelligkeit bis zum Mitarbeiterschutz. Das ist genau<br />

mein Ding!“, freut sich die 18-jährige Ostwigerin.<br />

Zurück an die S-Line: Während Daniel Hennemann<br />

seine Azubis an dieser hochkomplexen Anlage schult, ist<br />

Timo Nieder total motiviert, in wenigen Jahren selbst<br />

Maschinenbediener 4 zu sein. Und Nora Niedzielski?<br />

Sie arbeitet mit und hat immer im Hinterkopf, wo es<br />

bei den Abläufen an der Anlage noch Verbesserungsbedarf<br />

geben könnte. Na, neugierig geworden? „Wir freuen<br />

uns auf Nachwuchs in unserem Unternehmen. Ich lade<br />

die jungen Menschen herzlich ein, einfach mal reinzuschnuppern.<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> von eigenen Fachkräften<br />

liegt uns sehr am Herzen“, betont Geschäftsführer Andreas<br />

Güll. ■<br />

Nora Niedzielski mit dem technischen Ausbilder Daniel Hennemann<br />

Werk Bestwig<br />

M. Busch GmbH & Co.KG<br />

Ruhrstraße 1<br />

59909 Bestwig<br />

Tel. 02904 988-0<br />

FAX 02904 988-177<br />

info@mbusch.de<br />

Werk Meschede-Wehrstapel<br />

M. Busch GmbH & Co.KG<br />

Wehrstapler Straße 12<br />

59872 Meschede (Wehrstapel)<br />

Tel. 02904 988-0<br />

FAX 02904 988-277<br />

info@mbusch.de<br />

Die M.Busch GmbH und Co. KG<br />

hat 520 Mitarbeiter in beiden Werken<br />

(Bestwig und Wehrstapel).<br />

Bremsscheiben, Bremstrommeln, Schwungräder<br />

und Getriebegehäuse sind die Hauptprodukte,<br />

die hergestellt werden – all dies brauchen Nutzfahrzeuge<br />

renommierter Hersteller von Volvo bis<br />

Daimler.<br />

Für <strong>2022</strong> und <strong>2023</strong> sind noch <strong>Ausbildung</strong>splätze<br />

(m/w/d) in den Berufen Elektroniker, Gießereimechaniker,<br />

Industriemechaniker, Produktionstechnologe<br />

und Zerspanungsmechaniker frei.<br />

Alle Infos unter: www.m-busch.de/ausbildung<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 99


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KOMPETENZ VERBINDET<br />

Blick hinter die Kulissen: Azubi<br />

im Werkzeugbau bei Miederhoff<br />

Bei Miederhoff wird die „Hardware“ produziert:<br />

zum Verbinden, Spannen und Befestigen technischer<br />

Textilien – egal ob für Lkw-Auflieger, große Zelte,<br />

Werbetechnik oder den Sport- und Freizeitsektor. Vor 125<br />

Jahren gegründet, sind heute innerhalb der Unternehmensgruppe<br />

rund 200 Mitarbeiter an drei Produktionsstandorten<br />

beschäftigt, davon gut 120 am Stammsitz in Sundern.<br />

Das Familienunternehmen legt großen Wert auf die <strong>Ausbildung</strong><br />

der eigenen Nachwuchskräfte. Azubi Marc-<br />

Andree Gehrt erzählt im Interview von seinen<br />

Erfahrungen im Werkzeugbau:<br />

Hallo Marc – was macht man als Werkzeugmechaniker?<br />

Viele denken, in einem Werkzeugbau werden<br />

Handwerkzeuge, also z.B. Schraubenzieher,<br />

hergestellt. Aber mit<br />

solchen „kleinen Sachen“ beschäftigen<br />

wir uns gar nicht<br />

(lacht). Wir bauen komplexe<br />

Folgeverbundwerkzeuge, die locker<br />

bis 2 m lang sind und etliche<br />

hundert Kilo wiegen. Später werden<br />

damit Blechstreifen unter einer<br />

Auszubildender<br />

Marc-Andree Gehrt<br />

Werkzeugmechaniker<br />

Ausbilder Jens Arnold und<br />

Azubi Marc-Andree Gehrt<br />

Presse in verschiedene<br />

Formen gebracht.<br />

Gibt es Aufgaben, die Du besonders gerne übernimmst?<br />

Am liebsten arbeite ich an einer CNC-Fräse: das ist eine softwaregesteuerte<br />

Maschine, mit der man schnelle und extrem<br />

präzise Ergebnisse erzielen kann. Auf einen Tausendstel Millimeter<br />

genau.<br />

Was muss man mitbringen um Werkzeugmechaniker<br />

zu werden?<br />

Man sollte Spaß daran haben, praktisch und sorgfältig zu<br />

arbeiten. Dafür ist handwerkliches Geschick wichtig. Gute<br />

Noten in Mathe können natürlich nicht schaden. Aber wir<br />

erhalten auch Unterstützung durch den eigenen Werksunterricht<br />

und bereiten uns zusammen auf die Prüfungen vor.<br />

Was war dein bisheriges Highlight in der <strong>Ausbildung</strong>?<br />

Da muss ich nicht lange überlegen: Bei uns nehmen alle Azubis<br />

an einem Teambuilding-Seminar auf der Nordseeinsel<br />

Juist teil. Neben vielen spannenden Aktivitäten lernt man<br />

u.a. auch die Grundkenntnisse des Fliegens mit einem Motorsegler<br />

und darf unter Anleitung eines erfahrenen Fluglehrers<br />

auch selbst fliegen. Einfach nur klasse!<br />

Geschäftsführer Dr. Thorsten Miederhoff ist stolz auf „seine”<br />

Azubis: „Mir macht es immer wieder Freude zu erleben, wie<br />

sich die jungen Menschen bei uns entwickeln. Und: Fast alle<br />

bleiben nach ihrer <strong>Ausbildung</strong> bei uns“.<br />

<strong>Ausbildung</strong>sleiter Jens Arnold ergänzt: „Wir sind ein echtes<br />

Familienunternehmen und freuen uns, wenn wir junge Leute<br />

bei ihrem Start ins Berufsleben unterstützen können. Das<br />

ist eine echte Win-Win-Situation: die Azubis bekommen eine<br />

Top-<strong>Ausbildung</strong> und wir fähige Fachkräfte für die erfolgreiche<br />

Entwicklung unseres Unternehmens.“<br />

Mehr Informationen zur <strong>Ausbildung</strong> bei Miederhoff gibt es hier:<br />

www.miederhoff.de<br />

www.karriere-suedwestfalen.de/franz-miederhoff ■


Werbeagentur<br />

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• Unterstützung durch Prüfungsvorbereitungskurse u. Fahrkostenzuschuss<br />

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E-Mail: personal@borbet.de.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 101


Lothar Molin,<br />

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102 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


W<br />

as trieb einen Diplomingenieur dazu, beruflich<br />

zum Ausbilder beim Kolpingbildungswerk<br />

umzusatteln und sich über Jahrzehnte als<br />

ehrenamtlicher Mentor, <strong>Ausbildung</strong>spate oder <strong>Ausbildung</strong>sbegleiter<br />

in der Engagementsförderung der Stadt<br />

Arnsberg einzusetzen?<br />

Lothar Molin legt sofort los, nicht etwa mit seinem Lebenslauf,<br />

seiner beruflichen <strong>Karriere</strong> oder seinen anderen ehrenamtlichen<br />

Verdiensten, sondern mit der Feststellung: „Einem<br />

Jugendlichen auf den beruflichen Weg geholfen zu haben,<br />

ist ein sehr bereicherndes Gefühl. Da war z.B….“ und dann<br />

folgt eine kurze Schilderung, wie ein etwas hilfloser Schüler<br />

für sich selbst zur beruflichen Entscheidungsfindung gelangte<br />

und diese dann auch erfolgreich umsetzen konnte.<br />

Im Mittelpunkt stehen die Berufssuchenden<br />

Unsere Frage, wie das alles anfing, wird ebenfalls mehr aus<br />

der Perspektive der Schüler als der „Helfer“ geschildert:<br />

„Die Engagementförderung der Stadt Arnsberg betreibt mit<br />

der Grimme-Schule ein Projekt mit dem Titel <strong>Ausbildung</strong>spaten.<br />

Dafür wurden ehrenamtliche Mentoren gesucht, um<br />

die Hauptschüler ab der neunten Klasse auf den Beruf vorzubereiten,<br />

bzw. sich für einen Beruf zu entscheiden. Das<br />

war genau mein Ding. Im Mittelpunkt steht für mich jedes<br />

Mal der oder die Schüler/in: Wo liegen die Stärken und wo<br />

sind Schwächen? Wie kann ich den jungen Menschen dabei<br />

begleiten, seine eigene Entscheidung zu treffen? Viele sind<br />

einfach nur nicht informiert. Sie wissen nicht, welche Möglichkeiten<br />

ihnen offenstehen. Da setze ich an. Jeder einzelne<br />

„schwierige“ Schüler ist für mich eine Herausforderung: Sie<br />

sind ja nicht „schwierig“ geboren. Irgendwie hat doch jeder<br />

Schwierigkeiten, die dazu da sind, überwunden zu werden.<br />

Ich glaube, meine Schüler merken, dass ich sie wertschätze,<br />

sie ernst nehme und vor allem, dass ich zuhören kann.“<br />

Jeder Mensch braucht eine Perspektive<br />

Einen guten <strong>Ausbildung</strong>sbegleiter zeichnen Verständnis für<br />

die individuellen Sorgen und Probleme bei der Berufsentscheidung<br />

junger Menschen aus. Geduld, Einfühlungsvermögen<br />

und der Glaube, dass jeder Mensch eine Chance und<br />

Perspektive verdient hat, gehören sicherlich auch dazu. „Wir<br />

sind keine ausgebildeten Lehrer, Sozialarbeiter oder Psychotherapeuten,<br />

sondern engagierte Menschen, die sich den oft<br />

komplizierten Lebensbedingungen Jugendlicher widmen,<br />

um Hilfestellung zu geben, wo sie gerade benötigt wird. Das<br />

kann dann auch mal eine Nachhilfe in bestimmten Fächern<br />

sein oder Unterstützung bei der Bewältigung sozialer Schwä-<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 103


chen. Auch Verhaltensmuster, die aus dem Rahmen fallen,<br />

können wir zumindest erkennen, benennen und vielleicht<br />

bewusst machen. Insgesamt könnte man unsere Arbeit auch<br />

als ein Stück Lebenshilfe bezeichnen“<br />

Extratipp zur Berufsfindung<br />

Was Lothar Molin zu einem qualifizierten <strong>Ausbildung</strong>sbegleiter<br />

macht, erklärt er so: „Nach meinem Realschulabschluss<br />

wollte ich Bankkaufmann werden. Bei der Berufsberatung<br />

verblüffte mich selbst, dass ich ganz offensichtlich<br />

mehr für technische Bereiche geeignet sein sollte. Mein Vater<br />

entschied, ich solle erst einmal etwas Vernünftiges lernen und<br />

suchte mir einen <strong>Ausbildung</strong>splatz als Werkzeugmacher. Danach<br />

absolvierte ich mein Diplomingenieursstudium in Iserlohn<br />

und war als Betriebs- und Personalleiter tätig. Schließlich<br />

entdeckte ich meine wahre Berufung: Technisches<br />

Knowhow mit sozialer Komponente zu verbinden und wurde<br />

bis zu meinem Ruhestand Sozialpädagoge und Pädagoge<br />

beim Kolping-Bildungswerk für Schulabgänger, die noch<br />

nicht ausbildungsfähig waren.<br />

Einen Extratipp für den Einstieg in die Berufsausbildung<br />

kann ich allen empfehlen, bei denen die <strong>Ausbildung</strong>sfähigkeit<br />

noch fraglich ist: Das Kolping-Bildungszentrum bietet<br />

eine einjährige Berufsvorbereitung an.<br />

Wenn jemand während der <strong>Ausbildung</strong> Schwierigkeiten<br />

in der Berufsschule hat, dem empfehle ich die Teilnahme<br />

an der ausbildungsbegleitenden Hilfe beim Kolping-<br />

Bildungszentrum.“ ■<br />

Lothar Molin, Jahrgang 1932, engagiert sich neben<br />

seiner ehrenamtlichen Arbeit als <strong>Ausbildung</strong>sbegleiter<br />

bei den Pfadfindern, der Interessenvertretung<br />

der Behindertenhilfe und Tischtennisspielern<br />

in ihren jeweiligen Aktionen, als Stiftungsvorstand<br />

beim Deutschen Jugendherbergswerk und in vielen<br />

weiteren Aktionen<br />

Komm‘<br />

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unser<br />

Team!<br />

Wir bilden aus<br />

• Werkzeug-/ Zerspanungsmechaniker/in<br />

• Industriemechaniker/in<br />

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Unsere aktuellen <strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

fi ndest du unter www.bueltmann-gruppe.com<br />

Bewerbungen bitte an:<br />

bewerbung@personal.bkb-profil.com<br />

104 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

BKB Profiltechnik GmbH<br />

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Über ITH<br />

ITH Schraubtechnik ist der weltweit führende Systemlieferant<br />

für Schraubtechnik ab M16 aufwärts.<br />

Zu unserem Leistungsspektrum gehören die Entwicklung,<br />

Produktion und der Vertrieb von Schraubwerkzeugen für<br />

industrielle Schraubenverbindungen. Als kompletter Systemlieferant<br />

bieten wir ebenfalls Verbindungselemente, Ingenieurdienstleistungen<br />

sowie umfangreichen Service an.<br />

ITH unterhält eigene Tochtergesellschaften in 12 Ländern<br />

und garantiert mit insgesamt über 40 globalen Standorten<br />

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• Fachinformatiker/in - Systemintegration<br />

oder Anwendungsentwicklung<br />

• Fachkraft - Lagerlogistik<br />

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Anlagenkonstruktion<br />

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personal@ith.com | +49 291 9962 0 | www.ITH.de/<strong>Karriere</strong><br />

Folge uns auf Social Media:<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 105


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Paul Senske<br />

Förderprogramm Erasmus+ wertet berufliche <strong>Ausbildung</strong> deutlich auf<br />

„INTERNATIONALE<br />

BERUFLICHE MOBILITÄT“<br />

Erasmus+ oder auch Erasmus plus ist ein Förderprogramm<br />

der Europäischen Union (EU)<br />

für die Schul-, Berufs- und Hochschuldbildung.<br />

Ursprünglich war das Förderprojekt - zunächst als Sokrates-<br />

und Erasmus-Programm bezeichnet - für den<br />

internationalen Studentenaustausch vorgesehen, nach<br />

Zwischenstufen ist es unter der Prämisse des lebenslangen<br />

Lernens und unter dem Begriff Erasmus+ auch für<br />

Schülerinnen und sowie für Auszubildende offen und<br />

findet in der heimischen Region in Berufsschulen und in<br />

Betrieben vermehrt Anklang.<br />

Betriebspraktika im europäischen Ausland oder weltweit<br />

(Förderprogramm „<strong>Ausbildung</strong> weltweit“) sind angesichts<br />

der weltweiten, wirtschaftlichen Verflechtungen Teile des<br />

beruflichen Anforderungsprofils und werten den Lebenslauf<br />

der Auszubildenden auf. Aus- und Weiterbildung im<br />

Ausland bieten glänzende Möglichkeiten, internationale<br />

Berufskompetenzen und Berufserfahrungen zu erwerben.<br />

Das Lernen von Fremdsprachen, der Erwerb interkultureller<br />

Kompetenzen, Kontakte und Freundschaften sind<br />

weitere Pluspunkte. Dass Betriebspraktika im Ausland die<br />

Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein der Azubis steigern,<br />

sind ebenfalls nicht zu unterschätzende Aspekte.<br />

<strong>Ausbildung</strong>sbetrieb muss zustimmen<br />

Die Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum sehen im<br />

Wesentlichen ein Mindestalter von 17 Jahren, das Absolvieren<br />

einer staatlich anerkannten Berufsausbildung sowie<br />

mittlere Kenntnisse der Sprache des Ziellandes vor. Eine<br />

Grundvorrausetzung ist die Zustimmung des <strong>Ausbildung</strong>sbetriebes.<br />

Erasmus+ bietet auch Auszubildenden mit besonderem<br />

Bedarf ein Praktikum im Ausland an. Der Großteil<br />

der Kosten wird durch das Förderprogramm gedeckt. Auch<br />

viele Betriebe zeigen sich kulant.<br />

weiter auf Seite 108<br />

106 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


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etabliert. Um seinen Wettbewerbsvorsprung zu sichern und weiter auszubauen, setzt Infineon auf klare<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 107


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Weitere Informationen zu unseren <strong>Ausbildung</strong>sberufen<br />

findest Du auf unserer Homepage www.ohrmann.de in der<br />

Rubrik <strong>Karriere</strong>/<strong>Ausbildung</strong>.<br />

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Die Berufsschulen bzw. Berufskollegs sind die ersten<br />

Ansprechpartner und informieren über Voraussetzungen<br />

und Möglichkeiten für interessierte Azubis, Schülerinnen<br />

und Schüler. Einige Schulen, wie zum Beispiel<br />

das Berufskolleg am Berliner Platz in Neheim-Hüsten<br />

oder das Berufskolleg Meschede, bieten zudem den Erwerb<br />

des Zertifikats „Internationale berufliche Mobilität“<br />

an. Dafür ist ein jeweils 20-Stündiges Vor- und<br />

Nachbereitungsseminar erforderlich. Dazwischen liegt<br />

ein mindestens zweiwöchiges Praktikum im Ausland.<br />

Bei den Kursen, die im Abendunterricht oder am Wochenende<br />

angeboten werden, geht es vor allem um berufliche<br />

Orientierung im Ausland, um die Kommunikation<br />

mit digitalen Medien oder um Selbstentwicklung<br />

und Selbstorganisation.<br />

Berufskolleg am Berliner Platz<br />

in Neheim-Hüsten ist Vorreiter<br />

Ein Vorreiter in Sachen Auslandspraktikum ist das Berufskolleg<br />

am Berliner Platz in Neheim-Hüsten. Das<br />

Kolleg hat sich vor einem Jahr erfolgreich am Verfahren<br />

zur Akkreditierung durch die Nationale Agentur (NA)<br />

für Berufsbildung in Bonn beworben und ist akkreditierter<br />

Erasmus+ Partner. Für die Schule stellt die erfolgreiche<br />

Akkreditierung einen Meilenstein auf dem Weg<br />

in eine verstärkte Internationalisierung der Schule. Ziel<br />

ist es, ihren Lernenden künftig noch mehr Möglichkeiten<br />

der Beteiligung an internationalen Projekten sowie<br />

an Praktikumsaufenthalten im Ausland zu bieten, so<br />

das Berufskolleg des <strong>HSK</strong>. ■<br />

108 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


DREI STARKE UNTERNEHMEN<br />

Die Briloner Möbel Werke vereinen die erfolgreichen<br />

Unternehmen Impuls Küchen, puris Bad<br />

sowie die Industrietischlerei Briloner Möbelfertigungsgesellschaft.<br />

Alle drei Unternehmen sind in<br />

Ihren Sparten wichtige Produzenten und Anbieter<br />

von Möbel und Möbelelementen und weit über die<br />

Grenzen von Brilon bekannt.<br />

Als attraktiver Arbeitgeber mit familiärem Background<br />

sind bei den Briloner Möbel Werken heute<br />

über 700 Personen beschäftigt. Unsere Möbel für<br />

Küche und Bad verkaufen wir rund um den Globus.<br />

Dabei steht der Mensch mit seinen persönlichen<br />

Bedürfnissen und Wünschen im Mittelpunkt<br />

unseres Handelns.<br />

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In allen Bereichen der Briloner Möbel Werke wird<br />

umweltschonend und nachhaltig nach höchsten<br />

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Holzmechaniker*<br />

Industriekaufmann*<br />

Mechatroniker*<br />

Produktionstechnologe*<br />

Fachkraft für Lagerlogistik*<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 109


