22.09.2021 Aufrufe

Musiker Magazin 2/2021

FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Konzept; STORIES: TONLAND – Zwei Menschen, zwei Stimmen, viel Gefühl; Kerstin Bogensee – Musikerin aus Leidenschaft und Optimistin aus Überzeugung; Sam Reckless – »Dark Times On Glamroad«; Mick Zimmer – »Das neue Jahr«; VOYAGER IV – »Pictures At An Exhibition«; SAMIYA – Die Stimme einer neuen Generation Soul; Paul Bartsch – Träume im Kopf, Wut im Bauch, Wärme im Herzen; SIHNA MAAGÉ – Soul mit Blick für den Zeitgeist; SPACEMUELLER – Melodischer Indie-Rock mit viel Zerre auf den Gitarren und abgedrehten Rhythmen; ARREST – True Power Metal Band from Germany; Die Historie der Rock- & Popmusik: Randy California und SPIRIT; MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 2: Vocal Skills; RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2021 – Konzept;

STORIES: TONLAND – Zwei Menschen, zwei Stimmen, viel Gefühl; Kerstin Bogensee – Musikerin aus Leidenschaft und Optimistin aus Überzeugung; Sam Reckless – »Dark Times On Glamroad«; Mick Zimmer – »Das neue Jahr«; VOYAGER IV – »Pictures At An Exhibition«; SAMIYA – Die Stimme einer neuen Generation Soul; Paul Bartsch – Träume im Kopf, Wut im Bauch, Wärme im Herzen; SIHNA MAAGÉ – Soul mit Blick für den Zeitgeist; SPACEMUELLER – Melodischer Indie-Rock mit viel Zerre auf den Gitarren und abgedrehten Rhythmen; ARREST – True Power Metal Band from Germany; Die Historie der Rock- & Popmusik: Randy California und SPIRIT;

MUSIKBUSINESS: The Singer’s Coach von LeeZa Nail – Teil 2: Vocal Skills;

RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

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C 10973 F | N o 2/<strong>2021</strong> | 6,00 Euro<br />

Kulturzeitschrift für Rock & Pop <strong>Musiker</strong><br />

www.musiker-online.tv<br />

Voyager IV<br />

Akustik und<br />

Elektronik vereint<br />

Kerstin Bogensee<br />

<strong>Musiker</strong>in aus<br />

Leidenschaft und Optimistin<br />

aus Überzeugung<br />

Paul Bartsch<br />

Träume im Kopf, Wut im Bauch,<br />

Wärme im Herzen<br />

Zwei Menschen,<br />

zwei Stimmen, viel Gefühl<br />

Tonland<br />

SAMIYA<br />

Die Stimme einer<br />

neuen Generation Soul<br />

Die Historie der<br />

Rock- & Popmusik<br />

Randy California<br />

und Spirit<br />

39. Deutscher<br />

Rock & Pop Preis<br />

am 18. Dezember <strong>2021</strong>


Angebot<br />

❶ Studiosendung<br />

Zur CD-Veröffentlichung oder einfach so – wir<br />

produzieren mit euch eine komplette Studiosendung<br />

wie in den goldenen Zeiten des Musik -<br />

fernsehens. Mit Auftritt zu Playback (unplugged<br />

und live auch möglich) und Interview.<br />

(30 – 40 Minuten Videoclip)<br />

➜ 500 Euro<br />

+ Eine Seite Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 1 000 Euro<br />

+ Zwei Seiten Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 1 500 Euro<br />

Die Vorteile im Überblick:<br />

❷ CD-Hearing /<br />

Interview für<br />

Promozwecke in<br />

einem unserer<br />

Filmstudios<br />

Wir reden mit euch über euer Album, hören hinein<br />

und stellen es vor!<br />

Oder es geht einfach um euch als Band / Einzel -<br />

künstler und euer musikalisches Schaffen.<br />

(30 Minuten)<br />

+ Halbe Seite Interview und Foto<br />

im <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> (Auflage 20 000 Exemplare)<br />

➜ 500 Euro<br />

• voll ausgestattetes Filmstudio mit Live-Charakter<br />

• aufgezeichnet wird mit bis zu vier professionellen Kameras<br />

• ihr bestimmt die Inhalte, wir setzen sie in Szene<br />

• bei Bedarf inklusive Visagistin, die dafür sorgt, dass ihr gut ausseht<br />

• Interview mit professioneller Moderatorin (Angebot 1 + 2)<br />

• Konzertbühne (8 m x 4 m) mit Licht, PA und Backline vorhanden*<br />

• ein großer Bildschirm (2 m x 1 m) im Studio steht euch als eure persönliche Werbefläche zur Verfügung<br />

– hier können wir euer Logo, das Albumcover, Werbung von Firmen oder sonstige Grafiken einbauen<br />

• ein gut eingespieltes Team vor Ort kümmert sich um alle Belange<br />

• ihr bekommt eine geschnittene Sendung von RockTV inklusive Intro, animierten Bauchbinden und<br />

Abspann<br />

• auf Wunsch stellen wir das Video on-demand auf unserem YouTube-Kanal und sozialen Netzwerken<br />

zur Verfügung für noch mehr Reichweite<br />

❸ Aufzeichnung<br />

Live-Konzert<br />

Ihr braucht ein professionelles Live-Video, um<br />

euch für Konzerte zu bewerben?<br />

Kommt in unser Rock-TV-Studio!<br />

(30 Minuten Videoclip)<br />

➜ 1 000 Euro<br />

★ Unser<br />

Film-Team ist<br />

auch mobil!<br />

Ob Festivalmitschnitt oder Proberaumdreh,<br />

drinnen oder draußen.<br />

Wir kommen mit dem Ü-Wagen vorbei, um<br />

mit bis zu vier festen (!) Kameras aufzuzeichnen.<br />

Auf Anfrage machen wir euch gern ein<br />

individuelles Angebot.<br />

© KZENON/FOTOLIA<br />

* Für einen perfekten und professionellen Sound empfehlen wir einen Auftritt mit Vollplayback (Liveund<br />

auch Unplugged-Auftritte sind aber möglich und der Ton kann gegen einen geringen Aufpreis<br />

nachträglich von uns abgemischt werden).<br />

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V. – RockTV | Kolberger Str. 30 | 21339 Lüneburg<br />

Web. www.musiker-online.tv | Mail. info@musikermagazin.de | Fon. +49(0)4131-233030 | Fax. +49(0)4131-2330315


Mediale Reichweite<br />

EDITORIAL 03<br />

eit vielen Jahrzehnten hat unsere musikereigene Deutsche PopStiftung<br />

S einen Dienst für Medienbeobachtung in Berlin beauftragt, bundesweit<br />

alle Zeitungs- und Zeitschriftenartikel über unsere seit nunmehr 38 Jahren<br />

durchgeführten jährlichen Kulturveranstaltungen einzusammeln und uns für<br />

unsere Presse dokumentationen zuzuschicken.<br />

Somit erhalten wir einen jährlichen Überblick über alle bundesweiten<br />

Presseveröffentlichungen, die wir dann digitalisieren und im Internet auf<br />

unserer Website und auf Facebook veröffentlichen.<br />

Allein in 2018 konnten wir auf diese Weise 668 Artikel (zumeist in bundesweiten<br />

Tageszeitungen) nachweisen, davon circa 30 Prozent extragroße<br />

Artikel über die Fläche einer halben (oder fast einer halben) Zeitungsseite,<br />

circa 30 Prozent mittelgroße Artikel und circa 30 Prozent kleine Presse -<br />

meldungen. In 2019 haben wir 550 Presseartikel bundesweit einsammeln<br />

können und veröffentlicht.<br />

Und auch jetzt – im Corona-Zeitraum 2020/21 – haben wir 435 positive,<br />

kleine, mittelgroße und große Berichterstattungen über den 38. Deutschen<br />

Rock & Pop Preis 2020, den wir wegen der Corona-Pandemie mithilfe von<br />

zwei bundesweiten Juroren-Teams zum ersten Mal virtuell durchgeführt<br />

haben, erhalten. Die wichtigsten Presseberichte über die Preisträger veröffentlichen<br />

wir auf unserer Homepage und auf Facebook.<br />

Die bisher 51 größten Artikel/Berichte aus 51 bundesdeutschen<br />

Tages zeitungen in den Monaten Januar bis März <strong>2021</strong> über den (coronabedingt<br />

digitalen) 38. Deutschen Rock & Pop Preis 2020 wurden in fliessender<br />

Reihen folge in unserer Pressedokumentation zusammengefasst.<br />

Alle anderen mittelgroßen und kleineren Artikel werden auf unserer<br />

Homepage dokumentiert.<br />

Somit können wir schon heute erneut feststellen, dass wir wieder mit<br />

diesem kulturellen und nonkommerziellen Musikwettbewerb – trotz Corona<br />

– die umfangreichste bundesdeutsche Tagespresse-Resonanz für einzelne<br />

Konzerte und Musikfestivals erhalten haben.<br />

Nach einer schriftlichen Aussage unseres Schirmherren, des Präsi denten<br />

des Deutschen Musikrates Prof. Martin Maria Krüger, ist dies ein bundesweites<br />

mediales Alleinstellungsmerkmal im Bereich der zahlreichen<br />

Bericht er stat tungen für Musikveranstaltungen seitens der bundesweiten<br />

Tages zeitungen.<br />

Diese seit Jahren ungewöhnliche massenhafte bundesweite Veröf fent -<br />

lichung von Hunderten oft großen Presseartikeln renommierter und seriöser<br />

deutscher Tageszeitungen mit Millionen verkauften Zeitungs exemplaren<br />

(Reichweite und potenzielle Leser) hat für unseren gemeinnützigen Kultur -<br />

verband Deutscher Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e. V. und unsere ebenso<br />

gemeinnützige Kulturstiftung Deutsche PopStiftung eine außergewöhnliche<br />

Außenwirkung und Publizität: In fast jedem der veröffentlichten Artikel<br />

wird seit ca. 38 Jahren nicht nur der Titel dieses Kultur wett be werbes<br />

Deutscher Rock & Pop Preis genannt, sondern auch die Namen der beiden<br />

Veranstalter Deutscher Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V. und Deutsche<br />

PopStiftung werden veröffentlicht.<br />

Das bedeutet unbezahlbare Werbung für diesen Musikwettbewerb und<br />

die beiden veranstaltenden Kulturinstitutionen.<br />

DOWNLOADLINK PRESSESPIEGEL: WWW.MUSIKER-ONLINE.COM/<br />

PRESSEDOKUMENTATION-DEUTSCHER-ROCK-POP-PREIS-2020<br />

CHEFREDAKTEUR: OLE SEELENMEYER<br />

SCHIRMHERREN:<br />

Steffen Mues – Bürgermeister der Stadt Siegen<br />

Prof. Martin Maria Krüger – Präsident des Deutschen Musikrates<br />

JUROREN:<br />

Rogelio Azcarate Fernandez, Matthias Bielecke, Franziska Bub,<br />

Prof. Dr. Bernd Giezek, Joachim Griebe, Dr. Nicole Hirschmann,<br />

Carsten Kaiser, Lothar Krell, Dr. Michael Lorenz, André Scherzer,<br />

Thorsten Schmidt, Lutz Sommer, Mike van Summeren, Jonas Wagner<br />

MEDIALE REICHWEITE:<br />

Zusammengefasste Reichweite aller verkauften Tageszeitungen mit<br />

Berichterstattungen über den 36., 37. und den<br />

38. Deutschen Rock & Pop Preis 2020 (lt. Nilsen-Angaben):<br />

2018: 9.730.628 potentielle Leser<br />

2019: 7.064.165 potentielle Leser<br />

2020: 6.046.104 potentielle Leser<br />

WEITERE INFORMATIONEN: WWW.MUSIKER-ONLINE.COM<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


04 SHORT-TAKES<br />

FESTIVAL<br />

10 Deutscher Rock & Pop Preis <strong>2021</strong> –<br />

Konzept<br />

STORIES<br />

13 TONLAND – Zwei Menschen,<br />

zwei Stimmen, viel Gefühl<br />

15 Kerstin Bogensee – <strong>Musiker</strong>in<br />

aus Leidenschaft und Optimistin<br />

aus Überzeugung<br />

20 Sam Reckless –<br />

»Dark Times On Glamroad«<br />

22 Mick Zimmer – »Das neue Jahr«<br />

24 VOYAGER IV –<br />

»Pictures At An Exhibition«<br />

28 SAMIYA – Die Stimme einer neuen<br />

Generation Soul<br />

32 Paul Bartsch – Träume im Kopf,<br />

Wut im Bauch, Wärme im Herzen<br />

36 SIHNA MAAGÉ – Soul mit Blick<br />

für den Zeitgeist<br />

38 SPACEMUELLER – Melodischer<br />

Indie-Rock mit viel Zerre auf den<br />

Gitarren und abgedrehten Rhythmen<br />

40 ARREST – True Power Metal Band<br />

from Germany<br />

42 Die Historie der Rock- & Popmusik:<br />

Randy California und SPIRIT<br />

MUSIKBUSINESS<br />

50 The Singer’s Coach von LeeZa Nail –<br />

Teil 2: VOCAL SKILLS<br />

RUBRIKEN<br />

04 <strong>Musiker</strong>-News<br />

53 Produkt-News<br />

62 CD-Rezensionen<br />

65 Titelschutzanzeigen<br />

66 Kleinanzeigen<br />

66 Impressum<br />

QUELLE TITELFOTO: SAMIYA<br />

WIE TIKTOK DIE POPMUSIK VERÄNDERT<br />

Olivia Rodrigo ist der Popstar des Moments.<br />

Die 18-jährige Sängerin aus Kalifornien wurde <strong>2021</strong><br />

die jüngste Person aller Zeiten, die es von 0 auf<br />

1 an die Spitze der US-amerikanischen Single-<br />

Charts schaffte, und brach weltweit Chart- und<br />

Stream-Rekorde. Rodrigo ist „ein neues Pop-<br />

Queen-Musterbeispiel“, und das sagt nicht irgend -<br />

wer, sondern das legendäre Musik magazin Rolling<br />

Stone. All das wäre wohl nichts geworden – wenn<br />

es TikTok nicht gegeben hätte.<br />

Durch seine enorme Popularität (weltweit nutzen<br />

Hunderte Millionen Menschen regelmäßig TikTok)<br />

ist die App zu einer der wichtigsten Methoden<br />

geworden, um neue Musik zu entdecken. Dabei<br />

können neue Popstars wie Olivia Rodrigo entstehen,<br />

aber auch Indie-Künstlerinnen wie die Ame -<br />

ri kanerin Ashnikko und die Deutsche Lune konnten<br />

sich durch Erfolg auf TikTok einen Namen<br />

machen.<br />

Für die Musikindustrie ist TikTok ein umkämpftes<br />

Gebiet. Jeder versucht, den nächsten viralen Hit zu<br />

landen. Doch der nächste virale Hit lässt sich nur<br />

schwer steuern – und ist oft unberechenbar. So<br />

sorgte ein einziges virales TikTok-Video 2020 dafür,<br />

dass der Song „Dreams“ von Fleet wood Mac aus<br />

dem Jahr 1977 von einer jüngeren Generation erstmals<br />

entdeckt wurde und weltweit nach Jahr zehn -<br />

ten wieder in die Charts einstieg.<br />

KANN MAN EINEN TIKTOK-HIT<br />

ERZWINGEN?<br />

Dass virale TikTok-Erfolge schwer vorherzusagen<br />

sind, hindert <strong>Musiker</strong> und Musikindustrie<br />

jedoch nicht daran, neue Popmusik oft genau auf<br />

die Spielregeln der Plattform auszurichten. Ein ähnliches<br />

Phänomen gibt es bereits seit einigen Jahren<br />

im Musikstreaming: Weil Plattformen wie Spotify<br />

erst Geld an die Rechteinhaber von Musik auszahlen,<br />

wenn ein Song länger als 30 Sekunden<br />

gehört wird, werden Popsongs immer kürzer –<br />

und Intros gibt es fast gar nicht mehr. Dann hört<br />

das Publikum den Song vielleicht öfter und skippt<br />

nicht so schnell zum nächsten Track.<br />

Auch auf TikTok versprechen manche Stra te -<br />

gien schnelleren Erfolg als andere: Weil die Videos<br />

so kurz sind, konzentrieren sich Songwriter mittlerweile<br />

manchmal darauf, besonders prägnante<br />

15-Sekunden-Ausschnitte zu produzieren, die gut<br />

in einen TikTok-Clip passen. Das sagt auch Pop -<br />

star Olivia Rodrigo: In einem Interview mit der<br />

New York Times erklärte sie, dass sie eine Piano-<br />

Überleitung in ihrem Song „Drivers License“ mit<br />

QUELLE: www.br.de/nachrichten/netzwelt/wie-tiktok-die-popmusik-veraendert,SZdfs2H<br />

einer möglichen TikTok-Umsetzung im Kopf ge -<br />

schrie ben hatte.<br />

Aber auch Popstars, die schon länger im Ge -<br />

schäft sind, kalkulieren TikTok mittlerweile mit.<br />

Der Song „Toosie Slide“ von Drake schaffte es<br />

letztes Jahr ganz ohne prägnanten Refrain oder<br />

klassische Songstruktur in die Charts – stattdessen<br />

mit einer TikTok-Tanz-Challenge.<br />

VON TIKTOK IN DIE CHARTS?<br />

Die Musikindustrie nutzt aber nicht nur TikTok<br />

für ihre Zwecke – sie rekrutiert auch neue Ge -<br />

sichter direkt von der Plattform. Influencerinnen wie<br />

Bella Poarch, Addison Rae und Dixie D’Amelio<br />

wurden auf TikTok vor allem mit Tanz-Videos be -<br />

rühmt. Jetzt singen sie auch, unterstützt von teuren<br />

Musikvideo-Produktionen. Früher entstanden<br />

neue Popstars in Castingshows, heute passiert<br />

das in den sozialen Medien.<br />

Vielleicht ist ja sogar der 26-jährige Schotte<br />

Nathan Evans der nächste große Popstar? Immer -<br />

hin hat er bereits einen Vertrag über drei Alben<br />

mit dem Universal-Label Polydor unterschrieben.<br />

Der Grund? Sein Cover des Seemannslieds „Weller-<br />

man“, das Anfang des Jahres erst TikTok und<br />

dann die Charts stürmte.<br />

Offen bleibt die Frage, ob aus dem schnellen<br />

Erfolg mit TikTok auch ein langlebiger werden kann.<br />

TikTok ist nicht nur eine Plattform, in der man mit<br />

oberflächlichen Inhalten schnell berühmt werden<br />

kann, sondern auch eine, in der Videos sehr kurz<br />

sind und dann sofort das nächste kommt. Und<br />

das macht die Sängerinnen und Sänger austauschbar.<br />

Olivia Rodrigos Erfolg könnte von Dauer sein –<br />

dafür sorgen ihre Musik und ihre Beliebtheit bei<br />

Kritikern und Publikum gleichermaßen. Aber ob<br />

das Debütalbum von Wellerman-Sänger Nathan<br />

Evans wohl ähnlich begeistert aufgenommen wird,<br />

wenn es irgendwann erscheint? Ein virales Meme<br />

ist vielleicht doch einfach nur ein Meme und so<br />

schnell wieder fort, wie es gekommen ist.<br />

Foto: © ink drop / Adobe Stock<br />

www.musiker-online.tv


SHORT-TAKES 05<br />

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ MACHT’S MÖGLICH<br />

Wenn sich Erfolg im Musikbusiness berechnen lässt<br />

Die Schweizer Firma iGroove hat eine Software entwickelt, die im voraus kalkuliert,<br />

wie viel Geld ein Album einspielen wird.<br />

Fotoquelle: igroovemusic.com<br />

Wo stehe ich in einem halben Jahr? Wie viel<br />

Geld werde ich mit welchem Song verdienen?<br />

Und was sind meine bereits veröffentlichten Tracks<br />

wert? Der Blick in die Zukunft ist für alle Mu si -<br />

ker*innen wichtig. Für dieses unsichere Business<br />

hat der 2013 gegründete Schweizer Musikver -<br />

trieb iGroove die auf Künstlicher Intelligenz ba -<br />

sierende Software Muse entwickelt. Sie offenbart<br />

erstaunliche Hellseherqualitäten.<br />

Seit einem Jahr ist das Programm im Einsatz<br />

– die Trefferquote liegt bei bemerkenswerten 95<br />

Prozent. Dass jüngst der Rapper Bushido zu<br />

iGroove gestoßen ist, passt zur Erfolgs geschichte<br />

der auf 25 Angestellte angewachsenen Firma.<br />

3 000 Künstler*innen arbeiten mit iGroove inzwischen<br />

zusammen, darunter der Rapper Kollegah,<br />

der Österreicher Chakuza und Schweizer Mund -<br />

artkünstler wie Lo & Leduc und Baze. Umsatz -<br />

einbußen gab es in der Coronapandemie bislang<br />

keine.<br />

Eigentlich hat das Unternehmen die Software<br />

entwickelt, um genauere Zahlen für die Berech nung<br />

ihrer Vorschüsse zu erhalten. Rund 150 Kredite<br />

wurden bisher an Künstler ausgegeben, damit<br />

sie aufwendige Musikproduktionen bezahlen können.<br />

In den meisten Fällen wurde das Geld bereits<br />

zurückgezahlt, weil die Vorhersagen genau zugetroffen<br />

haben.<br />

INNOVATION AUS PFÄFFIKON<br />

„Am Anfang haben wir noch vorsichtiger kalkuliert.<br />

Aber je mehr Berechnungen die KI ge -<br />

macht hat, desto genauer wurden die Zahlen. So<br />

konnten wir immer mehr ins Risiko gehen. Mittler -<br />

weile können wir mit Angeboten von Major Labels<br />

mithalten“, sagt Moris Marchionna, einer der drei<br />

Gründer des in Pfäffikon ansässigen Unterneh -<br />

mens.<br />

Seit Kurzem stellt iGroove die Software<br />

jedem*jeder seiner Künstler*innen über eine App<br />

zur Verfü gung. Für eine einmalige Analyse kann<br />

Muse grundsätzlich jeder kostenlos nutzen. „Der<br />

Künstler muss jedoch eine gewisse Größe und<br />

Historie haben, damit uns genügend Daten für<br />

eine aussagekräftige Berechnung vorliegen.“<br />

Einen ganz neuen Künstler, der erst ein paar<br />

Singles veröffentlicht hat, kann man noch nicht<br />

ana lysieren. Das prüft das Programm bereits in<br />

einer Vorselektion automatisch. Diese Analyse kann<br />

der Künstler auch nutzen, um bei einem anderen<br />

Label einen Vorschuss zu bekommen. Oder er<br />

kann ein bestehendes Angebot damit überprüfen“,<br />

sagt Marchionna.<br />

DIE „HISTORIE“ DER KÜNSTLER<br />

WIRD ANALYSIERT<br />

Wie die Software funktioniert, verraten die<br />

Macher nicht. Auf jeden Fall werden die Streaming -<br />

zahlen eines Künstlers detailliert analysiert: In<br />

welchen Ländern erzielt er wie viele Abrufe, welche<br />

Songs sind in Playlists zu finden, welche Ziel -<br />

gruppe erreicht er, mit welchen Künstlern arbeitet er<br />

zusammen? Aus dieser Historie eines Künstlers<br />

wird so ein Blick in die Zukunft konstruiert. Die<br />

Vorhersagen stimmen laut Betreiber selbst bei<br />

Songs, die noch nicht geschrieben sind.<br />

QUELLE: www.tagesspiegel.de/kultur/kuenstliche-intelligenz-machts-moeglich-wenn-sich-erfolg-im-musikbusiness-berechnen-laesst/27425166.html<br />

„Wir wollten etwas Neues machen, was es so in<br />

der Musikindustrie noch nicht gab. Deshalb entwi -<br />

ckelten wir eine Plattform, auf der Künstler ihre<br />

Musik hochladen und die Fans sie dort ohne<br />

Zwischen händler kaufen können“, erklärt Moris<br />

Marchionna, zusammen mit CEO Dennis Hausam -<br />

mann und Géraldine Allemann Gründer der Firma.<br />

„Die Künst ler wollten trotzdem bei Spotify oder<br />

itunes sein. So haben wir aus dem Shop einen<br />

vollwertigen Vertrieb gemacht.“<br />

Nur acht Prozent der digitalen Einnahmen sollten<br />

bei iGroove bleiben, 92 Prozent beim Künst -<br />

ler – ein Geschäftsmodell, das in den ersten Jahren<br />

allerdings noch nicht funktionierte. „Deshalb haben<br />

wir neben dem Vertrieb nach und nach andere<br />

Dienstleistungen angeboten, wie Promotion. Wir<br />

möchten nicht an der Musik der Künstler Geld<br />

verdienen, sondern an unserer Arbeit“, so<br />

Marchionna.<br />

EINE ECHTE MARKTLÜCKE<br />

Für Heiko Freund, den Leiter des Schwer punkts<br />

Pop an der Zürcher Hochschule der Künste, füllt<br />

der Service eine echte Marktlücke. „Der Vorteil<br />

bei einem Aggregator wie iGroove besteht darin,<br />

dass man als Independent Artist auf den internationalen<br />

Plattformen präsent ist.“<br />

Dennis Hausammann und Moris Marchionna<br />

sind selbst <strong>Musiker</strong> im Hip-Hop-Bereich. Ihre<br />

Kom petenz und ihr Stilempfinden spielen aber für<br />

die Beurteilung der Musik ihrer Künstlerinnen und<br />

Künstler keine Rolle. „Ein Song muss qualitativ<br />

hoch wertig und professionell aufgenommen und<br />

gemischt sein. Geschmacklich sind wir offen. Das<br />

Urteil liegt bei den Hörern.“ Nur gewalt ve r herr -<br />

lichende oder rassistische Songs lehnen die<br />

Macher ab.<br />

AN KLASSIK TRAUEN SIE SICH<br />

NICHT HERAN<br />

„Wir analysieren, was war und was kommen<br />

wird. Es wäre die Aufgabe eines Labels, einen<br />

Künstler aufzubauen und Zeit und Geld zu investieren,<br />

um später davon zu profitieren. Das ist<br />

nicht unser Metier. Wir sind eher wie eine Bank<br />

für den Künstler. Das Geld, das der Künstler nach<br />

unseren Berechnungen verdienen wird, können<br />

wir ihm auch jetzt schon zur Verfügung stellen“,<br />

so Marchionna.<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


06 SHORT-TAKES<br />

Foto: © Alessandro Biascioli / Adobe Stock<br />

WIE CORONA DIE MUSIKINDUSTRIE UMGEWÄLZT HAT<br />

Krisen sind Zeiten der Transformation.<br />

Welche Spuren also haben eineinhalb Jahre Pandemie in der Popmusik hinterlassen?<br />

Die Pandemie zwingt Musikschaffende weltweit<br />

in ein Eremitendasein. Künstlerische Isolation,<br />

zumindest physisch. Denn: Digital globalisiert sich<br />

der Musikmarkt radikal. Nach eineinhalb Jahren<br />

ökonomischem und künstlerischem Ausnahme -<br />

zustand: Wie hat sich Popmusik verändert?<br />

SO VIEL GRATISCONTENT<br />

WIE SEIT DER HOCHZEIT DER<br />

MUSIKPIRATERIE<br />

Am Beginn der Pandemie war das Credo der<br />

Kunstschaffenden ohne Bühne: Sichtbarkeit um<br />

jeden Preis. Darauf aufmerksam machen, dass<br />

ein Veranstaltungsverbot in dieser Branche einem<br />

Berufsverbot gleichkommt. Der Bund reagiert mit<br />

einem Soforthilfeprogramm über 50 Millionen Euro<br />

für Künstlerinnen und Künstler. Für die heißt es nun:<br />

Soforthilfeanträge stellen und kreativ werden.<br />

Sofa-Konzerte auf Streaming-Plattformen wie<br />

YouTube, Facebook oder Twitch. Intime Einblicke<br />

auf Instagram. Gags auf TikTok. Nicht alle <strong>Musiker</strong><br />

und <strong>Musiker</strong>innen wollen mitspielen in dem neuen<br />

digitalen Aufmerksamkeits- und Sichtbarkeitswett -<br />

bewerb: War die digitale Musik-Performance vor<br />

Corona nur eine Spielwiese, ist sie nun eine conditio<br />

sine qua non – ohne Digitalisierung geht nichts<br />

mehr. Ein Folgeproblem: Da jeder gesehen werden<br />

will, sind die meisten dieser Streaming-Kon -<br />

zerte auf freiwilliger Spendenbasis oder komplett<br />

umsonst. Die Krise generiert so viel Gratiscontent<br />

wie seit der Hochzeit der Musikpiraterie nicht<br />

mehr. Die Pandemie zwingt alle Musikschaffen den<br />

in die virtuelle Welt. Wer überleben will, muss mit -<br />

ziehen. Eine Fluchtbewegung, die für die Digita -<br />

lisierung des Musikkonsums wie ein Brand be -<br />

schleu niger wirkt.<br />

SOFA-KONZERTE?<br />

FUNKTIONIEREN SELTEN!<br />

Corona Winter 2020: Die <strong>Musiker</strong> haben nun<br />

Monate ohne echte Konzerte, Tourneen, Fes ti vals<br />

hinter sich. Ein Teil ist zwar mittlerweile finanziell<br />

durch staatliche Unterstützungen abgesichert,<br />

doch künstlerische Isolation im Homeoffice entpuppt<br />

sich als zermürbender Dauerzustand ohne<br />

Aussicht auf ein Ende. Maurice Summen, <strong>Musiker</strong>,<br />

Mitglied der Gruppe DIE TÜREN und Chef des<br />

Berliner Independent-Labels Staatsakt, hatte zu<br />

Beginn der Pandemie vor allem mit Förder anträgen<br />

zu kämpfen. Dann begann die Zeit der Reflexion:<br />

„Wir haben alle danach gesucht, nach technischen<br />

Wegen in den letzten Monaten auf irgendwelchen<br />

Streaming-Plattformen, irgendwie dieses<br />

Live-Erlebnis in die Hütte zu kriegen, also nach<br />

Hause. Aber wir haben alle schmerzlich feststellen<br />

müssen, es funktioniert nicht.“<br />

STREAMING KANN MUSIKER<br />

FINANZIEREN<br />

Corona-Gewinner gibt es aber auch in der Musik.<br />

Denn die Verkaufszahlen der Platten firmen zeigen<br />

ein anderes Bild: 2020 ist ein Erfolgsjahr. Der Um -<br />

satz der deutschen Musikindustrie ist im Ver -<br />

gleich zum Vorjahr um gut neun Prozentpunkte<br />

gewachsen. 1,79 Milliarden Euro wurden eingenommen,<br />

so viel wie seit Zusammenbruch des<br />

Musikmarktes Anfang der Nullerjahre nicht mehr.<br />

Das Besondere: Gut 71 Prozent der Einnahmen<br />

stammen aus dem Streaming-Geschäft. Die Börse<br />

feiert. Der Aktienkurs des Unternehmens Spotify<br />

hat sich verdreifacht.<br />

Nach den ersten Monaten der Pandemie ist ein<br />

Großteil der soloselbstständigen <strong>Musiker</strong> und<br />

<strong>Musiker</strong>innen in Deutschland finanziell durch staatliche<br />

Hilfen abgesichert. Zwar hakt es oft mit der<br />

Bürokratie und für die meisten bleiben die Lebens -<br />

zustände prekär. Aber, wenngleich es zynisch<br />

klingt: Die Situation ist nicht schlimmer als normalerweise,<br />

zumindest aus Sicht des <strong>Musiker</strong>s und<br />

Labelbetreibers Maurice Summen: „Ich kenne eine<br />

Menge Leute, die wollen auf gar keinen Fall eine<br />

Rechnung stellen vor Juli dieses Jahres, weil sie<br />

halt bis Ende Juni noch gefördert sind. Und da und<br />

da gibt’s eine Menge Leute, bei denen ist das, was<br />

sie bekommen haben, auf keinen Fall weniger als<br />

das, was sie unter normalen Umständen verdienen<br />

würden.“<br />

STAATLICH GEFÖRDERTE<br />

MUSIKPRODUKTION<br />

Statt auf Tour zu gehen oder Konzerte zu spielen,<br />

bleibt den meisten Musikschaffenden eigentlich<br />

nur eine Option: Musik schreiben und aufnehmen.<br />

Spätestens während der zweiten und<br />

dritten Welle läuft die Musikproduktion an, und weil<br />

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SHORT-TAKES 07<br />

feuert diesen Prozess: Denn durch die Unter bre -<br />

chung des klassischen Tour-Album-Tour-Rhyth -<br />

mus schafft das musikalische Zwangs-Home -<br />

office geradezu Idealbedingungen, um stetig<br />

Output zu generieren. Unterstützt die Pan demie<br />

die kreative Assimilierung an das Regel werk des<br />

Plattform-Streamings?<br />

Die Streaming-Plattformen bieten einen Stand -<br />

ortvorteil für <strong>Musiker</strong> mit hoher Schlagzahl. Alben<br />

aufbrechen in Singles. Einen Dauer-Buzz erzeugen.<br />

Präsent sein in den relevanten Playlists. In<br />

diesem digitalen Kontinuum verliert das Album<br />

als künstlerisches Format einer gewissen<br />

Schaffens periode an Relevanz. Ist das das Ende<br />

des Albums? Die Bilanzen der Musikindustrie lassen<br />

sich auch anders lesen. Denn während der<br />

Pandemie sind die Verkäufe von Vinyl-Platten an -<br />

gestiegen. Bewährt sich das Album in der Welt<br />

des Analogen? Als disruptives Moment einer ewig<br />

zu diesem Zeitpunkt kein Ende der Pan demie in fortblubbernden digitalen Popsoße? Die Musi ke -<br />

Sicht ist, beginnen die Leute zu veröffentlichen – rin Mira Mann kann sich das durchaus vorstellen:<br />

im Netz. Zu beobachten ist eine staatlich subventionierte<br />

Produktion von Musikkunst für den dadurch, dass es vielleicht auf dem absteigenden<br />

„Das Schöne an dem Album erstarkt ja auch<br />

digitalen Raum. Kein Streaming-Unternehmen Ast ist. Das kann ja auch viele Künstler*innen dazu<br />

muss monetäre Anreize setzen; der Trans for ma - bemüßigen, da doch noch mal genauer hinzuschauen.<br />

Gleichzeitig sind quasi andere Formen,<br />

tions prozess hin zu einer verstärkt digitalen Musik -<br />

landlandschaft folgt indirekt aus der Logik der die vielleicht besser in die Zeit passen, auch<br />

Corona-Erstversorgung.<br />

superspannend.“<br />

Damit man heute mit Songs auf sechs-, sieben-<br />

oder achtstellige Abrufzahlen kommt und<br />

WAR POP JUGENDKULTUR?<br />

damit in den Bereich, in dem Streaming als Ein - Eine qualitative Egalisierung aller Genre gren -<br />

nahmequelle relevant wird, müssen Tracks in den zen bringt künstlerische Freiheit. Sie führt aber<br />

richtigen Playlists erscheinen. Diese Playlists werden<br />

zum Teil algorithmisch von den Plattformen tion als Identifikationsfläche verliert. Ganz ent-<br />

auch dazu, dass Popmusik notwendig ihre Funk -<br />

zusammengestellt, zum Teil von Menschenhand sprechend der Logik von Social Media und dem<br />

kuratiert. Schafft man es in die richtige Playlist, kann algorithmisch organisierten Streaming: Nicht ich<br />

das ein wichtiger Multiplikator sein. Wer nicht rein - richte mich nach Pop, sondern Pop richtet sich<br />

kommt, für den lassen sich auf Spotify nur läppische<br />

Beträge verdienen. Die Münchner <strong>Musiker</strong>in einer Bewegung: Sie trug die sexuelle Emanzi pa -<br />

nach mir. Seit den 1960ern war Musik das Zentrum<br />

Mira Mann versucht, sich von diesem Geschäfts - tion in beinahe jede Ecke der Welt, sie war Träger -<br />

modell nicht korrumpieren zu lassen. Trotzdem medium antikapitalistischer Utopien. Später hört<br />

spürt sie die Präsenz von Playlists: „Ich bin selbst die Gegenkultur Punk, Postpunk, Grunge. In den<br />

nicht auf Spotify. Aber meine letzte Single „Komm Neunzigern verliert sich der Hedonismus im<br />

einfach“ war bei der Spiegel-Playlist von Spotify Techno, Hip-Hop fungiert als soziales Ventil marginalisierter<br />

Gruppen, Indiepop wird zum Anti-<br />

und ist seitdem der meistgehörte Song von mir<br />

bei Spotify.“<br />

Soundtrack der Hipster-Bewegung und im Hard -<br />

rock perpetuiert sich gegen allen Zeitgeist das<br />

ALBUM IS OVER? ALBUM IS BACK? Narrativ von unangepasster Maskulinität. Pop -<br />

musik ist Jugendkultur. Doch gilt das noch?<br />

Die Playlist ist weniger ein minutiös kuratiertes<br />

Mixtape als eine stetig wuchernde, kontingente Wie klingt Fridays For Future, wie die LGBTQ+-<br />

Browser History. Der ideale Künstler ist in dieser Bewegung? Songwriter Florian Kreier: „Musik und<br />

Welt eine Contentmaschine. Jemand, der in der dieses Erwachsenwerden oder diese Mensch -<br />

Lage ist, seriell zu arbeiten. Kontinuität statt Dy na - werdung, das wird immer irgendwie zusammengehören<br />

und auch sehr viel miteinander zu tun<br />

mik. Sich dem Zeitgeist der Algorithmen anzupassen,<br />

statt ihn zu brechen. Der Lockdown be - haben. Aber, was man schon sieht, ist, dass es halt<br />

