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WOLL Elternratgeber Ausbildung + Karriere 2022/2023 Kreis Soest

WOLL Elternratgeber Ausbildung + Karriere 2022/2023 Kreis Soest

WOLL Elternratgeber Ausbildung + Karriere 2022/2023 Kreis Soest

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Sonderausgabe

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Elternratgeber

Elternratgeber

2022/2023

2022/2023

Worte, Orte, Land und Leute.

Elternratgeber

Über 380

Ausbildungsplatzangebote

im Heft

Kreis Soest

Ausbildung + Karriere

2022/2023

Praktikum?

Ausbildung?

FSJ?

Duales

Studium?

Der Elternratgeber zur

Berufsorientierung und

Ausbildungsplatzsuche

WOLL - mit Herz und Hand von


Ok, diesen Job können

wir leider nicht

anbieten.

Aber einige spannende

ausbildungsberufe.

Zum Beispiel:

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Überwachen von Produktionsprozessen eines

internationalen Industrieunternehmens

Einrichten von Maschinen und Anlagen

Prüfung der Qualität der Erzeugnisse

Erlernen von Verfahrenstechniken

Vermittlung von Kenntnissen über Materialien und

ihre Nutzung

Manuelle und maschinelle Be­ und Nachbearbeitung

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Erfolgreich abgeschlossener Haupt­ oder Realschulabschluss,

Fachhochschulreife oder Abitur

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Industriestraße Möhnetal 16 | 59602 Rüthen

Oder per E­Mail an: working@constab.com

Bitte habe Verständnis dafür, dass wir Deine Online­

Bewerbung ausschließlich im Dateiformat PDF

entgegennehmen.


Dirk Bannenberg

Herausgeber

Liebe Eltern,

Paul Senske

Chefredakteur

Vanessa Schulte

Projektleiterin

Sie sind der erste Ansprechpartner, wenn Ihr Kind die ger, auch Gewerkschaften, Handwerkskammern, IHKs

Schule abschließt und vor der (lebens-) entscheidenden und Unternehmensverbände setzen sich mit Nachdruck

Frage steht, was es jetzt machen soll. Um Ihr Kind dann dafür ein.

bestens beraten zu können, müssen Sie sich vorab natürlich

selbst informieren. Dazu können Sie sich entspre-

keine Kritik an der Entscheidung zu einem Studium. Des-

Das Fürsprechen für eine Duale Ausbildung ist allerdings

chende Fachliteratur besorgen und/oder viele Internetseiten

durchkämmen und Stellenanzeigen durchforsten. Das Fachbereich Ihr Kind eine akademische Laufbahn einhalb

zeigen wir auch einige Wege auf, wo und in welchem

kann sehr, sehr zeitaufwändig, manchmal auch überflüssig schlagen kann. Interessant war es zu erfahren, wie viele

sein.

Studiengänge auch ohne Abitur möglich sind. Denn nach

Jetzt halten Sie unseren Elternratgeber in der Hand – und dem Abschluss einer Berufsausbildung kann es in viele

sind damit auf dem besten Weg. Zwar können Sie Ihrem Richtungen weitergehen.

Kind die Entscheidung der Berufswahl nicht abnehmen Ausgerüstet mit unseren Informationen über finanzielle

- die muss es noch immer selbst fällen - aber mit Hilfe Aussichten, den Fachkräftebedarf, die Situation auf dem

dieser Lektüre und gemeinsamen Gesprächen können Sie Ausbildungsmarkt u.v.m. werden Sie als Eltern zum besten

Ratgeber für Ihr Kind und können, wie es die Schul-

ihm die Entscheidung auf jeden Fall erleichtern.

Nachdem wir schon mit dem ersten Elternratgeber vielen psychologin Dr. Jutta Padberg beschreibt, „den Jugendlichen

Schritt für Schritt in die Lage versetzen, selbst zu

Eltern und Jugendlichen bei dieser wichtigen Entscheidung

helfen konnten, haben wir uns dazu entschieden, entscheiden“. Denn darum geht es.

eine weitere Ausgabe herauszubringen. Was ist neu? Zum

Beispiel unser gut sortiertes Stellenverzeichnis. In unserem Wir wünschen Ihnen viel Freude an

Magazin finden Sie nicht nur umfangreiche Informationen

zu verschiedenen Berufen, sondern auch die passen-

einen guten Start in das Berufsleben.

unserem Magazin und Ihrem Kind

den Jobangebote.

Bei unseren Recherchen hat sich ganz klar herauskristallisiert,

dass es – unbedingt - eine gute Entscheidung ist, eine

www.imsauerland.de/elternratgeber

Duale Ausbildung zu machen. Dafür plädiert nicht nur

unsere Bundesbildungsministerin Bettina Stark Watzin-Kontakt:

Dirk Bannenberg

Paul Senske

Vanessa Schulte

redaktion-woll@axo.media

www.imsauerland.de/elternratgeber

WOLL Elternratgeber 2022 - 3


Inhalt

Praktikum?

Ausbildung?

FSJ?

Duales

Studium?

ELTERNINFORMATIONEN

06 Junge Menschen in Ausbildung bringen

10 WOLL wirkt!

14 Schulpsychologin Dr. Jutta Padberg

17 Eltern: Akademiker, Sohn: Handwerker

20 Podcast "Orientierbar"

22 Studieren vor der Haustür - FH Südwestfalen

24 Sterne im Sauerland

26 Azubi für Azubis

27 Josefsheim Bigge

28 Handwerkskammerpräsident Hendrik Schmitt

30 Gap Year Südwestfalen

32 Wollen Sie die Stelle oder Ihr Kind?

34 Studienausstieg als Chance

35 Mit Hammer, Beißzange und CAD-System

36 Die Ausbildungssituation

38 Freie Ausbildungsplätze im Kreis Soest und Umland

45 Vom Stift zum Azubi

56 Ausbildungsbegleiter Lothar Molin

58 Förderprogramm "Erasmus +"

98 Das ZDI Netzwerk HSK

100 Wie wird man eigentlich...

102 KAOA

104 Wo willst du was studieren?

106 Ausbildungsbotschafter

108 Schulverweigerer verlieren Lebenschancen

110 Geld ist längst nicht alles

112 Auszubildene starten in eine neue Ära

113 Fachkräftebedarf in Südwestfalen

ALLGEMEINES

03 Vorwort

04 Inhalt

114 Impressum

34 - WOLL Elternratgeber

2022


3

1Elternratgeber

selbst lesen

2Berufswunsch

mit Ihrem Kind

ausgiebig

besprechen

Anzeigen und

Firmenportraits

gemeinsam

studieren

BERUFSFELDER

BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG

40 Ausbildung zum Stuckateur

ELEKTROTECHNIK

42 Ausbildung zum Elektroniker

PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION

46 Endlich kein Schulgeld mehr

48 Traumberuf Kinderkrankenpfleger

50 Pflege dual - Maria-Hilf Krankenhaus

52 Mit Pferdestärken heilen

PRODUKTION UND FERTIGUNG

54 Lehre als Gießereimechaniker

61 IMI Hydronik Engineering

METALL UND MASCHINENBAU

62 Ein Paradebeispiel für Integration

WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL

66 Ausbildung zum Industriekaufmann

69 Ausbildung in der Steuerkanzlei

70 Briloner Leuchten

72 Einzelhandel bietet glänzende Chancen

GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

78 Vielfältiges Lernen in Hotellerie

und Gastronomie

NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

82 Die rechte Hand des Apothekers

KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

85 Studiengang Design- und

Projektmanagement

COMPUTER UND IT

88 Ausbildung zum Informatiker

99 Ausbildung zum Gamedesigner

VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

90 Fachkraft für Lagerlogisitk

92 Sparen oder auf den Kopf hauen

SOZIALES UND PÄDAGOGIK

94 Berufskolleg in Soest

96 Ausbildung zum Erziher

- Gemeindeverband Mitte

LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT

74 Hendrik wird Forstwirt

76 Die Facetten des Praktikums

WOLL WOLL Elternratgeber Elternratgeber 2022 - 54


Adobe Stock

Rund 330 Ausbildungsberufe: Plädoyer für die duale Ausbildung

JUNGE MENSCHEN IN

AUSBILDUNG BRINGEN

Es

ist ein eindringliches Plädoyer: „Jeder

junge Mensch, der ohne Ausbildung bleibt,

ist einer zu viel. Unser Ziel ist es, deutlich

mehr junge Menschen in Ausbildung zu bringen“, sagte

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger

Ende letzten Jahres bei der Präsentation der Ausbildungsmarktbilanz

2021, die mit 473.100 neuen Verträgen

eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr

aufweist. Die Zahl der noch offenen Ausbildungsstellen

stieg aber um gut fünf Prozent auf 63.200. „Mich

besorgt, dass Betriebe weiterhin von Schwierigkeiten

bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen berichten“,

so die FDP-Ministerin, die selbst in einer Handwerker-Familie

in Bad Soden (Taunus) aufgewachsen ist.

In der Tat: Der Arbeitsmarkt ist - auch wenn Corona die

Tendenz abgeschwächt hat – aufnahmefähig wie seit Jahrzehnten

nicht. Das gilt auch und besonders für unsere

Region mit der starken industriellen und handwerklichen

Infrastruktur und über 100 Weltmarktführern. Allein der

Blick auf die Stellenangebote zeigt: Die Arbeitgeber buhlen

buchstäblich um Nachwuchs mit einer dualen Ausbildung.

Die Verhältnisse haben sich umgekehrt: Noch

vor rund 20 Jahren hatten es Schulabgänger schwer, einen

Ausbildungsplatz zu bekommen. Heute findet eine Vielzahl

an Betrieben keine Kandidaten mehr oder sie müssen

auf die „Wartebank“, ehe sie vor allem geeignete Bewerberinnen

und Bewerber finden. Die Folgen sind volkswirtschaftlich

groß: „Fehlende Auszubildende von heute sind

der Fachkräftemangel von morgen. Unser Land braucht

schon heute dringend mehr Fachkräfte“, betont die Bundesbildungsministerin.

„Ich kann jungen Menschen daher

nur raten, die Chance einer Ausbildung zu ergreifen.“

6 - WOLL Elternratgeber 2022


Foto: Adobe Stock_300103402

Paul Senske

Berufliche Orientierung hat die Schulen

lebensnäher gemacht

Mit diesem Appell ist Stark-Watzinger nicht allein. Unternehmensverbände,

Gewerkschaften, Handwerkskammern,

IHks, um nur einige Player zu nennen, nehmen

sich mit Nachdruck dieses Themas an. Das gilt auch für

die Schulen wie die in NRW mit der Initiative „Kein

Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf

(KAoA)“. Diese berufliche Orientierung hat die Schulen

lebendiger und vor allem lebensnäher gemacht.

Dennoch ist die Zahl der Schüler, die ein Studium beginnen,

weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Bundesinstitut

für Berufsbildung hatte vor Jahren einen wachsenden

Mangel an Azubis und einen deutlichen Überhang

an Akademikern prognostiziert. Auch wenn die Zahlen

schwanken und Prognosen eben nur „Prognosen“ sind: Im

Zeitraum 2020 - 2030, so das Institut, könnten rund vier

Millionen Arbeitsplätze der nicht-akademischen Fachkräfte

nicht wieder besetzt werden. Demgegenüber werde

der Bedarf an Akademikern weit übertroffen. Diese

Prognosen decken sich in etwa mit Schätzungen anderer

Institute und Einrichtungen. Eine mögliche Folge: Das

Wirtschaftswachstum könnte (dramatisch) einbrechen

mit Konsequenzen für den Standort Deutschland. Andreas

Rother, der Präsident der IHK Hellweg-Sauerland,

hatte zuletzt im WOLL-Interview klargestellt, „dass wir

in der Wirtschaft im Verhältnis einen Akademiker und

zehn Facharbeiter benötigen. Dabei machen 50 Prozent

der Jugendliche Abitur und studieren. Die Ausbildung

muss jungen Menschen auch Spaß machen.“

„Akademisierungswahn“

In der Wirtschaft wird zunehmend von einem „Akademisierungswahn“

gesprochen. Der Münchner Philosoph

WOLL Elternratgeber 2022 - 7


Julia Nida-Rümelin hatte schon vor Jahren darauf hingewiesen

und mit dieser Formulierung für Gesprächsstoff

gesorgt. Anders ausgedrückt: Die duale Ausbildung mit

immerhin rund 330 anerkannten Ausbildungsberufen hat

offensichtlich ein Imageproblem. Hintergrund ist eine -

so Bildungsexperten - lange einseitig geführte Bildungsdebatte:

Dabei geht es auch und besonders um Wertmaßstäbe:

„Heutzutage befinden sich viele Eltern in dem

Irrglauben, nur ein Studium sichere ihren Sprösslingen

eine gute Startposition ins Berufsleben“, hatte Dorothea

Siems, promovierte Volkswirtin und Chefökonomin der

„WELT“ in einem Beitrag Mitte 2018 geschrieben. „Fast

jedem zweiten jungen Erwachsenen steht die Hochschule

offen. Häufig allerdings folgt später der Realitätsschock.

Denn das Abitur bedeutet zwar eine Studienberechtigung,

aber anders als früher keineswegs immer auch die Studienbefähigung.“

Durch den Trend zum Studium habe die

klassische Ausbildung zunehmend an Ansehen verloren.

Festzustellen ist zudem, dass die Betriebe bei der Rekrutierung

der Auszubildenden nicht nur gegenüber den Universitäten

Probleme haben. Auch die Berufsfachschulen mit

ihrer meist dreijährigen Ausbildung des Nachwuchses zu

Pflegefachkräften oder Erziehern erfahren immer mehr an

Akzeptanz, der Fachkräftemangel in diesen vorwiegend

sozialen Berufen ist immens. Zudem geht auch die Akademisierung

besonders im Handwerkerbereich voran, ein

Bachelor-Abschluss ist eine nicht seltene Voraussetzung.

Extratipp zur Berufsfindung

„Wir wollen eine Exzellenzinitiative Berufliche

Bildung auf den Weg bringen“ (Bundesbildungsministerin

Bettina Stark-Watzinger)

„Das Studium ist keineswegs der einzige Weg.

Bildung hat viele Facetten“ (Dorothea Siems,

Chefkorrespondentin für Wirtschaft und Politik

der WELT)

Unabhängig von diesem Konkurrenzkampf ist und bleibt

die duale Ausbildung mit Schule und Berufspraxis ein

Erfolgsmodell. Sie gehört zu den Stärken des deutschen

Bildungssystems. Eine Folge, so Arbeitsmarktexperten, ist

die extrem niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Ein Vergleich:

Großbritannien mit zwei Spitzenuniversitäten, einer wesentlich

höheren Akademikerquote als Deutschland, hat

bei ähnlichen ökonomischen Bedingungen eine deutlich

höhere Jugendarbeitslosigkeit. Nicht nur im europäischen

Ausland zeichnet sich die Tendenz ab, das deutsche duale

Berufssystem zumindest in Grundzügen zu etablieren.

Ein wesentliches, insbesondere soziales Kriterium kommt

in der Bundesrepublik hinzu: Hier erhalten auch lernschwache

Jugendliche eine Chance. Viele Unternehmen

bereiten diese jungen Menschen u. a. durch Nachhilfekurse

auf die Lehrzeit vor. Auch Sozialarbeiter stehen bereit.

Die angehenden Lehrlinge werden in diesem Übergangssektor

für die Ausbildung vorbereitet. Insgesamt zeichnet

sich folgende Tendenz ab: Unternehmen begreifen sich

auch als Bildungsstätten mit lebenslangem Lernen in

Theorie und Praxis.

8 - WOLL Elternratgeber 2022


Auslandsaufenthalte bringen Vorteile, gerade vor dem

Hintergrund der Globalisierung, die auch den deutschen

Mittelstand zunehmend betrifft.

Viel diskutiert wird auch die Frage: Wer verdient später

mehr, ein Facharbeiter oder ein Akademiker? „Ein akademischer

Abschluss bietet keinesfalls die Gewähr dafür,

dass man später ein höheres Einkommen oder einen krisenfesteren

Beruf hat“, betont WELT-Chefökonomin Dorothea

Siems. „Ein Facharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie

verdient im Lauf der Jahre rund 55.000 Euro“,

sagt Dr. Volker Verch, Geschäftsführer des heimischen

Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte und spricht von

„auskömmlichen Einkommen“ in dieser Branche. Insgesamt

bleibt aber zu konstatieren, dass man mit einer akademischen

Ausbildung später in „höhere Positionen mit

entsprechendem Verdienst“ kommen kann. Auch die Einstiegsgehälter

sind in der Regel höher.

Foto: Adobe Stock_288563548

Was vielen Jugendlichen besonders gefüllt, ist die frühe

Einbindung der Praxis, in der sich gerade lernschwache

Azubis wohl fühlen. Die Schulexperten der Arnsberger

Bezirksregierung sind sich einig: Es gibt niemanden, der

nichts kann. Es gibt nur den individuellen Weg. Egbert

Neuhaus, Chef des Unternehmensverbandes Westfalen-

Mitte mit Sitz in Neheim und Hamm, bezeichnet die soziale

Verantwortung so: „Die soziale Herkunft darf kein

Kriterium sein.“

In der Politik hat man die Zeichen der Zeit erkannt: „Die

Bundesregierung wird ihren Beitrag leisten, dass sich mehr

Jugendliche für eine Ausbildung entscheiden“, erklärt Bundesbildungsministerin

Stark-Watzinger. „So wollen wir

eine Exzellenzinitiative Berufliche Bildung auf den Weg

bringen, um Ausbildung deutlich attraktiver zu machen.

Darüber hinaus wollen wir einen Pakt zur Stärkung und

Modernisierung berufsbildender Schulen auflegen und

die Berufsorientierung flächendeckend ausbauen.“ Mit der

Exzellenzinitiative sollen die besten Ideen zur Zukunft der

beruflichen Bildung mit hochrangigen Auszeichnungen

und mehrjährigen Zuschüssen gefördert werden.

Übrigens: 2005 war eine Exzellenzinitiative des Bundes

und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung

ins Leben gerufen worden. Das Studium als ein

Weg zu einer hohen beruflichen Qualifizierung. „Das

Studium ist aber keineswegs der einzige Weg“, erklärt Dorothea

Siems. „Bildung hat viele Facetten.“ Dazu gehört

auch die duale berufliche Ausbildung. ■

Ein starkes Kriterium beim Plädoyer für die duale berufliche

Ausbildung ist die Möglichkeit, sich weiterzubilden.

Die Berufsausbildung, in der die Jugendlichen schon früh

Geld verdienen, ist eine sehr gute Basis, um später die

Karriereleiter zu erklimmen. Es gibt viele Optionen. Auch

WOLL Elternratgeber 2022 - 9


WOLL WIRKT!

Matthias Koprek

Annkristin Brunnert wurde durch den WOLL Elternratgeber

auf den Ausbildungsbetrieb aufmerksam.

Als Annkristin von der Schule heimkehrt, zeigt

ihre Mutter ihr einen Artikel im WOLL Elternratgeber

Ausbildung + Karriere. Das Magazin

wurde bereits kurz nachdem der Postbote es ins

Haus gebracht hat, eifrig studiert. Annkristins Mutter

deutet auf einen Artikel, in dem Andrea Kemper von

ihrer Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin bei

IMI Hydronic Engineering in Erwitte berichtet. „Hier

kannst du dich doch auch mal bewerben!“ – mit diesen

Worten nahm alles seinen Lauf.

Ausbildung statt Abitur

Annkristin wusste da schon, was sie wollte. „Ich habe

versucht mein Abitur zu machen, in der 11. Klasse aber

festgestellt, dass das nichts für mich ist. Ich wollte eine

Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin machen und

eigenes Geld verdienen, da kam der Artikel gerade gelegen“,

erzählt sie.

Obwohl Annkristin da schon unzählige Bewerbungen geschrieben

hatte und durch ihren Abgang vom Gymnasium

spät dran war, klappte nach der Bewerbung bei IMI alles

wie am Schnürchen. Sie wurde zum Vorstellungsgespräch

eingeladen und hat am Einstellungstest teilgenommen.

Nach einem zweiten Gespräch erhielt sie die Zusage für

ihren Wunsch-Ausbildungsplatz. In den Sommerferien

machte sie vorab ein zweiwöchiges Praktikum und konnte

dabei bereits tiefer in ihr zukünftiges Tätigkeitsfeld eintauchen.

„Der Beruf der Zerspanungsmechanikerin ist ziemlich

deckungsgleich mit dem des Industriemechanikers. Man

lernt in der Ausbildung dasselbe. Nach der Ausbildung befassen

sich Zerspanungsmechaniker aber eher mit CNC-

Maschinen und müssen dafür auch Programme schreiben.

Das finde ich wirklich spannend und freue mich schon

darauf“, erklärt Annkristin.

„Ich will etwas mit meinen Händen schaffen“

Ihre Lieblingsbeschäftigung ist bisher das Drehen. „Ich

stehe vor einer riesengroßen Maschine, spanne dort mein

Metallteil in das Futter ein und starte die Maschine. Das

Teil dreht sich dann sehr schnell und ich kann es mit verschiedenen

Bearbeitungsstählen formen. Im Moment bin

ich dabei, einen Fernsehturm zu drehen“, beschreibt Annkristin

ihre Aufgabe in der Dreherei. „Mein Dreher kann

wirklich richtig gut erklären und hilft mir bei allen Schritten.

Das macht Spaß!“

Für Annkristin war klar: „Ich möchte nicht jeden Tag dasselbe

machen und etwas mit meinen Händen schaffen.“

Dank WOLL hat sie dafür nicht nur den richtigen Ausbildungsberuf,

sondern auch den passenden Ausbildungsbetrieb

gefunden. ■

10 - WOLL Elternratgeber 2022


Dauer Art Gehalt (rd.) Voraussetzug Status

Verwaltungswirt*in 2 Jahre Ausbildung 1.300 € Fachoberschulreife Beamte*r

Regierungsinspektor*in (LL.B.) 3 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r

Verwaltungsfachangestellte*r 3 Jahre Ausbildung 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r

Fachinformatiker*in 3 Jahre Ausbildung 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r

Verwaltungsinformatiker*in (B. A.) 3 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r

Verwaltungsinformatiker*in (B. Sc.) 4 Jahre duales Studium 1.350 € FH-Reife/Abitur Beamte*r

Vermessungstechniker*in 3 Jahre Ausbildung 1.100 € Fachoberschulreife Tarifbeschäftige*r

WOLL Elternratgeber 2022 - 11


12 - WOLL Elternratgeber 2022


WOLL Elternratgeber 2022 - 13


Berufs- und Ausbildungswahl

als Thema für die Schulpsychologie

„Den Jugendlichen Schritt für Schritt

in die Lage zu versetzen, selbst zu

entscheiden - darum geht es.“

Christel Zidi

Vanessa Schulte

Auch, wenn bei der Arbeit der Schulpsychologen

die Frage nach der Ausbildungswahl

nur selten im Mittelpunkt steht, haben sie

bei der Vorbereitung doch eine wichtige Funktion.

Dr. Jutta Padberg, seit 2014 Leiterin der Regionalen

Schulberatungsstelle für den Hochsauerlandkreis, hat

uns von ihren Erfahrungen berichtet.

„Schulpsychologische Beratung ist nicht Berufsberatung“,

stellt die Schulpsychologin denn auch gleich zu Beginn

klar. „Wir Schulpsychologen beraten gemeinsam mit

Lehrkräften und Eltern eher über Fragen wie: Wie können

Schülerinnen und Schüler gestärkt und unterstützt

werden? Wie können hilfreiche Bedingungen für eine

möglichst gesunde Entwicklung geschaffen werden? Wie

helfen wir jungen Menschen dabei, Lernmotivation beizubehalten

und die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters

zu bewältigen? Was braucht es, wenn der Prozess der

Berufsfindung in einer Sackgasse gelandet ist? Mit „wir“

schließt Dr. Jutta Padberg die Fachkräfte der Schulsozialarbeit

ein, die an vielen Schulen tätig sind und die die

Schüler nicht benoten müssen. In der Beratungsstelle steht

nur selten die konkrete Frage nach einer bestimmten Ausbildungswahl

im Mittelpunkt. „Hier sind andere Akteure

gefragt und auch näher an der Thematik. Schülerinnen

und Schüler finden in ihren Schulen in der Regel gute

Angebote und Ansprechpartner, z. B. auch die Koordinatorinnen

und Koordinatoren für Berufliche Orientierung,

die an jeder Schule benannt sind.“

14 - WOLL Elternratgeber 2022


„Lehrkräfte unterstützen Kinder und Jugendliche

darin, eine Art ‘Wissen über sich selbst’

zu gewinnen“

„Der schulische Unterstützungsbeitrag zur Berufswahl hat

sich in den vergangenen Jahren systematisch weiterentwickelt“,

so Dr. Padberg. „Das Ziel ‚Kein Abschluss ohne

Anschluss’ wird durch das landesweite Übergangssystem

Schule-Beruf flächendeckend verfolgt. Schüler aller Schulformen

und Schulen in NRW können somit durch Potentialanalysen,

Berufsfelderkundung und Praktika Schritt

für Schritt herausfinden, worin die eigenen Stärken und

Neigungen bestehen und in welchen Berufsbereich diese

Stärken möglicherweise besonders gut eingesetzt werden

können.“

Zunächst einmal geht es allerdings oft darum, die Lust

der Jugendlichen an der Berufsorientierung zu wecken

und ihre Berufswahlkompetenz zu fördern: „Lehrkräfte

unterstützen Kinder und Jugendliche auch unabhängig

von konkreten Berufswahlprojekten und schon früh im

schulischen Alltag durch persönliche, stärkenorientierte

Rückmeldungen darin, eine Art ‚Wissen über sich selbst’

zu gewinnen und zu erkennen, wo andere sie als kompetent

und bereichernd wahrnehmen.“

Damit sie dies später mit dem Wissen über bestimmte Berufe

zusammenbringen können, ist es wichtig, so die Schulpsychologin,

„dass die Jugendlichen sich als selbstwirksam

erleben, also grundsätzlich die Erfahrung machen,

handlungsfähig zu sein, gute Entscheidungen treffen und

auch mit kleinen Rückschlägen umgehen

zu können. Diese Erfahrungen

werden

Dr. Jutta Padberg ist Leiterin der Regionalen

Schulberatungsstelle für den Hochsauerlandkreis

gleichermaßen über Kindheit und Jugend hinweg

in Schule und Elternhaus gemacht.“ Grundsätzlich

ergänzen sich dabei zwei „Expertensysteme“:

„Lehrkräfte bringen ihr pädagogisches Wissen und ihre

Erfahrung mit vielen Jugendlichen in Gruppen- und

Leistungssituationen in die Begleitung der Schülerinnen

und Schüler ein. Zusammengeführt wird dies mit den

Beobachtungen und Einschätzungen der Eltern, die immer

Experten für ihr eigenes Kind sind. Beides zusammen

kann eine hilfreiche Ausgangsbasis für die Jugendlichen

sein, sich mit den nicht immer einfach zu überblickenden

Möglichkeiten auf dem Berufs- und Ausbildungsmarkt

auseinanderzusetzen.“

Eltern als „Expertinnen und Experten für ihr Kind“

Neben den schulischen Unterstützungsstrukturen und

Expertinnen kommt den Eltern der Jugendlichen als

„Experten für ihr Kind“ also eine besondere Bedeutung

zu. Sie sind in dieser Phase wichtige „Prozessbegleiter“ für

ihr Kind. „Das heißt, dass sie nicht die Entscheidung über

den geeigneten Beruf oder Ausbildungsplatz treffen, sondern

als Unterstützer ihrem Kind helfen, die Rahmenbedingungen

zu schaffen, die es braucht, um eine gute Entscheidung

treffen zu können“, so Jutta Padberg.

Diese Unterstützung kann sich z. B. auf den informationellen

Bereich beziehen (Woher kannst Du notwendige

Informationen bekommen? Wen könntest Du fragen?

Wie kannst Du mit Schwierigkeiten auf diesem Weg

umgehen?), aber auch ganz praktisch instrumentellermaterieller

Natur sein (Ich fahre Dich zum Praktikum,

helfe Dir dabei, Unterlagen zusammenzustellen, vermittle

Dir einen Kontakt usw.). „Nicht zu unterschätzen ist darüber

hinaus die emotionale Unterstützung durch die Eltern

(Zuhören, über Sorgen sprechen können und Verständnis

und Trost erfahren). Das gibt Jugendlichen

Sicherheit, ebenso wie die Rückmeldungen der Eltern

darüber, welche Stärke, Fähigkeiten und Bedürfnisse

sie bei ihrem Kind sehen. Die Erfahrung, dass ihre

Eltern ihnen die erfolgreiche Bewältigung der einzelnen

Schritte zutrauen und gleichzeitig quasi die

Leitplanken und manchmal den Anstoß dafür liefern,

dass der Prozess weiter vorangeht, hilft. Den

Jugendlichen Schritt für Schritt in die Lage zu versetzen,

selbst zu entscheiden, darum geht es.“

WOLL Elternratgeber 2022 - 15


„Nicht zu unterschätzen ist die

emotionale Unterstützung der Eltern“

(Dr. Jutta Padberg)

„Der Druck, die beste Entscheidung treffen zu

müssen, kann Unsicherheit auslösen“

Eltern sind also wichtige Akteure in diesen Fragen. Dr.

Padberg weiß, dass das Thema Berufswahl auch häufig

eher von den Eltern als von den Jugendlichen angestoßen

wird. Und zwar meistens dann, wenn die Kinder 14 bis 15

Jahre alt sind: „Für viele Jugendliche scheint das Berufsleben

dann noch weit entfernt zu sein. Die nächste Klassenarbeit

ist konkret und drängend, die Frage, welchen der

vielen potenziell zur Auswahl stehenden Berufe man in einigen

Jahren oder einem Jahr ergreifen möchte, erscheint

unkonkreter und schwerer zu greifen zu sein. Insbesondere

dann, wenn viele Optionen offen zu stehen scheinen, kann

der Druck, „die beste Entscheidung“ treffen zu müssen,

Unsicherheit auslösen. Oft ist auch die Selbsteinschätzung

darüber schwierig, welcher Beruf wirklich zu einem passt.

Allerdings können wir hierbei nicht von „den“ Jugendlichen

allgemein sprechen, denn unterschiedliche Jugendliche

gehen den Prozess der

Berufswahl selbstverständlich

auch unterschiedlich an. Studien zu

den Lebenswelten von Jugendlichen (wie die Sinus-Studie,

2020) zeigen aber, dass es der Mehrzahl der Jugendlichen

wichtig ist, einen Beruf zu haben, der Spaß macht und

abgesicherte Lebensverhältnisse sowie Gesundheit und

die Vereinbarkeit mit dem Privatleben ermöglicht – das

ist den meisten Jugendlichen heute wichtiger als Status,

Erfolg und Aufstieg. ■

Die Beratungsstelle steht in gemeinsamer Trägerschaft

von Land NRW und Hochsauerlandkreis,

derzeit versorgen vier Schulpsycholog:innen

und eine Lehrkraft alle Schulformen und Schulen

im HSK

Zeit, das Richtige zu tun.

Beim Bundesfreiwilligendienst haben alle die Chance, das Richtige zu tun:

für Kinder und Jugendliche, für Flüchtlinge, Senioren, Menschen mit

Behinderung, für Kultur, Sport, Integration und Umweltschutz.

Seien Sie dabei!

www.bundesfreiwilligendienst.de

16 - WOLL Elternratgeber 2022


„HANDWERK

IST MEIN

DING“

Eltern: Akademiker

Sohn: Handwerker

Sabina Butz

Tom Linke

F

elix Wildermann, 17 Jahre

alt, im zweiten Lehrjahr

Auszubildender zum Anlagemechaniker

für Sanitär-, Heizungs-

und Klimatechnik strahlt

und wiederholt gern seine Aussage:

„Handwerk ist mein Ding“. Man

nimmt es dem Sohn einer Lehrerin

und eines Mitarbeiters des größten

deutschen Bildungsunternehmens,

ebenfalls studierter Lehrer, gern

ab, zumal er offen und voller Engagement

berichtet, wie es dazu kam:

„Schon als Kind habe ich gern gebastelt

und mich handwerklich beschäftigt,

später am PC getüftelt und

für IT interessiert. Meine Eltern fanden

das erstaunlich, weil sie selber eher

keine Tüftler und nicht hand werklich

interessiert sind. Sie haben mich immer

unterstützt und mir das Gefühl

gegeben, meine Neigungen und

Vorlieben seien etwas Wunderbares.

Meine Eltern haben mir vorge lebt,

dass Handwerk und akademische Bildung

keine Gegensätze, sondern eine

sich ergänzende Einheit bilden. Eine

Wertung oder gar Abwertung des

einen oder anderen Berufszweiges ist

mir bis heute fremd!“

Die beste Ausbildung für Kinder

muss nicht die Ausbildung der

Eltern widerspiegeln

Diese Einstellung scheint nicht mit

der Statistik deutscher Berufsausbildungen

zu korrespondieren: Insgesamt

gibt es 2021 ca. 2,94 Millionen

Studierende in Deutschland und rund

363.000 Auszubildende im Handwerk.

Das Verhältnis von Studenten aus

akademischen und nicht akademischen

Elternhäusern nähert sich erfreulicherweise

an. Aber die zugrunde

liegenden Zahlen relativieren diese

gute Nachricht, denn von 100 Grundschulkindern

nichtakademischer Familien

nehmen nur 21 ein Studium auf,

bei den Kindern aus akademischen

Familien sind es 74. Die Gründe sollen

hier nicht diskutiert werden, aber

es gilt als sicher, dass die familiäre Herkunft

immer noch über den Bildungsweg

mitentscheidet.

WOLL Elternratgeber 2022 - 17


Anne und Tobias Wildermann mit ihrem Sohn Felix

Es ist also überwiegend so, dass ein

Kind, dessen Eltern eine akademische

Ausbildung abgeschlossen haben, eher

eine Hochschulausbildung anstrebt,

während ein Kind aus einer nicht

akademischen Familie eher eine entsprechende

z. B. handwerkliche Ausbildung

wählt.

Unser Bildungssystem ist vielfältig

und immer nach oben offen

Vater Tobias Wildermann ergänzt:

„Unser Bildungssystem ist extrem

vielfältig und immer für weitere Bildungsmöglichkeiten

offen. Niemand

muss sich in jungen Jahren auf einen

Beruf festlegen und den dann für

den Rest seines Lebens ausüben. Ein

Ausbildungsberuf steht doch nicht

in Konkurrenz zu einem Studium,

sondern ist einfach eine Option von

vielen, die leider viel zu selten genutzt

wird. Deshalb ist es wichtig, einen jungen

Menschen bei seiner Berufs- bzw.

Ausbildungs wahl zu begleiten und zu

unterstützen, ohne ihn mit den eigenen

Wunschvorstellungen unter

Druck zu setzen.“

Mutter Anne Wildermann sieht das

ganz ähnlich: „Für uns war es wichtig,

Felix bei seiner Ausbildungswahl mit

Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir

haben ihn ermutigt, so viele Einblicke

in verschiedene Berufe zu nehmen,

wie irgend möglich. Praktika und

Schnuppertage in den verschiedensten

Bereichen sind der beste Weg,

herauszufinden, wo man hinmöchte.

Die Entscheidungen hat Felix aber

allein getroffen, und darauf sind wir

auch ein wenig stolz.“

Ein erstaunlich reifer und verantwortungsbewusster

junger Mann

Sohn Felix bestätigt die Aussagen

seiner Eltern: „Bei mir ist schon mit

14 Jahren die Entscheidung für eine

hand werkliche Ausbildung gefallen,

die ich mit 16 begonnen habe.

Besonders hilfreich ist:

www.karriere-hier.de

Extratipp von Felix:

Macht so früh wie möglich verschiedene

Praktika und sammelt

alle Zertifikate und Vereinsbescheinigungen.

Sie helfen bei der

Bewerbung!

In meinem Betrieb fühle ich mich

ausgesprochen wohl. Besonders die

wöchentlich wechselnde Teamarbeit

gefällt mir gut. Auch in die Berufsschule

gehe ich gern. Unter 17

Azubi-Kollegen, die alle etwas lernen

wollen, herrscht ein ganz anderer

Ton und eine verantwortungsvollere

Arbeitseinstellung als auf der

Regelschule. Wir wissen, was wir wollen,

und dann macht das Lernen auf

einmal richtig Spaß.“

18 - WOLL Elternratgeber 2022


1. APRIL

1. AUGUST

1.OKTOBER

KARRIERESTART

IM KLINIKUM

WIR SUCHEN AUSZUBILDENDE

Nebenbei engagiert sich Felix in der Freiwilligen Feuerwehr,

ein Hobby, das zu diesem zielstrebigen und erwachsenen

jungen Mann passt.

