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PINwand 333

Weinmailing Ausgabe Januar 2022 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

Weinmailing Ausgabe Januar 2022 - Erlesene Weine, Feinkost und Spirituosen von Pinard de Picard - Weinhändler des Jahres 2010 & 2019 - Weinfachhandel und Weinversender

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P I N W A N D n o 3 3 3

in unserem

Programm!

ARPEPE | VALTELLINA

Neuer Stern am Nebbiolo-Himmel!

Spektakulär: Unsere „Entdeckung des Jahres Italien“!

Erlesene Weine und Feinkost

Januar 2022


PINWAND no 333 Januar 2022

DEUTSCHLAND

Weingut Seckinger | Pfalz . 4

„Die Seckinger-Brüder werden immer besser!“ verkündet der aktuelle Falstaff-Weinguide. Das ist tiefgestapelt.

Denn sie gehören zu den spannendsten Senkrechtstartern, die zurzeit die deutsche Weinszene aufmischen!

Weingut Holger Koch | Baden . 16

Leise, still und heimlich mausert sich Holger Koch mit seinen herrlich unaufgeregten Weinen zu einem der Stars

aus Deutschlands Süden. Unnachahmlich in seiner Stilistik, „geht der Kurs auf den vierten Stern!“

(VINUM Weinguide 2022). Seine Weine: Finesse-Wunder!

FRANKREICH

NEU Domaine Les Carmels | Bordeaux. 30

Die Anti-Technokraten aus dem Hinterland! Unsere grandiose Neuentdeckung aus dem Cadillac: erfrischend jung,

erfrischend anders. Nachhaltige Bewirtschaftung, faire Preise, authentische Gewächse. Bordeaux auf neuen Pfaden!

Château Lamartine | Cahors. 36

Was für ein Jahr: TOP 100 im Wine Enthusiast, sensationelle 97 Punkte für den „Particulière“ 2018,

„Die Nummer 1 im Südwesten“ – Decanter World Wine Award!

Champagne Deutz | Champagne . 42

World of Fine Wine: „Eine der ersten Adressen der Champagne!“ Endlich eingetroffen: die neuen Jahrgänge der genialen Lagen-

Champagner „Meurtet” und „La Côte Glacière!“

Le Clos du Caillou | Châteauneuf-du-Pape . 48

Meister der Perfektion. Eines des großartigen Aushängeschilder dieses berühmten Orte

– 100-Punkte-Châteauneuf inklusive!

Belargus | Loire. 56

WOW: „Dies ist einer der spektakulärsten Neuzugänge in der Geschichte des Wine Advocate“ schreibt Parker-Verkoster

Stephan Reinhardt . Die Wertungen gehen bis 100 Punkte – Traumweine von der Loire!

ITALIEN

NEU Arpepe | Valtellina. 68

SENSATIONELL: unsere „Entdeckung des Jahres Italien“ hat uns schier vom Hocker gehauen. Transparente

Nebbioli, fein wie Seide – ein fulminanter Einstieg in das neue Weinjahr. Unbedingt probieren, es gilt neue

Geschmackswelten zu entdecken!

Commendatore Burlotto | Piemont. 76

„GiBis“ Weine sind die zarteste Versuchung des Piemont. Kult-Status!

ÖSTERREICH

Weingut Weninger | Burgenland, Horitschon, Sopron, Balf . 82

Weninger ist mehr. Unsere letztjährige Neuentdeckung aus Österreich, Franz Reinhard Weninger, versteht es

wie kaum ein zweiter, seine Weine von ihrer Herkunft und Geschichte erzählen zu lassen. Und wir lauschen andächtig.

Weingut Hirsch | Kamptal. 90

Brandaktuell: „Kollektion des Jahres 2022!“ im Gault&Millau. Johannes Hirsch stellt seine berührenden neuen

Weine vor. Zum dritten Mal (!) in Folge kommt aus seinem Keller der beste Lagenwein des Kamptals!

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PINWAND no 333 | Januar 2022


Januar 2022

PINWAND no 333

pinwand no 333

Liebe Freunde von Pinard de Picard,

für 2022 haben wir viele gute Vorsätze gefasst und starten daher

mit gleich zwei Neuzugängen ganz sportlich! Zum einen

wäre da unsere Italien-Entdeckung des Jahres (so viel Pathos

sei zu uns zu Beginn des noch jungen Jahres erlaubt) aus dem

Valtellina: AR.PE.PE. Hinter diesem Akronym verbergen sich die

leichtfüßigsten und fruchtintensivsten Nebbioli, die wir jemals

im Glas hatten. Die in der Lombardei gelegene Appellation hat

sich – durch Klimaveränderungen und ihre einzigartige Geographie

begünstigt – heimlich, still und leise zu einem echten Sehnsuchtsort

für Weinliebhaber gemausert. Zum anderen unser

französischer Fund, der von der rive gauche, dem linken Ufer von

Garonne und Gironde, aus den Cadillac – Côtes de Bordeaux

stammt: Auf der Domaine Les Carmels entstehen bio-zertifizierte

Bordeaux, die Teil der Region sind – aber eben doch nicht!

Und dies zu Preisen jenseits des sich immer schwindelerregender

drehenden des Primeur-Karrussels. So gewinnen wir wieder

unseren Geschmack an Frankreichs größtem Weinanbaugebiet!

Und stellen mit großer Genugtuung fest, dass die vermeintlich

kleinen Appellationen immer mehr an Fahrt aufnehmen. Den vielleicht

kometenhaftesten Aufstieg hat Belargus aus dem Anjou

„hingelegt“. Den Debütjahrgang dieser Chenin Blancs hatten wir

eben erst vorgestellt, da waren sie auch schon in die Liga der

100-Parker-Punkte-Weine aufgestiegen. Seitdem reißen sich

Händler, Sommeliers und Liebhaber weltweit um die Früchte

des wagemutigen Prestige-Projekts. Da wir glücklicherweise

schon vor dem Hype Feuer und Flamme für die komplexen

Weißweine Ivan Massonnats waren, erhielten wir zum Jahresbeginn

eine weitere kleine Allokation – die höchstbewerteten

Weine inklusive! Beim Stichwort „Schnelldreher“ angekommen,

möchten wir daher nur am Rande erwähnen, dass aus dem Piemont

unsere Arrivage von Comm. G. B. Burlotto bereitsteht.

Ganz unkonventionell, aber eben doch der Tradition verhaftet,

gehen es die Seckinger-Brüder in der Pfalz an. Das weckt Neugierde

und stößt auch bei Kennern der Region auf Anerkennung.

Ihre neuesten Weine sind in der PINwand333 versammelt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre

unserer Pinwand!

Versandkonditionen

innerhalb Deutschlands!