110 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


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Dallmer GmbH + Co. KG<br />

JUNGE MENSCHEN<br />

MIT TECHNISCHEM INTERESSE UND<br />

EIGENEN IDEEN GESUCHT<br />

Dallmer bildet in Arnsberg unter anderem<br />

Produktionstechnologen:innen aus<br />

Verpackungsabläufe automatisieren, monotone Arbeiten<br />

erleichtern oder Montagetätigkeiten optimieren<br />

– Produktionstechnologen:innen schauen sich<br />

Prozesse genau an und überlegen, wie sie diese verbessern<br />

können. Sie sprechen dafür auch mit Kollegen:innen aus<br />

unterschiedlichen Abteilungen. „Wir würden in diesem Jahr<br />

sehr gerne zum Produktionstechnologen oder zur Produktionstechnologin<br />

ausbilden, da wir wirklich großen Bedarf<br />

haben. Bisher haben wir solche Aufgaben nebenbei erledigt“,<br />

erzählt Michael Mende. Er ist beim Familienunternehmen<br />

Dallmer in den Bereichen Formenbau und Programmierung<br />

CAD/CAM tätig. Gleichzeitig ist er einer von mehreren<br />

Ausbildern bei dem Arnsberger Entwässerungsspezialisten.<br />

„Junge Menschen haben hier die Möglichkeit, relativ schnell<br />

Projekte selbständig durchzuführen und eigene Ideen einzubringen“,<br />

betont Michael Mende und spricht dabei aus<br />

Erfahrung: Denn er hat seine <strong>Ausbildung</strong> zum Werkzeugmechaniker<br />

ebenfalls bei Dallmer gemacht. Künftige Produktionstechnologen:innen<br />

sollten vor allem technisches<br />

Interesse mitbringen, kreativ denken und teamfähig sein.<br />

Auch in weiteren Berufen, wie zum Beispiel zum:zur Industriekaufmann:frau,<br />

Fachlagerist:in und Werkzeugmechaniker:in,<br />

bildet Dallmer aus.<br />

Mehr zu den <strong>Ausbildung</strong>sberufen und Stellenangeboten von<br />

Dallmer: www.dallmer.de/karriere ■<br />

DALLMER GMBH + CO. KG<br />

WIEBELSHEIDESTRASSE 25 - 59757 ARNSBERG<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 111


Christian Albrecht (66): Väterlicher Rat und duale <strong>Ausbildung</strong><br />

ebnen Weg für erfüllende <strong>Karriere</strong><br />

WISSEN AUFSAUGEN UND<br />

WAS DARAUS MACHEN<br />

Paul Senske<br />

Vanessa Schulte<br />

Der Rat seines Vaters hat Christian Albrecht offensichtlich<br />

nachhaltig geprägt und war einer der Schlüssel für eine erfüllende<br />

berufliche <strong>Karriere</strong> – mit einer Lehre als Ausgangspunkt.<br />

„Junge, Du musst immer was lernen. Was Du im Kopf hast,<br />

kann Dir keiner wegnehmen.“ Der inzwischen 66-jährige Herdringer<br />

Pensionär hat in seiner beruflichen Laufbahn eine Menge gelernt<br />

und das Wissen auch umgesetzt. Klassische Lehre, schulische<br />

Weiterbildung, Meisterprüfung, Studium zum Diplom-Ingenieur,<br />

Dozent, Auditor, 33 Jahre in verantwortungsvollen Positionen bei<br />

der Handwerkskammer Südwestfalen: Die wichtigsten Stationen<br />

zeigen, dass eine duale <strong>Ausbildung</strong> eine bedeutende berufliche<br />

Eintrittskarte ist und glänzende Perspektiven eröffnet.<br />

Albrecht stammt aus einer Handwerkerfamilie, sein<br />

Vater war Schlosser, auch dem Sohn lag die handwerkliche<br />

Tätigkeit im Blut. Nach dem<br />

Realschulabschluss absolvierte er eine Lehre<br />

als Elektromechaniker (heute Mechatroniker).<br />

„Die Lehre war die Basis für mein<br />

berufliches Leben. Was man in der<br />

Praxis gemacht hat, das kann einem<br />

keiner nehmen. In der Praxis<br />

lernt man am meisten.“ Aber<br />

natürlich auch in der Theorie.<br />

Nach der Lehre erwarb er<br />

am Berufskolleg in Neheim<br />

die Fachhochschulreife<br />

(Fachoberschule Klasse 12).<br />

„Ich wollte mich<br />

immer weiterbilden.<br />

Wissen aufsaugen und<br />

„Im Kopf und in der Praxis aktiv“: Christian Albrecht.<br />

112 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


„Die Lehre war die Basis für mein<br />

berufliches Leben“ (Christian Albrecht)<br />

was daraus machen.“ Er sammelte zunächst u. a.<br />

wichtige berufliche Erfahrungen als Facharbeiter<br />

im Gleichrichterbau und schloss danach<br />

einen Meistertageslehrgang bei der Handwerkskammer<br />

Arnsberg (heute Südwestfalen) an. 1981 erwarb<br />

er den Titel „Elektroinstallateur-Meister“,<br />

eine weitere, wichtige berufliche Etappe und<br />

Lektion auf dem „Weg des lebenslangen Lernens und der<br />

Weiterbildung“. Nach einem Jahr Tätigkeit als Meister<br />

(Montageleiter) erfolgte 1982 der nächste bedeutende<br />

Schritt. Albrecht begann ein Studium der Nachrichtentechnik<br />

an der heutigen FH in Meschede. Die Diplomarbeit<br />

wurde mit einem Kommilitonen über das Thema „Entwicklung<br />

und Bau eines Beschleunigungs-Messgerätes mit<br />

Hilfe von Ultraschallwellen“ erstellt. Das Diplom hatte er<br />

im September 1986 in der Tasche. Bereits während des<br />

Studiums nahm der angehende Diplom-Ingenieur Kontakte<br />

zur Handwerkskammer in Arnsberg auf und arbeitete<br />

als Dozent in den Lehrgängen zur Vorbereitung auf<br />

die Meisterprüfung in den Fächern Elektronik und Antennentechnik.<br />

„Ich musste während des Studiums Geld<br />

verdienen.“<br />

Der Kontakt zur Handwerkskammer riss nie ab. 1988<br />

wurde er als Technologieberater für Handwerksunternehmen<br />

mit dem Schwerpunkt „Beratungen<br />

und Qualitätsmanagement“ eingestellt und arbeitete<br />

bis zu seiner Pensionierung knappe 33<br />

Jahre bei der HWK. Er bekleidete wichtige<br />

Positionen, u. a. war er vier Jahre Leiter der<br />

damaligen Berufsbildungszentren in Eslohe<br />

und Arnsberg (heute bbz Arnsberg).<br />

Beratungen im Qualitätsmanagement,<br />

technische Beratung, Arbeitsschutzberatung,<br />

Fachkraft für Arbeitssicherheit<br />

sowie Bewertungen und Zweitwertberechnungen<br />

von Inventar und<br />

Dozent in der Meistervorbereitung<br />

rundeten ein anspruchsvolles Berufsleben<br />

ab.<br />

Auch als Rentner „im Kopf und in<br />

der Praxis aktiv“<br />

Seit Mai 2021 ist er Rentner, der aber nicht „ruht“,<br />

sondern weiter „im Kopf und in der Praxis aktiv ist“,<br />

wie er betont. Seine Dozententätigkeit bei der Handwerkskammer<br />

übt er als Freiberufler weiter aus. Schon<br />

1995 - damals mit Erlaubnis der Handwerkskammer<br />

- war der verheiratete Vater einer Tochter als<br />

Auditor* der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von<br />

Management-Systemen (DGS GmbH) tätig. Es versteht<br />

sich fast von selbst, dass er auch als Rentner seine Auditoren-<br />

Tätigkeit weiterführt. Seit 1992 engagiert er sich als<br />

Leiter des DGQ-Regionalkreises Südwestfalen (Deutsche<br />

Gesellschaft für Qualität). Auch was seine Hobbies angeht,<br />

ist er breit aufgestellt. Seit 2011 ist er als Zauberer<br />

und Magier („genial magische Zauberei“) auch<br />

überregional unterwegs. Sein Engagement bei der Freilichtbühne<br />

Herdringen begann 1996, jahrelange Vorstands-<br />

und Pressearbeit waren bei ihm in guten Händen,<br />

heute ist er noch als Schauspieler aktiv. Und schließlich:<br />

Seine „geliebte“ Modelleisenbahn hat er nach 30 Jahren<br />

vom Dachboden geholt und ergänzt sie mit neuer Technik,<br />

die auch erlernt werden will. ■<br />

*Ein Auditor (lateinisch „audire“, hören, zuhören, vernehmen) ist<br />

eine Person, die ein Audit durchführt und dabei durch Befragungen<br />

und Beobachtungen erkundet, wie sich eine Person oder Organisation<br />

entwickelt und ob z. B. Regeln oder Vorgaben eingehalten<br />

werden.<br />

„In der Praxis lernt man am meisten“<br />

(Christian Albrecht)<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 113


Deutscher Qualifikationsrahmen sorgt mit acht<br />

Kompetenzniveaus für mehr Transparenz<br />

AUF GLEICHER STUFE IM<br />

BILDUNGSSYSTEM<br />

Paul Senske<br />

Christel Zidi<br />

ist relativ unbekannt, aber wichtig, weil er<br />

die Orientierung im umfangreichen<br />

Er deutschen Bildungs- und <strong>Ausbildung</strong>ssystem<br />

erleichtert und maßgeblich zur Vergleichbarkeit<br />

deutscher Qualifikationen in Europa beiträgt.<br />

Der deutsche Qualifikationsrahmen für ein<br />

lebenslanges Lernen (DQR) charakterisiert<br />

alle Qualifikationen und ordnet<br />

sie in acht Kompetenzstufen ein. Der<br />

am 1. Mai 2013 in Kraft getretene<br />

DQR vergleicht dabei direkt alle schulischen,<br />

akademischen und beruflichen<br />

Abschlüsse in ihrer Wertigkeit und ist ein<br />

bedeutendes Dokument der Gleichwertigkeit<br />

der beruflichen und akademischen Bildung.<br />

So hat ein Industriemeister die gleiche Wertigkeit<br />

wie ein Bachelor-Abschluss an einer Hochschule.<br />

Beide sind der (hohen) Kompetenzstufe<br />

6 zugeordnet. <strong>Ausbildung</strong>sberufe mit drei- bzw.<br />

dreieinhalbjähriger <strong>Ausbildung</strong> sind in der Stufe 4.<br />

Kein Anlass für „akademischen Dünkel“<br />

Wenn man so will, ist der Deutsche Qualifikationsrahmen<br />

ein „amtliches Dokument“, das die Vorstellung, allein die<br />

akademische Bildung mache „selig“ und nur sie eröffne<br />

glänzende berufliche Perspektiven, zumindest theoretisch<br />

widerlegt. Er zeigt zudem, dass kein Anlass für den sogenannten<br />

„akademischen Dünkel“, der sich bisweilen durch<br />

Überheblichkeit und Ignoranz der beruflichen Bildung<br />

gegenüber äußert, besteht und die Akademisierungsquote<br />

zum zentralen Maßstab der Bildungspolitik zu machen,<br />

fragwürdig war und ist. Der DQR ist auch und besonders<br />

ein Indikator für die Weiterbildung als Schlüssel für Aufstieg<br />

und damit Erfolg im Berufsleben. Der DQR,<br />

der das achtstufige europäische Modell<br />

(EQR) auf Deutschland überträgt, hilft<br />

dabei, die eigenen Kompetenzen einzuordnen<br />

und gibt Hinweise darauf, welche<br />

Fähigkeiten und Fertigkeiten man für<br />

die Weiterbildung noch benötigt. Sei es als<br />

Referenzrahmen, Übersetzungshilfe oder als<br />

Argument für lebenslanges Lernen: Der DQR<br />

zeigt, welche Kompetenzen und Fähigkeiten sich<br />

hinter einer Qualifikation verbergen, was auch<br />

für Arbeitgeber und deren Personalchefs wichtig<br />

ist. Nicht zuletzt werden im Zuge der europäischen<br />

Harmonisierung die nationalen Qualifikationen<br />

besser verständlich. Die duale <strong>Ausbildung</strong> ist<br />

im europäischen Ausland kaum vorhanden. Sie ist daher<br />

in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal auf höchstem<br />

Niveau.<br />

Fach- und Personalkompetenzen werden beschrieben<br />

Grundsätzlich gilt bei dem achtstufigen Kompetenzmodell:<br />

Je höher das Niveau, desto höher sind die erworbenen fachlichen<br />

und persönlichen Kompetenzen. Die acht Stufen beschreiben<br />

die Fachkompetenz (Wissen, Fertigkeiten) und<br />

die Personalkompetenz (Sozialkompetenz und Selbststän-<br />

114 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Centrotherm Systemtechnik GmbH<br />

Industriekauffrau (m/w/d)<br />

Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und<br />

Kautschuktechnik, Fachrichtung Halbzeuge<br />

„Schon bei meinem Vorstellungsgespräch<br />

habe ich mich sehr wohl gefühlt und dieses<br />

Gefühl hat sich auch während meiner<br />

<strong>Ausbildung</strong> bestätigt!“<br />

MARIE<br />

„Die internationale Ausrichtung und die<br />

Möglichkeit des Austauschprogramms<br />

haben mich überzeugt!“<br />

DANNY<br />

Die Centrotherm Systemtechnik GmbH mit Stammsitz in Brilon wurde 1994 gegründet. Wir sind<br />

mit eigenen Tochtergesellschaften in allen EU-Kernländern sowie in den USA und China vertreten<br />

und bieten Arbeitsplätze für rund 250 Mitarbeitern, davon am Standort Brilon aktuell für ca.<br />

200 Beschäftigte. Mit unseren zukunftsweisenden Produkten expandieren wir schon heute sehr<br />

stark und werden auch in Zukunft weiter wachsen. Die Centrotherm ist ein Tochterunternehmen<br />

der CENTROTEC-Gruppe, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.<br />

WIR SUCHEN DICH ALS:<br />

• Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und Kautschuktechnik, Fachrichtung Halbzeuge<br />

• Verfahrensmechaniker (m/w/d) Kunststoff- und Kautschuktechnik, Fachrichtung Formteile<br />

• Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)<br />

• Industriekaufmann (m/w/d)<br />

DARAUF KANNST DU DICH FREUEN:<br />

• Gemeinsame Azubi-Events (z.B. Lasertag)<br />

und Projekte<br />

• Firmenlaptop für die Dauer der<br />

<strong>Ausbildung</strong><br />

• Firmeninterner Englischunterricht,<br />

Prüfungsvorbereitung etc.<br />

• Regelmäßiger Austausch mit deinem Ausbilder<br />

/ deiner Ausbilderin<br />

• Möglichkeit, unsere in- und ausländischen<br />

Werke zu besuchen<br />

• Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie 30<br />

Tage Urlaub/Jahr<br />

Centrotherm Systemtechnik GmbH<br />

Am Patbergschen Dorn 9<br />

59929 Brilon<br />

Tel. +49 2961 9670-0<br />

bewerbung@centrotherm.com<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 115<br />

www.centrotherm.com


DEUTSCHER<br />

QUALIFIKATIONSRAHMEN<br />

(DQR)<br />

digkeit). Die Stufe 1 (Berufsausbildungsvorbereitung) ordnet<br />

die Kompetenzen u. a. „zur Erfüllung einfacher Anforderungen<br />

in einem überschaubar und stabil strukturierten<br />

Lern- oder Arbeitsbereich“ ein. Gefordert wird „allgemeines<br />

elementares Wissen“. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt<br />

„unter Anleitung“. Die höchste Stufe 8 (Promotion) sieht u.<br />

a. Kompetenzen zur Gewinnung von Forschungsergebnissen<br />

in einem wissenschaftlichen Fach oder zur Entwicklung<br />

innovativer Lösungen und Verfahren in einem beruflichen<br />

Tätigkeitsfeld vor.<br />

Für die berufliche Bildung gilt: <strong>Ausbildung</strong>sabschlüsse<br />

mit zweijähriger <strong>Ausbildung</strong>szeit sind dem DQR-Niveau 3<br />

zugeordnet, die mit drei- bzw. dreieinhalbjähriger <strong>Ausbildung</strong>szeit<br />

der Stufe 4. Die Stufe 4 beschreibt Kompetenzen,<br />

die zur „selbstständigen Planung und Bearbeitung fachlicher<br />

Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden<br />

Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt<br />

werden“. Bei der Fachkompetenz werden „vertieftes<br />

allgemeines Wissen oder fachtheoretisches Wissen in einem<br />

Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld“ erwartet.<br />

Abschlüsse der höheren Berufsbilder wie Fachwirt, Meister<br />

oder Fachkaufleute gehören in die Kategorie 6 und sind damit<br />

auf derselben Stufe wie der Bachelor der Hochschulen.<br />

Eine Stufe höher (7) sind Abschlüsse als Betriebswirt, Technischer<br />

Betriebswirt oder Berufspädagogen angesiedelt und<br />

damit gleichrangig zum Master und Diplom der Hochschulen.<br />

Wichtig: Das jeweilige DQR-Niveau wird auf den<br />

Aus- und Weiterbildungszeugnissen ausgewiesen.<br />

Neue Bezeichnungen für höherqualifizierte<br />

Berufsausbildung<br />

Um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer<br />

Bildung zu dokumentieren, wurden ab dem 1. Januar 2020<br />

neue Abschlussbezeichnungen für die höherqualifizierte<br />

Berufsausbildung festgelegt. Abschlüsse der Niveaustufe 6<br />

erhielten die Bezeichnung „Bachelor Professional“ (Berufs-<br />

Bachelor), die der Stufe 7 die Bezeichnung „Master Professional“<br />

(Berufs-Bachelor). Diese neuen Bezeichnungen sind<br />

teilweise auf Kritik gestoßen. Beispielsweise sieht Dr. Regina<br />

Flake, eine ausgewiesene Expertin u. a. für Aus- und<br />

Weiterbildung sowie Fachkräftesicherung des Instituts der<br />

Deutschen Wirtschaft in Köln, die neuen Bezeichnungen<br />

fragwürdig. Es werde durch diese „Etiketten“ versucht, die<br />

hochwertige berufliche Qualifizierung an die Marke Studium<br />

anzulehnen, anstatt auf die Eigenständigkeit des dualen<br />

Systems zu setzen, so Flake. Insgesamt müssten die Vorzüge<br />

der dualen <strong>Ausbildung</strong> besser kommuniziert werden, um<br />

junge Menschen für diese Berufswege zu gewinnen.<br />

Auch wenn weiterhin einige Kategorien schwer „zu greifen“,<br />

weil zu abstrakt gesehen werden: Insgesamt wird dem jährlich<br />

aktualisierten Deutschen Qualifikationsrahmen große<br />

Bedeutung attestiert. Er ist eine wichtige Orientierungshilfe<br />

im deutschen und europäischen Bildungssystem. Lebenslanges<br />

Lernen ist keine leere Floskel, sondern in der Berufswelt<br />

überlebenswichtig. ■<br />

116 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Safety is for life<br />

Du bist ein Durchstarter.<br />

Wir bilden dich aus:<br />

(m - w - d)<br />

• Industriekaufmann<br />

• Industriemechaniker<br />

• Industrieelektriker<br />

• Fertigungsmechaniker<br />

• Fachkraft für Lagerlogistik<br />

• Technischer Produktdesigner<br />

• Fachinformatiker für<br />

Systemintegration<br />

• Duales Studium<br />

Business Administration /<br />

Bachelor of Arts<br />

• <strong>Ausbildung</strong>sintegriertes<br />

Studium Maschinenbau /<br />

Bachelor of Engineering<br />

Elisa G.<br />

RFM seit 2021<br />

REMBE ® GmbH Safety+Control<br />

jobs@rembe.de · www.berembe.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 117


