Frauenpower, Festival der jüdischen Kultur 2021

winamagazin

Das Programm des Festivals der jüdischen Kultur 2021 unter dem Motto Frauenpower im Judentum.
Vom 14. November bis 9. Dezember 2021

FESTIVAL DER JÜDISCHEN KULTUR

14. NOV. BIS 9. DEZ. 2021

FRAUEN-

POWER

IM JUDENTUM

Alle aktuellen Informationen

und möglichen Änderungen

finden Sie unter

www.ikg-wien.at/festival


SONDERPROGRAMM: FILMVORFÜHRUNG

Montag 8.11.2021,

18:30 Uhr

Votiv Kino

9., Währinger Str.12

ÖSTERREICHPREMIERE

THERESIENKLANG-

Die Überlebensgeschichte

von Helga Pollak-Kinsky

Dokumentarfilm (Österreich/Tschechien/2021/

93 min) Buch & Regie: Michael Pfeifenberger

Unterstützt von: Nationalfonds der Republik Österreich,

Zukunftsfonds der Republik Österreich, Land Salzburg,

Stadt Salzburg, Stadt Wien

In Kooperation mit: Gedenkstätte Theresienstadt,

Jüdische Kultusgemeinde Prag

elga Pollak-Kinsky wird im Januar 1943

Hals 12-jähriges Mädchen mit ihrer Familie

ins KZ Theresienstadt und Oktober 1944 in einem Viehwaggon

zusammen mit mehr als 2000 Frauen, Männern und Kindern ins KZ

Auschwitz deportiert. 300 junge Frauen werden aus diesem Transport

ausgesucht, alle anderen werden sofort vergast. Im April 1945

wird Helga wieder in einem Viehwaggon eingepfercht und ist über

den schrecklichen Todesmarsch zurück nach Theresienstadt. Ihre

Geschichte ist das Portrait einer jüdischen Familie aus Wien, die am

Ende des Zweiten Weltkriegs vor einer grausamen und erschütternden

Bilanz steht.

Als Zeitzeugin teilte sie weltweit mit unzähligen Menschen, vor allem mit

der jungen Generation, ihre Geschichte. Helga Pollak-Kinsky wurde mit

dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland,

dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien und dem Goldenen

Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Kartenpreis: 9,20€ Mit Ermäßigung: 8,20€

Karten erhältlich ab 10.Oktober 2021 unter: www.votivkino.at/specials

Partner

Prim. em. Dr. Peter M. Winter

_Wien 2, Praterstraße 22

U1 Nestroyplatz

_9 x in Wien

_Alle Laboruntersuchungen

_Alle Kassen und Privat

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_Internetbefundabfrage/Laborcard

Telefon_+43 1 260 53-0 | mail@labors.at | www.labors.at


VORWORT

IKG Wien

Sehr geehrte Damen und Herren,

das letzte Jahr war wieder voller Herausforderungen und speziell

in Ausnahmesituationen zeigt sich immer wieder, welch wichtige

Stütze Frauen für unsere Gesellschaft sind. Daher freut es mich umso

mehr, dass heuer beim „Festival der Jüdischen KulturFrauenpower

im Judentum in den Mittelpunkt gestellt wird und bei den Filmen,

Konzerten und Lesungen der Fokus auf weibliche Protagonistinnen

gerichtet wird. Das „Festival der Jüdischen Kultur“ ist nicht zuletzt auch

aufgrund des tatkräftigen Einsatzes unseres vorwiegend weiblichen Organisationsteams

zu einem wesentlichen Bestandteil des Wiener Kulturprogramms geworden und setzt ein

weithin sichtbares Zeichen für unser lebendiges, jüdisches Leben in Wien. Ein herzliches

Dankeschön an das Team der „IKG.KULTUR“! Mögen Ihnen allen die Festivalvorstellungen

neue Kraft und neuen Mut geben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß!