Frei Haus ab 95,00 €

oder ab 12 Flaschen

(Weine, Spirituosen & Olivenöle)

Für Bestellungen unterhalb der Freihausgrenze erheben

wir eine Versandkostenpauschale von 6,50 €

Ralf Zimmermann

& Markus Budai

und das Team von Pinard de Picard

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DEUTSCHLAND PFALZ

Seckinger

WEINGUT

SECKINGER

NIEDERKIRCHEN

„Die Seckinger-Brüder Philipp, Lukas und Jonas

werden immer besser.“ – FALSTAFF WEINGUIDE 2022

„Mit Natur, Rebstock und unseren Böden verantwortungsvoll und wertschätzend umgehen,

ist die Essenz und die Seele unserer naturbelassenen Weine.“ – Jonas Seckinger

„Die Weine der Brüder sind in Insiderkreisen hochbegehrt, viele müssen zugeteilt werden.“

– Harald Scholl („Deutschlands neue Riesling-Stars“, Vinum)

„Die Brüder Philipp, Jonas und Lukas Seckinger gehören zu den Senkrechtstartern in der deutschen

Weinszene.“ – Gault&Millau Weinguide 2020

„Ihre Weine sind außerordentlich spannend, teils auch fordernd. Alle sind sie extrem tief im Schwefel

und unfiltriert, brauchen oft lange, um sich zu öffnen. Manche durchlaufen 72 Stunden Maischestandzeit,

andere erfahren Ganztraubenpressung.“ – Vinum Weinguide 2021

4 PINWAND no 333 | Januar 2022


Seckinger

Vor der Lese ist nach der Lese!

Philipp, Jonas und Lukas

beim Kellerputz

PFALZ DEUTSCHLAND

Senkrechtstartern in der deutschen Weinszene.“ heißt es im

Gault&Millau Weinguide 2020. Und dies, obwohl das Weingut

erst 2012 gegründet wurde. Die Eltern haben ihre Trauben stets

an einschlägige Nachbarbetriebe verkauft, wobei Familie und

Verwandtschaft Weinbau schon seit Generationen betreiben.

Es ist Jonas Seckinger, mit seinen aktuell 28 Jahren und seinen

Brüdern Lukas (Lehramtsstudent!) und Philipp zu verdanken,

dass wir heute von Seckinger als Weingut sprechen.

NOMINIERT ZUM

NEWCOMER DES JAHRES 2019:

JONAS SECKINGER

Falstaff

DREI STERNE

Vinum Weinguide 2022

DREI STERNE

Falstaff Weinguide 2022

BIOLOGISCH ZERTIFIZIERT

SEIT 2018

Deutschlands Weinszene kann sich aktuell kaum beklagen.

An jungem und hochmotiviertem Nachwuchs

mangelt es nicht. Es scheint, als ob der doch für gewöhnlich

mühselige und harte Arbeitsalltag des Winzerdaseins

für viele attraktiver denn je zuvor erscheint. Das Handwerk ist

wieder etwas wert! Dies bezeugen auch die vielen Lehrstellen

zur Bäckermeisterausbildung, die nach langem Beklagen um

fehlende Bereitschaft wieder Zugänge verzeichnen. Was die

vielen jungen Geister eint ist der Wille zum Ursprünglichem,

zum wahren Handwerk. Man möchte etwas von bleibendem

Wert schaffen und dazu im besten Sinne „eigenhändig“ beitragen.

Dabei bedient man sich neuester Erkenntnisse, kann dabei,

anders als Generationen zuvor, auf eine vertiefte Ausbildung,

ein spezialisierteres Studium zurückgreifen. Doch werden hier

technische Errungenschaften und vermeintliche Fortschritte

auch stets hinterfragt: „Warum wurde das früher anders gemacht

und was ging uns durch den Verzicht verloren?“

Im kleinen Niederkirchen in der Pfalz, sorgt so ein Betrieb aktuell

für Furore. Die Rede ist vom Weingut Seckinger – kein

Traditionsbetrieb, sondern das jüngste Weingut vor Ort. „Die

Brüder Philipp, Jonas und Lukas Seckinger gehören zu den

Im Falstaff heißt es über Jonas Seckinger: „Man kann ihn getrost

zu den Protagonisten einer frühreifen und bestens ausgebildeten

Winzer-Generation zählen, die genau weiß, was sie

will: Seine Weine wirken schon erstaunlich erwachsen und stilsicher.

Seinen ersten Wein erzeugte Seckinger mit 17, anfangs

experimentierte er mit einer alten Holzkelter in der elterlichen

Garage. Schon bei der Wahl der Ausbildungsbetriebe agierte er

umsichtig: »Ich wollte alles sehen – von konventionell bis biodynamisch.«

Andreas Schumann machte ihn im Weingut Odinstal

mit den Prinzipien des biodynamischen Weinbaus vertraut.“

Nicht einmal eine Dekade später, gilt das aktuell 20 Hektar umfassende,

vom Falstaff als Newcomer des Jahres 2019 nominierte

Weingut Seckinger als besonders heiße Adresse, wenn es

um individuelle und ursprünglich erzeugte Weine aus der Pfalz

geht. Und Harald Scholl, stellvertretender Chefredakteur von

Vinum erklärt in seinem Artikel über „Deutschlands neue Riesling-Stars:

„Die Weine der Brüder sind in Insiderkreisen hochbegehrt,

viele müssen zugeteilt werden.“.

PHILOSOPHIE & VINIFIKATION

Die Weine der Seckinger-Brüder fallen auf, polarisieren und erfahren

dabei überwiegend Anerkennung. Aber deswegen von

avantgardistischen Weinen zu sprechen, würde Jonas Seckinger

doch einigermaßen irritieren, genauso, wie das Epitheton des

Naturwein-Winzers, mit dem er, seiner biodynamischen Arbeitsweise

wegen, gerne bedacht wird. Schubladendenken gibt

es hier nicht, umso mehr eine Rückbesinnung aufs Ursprüngliche

und auf echtes Handwerk. Harald Scholl (Vinum) trifft

hier den Nagel auf den Kopf: „Die Traubenmenge wird über den

Boden reguliert, die Begrünung zwischen den Rebzeilen bleibt

lange stehen, es wird nicht entblättert, der Schatten ist wichtig

für die Trauben. Im Keller dann Ganztraubenpressung für zehn

bis zwölf Stunden, spontane Gärung, volle Fässer, leichte Oxidation.

Das ist vom Gedanken ähnlich gemacht wie bei Weinen

aus dem Jura oder Burgund. Oder wie beim Opa. Der hat damals

ähnlich gearbeitet, ohne Analytik, aber mit viel Gefühl für

den Wein.“

„Unser Ziel ist es, alle Weine maximal mit 90 °Oechsle zu ernten,

sodass wir nicht über 12,5 Volumenprozent Alkohol hinausschießen.