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MODERNE<br />

MASCHINEN,<br />

PRÄZISIONSWERKZEUGE<br />

UND HIGH-TECH PRODUKTE<br />

Wer sind wir?<br />

Die NP Germany GmbH ist eine Tochtergesellschaft<br />

der Clayens NP-Gruppe<br />

in Lyon/Frankreich und hat seinen Briloner<br />

Standort seit 10 Jahren am „Thülener<br />

Bahnhof“. Die Unternehmensgruppe<br />

gilt als führendes Unternehmen bei der<br />

Verarbeitung von Polymeren, Verbundstoffen<br />

und Präzisionskomponenten in<br />

Europa. Den Ursprung hat das Unternehmen<br />

in dem 1891 gegründeten Familienunternehmen<br />

Christophery GmbH<br />

in Iserlohn.<br />

Welche Ziele haben wir in<br />

puncto <strong>Ausbildung</strong>?<br />

Wir sind um das Fortbestehen eines<br />

Arbeitsverhältnisses sehr bemüht. Daher<br />

stellen wir unseren Auszubildenden dem<br />

Profil entsprechende Arbeitsplätze bereit,<br />

so dass sie sich nicht nur bestmöglich<br />

weiterentwickeln können, sondern auch<br />

gute Aufstiegsmöglichkeiten haben. Viele<br />

unserer ehemaligen Auszubildenden<br />

stehen in den Startlöchern und werden<br />

bei uns zu Führungskräften ausgebildet.<br />

Worauf legen wir Wert?<br />

Wir bieten ein breites Spektrum an<br />

Produkten aus und für die Mobilitätsbranche,<br />

den Elektronikmarkt und die<br />

Sanitärbranche. Unsere Auszubildenden<br />

dürfen gern über den Tellerrand hinausschauen<br />

und neben ihrem Haupttätigkeitsfeld<br />

Einblicke in die gesamte Produktionskette<br />

erhalten.<br />

Was macht uns sonst noch aus?<br />

Besonders freuen wir uns, wenn sich<br />

ein/e Mitarbeiter/-in aus unserem Team<br />

für eine akademische Weiterbildung<br />

interessiert: Erst 2021 hat unser ehemaliger<br />

Industriekaufmann-Azubi eine<br />

Bachelorarbeit über unser Unternehmen<br />

erfolgreich abgeschlossen. Wir haben<br />

ihn während des gesamten Studiums<br />

inklusive Auslandssemester unterstützt.<br />

Nach dem erfolgreichen Abschluss<br />

führt der Mitarbeiter nun das Team der<br />

Lagerlogistik an. ■<br />

Was kannst du bei uns werden?<br />

- Industriekaufmann (m/w/d)<br />

- Mechatroniker (m/w/d)<br />

- Verfahrensmechaniker für Kunststoffund<br />

Kautschuktechnik (m/w/d)<br />

- Werkzeugmechaniker (m/w/d)<br />

Lara Joch<br />

ehemalige Azubi Industriekauffrau<br />

Anton Ross<br />

ehemaliger Azubi Verfahrensmechaniker in<br />

Kunststoff und Kautschuktechnik<br />

WEITERE INFOS UNTER<br />

WWW.CLAYENS-NP.COM/DE<br />

Seda Yüksel – Personalabteilung<br />

Zur Heide 33 – 59929 Brilon<br />

Tel.: 02963 – 9666 – 70<br />

E-Mail: karriere@np-germany.com<br />

118 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


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„MITTENDRIN“ SEIN –<br />

IN JEDER HINSICHT<br />

Sonja Funke<br />

Iris Böning<br />

Olsberg GmbH<br />

Hüttenstraße 38 | 59939 Olsberg<br />

info@olsberg.com | www.olsberg.com<br />

Olsberg GmbH ist vielfältig aufgestellt<br />

Olsberg. Einfach mittendrin sein: Wer bei der Olsberg<br />

GmbH arbeitet, der ist nicht nur mitten im Sauerland aktiv,<br />

sondern auch fachlich und was die Aufstiegschancen<br />

angeht immer am Puls der Zeit!<br />

Die vielen erfolgreichen Beispiele im traditionsreichen<br />

445 Jahre alten Unternehmen, im Volksmund „Olsberger<br />

Hütte“ genannt, sprechen dafür. Mitarbeiter engagieren<br />

sich in Prüfungsausschüssen fast aller <strong>Ausbildung</strong>sberufe,<br />

bleiben damit immer auf dem aktuellsten Stand und wissen,<br />

worauf es ankommt. Ausgelernte Azubis werden gerne<br />

als Werksstudenten weiterbeschäftigt. Und vielen bietet<br />

sich schon vor dem Ende der Lehre die Übernahme an.<br />

Für so einige der heutigen Führungskräfte bei Olsberg fing<br />

es so an.<br />

<strong>Ausbildung</strong> „in der Praxis für die Praxis“<br />

Die Laufbahn von Stefan Wahle ist ein Beispiel. Sie begann<br />

mit einem dreiwöchigen Schulpraktikum bei der<br />

Olsberg GmbH. Seit 2018 leitet der 34-Jährige die Elektrowerkstatt,<br />

zehn Jahre nach Abschluss seiner Lehre und<br />

fünf Jahre nachdem er den Industriemeister Elektrotechnik<br />

nebenberuflich absolvierte. „Wir besuchen regelmäßig<br />

technische Fort- und Weiterbildungen. Es stehen immer<br />

viele verschiedene Projekte an, immer wieder neue Bauteile<br />

und technische Dokumente, einschließlich der Themen<br />

rund um die Energieversorgung. Das macht meinen<br />

Beruf so spannend“, sagt der Assinghauser. Fit für die<br />

Praxis als Facharbeiter, aber auch für ein Studium – wer bei<br />

der Olsberg GmbH lernt, ist bestens aufgestellt. Das Traditionsunternehmen<br />

bildet in sieben <strong>Ausbildung</strong>sberufen<br />

aus – von Industriekaufleuten bis hin zu technischen Modellbauern<br />

(siehe Homepage). „In der Praxis für die Praxis<br />

- unsere Azubis sind meistens im laufenden Betrieb mit<br />

dabei“, sagt Geschäftsführer Ulrich Herrmann. Die eigene<br />

Lehrwerkstatt rundet das <strong>Ausbildung</strong>sangebot ab.<br />

Übernahme, Weiterbildung und Aufstiegschancen<br />

Reinschnuppern ist alles. Das Unternehmen ermöglicht<br />

neben Schüler- auch Ein-Tages-Praktika. „Stefan Wahle<br />

ist das beste Beispiel, dass es nach der <strong>Ausbildung</strong> zügig<br />

weitergehen kann“, sagt Personalleiterin Dagmar Srajek.<br />

Umfangreich sind die Weiterentwicklungsmöglichkeiten.<br />

„Es gibt zahlreiche berufsbegleitende oder auch Vollzeit-Weiterbildungsmöglichkeiten,<br />

sei es die Meister- oder<br />

die Technikerausbildung oder ein Studium. Die Olsberg<br />

GmbH hat schon alle Wege begleitet. Nach der <strong>Ausbildung</strong><br />

geht es also immer weiter...“ ■<br />

Die Olsberg GmbH bildet in sieben <strong>Ausbildung</strong>sberufen aus – vom Gießereimechaniker/in<br />

bis zum Fachinformatiker/in für Systemintegration. Infos unter: www.olsberg.com.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 119


WE DEVELOP TALENTS<br />

Als führender Zulieferer für die Automobilindustrie entwickeln und produzieren wir<br />

Komponenten aus Aluminium für Motor, Getriebe, Fahrwerk und Struktur. Die weltweite<br />

Nähe zu unseren Kunden und die internationalen Aktivitäten machen unsere Arbeit vor<br />

Ort vielfältig, interkulturell und abwechslungsreich.<br />

Werde Teil unseres Teams und bewirb dich um eine <strong>Ausbildung</strong>sstelle in einem der<br />

folgenden Berufsbilder (m/w/d):<br />

Gießereimechaniker<br />

Industriemechaniker<br />

Werkzeugmechaniker<br />

Mechatroniker<br />

Stanz- und Umformmechaniker<br />

Werkstoffprüfer<br />

Technischer Produktdesigner<br />

Elektroniker für Automatisierungstechnik<br />

Zerspanungsmechaniker<br />

Produktionstechnologe<br />

Industriekaufmann<br />

Betriebswirt VWA / Bachelor of Arts<br />

Fachinformatiker Fachrichtung<br />

Anwendungsentwicklung oder Systemintegration<br />

Maschinen- und Anlagenführer<br />

Martinrea Honsel Germany GmbH<br />

Dieter Berndt · Leiter Personalentwicklung<br />

0291 291 256 · www.martinrea-honsel.com<br />

120 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


DAS<br />

ZDI-NETZWERK<br />

HOCHSAUERLAND<br />

MINT-Förderung „von der KiTa<br />

bis zum Berufseinstieg“:<br />

Monika Loerchner<br />

ZDI Netzwerk<br />

durch Innovation“ – dieses vielsagende<br />

Motto verbirgt sich hinter der<br />

„Zukunft<br />

Abkürzung „ZDI“. Das ZDI-Netzwerk<br />

des Hochsauerlandkreises hat seinen Sitz in Meschede;<br />

insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen 34 dieser<br />

Zentren.<br />

„Alle Bundesländer beneiden uns um unsere Einrichtungen“,<br />

erzählt Elke Henke. Die Diplom-Statistikerin ist gemeinsam<br />

mit ihrer Kollegin Sabine Kittler, die ihren Abschluss<br />

im Bereich Wirtschaft und Marketing gemacht hat,<br />

als Koordinatorin für das Netzwerk tätig.<br />

Dem Fachkräftemangel schon früh entgegensteuern<br />

Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft<br />

NRW soll das ZDI in der hiesigen Bildungsregion<br />

helfen, Kinder und Jugendliche für den MINT-Bereich<br />

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und<br />

Technik) zu begeistern. „Von KiTa bis Berufseinstieg oder<br />

Studium, wir gewährleisten eine MINT-Begleitung entlang<br />

des gesamten Bildungsweges“, erklärt Elke Henke. Bereits<br />

im Gründungsjahr 2010 standen für Kreis, Fachhochschule<br />

und regionale Unternehmen fest, dass man dem drohenden<br />

Fachkräftemangel aktiv entgegensteuern muss. Elke Henke<br />

sieht in Sachen MINT-Förderung vor allem bei Mädchen<br />

viele Möglichkeiten. „Das Geschlecht spielt im MINT-Bereich<br />

absolut keine Rolle. Da ist es eher der große Einfluss<br />

der Eltern, die ihre Kinder hier fördern oder bremsen.“<br />

Damit die Angebote auch genutzt werden, ist es wichtig, die<br />

Lehrkräfte aktiv mit ins Boot zu holen. „Wir merken, dass<br />

oft Workshops nötig sind, um den Grundschullehrern und<br />

KiTa-Betreuern die Angst zu nehmen, MINT-Projekte anzunehmen“,<br />

erzählen die beiden Frauen.<br />

Robotgame Wettbewerb <strong>2022</strong><br />

Fast immer kostenfrei für Schulen und Kinder<br />

Das breite Angebot des ZDI-Netzwerkes umfasst neben<br />

Lehrer- und Erzieherschulungen und dem Verleih von praxisbezogenem<br />

Lehrmaterial Bereich auch die Bereitstellung<br />

von Räumlichkeiten und Personal für die Durchführung<br />

von Kursen, Unterstützung bei eigenen MINT-Projekten,<br />

Ferienangebote für Schülerinnen und Schüler sowie finanzielle<br />

Unterstützung. Überhaupt arbeitet das Netzwerk dank<br />

Fördermitteln überwiegend kostenfrei.<br />

Besonders beliebt ist übrigens die Kinder-Uni. Hier wird das<br />

Interesse der jungen Menschen anhand lebensnaher Alltagsfragen<br />

(„Wie werde ich Chef von Deutschland?“ oder „Es ist<br />

Mathematik. Die geheimen Techniken der Profifußballer“)<br />

für den MINT-Bereich geweckt. Mit Robot-Games Drohnenflugwettbewerben,<br />

dem Einsatz von Raspberry Pies oder<br />

Kursen in Sachen Tinkercad ist das ZDI dabei stets am Puls<br />

der Zeit.<br />

Ein „Best of Kinder-Uni“ soll nun bald im Rahmen des<br />

Sommerfestes der Fachhochschule Meschede am 11. Juni 22<br />

stattfinden. ■<br />

Erste Elektrotechnik-Erfahrungen in der Summerschool<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 121


ZWEITER<br />

BILDUNGSWEG<br />

IST EINE<br />

ZWEITE<br />

CHANCE<br />

Sauerland-Hellweg-Kolleg<br />

in Arnsberg und Unna<br />

Julius Kolossa<br />

Tom Linke<br />

Im<br />

Schulgebäude am Berliner Platz in<br />

Hüsten, der Heimat des „Sauerland-<br />

Kolleg-Hellweg“, bietet sich manchem<br />

eine zweite Chance. Schüler, die auf der Hauptschule<br />

oder der Realschule nicht motiviert genug waren für einen<br />

Schulabschluss, finden hier - nach einem ganz persönlichen<br />

Selbstfindungsprozess - die Möglichkeiten,<br />

sich als Studierende am Kolleg weiterzubilden. „Den<br />

Abschluss für Hauptschule und Realschule zu machen<br />

sowie das Abitur zu bekommen, bieten wir am Vormittag<br />

und abends an, “ fasst Christof Hesse, Leiter dieses<br />

Kolleg-Standorts, die Bildungsgänge zusammen.<br />

Wer noch einmal sein Wissen in die Waagschale werfen<br />

will, der bekommt hier nach einem Jahr, in dem 38 Stunden<br />

in der Woche absolviert wurden, den Abschluss für<br />

die Hauptschule. „Für den Realschulabschluss sind zwei<br />

bis zweieinhalb Jahre zu veranschlagen und für das Abitur<br />

drei Jahre.“ Hesse ist seit Sommer vergangenen Jahres hier<br />

der Schulleiter an diesem Kolleg-Standort mit 160 Schülern.<br />

Allerdings betont Christof Hesse, dass es sich nicht<br />

um das Berufs-Kolleg handelt. Wir sind ein Kolleg, weil<br />

wir drei Schulformen unter einem Dach bündeln.<br />

35 Studierende an zwei Standorten<br />

legen ihre Reifeprüfung ab<br />

„Auch in Unna haben wir noch einen Standort, so dass<br />

insgesamt 33 Kollegen um die 300 Schülern in Unna und<br />

in Hüsten unterrichten.“ Das Mindestalter für die Abendrealschule<br />

ist 17 Jahre. Für das Kolleg und das Abendgymnasium<br />

muss man mindestens 18 Jahre alt sein. An<br />

122 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Wir bilden<br />

aus!<br />

den beiden Standorten in Hüsten und in Unna<br />

sind hier aktuell 35 Frauen und Männer dabei, ihre<br />

Reifeprüfung demnächst abzulegen.<br />

Lernen ist nicht einfach, weiß Christof Hesse.<br />

„Aber man hat mehr Spaß, je mehr Erfolgserlebnisse<br />

man hat – und die bekommt man hier.“ Es<br />

sind kleine Klassen, in denen die Fächer unterrichtet<br />

werden. Hesse: „Die Studierenden erkennen<br />

hier ihre zweite Chance.“ Einige profitieren dabei<br />

auch von Bafög und Kindergeld – durchaus angenehme<br />

Anreize, das Kolleg zu besuchen, weiß der<br />

Schulleiter.<br />

Geschichtsunterricht bekommt mit über<br />

60-jährigen Schülern eine ganz besondere<br />

Bedeutung<br />

Es sind aber auch solche Studierende, die den besonderen<br />

Reiz dieses Kollegs ausmachen: „Da<br />

macht man mit über 60 Jahren noch Abi, um den<br />

Enkeln zu zeigen, dass man es noch draufhat. Und<br />

da bekommt der Geschichtsunterricht mit diesen<br />

ganz besonderen Zeitzeugengesprächen auch<br />

für den Lehrer eine ganz besondere Bedeutung.“<br />

Motivation zum Lernen gibt es aber auch unter<br />

den Studierenden genug, wenn die Mutter an der<br />

Abendschule ihren Realschul-Abschluss nachholt<br />

und die Kinder zeitgleich für das Abitur lernen.<br />

Christof Hesse sieht „seine“ Schule als einen Gewinn,<br />

nicht nur wegen der kleinen Lerneinheiten,<br />

in denen individuelle Förderungsmöglichkeiten<br />

geboten werden. Aber auch wegen der gelebten<br />

Integration mit einem hohen Migrationsanteil besonders<br />

an der Abend-Realschule. Er erzählt: „Von<br />

den im Jahr 2015 zu uns gekommenen Geflüchteten<br />

sind die ersten so weit, dass sie im vergangenen<br />

Jahr ihr Abitur gemacht haben.“ ■<br />

www.ante-holz.de/karriere<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberufe<br />