Oskar Deutsch

Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Ouriel Morgenstern

Liebe Freundinnen und Freunde der jüdischen Kultur,

Liebe Freundinnen und Freunde der jüdischen Kultur,

nach einer sehr herausfordernden Zeit und vielen Einschränkungen

durch Corona, freuen wir uns nun umso mehr die Kultur, gesund und

mit allen Covid-19 Hygienevorschriften, wieder genießen zu dürfen

und hoffen, dass dies auch so bleiben wird. Das Festival der jüdischen

Kultur ist ein absolutes Highlight in unserem Jahresprogramm. Das

diesjährige Thema „Frauenpower im Judentum“ ist mir als Frau,

Mutter, Vizepräsidentin und Vorsitzende der Kulturkommission der IKG Wien ein besonders

großes Anliegen. Im Rahmen des Festivals wollen wir jüdische Frauen und ihre Kunst in den

Fokus rücken, ihre Vielfalt und Wirkung in unserer Gesellschaft zeigen! Denn wie bereits

Emma Goldman, die Friedensaktivistin, sagte: „True emancipation begins neither at the

polls nor in the courts. It begins in woman’s soul“ – in diesem Sinne freue ich mich, Sie zu

unseren Veranstaltungen verschiedenster Genres einzuladen – von Musik, über Literatur,

Film und bildender Kunst ist alles dabei und gefüllt mit starker jüdischer Frauenpower!

Claudia Prutscher

Vizepräsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Wien

Vorsitzende der Kulturkommission

Johannes Kernmayer

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das diesjährige Festival der jüdischen Kultur steht unter dem

Motto „Frauenpower im Judentum“. Damit verspricht bereits das

Eröffnungsprogramm im Musikverein einen weiblichen Blick

auf jüdische KomponistInnen und InterpretInnen mit dem neu

gegründeten Anna Rothschild Ensemble, der Violinistin Orsolya

Korcsolán und der Sopranistin Ethel Merhaut. Allein die musikalische

Spurensuche der Eröffnung zeigt, welcher Verlust an Kultur

durch Vertreibung bis in unsere heutige Zeit nachwirkt und welche gewichtige Rolle

Künstlerinnen wie Greta Keller und Hedy Lamarr spielten. Es ist ein wichtiger Beitrag

der Israelitischen Kultusgemeinde, starke jüdische Frauen und Künstlerinnen mit ihren

Geschichten, ihren Werken und ihrer Kunst zu präsentieren und in den Vordergrund zu

stellen. Diese sehr breite Perspektive, die einen Blick in die Vergangenheit, aber auch

Gegenwart erlaubt, setzt alle Genres gleichermaßen ins Licht und wird mit viel Kraft und

„Power“ den November erhellen. Auch der Stadt Wien ist es ein besonderes Anliegen, im

Sinne der Gleichberechtigung und Gendergerechtigkeit hier in unserem kulturellen Feld

deutliche Signale zu setzen. Ich freue mich auf zahlreiche BesucherInnen und wünsche

dem Festival und seinem Team eine erfolgreiche Ausgabe.

Mag.a Veronica Kaup-Hasler

amtsf. Stadträtin für Kultur und Wissenschaft in Wien

IMPRESSUM: Inhalt & Konzept: IKG.Kultur; Grafik: Noa Croitoru-Weissman


ERÖFFNUNGSKONZERT

„SEE YOU IN

HOLLYWOOD! “

Ethel Merhaut, Sopran; Orsolya Korcsolán,

Violine, Anna Rothschild Ensemble Wien

unter der Leitung von Gergerly Sugar

Mato Johannik/Lazslo Emmer

ERÖFFNUNGS-

KONZERT

Sonntag

14.11.2021,

19:30 Uhr

Musikverein

1., Musikvereinsplatz 1

Mit hinreißender Filmmusik von

„Ben Hur“, „Vom Winde verweht“

oder „Schindlers Liste“ begibt

sich das Anna Rothschild Ensemble

Wien gemeinsam mit Sopranistin

Ethel Merhaut und mit Violinistin

Orsolya Korcsolán auf die Spurensuche

jüdischer Komponisten und

InterpretInnen, die nach ihrer Flucht

aus Europa in Hollywood eine neue

Heimat fanden. Sei es Max Steiner,

Greta Keller, Hedy Lamarr, Miklos

Rozsa, Walter Jurmann, Kurt Weill,

Erich Wolfgang Korngold – sie alle

prägten die goldene Ära Hollywoods

und hinterließen in Europa

eine bis heute unersetzbare Lücke.