TEXT: Maximilian Sippenauer | QUELLE: www.br.de/kultur/musikindustrie-corona-100.html<br />

viel mehr Möglichkeiten der Orien tierung gibt. Über<br />

Social Media beispielsweise, über diese Ins ze -<br />

nierungen. Also ich glaube, während es in den<br />

Siebzigern so war, dass man sich entscheiden<br />

konnte, hat man jetzt so einen Sportler oder ’nen<br />

Rockmusiker als Vor bild irgendwo in Bayern. Auf<br />

dem Land kann man sich halt jetzt, glaube ich,<br />

zwischen unendlich vielen Sachen entscheiden.<br />

Zudem noch ist es so interkultureller oder<br />

multikultureller, und es gibt ganz viele Themen,<br />

die vielleicht in der Musik gar nicht so gut be -<br />

sprochen werden können. Wenn man sich für<br />

das Thema im Anti-Rassismus be schäftigt, ist<br />

Musik schon so ein Ding. Aber dann sollte man<br />

sich auch Speaker*innen anhören, weil es dann<br />

vielleicht auch wichtig ist. Und man kann die sozusagen<br />

über Insta oder so auf derselben Plattform<br />

konsumieren oder sich daran so anleiten lassen.<br />

Das ist eine Sache, die hat sich durch Social Media<br />

für immer verändert. Also Musik ist nicht mehr so<br />

stark in der Prägung für Jugend kultur wichtig,<br />

weil es viel mehr aufgeschlüsselte Teil bereiche<br />

gibt.“<br />

POPMUSIK ALS<br />

AKUSTISCHES TATTOO<br />

Popmusik ist heute nur eine von vielen Mö g-<br />

lichkeiten, das eigene Selbst zu codieren. Es ist<br />

symptomatisch, dass man den Ton bei einer<br />

Instagram-Story oder einem Facebook-Post an -<br />

schalten kann, aber nicht muss. Popmusik ist eine<br />

Option, kein Statement. Sie ist ein akustisches<br />

Tattoo, das im besten Fall Trendbewusstsein aus -<br />

drückt. Dekoration statt Subversion. Provokativ<br />

ist Popmusik allenfalls noch in Form einer an einen<br />

E-Scooter geschnallten Bluetooth-Box. Aber<br />

viel leicht tut diese ideologische Unverbindlichkeit<br />

dem Pop gut. Vielleicht ist genau das der Kitt<br />

einer durch das Digitale auf die eigene Singu -<br />

larität zurückgeworfenen Gesellschaft. Und vielleicht<br />

entwickelt sich im Pop ein neues Gespür<br />

dafür, was er eigentlich zu leisten vermag – nicht<br />

zuletzt als Live-Moment. Mira Mann: „Pop will<br />

Groove, Pop will Sound, Pop will Text, will Lyrik,<br />

will Tanz, Choreografie, will Licht, will Ins ze nie -<br />

rung, will einfach so alles. Und das ist das, was<br />

mich so anzieht an Pop, dass der ja so sowieso<br />

allumfassend ist, dass man sich quasi wirklich<br />

hingeben muss mit seiner ganzen Ge stalt. Und<br />

ich finde, dieser Körper im Pop, das ist ja nicht<br />

nur der Künstler in dem Körper, sondern auch<br />

der Publikumskörper im Pop, der ist ja was ganz<br />

Wichtiges. Und deswegen können wir den natürlich<br />

auch empfinden, wenn wir zu Hause auf unserer<br />

Couch sitzen. Aber dieser Moment der gleich -<br />

zeitigen Empfindung im Groove, das finde ich<br />

schon exzeptionell.“<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


08 SHORT-TAKES<br />

bezeichnet werden, lautet die Bezeichnung des<br />

dadurch entstehenden Effekts „Tingles“. Die<br />

YouTube-Videos sollen dazu genutzt werden,<br />

Stress abzubauen oder als Einschlafhilfen zu dienen.<br />

FORSCHUNGEN ZUM<br />

INTERNETPHÄNOMEN<br />

Foto: © Universal Music<br />

SO VERÄNDERT DER ASMR-TREND<br />

AUCH DIE MUSIKINDUSTRIE<br />

In der Musik lassen sich immer häufiger ASMR- faches Fingertippen auf Buchoberflächen. Das<br />

Merkmale wiederfinden. Sängerinnen wie Billie Eilish Kürzel steht für „Autonomous Sensory Meridian<br />

sind besonders beliebt in der Szene: Die 19- Response“, zu Deutsch: selbstständige, sensorische<br />

Meridian-Resonanz. Die Geräusche sollen<br />

Jährige ist dafür bekannt, in ihren Songs öfters zu<br />

flüstern oder mit ruhiger Stimme zu singen. Auch entspannend auf die Zuschauer von ASMRin<br />

der Videosingle „Bury A Friend“ beginnt das YouTube-Videos wirken. Diese Clips erreichen ein<br />

Musikvideo mit einem schrillen Geräusch, das an millionenfaches Publikum weltweit und mittlerweile<br />

das Reiben an einem Weinglas erinnert. Auch bezeichnen manche auch den Flüster gesang von<br />

während des Liedes werden immer wieder Töne Billie Eilish als „ASMR“.<br />

wie das Treten auf Glasscherben oder ein tiefer<br />

langer Bass eingebaut.<br />

ASMR-VIDEOS: ZWISCHEN<br />

Der Psychologe Craig Richard beschreibt in „TRIGGER“ UND „TINGLES“<br />

seinem Buch „Brain Tingles“, in dem er das ASMR-<br />

Phänomen analysierte, die Musik der Sängerin In den YouTube-Videos sind meist Menschen<br />

und ihre beruhigende Wirkung auf viele Hörer: zu sehen, die vor einem Mikrofon simple Ge -<br />

Billie Eilishs Gesang vermittelt ein Gefühl der räusche entstehen lassen, die eine große Wirkung<br />

Ruhe, das durch ihren entspannten Gesichts aus - auf die Psyche und den Entspannungs prozess<br />

druck noch verstärkt wird. Sie schmettert nicht des Zuschauers haben sollen. Dabei wird mit<br />

oder drängt ihre Stimme heraus, ihre Lautstärke flüsternder Stimme gesprochen, mit den Finger -<br />

ist leise und ihr Ton bleibt gleichmäßig. Ihre Stimme spitzen auf unterschiedliche Oberflächen geklopft<br />

und ihr Auftreten vermitteln ein Gefühl von Kom - („Tapping“), Papier oder Plastik zum Rascheln<br />

fort und Ruhe, das an ASMR-Künstler auf YouTube gebracht („Kringle Sounds“), auf Computertasta -<br />

erinnert.<br />

turen getippt oder es werden einfach Haare gewaschen<br />

oder gebürstet. Schaut man sich in ASMR-<br />

WAS HEISST ASMR?<br />

Online foren um, liest man, dass die Geräusch -<br />

kulisse als ein Gefühl des Wohlbefindens empfunden<br />

wird und ein Kribbeln sowohl im Nacken<br />

Der Begriff ASMR tauchte erstmals 2009 im<br />

Netz auf und beschreibt Geräusche wie zum Bei - als auch auf der Kopfhaut verursachen soll.<br />

spiel Flüstern, das Rascheln von Folie oder ein-<br />

Während die Töne von der Community als „Trigger“<br />

QUELLE: www.musikexpress.de/so-veraendert-der-asmr-trend-auch-die-musikindustrie-1859381/<br />

ASMR-Videos erzielen nicht nur Millionen Auf -<br />

rufe auf YouTube, sondern erregen auch die Auf -<br />

merksamkeit von Psychologen. Die Studie von den<br />

Wissenschaftlern Agnieszka B. Janik McErlean und<br />

Michael J. Banissy der James-Cook-Universität<br />

in Singapur und der Goldsmiths-Universität in<br />

London ergab 2017, dass elf Pro zent der Nutzer<br />

die Videos schauen, um Angst zustände zu lindern.<br />

Zwar steht die Forschung noch relativ am<br />

Anfang, doch so haben Wissen schaftler bereits<br />

erkannt, dass beim Schauen der Videos gewisse<br />

Hirnareale stimuliert werden, die für Empathie<br />

und Selbstwahrnehmung zu ständig sein sollen.<br />

Die Ursache dafür ist jedoch noch unbekannt.<br />

Zwar überlegt man auch, ASMR-Geräusche in<br />

Therapiemethoden einzubauen, doch ist der the -<br />

rapeutische Nutzen noch nicht ausgereift. Dennoch<br />

bewiesen bereits Forscher der Universität Sheffield<br />

2018, dass AMSR-Videos die Herzschlagrate re -<br />

duzieren kann.<br />

DER ERFOLG NIMMT ZU<br />

Eine der erfolgreichsten ASMR-YouTuber*innen,<br />

„Gibi ASMR“, hat mittlerweile 3,37 Millionen<br />

Abon nenten und erhält für ihre Videos Klicks im<br />

sechsstelligen Bereich. Auch im deutschen Raum<br />

finden solche Formate Anklang, so hat zum Bei -<br />

spiel der YouTube-Kanal von „ASMR Janina“<br />

368 000 Abonnenten und genauso viele Aufrufe<br />

wie ihre US-amerikanische Kollegin.<br />

Angefangen hat das Phänomen unfreiwilligerweise<br />

mit Bob Ross. Der Fernsehmaler ist mit<br />

seinen Videos viral gegangen, dabei handelte es<br />

sich um die Aufnahmen seiner Fernsehsendung<br />

„The Joy of Painting“, in dem der Künstler Laien<br />

das Malen beibringen wollte. Durch seine sanfte<br />

Stimme wurde der aus Florida stammende Maler<br />

zum ASMR-Star.<br />

Diesen Erfolg wollte auch die Werbeindustrie für<br />

sich nutzen, sodass Werbespots entstanden, die<br />

ASMR-Praktiken nutzten. Der schwedische Möbel -<br />

konzern Ikea strahlte 2017 zum Beispiel einen<br />

Werbespot aus, in der eine Frau 25 Mi nu ten lang<br />

Einrichtungsgegenstände streichelte. Auch Zoë<br />

Kravitz machte 2019 Werbung in einem der teuers -<br />

ten Spots – in der Werbepause des Superbowls –<br />

für eine US-Brauerei, indem sie das Bier vor Mikro -<br />

fonen mit ASMR-Technik präsentierte.<br />

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SHORT-TAKES 09<br />

Foto: © Christoph Köstlin<br />

UMGANG MIT MUSIKBRANCHE IST<br />

„NICHT GERECHT“<br />

Konzerte sind derzeit nur mit strikten Corona-Maßnahmen<br />

möglich. Sängerin Sarah Connor kritisiert:<br />

„Langsam verliere ich die Geduld.“<br />

TWITCH TV: MUSIKINDUSTRIE<br />

ERHEBT URHEBERRECHTSANSPRÜCHE<br />

IN ÜBER 1 000 FÄLLEN<br />

Der Streaming-Dienst Twitch benachrichtigte<br />

die auf der Plattform vertretenen Streamer per E-<br />

Mail darüber, dass diverse Urheberrechts an -<br />

sprüche seitens der Musikindustrie bei dem Unter -<br />

nehmen eingegangen seien. Dabei handele es<br />

sich um über 1 000 Einzelansprüche von Musik -<br />

verlegern. Zudem gehe man davon aus, dass<br />

weitere folgen werden.<br />

Alle Ansprüche bezögen sich auf archivierte<br />

Video-on-Demand-Inhalte (Stream-Wiederho lun -<br />

gen, Clips) und beträfen hauptsächlich Streamer,<br />

die während ihrer Streams Musik im Hintergrund<br />

laufen ließen.<br />

Konzerte mit Maskenpflicht, Hygienekonzept,<br />

begrenztem Publikum und strikten Regeln sind derzeit<br />

an der Tagesordnung. Sarah Connor äußert zu<br />

dieser Situation nun scharfe Kritik. „Es ist schwer<br />

mitanzusehen, dass alle Welt in den Urlaub fährt,<br />

Restaurants wieder geöffnet sind, Fußballspiele<br />

mit Zehntausenden Zuschauern stattfinden und<br />

wir sind immer noch stillgelegt“, schreibt die Sän -<br />

gerin in einem langen Instagram-Post, in dem sie<br />

ihrem Ärger Luft macht. Dazu postete sie den<br />

Schriftzug: „Wann können wir wieder Konzerte<br />

spielen?“<br />

Es sei zwar „toll“, dass sich das Leben größtenteils<br />

wieder „normal“ anfühle. „Aber was ist mit<br />

uns? Hat man uns vergessen? Als würden Musik,<br />

Konzerte und Kultur überhaupt keine Rolle spielen“,<br />

wettert die Sängerin. „Wie lange soll das jetzt<br />

noch gehen?“, fragt Connor weiter. „Und was<br />

sollen wir noch tun, um den Vorgaben zu genügen?“<br />

Sie verliere „langsam (...) die Geduld. Das ist<br />

einfach nicht gerecht“.<br />

QUELLE: www.stern.de/kultur/sarah-connor--umgang-mit-musikbranche-ist--nicht-gerecht--30639116.html<br />

„Basierend auf der Anzahl der Ansprüche glauben<br />

wir, dass diese Rechteinhaber automatisierte<br />

Tools verwendet haben, um urheberrechtlich ge -<br />

schützte Musik in den VODs und Clips der Content-<br />

Creator zu scannen und zu identifizieren, was<br />

bedeutet, dass sie wahrscheinlich weitere Be -<br />

nachrichtigungen senden werden.“<br />

Besonders enttäuscht zeigte sich Twitch darüber,<br />

dass sich die Musikverlagsbranche dazu<br />

entschieden habe, Takedown-Ansprüche zu er -<br />

heben, obwohl man sich bereits bereit gezeigt<br />

habe, gemeinsam über mögliche Lösungen des<br />

Problems zu sprechen.<br />

Trotz der jetzt eingeleiteten Schritte wolle man<br />

diese Gespräche weiterhin aufrechterhalten und<br />

eine Lösung finden, die sowohl für Content-Creator<br />

als auch Rechteinhaber funktionieren könnte, heißt<br />

es in der E-Mail.<br />

„AN DIE MUSIK“<br />

Abstandsregelungen und Beschränkungen für<br />

Menschenmengen haben dazu geführt, dass Live-<br />

Musik-Veranstaltungen im ganzen Land ge schlos -<br />

sen wurden. Aber „An die Musik“, ein Jazzclub aus<br />

der Innenstadt von Baltimore, versucht, einen<br />

regel mäßigen Terminplan zu führen, <strong>Musiker</strong> auf<br />

die Bühne zu bringen und die Auf tritte online zu<br />

streamen. Künstler wie Michael Joseph Harris und<br />

Sami Arefin, Warren Wolf Trio und Caleb Stine<br />

haben bereits an der sogenannten Quarantine<br />

Concert Series teilgenommen.<br />

Henry Wong, der Besitzer des Clubs, sagte,<br />

das Geschäft von „An die Musik“ habe während<br />

der Pandemie einen Schlag erlitten. Der Veran -<br />

staltungsort ging von Shows fast an jedem Tag<br />

der Woche, einschließlich zwei oder drei an einigen<br />

Wochenendtagen, über zu nur einer Hand -<br />

voll Streaming-Konzerten. Trotzdem sagte er, er<br />

sei entschlossen, die lokale Musikszene in dieser<br />

einzigartigen Zeit zu präsentieren. „Sie haben es<br />

schon öfter gehört und in letzter Zeit oft: Musik<br />

heilt“, schrieb Wong per E-Mail. „Es ist eine Winwin-Situation,<br />

wenn lokale <strong>Musiker</strong> aus Balti more<br />

diese Heilung bieten und gleichzeitig einem breiten<br />

Publikum bekannt werden.“ In einer interessanten<br />

und angenehmen Wendung haben die<br />

Online-Shows ein größeres Publikum angezogen,<br />

als es normalerweise in dem intimen Club mit 80<br />

Personen auftritt. Wong sagte, dass Zuschauer<br />

aus so weit entfernten Gebieten wie Alaska die<br />

Aufführungen verfolgt haben. Zuschauer können<br />

für 5 US-Dollar Zugang zu den Streams erhalten.<br />

Ein YouTube-Link wird kurz vor Beginn der Show<br />

verschickt. Und für Leute, die nicht in Echtzeit<br />

sehen können, werden die Konzerte für kurze<br />

Zeit online gehalten, damit die Leute später be -<br />

zahlen können. Wong sagte, dass mehr als die<br />

Hälfte des Erlöses an die Künstler selbst geht,<br />

und die Zuschauer haben die Möglichkeit, mehr<br />

als die anfängliche Gebühr von 5 US-Dollar zu<br />

spenden.<br />

Fotoquelle: andiemusiklive.com<br />

QUELLE: www.xboxdynasty.de/news/twitch-tv/musikindustrie-erhebt-urheberrechtsansprueche-in-ueber-1-000-faellen<br />

WEB: andiemusiklive.com<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


10<br />

DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND E.V.<br />

DEUTSCHE POPSTIFTUNG UND MUSIKER MAGAZIN<br />

PRÄSENTIEREN<br />

Die verschiedenen Deutschen Rock- und Pop-Preise werden in folgenden Sparten verliehen:<br />

8 Hauptkategorien:<br />

Rock, Pop, Hard Rock, Funk & Soul,<br />

Alternative/Independent, Singer-Songwriter, Singer, Country<br />

119 Sonderkategorien:<br />

Rock, Pop, Funk & Soul, Hard Rock, Alternative, Metal, Jazz-Rock, Rhythm & Blues, New Age,<br />

Reggae, Latin-Pop, Folkrock, Country, Gospel, Musical, Punk, Fusion-Jazz-Rock,<br />

Gothic/Wave, Weltmusik, Hip-Hop, Schlager, Filmmusik, Kinderlieder,<br />

Experimental, Fusion, Hardcore, Industrial, Progressiv, Ska, New Metal, Trance, Elektronik, Dancehall, Elektropop,<br />

Blues, Rock’n’Roll/Rockabilly, Cover/Revival, A Capella, Tonstudio,<br />

Independent-Label, Independent-Musikverlag, Booking-Agentur, Musikmanager, Musikproduzent,<br />

Förderung der Rock- & Popmusik, Lebenswerk, neuer Rock- & Popkünstler, CD-Album (deutschsprachig),<br />

CD-Album (englischsprachig), Studioaufnahme, Single, Song (deutschsprachig), Song (englischsprachig),<br />

Musikvideo, beste Komposition, deutscher Text, Booklet und Inlaycard,<br />

Instrumentalband, Instrumentalsolist, Instrumentalalbum, bester Gitarrist, bester Keyboarder, bester Schlagzeuger,<br />

bester Bassist, bester Percussionist, bestes Arrangement, bestes Blasinstrument<br />

an Nachwuchsmusikgruppen, Einzelmusiker & Sänger*innen sowie an Profimusiker<br />

Anmeldegebühren pro Kategorie: € 20,– DRMV-Mitglieder / € 30,– DRMV-Nichtmitglieder (Bitte den Bewerbungsunterlagen beilegen.)<br />

Teilnahmegebühr: € 150,– je Sparte bei Auswahl durch die Bundesjury<br />

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von € 1000,– für eigene Gäste/Fans)<br />

INFOS: Deutsche Pop Stiftung • Kolberger Straße 30 • 21339 Lüneburg<br />

Telefon: 0 41 31/ 23 30 30 • E-Mail: info@drmv.de / info@deutschepopstiftung.de<br />

ANMELDEFORMULAR: www.musiker-online.com/festival-konzept/anmeldung<br />

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Popstiftung,<br />

des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes e.V., des Kulturellen Jugendbildungswerkes e.V.<br />

Bisher publiziert und gesendet vom ZDF (Heute Journal, Aspekte, 3SAT), der ARD (BR, SWF, SR, WDR, NDR, HR) sowie VH-1 und SAT1.<br />

Jährlich publiziert über dpa in über 2.000 Tageszeitungen und Musikzeitschriften.<br />

18. Dezember <strong>2021</strong> – Siegen<br />

Kongresszentrum Siegerlandhalle


11<br />

ZIEL / KONZEPT<br />

KATEGORIEN<br />

In <strong>2021</strong> werden zum 39. Mal insgesamt über 385 „Deutsche Rock &<br />

Pop Preise“ der verschiedensten musikalischen Bereiche an herausragende<br />

Nachwuchsmusikgruppen, Nach wuchs einzelkünstler*innen sowie<br />

durch eine Fachjury ausgewählte professionelle Musik grup pen und Einzel -<br />

künstler*innen mit und ohne Ton träger ver trag verliehen. So sollen auch in<br />

diesem Jahr Künstler so unterschiedlicher musikstilistischer Bereiche wie<br />

Rock, Pop, Country, Hard & Heavy, Alternative, Weltmusik, Reggae, Funk<br />

& Soul u.v.a.m. geehrt werden. Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische<br />

Anspruch. In ihrer kulturellen und künstlerischen Ausrichtung steht<br />

diese Kulturveranstaltung damit im be wussten Gegensatz zu anderen<br />

Veranstaltungs zere mo nien von Industriepreisen und TV-Anstalten. Durch<br />

die Auszeichnung in über 125 verschiedenen Musikgenres wird der heutigen<br />

musikalischen Vielfalt im Bereich der Rock- & Pop musik Rechnung<br />

getragen. Damit soll erreicht werden, dass sich möglichst viele Musik -<br />

gruppen und Einzel künstler*innen und in ihrer Stilistik wiederfinden.<br />

Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als Plattform des kreativen<br />

Nachwuchses, aber auch als Treffpunkt einzelner etablierter Künst ler*innen<br />

und Persönlichkeiten des musikalisch-wirtschaftlichen Umfeldes dienen.<br />

Im Gegensatz zu anderen deutschen Musik preisen werden die Deutschen<br />

Rock & Pop Preise <strong>2021</strong> in über 125 verschiedenen musikstilistischen<br />

Be reichen verliehen. Weitere Preise können an herausragende etablierte<br />

Musik gruppen, <strong>Musiker</strong>innen und <strong>Musiker</strong> sowie in den Sonderkategorien<br />

„Bester Gitarrist”, „Bester Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester<br />

Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen werden. Hierfür kann man<br />

sich direkt bewerben. Die Bundesjury entscheidet, ob besondere Leis tun -<br />

gen in diesen Bereichen vorliegen.<br />

Folgende Einzelkategorien werden<br />

ausgeschrieben:<br />

» 8 HAUPTKATEGORIEN «<br />

» 119 SONDERKATEGORIEN «<br />

FINANZIERUNG<br />

Diese Kulturveranstaltung wird im Wesent lichen – wie in den vergangenen<br />

20 Jahren auch – durch die Deutsche Popstiftung, den Deutschen<br />

Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V. und die am Wettbewerb beteiligten<br />

Musikgruppen und Künstler*innen finanziert. Von allen Be wer bern dieses<br />

bundesweiten kulturellen Wett be werbs wird – ebenfalls wie in den<br />

Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form einer geringen An meldegebühr<br />

verlangt. Alle durch die Bundes jury nominierten Preisträger der Haupt- und<br />

Sonderkategorien zahlen erst nach Nominierung einen Teilnahmebetrag pro<br />

Musik sparte, um die Selbst finanzierung dieses musikereigenen Kulturfesti -<br />

vals auf Bundesebene zu ge währleisten. Diese solidarische Gemeinschafts -<br />

finan zierung ist in Deutschland einmalig: Damit wird auch der 39. Deutsche<br />

Rock & Pop Preis wieder gemeinschaftlich finanziert durch die Stiftungsund<br />

Verbandsträger, die ca. 3 000 Musikgruppen, <strong>Musiker</strong>innen und <strong>Musiker</strong><br />

im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V. sowie durch die über<br />

1 000 Teilnehmer dieses Festivals.<br />

Durch die differenzierte Auswahl an Sonder kategorien wird gewährleis -<br />

tet, dass eine große Anzahl vielversprechender Musikgruppen, In terpreten<br />

und Künstler*innen in musikhistorisch und aktuell bedeutenden, aber bisher<br />

bei Preisverlei hun gen vernachlässigten Musikrichtungen ebenfalls gewürdigt<br />

werden können. In den acht Hauptkategorien sowie in den übrigen<br />

Sonderkategorien entscheidet die Bundesjury allein aufgrund des eingeschickten<br />

Materials über eine Nominierung bzw. Aus zeichnung bei<br />

der Preisverleihung.<br />

Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich mit dem künstlerischen und<br />

technischen Um feld einer CD-Produktion und des Musikmana ge ments<br />

auseinandersetzen (Studiopro duktion, CD-Design, Independent-Label,<br />

Künstler agentur etc.), sollen – wie im Vorjahr – auch die ansonsten im<br />

Schatten von künstlerischen Auszeichnungen stehenden Firmen und Per -<br />

so nen auf Vorschlag der <strong>Musiker</strong>basis geehrt werden.<br />

Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer CD/einem Musikvideo<br />

pro Kategorie (möglichst eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Pop stiftung<br />

für die verschiedenen Kategorien bewerben.<br />

8


12 FESTIVAL<br />

Anmeldegebühr:<br />

» 20,– EURO «<br />

DRMV-MITGLIEDER<br />

» 30,– EURO «<br />

DRMV-NICHTMITGLIEDER<br />

Nach dem Bewerbungsschluss ermitteln unabhängige Expertenjuroren,<br />

die von der Deutschen Popstiftung eingesetzt werden, die nominierten<br />

Preisträger der Haupt- und Sonder kategorien des 39. Deutschen Rock &<br />

Pop Preises <strong>2021</strong>. Um eine gerechte Preis verleihung zu gewährleisten,<br />

kann die Bundes jury, wenn die Einordnung den Juroren passend erscheint,<br />

Preise auch in anderen als den durch die Künstler ursprünglich benannten<br />

Kategorien zuerkennen.<br />

TEILNAHME<br />

Die nominierten Bands und Künstler*innen des 39. Deut schen Rock &<br />

Pop Preises <strong>2021</strong> erhalten durch die Deutsche Popstiftung eine Ein -<br />

ladung nebst Teilnahmeformular. Erst die Rücksendung des ausgefüllten<br />

Teil nahme formulars und die Entrichtung der Teil nahmegebühr in Höhe<br />

von 150 Euro je Haupt kategorie und 150 Euro je erste Sonderkategorie<br />

(alle weiteren 100 Euro) garantieren die Teilnahme am 39. Deutschen Rock<br />

& Pop Preis <strong>2021</strong>. Sollte die Preisverleihung wegen der Corona-Pandemie<br />

nicht stattfinden können, dann reduzieren sich die Teilnahmegebühren auf<br />

100 Euro pro Kategorie aller Kategorien.<br />

Die ausgezeichneten Preisträger der Haupt- und Sonderkategorien<br />

erhalten im Gegenzug je 50 Eintrittskarten im Gesamtwert von 1 000 Euro<br />

für den eigenen Gäste-/Fankreis.<br />

Mit der Nichtrücksendung des Teil nahme formulars und der Nicht ent -<br />

rich tung der Teilnah me gebühr verfallen die Teilnahme und Preis zuer kennung.<br />

PREISVERLEIHUNG<br />

Die umfassende Preisverleihung aller Preis träger findet, falls sie trotz der<br />

Corona-Pandemie genehmigt wird, am 18. Dezember <strong>2021</strong> auf der<br />

Hauptbühne des 39. Deutschen Rock & Pop Preises <strong>2021</strong> in der Sieger -<br />

land halle in Siegen statt.<br />

Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung durch die Festivaljury werden<br />

auf der Website des DRMV www.musiker-online.tv und durch die<br />

Kulturzeitschrift <strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> nach dem Festival veröffentlicht.<br />

WEB: WWW.DEUTSCHERROCKPREIS.DE<br />

TEXT: OLE SEELENMEYER | FOTOS: LUDWIG CZAPLA


STORIES 13<br />

Ihre Musik ist echt,<br />

handgemacht<br />

und authentisch wie<br />

das Leben selbst.<br />

Die Lieder erzählen<br />

große und kleine<br />

Geschichten, die jeder<br />

von uns kennt:<br />

Vom grauen Alltag,<br />

von rosa Wolken, vom<br />

kunterbunten Chaos,<br />

das wir Leben nennen.<br />

TONLAND<br />

Zwei Menschen, zwei Stimmen, viel Gefühl.<br />

Ein Paar auf und hinter der Bühne.<br />

MM: Für Leser, die Tonland noch nicht kennen: Könnt ihr etwas über<br />

eure Entstehungsgeschichte erzählen?<br />

stützen wir uns auch immer gegenseitig, aber diese klare Verteilung beugt<br />

vielen Missverständnissen vor.<br />

TONLAND: 2016 haben wir uns durch die Musik kennengelernt und schnell<br />

festgestellt, wie gut wir zusammen harmonieren. Die ersten gemeinsamen<br />

Songs sind entstanden und 2018 haben wir Tonland ins Leben gerufen.<br />

Von Anfang an war für uns klar, dass wir ehrliche Musik in die Welt tragen<br />

wollen. Und so fing die Geschichte an …<br />

MM: Wofür steht Tonland?<br />

TONLAND: Authentizität, Hoffnung und Liebe.<br />

MM: Auf der Bühne seid ihr eine Band und privat ein Paar. Wie<br />

sorgt ihr dafür, dass es funktioniert?<br />

TONLAND: Da wir sogar mittlerweile nicht mehr „nur“ Paar, sondern auch<br />

Eltern sind, sind die wichtigsten Punkte Organisation, Disziplin und Kom -<br />

munikation. Wir sind sehr strukturiert und für uns sind der gegenseitige<br />

Austausch und das Zuhören enorm wichtig. Außerdem gibt es bei uns eine<br />

klare Rollenverteilung. Jörg kümmert sich um alle technischen und kompositorischen<br />

Aspekte. Er ist für jede Melodie in unserer Musik verantwortlich,<br />

leitet das gesamte Homerecording und ist für die Website zuständig.<br />

Isabell schreibt die Texte, macht das Booking, betreut alle Social-Media-<br />

Kanäle und übernimmt alles rund um die Kommunikation. Natürlich unter-<br />

MM: Was ist das Besondere an eurer Musik?<br />

TONLAND: Unsere Musik ist echt und handgemacht. Wir behandeln in<br />

unseren Songs Themen wie Selbstreflexion, Weiterentwicklung und verarbeiten<br />

eigene Geschichten. Unsere Texte sind autobiografisch und doch<br />

frei interpretierbar. Die Melodien sind immer unterlegt von unserem zweistimmigen<br />

Gesang. Wir haben unseren eigenen Stil und wollen die Zuhörer<br />

mit jeder Note in unsere Welt entführen.<br />

MM: Wie geht ihr beim Songwriting vor? Woher holt ihr eure In spi -<br />

ration?<br />

TONLAND: Unsere Inspiration kommt aus dem Leben. Eigene Er fah run -<br />

gen, Empfindungen und Erlebnisse werden in jedem Song verarbeitet.<br />

Einen festen Ablauf gibt es jedoch nicht. Wir sitzen meistens gemeinsam<br />

am Esszimmertisch und entweder gibt es schon einen Text, zu dem wir uns<br />

dann eine Melodielinie überlegen, oder es gibt bereits eine Melodie, mit der<br />

wir uns identifizieren können, die dann eine Geschichte bekommt.<br />

MM: Ihr nehmt und produziert eure Songs von zu Hause aus. Wie<br />

seid ihr dazu gekommen und was ist der Unterschied zu einem<br />

Studio?<br />

8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


14 STORIES<br />

»Emotionen,<br />

Tiefgang, Kraft und<br />

Ehrlichkeit. Das<br />

beschreibt die Songs<br />

und das, worüber<br />

sie erzählen.«<br />

TONLAND<br />

„Du wirst schon sehen“<br />

VÖ: 21. MAI <strong>2021</strong><br />

WWW.TONLANDMUSIK.DE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/TONLANDMUSIK<br />

WWW.INSTAGRAM.COM/TONLAND_OFFICIAL<br />

WWW.YOUTUBE.COM/TONLAND<br />

TONLAND: Wir wollten unabhängiger und flexibler sein. Unseren eigenen<br />

Stil weiter definieren. Durch unseren Umzug hatten wir die Möglichkeit, einen<br />

separaten Probe- und Studioraum im Keller aufzubauen. Wann immer wir<br />

also kreativ sein wollen, können wir es sein. Ein unglaublicher Vorteil, denn<br />

egal zu welcher Zeit können wir proben oder aufnehmen. Der Unterschied<br />

zur Arbeit in einem Studio ist, dass wir natürlich technische Grenzen haben.<br />

Glücklicherweise haben wir jedoch ein wundervolles Team, das uns unterstützt<br />

– darunter unser Produzent in Nashville, der unsere Songs mixt und<br />

mastert. Digital und trotz der Entfernung nah an uns dran.<br />

MM: Ab Mai <strong>2021</strong> veröffentlicht ihr neue Songs und im Herbst kommt<br />

eure neue EP. Was können eure Hörer erwarten?<br />

TONLAND: Vielfältigkeit und die persönlichsten Lieder, die wir je geschrieben<br />

und veröffentlicht haben.<br />

Diese EP soll für die Hörer ein Anker werden und ihnen sagen: Egal mit<br />

welchem Gefühl oder Erlebnis – sie sind nicht alleine. Emotionen, Tiefgang,<br />

Kraft und Ehrlichkeit. Das beschreibt die Songs und das, worüber sie<br />

erzählen. Mit Einflüssen aus unterschiedlichen Genres, jedoch immer<br />

Tonland.<br />

MM: Trotz Covid-19 habt ihr 2020 beim 38. Deutschen Rock & Pop<br />

Preis die Auszeichnung als beste Popband erhalten. Wie habt ihr<br />

das Jahr noch genutzt?<br />

TONLAND: 2020 war ein Jahr mit mehr Tiefen als Höhen, aber diese Aus -<br />

zeichnung zu erhalten hat uns noch einmal darin bestätigt, wieso wir machen,<br />

was wir machen. Und darin, niemals aufzugeben. Wir hatten sowieso vor,<br />

an neuen Songs zu arbeiten, und damit haben wir auch be gonnen. Song -<br />

writing, Produzieren und diverse strategische Neuaus rich tungen unserer<br />

Präsenz standen auf dem Plan. Wir konnten kreative Ideen entwickeln und<br />

hatten sogar RTL Hessen zu Besuch, die einen wunderbaren Beitrag über<br />

uns gedreht haben.<br />

MM: Was sind eure Pläne für die Zukunft?<br />

TONLAND: Endlich wieder Gigs vor echtem Publikum spielen, ein Album<br />

aufnehmen und noch mehr Menschen mit unserer Musik erreichen.<br />

MM: Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch wünschen?<br />

TONLAND: … dass die Guten gewinnen.<br />

WEB: WWW.TONLANDMUSIK.DE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/TONLANDMUSIK<br />

INTERVIEW: LEONIE FORSTER<br />

FOTOS: NADINE KOPP – WWW.KOPPIRIGHT-FOTOGRAFIE.COM<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 15<br />

KERSTIN BOGENSEE<br />

<strong>Musiker</strong>in aus Leidenschaft und Optimistin<br />

aus Überzeugung<br />

»Mit meiner Musik lade ich dich ein,<br />

deinen Blickwinkel zu wechseln.<br />

Nordisch nüchtern und direkt,<br />

aber natürlich mit ganz viel Gefühl und<br />

Humor.«<br />

MM: Stelle dich bitte kurz vor.<br />

KERSTIN BOGENSEE: Ich bin Kerstin. Ich bin <strong>Musiker</strong>in und lebe mit meiner<br />

Familie in Schleswig- Holstein. Genau zwischen Nord- und Ostsee an der<br />

Grenze zu Dänemark. Das ist auch meine Heimat.<br />

MM: Wie schön! Welches Meer gefällt dir besser?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Ich mag beide sehr. Aber wenn ich mich entscheiden<br />

müsste würde ich sagen, ich mag die Nordsee etwas lieber. Das Watt<br />

bei Ebbe und die Wellen bei Flut. Die Sonnenuntergänge und den salzigen<br />

Wind. Die Schafe auf dem Deich und den Blick auf die Halligen.<br />

MM: Also ein echtes Nordlicht!<br />

KERSTIN BOGENSEE: Absolut. Meine Muttersprache ist Plattdeutsch und<br />

ich begrüße hier jeden mit einem einfachen „Moin“.<br />

MM: Worum geht es in deiner Musik?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Ich möchte mit meiner Musik zu einem Perspektiv -<br />

wechsel einladen. Es geht darum, das, was uns in unserem Leben begegnet,<br />

von allen Seiten zu betrachten. Gefühlvoll und empathisch. Nordisch<br />

nüchtern und direkt. Mit Humor, aber ohne etwas auszuklammern oder zu<br />

beschönigen.<br />

8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


16 STORIES<br />

MM: Wieso denkst du, dass wir einen Perspektivwechsel brauchen?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Wir sind umgeben von negativen Schlagzeilen oder<br />

auch von Neid und Missgunst. Schauen oft nicht so sehr bei uns selbst<br />

und lassen uns, wenn wir ehrlich sind, auch oft von unseren Ängsten und<br />

Bedenken leiten. Generell bleibt Negatives eher in den Köpfen als Positives.<br />

Leider.<br />

Aber ich habe für mich erkannt, dass jeder Mensch so zufrieden wie<br />

möglich sein und seine Träume leben oder ihnen zumindest näher kommen<br />

kann, wenn er es sich nur selbst zutraut und sich selbst die Freiheit<br />

gibt. Die Kraft steckt in jedem von uns!<br />

MM: Ist das nicht naiv?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Naturlich heißt das nicht, dass wir immer gut ge -<br />

launt und happy sein müssen. Oder dass alles immer gut ist.<br />

Äußere Umstände, Lebensbedingungen oder Erfahrungen haben wir auch<br />

einfach oft nicht in der Hand. Das ist so und auch darum geht es in meinen<br />

Songs. Für mich geht es vielmehr darum, unser Potenzial voll auszuschöpfen<br />

und die Dinge, auf die wir Einfluss haben, auch wirklich anzupacken<br />

und nach unseren Vorstellungen zu verändern.<br />

MM: Wie hast du das geschafft?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Ich war vor ein paar Jahren an einem Punkt, an dem<br />

ich irgendwie feststeckte. Vormittags stand ich als PTA in der Apotheke und<br />

nachmittags in der Musikschule als Gesangslehrerin. Und das mit zwei kleinen<br />

Kindern. Es wurde beruflich zu einer sehr großen Belastung und hat<br />

mich ganz schön im Hamsterrad laufen lassen.<br />

Ich fühlte mich ausgebrannt und war unzufrieden. Ich spürte damals,<br />

dass mich die Musik rief, und ich fing an, darüber nachzudenken, was ich<br />

eigentlich wirklich will. Ihr Ruf wurde immer lauter, und es wuchs der Traum,<br />

hauptberuflich als <strong>Musiker</strong>in zu arbeiten. Allerdings zweifelte ich daran, dass<br />

das für mich möglich sein könnte, weil ich ja keine Zertifikate oder Ab -<br />

schlüsse hatte, auf denen erkenntlich war, was ich kann. Außerdem fehlte<br />

der Mut. Dann schrieb ich die ersten Songs. Das half mir, meine Gedanken<br />

und Gefühle zu ordnen.<br />

Man kann nicht richtig beschreiben, was Musik mit einem macht. Jeder<br />

<strong>Musiker</strong> weiß, was ich meine, wenn ich sage, dass die Musik einfach tief<br />

in uns verankert ist. Das ist nicht einfach nur etwas, was wir tun. Sondern<br />

es ist etwas, was wir tun müssen. Eine Passion. Mir wurde immer klarer,<br />

dass Musik meine Berufung ist.<br />

Und wenn ich es nicht versuchen würde, würde ich es mir irgendwann<br />

wirklich vorwerfen. Ich glaube, dass es ein schlechtes Gefühl ist, wenn<br />

man alt ist und sich eingestehen muss, dass man nicht versucht hat, das<br />

Leben zu leben, welches vielleicht möglich gewesen wäre. Das wollte ich<br />

für mich auf keinen Fall.<br />

Ich fasste all meinen Mut zusammen und kündigte in der Apotheke. Es<br />

hat mich wirklich Überwindung gekostet, das Gewohnte, Sichere zu verlassen.<br />

Aber ich bekam zum Glück schnell weitere Unterrichtsaufträge und<br />

traute mich, meine Lieder zu spielen. Jetzt fühlte ich mich frei und selbstbestimmt.<br />