„Das ist doch Unsinn“

Von negativen Reaktionen im sozialen Umfeld wissen weder

Vater, Mutter noch Sohn zu berichten: Tobias Wildermann:

„Das ist doch Unsinn. Es geht doch um die Zukunft unseres

Sohnes und nicht um ein vermeintliches Sozialprestige

akademisch gebildeter Eltern.“ Seine Frau assistiert: „Zum

Glück haben wir so etwas überhaupt nicht erlebt, und das

ist gut so.“

Reden, reden, reden

Tipps für Eltern und Jugendliche auf der Suche nach einem

Ausbildungsplatz:

Reden, reden, reden, herausfiltern, was den jungen Menschen

tatsächlich interessieren könnte. Ihm immer die

Entscheidung überlassen, konstant an seiner Seite stehen.

Felix Wildermann: „Wichtig ist, jede, wirklich jede Gelegenheit

zum Kennenlernen eines Berufs wahrzunehmen.

Heute gibt es so viele Angebote, man muss sie nur finden

(siehe Infokasten) und dann mutig loslegen.“ ■

Ausbildung zum Pflegefachmann /

zur Pflegefachfrau (m/w/d) in Voll- und Teilzeit

Was bringst Du mit?

• Du hast die Fachoberschulreife oder eine sonstige

zehnjährige allgemeine Schulbildung

• Den richtigen Mix aus Teamgeist, Flexibilität, Empathie

und Offenheit im Umgang mit unseren Patient:innen

• Du bist mobil, um die Standorte erreichen zu können

Was erwartet Dich bei uns?

• Du arbeitest mit Menschen, daher ist kein Tag wie der

andere. Zudem übernimmst Du unterschiedliche Aufgaben

– von der Pflege über medizinische Tätigkeiten bis

hin zu sozialen Interaktionen

• Teamwork ist in der Pflege unverzichtbar. Du arbeitest

mit Deinen Patient:innen, Kolleg:innen, Gesundheitsexpert:innen

eng zusammen

• Du lernst die vielfältigen Aufgabenfelder des Pflegeberufs

kennen, arbeitest mit modernster Pflege und Medizin

• Wir bieten Dir einen sicheren Arbeitsplatz mit hoher

Übernahmechance im Anschluss an Deine Ausbildung

Ausbildungsvergütung Pflege in Vollzeit: 1.190,69 €

(1. Ausbildungsjahr), 1.252,07 € (2. Ausbildungsjahr)

1.353,38 € (3. Ausbildungsjahr)

• Wir bieten Dir zahlreiche Benefits (Details über QR-Code)

Bitte bewirb Dich online

unter www.klinikumhochsauerland.de/jobs

oder per E-Mail an:

Welche Perspektiven gibt es für Dich?

Wenn Du höher hinaus willst, stehen Dir viele Möglichkeiten

offen. So unterstützen wir die Ziele unserer Auszubildenden

und fördern mit umfassenden Fort- und Weiterbildungmöglichkeiten.

NEU ist das Studium Pflege B.A. am FOM Hochschulzentrum

in Arnsberg. Das Studium kann ausbildungsund

berufsbegleitend erfolgen und dauert (bei Anrechnung

der Ausbildung) 5 Semester. Ein Start ist nach dem ersten

Ausbildungsjahr oder im Anschluss

an die abgeschlossene

Ausbildung möglich. Bei geeigneter

Qualifikation bieten wir Dir

ein Stipendium.

Ansprechpartnerin

Frau Anna Wiese

Personalentwicklung

02932 980-248140

A.Wiese@klinikumhochsauerland.de

Zum 1.8. und 1.10. startet zusätzlich die einjährige

Ausbildung zur Pflegefachassistenz! Weitere Infos

findest Du auf unserer Homepage!

Alle Infos: www.klinikum-hochsauerland.de/karriere

WOLL Elternratgeber 2022 - 19


Podcast „Orientierbar“ des Netzwerks Karriere-hier

IN GEDANKEN SCHON

EINEN SCHRITT VORAUS

Ganz im Hier und Jetzt zu sein, unbeschwert den Augenblick genießen – das hört

sich verlockend an. Und ist meistens auch durchaus sinnvoll. Gedanken an die

Zukunft, speziell an die berufliche Zukunft, sind hingegen oft schwer. Vor allen

Dingen, weil sie besonders für junge Menschen - noch - mit Ungewissheit verbunden

sind.

Wenn es um die berufliche

Entscheidungsfindung

geht,

kann der Podcast

„Orientierbar“, der

am 15.03.2021 an

den Start gegangen ist,

weiterhelfen. Azubis, Ausbilder,

Lehrer und viele weitere

Experten aus der Praxis

zeigen Wege in die Karriere

auf und beantworten Fragen,

auch für die engsten Begleiter.

Authentisch, echt und ausführlich

werden in kurzen,

spannenden Folgen sämtliche

Themen rund um Beruf, Bewerbung

und Azubi-Alltag hörbar gemacht. Aktuell gibt es

im Podcast 18 Folgen. Gedanklich einen Schritt voraus zu

sein, hilft bei der Entscheidungsfindung. Denn wer sich für

einen Beruf entscheidet, denkt nicht nur an die nächsten

drei Jahre, sondern auch an die Zeit nach der Ausbildung.

Da kommen Fragen auf wie:

• Welche Möglichkeiten bieten sich mir mit meinen neu

erworbenen Fähigkeiten?

• Welche Perspektiven und erfolgreichen Karrierewege gibt

es in der Region?

• Kann ich mich auch selbständig machen?

Nehmen wir nur einmal das Thema Selbstständigkeit. Wie

alt muss ein Firmenchef sein? Mindestens Ende Zwanzig,

wahrscheinlich noch älter. Nach der Ausbildung direkt in

die Selbständigkeit zu gehen? Für diesen Schritt muss man

kein Träumer sein, sondern eher realistisch mit klaren Zielen.

In Folge 13 - „Nach der Ausbildung geht´s selbständig

weiter“ - unterhalten sich zwei junge Sauerländer mit Ines

Holtmann darüber, wie sie diesen Weg erfolgreich gehen

konnten: Christian Schulte vom Hofladen Sauerland in

Arnsberg und Niklas Fleischhauer von der Alleslöser Eventagentur

aus Sundern. In dieser Folge geht es auch darum,

welche Inhalte der Ausbildung für die jungen Gründer

hilfreich waren. Und ob es wirklich stimmt, dass man als

Selbstständige:r selbst und ständig arbeiten muss. Neu ist

die Rubrik: ElternFragen (Folge 16 und 17) Hier gibt es

die Möglichkeit, interaktiv Fragen zu stellen, die dann in

einer der nächsten Folgen von Experten des Netzwerks beantwortet

werden. -> www.karriere-hier/elternfragen

Mit dem Podcast geht es gemeinsam den „Schritt voraus“.

„Orientierbar“ gibt Hilfestellung und Orientierung auf dem

Weg in die berufliche Zukunft. In dem Podcast gibt es für

Schüler/-innen sowie deren Begleitern (Eltern, Lehrkräfte

etc.) Informationen und Spannendes live aus der Praxis

rund um die Themen Berufsorientierung und Übergang

Schule/Ausbildung. Auf der Website www.karriere-hier.de

gibt es zudem Informationen über Ausbildungsbetriebe in

der Region Hellweg-Sauerland und welche vielfältigen und

zukunftsorientierte Chancen diese für einen erfolgreichen

Karrierestart bieten.

Der Podcast ist bei allen Podcastern verfügbar und seit

neustem auch auf den regionalen Podcastern Lopodio Soest

und Lopodio HSK verfügbar. ■

20 - WOLL Elternratgeber 2022


BERUFSORIENTIERUNG HÖRBAR GUT

FÜR ELTERN, LEHRKRÄFTE & SCHÜLER/-INNEN

Überall wo es

Podcasts gibt

oder auf karriere-hier.de

Fotoquelle:

pixabay.com 3718534

OrientierBar

Beruf.Leben.Zukunft

13 : 10 - 09 : 21

ZukunftsChancen | ElternFragen | SchulPraxis

AzubiAlltag | BewerbungsTipps | KarriereWege

EINE INITIATIVE DES AUSBILDUNGSKONSENS HELLWEG-SAUERLAND

WOLL Elternratgeber 2022 - 21


Anzeige

TOP AUSBILDUNG OHNE UMWEGE

– STUDIEREN VOR DER HAUSTÜR

Fachhochschule Südwestfalen

Ein Hochschulstudium erhöht die Chancen auf bessere

Verdienst- und Karrieremöglichkeiten. Angesichts

der wachsenden Wohnungsnot in Großstädten und

steigenden Lebenshaltungskosten scheitern aber viele Berufsträume

bereits an der Studienfinanzierung. Dabei ist ein

„teures Pflaster“ kein Garant für eine gute Ausbildung – und

die gibt es schließlich auch ganz in der Nähe, zum Beispiel an

der Fachhochschule Südwestfalen. Allein am Standort Soest

sind 27 Studiengänge studierbar. Von Agrarwirtschaft über

Frühpädagogik, Designmanagement und Wirtschaft bis hin

zu Technik ist für (fast) jeden etwas dabei. Anders als eine

klassische Universität, legt die Fachhochschule größten Wert

auf ein praxisnahes und anwendungsorientiertes Studium.

So geht es schon in der Lehre um „echte“ Aufgaben aus der

Praxis. Das schafft viele Berührungspunkte mit Unternehmen

in der Region und kann Türen für spätere Jobs öffnen.

Die Wege sind kurz – das gilt für die tägliche Anreise zur FH

ebenso wie für den „kurzen Draht“ zum Prof.

Solide Spezialisten und hippe Allrounder

Zu den Klassikern zählen Bachelorstudiengänge wie Agrarwirtschaft,

Elektrotechnik und Maschinenbau. Vor allem

mit Blick auf technische und naturwissenschaftliche Inhalte

stellen sich Interessierte oft die bange Frage: „Muss ich dafür

Mathe und Physik auf Leistungskursniveau draufhaben?“

Die klare Antwort lautet: Nein! Natürlich ist das Studium

anspruchsvoll und eine kontinuierliche Lernbereitschaft von

Anfang an mehr als empfehlenswert, aber die Aufgaben sind

weniger theoretisch und mehr anwendungsbezogen. Wenn

es doch mal hakt, Studi-Coaches und Mitarbeiter*innen in

den Lernzentren verhelfen geduldig zum fachlichen und organisatorischen

Durchblick.

Wer lieber „irgendwas mit Wirtschaft“ studieren möchte, für

den sind so genannte Schnittstellen-Studiengänge interessant.

Design- und Projektmanagement beispielsweise kombiniert

Design mit Wirtschaft und Technik und versetzt

Absolvent*innen in die Lage, als „Allrounder“ im Unternehmen

zwischen den einzelnen Disziplinen zu vermitteln.

Wirtschaftsingenieurwesen ist die Fusion aus Wirtschaft

und Technik. Wirtschaftsingenieur*innen besitzen das

Know-how, Antworten auf die alltäglichen Herausforderungen

zu finden und haben damit sehr gute Aussichten auf

Jobs in nahezu allen Branchen.

22 - WOLL Elternratgeber 2022


Experimental, international, digital

Technik und Naturwissenschaften sind faszinierend,

vielfältig und elementar wichtige Basis, um Lösungen

für die größten Aufgaben unserer Zeit wie den Klimawandel

oder die Energiewende zu finden. Begeisterungsfähig

sind Kinder durchaus schon im KiTa-Alter. Daher vermittelt

der Bachelorstudiengang Frühpädagogik zusätzlich

zu den pädagogischen Inhalten Bildungselemente aus dem

MINT-Bereich.

Business Administration with Informatics kann für Studierende

der Eintritt in die internationale Arbeitswelt sein.

Dabei geht es um die Grundlagenausbildung in Wirtschaftswissenschaften

in Verbindung mit angewandter Informationstechnologie.

Das Besondere: Hier lernen und

arbeiten Studierende aus gut 60 Nationen gemeinsam.

Unterrichtssprache ist 100 % Englisch.

Noch ganz neu im Angebot ist der Bachelorstudiengang

Digitale Technologien. Hier liegt der Fokus auf den

Informatik- und IT-Themen der Zukunft, kombiniert mit

Ingenieurwissen aus den Bereichen Elektrotechnik und Maschinenbau.

Die Digitalisierung betrifft nahezu alle Lebensbereiche,

das Wissen über digitale Technologien zählt also

zu den wichtigsten Kompetenzen des 21. Jahrhunderts.

Kleine Hürden, vielfältige Möglichkeiten

Alle Bachelorstudiengänge in Soest sind zulassungsfrei

(ohne NC), für Design- und Projektmanagement ist allerdings

die erfolgreiche Teilnahme am künstlerisch-kreativen

Eignungsfeststellungsverfahren Voraussetzung. Frühpäda-

Fachgebiete mit 18 Bachelorund

9 Master-Studiengängen

• Agrarwirtschaft

• Designmanagement- und Produktentwicklung

• Informatik und Digitalisierung

• Pädagogik und Psychologie

• Technik und Ingenieurwesen

• Umwelt und Nachhaltigkeit

• Wirtschaft und Recht

gogik und Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau sind

berufsbegleitend studierbar – sehr attraktiv für Studieninteressierte,

die bereits eine Ausbildung absolviert haben. Elektrotechnik,

Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und

Digitale Technologien sind auch dual studierbar. Für alle,

die noch zwischen beruflicher Ausbildung und Fachhochschulstudium

schwanken, ist dies ein optimales Modell.

Denn parallel zum Studium sind eine Ausbildung oder umfangreiche

Praxisphasen im Unternehmen möglich.

Für jene, die nach dem Bachelor mehr wollen: In allen

Fachgebieten sind nahtlos im Anschluss vertiefende

Masterstudiengänge möglich, die meisten davon berufsbegleitend.


Das Team der Allgemeinen Studienberatung

hilft Ihnen gerne weiter.

Per Mail an:

studienberatung@fh-swf.de

Per Telefon: 02371 566 538 oder 02331 9330 6256

Fragen zum dualen Studium Soest

beantwortet Yvonne Fuchs.

Per Mail an:

fuchs.yvonne@fh-swf.de

Per Telefon: 02921 - 378 3344

www.fh-swf.de/cms/dual

http://www.fh-swf.de/cms/campus-so

Fachhochschule Südwestfalen

Lübecker Ring 2 . 59494 Soest

WOLL Elternratgeber 2022 - 23


Anzeige

„Die Sterne im Sauerland“

bewerben sich als TOP-Ausbildungsbetriebe

GASTFREUNDSCHAFT

IM SAUERLAND

Sonja Nürnberger

sabrinity

Arbeiten und leben, wo andere ihren Urlaub

verbringen – warum also nicht direkt „vor der

Haustür“ seinen Beruf erlernen? Die Hotels

der „Sterne im Sauerland“ sind erfahrende Ausbildungsbetriebe.

Der Zusammenschluss aus acht familiengeführten

4- und 5-Sterne-Hotels, die seit Generationen

die Hotellerie und Gastronomie lieben und

leben, tragen seit Jahrzehnten zum Wohlbefinden vieler

Menschen bei: „Wir sind Glücklichmacher!“ ist das

Motto ihrer Arbeit.

Langeweile ist hierbei ein Fremdwort – ganz egal, um

welchen der Ausbildungsberufe es geht. Im Hotel ist kein

Tag wie der andere. Neue, spannende Menschen kommen

und gehen. Und mit ihnen interessante und abwechslungsreiche

Aufgaben. Durch diese große Vielfalt entwickelt sich

ganz nebenbei die eigene Persönlichkeit und die Lebenserfahrung

im Umgang mit Menschen und Situationen. Alle

Mitarbeitenden der Häuser sind Teil der „Hotel-Großfamilie“,

Respekt und Wertschätzung gehören zur Arbeitskultur.

Das starke Wir-Gefühl im Zusammenspiel der

Hotelteams motiviert jeden Tag aufs Neue. Möglichkeiten

zur Weiterbildung und zur persönlichen Entfaltung eröffnen

immer neue Perspektiven. Und auch nach der Ausbildung

bieten sich interessante Perspektiven in diesen Betrieben

mit Zukunft.

Als DEHOGA-zertifizierte „TOP-Ausbildungsbetriebe“

stehen in allen Abteilungen erfahrene Ausbilderinnen und

24 - WOLL Elternratgeber 2022


Rahmenbedingungen

Mit der Entscheidung für einen Ausbildungsbetrieb wird

der Grundstein für den beruflichen Werdegang gelegt.

Die zwei- bzw. dreijährige duale Ausbildung besteht aus

der praktischen Berufsausbildung im Hotel sowie dem

schulischen Teil mit wöchentlich ein bzw. zwei Schultagen

in einem Berufskolleg, z.B. in Meschede.

Ausbildungsvergütung:1. Jahr € 1.000

2. Jahr € 1.100

3. Jahr € 1.200

nach Ausbildung ab ca. € 2.350

Ausbilder zur Seite, die auch bei der Prüfungsvorbereitung

intensiv unterstützen. Regelmäßige Inhouse-Schulungen

und gemeinsame Ausflüge zu Lieferanten erlauben einen

noch umfassenderen Einblick in den Hotelbetrieb. Beim

jährlichen Azubi-Austausch sogar in den eines anderen

„Sterne“-Hotels.

Arbeiten im Hotel ist Arbeiten mit Herz und Verstand.

Praktisch und nah am Menschen – eine Arbeit mit Sinn.

„Die Sterne im Sauerland“ bieten die Basis für eine

TOP-Ausbildung, die die Türen zu TOP-Hotels in der

ganzen Welt öffnen wird.

Weitere Infos und Kontakt:

www.die-sterne-im-sauerland.de/jobs/duale-berufsausbildung

ausbildung@die-sterne-im-sauerland.de ■

Ausbildungsberufe

2-jährige Ausbildung

· Fachkraft Küche (m/w/d)

· Fachkraft für Gastronomie (m/w/d)

3-jährige Ausbildung

· Koch (m/w/d)

· Fachkraft für Restaurants

und Veranstaltungsgastronomie (m/w/d)

· Hotelfachmann (m/w/d)

· Kaufmann für Hotelmanagement (m/w/d)

Weitere Ausbildungsberufe für Abiturient:innen sowie

in spezifischen Sparten (z. B. Fitness, Kosmetik) siehe

www.die-sterne-im-sauerland.de/jobs/ausbildungsberufe

„Sterne“-Ausbildungsbetriebe

Landhotel Gasthof Schütte, Schmallenberg-Oberkirchen

Hotel Deimann, Schmallenberg-Winkhausen

DIEDIRCH Wellnesshotel & SPA – Adults only, Hallenberg

Romantik Landhotel Knippschild, Rüthen-Kallenhardt

Romantik Hotel Haus Platte, Attendorn-Niederhelden

Hotel Rimberg, Schmallenberg-Rimberg

Hotel Jagdhaus Wiese, Schmallenberg-Jagdhaus

Waldhaus Ohlenbach, Schmallenberg-Ohlenbach

WOLL Elternratgeber 2022 - 25


Dustin Rapćan steuert im ersten

Ausbildungsjahr eine Werbekampagne

Andreas Melliwa

sabrinity

AZUBI FÜR AZUBIS

Der Briloner Kunststoff-

Verarbeiter NP Germany

steht in vielen Dingen

für ein typisches Sauerländer

Unternehmen: Hightech-Produkte,

heimatverbundene Mitarbeiter

und flache Hierarchien. Bei NP

Germany ist der Weg zwischen Management

und Auszubildenden allerdings

besonders kurz: Bereits im

ersten Ausbildungsjahr darf Dustin

Rapćan selbstständig eine Anzeigenkampagne

planen und entwerfen:

Gesucht werden junge Frauen und

Männer, die eine Ausbildung in

„seinem Betrieb“ machen möchten.

Der 23-jährige aus Kallenhardt absolviert

seit August vergangenen Jahres

bei NP Germany eine Lehre zum Industriekaufmann.

Er zuckte erstmal

zusammen, als NP-Personalmanagerin

Seda Yüksel im Frühjahr auf ihn

zukam, mit der Bitte, eine Werbekampagne

für Ausbildungsplätze zu

entwerfen. „Er kann sich am besten in

die Jugendlichen reinversetzen“, sagt

die ebenfalls junge Manager. „Wir

wollen außerdem unsere Azubis nicht

nur über die Schulter blicken lassen,

sondern aktiv mit einbeziehen.“

Suche nach dem

besten Werbeträger

Zunächst ging’s darum, sprachlich

ganz nah an die Zielgruppe ranzukommen.

„Da war schnell klar, dass

wir das „Du“ in der Anzeige nutzen“,

erinnert sich Dustin an die ersten Besprechungen

mit Seda Yüksel, „zumal

sich auch bei uns im Unternehmen

die Duz-Kultur immer stärker

durchsetzt“. Dann analysierte Dustin

die verschiedenen Medien, verglich

Kosten, Preise und optimale Verbreitung

in der Region. „Da hat sich

das WOLL-Magazin deutlich an die

Spitze gesetzt, und nach meiner Präsentation

hat sich die Geschäftsleitung

dann auch entsprechend dafür

entschieden“, sagt Dustin nicht ohne

Stolz. Es soll nicht der letzte Schritt

auf seiner Karriereleiter sein: Ein Jahr

im Ausland ist ebenso geplant wie ein

anschließendes Studium. Möglichst

in Meschede oder Paderborn – im

Dunstkreis „seines“ Briloner Unternehmens

eben… ■

26 - WOLL Elternratgeber 2022


SINNSTIFTENDE AUSBILDUNG

IM BEREICH INKLUSION

Ausbildung in der Eingliederungshilfe

mit besonderen Menschen macht glücklich

Britta Melgert

sabrinity

Anzeige

E

ine gute Perspektive im

Rahmen der Arbeit mit behinderten

Menschen und zudem

ein strategischer Karriereaufbau

– für viele Menschen klingt diese

Kombination ideal. Soziales Engagement

im Bereich Inklusion ist enorm

wichtig, wird wertgeschätzt und gibt

einem persönlich sehr viel. In der Josefsheim

gGmbH, die zur bundesweit

agierenden JG-Gruppe gehört, haben

junge Menschen an den Standorten

Olsberg-Bigge, Sundern und Lipperode

eine Chance auf vielfältige Ausbildung

in verschiedenen Bereichen.

Wir unterhielten uns über dieses Thema

mit Nadja Kohlwey, Leiterin des

Josefsheim-Personalmanagemts.

Woll: „Frau Kohlwey, welche Berufe

werden aktuell beim Josefsheim ausgebildet?“

Kohlwey: „Wir bieten sowohl die

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger

(m/w/d) als auch zum Erzieher

(m/w/d) an. Auch ein Duales Studium

im Fachbereich Soziales, Pädagogik,

Gesundheit oder Rehabilitation ist bei

uns möglich. Alternativ bieten wir individuell

beginnende Praktika oder die

Mitarbeit während eines Freiwilligen

Sozialen Jahres bzw. im Bundesfreiwilligendienst

an, um Einblicke in die

alltäglichen Aufgaben verschiedener

Berufe aus dem Sozial- und Gesundheitswesen

zu erhalten.“

Woll: „Worin sehen Sie die Besonderheit

der Ausbildung im Josefsheim?“

digende Ausbildung begonnen haben

oder die zunächst Berufserfahrung im

Rahmen einer Nebentätigkeit während

des Abiturs oder des Studiums suchen.“

WOLL: „Wo erhalten Interessierte

mehr Informationen?“

Kohlwey: „Eine ausführliche Beschreibung

unseres Ausbildungs-Angebots

findet man auf unserer Homepage.

Auch ein direkter Kontakt zu unserer

Ausbildungskoordinatorin Andrea Asshauer

ist möglich. Egal, um welche Art

der Ausbildung es geht, wir freuen uns

darauf, interessierte junge Menschen

kennenzulernen und für das Josefsheim

zu begeistern.“ ■

JETZT INFORMIEREN

Andrea Asshauer,

Josefsheim-Ausbildungskoordinatorin

ist

Ansprechpartnerin für

interessierte Schüler,

Studenten, Eltern oder

Lehrer.

Kohlwey: „Unsere Mitarbeiter, natürlich

auch die Auszubildenden, begrüßen

die Möglichkeit der beruflichen

Begleitung von Menschen mit Behinderung

in ein selbstbestimmtes Leben und

zugleich unser Motto „Im Mittelpunkt

der Mensch“ mitzutragen. Umfassende

Fort- und Weiterbildungsaussichten

nach der eventuellen späteren Übernahme

in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

sind weitere Vorteile. Nicht zuletzt

möchte ich die faire Entlohnung nebst

Zusatzleistungen sowie das kollegiale

Miteinander in motivierten Teams erwähnen.“

Woll: „Welche Fähigkeiten und

Kenntnisse sollte ein junger Mensch

für eine dieser Ausbildungen mitbringen?“

Kohlwey: „Ein freundliches Auftreten

und gute Umgangsformen sind für

uns elementar, daneben Offenheit und

Freude am Umgang mit Menschen.

PC-Grundkenntnisse, große Lernbereitschaft

und Motivation sind grundsätzlich

wichtig für jede Berufsausbildung,

so auch bei uns. Es ist aber auch

die erforderliche Bereitschaft zu an den

Bedürfnissen angepasste Arbeitszeiten

von Bedeutung.“

Woll: „Kommt eine Ausbildung

im Josefsheim nur für Schulabgänger

infrage?“

Kohlwey: „Aber nein. Als moderner

Dienstleister der Eingliederungshilfe

richtet sich das Josefsheim mit seinem

Angebot bewusst auch an junge Menschen,

die bereits eine andere, unbefriephone

02962 800-2080

envelope a.asshauer@josefsheim-bigge.de

josefsheim-bigge.de

josefsheim-bigge.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 27


Hendrik Schmitt: Handwerk bietet

„tolle Angebote mit neuen Herausforderungen“ für Jugendliche

AUSBILDUNG IST HERZENSTHEMA

Paul Senske

Tom Linke

Es

ist ein beeindruckendes und bestechendes

Plädoyer für die duale Ausbildung: „Geh

in den Betrieb, lerne das Arbeiten, beweise

Dich bei den Kollegen sowie Kunden – und

mach was aus Deinem Leben“, sagt Hendrik Schmitt.

„Mit der Ausbildung kannst Du ein erfülltes und

kreatives Leben führen. Die Ausbildung mit den vielen

Möglichkeiten, sich beruflich fortzubilden, ist ein

Herzenzthema.“

Hendrik Schmitt ist seit dem 1. Januar 2022 als Nachfolger

von Meinolf Niemand neuer Hauptgeschäftsführer

der Handwerkskammer Südwestfalen. Der 45-jährige

Betriebswirt und Master of Business Consulting war

zuvor u. a. Hauptgeschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft

der sieben Industrie- und Handelskammern

Niedersachsens in Hannover, stammt aus Wetzlar

(„Wetzlarer Bub“) und war früher oft mit dem Motorrad

im Sauerland und Siegen-Wittgensteiner Land

auf Tour. „Diese Region verbinde ich mit Heimat“, so

der Vater dreier Kinder, der mittlerweile in Brilon wohnt.

„Die Menschen hier sind fleißig, bodenständig und

weltoffen, die Betriebe nahe am Puls der Zeit.“

Schmitt stammt aus einer Handwerkerfamilie und hat eine

Ausbildung im Einzelhandel (Wirtschaftsassistent) und

parallel dazu ein Betriebswirtschafts-Studium absolviert.

Er weiß also aus eigener Erfahrung, worüber er spricht.

„Die Ausbildung ist der Markenkern der Handwerkskammern.

Sie ist wie eine Eintrittskarte ins Berufsleben.“

Die Wertschätzung des Handwerks ist für Schmitt ein

28 - WOLL Elternratgeber 2022


weiteres, wichtiges Herzensanliegen. „Das Handwerk

hat tolle Angebote für junge Menschen mit neuen

Berufsbildern und neuen Herausforderungen.“ Als Stichpunkte

nennt Schmitt u. a. Digitalisierung, technischer

Fortschritt, demografischer Wandel, Klimawandel oder

Ressourcenknappheit. „Wir haben florierende Betriebe

am Markt. Die Meister und Mitarbeiter sind Persönlichkeiten,

die genau wissen, was sie können. Das Handwerk

hat allen Grund, sich selbstbewusst zu präsentieren.“

Dies auch vor dem Hintergrund, dass das Handwerk als

Wirtschaft aus der Region ein eigenes, berufliches Bildungssystem

aufweist. Das Berufsbildungszentrum (bbz)

als Technologietransfer-Stelle für Auszubildende und

Meister (14 Meisterkurse) „bildet als Kernaufgabe die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren beruflichen

Fähigkeiten aus und weiter, wo sie in ihrem beruflichen

Lebenszyklus stehen“. Die Elektromobilität beispielsweise

erfordere die Beherrschung neuer Techniken. „Wir

machen die Leute fit.“

Unabhängig von den beruflichen Perspektiven weiß

Schmitt, dass das Handwerk einiges aufzuarbeiten hat.

Ein bedeutender Aspekt sei, dass „viele Kinder und

Jugendliche den Alltagskontakt zum Handwerk verloren

haben“. Das traditionell ortsgebundene Handwerk sei bis

auf das Lebensmittelhandwerk weitgehend verschwunden.

„Das tägliche Erleben fehlt.“

„Das tägliche Erleben des Handwerks fehlt“

(Hendrik Schmitt)

Daher gelte es, das verlorene Terrain zurückzugewinnen.

Die HWK sei auf diesem Weg u.a. mit dem Team Fachkräftesicherung,

mit Ausbildungsbotschaftern, Willkommenslotsen,

mit Betriebsberatern für die Firmen sowie

mit Marketing und Öffentlichkeitsarbeit breit aufgestellt.

„Auch die Betriebe sind inzwischen bei der Nachwuchsgewinnung

kreativ unterwegs“, betont Dirk Berkemeyer,

Abteilungsleiter Marketing und Kommunikation.

„Mit den Kindern die W-Fragen erörtern”

Was die Rekrutierung des Handwerker-Nachwuchses angeht,

haben Studien herausgefunden, dass die Eltern die

wichtigsten Ratgeber für ihre Kinder sind. „Was die Eltern

beruflich machen, bestimmt nicht selten die Berufswahl

der Kinder“, meint Schmitt. Der Trend, ein Studium zu

„Meister und Mitarbeiter im Handwerk

sind Persönlichkeiten“ (Hendrik Schmitt)

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Südwestfalen: Hendrik Schmitt

beginnen, sei zuletzt zwar ein wenig rückläufig, aber immer

noch hoch, aber ebenso die Zahl der Studium-Abbrecher.

Schmitt rät den Eltern, mit ihren Kindern nicht über

einen Beruf zu reden, sondern vielmehr mit den Kindern

die sogenannten „W-Fragen“ zu erörtern: Wie stellt Ihr

Euch die eigene Lebenswirklichkeit im Beruf vor? Wie, wo

und wann wollt Ihr arbeiten? Mit wem wollt Ihr den Beruf

ausüben? Wo wollt Ihr als Mensch hin?

Dass junge Menschen mit einem Studium und anschießendem

Berufseinstieg ein ebenso erfülltes Leben

führen können, sei natürlich auch möglich, so Schmitt,

aber: „Wenn ein junger Mensch ein selbstbestimmtes,

kreatives und erfolgreiches (Berufs-)Leben führen will,

dann ist eine duale Ausbildung im Handwerk ein erfolgversprechender

Weg. Dafür gebe ich eine Garantie.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 29


Saskia Haardt-Cerff,

Südwestfalen Agentur GmbH

Newcomerin Nina Sondermann / Unternehmen Julian

Nöll / Nöll Landschaft und Garten– Unternehmen und

Nachwuchskräfte finden zusammen

Mehr als nur eine Überbrückung

„GAP YEAR SÜDWESTFALEN“

– Ein Praxisjahr in der Region

Christel Zidi

Patrick Bonzel / Südwestfalen Agentur GmbH

K

aum etwas hilft einem jungen Menschen bei

der Berufswahl mehr als praktische Berufserfahrung.

Das Schulpraktikum ist bereits eine

gute Möglichkeit. Aber was, wenn man in dieser Zeit nur

festgestellt hat, dass es genau dieser Beruf doch nicht ist?

Wer noch immer unsicher ist, für welchen Beruf er sich

entscheiden soll, ist selten gut damit bedient, sich halbherzig

für irgendeine Ausbildung zu entscheiden. Lieber lässt

man sich mit der Berufswahl noch etwas Zeit und nutzt

diese durch ein „Gap Year“, ein Überbrückungsjahr.

Mit dem „Gap Year Südwestfalen“-Programm der

Südwestfalen Agentur erhält man vielseitige Einblicke

in unterschiedliche Unternehmen und verschiedene Arbeitsbereiche.

Mit drei Praktika bei drei Top-Arbeitgebern

kann man in neun Monaten jede Menge Praxiserfahrung

sammeln. Mit einer umfassenden Betreuung und guter

Vergütung. Nach dieser Zeit bleiben dann noch drei Monate,

die man ganz nach Wunsch nutzen kann. Das Gap Year

Südwestfalen startet jeweils zum 01. Juli eines Jahres und

endet am 30. Juni des Folgejahres. Erste Praktika-Einsätze

finden in der Regel ab August/September statt.

Bewerben können sich Schulabgängerinnen und Schulabgänger


• die bis zum Beginn ihres ersten Gap Year Praktikums

das 18. Lebensjahr vollendet haben oder

• mit erfolgreichem Abschluss der gymnasialen Ober

stufe oder

• mit erfolgreichem Abschluss eines vollzeitschulischen

Bildungsgangs des Berufskollegs.

Saskia Haardt-Cerff betreut das Programm, gemeinsam

mit Niklas Jung. Sie hat uns erklärt, wie das Bewerbungsund

Auswahlverfahren abläuft: „Das Bewerbungsverfahren

ist ganz einfach. Mit nur einer Online-Bewerbung kann

man sich für mehrere Unternehmen gleichzeitig bewerben.

Man gibt ganz einfach an, wieso man ein Gap Year machen

möchte, welche Unternehmen einen interessieren und

welche Berufseinblicke man dort gerne erwerben möchte.

Die Bewerbungen werden dann an die ausgewählten Unternehmen

weitergeleitet. Bei Interesse der Unternehmen

koordiniert die Südwestfalen Agentur kurzweilige Bewerbungsgespräche,

die in angenehmer Atmosphäre online

30 - WOLL Elternratgeber 2022


stattfinden. Finden Unternehmen und Bewerber so zusammen,

wird ein individuelles Praxisjahr nach den Wünschen

der Bewerber zusammengestellt. Denn: jedes Gap Year ist

einzigartig.“

Und weiter berichtet Saskia Haardt-Cerff, was während

des Jahres geboten wird: „Die Bewerber erhalten in den

dreimonatigen Praktikumseinsätzen vielfältige Berufs- und

Unternehmenseinblicke. Ein Rahmenprogramm ermöglicht

den Teilnehmenden sich zu Beginn des Programmes

kennenzulernen und im Laufe des Jahres ihre Erfahrungen

untereinander auszutauschen. Zusätzlich wird ein Winterund

Sommerevent geboten. Alle Veranstaltungen werden

durch ein Persönlichkeitscoaching begleitet. Hier werden

beispielsweise Themen wie Kommunikation, Durchhaltevermögen

oder auch Körpersprache angesprochen – alles

natürlich freiwillig, aber die Teilnehmenden fanden das

Angebot immer toll. Zudem werden zweimal im Jahr

weitere Treffen an einem attraktiven Ort in Südwestfalen

angeboten, so kann zudem noch die eigene Region erkundet

werden und man tauscht sich aus, wie das jeweilige

„Jahr“ so verläuft.“

Newcomer Robin Sondermann

bei Effexx Unternehmensgruppe

Derzeit bieten 35 Unternehmen Praktikumsplätze

an. Die Unternehmen

kommen aus verschiedenen

Branchen: Industrie,

Handwerk, Soziales, Gesundheit,

Dienstleistung,

IT und Verwaltung. Das

Programm ist fortlaufend

auf der Suche nach neuen

Unternehmen. Auch die

südwestfälischen Kreise

und Kommunen wurden

als Partner eingeladen ihre Betriebe

vor Ort zum Mitmachen

zu gewinnen: „Interessierte Arbeitgeber

sind herzlichst eingeladen am Programm

mitzuwirken, denn das Programm zahlt sich für beide Seiten

aus“, so die Leiterin des Regionalmarketings.