Kommen Sie mit auf eine einzigartige

musikalische Reise.

Kartenpreis: 18-38 €

erhältlich unter: www.musikverein.at


FILMVORFÜHRUNG

HANNAH ARENDT

(Deutschland, Frankreich, Israel/

2012/113 min)

Regie: Margarethe von Trotta

Drehbuch: Pamela Katz, Margarethe

von Trotta Besetzung: Barbara

Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer

FILMVORFÜHRUNG

Dienstag

16.11.2021,

20:00

Votiv Kino

9., Währinger Str.12

Hannah Arendt, gespielt von Barbara Sukowa, arbeitet

als Reporterin für die Zeitschrift „The New Yorker“. 1961

bekommt sie den Auftrag über den Eichmann-Prozess in

Jerusalem zu berichten. Die bereits anerkannte Schriftstellerin

und Philosophin macht es sich zur Aufgabe anhand

des Prozesses den Charakter des angeklagten SS-Obersturmbannführer

zu verstehen. Ein Vorhaben, welches für

viel Aufregung sorgt. Akribisch protokolliert sie das Verfahren

und verarbeitet ihre Erfahrungen und Eindrücke in

mehreren Artikeln. Daraus entsteht ihr bekanntestes und

zugleich umstrittenes Werk. Mit „Eichmann in Jerusalem

– Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ bricht ein großer

Disput über ihre Darstellung des Angeklagten aus und

stößt bei vielen auf ein zwiespältiges Echo. Denn zur großen

Verwunderung von vielen, sieht Arendt in Eichmann

nicht das große Monster, für das ihn alle halten. Sie beschreibt

ihn vielmehr einfach nur als einen Täter, der seine

Befehle bestmöglich ausführen wollte. Arendts persönliche

Sichtweise und Erkenntnis hat für sie weitreichende Folgen

– enge Freundschaften gehen auseinander, sie erntet harte

Kritik sowie Ächtung und Ausgrenzung. Jedoch bleibt sie

standhaft, denn sie will verstehen, auch wenn das heißt, die

Gedanken dahin zu führen, wo sie unangenehm werden.

Kartenpreis: 9,20€ mit Ermäßigung: 8,20€

erhältlich ab 10. Oktober 2021 unter: www.votivkino.at/specials


BUCHPRÄSENTATION & WORKSHOP

Avi Kravitz

BUCH-

PRÄSENTATION

UND WORKSHOP

Donnerstag,

18. November

19:30 Uhr

Urania

1., Uraniastraße 1

„MONEY HONEY -

VORSORGEN UND

INVESTIEREN FÜR

EINSTEIGERINNEN”

von und mit Larissa Kravitz

Es klingt unglaublich, ist aber wahr:

Sehr viele Frauen sind im Jahr

2021 von Altersarmut bedroht. Dennoch

scheuen viele Frauen immer

noch davor zurück, ihre Finanzen

selbstbewusst zu managen und ihr

Geld nachhaltig anzulegen – zu sehr

hält sich der Mythos vom Finanzmarkt

als Männerdomäne. Schluss damit,

sagt Larissa Kravitz: „Make the markets

female!“ Die Autorin, Finanzmathematikerin,

Stockbrokerin und Ex-Aufsichtsrätin,

zeigt mit Knowhow und

Witz, dass der Finanzmarkt leicht zu

verstehen ist. Logisch und einfach

aufgebaut führt Kravitz an Investment-

Grundlagen heran: Online-Depots,

Anleihen, ETFs, Aktien, Dividenden

und REITs werden schon bald vertraute

Begriffe sein. Egal, ob kleines oder

großes Budget – mit „Money, Honey!“

findet jede Frau die zu ihr passende Investitionsform

und hat den idealen Begleiter

für die Schritte in die Welt des

Geldes. Ein spannender Abend, mit

einer talentierten Frau – Empowered

Women, Empower Women!