ab 01.08.<strong>2022</strong>:<br />

Aus welchem<br />

Holz bist Du<br />

geschnitzt?<br />

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)<br />

• Holzbearbeitungsmechaniker (m/w/d)<br />

• Industriekaufmann (m/w/d)<br />

• Industriemechaniker (m/w/d)<br />

• Kaufmann für Außenhandelsmanagement (m/w/d)<br />

• Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)<br />

• Zimmerer (m/w/d)<br />

Wir freuen uns auch jetzt<br />

schon über Bewerbungen<br />

für <strong>2023</strong>!<br />

Bei Fragen melde Dich gerne bei Carla Leite unter<br />

+49 (0) 151 - 571 579 26<br />

oder per E-Mail: carla.leite@ante-holz.de<br />

ante-holz GmbH<br />

Im Inkerfeld 1 • 59969 <strong>WOLL</strong> Bromskirchen-Somplar<br />

<strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 123


Mirza und Mohammad Amini<br />

„Wir wollten<br />

das schaffen“<br />

Sabina Butz<br />

S. Droste<br />

Mirza Amini<br />

Z<br />

wei jugendliche Männer, 15 und 16 Jahre<br />

alt, müssen ihre Heimat verlassen und fliehen<br />

nach Deutschland. Sie sprechen unsere Sprache<br />

nicht sie kennen niemanden, unsere kulturellen Strukturen<br />

sind ihnen fremd, sie wissen nur eins ganz sicher:<br />

„Wir wollen das schaffen“. Damit meinen sie, dass ihr<br />

voller Einsatz für eine Integration in unserem Land für<br />

sie von Anfang an selbstverständlich war. Ihr Vertrauen<br />

auf unsere Bereitschaft, jedem Menschen eine Chance zu<br />

geben, wurde nicht enttäuscht.<br />

Im Jahr 2015 flohen die aus derselben Großfamilie stammenden<br />

Mirza und Mohammad Amini, aus Afghanistan. Im November<br />

2015 kamen sie in Deutschland an und wurden in<br />

einer Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge in Meschede<br />

untergebracht. Schon bald war ihnen klar: Wenn wir hier mit<br />

unseren Landsleuten „Dari“ sprechen, kommen wir in der<br />

deutschen Sprache nicht weiter. Deshalb baten sie ihre Betreuerin<br />

um die Vermittlung einer Pflegefamilie und zogen<br />

zusammen im Mai 2016 bei der Familie Tast in Heringhausen<br />

ein. Da sie schulpflichtig waren, erhielten sie von Anfang<br />

an Unterricht in der Internationalen Förderklasse und in der<br />

Gastfamilie liebevolle Unterstützung. Heike Tast besuchte<br />

2017 mit ihnen die Berufsinformationsbörse in Meschede.<br />

Während für Mirza schon als Kind klar war, dass er beruflich<br />

gern etwas mit Autos machen möchte, kam Mohammad durch<br />

den <strong>Ausbildung</strong>sfilm am Stand ihres jetzigen Arbeitsgebers<br />

auf die Idee seiner Berufswahl als Fahrzeuglackierer. Die Begegnung<br />

auf der BIB mit dem Unternehmer Meinolf Ewers<br />

war für die beiden der Beginn einer “Flüchtlingskarriere“,<br />

Mohammad Amini<br />

die ihresgleichen sucht:<br />

Zunächst folgte ein<br />

Praktikum bei einer Mescheder<br />

Karosserie- und<br />

Fahrzeugbau-Firma, dann<br />

eine einjährige Einstiegsqualifizierungs-Maßnahme,<br />

die nahtlos ins zweite Lehrjahr<br />

überging, gefolgt von einem erfolgreichen Abschluss:<br />

Mirza als Mechaniker für Karosserie- und Fahrzeugbau und<br />

Mohammad als Fahrzeuglackierer. Mirza schloss sogar als<br />

Zweitbester seines Jahrgangs in NRW ab, was ihm finanzielle<br />

Unterstützung für die Weiterbildung zum Meister bringt.<br />

Beide wurden mit Bestehen der Gesellenprüfung in ein unbefristetes<br />

Arbeitsverhältnis übernommen und fühlen sich als<br />

absolut gleichwertige und anerkannte Mitarbeiter. Und: Mit<br />

dem deutschen Facharbeiterbrief brauchen Mirza und Mohammad<br />

eine Abschiebung nicht mehr zu fürchten!<br />

Deutsch lernen ist das Allerwichtigste<br />

„Uns war klar, dass wir als erstes Deutsch lernen mussten“,<br />

erklärt Mirza und Mohammad ergänzt: „Unser Chef hat das<br />

zur Vorbedingung für eine <strong>Ausbildung</strong> gemacht, und das hat<br />

uns natürlich sehr angespornt“. „Ohne Deutschkenntnisse<br />

gibt es einfach keine Möglichkeit, eine Lehre erfolgreich abzuschließen.<br />

Auch mit Deutschkenntnissen ist es noch schwer<br />

„Uns war klar, dass wir als erstes Deutsch<br />

lernen mussten“ (Mirza und Mohammad)<br />

124 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


genug“, weiß ihr Arbeitgeber. Immerhin liegt die Abbruchrate<br />

bei Flüchtlingsazubis im hohen zweistelligen Bereich.<br />

Wir wollten das schaffen<br />

Mirza und Mohammad sind sich einig: Ja, es war hart und<br />

eine schwierige Zeit, die uns viel abverlangt hat. Wir hatten<br />

sehr viel Unterstützung in unserer Gastfamilie und in unserer<br />

„Unternehmensfamilie“. Dafür sind wir dankbar. Natürlich<br />

sind wir auch stolz auf uns.<br />

Eine sehr bereichernde Zeit<br />

Auch die Gast-Familie, deren eigene Söhne damals schon aus<br />

dem Haus waren, hat die gemeinsamen Jahre als sehr bereichernd<br />

empfunden: „Für uns war es anfänglich eine Christenpflicht,<br />

unsere Hilfe anzubieten“, erklärt uns Gastvater Matthias<br />

Tast. „Aber durch die gemeinsame Zeit sind Mirza und<br />

Mohammad zu Familienangehörigen geworden“.<br />

Meinolf Ewers ist stolz auf seine Mitarbeiter<br />

Win-Win-Situation<br />

Ihr Arbeitgeber Meinolf Ewers betont den wirtschaftlichen<br />

Mehrwert: „Wir suchen qualifizierte Facharbeiter,<br />

da spielt die Nationalität keine Rolle, sondern ausschließlich<br />

die Qualifikation.“ Man merkt ihm allerdings an,<br />

dass er ebenfalls stolz ist auf diese beiden Mitarbeiter, die<br />

ihm ganz offensichtlich auch ans Herz gewachsen sind. ■<br />

More than cold.<br />

Mechatroniker/in<br />

für Kältetechnik (m/w/d)<br />

Industriekaufmann/frau (m/w/d)<br />

Werde Teil unseres coolen Teams<br />

Elektroniker/in<br />

für Betriebstechnik (m/w/d)<br />

Starte Deine kreative <strong>Ausbildung</strong> in der<br />

Kältetechnik und bewirb dich jetzt!<br />

L&R Kältetechnik GmbH & Co. KG<br />

Hachener Straße 90 a-c · 59846 Sundern-Hachen<br />

Tel. 02935 9652 0 · bewerbung@lr-kaelte.de · www.lr-kaelte.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 125


METALL UND<br />

MASCHINENBAU<br />

Top Berufe:<br />

• Feinwerkmechaniker/in<br />

• Industriemechaniker/in<br />

• Maschinen- und Anlagenführer/in<br />

• Metallbauer/in<br />

• Konstruktionstechnik<br />

• Metallgestaltung<br />

• Stanz- und Umformmechaniker/in<br />

• Technischer Produktgestalter/in<br />

• Verfahrenstechnologe/in<br />

• Werkzeugmechaniker/in<br />

• Zerspanungsmechaniker/in<br />

Firmenportraits und<br />

<strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

aus der Region auf<br />

imsauerland.de<br />

Dieses Berufsfeld erkunden<br />

auf karriere-hier.de<br />

Foto: Matthias Koprek<br />

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WIR FEUERN DICH AN!<br />

Mehr Infos unter<br />

stabau.com/karriere<br />

126 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


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Sprungbrett Technik: „H&T Tool-Design“<br />

in Marsberg bietet <strong>Ausbildung</strong>splätze,<br />

gern auch für Frauen<br />

Der weltweit operierende Konzern sucht Nachwuchs in der Region<br />

Andreas Melliwa<br />

H & T Tool Design GmbH & Co. KG<br />

T<br />

echnik fasziniert viele Jugendliche und<br />

schreckt sie oft auch gleichzeitig ab. „Kann<br />

ich nicht, liegt mir nicht, ist zu kompliziert“.<br />

Das hört Oliver Barkow immer wieder. Er ist als HR<br />

Manager bei H&T in Marsberg unter anderem für die<br />

Berufsausbildung zuständig. Klar, es kann nicht jeder<br />

Technik, aber mehr, als die meisten von sich glauben.<br />

Die H&T Tool Design ist ein Teil der international<br />

operierenden Heitkamp und Thumann Group (H&T).<br />

Tool Design baut für die Gruppe Sondermaschinen - in<br />

Marsberg-Bredelar. Da sind Spezialisten gefragt, wie Industrie-<br />

und Werkzeugmechaniker, Verfahrensmechaniker<br />

für Kunststoff-und Kautschuktechnik, Elektroniker<br />

für Betriebstechnik, Mechatroniker oder Zerspanungstechniker.<br />

Und die bildet H&T am liebsten vor Ort selber<br />

aus, in der hochmodernen Lehrwerkstatt.<br />

Hier haben <strong>Ausbildung</strong>sleiter Peter Rödiger und sein junger<br />

Kollege Henrik Göbel das Sagen. „Wir bieten jedem<br />

erstmal die Möglichkeit zum Reinschnuppern, zum Beispiel<br />

mit einem Praktikum schon während der Schulzeit.<br />

Da kriegt man schon ein gutes Gefühl dafür, ob einem die<br />

Technik liegt.“ Wer sich für einen <strong>Ausbildung</strong>splatz entscheidet,<br />

muss erstmal einen zweistündigen Handwerkstest<br />

absolvieren. Wer die einfachen Übungen meistert,<br />

kann in die dreieinhalbjährige Lehre einsteigen. H&T<br />

bietet auch ein Duales Studium an, mit Lehre und Studium<br />

zum Beispiel in Meschede oder Paderborn.<br />

„Leider finden hauptsächlich junge Männer den Weg zu<br />

uns“, bedauert Peter Rödiger, „dabei haben unsere Jobs<br />

nichts mehr mit Muskelkraft zu tun. Das erledigen heute<br />

Hightech-Maschinen. Das beginnt schon hier in der Lehrwerkstatt.“<br />

Noch sind Frauen in der <strong>Ausbildung</strong> bei H&T<br />

die Ausnahme, aber das soll sich ändern. Gute Chancen<br />

also, abseits der Klischees in eine sichere Zukunft zu<br />

starten.<br />

Infos unter www.ht-group.com ■<br />

H & T Tool Design GmbH & Co.KG<br />

Am Meilenstein 8 • 34431 Marsberg<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 127


Sabri Khudida wird Industriemechaniker<br />

Matthias Koprek<br />

EIN PARADEBEISPIEL<br />

FÜR INTEGRATION –<br />

DANK DUALER AUSBILDUNG<br />

N<br />

och vor wenigen Jahren wusste Sabri Khudida<br />

nicht, was eine duale <strong>Ausbildung</strong> ist. Der<br />

23-Jährige flüchtete 2016 mit seiner Familie<br />

vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS),<br />

die in seinem Heimatland Irak für einen verheerenden<br />

Bürgerkrieg sorgte. Nach einer Odyssee durch die Aufnahmeeinrichtungen<br />

in München, Berlin und Köln ist<br />

die Familie in Bad Sassendorf gelandet. Hier konnte<br />

Sabri zunächst seinen Hauptschul- und direkt im Anschluss<br />

seinen Realschulabschluss machen.<br />

Bei einem Tag der offenen Tür für Schüler und Eltern lernte<br />

Sabri 2018 zum ersten Mal das Unternehmen Ohrmann<br />

Montagetechnik in Möhnesee-Wippringsen kennen. „Ich<br />

war fasziniert von den großen Maschinen, die hier gebaut<br />

werden“, sagt er. Noch am selben Tag vereinbarte Sabri<br />

ein Praktikum, um wenig später zwei Wochen lang in den<br />

Familienbetrieb und den <strong>Ausbildung</strong>sberuf des Industriemechanikers<br />

hinein zu schnuppern.<br />

„Für mich war das wie ein Traum.“<br />

„Die Ankunft in Deutschland war für mich voller Überraschungen.<br />

Im Irak sind die Schule und die <strong>Ausbildung</strong><br />

komplett anders. Als ich angekommen bin, habe ich mich<br />

bei der Agentur für Arbeit über Berufe informiert. Für<br />

mich war das wie ein Traum, als ich gemerkt habe, dass<br />

mir hier in Deutschland alle Möglichkeiten offenstehen<br />

und ich mir aussuchen kann, was ich beruflich machen<br />

möchte.“<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> zum Industriemechaniker hat bei Ohrmann<br />

eine lange Tradition. Bereits 1990 – und damit nur<br />

drei Jahre nach Unternehmensgründung – begann hier<br />

der erste Lehrling, wie man damals noch sagte. Der Lehrling<br />

von damals arbeitet noch heute in dem Betrieb, der<br />

Maschinen für komplexe Montageaufgaben in die ganze<br />

Welt verkauft. Angefangen hat 1986 alles mit der Frage,<br />

wie man Dichtungen automatisch in Wasserhähne montieren<br />

kann.<br />

Sabris Einstieg in die duale <strong>Ausbildung</strong> gelang über ein<br />

Einstiegsqualifizierungsjahr, das ihm die Gelegenheit gab,<br />

seine sprachlichen Defizite wettzumachen. Dieses Jahr<br />

verbrachte er gemeinsam mit den anderen Auszubildenden<br />

im Betrieb und besuchte als Gast bereits die Berufsschule.<br />

128 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Dein Start ins<br />

Berufsleben –<br />

<strong>Ausbildung</strong> bei<br />

Sabri Khudida war von Anfang an von<br />

den großen Maschinen fasziniert<br />

Industriemechaniker (m/w/d)<br />

Fachrichtung Maschinen- und Anlagenbau<br />

In der <strong>Ausbildung</strong> zum Industriemechaniker bei Ohrmann<br />

Montagetechnik lernen Auszubildende Baugruppe,<br />

Stationen und Maschinen bis hin zu ganzen<br />

Produktionsanlagen nach Konstruktionszeichnungen<br />

zusammenzubauen und in Betrieb zu nehmen. Besondere<br />

Abwechslung gibt es durch Einsätze vor Ort<br />

bei Kunden, bei denen die Maschinen installiert, repariert<br />

oder gewartet werden. Neben handwerklichem<br />

Geschick sind technisches Verständnis und logisches<br />

Denken gefragt.<br />

So konnte er sich in Ruhe mit den Begrifflichkeiten vertraut<br />

machen, die in keinem Deutschkurs gelehrt werden.<br />

„In diesem Jahr konnten alle Seiten ihre Bedenken<br />

ausräumen – ganz ohne Leistungsdruck“, sagt Tanja Beringer<br />

aus der Personalabteilung. „Uns war schnell klar,<br />

dass das klappt und wir nach dem Jahr mit der <strong>Ausbildung</strong><br />

durchstarten können.“<br />

Hobby zum Beruf gemacht<br />

Mittlerweile hat Sabri den ersten Teil der Abschlussprüfung<br />

absolviert. Das heißt auch, dass er zunehmend in<br />

komplexe Bauprojekte eingebunden wird und verantwortungsvolle<br />

Aufgaben an Kundenprojekten übernimmt.<br />

„Seit meiner Prüfung werde ich im Standardbereich<br />

eingesetzt, wo halbautomatisierte Stationen für kleinere<br />

Maschinen gebaut werden“, sagt der Azubi.<br />

Zerspanungsmechaniker (m/w/d)<br />

Fachrichtung Automatendrehtechnik<br />

Wir sind die Firma Franz Funke Zerspanungstechnik<br />

mit Sitz in Sundern und haben uns als bedeutender<br />

Hersteller von Präzisionsdrehteilen etabliert. Unseren<br />

Auszubildenden vermitteln wir nicht nur zukunftsweisende<br />

berufliche Qualifikationen, sondern bieten auch<br />

individuelle Perspektiven, während der <strong>Ausbildung</strong><br />

und danach.<br />

DIE AUSBILDUNG<br />

+ Programmieren und Einrichten von CNC<br />

gesteuerten Drehautomaten<br />

moderne Fertigungsmethoden<br />

+ Inspektion der Anlagen und Überwachung<br />

der Produktion<br />

+ 3,5 Jahre <strong>Ausbildung</strong>sdauer<br />

DEIN PROFIL<br />

Wenn dich technologische Verfahren, computergesteuerte<br />

Prozesse und anspruchsvolle Maschinentechnik<br />

begeistern, bist du bei uns genau<br />

richtig! Das solltest du mitbringen:<br />

+ Sehr guter Hauptschulabschluss oder<br />

guter Realschulabschluss<br />

+ Gutes räumliches Vorstellungsvermögen<br />

und mathematisches Verständnis<br />

+ Handwerkliches Geschick<br />

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann werde<br />

Teil unseres Teams! Schick uns deine vollständige<br />

und aussagekräftige Bewerbung per Mail an<br />

bewerbung@franzfunke.de<br />

www.franzfunke.de<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 129


In den ersten eineinhalb Jahren wurden ihm die Berufsgrundlagen<br />

beigebracht. Dazu gehören der Umgang mit<br />

handgeführten Werkzeugen und das Maschinenarbeiten.<br />

Die Auszubildenden lernen bohren, feilen, drehen, fräsen.<br />

„Natürlich üben sie erst einmal an Lehrprojekten. Sie werden<br />

dann allerdings schnell in den Produktionsprozess mit<br />

einbezogen, indem sie reale Bauteile fertigen, die später in<br />

Maschinen verbaut werden“, erklärt Ausbilder Ralf Hottmann.<br />

„Für mich ist das nicht nur Arbeit, sondern auch<br />

mein Hobby“, erzählt Sabri. Schon im Irak hat er Fahrräder<br />

und Haushaltsgeräte repariert. „Ich habe defekte Geräte<br />

immer auseinandergebaut, weil ich wissen wollte, wie<br />

die von innen aussehen und funktionieren. Im Praktikum<br />

habe ich gesehen, dass bei Ohrmann richtig große Maschinen<br />

gebaut werden, was mich fasziniert hat.“<br />

EINSTIEG MIT<br />

AUSBLICK!<br />

<strong>Ausbildung</strong> bei BMS.<br />

Wir suchen engagierte Auszubildende, die gerne abwechslungsreiche<br />

Aufgaben übernehmen und unseren<br />

Erfolg aktiv mitgestalten möchten. Dafür bieten<br />

wir euch attraktive Fördermaßnahmen für einen<br />

guten Start ins Berufsleben. Bewerbt euch jetzt bei<br />

BMS und werdet Teil unserer Erfolgsgeschichte!<br />

Wir suchen:<br />

• Konstruktionsmechaniker (m/w/d)<br />

• Technischer Systemplaner (m/w/d)<br />

• Bauzeichner (m/w/d)<br />

Wer wir sind:<br />

Als inhabergeführtes, mittelständisches Unternehmen<br />

aus dem Sauerland haben wir uns auf passgenauen<br />

Industriebau spezialisiert. Wir liefern<br />

unseren Kunden schlüsselfertige, nachhaltige und<br />

zukunftsorientierte Lösungen in den Bereichen<br />

Verwaltungsbauten, Industrie- und Logistikhallen.<br />

BMS Industriebau GmbH<br />

Alte Heeresstraße 25 I 59929 Brilon<br />

Tel: +49 2961 980-200<br />

bewerbung@bms-industriebau.de<br />

Erstmals weibliche Azubis zur<br />

Industriemechanikerin<br />

Und so ist die praktische Arbeit mit Werkzeugen und an<br />

den Maschinen weiterhin Sabris Lieblingsaufgabe. Am<br />

Computer hingegen sitzt er eher ungern. „Es ist einfach<br />

toll zu sehen, was man am Ende des Tages mit seinen<br />

Händen geschafft hat“, sagt er.<br />

Auch wenn bis zum <strong>Ausbildung</strong>sende noch einige Handgriffe<br />

getätigt und Prüfungen absolviert werden müssen,<br />

stehen die Übernahmechancen für Sabri gut. Ohrmann<br />

möchte seine eigenen Fachkräfte ausbilden und behalten.<br />

Neben der Integration von Jugendlichen mit Migrationserfahrung<br />

ist es den beiden Gesellschafterinnen ein großes<br />

Anliegen, auch Mädchen für Technik zu begeistern. Seit<br />

dem Sommer 2021 gibt es erstmals zwei weibliche Auszubildende<br />

zur Industriemechanikerin im Betrieb.<br />

Nach Abschluss der <strong>Ausbildung</strong> freut sich Sabri vor allem<br />

auf die Montageeinsätze im Ausland. Denn als Industriemechaniker<br />

ist er auch dafür verantwortlich, die fertigen<br />

Maschinen beim Kunden zu montieren. „Das ist wieder<br />

etwas Neues für mich und das finde ich sehr spannend“,<br />

sagt er motiviert. Seit einem Jahr lebt Sabri in seiner eigenen<br />

Wohnung in Möhnesee und ist in seiner neuen Heimat<br />

längst bestens integriert. ■<br />

130 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Anzeige<br />

Witteler Automobile<br />

Ford, Mercedes-Benz, Skoda, smart – Automarken, die<br />

fast jedes Kind kennt. Ford, FUSO, MAN und<br />

Mercedes-Benz bei den Nutzfahrzeugen. Die Witteler-Automobile<br />

Gruppe hat nicht nur eine gute Auswahl an<br />

Marken, sondern ist auch an verschiedenen Standorten erreichbar.<br />

Die familiengeführten Unternehmen in 3. Generation<br />

findet man in Brilon, Frankenberg, Meschede, Winterberg,<br />

Vöhl/Dorfitter und seit Anfang <strong>2022</strong> auch in Korbach.<br />

Keine Frage, die Witteler-Automobile Gruppe hat sich im<br />

Sauerland und darüber hinaus vor allem durch seine Qualität<br />

einen Namen gemacht. Auch als <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb. Junge<br />