MM: Aber <strong>Musiker</strong>in wird man ja nicht einfach so. Wie kommt es,<br />

dass du überhaupt in Betracht gezogen hast, die Musik zum Beruf<br />

zu machen? Seit wann machst du Musik?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Bei uns zu Hause war es normal, dass Musik ge -<br />

macht wird. Mein Vater in der Woche in seinem Beruf als Hand werker gearbeitet<br />

und hat an den Wochenenden zusammen mit meinem Großvater Tanz -<br />

musik auf Feiern gemacht.<br />

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich angefangen habe zu singen. Es war<br />

schon immer da und immer mein absolutes Ventil in allen Lebens lagen.<br />

Ich hatte Glück, dass es einen Kinderchor im Nachbardorf gab. Mein Chor -<br />

leiter entdeckte mein Talent und ließ mich schon früh Soli singen. Er verschaffte<br />

mir sogar eine kleine Rolle als Kinderdarstellerin am Flens burger Theater.<br />

Mein erstes Instrument war, wie soll es anders sein, die Blockflöte. Später<br />

am Gymnasium sang ich an Musikabenden auch als Elfjährige schon so -<br />

listisch. Zu dieser Zeit bekamen wir unseren ersten CD-Player. Meine Mutter<br />

kam eines Tages mit einer CD von Joan Baez nach Hause, die sie bereits in<br />

ihrer Jungend als LP gehört hatte.<br />

Ich war neugierig und legte die CD ein. Diese wunderschöne, klare Stimme<br />

und das feine Gitarrenspiel zogen mich magisch an. Ich wusste: Das will ich<br />

auch können.<br />

Meine Eltern ermöglichten mir Gitarren- und Gesangsunterricht und ich<br />

übte unermüdlich die Joan-Baez-Songs. In jeder freien Minute. Zwei Jahre<br />

lang. Dann gab es eine Musikpause.<br />

MM: Warum?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin und wo ich<br />

heute übrigens wieder mit meiner Familie lebe, ist wirklich klein und in die<br />

nächste Stadt dauert es etwas. In den Neunzigern war es noch nicht cool, ein<br />

Gymnasium zu besuchen und Instrumente zu spielen oder gar zu singen.<br />

Was war aber das Wichtigste für mich als Jugendliche?<br />

Genau. Cool sein. Dazugehören. „Normal“ sein. Ich fühlte mich so gar nicht<br />

„normal“ und wünschte mir einfach nur dazuzugehören.<br />

Also rebellierte ich gegen alles, was mich bis dahin ausmachte. Ich verließ<br />

das Gymnasium und machte Musik nur noch im stillen Kämmerlein. Das war<br />

zu diesem Zeitpunkt genau richtig so und gut für mich und mein Seelen heil.<br />

Ich habe mich einfach viel wohler in meiner Haut gefühlt und hatte eine<br />

schöne Zeit, in der sehr viele Freundschaften entstanden sind, die bis heute<br />

anhalten.<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 17<br />

MM: Wie bist du dann wieder zur Musik ge -<br />

kommen?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Mit Mitte zwanzig ver spürte<br />

ich den Wunsch, wieder richtig Musik zu machen.<br />

Ich hatte zwar zwischenzeitlich auf Hochzeiten<br />

oder in einer Tanzband gesungen, aber das war<br />

alles nicht wirklich ernsthaft. Ich nahm Gesangs -<br />

unterricht und sang in einer A-cappella-Gruppe.<br />

Eine Freundin, die Gitarrenlehrerin ist, bat mich daraufhin,<br />

ein paar Schülerinnen etwas Gesangs -<br />

technik zu zeigen.<br />

Das machte mir große Freude, und es kamen<br />

immer mehr Schüler hinzu, sodass ich es irgend -<br />

wann nebenberuflich an Musikschulen anbieten<br />

konnte. Ich bildete mich stetig fort, um noch mehr<br />

fundiertes Wissen rund um den Rock-/Pop-Ge -<br />

sang zu erlangen. Dann schrieb ich die ersten<br />

Songs und träumte davon, wie ich zuvor schon<br />

sagte, die Musik zu meinem Beruf zu machen.<br />

MM: Mit deiner ersten Single „Auf Eis“ hast<br />

du 2018 beim Deutschen Rock & Pop Preis<br />

auf der Bühne gestanden. 8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


18 STORIES<br />

»Ich habe für mich<br />

erkannt, dass jeder<br />

Mensch so zufrieden wie<br />

möglich sein<br />

und seine Träume leben<br />

oder ihnen zumindest<br />

näher kommen kann,<br />

wenn er es sich<br />

nur selbst zutraut und<br />

sich selbst die<br />

Freiheit gibt.<br />

Die Kraft steckt<br />

in jedem<br />

von uns!«<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 19<br />

KERSTIN BOGENSEE: Richtig. Das war ein großartiges Erlebnis. Auch wenn<br />

die Jury mich letztendlich nicht ausgewählt hat, habe ich viel positives<br />

Feedback bekommen.<br />

MM: Mittlerweile hast du ein Album veröffentlicht?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Ja genau. Mein Debütalbum „lebensWERT“ ist seit<br />

November 2019 draußen. Es hat schon viele Liebhaber gefunden und wurde<br />

sogar im NDR 90,3 vorgestellt.<br />

Ich habe es komplett in Eigenregie veröffentlicht. Auch das Recording<br />

habe ich in meinem kleinen Studio selbst gemacht. Abgesehen von den<br />

Drums. Hierfür sind wir ins Studio gegangen. Ein guter Freund hat Bass,<br />

ein paar zusätzliche Gitarrenspuren und Drums eingespielt.<br />

Das war eine unfassbar aufregende Reise, weil ich mir so viel Wissen in<br />

verschiedenen Bereichen draufschaffen musste. Vom Home-Recording über<br />

„Wie veröffentlicht man eigentlich ein Album?“ zu Covergestaltung und noch<br />

viel mehr. Zusätzlich zu den kreativen Prozessen. Es so gemacht zu haben<br />

ist einfach unglaublich wertvoll für zukünftige Projekte und Veröffent lichungen<br />

und ich würde es wieder tun.<br />

MM: Wie klingt es?<br />

KERSTIN BOGENSEE: „lebensWERT“ klingt wie ein Abend unter besten<br />

Freunden. Du quatschst einfach über alles. Über Beziehungen, Gesell schaft -<br />

liches, Liebe. Mal laut, mal leise. Mal ernst, mal heiter.<br />

Alles verpackt in einen schönen Bandsound, der manchmal etwas nach<br />

Country klingt, durchaus auch mal rockig anmutend nach vorne geht und<br />

im nächsten Moment wieder sehr schlicht und verträumt wird.<br />

MM: Wie sehen deine Zukunftspläne aus?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Ich werde mich auf jeden Fall an ein zweites Album<br />

setzen. Zwischendurch vielleicht noch Videos zu bestehenden Songs veröffentlichen.<br />

Ich habe mir vorgenommen, auch in meiner Muttersprache,<br />

Plattdeutsch, Songs zu schreiben. Drückt mir die Daumen, dass es klappt!<br />

Und natürlich, wenn es endlich wieder geht, spielen, spielen, spielen! Ich<br />

wünsche mir einfach sehr, meine Musik an viele Menschen herantragen zu<br />

können und mich immer weiter entwickeln zu können.<br />

KERSTIN BOGENSEE<br />

„LebensWERT“<br />

VÖ: 8. NOVEMBER 2019<br />

WWW.KERSTINBOGENSEE.DE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/<br />

KERSTINBOGENSEE.DE<br />

WWW.INSTAGRAM.COM/<br />

KERSTINBOGENSEE<br />

MM: Wo kann man mehr über dich erfahren?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Besucht mich gerne auf meiner Website<br />

www.kerstinbogensee.de und abonniert meinen Newsletter. Dort schreibe<br />

ich un gefähr einmal im Monat, was mich bewegt und was es Neues gibt.<br />

Außerdem bin ich natürlich auch auf Facebook, Instagram und YouTube<br />

unterwegs.<br />

MM: Möchtest du abschließend noch etwas sagen?<br />

KERSTIN BOGENSEE: Ja, vielleicht, dass es nicht immer wichtig ist, alles<br />

sofort perfekt zu können. Sondern nur, überhaupt anzufangen, seinen<br />

Träumen näher zu kommen.<br />

Ich bin heute glücklich, weil ich gelernt habe, jeden Schritt und auch die<br />

Fehler zu feiern. Ich weiß nicht, wohin meine Reise geht. Aber solange ich<br />

meinen Weg genießen kann, ist das auch gar nicht so wichtig.<br />

WEB: WWW.KERSTINBOGENSEE.DE<br />

INTERVIEW: OLE SEELENMEYER<br />

FOTOS: GRAUTONSTUDIO<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


20 STORIES<br />

SAM RECKLESS<br />

„DARK TIMES ON GLAMROAD“<br />

VÖ: 2019<br />

SAMRECKLESS.DE<br />

WWW.FACEBOOK.COM/<br />

MARKUSROHMANN.SAMIRAHTARIQ<br />

»Die Rollen bei SAM<br />

RECKLESS etwas<br />

neu zu verteilen fühlte<br />

sich gut an.<br />

Der ja recht intime<br />

Prozess des Songwritings<br />

erfordert sehr viel<br />

gegenseitiges Vertrauen<br />

und davon gibt es bei uns<br />

beiden recht viel.«<br />

MM: 2020 hat Sam Reckless beim 38.<br />

Deutschen Rock & Pop Preis den 1. Platz in<br />

der Kategorie „Beste Solosängerin“ erhalten.<br />

Doch wer steckt eigentlich hinter Sam<br />

Reckless?<br />

SAM RECKLESS: Wir sind Samirah Tariq (23,<br />

Vocals und Gitarre) und Markus Rohmann (etwas<br />

älter, Gitarre, Piano und Vocals) und bilden als Duo<br />

das Gerüst von SAM RECKLESS. Zur Band gehören<br />

noch Christian Keller (Bass), Florian Altenhain<br />

(Schlag zeug) und Markus Höhle (E-Gitarre).<br />

MM: Ihr bezeichnet euer Duo als „musikalische<br />

Seelenverwandtschaft“. Wie habt ihr<br />

euch kennengelernt und warum funktioniert<br />

das gemeinsame Musikmachen so gut?<br />

SAMIRAH: Wir kennen uns seit unserer gemeinsamen<br />

Zeit in der Schulband. Relativ schnell<br />

haben wir gemerkt, dass wir musikalisch auf einer<br />

Wellenlänge sind.<br />

MARKUS: Ja, musikalische Seelenverwandtschaft<br />

be deutet für mich z. B., dass ich Songmelodien<br />

schon mit Samirahs Stimme im Kopf habe. Wenn<br />

wir eine Idee entwickeln, dann fühlt sich das sehr<br />

or ganisch und logisch an.<br />

SAMIRAH: 2016 habe ich Backing-Vocals auf<br />

dem Album deutschsprachigen Album „Himmel<br />

auf Erden“ von Markus gemacht. Daraus haben<br />

sich viele neue englischsprachige Songs entwickelt,<br />

mein Gesang ist in den Vordergrund ge -<br />

treten und Markus hat mehr Raum für die Be glei -<br />

tung an der Gitarre bekommen. Daraus ist dann<br />

SAM RECKLESS entstanden.<br />

MARKUS: SAM RECKLESS zu gründen war die<br />

logische Konsequenz unserer Zusammenarbeit<br />

an dem gerade genannten Album, das ich bei<br />

Acoustic Music Records veröffentlichen durfte.<br />

Die Zusammenarbeit funktionierte so gut, weil<br />

wir gemerkt haben, dass wir dieselbe musikalische<br />

Sprache sprechen. Die Rollen bei SAM<br />

RECKLESS etwas neu zu verteilen fühlte sich gut<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 21<br />

SAM RECKLESS<br />

»Dark Times On Glamroad«<br />

Rohmann bereitet mit seinen Gitarren die Bühne für die<br />

wunderbare Stimme von Frau Tariq.<br />

Mit dabei sind Florian Altenhein (Drums) und Christian<br />

Keller (Bass). Charlotte Fromme steuerte<br />

einen Violinen-Track bei und bei Live-Konzerten freuen<br />

SAM RECKLESS sich über Gäste wie<br />

Markus Höhle (E-Gitarre) und Dieter Kropp (Blues-Harp).<br />

Peter Finger gab sein Vertrauen dazu und so sind<br />

SAM RECKLESS bei Acoustic Music Records<br />

in Osnabrück beheimatet, um in die Welt zu ziehen.<br />

an. Der ja recht intime Prozess des Songwritings<br />

erfordert sehr viel gegenseitiges Vertrauen und<br />

davon gibt es bei uns beiden recht viel.<br />

MM: 2019 ist euer Album „Darktimes on<br />

Glam road“ erschienen. Was ist das Thema<br />

eures Albums?<br />

SAM RECKLESS: Unsere Songs stehen häufig<br />

auf – sagen wir mal – melancholischen Grund -<br />

pfeilern: Alte Menschheitsprobleme um Liebe &<br />

Co. können auch wir nicht einfach am Straßen -<br />

rand liegen lassen. Thematisch müssen wir diese<br />

Blumen pflücken ;-) aber auch Politisches („Burn<br />

Down Main street“) findet sich – aber ohne „Zeige-<br />

finger‘‘. Wir schreiben über das, was uns berührt.<br />

MM: Wie geht ihr beim Songwriting vor?<br />

SAMIRAH: Unsere Songs entstehen meist so, dass<br />

wir uns Textfragmente oder Instrumental ideen<br />

vorspielen oder schicken und der andere jeweils<br />

daran weiter arbeitet. Unsere Songs entstehen<br />

eigentlich immer im Zusammenspiel und machen<br />

sie deshalb gerade so besonders.<br />

MARKUS: Die Vorgehensweise lebt aber auch<br />

von den kleinen magischen Momenten, wie wir<br />

sie nur beim gemeinsamen Jammen haben können<br />

– soll heißen: bei allen digitalen Möglichkeiten<br />

ersetzt nichts die persönliche Präsenz!<br />

MM: Über die Produktion eurer Songs sprecht<br />

ihr von einer „Old School-Studio-Magie“. Wie<br />

kann man sich das vorstellen?<br />

SAMIRAH: Home-Recording bietet natürlich alle<br />

professionellen Möglichkeiten, aber wir schätzen es<br />

sehr, ein Studio zu buchen und uns in dieser durchaus<br />

wertvollen Zeit besonders zu fokussieren.<br />

MARKUS: Das macht etwas mit dir, wenn du deine<br />

Sachen packst und dorthin fährst wo alles passieren<br />

soll. Das ist schon eine gewisse Magie …<br />

MM: Live tretet ihr in verschiedenen Beset -<br />

zungen auf. Wie kommt es dazu?<br />

SAMIRAH: Es ist wahnsinnig schön, im ganz intimen<br />

Rahmen als Duo zu spielen und das genießen<br />

wir immer noch sehr. Allerdings hatten wir bei<br />

einigen Arrangements den Drang nach einem<br />

größe ren Sound und haben uns deshalb Unter -<br />

stützung geholt. Wir können in jeder Formation<br />

spielen, und jedes Mal herrscht eine ganz andere<br />

Magie auf der Bühne.<br />

MARKUS: Es kommt auch immer auf die jeweilige<br />

Location an, in der wir spielen. Kneipen kon zerte<br />

mit wenig Publikum eignen sich meist für eine<br />

kleine Besetzung, während die größeren Bühnen<br />

für die volle Bandbesetzung geeignet sind.<br />

MM: Woher holt ihr eure Motivation in so<br />

unsicheren Zeiten wie diesen?<br />

SAMIRAH: Um ehrlich zu sein, ist die Musik das<br />

Einzige, was uns gerade retten kann. Finden wir<br />

zumindest. Langsam geht auch uns die Puste<br />

aus und die Sehnsucht nach den Bühnen könnte<br />

nicht größer sein. Aber die Musik an sich bleibt<br />

uns immer erhalten, und wir versuchen, uns gegen -<br />

seitig zu motiveren und neue Musik zu schreiben.<br />

MM: Was sind eure Ziele für die Zukunft?<br />

MARKUS: Wir wollen alles!<br />

SAMIRAH: Was Markus wohl damit meint, ist eine<br />

Perspektive für uns als SAM RECKLESS. Wir<br />

wollen so viel spielen, wie wir nur können, und wir<br />

wollen neue Musik machen. Da wir durch die<br />

Pandemie nicht die Chance hatten, unser letztes<br />

Album großartig zu bespielen, wollen wir das<br />

jetzt umso mehr und umso größer. Wir hoffen, in<br />

Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.<br />

WEB: SAMRECKLESS.DE<br />

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER<br />

FOTO: © MANFRED POLLERT<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


22 STORIES<br />

MICK ZIMMER<br />

Die Corona-Zeit machte<br />

den Sänger kreativ,<br />

und es entstanden viele neue Songs,<br />

die alle das Licht der Welt<br />

erblicken wollen.<br />

Am 07.05.<strong>2021</strong> meldet sich<br />

Mick Zimmer mit neuem Sound<br />

bei seinen Fans zurück.<br />

MICK ZIMMER<br />

„DAS NEUE JAHR“ – SINGLE<br />

VÖ: 7. MAI <strong>2021</strong><br />

WWW.MICK-ZIMMER.COM<br />

WWW.FACEBOOK.COM/MICKZIMMERPAGE<br />

WWW.INSTAGRAM.COM/MICK_ZIMMER<br />

MM: Als Künstler hast du schon einige mu -<br />

sikalische Wege beschritten, vom Rock -<br />

sänger bis zum Musicalsänger. Wie kommt es<br />

zu dieser vielfältigen Laufbahn?<br />

MICK ZIMMER: Das liegt einfach daran, dass ich<br />

mich immer ausprobiert habe. Ich habe Schlager<br />

bei meinem Opa gesungen, in Musicals mitgespielt<br />

und schon mit Rockbands gesungen. Aber<br />

eine Sache blieb bis heute immer gleich, und<br />

zwar, dass ich fast ausschließlich auf Deutsch<br />

singe.<br />

Es ist einfach eine wunderschöne Sprache, und<br />

ich kann mich damit am besten ausdrücken, da es<br />

ja auch meine Muttersprache ist. Mein Englisch<br />

ist auch nur so Schülerenglisch (Note 3–4).<br />

Ich höre auch privat von Deutschrock bis<br />

Schlager hauptsächlich deutsche Songs. Ich bin<br />

froh, dass deutsche Songs wieder so angesagt<br />

sind wie noch nie. Dabei ist aktuell LEA ein großes<br />

Idol für mich.<br />

MM: Nun sagst du, du selbst seist angekommen,<br />

möchtest dich aber nicht in eine musikalische<br />

Schublade stecken lassen. Wie wür -<br />

dest du deine Musik beschreiben?<br />

MICK ZIMMER: Es fühlt sich im Moment gerade<br />

so an, als wäre ich angekommen, weil ich das<br />

Gefühl habe, mich bei meinen neuen Liedern nicht<br />

mehr zu verstellen.<br />

Ich habe auch nur mit einem Team gearbeitet,<br />

dass das gemacht hat, was ich wollte, und mir<br />

nichts mehr einreden lassen. Outfit, meine Be we -<br />

gungen, Song-Arrangements, mein Gesangsstil –<br />

alles kommt aus mir heraus.<br />

Ich würde die neue Musik als fröhlichen Elektro -<br />

pop beschreiben, aber trotzdem geht die Tiefe der<br />

Message der Songs nicht verloren. Ich könnte mir<br />

die neuen Songs auch auf jeder Schlagerparty<br />

vorstellen. Ich glaube, das macht es massentauglicher.<br />

MM: Für Menschen, die dich noch nicht kennen:<br />

Wer ist Mick Zimmer und wofür steht er?<br />

MICK ZIMMER: Mick Zimmer steht für ehrliche<br />

Texte und eine unverwechselbare Stimme.<br />

MM: 2019 hast du dein Debüt-Album „Ich<br />

bleib nicht stehen“ veröffentlicht. <strong>2021</strong> ist dein<br />

neuer Song „Das neue Jahr“ erschienen. Was<br />

hast du für dieses Jahr noch ge plant?<br />

MICK ZIMMER: Ja, meine neue Single ist endlich<br />

da. Es steckt sehr viel Herzblut und Liebe in diesem<br />

Projekt! Der Song ist in einer Elektro- und in<br />

einer Live-Akustik-Version erschienen. Das macht<br />

mich sehr glücklich, da ich den Song in beiden<br />

Versionen liebe und er zeigt, was man alles aus<br />

einem Lied machen kann. Ansonsten habe ich<br />

Promo-Aktionen geplant und will erst mal testen,<br />

wie die neue Musik an kommt. Natürlich sind<br />

langfristig auch ein neues Album geplant und wieder<br />

Live-Konzerte (wenn es endlich möglich ist).<br />

MM: Was macht dir als <strong>Musiker</strong> mehr Spaß:<br />

Live-Konzerte spielen oder an neuer Musik<br />

im Studio arbeiten?<br />

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STORIES 23<br />

MICK ZIMMER: Ich liebe es, im Studio zu arbeiten.<br />

Das ist eine Arbeit, die mir so viel Spaß macht!<br />

Es ist so schön kreativ, etwas zu erschaffen, was<br />

dann immer unter Mick Zimmer bleibt. Egal ob<br />

der große Durchbruch gelingt oder nicht: Irgend -<br />

was bleibt immer.<br />

Und Live-Konzerte sind auf ihre Art und Weise<br />

auch etwas ganz Besonders, weil man das direkte<br />

Feedback der Menschen bekommt und das ist<br />

immer sehr spannend.<br />

Also ich würde sagen, man kann das nicht vergleichen.<br />

Auf der Bühne zu stehen ist wie Achter -<br />

bahn fahren, die Studioarbeit ist gechillter. Aber<br />

beides hat seinen Reiz, und ich würde sagen, ich<br />

liebe beides.<br />

MM: Durch Covid-19 sind besonders <strong>Musiker</strong><br />

eingeschränkt. Wie nutzt du diese Zeit?<br />

MICK ZIMMER: Ich habe in dieser Zeit zwei Alben<br />

produziert und viele Songs geschrieben. Und<br />

meine Musikkarriere weiterhin geplant. Auf meinen<br />

Social-Media-Kanälen halte ich meine Fans<br />

auf dem neuesten Stand.<br />

MM: Du bist bekannt dafür, dass du deine<br />

Songs selber schreibst. Wie kann man sich<br />

deinen Songwriting-Prozess vorstellen?<br />

MICK ZIMMER: Ein Songwriting-Prozess beginnt<br />

meistens mit einem Thema, einer Idee und einem<br />

Gefühl.<br />

Viele Künstler sagen, dass Songs entstehen<br />

und man das nicht planen kann. Genau so ist es<br />

bei mir auch. Es kommt spontan eine Idee, die<br />

immer weiter ausgebaut wird. Meistens beginne<br />

ich mit einem Text, zu dem ich dann die Ge sangs -<br />

melodie erfinde.<br />

MM: Trotz dieser Zeit der Ungewissheit: Was<br />

sind deine Pläne für die Zukunft?<br />

MICK ZIMMER: Mein Plan ist es auf jeden Fall,<br />

mehr gehört zu werden und meine Fanbase zu<br />

»Es ist so schön kreativ,<br />

etwas zu erschaffen,<br />

was dann immer unter<br />

Mick Zimmer bleibt.<br />

Egal ob der große<br />

Durchbruch gelingt oder<br />

nicht: Irgendwas bleibt<br />

immer.«<br />

erweitern. Ich wünsche mir, dass immer mehr<br />

Menschen meine Musik hören.<br />

Und ich möchte Alben veröffentlichen und<br />

Kon zerte spielen. Ich glaube, das ist es, was<br />

sich jeder <strong>Musiker</strong> wünscht.<br />

Aber in erster Linie möchte ich glücklich und<br />

gesund sein. Das Leben ist immer ein Auf und Ab<br />

und man sollte immer das Beste daraus machen.<br />

MM: Was motiviert dich besonders in der<br />

jetzigen Zeit?<br />

MICK ZIMMER: Mich motiviert es, das Leben<br />

anders zu betrachten als vor dieser Corona-Zeit.<br />

Ich versuche mehr, Tag für Tag zu leben und be -<br />

wusster Dinge zu machen und zu erleben. Denn<br />

alles, was mal selbstverständlich war, ist nun weg.<br />

Ich glaub, das hat mich als Mensch schon verändert<br />

und ich kann mich tatsächlich über kleine<br />

Dinge freuen. Das hatte ich wirklich voll verlernt.<br />

MM: Neben der Musik ist Tierschutz auch ein<br />

sehr wichtiges Thema für dich. Wie kommst<br />

du dazu?<br />

MICK ZIMMER: Ich habe als Kind mitbekommen,<br />

dass es Legebatterien, Käfighaltung und Massen -<br />

tierhaltung gibt, und das hat mich irgendwie total<br />

runtergezogen.<br />

Ich finde, Tiere geben so viel Liebe und wir<br />

sollten sie viel mehr schätzen. Deshalb ist mir<br />

Tier schutz sehr wichtig.<br />

Ich esse zum Beispiel bewusst Fleisch und<br />

achte darauf, woher es kommt. Ich glaube nicht,<br />

dass es eine Lösung ist, Vegetarier oder Veganer<br />

zu sein. Ich finde, es liegt in unserer Natur, dass wir<br />

Tiere essen. Aber wie die Menschen mit den Tieren<br />

umgehen, das finde ich absolut scheiße, und ich<br />

finde, man sollte diese schlechten Zustände nicht<br />

unterstützen. Man sollte auch nicht gegen das<br />

Fleischessen ankämpfen, da man nie die ganze<br />

Welt zu Veganern oder Vegetarier machen kann.<br />

Das ist meiner Meinung nach nicht möglich. Aber<br />

man kann den Menschen zeigen, dass zum Bei -<br />

spiel Fleisch aus guter Tierhaltung viel besser<br />

schmeckt und auch frischer ist als das billige Zeug<br />

im Supermarkt.<br />

Man muss auch nicht jeden Tag Fleisch essen<br />

und es sollte etwas Besonders sein. Das sind<br />

Schritte, die man bei sich beginnen kann, und man<br />

kann damit die Welt ein bisschen verändern.<br />

WEB: WWW.MICK-ZIMMER.COM<br />

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER<br />

FOTOQUELLE: MICK ZIMMER


24 STORIES<br />

VOYAGER IV<br />

»Das gegen Ende 2019 erschienene Album<br />

„Pictures At An Exhibition“ von Voyager IV wurde mehrfach ausgezeichnet<br />

und bekam den Deutschen Rock & Pop Preis in vier Kategorien: Prog-Rock-Song,<br />

Prog-Rock-Sänger, Keyboarder und Singer-Songwriter.<br />

Absolut verdient, denn so wie die hochkarätig besetzte Band den Mix aus Klassik,<br />

Rock und Jazz rüberbringt, wirkt das bekannte Material<br />

kein bisschen abgedroschen. Im Gegenteil.«<br />

MM: VOYAGER IV bestehen aus vier ausgezeichneten<br />

<strong>Musiker</strong>n, die auch einzeln in<br />

dem, was sie tun, sehr erfolgreich sind. Wie<br />

kam es dazu, dass ihr gemeinsam Musik<br />

machen wollt?<br />

MARCUS: Mein Ansatz als Crossover-Pianist<br />

ist es, stilübergreifend zu arbeiten. In den letzten<br />

Jahren habe ich mit dem Marcus Schinkel Trio<br />

(Fritz Roppel – bass und Wim de Vries – drums)<br />

und dem Programm „Crossover Beethoven“<br />

Klassik und Jazz zusammengeführt.<br />

Bei dem neuen Programm wollte ich den<br />

Crossover-Gedanken mit Rockelementen er -<br />

weitern, indem ich Einflüsse meiner Jugend von<br />

Jon Lord/Deep Purple, Supertramp, Pink Floyd<br />

und Led Zeppelin mit meiner eigenen Musik<br />

verbinde.<br />

JOHANNES: Marcus und ich haben eine ähnliche<br />

Prägung, was unseren Musikgeschmack<br />

angeht. Aber unterschiedliche Fähigkeiten.<br />

Marcus ist technisch und harmonisch sehr<br />

versiert, er hat ja Jazzpiano studiert und kann<br />

eigentlich alle möglichen Stile spielen. Mein<br />

Schwerpunkt ist eher das Songwriting, das Er -<br />

stellen von musikalischen Geschichten. Da lag<br />

es irgendwann nahe, dass wir diese beiden<br />

Schwerpunkte in einem gemeinsamen Projekt<br />

zusammenbringen.<br />

MM: Euer aktuelles Album und Programm<br />

„Pic tures At An Exhibition“/„Bilder einer Aus -<br />

stell ung“ ist angelehnt an die Komposi tio -<br />

nen des russischen Komponisten Modest<br />

Mussorgsky. Warum habt ihr ihn als Vorbild<br />

für eurer neues Album genommen?<br />

JOHANNES: Die verschiedenen Versionen der<br />

„Bilder“ begleiten mich schon seit meiner Schul -<br />

zeit. Mir hatte meine Schwester damals die<br />

Lang spielplatten von Tomita (Synthesitzer-<br />

ver sion) und Ravel (Orchester) geschenkt. Das<br />

sind sehr zeitlose, gute und emotional tragfähige<br />

Melodien. Eigentlich habe ich lange auf<br />

eine Möglichkeit gewartet, sie selber einmal zu<br />

interpretieren.<br />

MARCUS: Das Album „Pictures At An Exhibition“<br />

von Emerson, Lake & Palmer (ELP) hatte ich als<br />

Jugendlicher von der Stadtbücherei Hagen aus -<br />

geliehen und war direkt davon begeistert. Ich<br />

hatte ja im Klavierunterricht schon die klassische<br />

Klavierfassung gespielt. Es ist ja eines der ersten<br />

Progressive-Rock-Alben der Musikgeschichte<br />

und hatte bisher ungehörte Sounds mit dem<br />

Moog-Synthesizer.<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 25<br />

Nach dem tragischen Tod von Keith Emerson<br />

2016 wollte ich ein Hommage-Konzert für Keith<br />

und das Album machen, mit Johannes hat sich<br />

aber sehr schnell etwas ganz Eigenes daraus<br />

entwickelt.<br />

MM: Was sind die Geschichten der „Bilder“<br />

eurer „Ausstellung“?<br />

MARCUS: In diesem inzwischen 150 Jahre alten<br />

Zyklus beschreibt der russische Klassik kom -<br />

ponist Modest Mussorgsky die gemalten Bilder<br />

seines vor Kurzem verstorbenen Freundes Viktor<br />

Hartmann. In den alten Versionen von ELP werden<br />

oft nur einige der Bilder beschrieben. Wir<br />

haben alle Bilder des Zyklus aufgenommen und<br />

neue musikalische Geschichten dazu er zählt.<br />

Das geht thematisch von einem alten Schloss<br />

über Ochsen und Geschichten von Arm und<br />

Reich bis zu Daedalus und Ikarus.<br />

Zusätzlich erzähle ich musikalisch von meinen<br />

Einflüssen, nicht nur von Keith Emerson, sondern<br />

auch denen anderer Synthesizerpioniere der 70er<br />

wie Jon Lord, Jan Hammer, George Duke, Herbie<br />

Hancock, Chick Corea und Joe Zawinul.<br />

JOHANNES: Geschichten sind immer dann gut,<br />

wenn sie etwas tief Persönliches erzählen können.<br />

Dann werden sie auch nie alt oder langweilig.<br />

Bei „Daedalus calling“ erzählen wir zum Beispiel<br />

den Absturz des Sohnes beim Fliegen erstmals<br />

aus der Sicht des betroffenen Ingenieurs und<br />

Vaters. Bei „Photophobia“ beschreiben wir eine<br />

Ge schichte aus meiner Vergangenheit, bei der<br />

ich aus einer vorübergehenden Erblindung langsam<br />

wieder sehen gelernt habe. Dies ist einer<br />

der wenigen Songs über eine Krankheit geworden<br />

und be schreibt auch die positiven Aspekte<br />

– dass sich zum Beispiel das Hören nach Verlust<br />

des Sehens stark verbessert und sich durch eine<br />

Ein schrän kung andere Möglichkeiten auftun.<br />

Die meisten Songs der Bilder sind auf unserer<br />

aktuellen CD. Der Song „Limoges – The City<br />

Is Alife“ ist aber neuer. Hier haben wir das Aus -<br />

sterben der Innenstädte unter und auch schon<br />

vor Corona thematisiert. Das Album wurde als<br />

„Bestes Album“ der Kategorie „Progressive<br />

Rock“ im Jahre 2019 gewählt und kam in die<br />

oberen Plätze des Rockmagazins „Eclipsed“.<br />

MM: Wie sind die Songs entstanden?<br />

MARCUS: Die erste Grundlage sind Melodien<br />

und Stimmungen der ursprünglichen „Bilder“.<br />

Diese haben wir dann als Grundlage für unsere<br />

eigenen Songs und Kompositionen genommen,<br />

also „die Melodien von innen nach außen<br />

gekrempelt“ (K. Emerson).<br />

Johannes und ich haben uns regelmäßig zu<br />

Kompositionssessions getroffen. Wir haben alles<br />

im Computer arrangiert und dann die Parti tu -<br />

ren an unsere Mitmusiker Fritz und Wim weitergegeben.<br />

Das war ein regelmäßiges Pingpong<br />

zwischen uns beiden, wo wir teilweise „oldschool“<br />

zusammen am Klavier gesessen und teilweise<br />

Midi- oder Audiofiles hin- und hergeschickt<br />

haben.<br />

Der korrigierende Faktor des jeweils anderen<br />

war dabei sehr hilfreich, um eine gute Hör bar -<br />

keit und Allgemeingültigkeit zu erreichen.<br />

JOHANNES: Wir haben beide sehr viele unfertige<br />

eigene Songs auf unseren Festplatten. Die<br />

Songs zu diesem Projekt sind jedoch alle neu<br />

und genau hierfür gemacht. Wir haben beide<br />

kleine Studios und viele, teils sehr ungewöhnliche<br />

Instrumente. Da ist auch viel aus gemeinsamer<br />

Spielerei entstanden. Man schlägt eine<br />

Harmonie, Melodie oder einen Rhythmus für<br />

einen Song vor und ist dann überrascht, was der<br />

andere daraus macht.<br />

MM: Von den Aufnahmen bis zur Produk tion:<br />

Wie war die Arbeit im Studio?<br />

MARCUS: Wir haben uns in den wunderbaren<br />

Maarweg Studios, dem ehemaligen EMI Studio<br />

in Köln, eingemietet, das mit modernem Equip -<br />

ment trotzdem den Flair der 70er atmet.<br />

Hier haben schon Pink Floyd, Tina Turner, Joe<br />

Cocker, aber auch Jupiter Jones oder Clueso<br />

aufgenommen. 8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


26 STORIES<br />

Die Songs waren ja schon fertig arrangiert<br />

und wir haben vorher alles mehrfach in Demo -<br />

qualität aufgenommen. Die Atmosphäre dieses<br />

alten Studios hat unsere Musik doch sehr<br />

beeinflusst, das hört man auf den Aufnahmen.<br />

Produziert wurde das Album von Jon Caffery.<br />

Jon war prägend für den Sound und den Mix,<br />

hat sich jedoch nicht in die Arrangements der<br />

Songs eingemischt. Es war eine wunderbare<br />

Vor-Corona-Erfahrung – den ganzen Tag zusam -<br />

men im Studio, am Abend alle zusammen essen.<br />

MM: VOYAGER IV ist unter dem Label Me lodic<br />

Revolution Records (MRR) in Orlando, Florida<br />

als „Progressive Rock“ verzeichnet. Was<br />

genau ist „Progressive Rock“?<br />

JOHANNES: Ich habe mal bei Wikipedia nachgesehen:<br />

„Progressive Rock (kurz Prog oder<br />

Prog-Rock) ist eine Musikrichtung, die Ende der<br />

1960er-Jahre entstand, als <strong>Musiker</strong> populäre<br />

Genres wie Popmusik, Rockmusik, Blues oder<br />

Rock ’n’ Roll aufgriffen und um stilistische<br />

Merkmale anderer musikalischer Gat tun gen er -<br />

gänzten. Dabei wurden vor allem Kom po -<br />

sitionsweisen, harmonische Grund lagen und<br />

In strumentierungen aus der abendländischen<br />

Klassik einbezogen. Die beteiligten Bands griffen<br />

ebenso auf Einflüsse aus Jazz und traditionellen,<br />

nichtwestlichen Formen zurück.“ Wir<br />

wussten eigentlich vorher gar nicht, dass wir<br />

das machen. Aber inzwischen können wir uns<br />

damit identifizieren. Es ist auch schön, dass<br />

dieser Stil noch eine treue Fangemeinde und<br />

ein erfolgreiches Musikmagazin (Eclipsed) hat.<br />

Die verfolgen genau, was du machst. Das tut<br />

gut.<br />

»Geschichten sind immer<br />

dann gut, wenn sie<br />

etwas tief Persönliches<br />

erzählen können.<br />

Dann werden sie auch nie<br />

alt oder langweilig.«<br />

MARCUS: Diese Auszeichnung ist in vielerlei<br />

Hinsicht besonders. Es ist meines Wissens das<br />

erste Mal, dass eine Band den Hauptpreis „Beste<br />

Rockband Deutschlands“ bekommt, ohne dass<br />

überhaupt eine Gitarre dabei ist. Im Wett be -<br />

werbs song entsteht der Rock-Charakter eher<br />

durch das verzerrte „Distortion“-Clavinet und<br />

die Drums. Hinzu kommen gesampelte Or ches -<br />

ter parts. Außergewöhnlich also. Wir haben 2019<br />

auch erste Preise in den Kategorien „Bester<br />

Sänger Jazz-Fusion“, „Bester Key boarder“ und<br />

„Beste Komposition Progressive Rock“ erhalten.<br />

JOHANNES: Am Anfang von Covid gingen<br />

noch einige wunderbare Konzerte. In der brennend<br />

heißen Sommersonne 2020 haben wir<br />

zum Beispiel auf der Kulturbühne des Steinbruch<br />

Stöffelpark Open Air gespielt. Da durften dann<br />

anstatt sonst 600 Leute nur noch 200 hinkommen.<br />

Danach war es für alle erst mal vorbei. Wir<br />

haben einige Streamingkonzerte gemacht, zum<br />

Beispiel von der Stadt Kaiserslautern in der<br />

Fruchthalle. Das war eine tolle Umgebung, per -<br />

fekte Technik, aber eben kein Publikum. Da fehlt<br />

dann immer etwas Adrenalin, das man zum<br />

Gelingen eines perfekten Konzertes braucht.<br />

MARCUS: Online-Streamingkonzerte waren und<br />

sind ein guter Notbehelf, aber ersetzen nicht die<br />

Präsenz-Konzerte. Doch die Zeit konnte ich nutzen:<br />

Neben meinem Großprojekt, das Credo aus<br />

Beethovens „Missa Solemnis“ für Jazztrio, Chor<br />

und Orchester zu bearbeiten, basteln Johannes<br />

und ich auch schon an einem neuen Pro gramm<br />

und Album.<br />

MM: Was sind eure Ziele nach Corona?<br />

An das amerikanische Label sind wir über<br />

einen befreundeten Singer-Songwriter (Aaron<br />

English – unbedingt googeln!) herangekommen.<br />

Er hatte uns bei dem Label MRR empfohlen.<br />

MARCUS: Nick Katona vom MRR-Label coacht<br />

uns jetzt und macht den Vertrieb in den USA.<br />

Ich habe ihn 2019 in Florida besucht – er macht<br />

seinen Job aus Überzeugung und Liebe zur<br />

Musik. Die erste Pressung von 1 000 CDs haben<br />

wir 2019 – 2020 verkauft, sodass wir jetzt die<br />

nächste Auflage pressen konnten.<br />

Prog-Rock ist für mich die ideale Basis, um<br />

meine verschiedenen stilistischen Interessen<br />

wie Rock, Jazz und Klassik auf einen Nenner<br />

zu bringen.<br />

MM: 2020 wurdet ihr beim 38. Deutschen<br />

Rock & Pop Preis als „Beste Rockband“<br />

ausgezeichnet. Was bedeutet das für euch?<br />

JOHANNES: Auf den aktuellen Preis sind wir<br />

besonders stolz, da es der allerletzte „Deutsche<br />

Rock & Pop Preis“ auf der Welt ist. Er wird ab<br />

<strong>2021</strong> nicht mehr in dieser Form verliehen. Der<br />

goldene „Oscar“, der jetzt auf meinem Klavier<br />

steht, ist der letzte seiner Art weltweit.<br />

MM: Durch Covid-19 ist die Kulturbranche<br />

zurzeit sehr eingeschränkt. Hattet ihr trotzdem<br />

die Gelegenheit, Konzerte zu geben, und<br />

was habt ihr für Erfahrungen gesammelt?<br />

»Unser gemeinsames<br />

Hauptprojekt ist jedoch,<br />

dass wir uns<br />

mit VOYAGER IV tiefer<br />

in das musikalische<br />

Gedächtnis einbrennen<br />

können.«<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 27<br />

MARCUS: Wir mussten die Tour 2020 absagen. Davon wird dann<br />

2022 einiges nachgeholt. Wir freuen uns besonders auf das anstehende<br />

Open-Air-Live-Konzert bei „Night of the Prog“ auf der Loreley-<br />

Rheinbühne. Diese Location kenne ich seit der Kindheit von den<br />

„Rockpalast“-Konzertreihen, und das wird schon etwas Beson de -<br />

res. Zudem habe ich mehrere Anfragen als Solopianist für Latein -<br />

amerika und China, da hoffe ich, dass dies stattfinden kann.<br />

JOHANNES: Über unseren Labelmanager Nick werden wir auch<br />

ein oder mehrere Konzerte in den USA machen. Darauf freuen wir<br />

uns auch: frei als <strong>Musiker</strong> herumreisen, neue Leute kennenlernen,<br />