Kartenpreis: 12-18€

erhältlich unter: www.ikg-wien.at/festival


FILMVORFÜHRUNG

„ASK DR. RUTH“

(USA/2019/100 min/OmU)

Regie: Ryan White

FILMVORFÜHRUNG

Sonntag,

21. November

12:45 Uhr

Votivkino

9., Währinger Str.12

Ein Dokumentarfilm über eine Holocaustüberlebende

und späteren Star der amerikanischen Popkultur. Als

Karola Ruth Siegel 1928 in Frankfurt am Main geboren

und aufgewachsen, schickten sie ihre jüdischen Eltern

1939 in die Schweiz. Dort überlebte sie in einem Kinderheim

das Nazi-Regime. Ihre Eltern wurden Opfer der

Shoah. 1945 ging sie nach Palästina und absolvierte

später ihr Studium in Psychologie und Soziologie in Paris

und New York. Als „Dr.Ruth“ ist die nur 1,45m große Frau

in den 1980er Jahren mit ihrer Show „Sexually Speaking“

im US-Radio und -Fernsehen bekannt geworden. Mit ihrer

direkten Art und zur damaligen Zeit (nicht nur) in den

USA höchst provozierenden Ratschlägen rund um das

Thema Sex, wurde sie international berühmt. Bei Dr.Ruth

Westheimer gab es kein Thema, über das sie nicht mit

viel Sachwissen gesprochen hätte und keine Frage, die

sie nicht mit viel Einfühlungsvermögen und Respekt beantwortete.

Selbst heute, mit 92 Jahren, publiziert und

unterrichtet die weltbekannte Sextherapeutin. Der Regisseur

Ryan White kreierte mit Archivmaterial, aktuellen

Interviews und animierten Passagen ein unterhaltsames

und lebendiges Portrait dieser Dame.

Kartenpreis: 9,20€ mit Ermäßigung: 8,20€

erhältlich ab 10. Okt. 2021 unter: www.votivkino.at/specials


AUSSTELLUNG

„SHIRAT DVORA“

Ausstellung von Dvora Barzilai.

Die Ausstellung läuft bis zum 1.12.2021

AUSSTELLUNG

Mittwoch,

24. November

19:00 Uhr

Kunstraum

Nestroyhof

2., Nestroypl. 1/1/4

e at aliet al kulana” – „Du erhebst dich

„Vüber allem” (Sprüche 31). Sie verbindet

das Jüdischte mit dem Menschlichsten.

Im Judentum ist die Frau das „Zuhause“ und

somit sowohl physisch als auch psychologisch

von zentraler Bedeutung. Von ihr aus

geht die Spiritualität und Religion. Bereits

in der Thora können wir einige Powerfrauen

finden: Sarah, Rebecca, Mirjam, Rachel, Lea,

Judith, Esther sind nur einige Bespiele. Eine

weitere wichtige weibliche Figur der Thora

ist Debora. An ihr ist auch der Titel der Ausstellung

„Shirat Dvora“ (Das Lied/die Worte

der Debora) angelehnt. Nicht nur spiegelt

sie den Namen der Künstlerin wieder, sondern

auch einen starken Charakter in der

Bibel. Sie ist sowohl Richterin, als auch eine

der sieben Prophetinnen. Die Künstlerin

Dvora Barzilai möchte in ihrer Ausstellung

„Shirat Dvora“ speziell die weiblichen Figuren

der Thora und ihre Stärken hervorheben

und somit Frauen eine Stimme geben. Sie

selbst lebt das Judentum in einer modernorthodoxen

Form aus und verbindet in ihrer

Kunst das Religiöse mit dem Weltlichen. Mit

„Shirat Dvora“ möchte die Künstlerin zeigen,

dass Frauen auf allen Ebenen schon immer

viel bewegt haben und auch heutzutage

eine tragende Rolle spielen.