Menschen, die sich für einen technischen Beruf interessieren,<br />

sind bei Witteler-Automobile genau richtig. Ausgebildet wird<br />

in folgenden Berufen: Kfz-Mechatroniker (Pkw und Nfz)<br />

m/w/d, Fahrzeuglackierer m/w/d und Automobilkaufmann<br />

m/w/d.<br />

Neben dem handwerklichen Geschick werden in der <strong>Ausbildung</strong><br />

zum Pkw und Nfz Mechatroniker m/w/d auch viele<br />

Elektronikkenntnisse vermittelt. Bei kaufmännischen Tendenzen<br />

ist eine <strong>Ausbildung</strong> zum Automobilkaufmann m/w/d<br />

oder Einzelhandelskaufmann m/w/d sinnvoll. Und wer sich<br />

für Oberflächen und Farben begeistern kann, für den kommt<br />

Der Witteler „Full-Service“ beinhaltet den Verkauf<br />

von PKW und LKW und die Vermietung zusätzlich<br />

auch von Transportern. Außerdem einen Fahrzeugservice,<br />

der von der Kleinstreparatur „smart repair“<br />

bis zu Unfallinstandsetzung und Karosseriearbeiten<br />

reicht.<br />

Bewirb<br />

dich hier!<br />

der Beruf des Fahrzeuglackierers m/w/d in Frage. Zehn Auszubildende<br />

werden jedes Jahr eingestellt. Freie <strong>Ausbildung</strong>sstellen<br />

sind über die Homepage witteler-automobile.de zu<br />

erfahren. Wer noch unsicher ist, kann gern vorab ein Kurz-<br />

Praktikum absolvieren.<br />

Bei der Personalauswahl legt Witteler Automobile den<br />

Fokus nicht allein auf Zeugnisnoten. Persönliches Engagement,<br />

Offenheit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit<br />

sind ebenso wichtig. Mit dieser Einstellung liegt man<br />

richtig. Die Fluktuation ist gering, die meisten der rund<br />

280 Mitarbeiter arbeiten schon seit vielen Jahren im Betrieb<br />

– und freuen sich über jeden neuen Mitarbeiter. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 131


Anzeige<br />

ITH<br />

ITH CONNECTS CAREERS –<br />

B<br />

ei ITH Schraubtechnik dreht sich nicht nur<br />

alles um Schraubenverbindungen, im Fokus<br />

stehen auch die Mitarbeiter und somit die Auszubildenden<br />

- die Fach- und Führungskräfte von morgen!<br />

Das in zweiter Generation inhabergeführte Familienunternehmen<br />

ist weltweit führend in der Schraubtechnik<br />

- für große industrielle Schraubenverbindungen ab M16<br />

aufwärts. Das Maschinenbauunternehmen bietet als<br />

Systemlieferant neben Schraubwerkzeugen auch Verbindungselemente,<br />

Ingenieurdienstleistungen und Service<br />

an. Jedes Jahr werden am Hauptsitz in Meschede-Enste<br />

mindestens zehn bis zwölf Auszubildende eingestellt.<br />

Dem Familienunternehmen ist es wichtig, seinen Auszubildenden<br />

von Anfang an Verantwortung zu übertragen.<br />

Eigene Ideen können auf kurzen Entscheidungswegen - im<br />

ständigen Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten - entwickelt<br />

und umgesetzt werden. Ein optimales Umfeld also, das<br />

jungen Menschen die Möglichkeit zur persönlichen und beruflichen<br />

Weiterentwicklung bietet. Bei ITH Schraubtechnik<br />

können bereits die Auszubildenden zeigen, was in ihnen<br />

steckt, ihr Potential entfalten und über sich hinauswachsen.<br />

Ein Pluspunkt, nicht nur für die Auszubildenen, ist der neue<br />

Hauptsitz im Gewerbegebiet Enste-Nord – mit einem der<br />

weltweit modernsten Kompetenzzentren für industrielle<br />

Schraubwerkzeuge. Der Neubau ist ein bewusstes Bekenntnis<br />

zum Standort Meschede und der Region Südwestfalen.<br />

Studium oder kein Studium - viele Wege führen zu<br />

einer erfolgreichen Zukunft<br />

ITH Schraubtechnik bildet Fachkräfte in allen Unternehmensbereichen<br />

aus: Elektronik, Mechatronik, Fachinformatik,<br />

technisches Produktdesign, Lagerlogistik, Zerspanungsmechanik<br />

und im kaufmännischen Bereich.<br />

132 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


ITH VERBINDET KARRIEREN<br />

Qualifizierte Auszubildende, die nach der <strong>Ausbildung</strong> ein<br />

Studium beginnen möchten, werden von ITH Schraubtechnik<br />

intensiv unterstützt. ITH Schraubtechnik bietet interessante<br />

Projekte und Aufgabenfelder in den Bereichen Elektrotechnik,<br />

Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen<br />

an. Dazu zählen unter anderem Praktika während des Studiums,<br />

ein kooperatives Studium oder der Einsatz als Werkstudent.<br />

Viele Auszubildende haben nach ihrer erfolgreichen<br />

<strong>Ausbildung</strong> berufsbegleitend oder in Vollzeit ein Studium in<br />

Zusammenarbeit mit ITH absolviert – und arbeiten weiterhin<br />

erfolgreich im Unternehmen.<br />

Nach einer guten <strong>Ausbildung</strong> gibt es bei ITH Schraubtechnik<br />

viele Möglichkeiten, die <strong>Karriere</strong>leiter nach oben zu klettern.<br />

So unterstützt ITH Auszubildende nicht nur während<br />

der <strong>Ausbildung</strong>, z. B. mit eigenem Werksunterricht, sondern<br />

anschließend mit Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten!<br />

Hausinterne Schulungen, wie der „ITH Fachwirt Maschinenbau“,<br />

der das technische Verständnis für die Grundlagen<br />

der Schraubtechnik schärft, fördern das Wissen und den<br />

Fortschritt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<br />

Wer Engagement und Können beweist, kann mit und auch<br />

ohne Studium die <strong>Karriere</strong>leiter hinaufsteigen. Das belegen<br />

zahlreiche Werdegänge bei ITH Schraubtechnik. Ganz<br />

nach dem Motto: „ITH verbindet <strong>Karriere</strong>n“ für eine erfolgreiche<br />

Zukunft. ■<br />

ITH GmbH & Co. KG<br />

Steinwiese 8 | 59872 Meschede<br />

Tel.: 0291 99620<br />

E-Mail: personal@ith.de<br />

www.ITH.de/<strong>Karriere</strong><br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 133


WIRTSCHAFT,<br />

VERWALTUNG UND HANDEL<br />

Top Berufe:<br />

• Automobilkaufmann/frau<br />

• Bankkaufmann/frau<br />

• Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk<br />

• Industriekaufmann/frau<br />

• Kaufmann/frau<br />

• für Büromanagement<br />

• für Versicherungen & Finanzen<br />

• im Groß- und Außenhandelsmanagement<br />

• im Einzelhandel<br />

• im E-Commerce<br />

• Steuerfachangestellte<br />

• Verkäufer/in<br />

• Verwaltungsfachangestellte/r<br />

Firmenportraits und<br />

<strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

aus der Region auf<br />

imsauerland.de<br />

Dieses Berufsfeld erkunden<br />

auf karriere-hier.de<br />

Foto: AdobeStock_413731822<br />

„ALS INDUSTRIEKAUFMANN<br />

IST MAN IN EINER<br />

SEHR GUTEN<br />

AUSGANGSSITUATION“<br />

Monika Loerchner<br />

Georg Giannakis<br />

W<br />

enn Torben Schäfer aus dem Fenster zu seiner Linken<br />

schaut, sieht er eine wunderschöne, grüne Landschaft.<br />

Schaut er an seinem Kollegen vorbei aus dem Fenster<br />

hinten rechts, fällt sein Blick auf riesige Fertigungsanlagen. Hier<br />

produziert die Firma Constab in Rüthen Granulate („Masterbatch“<br />

und „Compound“), aus denen später Folien gefertigt werden.<br />

Als Industriekaufmann gibt es hier kaum einen Bereich, mit<br />

dem Torben Schäfer nichts zu tun hat.<br />

134 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Bei uns<br />

Bei uns<br />

bekommst Du beides.<br />

bekommst Du beides.<br />

im Finanzamt<br />

im Finanzamt<br />

Ausgezeichnete berufliche Perspektiven<br />

Ausgezeichnete Vielseitige Tätigkeitsfelder berufliche Perspektiven<br />

Vielseitige Gute Vereinbarkeit Tätigkeitsfelder von Familie und Beruf<br />

<strong>Karriere</strong>start Gute Vereinbarkeit im Beamtenberuf<br />

von Familie und Beruf<br />

<strong>Karriere</strong>start im Beamtenberuf<br />

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www.die-zukunft-steuern.nrw<br />

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<strong>Ausbildung</strong> Finanzwirt/in (m/w/d)<br />

Studium Diplom-Finanzwirt/in FH (m/w/d)<br />

MEHR INFOS<br />

MEHR INFOS<br />

<strong>Ausbildung</strong>sbeginn<br />

<strong>Ausbildung</strong> Finanzwirt/in<br />

September<br />

(m/w/d)<br />

<strong>2023</strong><br />

Studienbeginn<br />

Studium Diplom-Finanzwirt/in<br />

September <strong>2023</strong><br />

FH (m/w/d)<br />

MEHR INFOS<br />

MEHR INFOS<br />

Wir <strong>Ausbildung</strong>sbeginn erwarten: September <strong>2023</strong><br />

Wir Studienbeginn erwarten: September <strong>2023</strong><br />

Fachoberschulreife<br />

Wir erwarten:<br />

oder einen<br />

Allgemeine<br />

Wir erwarten:<br />

Hochschulreife<br />

vergleichbaren<br />

Fachoberschulreife<br />

Bildungsabschluss<br />

oder einen<br />

oder<br />

Allgemeine<br />

Fachhochschulreife<br />

Hochschulreife<br />

Wir vergleichbaren bieten: Bildungsabschluss<br />

Wir oder bieten: Fachhochschulreife<br />

•<br />

Wir<br />

eine<br />

bieten:<br />

zweijährige duale <strong>Ausbildung</strong> im<br />

•<br />

Wir<br />

ein<br />

bieten:<br />

dreijähriges duales Studium<br />

•<br />

Finanzamt<br />

eine zweijährige<br />

kombiniert<br />

duale <strong>Ausbildung</strong><br />

mit Unterricht<br />

im<br />

•<br />

an<br />

ein<br />

der<br />

dreijähriges<br />

Hochschule<br />

duales<br />

für Finanzen<br />

Studium<br />

NRW<br />

an<br />

Finanzamt<br />

der Landesfinanzschule<br />

kombiniert mit Unterricht<br />

NRW<br />

in<br />

an<br />

Nordkirchen,<br />

der Hochschule<br />

Hamminkeln<br />

für Finanzen<br />

oder<br />

NRW<br />

Herford –<br />

in<br />

an<br />

Wuppertal<br />

der Landesfinanzschule<br />

oder Bonn<br />

NRW<br />

mit<br />

in Nordkirchen,<br />

Praxisteilen<br />

Hamminkeln<br />

im Finanzamt<br />

oder Herford –<br />

• berufliche<br />

in Wuppertal<br />

Sicherheit<br />

oder Bonn<br />

• berufliche<br />

mit Praxisteilen<br />

Sicherheit<br />

im Finanzamt<br />

• mtl.<br />

berufliche<br />

<strong>Ausbildung</strong>sbezüge<br />

Sicherheit<br />

• mtl.<br />

berufliche<br />

<strong>Ausbildung</strong>sbezüge<br />

Sicherheit<br />

von ca. 1.350,- Euro<br />

•<br />

von<br />

mtl.<br />

ca.<br />

<strong>Ausbildung</strong>sbezüge<br />

1.300,- Euro<br />

•<br />

auch<br />

mtl. <strong>Ausbildung</strong>sbezüge<br />

während der Studienzeiten<br />

von ca. 1.350,- Euro<br />

von ca. 1.300,- Euro<br />

Erwünscht sind auch Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen. Diese Ausschreibung auch wendet während sich ebenfalls der Studienzeiten<br />

ausdrücklich an Menschen mit<br />

Einwanderungsgeschichte. Du solltest im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staats mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen.<br />

Erwünscht sind auch Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen. Diese Ausschreibung wendet sich ebenfalls ausdrücklich an Menschen mit<br />

Einwanderungsgeschichte. Du solltest im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staats mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen.<br />

<strong>2022</strong>-01-18_FinMin-Anzeige_TZ_231x160mm.indd 1 18.01.22 13:59<br />

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„Ich sitze hier im Customer Support“, erzählt Torben Schäfer,<br />

zu Deutsch: im Kundendienst. Der 22-Jährige hat von<br />

2018 bis 2021 seine <strong>Ausbildung</strong> in dem Unternehmen gemacht<br />

und ist danach geblieben. Als Industriekaufmann<br />

könnte er aber in fast jeder Branche Fuß fassen.<br />

Zu Schulzeiten hatte Torben Schäfer ein Praktikum im<br />

Automobilbereich gemacht, aber schnell gemerkt, dass das<br />

nichts für ihn ist. Über eine Anzeige war er dann auf den<br />

<strong>Ausbildung</strong>sberuf Industriekaufmann aufmerksam geworden.<br />

„Ich habe mir die Tätigkeitsfelder angeschaut und gedacht:<br />

Das ist es!“ Während seiner <strong>Ausbildung</strong> hat er das<br />

Berufskolleg Hubertus Schwarz in Soest besucht. „Da waren<br />

Finanz- und Steuerwesen, Controlling, Wirtschafts- und<br />

Sozialwesen sehr wichtig, aber auch Marketing, Vertrieb<br />

und eben Englisch.“<br />

Zahlen, Kreativität, Organisation und ganz viel mit<br />

Menschen<br />

„Natürlich war die <strong>Ausbildung</strong> schwieriger als früher die<br />

Schule“, erzählt er. „Wir mussten sehr viel mehr Eigenverantwortung<br />

und Disziplin aufweisen.“ Eine Herausforderung,<br />

die der junge Mann mit Bravour gemeistert hat. „Als Industriekaufmann<br />

muss man alles im Blick behalten können,<br />

denn wir hängen mit zig Prozessen zusammen. Und wenn<br />

etwas mal nicht planmäßig läuft, muss man alles schnell<br />

umkoordinieren können.“ Neben Organisationstalent und<br />

Teamfähigkeit spielt es auch eine große Rolle, keine Scheu<br />

zu zeigen. So war es selbst für Torben Schäfer, der sich als<br />

offenen Menschen beschreibt, anfangs schwierig, mit ihm<br />

vollkommen unbekannten Kunden am Telefon zu sprechen.<br />

Am meisten schätzt der Industriekaufmann seine Kolleginnen<br />

und Kollegen, dass ihm das Unternehmen ermöglicht,<br />

das zu tun, was ihm Spaß macht und dass nie ein Arbeitstag<br />

dem vorherigen gleicht.<br />

<strong>Ausbildung</strong> als Basis fürs Studium<br />

Torben Schäfer liebt seinen Beruf. Er sieht sich selbst eher<br />

als Praktiker und hat noch Großes vor: Seit Januar <strong>2022</strong><br />

studiert er an der Fernuni Göttingen BWL. „Dafür bekomme<br />

ich von der Firma viel Unterstützung“, erzählt der junge<br />

Mann erfreut. Auch kann er bei Fragen immer praxiserfahrene<br />

Kollegen und Kolleginnen um Rat bitten. Seine Aus-<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 135


MEAT FRIENDS!<br />

Werde Teil in unserem jungen Team<br />

Fachkraft für Verkauf und Beratung<br />

von besten, regionalen und leckeren<br />

Fleisch- und Wurstwaren<br />

Spezialist für Fleischzerlegung und Zuschnitt<br />

Wurstmanufaktur und Menüzubereitung<br />

BEWIRB DICH JETZT!<br />

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VEH Fleischerei - Partyservice & Partyservice<br />

& Event Catering<br />

Graf-Gottfried-Straße 45 · 59755 45 Arnsberg · 59755 Arnsberg<br />

Tel: 02932-22069 · www.veh-fleischerei.de<br />

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Bezahlung<br />

100 € über Tarif<br />

und ein kostenloses<br />

E-Bike für<br />

jeden Azubi!<br />

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bildung wird ihm übrigens in Form der<br />

ersten drei Semester angerechnet. Ist<br />

parallel zu einer 37,5h-Arbeitswoche<br />

noch zu studieren nicht zu viel? Torben<br />

Schäfer zuckt mit den Schultern<br />

und lächelt. „Ja. Aber ich habe halt<br />

meine Ziele.“<br />

Für angehende Auszubildende hat<br />

der zielstrebige junge Mann einen<br />

besonderen Tipp: „Man muss immer<br />

auch selbst sagen, was man<br />

sich wünscht und wo man sich<br />

sieht. Dann wird einem meist vieles<br />

ermöglicht.“<br />

Industriekauffrau/-man<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> zur/zum Industriekauffrau/-<br />

mann dauert 3 Jahre, kann aber bei besonders<br />

guter Leistung auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Die<br />

praktische <strong>Ausbildung</strong> umfasst viele Bereiche eines Unternehmens:<br />

Einkauf und Materialwirtschaft, die Personalabteilung,<br />

Marketing, Rechnungswesen/Controlling und<br />

den Vertrieb. Oft werden auch Einblicke in die Produktion<br />

gegeben. Um zur <strong>Ausbildung</strong> zugelassen zu werden, bedarf<br />

es keines vorgeschriebenen Schulabschlusses, jedoch bevorzugen<br />

Unternehmen Bewerber/-innen mit einem mittlerenoder<br />

hohen Bildungsabschluss.<br />

Nach erfolgreichem Berufsabschluss stehen der/dem Industriekauffrau/-frau<br />

viele Branchen als Tätigkeitsfelder offen. In<br />

Sachen Weiterbildung kann man den Fachwirt machen oder<br />

ein berufsbegleitendes Studium aufnehmen. ■<br />

136 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Endlich<br />

mal eine<br />

Endlich<br />

mal eine<br />

<strong>Ausbildung</strong>,<br />

die Eltern<br />

UND<br />

die Eltern Nachwuchs<br />

gefällt.<br />

UND<br />

Nachwuchs<br />

gefällt.<br />

Jetzt bewerben für eine<br />

<strong>Ausbildung</strong> oder ein duales Studium<br />

bei der Volksbank Bigge-Lenne eG<br />

oder bei der Volksbank Sauerland eG.<br />

voba-bigge-lenne.de/ausbildung<br />

vb-sauerland/ausbildung<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 137


Lukas, Elisa und Pia (v.l.n.r.)<br />

LET YOUR TALENT SHINE<br />

Als europaweit führender Anbieter für Wohnraumleuchten<br />

haben wir es uns zur Herzensangelegenheit<br />

gemacht, diesen Claim mit Leben zu füllen.<br />

Wir möchten jungen Talenten den Weg in eine überzeugende<br />

und vor allem zufriedenstellende <strong>Karriere</strong><br />

ebnen. Unsere Azubis erfahren während ihrer<br />

<strong>Ausbildung</strong> intensive Betreuung und Unterstützung<br />

durch die Personalabteilung und die verschiedenen<br />

Fachabteilungen; zusätzlich bieten wir individuelle<br />

Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten.<br />

Perspektive<br />

Wir verfolgen eine klar definierte Wachstumsstrategie.<br />

Das bedeutet auch, unseren Auszubildenden<br />

und Studierenden im Anschluss an die <strong>Ausbildung</strong><br />

eine langfristige Perspektive in einem<br />

gesunden und zukunftsorientierten Unternehmen<br />

mit flachen Hierarchien, offenen Türen und einer familiären<br />

Arbeitsatmosphäre zu bieten. Unsere Philosophie<br />

und somit unser Ziel ist es, junge Menschen<br />

während der <strong>Ausbildung</strong> weiterzuentwickeln und<br />

sie später als gut ausgebildete Nachwuchskräfte<br />

138 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

langfristig für unser Unternehmen zu gewinnen.<br />

Neuer Standort Meschede<br />

Nach Inbetriebnahme unseres Logistikzentrums 2019<br />

in Meschede-Enste, hat nun auch der Bau für unser<br />

neues Verwaltungsgebäude in Meschede-Enste begonnen.<br />

4.000 Quadratmeter Bürofläche und 1.700<br />

Quadratmeter Ausstellungs- und Konzeptbereich für<br />

die Präsentation unserer Produkte sollen <strong>2023</strong> bezogen<br />

werden. Damit sind dann alle 260 Kolleginnen und<br />

Kollegen wieder an einem Standort vereint. Statt klassischer<br />

Büro- und Konferenzräume heißt es dann: offene<br />

Strukturen mit ausreichenden Kommunikationszonen<br />

für den Gedankenaustausch.<br />

Zum Wohlfühlen gehören<br />

Chill-out-Areas, ein<br />

Working Garden sowie<br />

eine sehr großzügig<br />

gestaltete<br />

Cafeteria.