musikalische Kooperationen anfangen, uns selbst musikalisch neu<br />

erfahren bei einer gemeinsamen längeren Reise, die hoffentlich<br />

kosten deckend be zahlt wird (lacht).<br />

MM: Für 2022 ist ein neues Projekt von VOYAGER IV geplant,<br />

das sich mit der „Rheinromantik“ von Wagner beschäftigen<br />

wird. Was ist die Motivation für dieses Konzept und gibt es<br />

noch weitere Projekte der Bandmitglieder?<br />

MARCUS: Alle Bandmitglieder haben eigene Projekte: Unser Bassist<br />

Fritz spielt in einer argentinischen Tangoband, unser Schlagzeuger<br />

Wim de Vries gibt Solokonzerte für Sonor und Meinl, ich spiele mit<br />

dem Gitarrenvirtuosen Joscho Stephan. Zudem kommt die Premiere<br />

meines Credo zum Beethovenfest 2022 in großer Chor- und Or -<br />

chester besetzung plus Marcus Schinkel Trio. Johannes macht Film -<br />

musik, schreibt gerade ein Musical und macht Songs für andere<br />

Bands. Unser gemeinsames Hauptprojekt ist jedoch, dass wir uns<br />

mit VOYAGER IV tiefer in das musikalische Ge dächt nis einbrennen<br />

können. Dazu versuchen wir, mehr Liveauftritte zu machen und Auf -<br />

nahmen und Songs, die einen Langzeitwert haben.<br />

»Picco«<br />

»Grande«<br />

VOYAGER IV<br />

„Pictures At An Exhibition“<br />

VÖ: 2019<br />

LABEL: Melodic Revolution Records, Florida<br />

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»Gomezz«<br />

JOHANNES: Wir leben hier alle sehr nahe am Wasser des Rheins. Er<br />

ist unsere Heimat. Das wollten Marcus und ich in einem gemeinsamen<br />

Projekt musikalisch thematisieren. Da sind wir dann gar nicht an<br />

den Leitmotiven von Richard Wagner vorbeigekommen. Keine Angst,<br />

das wird keine Oper. Wir mögen beide den knödeligen Operngesang<br />

nicht so sehr, der sich ja so entwickelt hatte, als es noch keine Mikro -<br />

fone gab. Das neue Projekt wird noch moderner klingen, vielleicht<br />

kein Progressive Rock, sondern „Space-Art-Contemporary-Euro-<br />

pop“, who knows. Und wir möchten bei Wikipedia und in den Schul -<br />

büchern kommender Generationen mit unseren Versionen der „Bilder<br />

einer Aus stel lung“ und der „Rheinromantik“ genannt werden.<br />

WEB: VOYAGERIV.COM<br />

MARCUS-SCHINKEL.DE | JOHANNESKUCHTA.COM<br />

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER<br />

FOTOQUELLE: VOYAGER IV<br />

HINTERGRUND: © VADIMSADOVSKI/ADOBE STOCK<br />

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28 STORIES<br />

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STORIES 29<br />

SAMIYA<br />

Die Stimme einer neuen Generation Soul<br />

MM: Beim 38. Deutschen Rock & Pop Preis<br />

2020 hast du in vier Kategorien den ersten<br />

Platz erreicht, unter anderem in der Haupt -<br />

kategorie Deutscher Singer Preis, und das<br />

alles mit gerade mal 15 Jahren. Wie hast du<br />

deine Leidenschaft zur Musik und zum<br />

Singen entdeckt?<br />

SAMIYA: Ja, das ist immer noch krass für mich,<br />

beim Deutschen Rock & Pop Preis gleich in vier<br />

Kategorien den 1. Platz belegt zu haben, und ich<br />

freue mich sehr darüber. Meine Leidenschaft zur<br />

Musik war, glaube ich, schon immer da, seitdem<br />

ich denken kann. Mit sieben habe ich angefangen,<br />

selbst zu singen, und mit zehn war ich dann<br />

so weit und wollte meinem Vater etwas vorsingen.<br />

Der war dann so überrascht, dass er mich in einer<br />

Musikschule angemeldet hat. Erst bekam ich<br />

Gitarrenunterricht, dann mit 13 Jahren Ge sangs -<br />

unterricht und Klavierunterricht. Mit elf war ich<br />

Sängerin in einer Jugend-Band, mit der wir sehr<br />

viele Auftritte hatten auf Stadtfesten oder Ähn -<br />

lichem. Mit 13 wollte ich dann mein eigenes Ding<br />

machen und habe angefangen, nur noch solo<br />

aufzutreten. Nur mein Klavier und ich.<br />

MM: Wie bist du zum Songwriting gekommen<br />

und woher holst du die Inspiration für<br />

neue Songs?<br />

SAMIYA: Ich habe eine Zeit lang nur Songs ge -<br />

covert. Irgendwann fühlte ich mich einfach so weit<br />

und wollte eigene Songs schreiben über mich und<br />

meine Gefühle. Meine Inspiration hole ich eigentlich<br />

immer über das, was ich grad fühle. Mir ist es<br />

sehr wichtig, dass meine Songs echt sind, und<br />

wenn ich damit andere Menschen erreichen kann,<br />

die es vielleicht ähnlich oder genauso fühlen, dann<br />

ist das das Größte für mich.<br />

MM: Wie fängt es bei dir mit dem Song writing<br />

an? Kommt erst die Melodie oder der Text?<br />

SAMIYA: Ich schreibe immer am Klavier und bei<br />

mir kommt immer erst die Melodie und dann der<br />

Text.<br />

MM: Gibt es <strong>Musiker</strong> und/oder Songwriter,<br />

mit denen du gerne mal zusammenarbeiten<br />

möchtest?<br />

SAMIYA: Ich habe bereits mit einigen wirklich tollen<br />

<strong>Musiker</strong>n und Songwritern zusammengearbeitet<br />

und es hat sehr viel Spaß gemacht oder tut es<br />

immer noch.<br />

Träume habe ich natürlich auch, wie jeder von<br />

uns. Ich würde sehr gerne mal mit Mariah Carey<br />

und Ariana Grande arbeiten. Das wäre die Krö -<br />

nung! Grins*<br />

MM: Du begeisterst mit deiner außergewöhnlichen<br />

Blues- und Soul-Stimme. Wer<br />

sind deine musikalischen Idole?<br />

SAMIYA: Danke, das freut mich, wenn es euch<br />

gefällt. Meine Idole sind Etta James, Whitney<br />

Houston, Mariah Carey, Beyonce und Ariana<br />

Grande. Das waren oder sind noch wirklich große<br />

Sängerinnen und Stars, die die Welt begeistert<br />

haben oder es noch immer tun.<br />

MM: Vor Kurzem warst du in Berlin im Ton -<br />

studio. An welchen Projekten arbeitest du<br />

zurzeit, kommt vielleicht bald dein erstes<br />

Album? 8<br />

Die Antwort liefert die erst 15-jährige Samiya:<br />

Schon seit ihren ersten Gigs mit 13 begeistert<br />

sie Blues-, Soul- und Pop-Fans<br />

wie -Kritiker mit ihrer überlebensgroßen und<br />

doch leichtfüßigen Ausnahmestimme.<br />

Und schickt sich nun an, ganz Deutschland<br />

zu erobern!<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


30 STORIES<br />

»Schließt man die Augen, hallen<br />

Nuancen ihrer Idole<br />

Etta James, Christina Aguilera<br />

und Alicia Keys in Samiyas<br />

eigenem Sound und Stil wider.«<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 31<br />

SAMIYA: Ja, das stimmt! Ich bin seit Februar<br />

des Öfteren in Berlin. Wir schreiben neue Songs<br />

und nehmen sie im Studio auf. Ich arbeite mit<br />

Profis der Musikbranche zusammen und bin<br />

sehr dankbar, so eine Chance bekommen zu<br />

haben. Das macht einen Riesenspaß und ich bin<br />

mehr als nur glücklich mit den bisherigen Er -<br />

gebnissen. Wir pro duzieren weiter Songs und<br />

werden dann entscheiden, wie es weitergeht.<br />

Für ein Album ist es vielleicht noch zu früh, aber<br />

ich glaube, weitere Singles wird es vielleicht<br />

schon bald geben. Grins*<br />

Das ist sehr spannend für mich!<br />

MM: Wie ist es für eine junge New comerin<br />

wie dich, während Covid-19 im Musik -<br />

busi ness Fuß zu fassen?<br />

SAMIYA: Es ist, glaube ich, für uns alle schwer,<br />

und ich hoffe, dass es bald vorbei ist und wir<br />

wieder leben können, wie es Menschen normalerweise<br />

tun.<br />

MM: Was sind deine Ziele für die Zu kunft?<br />

SAMIYA: Meine Ziele und Wünsche sind Ge -<br />

sundheit, Liebe und Glück mit meiner Familie<br />

und meinen Freunden. Meinen Schulabschluss<br />

dieses Jahr zu machen, um mich komplett meiner<br />

Leidenschaft hingeben zu können, der Musik.<br />

Alles andere kommt von alleine.<br />

MM: Abschließend: Wo kann man mehr<br />

über dich erfahren und wo findet man deine<br />

Musik?<br />

SAMIYA: Ich bin auf Instagram zu finden unter<br />

@samiya.musiic. Meine Musik findet man auf<br />

allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify,<br />

AppleMusic, AmazonMusic, Deezer etc. Mein<br />

Musik-Video auf YouTube unter „Samiya I’d<br />

Rather Go Blind“, und wenn man mehr er fah ren<br />

möchte, auch gerne auf meiner Homepage.<br />

WEB: SAMIYAMUSIC.COM<br />

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER<br />

FOTOQUELLE: SAMIYA<br />

SAMIYA<br />

„I’d Rather Go Blind“<br />

VÖ: 2020<br />

SAMIYAMUSIC.COM<br />

WWW.FACEBOOK.COM/<br />

SAMIYA.MUSIIC


32 STORIES<br />

PAUL<br />

BARTSCH<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 33<br />

Träume im Kopf,<br />

Wut im Bauch, Wärme<br />

im Herzen<br />

– das ist der Stoff, aus dem der<br />

hallesche Liedermacher<br />

PAUL BARTSCH und seine BAND<br />

seit Jahren<br />

ihre Songs schneidern.<br />

*Thomas und Paul<br />

MM: Du bist 1954 in der DDR geboren und aufgewachsen. Wann und<br />

wie ging es mit der Musik bei dir los?<br />

*Thomas Fahnert & Paul Bartsch<br />

PAUL BARTSCH: Das kann ich ziemlich genau datieren: Als ich im Sommer<br />

1968 auf die Erweiterte Oberschule in Halberstadt kam, hatte plötzlich<br />

jeder von uns 14-, 15-Jährigen eine Holzgitarre in der Hand und versuchte<br />

sich an „House Of The Rising Sun“ oder „Hey Joe“. Die meisten haben das<br />

schnell wieder gelassen, als Blasen auf den Fingerkuppen entstanden. Ich<br />

hab weitergemacht und ein Jahr später schon in einer ersten Schülerband<br />

geklampft. Wir haben Stones gecovert, Kinks, die McCoys, Lords oder<br />

Steppenwolf. Und weil mein DDR-Englisch nicht besonders gut war, hab<br />

ich da schon begonnen, eigene Texte zu schreiben.<br />

MM: Hattest du als Liedermacher Probleme mit dem Staat?<br />

PAUL BARTSCH: Nun, zunächst brauchte man ja in der DDR für jegliche<br />

musikalische Betätigung eine staatliche Zulassung, egal ob Amateur oder<br />

Profi. Ich habe 1981 meinen Berufsausweis erworben, da stand „Gesang<br />

(Chanson)“ drin, weil der Begriff „Liedermacher“ seit der Biermann-Aus -<br />

bür ge rung dem Staat suspekt war. Und es gab Diskussionen um Texte, die<br />

beispielsweise die Geschichte der Königskinder an die Berliner Mauer verlegten<br />

oder an den gerade verstorbenen Studentenführer Rudi Dutschke<br />

erinnerten. „Konzertberichte“ fanden sich später auch in meiner Stasi-<br />

Akte. Aber ich verstand mich ja keineswegs als Staatsfeind, nur weil ich ein<br />

anderes Bild vom Sozialismus im Kopf hatte als das, was mich real umgab.<br />

Zudem entwickelte ich – wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen – eine<br />

bestimmte Technik, mich in meinen Texten über Metaphern und Bilder<br />

auszudrücken, die das Publikum sehr wohl verstand, die aber für die<br />

Zensur nicht angreifbar waren. Oft war es ein Tanz auf dem Drahtseil – ich<br />

bin aber nicht runtergefallen.<br />

MM: Was hat sich durch die „Wende“ seinerzeit für dich geändert?<br />

PAUL BARTSCH: Zunächst mal ganz persönlich: Das war ein Moment, der<br />

die Brust weitete, der Hoffnungen auslöste und bisher Undenkbares zu<br />

ermöglichen schien! Und der schnell umschlug in Ernüchterung, in Enttäu -<br />

schung, auch in Trotz, durchaus. Ich war in dieser Zeit mit einer professionellen<br />

*Gerd Hecht und Sander Lueken<br />

*Paul Bartsch und Band<br />

8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


34 STORIES<br />

PAUL BARTSCH<br />

„LiveRillen<br />

Konzerte aus sechs Jahrzehnten Rockmusikgeschichte<br />

– direkt vom Plattenteller abgedreht!“<br />

(Die Scripte der monatlichen Radiosendung „LiveRillen“<br />

auf Radio Corax)<br />

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Band in Halle aktiv, plötzlich konnten wir eine LP<br />

einspielen („Leben in der Stadt“), die im Sommer<br />

1990 erschien. Dann mussten wir die Erfahrung<br />

machen, dass sich kaum jemand für uns interessierte:<br />

Die Neu-Bundesbürger wollten endlich die<br />

Platten kaufen, an die man bisher nicht rankam,<br />

und die Alt-Bundesbürger hatten auch nur selten<br />

ein offenes Ohr für unsere kritischen Ost-Töne. Die<br />

Band hatte von heute auf morgen keine Auftritte<br />

mehr und zerbrach; die <strong>Musiker</strong> mussten sich mit<br />

allen möglichen Jobs über Wasser halten, viele<br />

haben die Musik ganz an den Nagel gehängt.<br />

Ich hatte ja meine berufliche Tätigkeit als Netz,<br />

das mich auffing, und habe künstlerisch ohne<br />

Pause weitergearbeitet. Und rasch fanden sich<br />

<strong>Musiker</strong>freunde, die mich unterstützten. Dann eröffneten<br />

sich neue Möglichkeiten für Kon zerte, sogar<br />

international (Dänemark, Belgien, Bulgarien,<br />

Luxemburg), und für CD-Produktionen, die zu -<br />

nehmend Beachtung (etwa in der deutschen<br />

Liederbestenliste) fanden. Und seit 2003 habe<br />

ich nun wieder eine tolle Band, mit der ich spiele.<br />

MM: Wenn es um Songwriting geht: Welche<br />

Themen bewegen dich, was ist die Grund -<br />

lage deiner Texte?<br />

PAUL BARTSCH: Ich habe keine Prioritätenliste.<br />

Was mich an- und aufregt, kann zum Text, zum<br />

Lied werden. Das sind persönliche, private Dinge<br />

ebenso wie Fragen des gesellschaftlichen Mit -<br />

einanders, wobei ich stets den Bezug zu mir und<br />

meinem Leben suche. Das erfordert auch Reflexion<br />

und Selbstkritik – ich stelle mir oft die Frage, wie<br />

dieses Hier und Heute zwischen gestern und<br />

morgen eigentlich entsteht und was mein Anteil<br />

daran ist. Im besten Fall entstehen so Ge schichten,<br />

die über die musikalische Brücke ihr Publikum<br />

erreichen.<br />

MM: Hast du stilistische Vorbilder oder Mu -<br />

siker, an denen du dich orientierst?<br />

PAUL BARTSCH: Natürlich lebe ich als Künstler<br />

nicht im luftleeren Raum. Andererseits habe ich<br />

nie Spaß daran gefunden, andere zu covern.<br />

Frühe Bezugspunkte waren Pete Seeger, der in<br />

der DDR sehr populär war, auch Joan Baez, Bob<br />

Dylan, Bettina Wegner und das, was man als<br />

DDR-Singebewegung bezeichnet, wobei dort häufig<br />

das gesellschaftlich Erwünschte im Vorder -<br />

grund zu stehen hatte. Aber was Generations -<br />

gefährten wie Gundermann, Wenzel oder Rump<br />

seinerzeit machten, hat mich sicher beeinflusst.<br />

Und Gundi, dem 1998 mit nur 43 Jahren verstorbenen<br />

Liedermacher, fühle ich mich bis heute verbunden.<br />

Dabei sind meine musikalischen Vor lieben<br />

breit gefächert, was sich in der Musik meiner Band<br />

niederschlägt – das geht von Song und Chanson<br />

über Folk und Rock bis zu Blues und Reggae.<br />

MM: Du arbeitest professionell als Künstler,<br />

hast aber auch andere Berufe ausgeübt. Wie<br />

kam es dazu?<br />

PAUL BARTSCH: Tja, es hat sich einfach nicht<br />

ergeben, dass ich alles auf eine einzige Karte setzen<br />

wollte. Oder musste. Ein Architektur studium<br />

habe ich in den Sand gesetzt, als Hilfsarbeiter<br />

www.musiker-online.tv


gejobbt, dann Pädagogik studiert, aber nie in der<br />

Schule gearbeitet. 1988 habe ich als Literatur -<br />

wissenschaftler promoviert, an der Uni Halle ge -<br />

arbeitet, dann als Medienpädagoge am Landes -<br />

institut Sachsen-Anhalt, als Hörfunkjournalist beim<br />

MDR und schließlich ab 2009 als Professor für<br />

Erziehungswissenschaft an der Hochschule<br />

Merseburg. Alles Erfahrungsbereiche, die sich mittelbar<br />

oder auch ganz direkt in meinen Liedtexten<br />

wiederfinden. Ich würde es im Nachhinein wohl<br />

wieder so machen – ein geradliniger, eindimensionaler<br />

Lebenslauf wäre nichts für mich. Und als<br />

„reiner Künstler“ steckt man mitunter in einer Blase<br />

fest, die mit dem eigentlichen Leben wenig zu<br />

tun hat.<br />

MM: Mit „Bartsch & Band“ kannst du schon<br />

einige Erfolge feiern. 2020 habt ihr beim 38.<br />

Deutschen Rock & Pop Preis unter anderem<br />

die Auszeichnung für den „besten Song des<br />

Jahres (deutschsprachig)“ erhalten. Doch<br />

wer steckt hinter „Bartsch & Band“?<br />

PAUL BARTSCH: Gut, dass du fragst, denn ohne<br />

meine <strong>Musiker</strong>, die zugleich gute Freunde sind,<br />

wäre das, was ich mache und erreicht habe, gar<br />

nicht möglich! Schon seit 1987 arbeite ich mit<br />

Thomas Fahnert (Gitarre, Geige, Gesang) zu sam -<br />

men; auch der Bassist Gerd Hecht ist „schon<br />

ewig“ an meiner Seite. Ende der 1990er-Jahre<br />

hat der Schlagzeuger Ralf Schneider (ein studierter<br />

Klassiker) eine Studioproduktion bereichert,<br />

und als ich 2003 meine Band gründete, sagte er<br />

sofort zu. Komplettiert wird die Stammbesetzung<br />

durch Sander Lueken (Keyboards, Gesang), der<br />

zu DDR-Zeiten in der populären M.-Jones-Band<br />

spielte und deren Hit „Nacht aus schwarzem<br />

Samt“ geschrieben hat. Zudem gibt es seit Jahren<br />

eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Leipziger<br />

Jazzer Frank Nowicky (Saxofon, Quer flöte) und<br />

dem Berliner Gitarristen Michael Lehrmann (ex<br />

Reform, Stern Meißen, Veronika Fischer), und meine<br />

aktuelle CD hat Michas Sohn Felix M. Lehrmann<br />

eingetrommelt, der auch schon für Sarah Connor,<br />

Yvonne Catterfeld oder Dieter „Maschine“ Birr<br />

ge arbeitet hat.<br />

STORIES 35<br />

MM: Wie wichtig ist euch die Vernetzung<br />

innerhalb der Szene?<br />

PAUL BARTSCH: Man sieht schon an den Mu -<br />

sikern, mit denen ich gern arbeite, wie weit diese<br />

Netze reichen. Als Liedermacher bin ich, was das<br />

Schreiben betrifft, allerdings zunächst mal Indi -<br />

vidualist, aber eben kein Einzelkämpfer. Das endgültige<br />

Gesicht eines Titels wird von allen Mit wir -<br />

kenden bestimmt. Und natürlich gibt es Kontakte<br />

zu anderen Künstlern, die in ähnlichen Gefilden<br />

unterwegs sind. Diesbezüglich hat mir die Mit -<br />

gliedschaft im Profolk e. V. und im DRMV viel<br />

geholfen, wobei es gerade hinsichtlich der Vereine<br />

noch Luft nach oben gibt. Deren Arbeit kann eben<br />

nur so gut sein, wie wir als Mitglieder das aktiv<br />

fördern!<br />

MM: Was hat die Corona-Pandemie für Aus -<br />

wirkungen auf euch, eure Musik und was sind<br />

eure Perspektiven?<br />

PAUL BARTSCH: Tolles Timing: Ende Februar<br />

2020 war unsere CD „Alle Fragen offen“ fertig –<br />

gleich nach dem Release (29.02.2020) musste die<br />

Kultur runterfahren. Das war schon bitter, denn<br />

der Terminkalender war gut gefüllt. Im Sommer<br />

2020 waren einige Sachen möglich, wir haben<br />

auch ein Konzert im Offenen Kanal gespielt, das<br />

gestreamt wurde. Aber das ist nichts gegen echte<br />

Konzerte! Andererseits hat die unfreiwillig freie Zeit<br />

bei mir die Schleusen geöffnet – im Hand umdrehen<br />

habe ich ein Dutzend neuer Songs geschrieben,<br />

die wohl nur auf diese Ge legenheit gewartet<br />

haben. Die haben wir dezentral eingespielt, und<br />

nun ist schon der nächste Silberling da: „Lieder<br />

vom Kommen und Gehn“ (Release: 01.07.<strong>2021</strong>).<br />

Wir hoffen, viele der verschobenen Konzerte demnächst<br />

nachholen zu können, denn die neuen Titel<br />

wollen zum Publi kum!<br />

Dass wir für „Alle Fragen offen“ dann im<br />

Dezember 2020 den Deutschen Rock & Pop Preis<br />

als bestes Chanson-Album 2020 erhalten haben,<br />

war natürlich mehr als eine kleine Genug tuung.<br />

Mal sehen, ob die neue CD eine ähnliche Re so -<br />

nanz erfährt.<br />

Matthias Philipzen<br />

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The Singer’s COACH<br />

Der Karriere-Ratgeber<br />

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MM: Wen soll eure Musik erreichen und was<br />

soll sie bewirken?<br />

PAUL BARTSCH: Ein fest umrissenes Zielpublikum<br />

habe ich nicht. Ich denke, wir erreichen vor allem<br />

jene, die das, was uns umgibt, mit wachen Augen<br />

sehen und nichts für unveränderlich halten. Die<br />

träumen können, Utopien lieben und trotz aller<br />

Probleme ringsum optimistisch bleiben wollen.<br />

Genau das möchte ich unterstützen, auch wenn<br />

ich selbst in meinen Liedern manchmal mutiger<br />

und weiter bin als im Leben.<br />

WEB: WWW.ZIRKUSTIGER.DE<br />

INTERVIEW: OLE SEELENMEYER<br />

FOTOS: © MANFRED POLLERT<br />

FOTOQUELLE: PAUL BARTSCH<br />

PAUL BARTSCH &<br />

GUTFREUND<br />

„Lieder vom Kommen<br />

und Gehn“<br />

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alfredmusic.de


36 STORIES<br />

Soul mit Blick für den Zeitgeist<br />

MM: Beim 38. Deutschen Rock & Pop Preis<br />

2020 hast du den 1. Platz in der Haupt kate -<br />

gorie „Pop“ mit deinem Song „Gratis“ erzielt.<br />

Was ist die Message des Songs?<br />

SIHNA MAAGÉ: Erst einmal freue ich mich riesig<br />

über diesen Preis. Vielen Dank, dass ich dabei<br />

sein durfte! Kurz und knackig: In „Gratis“ geht es<br />

um die Zustände in der deutschen Musik in dus -<br />

trie und was es mit den <strong>Musiker</strong>*innen macht, die<br />

ihren Lebensunterhalt mit Musikmachen verdienen,<br />

aber nicht super bekannt sind. Die haben<br />

nämlich, durch Streamingdienste und andere<br />

Plattformen, zwar die Möglichkeit, ihre Musik zu<br />

präsentieren, dadurch, dass aber beinahe alles<br />

for free ist, verdienen sie kaum etwas an ihrer<br />

Arbeit. Dabei ist <strong>Musiker</strong>*in ein Job wie jeder<br />

andere, der auch entsprechend vergütet werden<br />

sollte. Die Wahrnehmung dafür hat sich nur leider<br />

in den letzten Jahren sehr verändert. Viele<br />

denken, ich hätte den Song in der Coronazeit<br />

ge schrieben. Dass es primär um die Zeit im Lock -<br />

down geht. Doch tatsächlich ist „Gratis“ viel früher<br />

entstanden. Die aktuellen Zustände für <strong>Musiker</strong><br />

sind zwar momentan katastrophal, das grundsätzliche<br />

Problem gab es jedoch schon deutlich<br />

früher.<br />

MM: Mit deinen Songs spielst du mit verschiedenen<br />

Genres, Themen und Stim mun -<br />

gen. Wie gehst du beim Songwriting vor?<br />

SIHNA MAAGÉ: Beim Songwriting selbst habe<br />

ich eigentlich kein Grundrezept. Ich finde es immer<br />

superspannend, Neues auszuprobieren und mit<br />

Genregrenzen zu experimentieren. Manchmal habe<br />

ich ein Thema oder eine Zeile im Kopf und schreibe<br />

sie auf. Danach folgt dann erst die Gesangs -<br />

melodie und dann die Musik. Manchmal baue<br />

ich aber auch zuerst einen Beat und überlege mir<br />

danach erst, welcher Text und welche Gesangs -<br />

melodie dazu passen könnten. Ich finde es sehr<br />

spannend, mit Beatloops oder Samples rumzuspielen.<br />

Das gibt mir manchmal ganz neue In spiration.<br />

MM: Woher erhältst du deine musikalischen<br />

Einflüsse und Inspirationen?<br />

SIHNA MAAGÉ: Privat kann ich mich für unendlich<br />

viele Musikstile begeistern und entdecke auch<br />

gerne Neues. Momentan höre ich super viel<br />

deutschen Hip-Hop und englisch- und deutschsprachige<br />

Soulmusik. Meistens ist es eine Stim -<br />

mung, die mich packt. Egal ob in einem Song<br />

oder aus einer Situation heraus entstanden. An<br />

manchen Tagen schreibe ich dann einen Song in<br />

wenigen Stunden. Manchmal funktioniert das aber<br />

auch überhaupt nicht. :) Auf Knopfdruck schreiben<br />

ist nicht so mein Ding.<br />

MM: Die Songs auf deiner aktuelle EP „Alles<br />

Gratis“ sind alle auf Deutsch. Die Songs auf<br />

deiner 2017 erschienenen EP „Summerlove“<br />

sind auf Englisch. Warum hast du dich entschieden,<br />

auf Deutsch zu singen?<br />

SIHNA MAAGÉ: Eigentlich wollte ich nie auf<br />

Deutsch schreiben. In meiner Jugend haben alle<br />

meine Lieblingskünstler englischsprachige Musik<br />

gemacht und ich dann eben auch. Vor ein paar<br />

Jahren habe ich den deutschsprachigen Soul,<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 37<br />