Entritt frei! Mehr Informationen zu den

Besuchszeiten: www.ikg-wien.at/festival


FILMVORFÜHRUNG

GENIALE GÖTTIN –

DIE GESCHICHTE

VON HEDY LAMARR

(USA/2017/90 min)

Regie: Alexandra Dean

FILMVORFÜHRUNG

Donnertag,

25. November

18:30 Uhr

Votivkino

9., Währinger Str.12

Der Dokumentarfilm zeigt Hedy Lamarr,

geboren in Wien als Hedwig Eva Maria

Kiesler und Tochter jüdischer Eltern. Sie wurde

durch ihre kurze Nacktszene im Film „Ekstase“

berühmt und in den 1940er Jahren zum Hollywoodstar

und als Schauspiel- und Schönheitsikone

international gefeiert. Doch die Powerfrau

hatte noch ein weiteres Talent, welches oft

in Vergessenheit gerät: Nach ihrer Emigration

in die USA, war sie maßgeblich an der Erfindung

des Frequenzsprungverfahrens beteiligt

und hat damit den Grundstein für WLAN-, GPSund

Bluetooth-Verbindungen gelegt. Diese

bedeutsame Erfindung wurde lange Zeit verkannt.

Erst im Jahr 2000, kurz vor Hedy Lamarrs

Tod, erhielt sie die hochverdiente Anerkennung

für ihre technischen Errungenschaften.

Regisseurin Alexandra Dean zeigt in ihrem Film

die weitgehend unbekannte Geschichte dieser

begabten Frau. Hedy Lamarrs Erfolgsstory

wird mit Hilfe von verloren geglaubten Sprachaufnahmen

und Interviews mit Angehörigen,

Freunden und Bewunderern neu aufgerollt.

Kartenpreis: 9,20€ mit Ermäßigung: 8,20€

erhältlich ab 10. Oktober 2021 unter: www.votivkino.at/specials


KONZERT & LESUNG

CHARLOTTE SALOMON -

ES IST MEIN GANZES LEBEN

Politisch-historisches Erinnern mit allen Sinnen

Charlotte Salomon Found

Credits David Beecroft Rosa Frank

MATINEE - KONZERT

MIT LESUNG

Sonntag,

28. November

11:00 Uhr

Theater

Nestroyhof

Hamakom

2., Nestroyplatz 1

Therese Hämer – Lesung

ihrer Texte über die jüdische

Malerin Charlotte Salomon

Julie Sassoon Quartet –

Musikalische Begleitung

Julie Sassoon –

Piano

Lothar Ohlmeier –

Saxophone & Bass Clarinet

Meinrad Kneer –

Double Bass

Rudi Fischerlehner –

Drums

org‘ gut dafür: Es ist

„Smein ganzes Leben“:

Mit diesen Worten übergab

die Malerin Charlotte Salomon

im Jahre 1942 einem Freund

einen Zyklus von mehreren

hundert Bildern (Gouachen).

Einige Monate später war die

26- jährige tot - als Jüdin in

Auschwitz ermordet. Das Projekt

der politisch-historischen

und kulturellen Bildung erinnert

an Leben und Sterben Charlotte

Salomons und damit an das schrecklichtypische

Schicksal einer jungen deutschen

Jüdin; es erinnert gleichzeitig aber

auch an das einzigartige Werk einer vielversprechenden

Malerin, das nach ihrer

Ermordung für lange Jahre vergessen

war. Durch die Texte von Therese Hämer

und die musikalische Begleitung des Julie

Sassoon Quartetts werden die Erinnerungen

an die jüdische Malerin Charlotte

Salomon hochgehalten und die kritische

Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

gefördert.