Das ist ein wichtiger Ansatz, ebenso wie die sehr

bedachte Verwendung von Schwefel, die etwas von der klassischen

Lehrbuchmeinung weggeht – die ja bekanntlich eher auf

Nummer sicher geht.“ so Jonas Seckinger. Seine Spielwiese sind

unbekannte wie große Lagen der Pfalz und abseits des Chardonnays

primär Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder.

So besitzt das Weingut Seckinger in Deidesheim (Petershöhle,

5


DEUTSCHLAND PFALZ

Seckinger

Leinhöhle, Mäushöhle, Herrgottsacker, Kieselberg, Langenmorgen

Paradiesgarten) ebenso legendäre Lagen wie in Ruppertsberg

(Reiterpfad!) und im kalkreichen Königsbach den berühmten

Ölberg.

Spontanvergärung ist der Ausgangspunkt im Keller. Technische

Mittel gibt es nicht, wenn man von den urklassischen Vinifikationsmethoden

absieht. Es ist das lange Voll-Hefe-Lager der

Weine, speziell beim Riesling (die Erträge der Lagenrieslinge

liegen bei 15 bis 30 Hektoliter pro Hektar!) ein Holzfassausbau

mit Orientierung nach Elsass oder alten Rieslingen vom kultigen

Pfälzer Weingut Koehler-Ruprecht und lange Maischestandzeit

um die Struktur der Trauben in den Wein zu transportieren. Der

Schwefel wird hier nicht verteufelt, allerdings auf ein absolutes

Minimum zurückgefahren und nur dann eingesetzt, wenn die

Weine danach verlangen. In diesem Punkt unterscheidet sich

das Weingut Seckinger dann auch von extremen Naturwein-

Dogmatikern, die aufgrund ihrer starren „Philosophie“ bewusst

Weinfehler in Kauf nehmen. Oberste Prämisse bei den Seckingers:

Echtes Handwerk führt uns zurück zu den Wurzeln.

Werte Kunden, unser diesjähriger Neuzugang interpretiert die

Mittelhaardt auf formidabel eigenständige Weise und überzeugte

uns nach längerer Beobachtung mit urwüchsigen Weinen,

die sich mit ihrer Charakterstärke tief ins Weingedächtnis

einbrennen. Wir präsentieren Ihnen heute einige Neuzugänge

der nonkoformistischen Kollektion aus Niederkirchen, die mit

würzigen und animierenden Burgundern überzeugt und mit den

raren Lagenrieslingen (16 Monate Fassausbau!) bereits in der

Spitzenklasse angekommen ist. Ein Betrieb, der in Insiderkreisen

heiß diskutiert wird, und von dem wir garantiert noch sehr

viel hören werden!

6 PINWAND no 333 | Januar 2022


Seckinger

PFALZ DEUTSCHLAND

RIESLING TROCKEN „VOM LÖSS“, 2020

Gutswein mit Anspruch!

DPF100620A Riesling trocken „Vom Löss“, 2020 DV 11,5% Vol. 10,66 €/l 8,00 €

„Schon die Gutsweine sind extrem offen am Gaumen

und von einer Länge und Würze, die in dieser

Kategorie ihresgleichen suchen.“ – Gault&Millau

Weinguide 2020

Jonas, Lukas und Philipp wollen zeigen, was sie können.

Darum gehen sie schon beim Gutswein keine

Kompromisse ein. Dieser intensive Riesling vom

Löss- und Buntsandsteinboden (die Trauben stammen

überwiegend aus Ruppertsberg und Niederkirchen)

entsteht per Ganztraubenpressung und wird dann

überwiegend im Edelstahl ausgebaut. Durch Zugabe

einer im Holzfass ausgebauten Partie, erhält der Riesling

eine für einen Gutswein beachtliche Struktur. Es

duftet hier fein nach Quitten, Zitronen und gelben

Pflaumen. Das Bouquet ist fein, offen, ohne zu fruchtintensiv

zu geraten. Viel mehr definiert sich dieser

Pfälzer Riesling über seine feine Struktur und zarte

Würze. Dabei erzeugt er trotz lediglich 11,5 Volumenprozent

Alkohol eine bemerkenswerte Spannung am

Gaumen. Es ist das Wechselspiel zwischen rassigen

Extrakten und der fein integrierten Säure, welche dem

Gutswein einen derartigen Höhenflug beschert. Für

uns einer der schönsten Gutsweine der Pfalz. Bedenkt

man, dass das Weingut Seckinger erst 2012 gegründet

wurde und nun mittlerweile von den drei jungen Gebrüdern

geleitet wird, wird schnell klar, wie viel Potenzial

hier schlummert.

Trinkfenster: Ab sofort bis etwa 2025 – und gerne aus

großen Gläsern genießen.

WEISSBURGUNDER „VOM KALKSTEIN“, 2020 (BIO)

Seckingers hefegeprägter Ausbau kommt hier vorzüglich zur Geltung

DPF100820 Weißburgunder „Vom Kalkstein“, 2020 (BIO) DV 12,5% Vol. 12,66 €/l 9,50 €

DE-ÖKO-039

Obwohl wir es hier mit einem Gutswein zu tun haben,

spendieren die Seckinger-Brüder ihm wie einem großen

Wein einen kompletten Ausbau in großen Holzfässern

(tonneaux). Dies verträgt der Weißburgunder,

der hier von Kalkstein- und Lössboden der Südpfalz

stammt, auch deshalb, weil seine Erträge entsprechend

niedrig sind. Das Ausgangsmaterial wurde

nicht zu reif gelesen, die Säure erst durchs Holz gezügelt.

Das Ergebnis ist ein zart rauchig duftender

Weißburgunder, dessen Hefeausbau man mit leichten

Briochenoten nachvollziehen kann. Das ist ungemein

charmant, „weg-von-der-Frucht-gedacht“ und zudem

einfach süffig. Am Gaumen zeigt sich der Burgunder

mit hohem Extrakt aber angenehmer Weichheit. Birnenspalten,

etwas Bienenwachs und Honigmelonen

tauchen oft. Doch insgesamt sorgt die Struktur des

Weins hier für Spannung am Gaumen. Die Frucht

bleibt stets im Hintergrund. Das ist ein wunderbarer

Weißburgunder, der Liebhaber der Rebsorte aufhorchen

lässt und sicher auch so manchen Rieslingfreak

zu überzeugen weiß. Mit lediglich 12,5 Volumenprozent

Alkohol fällt er nicht zu schwer aus. Er geht nicht

in die Tiefe wie ein ganz großer Wein, sondern beweist

seine Stärke im ungezügelten Trinkfluss, den er so

fröhlich wie hemmungslos vermittelt. So kann Gutswein

schmecken. So muss er schmecken!