»Sie schreit ihre Botschaften nicht<br />

plakativ heraus, sie platziert sie mit<br />

entspannten Pop-Sounds, fantastischer<br />

Soulstimme und poetisch-frechen<br />

Texten als musikalisches Statement.«<br />

SIHNA MAAGÉ<br />

„Gratis“ – Single<br />

VÖ: 18. SEPTEMBER 2020<br />

„Alles Gratis“ – EP<br />

VÖ: 15. JANUAR <strong>2021</strong><br />

WWW.SIHNA-MAAGE.DE<br />

mit Künstlerinnen wie Joy Denalane oder auch<br />

Sarah Connor für mich entdeckt. Dann habe ich<br />

mit relativ wenig Erwartung einen Song auf Deutsch<br />

geschrieben und war begeistert. Mir ist zu diesem<br />

Zeitpunkt klar geworden, dass ich mich, weil<br />

Deutsch eben meine Muttersprache ist, viel vielfältiger<br />

und detaillierter ausdrücken kann als auf<br />

Englisch. Das hat mich total ge catcht. Seitdem<br />

habe ich keinen einzigen englischen Song mehr<br />

geschrieben.<br />

MM: Covid-19 traf uns alle sehr unerwartet<br />

und hat vor allem die Kulturbranche sehr ge -<br />

troffen. Wie ist es für dich als aufstrebende<br />

<strong>Musiker</strong>in in solchen Zeiten?<br />

SIHNA MAAGÉ: Hart. Sehr hart. Im März 2020<br />

habe ich das Crowdfunding für meine CD-Pro duk -<br />

tion gestartet. Ein paar Tage später kam der Lock -<br />

down. Das ging sogar so weit, dass ein größe rer<br />

Sponsor, der schon Geld investiert hatte, dann<br />

doch wieder abgesprungen ist. Leider konnte ich<br />

meine Songs bis zum heutigen Tag noch nie mit<br />

Band vor einem Pu bli kum performen. Das ist<br />

eigentlich das Traurigste. Anderer seits haben mir<br />

die vergangenen Monate auch gezeigt, dass ich<br />

sehr viele wunderbare Menschen an meiner Seite<br />

habe, seien es die Fans, die mir geholfen haben,<br />

mein Fundingziel zu erreichen, mein Label und<br />

meine Band oder auch meine Familie, die an mich<br />

glauben und komplett hinter mir stehen. Das ist<br />

ein wunderbares Ge fühl, das mich ermutigt, diesen<br />

Weg weiter zu gehen.<br />

MM: Auf YouTube hast du ein Social-Media-<br />

Projekt gestartet: die Songchallenge. Wie bist<br />

du darauf gekommen und wie sieht sie aus?<br />

SIHNA MAAGÉ: Meine Freundin und <strong>Musiker</strong> -<br />

kollegin JOHNA und ich haben seit Kurzem ein<br />

neues Format auf YouTube gestartet, bei dem wir<br />

uns jeden Monat unter einem Oberthema, beispielsweise<br />

„90er-Jahre“, oder „Film und Serien -<br />

soundtracks“, gegenseitig Songs geben, die wir<br />

dann im Laufe der nächsten Wochen covern und<br />

mit einem passenden Video auf unseren YouTube-<br />

Kanälen präsentieren müssen. Das ist häufig sehr<br />

witzig, da wir beide uns gut kennen und uns ab<br />

und an auch mal mit einem richtig fiesen Song in<br />

die Pfanne hauen. So richtig knifflig wurde es, als<br />

unser Freund und Bandkollege Brat uns polnische<br />

Songs gegeben hat, denn wir können beide<br />

kein einziges Wort sprechen. Ein Riesenspaß, aber<br />

auch manchmal herausfordernd, denn wir machen<br />

alles selbst und dürfen uns keine Hilfe holen. Sollte<br />

euch das Format interessieren, schaut doch einfach<br />

auf unseren Youtube-Kanälen vorbei.<br />

SIHNA: www.youtube.com/channel/UCuZFiJ6e<br />

RhZK74m_0EpnubA<br />

JOHNA: www.youtube.com/user/johnaofficial<br />

MM: Du bist auch als Musiklehrerin tätig,<br />

bringst Jugendlichen das Singen bei und<br />

machst ihnen vor allem Mut. Was ist das Be -<br />

sondere, mit Jugendlichen zu arbeiten, und ar -<br />

beitest du noch an weiteren Musik projek ten?<br />

SIHNA MAAGÉ: Ich finde, Musik ist einfach pure<br />

Freude und auch eine Art der Therapie. Sowohl für<br />

mich selbst, als auch für die Kinder und Jugend -<br />

lichen, die ich unterrichte. Es ist einfach so schön<br />

zu sehen, wie Menschen beim Singen und Musik -<br />

machen aufblühen, neue Facetten an sich entdecken,<br />

Gefühle zeigen und einander näherkommen.<br />

Das ist einfach magisch. Ich bin Gesangs -<br />

lehrerin für Einzelunterricht, gebe aber auch in<br />

einem Kulturzentrum, der Kattwinkelschen Fabrik in<br />

Wermelskirchen, Kurse für Kinder und Jugendliche,<br />

die sich jetzt nicht unbedingt Einzelunterricht leisten<br />

können. Am Ende des Jahres geben wir immer<br />

in Kooperation mit der städtischen Musik schule<br />

und der Katt ein großes Weihnachts kon zert, bei<br />

dem alle Alters- und Bildungsgruppen miteinander<br />

Musik machen. Das letzte Konzert ist wegen<br />

Corona leider ausgefallen. Ich hoffe natürlich, dass<br />

ein Konzert dieses Jahr wieder möglich ist.<br />

MM: Was sind deine Pläne für die Zukunft?<br />

SIHNA MAAGÉ: Ganz, ganz viel Musik. Sofern<br />

wieder möglich, möchte ich endlich ein Release -<br />

konzert nachholen, um meine Songs von „Alles<br />

Gratis“ meinen Fans mit Band zu präsentieren.<br />

Darauf freue ich mich schon riesig. Es wird dieses<br />

Jahr aber auch noch mehr neue Songs von<br />

mir zu hören geben, denn ich werde wieder ins<br />

Studio gehen und einen ganzen Haufen neuer<br />

Songs aufnehmen. Falls ihr Lust habt, dabei zu<br />

sein: Das Ganze werde ich natürlich auf meinen<br />

Social-Media-Kanälen detailliert begleiten :)<br />

WEB: WWW.SIHNA-MAAGE.DE<br />

FACEBOOK: WWW.FACEBOOK.COM/<br />

SIHNAMAAGEMUSIK<br />

INSTAGRAM: WWW.INSTAGRAM.COM/<br />

SIHNA_MAAGE<br />

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER<br />

FOTOQUELLE: SIHNA MAAGÉ<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


38 STORIES<br />

CURTIS<br />

NIKIL<br />

SCHOMO<br />

SPACEMUELLER<br />

Melodischer Indie-Rock<br />

mit viel Zerre auf den Gitarren, abgedrehten Rhythmen und<br />

vereinzelten Ausflügen in den Vintage-Bereich<br />

MM: Zum Teil kennt ihr euch schon seit eurer<br />

Jugend, doch seit 2014 steht die Band-<br />

Formation. Als SPACEMUELLER könnt ihr<br />

schon einige Erfolge feiern, doch wie kam<br />

es zu eurem Bandnamen?<br />

SPACEMUELLER: Rob, unser Bassist (Band grün -<br />

der), war im Urlaub in Pakistan und trug immer<br />

abgefahrene Klamotten, und die Leute dort gaben<br />

ihm den Spitznamen Spacemullah. Zurück in<br />

München erzählte er es einem Freund (Barny von<br />

der Spider Murphy Gang), er verstand den neuen<br />

Bandnamen aber falsch und hörte „Spacemueller“.<br />

Das hat sofort überzeugt! Das „ü“ haben wir<br />

dann in „ue“ geändert – ein Akt der Völkerver -<br />

stän digung! Denn international werden deutsche<br />

Umlaute eher verständnislos aufgenommen,<br />

ähnlich wie das deutsche Wetter!<br />

MM: Apropos: Völkerverständigung. Wie verständigt<br />

ihr euch in der Band?<br />

SPACEMUELLER: Mixed Pickels. Als Band mit<br />

einem Proberaum in der Münchner Maxvorstadt<br />

ist eine gewisse Portion Oberbayerisch natürlich<br />

Gesetz! Außerdem: viel Denglisch! Auch mal<br />

Bollywood-Englisch. Nikil hat ja ein paar Jahre in<br />

Bombay gelebt, und seine Cousine, Rani, ist eine<br />

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STORIES 39<br />

MM: 2020 habt ihr beim 38. Deutschen Rock<br />

& Pop Preis sieben Auszeichnungen erhalten,<br />

unter anderem als beste Rockband. Wie seid<br />

ihr zum Genre Rock/Punk gekommen?<br />

MM: Wie man an den Spotify-Charts erkennen<br />

kann, dominieren Pop, Hip-Hop und Rap<br />

in der aktuellen Musikwelt. Was haltet ihr von<br />

der modernen Musik?<br />

SPACEMUELLER: Alle aus der Band haben verschiedenste<br />

musikalische Backgrounds. Curtis aus<br />

London kommend hat alles an Stilen gespielt/<br />

produziert (Ex-Gitarrist von Roachford). Rob aus<br />

München hat schon in jungen Jahren in einer<br />

Punkband Deutschland unsicher gemacht. Nikil<br />

aus Tutzing/München hat schon als Teenie in<br />

Rockbands gespielt, um auf Partys und Kon zerte<br />

zu kommen, für die er eigentlich noch viel zu jung<br />

war. Schomo auch aus Tutzing/München hatte in<br />

vielen Bands und Studioprojekten alle möglichen<br />

Stile gespielt, trotz Jazzstudium in Arnheim/<br />

Niederlande. Da ist es nur logisch, dass unser<br />

Stil Rock- & Punk-Elemente beinhaltet.<br />

SPACEMUELLER: Da hat jeder so seine eigene<br />

Ansicht in der Band. Man findet sicher überall in -<br />

teressantes Zeug. Aber es gibt in den letzten<br />

Jahren trotz vermeintlicher Vielfalt auch eine<br />

Menge Einfalt. Schomo, unser Drummer, ist zum<br />

Teil erschüttert wie rudimentär die Drums eingesetzt<br />

werden. Auch harmonisch bewegen sich<br />

viele Songs auf dem Drei-Akkord Level. Selbst die<br />

Beatles wollten ja immer Songs aus einem Akkord<br />

machen, aber man sieht, was daraus ge worden<br />

ist. Als Punk/Rock- oder Rock/Punk-Band ist das<br />

immer eine Gratwanderung. Wir rechnen uns<br />

nicht einem Genre zu, sondern arbeiten mit vielen<br />

Stilen – nicht mit allen, aber vielen.<br />

MM: Ihr kommt aus verschiedenen Ecken<br />

und bringt somit unterschiedliche Einflüsse<br />

mit in die Band. Was sind diese Einflüsse und<br />

wie machen sie sich bemerkbar?<br />

MM: Durch Covid-19 seid ihr, was Auftritte,<br />

Proben und Aufnahmen angeht, sehr eingeschränkt.<br />

Was beschäftigt euch in dieser Zeit<br />

und wie nutzt ihr sie?<br />

ROB<br />

bekannte Bollywood-Schauspielerin. Das färbt<br />

natürlich ab! Rob spricht offenbar Kroatisch – wie<br />

gut, weiß aber keiner von uns. Vielleicht erlaubt er<br />

sich da seit Jahren einen Spaß mit uns. Und Curtis<br />

hat aufgrund des Brexit-Dramas mittlerweile viele<br />

deutsche Wörter lernen müssen … äh … dürfen –,<br />

zum Beispiel „Einreise-Quarantäneverordnung“<br />

und „Virus variantengebiet“. Aber damit kann man<br />

leider keinen Rock ’n’ Roll machen!<br />

SPACEMUELLER: Nicht ganz 200 Jahre musikalische<br />

Erfahrungen spiegeln sich einfach in der<br />

Band. Da wir zum Teil die Entwicklung der Rock -<br />

musik am eigenen Leibe erfahren haben, spiegelt<br />

sich das natürlich auch in unserer Musik wider.<br />

Schomo behauptet bis heute, er habe mit drei<br />

Jahren die Beatles in München gesehen, wurde<br />

vermutlich aber nur von seiner Mutter verarscht ...<br />

Wir denken auch überhaupt nicht in Stilen, sondern<br />

wir erarbeiten die Songs gemeinsam, jeder<br />

mit seinem musikalischem Background eben.<br />

Jeder in der Band kommt mit Songideen und wir<br />

arbeiten sie dann im Studio bzw. Proberaum<br />

aus. Es gibt Songs, da haben wir mit Streichern<br />

experimentiert. Wurlitzer, Sequenzer und Bariton -<br />

gitarren wurden auch ausprobiert. Das kann eine<br />

recht langwierige und spannende Sache werden<br />

– obwohl der Song eigentlich schon steht. Am<br />

Ende müssen aber alle zufrieden sein.<br />

MM: Eure Texte sind nicht predigend, und<br />

jeder findet dort genau, was er sucht. Ihr<br />

selber beschreibt euch auch als unpolitisch.<br />

Warum ist das so und was soll eure Musik<br />

ausdrücken?<br />

SPACEMUELLER: Texte, die dir sagen, was du<br />

denken oder wen du wählen sollst, sind nicht<br />

unsere Sache. Wer sich mit unserer Musik befasst,<br />

der kommt in aller Regel dadurch auf eigene Ideen,<br />

und das ist für uns viel spannender, als einfach<br />

eine Message abzuspulen. Was soll unsere Musik<br />

ausdrücken? Wohl alles und nichts. Oder: Wer<br />

suchet, der findet!<br />

SPACEMUELLER: Jeder in der Band hat seine<br />

Projekte, mal davon abgesehen, dass hart am Mix<br />

unserer CD gearbeitet wird, was durch Covid-19<br />

nicht gerade begünstigt ist. Nikil hat Anfang 2020<br />

das erste Buch über die Corona-Krise geschrieben<br />

( Covid-19: Was in der Krise zählt), Curtis ist<br />

im Dauerstudioeinsatz, Rob musste mit seiner<br />

Musikinstrumentenfirma PRO-AVS innerhalb<br />

Münchens umziehen und Schomo hat diverse<br />

Projekte (Musik/Videoschnitt) im SPACEMUELLER<br />

eigenen Studio, da das Schlagzeugunterrichten<br />

zum Teil ja verboten war.<br />

MM: Auf eurer Website steht: „Audiofiles<br />

und Livetermine und CD, Vinyl … werden<br />

kommen … Bald …“ Wann können eure Hörer<br />

Neues von SPACEMUELLER erwarten?<br />

SPACEMUELLER: Wir haben uns dazu entschieden,<br />

alle Songs noch mal neu zu mischen, da die<br />

Songs mit unterschiedlichem Equipment über<br />

die Jahre aufgenommen wurden. Wir lassen die<br />

Songs dann von Tony (Sound Arts Mastering<br />

Studio/London) mastern, da wir uns im eigenen<br />

Studio nicht gemeinsam aufhalten dürfen, und Tony<br />

hat das Vintage-Equipment, auf das wir stehen!<br />

Videos sind in Planung – sobald die Covid-<br />

Apokalypse vorbei ist, geht’s los mit der Pro -<br />

duktion!<br />

WEB: SPACEMUELLER.COM<br />

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER<br />

FOTO: STEPHANIE WOLFSTEINER<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


40 STORIES<br />

True Power Metal Band from Germany<br />

MM: 2020 habt ihr beim 38. Deutschen Rock<br />

& Pop Preis ordentlich abgeräumt. Wie ist es<br />

für euch, so eine Auszeichnung zu erhalten?<br />

ARREST: Das ist schon eine ganz besondere Ehre,<br />

die uns vonseiten der Experten auch in ge wisser<br />

Weise in unserem Schaffen und Engage ment be -<br />

stätigt. Insofern fühlen wir uns in unserer Kreati -<br />

vität gestärkt und auf dem richtigen Weg, „unser<br />

Ding“ zu machen.<br />

MM: Mögt ihr etwas über die Band ge schichte<br />

von ARREST erzählen? Wie habt ihr euch<br />

kennen gelernt und wie ist es dazu gekommen,<br />

dass ihr gemeinsam Musik macht?<br />

ARREST: Sehr gerne, wobei das schon einiger<br />

Text wird, da wir bereits einige Jahre zusammen<br />

sind. Der „Grundstein“ für ARREST wurde schon<br />

1992 gelegt, als die erstmalige Idee entstand,<br />

gemeinsam eine professionell orientierte Rock -<br />

band ins Leben zu rufen. Über „urige“ Zeitungs -<br />

annoncen haben wir uns dann als <strong>Musiker</strong> alle<br />

Step by Step zusammengefunden, wobei wir an -<br />

fänglich noch gar nicht genau wussten, in welche<br />

musikalische Richtung sich die Band entwickeln<br />

würde. Es vergingen aber nochmals zwei Jahre,<br />

bis die ersten richtigen Gigs ins Haus standen.<br />

Vorher waren das mehr Proberaum-Meetings etc.<br />

Zwischen 1994 und 1996 machten wir dann<br />

so unsere ersten Gehversuche im Live- und Studio -<br />

bereich, die auch zu unseren ersten demoartigen<br />

Recordings führten. Weitere drei Jahre später,<br />

also 1999, haben wir unsere erste richtige Long -<br />

play-CD „Incarcerated“ veröffentlicht. Von da an<br />

ging es so richtig rund und wir waren mit zwei<br />

weiteren Longplayern („The Difference“ 2002 und<br />

„Night Stalker“ 2004) im Gepäck echt viel unterwegs.<br />

In der Spitze hatten wir in einem Jahr rund<br />

52 Gigs, was für unsere Verhältnisse doch echt<br />

viel war, da wir ja auch alle noch unseren „normalen“<br />

Dayjob hatten. Gerade auch in der Zeit<br />

von 2002 bis 2006 durften/mussten wir die Höhen<br />

und Tiefen des Musikbusiness erleben. Und da<br />

könnten wir so einiges erzählen, was jetzt aber<br />

hier den Rahmen sprengen würde. Aufgrund<br />

familiärer (Ehe, Kinder) und beruflicher (Meister-<br />

aus bil dungen, Diplome etc.) Herausforderungen<br />

legten wir Ende 2006 unsere Tätigkeit erst mal<br />

auf Eis, was eigentlich nur für zwei Jahre geplant<br />

war. Aus diesen zweien wurden dann aber rund<br />

zehn Jahre, sodass wir wieder „richtig“ neu erst<br />

Ende 2018, Anfang 2019 gestartet sind. Ende<br />

2019 kam es dann auch durch unseren neuen<br />

Drummer Uwe zu einem deutlichen Motivations -<br />

schub und wir haben unsere „besten“ Songs<br />

nochmals grundsätzlich überarbeitet, um sie dann<br />

in Form unserer neuen CD „Reincarnation“ in<br />

neuem Ge wand herauszubringen.<br />

MM: Am 24.04.2020 ist euer Album „Re in -<br />

carnation“ erschienen. Wie war es, an dem<br />

Album zu arbeiten?<br />

ARREST: Da wir jahrelang die eigenen Titel nicht<br />

mehr gehört hatten, war es alles vollkommen<br />

neu und begeisternd für uns. Fast schon ein richtiger<br />

Genuss, sich der Erstellung eines kompletten<br />

neuen CD-Albums zu widmen. Und die darauf<br />

befindlichen Songs sind für uns so richtige<br />

Highlights.<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 41<br />

ARREST<br />

„Reincarnation“<br />

VÖ: 24. APRIL 2020<br />

WWW.ARRESTMUSIC.COM<br />

Handgemachte, ehrliche<br />

Gitarrenrockmusik,<br />

frei von jeglichen Trends.<br />

Sie spielen ihren<br />

Heavy Metal<br />

ohne Kompromisse<br />

und sie machen es<br />

verdammt gut ...<br />

MM: Wie geht ihr beim Songwriting vor?<br />

Fallen euch erst die Lyrics ein oder kommt<br />

die Melodie zuerst?<br />

ARREST: Das ist immer total unterschiedlich und<br />

hängt vom Song und/oder der Idee ab. Es kann<br />

dabei von allem ausgehen: Rhythmus, Harmonie,<br />

Melodie oder Lyrics. Auch schon Solopassagen<br />

waren die Basis für das Entwickeln eines schönen<br />

Liedes. Irgendwie entsteht das dann recht<br />

organisch innerhalb verschiedener Proben, wo<br />

wir über diese jeweilige Idee jammen und dann<br />

immer mehr eine weitere Idee geboren wird. Das<br />

sind immer ganz spannende, aufregende Pro zesse.<br />

MM: Als Band beschreitet man gemeinsame<br />

Wege; manche sind leichter als andere.<br />

Wie ist euer Zusammenhalt?<br />

ARREST: Ja, da gibt es immer mal Höhen und<br />

Tiefen, durch die man geht. Gerade in den schwie -<br />

rigeren Zeiten ist es dann sehr gut, wenn das<br />

Teamwork und der Zusammenhalt innerhalb der<br />

Gruppe gut laufen, was bei uns gegeben ist.<br />

Grund lage ist dabei immer der Respekt voreinander.<br />

Grundsätzlich dürfen für unser Dafürhalten im<br />

Bereich der Musik auch niemals der Spaß und<br />

die Freude daran auf der Strecke bleiben.<br />

MM: Wie ist eure Zusammenarbeit mit dem<br />

Osnabrücker Vertrieb Timezone?<br />

ARREST: Ausgezeichnet, würde ich sagen. Wir<br />

sind jetzt sehr froh, bei solch einem tollen Unter -<br />

neh men gelandet zu sein, das absolut seriös und<br />

kompetent für seine <strong>Musiker</strong> arbeitet. Und das sind<br />

sicherlich Attribute, die die Grundlage für gemeinsame<br />

zukünftige Ziele und Planungen bieten.<br />

MM: Ihr habt euer eigenes autarkes Mana -<br />

gement. Wie ist dort eure Organisation, damit<br />

ihr noch genug Zeit für neue Songs habt?<br />

ARREST: Ach, das ist eigentlich gar kein großes<br />

Ding. Jeder hat neben dem Musikmachen so seine<br />

Aufgaben, die sich auch immer mal überschneiden<br />

und vermischen. Die „Big Points“ (CD-Pro duk tion,<br />

größere Gigs usw.) besprechen und entscheiden<br />

wir gemeinsam. In den operativen Proben kommen<br />

dann jedes Mal so viele neue Ideen, dass schon<br />

etliches Material für zukünftige Lieder da ist, aber<br />

noch sortiert und in Struk tur gebracht werden<br />

muss, worauf wir uns schon riesig freuen.<br />

MM: Durch Covid-19 waren <strong>Musiker</strong> sehr<br />

eingeschränkt. Was tatet ihr, um diese Zeit<br />

zu überbrücken?<br />

ARREST: Ja, das sind wirklich sehr schwierige<br />

Zeiten für <strong>Musiker</strong>. Gerade das Live-Geschäft, so<br />

will ich es mal nennen, lag ja echt brach. Deshalb<br />

haben wir uns in dieser Zeit zuletzt auf die Ver -<br />

breitung unserer Songs in Form unserer neuen<br />

CD „Reincarnation“ konzentriert, was echt gut<br />

läuft. Daneben ist natürlich – wie oben schon<br />

erwähnt – das Sammeln neuer musikalischer Ideen<br />

für neue Lieder Programm. Sobald wir dann wieder<br />

„ordentlich“ proben können, starten wir die Kom -<br />

positionen fürs neue Album und das Booking für<br />

hoffentlich viele schöne Gigs.<br />

MM: Was sind eure Ziele für die Zukunft?<br />

ARREST: Dass die Welt unsere Songs hört! Na<br />

ja, im Ernst, auf jeden Fall das weitere Bekannt -<br />

machen unserer Musik, damit dann verbunden<br />

tolle Live-Engagements, sobald das wieder machbar<br />

ist. Und schließlich die zukünftige Veröffentli -<br />

chung neuer ARREST-Musik, die schon in der<br />

Pipeline auf das Licht der Musikwelt wartet. Und<br />

mit all dem ganz viel Spaß haben! Das werden<br />

noch spannende „ARREST-Jahre“ werden. ;)<br />

WEB: WWW.ARRESTMUSIC.COM<br />

INTERVIEW: LEONIE FÖRSTER<br />

FOTOQUELLE: ARREST<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


42 STORIES<br />

RANDY<br />

CALIFORNIA<br />

UND<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 43<br />

»Die Band Spirit und ihre Mitgründer Randy California und<br />

Ed Cassidy verbindet eine der wechselvollsten<br />

Karrieren der Rockgeschichte. Trotz eines enormen<br />

musikalischen Potenzials ließ sich der anfangs sehr große<br />

Erfolg nicht dauerhaft fortsetzen.<br />

Stattdessen litt der Ausnahmemusiker California,<br />

der einer der innovativsten Gitarristen und ein sehr guter<br />

Sänger war, unter Phasen psychischer Instabilität<br />

und musste meistens dagegen kämpfen, vergessen zu werden,<br />

was geradezu tragisch anmutet.«<br />

alifornia wurde 1951 als Randolph Craig Wolfe<br />

C im gleichnamigen US-Bundesstaat geboren und<br />

kam durch seine Mutter früh mit der Gitarre in Ver bin -<br />

dung. Als Californias Mutter nach ihrer Scheidung den<br />

1923 geborenen Schlagzeuger Ed Cassidy heiratete,<br />

der aus der Jazz-Szene kam und ein ungewöhnlich<br />

großes Schlagzeug mit zwei Basstrommeln besaß, die<br />

er rechts und links von seinem Sitz anbrachte, wurde<br />

der Kern der künftigen gemeinsamen musikalischen<br />

Zusammenarbeit mit seinem Stiefsohn angelegt. Mit<br />

Unterbrechungen musizierten die beiden bis Californias<br />

Tod im Jahr 1997. Er ertrank bei dem Versuch, seinen<br />

Sohn vor Hawaii aus dem Pazifik zu retten. Cassidy<br />

überlebte California um 15 Jahre.<br />

1965 gründeten California und Cassidy mit dem<br />

Bassisten Mark Andes die Band Red Rooster. 1966<br />

spielte California rund drei Monate mit Jimmy James<br />

And The Blue Flames. Jimmy James war niemand<br />

anderes als der geniale Gitarrist, der bald darauf als<br />

Jimi Hendrix die Rockgitarre revolutionieren sollte. Weil<br />

mehrere Mitglieder der Blue Flames den Vornamen<br />

Randy trugen, nannte Hendrix sie zur Unterscheidung<br />

nach den US-Staaten, aus denen sie stammten. Wolfe<br />

behielt im Musikgeschäft den Nachnamen California<br />

bis zu seinem Tod. Aus der kurzen Zeit mit Hendrix<br />

stammt der gemeinsame Song „Look Over Yonder“.<br />

Hendrix hatte für California einen prägenden musikalischen<br />

Einfluss, der in alle Bereiche seiner Art der Rock -<br />

gitarre ausstrahlte. Ähnlich wie Hendrix wurde California<br />

zu einem Instrumentalvirtuosen und ideenreichen<br />

<strong>Musiker</strong> mit großem Interesse für konzeptuelle Technik,<br />

immer auf der Suche nach Neuem. Viele sehen in ihm<br />

Hendrix’ legitimen Nachfolger. Vergleiche hinken meistens,<br />

aber ganz weit hergeholt ist das nicht.<br />

Andes hatte mit dem Sänger und Gitarristen Jay<br />

Ferguson in der Band The Marksmen gespielt. Auch<br />

Ferguson schloss sich Red Rooster 1967 an, und Key -<br />

boarder John Locke stieß dazu. Man benannte sich um<br />

in Spirits Rebellious und verkürzte den Bandnamen<br />

bald auf Spirit. Das war der Start einer vielversprechenden<br />

Karriere. Ihr erstes Album von 1968 hieß wie<br />

die Band selbst. Dies fiel in die Zeit, als die Rockmusik<br />

eine kreative Explosion erlebte, die bisher ohne Bei spiel<br />

geblieben ist. Spirit waren Teil dieser Entwicklung. Von<br />

der LP „Spirit“ erfuhr ich 1968 durch den Sampler<br />

„That’s Underground“, mit dem die CBS für ihr aktuelles<br />

LP-Programm warb und als Appetithappen einzelne<br />

Stücke verschiedener Bands präsentierte. Spirit war<br />

mit „Mechanical World“ vertreten. Das war absolut<br />

kein gewöhnlicher Rocksong, und das machte mich<br />

neugierig. Hier zunächst eine aufs Erste betrachtet<br />

unter kühlt wirkende Atmosphäre im stabilen Rhyth -<br />

mus mit mehreren Tempowechseln im eindrucksvollen<br />

Sound und dann zwei Gitarrensoli von California, die<br />

klanglich das erfüllten, was man unter psychedelisch<br />

verstand. Californias Musik hat man auch als „spacey“<br />

bezeichnet. Und tatsächlich haftete ihr gelegentlich<br />

eine weltraumhaft-hypnotische Atmosphäre an. Der<br />

Kauf der „Spirit“-LP enttäuschte meine Erwartungen<br />

nicht. Sie enthielt weitere außergewöhnliche Songs,<br />

zum Teil stark jazzbeeinflusst, manchmal auch etwas<br />

der Klassik und dem Folk verbunden, das aber auf<br />

dem Rockfundament. Deswegen hat man Spirits ge -<br />

wöhnungsbedürftige Musik ihrer ersten vier Alben auch<br />

eklektisch genannt. Die Band war jedenfalls musikalisch<br />

breit aufgestellt und formte etwas unverwechselbar<br />

Eigenes. Der Spirit-Eröffnungstitel „Fresh Garbage“<br />

und die Jazz-Improvisation des knapp elfminütigen Ab -<br />

schlussstücks „Elijah“ sind eindrucksvolle Beispiele<br />

dafür. Das Album umfasst auch Songs im Stil britischer<br />

Pop- und Rockmusik jener Tage und Californias<br />

„Taurus“. Letzteres sorgte knapp 20 Jahre nach<br />

Californias Tod für Schlagzeilen: Der Beginn von „Taurus“<br />

hört sich verdächtig nach „Stairway to Heaven“ von 8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


44 STORIES<br />

Led Zeppelin an, die ihren Song allerdings erst 1971 auf<br />

ihrem vierten Album veröffentlichten. Mittlerweile ist der<br />

vor einigen Jahren dazu von Californias Nachlass -<br />

verwalter begonnene Urheberrechtsprozess zugunsten<br />

von Robert Plant und Jimmy Page entschieden worden,<br />

die behaupteten, „Taurus“ nicht gekannt zu haben,<br />

als sie „Stairway to Heaven“ schrieben und veröffentlichten.<br />

Anzumerken bleibt, dass Led Zeppelin 1969<br />

auf dem Zenit des Erfolgs von Spirit live in deren Vor -<br />

programm spielten und später in ihr eigenes Pro gramm<br />

zeitweise „Fresh Garbage“ aufnahmen.<br />

Noch 1968 legten Spirit das zweite Band-Album „The<br />

Family That Plays Together“ vor, das sich im Stil nahtlos<br />

an die Debüt-LP anschloss und daher nicht mehr ganz<br />

so überraschend war. Vor allem punktete die zweite LP<br />

mit dem Hit „I Got A Line On You“ und dem furiosen<br />

„It’s All The Same“, die zum Live-Repertoire von Spirit<br />

und California wurden und dann in herrlichen Impro -<br />

visationen lang ausgespielt wurden. Spirit-Produzent<br />

Lou Adler brachte die Band ebenfalls 1968 auch noch<br />

als <strong>Musiker</strong> für den Soundtrack des Spiel films „Model<br />

Shop“ unter. Als dieser Soundtrack 2005 veröffentlicht<br />

wurde, zeigte sich, dass diese Programm musik im<br />

Spirit-Stil auch ohne den Film gut funktionierte. 1969<br />

ließ Spirit als drittes Album „Clear Spirit“ folgen und<br />

festigte mit seiner Vielfalt die Beliebtheit der Band.<br />

Gleich das erste Stück „Dark Eyed Woman“ hatte das<br />

Zeug zu einem Rock-Ohrwurm, und Songs wie „Apple<br />

Orchard“ und „Caught“ standen nicht nach. Zu den<br />

späteren Publikumslieblingen von Live-Auftritten gehörte<br />

auch der exquisite Song „1984“, der das Thema von<br />

George Orwells gleichnamigem Roman aufgriff – und<br />

nun war dieses Jahr nicht mehr weit entfernt: „1984<br />

Knocking At Your Door!“<br />

Das wohl beste Album gelang dieser ersten Spirit-<br />

Formation 1970 mit „Twelve Dreams Of Dr. Sardonicus“.<br />

Es ist eines der wenigen Konzeptalben der damaligen<br />

Zeit. Die treibende Kraft dahinter war California, der<br />

Ferguson und Andes später vorwarf, nicht mutig genug<br />

gewesen zu sein, ihre Musik weiterzuentwickeln. Seit<br />

dem Debütalbum der Band war Californias musikalischer<br />

Einfluss gewachsen. Stammten auf den ersten<br />

beiden Alben noch jeweils über zwei Drittel der Songs<br />

von Ferguson, hatte California danach die meisten<br />

Stücke der Band geschrieben, wobei Hendrix’ Ein -<br />

fluss auf ihn unverkennbar blieb, wie „Love Has Found<br />

A Way“ auf „Twelve Dreams Of Dr. Sardonicus“ zeigte.<br />

Californias wegweisende Art der Produktion und seine<br />

vielen ungewöhnlichen musikalischen Ideen machten<br />

das neue Album schließlich zu etwas Besonderem.<br />

Spirits Konzeptalbum gilt als die beste und geschlossenste<br />

Produktion von Spirit mit so hervorragenden<br />

Stücken wie „Nature’s Way“, „Animal Zoo“, „Street<br />

Woman“, „Morning Will Come“ und „Mr. Skin“. Der Titel<br />

des letzteren Songs ist der Spitzname des kahlköpfigen<br />

Drummers Cassidy, und wie er hat das Stück mit<br />

seinem herrlichen Bläsereinsatz viel Feuer. Das Cover<br />

des Albums mit seinen verzerrten Bildern signalisierte<br />

bereits, einen verschlungenen Weg zu diesem Meister -<br />

werk nachzuzeichnen. Es scheint aber auch naheliegend,<br />

dass die Band während der Produktion Drogen<br />

konsumiert hat.<br />

Als Richtung der Band hatte sich Californias gitarrenbetonter<br />

psychedelischer Rock durchgesetzt, was<br />

noch deutlicher zu hören war, als die Band ohne<br />

Ferguson 1971 im Paramount Theater in Seattle ein<br />

mitreißendes Live-Programm mit einem bestens aufgelegten<br />

California spielte.<br />

2015 ist ein Mitschnitt auf der CD „KSIW FM Live<br />

Broadcast from Paramount Theatre, Seattle“ aus dem<br />

Jahr 1971, veröffentlicht worden. Rück blickend war ein<br />

Auf tritt wohl die Blaupause für die Zukunft, der Californias<br />

Konzerte künftig folgten. Solche Live-Auftritte waren<br />

ungleich ge schlossener und spannender als derjenige<br />

von 1967, der 2016 als „Live At The Ash Grove, 1967<br />

Volume 1“ herauskam, bevor an Spirits Debütalbum zu<br />

denken war; ein Volume 2 folgte bislang nicht.<br />

Nach „Twelve Dreams Of Dr. Sardonicus“ brach die<br />

Gründungsformation von Spirit schließlich auseinander,<br />

obwohl die Band es mit ihrer innovativen Musik zu<br />

einem Top Act der US-Musikszene gebracht hatte.<br />

Andes und Ferguson gründeten mit anderen die kurzlebige<br />

Band „Jo Jo Gunne“. California brach sich bei<br />

einem Reitunfall den Schädel und fiel geraume Zeit<br />

aus. Übrig blieben Cassidy und Locke, die 1972 mit<br />

den Brüdern Al und Chris Staehely das Spirit-Album<br />

„Feedback“ einspielten. Dessen gute Musik war eingängig,<br />

aber nicht mit Californias erfindungsreicher<br />

Musik zu vergleichen.<br />

Nachdem California sich erholt hatte, entstand 1972<br />

sein erstes Soloalbum „Kapt. Kopter And The (Fabulous)<br />

Twirly Birds“ mit Cassidy als Drummer und verschiedenen<br />

Bassisten wie dem späteren Spirit-Mitglied<br />

Larry „Fuzzy“ Knight. Dabei war auch der ominöse Clit<br />

McTorius: der ehemalige Hendrix-Bassist Noel Redding.<br />

Das Solodebüt war ein Ausflug in den Hardrock und<br />

löste gemischte Reaktionen aus. Manchen galt es als<br />

un inspiriert, andere waren begeistert. Sehr reizvoll sind<br />

jedenfalls Californias feurige Versionen der Beatles-<br />

Songs „Day Tripper“ und „Rain“. Vor „Kapt. Kopter And<br />

The (Fabulous) Twirly Birds“ hätte sich wohl niemand<br />

so recht eine Power-Fassung von Paul Simons „Mother<br />

and Child Reunion“ vorstellen können. Eröffnet wurde<br />

das Album mit dem wuchtigen „Downer“, das California<br />

später auch häufig live spielte. Als im September 1972<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 45<br />

»Das wohl beste Album gelang der<br />

ersten Spirit-Formation 1970<br />

mit „Twelve Dreams Of Dr. Sardonicus“.<br />

Es ist eines der wenigen<br />

Konzeptalben der damaligen Zeit.«<br />

das Album veröffentlicht wurde, spielte er mit Cassidy<br />

und Knight für das KPFK Radio LA ein hervorragendes<br />

Konzert, das 2015 herauskam. Es schien, dass<br />

auf den Stücken „I Don’t Want Nobody“, „Shotgun“,<br />

„Happy“ (von Mick Jagger und Keith Richards) und<br />

„Downer“ Hendrix wiederauferstanden wäre. Schade,<br />

dass die Tonqualität der CD nur mäßig ist.<br />

Danach arbeiteten California und Cassidy an einem<br />

Back-Again-Projekt, aus dem sich das Album „The<br />

Adventures Of Kaptain Kopter And Commander Cassidy<br />

In Potatoland“ im Grunde als weiteres Soloprojekt entwickelte.<br />

Das war in der Tat ein „spacey“ Unterfangen,<br />

das erst 1981 mit elf Stücken erschien und als Spirit-<br />

Album deklariert wurde. Der Kaptain und der Comman -<br />

der waren darin im „famous Kopter Mobile“ in Idaho<br />

unterwegs und gerieten ins geheimnisvolle Potatoland<br />

mit seinen Potato Men. Damals waren der LP ein 16-<br />

seitiges Heft mit einem Comic im Underground-Stil und<br />

Fotos über das Abenteuer nebst Songtexten und<br />

einem Potatoland Mail Order Catalogue beigelegt.<br />

Offenbar hatten California und Cassidy an dem Potato -<br />

land-Abenteuer wesentlich umfangreicher ge arbeitet.<br />

2006 erschien aus Californias Nachlass „The Original<br />

Potatoland“ mit 18 Songs, dazu acht Bonus tracks mit<br />

Knight am Bass. 2019 wurde dann sogar das 4-CD-<br />

Set „Complete Potatoland“ vorgelegt, einschließlich<br />

eines Radiokonzertes, eines Auftritts beim Old Grey<br />

Whistle Test der BBC und Demos.<br />

Allein die Veröffentlichungsgeschichte von „The<br />

Adventures Of Kaptain Kopter And Commander Cassidy<br />

In Potatoland“ skizziert die Schwierigkeiten, die California<br />

mit seiner Solokarriere hatte. Sie zündete einfach nicht,<br />

und das ließ den kreativen <strong>Musiker</strong> 1973 psychisch<br />

zusammenbrechen. Er zog sich nach Hawaii zurück<br />

und lebte buchstäblich am Strand, ehe er zeitweise<br />

als Gärtner arbeitete und sich langsam erholte. Als er<br />

wieder in der Lage war, sich der Gitarre und der Musik<br />

zu widmen, nahm er Songs für ein neues geplantes<br />

Spirit-Album auf. Um unter diesem Bandnamen firmieren<br />

zu können, musste er ihn den Gebrüdern Staehely für<br />

25 000 US-Dollar abkaufen, die ihn sich rechtlich gesichert<br />

hatten. Anfang 1974 tat California sich mit Cassidy<br />

und dem Bassisten Barry Keene zusammen, der bei<br />

„Kapt. Kopter And The (Fabulous) Twirly Birds“ mitgewirkt<br />

hatte. Zuvor knüpften sie gemeinsam live schon<br />

vorher das Seattler Radiokonzert von 1971 an. Die<br />

Songs stammten überwiegend aus Californias Feder.<br />

Man spielte aber auch den Rolling-Stones-Klassiker<br />

„Satisfaction“ und Bob Dylans „All Along The Watch -<br />

tower“, wie Hendrix das Stück geformt hatte. Drei dieser<br />

Auftritte wurden 2007 für das posthum herausgegebene<br />

3-CD-Set „Salvation ... The Spirit Of ’74“<br />

zusammengefasst. Das vollständig enthaltene Konzert<br />

von Ende Oktober 1974 in Ebbets Field wurde mit der<br />

Song-Kombination eröffnet, die auch das kommende<br />

neue Spirit-Album einleitete: „America The Beautiful/<br />

The Times They Are A-Changing“. Dazu gehörte eine<br />

8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


46 STORIES<br />

knapp 14-minütige Fassung von „All Along The<br />

Watchtower“, die auf achteinhalb Minuten gekürzt<br />

wurde, als 2015 ein anderes Label „Spirit At Ebbets<br />

Field“ auf den Markt brachte, um das Konzert auf nur<br />

eine CD pressen zu können. All diese Live-Auf nahmen<br />

auf „Salvation ... The Spirit Of ’74“ enthalten echte<br />

Perlen, die für die zuweilen eingeschränkte Ton qualität<br />

der Aufzeichnungen entschädigen.<br />

Die Live-Präsenz der neuen Spirit-Formation wurde<br />

schließlich die Basis für ein neues Album. Am 2. März<br />

1975 sollte der Ex-Ten-Years-After-Gitarrist Alvin Lee<br />

in Tampa mit Spirit im Vorprogramm auftreten, sagte<br />

aber kurzfristig ab. California nutzte die Gelegenheit,<br />

stattdessen mit Spirit allein aufzutreten. In Überein stim -<br />

mung mit dem Konzert-Promoter übernahm er auch<br />

den Ticketverkauf. Das zahlte sich aus, denn auf diese<br />

Weise kam genügend Geld für die Miete des Auf nah me -<br />

studios zusammen. Dieses Mal übernahm California<br />

sowohl die Produktion als auch die künstlerische Lei -<br />

tung. Er spielte sämtliche Instrumente und meistens<br />

auch den Bass. An den Drums aber saß wieder der<br />

bewährte Cassidy. Das Doppelalbum „Spirit Of ’76“<br />

wurde im Mai 1975 veröffentlicht und ist das wohl<br />

geschlossenste Spirit-Album, dem man auch keinen<br />

Eklektizismus vorhalten konnte. Es konzentrierte sich<br />

auf Californias Qualitäten als virtuoser, experimentierfreudiger<br />

Gitarrist, der wie bei „Kapt. Kopter And The<br />

(Fabulous) Twirly Birds“ der alleinige Sänger war. Die<br />

Songs zeichnete mitunter eine traumwandlerische<br />

Schönheit aus, wie die beiden Songs am Anfang der<br />

ersten LP. Zudem wurden klangliche Reinheit und verträumte<br />

Töne mit entrückten Klängen gemischt. Etwas<br />

musikalisch anreichernd wurden die technisch verfremdeten<br />

Sprach sequenzen „Jack Bond Pt. 1-2“ und<br />

die „Tampa Jam Pt. 1-3“ als „Electro Jam From The<br />

Time Coast“ eingestreut. Hätte Jimi Hendrix, der auch<br />

solche technischen Extravaganzen schätzte, anno 1975<br />

womöglich ähnlich geklungen? Spirit wirkten wie neugeboren<br />

und ließen als Referenz an die Finanzierung<br />

auf das Cover der Doppel-LP drucken: „Thanks to Alvin<br />

Lee for cancelling.“<br />

California, Cassidy und Keene hatten während der<br />

Arbeit an „Spirit Of ’76“ weitaus mehr Songs aufgenommen.<br />

Aus diesem beträchtlichen Fundus wurde das<br />

Folgealbum „Son Of Spirit“ zusammengestellt und nur<br />

wenige Monate später im Oktober 1975 veröffentlicht.<br />

Auch wenn es nicht ganz so stark wie das Doppel album<br />

war, geriet „Son Of Spirit“ zu einem beachtlichen Nach -<br />

folger. Stücke wie „Family“, „Circle“ und „The Other<br />

Song“ beweisen die hohe musikalische Kompetenz<br />

der Band, die zum Beispiel aus einem erdigen Blues<br />

ein sphärisches Abenteuer entstehen ließ. California<br />

coverte immer wieder auch Songs anderer <strong>Musiker</strong>.<br />

www.musiker-online.tv


STORIES 47<br />

Hier hatte er sich dem Beatles-Klassiker „Yesterday“<br />

zugewandt, dem er neue Seiten abgewann. Spirit hatten<br />

sich erholt und zu neuer Kraft gefunden. Noch weitere<br />

Studioaufnahmen aus der Vorbereitungsphase von<br />

„Spirit Of ’76“ sind auf „Salvation ... The Spirit Of ’74“<br />

zu finden.<br />

Danach reformierte sich überraschenderweise fast<br />

wieder die Originalbesetzung von Spirit, bis auf<br />

Ferguson, der durch Andes’ Bruder Matt ersetzt wurde.<br />

Die Neuauflage erweiterte das musikalische Spektrum<br />

von „Spirit Of ’76“ und „Son Of Spirit“, auch wenn<br />

California fast alle Stücke geschrieben hatte. Es waren<br />

Anklänge an die Musik der Band der ersten vier Spirit-<br />

Alben zu hören, aber auch Funk-Einflüsse und sogar<br />

Disco-Ausflüge („Atomic Boogie“), die im Kosmos der<br />

Spirit-Musik nicht störten. Das Album „Farther Along“<br />

erschien im Juni 1976 und ist auch heute noch hörens -<br />

wert, wie die Songs „World Eat World Dog“, „Mega<br />

Star“ und „Nature’s Way“ zeigen. „Nature’s Way“ ist<br />

natürlich bekannt von „Twelve Dreams Of Dr. Sar do ni -<br />

cus“, aber auf „Farther Along“ wurde es als einfühlsames<br />

Orchesterwerk präsentiert.<br />

Die Reunion endete jedoch schnell wieder. Das nächste<br />

Spirit-Album „Future Games (A Magical-Kahauna<br />

Dream)“ von April 1977 war im Grunde ein weiteres<br />

California-Soloprojekt. Er nahm bis auf die Drums, die<br />

Cassidy spielte, fast alles selbst in die Hand. Unter dem<br />

Pseudonym Dr. Sardonicus war er außerdem der Pro -<br />

duzent. Daraus resultierte allerdings kein konsistentes<br />

Werk. California präsentierte vielmehr ein musikalisches<br />

Brainstorming mit zahlreichen außergewöhnlichen<br />

musikalischen Ideen, das die meisten Hörer ratlos<br />

zurückgelassen haben wird. Andere <strong>Musiker</strong> hätten<br />

daraus wahrscheinlich gleich mehrere Alben kreiert.<br />

California gelang es jedoch nicht, seine überbordenden<br />

Ideen auf den Punkt zu bringen, geschweige denn<br />

zu Ende zu führen. Das Ergebnis von „Future Games“<br />

passte irgendwie zu dem verzerrten Cover von „Twelve<br />

Dreams Of Dr. Sardonicus“ und wurde auch die Science-<br />

Fiction-Version des Spirit-Klassikers von 1970 genannt.<br />

Daher muss es für die Spirit-Gefolgschaft wie Balsam<br />

gewirkt haben, dass California, Cassidy und Bassist<br />

Larry „Fuzzy“ Knight anschließend als Power-Trio live<br />

auftraten. 1978 lieferten sie eine Reihe hochenergetischer<br />

Konzerte in den USA, in Großbritannien und in<br />

Deutschland. Spirits Auftritt in der zweiten Rockpalast-<br />

Nacht am 5. März 1978, der in Bild und Ton festgehalten<br />

wurde, ist Legende. California spielte so mitreißend<br />

Gitarre und bediente dazu einen Foot Pedal Synthe -<br />

sizer, dass es den WDR-Aufnahmeleiter nicht hinter<br />

der Kamera hielt und er zu Spirits Musik mittanzte.<br />

Das Publikum in der Essener Grugahalle geriet völlig<br />

aus dem Häuschen. Zum Schluss dieses denkwürdigen<br />

Konzertes kam noch Dickey Bett zu einer Jam auf<br />

die Bühne – er war mit seiner Band Great Southern in<br />

der Rockpalast-Nacht vor Spirit aufgetreten. Müsste<br />

man sich nur ein einziges Spirit-Album aussuchen, wäre<br />

das Rockpalast-Set mit zwei CDs und einer DVD wohl<br />

die erste Wahl. Außer dieser DVD scheinen kaum<br />

andere Spirit-Konzerte gefilmt worden zu sein. Denn<br />

es gibt nur noch eine Video History der Band und „Spirit<br />

in Concert“ aus ihrer Endphase in den 1990er-Jahren<br />

von 2003 vom Label Woodhaven Entertainment.<br />

Vor dem Rockpalast-Auftritt hatten Spirit ihr Publi -<br />

kum im Londoner Rainbow Theatre begeistert und nicht<br />

weniger als sechs Zugaben gespielt, darunter „Stone<br />

Free“ von Hendrix und dessen Version des Troggs-Hits<br />

„Wild Thing“. Damals erschienen Teile des Rainbow-<br />

Konzertes in drei voneinander abweichenden Fas -<br />

sungen als LPs: „Spirit Live“ in Großbritannien, „Made<br />

in Germany“ in Deutschland (nur die „Rockpalast<br />

Jam“ stammte aber aus Essen) und „Live Spirit“ in<br />

den USA, dort herausgekommen bei einem Label mit<br />

dem beziehungsreichen Namen Potato Records. 2008<br />

war die Doppel-CD „Two Sides Of A Rainbow“ mit dem<br />

kompletten Londoner Auftritt samt Zugaben erhältlich.<br />

Sie umfasste auch den Inhalt der US-LP „Live Spirit“.<br />

Das Rainbow-Konzert war allerdings tontechnisch nicht<br />

optimal aufgezeichnet worden. Deswegen erschien<br />

2019 das Set noch einmal in einer technisch überarbeiteten<br />

Fassung. Einen Einblick in diese hervorragende<br />

Phase des Power-Trios Spirit bietet zudem das 3-<br />

CD-Set „Rock and Roll Planet ... 1977-1979“ mit Kon -<br />

zertmitschnitten aus den USA und Studioaufnahmen,<br />

aus denen schließlich kein Album entstand. Leider<br />

gelang es auch dieser Spirit-Formation trotz ihrer enormen<br />

Musikalität und Live-Anziehungskraft nicht, eine<br />

dauerhafte gemeinsame Karriere zu gestalten. Das<br />

Trio-Projekt zerplatzte wie eine Seifenblase. Wehmut<br />

kommt auf, wenn man sich die fantastischen Live-<br />

Versionen von „All Along The Watchtower“, „Stone Free“<br />

und „Downer“ anhört.<br />

California setzte sich freilich nicht zur Ruhe. Nach<br />

dem Aus des Trios mit Cassidy und Knight stellte er<br />

die Randy California Band zusammen. Dies war ein<br />

neues Trio, das in Großbritannien das Vorprogramm des<br />

Deep-Purple-Sängers Ian Gillian bestritt, der sich selbst -<br />

ständig gemacht hatte. Doch die Randy California<br />

Band erwies sich als noch kurzlebiger. Schon Anfang<br />

1980 arbeiteten California und Cassidy wieder ge mein -<br />

sam und gingen 1981 als Spirit auf Tournee, um für<br />

das jüngst veröffentlichte Album „The Adventures Of<br />

Kaptain Kopter And Commander Cassidy in Potato -<br />

land“ zu werben. Aus dieser Zeit stammt ein Live-Mit -<br />

schnitt, der auf dem mittlerweile zu einem 6-CD-Set 8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