Das „Gap Year Südwestfalen“-Programm gibt es seit 2018

und wurde auf Anregung der Utopia-Jugendkonferenz

umgesetzt: „Der Wunsch junger Südwestfalen war es, die

vielfältigen beruflichen Perspektiven in Südwestfalen erlebbarer

zu machen und Unternehmen und junge Menschen

auf eine andere Weise

zusammenzubringen.

Für das Regionalmarketing

war dies eine

Selbstverständlichkeit,

denn das Programm

trägt dazu

bei, Nachwuchs

und Fachkräfte

in der Region zu

binden“, so Saskia

Haardt-Cerff. Durch

die dreimonatigen

Praktikumslaufzeiten

können sich Unternehmen

und Praktikanten noch besser

kennenlernen, sich aufeinander einlassen und bestens

ausloten, ob man zusammenpassen könnte. Und das mit

Erfolg: „Das Programm hat dazu beigetragen, dass einige

Teilnehmer bei einem der Unternehmen einen Ausbildungsvertrag

angenommen haben oder ein duales Studium

begonnen haben“, freut sich die Projektmanagerin.

„Anderen Teilnehmern wurden die Augen für die Vielfalt

der Ausbildungsberufe und Betriebe in der Region geöffnet.

Diese haben sich für eine Ausbildung und gegen ein

Weggehen entschieden.“

Das Programm, das fortlaufend evaluiert und gemeinsam

mit den Unternehmen weiterentwickelt wird, stößt bei

allen Seiten gleichermaßen auf positive Resonanz. Saskia

Haardt-Cerff und Ihr Kollege Niklas Jung hoffen deshalb

auf noch mehr Unternehmen, die mitmachen, „denn umso

mehr Unternehmen dabei sind, umso erfolgreicher kann

das Programm die jungen Menschen bei ihrer Berufsorientierung

unterstützen.“ ■

Mehr Informationen zum Programm unter:

www.gapyear-suedwestfalen.com

Newcomer Joshua Krawitz

bei Andreas Schulte

Bedachungen GmbH

Die Bewerbungsmasken sind geöffnet. Bewerbungen

sind nun fast ganzjährig geöffnet. Frühzeitige Bewerbungen

zahlen sich aus.

WOLL Elternratgeber 2022 - 31


Allein oder mit den Eltern zum Vorstellungsgespräch

WOLLEN SIE DIE STELLE

ODER IHR KIND?“

Christel Zidi

Anke Kemper

P

ersonalsachbearbeiter haben im Laufe ihres

Berufslebens sicherlich schon so manches

erlebt. Bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz

lässt das auffallend „erwachsenes“ Anschreiben

eines 16-jährigen Bewerber auf Helikopter-

Eltern schließen - oder auf einen besonders strebsamen

Jugendlichen. Aufschlussreicher sind dann die Vorstellungsgespräche.

Bewerber 1

„Gucken Sie sich nur mal diese Zeichnungen

an, echte Kunstwerke“, setzt sich Frau

Schulte-Meier für ihren Sohn ein,

„das müssen Sie doch auch zugeben.“

Während die Mutter

seine Kinderzeichnungen vorlegt, sitzt Sven-Thorsten

zusammengesunken auf dem Bürostuhl zwischen den Eltern

und verdreht die Augen. Ein leichter Knuff von der

Seite und die lautlose, nur mit den Lippen der Mutter geformte

Ansage: „Sitz gerade!“. Der Sachbearbeiter wendet

sich direkt an den jungen Bewerber: „Warum möchtest Du

denn diesen Beruf lernen?“ „Äh, ja, also…“ Das hat schon

viel zu lange gedauert, Herr Meier springt ein: „Mein

Sohn rechnet nämlich auch ganz gut. Das ist doch wichtig

in Ihrer Firma. Kenn ich auch von mir. Wissen Sie,

ich habe einen Handwerksbetrieb…“ Frau Schulte-Meier

greift ein: „Hermann, das tut hier nicht zur Sache.“

Und sie zählt weitere Eigenschaften

ihres Sohnes auf: „Na, im

32 - WOLL Elternratgeber 2022


Sport ist unser Sven-Thorsten nicht so gut – hat er wohl

von seinem Vater (zu dem sie stirnrunzelnd blickt). Aber

er ist immer freundlich zu unseren Nachbarn, besonders

zu der hübschen Frau Müller, die letzte Woche eingezogen

ist.“ „Mama!!!“ - endlich auch ein Kommentar des Sohnemanns.

„Stimmt doch“, ergänzt Frau Schulte Meier leise.

„Der Sachbearbeiter macht sich Notizen: „Eltern sehr

aktiv im Bewerbungsprozess. Bewerber eher zurückhaltend.“

Plötzlich geht die Tür auf: der Firmenchef persönlich

kommt herein: „Ach, Frau Schulte, Herr Schulte. Wie

geht es Ihnen? Der Eichen-Parkettboden, den Ihre Leute

verlegt haben, passt wirklich super in unser bescheidenes

Zuhause. Bin sehr zufrieden.“ Schon wendet er sich wieder

zur Tür, dreht sich aber noch einmal halb um und macht

dem Sachbearbeiter ein zustimmendes Zeichen. Als die

Familie Schulte sich wieder auf den Rückweg macht, sind

sich die Eltern einig: „Siehst Du, war doch gut, dass wir

mitgekommen sind.“ Und war doch gut, dass sie nicht auf

die Frau am Telefon gehört haben, die fragte: „Wollen Sie

jetzt die Stelle oder Ihr Kind?“

Bewerber 2

Felix, 16 Jahre alt. Ziemlich nervös sitzt er mit seiner dicken

Bewerbungsmappe auf dem Flur. Schon eine halbe

Stunde vor dem Termin war er da. Endlich wird er aufgerufen.

Er spürt den Blick des Sachbearbeiters, der vom

Scheitel bis zur Sohle geht. Markenklamotten besitzt er

keine, aber seine Haare sind gekämmt, seine Kleidung sauber

und ordentlich. Ein wenig einschüchternd wirkt sein

Gegenüber schon. Aber was soll´s. „Wenn Du etwas erreichen

willst, musst Du auch dafür kämpfen. Und kämpfen

muss man meist allein. Gewöhn dich dran“, hatte ihm sein

Vater mit auf den Weg gegeben. Ein wenig hätte er sich

schon gewünscht, wenn er ihn wenigstens bis zur Firma

gefahren hätte… Der Sachbearbeiter will wissen, warum

er sich gerade für diesen Beruf entschieden hat. Und weil

es sein Traumberuf ist, kann er ihm das auch ganz genau

erklären. Die Worte sprudeln nur so aus ihm heraus,

das Gesicht des Sachbearbeiters wird immer offener und

freundlicher. Jetzt ist er es, der einen Zustimmungsvermerk

auf die Akte setzt. ■

GEHE

DEINEN

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mit

Dein Tag – Deine Zukunft

am 21.05.22 von 9:30-12:30 Uhr

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Für 2023 suchen wir:

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Zerspanungsmechaniker/-in

Duale Studiengänge:

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und drei Studiengänge im Bereich Digitalisierung

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WOLL Elternratgeber 2022 - 33


Quelle: AdobeStock_277985361_tadamichi

Kooperation von Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer:

„Spurwechsel“ zeigt Perspektiven auf

Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Fast jeder dritte Studierende bricht vor allem an

Universitäten das Studium ab. Das betrifft auch

junge Erwachsene aus Akademikerfamilien, die offensichtlich

unter besonderem Druck der Eltern stehen. „Es gibt

einen großen Ehrgeiz unter Akademikern nach dem Motto:

Wir haben alle studiert und Du studierst auch“, sagte Ricarda

Steinmayr in einem Gespräch mit der WELT am 21.

März 2021. Aber nicht alle Kinder seien in der Lage, eine

akademische Laufbahn einzuschlagen. Die Eltern müssten

auch die Kompetenzen der Kinder berücksichtigen, betont

die Professorin für pädagogische Psychologie an der Technischen

Universität Dortmund. „Es ist eine große Fehlannahme

des Bildungsbürgertums, dass nur der eigene, akademische

Weg zum Erfolg führt.“

Auch wenn der sogenannte „Akademisierungswahn“ (Münchner

Philosoph Julian Nida-Rümelin) weiter anhält, Industrie,

Handwerk und Gewerbe haben längst das große Potenzial

der Studienabbrecher erkannt. „Auch Studienabbrecher sind

willkommen“, heißt es vermehrt in Stellenanzeigen der Betriebe.

Die „Absteiger“ mit einer hohen schulischen Qualifikation

können für die Wirtschaft ein attraktives Führungs- und

Fachkräftepotenzial entwickeln. Und vor allem: Die jungen

Paul Senske

STUDIENAUSSTIEG AUCH ALS CHANCE

Erwachsenen wissen nach dem Abbruch und dem vermeintlichen

Abstieg, was sie wollen.

Vor diesem Hintergrund und auch des Fachkräftemangels haben

sich die Netzwerke „Spurwechsel“ gegründet. Im Hochsauerlandkreis

und Kreis Soest wurde das Netzwerk – Agentur

für Arbeit, Handwerkskammer und IHK – 2015 aus der Taufe

gehoben. Es zeigt mit großem Erfolg Anschluss-Perspektiven

auf und ermöglicht den vermeintlichen „Absteigern einen Aufstieg“.

Studienfachwechsel, duale Ausbildung, duales Studium

oder Seiteneinstieg: Die Palette der Angebote und Vermittlungen

ist vielfältig. Viele Wege führen im breitgefächerten

deutschen Bildungssystem zum beruflichen Erfolg: „Karriere

anders denken“, nach Enttäuschungen, die sich bietenden

Chancen zu ergreifen und das eigene Potenzial zu entfalten,

wie beim Spurwechsel. ■

E-Mail HSK:

Meschede.Spurwechsel-HSK@arbeitsagentur.de

E-Mail Soest:

Meschede-Soest.Spurwechsel-Kreis-Soest@arbeitsagentur.de

E-Mail Olpe:

Siegen.Navi@arbeitsagentur.de

34 - WOLL Elternratgeber 2022


Mit Hammer, Beißzange und

CAD-System

Leidenschaft um Schuhe und auch Füße.

Das geballte Fachwissen der beiden Meister

kommt ihren Kunden zugute. Aber sie

geben es auch gern an ihren aktuellen und künftige

Auszubildende weiter.

AdobeStock 163799949

PLÄDOYER FÜR EINEN

WUNDERSCHÖNEN

ALTEN

HANDWERKSBERUF

Helmut Gaida

D

er Lehrlingswart der „Schuhmacher-Innung

Hellweg-Lippe“ sieht mit Sorge auf die Zukunft

eines alten Handwerksberufes. Der

Lippstädter Jens Haasmann ist Orthopädie-Schuhmachermeister

und übt seinen Beruf schon seit gut 23

Jahren aus. Mit viel Leidenschaft zu dem Handwerk.

Was ihm als Lehrlingswart - und damit der gesamten

Innung - allerdings fehlt, sind die Auszubildenden.

Jens Haasmann hat einen wunderschönen, alten Handwerksberuf

gelernt und dazu einen nachhaltigen. Als

Orthopädie-Schuhmachermeister weiß er alles über die

Herstellung, Pflege und Reparatur von Schuhen. Anders

als der „normale“ Schuhmacher, ist er auch der Experte für

den Fuß. Spätestens dann, wenn doch einmal der Schuh

drückt oder Fußfehlstellungen zu Knie- und Rückschmerzen

führen, wenn bzw. die Füße Probleme machen und

eine eigens für sie gefertigte Einlage brauchen, weiß man,

wie wichtig dieser alte Handwerksberuf doch ist.

In Lippstadt befindet sich seine kleine, orthopädische

Meisterwerkstatt und dass schon seit 50 Jahren.

Zwei Orthopädie-Schuhmachermeister, Jens Haasmann

und Frederik Holtmann kümmern sich dort mit

Der Trand geht zum

Orthopädieschuhmacher

„Leider fehlen im Schumacher-Handwerk gänzlich

viele Auszubildende und das schon seit

Jahren“, berichtet Haasmann. „Der

Trend geht, wenn überhaupt, zum

Orthopädieschuhmacher. Diesen Beruf hat auch

sein jetziger Azubi gewählt, der voraussichtlich

2025 die Prüfung zum Orthopädieschuhmacher

ablegen wird.

Tradition und Hightech

Wie auch in vielen anderen Handwerksbereichen

verbinden sich im Beruf des Schuhmachers Tradition und

Hightech. Hammer, Beißzange und Raspel sind zwar die

wichtigsten Handwerkszeuge des Schuhmachers, aber

wenn Einlagen und Schuhe entwickelt und gefertigt

werden, kommt modernste Orthopädietechnik (CAD-

Adobe Stock

System z. B. für den 4-D-Wirbelsäulenscan) zum

Einsatz. Ein regelmäßiger Austausch mit Orthopäden,

Chirurgen und Medizinern gehört natürlich auch dazu.

Während der dualen Ausbildung zum Orthopädie-

Schuhmacher, die 3,5 Jahre dauert, lernt man auch alles

über den menschlichen Bewegungsapparat. Mit diesem

Beruf kann man später auch in Sanitätshäusern,

Kliniken und Schuhfachgeschäften arbeiten. Oder

man macht den Meisterbrief und eröffnet dann seinen

eigenen Betrieb.

Nicht zuletzt hat der Beruf des Schuhmachers auch viel

mit Nachhaltigkeit zu tun. Ein bisher noch schwacher

Trend geht hin zur Reparatur von Schuhen. Nichts gegen

die allseits beliebten Sneaker, aber Haasmann wundert

sich schon länger, dass ausgerechnet junge Menschen,

die mit dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit aufgewachsen

sind, mit „Plastik-Schaumhülsen unter ihren Füßen“

zu „Fridays for Future“-Demos gehen. ■

Sneaker sind praktisch,

aber nicht nachhaltig

WOLL Elternratgeber 2022 - 35


DIE LAGE

BLEIBT ANGESPANNT

Paul Senske

Vanessa Schulte

D

er (nüchterne) Blick auf

die Zahlen zeigt einmal

mehr, dass die Ausbildungssituation

in der Region weiter

angespannt ist. Trotz des leicht

positiven Trends, der im Kreis Soest,

der zum Bezirk der Handwerkskammer

Dortmund gehört, zu verzeichnen

ist. „Insgesamt können

wir aber eine leichte Verbesserung

gegenüber 2020 erkennen“, sagt

Dirk Berkemeyer, Marketing- und

Kommunikationschef der Handwerksammer

Südwestfalen, die für

den HSK sowie für den Kreis Olpe,

Kreis Siegen-Wittgenstein und den

Märkischen Kreis zuständig ist.

So befanden sich zum 31. Dezember

2021 im Kreis Soest 595 Auszubildende

im ersten Lehrjahr, ein Jahr

zuvor waren es 497, eine Steigerung

von 19,7 Prozent. Eine ähnliche Tendenz

verzeichnet auch die HWK

Südwestfalen. Auch die Anzahl der

Betriebe, die ausbilden, ist gestiegen.

Weiterhin starke männliche

Dominanz

Was auffällt, ist die weiterhin starke

männliche Dominan: Im Kreis

Soest sind bei derzeit 612 Ausbildungsbetrieben

1.613 Nachwuchskräfte

in der Lehre – 1.346 männlich,

267 weiblich.

Im Bereich der HWK Südwestfalen

(2.294 Ausbildungsbetriebe) sind

derzeit 5.195 junge Menschen in der

Ausbildung, 4.301 männlich (82,8

Prozent) und 894 weiblich mit einem

Anteil von 17,2 Prozent.

Bundesweit liegt der Frauenanteil

bei rund 18 Prozent. Die gewerblichtechnischen

Berufe gelten deutlich als

Männerdomäne.

Junge Frauen ergreifen vorwiegend

handwerkliche Berufe aus dem

„kreativen Bereich“. Vor allem mit

Imagekampagnen oder Engagement

bei den Girls Days wollen der Zentralverband

des Deutschen Handwerks,

die Kammern sowie die Kreishandwerkerschaften

und Innungen

Frauen für die gewerblich-technischen

Berufe begeistern.

Weiterhin „ganz erhebliche Probleme“,

so Berkemeyer, gibt es in den

Berufen Bäcker, Fleischer, Konditoren,

Straßenbauer, Fachverkäuferinnen

(alle Fachrichtungen Bäcker,

Fleischer, Konditoren). Vor allem das

Friseurhandwerk bereitet Sorgen. Die

HWK Dortmund verzeichnet im

Kreis Soest 72 Lehrlinge im Friseurberuf.

Das ist weit unter Bedarf.

Weitere Zahlen in den „Problembereichen“:

24 Azubis sind zurzeit im

Bäckerberuf im Einsatz, bei den Fleischerinnen

und Fleischern sind es gerade

mal 5, Konditorin bzw. Konditor

wollen 14 werden. Ähnliche Zahlen

verzeichnet die Handwerkskammer

Südwestfalen für ihre drei Kreise.

Weiterhin ein „Renner“ ist die Ausbildung

zum Kraftfahrzeugmechatroniker

bzw. zur Kraftfahrzeugmechatronikerin:

238 Ausbildungsverhältnisse

bestehen im Kreis Soest derzeit. Starke

Zahlen verzeichnet in Soest auch

der Bereich Elektronik mit 219 Auszubildenden

(Elektroniker/in FR

Energie- und Gebäudetechnik). Beliebt

sind zudem Anlagenmechaniker

im Bereich Sanitär, Heizung, Klima

(SHK) Hier gibt es 174 Ausbildungsverhältnisse.


36 - WOLL Elternratgeber 2022


Ausbildungssituation

im Bezirk der Handwerkskammer Dortmund

- hier Soest

(31.12.2021)

1.613 Auszubildene insgesamt

Die stärksten Ausbildungsberufe

Elektro- und Metallhandwerk

Kraftfahrzeugmechatroniker/in 238,

Elektroniker/in FR Energie- und Gebäudetechnik 219,

Anlagemechaniker/in SHK 174, Metallbauer/in 104,

Feinwerkmechaniker/in 38

Bau- und Ausbauhandwerk

Maler/in und Lackierer/in 67, Dachdecker/in 58, Maurer/in 43,

Zimmerer/Zimmerin 27, Fliesen-, Platten und Mosaikleger/in 21

Gesundheits- und Korperpflege-,

chemische und Reinigungshandwerke

Friseur/in 72, Augenoptiker/in 39, Zahntechniker/in 29

Holzhandwerk

Tischler/in 89

Nahrungsmittelhandwerk

Bäcker/in 24, Konditor/in 14, Fleischer/in 5

612 Ausbildungsbetriebe insgesamt

Bekleidungs-, Textil- und Lederhandwerk

Raumausstatter/in 6

WOLL Elternratgeber 2022 - 37


FREIE

AUSBILDUNGSSTELLEN

VON A BIS Z

Ausbildungsberuf

Unternehmen (auf Seite)

Bankkaufleute Sparkassen Lippstadt und SoestWerl (93)

Bauzeichner/in BMS Industriebau (60)

Büromanagement & Fremdsprachenkorrespondenten Infineon (59)

Elektroniker/in

Fachinformatiker/in Olsberg (42), WEPA (67)

Fachkraft für Gastronomie

Olsberg (42), L&R Kältetechnik (44),

Ohrmann Montagetechnik (55), Infineon (59), WEPA (67)

Hotel Diedrich (79), Jagdhaus Wiese, Hotel Deimann

Fachkraft für Lagerlogistik WEPA (67), Grosshaus (88), Spedition Mönig (90)

Fachkraft für Restaurants +Veranstaltungsservice Hotel Deimann (79)

Fachkraft Küche Hotel Diedrich (78), Hotel Deimann (79)

Fachlageristen Infineon (59)

Fertigungsmechaniker/in Infineon (59)

Gießereimechaniker/in IMI (61)

Gießereimechaniker, Fachr. Handformguss Olsberg (42)

Hauswirtschafter/in Krankenhaus Brilon (50)

Hotelfachmann/Hotelfachfrau

Hotelkaufmann/frau Hotel Platte (79)

Industriekaufleute

Kaufleute für E-Commerce

Hotel Diedrich (78), Hotel Rimberg (79), Hotel Platte /79),

Hotel Schütte (80), Waldhaus Ohlenbach (79)

Olsberg (42), L&R Kältetechnik (44), Ohrmann Montagetechnik

(55), Infineon (59), IMI (61), Constab (66), WEPA (67),

Briloner Leuchten (71), Grosshaus (88)

Briloner Leuchten (71), Sparkassen Lippstadt und SoestWerl

(93)

Kaufleute für Versicherungen und Finanzen Sparkassen Lippstadt und SoestWerl (93)

Kaufleute Spedition und Logistikdienstleistungen WEPA (67)

Kaufmann/-frau für Büromanagement AUDAX (69)

Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung Mönig (90)

Koch/Köchin Sterne im Sauerland (79), Hotel Schütte (80)

Konstruktionsmechaniker/in BMS Industriebau (60)

Maschinen- und Anlagenführer/in WEPA (67), Grosshaus (88)

Mechatroniker/in

Mikrotechnologen/in Infineon (59)

Papiertechnologe/in WEPA (67)

L&R Kältetechnik (44), Infineon (59), WESTKALK (63),

WEPA (67)

Pflegeausbildung LWL-Akademie (49), Krankenhaus Brilon (50)

Produktionstechnologe/in Infineon (59)

Prozess- und Elektrotechnik Infineon (59)

38 - WOLL Elternratgeber 2022


Ausbildungsberuf

Restaurantfachkräfte

Stanz- und Umformmechaniker/in Olsberg (42)

Steuerfachangestellte/r AUDAX (69)

Unternehmen (auf Seite)

Stuckateur/in Heitschötter (41)

Hotel Rimberg (79), Waldhaus Ohlenbach (79),

Hotel Schütte (80)

Technischer Produktdesigner/in Ohrmann Montagetechnik (55)

Technischer Systemplaner/in BMS Industriebau (60)

Verfahrensmechaniker/in Constab (66)

Werkzeugmechaniker/in IMI (61), Grosshaus (88)

Zerspanungmechaniker/in Ohrmann Montagetechnik (55), IMI (61), Grosshaus (88)

WOLL Elternratgeber 2022 - 39


BAU, ARCHITEKTUR

UND VERMESSUNG

Top Berufe:

• Feinwerkmechaniker/in

• Bauzeichner/in

• Beton- und Stahlbetonbauer/in

• Dachdecker/in

• Fachkraft - Straßen- und Verkehrstechnik

• Geomatiker/in

• Gerüstbauer/in

• Gleisbauer/in

• Hochbaufacharbeiter/in

• Straßenbauer/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto:AdobeStock_85267199

Stuckateure machen schöne Wände

SGRAFFITI

STATT GRAFFITI

Christel Zidi

Foto:AdobeStock_85267199

Es

gibt wirklich gute Graffiti-Künstler, die aus

Wänden Kunstwerke machen. Aber mal ab-

gesehen davon, dass Graffiti nicht jedermanns

Geschmack sind, reichen den meisten Hausbesitzern

gut verputzte und gedämmte Hauswände.

Die Arbeit eines Stuckateurs ist sehr abwechslungsreich

und reicht weit über das „Verputzen“ hinaus.

40 - WOLL Elternratgeber 2022


STARKES HANDWERK · STARKES TEAM

Stuckateurmeisterbetrieb

Christian Heitschötter

Grüterstr. 25 · 59759 Arnsberg

Tel: 0151 11 66 40 25

info@heitschoetter-stuck.de

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Reine „Gipsbildhauer“, wie man die Stuckateure früher

auch nannte, gibt es eher wenige. Oft arbeiten diese in

der Denkmalpflege oder bei Kirchenbauämtern. Natürlich

führen die meisten Stuckateure auch die reinen

Stuckarbeiten aus, also diese ornamentalen Verzierungen,

wie sie noch an historischen Gebäuden zu finden sind,

doch das Berufsbild hat sich gewandelt.

Heute sind Stuckateure die Experten, wenn es um

Hauswände geht. Viele von ihnen wie z B. Stuckateurmeister

Christian Heitschötter aus Arnsberg-Bruchhausen,

haben sich auf Innenausbau & Co. spezialisiert:

„Um für die Kunden immer auf dem neuesten Stand der

Technik zu sein, wird bei uns großer Wert auf Weiterbildung

gelegt, zum Beispiel wenn es um Dübeltechniken

geht.“ Sein Team kümmert sich nicht nur um

schöne Gebäudehüllen, sondern auch um Vollwärmeschutz,

Wärmedämm-Verbund-Systeme (WDV-Systeme),

Innen- und Außenputz, Trockenbau, Fassadenanstrich,

Altbausanierung, Sanierputz und Reparaturarbeiten an

Häusern geht.

Ein äußerst abwechslungsreicher Handwerksberuf mit

besten Aussichten, bei dem sich der Fachmann auch mal

wie ein Künstler fühlen kann: Während der Ausbildung

lernen die Stuckateure verschiedene Putztechniken kennen:

Fein- und Scheibenputz, Landhausputz und eben

auch die Sgraffitotechnik. Das ist eine alte Kratz- und

Ritztechnik, die, verbunden mit der Farbgestaltung eines

Edelputzes, wahre Meisterwerke an Wände zaubert. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 41


ELEKTROTECHNIK

Top Berufe:

• Elektroniker/in

• Automatisierungstechnik

• Betriebstechnik

• Energie- und Gebäudetechnik

• Geräte und Systeme

• Fertigungsmechaniker/in

• Hörakustiker/in

• IT-Systemelektroniker/in

• Mechatroniker/in

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Ausbildungsangebote

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Foto:Iris Böning

„OHNE SIE

GEHT NICHTS!“

Elektroniker für Betriebstechnik

sind stets und überall zur Stelle

Sonja Funke

Iris Böning

42 - WOLL Elternratgeber 2022


Olsberg. Ohne das Team, in dem Silas Lausen

arbeitet, geht nichts. Das sagt der Chef, Ulrich

Herrmann, über seine Elektroniker für Betriebstechnik.

Silas ist einer von ihnen, er hat seinen Abschluss

seit Januar 2022 frisch in der Tasche und wurde direkt in

der Elektrowerkstatt übernommen. Damit ist er nun Teil

des Servicebereiches Instandhaltung der Olsberg GmbH.

Besonderes Kennzeichen: stets zur Stelle sein. Und schon

klingelt das Telefon.

„Man muss bereit sein, schnell eigenständig zu arbeiten“,

sagt der 20-jährige Madfelder über seinen Job. „Ich fand

es schon immer interessant, einen technischen Beruf zu

erlernen. Bei Störungen an den Anlagen die Ursache herauszufinden

und schnell zu beheben, das steht hier jeden

Tag an.“ Wenn sie nicht gerade Probleme lösen, die bei

so vielen Maschinen jederzeit auftauchen können, dann

entwickeln die fünf Facharbeiter und drei Azubis auch

immer wieder Neues, zum Beispiel aktuell ganze Schaltschränke

für eine neue Beleuchtung.

„Im ersten Lehrjahr ist die Ausbildung ähnlich wie bei

den Elektronikern im Handwerk. Danach geht es bei uns

zum Beispiel mehr ums Programmieren als um Haustechnik“,

sagt Silas Lausen. „Der Elektroniker für Betriebstechnik

ist sicherlich unter den handwerklichen Berufen

einer der anspruchsvollsten und bringt viel Verantwortung

mit sich“, ergänzt Personalleiterin Dagmar Srajek.

Es gilt schließlich, die millionenschweren Maschinen am

Laufen zu erhalten und dafür zu sorgen, dass alle anderen

im Betrieb durcharbeiten können. „Außerdem lernt der

Betriebselektroniker bei uns die Gießerei und die Feinblechtechnik

kennen, zwei grundverschiedene Bereiche

mit je einem großen teil- und vollautomatisierten Maschinenpark“,

so Dagmar Srajek.

In der Ausbildung gibt die Projektarbeit, mit der Stefan

Wahle, Industriemeister für Elektrotechnik, seine Azubis

betreut, einen festen Tagesablauf. Immer wieder gehen die

Azubis aber auch mit, um zu schauen, was bei einer Störung

zu tun ist. Oder sie ziehen – im letzten Ausbildungsjahr

– allein los. „Wir haben zwar eine Lehrwerkstatt, aber

dort werden die Auszubildenden nicht festgebunden. Es

ist ein hoher Anteil an Eigeninitiative gefragt, die Ausbildung

ist sehr praxisnah. Ich gucke den Azubis nicht

ständig über die Schulter“, betont der Ausbilder. Darüber

hinaus gibt es verschiedene Programmier-Tools, an denen

ausprobiert werden kann, ohne direkt schon in die echten

mehr erfahren unter

www.passt-app.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 43


Maschinenabläufe einzugreifen. Besonders ist, dass die Auszubildenden

auch andere fachliche Dinge lernen und die

Ausbildung breit aufgestellt ist. „Wir machen zum Beispiel

eine Grundausbildung für die Metallbearbeitung.“

Es wird nie langweilig in diesem Beruf. Ein Unternehmen

wie die Olsberg GmbH hat überall Elektronik verbaut –

von der Beleuchtung bis hin zur großen Maschine. „Darum

zeichnet es die Elektroniker für Betriebstechnik aus, dass

sie teils gerade dann arbeiten, wenn die anderen Kollegen

ins Wochenende gehen oder Betriebsferien haben“, hebt

Dagmar Srajek noch einen wesentlichen Aspekt hervor.

„Wir richten dann alles her, damit die Elektronik steht, sobald

die Maschinen wieder hochgefahren werden“, ergänzt

Stefan Wahle. Zu diesen Zeiten ist richtig Dampf im Teamkessel.

„Auf der anderen Seite können wir zu allen anderen

Zeiten untereinander und unabhängig vom Rest des Betriebes

planen, wann wer frei macht“, sagt Silas Lausen. Das

bringe große Flexibilität innerhalb der ansonsten geregelten

Arbeitszeiten. „Es macht Spaß, Teil dieses Teams zu sein“,

sagt Silas und zieht los. Das Telefon hat wieder geklingelt. ■

More than cold.

Mechatroniker/in

für Kältetechnik (m/w/d)

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44 - WOLL Elternratgeber 2022

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Tel. 02935 9652 0 · bewerbung@lr-kaelte.de · www.lr-kaelte.de


Vom Stift...

Christel Zidi

U

nsere

Sprache ist

lebendig.

Sie reagiert auf

Einflüsse aus anderen

Sprachen, auf eine

geänderte Lebensweise

oder –einstellung. So ist unser

Wortschatz schon durch den

Gebrauch von Smartphones und

Computern erweitert worden, durch

Worte wie App, Cloud, Chat, leaken etc.; die

Verwendung vieler französischer Begriffe hingegen ist

im Schwinden. Kein Wunder: Statt sich für ein Rendezvous

ins Kostüm zu zwängen, reichen für ein Date oft

Hoodie und Skinny oder auch Leggins. Schade, wenn

mit den Wörtern auch gleich der „Chic“ verlorengeht.

Es gibt aber definitiv sehr viele Wörter, die wir nicht vermissen.

Zum Beispiel das Wort „Stift“. So nannte man die

Auszubildenden noch vor wenigen Jahrzehnten. Woher

der Ausdruck kommt, lässt sich nicht mehr genau feststellen.

Manche meinen aus der Zimmermanns-Branche.

Dort ist ein Stift ein kurzes Holzstück. Da Lehrlinge im

ersten Jahr (damals manchmal mit 14, 15 Jahren) noch

nicht ausgewachsen waren, waren sie auch meist klein bzw.

kurz. Eine andere Erklärung ist die, das Stifte auch mal

„angespitzt“ werden müssen. Dazu kann man sich den

Kommentar ersparen. Dass das Wort Stift mit „stiften gehen“,

also verschwinden, sich vor der Arbeit drücken, zu

tun hat, erscheint aber nicht ganz schlüssig. Sicherlich gab

es auch ältere Arbeitnehmer, die sich vor der Arbeit drückten

und die man deshalb nicht als Stift bezeichnet hat. Die

letzte Erklärung ist die am häufigsten genannte: Ein Stift

ist ein Nagel ohne Kopf – also nicht besonders gut zu gebrauchen,

kopflos eben.

1971 wurden aus Lehrlingen ganz offiziell „Auszubildende“.

Mit dem Namen änderte sich auch ein Teil der

...zum Azubi

Gewerbeordnung. Das aus dem

Jahr 1900 stammende Recht der

Lehrherren zur „väterlichen Zucht“ wurde

abgeschafft: „Die körperliche Züchtigung sowie jede die

Gesundheit des Lehrlings gefährdende Behandlung sind

verboten“ hieß es dort. In diesem Zusammenhang ist es

interessant, dass das Züchtigungsrecht der Pädagogen erst

1972 bundesweit abgeschafft wurde. Heute ist es strafbar,

den Auszubildenden „eins hinter die Löffel zu hauen“, ihm

„die Ohren lang zu ziehen“ oder ihm „was auf die Finger

zu geben“. Allein die Nachsilbe des Wortes Lehrling zeugt

von Geringschätzung. Ähnliche Beispiele wie Neuling,

Primitivling, Naivling, Feigling, Wüstling haben gleichfalls

einen abwertenden Charakter. Nebenbei bemerkt gibt

es Wörter mit der Endung -linge nur in der männlichen

Form.

Oft wird statt Auszubildender die Abkürzung Azubi verwendet.

Das klingt positiv, in der weiblichen Form – Azubine

– gar schon wie ein neckisches Kosewort. Tatsache ist,

dass in fast allen Unternehmen das Ansehen der Auszubildenden

gewachsen ist, der Ausbildungsauftrag ist in den

Vordergrund gerückt. Was nicht bedeutet, dass die Azubis

keine Pflichten hätten. Eine davon ist, die Weisungen

des Ausbilders zu befolgen. Wenn der dann gelegentlich

anordnet, den Besen in die Hand zu nehmen, muss der

Azubi dem nachgehen. Aber wie gesagt: gelegentlich. Das

Säubern des Arbeitsplatzes muss im richtigen zeitlichen

Verhältnis zum Rest der Ausbildung stehen. ■

Foto: Adobe Stock_159198644

WOLL Elternratgeber 2022 - 45


PFLEGE UND

GESUNDHEITSPRÄVENTION

Top Berufe:

• Augenoptiker/in

• Fachangestellte/r für Bäderbetriebe

• Kaufmann/frau Gesundheitswesen

• Pflegefachmann/frau

• Orthopädieschuhmacher/in

• Sport- und Fitnesskaufmann/frau

• Medizinische/r Fachangestellte/r

• Tiermedizine/r Fachangestellte/r

• Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

• Fachangestellte/r Zahntechnik/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: sabrinity

Foto: sabrinity

ENDLICH KEIN

SCHULGELD MEHR

Christel Zidi

Adobe Stock | #217829602

46 - WOLL Elternratgeber 2022



Z

umindest nicht in Gesundheitsfachberufen.

Diese positive Nachricht kam zu Beginn des

letzten Jahres und gilt für das Land NRW. Von

dieser Entscheidung, die rückwirkend zum 01.01.21

gilt, profitieren allein in Nordrhein-Westfalen mehr als

8.000 Auszubildende.

Wer nie verstanden hat, warum der Staat das Studium von

Apothekern und Ärzten bezahlt, die Ausbildung im Bereich

der Gesundheitsfachberufe allerdings nicht, muss sich seit

dem letzten Jahr keine Gedanken mehr darum machen. Mehr

denn je ist es wichtig, dass sich genügend Menschen für einen

Beruf im Gesundheitsfach entscheiden. Das wegfallende

Schulgeld ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Für folgende Berufe ist jetzt diese finanzielle Zuwendung

möglich:

• Ergotherapeut

• Logopäde

• Masseur*innen und medizinische Bademeister*innen

• Pharmazeutisch-technischen Assistent*innen

• Medizinisch-technischen

Laboratoriumsassistent* innen

• Medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen

und –assistenten

• Medizinisch-technischen Assistent*innen und

Assistenten für Funktionsdiagnostik

Ein ganz wichtiger Job im Gesundheitswesen ist der des

Notfall- oder Rettungssanitäters. Während früher die

Kommunen die Ausbildung zu Rettungsaassisten finanzierten,

sind jetzt die Krankenkassen verpflichtet, alle Ausbildungskosten

zu tragen. Teuer wird aber die Ausbildung

zum Heilpraktiker bleiben. Bis zu 10.000 Euro kostet die

1,5 bis zweijährige Ausbildung. Die Abschlussprüfung muss

durch einen Amtsarzt erfolgen. ■



WOLL Elternratgeber 2022 - 47


Traumberuf Kinderkrankenpfleger/in

JUNGS KÖNNEN DAS GENAUSO GUT!