Trinkt sich bei 9–12 °C serviert ideal. Potenzial bis mindestens

2025.

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DEUTSCHLAND PFALZ

Seckinger

ROSÉ R „PURE“, 2020 (BIO)

Roséwein mit Struktur

DPF101220 Rosé R „Pure“, 2020 (BIO) Diam-Kork 11,5% Vol. 17,20 €/l 12,90 €

DE-ÖKO-039

Im Vinum Weinguide 2021 heißt es über den Jahrgangsvorgänger:

„Der Rosé ist ein echtes Unikat. Damit

verzückt man vielleicht keine ganz jungen Damen,

doch gestandene Weinfreunde werden merken, wie

charaktervoll Rosé sein kann.“ Kein Wunder, denn die

Assemblage aus Pinot Noir, Cabernet Sauvignon und

Frühburgunder sowie einem Hauch Regent und Dornfelder,

überzeugt vor allem durch intensive Struktur

statt einer knalligen Frucht. Die leuchtend-tiefe Farbe

rührt abseits der farbspendenden und dickschaligen

Rebsorten daher, dass ein Teil der Trauben – wie im

Beaujolais üblich – mittels macération carbonique vergoren

und im großen Holzfass ausgebaut wurde. Das

sorgt für einen fein pflaumig und nach Kirschen duftenden

Rosé, der auch eine gewisse Würze mit sich

bringt. Ein rassiger Rosé, der sich über seine kräftige

Struktur definiert, saftig daherkommt (Nektarinen)

und mit seinen Veilchen und Maraschino-Kirschen

wunderbar leicht über den Gaumen flutscht. Dabei

bleibt der Rosé wunderbar trocken, ja sogar ein wenig

herb. Für uns definitiv die schönere Alternative zum

Negroni oder Campari am lauen Sommerabend.

Trinken Sie diesen feinen Pfälzer Rosé ab sofort bis 2024.

Er profitiert wie alle Weine vom Karaffieren und großen

Gläsern.

BLANC R „PURE“, 2020 (BIO)

Pure: Auf den Punkt gebracht

DPF101120 Blanc R „Pure“, 2020 (BIO) Diam-Kork 12% Vol. 17,20 €/l 12,90 €

DE-ÖKO-039

Die „Pure“-Serie aus dem Hause Seckinger setzt Maßstäbe

in ihrer Preiskategorie. Das Prinzip ist einfach:

Easy drinking mit Anspruch zu kombinieren! Damit

der Seckinger-Stil zur Geltung kommt, verzichten Jonas

und seine Brüder bei der Pure-Linie auf Schwefelung

während des Ausbaus sowie eine anschließende

Schönung und Filtration der Weine. Das Ergebnis sind

höchst markante Gewächse, die besonders in der Jugend

aufgrund ihres „messerscharfen“ Charakters und

des animierenden Spiels von Mineralität und Frische

überzeugen. Der „R(eserve) Blanc Pure“ vereint dabei

Weißburgunder mit einem Hauch Traminer aus Ruppertsberger

Lagen. Spontanvergoren und anschließend

in gebrauchtem Holz ausgebaut, duftet er floral

und würzig: Hier mischen sich Muskatnuss, weiße

Blüten, Nashi-Birnen und ein Hauch Eukalyptus. Am

Gaumen zeigt sich der „Pure“ – wie der Name suggeriert

– schnörkellos und minimalistisch. Eine feine

Säure durchzieht den leichtfüßigen und schmackhaften

Wein, der den Mundraum mit einer feinen Cremigkeit

und Würze auskleidet. Ein Hauch gelber Früchte,

erneut Eukalyptus und feine Gerbstoffe leiten diesen

stoffigen Wein. Wer diese neue, mittlerweile hochgeschätzte

Facette des erfolgreichen Seckinger-Stils

kennenlernen will – mit diesem Wein bietet sich die

perfekte Gelegenheit!

Ab sofort, gerne aus der Karaffe serviert, Höhepunkt wohl

ab Herbst 2022 bis 2026.

8 PINWAND no 333 | Januar 2022


Seckinger

PFALZ DEUTSCHLAND

91 Punkte

FALSTAFF WEINGUIDE 2022

RIESLING R „PURE“, 2020 (BIO)

„Primärfruchtliebhaber – letzte Chance zur Umkehr!“ – Vinum Weinguide 2022

DPF101620 Riesling Pure „R”, 2020 (BIO) 12% Vol. 17,20 €/l 12,90 €

DE-ÖKO-039

„Um Konventionen scheren sie sich nicht. Schwefel?

Bisserl was reicht. Filtrieren? Wird überbewertet.

Eigentlich müsste an ihrem Hoftor ein großes Warnschild

stehen mit dem Hinweis: „Primärfruchtliebhaber

– letzte Chance zur Umkehr! Nein, die Seckinger-Weine

sind nichts für Menschen, die sich spontan entscheiden,

ob’s nicht vielleicht doch lieber eine Schorle

sein soll.“ Mit solch gewichtigen aber klaren Worten

beschreibt die Jury des Vinum Weinguide 2022 die

Weine der Seckinger-Brüder. Man muss deren Weine

mit solch klarem Profil beschreiben, denn von der eben

zitierten Pfälzer Weinschorle grenzen sich diese eben

so bewusst ab. Wer Weine aus dem Hause Seckinger

trinkt, der möchte bewusst neue Wege gehen, auch

beim Riesling. Ihre Pure-Linie zeigt ganz klar worum

es dem Trio geht: Unverfälschten Weingenuss. Der

Verzicht auf Schönungsmittel und übermäßige Schwefelzugabe

ermöglicht Weine, wie sie viele aus der

Pfalz noch nicht kennen. Ihr Riesling stammt aus dem

Ruppertsberger Reiterpfad und Nußbien, eine an den

Ölberg angrenzende Lage. Ganztraubenpressung,

Spontangärung und Ausbau in mehrfach belegten

Fässern prägen den Riesling, der hier nach gelben

Pflaumen, getrockneten Blüten aber auch Kräutern

und Apfelmost riecht. Der Wein wirkt im Mund kompakt

und würzig, baut regelrecht Substanz auf und

hallt dann doch leise mit zitrischer Spritzigkeit aus.

Das ist nicht nur höchst eigenständig, sondern auch

einer der schönsten Rieslinge aus der Pfalz, den wir in

dieser Preisklasse kennen.

Trinkreife ab sofort, Höhepunkt wohl bis 2028+.