UNSER AUSBILDUNGSANGEBOT:<br />

Industriekaufleute (m/w/d)<br />

Industriekaufleute befassen sich mit den kaufmännischen<br />

und betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen<br />

des Unternehmens und durchlaufen<br />

während ihrer <strong>Ausbildung</strong> bei uns die<br />

verschiedensten Abteilungen wie z.B. Einkauf,<br />

Logistik, Vertrieb und Marketing, sowie das Finanz-<br />

und Rechnungswesen.<br />

Dauer der <strong>Ausbildung</strong>: 3 Jahre mit IHK-Abschluss<br />

(Verkürzung auf 2 Jahre möglich)<br />

Voraussetzungen: Fachhochschulreife oder Abitur<br />

„Das duale Studium ist dank<br />

der Kombination aus Theorie<br />

und Praxis abwechslungsreich<br />

und vielfältig. Es bietet einen<br />

umfassenden Einblick in die<br />

Arbeitswelt.“<br />

„Jeder Tag ist spannend und<br />

macht Spaß. Neben den<br />

fachlichen Themen lerne<br />

ich, wie man gemeinsam als<br />

Team seine Ziele erreicht.“<br />

Kaufleute im E-Commerce (m/w/d)<br />

Kaufmann:frau im E-Commerce ist ein Beruf mit<br />

Zukunft. Innerhalb der <strong>Ausbildung</strong> werden die<br />

kaufmännischen Kenntnisse für die Vermarktung<br />

und den Vertrieb von Produkten im Online-Handel<br />

vermittelt.<br />

Dauer der <strong>Ausbildung</strong>: 3 Jahre mit IHK-Abschluss<br />

Voraussetzungen: Fachhochschulreife oder Abitur<br />

Duales Studium Business Administration /<br />

Bachelor of Arts (m/w/d)<br />

Das duale Studium beinhaltet eine <strong>Ausbildung</strong><br />

zum:r Industriekaufmann:frau. Während des Studiums<br />

werden verschiedene Abteilungen durchlaufen,<br />

bevor zum Ende der <strong>Ausbildung</strong> eine Spezialisierung<br />

für einen bestimmten Bereich erfolgt.<br />

In den begleitenden Vorlesungen wird zusätzlich<br />

ein umfangreiches wirtschaftliches Fachwissen<br />

vermittelt.<br />

Dauer der <strong>Ausbildung</strong>: 3,5 Jahre<br />

<strong>Ausbildung</strong>sabschnitt 1.-3. Semester: <strong>Ausbildung</strong><br />

zum:r Industriekaufmann:frau mit Besuch<br />

einer Berufsschule und Studium an der FOM<br />

<strong>Ausbildung</strong>sabschnitt 4.-7. Semester: <strong>Ausbildung</strong><br />

im Unternehmen und Studium an der FOM<br />

Voraussetzung: Abitur<br />

„Der Bewerbungsprozess war<br />

unkompliziert und bereits im<br />

ersten Gespräch fühlte ich mich<br />

sehr gut aufgehoben. Bei BRI-<br />

LONER sind wir Azubis gleichwertige<br />

Teammitglieder.“<br />

Seit mehr als 40 Jahren entwickelt das Unternehmen am Standort in Brilon ein umfangreiches und technisch<br />

ausgefeiltes Leuchtensortiment – designorientierte und anspruchsvolle Leuchten für jeden Bedarf,<br />

immer darauf bedacht, das Angebot innovativ weiterzuentwickeln. Seit 2019 ergänzt außerdem das großzügige<br />

Logistikzentrum in Meschede-Enste mit 18.000 qm Fläche den Betrieb.<br />

Insgesamt rund 260 Mitarbeitende sind für das Unternehmen im Einsatz. Es ist<br />

eines der Top-Anbieter am Leuchtenmarkt und ein klassischer „Hidden Champion“<br />

– etwas, wofür Südwestfalen und besonders auch das Sauerland als nicht<br />

zu unterschätzende Wirtschafts- und Industriestandorte bekannt sind. Wie andere<br />

dieser Hidden Champions ist BRILONER ein Familienunternehmen, geführt<br />

in zweiter Generation von Wolf Hustadt.<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 139<br />

Briloner Leuchten GmbH & Co. KG


VON BERUF<br />

POLIZISTIN<br />

Gisela Wilms<br />

Sandra Peetz<br />

F<br />

ragt man kleine Kinder nach ihrem Berufswunsch,<br />

rangiert der der Polizistin oder<br />

des Polizisten in den ersten Reihen. Tolle<br />

Uniform und mit Tatü Tata durch die Straßen<br />

rasen, diese Vorstellungen begeistern die Kleinen.<br />

Aber wie sieht es in der Realität aus? Oberkommissarin<br />

Deborah Flues klärt uns auf.<br />

Frau Flues, kommen wir zunächst zu der Aufnahme<br />

Ihrer Personalien, um die berufsspezifische Sprache<br />

zu verwenden.<br />

Deborah Flues: Ich bin 34 Jahre alt, wohne in Arnsberg-<br />

Oeventrop und arbeite als Oberkommissarin in Meschede.<br />

Wollten Sie schon immer Polizistin werden?<br />

Nein. Eine Freundin von mir hat mich damals gebeten, sie<br />

zum Test zu begleiten.<br />

Offenbar haben Sie sie dann nicht nur begleitet, sondern<br />

sind selbst auf den Zug aufgesprungen?<br />

In der Tat. Als wir in Münster im Bildungszentrum Carl<br />

Severin einen ersten Eindruck von der Polizeiarbeit bekamen,<br />

war für mich klar, dass ich diesen Weg einschlagen<br />

wollte.<br />

Wie lief das Aufnahmeverfahren ab, welche Voraussetzungen<br />

mussten erfüllt sein?<br />

Zunächst habe ich verschiedene Prüfungen in einem Assessment-Center<br />

abgelegt. Es wurden u.a. Rollenspiele,<br />

Rechtschreib- und IQ-Tests gemacht. Damals musste ich<br />

noch einen Sporttest absolvieren, heute reicht das Deutsche<br />

Sportabzeichen, mindestens in Bronze. Die erforderliche<br />

Körpergröße von 1,63 m habe ich mit meinen 1,83 m auch<br />

locker erfüllt. Das dreijährige Duale Studium habe ich in<br />

Münster als Diplom-Verwaltungswirtin abgeschlossen.<br />

Schulische Voraussetzung für den Beginn des Studiums<br />

ist eine Allgemeine Hochschulreife oder ein gleichwertiger<br />

Abschluss. Auf der Seite www.genau-mein-fall.de<br />

der Polizei NRW findet man hierzu genauere<br />

Informationen.<br />

Wie ging es dann weiter?<br />

Ich wurde zum Wach- und Wechseldienst, wie der Streifendienst<br />

korrekt bezeichnet wird, in Köln eingesetzt, was<br />

eine tolle und erfahrungsreiche Zeit war. Das Einsatzspektrum<br />

ist sehr groß, wovon man auch noch im späteren Berufsleben<br />

profitiert.<br />

Apropos Erfahrungen. Was belastet Sie einerseits, was<br />

gibt Ihnen andererseits das Gefühl, den richtigen Beruf<br />

gewählt zu haben?<br />

Belastungen stellen für mich die Fälle dar, bei denen<br />

Kindern etwas zugestoßen ist. Zum Beispiel durch<br />

einen Verkehrsunfall. Das sind schwer zu verkraftende<br />

Ereignisse, die auch lange im Gedächtnis bleiben. Ein<br />

gutes Gefühl entsteht hingegen, wenn man der Ehefrau<br />

den dementen Mann wiederbringt, der sich verlaufen<br />

hatte, oder man innerhalb einer Familie Konflikte lösen<br />

konnte.<br />

140 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


„Es ist die Zufälligkeit eines jeden Tages,<br />

die mir Spaß macht.“<br />

(Deborah Flues)<br />

Muss man für die vielfältigen Aufgaben ein persönliches<br />

Rüstzeug mitbringen, damit man mit den verschiedenen<br />

Situationen fertig wird?<br />

Über Empathie sollte man verfügen, sozial eingestellt und<br />

stressresistent sein.<br />

Wie würden Sie mit wenigen Worten beschreiben, was<br />

das Interessante an dem Beruf der Polizistin ist?<br />

Es ist die Zufälligkeit eines jeden Tages, die mir Spaß<br />

macht. Nur ein Bruchteil meiner Tätigkeit kann als Routine<br />

bezeichnet werden. Wenn diese Tätigkeit dann noch<br />

gemeinsam mit einem tollen Team erledigt wird, weiß<br />

man, dass die damalige Entscheidung für den Beruf der<br />

Polizistin richtig war. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 141


SPAREN ODER AUF DEN<br />

KOPF HAUEN<br />

WAS TUN MIT DEM ERSTEN GEHALT?<br />

Sonja Nürnberger<br />

N<br />

un ist es soweit: Das Kind ist tatsächlich<br />

kein Kind mehr, sondern so alt, dass<br />

es sein erstes eigenes Gehalt aufs<br />

Konto überwiesen bekommt. Aber was tun<br />

damit? Direkt beim nächsten Schützenfest<br />

alles auf den Kopf hauen oder kann<br />

man es doch etwas sinnvoller anlegen?<br />

Tatsächlich ist das erste Gehalt ein guter Anlass,<br />

sich Gedanken über die Zukunft zu machen.<br />

Die erste Arbeitsstelle ist nun sicher und das erste Ge-<br />

AUF<br />

AUF<br />

PARTNERSUCHE?<br />

PARTNERSUCHE?<br />

Alle 11 Minuten verliebt sich<br />

ein Schüler in die Volksbank.<br />

Alle 11 Minuten verliebt sich<br />

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Vom ersten Date zu einer Beziehung mit Zukunft<br />

Du willst auf eigenen Beinen stehen? Einer interessanten<br />

Arbeit nachgehen? Und Dich weiterentwickeln? Dann sind<br />

wir ein perfektes Match! Na, Funke übergesprungen??<br />

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Morgen kann kommen.<br />

halt wird nicht das letzte sein. Welche Möglichkeiten gibt<br />

es also, mit diesem Geld verantwortungsbewusst<br />

und nachhaltig umzugehen?<br />

Da Ihrem Kind nun vermutlich monatlich<br />

mehr Geld zur Verfügung steht als zuvor,<br />

damit aber auch einige neu hinzugekommene<br />

Kosten – wie etwa die Miete für die<br />

erste eigene Wohnung, das Auto und Versicherungen<br />

– gedeckt werden müssen, bietet<br />

es sich an, einen Haushaltsplan zu erstellen. So<br />

bekommt Ihr Kind einen Überblick über die Einnahmen<br />

und Ausgaben und ein Gefühl für die tatsächliche<br />

finanzielle Situation.<br />

Haben sich in der Vergangenheit Schulden angehäuft,<br />

liegen eventuell noch unbezahlte Rechnungen auf dem<br />

Tisch, dann ist das erste Gehalt eine gute Gelegenheit, sich<br />

zunächst von diesen zu befreien. So kann Ihr Kind unbelastet<br />

in die Zukunft blicken.<br />

Ist der Kontostand raus aus dem roten Bereich, kann Ihr<br />

Nachwuchs beginnen, sich Ziele zu setzen. Wann wird ein<br />

neues Auto fällig? Wie sieht es in einigen Jahren mit einem<br />

Eigenheim aus? Aber auch speziellere Wünsche wie<br />

ein besonderes Reiseziel können dabei helfen, diszipliniert<br />

in Sachen Geld zu handeln. Da ein Berufseinsteiger noch<br />

viele Jahrzehnte vor sich hat, sollte auch schon darüber<br />

nachgedacht werden, langfristig Vermögen aufzubauen,<br />

beispielsweise in Aktien, ETF-Sparpläne oder Gold. Ein<br />

fester Betrag ab 50 Euro pro Monat – wer kann bestenfalls<br />

natürlich gerne mehr – könnten dafür eingeplant werden.<br />

Und dann ist da noch der Notgroschen: zwei bis drei Monatsgehälter<br />

sollten für Notfälle immer auf einem Konto<br />

liegen, auf das schnell zugegriffen werden kann.<br />

Es lohnt sich auf lange Sicht gesehen also auf jeden Fall,<br />

das erste Gehalt nicht direkt auf den Kopf zu hauen, sondern<br />

bewusst damit umzugehen – sich als Belohnung eine<br />

Kleinigkeit zu gönnen, ist sicher trotzdem drin! ■<br />

142 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Anzeige<br />

KARRIERESTART BEI AUDAX<br />

AUDAX<br />

Wir bieten in jedem Jahr <strong>Ausbildung</strong>splätze für den Beruf<br />

als Steuerfachangestellte/r; Kaufmann/-frau für Büromanagement<br />

sowie in Kombination mit einem dualen Studium<br />

bei uns an. Es erwartet Dich in unserer Kanzlei eine spannende<br />

und abwechslungsreiche <strong>Ausbildung</strong> mit besten Zukunftsperspektiven<br />

und vielen <strong>Karriere</strong>möglichkeiten.<br />

Falls Du eine Affinität zu Zahlen besitzt, gern sorgfältig und<br />

verantwortungsbewusst arbeitest, bist Du in unserem Team<br />

goldrichtig. Durch zielorientiertes und analytisches Arbeiten<br />

werden diese Berufsbilder geprägt. Durch den Kontakt zu<br />

unserem vielseitigen Mandantenkreis sowie zu verschiedekoko<br />

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AUDAX gehört in der Region zu den führenden<br />

Kanzleien im Bereich Steuerrecht und<br />

Wirtschaftsprüfung. Als Spezialisten für inhabergeführte<br />

Unternehmen haben wir die finanziellen Belange<br />

der Betriebe und der Menschen im Blick. Unser erklärtes<br />

Ziel ist es, die im Sinne unserer Mandanten stärkste Lösung<br />

zu erarbeiten. Täglich aufs Neue. Das zu schaffen, ist nur<br />

möglich, wenn man mit einem engagierten, motivierten und<br />

dynamischen Team arbeitet.<br />

nen Finanzämtern und Behörden bleibt es im täglichen Ablauf<br />

stets spannend und abwechslungsreich.<br />

AUDAX gehört zu den modernsten Arbeitgebern in Südwestfalen.<br />

Es erwartet Dich ein innovatives Kanzleikonzept<br />

sowie digitale Arbeitsabläufe. Wir begleiten Dich während<br />

der gesamten <strong>Ausbildung</strong>szeit durch externe und interne<br />

Schulungen. Ein bereits ausgebildeter Mentor begleitet Dich<br />

über die gesamte <strong>Ausbildung</strong>szeit. Zudem steht Dir unser<br />

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stets kollegial zur Seite.<br />

Nach dem erfolgreichen Abschluss der <strong>Ausbildung</strong> garantiert<br />

Dir AUDAX eine Übernahme, denn unser Ziel ist es, Mitarbeiter<br />

langfristig zu gewinnen. Aufgrund der Größe unserer<br />

Kanzlei sind Spezialisierungen in Themenbereichen Deiner<br />

Wahl jederzeit möglich. Zudem fördern wir die Teilnahme<br />

an Aus- und Fortbildungen wie z. B. zum Bilanzbuchhalter,<br />

Steuerfachwirt, Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer. Die<br />

überdurchschnittliche Bestehensquote bei den abgelegten<br />

Berufsexamina bestätigt unser Konzept.<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 143


Praxis in der <strong>Ausbildung</strong> unersetzlich:<br />

Einzelhandel bietet glänzende Chancen<br />

VON DER „PIKE AUF*“<br />

KARRIERE STARTEN<br />

Foto: AdobeStock_413731822<br />

Paul Senske<br />

zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen<br />

mit großer volkswirtschaftlicher<br />

Er Bedeutung: Der Einzelhandel ist die wichtigste<br />

Kraft der Binnenwirtschaft, die Umsatzentwicklung<br />

gilt als bedeutender Indikator zur Beurteilung<br />

der Konjunktur. Der Anteil des Einzelhandels mit<br />

bundesweit rund 339.000 Unternehmen an den privaten<br />

Konsumausgaben liegt über 30 Prozent. Gleichzeitig<br />

bietet der Handel glänzende berufliche Perspektiven:<br />

Viele Führungskräfte haben von der Pike auf*<br />

ihre <strong>Karriere</strong> gestartet. „<strong>Karriere</strong> mit Lehre“: Dies<br />

trifft besonders auf den Handel zu.<br />

Die Zahlen sind eindeutig: Über 80 Prozent der Führungskräfte<br />

der Branche haben ihre <strong>Karriere</strong> mit profunder Praxis-Erfahrung<br />

als Auszubildende und der anschließenden<br />

Fort- und Weiterbildung begonnen. Die „<strong>Karriere</strong> mit<br />

Lehre“ gilt im Einzelhandel nach wie vor als Regel. Praktische<br />

Erfahrungen, die Kenntnisse der Aufgaben am Point<br />

of Sale, der Umgang mit Kundinnen und Kunden sind<br />

und bleiben als Basis unentbehrlich für eine <strong>Karriere</strong> in<br />

einem Unternehmen oder als selbstständige Händler. Der<br />

Handel ist wie kein anderer Wirtschaftszweig nah am Verbraucher<br />

und trägt zur Attraktivität der Städte und Gemeinden<br />

bei – das gilt nicht nur für die Fußgängerzonen,<br />

die in Südwestfalen teilweise attraktiver als in manchen<br />

Großstädten sind.<br />

Zwei Kernberufe bleiben „Renner“<br />

Von den rund 330 <strong>Ausbildung</strong>sberufen in Deutschland<br />

entfielen Mitte des letzten Jahres rund 12 Prozent der<br />

144 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


angebotenen <strong>Ausbildung</strong>sstellen allein auf die beiden<br />

Kernberufe. 33.700 Stellen wurden von den Handelsunternehmen<br />

für eine <strong>Ausbildung</strong> zum Kaufmann oder zur<br />

Kauffrau im Einzelhandel angeboten. 24.000 waren es<br />

für die <strong>Ausbildung</strong> zum Verkäufer oder zur Verkäuferin.<br />

Fast drei Viertel aller Azubis im Einzelhandel erlernen<br />

diese beiden klassischen Berufe, sie sind und bleiben ein<br />

Renner.<br />

Große Anzahl an <strong>Ausbildung</strong>s-Berufen<br />

im Handel<br />

Neben diesen beiden Einzelhandelsberufen bietet die<br />

Branche weitere 60 <strong>Ausbildung</strong>s-Berufe an. Vom Kaufmann/Kauffrau<br />

im E-Commerce mit steigender Tendenz,<br />

Drogist/Drogistin, Tankwart/Tankwartin (für technisch<br />

geprägte Aufgaben an Tankstellen) über Fahrradmonteur/<br />

Fahrradmonteurin bis zur Fachkraft für Möbel-, Küchenund<br />

Umzugsservice: Das Angebot ist reichhaltig.<br />

Die Aufstiegschancen im Einzelhandel sind nach einer<br />

<strong>Ausbildung</strong> und nachfolgenden Qualifizierungsprogrammen<br />

und einer sogenannten „Aufstiegsfortbildungsprüfung“<br />

gut. Die <strong>Karriere</strong>leiter umfasst u. a.<br />

folgende Stufen: Substitut/Substitutin, Filialleiter/Filialleiterin,<br />

Bezirksleiter/Bezirksleiter oder Geschäftsführer/<br />

Geschäftsführerin.<br />

Eine Tendenz zeichnet sich in den letzten Jahren ab:<br />

Der Akademikeranteil im Handel steigt, u.a. aufgrund<br />

der wachsenden Internationalisierung. Der Handel bietet<br />

jungen Leuten mit Hochschulreife attraktive <strong>Ausbildung</strong>swege,<br />