Christel Zidi

Kann man sich Säuglinge ansehen, ohne dass einem

das Herz aufgeht? Ganz egal wie verknautscht

das kleine Gesicht ist. Auch außerhalb der Säuglingsstation,

auf der Kinderstation wirkt das „Kindchenschema“,

also die typischen Proportionen des Kleinkindgesichtes.

Die großen, runden Augen, die kleine Nase und

das Kinn lösen sofort ein Schutz- und Fürsorgeverhalten

aus. Das ist evolutionsbiologisch bedingt – und es wirkt.

Bei den Mädels steht dieser Beruf nach wie vor besonders

ganz hoch im Kurs. Jungs gibt es in diesem Ausbildungsberuf

– bisher - nur sehr wenige. Liegt es vielleicht daran,

dass man gerade in diesem Beruf viel mit körperlicher

Nähe zu tun hat? Ein Kriterium, mit dem sich vor allem

männliche Jugendliche etwas schwertun. Definitiv ist es

so, dass Männer in Pflegeberufen qualitativ gleichwerte

Leistungen erbringen und die Anerkennung seitens

der Patienten mindestens genauso hoch ist.

generalistische Ausbildung als Pflegefachmann/-

frau an einer Pflegeschule beginnen. Im letzten Ausbildungsjahr

kann man dann den Schwerpunkt auf

die Pflege von Kindern legen, um dann den Abschluss

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in zu

erwerben.

Später kann man dann sowohl in Krankenhäusern, in

Kinderkliniken und Kinderheimen, bei ambulanten

Pflegediensten und in Facharztpraxen für Kinder und

Jugendliche tätig werden. Auch im Rahmen eines dualen

Studiums (Abschluss Bachelor) kann der Beruf erlernt

werden, dann mit der Option auf Tätigkeiten mit Leitungsfunktion.


Männer sind in der Pflege

generell in der Unterzahl.

Im Jahr 2020 waren, so ein Bericht

der Bundesagentur für Arbeit

im Mai 2021, 80 Prozent der

in der Krankenpflege Beschäftigten

ohnehin Frauen,

in der Altenpflege lag

der Anteil gar bei 83 %.

Zuwächse sind kaum zu

verzeichnen. Außerdem

fand man heraus, dass

die Geschlechterverteilung

in den Metropolen

ausgeglichener ist als in

den ländlichen Regionen.

Um Kinderkrankenpfleger/in

zu werden,

muss man zunächst eine

Foto: Adobe Stock_109513177

48 - WOLL Elternratgeber 2022


EINE(R) VON

EINHUNDERTFÜNFZIG

KÜNFTIGEN

ALLROUNDERN

#gutesunternehmen

#gutesunternehmen

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I

rgendwann im Leben trifft man den „einen

von 80 Millionen“. Wann das passiert, steht für

die meisten jungen Menschen noch in den Sternen.

Bewusster und gezielter kann man sich für eine Ausbildung

entscheiden. Zum Beispiel eine generalistische

Pflegeausbildung an der LWL-Akademie Lippstadt.

Vielleicht ist Ihr Kind demnächst auch einer von 150

Azubi dort, ein zukünftiger Allrounder?!

Schon seit 1961 wird in der Akademie für Gesundheitsund

Pflegeberufe des Landschaftsverbandes Westfalen-

Lippe (LWL) ausgebildet. Anja Henrichs leitet die LWL-

Akademie in Lippstadt-Eickelborn. Sie empfiehlt jungen

Menschen, die einen Pflegeberuf ergreifen wollen, eine

generalistische Ausbildung, “weil die jungen Menschen

danach befähigt sind, in jedem Versorgungsbereich der

Pflege tätig zu werden – und das auch europaweit. Mit

den umfangreichen Handlungskompetenzen, die sie bei

uns erworben haben, können sie Menschen aller Altersgruppen

akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten

Pflegesituationen kompetent versorgen.“

Die dreijährige Ausbildung (Voraussetzung Mittlerer

Schulabschluss) ist aufgeteilt in einem theoretischen Teil

und der Fachpraxis in der LWL-Akademie. Die Praxiseinsätze

erfolgen in den LWL-Klinikstandorten Lippstadt

und Warstein und bei weiteren Kooperationspartnern.

Am Ende der Ausbildung steht das staatliche Examen.

Allen Auszubildenden der LWL-Akademie wird kostenloses

digitales Lernen mit iPads und entsprechender digitaler

Lernumgebung geboten. Auch der Kontakt zu den Dozenten

ist über die hauseigene Lernplattform möglich. Lernen

ist so also überall und jederzeit möglich.

Wer das Abitur oder die Fachhochschulreife besitzt und

sich für den Pflegeberuf besonders qualifiziert hat, kann

ab dem 2. Jahr den kooperativen Bachelorstudiengang

„Gesundheit (Pflege)“ beginnen. Dieses Studium ist mit

der Ausbildung zum Pflegefachmann/ zur Pflegefachfrau

verbunden. Wer möchte, kann auch direkt nach dem Bachelor

das Masterstudium aufnehmen.

In der LWL-Akademie erwartet die Auszubildenden ein

Team aus Pflegepädagogen mit langjähriger praktischer

Erfahrung und fundierten akademischen Qualifikationen

in der Berufs- und Pflegepädagogik. Ein offenes, engagiertes

und wertschätzendes Team, das sein Fachwissen

gern weitergibt - damit jeder der 150 Auszubildenden zu

einem Allrounder wird. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 49


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Individuelle Karriereplanung

im Städtischen Krankenhaus Maria Hilf in Brilon

Angehende akademisierte Pflegefachfrauen: Franka Rudolf (links) und Lena Still

PFLEGE DUAL: ZWISCHEN

WISSENSCHAFT UND PRAXIS

Christel Zidi

sabrinity

P

raxis und Theorie effizient zu verknüpfen

– diese Grundidee steht hinter dem Dualen

Studium. Auf der einen Seite nehmen die Studierenden

– ganz klassisch – an den Vorlesungen der

Hochschule teil. Auf der anderen Seite erweitern sie

ihre praktischen Kenntnisse in einem Unternehmen,

einem wie zum Beispiel das Krankenhaus Maria Hilf

in Brilon. Wer hier den Weg des Dualen Studiums einschlägt,

hat zum Schluss nicht nur den Bachelor in der

Tasche, sondern auch eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Schon seit 2016 bietet das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

im Städtischen Krankenhaus Brilon - als Kooperationspartner

der Fachhochschule in Münster - ein

duales Pflegestudium in der Kombination mit der Ausbildung

im Bereich der Pflege an. Franka Rudolf (21) und

Lena Still (22) haben sich entschieden, diesen Weg zu

gehen, um dann den Bachelorabschluss in der Pflege zu

erhalten. Das praxisbezogene Studium liegt ihnen sehr,

weil sie ihre während des Studiums erlangten und vertieften

pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse auch gleich in

der Praxis des Krankenhausalltages anwenden können.

Während Franka kurz nach dem Abitur ihre Ausbildung

zur Pflegefachfrau begann, war Lena zunächst zwei Jahre

im Ausland als Au Pair tätig. Beiden war bereits während

der Schule klar, dass sie gern im Bereich der Pflege arbeiten

würden. Franka, die aus Bleiwäsche kommt und

50 - WOLL Elternratgeber 2022


jetzt im 2. Ausbildungsjahr ist, hat sich gleich zu Beginn

ihrer Ausbildung um ein Duales Studium beworben. Ihre

Gründe dazu waren, dass „die Kombination aus Ausbildung

und Studium sehr attraktiv waren, mein Berufsalltag

bleibt abwechslungsreich und ich in vergleichbar kurzer

Zeit zwei verschiedene Abschlüsse erreichen kann.“ Auch

Lena, jetzt im 2. Ausbildungsjahr zur Pflegefachfrau sowie

parallel im 3. Semester des Studiums, sieht die Vorteile,

die ein solches Studium mit sich bringt und ergänzt:

„Man hat immer einen persönlichen Ansprechpartner in

der Ausbildungsstätte, einen großen Bezug zur Berufspraxis

sowie natürlich finanzielle Vorteile.“

Wer die Allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife

besitzt, kann nach 0,5-jähriger Ausbildung zur

Pflegefachkraft über ein Stipendium in den Bachelorstudiengang

„Pflege dual“ (Gesamt: sechs Semester)

einsteigen. Das Studium läuft parallel zur Ausbildung.

Nach Abschluss der Ausbildung schließt für 3 weitere

Semester das berufsbegleitende Studium an. Hier gibt

es die Möglichkeit weiter mit einer 50 %-Anstellung zu

arbeiten. Die Präsenzzeit an der Fachhochschule beträgt

eine Woche pro Semester, die Ausbildung und Studium

dauern insgesamt 4,5 Jahre. Während der Studienzeit ist

die Anstellung im Krankenhaus Maria-Hilf garantiert.

Studierte Pflegende, die ihren Beruf

durch ein duales Studium erlernt haben,

sind Experten dafür, theoretische

Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen

und so zur Verbesserung

der Pflegequalität beizutragen.

Mit einem Dualen Studium in der Gesundheitsbranche

ist man in Zeiten des demografischen Wandels nicht nur

ein begehrter Arbeitnehmer, sondern es bieten sich auch

hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten. Zudem wird

die praktische Arbeit bezahlt und die Studiengebühren

übernimmt das Krankenhaus Maria Hilf in Form eines

Stipendiums für das sich beworben werden muss. Petra

Vorderwisch, Schulleiterin im Briloner Krankenhaus,

ist es wichtig zu betonen, dass die reguläre Ausbildung

dabei nicht in ihrer Struktur angetastet wird:

„Das Duale Studium ist „on top“ – und damit natürlich

auch mit einer zusätzlichen Arbeitsbelastung für

die Studierenden verbunden.“

Trotz dieser Mehrarbeit weiß Franka die Kombination

aus Praxis und Theorie bereits jetzt zu schätzen und zu

nutzen: „Mittlerweile habe ich festgestellt, dass Inhalte aus

meiner Ausbildung im Studium aufgegriffen werden, wodurch

ich nochmals tiefere Einblicke in die Themen bekomme.“

Gut erkannt, denn für ein Pflegestudium ist es

wichtig, dass die Studierenden analytisch und ganzheitlich

denken können, schließlich sind sie es, die später zwischen

Wissenschaft und beruflichem Alltag vermitteln.

Um die Kompetenzen für Steuerungsaufgaben im Pflegeteam

zu erlangen, gehören deshalb auch sogenannte „Softskills“

wie Empathie, soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeiten

dazu.

Mit dem Abschluss des Dualen Studiums erwerben sich

die beiden jungen Frauen nicht nur einen Hochschulabschluss,

sondern sie besitzen damit auch wissenschaftliche

Kompetenzen für Steuerungsaufgaben im Pflegeteam oder

für eine hochschulische Weiterqualifizierung (Pädagogik,

Management oder Beratung).

Franka Rudolf und Lena Still wissen um ihre vielfältigen

beruflichen Möglichkeiten: „Ich möchte auf einer Intensivstation

zu arbeiten, bin aber auch gegenüber anderen

Bereichen offen“, berichtet Lena, die derzeit noch in

Paderborn wohnt. Und Franka ergänzt: „Genau wegen der

guten Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich mich auch

für das Studium entschieden. Hierdurch bleiben mir viele

Wege offen, da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht

für einen Arbeitsbereich festlegen möchte. ■

Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

am Städt. Krankenhaus Maria-Hilf Brilon gGmbH

Schulleitung: Petra Vorderwisch

Am Schönschede 1 | 59929 Brilon

✆ 02961 780 1440

E petra.vorderwisch@kh-brilon.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 51


Paula Rother (19) will Reittherapeutin werden

Mit Pferdestärke heilen

Thea Rother

Lisa Sambale

W

enn früher die Sommerferien nahten, wurde die kleine Paula schon ganz aufgeregt. Bald ging es

wieder auf den Bauernhof nach Hessen, zu ihren heißgeliebten Pferden. Eine Liebe, die bis heute anhält.

Heute mit 19 Jahren besitzt sie zwei eigene Pferde. Die hat sie in der Reitanlage Schloss Gevelinghausen

untergebracht, wo sie sich täglich um ihre, aber auch um andere Pferde kümmert. Ihre jüngere Schwester

Thea hat sie nach ihren beruflichen Zielen befragt.

52 - WOLL Elternratgeber 2022


„Ich mag den Kontakt mit Menschen,

die körperliche Aktivität und dass

mein gewählter Ausbildungsberuf sehr

abwechslungsreich ist.“ (Paula Rother)

Paula Rother liebt Pferde, aber genauso gern ist sie mit

Menschen zusammen. Klar war also, dass sie einen Beruf

im Sozial- bzw. medizinischen Bereich ergreift. Oder eben

etwas mit Tieren. „Ich wollte früher immer Bereiterin werden“,

verrät Paula, „aber jetzt mache ich erst einmal eine

Ausbildung zur Physiotherapeutin.“

Nach dem Fachabi ist sie jetzt im 1. Jahr an der Bildungsakademie

für Therapieberufe in Bestwig. Das Fachabi

ist allerdings keine Bedingung: „Um Physiotherapeut*in

zu werden, braucht man mindestens einen Realschulabschluss

oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener

Berufsausbildung“, erklärt Paula Rother. Drei Jahre

dauert die Ausbildung, also insgesamt mindestens 4.500

Stunden, die sich in einen theoretischen, einen fachpraktischen

und einen berufspraktischen Teil gliedern.

Nach einer intensiven Einführungsphase wird mit zunehmendem

Wissensstand die praktische Ausbildung am Patienten

weiter intensiviert. Dadurch gelingt ein leichterer

Übergang in die Berufspraxis.

Also geht es nicht weiter in Richtung Arbeit mit

Tieren? „Doch. Ich bin natürlich auch an Medizin interessiert,

für Menschen und Tiere. Deshalb arbeite ich

daraufhin, später eine Weiterbildung zu machen, um dann

Reittherapie geben zu können. Man kann sich eigentlich

unendlich weiterbilden und das auch in fast jeder erdenklichen

Weise, wie zum Beispiel Manuelle Therapie, Sporttherapie

und eben die tiergestützte Therapie.“

Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?

Morgens gehe ich zur Akademie. Anschließend fahre ich

meist direkt zum Stall, versorge dort alle Pferde, gebe Reitunterricht

und/oder reite selbst.

Was ist dein Ziel für die Zukunft?

Mein Traum ist, einen eigenen Hof zu haben, am besten in

Gevelinghausen, und dort Reittherapie sowie Reitstunden

zu geben. ■

Physiotherapeuten behandeln vor allem Menschen,

aber auch Tiere, deren körperliche Bewegungsmöglichkeiten

altersbedingt oder

aufgrund einer Krankheit, Verletzung oder Behinderung

eingeschränkt sind. Sie führen auch

vorbeugende Therapiemaßnahmen durch.

WOLL Elternratgeber 2022 - 53


PRODUKTION

UND FERTIGUNG

Top Berufe:

• Bäcker/-in

• Brauer/in und Mälzer/-in

• Chemikant/-in

• Fleischer/-in

• Konditor/-in

• Holzbearbeitungsmechaniker/-in

• Produktionstechnologe/-in

• Medientechnologe/-in

• Packmitteltechnologe/-in

• Verfahrensmechaniker/-in

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Ausbildungsangebote

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Foto:Iris Böning

Der besondere Moment,

wenn das heiße Eisen fließt….

Warum Jonas Tebbe der Beruf als „Gießereimechaniker,

Schwerpunkt Handformguss“ begeistert

Sonja Funke

Iris Böning

O

lsberg. „Wenn ich am Ende des Arbeitstages

etwas abgieße und das heiße Eisen fließen sehe,

dann ist das jedes Mal etwas Besonderes“, sagt

Jonas Tebbe. Der Siedlinghauser, der 2021 seine Ausbildung

beendete, hat mit dem „Gießereimechaniker –

Schwerpunkt Handformguss“ seinen Traumberuf gefunden.

Das sagt er nicht, das spürt man und sieht es ihm an.

Wir müssen schauen, direkt vor Ort, was diesen 25-Jährigen

so begeistert. Ab in die Gießerei der Olsberg GmbH!

Die Tür öffnet sich. Zwei, drei Schritte und da steht Jonas

Tebbe schon: ausgerüstet mit Schutzbrille, Schutzkleidung

und vor einem Kessel, aus dem die Funken sprühen.

Er gießt kleine Eisen-Taler für die Materialprobe. Qualitätsmanagement

muss sein. Mit einem riesigen Thermometer

misst er die Temperatur dieser eisernen Flüssigkeit

und ist zufrieden. 1380 Grad! Geschmolzen im großen

Kupol-Ofen. Dieses Haptische fasziniert auch die WOLL-

Reporter sofort. Erst die Form zu bauen, dann Kerne einzusetzen,

damit der Guss später auch Hohlräume für zum

Beispiel Elektromotoren oder Pumpen hat. Endlich zu gießen

und schließlich das oft riesige Endprodukt zu sehen.

54 - WOLL Elternratgeber 2022


Viel Verantwortung

All dies gibt Jonas Tebbe eine große Zufriedenheit. „Manchmal

habe ich über alle Arbeitsschritte die Verantwortung für

ein ganzes Stück“, freut sich der 25-Jährige. Er identifizierte

sich von Anfang an mit diesem Job. Was an Fähigkeiten

mitzubringen ist? „Man sollte rechnen können, naturwissenschaftlich

interessiert sein und auch technisches Zeichnen

gut finden.“ Zwischen 50 Kilogramm und bis zu 8 Tonnen

sind die Einzelanfertigungen schwer. Die Auftraggeber liefern

die Modelle, anhand derer erst die Form aus Sand gefertigt

und in diese dann das Eisen gegossen wird. Drei bis

vier Stücke stellen die Handformer am Tag her - vom Kontergewicht

für den Industrieroboter bis zum Pumpengehäuse.

Vor Ort, in der Gießerei, geht es nun ans Eingemachte. Wie

große Schubladen wirken die Formkästen. Der große Topf

mit dem flüssigen Eisen fährt heran. „Bitte ein paar Schritte

zurückgehen!“ Schon fließt das Eisen in die Negativform aus

Sand und bahnt sich seinen Weg. „Wenn ich als Former Mist

mache, kann ich schon mal locker 20.000 Euro im wahrsten

Sinne in den Sand setzen. Ich passe auf, bei jedem Arbeitsschritt“,

sagt Jonas Tebbe. Erst am nächsten Tag, wenn alles

abgekühlt ist, kann er sehen, ob das 2 x 2 Meter große

Getriebegehäuse gut gelungen ist. Hat alles geklappt? Muss

möglichst wenig nachgeschliffen werden? Die Handformer

tragen die Verantwortung.

Eine besondere Ausbildung

„Der Beruf ist leider nicht so bekannt, dabei ist er sehr vielfältig.

Noch dazu brauchen viele Unternehmen in unserer

Region zwischen Hallenberg und Soest die Gießereimechaniker“,

unterstreicht Personalleiterin Dagmar Srajek. An der

Ausbildung bei der Olsberg GmbH ist besonders, dass hier

noch viele handgeformte Gussteile hergestellt werden. „Unsere

Handformerei hat schon eine gute Größe. Wir nehmen

nach vier Wochen Grundausbildung hier im Betrieb auch die

Prüfung für Azubis anderer Unternehmen ab - ein echter Vertrauensbeweis.“

Und: Wer einmal die Handformerei erlernt

hat, ist begehrt, denn er kommt mit dieser Basis auch an jeder

Maschine klar. Jonas Tebbe war ein Selbstläufer. „Schon nach

zwei Wochen Praktikum habe ich auf ein halbes Jahr verlängert.

Hier sehe ich, wofür ich Mathe oder Physik gebraucht

habe.“ Dabei hatte der 25-Jährige es erst als Chemisch-Technischer

Assistent probiert. „Die Theorie war spannend, aber

die Praxis im Labor war nichts für mich. Hier sehe ich jeden

Abend, was ich gemacht habe. Dies ist das Passende.“ ■

OHRMANN MONTAGETECHNIK steht seit über 35 Jahren

für innovativen Sondermaschinenbau. Mit rund 170

Mitarbeitern stellen wir am Standort in Möhnesee

Montagemaschinen für Armaturenhersteller, die Automobilund

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findest Du auf unserer Homepage www.ohrmann.de in der

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WOLL Elternratgeber 2022 - 55


Lothar Molin, Ausbildungsbegleiter

HILFESTELLUNG GEBEN,

WO SIE GERADE BENÖTIGT WIRD

Sabina Butz

Tom Linke

W

as trieb einen Diplomingenieur dazu,

beruflich zum Ausbilder beim Kolpingbildungswerk

umzusatteln und sich über Jahrzehnte

als ehrenamtlicher Mentor, Ausbildungspate

oder Ausbildungsbegleiter in der Engagementsförderung

der Stadt Arnsberg einzusetzen?

Lothar Molin legt sofort los, nicht etwa mit seinem Lebenslauf,

seiner beruflichen Karriere oder seinen anderen

ehrenamtlichen Verdiensten, sondern mit der Feststellung:

„Einem Jugendlichen auf den beruflichen Weg geholfen

zu haben, ist ein sehr bereicherndes Gefühl. Da war

z.B….“ und dann folgt eine kurze Schilderung, wie ein

etwas hilfloser Schüler für sich selbst zur beruflichen Entscheidungsfindung

gelangte und diese dann auch erfolgreich

umsetzen konnte.

Im Mittelpunkt stehen die Berufssuchenden

Unsere Frage, wie das alles anfing, wird ebenfalls mehr aus

der Perspektive der Schüler als der „Helfer“ geschildert:

„Die Engagementförderung der Stadt Arnsberg betreibt

mit der Grimme-Schule ein Projekt mit dem Titel Ausbildungspaten.

Dafür wurden ehrenamtliche Mentoren

gesucht, um die Hauptschüler ab der neunten Klasse auf

den Beruf vorzubereiten, bzw. sich für einen Beruf zu ent-

56 - WOLL Elternratgeber 2022


scheiden. Das war genau mein Ding. Im Mittelpunkt steht

für mich jedes Mal der oder die Schüler/in: Wo liegen die

Stärken und wo sind Schwächen? Wie kann ich den jungen

Menschen dabei begleiten, seine eigene Entscheidung

zu treffen? Viele sind einfach nur nicht informiert. Sie

wissen nicht, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen.

Da setze ich an. Jeder einzelne „schwierige“ Schüler ist für

mich eine Herausforderung: Sie sind ja nicht „schwierig“

geboren. Irgendwie hat doch jeder Schwierigkeiten, die

dazu da sind, überwunden zu werden. Ich glaube, meine

Schüler merken, dass ich sie wertschätze, sie ernst nehme

und vor allem, dass ich zuhören kann.“

Jeder Mensch braucht eine Perspektive

Einen guten Ausbildungsbegleiter zeichnen Verständnis

für die individuellen Sorgen und Probleme bei der Berufsentscheidung

junger Menschen aus. Geduld, Einfühlungsvermögen

und der Glaube, dass jeder Mensch eine

Chance und Perspektive verdient hat, gehören sicherlich

auch dazu. „Wir sind keine ausgebildeten Lehrer, Sozialarbeiter

oder Psychotherapeuten, sondern engagierte Menschen,

die sich den oft komplizierten Lebensbedingungen

Jugendlicher widmen, um Hilfestellung zu geben, wo sie

gerade benötigt wird. Das kann dann auch mal eine Nachhilfe

in bestimmten Fächern sein oder Unterstützung bei

der Bewältigung sozialer Schwächen. Auch Verhaltensmuster,

die aus dem Rahmen fallen, können wir zumindest

erkennen, benennen und vielleicht bewusst machen.

Insgesamt könnte man unsere Arbeit auch als ein Stück

Lebenshilfe bezeichnen“

Berufsberatung verblüffte mich selbst, dass ich ganz offensichtlich

mehr für technische Bereiche geeignet sein

sollte. Mein Vater entschied, ich solle erst einmal etwas

Vernünftiges lernen und suchte mir einen Ausbildungsplatz

als Werkzeugmacher. Danach absolvierte ich mein

Diplomingenieursstudium in Iserlohn und war als Betriebs-

und Personalleiter tätig. Schließlich entdeckte ich

meine wahre Berufung: Technisches Knowhow mit sozialer

Komponente zu verbinden und wurde bis zu meinem

Ruhestand Sozialpädagoge und Pädagoge beim Kolping-

Bildungswerk für Schulabgänger, die noch nicht ausbildungsfähig

waren.

Einen Extratipp für den Einstieg in die Berufsausbildung

kann ich allen empfehlen, bei denen die Ausbildungsfähigkeit

noch fraglich ist: Das Kolping-Bildungszentrum

bietet eine einjährige Berufsvorbereitung an.

Wenn jemand während der Ausbildung Schwierigkeiten

in der Berufsschule hat, dem empfehle ich die Teilnahme

an der ausbildungsbegleitenden Hilfe beim Kolping-Bildungszentrum.“


Extratipp zur Berufsfindung

Was Lothar Molin zu einem qualifizierten Ausbildungsbegleiter

macht, erklärt er so: „Nach meinem Realschulabschluss

wollte ich Bankkaufmann werden. Bei der

Lothar Molin, Jahrgang 1932, engagiert sich neben

seiner ehrenamtlichen Arbeit als Ausbildungsbegleiter

bei den Pfadfindern, der Interessenvertretung

der Behindertenhilfe und Tischtennisspielern

in ihren jeweiligen Aktionen, als Stiftungsvorstand

beim Deutschen Jugendherbergswerk und in vielen

weiteren Aktionen

WOLL Elternratgeber 2022 - 57


Foto: Adobe Stock_222657599

Förderprogramm Erasmus+ wertet berufliche Ausbildung deutlich auf

„INTERNATIONALE

BERUFLICHE MOBILITÄT“

Paul Senske

Erasmus+ oder auch Erasmus plus ist ein Förderprogramm

der Europäischen Union (EU)

für die Schul-, Berufs- und Hochschuldbildung.

Ursprünglich war das Förderprojekt - zunächst als Sokrates-

und Erasmus-Programm bezeichnet - für den

internationalen Studentenaustausch vorgesehen, nach

Zwischenstufen ist es unter der Prämisse des lebenslangen

Lernens und unter dem Begriff Erasmus+ auch für

Schülerinnen und sowie für Auszubildende offen und

findet in der heimischen Region in Berufsschulen und in

Betrieben vermehrt Anklang.

Betriebspraktika im europäischen Ausland oder weltweit

(Förderprogramm „Ausbildung weltweit“) sind angesichts

der weltweiten, wirtschaftlichen Verflechtungen Teile des

beruflichen Anforderungsprofils und werten den Lebenslauf

der Auszubildenden auf. Aus- und Weiterbildung im

Ausland bieten glänzende Möglichkeiten, internationale

Berufskompetenzen und Berufserfahrungen zu erwerben.

Das Lernen von Fremdsprachen, der Erwerb interkultureller

Kompetenzen, Kontakte und Freundschaften sind

weitere Pluspunkte. Dass Betriebspraktika im Ausland die

Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein der Azubis steigern,

sind ebenfalls nicht zu unterschätzende Aspekte.

Ausbildungsbetrieb muss zustimmen

Die Voraussetzungen für ein Auslandspraktikum sehen im

Wesentlichen ein Mindestalter von 17 Jahren, das Absolvieren

einer staatlich anerkannten Berufsausbildung sowie

mittlere Kenntnisse der Sprache des Ziellandes vor. Eine

Grundvorrausetzung ist die Zustimmung des Ausbildungsbetriebes.

Erasmus+ bietet auch Auszubildenden mit besonderem

Bedarf ein Praktikum im Ausland an. Der Großteil

der Kosten wird durch das Förderprogramm gedeckt. Auch

viele Betriebe zeigen sich kulant.

weiter auf Seite 60

58 - WOLL Elternratgeber 2022


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Zukunftswerkstatt und hat sich innerhalb des Konzerns als Motor für Forschung und Entwicklung etabliert.

Um seinen Wettbewerbsvorsprung zu sichern und weiter auszubauen, setzt Infineon auf klare unternehmerische

Entscheidungen, schnelle Umsetzungen und gut ausgebildete und motivierte Talente,

die von Beginn an gezielt fördert und in die Projekte eingebunden werden.

Schule aus. Leben an.

Egal ob Du eine technische oder kaufmännische Ausbildung suchst, Infineon bietet Dir

beides! Oder möchtest Du doch lieber studieren und gleichzeitig im Job durchstarten?

Dann ist einer unserer dualen Studiengänge in Kooperation mit der Fachhochschule

Südwestfalen in Soest etwas für Dich. Kontaktiere dazu einfach Dein Infineon Ausbildungsteam

unter www.infineon.com/ausbildung.

Noch mehr Gründe für Infineon

Bei uns arbeitest Du in einem modernen, internationalen Unternehmen mit rund 50.280 Mitarbeiter*innen

weltweit, darunter über 2000 Menschen aus 38 Nationen allein in Warstein. Einem

Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit, das auch jede Menge Benefits bietet: eine

Optimierung der Work-Life-Balance, sehr gute Gesundheitsvorsorge und natürlich beste Weiterbildungsmöglichkeiten.

Du bringst mit…

Verlässlichkeit und Zielstrebigkeit

Verantwortungsbewusstsein

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Teamfähigkeit

Eigeninitiative

WOLL Elternratgeber 2022 - 59


EINSTIEG MIT

AUSBLICK!

Ausbildung bei BMS.

Wir suchen engagierte Auszubildende, die gerne abwechslungsreiche

Aufgaben übernehmen und unseren

Erfolg aktiv mitgestalten möchten. Dafür bieten

wir euch attraktive Fördermaßnahmen für einen

guten Start ins Berufsleben. Bewerbt euch jetzt bei

BMS und werdet Teil unserer Erfolgsgeschichte!

Wir suchen:

• Konstruktionsmechaniker (m/w/d)

• Technischer Systemplaner (m/w/d)

• Bauzeichner (m/w/d)

Wer wir sind:

Als inhabergeführtes, mittelständisches Unternehmen

aus dem Sauerland haben wir uns auf passgenauen

Industriebau spezialisiert. Wir liefern

unseren Kunden schlüsselfertige, nachhaltige und

zukunftsorientierte Lösungen in den Bereichen

Verwaltungsbauten, Industrie- und Logistikhallen.

BMS Industriebau GmbH

Alte Heeresstraße 25 I 59929 Brilon

Tel: +49 2961 980-200

bewerbung@bms-industriebau.de

Die Berufsschulen bzw. Berufskollegs sind die ersten

Ansprechpartner und informieren über Voraussetzungen

und Möglichkeiten für interessierte Azubis, Schülerinnen

und Schüler. Einige Schulen, wie zum Beispiel

das Berufskolleg am Berliner Platz in Neheim-Hüsten

oder das Berufskolleg Meschede, bieten zudem den Erwerb

des Zertifikats „Internationale berufliche Mobilität“

an. Dafür ist ein jeweils 20-Stündiges Vor- und

Nachbereitungsseminar erforderlich. Dazwischen liegt

ein mindestens zweiwöchiges Praktikum im Ausland.

Bei den Kursen, die im Abendunterricht oder am Wochenende

angeboten werden, geht es vor allem um berufliche

Orientierung im Ausland, um die Kommunikation

mit digitalen Medien oder um Selbstentwicklung

und Selbstorganisation.

Berufskolleg am Berliner Platz

in Neheim-Hüsten ist Vorreiter

Ein Vorreiter in Sachen Auslandspraktikum ist das Berufskolleg

am Berliner Platz in Neheim-Hüsten. Das

Kolleg hat sich vor einem Jahr erfolgreich am Verfahren

zur Akkreditierung durch die Nationale Agentur (NA)

für Berufsbildung in Bonn beworben und ist akkreditierter

Erasmus+ Partner. Für die Schule stellt die erfolgreiche

Akkreditierung einen Meilenstein auf dem Weg

in eine verstärkte Internationalisierung der Schule. Ziel

ist es, ihren Lernenden künftig noch mehr Möglichkeiten

der Beteiligung an internationalen Projekten sowie

an Praktikumsaufenthalten im Ausland zu bieten, so

das Berufskolleg des HSK. ■

60 - WOLL Elternratgeber 2022

260419_BMS_Anzeige_Ausbildungsatlas_90x252.indd 1 26.04.19 13:22


IMI Hydronic Engineering –

Starte mit uns in die Zukunft

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IMI Hydronic Engineering

H

ast Du Lust in einem Unternehmen mitzuarbeiten,

das global führend und gleichzeitig stark

in der Region verwurzelt ist? Ein Unternehmen,

das sich in mehr als 90 Jahren stetig weiterentwickelt hat?

Das sein Know-how in Produktion und Entwicklung

steckt und zukunftsgerichtet auch in die Aus- und Weiterbildung

seiner Mitarbeiter?

Wer wir sind

IMI Hydronic Engineering bietet hydraulische Lösungen für

wassergeführte Heiz- und Kühlsysteme, um ein perfektes

Raumklima bei minimalem Energieverbrauch zu erreichen.

Unsere führenden Marken IMI Pneumatex, IMI TA und

IMI Heimeier wurden bereits in über 100.000 Bauprojekte

weltweit eingesetzt. Wir bieten Produkte und Lösungen in

drei Schlüsselbereichen: Druckhaltung und Wasserqualität,

Einregulierung, Regelung und Stellantriebe sowie thermostatische

Regelung. Seit 1995 gehört das Unternehmen zur

britischen IMI-Gruppe, die etwa 10.000 Mitarbeiter beschäftigt.

In der Sparte Hydronic ziehen wir unsere Stärke

aus über 2.000 talentierten Mitarbeitern, die in mehr als 30

Ländern vertreten sind und somit ein reichhaltiges und vielfältiges

Umfeld für Teamarbeit und Entwicklung bieten.

Wen wir suchen

Wir suchen Schulabgänger*innen, die genau so sind wie wir:

engagiert, lernbereit, motiviert, offen und verantwortungsbewusst.

Je nach Berufssparte sollten Bewerber*innen mit

einem gutem Schulabschluss Interesse an Technik bzw. an

betriebswirtschaftlichen Themen mitbringen. Fremdsprachenkenntnisse

sind wünschenswert, da wir regelmäßig auch

mit unseren internationalen Teams in Kontakt treten.

Ausbildung bei IMI Hydronic

Im Jahr 2022/2023 bieten wir an unserem Standort in Erwitte

Ausbildungsplätze für folgende Berufe an:

· Industriekaufmann (m/w/d)

· Zerspanungmechaniker (m/w/d)

· Gießereimechaniker (m/w/d)

· Werkzeugmechaniker (m/w/d)

· Maschinen u. Anlagenführer (m/w/d)

Während der gesamten Ausbildung erfolgt eine intensive Betreuung.

Durch die „Welcome Tage“ lernen alle Berufsstarter*innen

unser Unternehmen, die Produkte und wichtige Ansprechpartner

gleich zu Beginn kennen. Regelmäßig tauschen sich unsere

Azubis auch untereinander aus. Ein/e Pate*in aus höherem Ausbildungsjahr

betreut bei Fragen und Herausforderungen. Während

der gesamten Ausbildung nehmen unsere Auszubildenden

aktiv an verschiedenen Projekten und Aktionen teil.

Eine Ausbildung bei IMI Hydronic Engineering ist von Anfang

an spannend. Also starte Deinen Berufsweg bei uns und

geh mit uns in die Zukunft! Als Mitglied der Charta der Vielfalt

haben wir uns der Diversität verschrieben und freuen uns

über Bewerbungen von Angehörigen jeden Geschlechts. ■

Haben wir Dein Interesse geweckt?