Kartenpreis: 18-25€

erhältlich unter: www.ikg-wien.at/festival


KONZERT

Andrea Peller; Liz Doz

HEUTE ABEND:

«SO WIE MUSIKALISCH,

ABER LEAKALISCH!»

Lea Kalisch – Gesang

Bela Koreny – Piano

KONZERT

Donnerstag,

2. Dezember

20:00 Uhr

Porgy&Bess

1., Riemergasse 1

Die gebürtige Schweizerin, lebt als polyglotte Sängerin

und Schauspielerin in New York und Minneapolis. Mit

verschiedenen Solo-Programmen und Theaterprojekten

ist sie auf der “East Coast” und in Europa zu sehen. Während

des letzten Jahres hat Lea Kalisch zudem, die Film

und Social-Media-Welt für sich entdeckt und unterhält dort

ihr Publikum mit Gesang, Tanz und Komödie. Leas Kunst

setzt sich viel mit ihrer jüdischen Herkunft und Jiddischkeit

auseinander. Darüber hinaus mischt sie Sprachen, Traditionen

und Stile: Von Rap bis Rumba, von Hip-Hop bis

Chassidisch - Lea mischt alles. „Ich möchte Menschen dazu

ermutigen, in verschiedene Welten einzutauchen, sogar in

gegensätzliche.”

Am Klavier wird sie vom Virtuosen und Multitalent Bela

Koreny begleitet. Sein Repertoire reicht von Musicalproduktionen

bis zum Komponieren von Filmmusik, über

Klezmer und jiddischen Liedern und vom Schauspielen

bis zu jazzig-coolen Barklängen. Zusammen werden sie

Jiddische Evergreens „aufpeppen“, vergessenen Melodien

neues Leben einhauchen und Eigenkompositionen

vortragen. Ob in Englisch, Jiddisch, Deutsch, Hebräisch,

Spanisch oder Französisch- Lea performt eigenwillig und

manchmal ungeschliffen; sie ist aber immer darauf aus, die

Neshume (Jiddisch: Seele) zu berühren und einen Hüftschwung

herauszukitzeln.

Kartenpreis: 25€

erhältlich unter: www.porgy.at


PODIUMSDISKUSSION

G‘TTES WEIBLICHE SEITE

„G‘tt schuf also den Menschen als sein Abbild;

als Abbild G‘ttes schuf er ihn. Als Mann und Frau

schuf er sie“ (Gen 1,27).

PODIUMS-

DISKUSSION

Dienstag,

7. Dezember

19:30 Uhr

Urania

1., Uraniastraße 1

Alles Weibliche und alles Männliche hat seinen Ursprung

in G‘tt - Dass G‘tt also eine weibliche Seite hat, ist somit

ein Fakt! Von der Schöpfungsgeschichte, über die

„Schechina“, der Präsenz G´ttes auf Erden, bis hin zur jüdischen

Mystik sind essentielle weibliche Elemente enthalten.

Belege dafür finden wir in der mündlichen und

schriftlichen Überlieferung. Auch im historischen Kontext

sind es immer wieder Frauen, welche im Judentum aktive

und führende Rollen einnahmen. Die Ausstellungen in den

Jüdischen Museen Hohenems und Frankfurt widmeten

sich diesem Thema. Die Co-Kuratorin der Ausstellung Dr.

Felicitas Heimann – Jelinek wird in einer Einführung zu Beginn

der Veranstaltung einen Einblick in die Materie geben

und anschließend auch am Podium sitzen. Wie jüdische

Frauen heute die weibliche Seite G‘ttes entdecken, ausleben

und interpretieren wird im Rahmen der Podiumsdiskussion

erörtert. In Vertretung vieler jüdischer Frauen, die

sich für die Sichtbarkeit und Individualität von Frauen im Judentum

einsetzen, für ihre Werte einstehen

und die weibliche Seite G‘ttes heutzutage

vertreten, haben wir fünf Frauen

aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen,

um mit uns am Podium zu sprechen.