sogenannte berufsintegrierte<br />

Bildungsgänge an: Nach dem Abschluss<br />

der <strong>Ausbildung</strong> kann<br />

die Fortbildung (Handelsfachwirt/Handelsfachwirtin<br />

bzw. Fachwirt/Fachwirtin<br />

für Vertrieb im<br />

Einzelhandel) folgen.<br />

Ein anderer, ebenso erfolgsversprechender<br />

Einstieg<br />

und Weg, ist das<br />

duale Studium. Es wird<br />

an einer Berufsakademie<br />

oder Fachhochschule mit einer betrieblichen <strong>Ausbildung</strong><br />

kombiniert. Natürlich bietet auch ein Studium<br />

der Betriebswirtschaft an einer Universität oder Fachhochschule<br />

gute Einstiegsmöglichkeiten. ■<br />

Der Einzelhandel erlebt durch die zunehmende Digitalisierung<br />

derzeit einen tiefgreifenden Strukturwandel.<br />

Die Umsätze im Online-Handel wachsen<br />

Jahr für Jahr zweistellig. Mittlerweile werden zehn<br />

Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel online<br />

erzielt. Auch immer mehr bisher rein stationäre<br />

Unternehmen sind im Internet für Ihre Kunden erreichbar<br />

und werden zu Mulitchannel-Händlern.<br />

Quelle: Handelsverband Deutschland (HDE)<br />

*Von der Pike auf:<br />

Die Redewendung stammt aus dem Militärischen: Die Pike war<br />

eine Lanze und damit die einfachste Waffe eines Rekruten. Er begann<br />

seine Laufbahn mit der Pike als Waffe. Heute wird die Redewendung<br />

folgerichtig gebraucht, wenn jemand etwas von Anfang<br />

an lernt.<br />

Akademikeranteil im Handel steigt<br />

Jetzt für<br />

Oktober<br />

bewerben<br />

Theorie, die man<br />

sofort in der Praxis<br />

anwenden kann!<br />

Louisa, Studentin an der FHDW Paderborn<br />

Studiere dual.<br />

www.fhdw.de<br />

Wirtschaft & IT<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 145


LANDWIRTSCHAFT, NATUR<br />

UND UMWELT<br />

Top Berufe:<br />

• Fachkraft Agrarservice<br />

• Forstwirt/in<br />

• Florist/in<br />

• Gärtner/in<br />

• Garten und Landschaftsbauer<br />

• Landwirt/in<br />

Foto: Vanessa Schulte<br />

Firmenportraits und<br />

<strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

aus der Region auf<br />

imsauerland.de<br />

Dieses Berufsfeld erkunden<br />

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Foto: Vanessa Schulte<br />

Hendrik wird Forstwirt<br />

IM HERZEN<br />

SCHON IMMER EIN<br />

WALD<br />

ARBEITER<br />

Christel Zidi<br />

Vanessa Schulte<br />

H<br />

endrik Pütter (16) aus Antfeld<br />

weiß schon lange genau, was er beruflich<br />

machen will: Forstwirt. Ein<br />

entsprechendes dreiwöchiges Praktikum bestätigte<br />

ihn in seiner Entscheidung. Am 1.<br />

August beginnt seine <strong>Ausbildung</strong>: beim Forstamt<br />

der Stadt Brilon.<br />

Während die einen sich zwischen den vielfältigen<br />

<strong>Ausbildung</strong>smöglichkeiten kaum entscheiden<br />

können, gibt es die anderen, die schon sehr<br />

früh und sehr genau wissen, was sie wollen. „Ich<br />

habe schon von klein auf immer gern im Wald<br />

gespielt“, berichtet Hendrik. Ob da schon die<br />

Gedanken an den späteren Beruf aufkeimten?<br />

Wenn man Hendrik bei der Arbeit zuschaut,<br />

kommen da nicht die geringsten Zweifel auf.<br />

Über die Aufgaben, die bald auf ihn zukommen,<br />

weiß Hendrik schon bestens Bescheid: Das<br />

146 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Wer sind wir…<br />

Die Stadt Olsberg beschäftigt rd. 180 Mitarbeiter/-<br />

innen, davon etwa 15 Auszubildende und Praktikanten.<br />

Wir bieten ein vielfältiges und anspruchsvolles<br />

Arbeitsumfeld mit Perspektive zur Selbstentfaltung.<br />

Als dienstleistungsorientierte und moderne Kommune<br />

kümmern wir uns täglich um die Anliegen unserer Bürgerinnen<br />

und Bürger.<br />

Das AquaOlsberg–„Die Sauerlandtherme“-hat rd. 50<br />

Mitarbeiter/innen und wird von der Touristik und<br />

Stadtmarketing Olsberg GmbH betrieben.<br />

Wir bilden aus …<br />

Die Stadt Olsberg und die Touristik und Stadtmarketing<br />

Olsberg GmbH bieten zum 01.08.<strong>2023</strong> <strong>Ausbildung</strong>splätze<br />

in den Bereichen Stadtverwaltung, Kindertagesstätten,<br />

AquaOlsberg und Touristik an.<br />

Was bieten wir…<br />

• teamorientierte & abwechslungsreiche Berufe<br />

• flexible & familienfreundliche Arbeitszeiten<br />

• spannendes und forderndes Aufgabenspektrum<br />

• Entwicklungsmöglichkeiten<br />

• zusätzliche Angebote wie z.B. Firmenfitness<br />

Nähere Informationen unter: www.olsberg.de<br />

Aufforsten von Flächen mit selbst gezogenen Bäumen.<br />

Das Pflegen und Schützen von Waldflächen, aber auch<br />

von Biotropen, Mooren und Gewässern. Für die Walderneuerung<br />

ernten Forstwirte Tannenzapfen oder sammeln<br />

den Samen von Laubbäumen. „Umweltschutz ist mir extrem<br />

wichtig“, sagt Hendrik. Forstwirte bauen und unterhalten<br />

auch Wald- und Forstwege, montieren Hochsitze,<br />

bringen Nistkästen an und kümmern sich um Wildfutterplätze.<br />

„Und die körperliche Arbeit ist ja auch gut für die<br />

Gesundheit, besonders ab einem gewissen Alter“, sagt der<br />

16-Jährige und grinst, sich seiner Jugend bewusst. Das Fitness-Studio<br />

kann er sich sparen. Besondere Freude macht<br />

Hendrik die Arbeit mit der Kettensäge. Bei der Holzernte<br />

müssen Bäume gefällt, die Stämme entastet, gemessen<br />

und markiert werden. Hendrik freut sich schon darauf,<br />

dass er schon in wenigen Jahren auch Harvester fahren<br />

darf, die großen Holzerntemaschinen. Die bringen sogar<br />

ein wenig Digitales in den Wald, denn während diese die<br />

Bäume verarbeiten und messen, übermitteln sie die dabei<br />

gewonnenen Daten direkt an forstwirtschaftliche Informationssysteme.<br />

Mit soviel Computer im Wald kann,<br />

kann Hendrik – bei aller Liebe zur Natur - gut leben. ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 147


Die Facetten des Praktikums<br />

Ein Fuß<br />

in der Tür<br />

Nele Ramspott<br />

Vanessa Schulte<br />

K<br />

affee kochen, Werkzeug reinigen und am<br />

Ende des Tages die Werkstätten fegen… Das<br />

sind die typischen Aufgaben für einen<br />

Praktikanten. Wer eine solche Vorstellung von einem<br />

Praktikum hat, liegt völlig falsch. Praktika dienen in<br />

erster Linie der Berufserkundung. Und sie bieten für<br />

Praktikant und Betrieb die Möglichkeit des gegenseitigen<br />

Kennenlernens und Prüfens.<br />

„Mein Praktikum hat mir besonders<br />

gut gefallen, weil ich viele verschiedene<br />

Aufgaben erledigen durfte, die mir<br />

viel Spaß gemacht haben.“ (Thea Rother)<br />

Bei der Vielzahl an <strong>Ausbildung</strong>sberufen ist es für junge<br />

Menschen mehr als schwierig, zu wissen, welche <strong>Ausbildung</strong><br />

die für sie richtige ist. Mit einem Praktikum<br />

bietet sich eine gute Möglichkeit, in die jeweiligen<br />

Branchen und <strong>Ausbildung</strong>sberufe hineinzuschnuppern.<br />

Die Praktikanten erfahren, welche Aufgaben im<br />

beruflichen Alltag auf sie zukommen würden, welche<br />

Fähigkeiten und Qualifikationen dafür benötigt werden<br />

und welches Arbeitsklima in dem jeweiligen Betrieb<br />

besteht.<br />

Sie können in dieser Zeit kleinere Aufgaben übernehmen<br />

und sich einzelnen Herausforderungen stellen.<br />

Am Ende haben sie einen guten Gesamteindruck, ob<br />

ihnen die Branche und das Arbeitsklima des jeweiligen<br />

Betriebes überzeugt hat und auch, ob sie die<br />

nötigen Fähigkeiten besitzen. Nicht selten kommt es<br />

während oder zum Ende des Praktikums vor, dass über<br />

die Möglichkeit einer <strong>Ausbildung</strong> in dem Betrieb gesprochen<br />

wird. Schließt man das Praktikum also erfolgreich<br />

ab, so hat man oft bereits einen Fuß in der<br />

Tür des Unternehmens.<br />

Überzeugt der Praktikant, erhöht sich die Chance auf<br />

eine anschließende <strong>Ausbildung</strong>sstelle oft enorm. Ist<br />

das Praktikum nicht so gut gelaufen, der Beruf oder<br />

Betrieb nicht überzeugend gewesen, so ist man immerhin<br />

mit seiner Berufswahl einen Schritt weiter.<br />

Was hat aber nun das Unternehmen davon, einen<br />

Praktikanten im Unternehmen „mitlaufen“ zu lassen?<br />

Schließlich sind Praktikanten keine vollwertigen<br />

Arbeitskräfte und somit auch keine große Arbeitserleichterung?<br />

Noch nicht, aber das können sie vielleicht<br />

werden.<br />

Thea Rother, 15 Jahre, Schüler-Praktikantin bei axo.media im März und April<br />

Während des Praktikums entsteht auch für den Betrieb<br />

bzw. das Unternehmen ein Gesamteindruck über<br />

die Arbeitseinstellung, die Fähigkeiten, die Persönlichkeit<br />

des Praktikanten. Eigenschaften wie Loyalität,<br />

Teamfähigkeit, Auffassungsgabe und vor allem<br />

Motivation lassen sich bereits während dieser kurzen<br />

Wochen feststellen. Wenn der Praktikant den Anforderungen<br />

des Berufs gewachsen ist und gut in das<br />

Unternehmen und dessen Team passt, kann ein langwieriger<br />

Bewerbungsprozess manchmal sogar übersprungen<br />

werden. ■<br />

148 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Mach dein Ding<br />

in <strong>2023</strong>!<br />

Mach dein Ding<br />

in <strong>2023</strong>!<br />

Unsere Zukunft:<br />

Unsere Regeln wir Zukunft: gemeinsam.<br />

Regeln wir gemeinsam.<br />

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<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 149


GASTRONOMIE UND<br />

DIENSTLEISTUNGEN<br />

Top Berufe:<br />

• Drogist/in<br />

• Fachkraft im Gastgewerbe<br />

• Friseur/in<br />

• Hauswirtschafter/in<br />

• Hotelfachmann/frau<br />

• Koch/Köchin<br />

• Restaurantfachmann/frau<br />

• Sport- und Fitnesskaufmann/frau<br />

• Tourismuskaufmann/frau<br />

• Veranstaltungskaufmann/frau<br />

Firmenportraits und<br />

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Foto: sabrinity<br />

Vielfältiges Lernen in Hotellerie und Gastronomie<br />

AZUBIS ERZÄHLEN<br />

Sonja Nürnberger<br />

sabrinity/Hotel Knippschild<br />

Roxana Engemann<br />

150 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


F<br />

Für eine <strong>Ausbildung</strong> im Gastgewerbe muss<br />

man das Sauerland nicht verlassen, denn tolle<br />

Hotels gibt es schließlich auch bei uns. Das<br />

Angebot an <strong>Ausbildung</strong>splätzen ist breitgefächert und<br />

Menschen, die auf der Suche nach Ruhe und Erholung<br />

sind, wird es wohl immer geben. Das Sauerland hat<br />

genau dafür eine Menge zu bieten. Vielleicht vergisst<br />

man das, wenn man es jeden Tag vor Augen hat…<br />

Es gibt Abwechslung und anspruchsvolle Aufgaben in<br />

jedem Beruf – und diese können ganz unterschiedlich sein:<br />

Nui Kesper<br />

Handwerk und Kunst in<br />

der Küche<br />

Dass der Beruf des Kochs<br />

körperlichen Einsatz bedeutet,<br />

ist jedem bekannt. Die<br />

<strong>Ausbildung</strong> ist jedoch vor allem<br />

spannend und vielseitig:<br />

Arbeitstechniken und allerlei<br />

Wissenswertes über Lebensmittel<br />

werden erlernt, Fisch und Fleisch stehen auf dem<br />

Lehrplan genauso wie Pflanzliches und Desserts. Kreativität<br />

und handwerkliches Geschick sind hier gefragt und das<br />

ist auch das, was Nui Kesper besonders an diesem <strong>Ausbildung</strong>sberuf<br />

reizte. Die 20-Jährige hat im vergangenen<br />

Herbst ihre <strong>Ausbildung</strong> im Hotel Diedrich in Hallenberg<br />

begonnen. Und diese beinhaltet natürlich noch viel mehr:<br />

Einkauf, Lagerverwaltung, die Erstellung der Speisekarte.<br />

Außerdem müssen alle Abläufe und Planungen rund um<br />

die Küche organisiert werden. Ein typischer Arbeitstag<br />

startet bei Nui um 13 Uhr und endet gegen 21 Uhr. Arbeitszeiten,<br />

an die sie sich erst einmal gewöhnen musste: drei<br />

bis vier Tage im Betrieb, ein bis zwei Tage Berufsschule,<br />

zwei Tage frei. „Man muss viel Durchhaltevermögen haben<br />

für diese <strong>Ausbildung</strong> und mit Leidenschaft dabei sein.<br />

Kochen muss man mögen. Es ist ein körperlich anstrengender,<br />

oft stressiger Job – der aber eben auch richtig viel<br />

Spaß macht und mit dem ich am Ende überall auf der Welt<br />

arbeiten kann.“<br />

Echte Hotel-Allrounder<br />

Besonders vielschichtig ist die <strong>Ausbildung</strong> als Hotelfachmann/-frau.<br />

„Mich hat schon immer das Reisen interessiert<br />

und dazu gehört oft eben auch ein Hotel. Ein Job, bei dem<br />

ich von morgens bis abends<br />

nur im Büro sitze, kam für<br />

mich nicht infrage.“ Seit zwei<br />

Jahren macht die 19-jährige<br />

Laura Küsgen nun ihre <strong>Ausbildung</strong><br />

zur Hotelfachfrau im<br />

Hotel Rimberg und überlegt,<br />

danach ein Studium im Hotel-<br />

oder Restaurantmanagement<br />

anzuschließen. „Viel Bewegung und Kontakt zu den<br />

Gästen waren mir auch besonders wichtig“, ergänzt Leonie<br />

Fisch (20), die ihre <strong>Ausbildung</strong> im Hotel Knippschild in<br />

Rüthen macht.<br />

Tessa Japes, die kurz vor<br />

ihrer Abschlussprüfung im<br />

Jagdhaus Wiese steht, erklärt:<br />

„Man durchläuft viele Bereiche<br />

wie Küche, Rezeption,<br />

Housekeeping und Service.“<br />

Es ist wichtig, die Schnittstellen<br />

zwischen den Abteilungen<br />

zu überblicken und<br />

zu schauen, ob die Qualität<br />

in den Bereichen stimmt.<br />

Die Arbeit nah am Gast verlangt viel Kommunikation:<br />

„Am einfachsten haben es natürlich Menschen, die<br />

nicht schüchtern sind. Dabei<br />

müssen sie ihre eigenen<br />

Belange auch mal zurückstellen<br />

können“, stellt Laura<br />

fest und Tessa fügt hinzu:<br />

„Ich war zu Beginn der <strong>Ausbildung</strong><br />

eher zurückhaltend,<br />

bin aber schnell aufgeschlossener<br />

geworden. Es ist also<br />

möglich, in die Aufgabe<br />

hineinzuwachsen. Das ist etwas, was mir auch nach meiner<br />

<strong>Ausbildung</strong> hilft.“ Teamfähig sollte man sein, denn:<br />

„Ohne ein gutes Team funktioniert im Hotel gar nichts,<br />

hier ziehen alle an einem Strang“, sagt Leonie.<br />

Tessa Japes<br />

Servicespezialisten<br />

Laura Heuwes (26) ist schon in der Gastronomie großgeworden<br />

und im Studium merkte sie schnell, dass sie<br />

eher genau dort hingehört. So begann sie stattdessen<br />

eine <strong>Ausbildung</strong> als Restaurantfachfrau im Hotel Dei-<br />

Laura Küsgen<br />

Leonie Fisch<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 151


mann mit einer Zusatzqualifikation im Küchen- und<br />

Servicemanagement. „In der Schule lerne ich die Theorie<br />

sowohl für das Restaurantfach als auch für die<br />

Küche.“ Im Betrieb hat sie schon die verschiedenen Restaurants<br />

für Haus- beziehungsweise À-la-carte-Gäste<br />

sowie das Sternerestaurant kennengelernt. Weiter geht<br />

es über die Küche und die Reservierung hin zur Bankettabteilung.<br />

Als Restaurantfachfrau beherrscht Laura alle<br />

Abläufe im Service. Immer im Blick: Das Wohlergehen der<br />

Gäste. „Dafür muss man aufgeschlossen und auch mal hart<br />

im Nehmen sein. Die Arbeit ist anstrengend, gleichzeitig<br />

kann sie dich auch sehr glücklich machen – umso mehr,<br />

wenn du die Möglichkeit bekommst, einmal in einem<br />

Sternerestaurant zu arbeiten.“<br />

Organisationstalente<br />

Auch Roxana Engemann (20) ist die Liebe zum Gastgewerbe<br />

quasi in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater führt ein Hotel<br />

in dritter Generation und hat im Waldhaus Ohlenbach<br />

in Schmallenberg seine <strong>Ausbildung</strong> gemacht – genauso wie<br />

Roxana heute: „In meiner <strong>Ausbildung</strong> zur Hotelkauffrau<br />

lerne ich die ganzen Facetten eines Hotels kennen. Die<br />

Rezeption ist das erste und letzte, was ein Gast sieht. Wir<br />

stehen vor und nach dem Aufenthalt in Kontakt mit den<br />

Gästen, beraten sie, organisieren Extras“, erklärt sie. Auch<br />

kaufmännische Dinge wie etwa die Buchhaltung stehen<br />

auf dem Plan, genauso wie die Menügestaltung oder die<br />

Veranstaltungsplanung. „Wir koordinieren das Zusammenspiel<br />

aus Wellness, Service, Küche und Verwaltung. In<br />

der <strong>Ausbildung</strong> lernt man aber auch die anderen Bereiche<br />

eines Hotels kennen.“<br />

Diese Vielseitigkeit gefiel auch Kemal Akgün (21).<br />

Er beendet bald seine <strong>Ausbildung</strong> im Hotel Platte:<br />

„Ich hatte zunächst eine <strong>Ausbildung</strong> zum Industriekaufmann<br />

begonnen; das war mir aber zu monoton. Etwas<br />

Kaufmännisches sollte es aber<br />

trotzdem sein, weil ich gut<br />

mit Zahlen umgehen kann.<br />

Und so kam ich schließlich<br />

auf den Beruf des Hotelkaufmanns.“<br />

Auch nach drei<br />

Jahren sagt er: „Ich nutze<br />

jeden Tag, um etwas Neues<br />

zu lernen und mich weiterzubilden.<br />

Diese <strong>Ausbildung</strong> ist<br />

Kemal Akgün<br />

eine, bei der es nie langweilig wird. Wer offen, aktiv und<br />

kreativ ist, der hat hier tolle Möglichkeiten.“<br />

Merle Schmidt<br />

Sportlich im Arbeitsalltag<br />

„Eigentlich war mir schon<br />

immer klar, dass ich die Leidenschaft<br />

zum Sport auch<br />

beruflich ausleben möchte“,<br />

erinnert sich Merle Schmidt.<br />

„Ich wollte etwas mit<br />

Abwechslung, Bewegung und<br />

Begeisterung.“ Und das bekam sie. Die 21-Jährige macht<br />

seit vergangenem Jahr eine <strong>Ausbildung</strong> zur Sport- und Fitnesskauffrau<br />

im Hotel Deimann. „Schon nach wenigen<br />

Monaten <strong>Ausbildung</strong> konnte ich meinen Trainerschein<br />

machen und somit eigenständig Kurse geben, mit Gästen<br />

des Hotels an den Geräten trainieren oder individuelle Fragen<br />

beantworten.“ Kaufmännisch wird es im SPA an der<br />

Rezeption: Termine buchen, Mails beantworten und organisieren,<br />

was zu organisieren ist. „Man sollte selbst Spaß<br />

an Bewegung haben und gerade im sportlichen Bereich ist<br />

Motivation und ein sicheres Auftreten von Vorteil.“ Was<br />

Merle später einmal vor hat? „Ein Studium im Sportbereich<br />

könnte ich mir gut vorstellen. Ein klarer Vorteil ist,<br />

dass man mit diesem Beruf sehr viel von der Welt sehen<br />

kann. Diese Möglichkeit möchte ich nutzen.“<br />

Ein Auge für Ästhetik<br />

Sophie Seeger ist 21 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr als<br />