Dann sende uns Deinen Lebenslauf und zwei letzte

Schulzeugnisse an: hr.germany@imi-hydronic.com

IMI Hydronic Engineering Deutschland GmbH​

Postfach 1124 59592 Erwitte

Völlinghauser Weg

59597 Erwitte

Tel. +49 29 43 891 113

E-Mail: hr.germany@imi-hydronic.com

www.imi-hydronic.com/de-de/ausbildung

WOLL Elternratgeber 2022 - 61


METALL UND

MASCHINENBAU

Top Berufe:

• Feinwerkmechaniker/in

• Industriemechaniker/in

• Maschinen- und Anlagenführer/in

• Metallbauer/in

• Konstruktionstechnik

• Metallgestaltung

• Stanz- und Umformmechaniker/in

• Technischer Produktgestalter/in

• Verfahrenstechnologe/in

• Werkzeugmechaniker/in

• Zerspanungsmechaniker/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: Matthias Koprek

Sabri Khudida wird Industriemechaniker

Matthias Koprek

EIN PARADEBEISPIEL

FÜR INTEGRATION –

DANK DUALER AUSBILDUNG

N

och vor wenigen Jahren wusste Sabri Khudida

nicht, was eine duale Ausbildung ist. Der

23-Jährige flüchtete 2016 mit seiner Familie

vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS),

die in seinem Heimatland Irak für einen verheerenden

Bürgerkrieg sorgte. Nach einer Odyssee durch die Aufnahmeeinrichtungen

in München, Berlin und Köln ist

die Familie in Bad Sassendorf gelandet. Hier konnte

Sabri zunächst seinen Hauptschul- und direkt im Anschluss

seinen Realschulabschluss machen.

Bei einem Tag der offenen Tür für Schüler und Eltern lernte

Sabri 2018 zum ersten Mal das Unternehmen Ohrmann

Montagetechnik in Möhnesee-Wippringsen kennen. „Ich

war fasziniert von den großen Maschinen, die hier gebaut

werden“, sagt er. Noch am selben Tag vereinbarte Sabri

ein Praktikum, um wenig später zwei Wochen lang in den

Familienbetrieb und den Ausbildungsberuf des Industriemechanikers

hinein zu schnuppern.

62 - WOLL Elternratgeber 2022


Wir suchen Dich!

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Karriereseite!

Du hast hast einen einen Schulabschluss oder oder dieser steht steht DIR DIR kurz kurz bevorvor?

DU DU bist bist begeistert von von Technik und und großen Baumaschinen,

findest Teamwork super und und möchtest von von Anfang an aktiv aktiv mit-

mitarbeiten?

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Mechatroniker für

Betriebstechnik

(m/w/d)

Familienunternehmen mit mit Verantwortung

Dein EINSTIEG:

Stell Stell DIR DIR vor, vor, DU DU kommst morgens zur zur Arbeit und und schraubst an an

gigantischen Maschinen und und Anlagen, von von denen andere nur nur träumenmen,

während ihr ihr Blick Blick sehnsüchtig aus aus dem dem Bürofenster schweift!

Damit schickst DU DU z.B. z.B. 600 600 Tonnen Kalkstein/Std. reibungslos

durch unsere Aufbereitungsanlagen und und stellst durch mechatroni-

träuschsche

Tätigkeiten sicher, dass dass ca. ca. 1,5 1,5 Mio. Mio. Tonnen Kalksteinprodukte/Jahr

in Warstein & & Kallenhardt verarbeitet werden!

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nimmst DU DU am am wöchentlichen Berufsschulunterricht und und an an Se-

Seminaren

teil. teil. So So schaffst DU DU im im Handumdrehen die die fung fung vor vor der der IHK IHK und und wir wir können DIR DIR im im Anschluss einen einen sicheren

Arbeitsplatz bieten!

Vereinigte Warsteiner Kalksteinindustrie GmbH & & Co.KG

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Bewerbungen an: an: Tel.02902-97850 -11 -11 • •

Abschlussprü-

bewerbung@westkalk.de

„Für mich war das wie ein Traum.“

„Die Ankunft in Deutschland war für mich voller Überraschungen.

Im Irak sind die Schule und die Ausbildung

komplett anders. Als ich angekommen bin, habe ich mich

bei der Agentur für Arbeit über Berufe informiert. Für

mich war das wie ein Traum, als ich gemerkt habe, dass

mir hier in Deutschland alle Möglichkeiten offenstehen

und ich mir aussuchen kann, was ich beruflich machen

möchte.“

Die Ausbildung zum Industriemechaniker hat bei Ohrmann

eine lange Tradition. Bereits 1990 – und damit nur

drei Jahre nach Unternehmensgründung – begann hier

der erste Lehrling, wie man damals noch sagte. Der Lehrling

von damals arbeitet noch heute in dem Betrieb, der

Maschinen für komplexe Montageaufgaben in die ganze

Welt verkauft. Angefangen hat 1986 alles mit der Frage,

wie man Dichtungen automatisch in Wasserhähne montieren

kann.

Sabris Einstieg in die duale Ausbildung gelang über ein

Einstiegsqualifizierungsjahr, das ihm die Gelegenheit gab,

seine sprachlichen Defizite wettzumachen. Dieses Jahr

WOLL Elternratgeber 2022 - 63


Industriemechaniker (m/w/d)

Fachrichtung Maschinen- und Anlagenbau

Sabri Khudida war von Anfang an von

den großen Maschinen fasziniert

In der Ausbildung zum Industriemechaniker bei Ohrmann

Montagetechnik lernen Auszubildende Baugruppe,

Stationen und Maschinen bis hin zu ganzen

Produktionsanlagen nach Konstruktionszeichnungen

zusammen zu bauen und in Betrieb zu nehmen. Besondere

Abwechslung gibt es durch Einsätze vor Ort

bei Kunden, bei denen die Maschinen installiert, repariert

oder gewartet werden. Neben handwerklichem

Geschick sind technisches Verständnis und logisches

Denken gefragt.

verbrachte er gemeinsam mit den anderen Auszubildenden

im Betrieb und besuchte als Gast bereits die Berufsschule.

So konnte er sich in Ruhe mit den Begrifflichkeiten vertraut

machen, die in keinem Deutschkurs gelehrt werden.

„In diesem Jahr konnten alle Seiten ihre Bedenken ausräumen

– ganz ohne Leistungsdruck“, sagt Tanja Beringer

aus der Personalabteilung. „Uns war schnell klar, dass das

klappt und wir nach dem Jahr mit der Ausbildung durchstarten

können.“

Hobby zum Beruf gemacht

Mittlerweile hat Sabri den ersten Teil der Abschlussprüfung

absolviert. Das heißt auch, dass er zunehmend in

komplexe Bauprojekte eingebunden wird und verantwortungsvolle

Aufgaben an Kundenprojekten übernimmt.

„Seit meiner Prüfung werde ich im Standardbereich eingesetzt,

wo halbautomatisierte Stationen für kleinere Maschinen

gebaut werden“, sagt der Azubi.

In den ersten eineinhalb Jahren wurden ihm die Berufsgrundlagen

beigebracht. Dazu gehören der Umgang mit

handgeführten Werkzeugen und das Maschinenarbeiten.

Die Auszubildenden lernen bohren, feilen, drehen, fräsen.

„Natürlich üben sie erst einmal an Lehrprojekten.

Sie werden dann allerdings schnell in den Produktionsprozess

mit einbezogen, indem sie reale Bauteile fertigen,

die später in Maschinen verbaut werden“, erklärt Ausbilder

Ralf Hottmann. „Für mich ist das nicht nur Arbeit,

sondern auch mein Hobby“, erzählt Sabri. Schon im Irak

hat er Fahrräder und Haushaltsgeräte repariert. „Ich habe

defekte Geräte immer auseinandergebaut, weil ich wissen

wollte, wie die von innen aussehen und funktionieren. Im

Praktikum habe ich gesehen, dass bei Ohrmann richtig

große Maschinen gebaut werden, was mich fasziniert hat.“

Erstmals weibliche Azubis zur

Industriemechanikerin

Und so ist die praktische Arbeit mit Werkzeugen und an

den Maschinen weiterhin Sabris Lieblingsaufgabe. Am

Computer hingegen sitzt er eher ungern. „Es ist einfach

toll zu sehen, was man am Ende des Tages mit seinen

Händen geschafft hat“, sagt er.

Auch wenn bis zum Ausbildungsende noch einige Handgriffe

getätigt und Prüfungen absolviert werden müssen,

stehen die Übernahmechancen für Sabri gut. Ohrmann

möchte seine eigenen Fachkräfte ausbilden und behalten.

Neben der Integration von Jugendlichen mit Migrationserfahrung

ist es den beiden Gesellschafterinnen ein großes

Anliegen, auch Mädchen für Technik zu begeistern. Seit

dem Sommer 2021 gibt es erstmals zwei weibliche Auszubildende

zur Industriemechanikerin im Betrieb.

Nach Abschluss der Ausbildung freut sich Sabri vor allem

auf die Montageeinsätze im Ausland. Denn als Industriemechaniker

ist er auch dafür verantwortlich, die fertigen

Maschinen beim Kunden zu montieren. „Das ist wieder

etwas Neues für mich und das finde ich sehr spannend“,

sagt er motiviert. Seit einem Jahr lebt Sabri in seiner eigenen

Wohnung in Möhnesee und ist in seiner neuen Heimat

längst bestens integriert. ■

64 - WOLL Elternratgeber 2022


Für Eltern und Jugendliche

Schule aus und dann? Jetzt informieren!

Entdecke Deine

Ausbildungsregion

Praxisnah starten, gezielt weiterbilden.

www.azubi-finder.de

WOLL Elternratgeber 2022 - 65


WIRTSCHAFT,

VERWALTUNG UND HANDEL

Top Berufe:

• Automobilkaufmann/frau

• Bankkaufmann/frau

• Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk

• Industriekaufmann/frau

• Kaufmann/frau

• für Büromanagement

• für Versicherungen & Finanzen

• im Groß- und Außenhandelsmanagement

• im Einzelhandel

• im E-Commerce

• Steuerfachangestellte

• Verkäufer/in

• Verwaltungsfachangestellte/r

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

imsauerland.de

Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Foto: AdobeStock_413731822

„ALS

INDUSTRIEKAUFMANN

IST MAN IN EINER

SEHR GUTEN

AUSGANGSSITUATION“

Monika Loerchner

Georg Giannakis

W

enn Torben Schäfer aus dem Fenster zu seiner Linken

schaut, sieht er eine wunderschöne, grüne Landschaft.

Schaut er an seinem Kollegen vorbei aus dem Fenster

hinten rechts, fällt sein Blick auf riesige Fertigungsanlagen. Hier

produziert die Firma Constab in Rüthen Granulate („Masterbatch“

und „Compound“), aus denen später Folien gefertigt werden.

Als Industriekaufmann gibt es hier kaum einen Bereich, mit

dem Torben Schäfer nichts zu tun hat.

66 - WOLL Elternratgeber 2022


Ausbildung bei WEPA

Gemeinsam Zukunft gestalten

Du hast Lust auf ein zukunftsorientiertes Familienunternehmen?

Du möchtest jeden Tag aufs Neue über Dich

hinauswachsen? Dann bist Du bei uns genau richtig!

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→ Papiertechnologe (m/w/d)

→ Mechatroniker (m/w/d)

→ Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

→ Fachinformatiker (m/w/d)

→ Kaufmann Spedition und

Logistikdienstleistungen (m/w/d)

→ Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

→ Industriemechaniker (m/w/d)

→ Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)

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www.wepa.eu

„Ich sitze hier im Customer Support“, erzählt Torben Schäfer,

zu Deutsch: im Kundendienst. Der 22-Jährige hat von

2018 bis 2021 seine Ausbildung in dem Unternehmen gemacht

und ist danach geblieben. Als Industriekaufmann

könnte er aber in fast jeder Branche Fuß fassen.

Zu Schulzeiten hatte Torben Schäfer ein Praktikum im

Automobilbereich gemacht, aber schnell gemerkt, dass das

nichts für ihn ist. Über eine Anzeige war er dann auf den

Ausbildungsberuf Industriekaufmann aufmerksam geworden.

„Ich habe mir die Tätigkeitsfelder angeschaut und gedacht:

Das ist es!“ Während seiner Ausbildung hat er das

Berufskolleg Hubertus Schwarz in Soest besucht. „Da waren

Finanz- und Steuerwesen, Controlling, Wirtschafts- und

Sozialwesen sehr wichtig, aber auch Marketing, Vertrieb

und eben Englisch.“

Zahlen, Kreativität, Organisation und ganz

viel mit Menschen

„Natürlich war die Ausbildung schwieriger als früher die

Schule“, erzählt er. „Wir mussten sehr viel mehr Eigenverantwortung

und Disziplin aufweisen.“ Eine Herausforderung,

die der junge Mann mit Bravour gemeistert hat. „Als Industriekaufmann

muss man alles im Blick behalten können,

denn wir hängen mit zig Prozessen zusammen. Und wenn

etwas mal nicht planmäßig läuft, muss man alles schnell

umkoordinieren können.“ Neben Organisationstalent und

Teamfähigkeit spielt es auch eine große Rolle, keine Scheu

zu zeigen. So war es selbst für Torben Schäfer, der sich als

offenen Menschen beschreibt, anfangs schwierig, mit ihm

vollkommen unbekannten Kunden am Telefon zu sprechen.

Am meisten schätzt der Industriekaufmann seine Kolleginnen

und Kollegen, dass ihm das Unternehmen ermöglicht,

das zu tun, was ihm Spaß macht und dass nie ein Arbeitstag

dem vorherigen gleicht.

Ausbildung als Basis fürs Studium

Torben Schäfer liebt seinen Beruf. Er sieht sich selbst eher als

Praktiker und hat noch Großes vor: Seit Januar 2022 studiert

er an der Fernuni Göttingen BWL. „Dafür bekomme ich

von der Firma viel Unterstützung“, erzählt der junge Mann

erfreut. Auch kann er bei Fragen immer praxiserfahrene

Kollegen und Kolleginnen um Rat bitten. Seine Ausbildung

WOLL Elternratgeber 2022 - 67


Industriekauffrau/-man

Die Ausbildung zur/zum Industriekauffrau/-mann

dauert 3 Jahre, kann aber bei besonders guter Leistung

auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Die praktische Ausbildung

umfasst viele Bereiche eines Unternehmens: Einkauf

und Materialwirtschaft, die Personalabteilung,

Marketing, Rechnungswesen/Controlling und den

Vertrieb. Oft werden auch Einblicke in die Produktion

gegeben. Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, bedarf

es keines vorgeschriebenen Schulabschlusses, jedoch

bevorzugen Unternehmen Bewerber/-innen mit einem mittleren-

oder hohen Bildungsabschluss.

wird ihm übrigens

in Form der ersten drei

Semester angerechnet. Ist parallel zu einer 37,5h-Arbeitswoche

noch zu studieren nicht zu viel? Torben Schäfer zuckt

mit den Schultern und lächelt. „Ja. Aber ich habe halt meine

Ziele.“

Für angehende Auszubildende hat der zielstrebige junge

Mann einen besonderen Tipp: „Man muss immer auch

selbst sagen, was man sich wünscht und wo man sich sieht.

Dann wird einem meist vieles ermöglicht.“

Nach erfolgreichem Berufsabschluss stehen der/dem Industriekauffrau/-frau

viele Branchen als Tätigkeitsfelder offen. In

Sachen Weiterbildung kann man den Fachwirt machen oder

ein berufsbegleitendes Studium aufnehmen. ■

68 - WOLL Elternratgeber 2022


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KARRIERESTART BEI AUDAX

AUDAX

Wir bieten in jedem Jahr Ausbildungsplätze für den Beruf

als Steuerfachangestellte/r; Kaufmann/-frau für Büromanagement

sowie in Kombination mit einem dualen Studium

bei uns an. Es erwartet Dich in unserer Kanzlei eine spannende

und abwechslungsreiche Ausbildung mit besten Zukunftsperspektiven

und vielen Karrieremöglichkeiten.

Falls Du eine Affinität zu Zahlen besitzt, gern sorgfältig und

verantwortungsbewusst arbeitest, bist Du in unserem Team

goldrichtig. Durch zielorientiertes und analytisches Arbeiten

werden diese Berufsbilder geprägt. Durch den Kontakt zu

unserem vielseitigen Mandantenkreis sowie zu verschiedekoko

- Konzept & Kommunikation

AUDAX gehört in der Region zu den führenden

Kanzleien im Bereich Steuerrecht und

Wirtschaftsprüfung. Als Spezialisten für inhabergeführte

Unternehmen haben wir die finanziellen Belange

der Betriebe und der Menschen im Blick. Unser erklärtes

Ziel ist es, die im Sinne unserer Mandanten stärkste Lösung

zu erarbeiten. Täglich aufs Neue. Das zu schaffen, ist nur

möglich, wenn man mit einem engagierten, motivierten und

dynamischen Team arbeitet.

nen Finanzämtern und Behörden bleibt es im täglichen Ablauf

stets spannend und abwechslungsreich.

AUDAX gehört zu den modernsten Arbeitgebern in Südwestfalen.

Es erwartet Dich ein innovatives Kanzleikonzept

sowie digitale Arbeitsabläufe. Wir begleiten Dich während

der gesamten Ausbildungszeit durch externe und interne

Schulungen. Ein bereits ausgebildeter Mentor begleitet Dich

über die gesamte Ausbildungszeit. Zudem steht Dir unser

Team aus Fachkräften für alle Fragen und Themenbereichen

stets kollegial zur Seite.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung garantiert

Dir AUDAX eine Übernahme, denn unser Ziel ist es, Mitarbeiter

langfristig zu gewinnen. Aufgrund der Größe unserer

Kanzlei sind Spezialisierungen in Themenbereichen Deiner

Wahl jederzeit möglich. Zudem fördern wir die Teilnahme

an Aus- und Fortbildungen wie z. B. zum Bilanzbuchhalter,

Steuerfachwirt, Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer. Die

überdurchschnittliche Bestehensquote bei den abgelegten

Berufsexamina bestätigt unser Konzept.

Ausbildung ist wichtig - AUDAX steht für Ausbildung und

Erfolg. ■

Niedereimerfeld 47 // 59823 Arnsberg

Tel.: 02932 / 20 90 - 0

Bewerbungen bitte an: sekretariat@audax-wp-stb.de

audax.wp.stb

WOLL Elternratgeber 2022 - 69


Lukas, Elisa und Pia (v.l.n.r.)

LET YOUR TALENT SHINE

Als europaweit führender Anbieter für Wohnraumleuchten

haben wir es uns zur Herzensangelegenheit

gemacht, diesen Claim mit Leben zu füllen.

Wir möchten jungen Talenten den Weg in eine überzeugende

und vor allem zufriedenstellende Karriere

ebnen. Unsere Azubis erfahren während ihrer

Ausbildung intensive Betreuung und Unterstützung

durch die Personalabteilung und die verschiedenen

Fachabteilungen; zusätzlich bieten wir individuelle

Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Perspektive

Wir verfolgen eine klar definierte Wachstumsstrategie.

Das bedeutet auch, unseren Auszubildenden

und Studierenden im Anschluss an die Ausbildung

eine langfristige Perspektive in einem

gesunden und zukunftsorientierten Unternehmen

mit flachen Hierarchien, offenen Türen und einer familiären

Arbeitsatmosphäre zu bieten. Unsere Philosophie

und somit unser Ziel ist es, junge Menschen

während der Ausbildung weiterzuentwickeln und

sie später als gut ausgebildete Nachwuchskräfte

70 - WOLL Elternratgeber 2022

langfristig für unser Unternehmen zu gewinnen.

Neuer Standort Meschede

Nach Inbetriebnahme unseres Logistikzentrums 2019

in Meschede-Enste, hat nun auch der Bau für unser

neues Verwaltungsgebäude in Meschede-Enste begonnen.

4.000 Quadratmeter Bürofläche und 1.700

Quadratmeter Ausstellungs- und Konzeptbereich für

die Präsentation unserer Produkte sollen 2023 bezogen

werden. Damit sind dann alle 260 Kolleginnen und

Kollegen wieder an einem Standort vereint. Statt klassischer

Büro- und Konferenzräume heißt es dann: offene

Strukturen mit ausreichenden Kommunikationszonen

für den Gedankenaustausch.

Zum Wohlfühlen gehören

Chill-out-Areas, ein

Working Garden sowie

eine sehr großzügig

gestaltete

Cafeteria.


UNSER AUSBILDUNGSANGEBOT:

Industriekaufleute (m/w/d)

Industriekaufleute befassen sich mit den kaufmännischen

und betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen

des Unternehmens und durchlaufen

während ihrer Ausbildung bei uns die

verschiedensten Abteilungen wie z.B. Einkauf,

Logistik, Vertrieb und Marketing, sowie das Finanz-

und Rechnungswesen.

Dauer der Ausbildung: 3 Jahre mit IHK-Abschluss

(Verkürzung auf 2 Jahre möglich)

Voraussetzungen: Fachhochschulreife oder Abitur

„Das duale Studium ist dank

der Kombination aus Theorie

und Praxis abwechslungsreich

und vielfältig. Es bietet einen

umfassenden Einblick in die

Arbeitswelt.“

„Jeder Tag ist spannend und

macht Spaß. Neben den

fachlichen Themen lerne

ich, wie man gemeinsam als

Team seine Ziele erreicht.“

Kaufleute im E-Commerce (m/w/d)

Kaufmann:frau im E-Commerce ist ein Beruf mit

Zukunft. Innerhalb der Ausbildung werden die

kaufmännischen Kenntnisse für die Vermarktung

und den Vertrieb von Produkten im Online-Handel

vermittelt.

Dauer der Ausbildung: 3 Jahre mit IHK-Abschluss

Voraussetzungen: Fachhochschulreife oder Abitur

Duales Studium Business Administration /

Bachelor of Arts (m/w/d)

Das duale Studium beinhaltet eine Ausbildung

zum:r Industriekaufmann:frau. Während des Studiums

werden verschiedene Abteilungen durchlaufen,

bevor zum Ende der Ausbildung eine Spezialisierung

für einen bestimmten Bereich erfolgt.

In den begleitenden Vorlesungen wird zusätzlich

ein umfangreiches wirtschaftliches Fachwissen

vermittelt.

Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre

Ausbildungsabschnitt 1.-3. Semester: Ausbildung

zum:r Industriekaufmann:frau mit Besuch

einer Berufsschule und Studium an der FOM

Ausbildungsabschnitt 4.-7. Semester: Ausbildung

im Unternehmen und Studium an der FOM

Voraussetzung: Abitur

„Der Bewerbungsprozess war

unkompliziert und bereits im

ersten Gespräch fühlte ich mich

sehr gut aufgehoben. Bei BRI-

LONER sind wir Azubis gleichwertige

Teammitglieder.“

Seit mehr als 40 Jahren entwickelt das Unternehmen am Standort in Brilon ein umfangreiches und technisch

ausgefeiltes Leuchtensortiment – designorientierte und anspruchsvolle Leuchten für jeden Bedarf,

immer darauf bedacht, das Angebot innovativ weiterzuentwickeln. Seit 2019 ergänzt außerdem das großzügige

Logistikzentrum in Meschede-Enste mit 18.000 qm Fläche den Betrieb.

Insgesamt rund 260 Mitarbeitende sind für das Unternehmen im Einsatz. Es ist

eines der Top-Anbieter am Leuchtenmarkt und ein klassischer „Hidden Champion“

– etwas, wofür Südwestfalen und besonders auch das Sauerland als nicht

zu unterschätzende Wirtschafts- und Industriestandorte bekannt sind. Wie andere

dieser Hidden Champions ist BRILONER ein Familienunternehmen, geführt

in zweiter Generation von Wolf Hustadt.

WOLL Elternratgeber 2022 - 71

Briloner Leuchten GmbH & Co. KG


Praxis in der Ausbildung unersetzlich:

Einzelhandel bietet glänzende Chancen

VON DER „PIKE AUF*“

KARRIERE STARTEN

Foto: AdobeStock_413731822

Paul Senske

zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen

mit großer volkswirtschaftlicher

Er Bedeutung: Der Einzelhandel ist die wichtigste

Kraft der Binnenwirtschaft, die Umsatzentwicklung

gilt als bedeutender Indikator zur Beurteilung

der Konjunktur. Der Anteil des Einzelhandels mit

bundesweit rund 339.000 Unternehmen an den privaten

Konsumausgaben liegt über 30 Prozent. Gleichzeitig

bietet der Handel glänzende berufliche Perspektiven:

Viele Führungskräfte haben von der Pike auf*

ihre Karriere gestartet. „Karriere mit Lehre“: Dies

trifft besonders auf den Handel zu.

Die Zahlen sind eindeutig: Über 80 Prozent der Führungskräfte

der Branche haben ihre Karriere mit profunder Praxis-Erfahrung

als Auszubildende und der anschließenden

Fort- und Weiterbildung begonnen. Die „Karriere mit

Lehre“ gilt im Einzelhandel nach wie vor als Regel. Praktische

Erfahrungen, die Kenntnisse der Aufgaben am Point

of Sale, der Umgang mit Kundinnen und Kunden sind

und bleiben als Basis unentbehrlich für eine Karriere in

einem Unternehmen oder als selbstständige Händler. Der

Handel ist wie kein anderer Wirtschaftszweig nah am Verbraucher

und trägt zur Attraktivität der Städte und Gemeinden

bei – das gilt nicht nur für die Fußgängerzonen,

die in Südwestfalen teilweise attraktiver als in manchen

Großstädten sind.

Zwei Kernberufe bleiben „Renner“

Von den rund 330 Ausbildungsberufen in Deutschland

entfielen Mitte des letzten Jahres rund 12 Prozent der

72 - WOLL Elternratgeber 2022


angebotenen Ausbildungsstellen allein auf die beiden

Kernberufe. 33.700 Stellen wurden von den Handelsunternehmen

für eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur

Kauffrau im Einzelhandel angeboten. 24.000 waren es

für die Ausbildung zum Verkäufer oder zur Verkäuferin.

Fast drei Viertel aller Azubis im Einzelhandel erlernen

diese beiden klassischen Berufe, sie sind und bleiben ein

Renner.

Große Anzahl an Ausbildungs-Berufen

im Handel

Neben diesen beiden Einzelhandelsberufen bietet die

Branche weitere 60 Ausbildungs-Berufe an. Vom Kaufmann/Kauffrau

im E-Commerce mit steigender Tendenz,

Drogist/Drogistin, Tankwart/Tankwartin (für technisch

geprägte Aufgaben an Tankstellen) über Fahrradmonteur/

Fahrradmonteurin bis zur Fachkraft für Möbel-, Küchenund

Umzugsservice: Das Angebot ist reichhaltig.

Die Aufstiegschancen im Einzelhandel sind nach einer

Ausbildung und nachfolgenden Qualifizierungsprogrammen

und einer sogenannten „Aufstiegsfortbildungsprüfung“

gut. Die Karriereleiter umfasst u. a.

folgende Stufen: Substitut/Substitutin, Filialleiter/Filialleiterin,

Bezirksleiter/Bezirksleiter oder Geschäftsführer/

Geschäftsführerin.

Eine Tendenz zeichnet sich in den letzten Jahren ab:

Der Akademikeranteil im Handel steigt, u.a. aufgrund

der wachsenden Internationalisierung. Der Handel bietet

jungen Leuten mit Hochschulreife attraktive Ausbildungswege,

sogenannte berufsintegrierte

Bildungsgänge an: Nach dem Abschluss

der Ausbildung kann

die Fortbildung (Handelsfachwirt/Handelsfachwirtin

bzw. Fachwirt/Fachwirtin

für Vertrieb im

Einzelhandel) folgen.

Ein anderer, ebenso erfolgsversprechender

Einstieg

und Weg, ist das

duale Studium. Es wird

an einer Berufsakademie

oder Fachhochschule mit einer betrieblichen Ausbildung

kombiniert. Natürlich bietet auch ein Studium

der Betriebswirtschaft an einer Universität oder Fachhochschule

gute Einstiegsmöglichkeiten. ■

Der Einzelhandel erlebt durch die zunehmende Digitalisierung

derzeit einen tiefgreifenden Strukturwandel.

Die Umsätze im Online-Handel wachsen

Jahr für Jahr zweistellig. Mittlerweile werden zehn

Prozent des Gesamtumsatzes im Einzelhandel online

erzielt. Auch immer mehr bisher rein stationäre

Unternehmen sind im Internet für Ihre Kunden erreichbar

und werden zu Mulitchannel-Händlern.

Quelle: Handelsverband Deutschland (HDE)

*Von der Pike auf:

Die Redewendung stammt aus dem Militärischen: Die Pike war eine Lanze

und damit die einfachste Waffe eines Rekruten. Er begann seine Laufbahn

mit der Pike als Waffe. Heute wird die Redewendung folgerichtig gebraucht,

wenn jemand etwas von Anfang an lernt.

Akademikeranteil im Handel steigt

Jetzt für

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bewerben

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sofort in der Praxis

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Wirtschaft & IT

WOLL Elternratgeber 2022 - 73


LANDWIRTSCHAFT, NATUR

UND UMWELT

Top Berufe:

• Fachkraft Agrarservice

• Forstwirt/in

• Florist/in

• Gärtner/in

• Garten und Landschaftsbauer

• Landwirt/in

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Ausbildungsangebote

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auf karriere-hier.de

Foto: Vanessa Schulte

Hendrik wird Forstwirt

IM HERZEN

SCHON IMMER EIN

WALD

ARBEITER

Christel Zidi

Vanessa Schulte

H

endrik Pütter (16) aus Antfeld

weiß schon lange genau, was er beruflich

machen will: Forstwirt. Ein

entsprechendes dreiwöchiges Praktikum bestätigte

ihn in seiner Entscheidung. Am 1.

August beginnt seine Ausbildung: beim Forstamt

der Stadt Brilon.

Während die einen sich zwischen den vielfältigen

Ausbildungsmöglichkeiten kaum entscheiden

können, gibt es die anderen, die schon sehr

früh und sehr genau wissen, was sie wollen. „Ich

habe schon von klein auf immer gern im Wald

gespielt“, berichtet Hendrik. Ob da schon die

Gedanken an den späteren Beruf aufkeimten?

Wenn man Hendrik bei der Arbeit zuschaut,

kommen da nicht die geringsten Zweifel auf.

74 - WOLL Elternratgeber 2022


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Über die Aufgaben, die bald auf ihn zukommen, weiß

Hendrik schon bestens Bescheid: Das Aufforsten von

Flächen mit selbst gezogenen Bäumen. Das Pflegen und

Schützen von Waldflächen, aber auch von Biotropen,

Mooren und Gewässern. Für die Walderneuerung ernten

Forstwirte Tannenzapfen oder sammeln den Samen von

Laubbäumen. „Umweltschutz ist mir extrem wichtig“, sagt

Hendrik. Forstwirte bauen und unterhalten auch Waldund

Forstwege, montieren Hochsitze, bringen Nistkästen

an und kümmern sich um Wildfutterplätze. „Und

die körperliche Arbeit ist ja auch gut für die Gesundheit,

besonders ab einem gewissen Alter“, sagt der 16-Jährige

und grinst, sich seiner Jugend bewusst. Das Fitness-Studio

kann er sich sparen. Besondere Freude macht Hendrik die

Arbeit mit der Kettensäge. Bei der Holzernte müssen Bäume

gefällt, die Stämme entastet, gemessen und markiert

werden. Hendrik freut sich schon darauf, dass er schon

in wenigen Jahren auch Harvester fahren darf, die großen

Holzerntemaschinen. Die bringen sogar ein wenig Digitales

in den Wald, denn während diese die Bäume verarbeiten

und messen, übermitteln sie die dabei gewonnenen

Daten direkt an forstwirtschaftliche Informationssysteme.

Mit soviel Computer im Wald kann, kann Hendrik – bei

aller Liebe zur Natur - gut leben. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 75


Die Facetten des Praktikums

Ein Fuß

in der Tür

Nele Ramspott

Vanessa Schulte

K

affee kochen, Werkzeug reinigen und am

Ende des Tages die Werkstätten fegen… Das

sind die typischen Aufgaben für einen

Praktikanten. Wer eine solche Vorstellung von einem

Praktikum hat, liegt völlig falsch. Praktika dienen in

erster Linie der Berufserkundung. Und sie bieten für

Praktikant und Betrieb die Möglichkeit des gegenseitigen

Kennenlernens und Prüfens.

„Mein Praktikum hat mir besonders

gut gefallen, weil ich viele verschiedene

Aufgaben erledigen durfte, die mir

viel Spaß gemacht haben.“ (Thea Rother)

Bei der Vielzahl an Ausbildungsberufen ist es für junge

Menschen mehr als schwierig, zu wissen, welche Ausbildung

die für sie richtige ist. Mit einem Praktikum

bietet sich eine gute Möglichkeit, in die jeweiligen

Branchen und Ausbildungsberufe hineinzuschnuppern.

Die Praktikanten erfahren, welche Aufgaben im

beruflichen Alltag auf sie zukommen würden, welche

Fähigkeiten und Qualifikationen dafür benötigt werden

und welches Arbeitsklima in dem jeweiligen Betrieb

besteht.

Sie können in dieser Zeit kleinere Aufgaben übernehmen

und sich einzelnen Herausforderungen stellen.

Am Ende haben sie einen guten Gesamteindruck, ob

ihnen die Branche und das Arbeitsklima des jeweiligen

Betriebes überzeugt hat und auch, ob sie die

nötigen Fähigkeiten besitzen. Nicht selten kommt es

während oder zum Ende des Praktikums vor, dass über

die Möglichkeit einer Ausbildung in dem Betrieb gesprochen

wird. Schließt man das Praktikum also erfolgreich

ab, so hat man oft bereits einen Fuß in der

Tür des Unternehmens.

Überzeugt der Praktikant, erhöht sich die Chance auf

eine anschließende Ausbildungsstelle oft enorm. Ist

das Praktikum nicht so gut gelaufen, der Beruf oder

Betrieb nicht überzeugend gewesen, so ist man immerhin

mit seiner Berufswahl einen Schritt weiter.

Was hat aber nun das Unternehmen davon, einen

Praktikanten im Unternehmen „mitlaufen“ zu lassen?

Schließlich sind Praktikanten keine vollwertigen

Arbeitskräfte und somit auch keine große Arbeitserleichterung?

Noch nicht, aber das können sie vielleicht

werden.

Thea Rother, 15 Jahre, Schüler-Praktikantin bei axo.media im März und April

Während des Praktikums entsteht auch für den Betrieb

bzw. das Unternehmen ein Gesamteindruck über

die Arbeitseinstellung, die Fähigkeiten, die Persönlichkeit

des Praktikanten. Eigenschaften wie Loyalität,

Teamfähigkeit, Auffassungsgabe und vor allem

Motivation lassen sich bereits während dieser kurzen

Wochen feststellen. Wenn der Praktikant den Anforderungen

des Berufs gewachsen ist und gut in das

Unternehmen und dessen Team passt, kann ein langwieriger

Bewerbungsprozess manchmal sogar übersprungen

werden. ■

76 - WOLL Elternratgeber 2022


B E R A T U N G & I N F O R M A T I O N F Ü R E L T E R N

LAURA WEISS BEREITS, WAS SIE NACH

DER SCHULE MACHT. IHR KIND AUCH?

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Alle Infos & Kontakt unter karriere-hier.de/eltern

Grafik: Dorothee Reichenberger

KARRIERE-HIER: Ein starkes Netzwerk für die Region. Auf Initiative des Ausbildungskonsens Hellweg-Sauerland.

WOLL Elternratgeber 2022 - 77


GASTRONOMIE UND

DIENSTLEISTUNGEN

Top Berufe:

• Drogist/in

• Fachkraft im Gastgewerbe

• Friseur/in

• Hauswirtschafter/in

• Hotelfachmann/frau

• Koch/Köchin

• Restaurantfachmann/frau

• Sport- und Fitnesskaufmann/frau

• Tourismuskaufmann/frau

• Veranstaltungskaufmann/frau

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Foto: sabrinity

Vielfältiges Lernen in Hotellerie und Gastronomie

AZUBIS ERZÄHLEN

Sonja Nürnberger

sabrinity/Hotel Knippschild

Roxana Engemann

78 - WOLL Elternratgeber 2022


F

Für eine Ausbildung im Gastgewerbe muss

man das Sauerland nicht verlassen, denn tolle

Hotels gibt es schließlich auch bei uns. Das

Angebot an Ausbildungsplätzen ist breitgefächert und

Menschen, die auf der Suche nach Ruhe und Erholung

sind, wird es wohl immer geben. Das Sauerland hat

genau dafür eine Menge zu bieten. Vielleicht vergisst

man das, wenn man es jeden Tag vor Augen hat…

Es gibt Abwechslung und anspruchsvolle Aufgaben in

jedem Beruf – und diese können ganz unterschiedlich sein:

Nui Kesper

Handwerk und Kunst in

der Küche

Dass der Beruf des Kochs

körperlichen Einsatz bedeutet,

ist jedem bekannt. Die

Ausbildung ist jedoch vor allem

spannend und vielseitig:

Arbeitstechniken und allerlei

Wissenswertes über Lebensmittel

werden erlernt, Fisch und Fleisch stehen auf dem

Lehrplan genauso wie Pflanzliches und Desserts. Kreativität

und handwerkliches Geschick sind hier gefragt und das

ist auch das, was Nui Kesper besonders an diesem Ausbildungsberuf

reizte. Die 20-Jährige hat im vergangenen

Herbst ihre Ausbildung im Hotel Diedrich in Hallenberg

begonnen. Und diese beinhaltet natürlich noch viel mehr:

Einkauf, Lagerverwaltung, die Erstellung der Speisekarte.