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DEUTSCHLAND PFALZ

Seckinger

CHARDONNAY R „PURE“, 2020 (BIO)

Chardonnay: Das Flaggschiff der „Pure“-Kollektion

DPF100920 Chardonnay R „Pure“, 2020 (BIO) Diam-Kork 12% Vol. 19,86 €/l 14,90 €

DE-ÖKO-039

„Ein Chardonnay, wie es in Deutschland nicht viele

gibt.“ – Gault&Millau Weinguide 2020

Wenn jemand etwas von den Weinen aus dem Hause

Seckinger gehört hat, dann meistens vom Chardonnay

R „Pure“. Der Ruf ist bereits legendär. Er stammt

ursprünglich aus einer Parzelle in Ruppertsberg.

Spontan vergoren und im gebrauchten Tonneau ausgebaut,

überzeugt er mit seinen 12,0 Volumenprozent

Alkohol und einer Stilistik, die wir so in Deutschland

von kaum einem anderen Betrieb kennen. Er

stellt stilistisch eine Mischung aus Chardonnay aus

dem Jura und Burgund dar, ohne zur Karikatur zu geraten.

Er zeigt eine feine Frucht, bleibt aber würzig

und geradlinig. Damit ist dieser urwüchsige Typ Wein

zunächst gar nicht so leicht zu fassen, verlangt nach

Dialog und Auseinandersetzung. Er duftet fein nach

Birnenspalten, Haselnüssen und wirkt gleichzeitig

würzig. Am Gaumen eher schlank, brettert er mit

knackiger Säure und schlankem mineralischen Körper

über die Zunge. Kumquats tauchen auf, eine zarte Reduktionsnote.

Ein „zestiger“ Chardonnay, der nichts

in die Breite geht, seidig über den Gaumen gleitet.

Ungeschwefelt und ungeschönt auf die Flasche gezogen,

kann man ihn direkt nach Freigabe genießen.

Da Jonas Seckinger auf eine Filtration verzichtet, ist

eine natürliche Trübung und Hefesediment nicht ungewöhnlich.

Es verhilft dem Chardonnay zu einem

ungemein komplexen Mundgefühl und Aromenspektrum.

Wie alle Weine profitiert der Wein daher

besonders von der Karaffe, fordert ausreichend Zeit

und Muße. Dann kann man sich auf eine völlig neue

Reise begeben mit einem Wein, der bewusst polarisiert,

nicht jedermann gefallen soll, für den es bei Gefallen

aber kaum Ersatz gibt …!

Ab sofort, gerne karaffieren, Höhepunkt wohl ab Herbst

2022 bis 2028.

PINOT GRIS R „PURE“, 2020 (BIO)

Charakterstarker Pinot Gris, der über den Tellerrand hinausschaut

DPF101320 Pinot Gris R „Pure“, 2020 (BIO) Diam-Kork 12,5% Vol. 19,86 €/l 14,90 €

DE-ÖKO-039

Jonas Seckinger findet in Deutschland wenige Vorbilder

für guten Grauburgunder. Er schätzt mehr die

elsäßische Stilistik, welche bewusst die Kraft und

Komplexität der Rebsorte betont. Hierzu zählt klassischer

Weise auch ein geringer Botrytis-Anteil.

Die gesunden Trauben hat Jonas für vier bis

fünf Tage auf der Maische stehen lassen, was

auch den zwiebeschalfarben schimmernden

Wein erklärt, der mit der Hefe in überwiegend

gebrauchtem Holz ausgebaut wird. „Wir

haben hier zwei unterschiedliche Reifestadien

der Trauben gelesen. Diese beiden gegensätzlichen

Maßnahmen dann zusammengeführt.“ so der Jungwinzer.

Das Ergebnis ist alles andere als eine „fette

Schnecke“: 12,5 Volumenprozent Alkohol deuten das

schon auf dem Etikett an. Dieser Pinot Gris zeigt Charakterstärke.

Er duftet würzig und nach frischen Hefeteiglingen,

Quitten, Honig und gerösteten Mandelblättchen.

Am Gaumen bleibt er intensiv und stoffig.

Die frühe Lese in Verbindung mit den teilbotrytisierten

Trauben ergibt einen frischen und schlanken Wein,

dessen aromatische Tiefe einzigartig ausfällt. Es sind

eben solch unkonventionelle Anstöße wie dieser, die

die Weine aus dem Hause Seckinger so erfrischend

anders erscheinen lassen. „Manchmal muss man sich

verabschieden, und zwar von gängigen Vorstellungen.

Auch davon, wie Weine zu schmecken haben. Früher

konnte man in der Pfalz sagen: Das ist ein typischer

Mittelhaardter Riesling, der da kommt aus der Südpfalz.

Das geht nicht mehr, weil gerade jüngere Winzer

völlig eigene Wege gehen, die nichts mehr mit der

geübten Erzählung zu tun haben.“, liest man gleich zu

Beginn des Seckinger-Eintrags im Vinum Weinguide

2022. Der Pinot Gris Pure „R“ steht exemplarisch für

eben diese neuen Wege.

Unbedingt aus dem bauchigen Ballonglas servieren

und gerne eine halbe Stunde vorab öffnen. Potenzial bis

2028+.

10 PINWAND no 333 | Januar 2022


Seckinger

PFALZ DEUTSCHLAND

„PHIPS FIZZ“ ROSÉ (BIO)

Wir stoßen mit diesem kernigen Festtagssprudel auf Philipp an!

DPF101420 Phips Fizz Rosé (BIO) 11,5% Vol. 21,20 €/l 15,90 €

DE-ÖKO-039

Dass wir den „Phips Fizz“ präsentieren dürfen, ist uns

eine besondere Freude. Ursprünglich war er nämlich

den Hochzeitsgästen Philipp Seckingers vorbehalten,

der am 17. Juni 2021 in den Stand der Ehe gehoben

wurde. Auf diese Feierlichkeit weist auch das Etikett

dieses Schaumweins hin. Doch Begehrlichkeiten

werden eben geweckt, wenn man Neues zu Gesicht

bekommt. Es dauerte also nicht lange, bis die ersten

Bestellwünsche ins Weingut eintrudelten. Drum gibt

es den „Festtagssprudel“ auch für treue Seckinger-

Fans. Es handelt sich hierbei um eine lediglich 11,5

Volumenprozent leichte Cuvée aus Spätburgunder

und einem Hauch Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch.