48 STORIES<br />

»Spirits Auftritt in der<br />

zweiten Rockpalast-Nacht<br />

am 5. März 1978,<br />

der in Bild und Ton<br />

festgehalten wurde,<br />

ist Legende.<br />

California spielte<br />

so mitreißend Gitarre und<br />

bediente dazu einen<br />

Foot Pedal Synthesizer,<br />

dass es den WDR-<br />

Aufnahmeleiter nicht<br />

hinter der Kamera hielt<br />

und er zu Spirits Musik<br />

mittanzte.«<br />

angewachsenen Nachlass-Album „Randy California and<br />

Spirit: „The Euro-American Years 1979-1983“ von 2020<br />

zu finden ist; 2007 hatte das Set noch 4 CDs umfasst.<br />

Jedoch muss auch dieses Unternehmen für California,<br />

der sich erneut in einer Phase psychischer Instabilität<br />

be fand, unbefriedigend gewesen sein. Denn abermals<br />

entschied er sich gegen Spirit für eine Solokarriere. In<br />

deren Verlauf kam er mit verschiedenen früheren Mit -<br />

gliedern zusammen. Das erste Soloalbum war 1982<br />

„Euro-American“ beim britischen Label Beggars<br />

Banquet. Es teilte sich tatsächlich auch musikalisch in<br />

zwei Hälften und spiegelte die unterschiedlichen Musik -<br />

auffassungen beider Kontinente wider. „Euro-American“<br />

konnte mit guten Stücken punkten und wurde bei<br />

Beggars Banquet begleitet von dem Mini-Album „All<br />

Along The Watchtower“ mit fünf weiteren Songs.<br />

Kurioserweise lagen „Euro-American“ in Großbritannien<br />

die beiden besten Songs „Shattered Dreams“ (eines<br />

der eindrucksvollsten California-Stücke überhaupt) und<br />

„Magic Wand“ nur auf einer kostenlosen Single bei.<br />

Von „Fearless Leader“ hatte California auch eine deutsche<br />

Fassung mit dem Titel „Grosser Herrscher“ eingespielt.<br />

Das mag ein Vorbote seiner 1983 in Deutsch -<br />

land bei Line Records veröffentlichten LP „Shattered<br />

Dreams“ mit ihren vielen überzeugenden Songs ge -<br />

wesen sein. „Grosser Herrscher“ war aber nicht dabei,<br />

dafür „Hey Joe“, aufgenommen auf dem Hamburger<br />

Stadtpark-Festival „Line’s Greatest Lines“. 1982 tourte<br />

California mit seiner Band in Großbritannien und brillierte<br />

auf den Festivals von Reading und Glaston bury in<br />

bester Spiellaune, wovon man sich auf dem genannten<br />

6-CD-Set überzeugen kann. 1982 hatte davon nur der<br />

Titel „Come On Woman“ den Weg auf das Doppel -<br />

album „Reading Rock Volume One“ gefunden.<br />

1982 kam es dann doch rund zwölf Jahre nach<br />

dem Auseinanderbrechen der Originalbesetzung von<br />

Spirit zu einer echten Reunion – obwohl California<br />

1972 geäußert hatte, nie wieder mit Ferguson zusammenarbeiten<br />

zu wollen. Gemeinsam spielte man live<br />

im Studio einige neue Songs ein und nahm alte neu<br />

auf. Das sehr hörenswerte Album kam im Juni 1984<br />

unter dem Titel „The Thirteenth Dream“ in Deutschland<br />

heraus, wo auch eine Maxi-Single erschien mit der<br />

Neuaufnahme von „Elijah“. Diese Version ist seither<br />

nicht wieder veröffentlicht worden. In den USA hieß<br />

das Album „Spirit Of 84“ und hatte ein anderes Cover.<br />

Der Erfolg blieb jedoch aus, und nach einigen Live-<br />

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STORIES 49<br />

Auftritten zur Werbung für dieses Album, bei denen<br />

Bassist Scott Monahan Ferguson ersetzte, trennte<br />

sich die Spirit-Formation endgültig. 1985 entstand<br />

Californias nächstes Soloalbum „Restless“ mit wieder<br />

anderen <strong>Musiker</strong>n und ohne Cassidy, das 2003 mit<br />

sieben Bonustracks neu veröffentlicht wurde. Das war<br />

ein modernisiert klingender Spirit-California, der sich<br />

eigens dafür auch eine neue Frisur statt seiner bisherigen<br />

Mähne zugelegt hatte. Im Vordergrund standen<br />

einmal mehr Californias melodisches und gleichzeitig<br />

energiereiches Songwriting und seine unverwechselbare<br />

Gitarre. Herausgegriffen seien die Songs „Second<br />

Child“, „Restless Nights“ und das bluesige Stück<br />

„Childhod’s End“. Seine bewährte Musik fand zumindest<br />

in Großbritannien großen Zuspruch. Mit dem<br />

„Restless“-Programm ging California auf Tournee, auf<br />

der ihn unter anderem Bassist Monahan begleitete, der<br />

künftig häufiger mit California zusammenarbeitete. 1988<br />

war California unter anderem mit Alvin Lee auf dem<br />

Sampler „Music Too Good For Words, Two“ mit seinem<br />

Song „The Prisoner“ vertreten und 1989 mit einem<br />

Auftritt auf der „Night Of The Guitar“.<br />

Dann aber rief California gemeinsam mit Cassidy<br />

und Locke ein weiteres Spirit-Trio ins Leben, das zum<br />

Teil im Stil des New Wave 1989 die CD „Rapture In<br />

The Chamber“ vorlegte. Im Jahr darauf folgte „Tent Of<br />

Miracles“ mit dem Bassisten Mike Neil, mit dem dieses<br />

Spirit-Trio auch auf Tournee ging. Die Band spielte<br />

auf hohem Niveau, von dem neue Songs wie „Border-<br />

line“ und „Love from here“ zeugten. Als „Tent Of Miracles“<br />

2020 wiederveröffentlicht wurde, war die Aufzeichnung<br />

eines ausgezeichneten Auftritts in Amsterdam vom März<br />

1990 dabei. Noch zu Californias Lebzeiten erschien<br />

1995 der sehr schöne Auftritt „Live At La Paloma“, nun<br />

wieder mit dem bewährten Bassisten Monahan. Mit<br />

dem letzten offiziellen Spirit-Album „California Blues“<br />

von 1996 gelang California noch einmal musikalisch<br />

ein großer Wurf, zu dem er Cassidy, Matt Andes und<br />

den Bassisten Steve Loria versammelt hatte. Californias<br />

Qualitäten als <strong>Musiker</strong>, Sänger und Instrumentalist sind<br />

hier versammelt. Das Duett „Call On Me“ mit Andes’<br />

15-jähriger Tochter Rachel geht mit seiner un ver gleich -<br />

lichen Schönheit unmittelbar unter die Haut. Blues-<br />

Stücke wie „Crossroads“, „Song For Clyde“, „Pawn<br />

Shop Blues“, „Sugar Mama“ und Hendrix’ „Red House“<br />

machen deutlich, welche Lücke Californias Tod gerissen<br />

hat. Unterstrichen wurde dies durch die Wieder -<br />

veröffentlichung „California Blues Redux“ von 2009<br />

mit Bonustracks und einem Live-Konzert aus dem<br />

Jahr 1993.<br />

herausgibt, sind nicht die einzigen. Von 2000 bis 2011<br />

kamen noch sieben weitere 2-CD-Sets mit einer Fülle<br />

von Studioaufnahmen (fertig produzierte Stücke und<br />

Demos) und Live-Mitschnitten heraus. Sie lassen sich<br />

in etwa wie folgt einordnen:<br />

„Sea Dream“ (2002) aus der Zeit von 1987 bis<br />

1996 mit der sehr schönen „Sea Dream Suite“,<br />

„Live From The Time Coast“ (2004) aus der Zeit<br />

von 1989 bis 1996,<br />

„Cosmic Smile“ (2000), „Blues From The Soul“<br />

(2003) und „Son Of America“ (2005) aus der Zeit<br />

von 1990 bis 1995, Letzteres <strong>2021</strong> um eine weitere<br />

Live-CD erweitert,<br />

„The Last Euro Tour“ (2010) von November 1991<br />

mit vielen elektrisierenden Stücken und<br />

„Tales From The Westside“ (2011) aus der Zeit von<br />

1992 bis 1995, als Spirit gegen schwindende Zu -<br />

schauerzahlen kämpfen mussten und gleichwohl<br />

das Beste gaben.<br />

Für diejenigen, die sich für California und Spirit<br />

begeistern, sind auch diese Sets eine Fundgrube, die<br />

über gelegentliche aufnahmetechnische Unzulänglich -<br />

keiten hinwegsehen lassen. California war offenbar<br />

ähnlich kreativ und produktiv wie sein großes Vorbild<br />

Jimi Hendrix, und auch von California wurde zu seinen<br />

Lebzeiten sehr viel weniger offiziell vermarktet. Ob<br />

Skidmore aus dem Nachlass noch mehr zutage fördert,<br />

bleibt abzuwarten – und nach der vielen hervorragenden<br />

Musik, die er bisher vorlegen konnte, auch<br />

zu hoffen.<br />

NÄCHSTE FOLGE: JIM MORRISON UND THE<br />

DOORS<br />

TEXT: DR. NORBERT APING<br />

BACKGROUND: © HANNA ABRAZHEVICH /<br />

ADOBE STOCK<br />

DR. NORBERT APING<br />

Geboren 1952, Buchautor<br />

und Direktor des<br />

Amtsgerichts a. D. in<br />

Buxtehude<br />

Die wiederholt angesprochenen Veröffentlichungen<br />

aus Californias Nachlass, die Mick Skidmore seit Jahren<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


50 MUSIKBUSINESS<br />

The Singer’s Coach<br />

von LeeZa Nail<br />

Teil 2:<br />

VOCAL SKILLS<br />

THE SINGER’S COACH<br />

In ihrem bei Alfred Music erschienenen Buch „The<br />

Singer’s Coach“ (978-3-947998-08-1) gibt LeeZa<br />

Nail ihre Erfahrungen weiter an alle, die es ebenfalls<br />

ernst meinen mit der eigenen Gesangs karriere.<br />

In insgesamt 13 Kapiteln beschäftigt sich LeeZa mit:<br />

• der Gesangspraxis und deren handwerklichen<br />

Grundlagen<br />

(Atemtechnik, Stimmbildung, Interpretation)<br />

• den „Basics“ der allgemeinen Musiklehre<br />

(Harmonik, Rhythmik, Gehörbildung,<br />

Vom-Blatt-Singen)<br />

• der bewussten Auseinandersetzung mit<br />

der eigenen Rolle als Sänger*in<br />

(Performance, An sprache des Publikums,<br />

Imagebildung, Zeit- und Selbstmanagement,<br />

Fitness von Körper, Geist und Seele)<br />

• den Notwendigkeiten des Musikbusiness<br />

(Equipment, Marketing, Künstlersozialkasse,<br />

Verwer tungs gesellschaften wie<br />

GEMA und GVL)<br />

Spannende und aufschlussreiche Interviews mit<br />

Profimusiker*innen aus Soul, Pop, Jazz, Musical,<br />

Oper und Chor runden ihr Buchkonzept ab.<br />

EINSINGEN<br />

Die benötigte Zeit zum Einsingen ist individuell<br />

verschieden und hängt von mehreren Faktoren ab.<br />

Ich empfehle, die vorgestellten Glissando-Übungen<br />

für mindestens zehn Minuten durchzuführen.<br />

Während dieser Zeit wirst du merken, ob deine<br />

Stimm bänder inzwischen weich und locker sind oder<br />

noch mehr Auf wärm zeit brauchen. Das kann zum<br />

Beispiel noch einige Tage nach einer überwundenen<br />

Erkältung, nach einem anstrengenden Gig am Vor tag<br />

oder bei feuchtkaltem Wetter der Fall sein.<br />

Nach den Glissando-Übungen sind ein paar<br />

Locke rungsübungen sinnvoll. Sie bereiten die Stimm -<br />

bänder optimal auf die folgende Übungs zeit oder<br />

den Auftritt vor. Während der Glissando-Übungen<br />

kann es vorkommen, dass sich plötzlich Schleim<br />

löst und den Stimm bändern regelrecht aufliegt.<br />

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MUSIKBUSINESS 51<br />

STAGE SKILLS<br />

FÜR SÄNGER*INNEN<br />

»Die Bühnen-Performance«<br />

Man spürt es und hört<br />

es manchmal an einem<br />

feinen „Rasseln“ in einer be -<br />

stimm ten Tonlage. Durch weitere<br />

Wieder holungen der Übung<br />

(gaaanz sanft!) in dieser und den<br />

be nachbarten Ton lagen wird sich<br />

der Schleim nach und nach lösen.<br />

Manchmal wird das Rasseln zunächst<br />

noch stärker, dann kann man durch ein<br />

gezieltes Zusammenführen der Stimm -<br />

bänder (so, als ob man sich in Zeitlupe und sanft<br />

räuspern würde) den Schleim lösen und „wegschlucken“.<br />

Zwischen durch solltest du immer mal<br />

einen Schluck Tee oder Wasser trinken!<br />

EINSINGÜBUNGEN<br />

Warm-up mit Glissando-Übungen<br />

Quinten in mittlerer Tonlage und Lautstärke:<br />

Be ginne in einer für dich angenehmen, mittleren<br />

Tonlage und in einer mittleren Lautstärke. Summe<br />

den Kon sonanten M im Glissando, das heißt, du<br />

verbindest die Töne stufenlos miteinander (der<br />

Klang erinnert an eine Sirene). Summe eine Quinte<br />

aufwärts, atme kurz ein, dann geht es wieder<br />

abwärts.<br />

ie Bühnen-Performance setzt sich zu -<br />

D sammen aus allen Komponenten, die den<br />

Auftritt auf der Bühne betreffen. Bei einem*einer<br />

Solo sänger*in ist das selbstverständlich eine andere<br />

als bei einem*einer Backgroundsänger*in. Ein<br />

Rock sänger stellt sich auf der Bühne in Outfit,<br />

Gestik, Mimik und Be wegung anders dar als eine<br />

Chanson sängerin.<br />

Aber was genau ist denn eine „Bühnen-Per-<br />

formance“? Was gehört alles dazu? Und was<br />

bedeutet all das speziell für den*die Sänger*in?<br />

Gehört zum Singen auf der Bühne automatisch<br />

immer eine Show? Oder reicht eine gute<br />

Mo deration? Und wie und was genau gilt als<br />

Show? Was mache ich, wenn ich Lampenfieber<br />

bekomme?<br />

Alle diese Fragen sollen in diesem Kapitel über<br />

die Bühnen-Performance geklärt werden.<br />

BEWEGUNG,<br />

SHOW UND MODERATION<br />

Ein*eine Sänger*in kann noch so perfekt intonieren,<br />

noch so gefühlvoll phrasieren – wenn er*sie<br />

dabei stocksteif auf der Bühne steht und zwischen<br />

den Songs kein Wort herausbringt, wird<br />

das ihrer Karriere wenig förderlich sein.<br />

Andererseits: Ein*eine Sänger*in, der*die aufdringlich<br />

und aggressiv die Leute animieren will<br />

oder zwischen den Songs ohne Ende plappert,<br />

verhält sich ebenso unprofessionell – es sei denn,<br />

es ist sein*ihr spezielles Markenzeichen und<br />

sein*ihr Publikum erwartet es so.<br />

Darum solltest du dir über ein paar Aspekte<br />

einige grundsätzliche Gedanken machen.<br />

Mit Bewegung ist hier weder Sport noch das<br />

Tanzen gemeint, das für angehende Musical sän -<br />

ger*innen selbstverständlicher Teil der Ausbildung<br />

ist, sondern die Art von Bewegung, die den mu -<br />

sikalischen Part optisch unterstützen kann. Das<br />

können kleinere Choreografien während eines<br />

Songs sein oder auch die (sparsame) Un ter -<br />

streichung einer Ballade mit Gestik und Mimik.<br />

Wer nur eine musikalische Sparte bedient, hat<br />

es leichter, sich ein Repertoire von passenden Be -<br />

wegungen und Ansagen zuzulegen und braucht<br />

nicht ständig etwas daran zu ändern. Wer jedoch<br />

in verschiedenen Bereichen tätig ist, sollte flexibler<br />

sein und die jeweiligen Klischees kennen und be -<br />

dienen. 8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


52 MUSIKBUSINESS<br />

»Wer das Mikrofon hat,<br />

hat die Macht«<br />

Konzerte, bei denen zwischen den Songs kaum<br />

ein Wort zum Publikum gesprochen wird, wirken<br />

schnell unpersönlich und kühl. Es wird kein Kon -<br />

takt hergestellt, und wäre da nicht der Applaus,<br />

könnte man glauben, es liefe eine CD. Es mag<br />

Ansichtssache sein, ob man vor jedem Song etwas<br />

darüber erzählen oder die Leute zum Mitmachen<br />

animieren will – aber um eine gewisse Nähe zu<br />

seinem Publikum herzustellen, ist ein Minimum an<br />

Ansprache notwendig. Dafür sollte der*die Sän -<br />

ger*in über ein gewisses Repertoire an Ansagen<br />

verfügen, spontan eine Showeinlage anmoderieren<br />

oder – je nach Stimmung und Anlass – sein*ihr Pu -<br />

bli kum zum Mitmachen animieren können.<br />

ANSAGEN UND MODERATION<br />

Kann ich das üben?<br />

Ja. Man kann durchaus zu Hause oder im Probe -<br />

raum mit einem imaginären Publikum „üben“. Es<br />

macht Sinn, sich ein paar gute Ansagen und Gags<br />

auszudenken und das (deutliche, aber nicht über -<br />

zogene) Sprechen zu üben. Die Übe-Situation<br />

sollte so genau wie möglich der Live-Situation<br />

nachempfunden werden. Es wird im Stehen geübt<br />

und auf Lautstärke und Dynamik geachtet. Wie<br />

beim Singen-Üben wirst du den besten Fort schritt<br />

erzielen, wenn du (Video-)Aufnahmen von dir<br />

machst. Zum einen hörst du bei der Kontrolle, ob<br />

du dynamisch und deutlich genug gesprochen<br />

hast, zum anderen gewöhnst du dich an den eigenen<br />

(Sprech-)Stimmklang und erlangst ein feineres<br />

Gespür für Stimmmodulation. (Auch pro fes sio -<br />

nelle Redner proben ihre Reden viele Male, bevor<br />

sie öffentlich auftreten.)<br />

»Die oberste Regel für gute<br />

Ansagen lautet:<br />

Sprich deutlich artikuliert<br />

und in mäßigem Tempo!«<br />

A – wie Anekdote<br />

Von Barbra Streisand heißt es, sie schaue<br />

immer über die Köpfe der vorderen Reihen<br />

hinweg, da – selbst wenn ihr Blick in Rich tung<br />

Horizont schweift – für die vorderen Reihen<br />

„immer noch genügend von ihrem Glanz“<br />

abfällt ...<br />

LEEZA NAIL<br />

The Singer’s Coach – Der Karriere-Ratgeber<br />

Alles, was ambitionierte Sänger*innen wissen sollten!<br />

DIN A4, 160 SEITEN, 18,95 EURO<br />

ISBN13: 9783947998081<br />

LEEZANAIL.DE<br />

FACEBOOK.COM/LEEZA.NAIL.AUTORIN<br />

die Stimme überträgt. So wirst du mit jedem Auftritt<br />

sicherer werden – versprochen.<br />

IMMER ANSAGEN?<br />

Es muss nicht vor jedem Song eine Ansage<br />

gemacht werden. Wenn das Publikum bereits auf -<br />

geheizt und die Stimmung ausgelassen ist, reicht<br />

es oft, einige „Knaller“ direkt hintereinander zu<br />

spielen. Ohne Pausen. Das funktioniert freilich am<br />

besten mit einer gut eingespielten Band. Wenn die<br />

Stimmung aufrechterhalten werden soll, gehen<br />

langes Noten-Umblättern oder Tonart-Checken<br />

gar nicht.<br />

Bei konzertanten Auftritten kann und darf es<br />

zwischen den Songs auch mal etwas längere<br />

Pausen für Ansagen geben. Vor allem bei eigenen<br />

oder ausgefallenen Kompositionen interessiert die<br />

Leute, wie dieser Song zustande kam, was darin<br />

erzählt wird oder was er für den*die Sänger*in<br />

bedeutet. Dafür können andere Songs wiederum<br />

kurz und knapp vorgestellt werden. Es kommt<br />

immer auf den Moment an.<br />

Ein*e professionelle*r Sänger*in bleibt aufmerksam<br />

und spürt, was sein*ihr Publikum gerade<br />

„braucht“. Bei gehobenen Tanzveranstaltungen<br />

(Galas, Abschlussbällen usw.) sind meist kurze<br />

Pausen zwischen den Songs sogar erwünscht.<br />

Während ruhig und entspannt der nächste Titel<br />

angesagt wird, haben die Tanzpaare Gelegenheit,<br />

kurz zu verschnaufen und sich auf die nächste<br />

Runde vor zubereiten. Bei Tanzabschlussbällen wird<br />

manchmal erwartet, dass der jeweilige Tanz (Cha-<br />

Cha-Cha, Rumba, Slow Fox, Langsamer Walzer,<br />

Wiener Walzer usw.) angesagt wird, damit die Tanz -<br />

schul absolventen wissen, welcher Tanzschritt folgt.<br />

KÖRPERSPRACHE<br />

Eine aufrechte, gerade und lockere Körper hal -<br />

tung strahlt Souveränität und Kompetenz aus.<br />

Wenn du mit Ansagen (noch) nicht so vertraut<br />

bist, achte doppelt so gut auf eine selbstsichere<br />

Körper haltung und den Blickkontakt zu deinem<br />

Publikum.<br />

Zu schnelle und genuschelte Ansagen versteht<br />

niemand. Meistens wirkt eine tiefere Sprech stimme<br />

charismatischer und klingt routinierter als eine hohe.<br />

Wenn du eine sehr hohe Sprechstimme hast, übe,<br />

in etwas tieferer Lage Ansagen zu machen, und<br />

intoniere, wie beim Singen, einen vollen, warmen<br />

Stimmklang, indem du die verfügbaren Resonanz -<br />

räume nutzt. Sprich beim Üben in der gleichen<br />

Lautstärke wie auf der Bühne. Vielleicht hast du<br />

die Möglichkeit, beim Soundcheck ein paar An -<br />

sagen zu üben, und kannst die Kollegen um ein<br />

Feedback bitten. Ein weiterer wichtiger Aspekt<br />

ist der Blickkontakt zu deinem Publikum. Schau<br />

in die Menge, suche dir einzelne sympathische<br />

Gesichter und nimm mit ihnen Blickkontakt auf,<br />

wenn du sprichst.<br />

Je besser du dich vorbereitest und die Wirkung<br />

deiner Ansagen einschätzen kannst, umso lockerer<br />

und gelassener wirst du, was sich wiederum auf<br />

Wie schon erwähnt, unterstreicht ein fester,<br />

offener und freundlicher Blick deine Präsenz auf<br />

der Bühne. Ein Lächeln (nicht übertrieben, aber<br />

doch deutlich) wird dir fast immer die Sym pathien<br />

deines Publikums sichern.<br />

AUTOR: LEEZA NAIL<br />

WEB: WWW.ALFREDMUSIC.DE<br />

TEXTQUELLE: MIT FREUNDLICHER<br />

GENEHMIGUNG VON ALFRED VERLAG<br />

FOTOS: © FANTOM_RD / ADOBE STOCK<br />

www.musiker-online.tv


PRODUKT-NEWS 53<br />

MATTHIAS PHILIPZEN<br />

CAJÓN BOOK<br />

Für Quereinsteiger, Fortgeschrittene & Pros<br />

65 Online-Videos inklusive<br />

Matthias Philipzens CAJÓN BOOK beschreibt die bislang<br />

umfassendste Cajón-Methode des Autors und richtet sich<br />

an Schlagzeug-Quereinsteiger, Fortgeschrittene und professionell<br />

orientierte Drummer und Percussionisten. Im<br />

Fokus steht die Cajón als Drumset-Ersatz. Das CAJÓN BOOK<br />

be antwortet die folgenden brennenden Fragen:<br />

Wie übertrage ich Drumrhythmen auf die Cajón?<br />

Wie übertrage ich traditionelle und moderne Patterns auf die<br />

Cajón und verwende sie in meiner Musik? Welche An -<br />

schlag techniken verwende ich für dynamisches Spiel? Wie<br />

kann ich Songs auf der Cajón begleiten? Welche Add-Ons<br />

helfen mir, mein Spiel mit zusätzlichen Sounds und Spiel -<br />

möglichkeiten interessant und authentisch klingen zu lassen?<br />

DAS CAJÓN BOOK DECKT FÜNF GROSSE<br />

THEMENBEREICHE AB:<br />

• Basics – Grundlagen und Tipps<br />

• Sound & Movements – Klänge und Anschlagarten<br />

• Grooves & Styles – Rhythmen und Stilistiken<br />

• Special Sounds & Add-ons – Spezielle Klangfarben und<br />

Zusatzinstrumente auf der Cajón<br />

• Techniques & Phrasing – Spieltechniken und Phrasierung<br />

Das CAJÓN BOOK richtet sich nicht ausdrücklich an Cajón-<br />

Einsteiger, deckt aber auch Anfängerwissen bezüglich An -<br />

schlagtechniken und Notenschrift für diejenigen ab, die<br />

sich das Cajónspiel „von der Pike auf“ erarbeiten möchten<br />

und das Notenlesen nicht zu ihren Stärken zählen. Dieser<br />

Ansatz wird mit den zum Lieferumfang ge hörenden Online-<br />

Videos und CD-Play-alongs zusätzlich unterstützt.<br />

Wir wünschen viel Freude beim Entdecken, Üben und<br />

Ausprobieren der vielfältigen Patterns, Grooves und Tech -<br />

niken in Matthias Philipzens CAJÓN BOOK.<br />

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de | Art.-Nr.: 20296G (Buch & CD & Online Videos) | ISBN-10: 3-947998-34-1 | ISBN-13: 978-3-947998-34-0 | DIN A4 | 132 Seiten<br />

TASCAM STELLT<br />

DIE PODCAST-STATION MIXCAST 4 VOR<br />

Tascam, einer der weltweit führenden Anbieter von Audio -<br />

produktionslösungen, stellt die Podcast-Station Mixcast 4<br />

vor. Mixcast 4 ist ideal für das Produzieren von Podcasts,<br />

Live-Streaming, Event-Produktion oder Nachvertonung und<br />

kann über Mikrofone eingehendes Material mit anderen<br />

Sounds mischen und aufnehmen. Dazu zählen beispielsweise<br />

intern gespeicherte und über die Triggerpads zugespielte<br />

Hintergrundmusik, Effektsounds und Jingles oder<br />

auch externes Tonmaterial von einem Telefon oder Computer.<br />

Zudem enthält Mixcast 4 einen 14-Spur-Recorder, der direkt<br />

auf eine SD-Karte schreibt. Mit zahlreichen Funktionen und<br />

der Software Tascam Podcast Editor steht somit eine komplette<br />

Tonproduktionsumgebung zur Verfügung – von der<br />

Vorproduktion bis zur Fertigstellung des Projekts.<br />

Als stressfreies Audiointerface bietet Mixcast 4 vier Mikro -<br />

foneingänge über XLR/TRS-Kombibuchsen und vier separate<br />

Kopfhörerausgänge, sodass bis zu vier Podcaster mühelos<br />

miteinander interagieren können. Mit der enthaltenen<br />

Auto-Mixing-Funktion, die automatisch die optimalen Pegel<br />

einstellt, ist es mit dem Mixcast 4 ein Kinderspiel, professionelle<br />

Ergebnisse zu erzielen. In Verbindung mit einem<br />

12,7-cm-Farb-Touchscreen, der einen schnellen und intuitiven<br />

Zugriff auf die gewünschten Menüeinstellungen bietet,<br />

ermöglicht das System Podcastern, sich auf ihre Inhalte<br />

zu konzentrieren, ohne durch komplexe Bedienungs aufgaben<br />

abgelenkt zu werden.<br />

Einzigartig am Mixcast 4 ist die mitgelieferte Original-Software<br />

Tascam Podcast Editor, die das unkomplizierte und praktische<br />

Bearbeiten von Wellenformen, das Scharfschalten von<br />

Spuren sowie das Konfigurieren von Soundeffekten oder<br />

Hintergrundmusik und das Zuweisen zu den Sound-Pads<br />

des Geräts ermöglicht. Die Software fügt sich vollständig in<br />

Mixcast 4 ein, ist einfach zu bedienen und bietet intuitive<br />

Symbole, die auch Benutzerinnen und Benutzer ohne Er -<br />

fahrung mit DAW-Software (Digital Audio Workstation) bei<br />

der Produktion unterstützen. Die Software läuft unter<br />

Windows, Mac OS und iOS und benötigt für die direkte Ver -<br />

wendung mit Mixcast 4 keinen speziellen Treiber. Eine Android-<br />

App wird mit einem zukünftigen Update folgen. Tascam Podcast<br />

Editor erfordert eine Registrierung auf dem Kundenportal<br />

TASCAM ID. Über TASCAM ID erhalten alle registrierten<br />

Tascam-Anwenderinnen und -Anwender die neuesten<br />

Support-Inhalte und -Informationen, Be nach rich ti gungen über<br />

Firmware-Updates, Anwendungs-Tutorials und vieles mehr.<br />

Das Mixcast 4 verfügt über acht vollständig anpassbare<br />

Sound-Pads mit acht Bänken, die eine Fülle von Möglich -<br />

keiten für die eigenen kreativen Ideen bieten. Neben voreingestellten<br />

Soundeffekten lassen sich neue Klänge, Musik oder<br />

sogar Aufnahmen zuweisen, die auf dem Gerät vorab per<br />

Mikrofon aufgenommen wurden. Die Sound-Pads des<br />

Mixcast 4 ermöglichen außerdem einfache und zeitgenaue<br />

Stimmeffekte wie Tonhöhentransformation, Hall und andere,<br />

mit denen man Live-Streams und Aufnahmen noch inte -<br />

ressanter und unterhaltsamer machen kann.<br />

Für noch mehr Flexibilität bietet Mixcast 4 einige weitere<br />

wichtige Funktionen, darunter ein USB-Audiointerface mit<br />

14 Eingängen und zwei Ausgängen für die direkte Mehr -<br />

spur aufnahme auf einem Computer oder einem anderen<br />

Gerät sowie Unterstützung für eine Bluetooth-Verbindung,<br />

die die Aufnahme von Telefongesprächen oder die Wieder -<br />

gabe von Hintergrundmusik von gekoppelten Smartphones<br />

oder Tablets ermöglicht.<br />

Darüber hinaus gibt es einen zwischen Standard- und Mini -<br />

klinke umschaltbaren Stereo-Line-Eingang, sodass sich<br />

problemlos Telefongespräche mischen und aufnehmen oder<br />

andere Klangquellen wie Musikinstrumente einspeisen lassen.<br />

Das Gerät kann auch Sounds von einem Computer<br />

über eine USB-Verbindung importieren. Weitere Anschlüsse<br />

sind ein TRRS-Kopfhörerausgang an der Vorderseite, der<br />

dem Kopfhörerausgang 1 entspricht, sowie symmetrische<br />

Stereo-Monitorausgänge und ein Stereo-Line-Ausgang über<br />

Miniklinke. Das Ergebnis sind unvergleichliche Flexi bilität<br />

und Benutzerfreundlichkeit, die man erlebt haben muss, um<br />

sie zu verstehen.<br />

Weitere Informationen: www.tascam.eu/de/mixcast4<br />

www.tascam.eu/de/podcast_editor<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


54 PRODUKT-NEWS<br />

NORBERT APING<br />

ES DARF GELACHT WERDEN<br />

von Männern ohne Nerven und Vätern der<br />

Klamotte – Lexikon der deutschen<br />

TV-Slapstickserien Ost und West<br />

SPERIE KARAS<br />

DRUMSET GROOVE CONTROL<br />

100 Groove Exercises, Odd Meters, and<br />

Changing Meter Pieces<br />

Viele erinnern sich aus ihrer Jugend an die Slapstick-Serien<br />

im Vorabendprogramm, die bis Ende der 1990er Jahre<br />

regelmäßig ausgestrahlt wurden.<br />

Veröffentlichungen über die Geschichte des Fernsehens in<br />

der Bundesrepublik Deutschland und der DDR sowie über<br />

TV-Serien haben sich allerdings mit diesen Serien bisher<br />

kaum befasst.<br />

Diese Lücke in der deutschen Fernsehgeschichte schließt<br />

diese Arbeit. In lexikalischer Form werden die Serien, ihre<br />

Resonanzen, Hintergründe und „Macher“ vorgestellt, ebenso<br />

die berühmten bekannten und weniger bekannten Komi -<br />

ker der verwendeten Originalfilme.<br />

Norbert Aping erinnert an die geliebten Stummfilm-Aus -<br />

strahlungen im deutschen Fernsehen.<br />

Weitere Informationen: www.schueren-verlag.de | 436 Seiten | Buch 28,– € | E-Book 19,99 € ISBN 978-3-7410-0339-4<br />