Außerdem müssen alle Abläufe und Planungen rund um

die Küche organisiert werden. Ein typischer Arbeitstag

startet bei Nui um 13 Uhr und endet gegen 21 Uhr. Arbeitszeiten,

an die sie sich erst einmal gewöhnen musste: drei

bis vier Tage im Betrieb, ein bis zwei Tage Berufsschule,

zwei Tage frei. „Man muss viel Durchhaltevermögen haben

für diese Ausbildung und mit Leidenschaft dabei sein.

Kochen muss man mögen. Es ist ein körperlich anstrengender,

oft stressiger Job – der aber eben auch richtig viel

Spaß macht und mit dem ich am Ende überall auf der Welt

arbeiten kann.“

Echte Hotel-Allrounder

Besonders vielschichtig ist die Ausbildung als Hotelfachmann/-frau.

„Mich hat schon immer das Reisen interessiert

und dazu gehört oft eben auch ein Hotel. Ein Job, bei dem

ich von morgens bis abends

nur im Büro sitze, kam für

mich nicht infrage.“ Seit zwei

Jahren macht die 19-jährige

Laura Küsgen nun ihre Ausbildung

zur Hotelfachfrau im

Hotel Rimberg und überlegt,

danach ein Studium im Hotel-

oder Restaurantmanagement

anzuschließen. „Viel Bewegung und Kontakt zu den

Gästen waren mir auch besonders wichtig“, ergänzt Leonie

Fisch (20), die ihre Ausbildung im Hotel Knippschild in

Rüthen macht.

Tessa Japes, die kurz vor

ihrer Abschlussprüfung im

Jagdhaus Wiese steht, erklärt:

„Man durchläuft viele Bereiche

wie Küche, Rezeption,

Housekeeping und Service.“

Es ist wichtig, die Schnittstellen

zwischen den Abteilungen

zu überblicken und

zu schauen, ob die Qualität

in den Bereichen stimmt.

Die Arbeit nah am Gast verlangt viel Kommunikation:

„Am einfachsten haben es natürlich Menschen, die

nicht schüchtern sind. Dabei

müssen sie ihre eigenen

Belange auch mal zurückstellen

können“, stellt Laura

fest und Tessa fügt hinzu:

„Ich war zu Beginn der Ausbildung

eher zurückhaltend,

bin aber schnell aufgeschlossener

geworden. Es ist also

möglich, in die Aufgabe

hineinzuwachsen. Das ist etwas, was mir auch nach meiner

Ausbildung hilft.“ Teamfähig sollte man sein, denn:

„Ohne ein gutes Team funktioniert im Hotel gar nichts,

hier ziehen alle an einem Strang“, sagt Leonie.

Tessa Japes

Servicespezialisten

Laura Heuwes (26) ist schon in der Gastronomie großgeworden

und im Studium merkte sie schnell, dass sie

eher genau dort hingehört. So begann sie stattdessen

eine Ausbildung als Restaurantfachfrau im Hotel Dei-

Laura Küsgen

Leonie Fisch

WOLL Elternratgeber 2022 - 79


mann mit einer Zusatzqualifikation im Küchen- und

Servicemanagement. „In der Schule lerne ich die Theorie

sowohl für das Restaurantfach als auch für die

Küche.“ Im Betrieb hat sie schon die verschiedenen Restaurants

für Haus- beziehungsweise À-la-carte-Gäste

sowie das Sternerestaurant kennengelernt. Weiter geht

es über die Küche und die Reservierung hin zur Bankettabteilung.

Als Restaurantfachfrau beherrscht Laura alle

Abläufe im Service. Immer im Blick: Das Wohlergehen der

Gäste. „Dafür muss man aufgeschlossen und auch mal hart

im Nehmen sein. Die Arbeit ist anstrengend, gleichzeitig

kann sie dich auch sehr glücklich machen – umso mehr,

wenn du die Möglichkeit bekommst, einmal in einem

Sternerestaurant zu arbeiten.“

Organisationstalente

Auch Roxana Engemann (20) ist die Liebe zum Gastgewerbe

quasi in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater führt ein Hotel

in dritter Generation und hat im Waldhaus Ohlenbach

in Schmallenberg seine Ausbildung gemacht – genauso wie

Roxana heute: „In meiner Ausbildung zur Hotelkauffrau

lerne ich die ganzen Facetten eines Hotels kennen. Die

Rezeption ist das erste und letzte, was ein Gast sieht. Wir

stehen vor und nach dem Aufenthalt in Kontakt mit den

Gästen, beraten sie, organisieren Extras“, erklärt sie. Auch

kaufmännische Dinge wie etwa die Buchhaltung stehen

auf dem Plan, genauso wie die Menügestaltung oder die

Veranstaltungsplanung. „Wir koordinieren das Zusammenspiel

aus Wellness, Service, Küche und Verwaltung. In

der Ausbildung lernt man aber auch die anderen Bereiche

eines Hotels kennen.“

Diese Vielseitigkeit gefiel auch Kemal Akgün (21).

Er beendet bald seine Ausbildung im Hotel Platte:

„Ich hatte zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann

begonnen; das war mir aber zu monoton. Etwas

Kaufmännisches sollte es aber

trotzdem sein, weil ich gut

mit Zahlen umgehen kann.

Und so kam ich schließlich

auf den Beruf des Hotelkaufmanns.“

Auch nach drei

Jahren sagt er: „Ich nutze

jeden Tag, um etwas Neues

zu lernen und mich weiterzubilden.

Diese Ausbildung ist

Kemal Akgün

eine, bei der es nie langweilig wird. Wer offen, aktiv und

kreativ ist, der hat hier tolle Möglichkeiten.“

Merle Schmidt

Sportlich im Arbeitsalltag

„Eigentlich war mir schon

immer klar, dass ich die Leidenschaft

zum Sport auch

beruflich ausleben möchte“,

erinnert sich Merle Schmidt.

„Ich wollte etwas mit

Abwechslung, Bewegung und

Begeisterung.“ Und das bekam sie. Die 21-Jährige macht

seit vergangenem Jahr eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau

im Hotel Deimann. „Schon nach wenigen

Monaten Ausbildung konnte ich meinen Trainerschein

machen und somit eigenständig Kurse geben, mit Gästen

des Hotels an den Geräten trainieren oder individuelle Fragen

beantworten.“ Kaufmännisch wird es im SPA an der

Rezeption: Termine buchen, Mails beantworten und organisieren,

was zu organisieren ist. „Man sollte selbst Spaß

an Bewegung haben und gerade im sportlichen Bereich ist

Motivation und ein sicheres Auftreten von Vorteil.“ Was

Merle später einmal vor hat? „Ein Studium im Sportbereich

könnte ich mir gut vorstellen. Ein klarer Vorteil ist,

dass man mit diesem Beruf sehr viel von der Welt sehen

kann. Diese Möglichkeit möchte ich nutzen.“

Ein Auge für Ästhetik

Sophie Seeger ist 21 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr als

Kosmetikerin im Hotel Deimann. „Schon während meines

Fachabis habe ich zwischendurch ein Praktikum in einem

Kosmetikstudio absolviert und schließlich entdeckt, dass

ich auch im Hotel eine solche Ausbildung machen kann“,

erzählt sie. „Anders als im Kosmetikstudio hat man es im

Hotel mit vielen verschiedenen Menschen zu tun und kann

so noch mehr Erfahrungen sammeln.“ Auch ihre Kollegin

Leonie Hübel (19) lernt Kosmetikerin: „Unsere Aufgaben

sind sehr vielseitig: von kosmetischen Behandlungen für

Gesicht und Körper bis Maniküre und Pediküre, Wellnessmassagen,

Make-Up, Hamam-Behandlungen und was es

sonst noch für Angebote gibt.“ Sophie stellt fest: „Man

muss für diesen Beruf offen auf Menschen zugehen können,

keine Angst vor Körperkontakt haben und einen Blick

für Schönheit und Ästhetik haben.“ Neben den Behand-

80 - WOLL Elternratgeber 2022


lungen beraten die beiden die Gäste, verkaufen Produkte

und unterstützen bei der Vor- und Nachbereitung diverser

Behandlungen. Zudem sorgen sie und ihre Kolleginnen

dafür, dass der Wellness- und Behandlungsbereich immer

ein Wohlfühlort für die Gäste darstellt.

Das Sauerland ruft

Kaum eine Branche ist so international wie die Hotelbranche.

Hast du hier eine gute Ausbildung absolviert,

kannst du auf der ganzen Welt arbeiten, denn die Skills,

die du hier lernst, sind dieselben. Firuz Eshonov (26)

und Jahongir Muhamadiev (18) sind Auszubildende zum

Hotelfachmann im Gasthof Schütte. Sie sind aus Tadschikistan

nach Deutschland

gekommen.

Firuz ist schon eine Weile

hier. Er wollte nach seinem

Wirtschaftsstudium in Tadschikistan

ursprünglich eine

Ausbildung zum Landwirt

machen, merkte aber schnell,

dass er lieber mit Menschen

arbeiten möchte – und das

geht ganz wunderbar im Hotel. Das fand auch Jahongir,

der nicht nur wegen der Ausbildung, sondern auch wegen

der Sprache ins Sauerland gekommen ist. „Während

meiner Schulzeit habe ich bereits drei Jahre Deutsch gelernt,

aber es ist schwer, das

Sprechen zu lernen, wenn

du niemanden außerhalb des

Unterrichts hast, mit dem

du dich auf Deutsch unterhalten

kannst“, stellt er fest.

Im November 2021 kam er

daher nach Deutschland. Erfahrung

in der Gastronomie

hatte er schon im Restaurant

seines Onkels gesammelt. Dort fühlte er sich frei und es

fiel ihm leicht, mit den Gästen in Kontakt zu sein.

Firuz fand den Gasthof Schütte über das Internet. Jahongir,

sein Cousin, schließlich über Firuz, der nur Gutes zu

berichten hatte. „Wenn die Sprache ausreicht, dann ist es

eigentlich kein Problem, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Dann kann man sich bewerben, wie alle anderen

das auch tun.“

Janhongir Muhamadiev

Firuz Eshonov

Natürlich war und ist das Thema Sprache immer präsent.

Jahongir erzählt: „Es dauerte eine Weile, bis ich mich an

die Sprache gewöhnt hatte. Aber dann wurde es leichter.“

Firuz ging es ähnlich. Der Google-Übersetzer war ständiger

Begleiter in der Berufsschule und vor allem Fächer wie Religion

oder Politik fielen schwer. Hilfreich war es da, dass

sie mit anderen Nicht-Muttersprachlern in einer Klasse

waren: Mitschüler und Mitschülerinnen verschiedener Nationalitäten

stehen vor ähnlichen Schwierigkeiten, können

so ihre Erfahrungen teilen und sich helfen. Im Hotel selbst

war das von Anfang an kein großes Problem. „Unsere Kollegen

und auch der Chef und die Chefin sind sehr verständnisvoll

und wenn wir einmal etwas nicht verstehen,

dann wiederholen sie es geduldig“, so Firuz. Und: „Egal,

wie gut die Sprache ist, es ist wichtig, dass einem die Arbeit

Spaß macht, der Rest kommt von allein.“

Arbeiten im Team und auf Augenhöhe

Eine Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie bringt

Abwechslung und Expertise in einem Beruf mit Zukunft.

Die Auszubildenden sind sich einig: Es ist vor allem die

Arbeit im Team, die Freude bereitet und eine Ausbildung

in einem familiären Umfeld mit Chefs und Chefinnen, mit

denen man auf Augenhöhe sprechen kann. Und dann ist

da noch das Sauerland. Kemal sagt: „Man muss nicht nach

Hamburg oder ins Allgäu, um diesen Beruf zu erlernen.

Unsere Gäste kommen aus der ganzen Welt hierher. Das

hat mir die Augen dafür geöffnet, wie schön das Sauerland

ist.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 81


NATURWISSENSCHAFT

UND LABOR

Top Berufe:

• Baustoffprüfer/in

• Chemielaborant/in

• Geomatiker/in

• Werkstoffprüfer/in

Foto: S. Droste

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Ausbildung zur PTA

DIE RECHTE HAND

DES APOTHEKERS

Christel Zidi

Arzneimittel herstellen, Ausgangsstoffe für die

Herstellung der Rezepturen zu prüfen – das

lernt man in der zweijährigen Ausbildung

zur/zum Pharmazeutisch-Technischen AssistentIn

(PTA). Doch damit ist es längst nicht genug an Fachwissen:

PTAs wissen, wie Arzneimittel in unserem

Körper wirken und wie man durch sie Krankheiten bekämpft.

Mit diesem Wissen unterstützen sie den Apotheker

in sehr vielen Bereichen..

Adobe Stock I #110327592

82 - WOLL Elternratgeber 2022


Wenn es um Arzneimittel geht, haben Apotheker sowieso,

manchmal auch PTAs mit langjähriger Erfahrung, einen

noch besseren Überblick als so mancher Arzt. Sie wissen,

wie und wann die Arzneien am besten wirken. Mit der

Zeit kennen sie ihre Kunden und haben dann im Hinterkopf

gespeichert, welche Arzneimittel der ein oder andere

nicht verträgt – speziell im Zusammenspiel mit scheinbar

harmlosen Mitteln.

Mit Verantwortungsbewusstsein und

ganz viel Fingerspitzengefühl

Verantwortungsbewusstsein steht für PTAs ganz weit

oben. Schließlich geht es um die Gesundheit der

Kunden. Und denen ist z. B. ein übermäßiger Konsum

oftmals gar nicht mal bewusst, z. B. bei der Einnahme

von Nasentropfen, Abführ- oder Schmerzmitteln. Wenn

die/der PTA Kunden darauf hinweist, ist manchmal

nicht nur Fachkenntnis gefragt, sondern auch Fingerspitzengefühl.

Bei der Kundenberatung kann es um die Selbstmedikation,

um die Zusammenstellung der Reiseapotheke, um Ernährung

oder Kosmetik, aber auch mal um Schädlingsbekämpfung

gehen. Ein enormes Fachwissen ist da gefragt.

Pillendrehen und Rezepturen prüfen

Die Prüfung auf Qualität und Reinheit (chemisch, physikalisch

und mikroskopisch) der Ausgangsstoffe von

Rezepturen und Tees wird schon vom Gesetz her gefordert;

Pharmazeutische Gesetzeskunde ist daher ein

eigenes Fach auf der PTA-Fachschule.

Nicht selten wird Patienten ein Arzneimittel verordnet,

das speziell auf deren Bedürfnisse abgestimmt ist. Dann

stellt die/der PTA – meist hinter dem Verkaufsraum der

Apotheke - auch eine Salbe oder eine Lösung her. Oder

sie dreht – ganz klassisch – eine Pille.

Die Ausbildung zur/zum PTA dauert insgesamt 2,5 Jahre,

zwei Jahre davon an einer Berufsfachschule, danach folgt

die sechsmonatige praktische Ausbildung in einer Apotheke.

Sauerlandnah sind die PTA-Fachschulen in Paderborn

und Siegen.

In der boomenden Gesundheitsbranche haben PTA gute

Berufsaussichten. Auch können sie sich zum z. B. zum

Meister oder Technik weiterbilden. ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 83


KUNST, GESTALTUNG,

MEDIEN

Top Berufe:

• Gestalter für visuelles Marketing

• Mediengestalter

• Digital und Print

• Gestaltung und Technik

• Raumausstatter/in

• Schilder- und Lichtreklamehersteller/in

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Foto: FH Südwestfalen

84 - WOLL Elternratgeber 2022


Studierende der Fachhochschule in Soest

Studiengang Design- und Projektmanagement

an der FH Südwestfalen

MIT DEM WEITBLICK

EINES GENERALISTEN

Christel Zidi

FH Südwestfalen

W

er sich bisher nicht zwischen einem Design-,

einem Wirtschafts- und einem Technikstudium

entscheiden konnte, braucht das

auch nicht mehr. Denn in Soest kann man einen Studiengang

belegen, der alle drei Fachbereiche beinhaltet.

Einzigartig in Deutschland – und mit dem Standort in

Soest auch ganz nah für die Sauerländer.

Sich zunächst ein breites Wissen aneignen, dann die Konzentration

auf eine Disziplin. Wer den Studiengang Design-

und Projektmanagement absolviert, geht genau diesen

Weg. Seit 2007 kann man in Soest einen Studiengang

belegen, bei dem es nicht allein um das Designen, sondern

auch um Wirtschaft und Technik geht: Design- und Projektmanagement,

kurz dpm. Die Spezialisierung erfolgt

nach Abschluss des Studiums in den Unternehmen. Dominic

Glinka von der Fachhochschule Südwestfalen kann

uns genau erklären, worum es bei dpm geht.

Dominic Glinka: Der Studiengang Design- und Projektmanagement

(Bachelor of Science) verbindet die Kompetenzfelder

Design, Technik und Wirtschaft zu einem

ganzheitlichen Konzept, bei dem der Mensch im Mittelpunkt

aller Überlegungen steht. Wir versuchen also mit

einem breiten Wissensansatz die Probleme aus Kundensicht

methodisch zu lösen und entsprechende Produkte

innovativ weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Im Grunde genommen konzentrieren wir uns auf den

Produktentstehungsprozess: Von der ersten Idee bis hin

zum fertigen Produkt. Die Studierenden sind Kommunikationstalent,

Problem- und Konfliktlöser sowie Schnittstellenmanager

in einer Person und treten nicht zwingend

WOLL Elternratgeber 2022 - 85


selbst als Gestalter auf. Sie entwickeln stattdessen eine

hohe Affinität zu kreativem Denken und Arbeiten.

WOLL: Aber ist das nicht ein bisschen viel auf einmal:

Man lernt kreativ, strategisch und zugleich

wirtschaftlich zu agieren? Kann man da wirklich

noch in die Tiefe gehen – oder werden alle Bereiche

nur angeschnitten?

Glinka: Einen ganzheitlichen Blick auf die Prozesse

eines Unternehmens zu haben, ist aus strategischer Sicht

unerlässlich. Es befähigt zum richtigen Zeitpunkt in den

richtigen Bereichen die richtigen Hebel in Bewegung zu

setzen. Besitze ich in schwierigen Situationen eine breite

Wissensbasis, verbunden mit einer kreativen Problemlösungskompetenz

habe ich einen entsprechenden Vorsprung

gegenüber anderen Mitbewerbern.

Auf der anderen Seite kann es von Vorteil sein, in viele

unterschiedliche Disziplinen hineinzublicken und erst

im späteren Verlauf seines Studiums zu entscheiden, welcher

Themenbereich mir wirklich liegt und welchen ich

in Zukunft weiterverfolgen möchte.

WOLL: Wie können die Absolventen später im Unternehmen

eingesetzt werden?

Glinka: Die Studierenden werden als Generalisten ausgebildet,

was im Beruf für Flexibilität und Wissensbreite

steht. Sie können demnach in den Bereichen Design,

Technik oder Management beziehungsweise übergreifend

als Schnittstellenmanager*innen zwischen den Disziplinen

eingesetzt werden.

Die Befähigung, zum richtigen

Zeitpunkt in den richtigen Bereichen

die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen

Dominic Glinka,

Lehrkraft für besondere

Aufgaben an der FH

Diesem Arbeitnehmertyp wird hinter vorgehaltener

Hand nachgesagt, dass sie durch die fehlende Vertiefung

kein Alleinstellungsmerkmal besitzen und austauschbar

sind. Diese Lücke schließen wir mit dem Kompetenzfeld

„Designmanagement“. Die Studierenden lernen hier

komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen

kreativ und methodisch zu lösen, zum Beispiel mit dem

„Design Thinking“-Ansatz. Die typischen Einsatzgebiete

nach dem Studium sind vielfältig, können aber auf die

Bereiche Designmanagement, Projektmanagement, Produktmanagement,

Innovationsmanagement oder das klassische

Consulting näher eingegrenzt werden.

WOLL: Das bedeutet: Kein modernes Unternehmen

kann es sich noch leisten, auf entsprechende Fachkräfte

zu verzichten?

Glinka: In Zukunft werden sowohl Generalisten als auch

Spezialisten gefragte Arbeitnehmertypen sein. Welcher

Typ dabei das Rennen macht, lässt sich pauschal leider

nicht beantworten. Internationale Studien weisen darauf

hin, dass Generalisten mitunter leicht im Vorteil sind, dies

aber immer an die vorherige Ausbildung, Qualifizierung

und Berufserfahrung gekoppelt ist.

Schaut man sich die Berufswege der dpm-Alumni in den

letzten 15 Jahre etwas genauer an, so wird schnell klar, dass

sich viele Design- und Projektmanager*innen nach dem

Studium zunächst auf eine Disziplin konzentrieren, ihre

Wissensbasis in diesem Bereich verbreitern und schlussendlich

eine Art von Spezialisierung erreichen. Grundlage

dafür ist aber immer noch der Weitblick eines Generalisten.

Insbesondere dann, wenn Führungspositionen besetzt

oder angestrebt werden.

WOLL: Gibt es schon viele, die sich dazu angemeldet

haben? Speziell aus dem Hochsauerlandkreis?

Glinka: Der Studiengang ist seit seiner ersten Akkreditierung

im Jahr 2007 vor allem durch seine Lokalität gewachsen.

Über 60 % der Studierenden kommen aus einem

100 km-Gürtel rund um unseren Standort in Soest, wo

der Studiengang beheimatet ist. Im Hochsauerlandkreis

sind wir zudem seit vielen Jahren an den Schulen präsent

und informieren die Schülerinnen und Schüler über diesen

spannenden Berufsweg.

86 - WOLL Elternratgeber 2022


„Einen ganzheitlichen Blick auf die

Prozesse eines Unternehmens zu haben,

ist aus strategischer Sicht unerlässlich“

(Dominic Glinka)

Julian Franzen

Einer, der diesen Weg eingeschlagen hat, ist Julian Franzen

aus Arnsberg. Er befindet sich im siebten Semester

seines dpm-Studiums und schreibt bei der Firma Miele in

Gütersloh seine Bachelorarbeit. Nach drei Jahren Studium

in Soest ist sein Fazit:

„Der Studiengang Design- und Projektmanagement ist

nicht nur durch seine vermittelten Inhalte einzigartig,

sondern auch durch den Umgang und das Miteinander

von Kommilitonen und Lehrenden. Für mich gab es keinen

Tag im Studium, an dem ich nicht gerne aufgestanden

bin, um nach Soest zu fahren.

Als ein Absolvent des Studiengangs verfüge ich über

einen sehr breiten Wissensstand und habe die Möglichkeit

dadurch in vielen Branchen und Bereichen tätig

zu werden. Ich bin oft überrascht, wie unterschiedlich

sich die Karrierewege der Absolventen entwickeln.

Inhaltlich beschäftige ich mich mit der Entwicklung eines

Produktes und dem dazugehörigem Geschäftsmodell, das

mit der Vision startet und mit der Vermarktung endet.

Hier werden die Vorteile von Generalisten besonders offenbart,

da bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells

eine sehr fundierten Wissensbasis in allen Bereichen benötigt

wird. Tauchen doch Wissenslücken auf, können diese

in der Regel durch das Aneignen von Wissen, das optimal

auf der geschaffenen Basis aufbauen kann, geschlossen

werden. ■

Beim Studiengang dpm kann man aus

einer Vielzahl von Modulen vier nach eigenen

Interessen und Schwerpunkten auszuwählen:

Online-Marketing, Industrie 4.0

oder Angewandte Produktentwicklung

sind nur einige häufig belegte Beispiele.

WOLL Elternratgeber 2022 - 87


COMPUTER

UND IT

Top Berufe:

• Fachinformatiker

• Anwendungsentwicklung

• Daten & Prozessanalyse

• digitale Vernetzung

• Systemintegration

• Informatikkaufmann/frau

• IT-Systemelektroniker/in

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

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Fachinformatiker/in für Systemintegration

INFORMATIKER

– IMMER UNENTBEHRLICHER

Christel Zidi

Privat

Kevin Müller hat sich

schon immer sehr für die IT interessiert.

88 - WOLL Elternratgeber 2022


Als Fachinformatiker hat man auch

die Möglichkeit sich zu spezialisieren, z. B.

auf Anwendungsentwicklung oder als Fachinformatiker

für Daten- und Prozessanalyse

bzw. für Digitale Vernetzung.

M

it dem Computer kann heute fast jeder

umgehen, der im Berufsleben steht. Schwierig

kann es aber werden, wenn Soft- oder

Hardware Probleme machen. „Stecker raus / Stecker

rein“ – hilft leider nicht immer. Spätestens dann, wenn

sich der Computer gar nicht mehr starten lässt, muss

der Fachmann gerufen werden, idealerweise der interne

Fachinformatiker für Systemintegration.

Spätestens bei der Auswahl der Server und Fragen nach

Netzerweiterungen kommt ein „normaler“ Anwender

nicht mehr mit. Ein Fachinformatiker hingegen kennt

sich nicht nur in den technischen Bereichen aus, sondern

erstellt auch genaue Bedarfspläne – angepasst an

das Budget und die Bedürfnisse des Unternehmens.

Überhaupt hat ein solcher ein weites Einsatzgebiet:

Installation neuer Software, der Einbau von Hardware

(Computer, Telefonanlagen und Drucker), Auswahl

der Server u.v.m.

Bei der Egon Grosshaus GmbH & Co. KG in Lennestadt

hat man sich auf Stanz-, Feinstanz- und Stanzbiegetechnik

spezialisiert. Wenn hier mal ein Computer nicht das

macht, was er soll, hat man gleich den Spezialisten zur

Seite, einer davon ist Kevin Müller (22), Fachinformatiker

für Systemintegration.

Kevin hat im letzten Sommer seine dreijährige Ausbildung

bei der Firma Grosshaus abgeschlossen. Schon

als Kind hatte er Interesse an der IT und sich in seiner

Freizeit damit beschäftigt. Nach entsprechenden Praktika

hat er auch seinen schulischen Werdegang entsprechend

ausgerichtet: „Ich habe mein Fachabi in der Fachrichtung

Informatik gemacht und bin so schon tiefer in das

IT-Thema eingestiegen.“

Wer sich jetzt einen Computer-Nerd vorstellt, irrt: „Was

man von der IT vielleicht gar nicht vermutet: Man kommt

viel mit Menschen in Kontakt. 80 % unserer Tätigkeit

besteht aus Kommunikation.“

Kevin hat das Unternehmen schon während seiner Ausbildung

„intensiv kennengelernt“. Seine beruflichen

Kenntnisse hat er hier erlernt und sich beruflich weiterentwickelt:

„Das möchte ich weiter nutzen und einbringen.

Außerdem ist die Atmosphäre hier in unserem Familienunternehmen

super, wir haben ein tolles Team und

ich fühle mich sehr wohl.“

Unter dem Motto „Expedition Ausbildung“ bietet

die Firma Grosshaus den Auszubildenden die unterschiedlichsten

Berufe im gewerblichen und kaufmännischen

Bereich und eben auch im IT-Bereich an. Nach der

fundierten und gut betreuten Ausbildung ergeben sich

für die Nachwuchskräfte zahlreiche Aufstiegschancen.

Den Grund für diesen Einsatz in Sachen Ausbildung

erklärt uns Michaela Springmann, die Leiterin der Personalabteilung

so: „Wir haben das Ziel vor Augen, unsere

Auszubildenden mit ihrer Ausbildung optimal auf

die Berufswelt vorzubereiten und dann natürlich auch als

Fachkräfte in den verschiedenen Bereichen langfristig an

uns zu binden.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 89


VERKEHR, TECHNIK

UND LOGISTIK

Top Berufe:

• Berufskraftfahrer/in

• KFZ-Mechatroniker/in

• Land- und Baumschinenmechatroniker/in

• Fachkraft für Lagerlogistik

• Fachlagerist

• Kaufmann/frau für Logistikdienstleistungen

Foto: sabrinity

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

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Dieses Berufsfeld erkunden

auf karriere-hier.de

Maikel Haag und Lukas Marcholewski sind glücklich

über ihre Ausbildung zur „Fachkraft für Lagerlogistik“

„Hier lerne ich jeden Tag Neues“

Anne von Heydebrand

S. Droste

Die Hochregale sind gut gefüllt. Waren aus der

ganzen Welt stapeln sich auf über 12.000 Palettenstellplätzen

in den Hallen der Spedition

Mönig in Meschede-Enste. Und mittendrin die beiden

Azubis Maikel Haag und Lukas Marcholewski. Sie sorgen

mit ihren Kollegen dafür, dass jedes Produkt ans richtige

Ziel gelangt. Und das nicht nur in Deutschland, sondern

in ganz Europa. Ganz schön viel Verantwortung, woll?!!

Lukas Marcholewski freut sich, dass er nach der

Ausbildung im Betrieb übernommen wird.

90 - WOLL Elternratgeber 2022


Auch Maikel Haag ist immer noch beeindruckt von der Warenmenge,

die hier jeden Tag verarbeitet wird. Der 18-Jährige

befindet sich aktuell im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung

und schwärmt von den vielfältigen Aufgabenbereichen

im Unternehmen: Wareneingang, Kommissionierung, Bestandskontrolle,

Be- und Entladung der kostspieligen Fracht.

Eines der wichtigsten Arbeitsgeräte ist der PC. „Hier lerne

ich jeden Tag etwas Neues.“ Bereits drei Monate nach Ausbildungsstart

konnte er auch schon seinen Staplerschein in

den Händen halten und er ist sich schon jetzt sicher, dass

er nach der Ausbildung weiterlernen will. Sein Ziel: Einen

Ausbilderschein absolvieren oder sogar noch den Meistertitel

erreichen.

Chancen ergreifen und voll durchstarten

Lukas Marcholewski ist da schon einen Schritt weiter. Er hat

im letzten Jahr seine Ausbildung abgeschlossen und wurde

im Anschluss von der Spedition Mönig übernommen. Dabei

hat alles vor viereinhalb Jahren mit einem Praktikum begonnen.

Damals wusste er noch gar nicht, was ihn in den

Lagerhallen erwarten würde. Nur durch Zufall ist er bei

dem Unternehmen aus Meschede gelandet und hat gleich die

Chance ergriffen, richtig durchzustarten. Mittlerweile ist er

aus dem Unternehmen nicht mehr wegzudenken und auch

er schätzt das familiäre Verhältnis unter den Mitarbeitern.

„Wir helfen uns hier alle gegenseitig und halten zusammen“,

erklärt der 23-Jährige.

Was ihn an dem Job noch immer reizt? Der Kontakt mit den

LKW-Fahrern aus ganz Europa. An manchen Tagen kommen

bis zu 20 LKWs in der Spedition an. Dann wird es nicht

nur hektischer, auch die Englischkenntnisse müssen sitzen.

Ein wichtiger Tipp für zukünftige Bewerber: „Englisch ist

extrem wichtig in unserem Beruf. Viele Fahrer können kein

Deutsch und dann wird es mit der Kommunikation schwer“,

sagt Marcholewski. Außerdem spielen Selbstständigkeit und

gewissenhaftes Arbeiten eine große Rolle im Berufsalltag.

„Wir müssen uns aufeinander verlassen können.“ Dafür erlernt

er aber auch einen wichtigen Job mit Zukunft. Denn

Lageristen werden in allen Branchen gebraucht. Schließlich

muss jeder irgendwann irgendetwas lagern. ■

Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert

in der Regel drei Jahre und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf

in Industrie und Handel. Fachkräfte für

Lagerlogistik finden Beschäftigung in Unternehmen

nahezu aller Wirtschaftsbereiche.

Die Spedition Mönig stellt jedes Jahr zwei neue Ausbildungsplätze

zur Verfügung. Interessenten können in

einem Praktikum ein Einblick von dem Unternehmen

und der Ausbildung bekommen.

Weitere Informationen unter: www.moenig.com

Auch Maikel Haag absolvierte vor der Ausbildung

zunächst ein Praktikum im Betrieb.

WOLL Elternratgeber 2022 - 91


SPAREN ODER AUF DEN

KOPF HAUEN

WAS TUN MIT DEM ERSTEN GEHALT?

Sonja Nürnberger

N

un ist es soweit: Das Kind ist tatsächlich kein

Kind mehr, sondern so alt, dass es sein erstes eigenes

Gehalt aufs Konto überwiesen bekommt.

Aber was tun damit? Direkt beim nächsten Schützenfest

alles auf den Kopf hauen oder

kann man es doch etwas

sinnvoller

anlegen?

Tatsächlich ist das erste Gehalt ein guter Anlass, sich

Gedanken über die Zukunft zu machen. Die erste Arbeitsstelle

ist nun sicher und das erste Gehalt wird nicht

das letzte sein. Welche Möglichkeiten gibt es also, mit

diesem Geld verantwortungsbewusst und nachhaltig

umzugehen?

Da Ihrem Kind nun vermutlich monatlich

mehr Geld zur Verfügung steht

als zuvor, damit aber auch einige

neu hinzugekommene Kosten

– wie etwa die Miete für die

erste eigene Wohnung, das

Auto und Versicherungen

– gedeckt werden

müssen, bietet es sich

an, einen Haushaltsplan

zu erstellen. So

bekommt Ihr Kind

einen Überblick

über die Einnahmen

und Ausgaben und

ein Gefühl für die

tatsächliche finanzielle

Situation.

Haben sich in der Vergangenheit

Schulden angehäuft,

liegen eventuell

noch unbezahlte Rechnungen

auf dem Tisch, dann ist

das erste Gehalt eine gute Gelegenheit,

sich zunächst von diesen zu

befreien. So kann Ihr Kind unbelastet in

die Zukunft blicken.

Ist der Kontostand raus aus dem roten Bereich, kann

Ihr Nachwuchs beginnen, sich Ziele zu setzen. Wann

wird ein neues Auto fällig? Wie sieht es in einigen Jahren

mit einem Eigenheim aus? Aber auch speziellere Wün-

92 - WOLL Elternratgeber 2022


sche wie ein besonderes Reiseziel können dabei helfen,

diszipliniert in Sachen Geld zu handeln. Da ein Berufseinsteiger

noch viele Jahrzehnte vor sich hat, sollte auch

schon darüber nachgedacht werden, langfristig Vermögen

aufzubauen, beispielsweise in Aktien, ETF-Sparpläne oder

Gold. Ein fester Betrag ab 50 Euro pro Monat – wer kann

bestenfalls natürlich gerne mehr – könnten dafür eingeplant

werden.

Und dann ist da noch der Notgroschen: zwei bis drei Monatsgehälter

sollten für Notfälle immer auf einem Konto

liegen, auf das schnell zugegriffen werden kann.

Es lohnt sich auf lange Sicht gesehen also auf jeden Fall,

das erste Gehalt nicht direkt auf den Kopf zu hauen, sondern

bewusst damit umzugehen – sich als Belohnung eine

Kleinigkeit zu gönnen, ist sicher trotzdem drin! ■

Mehr Überholspur.

Weniger Sackgasse.

Was willst du mehr?

Die Ausbildung bei deiner Sparkasse.

Du willst mit Vollgas durchstarten, statt auf der Stelle zu treten? Bei uns erwartet dich

ein praxisnaher Einstieg in eine Karriere mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten

und jeder Menge Sinn – für dich und für uns alle.

Folgende Ausbildungen bieten dir die Sparkassen Lippstadt und SoestWerl an:

Ausbildung Bankkaufleute (m/w/d)

Kaufleute für Versicherungen und Finanzen (m/w/d)

Kaufleute im E-Commerce (m/w/d)

Duales Studium Banking and Sales (B.A.)