Wieviel Feminismus passt ins Judentum

und wieviel Judentum passt in den Feminismus?

Eine aktuelle Frage, die uns

beschäftigt!

Konrad Holzer

Moderation: Dr. Anita Pollak

Absolvierte das Studium der Germanistik

und Kunstgeschichte und war jahrelang

als Journalistin beim ORF Radio, Standard

und der Kulturredaktion des Kuriers in den

Bereichen Literatur und Buch tätig. Nach

ihrer Pensionierung widmet sie sich vor

allem jüdischen Themen und schreibt seit

Beginn an für das jüdische Stadtmagazin

„WINA“ über jüdische Kultur und Literatur.

Als Mutter von zwei Töchtern ist ihr auch

der feministische Aspekt ideologisch und

praktisch seit jeher ein Anliegen, als praktizierende

Jüdin ist und bleibt sie eher

konservativ geprägt.

Kartenpreis: 10€

erhältlich unter: www.ikg-wien.at/festival


PODIUMSDISKUSSION

Dr. Felicitas Heimann-Jelinek ist Judaistin und

Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin und Beraterin

für mehrere europäische jüdische Museen. Von

1993 bis 2011 war sie Chef-Kuratorin des Jüdischen

Museums der Stadt Wien. In öffentlichen

Vorträgen und in ihrer wissenschaftlichen Arbeit

setzt Heimann-Jelinek sich mit Fragen der Darstellung

jüdischer Kunst, Geschichte und Identität

auseinander. Heimann-Jelinek kuratierte zu

den Themen Judentum, jüdische Kunst und Kultur

Ausstellungen in verschiedenen internationalen

jüdischen Museen. Sie gestaltete gemeinsam

mit Co-Kuratorin Michaela Feurstein-Prasser in

den Jüdischen Museen Frankfurt und Hohenems

die Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes.“

Laura Cazés ist Leiterin der Abteilung für Kommunikation

und Digitalisierung der Zentralwohlfahrtsstelle

der Juden in Deutschland. Sie studierte

Psychologie und war von 2017 bis 2019

gewählte Vizepräsidentin der European Union of

Jewish Students. Als Speakerin und Autorin beziehen

sich die Kernthemen ihrer Expertise auf die

Diversität und Wahrnehmung jüdischer Lebenswelten

in Deutschland, der Einbezug jüdischer

Perspektiven in gesellschaftliche Diskursräume

und die Schaffung innovativer Konzepte für und

mit jüdischen Communities. Cazés ist Mitinitiatorin

des „Jewish Women Empowerment Summit“.

Dalia Grinfeld ist stellvertretende Direktorin für

Europäische Angelegenheiten bei der Anti-

Defamation League. Sie studierte Politische

Wissenschaft und Jüdischen Studien an den

Universitäten Heidelberg, Buenos Aires und

Herzliya. Darüber hinaus amtierte Dalia Grinfeld

zwei Jahre lang als erste gewählte Präsidentin

der Jüdischen Studierendenunion Deutschland,

dessen Gründungsmitglied sie ist. Außerdem ist

sie im Vorstand und aktiv in diversen NGO‘s in

den Bereichen Frauen Empowerment, LGBTIQ*-

Rechte (Keshet Deutschland e.V.) und innovative

Demokratie. Zudem ist sie ständiges Mitglied im

Expert*innenkreis Antisemitismus des Berliner

Senates.

Rabbiner Bea Wyler absolvierte das Studium

der Landwirtschaft an der Eidgenössischen Technischen

Hochschule in Zürich und war später als

Ing. Agronom in verschiedenen Settings beschäftigt.

Ab 1980 leitete sie das Wissenschaftsressort

in der Basler Zeitung. Nach ihrem Sprachaufenthalt

in Israel studierte sie am Leo Baeck College

in London, an der Hebrew University in Jerusalem,

der Freien und der Humboldt Uni in Berlin sowie

am Jewish Theological Seminary of America in NY.