Der Spätburgunder dominiert, die beiden

anderen Rebsorten sorgen für die intensive Farbe und

Kernigkeit. Versektet haben die Brüder den „Phips

Fizz“ im Deidesheimer Sekthaus Krack, einem Pfälzer

Schaumweinpionier. Im Glas zeigt sich dieser rubinrote

Schaumwein mit himbeerigen Noten, Kirschen und

Walderdbeeren. Es handelt sich um einen feinen und

ausgewogenen Schaumwein, der aufgrund seines kurzen

Ausbaus auf der Hefe (neun Monate) eher

spritzig und knackig daherkommt als rund

und kraftvoll. Ein rosaroter Gute-Laune-

Wein für kleine wie große Feierlichkeiten.

Wir haben von diesem einmaligen Projekt

nur ganz wenige Flaschen erhalten. Für

Nachschub müsste Philipp erneut heiraten.

Es ist so ungünstig nicht, dass noch nicht alle der

Seckinger-Brüder verheiratet sind …

Ab sofort – und so lange der Vorrat reicht!

„SECKINGER PURE“, 2020

(6 FLASCHEN)

Das „Pure“ Weinvergnügen

DPF109820P „Seckinger Pure“ Probierpaket, 2020

(6 Flaschen) Diam-Kork statt 84,40 € nur 79,00 €

Das Weingut Seckinger ist das jüngste und das beste

Weingut Niederkirchens. Die „Pure“-Serie der drei Gebrüder

liefert einen vorzüglichen Überblick über dessen

Stilistik. Stets unkonventionell, dabei anspruchsvoll

und ebenso fordernd wie hedonistisch. Purer

Weingenuss eben, bei dem auf technische Weinbehandlungsmittel

wie Schönung und Schwefelung verzichtet

wird. So entstehen hier sechs höchst eigenständige

Weine.

DAS 6ER-PAKET ENTHÄLT JE 1 FLASCHE:

► Blanc R „Pure“, 2020

► Rosé R „Pure“, 2020

► Pinot Gris „Pure“

► Chardonnay R „Pure“, 2020

► Riesling R „Pure“ 2020

► „Phips Fizz“ Rosé

11


DEUTSCHLAND PFALZ

Seckinger

KÖNIGSBACH ÖLBERG RIESLING

TROCKEN, 2019 (BIO)

Von der einzigen reinen Kalklage der Mittelhardt

DPF100419

DE-ÖKO-039

Königsbach Ölberg Riesling trocken, 2019 (BIO)

12,5% Vol. 52,66 €/l 39,50 €

Wenn die Seckinger-Brüder einen Lagenriesling füllen, gibt es klare Bedingungen:

Er muss von mindestens 30- bis 35-jährigen Reben stammen (denn

nur alte Reben liefern für sie echte Herkunftsweine), spontanvergoren

(denn nur so kann das Terroir original abgebildet werden und nach ausreichend

langem Hefelager – hier 16 Monate! – auf die Flasche wandern)

und dann möglichst gering geschwefelt sein. Beim Königsbacher Ölberg,

der einzigen wirklich reinen Kalklage der Mittelhardt (ansonsten dominiert

Buntsandstein), wurde mit Ganztraubenpressung gekeltert. Der hohe Kalkanteil

(noch höher als im Reiterpfad) sorgt für einen runden und kraftvollen

Riesling. Er duftet verspielt und komplex nach grünen Haselnüssen,

Quitten und gelben Pflaumen. „Der Opa sagt, es riecht wie früher.“ merkt

Jonas stolz an, für ihn die größte Auszeichnung. Denn sein erklärtes Ziel

sind ganz ursprüngliche Weinen, die wie einst mit geringsten Mitteln aber

bestem Winzerhandwerk vinifiziert wurden und so den wahren Charakter

ihrer Lagen widerspiegeln. Tatsächlich erinnert dieser Riesling, vergleicht

man in mit heutigen Gewächsen, mit seiner hauchfein oxidativen Note an

feinste Weißweine aus dem Jura. Zudem ist ihm etwas Ungehobeltes eigen.

Mit Luft zeigt sich dann aber die Frucht (ein Hauch Pfirsich). Am Gaumen

seidig und klar aber von feiner Säure getragen, handelt es sich um den langanhaltendsten

aller Lagenrieslinge des Jahrgangs 2019. Er bleibt seidig und

gletschern, ohne durch irgendeine exzessive Frucht zu „verkitschen“ und

hallt minutenlang nach. „Für mich ist das aus heutiger Sicht vielleicht ein

untypischer Riesling aber genau deshalb dieses Jahr mein Lieblingswein.“ so

Jonas bei unserer Verkostung. Es ist vor allem ein Riesling, der das Gesamtbild

dieser Rebsorte bereichert, ihre „Farbpalette“ wunderbar erweitert: ein

Unikat! Und in einigen Jahren, wenn er dann bestens gereift ist und sein

ganzes Potenzial offenbart, möglicherweise sogar ein Meisterwerk …

Einer der ganz großen Weine der 2019er-Kollektion. 2–3 Stunden karaffieren.

Höhepunkt wohl ab 2024 bis 2040.

SECKINGER-LAGEN-PAKET, 2019

(3 FLASCHEN)

Echte Terroirweine alter Schule

DPF109919P

Seckinger-Lagen-Paket 2019 (3 Flaschen)

Diam-Kork statt 119,00 € nur 109,00 €

Die Lagenrieslinge zählen zu den absoluten Highlights des Weinguts

Seckinger. Wir haben die besten Deidesheimer Terroirs und absoluten

Raritäten des Jahrgangs für Sie in einem Paket versammelt. Alle Weine

verbrachten über 16 Monate auf der Vollhefe und stammen aus einer Jahresproduktion

von gerade einmal 400 bis 700 Flaschen – die Erträge der

Lagenweine liegen bei 15 bis 30 Hektoliter pro Hektar!

DAS 3ER-PAKET ENTHÄLT JE 1 FLASCHE:

► Petershöhle Riesling trocken, 2019

► Kieselberg „Wurzelecht“ Riesling trocken, 2019

► „1 Tal“ Riesling trocken, 2019

12 PINWAND no 333 | Januar 2022


Seckinger

PFALZ DEUTSCHLAND

13


DEUTSCHLAND PFALZ

Seckinger

MAIKAMMER KAPELLENBERG CHARDONNAY, 2020

„Vom Potenzial sehe ich den Kapellenberg wie den Schwarzen Herrgott im Zellertal.“

– Jonas Seckinger

DPF101820 Maikammer Kapellenberg Chardonnay, 2020 12,5% Vol. 53,33 €/l 40,00 €

„Als Weißweinnation spielt Deutschland traditionell

in der Riesling-Champions-League – und daran wird

sich wohl so bald nichts ändern (Und warum sollte

es?). Aber auch in der Weltmeisterschaftsdisziplin

Chardonnay drängen immer mehr deutsche

Weingüter ins Finale. Die Weine, die deutsche

Winzerinnen und Winzer aus dieser

weltweiten Benchmark-Sorte keltern, machen

nun schon seit einigen Jahren tatsächlich

sehr viel Lust auf den internationalen Vergleich.“

heißt es im jüngst erschienenen Gault&Millau-Band

„Die besten Weine Deutschlands“. Der Chardonnay

hat in Deutschland auch im Zuge des Klimawandels

in den letzten zehn Jahren vielleicht die rasanteste

Entwicklung durchgemacht. Wo früher Grau- und

Weißburgunder im Fokus standen, erkennen heute

viele Betriebe das enorme Potenzial des Chardonnays.