Kosmetikerin im Hotel Deimann. „Schon während meines<br />

Fachabis habe ich zwischendurch ein Praktikum in einem<br />

Kosmetikstudio absolviert und schließlich entdeckt, dass<br />

ich auch im Hotel eine solche <strong>Ausbildung</strong> machen kann“,<br />

erzählt sie. „Anders als im Kosmetikstudio hat man es im<br />

Hotel mit vielen verschiedenen Menschen zu tun und kann<br />

so noch mehr Erfahrungen sammeln.“ Auch ihre Kollegin<br />

Leonie Hübel (19) lernt Kosmetikerin: „Unsere Aufgaben<br />

sind sehr vielseitig: von kosmetischen Behandlungen für<br />

Gesicht und Körper bis Maniküre und Pediküre, Wellnessmassagen,<br />

Make-Up, Hamam-Behandlungen und was es<br />

sonst noch für Angebote gibt.“ Sophie stellt fest: „Man<br />

muss für diesen Beruf offen auf Menschen zugehen können,<br />

keine Angst vor Körperkontakt haben und einen Blick<br />

für Schönheit und Ästhetik haben.“ Neben den Behand-<br />

152 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


lungen beraten die beiden die Gäste, verkaufen Produkte<br />

und unterstützen bei der Vor- und Nachbereitung diverser<br />

Behandlungen. Zudem sorgen sie und ihre Kolleginnen<br />

dafür, dass der Wellness- und Behandlungsbereich immer<br />

ein Wohlfühlort für die Gäste darstellt.<br />

Das Sauerland ruft<br />

Kaum eine Branche ist so international wie die Hotelbranche.<br />

Hast du hier eine gute <strong>Ausbildung</strong> absolviert,<br />

kannst du auf der ganzen Welt arbeiten, denn die Skills,<br />

die du hier lernst, sind dieselben. Firuz Eshonov (26)<br />

und Jahongir Muhamadiev (18) sind Auszubildende zum<br />

Hotelfachmann im Gasthof Schütte. Sie sind aus Tadschikistan<br />

nach Deutschland<br />

gekommen.<br />

Firuz ist schon eine Weile<br />

hier. Er wollte nach seinem<br />

Wirtschaftsstudium in Tadschikistan<br />

ursprünglich eine<br />

<strong>Ausbildung</strong> zum Landwirt<br />

machen, merkte aber schnell,<br />

dass er lieber mit Menschen<br />

arbeiten möchte – und das<br />

geht ganz wunderbar im Hotel. Das fand auch Jahongir,<br />

der nicht nur wegen der <strong>Ausbildung</strong>, sondern auch wegen<br />

der Sprache ins Sauerland gekommen ist. „Während<br />

meiner Schulzeit habe ich bereits drei Jahre Deutsch gelernt,<br />

aber es ist schwer, das<br />

Sprechen zu lernen, wenn<br />

du niemanden außerhalb des<br />

Unterrichts hast, mit dem<br />

du dich auf Deutsch unterhalten<br />

kannst“, stellt er fest.<br />

Im November 2021 kam er<br />

daher nach Deutschland. Erfahrung<br />

in der Gastronomie<br />

hatte er schon im Restaurant<br />

seines Onkels gesammelt. Dort fühlte er sich frei und es<br />

fiel ihm leicht, mit den Gästen in Kontakt zu sein.<br />

Firuz fand den Gasthof Schütte über das Internet. Jahongir,<br />

sein Cousin, schließlich über Firuz, der nur Gutes zu<br />

berichten hatte. „Wenn die Sprache ausreicht, dann ist es<br />

eigentlich kein Problem, einen <strong>Ausbildung</strong>splatz zu bekommen.<br />

Dann kann man sich bewerben, wie alle anderen<br />

das auch tun.“<br />

Janhongir Muhamadiev<br />

Firuz Eshonov<br />

Natürlich war und ist das Thema Sprache immer präsent.<br />

Jahongir erzählt: „Es dauerte eine Weile, bis ich mich an<br />

die Sprache gewöhnt hatte. Aber dann wurde es leichter.“<br />

Firuz ging es ähnlich. Der Google-Übersetzer war ständiger<br />

Begleiter in der Berufsschule und vor allem Fächer wie Religion<br />

oder Politik fielen schwer. Hilfreich war es da, dass<br />

sie mit anderen Nicht-Muttersprachlern in einer Klasse<br />

waren: Mitschüler und Mitschülerinnen verschiedener Nationalitäten<br />

stehen vor ähnlichen Schwierigkeiten, können<br />

so ihre Erfahrungen teilen und sich helfen. Im Hotel selbst<br />

war das von Anfang an kein großes Problem. „Unsere Kollegen<br />

und auch der Chef und die Chefin sind sehr verständnisvoll<br />

und wenn wir einmal etwas nicht verstehen,<br />

dann wiederholen sie es geduldig“, so Firuz. Und: „Egal,<br />

wie gut die Sprache ist, es ist wichtig, dass einem die Arbeit<br />

Spaß macht, der Rest kommt von allein.“<br />

Arbeiten im Team und auf Augenhöhe<br />

Eine <strong>Ausbildung</strong> in Hotellerie und Gastronomie bringt<br />

Abwechslung und Expertise in einem Beruf mit Zukunft.<br />

Die Auszubildenden sind sich einig: Es ist vor allem die<br />

Arbeit im Team, die Freude bereitet und eine <strong>Ausbildung</strong><br />

in einem familiären Umfeld mit Chefs und Chefinnen, mit<br />

denen man auf Augenhöhe sprechen kann. Und dann ist<br />

da noch das Sauerland. Kemal sagt: „Man muss nicht nach<br />

Hamburg oder ins Allgäu, um diesen Beruf zu erlernen.<br />

Unsere Gäste kommen aus der ganzen Welt hierher. Das<br />

hat mir die Augen dafür geöffnet, wie schön das Sauerland<br />

ist.“ ■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 153


NATURWISSENSCHAFT<br />

UND LABOR<br />

Top Berufe:<br />

• Baustoffprüfer<br />

• Chemielaborant/in<br />

• Geomatiker/in<br />

• Werkstoffprüfer/in<br />

Firmenportraits und<br />

<strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

aus der Region auf<br />

imsauerland.de<br />

Dieses Berufsfeld erkunden<br />

auf karriere-hier.de<br />

Foto: S. Droste<br />

<strong>Ausbildung</strong> zur PTA<br />

DIE RECHTE HAND<br />

DES APOTHEKERS<br />

Christel Zidi<br />

Arzneimittel herstellen, Ausgangsstoffe für die<br />

Herstellung der Rezepturen zu prüfen – das<br />

lernt man in der zweijährigen <strong>Ausbildung</strong><br />

zur/zum Pharmazeutisch-Technischen AssistentIn<br />

(PTA). Doch damit ist es längst nicht genug an Fachwissen:<br />

PTAs wissen, wie Arzneimittel in unserem<br />

Körper wirken und wie man durch sie Krankheiten bekämpft.<br />

Mit diesem Wissen unterstützen sie den Apotheker<br />

in sehr vielen Bereichen..<br />

Adobe Stock I #110327592<br />

154 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong>


Wenn es um Arzneimittel geht, haben Apotheker sowieso,<br />

manchmal auch PTAs mit langjähriger Erfahrung, einen<br />

noch besseren Überblick als so mancher Arzt. Sie wissen,<br />

wie und wann die Arzneien am besten wirken. Mit der<br />

Zeit kennen sie ihre Kunden und haben dann im Hinterkopf<br />

gespeichert, welche Arzneimittel der ein oder andere<br />

nicht verträgt – speziell im Zusammenspiel mit scheinbar<br />

harmlosen Mitteln.<br />

Mit Verantwortungsbewusstsein und<br />

ganz viel Fingerspitzengefühl<br />

Verantwortungsbewusstsein steht für PTAs ganz weit<br />

oben. Schließlich geht es um die Gesundheit der<br />

Kunden. Und denen ist z. B. ein übermäßiger Konsum<br />

oftmals gar nicht mal bewusst, z. B. bei der Einnahme<br />

von Nasentropfen, Abführ- oder Schmerzmitteln. Wenn<br />

die/der PTA Kunden darauf hinweist, ist manchmal<br />

nicht nur Fachkenntnis gefragt, sondern auch Fingerspitzengefühl.<br />

Bei der Kundenberatung kann es um die Selbstmedikation,<br />

um die Zusammenstellung der Reiseapotheke, um Ernährung<br />

oder Kosmetik, aber auch mal um Schädlingsbekämpfung<br />

gehen. Ein enormes Fachwissen ist da gefragt.<br />

Pillendrehen und Rezepturen prüfen<br />

Die Prüfung auf Qualität und Reinheit (chemisch, physikalisch<br />

und mikroskopisch) der Ausgangsstoffe von<br />

Rezepturen und Tees wird schon vom Gesetz her gefordert;<br />

Pharmazeutische Gesetzeskunde ist daher ein<br />

eigenes Fach auf der PTA-Fachschule.<br />

Nicht selten wird Patienten ein Arzneimittel verordnet,<br />

das speziell auf deren Bedürfnisse abgestimmt ist. Dann<br />

stellt die/der PTA – meist hinter dem Verkaufsraum der<br />

Apotheke - auch eine Salbe oder eine Lösung her. Oder<br />

sie dreht – ganz klassisch – eine Pille.<br />

Die <strong>Ausbildung</strong> zur/zum PTA dauert insgesamt 2,5 Jahre,<br />

zwei Jahre davon an einer Berufsfachschule, danach folgt<br />

die sechsmonatige praktische <strong>Ausbildung</strong> in einer Apotheke.<br />

Sauerlandnah sind die PTA-Fachschulen in Paderborn<br />

und Siegen.<br />

In der boomenden Gesundheitsbranche haben PTA gute<br />

Berufsaussichten. Auch können sie sich zum z. B. zum<br />

Meister oder Technik weiterbilden.■<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 155


KUNST, GESTALTUNG,<br />

MEDIEN<br />

Top Berufe:<br />

• Gestalter für visuelles Marketing<br />

• Mediengestalter<br />

• Digital und Print<br />

• Gestaltung und Technik<br />

• Raumausstatter/in<br />

• Schilder- und Lichtreklamehersteller/in<br />

Firmenportraits und<br />

<strong>Ausbildung</strong>sangebote<br />

aus der Region auf<br />

imsauerland.de<br />

Dieses Berufsfeld erkunden<br />

auf karriere-hier.de<br />

Foto: FH Südwestfalen<br />

<strong>Ausbildung</strong>, duales Studium - ein idealer <strong>Karriere</strong>einstieg?<br />

<strong>Ausbildung</strong>, duales Studium - ein idealer <strong>Karriere</strong>einstieg?<br />

Die IG Metall Olsberg sagt ja!<br />

Die IG Metall Olsberg sagt ja!<br />

Schule beendet! Und jetzt?<br />

Fragen<br />

Schule<br />

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Fragen:<br />

Und<br />

<strong>Ausbildung</strong>svergütung,<br />

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Arbeitszeit, Urlaub, <strong>Ausbildung</strong>sinhalte, Berufsschule,<br />

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Übernahme…<br />

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Arbeitszeit,<br />

sich um mich?<br />

Urlaub, <strong>Ausbildung</strong>sinhalte, Berufsschule,<br />

Überstunden, Übernahme… - WER kümmert sich um mich?<br />

Als IG Metall Olsberg sind wir deine starke Interessensvertretung!<br />

Als IG Metall Olsberg sind wir deine starke Interessensvertretung!<br />

Du<br />

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möchtest<br />

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ob:<br />

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dein möglicher <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb nach Tarifvertrag bezahlt<br />

dein möglicher <strong>Ausbildung</strong>sbetrieb nach Tarifvertrag bezahlt<br />

<br />

es<br />

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Betriebsrat<br />

Betriebsrat<br />

/eine<br />

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Azubi-Vertretung<br />

Azubi-Vertretung<br />

gibt<br />

gibt<br />

es eine Tarifbindung gibt<br />

<br />

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Oder Du möchtest weitere Informationen haben haben oder oder hast hast weitere weitere Fragen? Fragen?<br />

Melde dich gerne bei uns:<br />

IG Metall Olsberg I Bigger Platz 55 I I 59939 Olsberg<br />

Ansprechpartnerin (Jugend): Mareike Wiese I 02962 I 974 974615 615 I mareike.wiese@igmetall.de<br />

I Die IG Metall Olsberg wünscht dir einen guten <strong>Ausbildung</strong>sstart!<br />

Besuche auch unsere Homepage und folge uns auf auf Facebook!<br />

156 - <strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong><br />

igmetall-olsberg.de<br />

igmetall-olsberg.de<br />

igmetall-olsberg.de


Studierende der Fachhochschule in Soest<br />

Studiengang Design- und Projektmanagement<br />

an der FH Südwestfalen<br />

MIT DEM WEITBLICK<br />

EINES GENERALISTEN<br />

Christel Zidi<br />

FH Südwestfalen<br />

W<br />

er sich bisher nicht zwischen einem Design-,<br />

einem Wirtschafts- und einem Technikstudium<br />

entscheiden konnte, braucht das<br />

auch nicht mehr. Denn in Soest kann man einen Studiengang<br />

belegen, der alle drei Fachbereiche beinhaltet.<br />

Einzigartig in Deutschland – und mit dem Standort in<br />

Soest auch ganz nah für die Sauerländer.<br />

Sich zunächst ein breites Wissen aneignen, dann die Konzentration<br />

auf eine Disziplin. Wer den Studiengang Design-<br />

und Projektmanagement absolviert, geht genau diesen<br />

Weg. Seit 2007 kann man in Soest einen Studiengang<br />

belegen, bei dem es nicht allein um das Designen, sondern<br />

auch um Wirtschaft und Technik geht: Design- und<br />

Projektmanagement, kurz dpm. Die Spezialisierung erfolgt<br />

nach Abschluss des Studiums in den Unternehmen.<br />

Dominic Glinka von der Fachhochschule Südwestfalen<br />

kann uns genau erklären, worum es bei dpm geht.<br />

Dominic Glinka: Der Studiengang Design- und Projektmanagement<br />

(Bachelor of Science) verbindet die Kompetenzfelder<br />

Design, Technik und Wirtschaft zu einem<br />

ganzheitlichen Konzept, bei dem der Mensch im Mittelpunkt<br />

aller Überlegungen steht. Wir versuchen also mit<br />

einem breiten Wissensansatz die Probleme aus Kundensicht<br />

methodisch zu lösen und entsprechende Produkte<br />

innovativ weiterzuentwickeln und zu verbessern.<br />

Im Grunde genommen konzentrieren wir uns auf den<br />

Produktentstehungsprozess: Von der ersten Idee bis hin<br />

zum fertigen Produkt. Die Studierenden sind Kommunikationstalent,<br />

Problem- und Konfliktlöser sowie Schnittstellenmanager<br />

in einer Person und treten nicht zwingend<br />

<strong>WOLL</strong> <strong>Elternratgeber</strong> <strong>2022</strong> - 157


selbst als Gestalter auf. Sie entwickeln stattdessen eine<br />

hohe Affinität zu kreativem Denken und Arbeiten.<br />

<strong>WOLL</strong>: Aber ist das nicht ein bisschen viel auf einmal:<br />

Man lernt kreativ, strategisch und zugleich<br />

wirtschaftlich zu agieren? Kann man da wirklich<br />

noch in die Tiefe gehen – oder werden alle Bereiche<br />

nur angeschnitten?<br />

Glinka: Einen ganzheitlichen Blick auf die Prozesse<br />

eines Unternehmens zu haben, ist aus strategischer Sicht<br />

unerlässlich. Es befähigt zum richtigen Zeitpunkt in den<br />

richtigen Bereichen die richtigen Hebel in Bewegung zu<br />

setzen. Besitze ich in schwierigen Situationen eine breite<br />

Wissensbasis, verbunden mit einer kreativen Problemlösungskompetenz<br />

habe ich einen entsprechenden Vorsprung<br />

gegenüber anderen Mitbewerbern.<br />

Auf der anderen Seite kann es von Vorteil sein, in viele<br />

unterschiedliche Disziplinen hineinzublicken und erst<br />

im späteren Verlauf seines Studiums zu entscheiden, welcher<br />

Themenbereich mir wirklich liegt und welchen ich<br />

in Zukunft weiterverfolgen möchte.<br />

<strong>WOLL</strong>: Wie können die Absolventen später im Unternehmen<br />

eingesetzt werden?<br />

Glinka: Die Studierenden werden als Generalisten ausgebildet,<br />

was im Beruf für Flexibilität und Wissensbreite<br />

steht. Sie können demnach in den Bereichen Design,<br />

Technik oder Management beziehungsweise übergreifend<br />

als Schnittstellenmanager*innen zwischen den Disziplinen<br />

eingesetzt werden.<br />

Die Befähigung, zum richtigen<br />

Zeitpunkt in den richtigen Bereichen<br />

die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen<br />

Dominic Glinka,<br />

Lehrkraft für besondere<br />

Aufgaben an der FH<br />

Diesem Arbeitnehmertyp wird hinter vorgehaltener<br />

Hand nachgesagt, dass sie durch die fehlende Vertiefung<br />

kein Alleinstellungsmerkmal besitzen und austauschbar<br />

sind. Diese Lücke schließen wir mit dem Kompetenzfeld<br />

„Designmanagement“. Die Studierenden lernen hier<br />

komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen<br />

kreativ und methodisch zu lösen, zum Beispiel mit dem<br />

„Design Thinking“-Ansatz. Die typischen Einsatzgebiete<br />

nach dem Studium sind vielfältig, können aber auf die<br />

Bereiche Designmanagement, Projektmanagement, Produktmanagement,<br />

Innovationsmanagement oder das klassische<br />

Consulting näher eingegrenzt werden.<br />

<strong>WOLL</strong>: Das bedeutet: Kein modernes Unternehmen<br />

kann es sich noch leisten, auf entsprechende Fachkräfte<br />

zu verzichten?<br />

Glinka: In Zukunft werden sowohl Generalisten als auch<br />

Spezialisten gefragte Arbeitnehmertypen sein. Welcher<br />

Typ dabei das Rennen macht, lässt sich pauschal leider<br />

nicht beantworten. Internationale Studien weisen darauf<br />

hin, dass Generalisten mitunter leicht im Vorteil sind, dies<br />

aber immer an die vorherige <strong>Ausbildung</strong>, Qualifizierung<br />

und Berufserfahrung gekoppelt ist.<br />

Schaut man sich die Berufswege der dpm-Alumni in den<br />

letzten 15 Jahre etwas genauer an, so wird schnell klar, dass<br />

sich viele Design- und Projektmanager*innen nach dem<br />

Studium zunächst auf eine Disziplin konzentrieren, ihre<br />

Wissensbasis in diesem Bereich verbreitern und schlussendlich<br />

eine Art von Spezialisierung erreichen. Grundlage<br />

dafür ist aber immer noch der Weitblick eines Generalisten.<br />

Insbesondere dann, wenn Führungspos