Im Mai 1995 wurde sie zum Rabbiner ordiniert, wie

der akademische Titel lautet. Anschließend war sie

als Gemeinderabbiner in Oldenburg und Braunschweig

(D) einberufen und lehrte als Dozentin an

der Uni Oldenburg. 2004 kehrte Bea Wyler in die

Schweiz zurück, wo sie nach wie vor publizistisch

und didaktisch in Zürich und Basel tätig ist.

Ingrid Sontacchi

Robert Poticha

Emily Silverman


FILMVORFÜHRUNG

ÖSTERREICHPREMIERE

„TRUUS’ CHILDREN“

Regie: Pamela Sturhoofd und Jessica van Tijn

FILMVORFÜHRUNG

Donnertag,

9. Dezember

18:30 Uhr

Votivkino

9., Währinger Str.12

In dem abendfüllenden Dokumentarfilm

„Truus‘ Children“ wird eine besondere

Widerstandsheldin, die Niederländerin Truus

Wijsmuller (1896-1978) auf der weltgeschichtlichen

Bühne präsentiert. Ihre Geschichte war

75 Jahre lang fast vollständig verborgen, wird

aber durch die Erinnerungen der mutigen

„Kinder“, die mit Hilfe von Frau Wijsmuller

gerettet wurden, zum Leben erweckt. Die Regisseurinnen

(Pamela Sturhoofd und Jessica

van Tijn) recherchierten über drei Jahre lang

die komplette Geschichte einer Frau, die so

engagiert, hartnäckig und von ihrer Mission

überzeugt war, dass sie im Dezember 1938

sogar nach Wien flog, um mit Adolf Eichmann

einen Deal auszuhandeln, der es danach

rund 10.000 meist jüdischen Kindern ermöglichte,

ihre Geburtsländer zu verlassen und

nach England zu fliehen, wobei einige auch

in Holland zurückblieben. Für die ersten 600

Kinder, die am 10. Dezember 1938 aus Wien

ausreisen durften, zahlte sie aus ihren privaten

Mitteln. Insgesamt 23 der von Frau Wijsmuller

geretteten Kinder konnten ausfindig

gemacht und interviewt werden. Sie leben

heute auf der ganzen Welt zerstreut, einige

von ihnen in Israel. Zusammen mit einer authentischen

Aufnahme eines Interviews mit

Truus Wijsmuller nach dem Krieg, entfaltet

sich eine Geschichte, die zeigt, dass es auch

einer einzelnen Person möglich ist, die Welt

ein bisschen menschlicher zu gestalten. „Truus‘

Children“ ist eine Ode an die Tapferkeit

und Unerschrockenheit einer außergewöhnlichen

Frau und auch an die Kinder, die sie

zu retten half.

Die beiden Regisseurinnen werden bei der Vorführung anwesend sein und

sind danach gerne für ein Gespräch bereit. Diese Dokumentation wird erstmalig

in Wien gezeigt und ist eine Kooperation zwischen dem Festival der

jüdischen Kultur, dem Jewish Welcome Service Vienna und Milli Segal, Leitung

der Ausstellung „Für das Kind“ – Museum zur Erinnerung.

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Kartenpreis: 9,20€ mit Ermäßigung: 8,20€

erhältlich ab 10. Oktober 2021 unter: www.votivkino.at/specials


Wut Wut Wut

Wut Wut Wut

Wut

Mut

Wut

Wut Wut Wut

Wut Wut Wut

Wut Wut Wut

Hol mich hier raus, FALTER!

Für alle, die nicht

die Nerven verlieren.

Unbequemer Journalismus.

Jede Woche.


SEIT 1707

© Maria Lassnig Stiftung/ Bildrecht, Wien 2021

Maria Lassnig, „Wilde Tiere sind gefährdet“, 1980,

1,4 Millionen Euro, höchster erzielter Preis

für ein zeitgenössisches österreichisches Kunstwerk

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