Informiere dich einfach online über unsere verschiedenen Angebote:

www.sparkasse-lippstadt.de/karriere

www.sparkasse-soestwerl.de/ausbildung

personal@sparkasse-lippstadt.de

Tel. 02941 757-311

SoestWerl

WOLL Elternratgeber 2022 - 93

personalabteilung@sparkasse-soestwerl.de

Tel. 02921 109-1606


SOZIALES UND

PÄDAGOGIK

Top Berufe:

• Erzieher/in

• Erzieher/in - Jugend und Heimerziehung

• Fachlehrer/in - musisch-technische Fächer

• Förderlehrer/in

• Sozialpädagogische/r Assistent/in

• Kinderpfleger/in

• Sportlehrer/in

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Foto: Georg Giannakis

Hubertus Gosmann vom

Hubertus-Schwartz-Berufskolleg in Soest

VOM GYMNASIAL-

ABBRECHER ZUM

STELLVERTRETENDEN

SCHULLEITER

D

ass Hubertus Gosmann einmal im Büro des stellvertretenden

Schulleiters sitzen würden, hätte er selbst am wenigsten gedacht.

Noch dazu nicht vor dem Schreibtisch, sondern dahinter. Eben als

der, für den das Büro da ist. Denn eigentlich wollte Gosmann als „schulmüder

Gymnasiast“, der er damals war, nie wieder eine Schule von innen

sehen. „Wer braucht schon Latein? Mathe macht keinen Spaß mehr. Stress

mit den Eltern. Damals hatte ich die Fragen und Probleme, wie ich sie heute

oft bei meinen Schülern erlebe“ sagt der Warsteiner. Statt in die Oberstufe

einzutreten, verließ er das Gymnasium mit dem Realschulabschluss.

Matthias Koprek

Hubertus Gosmann:

Ein Leben für und in der Schule

94 - WOLL Elternratgeber 2022


„Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung

hast du immer etwas in der Hand. Und ein viel

besseres Verständnis für den Stoff im Studium.“

(Hubertus Gosmann)

Nichtstun war für ihn keine Option –

und schon gar nicht für seine Eltern.

Also musste kurz vor dem turnusmäßige

Ausbildungsbeginn ein Ausbildungsplatz

her. Das Problem: Damals gab

es noch einen Arbeitgebermarkt und

im Sommer so gut wie keine offenen

Stellen mehr. Außer bei der Deutschen

Post. Also bewarb er sich mehr oder

weniger blind für den Ausbildungsberuf

der „Dienstleistungskraft im Postbetrieb“.

„Was man hier lernt, das braucht

man im Leben!“

Die Zusage kam prompt. Doch was

Gosmann nicht wusste: Das erste Jahr

der dreijährigen Ausbildung war ein

Vollzeitschuljahr. Und so fand er sich

1992 nach den Sommerferien dort wieder,

wo er nie wieder hinwollte: in einem

Klassenraum. Diesmal am Hubertus-

Schwartz-Berufskolleg in Soest. „Da

hatte ich erst einmal einen Schock. Ich

merkte allerdings schnell, dass ich die

Dinge, die ich hier lerne, wirklich gebrauchen

kann. Dass die Themen, die

hier behandelt werden, eine unglaubliche

Lebensnähe haben, die mich bis heute

trägt.“ Und so wurde aus dem Abiturverweigerer

plötzlich ein Streber, der in

allen elf Fächern die Note eins auf

dem Zeugnis bekam. „Aber auch nur,

weil wir keinen Sportunterricht hatten,

sonst wäre mir das nicht geglückt“, gibt

er schmunzelnd zu. Da wusste er freilich

noch nicht, dass ab der Mittelstufe

der einheitliche Dienstsport zur Pflicht

wurde. Dank der guten Noten konnte

Gosmann die Ausbildung verkürzen

und war nach 2,5 Jahren fertig. Keine

vier Wochen später fand er sich in der

Rolle des Ausbilders wieder und lernte

plötzlich seine gleichaltrigen Kollegen

an, die vor kurzem noch neben ihm in

der Schulbank saßen.

„Pauker bei uns, das wäre doch

was für dich.“

Als Ausbilder kehrte Gosmann regelmäßig

zum Hubertus-Schwartz-

Berufskolleg zurück, um sich an den

Sprechtagen nach seinen Azubis zu erkundigen.

Sein ehemaliger Lehrer für

Betriebswirtschaft und Rechnungswesen

gab die Initialzündung für die Karriere

in der Schullaufbahn. „Bei der Post

kommt die Privatisierung, da gehen die

Lampen aus. Den Job, den du da machst,

wird es nicht mehr lange geben. Pauker

bei uns, das wäre doch was für dich“,

sagte er zu seinem ehemaligen Schüler.

Was Gosmann einleuchtet, hatte einen

Haken. Ihm fehlte schließlich das Abitur.

Also begann er 1995 mit dem

Abendgymnasium und saß wieder in

der Schule, die er einst genervt verlassen

hatte. 1998 folgt dann das Studium

in Paderborn. Bei der Post ließ

sich Gosmann nur beurlauben: „Es gibt

immer den Misserfolgsmeider und den

Erfolgssucher. Ich bin von Natur aus

eher der Misserfolgsmeider und brauchte

die Sicherheit.“ Außerdem jobbte er

zwischendurch immer wieder als Postzusteller.

„Ich habe zwar nie gern studiert,

aber ich wusste, wo ich hinwollte

– ans Hubertus-Schwartz-Berufskolleg“,

sagt Gosmann. „Für mich war

definitiv klar: Ich kann nirgendwo anders

Pauker sein als hier. Ich habe diese

Schule geliebt und tue es noch heute.“

Allerdings kriegen Referendariaten

ihre Schule zugewiesen und können sie

sich nicht aussuchen. Weil es dem damaligen

Schulleiter höchsten Respekt

abverlangte, wie Gosmann sich vom

niedrigsten Bildungsgang seiner Schule

hochgearbeitet hat, wollte er das unbedingt

unterstützen und setze alle Hebel

in Bewegung, um ihn an seine Schule

zu holen.

„Es muss nicht jedes Kind

studieren.“

Seit Anfang des Jahres ist der Oberstudienrat

nun stellvertretender Schulleiter

des Soester Berufskollegs. Seine eigene

Erwerbsbiografie ist der beste Beweis

dafür, dass in unserem Bildungssystem

jeder alles erreichen kann, wenn er nur

will. „Egal aus welcher Situation heraus

man startet, welchen Weg man wählt.

So kann ein Postbote auch stellvertretender

Schulleiter werden“, resümiert

Gosmann. Ihm ist es wichtig, auch den

Eltern deutlich zu machen, dass nicht

jedes Kind studieren muss. Natürlich

darf jeder an ein Studium denken. Aber

seine Empfehlung lautet: „Macht vorher

unbedingt eine Ausbildung. Egal welche.

Das sage ich auch meinen Kindern.

Wenn es nicht klappt, fängt das Netz

euch auf. Mit einer abgeschlossenen

Berufsausbildung hast du immer etwas

in der Hand. Und ein viel besseres Verständnis

für den Stoff im Studium.“

Außerdem haben Studierende mit Berufsausbildung

die Chancen auf deutlich

attraktivere Nebenjobs. Schließlich

ist nicht jeder mit einem wohlbetuchten

Elternhaus gesegnet, welches das Studium

mit all seinen Aspekten finanzieren

kann. Das Berufskolleg verzeichnet

vermehrt Studienabbrecher, die das

Studium unterschätzt haben, und dann

eine duale Ausbildung absolvieren.

Gosmann: „Die starten hier durch wie

eine Rakete, weil die genau das erleben,

was ich nach dem Abbruch des Gymnasiums

erlebt habe. Plötzlich können

sie mit entsprechendem Aufwand etwas

erreichen. Das zu sehen, motiviert mich

total.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 95


Anzeige

Christel Zidi

Georg Giannakis

Aileen Lorenz

mit Kita-Kindern

„DAS WAR DIE BESTE ENTSCHEIDUNG,

DIE ICH JE GETROFFEN HABE“

Abitur, Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Altenpflege, Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen

und anschließende Tätigkeit als Kaufmännischer Angestellter. Der Belecker Niclas Nürenberg

(27) hat beruflich schon einige Stationen durchlaufen. Jetzt ist er angekommen: Er wird Erzieher.

Die Erst-Ausbildung in einem guten Beruf – aber noch

nicht der Traumberuf, noch nicht das berufliche Ziel.

„Ich habe immer schon mit dem Gedanken gespielt,

Erzieher zu werden. Das hat mich einfach interessiert.“

Und dann ergab sich die Möglichkeit,

im August 2019 begann er seine

Ausbildung. Heute, zum Ende des

2. Ausbildungsjahres kann er sagen:

„Das war die beste Entscheidung, die

ich je getroffen habe.“

Während der Praxisintegrierten Ausbildung

(PIA) gibt es für Niclas zwei

Tage in der Woche theoretischen Unterricht

am Berufskolleg Marienschule Lippstadt

in Lipperbruch, den praktischen Teil absolviert er an

den restlichen drei Tagen in der St. Pankratius Kita in

Warstein-Belecke.

Die Einführung der PIA vor vier Jahren war auch für

Quereinsteiger ein Anreiz, diesen Weg zu gehen. Auch für

solche, für die die Ausbildung nur in Teilzeit möglich

ist. Im Gegensatz zur schulischen Erzieherausbildung

bekommen die Auszubildenden

ein Gehalt gezahlt.

In welche Richtung es später geht,

kann jeder für sich entscheiden, denn

der Erzieherberuf ist sehr weitläufig.

Entsprechende Praktika können bei

der Entscheidungsfindung helfen. Niclas

machte ein vierwöchiges Praktikum

in der Jugendhilfe: „Das war spannend und

interessant, aber eine ganz andere Herausforderung.“

Wechsel- und Aufstiegsmöglichkeiten gibt es

für Erzieher reichlich. Nach der Berufsausbildung kann

man z. B. auch Sozialpädagogik und Management studie-

Niclas Nürenberg, Ausbildender

96 - WOLL Elternratgeber 2022


en, so wie es Aileen Lorenz gemacht hat, die Leiterin der

Kindertageseinrichtung.

Erzieher ist ein Beruf, den man gut bis zur Rente ausüben

kann. Auch in der Kath. Kita St. Pankratius ist eine Fachkraft

beschäftigt, die mit ihren knapp 60 Jahren in allen

Bereichen tätig ist. Ihr geht es wahrscheinlich genau

wie Niclas, der, wenn er in der Kita ist, keine Chance auf

schlechte Laune hat, selbst wenn er mal mit dem linken

Bein aufgestanden ist: „Bei der Interaktion mit den Kindern

vergeht das schnell. Die Kinder versprühen so viel

gute Laune.“ Niclas Nürenberg ebenfalls. Seinen guten

Draht zu Kindern hat die Kita-Leitung schnell erkannt:

„Niclas kam am Tag 1 an und die Kinder flogen sofort auf

ihn. Man kann schon sagen, er ist ein geborener Erzieher.“

Die Kita auf dem Propsteigelände in der malerischen Belecker

Altstadt wurde 1969 eingeweiht. Dort, wo jetzt die

Zwei- bis Sechsjährigen fröhlich toben, stand bis 1967 eine

alte Scheune, von der jetzt noch der Baukörper und das

Dach erhalten sind. Sprichwörtlich unter diesem Dach

fördert das Kita-Team Fantasie und Kreativität der Kinder,

stärkt ihr Selbstvertrauen und ihre Selbständigkeit.

Auf Sprachförderung legt man hier großen Wert und auf

musikalische Früherziehung. Eine zertifizierte Liedergartenlehrerin

unterrichtet die zwei- bis dreijährigen Kinder.

Bewegung ist ebenfalls ein wichtiger Part der Erziehung.

Es wird oft draußen gespielt, auf dem Spielplatz, in Feld,

Wald und Wiese.

Neben diesen wichtigen Aspekten vermittelt das Erzieherteam

der Kita St. Pankratius auch die christlichen Werte

und die Bedeutung des Glaubens an die Kinder.

Niclas übernimmt - zusammen mit seiner Praxisanleitung

- die Turnstunden mit den Kindern. Verwaltungsarbeit

gehört auch zum Job und die Gespräche mit den Eltern,

bei denen diese über die Entwicklung ihres Kindes informiert

werden.

Dass Erzieher eigentlich ein frauentypischer Beruf ist,

war für Niclas Nürenberg nie ein Problem: „Als ich noch

im Büro gearbeitet hatte, habe ich schon mal zu meinen

Kumpels gesagt, dass ich das gern machen würde. Und sie

haben mich alle in der Entscheidung bestärkt. Ich habe

immer nur Zuspruch erfahren.“

Leider gibt es noch immer nur sehr wenige Männer in seinem

Beruf. Dazu Aileen Lorenz: „Es ist so, dass fast jeder es

akzeptiert und auch gut findet, dass es männliche Erzieher

gibt. Trotzdem können sich das viele noch nicht für sich

selbst vorstellen.“ So sieht es auf jeden Fall aus, wenn man

einen Blick in die von Frauen dominierten Klassenräume

wirft.“ Auch Niclas plädiert dafür, dass mehr Männer den

Beruf des Erziehers erlernen: „Ich würde den Leuten, die

schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, Erzieher zu

werden, unbedingt zu diesem Beruf raten. Wenn man darauf

Lust hat, sollte man den Schritt wagen. Man hat viele

positive Erlebnisse und es macht sehr viel Spaß.“ ■

Katholische Kindertageseinrichtungen

Siegerland-Südsauerland gem. GmbH

Tim Nicksteit

Tel.: 0291-9916 83760

Stiftsplatz 13 I 59872 Meschede

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hellweg gem. GmbH

Christine Sauermann

Tel.: 0291-9916 82760

Stiftsplatz 13 | 59872 Meschede

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hochsauerland-Waldeck gem. GmbH

Anna Kampert

Tel.: 0291-9916 81760

Stiftsplatz 13 | 59872 Meschede

WOLL Elternratgeber 2022 - 97


DAS

ZDI-NETZWERK

HOCHSAUERLAND

MINT-Förderung „von der KiTa

bis zum Berufseinstieg“:

Monika Loerchner

ZDI Netzwerk

durch Innovation“ – dieses vielsagende

Motto verbirgt sich hinter der

„Zukunft

Abkürzung „ZDI“. Das ZDI-Netzwerk

des Hochsauerlandkreises hat seinen Sitz in Meschede;

insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen 34 dieser

Zentren.

„Alle Bundesländer beneiden uns um unsere Einrichtungen“,

erzählt Elke Henke. Die Diplom-Statistikerin ist gemeinsam

mit ihrer Kollegin Sabine Kittler, die ihren Abschluss

im Bereich Wirtschaft und Marketing gemacht hat,

als Koordinatorin für das Netzwerk tätig.

Dem Fachkräftemangel schon früh entgegensteuern

Im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft

NRW soll das ZDI in der hiesigen Bildungsregion

helfen, Kinder und Jugendliche für den MINT-Bereich

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und

Technik) zu begeistern. „Von KiTa bis Berufseinstieg oder

Studium, wir gewährleisten eine MINT-Begleitung entlang

des gesamten Bildungsweges“, erklärt Elke Henke. Bereits

im Gründungsjahr 2010 standen für Kreis, Fachhochschule

und regionale Unternehmen fest, dass man dem drohenden

Fachkräftemangel aktiv entgegensteuern muss. Elke Henke

sieht in Sachen MINT-Förderung vor allem bei Mädchen

viele Möglichkeiten. „Das Geschlecht spielt im MINT-Bereich

absolut keine Rolle. Da ist es eher der große Einfluss

der Eltern, die ihre Kinder hier fördern oder bremsen.“

Damit die Angebote auch genutzt werden, ist es wichtig, die

Lehrkräfte aktiv mit ins Boot zu holen. „Wir merken, dass

oft Workshops nötig sind, um den Grundschullehrern und

KiTa-Betreuern die Angst zu nehmen, MINT-Projekte anzunehmen“,

erzählen die beiden Frauen.

Robotgame Wettbewerb 2022

Fast immer kostenfrei für Schulen und Kinder

Das breite Angebot des ZDI-Netzwerkes umfasst neben

Lehrer- und Erzieherschulungen und dem Verleih von praxisbezogenem

Lehrmaterial Bereich auch die Bereitstellung

von Räumlichkeiten und Personal für die Durchführung

von Kursen, Unterstützung bei eigenen MINT-Projekten,

Ferienangebote für Schülerinnen und Schüler sowie finanzielle

Unterstützung. Überhaupt arbeitet das Netzwerk dank

Fördermitteln überwiegend kostenfrei.

Besonders beliebt ist übrigens die Kinder-Uni. Hier wird das

Interesse der jungen Menschen anhand lebensnaher Alltagsfragen

(„Wie werde ich Chef von Deutschland?“ oder „Es ist

Mathematik. Die geheimen Techniken der Profifußballer“)

für den MINT-Bereich geweckt. Mit Robot-Games Drohnenflugwettbewerben,

dem Einsatz von Raspberry Pies oder

Kursen in Sachen Tinkercad ist das ZDI dabei stets am Puls

der Zeit.

Ein „Best of Kinder-Uni“ soll nun bald im Rahmen des

Sommerfestes der Fachhochschule Meschede am 11. Juni 22

stattfinden. ■

Erste Elektrotechnik-Erfahrungen in der Summerschool

98 - WOLL Elternratgeber 2022


Christel Zidi

HILFE, MEIN

KIND HÄNGT

STÄNDIG

VORM COMPUTER!

I

hr Kind liebt seinen Computer und verbringt den

größten Teil seiner Freizeit damit? Computerspiele

von morgens bis abends. Was soll aus ihm nur mal

werden? Nun, vielleicht Mediendesigner?!

Haben Sie vielleicht schon bemerkt, dass Computerspiele für

Ihr Kind mehr sind als nur ein Zeitvertreib? Stolz hat es Ihnen

vielleicht schon einige eigene Programmierungen vorgeführt.

Wenn das so ist, sollten Sie den Berufswunsch ihres Kindes

nicht einfach vom Tisch wischen. Möglicherweise wenden

Sie jetzt ein, dass Ihr Kind ja schließlich noch nicht einmal

das Abitur hat und Privatschulen eh viel zu teuer sind... Doch

selbst dann ist die Situation alles andere als hoffnungslos.

Möglichkeiten mit Mittlere Reife

Für die Ausbildung zum Game Artisten, Game Developer

oder Mediendesigner reicht z. B. am “bib international College”

in Paderborn der Realschulabschluss. Hier können Realschul-Absolventen

während ihrer dreijährigen Ausbildung

auch gleichzeitig den Fachhochschulabschluss erwerben. Mit

der Fachhochschulreife bzw. mit Abitur kann man auch einen

Bachelor im Bereich Mediendesign oder Game machen.

Privatschulen - nur für Privilegierte?

Solch eine Ausbildung ist allerdings nicht umsonst. Ein

monatliches Schulgeld von 362 bzw. 445 Euro ist schon zu

errichten. Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch

Förderungen möglich: BAföG, KfW-Bildungskredit, BfD

oder auch Finanzierungsmodelle des “bib”. Zudem kann das

Schulgeld zum Teil auch als Sonderausgabe von der Steuer

abgesetzt werden. 30 Prozent, höchstens aber 5.000 Euro pro

Jahr sind möglich. Vielleicht ist Ihr Kind auch bereit, für seinen

Traumberuf auf einen Teil seines Taschengelds zu verzichten?

Allein dieses Entgegenkommen zeigt schon, wie viel

ihm seine Ausbildung wert ist.

Und würden Sie sich nicht auch freuen, wenn eines Tages ein

junger Designer bei Ihnen am Tisch sitzt?

Quelle: bib international college

Game Designer entwickeln neue Spielkonzepte

und entwerfen alle Systeme und Regeln des Spiels.

Zu den weiteren Aufgaben gehören das Schreiben

der Geschichte des Spiels und das Level Design.

Game Artisten erschaffen die Charaktere und die

Umgebung des Spiels.

Game Developer entwickeln und programmieren

Games und sind für die technische Umsetzung des

Spieledesigns verantwortlich. Sie sind es, die dafür

sorgen, dass das Spiel nach den Vorgaben der Designer

auch läuft.

Game Producer managen und überwachen Spielprojekte

als Hauptverantwortliche. Sie kümmern

sich um die Einhaltung des Projektfortschritts und

um die Finanzen.

Mediendesigner entwickeln kreative Konzepte

und begleiten Projekte. Zum Beispiel bei der Gestaltung

von Magazinen, Flyern, Plakaten, Firmenlogos

oder Anzeigen.

WOLL Elternratgeber 2022 - 99


Foto: Adobe Stock_139571196

Foto: Adobe Stock_339074092

Von TV und Internet inspiriert

WIE WIRD MAN EIGENTLICH…

Christel Zidi

N

icht jedes Kind möchte einen „normalen“

Beruf ergreifen. An Vorbildern aus TV oder

Internet mangelt es nicht. Aber wie kann man

diese Berufe eigentlich lernen?

…Make-up-Artist

Um als Makeup-Artist in der Jury neben einem Supermodel

wie Heidi Klum zu sitzen, muss man schon besonders

gut sein und sich einen Namen in der Branche gemacht

haben. Auch bei Fashionweeks sind sie gefragt. Aber wie

wird man eigentlich Make-up-Artist?

Nicht besonders lang, aber meist recht teuer ist eine entsprechende

Ausbildung. Mehrere tausend Euro verlangen

private Einrichtungen, wie man sie meist in größeren

Städten findet. Nach erfolgreicher Teilnahme ist man

dann zertifizierter Make-up-Artist. Auch verschiedene

Cosmetics-Stores bieten Ausbildungen (auch mit Zusatzqualifikationen)

an.

Um Erfolg zu haben, macht es Sinn, zunächst eine staatlich

anerkannte, dreijährige Ausbildung in einem Beruf

wie z. B. dem der Kosmetikerin zu absolvieren. Möglich

ist dies z. B. in Wellness-Hotels. Wenn echtes Talent und

die Leidenschaft fürs Schminken zusammenkommen,

kann Boris Entrups Thron vielleicht in ein paar Jahren

wackeln. Zuvor lässt sich als Make-up-Artistin oder Kosmetikerin

natürlich auch nebenher Geld verdienen, z. B.

auf Hochzeiten.

Wer sich und andere gern mal ganz ausgefallen schminkt

und sich gern verkleidet, liegt vielleicht mit dem Beruf

des Maskenbildners richtig. Die staatliche Ausbildung ist

möglich und auch eine private Ausbildung an einer Maskenbildner-Schule.

Auch ein entsprechendes Studium ist

möglich, um die vielfältigen Gestaltungsmittel zu beherrschen

und die Vorgaben der Regisseure umzusetzen. Ein

äußerst kreativer Beruf, der zum Bereich Kunsthandwerk

gehört.

100 - WOLL Elternratgeber 2022


…Influencer

Influencer zeigen ihren eigenen Stil – meist in den Bereichen

Fitness, Mode oder Reisen. Eine Ausbildung zum

Influencer, gibt es nicht. Die Inszenierung des Alltags

eines Influencers in den digitalen Medien (eigener Blog

oder soziale Netzwerke) ist allerdings mit wesentlich mehr

Aufwand verbunden, als es den Anschein hat. Alles ist geplant,

überarbeitet, optimiert. Zum Erstellen von Blogs,

Fotoshootings und Videodrehs kommen noch organisatorische

Arbeiten und der ständige Austausch mit den Fans

und Kunden.

Wer dazu bereit ist, sein eigenes Leben öffentlich zu machen,

muss lange und beständig an seinem Netzwerk arbeiten,

um Erfolg zu haben. Das Smartphone an die Seite

zu legen, geht nur selten.

Erst wer eine sehr hohe Zahl an Followern hat - Macro

Influencer haben 100.000 bis 1.000.000 Follower, Mega

Influencer über eine Million -, erhält auch Angebote von

Unternehmen. Bis man einen Manager engagieren kann,

der diese Aufgaben übernimmt, wird es aber meist noch

eine Weile dauern. Wie lange der Erfolg dann anhält, ist

ungewiss.

… Fußball-Profi

Der Werdegang von Fußballprofis beginnt meist schon in

sehr jungen Jahren. Ab einem Alter von sechs Jahren kann

man in einer Bambini-Mannschaft mittrainieren. Es gibt

in manchen Vereinen auch „Mini-Mannschaften“, bei denen

schon die kleinsten Nachwuchsfußballer (ab 4 Jahre)

mit dabei sein können. Sogenannte Sichter erkennen Talente

schon sehr früh, die werden dann in Förderprogrammen

aufgenommen. Talentscouts der größeren Vereine

sehen sich in der D- bis B-Jugend um. Wer außergewöhnliches

Talent besitzt, wird zum Probetraining eingeladen.

So ist es auch einem Daniel Ginczek aus Neheim gegangen,

der derzeit bei Fortuna Düsseldorf spielt oder Julian

Schwermann aus Sundern-Brenschede, der in der 3. Liga

spielt. Oder auch ein Nuri Şahin aus Lüdenscheid, der zunächst

bei Borussia Dortmund und Real Madrid spielte

und seit Oktober 2021 bei Antalyaspor als Teamchef unter

Vertrag steht.

Wer ernsthaft Fußballprofi werden möchte, muss nicht

nur das entsprechende Talent mitbringen, sondern auch

sehr diszipliniert sein. Und dann muss er das Glück haben,

dass ein Verein auf ihn aufmerksam wird und ihn unter

Vertrag nehmen will. Spätestens ab diesem Zeitpunkt

muss der Fußball stets im Vordergrund stehen. Also kein

Alkohol, eine strenge Ernährung, jede Menge Leistungsdruck

– und die Aussicht auf recht gute Gehälter.

… Schauspieler

Ryan Gosling, Brad Pitt und Jennifer Lawrence haben es

ganz nach oben geschafft, ohne eine Schauspielschule besucht

zu haben. Klar ist das möglich – aber nicht ohne

sehr viel Glück und die richtigen Beziehungen.

Wer diesen Traum trotzdem verfolgen will und schon bei

Theateraufführungen in der Schule oder auf Laienbühnen

festgestellt hat, dass diese Bretter für ihn die Welt bedeuten,

soll davon nicht abgehalten werden. Bei einer privaten

Schauspielschule muss die Ausbildung selbst finanziert

werden. Es gibt auch die Möglichkeit, eine staatliche

Hochschule zu besuchen, an der Schauspiel unterrichtet

wird. Allerdings sind die Plätze heiß begehrt und die Aufnahmeprüfungen

sehr anspruchsvoll. Da diese Schulen

vom Staat finanziert werden, sind die Studiengebühren

niedrig und die Chance auf ein Erstengagement sehr hoch.

Die Aussicht, irgendwann mal über den roten Teppich zu

laufen, ist leider nur minimal. Überhaupt können nur zwei

Prozent der Schauspieler in Deutschland von ihrer Arbeit

leben. Die meisten müssen sich mit Nebenjobs über Wasser

halten. Es macht wohl mehr Sinn, eine „ganz normale“

Ausbildung zu machen und die Schauspielerei nebenher

zu betreiben. Macht auch Spaß und wer weiß, vielleicht

kommt ja doch noch der große Durchbruch… ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 101


„ES GIBT NIEMANDEN, DER

NICHTS KANN“

Mit KAoA Perspektiven aufzeigen und Kompetenzen entfalten:

Berufliche Orientierung ein Kernbereich an NRW-Schulen

Foto: Adobe Stock_201252546

Paul Senske

S. Droste

J

unge Menschen frühzeitig auf lebenslanges

Lernen vorbereiten, berufliche Perspektiven

aufzeigen und vor allem Kompetenzen

erkennen und entfalten: Die Berufliche Orientierung

nimmt an allen NRW-Schulen der Sekundarstufe

I und II inzwischen eine überragende Rolle ein, hat

große gesellschaftliche Relevanz und macht die Schulen

lebensnäher und lebendiger. Mit der NRW-Landes

initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang

Schule - Beruf in NRW“ (KAoA) ab der 8. Klasse

aller Schulformen wurde ein einheitliches und effizientes

Übergangssystem von der Schule in Ausbildung

und Studium geschaffen. Ein Schwerpunkt ist die

Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung.

„Die jungen Menschen sollen bei der Beruflichen Orientierung

so früh wie möglich in den Schulen unterstützt werden“, sagt

Maria Büse-Dallmann, Leitende Regierungsschuldirektorin

bei der Bezirksregierung Arnsberg. „Sie sollen ihre Kompetenzen,

Talente und Ressourcen erkennen. Ihnen sollen Wege

der dualen Ausbildung, des Studiums und berufliche Perspektiven

aufgezeigt werden. Dabei geht es um die Entfaltung

der eigenen Persönlichkeit und auch um Wertschätz ung für

Berufe und Tätigkeiten jeder Art.“ Ingo Maschoty, Fachberater

der „Koordinierungsstelle Berufliche Orientierung“ der

Arnsberger Behörde, die gemeinsam mit den zwölf Kommunalen

Koordinierungen den KAoA-Prozess begleitet und unterstützt,

bezeichnet den Ansatz so: „Für die Jugendlichen ist

es wichtig, den Blick darauf zu werfen, was er kann. Denn

egal, welche berufliche Ausbildung er macht, sie ist immer

der Startpunkt in eine erfolgreiche Karriere. Es gibt nur den

richtigen individuellen Weg.“ Für Dezernent Andreas Kremer,

zuständig für die Gesamt- und Sekundarschulen im

Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein, steht fest: „Es gibt niemanden,

der nichts kann.“

KAoA bei der Bezirksregierung hoch angesiedelt

Das Landesvorhaben KAoA, 2011 vom Ausbildungskonsens

NRW („Jeder junge Mensch in NRW, der ausgebildet

werden will, wird ausgebildet“) ins Leben gerufen, ist bei

der Bezirksregierung hoch angesiedelt und wird gemeinsam

mit den kommunalen Akteuren mit großem Engagement

umgesetzt. Die rasche Integration aller Jugendlichen

mit und ohne Förderbedarf in Ausbildung, Arbeitswelt

oder Studium ist gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels

von großer Bedeutung. „Mit dem Elternhaus

und der Schule gibt es zwei Leitplanken für die

Entwicklung der Jugendlichen. Den größten Einfluss haben

die Eltern, die Schule berät und informiert“, so Maria

Büse-Dallmann. „Die Einbindung der Eltern in den Prozess

der Beruflichen Orientie rung ist für uns elementar.“

Mit KAoA geht NRW neue Wege. „Ein Lebensweltbezug

und damit auch die Arbeitswelt

ist eine Grundlage für jeden

Unterricht“, betont Andreas Kremer.

„Die Berufliche Orientierung mit Erkennen

und Entwicklung von überfachli-

Andreas Kremer

102 - WOLL Elternratgeber 2022


chen Kompetenzen ist Querschnitts- und Gemeinschaftsaufgabe

für alle Schulfächer, in denen auch diese Kompetenzen

vermittelt werden.“ Wichtig seien soziale Kompetenzen. „In

allen Unterrichtsfächern werden auch soziale Kompetenzen

(Teamgeist, Fairness …) entwi ckelt, die im Berufsleben

wichtig sind. Und der Besuch eines Bauernhofes im Erdkundeunterricht

der 5. Klasse beinhaltet auch erste Einblicke in

die Lebens- und Arbeitswelt“, so Kremer. Für die Berufliche

Orientierung gibt es an jeder Schule eine Koordinatorin bzw.

einen Koordinator (StuBo) oder ein Stubo-Team.

Potenzialanalyse ist

wichtige Säule

Der Berufsorientierungs-Prozess

an allen Schulen ab der Klasse 8

ist strukturiert, standardisiert und

verbindlich. Nach der Elterninformation

startet der Prozess mit einer

Potenzialanalyse der Schülerinnen und

Schüler. Sie findet eintägig bei außerschulischen

Bildungsträgern statt. In der

Analyse werden persönliche Potenziale wie Motivation

oder Leistungsbereitschaft, praktische Kompetenzen

(Handgeschicklichkeit, Sprachkompetenz), methodische Potenziale

(strukturiertes Vorgehen oder Aufgabenverständnis)

und soziale Potenziale wie Team- und Kommunikationsfähigkeit

beobachtet. Die Potenzialanalyse wird durch die Schule

vor- und nachbereitet. Die Eltern und die Bundesagentur für

Arbeit werden miteinbezogen. Die Ergebnisse sind Grundlage

für den weiteren Prozessverlauf. Dieser wird mit einer

dreitätigen betrieblichen Berufsfelderkundung in mindestens

drei Berufsfeldern fortgesetzt. „Die Schülerinnen und Schüler

schnuppern in der Berufswelt“, betont Maria Büse-Dallmann.

„Sie erhalten erste praxisnahe Einblicke.“

Maria Büse-Dallmann

Als weitere Stufe folgt in der Jahrgangsstufe 9 oder auch

10 ein zwei- bis dreiwöchiges Betriebspraktikum in Betrieben,

Verwaltung oder Institutionen. Es besteht zudem die

Möglich keit eines zweiten verbindlichen Schülerbetriebspraktikums,

die Ent scheidung darüber fällt die Schulkonferenz.

Weitere Kurzzeitpraktika sind an allen Schulformen möglich.

Schülerinnen und Schüler mit gymnasialer Oberstufe können

ein Praktikum durchführen, das akade mische Berufsfelder oder

entsprechend ge eignete duale Ausbildungskurse in den Blick

nimmt. Jugendliche mit Handicaps können an Praxiskursen

teilnehmen und die KAoA-STAR-Angebote nutzen, die sie

entsprechend ihrer individuellen Bedarfe begleiten.

Konkrete

Anschlussvereinbarung

Der Prozess wird mit der Erarbeitung

einer individuellen Anschlussperspektive

abgeschlossen. Diese wird mit

einer konkreten Anschlussvereinbarung

dokumentiert.

Ingo Maschoty

Ein „persönlicher und zugleich wichtiger Begleiter“ im Orientierungsprozess

der Jugendlichen ist der Berufswahl-Pass,

ein Ordner mit farbigen Registerblättern. Er ist ein wichtiges

Informations-, Planungs- und Dokumentations-Instrument,

mit dem die Jugendlichen ihr Lernen eigenverantwortlich

gestalten und sich vor allem ihr Kompetenz-Profil bewusst

machen. Er richtet sich auch an die Eltern.

Kein Abschluss ohne Anschluss: KAoA gilt inzwischen als

Erfolgsmo dell mit Vorbildcharakter in den unterschiedlichen

(Aus-)Bildungswegen. „Wir haben in NRW vor dem

Hintergrund des lebenslangen Lernens ein hervorragendes

Bildungssystem mit vielen Säulen,

Übergängen und großer Durchlässigkeit“,

sagt Andreas Kremer.

„Vor allem wegen der

dualen Ausbildung werden

wir weltweit beneidet.“ ■

„Unabhängig von Corona ist eine Ausbildung auch in

den nächsten Jahren eine der besten Voraussetzungen für

einen erfolgreichen Berufs einstieg und ein sicheres berufliches

Weiterkommen. Weniger junge Leute und mehr

Ältere, die in Rente gehen, führen gerade in den Krei sen

Hochsauerland, Soest und Olpe im Vergleich mit anderen

Regionen zu besonders guten Chancen, einen Ausbildungsplatz

zu finden. Ausbildungsbetriebe einerseits

und Schülerinnen und Schüler andererseits sollten alle

Möglichkeiten nutzen, sich gegenseitig kennenzulernen

und vorzustellen zum Beispiel auch durch Praxisphasen

in den Betrieben oder durch Videokonferenzen. Die

Betriebe können dem Fachkräftemangel entgegenwirken,

wenn sie sich mit ihren beruflichen Angeboten den

jungen Nachwuchskräften präsentieren, sich um sie bemühen

und den Wert der dualen Ausbildung oder eines

dualen Studiums aufzeigen.“


Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident Arnsberg

WOLL Elternratgeber 2022 - 103


Fachhochschulen und Universitäten in der Nähe

WO WILLST DU

WAS STUDIEREN?

Christel Zidi

einen treibt es in die weite Welt,

den anderen ist es wichtig, Familie

„Die

und Freunde möglichst immer in erreichbarer

Nähe zu haben. Für ein Studium suchen

sie sich dann möglichst eine Fachhochschule oder Uni,

für die sie keine langen Anfahrtswege in Kauf nehmen

oder gar umziehen müssen. In unmittelbarer Nähe des

Sauerlandes gibt es so einige Möglichkeiten, seinen Bachelor

oder Master zu machen oder gar zu promovieren.

Oft auch ohne Abitur.

Wer darüber nachdenkt, ein Studium zu beginnen, hat

im Sauerland und in unmittelbarer Umgebung so einige

Möglichkeiten dazu. Auf jeden Fall sollte man vorher

unbedingt von dem Beratungsangebot der Fachhochschulen

bzw. Universitäten Gebrauch machen. Viele bieten

auch die Möglichkeit des Studiums ohne Abitur. So

kann man mit der entsprechenden Ausbildung auch ohne

Zugangsprüfung fachverwandte Studiengänge beginnen.