Jonas, Lukas und Philipp zählen für uns zu den Pionieren

des „neuen Stils“. Mit dem Maikammer Kapellenberg

haben sie zum Winter 2021 einen neuen Vertreter

aus vielversprechender Lage veröffentlicht. Vier Hektar

besitzen sie hier. Zuvor war hier Kerner gepflanzt,

der vor fünf Jahren gerodet wurde. „Der Chardonnay

für den Kapellenberg stammt aus dem Herzstück. Vom

Potenzial sehe ich den Kapellenberg wie den Schwarzen

Herrgott im Zellertal.“ erklärt uns Jonas bei unserer

Fassprobe. Weil die Brüder mit ihrer Stilistik klare Vorbilder

in Frankreich haben aber im Herzen Pälzer Buben

sind, stammt das Holz daher auch aus dem Pfälzer

Wald. Sie haben die 500 Jahre alten Eichen selbst

schlagen dürfen und mit den befreundeten Winzern

wie Scheuermann und Fußer von der Manufaktur Mattern

daraus Fässer anfertigen lassen.

Das Ergebnis ist ein Chardonnay, der irgendwo zwischen

einem würzigen St. Aubin und leichtfüßigem Chardonnay

aus dem Jura einzusortieren ist, vor allem aber ein Wein

aus dem Hause Seckinger ist. Der goldgelbe Chardonnay

duftet im Bouquet zunächst intensiv nach frischer Hefe.

Ein Hauch Kokosabrieb, Feuerwerkskörper und Quitten

lassen sich dahinter erahnen. Es ist kein Wein, der von

Anfang bis Ende der Flasche stets gleich schmeckt. Jetzt

im jugendlichen Stadium nimmt er unterschiedliche Gestalten

an, verändert sich minütlich im Glas. Auch ein

Hauch Kamille und gelber Tee gesellen sich hinzu. Am

Gaumen reichen 12,5 Volumenprozent Alkohol aus, um

einen satten und geschmeidigen Eindruck zu hinterlassen.

Die niedrige Schwefeldosage und das feine Säurespiel

sorgen für Frische und Lebendigkeit am Gaumen,

die im Nachhall durch einen frischen Spritzer Zitrussaft

nochmals betont wird. Und doch kommt dieser Chardonnay

auch intensiv daher, zeigt eine dunkle und nussige

Art, die nur schwerlich durch Aromen zu beschreiben

ist. Erneut ist es ein Chardonnay aus dem Hause Seckinger,

der zu unseren schönsten Entdeckungen des Jahres

zählt. Eine Punktlandung!

Gönnen Sie diesem Chardonnay große Gläser, eine Temperatur

von 12–14 °C und gerne 6–12 Monate Flaschenreife.

Höhepunkt wohl ab Herbst 2022 bis 2028+.

14 PINWAND no 333 | Januar 2022


Seckinger

PFALZ DEUTSCHLAND

CHARDONNAY „LINSE“, 2020 (BIO)

40 Jahre alte Reben, 1.200 Flaschen Gesamtproduktion

DPF101920 Chardonnay „Linse“, 2020 (BIO) 12,5% Vol. 53,33 €/l 40,00 €

DE-ÖKO-039

Der Chardonnay „Linse“ ist abseits der grandiosen Lagenrieslinge

unser persönliches Highlight im Weingut

Seckinger. Hier haben wir es mit einem echten highend-Chardonnay

zu tun, wie wir ihn in Deutschland

in dieser Stilistik erst wenige Jahre vorfinden. Die Parzelle

für diesen Wein befindet sich in Ruppertsberg,

unterhalb der Monopollage „Gaisböhl“ des Weinguts

Bürklin-Wolf. Kalk, Mergel und Buntsandstein mischen

sich hier im Boden. Anders als viele Chardonnayanlagen

der Pfalz wurden die Reben hier bereits vor rund

40 Jahren gepflanzt. Dass Jonas und seinea Brüder hier

stilistisch ein wenig gen Jura schauen ist kein Geheimnis:

„Ich schätze diese Stilistik, verzichte daher auf

neues Holz bei diesem Chardonnay.“ so Jonas. Was da

an wildem Chardonnay aus dem Glase steigt könnte

Reservierbar, lieferbar ab März 2022

man durchaus in Arbois verorten! Es duftet nach frischer

Hefe, Knallplättchen und Kamillenblüten. Die

Frucht ist völlig reduziert, allenfalls ein Hauch von

Kaktusfeigen tauchen auf. Am Gaumen gleitet den

eher früh gelesenen Weißwein eine feinziselierte Säure.

Wer buttrigen Chardonnay, neues Holz und ölige

Konsistenz schätzt, wird mit dem „Ölberg“ herzlich

wenig anfangen können. Oder bald nur noch Weine in

diesem Stil suchen und trinken wollen. Einen Erstkontakt

sollte er jedem halbwegs interessierten Weinliebhaber

wert sein. Horizonterweiterung ist alles!

Bei einem der Fässer zog sich die Gärung bis ins neue Jahr

hin. Daher gibt es diesen Chardonnay voraussichtlich ab

dem Frühjahr 2022.

15


DEUTSCHLAND BADEN

Holger Koch

HOLGER

KOCH

BICKENSOHL

Gabriele und Holger schätzen

geschliffenen und kühlen Pinot Noir

„2020 war ganz offenkundig das Jahr des

Grauburgunders bei Koch. Was er sowohl aus

seinem Einstiegs- als auch aus dem Lagenwein

herausholt, beeindruckt.“ – FALSTAFF WEINGUIDE 2022“

Tagesspiegel-Gastro-Papst Bernd Matthies über seine Rebensaft-Vorlieben: „Wer sich sein Leben

lang mit Wein beschäftigt, der landet, was Rote angeht, unweigerlich beim Spätburgunder, das ist

nun mal so. Ich kann mir bestenfalls das untere Viertel leisten, aber das reicht völlig. Denn wirklich

fabelhafte, feine Kaiserstühler von Holger Koch gibt es bei Pinard de Picard.“

„Die Pinot Noirs zählen zu den feinsten Badens und ganz Deutschlands. Ich habe selten solch delikaten,

seidigen und finessenreichen, filigranstrukturierten Pinot Noir probiert, wie hier.“

– Stephan Reinhardt (Robert Parker’s Wine Advocate)

16 PINWAND no 333 | Januar 2022


Holger Koch

BADEN DEUTSCHLAND

Holger Koch ist ein außerordentlich kluger Kopf.