Drumset Groove Control bietet ein umfassendes Work-out für<br />

Schlagzeuger, die von der langjährigen Erfahrung Sperie Karas’<br />

als Schlagzeuger, Pädagoge und Autor profitieren möchten.<br />

„My goal with this book, Drumset Groove Control, is to give<br />

you the security and command you’ll need for the challenges<br />

you will encounter in the music of today’s world,“ sagt<br />

Sperie über seine neueste Veröffentlichung.<br />

Das Buch ist voll mit Tipps und Vorschlägen, wie man zeitgenössische<br />

Rock- und Popmusik spielt, und geht dabei<br />

auch auf ungerade und wechselnde Taktarten ein. „Your<br />

careful work with this book will enhance your coordination<br />

and technique and will be a great aid in solving the groove<br />

problems, that you are consistently confronted with. Your<br />

solo ideas and drum licks will also greatly benefit from this<br />

book!“ Speries Work-out erstreckt sich über insgesamt 124<br />

Seiten, wobei er auf jeder Seite nützliche Informationen zu<br />

den jeweiligen Übungen gibt.<br />

Teil 1 von Drumset Groove Control – der umfassendste Teil<br />

dieses Buches – nimmt die Grooves aus Rock, Pop, Funk,<br />

Soul und Blues nicht nur im 4/4-Takt, sondern auch in un -<br />

geraden Taktarten in den Fokus. Sperie zeigt, wie man diese<br />

Grooves zu beherrschen lernt und zu einem Teil des eigenen<br />

Schlagzeugvokabulars macht. Teil 2 steht ganz im<br />

Zeichen von Taktartwechseln – eine gute Übung für das Spiel<br />

moderner zeitgenössischer Musik! Teil 3 – der letzte Ab -<br />

schnitt – befasst sich mit der Verteilung auf dem ganzen<br />

Drumset: „A lot of solo inspiration will come to you as you<br />

experiment with the integrating of Toms and Snare, and you’ll<br />

be amazed at the limitless grooves and licks you’ll discover.“<br />

Ein umfassendes Work-out für alle Drummer, die in Sachen<br />

Groove-Koordination weiterkommen wollen!<br />

Das Buch erscheint nur in englischer Sprache.<br />

ISBN-10: 3-947998-38-4 | ISBN-13: 978-3-947998-38-8<br />

Weitere Informationen: www.alfredmusic.de<br />

THOMAS BATTENSTEIN<br />

EINFACH WEITERMACHEN<br />

Meine Herkunft, mein Leben, meine Musik<br />

Biografie in zwei Bänden – mit über<br />

1400 Bildern, Zeichnungen und Dokumenten<br />

Einfach Weitermachen ist seit früher Jugend das Lebens -<br />

motto des Düsseldorfer Gitarristen Thomas Battenstein. Mit<br />

viel Humor, Augenzwinkern, aber auch großer Offenheit und<br />

Ernsthaftigkeit erzählt er seine Familiengeschichte, die den<br />

Bogen über zwei Weltkriege und die Wirtschaftswunderzeit,<br />

die Teilung und Einheit Deutschlands bis ins 21. Jahr -<br />

hundert spannt. Seit seiner Kindheit stellen Einschnitte und<br />

Krisen Thomas Battenstein immer wieder vor neue Auf -<br />

gaben. Dazu gehören auch Erfahrungen mit Liebes be zie -<br />

hun gen und Trennungen, die ihn zu einem Einzelkämpfer<br />

werden ließen.<br />

Der erste Band erzählt, wie sich aus dem pummeligen, Nägel<br />

kauenden Pubertier schon der 14-Jährige zu einem politisch<br />

interessierten Bücherwurm entwickelte, der gerne die Zei -<br />

tungen, <strong>Magazin</strong>e und Bücher von seinem Vater las, bereits<br />

mit 17 Jahren Grafikdesign studierte, nebenbei anfing, Gitarre<br />

zu spielen, an der Kunstakademie Lehramt studierte, ein<br />

gefragter Gitarrenlehrer wurde, die Rockband MEK BILK<br />

gründete und bald von seiner Musik leben konnte.<br />

Mit der 1981 gegründeten Rockband NOX NOX entwickelte<br />

er sich endgültig zum Profimusiker.<br />

Im zweiten Band erzählt er, wie er 1982 mit seiner Rock -<br />

band NOX NOX durchstartete, zahlreiche TV-Auftritte hatte,<br />

LPs produzierte und sich nach sechs lehrreichen Rock -<br />

musiker-Jahren zu einem eigenständigen Sologitarristen<br />

und Komponisten entwickelte. Als Solist und als Band -<br />

musiker sammelte er mit weit über 1 000 Live-Auftritten<br />

wertvolle Erfahrungen. Ab 1991 produzierte er auf seinem<br />

Label TOMTE MUSIC CD-Alben am Fließband.<br />

Battenstein erzählt weiter sehr offen von seinem Privat -<br />

leben, von Krisen, wichtigen Therapieerfahrungen, seinen<br />

zahlreichen Wohnungswechseln, von Urlaubsreisen zum<br />

Atlantik und in die Alpen, von glücklichen Phasen und von<br />

manchen Rückschlägen.<br />

Die Konfrontation mit einer schweren Krebserkrankung und<br />

sein langer Kampf ums Überleben an der Seite seiner Frau<br />

Carola sollte den Blick auf sein ganzes Leben derart schärfen,<br />

dass er jetzt den richtigen Zeitpunkt sah, diesen sehr<br />

bewegenden Lebensroman zu schreiben und zu veröffentlichen.<br />

Band 1: ISBN 978-3-9815-448-2-4<br />

Band 2: ISBN 978-3-9815-448-3-1<br />

Infos auf einfach-weitermachen.de<br />

Online bestellen unter: www.tomtemusic.de/order.html<br />

www.musiker-online.tv


PRODUKT-NEWS 55<br />

TASCAM ERWEITERT SEINE VIDEOSTREAMER VS-R264/VS-R265 MIT DER FIRMWAREVERSION 2.0<br />

UM MEHRERE NEUE FUNKTIONEN<br />

Tascam gibt für seine Video-over-IP-Streamer und -Re corder<br />

VS-R264 und VS-R265 eine Firmware aktuali sie rung auf<br />

Version 2.0 bekannt. Direkt nach dem kürzlich veröffentlichten<br />

Update der Version 1.1.0, das drei gleich zeitige Streams<br />

im RTMP-Format ermöglicht, bietet Version 2.0 eine Fülle<br />

neuer Funktionen. Dazu zählen die verbesserte Nutzung<br />

des internen Speichers für Auf nah men, das Erstellen von<br />

Aufnahmen im Dateiformat MP4, eine Erweiterung der<br />

maximalen Größe von Dateien, die auf externen Speicher -<br />

medien aufgezeichnet werden, und weitere mehr.<br />

Mit der Version 2.0 stehen Nutzern nun 17 GByte interner<br />

Speicherplatz für die Aufzeichnung zur Verfügung, wobei<br />

die maximale Dateigröße auf 17 GByte erhöht wurde.<br />

Dadurch sind externe Speichermedien wie SD-Karten oder<br />

USB-Laufwerke für viele Anwendungen verzichtbar. Ebenso<br />

erwähnenswert ist, dass einzelne Dateien, die auf einem<br />

externen Speicher aufgezeichnet werden, jetzt 4 GByte statt<br />

2 GByte groß sein können. Die maximale Datei größe lässt sich<br />

außerdem begrenzen, um die Aufnahmen einfacher handhaben<br />

zu können und den jeweiligen Anforderungen besser<br />

gerecht zu werden. In einem solchen Fall beginnt automatisch<br />

eine neue Aufnahme, sobald die festgelegte Datei -<br />

größe erreicht ist. Dabei wird jede Datei mit Datum und<br />

Uhrzeit versehen.<br />

NEUE SPEICHEROPTIONEN MIT FIRMWAREVERSION 2.0<br />

Die neue Firmware ermöglicht auch die fortlaufende Auf -<br />

nahme unabhängig von der Speicherkapazität, indem das<br />

Gerät ältere Dateien automatisch löscht, sobald der Speicher -<br />

platz zur Neige geht. So ist auch bei Dauer auf nahmen immer<br />

Platz für neue Aufnahmen verfügbar. Diese Funktion könnte<br />

zum Beispiel dann besonders nützlich sein, wenn eine<br />

Kirchengemeinde ein oder zwei Gottes dienste pro Tag aufzeichnet<br />

und streamt. In diesem Fall wäre kein zwischenzeitliches<br />

Aufräumen der Speicher medien erforderlich.<br />

Darüber hinaus ist es möglich, Auf nahmedateien nach ihrer<br />

Fertigstellung automatisch per FTP auf einen zentralen<br />

Server hochzuladen, während das Gerät bereits eine neue<br />

Aufnahme erstellt – so ist ein unterbrechungsfreier Betrieb<br />

über lange Zeiträume hinweg gewährleistet.<br />

EINE WEITERE NEUERUNG MIT VERSION 2.0:<br />

Die Geräte unterstützen neben TS (Transport Stream) jetzt<br />

auch das Dateiformat MP4. MP4 ist ein sehr beliebtes<br />

Audio-/Video-Streaming-Format, da es auch andere Daten<br />

wie Unter titel und Standbilder speichern kann. Jetzt<br />

haben Nutzerinnen und Nutzer die Wahl zwischen<br />

TS-Dateien, die auch dann abspielbar sind,<br />

wenn die Auf nahme durch einen<br />

Strom ausfall oder eine andere<br />

unvorhergesehene Situation<br />

unter brochen wurde, und dem<br />

vielseitigeren MP4-Format.<br />

Im Rahmen des Firmware-Up -<br />

dates sind mehrere neue Optionen für den H.265-Codec<br />

verfügbar. H.265, auch bekannt als HEVC (High-Efficiency<br />

Video Coding), ist ein Nachfolger von H.264 und der neues -<br />

te Komprimie rungs standard für Videomaterial, der bei gleicher<br />

Bildqualität eine doppelt so hohe Daten kom pri mie rung<br />

wie H.264 bieten soll. Die Qualität/Latenz von H.265 ist nun<br />

wählbar zwischen Hoch, Normal, Niedrig oder Niedrigst.<br />

Darüber hinaus bietet Version 2.0 Unterstützung für RTMP<br />

(Real-Time Messaging Protocol). Durch Drücken der STRE-<br />

AM-Taste steuert man nun die RTMP-Streams 1, 2 und 3<br />

gleichzeitig. Das praktische Kom muni kations pro tokoll RTMP<br />

dient dazu, parallele Ströme von Bild-, Ton- und Datenpaketen<br />

mit den dazugehörigen Zeitinfor ma tio nen zwischen zwei<br />

kom munizierenden Partnern zu übertragen.<br />

Als eine weitere Neuerung hat der Hersteller das Streaming-<br />

Dashboard und die Web-Benutzeroberfläche Tascam<br />

Discovery aktualisiert. Tascam Discovery ist sowohl für Mac<br />

als auch für Windows verfügbar und ermöglicht die Ver wal -<br />

tung mehrerer VS-R-Geräte im Netzwerk über eine einfache<br />

browserbasierte Benutzeroberfläche. Alle Konfigura tions -<br />

einstellungen bleiben im jeweiligen Gerät gespeichert, sodass<br />

im Normalbetrieb kein Computer für das Streaming oder die<br />

Aufzeichnung erforderlich ist. Die aktualisierte Benutzer -<br />

oberfläche bietet eine bessere Übersicht über den Status<br />

der einzelnen Streaming-Ausgänge (bis zu acht gleichzeitige<br />

Streams) und der Aufnahmefunktion in einem gemeinsamen<br />

Fenster.<br />

Neben den primären Verbesserungen, die mit dem Update<br />

auf Version 2.0 zur Verfügung stehen, hat Tascam zahlreiche<br />

weitere Feinabstimmungen vorgenommen. Dazu gehören<br />

eine optimierte Streaming-Ausgabe über das RTSP-<br />

Protokoll, eine verbesserte AV-Synchronisierung, stabilisierte<br />

Bildinformationen für kodierte Videodaten und verbesserte<br />

Unterstützung von Farbräumen bei der Kodierung.<br />

Bisher konnte bei der Verwendung einer statischen IP-<br />

Adresse das Abziehen oder Anschließen von LAN-Kabeln<br />

dazu führen, dass diese Adresse nicht mehr korrekt erkannt<br />

wurde. Dieses Problem ist behoben. Darüber hinaus be -<br />

zeichnet der Hersteller das adaptive Bitraten-Streaming-<br />

Format HLS jetzt mit dem gebräuchlicheren Begriff HTTP<br />

Pull. Und die REST-API wurde auf Version 2 aktualisiert.<br />

Die Firmwareversion 2.0 für die der VS-R-Serie steht unter<br />

https://www.tascam.eu/de/downloads zum Download zur<br />

Verfügung.<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS<br />

während über den EFX-Pan Regler die Effekte anteilig den<br />

Kanälen zugeordnet werden.<br />

Auf der Rückseite des Fame Athena ermöglicht ein AUX In den<br />

Anschluss von externen Zuspielgeräten und ein Line Out den<br />

Anschluss von Aktivlautsprechern oder Aufnahme geräten.<br />

Darüber hinaus lassen sich externe Effekte über den Send<br />

und Return einschleifen, während über den DI Out ein symmetrisches<br />

Signal an ein Mischpult oder ein Recording-Gerät<br />

gegeben werden kann. Darüber hinaus verfügt der Fame<br />

Athen über ein Footswitch-Input, mit dem die Effekte on und<br />

off geschaltet werden können, einen Tuner-Eingang und einen<br />

Kopfhörerausgang . Über einen 35-mm-Boxenflansch kann<br />

der Athena auf einem Stativ in entsprechender Höhe positioniert<br />

werden. Nicht zuletzt gewährleistet ein stabiler Griff aus<br />

Leder den komfortablen Transport, während das stabile Holz -<br />

ge häuse aus mehrschichtig verleimtem Multiplex dem Ver -<br />

stärker eine hochwertige Optik verleiht.<br />

DER FAME ATHENA ACOUSTIC COMBO IM ÜBERBLICK:<br />

FAME ATHENA ACOUSTIC COMBO<br />

Akustik-Verstärker mit 50 Watt Leistung, zwei Kanäle für Gitarre und Gesang, Reverb, Chorus,<br />

Delay und Equalizer<br />

Der preisgünstige Fame Athena ist mit 50 Watt , zwei Kanälen,<br />

integrierten Effekten und Equalizer der ideale Begleiter für den<br />

ambitionierten Singer-Songwriter. Zudem sorgen hochwertige<br />

weich aufgehängte Speziallautsprecher für ein natürliches,<br />

neutrales und ausgewogenes Klangbild, das man eigentlich<br />

erst in einer deutlich höheren Preisklasse erwarten würde.<br />

neben dem Gain-Regler ein 2-Band-Equalizer zur Verfügung.<br />

Für die entsprechende Atmosphäre sorgt die Effektsektion<br />

des Fame Athena. Mithilfe eines vierstufigen Drehschalters<br />

können die Effekte Reverb 1, Reverb 2, Delay und Chorus<br />

aus wählt werden. Dabei kann über den EFX-Level die In -<br />

ten sität des zugewiesenen Effekts ausgewiesen werden,<br />

• Akustik-Verstärker für Gitarre und Gesang<br />

• 50 Watt Leistung<br />

• 2 Kanäle<br />

• Ideal für Singer-Songwriter<br />

• Kanal 1: Line-Input mit Gain, 3-Band-EQ, Color- und<br />

High/Low-Schalter<br />

• Kanal 2: Kombibuchse mit XLR/Line-Input, Gain, 2-<br />

Band-EQ, Mic/Line-Schalter<br />

• Effekte: Reverb 1, Reverb 2, Delay und Chorus<br />

• AUX In zum Anschluss von externen Zuspielgeräten<br />

• Line Out für Recordings und externe Aktivboxen<br />

• Symmetrischer DI-Ausgang zum Anschluss an ein<br />

Mischpult oder für Aufnahmen<br />

• 6,35-mm-Kopfhörerausgang<br />

• Send und Return zum Einschleifen von externen Effekten<br />

• Tuner-Anschluss<br />

• Boxenflansch 35 mm<br />

• Stabiler Ledergriff<br />

• Stabiles Holzgehäuse aus mehrschichtig verleimtem<br />

Multiplex<br />

• Footswitsch-Eingang zum Ein- oder Ausschalten der<br />

internen Effekte<br />

Weitere Informationen: www.musicstore.de<br />

Dabei liefert der erste Kanal einen Gain-Regler zur An -<br />

passung des Gitarreneingangssignals, während ein 3-Band-<br />

Equalizer viel Raum für die individuelle Frequenztrennung<br />

zulässt. Zudem kann mithilfe des High/Low-Schalters die<br />

Eingangslautstärke reguliert werden. Außerdem wurde der<br />

Fame Athena mit einem Klangfilter „Color“ ausgestattet,<br />

der per Knopfdruck die Mitten leicht anhebt und der Gitarre<br />

dabei ein brillanteres Klangbild verleiht.<br />

Der zweite Kanal verfügt über eine Kombibuchse, mit der<br />

sowohl per XLR ein Mikrofon als auch ein zweites In stru -<br />

ment angeschlossen werden kann. Dabei sorgt ein Line/Mic-<br />

Schalter für die entsprechende Pegelanpassung von Mikro -<br />

fon oder Instrument. Darüber hinaus steht dem <strong>Musiker</strong><br />

www.musiker-online.tv


PRODUKT-NEWS 57<br />

MARKUS FRITSCH, KATRIN JANDL,<br />

PETER KELLERT, ANDREAS LONARDONI<br />

HARMONIELEHRE UND<br />

SONGWRITING<br />

8. völlig revidierte und erweiterte Auflage 2020<br />

Darstellung und Verbindung von Harmonielehre und Song -<br />

writing in der populären Musik sind die Themen, die in diesem<br />

Lehrbuch praxisorientiert behandelt werden. Zahl reiche<br />

Abbildungen, Notenbeispiele, Tabellen, Übun gen, Register<br />

und ein Songwriterkatalog erleichtern die Übersicht.<br />

Vermittelt werden grundlegende Kenntnisse über den Pro -<br />

zess des Songwritings, die Songwriting- und Lyric writing -<br />

techniken, die Betätigungsfelder von Songwritern und das<br />

Berufsbild. Themen wie Melodik, Harmonik, Text-, Vers-,<br />

Reimlehre und Songformen werden ausführlich behandelt,<br />

ebenso die Grundlagen der allgemeinen Musik lehre, der<br />

Notations-, der Rhythmik- und der Harmonie lehre.<br />

Das Buch bietet:<br />

• Teil 1 „Intro“<br />

• Teil 2 „Tools – Allgemeine Musiklehre“<br />

Alle Grundlagen der Allgemeinen Musiklehre wie Notation,<br />

Rhythmik, Formenlehre.<br />

• Teil 3 „Harmonielehre“<br />

Stammtonreihe, Tonleitern, Tonarten, Kadenzen, Mo du -<br />

lation, Akkordlehre und Akkordverwandtschaften sind<br />

die Themen dieses Kapitels.<br />

• Teil 4 „Songwriting“<br />

Von der Skizze zum fertigen Song. Hier werden einfache,<br />

aber effektive Wege gezeigt, wie man mithilfe verschiedener<br />

Herangehensweisen eigene Songs schreiben lernt.<br />

Textdichtern werden bei Themenfindung und Stoff sam m -<br />

lung unterstützende Techniken wie Object Writing, Story -<br />

telling und Destination Writing vorgestellt.<br />

• Teil 5 „Business“<br />

Urheberrecht, GEMA, GVL, Demoproduktion und Mar ke -<br />

ting sind einige der Themen, über die jeder (angehende)<br />

<strong>Musiker</strong> informiert sein muss. In diesem Kapitel findet<br />

sich alles Wissenswerte dazu.<br />

• Teil 6 „Nachschlag“<br />

Hier finden sich Themen, die im Buch nicht erklärt werden,<br />

um den Lesefluss nicht zu unterbrechen.<br />

Es sind Themen, deren Kenntnis zwar nützlich, aber nicht<br />

wichtig für den Lernerfolg ist, wie zum Beispiel die Ober ton -<br />

reihe. Unter History sind ein paar Eckpfeiler der Geschichte<br />

des Songs und der Songwriter gesammelt.<br />

Es gibt eine umfassende Buchliste zur gezielten Weiter bil -<br />

dung sowie einige wichtige Adressen aus der Musik -<br />

branche. Der Songwriterkatalog ist ein Versuch, ein paar<br />

der wichtigsten Namen hervorzuheben. Das hilft und spart<br />

Zeit bei der eigenen Recherche.<br />

Peter Kellert ist Gitarrist, Arrangeur und Komponist. Aus -<br />

bildung u. a. bei Jerry Bergonzi (Boston), Henning Brauel<br />

(Hannover), Frank Sikora (Stuttgart).<br />

Markus Fritsch, Ausbildung am Berklee College of Music in<br />

Boston, arbeitet als Bassist, Arrangeur, Komponist im Studio für<br />

Produktionen und ist als Livemusiker und Bassist in be -<br />

kannten Bands tätig.<br />

Andreas Lonardoni, Ausbildung am Berklee College of Music in<br />

Boston, Bassist und Dozent für Elektrobass.<br />

Katrin Jandl wurde von Peter Kellert zur Gitarristin und Kom -<br />

ponistin ausgebildet. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin arbeitet<br />

sie als Songwriterin und Gitarrenlehrerin.<br />

8. völlig revidierte und erweiterte Auflage 2020<br />

Mit Notenbeispielen, Tabellen, Übungen und Fotos<br />

472 Seiten | 34 Euro<br />

ISBN 978-3-928825-23-8<br />

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de<br />

MARTIN SACHS<br />

MEIN ERSTER POPSONG<br />

8 leichte Lieder zum Mitspielen für<br />

Schlagzeug (Band 6 mit CD)<br />

Das Spielen eines populären Liedes stellt für Schlagzeug -<br />

schüler ein attraktives Ziel dar.<br />

Das vorliegende Heft mit Schlagzeugparts und Begleitmusik,<br />

abgeleitet von ebensolchen Liedern, arbeitet auf dieses Ziel<br />

hin und enthält quasi als „Gesellenstück“ den Song „I Love<br />

Rock ’n’ Roll“ in der Interpretation von Joan Jett & The<br />

Blackhearts.<br />

Das Heft bietet:<br />

DRUMSET DIREKT<br />

➜ Verzicht auf Übungen allgemeiner Art nur für kleine<br />

Trommel.<br />

LIED DIREKT<br />

➜ Übungen nur direkt aus dem und für das Lied.<br />

KLARTEXT STATT IMPROVISATION<br />

➜ Klare Vorgaben für den Anfänger statt zu improvisierender<br />

Anweisungen.<br />

SPIELEN STATT LESEN<br />

➜ Verzicht auf lange Texte.<br />

THEORIE GANZ PRAKTISCH<br />

➜ Erklärungen dann, wenn sie gebraucht werden.<br />

JEDES DER 8 LIEDER WIRD AUF JEWEILS 4 SEITEN<br />

BEHANDELT<br />

➜ Die erste Seite bietet Erklärungen.<br />

➜ Auf der zweiten Seite werden einzelne Takte oder Takt -<br />

übergänge geübt, die bei Bedarf in mehrere Schritte<br />

zerlegt werden.<br />

➜ Alle gekennzeichneten Takte befinden sich auf der<br />

CD in drei Geschwindigkeiten.<br />

➜ Auf der Doppelseite folgt dann das Lied, auf der CD<br />

einmal langsam und einmal schnell.<br />

Martin Sachs ist Schlagzeuglehrer, ausgebildeter Orches -<br />

ter schlagzeuger und Buchautor und hat mit „Mein erster<br />

Popsong, 8 leichte Lieder zum Mitspielen für Schlag -<br />

zeug“ bereits Band 6 in einer für den Schlagzeug-<br />

Anfangs unter richt geeigneten Buchserie im LEU-Verlag<br />

veröffentlicht:<br />

Mein erstes Konzert, Band 1: ISBN 978-3-89775-162-0<br />

Mein erstes Konzert, Band 2: ISBN 978-3-89775-163-7<br />

Mein erstes Solo: ISBN 978-3-89775-164-4<br />

Mein erster Rhythmus: ISBN 978-3-89775-173-6<br />

Mein erstes Konzert, 8 Weihnachtslieder für Schlag -<br />

zeug: ISBN 978-3-89775-176-7<br />

Martin Sachs vermittelt gekonnt, einfach und verständlich,<br />

wie man zu verschiedenen Songs trommelt.<br />

ISBN 978-3-89775-188-0 | 48 Seiten mit CD | 19,80 Euro<br />

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


58 PRODUKT-NEWS<br />

KAMERA-TISCHSTATIV »19781«<br />

Stabiles Kamera-Tischstativ für die Aufnahme von Kom -<br />

pakt kameras, Action-Kameras, Web-Cams, Mini-Beamern<br />

und mobilen Recordern mit einem 1/4“-Anschlussgewinde.<br />

Durch das Kugelgelenk kann das montierte Equipment um<br />

360 Grad gedreht und in jeder beliebigen Position fixiert<br />

werden. Die Neigung ist stufenlos bis 90 Grad einstellbar<br />

und die Trag fähigkeit ist für Geräte mit einem Gewicht von<br />

1 kg ausgelegt.<br />

19781<br />

Stabiles Tischstativ mit 1/4“-Anschlussgewinde<br />

TECHNISCHE DATEN:<br />

Gewicht: 1,45 kg<br />

Besonderheit: 360 Grad drehbar<br />

Material: Stahl<br />

Aufstellmaß: ø 130 mm<br />

max. Belastbarkeit: 1 kg<br />

Fußkonstruktion: schwerer Guss-Rundsockel<br />

Höhe: 214 mm<br />

Neigung: 0 bis 90 Grad<br />

Best.-Nr.: 19781-100-55 - schwarz<br />

KAMERA-TISCHSTATIV »19782«<br />

Praktisches Kamera-Tischstativ für die Aufnahme von Kom -<br />

paktkameras, Action-Kameras, Web-Cams, Mini-Beamern<br />

und mobilen Recordern mit einem 1/4“-Anschlussgewinde.<br />

Durch das Kugelgelenk kann das montierte Equipment um<br />

360 Grad gedreht und in jeder beliebigen Position fixiert<br />

werden. Die Höhe kann von 280 bis 488 mm über zwei<br />

Spannhebel frei eingestellt werden. Die Neigung ist stufenlos<br />

bis 90 Grad einstellbar und die Tragfähigkeit ist für Geräte<br />

mit einem Gewicht von 1 kg ausgelegt. Für den Transport wird<br />

das Stativ kompakt und platzsparend zusammengelegt.<br />

TECHNISCHE DATEN:<br />

Gewicht: 0,53 kg<br />

Besonderheit: handliche Klemmhebel; 360 Grad drehbar<br />

Material: Stahl<br />

Aufstellmaß: ø 250 mm<br />

Fußkonstruktion: Einrastende Vierkant-Fußrohre<br />

max. Belastbarkeit: 1 kg<br />

Rohrkombination: 1-fach ausziehbar<br />

Höhe: von 280 bis 488 mm<br />

Höhenverstellung: stufenlos mittels Klemmschraube<br />

Neigung: 0 bis 90 Grad<br />

Best.-Nr.: 19782-100-55<br />

KAMERA-TISCHSTATIV »19783«<br />

Handliches Kamera-Tischstativ für die Aufnahme von Kom -<br />

paktkameras, Action-Kameras, Web-Cams, Mini-Beamern<br />

und mobilen Recordern mit einem 1/4“-Anschlussgewinde.<br />

Durch das Kugelgelenk kann das montierte Equipment um<br />

360 Grad gedreht und in jeder beliebigen Position fixiert<br />

werden. Die Neigung ist stufenlos bis 90 Grad einstellbar<br />

und die Trag fähig keit ist für Geräte mit einem Gewicht von<br />

1 kg ausgelegt. Eingeklappt verwandeln sich die Füße zu<br />

einem Griff, der zusätzlich den mobilen Einsatz ermöglicht.<br />

19782<br />

Höhenverstellbares Tischstativ<br />

mit 1/4“-Anschlussgewinde<br />

TECHNISCHE DATEN:<br />

Gewicht: 0,2 kg<br />

Besonderheit: für den mobilen Einsatz als Handgriff verwendbar;<br />

360 Grad drehbar<br />

Material: Kunststoff<br />

Aufstellmaß: ø 240 mm<br />

Fußkonstruktion: Klappfüße<br />

max. Belastbarkeit: 1 kg<br />

Höhe: 118 mm<br />

Neigung: 0 bis 90 Grad<br />

Best.-Nr.: 19783-100-55<br />

Weitere Informationen: www.k-m.de<br />

19783<br />

Handliches Kamera-Tischstativ,<br />

das auch als Griff verwendet werden kann<br />

www.musiker-online.tv


PRODUKT-NEWS 59<br />

DR. KARL-HEINZ KLEIFGES<br />

RETTE DICH VEGAN<br />

Wie Ernährung das Leben verlängern und<br />

das Risiko für Krankheiten verringern kann<br />

Karl-Heinz Kleifges (Diplom-Chemiker, Doktor der In ge nieur -<br />

wissenschaften) deckt aufschlussreiche Zusam menhänge auf<br />

zwischen Ernährung und Lebensstil einerseits und den<br />

Risiken für die Entstehung von Krankheiten andererseits. So<br />

können mit einer gesunden Lebens füh rung, die eine ab -<br />

wechslungsreiche und ausgewogene vegane Ernährung beinhaltet,<br />

die Risiken für die sogenannten Zivili sations krank heiten<br />

− dazu zählen zahlreiche Herz-Kreis lauf-Erkran kun gen, diverse<br />

Krebserkrankungen, Diabetes Typ 2, Übergewicht, Adipositas<br />

und Demenz − verringert sowie weitere gesundheitliche<br />

Vorteile erzielt werden. Darüber hinaus räumt der Autor mit<br />

vielen Ernährungs fehlern und -irrtümern auf, gibt praktische<br />

Tipps und unterstützt beim Einstieg in ein länger gesundes<br />

und gesünderes längeres Leben: Der Schlüssel hierfür liegt in<br />

der Hand eines jeden Einzelnen und der richtige Zeitpunkt,<br />

damit zu beginnen, ist genau jetzt!<br />

Weitere Informationen: tredition.de | Hardcover | 23,99 € inkl. MwSt. | Seitenanzahl: 260 | ISBN: 978-3-347-33459-5<br />

19784<br />

Kompakt; mit praktischem<br />

Kugelgelenk<br />

HEINER KRUSE<br />

LOGIC PRO<br />

Das umfassende Handbuch<br />

1 212 Seiten, 3., aktualisierte Auflage <strong>2021</strong>, gebunden<br />

Rheinwerk Computing, ISBN 978-3-8362-8014-3<br />

KAMERA-STATIV »19784«<br />

Praktisches Kamera-Dreibeinstativ für die Aufnahme<br />

von Kompaktkameras, Action-Kameras, Web-Cams,<br />

Mini-Beamern und mobilen Recordern mit einem<br />

1/4“-Anschlussgewinde. Durch das Kugelgelenk<br />

kann das montierte Equipment um 360 Grad gedreht<br />

und in jeder beliebigen Position fixiert werden. Die<br />

Neigung ist stufenlos bis 90 Grad einstellbar und<br />

die Tragfähigkeit ist für Geräte mit einem Gewicht<br />

von 1 kg ausgelegt. Die Höhe kann von 555 bis<br />

1355 mm über zwei Auszüge frei eingestellt werden.<br />

Für den Transport wird das Stativ kompakt<br />

und platzsparend zusammengelegt.<br />

TECHNISCHE DATEN:<br />

Gewicht: 1,1 kg<br />

Besonderheit: 360 Grad drehbar<br />

Material: Stahl<br />

Aufstellmaß: ø 700 mm<br />

Fußkonstruktion: Profilfüße mit Stützstreben<br />

max. Belastbarkeit: 1 kg<br />

Rohrkombination: 2-fach ausziehbar<br />

Höhe: von 555 bis 1.355 mm<br />

Neigung: 0 bis 90 Grad<br />

Best.-Nr.: 19784-100-55<br />

Weitere Informationen: www.k-m.de<br />

Wenn Sie mit Logic Pro Musik aufnehmen, produzieren<br />

oder abmischen wollen, dann ist dieses Handbuch Ihr um -<br />

fassender Begleiter. Kompetente Anleitungen, zahlreiche<br />

Hintergrundinfos und praxisnahe Beispiele helfen Ihnen auf<br />

dem Weg zum perfekten Track – von den technischen Details<br />

der Aufnahme und Timing-Bearbeitung bis zur klassischen<br />

Harmonielehre, von den ersten Schritten mit der Software bis<br />

zum Feinschliff der Produktion. Aktuell mit allen neuen Tools<br />

wie Quick Sampler, Live Loops, Remix und Multi FX, Step<br />

Sequencer, Drum Synths, dem überarbeiteten Drum Machine<br />

Designer, Smart Tempo und Vintage EQs.<br />

• Grundlagen und fortgeschrittene Techniken<br />

• MIDI und Audio aufnehmen, editieren, arrangieren, mixen<br />

und mastern<br />

• Umfassend erklärt: Instrumente, Effekte, Mixer, Film ver -<br />

tonung<br />

Nachdem Sie Logic installiert und konfiguriert haben, zeigt<br />

Ihnen ein Schnellkurs voller Szenarien und Beispiele die<br />

grundlegenden Schritte der Musikproduktion. So erhalten<br />

Sie einen Gesamtüberblick über die Software.<br />

Nicht nur alle Aspekte der MIDI- und Audioaufnahme und<br />

-Bearbeitung sowie der Umgang mit Logic-Instrumenten und<br />

-Effekten werden behandelt: Mit Know-how zu Harmonie -<br />

lehre, Kreativitätstechniken und Mixdown machen Sie Ihre<br />

Musik noch interessanter!<br />

Best Practices zur Produktion verschiedener Genres, zum<br />

Mastern, zur Filmvertonung und den mitgelieferten Samples:<br />

Mit diesem Wissen holen Sie das Optimum aus Logic heraus!<br />

AUS DEM INHALT<br />

• Installieren und einrichten, mit Schnellkurs: Schritt für<br />

Schritt zum ersten Track<br />

• Einstellungen, Sounds und Bibliothek<br />

• Aufnehmen und editieren<br />

• Live Loops und Step Sequencer<br />

• Tempoanpassungen & Smart Tempo<br />

• MIDI-Editoren, MIDI-Enviroment<br />

• Audio-Editoren, Audioexport und -import<br />

• Mixdown: Drums, Bass, Sounds & Vocals<br />

• Strategien und Ziele beim Abmischen & Tipps für die<br />

Musikkomposition<br />

• Instrumente, Mixer und Effekte<br />

• Filmmusikkomposition, Filmvertonung, Remixing, Live-Act,<br />

Master<br />

• Projektbeispiele: Pop, Klassik, Hip-Hop, Trap, Techno,<br />

Drum & Bass<br />

Weitere Informationen: www.rheinwerk-verlag.de<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


60 PRODUKT-NEWS<br />

FAME KOA STANDARD<br />

Grand-Auditorium-Westerngitarre mit massiver Koa-Decke und Armrest<br />

FEATURES:<br />

Mit der Fame Koa Standard präsentiert Fame eine komplett<br />

aus Koaholz gefertigte Westerngitarre in Grand-Audi to rium-<br />

Bauweise. Das aus dem Ukulelenbau bekannte hawaiianische<br />

Akazienholz besticht nicht nur mit seiner eindrucksvollen<br />

Maserung, sondern auch mit einem erstaunlich warmen<br />

und offenen Klangbild. Für zusätzlichen Spielkomfort<br />

wurde die Fame Koa Standard mit einem komfortablen<br />

Armrest für den rechten Arm versehen, während der be -<br />

sonders weite Cutaway einen einfachen Zugang zu den<br />

höchsten Lagen des 20-bündigen Griffbretts aus Walnuss<br />

gestattet. Dank des dezent im Schallloch untergebrachten<br />

Fishman-Sonitone-Tonabnehmersystem ist die Koa Standard<br />

auch für Einsätze auf der Bühne und im Studio bestens<br />

gerüstet und präsentiert ansprechende optische Appoint -<br />

ments aus hochwertigen Materialien wie Padauk und<br />

Abalone.<br />

GA-KORPUS AUS KOA MIT ARMREST<br />

Mit ihrer Grundkonstruktion aus Koa-Holz und einer massiven<br />

Koa-Decke wendet sich die Koa Standard an eine<br />

Vielzahl unterschiedlicher Spielstile. Das tropische Hartholz<br />

ist bekannt für seinen fokussierten und offenen Ton mit<br />

erstaunlicher Projektion und bietet gerade Fans des Finger -<br />

style eine passende klangliche Grundlage. Für maximalen<br />

Spielkomfort verfügt das GA-Design über einen aus dem aus<br />

Abalone und Padauk gefertigten Binding hervorgehenden<br />

Armrest, um auch auf längeren Sessions stets eine komfortable<br />

Auflage für den rechten Arm zu gewährleisten.<br />

DIE FAME KOA STANDARD IM ÜBERBLICK:<br />

• Grand-Auditorium-Westerngitarre mit Cutaway<br />

• Decke aus massivem Koa<br />

• Boden und Zargen aus Koa-Laminat<br />

• Korpus-Binding aus Abalone und Padouk<br />

• Komfortabler Armrest<br />

• Mahagoni-Hals mit C-Profil<br />

• 20-bündiges Walnuss-Griffbrett<br />

• Fishman-Sonitone-Tonabnehmersystem<br />

• Walnuss-Steg<br />

• Goldfarbene Druckgussmechaniken mit schwarzen<br />

Flügeln<br />

• Natural Highgloss Finish<br />

Weitere Informationen: www.musicstore.de<br />

Hersteller: Fame<br />

Bauform:<br />

Grand Auditorium<br />

Cutaway: Ja<br />

Decke: Koa<br />

Massive Decke: Ja<br />

Finish-Decke:<br />

Hochglanz<br />

Verstrebung: Standard<br />

w/ Relief Rout<br />

Boden & Zargen: Koa<br />

Massive Boden &<br />

Zargen: Nein<br />

Finish Boden & Zargen:<br />

Hochglanz<br />

Binding: Holz<br />

Hals: Mahagoni<br />

Halsprofil: ‚C‘<br />

Griffbrett: Walnuss<br />

Inlays: Dot<br />

Anzahl Bünde: 20<br />

Sattelmaterial: Knochen<br />

Sattelbreite in mm: 43<br />

Mensur in mm: 650<br />

Steg: Walnuss<br />

Stegeinlage: Knochen<br />

Mechaniken: Druckguss<br />

Hardware: Gold<br />

Saitenzahl: 6<br />

Tonabnehmerhersteller:<br />

Fishman<br />

Tonabnehmersystem:<br />

Sonitone<br />

Stimmgerät: Nein<br />

Rosette:<br />

Abalone/Padouk<br />

Schlagbrett: Nein<br />

Bridge Pins: Kunststoff<br />

Farbbezeichnung:<br />

Natural<br />

Koffer enthalten: Nein<br />

Gigbag enthalten: Nein<br />

www.musiker-online.tv


PRODUKT-NEWS 61<br />

RED HILL WESTERN VINTAGE ELECTRIC BROWN<br />

Elektroakustische Westerngitarre mit Tonabnehmersystem und Open-Pore-Finish<br />

te Sapele-Korpus die Bassfrequenzen mit einer flächendeckenden<br />

Wärme einfärbt. Das dünne Finish und die leichte<br />

Bauweise ermöglichen zudem eine schnelle Ansprache,<br />

sodass man bereits bei leichten An schlägen einen kraftvollen<br />

Ton erzeugen kann. Gleichzeitig sorgt der Mahagoni-Hals für<br />

einen ausgezeichneten Spiel komfort auf dem gesamten Wal -<br />

nuss griffbrett, auf das mithilfe des Cutaways in allen 20<br />

Bünden mühelos zugegriffen werden kann.<br />

ELEKTRONIK<br />

Das aktive Piezo-Tonabnehmersystem ist mit einem um -<br />

fangreichen Zargen-Preamp ausgestattet, der neben einem<br />

4-Band-Equalizer über ein integriertes Stimmgerät verfügt.<br />

Über ein großes LED-Display wird die jeweilige Tonhöhe<br />

angezeigt. Angetrieben wird das System über eine 9V-<br />

Blockbatterie, die in einem Batteriefach verstaut ist.<br />

HARDWARE UND DESIGN<br />

Eine absolute Besonderheit stellt der speziell gefeilte 43-mm-<br />

Sattel dar, der millimetergenau auf die Stegeinlage an gepasst<br />

ist. So intonieren die sechs Stahlsaiten auf der ge samten<br />

Mensur von 650 mm sauber und präzise. In die Kopf platte<br />

Die Red Hill Western Vintage Electric Brown beinhaltet alle<br />

Zutaten für einen optimalen Einstieg in das Gitarrenspiel.<br />

Neben einem geschmackvollen Äußeren kommt das In stru -<br />

ment mit einem hauchdünn laminierten Korpus, einem griffigen<br />

Hals und einer wertigen Hardware. Daher erzeugt die<br />

Westerngitarre ein warmes Klangbild, das dank eines<br />

hauseigenen Tonabnehmers auch verstärkt wiedergegeben<br />

werden kann. Darüber hinaus lässt sich das Instrument sehr<br />

zuvorkommend in allen 20 Bünden greifen, was nicht zuletzt<br />

an dem gerundeten Halsprofil und dem großzügigen Cutaway<br />

liegt. Das integrierte Stimmgerät mit einem LED-Display<br />

entpuppt sich als ein weiteres praktisches Tool, das gerade<br />

Anfänger bei den ersten Versuchen unterstützt. Abgerundet<br />

wird die Red Hill Western Vintage von detailreichen Einle ge -<br />

arbeiten, die in einem angenehmen Kontrast zu dem braunen<br />

Open-Pore-Finish stehen.<br />

AUFBAU UND HÖLZER<br />

Wegen ihrer kompakten Bauform eignet sich die Mini-Jumbo<br />

sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und erzeugt einen<br />

mittenreichen Ton. Die laminierte Fichten decke reichert das<br />

Klangbild mit einer definierten Note an, während der laminiersind<br />

schwarze Druckgussmechaniken die ein feines<br />

Einstimmen der Saiten gewährleisten.<br />

Die Decke ist mit einem aufwendigen Binding umrandet,<br />

das perfekt mit der Schalllochrosette übereinstimmt und<br />

die Decke von dem Korpus trennt. Außerdem erzeugt die<br />

Marmorierung des Finishs ein individuelles Erschei nungs -<br />

bild, das sich bei jedem Instrument minimal unterscheidet.<br />

DIE RED HILL WESTERN VINTAGE ELECTRIC BROWN<br />

IM ÜBERBLICK:<br />

• Mini-Jumbo-Westerngitarre<br />

• laminierte Fichtendecke<br />

• laminierter Korpus aus Sapele, mit Cutaway<br />

• Mahagoni-Hals<br />

• Walnuss-Griffbrett mit 20 Bünden<br />

• Kunststoffsattel mit 43 mm Sattelbreite<br />

• Walnuss-Steg mit kompensierter Stegeinlage<br />

• Druckgussmechaniken<br />

• Multi-Stripe-Rosette aus Abalone und Sapele<br />

• Red Hill PS-400T Tonabnehmersystem<br />

• Open Pore Brown Finish<br />

Weitere Informationen: www.musicstore.de<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