Das wird im Einzelfall entschieden, manchmal ist

noch eine Zugangsprüfung nötig. Mit dem Meisterbrief

öffnen sich viele Zugänge zum Studium.

„Dortmund“

Schnell und gut vom Sauerland aus erreichbar, ist Dortmund.

An der dortigen Fachhochschule kann man folgende

Fächer studieren: Angewandte Sozialwissenschaften,

Architektur, Design, Elektrotechnik, Informatik,

Informationstechnik, Maschinenbau und Wirtschaft.

„Hagen – Lüdenscheid – Iserlohn –

Meschede - Soest

In diesen Sauerländer Städten kann man an der

FACHHOCHSCHULE SÜDWESTFALEN sehr

unterschiedliche Fächer studieren: Agrarwirtschaft,

Designmanagement und Naturwissenschaften, Informatik

und Digitalisierung, Pädagogik und Psychologie,

Technik und Ingenieurwesen, Umwelt und

Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Recht. Und das als

Duales, berufsbegleitendes oder klassisches Studium.

Es ist auch möglich, sich durch ein Zertifikatsstudium

fundierte Kenntnisse in einem Themengebiet anzueignen,

ohne direkt ein ganzes Studium aufzunehmen.

„Paderborn“

Wer Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik und Angewandte

Informatik studieren möchte, kann das an der

FACHHOCHSCHULE DER WIRTSCHAFT in Paderborn

Bachelor, Master sind teils dual oder berufsbegleitend

möglich. Und wer sich später auch den Doktorhut

aufsetzen möchte, kann das als „Doctor of Business Administration“.

Unter 70 Studiengängen kann man an der

UNIVERSITÄT PADERBORN wählen. Naturwissenschaften,

Sport und Gesundheit, Wirtschaftswissenschaften,

Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Informatik,

Sprache und Literatur, Geistes- und Gesellschaftswissenschaft,

Kunst, Medien, Musik stehen auf dem Programm.

104 - WOLL Elternratgeber 2022


Foto: Hochsauerlandkreis

„Hamm“

Hamm und Münster gelten als

ein Campus, beide Städte sind mit

der Bahn in weniger als 30 Minuten

erreichbar. In Münster kann man

Psychologie & HR, Wirtschaft & IT, Logistik

und Sozialwissenschaften studieren.

Wer richtig fit in der englischen Sprache oder

Muttersprachler ist, kann die Studiengänge auch in

englischer Sprache absolvieren: Business Management,

Supply Chain Management und Business Analytics.

„Hagen“

Daneben gibt es noch das Studium an

der Fernuni in Hagen. Schon seit über 45 Jahren

gibt es dieses Angebot – also lange bevor sich das

Homeoffice etabliert hat. Hier gibt es die Rechtswissenschaftliche

und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft,

für Psychologie, für Mathematik und Informatik

und für Kultur- und Sozialwissenschaften. ■

„Siegen“

Ein breites Spektrum an Studienmöglichkeiten gibt es

an der Universität Siegen. Hier befindet sich die Philosophische

Fakultät, die der Wirtschaftswissenschaften,

Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht, die Fakultät

Bildung, Architektur, Künste, die Naturwissenschaftlich-Technische

und die Lebenswissenschaftliche

Fakultät. Außerdem kann man hier auch auf Lehramt

studieren. In Siegen sind Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengänge

möglich.

WOLL Elternratgeber 2022 - 105


AUSZUBILDENDE MIT

ÜBERZEUGENDER BOTSCHAFT

Christel Zidi

sabrinity

Die Ausbildungsbotschafter Leonie Schlesiger (20),

Marielen Grossmann (17), Yagmur Yilmaz (20) , Ahmad Saidi (21) (v.l.)

Seit Kurzem sind vier Auszubildende des Krankenhauses

Maria Hilf in Brilon als „Ausbildungsbotschafter“

im Einsatz. Bestens auf den Einsatz an

Schulen vorbereitet, haben wir die Vier – Ahmad Saidi,

Leonie Schlesiger, Marielen Großmann und Yagmur

Yilmaz - einmal zu dieser besonderen Position befragt:

Welche Aufgaben habt Ihr als Ausbildungsbotschafter?

Yagmur: Als Ausbildungsbotschafter haben wir die Aufgabe,

unsere Ausbildung zur Pflegefachmann/-frau, Schülerinnen

und Schülern vorzustellen.

Marielen: Wir beantworten alle offenen Fragen und sprechen

aus unserer Sicht über die Ausbildung.

Ahmad: Dabei präsentieren wir unsere Werdegänge, den

Beruf und unser Unternehmen. Wir wollen den Schüler-

Innen auch ein bisschen Sicherheit und Orientierung bei

der Berufsauswahl vermitteln.

Ist es ein Vorteil, wenn man selbst noch Azubi ist?

Yagmur: Absolut. Auch ich habe mich damals mit Auszubildenden

über die Ausbildung unterhalten und offene

Fragen geklärt. Fragen können offener und mutiger gestellt

106 - WOLL Elternratgeber 2022


werden. In den meisten Fällen denkt und spricht man aus

derselben Sicht.

Leonie: Weil man sich eher selbst noch in die Lage der

Schüler versetzen kann. Und da wir alle fast im gleichen

Alter sind, harmoniert das auch.

Wenn man andere Menschen begeistern möchte, muss

man selbst davon überzeugt sein. Was begeistert Euch

an den Pflegeberufen?

Leonie: Der Beruf ist vielseitig und abwechslungsreich.

Und es ist ein Beruf, der immer gebraucht wird.

Yagmur: Neben der Arbeit an sich, begeistern mich am

meisten die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Davon

gibt es jede Menge. Neue Dinge zu lernen und sie

dann zu beherrschen ist etwas Tolles. Lebenslanges Lernen

ist wichtig, nicht stehenzubleiben.

Ahmad: Und dann auch das gute Gefühl, wenn man Menschen

hilft, die nicht mehr oder kaum allein klarkommen.

Auch die vielseitigen Tätigkeiten, die durch den Umgang

mit anderen Menschen große Freude bereiten.

Marielen: Natürlich muss man selbst davon überzeugt

sein und dies wirklich mit Leidenschaft machen, um auch

authentisch zu wirken. Mich begeistert jeden Tag wieder

die Dankbarkeit der Patienten, die man zurück bekommt.

Außerdem ist es besonders spannend, in viele Arbeitsfelder

einmal reinzuschauen, um festzustellen, wo eigene Stärken

oder auch Schwächen liegen.

Wie habt Ihr selbst zu dieser Ausbildung gefunden?

Marielen: Viele meiner Familienmitglieder arbeiten in der

Pflege. Daher hatte ich einen ganz guten Einblick in das

Berufsfeld. Für mich war klar, dass dies auf jeden Fall das

Richtige für mich ist.

Ahmad: Meinen Weg zu dieser Ausbildung habe ich

durch viele Kontakte zu Pflegekräften aus verschiedenen

Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und verschiedenen

Fachgebieten gefunden. Dabei habe ich immer viele Pflegeartikel

gelesen und nachgeschaut, welche mir die Sicherheit

geben und meine Entscheidung unterstützt haben.

Leonie: Bei mir war es der Berufsberater

Yagmur: Für mich war das schon von Anfang an klar. Ich

stand mit sechs Jahren beim Karneval auf der Bühne und

habe gesagt, dass ich Krankenschwester werden möchte. Es

begeisterte mich schon immer Menschen weiterzuhelfen.

Im Jahr 2018 habe ich ein Jahrespraktikum im Krankenhaus

gemacht, mich dort mit vielen Fachbereichen vertraut

gemacht. Und danach habe mich für die Ausbildung

entschieden.

Zum Schluss erklärt Yagmur, stellvertretend für alle vier

Ausbildungsbotschafter: „Wir freuen uns auf neue Auszubildende,

die sich vielleicht auch durch unsere Leidenschaft

für den Pflegeberuf entscheiden.“ ■

Ahmad Saidi bei einer Patientin

Yagmur Yilmaz beim Einsortieren der Medikamente

Praktische Anleitung durch

die hauptamtliche Praxisanleitung Christiane Mester

WOLL Elternratgeber 2022 - 107


Ein Gespräch

mit Hans Werner Rötzmeier

SCHULVERWEIGERER

VERLIEREN

LEBENSCHANCEN

Sabina Butz

Privat

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In

Deutschland besuchen aufgrund der Allgemeinen

Schulpflicht, die 1919 in der

Weimarer Verfassung festgeschrieben

wurde, ca. acht Millionen Kinder und Jugendliche

eine allgemeinbildende Schule. Allerdings halten sich

nicht alle Schüler und Eltern an diese Vorgabe: Man

schätzt, dass sich jedes Jahr ca. 300.000 Schülerinnen

und Schüler nicht regelmäßig im Unterricht einfinden.

Was sind die Motive der „Schulverweigerer“ und

wie kann gegengesteuert werden?

Hans-Werner Rötzmeier, Förderschulrektor i. R.

mit den Schwerpunkten Emotionale und

Soziale Entwicklung, beantwortet

für WOLL Fragen zum Thema

Schulverweigerer:

Da müssen vorab ein paar Begriffe

geklärt werden: Wir

unterscheiden zwischen gelegentlichem

Schulschwänzen,

langfristiger Schulverweigerung

und dem Zurückhalten der Kinder

vom Schulbesuch durch die Eltern. Wichtig ist zudem

die Unterscheidung zwischen aktiver Schulverweigerung,

der Schule also fern zu bleiben, und passiver Schulverweigerung,

das bedeutet körperlich anwesend, aber teilnahmslos

zu sein, weil die Konsequenzen unterschiedlich

sind. Das Schulschwänzen dürfte jedem Erwachsenen

aus der eigenen Schulzeit bekannt sein, den meisten aus

eigener Erfahrung: Man glaubte, das müsse man einmal

gemacht haben, und wenn es die Sportstunde war,

die man am Ende des Tages notfalls einfach vergessen

haben könnte. Ein paar Mal Schulstunden zu schwänzen

ist genauso wenig Besorgnis erregend wie das Vorschieben

einer Erkrankung, was gehäuft vor

Tests und Klassenarbeiten auftaucht.

Problematisch wird es, wenn aus

dem Schwänzen eine generelle

Verweigerung wird.“

108 - WOLL Elternratgeber 2022


Ab wann genau spricht man von

Schulverweigerung?

Wenn aus gelegentlichem Schwänzen ein dauerndes Unterrichtsfernbleiben

wird, also tage- oder sogar monatelang.

Sobald eine Schülerin oder ein Schüler sich in diese Richtung

begibt, müssen sowohl bei Eltern als auch Lehrerinnen

und Lehrern alle Alarmglocken

schrillen. Die Gründe für Schulverweigerer

sind so vielschichtig wie die

Schülerpersönlichkeiten, aber man

kann doch ein paar Kriterien feststellen:

finden meistens schnell Gehör, während man für die „Leisen“

ein besonderes Ohr entwickeln muss. Genau dieser

Gruppe bietet sich unsere besondere Schule mit all ihren

pädagogischen Möglichkeiten an. Ein Schulverweigerer,

ob aktiv oder passiv, verpasst ja nicht nur ein Klassenziel

oder einen Schulabschluss, sondern vor allem die Chance

auf eine angemessene Berufsausbildung; ihm

entstehen Nachteile, die ihn sein Leben

lang begleiten werden. Das ist doch die

eigentliche Problematik, so dass hier

früh gegengesteuert werden muss,

um einem geregelten Leben Platz

zu geben.

Oftmals sind Schulverweigerer

vollkommen entmutigt wegen

fehlender Erfolgserlebnisse

oder sie können keine Einsicht in

die Sinnhaftigkeit der Lerninhalte

entwickeln oder sie haben wegen

negativer Erlebnisse in der Schule Ängste

aufgebaut. Sie fürchten, Mobbingopfer zu werden

oder waren es bereits. Auch familiäre und soziale

Probleme sind in diesem Zusammenhang zu nennen.

Häufig findet man bei Schülerinnen und Schülern zudem

ein Gefühl von Orientierungslosigkeit und Ohnmacht

mit den genannten Folgen, weil klare Strukturen und verlässliche

Regeln im Schulalltag fehlen.

Welche Hilfen gibt es für Schulverweigerer?

Hans-Werner Rötzmeier

Welche Tipps können Sie Betroffenen

in einer

ähnlichen Situation geben?

Zeigen sie ihrem Kind, dass Sie es

lieben und bedingungslos unterstützen

und gehen Sie offen und ruhig mit der Situation

um; nutzen sie nötigenfalls die angebotenen

Hilfen. Die wirkungsvollste Prophylaxe sind Familiengespräche,

die ein Interesse der Eltern an der persönlichen

Entwicklung ihrer Kinder im Zusammenhang von

Schule widerspiegeln und sich nicht auf die Abfrage des

Leistungsstandes beschränken. Wenn Eltern zudem die

Bedeutung von Schule und die Arbeit von Lehrerinnen

und Lehrern wertschätzen, prägt das die Einstellung der

Kinder.

Inzwischen gibt es vielerorts besondere Klassen oder

Schulprojekte für Betroffene. Erste Ansprechpartner sollten

jedoch Klassenlehrer, Schulleiter und Schulsozialarbeit

sein und darüber hinaus die Schulberatung beim HSK.

Als ehemaliger Rektor der Hans-Zulliger-Schule in Brilon

habe ich über Jahrzehnte Erfahrungen mit Schulverweigerern,

gesammelt und erkannt, dass es keinen „klassischen“

Schulverweigerer gibt. Es sind individuelle Schicksale, die

individuell betrachtet werden müssen, um gezielt verarbeitet

werden zu können.

An die Lehrerinnen und Lehrer: Bleibt neugierig, kreativ

und mutig, wie ihr es euch im Studium vorgenommen

hattet; wertschätzt die euch Anvertrauten, und denkt daran,

egal ob in Klasse 1, 5, 10 oder 13: Ihr unterrichtet

Menschen, nicht Fächer.

An die Schülerinnen und Schüler: Bleibt nicht passiv, sondern

werdet aktiv für den Aufbau eines besseren Schul- Lebens. ■

Warum haben Sie sich auf „Schulverweigerer“

spezialisiert?

Auffälliges und herausforderndes Verhalten ist ein Hilferuf

von Schülerinnen und Schülern. Die „laut“ Rufenden

WOLL Elternratgeber 2022 - 109


GELD IST LÄNGST NICHT ALLES

Christel Zidi

W

as erwarten Jugendliche von ihrer Ausbildung?

Steht das Geldverdienen an erster Stelle?

Wir haben uns dazu einige Studien angesehen

- die doch recht überraschend sind.

Sehr stabil sind die Ergebnisse verschiedener Jugendstudien.

Und das schon seit Jahren. Demnach steht für die jungen

Menschen an erster Stelle – und das sogar bis zu 90 % -

dass „der Arbeitsplatz Sicherheit bietet, ihnen ermöglicht

etwas Sinnvolles zu tun, ihnen das

Gefühl gibt, etwas zu leisten sowie dass

genügend Freizeit (…) bleibt.“ Wichtig

ist ihnen ebenfalls, dass der Betrieb nicht

allzu weit von ihrem Zuhause entfernt

ist. Weitere Studien geben an, dass der Beruf

den jungen Menschen Spaß machen und

ihren Fähigkeiten entsprechen soll. Und das

Betriebsklima soll stimmen. Sie wünschen sich

einen Beruf mit Zukunft, Anerkennung und

eine abwechslungsreiche Tätigkeit.

Geht es den jungen Leuten von heute

tatsächlich so wenig ums Geld?

Auch das zeigen die Studien ganz deutlich: Das Monetäre

ist und bleibt wichtig, aber steht ganz klar hinter den erstgenannten

Aspekten. Immerhin ca. 80 Prozent halten ein

leistungsgerechtes Gehalt für wichtig und wünschen sich

gute Aufstiegsmöglichkeiten. Eine Befragung des BIBB

(Bundesinstitut für Berufsbildung) unter 6.000 Azubis

gab an, dass 71 % der Auszubildenden die Ausbildungsvergütung

„wichtig“ oder „sehr wichtig“ sei. Vergleich man

Schüler, die eine Ausbildung anstreben, mit denen die studieren

wollen, sind Ernstgenannten angenehme Arbeitsbedingungen

überdurchschnittlich wichtig. Eher weniger

hoch ist der Anteil der „Konsum-Materialisten“, die ihren

Job vor allem als Notwendigkeit betrachten und daher ein

Gehalt als Notwendigkeit für ein „anständiges Leben“ ansehen.

Die größte Rolle spielt das Einkommen für prekäre

Jugendliche, also für Jugendliche, die aus schwierigen

Lebenssituationen kommen.

Ein bisschen Geschichte…

Im Mittelalter gab es für Lehrlinge im Handwerk

erst gar keine Vergütung. Ganz im

Gegenteil: Es musste ein Lehrgeld an den

Meister gezahlt werden. Erst im Zuge der

Industrialisierung, als der Bedarf an gut ausgebildeten

Arbeitskräften wuchs, erkämpften

die Gewerkschaften den Lehrlingslohn oder die Ausbildungsvergütung,

wie wir heute sagen würden. Ab den

1950er-Jahren wurde diese auch tarifvertraglich geregelt.

Heute sieht das Berufsbildungsgesetz vor, dass Auszubildende

eine „angemessene Vergütung“ erhalten sollen. Die

Beurteilung dessen, was „angemessen“ ist, bleibt dabei den

einzelnen Betrieben bzw. den Tarifpartner überlassen. Dabei

ergeben sich recht beträchtliche Unterschiede bei der

Höhe der Vergütung, wie wir der nachfolgenden Tabelle

entnehmen können. ■

Quellen: Shell-Jugendstudie // McDonalds-Ausbildungsstudie 2019.

www.bibb.de

Sarah Straub/Iris Baumgart: Berufs- und Arbeitswelt in der politischen Bildung

TIPP:

Wer nicht länger bei den Eltern wohnen kann,

weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist,

kann unter Umständen Berufsausbildungsbeihilfe

(BAB) von der Agentur für Arbeit erhalten.

Tarifliche

Ausbildungsvergütungen

110 - WOLL Elternratgeber 2022


Ausbildungsberuf

Ausbildungsjahr Ausbildungsjahr Nach der Ausbildung

Apotheken 732 840 kaufm. Angest. 1.806 // techn. Assist. 2.078

Architektur-, Ingenieur- und Planungsbüros 643 967 2.034

Arzthelferinnen 880 995 1.970

Bäckerhandwerk 645 850 Bäckereifachverk. 1.883 // Bäckergeselle 2.302

Bankgewerbe, privates 1.036 1.160 2.604

Baugewerbe (gewerbliche) 890 1.580 19,36

Baugewerbe (kaufmännisch) 885 1.384 2.718

Bekleidungsindustrie 863 1.009 1.968

Beton- und Fertigteilindustrie, Betonsteinhandwerk 1.015 1.522 3.298

Bewachungsgewerbe 748 974 2.461

Brauereien 921 1.233 3.707

Brot- und Backwarenindustrie 879 1.218 2.616

Buch- und Zeitschriftenverlage 883 1.010 1.988

Chemische Industrie Nordrhein 1.056 1.301 3.203

Dachdeckerhandwerk 780 1.200 2.789-3.869

Druck- und Medienindustrie (gewerblich) 987 1.140 2087

Einzelhandel 900 1.200 2.124- 2.410

Eisen- und Stahlindustrie 980 1.197 2.181

Elektrohandwerk 770 920 14,88

Entsorgungswirtschaft 671 880 2.417

Erwerbsgartenbau, Friedhofsgärtnereien, Forstpflanzbetriebe 630 800

Verkäufer 2.057

k. /t. Angestellte 2.191

Fleischerhandwerk 600 800 Verkäufer 1.800 // Geselle 2.018

Florist- Fachbetriebe 634 737 1.809

Forstbetriebe, privat 690 790 Forstwirt 2.207 // Revierforstwart 2.485

Friseurhandwerk 610 815 1.727

Galvaniseur-Handwerk 790 880 2.623

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau 930 1.135 k/t AN 2.578 / 3.080

Gaststätten- und Hotelgewerbe 930 1.135 2.019

Gebäudereiniger-Handwerk (gewerblich) 810 1.100 15,12

Gerüstbaugewerbe 865 1.335 17,04

Glaserhandwerk 420 600 1.823

Groß- und Außenhandel 1.031 1.184 2.305

Herrenschneiderhandwerk 165 280 14,22

IT Dienstleistungen 987 1.206 2.867

Ital. Eiscafé 800 1.050 12,64

Kalk- und Dolomitindustrie 847 1.285 3.297

Kraftfahrzeuggewerbe (IGM) 784 946 2.357

Kunststoffverarbeitende Industrie 797 1.033 1.962-2.127

Lampenschirm-, Wohnraumleuchten- u. Zubehörindustrie 615 1.015 1.572

Landwirtschaft 690 790 14,99

Land- und forstwirtschaftliche Unternehmen 680 775 2.300

Landmaschinenmechaniker-Handwerk 585 695 1.973

Maler- und Lackiererhandwerk 710 945 15,44

Metall- und Elektroindustrie 981 1.197 2.741

Metallbauerhandwerk 765 945 2.390

Milch-, Käse- und Schmelzkäseindustrie kaufm. und techn. Auszubildende 822 1.130 2.576

Modellbauer-Handwerk 680 922 2.456

Molkereien und Käsereien 926 1.331 2.933

Naturstein- und Naturwerkstein-Industrie 860 1.065 2.994

Obst- und Gemüseverarbeitungsindustrie 896 1.331 3.050

Öffentlicher Dienst - Pflege (Land) 1.061 1.233 Richtet sich

Öffentlicher Dienst (Bund/ Kommune) 1.018 1.178

nach der ausübenden

Öffentlicher Dienst (Land) 937 1.110

Tätigkeit

Omnibusgewerbe, privates 719 1.048 Werkstatt 1.725 // Fahrdienst 1.835

Orthopädieschuhmacherhandwerk 450 820 13,00

Papiererzeugende Industrie 992 1.218 2.789

Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe 560 680 13,78

Raumausstatter 480 650 12,60

Reisebüro und Reiseveranstalter 797 1.052 2.142

Sanitär-, Installateur-, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer-, Klempner- und

730 893 2.331

Kupferschmiede-Handwerk

Schornsteinfegerhandwerk 520 690 14,06

Schrott- und Industrieabbruchbetriebe 959 1.119 2.575

Speditions-Logistik-Transportgewerbe 810 980 2.309

Spirituosenindustrie und Kornbrennereien 590 890 2.163

Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk gewerbl. 530 720 15,05

Systemgastronomie (DEHOGA) 710 840 2.059

Tageszeitungenverlage (kaufmännisch) 764 1.046 2.062

Textilindustrie 940 1.164 2.322

Tiermedizinische Fachangestellte 700 800 1.890

Tischlerhandwerk 680 880 2.941

Transportbetonindustrie 763 1.004 2.248

Umweltschutz, Dienstleistung, Reinigung und Sanierung 733 1.319 2.932

Versicherungsgewerbe, privates 1.070 1.230 2.833

Wach- und Sicherheitsgewerbe (gewerblich) 823 1.024

Wach- und Sicherheitsgewerbe (kaufmännisch) 786 1.190

2.461

Wand- und Bodenfliesen-, keramische Fliesenindustrie 811 1.034 1.815

Wohnungswirtschaft 1.020 1.240 2.620

Zahnmedizinische Fachangestellte 870 970 2.105

Alle Werte in Euro (Stundenlöhne im zweistelligen Bereich, Monatsgehälter aufgerundet).

Stand: Dezember 2021 / Quellen: http://www.tarifregister.nrw.de - www.mags.nrw

erstes letztes anfangsgehalt

WOLL Elternratgeber 2022 - 111


Digitales Lernen in der Werkstatt:

AUSZUBILDENDE STARTEN

IN EINE NEUE ÄRA

Dieter Berndt

Hier hat eine neue Ära der Berufsbildung

begonnen: Digitales Lernen in der Werkstatt

Lernaufträge in digitaler Form – so sieht die Praxis

der Martinrea-Honsel-Auszubildenden aus. Die

Aufträge enthalten technische Zeichnungen und

zum Großteil selbst erstellte Erklärvideos, zur nachhaltigen

Unterstützung der Trainingseinheiten durch die Ausbilder.

Dafür bekamen die 25 neuen Auszubildenden, die am

1. September letzten Jahres im Werk Meschede in über zehn

verschiedenen Berufsbildern ihre Karriere starteten, jeweils

einen hochmodernen 2-in-1-Tablet-PC für Schulungs- und

Kommunikationszwecke.

Für Martinrea Honsel hat damit eine neue Ära der Berufsbildung

begonnen. Sämtliche Trainingsmodule werden

künftig digital unterstützt. Digitales Lernen als Kombination

aus Technologie, digitalen Inhalten und Anleitung - ein

Mehr an Kontrolle über Zeit, Ort, Weg oder Lerntempo für

die Auszubildenden. Um sicherzustellen, dass diese möglichst

effizient lernen und auf dem richtigen Weg bleiben,

bieten Ausbilder mit dem digitalen Lernen personalisierte

Anleitungen und Unterstützung,

Darüber hinaus bringt das Unternehmen auf jeder Maschine,

jedem Gerät und Werkzeug - wo es Sinn macht - einen

QR-Code an. Über diesen erhält der Lernende alle benötigten

Informationen zu Arbeitssicherheit, Fertigungsverfahren,

Qualitätsprüfung, Betriebsanleitung, Arbeits- und

Betriebsanweisung. Außerdem werden die Tablet PC zum

Lernen in der Berufsschule genutzt und die Berichtshefte

digital geführt.

Digitales Lernen ist nicht nur papierlos, umweltfreundlich

und nachhaltig, es gibt generell mehr Flexibilität und

die Möglichkeit von verschiedenen Orten aus zu arbeiten

und zu lernen. Das motiviert die Mitarbeiter, erhöht die Arbeitszufriedenheit

und stärkt am Ende des Tages die Wettbewerbsfähigkeit

des Unternehmens.

Bei Martinrea Honsel werden kontinuierlich über 100 junge

Leute in Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen

qualifiziert. Personalleiter Bill Kreis und Dieter Berndt,

Leiter Personalentwicklung, freuen sich mit dem Ausbilderteam,

dass das Unternehmen in diesem Jahre gleich 40 neue

Ausbildungsplätze anbieten kann.

Lernen hört für Martinrea Honsel nicht mit dem Abschluss

der Berufsausbildung aus, sondern für alle betriebszugehörigen

Mitarbeiter:innen gibt es ein breites Angebot an Fortbildungen

und Qualifizierungen. ■

Mit 57 Standorten und über 15.000 Mitarbeitern ist

MARTINREA eines der am schnellsten wachsenden Automobilzulieferer

weltweit.

MARTINREA HONSEL in Meschede, ist mit 1500 Mitarbeitern,

davon 100 Auszubildende in über 10 verschiedenen

Ausbildungsberufen, einer der größten Arbeitgeber

und Ausbildungsbetriebe in der Region. In der Branche

der Leichtmetall- und Automobilindustrie gehören Aluminium-Motorblöcke,

Fahrwerks- und Struk-turteile sowie

Komponenten für die Elektro-Mobilität zu den Kernprodukten

des Unternehmens.

112 - WOLL Elternratgeber 2022


Sabine Bechheim

Quelle: IHK Siegen/Carsten Schmale

Fachkräftebedarf in Südwestfalen

Christel Zidi

W

er in heutiger Zeit einen Ausbildungsplatz

finden möchte, muss sich quälen. Aber nicht,

um einen Ausbildungsplatz zu bekommen,

sondern nur bei der Auswahl. Denn die ist so gut und so

vielfältig wie nie zuvor. Auch was die Zeit danach angeht,

sieht es für die künftigen Fachkräfte sehr gut aus.

Der Fachkräftebedarf (Grafik: Stand April 2021) zeigt

„rosige“ Aussichten, speziell für den Hochsauerland.

Deuten die Experten das ebenso?

„Aus Azubi-Sicht ist das so“, sagt Andre Habrock, Referent

für Bildung, Fachkräfte und NextStep der IHK NRW.

„Azubis haben super Aussichten einen Ausbildungsplatz zu

bekommen“. Und sie sind mit erfolgreichem Abschluss begehrt

wie nie zuvor. Anders sieht das aus Perspektive der

Unternehmer aus: „Fachkräfte werden in ganz NRW und

auch bundesweit dringend gebraucht – auch berufsgruppenübergreifend“,

berichtet der Bildungsreferent weiter.

„Eine Berufsausbildung, vielleicht sogar

mit einer daran anschließenden Fortbildungsprüfung,

das bleibt

das Erfolgsgeheimnis in dieser Region“

(Sabine Bechheim)

Quelle: www.ihk-fachkraefte-nrw.de

Sabine Bechheim von der IHK Siegen, die dort den Geschäftsbereich

Berufliche Bildung und Gründung leitet, hat

für uns einen Blick auf den südwestfälischen Bereich geworfen

hat, wo die Situation in den drei IHK-Bezirken in

weiten Teilen vergleichbar ist: „Legt man die aktualisierten

Daten vom April 2022 zugrunde, ist bereits überall ein Engpass

zu verzeichnen. Das entspricht auch der prognostizierten

Entwicklung, trotz aller Krisen.“ Für beide Experten ist

die Fachkräftesituation in erster Linie der demographischen

Entwicklung geschuldet. Und Sabine Bechheim ergänzt:

„In Südwestfalen stoßen eine in weiten Teilen prosperierende

Wirtschaft und ein geringer werdendes Fachkräftepotenzial

aufeinander.“

Und weiter fährt sie fort: „Das Potenzial der am Arbeitsmarkt

verfügbaren Personen wird in Zukunft immer kleiner.

Gleichzeitig sinkt der Anteil der beruflich qualifizierten

Personen, da sich immer mehr Schülerinnen und Schüler

für das Abitur und ein daran anschließendes Studium entscheiden.

Der wirtschaftliche Erfolg in Südwestfalen wird

jedoch weiterhin überwiegend mit beruflich Qualifizierten

erzielt, insofern wird hier die Lücke in Zukunft immer größer

werden. Eine Berufsausbildung, vielleicht sogar mit einer

daran anschließenden Fortbildungsprüfung, das bleibt

das Erfolgsgeheimnis in dieser Region.“ ■

WOLL Elternratgeber 2022 - 113


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114 - WOLL Elternratgeber 2022


WasserRETTER! gesucht

Arbeiten beim 4.0-Technologieführer

Liebe Eltern,

Ihre Kinder befinden sich in der wichtigsten Phase ihres

Lebens. Jetzt werden durch die richtige Berufswahl die

Weichen für die Zukunft gestellt. Was kommt nach der

Schule? Als erfahrener Ausbildungsbetrieb mit vielen verschiedenen

Ausbildungsberufen bieten wir unseren Kollegen

optimale Voraussetzungen im familiären Umfeld.

Noch vor Kurzem wurde von der IHK einer unserer Auszubildenden

als Bester seines Jahrgangs ausgezeichnet.

Das Talent unserer Auszubildenden zu fördern, liegt uns

sehr am Herzen.

Wie machen wir das?

Die HST Systemtechnik GmbH & Co. KG mit Ihrem Hauptsitz

in Meschede setzt als 4.0-Technologieführer in der

Wasserwirtschaft seit jeher auf eine ausbalancierte Altersverteilung

im Kollegium. Gemeinsam profitieren wir

so von einem gesunden Mix aus jahrelangem Know-how

sowie frischem Wind durch junge Talente. So entwickeln

und produzieren wir schon jetzt Produkte, Systeme und

Lösungen für die Bedürfnisse der Gesellschaft von morgen.

Schon heute hält HST-Technologie mit seinen digitalisierten,

intelligenten Rechen und künstlicher Intelli genz ein

Maximum des Mikroplastiks zurück, sodass es Flüsse,

Seen und Meere nicht verschmutzen kann. Dem Plastikmüll

in den Weltmeeren wird so der Nachschub abgeschnitten.

Dies haben wir unserem technischen Wissen

als 4.0 Technologieführer, vor allem aber unseren Mitarbeitern

zu verdanken.

Unsere Auszubildenden erfreuen sich hoher Übernahmequoten

mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Als ausgezeichneter

und prämierter Ausbildungsbetrieb ist es für

uns selbstverständlich, junge Talente nachhaltig auf ihrem

Weg zu begleiten, ihr Leistungspotenzial zu entwickeln

und Werte wie Offenheit, Toleranz und Zuverlässigkeit zu

vermitteln. Mit einer Ausbildung bei HST stehen unseren

Auszubildenden die Tore in den weltweit stark wachsenden

Umwelttechnologiemarkt und alle weiteren Ausbildungs-

und Qualifikationsmöglichkeiten offen.

Technische Vollkommenheit, Lösungsorientierung sowie

das Bestreben, die Umwelt sauberer zu machen, sind

zentrale Attribute, die unser Unternehmen verfolgt. Als

WasserRETTER! verschreiben wir uns aktiv dem Umweltschutz

und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Alle

unsere Mitarbeiter leisten täglich ihren Beitrag, dass das

Wasser von Schadstoffen wie z. B. Mikroplastik befreit wird.

Mit freundlichen Grüßen,

HST Systemtechnik

ZukunftSICHER!

Jetzt auf die offenen Ausbildungsstellen 2022/23

bewerben und Teil der HST-Familie werden:

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (m/w/d)

• Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d)

• Kaufmann für IT-System-Management (m/w/d)

• IT-Systemelektroniker (m/w/d)

• Metallbauer für Konstruktionstechnik (m/w/d)

• Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

• Technischer Produktdesigner (m/w/d)

...und vieles mehr!

Mehr unter: karriere.hst.de

Jetzt informieren

HST Systemtechnik GmbH & Co. KG I Heinrichsthaler Straße 8 I 59872 Meschede I GERMANY I Telefon +49 291 9929 0 I E-Mail Bewerbung@hst.de I www.hst.de


Wir suchen Nachwuchs!

Elektroniker für

Geräte und Systeme

(m/w/d)

Industriekaufmann

(m/w/d)

Fachkraft für Lagerlogistik

(m/w/d)

Technischer Produkt -

designer (m/w/d)

Produktgestaltung/

-konstruktion

Mediengestalter

digital/print (m/w/d)

Gestaltung und Technik

Duales Studium

Betriebswirtschaft oder

Elektrotechnik

Unsere Mitarbeiter

bilden die Grundlage

unseres Erfolges.

Werde auch DU Teil

dieses Teams!

Unser Ausbildungsmotto – Fordern und fördern!

Von Beginn Deiner Ausbildung an beziehen wir Dich in das umfängliche Berufsleben mit ein und

übergeben Dir bereits frühstmöglich viel Verantwortung.

Wir sind der Meinung, dass es besonders wichtig ist eigenständig Projekte zu planen, Termine im

Auge zu behalten und den Umgang mit den Widrigkeiten des betrieblichen Alltags zu erlernen. Wir

fordern bereits von Anfang an viel von Dir, sehen dies aber auch als die perfekte Förderung an.

Unterstützung und Hilfsbereitschaft

Nicht nur unsere Ausbilder, sondern alle unsere Mitarbeiter setzen

sich stark für Dich ein und stehen Dir jederzeit gerne mit Rat und Tat

zur Seite.

Förderung der Persönlichkeit

Deine individuelle Förderung ist uns enorm wichtig. Neben der fachlichen

Ausbildung legen wir ebenfalls großen Wert auf die persönliche

Weiterentwicklung.

Teamwork

In regelmäßigen Azubi-Meetings tauscht Ihr euch untereinander und

mit dem Ausbilder aus und arbeitet häufig gemeinsam an eigenständigen

Projekten.

Abwechslungs- und umfangreiche Ausbildung

Du durchläufst in unserem Unternehmen alle Abteilungen. Der

vollständige Einblick in alle Abteilungen gewährt Dir einen Überblick

über unser ganzes Unternehmen.

Als führender Hersteller von Not- und Sicherheitsbeleuchtung entwickeln und

produzieren wir eigenständig in Ense-Höingen.

Unsere mehr als 360 Mitarbeiter bilden dabei die Grundlage unseres Erfolgs!

Mehr zu INOTEC als Arbeitgeber auf unsere Website: www.inotec-licht.de/karriere/

Arbeiten bei INOTEC

Mit Sicherheit der richtige Weg

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