62 REZENSIONEN<br />

DIE PLANK<br />

»Schwer zu leicht«<br />

Hinter dem lässigen Namen DIE PLANK versteckt sich Julia<br />

Plank, eine feinfühlige Powerfrau, die was zu sagen bzw. zu<br />

singen hat. Auf ihrem Album „Schwer zu leicht“ hat sie wunderbar<br />

eingängige und dabei abwechslungsreiche Melodien<br />

und Texte zu einem überzeugenden Gesamtpaket geschnürt<br />

– zusammengehalten wird alles von ihrer Eisbonbon-Stimme,<br />

mit der sie die Popsongs mit Chanson-Einschlag glänzend<br />

darbietet. Ihre Songtexte zeichnen sich durch eine feine<br />

Poesie und ehrliche Einblicke in ihre Gefühls- und Gedanken -<br />

welt aus. Dabei wechselt sie, gemäß dem Albumtitel, zwischen<br />

nachdenklichen und lockerleichten Inhalten und Me -<br />

lo dien, greift die Wechselströmungen des Lebens auf und<br />

gibt sie in ihren Songs wieder. In „Leben“ geht es um den<br />

Sinn und Unsinn des Lebens, das durch die Liebe eine<br />

Richtung erhalten kann. Ein absoluter Gute-Laune-Song,<br />

der Hoffnung ausstrahlt, ist „Jetzt geht die Sonne auf“.<br />

Schöne Textperlen wie „Der Raum ist leer und es tanzt nur<br />

das Licht mit den Motten, ich tanze nicht“ finden sich im<br />

Song „Halt mich“, der mit einem beschwingten Walzer-<br />

Rhythmus doch eigentlich sehr zum Tanzen einladen würde.<br />

Sogar Kritik bringt DIE PLANK galant rüber: Dass sie mit der<br />

„Großen Stadt“ nicht so ganz warm wird, verpackt sie herrlich<br />

charmant und versetzt ihre Hörer*innen durch den ge -<br />

schickten Einsatz von Akkordeon gedanklich nach Paris.<br />

www.die-plank.de<br />

L.K.<br />

GABY JOGEIX<br />

»Meanwhile In New Orleans«<br />

Gaby Jogeix liefert seit Jahren Musik ab, die ihresgleichen<br />

sucht. Er verbindet Blues, Soul und Rock so perfekt miteinander,<br />

dass einem sein neues Album „Meanwhile in New<br />

Orleans“ regelrecht in einen Bann zieht. Gleich beim Opener<br />

„Right Way To Love You“ steht noch der Soul im Vorder -<br />

grund, unterlegt mit einer leichten und nicht aufdringlich<br />

gespielten Gitarre, die dennoch dem Song seine eigene Note<br />

gibt. Aber schon bei „Fair Green“ überwiegen die Blues-<br />

Elemente, hier kitzelt er dreckige bis melodiöse Töne aus<br />

seiner Gitarre heraus. Aber Gaby Jogeix lässt auch leichte<br />

Gospel-Töne zu wie auf „In My Dying Hour“. Über die ge samte<br />

Spiellänge seines neues Werkes merkt man aber schon, dass<br />

er den Blues mit Herz und Seele lebt und liebt, auch wenn<br />

sich immer wieder Soul-Einflüsse einmischen. Höhepunkt<br />

des Albums bildet „I’m Gonna Get There“, hier verbindet er<br />

alle genannten Genres perfekt miteinander. Sein Gesangs -<br />

organ kommt über das ganze Album mit sehr viel Power<br />

daher, weiß aber auch, zum richtigen Zeitpunkt langsame<br />

Töne anzuschlagen.<br />

www.gabyjogeix.com/label/gaby-jogeix/ M.D.<br />

DIE SARGNÄGEL<br />

»Ars Vivendi –<br />

Liebe, Leid & Lügen«<br />

In schweren Zeiten über lustige und fröhliche Zeiten zu singen<br />

fällt sicherlich nicht jedem leicht. Die Folk-Mittelalter-<br />

Band DIE SARGNÄGEL wollen den Menschen mit ihrem<br />

Debüt-Album „Ars Vivendi – Liebe, Leid & Lügen“ Mut<br />

machen und ein wenig Licht in die dunklen Zeiten bringen. Es<br />

wird gefeiert, getrunken, getanzt und gelacht. Gleich beim<br />

Opener „Ars Vivendi“ wird einem Wein eingeschenkt und man<br />

wird zum Tanz aufgefordert. Menschen sollen fröhlich zusammensitzen<br />

und das auch in vollen Zügen genießen. Wer auf<br />

Bands wie DIE IRRLICHTER oder DUNKELSCHÖN steht,<br />

kommt hier voll auf seine Kosten. Aber sie können auch auf<br />

die Miss stände der Gesellschaft aufmerksam machen, wie<br />

beim vorzüglichen „Der Fleischer“. DIE SARGNÄGEL prangern<br />

die Zeit an, in der wir leben, nämlich voll von Profit und Gier.<br />

Das High light auf dem Album bildet „1 000 Lichter“, man will<br />

den Leuten Mut machen für die Zukunft. Es wird nicht infrage<br />

gestellt, ob wir alle mal wieder ein „normales“ Leben führen<br />

werden, sondern festgestellt, dass wir es wieder führen werden.<br />

Lebens bejahende Texte mit toller Musik, so soll es sein.<br />

www.facebook.com/galahad.germany M.D.<br />

LAINO & BROKEN SEEDS<br />

»Sick To The Bone«<br />

LAINO & BROKEN SEEDS wurden 2013 auf der Upper<br />

Westside in New York geboren, als ein Italiener an einem<br />

Scheideweg seines Lebens in einer verrauchten Bluesbar<br />

saß. Mit einem Notizbuch voller Geschichten kehrte er ins<br />

heimische Bologna zurück und brachte diese dann als<br />

Straßen musiker auf den heimischen Straßen von Bologna.<br />

Aus diesen musikalischen Geschichten entstand das Duo<br />

LAINO & BROKEN SEEDS. Seitdem arbeitet man auf einen<br />

urtümlichen und vintagelastigen Roots- und Bluessound<br />

hin und erschafft so einen Sound, der zwischen Rural Blues<br />

und Alter native-Rock fällt.<br />

„Geboren auf den Bürgersteigen meiner Stadt, ist dieses<br />

Projekt tief verwurzelt in der Tradition der Straßenmusik. Ich<br />

singe Songs über das Alltagsleben, Träume und persönliche<br />

Mythen. Im Einklang mit meinen musikalischen Wurzeln Delta-<br />

Blues und Americana versuche ich, die Songs auf verschiedenste<br />

Weisen auszuleuchten. Für mich ist das eine Art<br />

‚Land‘, in dem ich geheimnisvolle Samen säe; manchmal<br />

werden sie von der Zeit schlecht behandelt, verbrennen oder<br />

gehen kaputt. Und dennoch wachsen aus ihnen Früchte.“<br />

Das sagte Laino zu Zeiten seiner LP „The Dust I Own” von<br />

2017. Mit „Sick To The Bone” ist nun die Nachfolgescheibe<br />

erschienen und zuallererst und am wichtigsten ist zu konstatieren:<br />

Der Albumtitel spiegelt nicht das auf selbigem<br />

enthaltene Klanggut wider. LAINO & BROKEN SEEDS sind<br />

ihrer eigenen Auslegung des über den Tellerrand schauenden<br />

Blues treu geblieben. Hier gibt es Boogie, Bottlenecks und<br />

eine ordentliche Portion psychedelischen Bluesrock. Das ist<br />

zwar nichts für Südstaaten-Puristen, aber als „Aus wärtiger“<br />

wäre es ja auch schade, wenn Laino hier bekannte Kost aufgewärmt<br />

hätte. So ist „Sick To The Bone” ein aufregender und<br />

unorthodoxer Blues-Mix, der durchgehend Spaß macht.<br />

www.lainobrokenseeds.com<br />

P.S.<br />

REFLECTION CLUB<br />

»Still Thick As A Brick«<br />

Auf dieses Werk könnte der Querflötenzauberer Ian Anderson<br />

stolz sein, wäre es aus seiner Feder geflossen. Sage und<br />

schreibe 49 Jahre nach dem Jethro-Tull-Meisterwerk „Thick<br />

As A Brick“ erscheint ein Album von Tribute-<strong>Musiker</strong>n in<br />

Anlehnung an das Original. Der Multiinstrumentalist Lutz<br />

Meinert und George Boston steuerten die Lyrics bei, die<br />

REFLECTION CLUB in „Still Thick As A Brick“ verarbeiteten.<br />

Sänger Paul Forrest kommt seinem Original zum Ver wechseln<br />

nahe. Bei klassischer Jethro-Tull-Instrumentierung schwelgt<br />

die Band in rockigen, klassischen und jazzigen Sphären virtuos<br />

und frisch, wie seinerzeit das Prog-Original. Wie damals<br />

scheint es wie aus einem Guss, ein Song, ohne die Vinylplatte<br />

umdrehen zu müssen, ein Konzeptalbum. Wie geht die darin<br />

erzählte Geschichte des Protagonisten des Albums Gerald<br />

Bostock weiter? Vielleicht findet sie hier eine Fortsetzung?<br />

Nachdem Ian Anderson eine Fortsetzung, betitelt mit „Thick<br />

As A Brick Part II“, im Jahr 2012 vorstellte, wirkt die Aus -<br />

gabe von REFLECTION CLUB wie ein alternativer und würdiger<br />

weiterer Nachfolger. Jedenfalls ist das „Hear and Feel“<br />

ganz nah bei Jethro Tull. Ein ambitioniertes und meisterhaftes<br />

Album von REFLECTION CLUB.<br />

www.madvedge.com<br />

C.S.<br />

www.musiker-online.tv


REZENSIONEN 63<br />

lenweise düsteren und wankelmütigen Texten entsteht eine<br />

bittersüße Stimmung, die mit „Sommermelancholie“ wohl<br />

am besten beschrieben ist. Für dieses Album muss man sich<br />

Zeit nehmen – denn wenn man sich nicht voll darauf einlässt,<br />

besteht die Gefahr, dass es an einem vorbeifliegt und den<br />

Eindruck von Beliebigkeit erweckt. Mit der entsprechenden<br />

THE FLAMING SHOES FEAT.<br />

JARROD COOMBES<br />

»Jump Jive Swing«<br />

Die mehrfachen deutschen Rock-&-Pop-Preisträger FLA-<br />

MING SHOES präsentieren ein Rock’n’Roll-Album aus ihren<br />

Re cording Sessions mit dem Kontrabassisten Jarrod Coombes<br />

(Ex-Keytones). Die Brüder Benny (Drums, Backing Vocals)<br />

und Bastian (Piano, Accordion, Vocals) spielten schon als<br />

junge Buben, inspiriert von The Beatles und Jerry Lee<br />

Lewis, ge meinsam auf der Bühne. Mit bestens aufgelegten<br />

<strong>Musiker</strong>n zelebrieren sie die 50er-Jahre der ersten<br />

Rock’n’Roller wie Chuck Berry oder Fats Domino. Ebenso<br />

brennen die Schuhe bei Toby Schwietering (Bass, Kontra -<br />

bass), Jörg Langanke (Kontrabass) und Michael Minholz<br />

(Guitars). Das Line-up wird mit einem ganzen Bläsersatz<br />

komplettiert. Mit dem hochwertigen Vinyltonträger dieses<br />

Albums kommt das Ballroom Feeling ins Wohnzimmer.<br />

Denn das Orches ter frönt dem Sound konservativ und ohne<br />

Kom promisse an die Neuzeit. Das ist konsequent und deshalb<br />

sensationell gut. Klassiker gibt’s auch, so zum Beispiel<br />

die Dean-Martin-Version von Domenico Modugnos „Volare“.<br />

Dazu gesellt sich Louis Primas „Jump, Jive & Wail“. Das hat<br />

sich schon Brian Setzer zu eigen gemacht und THE FLA-<br />

MING SHOES stehen dem in nichts nach. Hoffentlich bald<br />

wieder postpandemisch auf der Live-Bühne.<br />

www.theflamingshoes.de<br />

C.S.<br />

THE GOLDEN CREEK<br />

»Heartbreaks And Breakdowns«<br />

Unter die Haut wollen THE GOLDEN CREEK mit ihrem<br />

Album „Heartbreak And Breakdowns“ gehen und nutzen als<br />

musikalische Tattoo-Nadel dafür warmen, harmonischen und<br />

melan cholischen Americana mit ebenso melancholischen,<br />

nostalgischen und bisweilen düsteren Texten. Angereichert<br />

durch eine hörbare Leichtigkeit und Unbekümmertheit, die<br />

oft so gar nicht zur textlichen Schwere passen möchten, klingt<br />

das wie ein gelungener Mix aus A. A. Bondy, Eric Clapton,<br />

John Mayer und James Blunt – Letzterer, weil Matthias Abels<br />

mittenlastige Stimme des Öfteren an die britische Gold kehle in<br />

dessen ruhigen Momenten erinnert. Ein Großteil der Songs<br />

bewegt sich im unteren Tempobereich und dürfte daher die<br />

beste Begleitung für eine entspannte Fahrt auf der Landstraße<br />

an einem Sommerabend sein. In Verbindung mit den stel-<br />

Aufmerksamkeit wird „Heartbreaks And Breakdowns“ zu<br />

einem Kleinod der hiesigen Americana-Szene.<br />

www.thegoldencreek.com<br />

P.S.<br />

THOMAS BATTENSTEIN<br />

»Soundtrack Of My Life«<br />

Der Verlagsgründer, Gitarrenlehrer und Virtuose stellt seinen<br />

„Soundtrack Of My Life“ vor. Ein Doppelalbum, getrennt nach<br />

Akustik- und E-Gitarre, kreierte Thomas Battenstein, ein<br />

absoluter Künstler seines Fachs. Nach seiner ersten Band<br />

in den 70ern und der 80er-Rockband Nox Nox, mit der er<br />

mediale Aufmerksamkeit im TV feierte, beschäftigte er sich<br />

zunehmend als Solokünstler mit den klingenden Saiten. Er<br />

präsentierte unplugged oder mit Halbplaybacks Klassiker<br />

des Rock und Pop, unter anderem von den Beatles oder<br />

JJ Cale. Erfolg reich waren auch seine besonderen<br />

Interpretationen von Weihnachtsliedern. Unter seinem ganz<br />

persönlichen Motto „Einfach weitermachen“ – seiner Buch -<br />

veröffentlichung, die gut in unsere Zeit zu passen vermag<br />

– stellt er diesen seinen neuen Hörgenuss vor. Viele Eigen -<br />

kompositionen gesellen sich zu einem Beatles-Cover und<br />

einigen Traditionals. Die Akustikstücke klingen oft leicht jazzig<br />

in Latin Vibes, gefühlvoll, persönlich und wohlgefällig.<br />

Die Percussion-Symbiose zur Gitarre kreierte Kurt Schütze.<br />

Mit der E-Gitarre schafft Thomas Battenstein getragene<br />

Melodien, an Smooth Jazz angelehnt, manchmal funkig<br />

verspielt, mal bluesig stimmungsvoll. Eine Anekdote aus<br />

seinem Leben ist „Mir gings’ doch ganz gut“, Latin rockig<br />

und melancholisch. Mein Rock-Favorit: „Lines & Spaces“.<br />

Nostalgie für Gitarren zuhörer mit Lebenslust: Empfehlung!<br />

www.tomtemusic.de<br />

C.S.<br />

4 ZIMMER KÜCHE BADEZIMMER<br />

»Lasst Liebe Regieren«<br />

Deutscher Punk bzw. Pop-Punk war ja eine ganz Zeit irgendwie<br />

von der Bildfläche verschwunden. Von den Toten Hosen<br />

oder den Ärzten kam nicht mehr viel, aber jetzt sind sowohl<br />

die genannten Bands als auch die Broiler und Donots wieder<br />

aktiver und bringen neue Musik unter die Leute. Also<br />

höchste Zeit, dass 4 ZIMMER KÜCHE BAD mit ihrem neuen<br />

Album „Lasst Liebe Regieren“ Dampf ablassen. Gleich beim<br />

Opener, dem Titellied, überrollen sie einen förmlich und lassen<br />

einem fast keine Zeit zum Atmen. Sozialkritische Texte, dieden<br />

Leuten den Spiegel vors Gesicht setzen, dass ist ihr Ziel,<br />

und solange es noch solche Bands gibt, steht die Musik<br />

nicht am Abgrund. „Egoland“ und „World Wide Web Emotion“<br />

sind perfekte Beispiele, wie man der Gesellschaft den<br />

Finger zeigt und sie zum Umdenken bewegen kann. Über zwölf<br />

Lieder lang befindet man sich in einem Schnellzug, aber dann<br />

legen sie einem zum Abschluss die akustische Anti-Ballade<br />

„Sicher in Gefahr“ vor, sodass man sich erholen kann, nur um<br />

gleich wieder die Nadel auf Anfang zu legen.<br />

www.facebook.com/vierzimmerkuechebad M.D.<br />

GEORGIO FARINA’S<br />

»The Original Meets Gospel –<br />

Praise The Lord«<br />

Georgio Farina ist jetzt schon seit zwölf Jahren mit seinem<br />

Projekt „The Original Meets Gospel“ unterwegs, dies auch<br />

immer mit abwechselnden Interpreten. Bei seinem neuesten<br />

Album „Praise The Lord“ hat er unter anderem Claudia Cane,<br />

Nana Petrossi und den Ex-Toto-Sänger Jean-Michel Byron<br />

mit an Bord. Dieses Werk setzt sich aus religiösen Liedern<br />

zusammen, die tatkräftig von einem Gospelchor unterstützt<br />

werden. Beim Titellied „Praise The Lord“ lässt sich am besten<br />

erkennen, wohin die musikalische Reise geht: kraftvoller Ge -<br />

sang, der mit einem Chor, Bläsern, Gitarren und Percus sions<br />

unterlegt wird. Aber es geht auch ein wenig leiser wie auf<br />

„Sometimes“, hier wird die ganze Fragilität, aber auch zum<br />

nötigen Zeitpunkt die Power der Stimme von Nana Petrossi<br />

gezeigt. Jeder, der sich für Gospel und christliche Musik<br />

interessiert, wird hier ein Album vorfinden, das ein einziger<br />

Genuss ist. Aber es ist auch ein schöner Einstieg für alle, die<br />

sich bisher noch nicht mit diesem Musikgenre beschäftigt<br />

haben. Also zugreifen und die Seele baumeln lassen.<br />

www.rockmeetsgospel.com<br />

M.D.<br />

FLYING PENGUIN<br />

»Orange«<br />

„Die Menschheit vor sich selbst zu retten, das wäre doch<br />

was.“ Gewagte These, mit der die Punkrocker von FLYING<br />

PENGUIN in ihre Albumpromo zu „Orange“ einsteigen. Was<br />

bei der präventiv-proaktiven Fridays-for-Future-Bewegung<br />

sicher noch einige Zustimmung finden wird, dürfte so manchen<br />

liberalen Politiker*innen die Zornesröte ins Gesicht<br />

8<br />

2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


64 REZENSIONEN<br />

treiben. Dass am Ende bei FLYING PENGUIN alles gar nicht<br />

so böse gemeint und eher kritisch-konstruktiv als spalterisch<br />

gedacht ist, zeigt schon der erste Hördurchgang von<br />

„Orange“. Es geht um das Leid der Massen, hervorgerufen<br />

durch Kriege und Terror, oder die Verzweiflung des Ein zelnen,<br />

der den Fesseln der Depression nicht entkommt. FLYING<br />

PENGUIN zählen sich zu jenen, die sich kritischen Blickes<br />

schwieriger Themen annehmen und in ihrer Musik damit<br />

Gestalt verleihen. Auf ihre eigene Weise, mit punkrockigen,<br />

ironisch fröhlichen Sounds, erschließen sich Felix Schneider<br />

(Songwriter, Lead Vocals, Gitarre), Timo Ambrus (Gitarre),<br />

Thomas Bösl (Schlagzeug) und Florian Knoll (Bass, Backing<br />

Vocals) diese Herausforderungen musikalisch, um letztlich<br />

einen neuen Ausblick und Hoffnung zu geben. Apropos Musik:<br />

„Orange“ besteht natürlich nicht nur aus Botschaften, sondern<br />

auch aus guter Musik. Pop-Punk der frühen 2000er<br />

erwartet die Hörer*innen hier. Vor allem Blink 182, The<br />

Offspring und in manchen Momenten die wieder erstarkten<br />

Sum 41 dienen hier als eindeutige Paten, die FLYING PENGUIN<br />

den musikalischen Weg ebnen, um ihre Botschaften laut in<br />

die Welt hinauszurocken.<br />

www.flyingpenguinband.com<br />

P.S.<br />

GERALDINO<br />

»Gummireh«<br />

Mit „Gummireh“ legt Geraldino eine weitere launige EP für<br />

Kids vor. Schon das bunte Cover stimmt auf die fantasievolle<br />

Musikwelt des Liedermachers ein, in der das Schmunzeln<br />

und Augenzwinkern nie fehlen dürfen. Auf die Idee, einem<br />

Gummireh eine EP zu widmen, muss man nämlich erst mal<br />

kommen. Hingebungsvoll singt Geraldino im titelgebenden<br />

Song von dem ersehnten Gummireh, das dann im Privat-<br />

WC steht und mit Kokosplätzchen gefüttert wird. Aber keine<br />

Sorge, ein Gummi-Fußabstreifer würde es auch tun, sollte<br />

es mit dem Reh nicht klappen. Auch wenn ihnen der dezente<br />

Humor an mancher Stelle entgehen könnte, finden sich<br />

junge Hörerinnen und Hörer in Geraldinos Songs schnell wieder.<br />

In „Superstars“ stehen allerhand Held*innen der Kind heit<br />

im Mittelpunkt – nicht zuletzt Mama und Papa! „Der<br />

Maulwurf“ erzählt von einem Maulwurf, der so gerne ein<br />

Vogel wäre und am Ende doch mit den Grenzen seiner Natur<br />

konfrontiert ist. Neben den humorvollen Texten auf Augen -<br />

höhe geht es aber auch immer wieder um die Musik. Das<br />

zeigt Geraldino zum Beispiel auf eben genanntem „Der Maul -<br />

wurf“, in dem einem coolen Gitarrensolo viel Raum gelassen<br />

wird. Beim „Gummireh“ sind es das Akkordeon und die<br />

Gitarre, die glänzen dürfen, bei „Superstars“ gehen Rap und<br />

Saxofon ins Ohr. Von coolen, minimalistischen Beats auf<br />

„Die Welt und ich“ bis zu Western-Klängen in „U u ei ei ei“<br />

ist auf der EP für jeden Musikgeschmack etwas dabei.<br />

www.geraldino.de<br />

L.K.<br />

EDDIE KOLD BAND<br />

»Chicago Alley Blues«<br />

Der Titel des aktuellen Albums der EDDIE KOLD BAND,<br />

„Chicago Alley Blues“, sagt eigentlich alles über die Musik aus,<br />

die sich auf dieser Scheibe befindet. Hier bekommt man Blues,<br />

Blues und noch mal Blues mal etwas rockiger wie bei „Gimme<br />

Back My Money“ oder eher in ruhiger Variante bei „Blues<br />

Man“. Über die gesamte Spiellänge überwiegt doch die ruhigere<br />

Variante des Blues. Das Highlight des Albums bildet mit<br />

Sicherheit „Just A Dream“, hier wird der Blues zelebriert, wie<br />

man ihn von Größen wie John Lee Hooker oder B. B. King<br />

kennt. Die Produktion von „Chicao Alley Blues“ ist exzellent,<br />

nicht zu glatt, was dem Blues jeden Charme nehmen würde –<br />

andererseits aber auch nicht zu retro. Einige werden da vielleicht<br />

anderer Meinung sein und behaupten, Blues müsse rau<br />

klingen, aber man kann es halt nicht allen recht machen. Aber<br />

die Melange von rau und sanft verbindet sich exzellent mit der<br />

Stimme von Sänger Larry Doc Watkins, der den Blues wahrlich<br />

lebt. Dies hört man in jeder Silbe, die er von sich gibt. Hier gilt<br />

für alle Blues-Liebhaber nur eins – zugreifen.<br />

www.eddiekold.com<br />

M.D.<br />

HEJOE SCHENKENBERG<br />

»Poet der Klänge«<br />

HeJoe Schenkelberg und sein Akkordeon sind schon seit<br />

Jahren ein unzertrennliches Paar. So bringt er auch immer<br />

wieder in schöner Regelmäßigkeit authentische Alben heraus.<br />

Sein neuestes Werk hört auf den Namen „Poet der<br />

Klänge“. Man kann jetzt nicht sagen, dass sich seine Alben<br />

groß unterscheiden, aber dies ist auch sicherlich nicht<br />

seine Absicht. Ob man nun das Eröffnungsstück „Ruf der<br />

Eule“ oder „Webstuhl und Akkordeon“ nimmt, alles bewegt<br />

sich in einem engen Raum. Seine Musik sorgt für gute Laune,<br />

kann einen aber manchmal auch nachdenklich bzw. melancholisch<br />

stimmen. Sobald er die ersten Töne an stimmt, fühlt<br />

man sich in ein kleines französisches Dorf versetzt, wo die<br />

Leute sich auf dem Markt tummeln und Pétanque bei<br />

einem Gläschen Pernod gespielt wird. Dies ist genau die<br />

Atmosphäre, die das Album wiedergibt. Aber er kann auch<br />

anders wie zum Beispiel auf „Greetings From Lousiana“,<br />

wo er seinem Akkordeon einen kleinen Hauch Cajun herauskitzelt,<br />

ohne jedoch komplett in den genannten Musik -<br />

stil zu fallen. HeJoe Schenkelberg ist ein <strong>Musiker</strong>, wie man<br />

sie heutzutage selten findet.<br />

www.hejoe-schenkelberg.de<br />

M.D.<br />

ZYDECO ANNIE & SWAMP CATS<br />

»Zydeco Gaga«<br />

Anja Baldauf bringt mit ihrer Band ZYDECO ANNIE &<br />

SWAMP CATS das neue Album „Zydeco Gaga“ heraus.<br />

„Gaga“ ist hier aber keiner und auch nicht die Musik. Mit dem<br />

„Swamp“ verbindet man sofort New Orleans, feuchte Hitze<br />

und natürlich auch das Genre der Swamp-Musik. In diesem<br />

Gebiet der USA wird auch heute noch viel Französisch<br />

gesprochen, was ein Überbleibsel der Kolonialzeit ist. So<br />

werden dann auch die Mehrzahl der Lieder auf Französisch<br />

gesungen, ganze neun Lieder, und drei auf Englisch.<br />

Akkordeon und Mundharmonika sind omnipräsent in den<br />

Songs. So, wie bei den Texten das Wort Voodoo beim Lied<br />

„Voodoo Woman Mystery“ nicht fehlen darf, wenn man sich<br />

musikalisch in New Orleans befindet. Bei Songs wie „J’ai<br />

perdu ma tête“ kommt man eher schwungvoller daher,<br />

während beim Schlussstück „And Now It’s Gone“ dann<br />

doch ruhigere Töne angeschlagen werden. Man muss<br />

schon in der Stim mung sein und dieses Genre mögen, um<br />

mit der Musik klarzukommen. Aber es ist doch schön,<br />

Neues zu entdecken und sich daran zu erfreuen.<br />

www.zydecoannie.de<br />

M.D.<br />

REZENSENTEN:<br />

C.S. – CHRISTIAN SCHÖNING<br />

L.K. – LINDA KNAUER<br />

M.D. – MIKE DOSTERT<br />

P.S. – PHILIPP STRUNK<br />

BEMUSTERUNG:<br />

MUSIKER MAGAZIN „CD-REZENSION“<br />

KOLBERGER STR. 30<br />

21339 LÜNEBURG<br />

INFO@MUSIKERMAGAZIN.DE<br />

www.musiker-online.tv


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EDGAR WEILER<br />

„Will the circle be unbroken“<br />

VÖ: 15.01.<strong>2021</strong><br />

edgar.weiler@weiler-legal.com<br />

RAYO DE LUNA<br />

„A Journey to…“<br />

VÖ: 08.05.2020<br />

info@martinschroer.de<br />

A CUP OF-T<br />

„Live & Pure“<br />

VÖ: 01.10.2019<br />

www.acupof-t.de<br />

First Meeting Blues Band<br />

Thomas Rieke – Teschendorf 17 – 29378 Wittingen<br />

GOLDMARIE<br />

„Awakening“<br />

VÖ: 11.12.2020<br />

franziskabubproduction.com<br />

DIE PLANK<br />

„Jetzt geht die Sonne auf“<br />

VÖ: 17.04.2020<br />

www.die-plank.de<br />

DACAPO<br />

„Covers“<br />

VÖ: 06.09.2019<br />

www.tanzband-dacapo.de<br />

www.franziskabubproduction.com<br />

In freundschaftlicher Partnerschaft<br />

Produzentin Franziska Bub mit Designerin Sophie Graff.<br />

www.franziskabubproduction.com | www.sophiegraff.ch<br />

FRANK PROFT<br />

„Wo bist du“<br />

VÖ: 18.11.2020<br />

proft-live.de<br />

PART OF THE CROWD<br />

„Time Machine“<br />

VÖ: 15.04.2020<br />

www.part-of-the-crowd.de<br />

JOSEF BECKER<br />

„We all grew older“<br />

VÖ: 16.08.2019<br />

UDO OCHSENCOCKER<br />

Thomas Rieke – Teschendorf 17 – 29378 Wittingen<br />

GOLDMARIE<br />

„Bittersweet Misery“<br />

VÖ: 09.10.2020<br />

franziskabubproduction.com<br />

NIMA LINDNER<br />

„The truth behind“<br />

VÖ: 03.04.2020<br />

www.nima-lindner.de<br />

CAPELLASTREET<br />

„Dicht an dicht“<br />

VÖ: 16.08.2019<br />

facebook.com/CAPELLASTREET-<br />

267568193278873<br />

DORIAN BLACK<br />

„Down Wth You Love“<br />

VÖ: 28.08.2020<br />

JOGALO<br />

„Jogalo and the<br />

Funkey Fellas“<br />

VÖ: 18.02.2020<br />

WATTENLÄUFER<br />

„We bruuk keen Kalifornien“<br />

VÖ: 09.08.2019<br />

Urheberin & Production: Franziska Bub | www.franziskabubproduction.com<br />

Design & Graphic: Jeannine Platz, Joscha Radaj, Franziska Bub<br />

www.dorian-black.de<br />

jojobamusic@gmx.de<br />

www.wattenlaeufer.de<br />

CD-Veröffentlichungen in den weltweiten<br />

digitalen Downloadportalen<br />

über<br />

– MUSIKER ONLINE –<br />

Infos: info@musikermagazin.de<br />

JÜRGEN TESCHAN DUO<br />

In Session“<br />

VÖ: 03.07.2020<br />

www.teschan.com<br />

CAPELLASTREET<br />

„Close to close“<br />

VÖ: 20.12.2019<br />

thiboe@gmx.de<br />

MARCUS GENARD<br />

„RISE“<br />

VÖ: 18.06.<strong>2021</strong><br />

marcus-genard.com<br />

DIE SARGNÄGEL<br />

„Ars Vivendi“<br />

VÖ: 09.04.<strong>2021</strong><br />

www.facebook.com/<br />

galahad.germany<br />

DORIAN BLACK<br />

„Take The Hard Way“<br />

18.06.2020<br />

www.dorian-black.de<br />

JAMBERRY<br />

„Schicksal“<br />

22.11.2019<br />

jamberry-music.de<br />

MARCUS GENARD<br />

„There must be something<br />

in the water“<br />

VÖ: 11.06.<strong>2021</strong><br />

marcus-genard.com<br />

BARBARA ZANETTI<br />

„Wunder Natur“<br />

VÖ: 23.03.<strong>2021</strong><br />

barbarazanetti.com<br />

DORIAN BLACK<br />

„Sounds Like A Melody“<br />

18.06.2020<br />

www.dorian-black.de<br />

DIE ROCKMEDIZINER<br />

„… auf Krankenschein“<br />

VÖ: 22.11.2019<br />

DORIAN BLACK<br />

„Karpov!“<br />

VÖ: 21.05.<strong>2021</strong><br />

www.dorian-black.de<br />

THE LOST ART SOCIETY<br />

„Five Leaf Clover“<br />

VÖ: 05.03.<strong>2021</strong><br />

www.facebook.com/<br />

alex.kingscall<br />

DORIAN BLACK<br />

„Take Me Out Of Here“<br />

18.06.2020<br />

www.dorian-black.de<br />

Jenna Akua Hoff<br />

„Happy Holidays“<br />

VÖ: 16.11.2019<br />

facebook.com/iamjennahoff<br />

MICK ZIMMER<br />

„Das Neue Jahr“<br />

VÖ: 07.05.<strong>2021</strong><br />

mick-zimmer.com<br />

FRANK PROFT FEAT.<br />

SANDRA<br />

„Einsam“<br />

VÖ: 26.02.<strong>2021</strong><br />

proft-live.de<br />

DORIAN BLACK<br />

„Your Room“<br />

18.06.2020<br />

www.dorian-black.de<br />

FRANK PROFT<br />

„Stück zurück“<br />

VÖ: 15.11.2019<br />

www.proft-live.de<br />

FRANK PROFT<br />

„Mein Herz brennt“<br />

VÖ: 16.04.<strong>2021</strong><br />

proft-live.de<br />

STEFAN LAUTERBACH<br />

„Moments of truth“<br />

DORIAN BLACK<br />

„Revenge“<br />

BARBARA ZANETTI<br />

„Dein Leben“<br />

FRANK PROFT<br />

„Tage kommen, Tage geh’n“<br />

VÖ: 26.02.<strong>2021</strong><br />

18.06.2020<br />

VÖ: 08.11.2019<br />

VÖ: 16.04.<strong>2021</strong><br />

stefan.lauterbach@arcor.de<br />

www.dorian-black.de<br />

www.barbarazanetti.com<br />

proft-live.de<br />

BLACKROY<br />

„Blood, Passion &<br />

Rock ’n’ Roll“<br />

29.01.<strong>2021</strong><br />

GOLDMARIE<br />

„Goldmarie“<br />

29.05.2020<br />

FRANK PROFT<br />

„Schon im Himmel gesehen“<br />

VÖ: 18.10.2019<br />

LILLY & GEORG WITSCH<br />

„’S Leben“<br />

16.04.<strong>2021</strong><br />

www.facebook.com/<br />

blackroymetaldortmund/<br />

franziskabubproduction.com<br />

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2/<strong>2021</strong> musiker MAGAZIN


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Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):<br />

Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com<br />

Freie Mitarbeiter und Gastautoren:<br />

Norbert Aping, Mike Dostert, Leonie Förster,<br />

Linda Knauer, Katja Rake, Philipp Strunk,<br />

Christian Schöning<br />

Anzeigenleitung:<br />

Ole Seelenmeyer<br />

Anzeigenassistenz:<br />

Katja Rake<br />

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 36<br />

vom 1. Januar <strong>2021</strong> gültig.<br />

Layout:<br />

Ana Seelenmeyer<br />

Lektorat:<br />

Heike Funke<br />

Druck:<br />

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG<br />

DruckMedien<br />

<strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> erscheint 4 x jährlich<br />

Copyright und Copyrightnachweis für alle<br />

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

sowie Vervielfältigungen jeder Art<br />

nur mit schriftlicher Genehmigung des<br />

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Namentlich gekennzeichnete Beiträge<br />

stellen nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion dar.<br />

ISSN 1618-386X<br />

<strong>Musiker</strong> Online.........................................................U2<br />

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Tascam..............…...........................…....….............3U<br />

WAS – Andreas Sutter..….......................................66<br />

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