Sympathisch und bescheiden kommt er daher,

doch dezidiert äußert er seine Meinung. Herkunftscharakter

und Nachhaltigkeit im Weinberg sind seine Prämissen.

Und konsequent realisiert er seine ausgeklügelten

Vorstellungen und Wünsche. Nach spannenden Lehrjahren

im In- und Ausland (beispielsweise bei Canon la Gaffelière

in St. Émilion oder als Kellermeister bei Fritz Keller in Oberbergen)

übernahm er 1999 die winzige Rebfläche seiner

Eltern und setzt seitdem kompromisslos auf absolute Qualität:

Er pflanzte ertragsschwache, extrem hochwertige,

uralte Burgunderselektionen, die kleinbeerige und damit

höchst aromatische Trauben hervorbringen. Denn die

Aromendichte eines Weines steht natürlich in einem unmittelbaren

Zusammenhang mit dem Geschmack der Trauben

am Rebstock!

Ein simpler Messwert wie das Mostgewicht dagegen sagt

(fast) gar nichts aus, wesentlich weniger jedenfalls als die eigenen

Sinneseindrücke des sensiblen Winzers im Weinberg.

Im Wingert setzt Holger auf naturnahen Anbau, versucht die

Reben gegen Krankheiten abzuhärten, statt diese mit chemischen

Keulen zu bekämpfen und düngt nur organisch. Diese

akribische Weinbergpflege und die Herausarbeitung seines

spezifischen Terroirs sind die entscheidenden Parameter all

seines vinologischen Tuns. Und seine Trauben bringen Jahr

für Jahr bessere Weinqualitäten, die mit Kraft und Eleganz,

saftiger Fülle und Finesse, tiefgründiger Frische und strahlender

Mineralität gleichermaßen verzaubern.

4 STERNE EICHELMANN

WEINGUIDE 2022

3,5 STERNE VINUM

WEINGUIDE 2022

REBFLÄCHE 8 HEKTAR

Baden: „Der von den burgundischen Rebsorten

geprägte Leuchtturm des deutschen Weinbaus

wirft mit den aktuellen Jahrgängen viel Licht in

die Landschaft. Grandios – auch im internationalen

Vergleich – Betriebe wie Ziereisen, Bernhard

Huber oder Holger Koch.“ – Der Feinschmecker

(„Die 500 besten Winzer in Deutschland 2021“)

Nicht plump-süßliche oder fett-monströse Weine nennt er

sein Eigen (obwohl seine terrassierten Steillagen in Bickensohl

am südwestlichen Kaiserstuhl liegen, in der wärmsten Gegend

Deutschlands), nicht die laute Tuba dominiert, sondern zarte

Instrumente. Stradivari-Geigen spielen auf und zaubern singuläre

Qualitäten mit faszinierender Ausstrahlung ins Glas, Heimatweine

mit unverwechselbarer Herkunft und daher ganz klar

auch unsere persönlichen Favoriten aus dem sonnenverwöhnten

Baden: Kaiserstühler Burgunder at its best – und diese besten

Burgunder schlagen hohe Wellen!

Geradezu exemplarisch die Wertung im Weinführer „(„Die 500

besten Winzer in Deutschland 2021“) des Magazins Der Feinschmecker,

der Holger Koch von zwei auf vier (!) „F“ jubelt:

„Wenn es denn in diesem Jahr anlässlich unserer Verkostungen

einen echten Geheimtipp gegeben haben sollte, dann ist das

Holger Koch – unerklärlicherweise, denn bei aller Bescheidenheit,

die der Winzer aus Bickensohl an den Tag legt: Seine

Weine sind Monumente an Klarheit, Präzision, Finesse und

Spannung.“ – wobei wir gleich einwerfen wollen, dass sich ein

Koch’sches Monument zu anderen Weintrümmern (aus Baden

und anderswo) wie eine griechische Statue zur ägyptischen

Sphinx verhält! Aber weiter im Text: „Die aktuelle Kollektion

ist so gut, dass wir sie komplett empfehlen. Schon die Basisburgunder

– Holger Koch vinifiziert ausschließlich Burgundersorten

– lassen im übertragenen Sinne aufhorchen. Die nächste

Ausbaustufe, etwa der 2019er Grauburgunder Herrenstück, verbindet

Schmelz, Cremigkeit und Grip traumwandlerisch sicher.

Der 2019er Chardonnay *** besitzt Tiefe, Volumen und Frische

(brillanter Holzeinsatz!), der 2018er Pinot Noir * begeistert mit

kühler Kirschfrucht, einem leisen Sahnetouch, Substanz und

vibrierender Säure: Glückwunsch zum Aufstieg!“ Dem ist im

Grunde kaum noch etwas zuzufügen. Aber lauschen wir doch

am besten dem Meister – den er uns vermutlich nur zähneknirschend

durchgehen lässt! – selbst:

„Ich versuche, authentische, harmonische, lebendige Weine zu

machen. Meine leicht erhöht liegenden Weingärten (300 bis 380

Meter, Lössboden auf Vulkangestein) in Bickensohl profitieren

nämlich nicht nur von den vielen Sonnentagen, sondern auch

von kühlen Nächten, denn hohe Temperaturunterschiede zwi-

17


DEUTSCHLAND BADEN

Holger Koch

schen Tag und Nacht sind ideal zur Herausbildung komplexer

Aromen. Daher ist das Bickensohler Terroir bestens geeignet,

meine Vision von mineralischen Weiß- und Rotweinen in die

Realität umsetzen zu können, die einen samtigen, kraftvollen

Körper mit vielschichtiger, finessenreicher, feiner Frucht verbinden.

Entscheidend ist immer die handwerkliche Arbeit im Weinberg.

Sorgfältig, naturnah, nachhaltig. Wir müssen das Erbe für

unsere Kinder schützen und bewahren.“

Und was schreibt die Fachpresse dazu?

„Nachhaltige Aromen statt lauter, protziger Verkostungsweine“

lobt der Gault&Millau die feinsinnigen Rot- und Weißweine von

Holger Koch, die in ihrer edlen Stilistik und Terroirprägung den

Vorstellungen von einem großen Pinot Noir und grandiosen

Weiß- und Grauburgundern so nahekommen, dass sie von der

Seele ihrer Heimat zu erzählen vermögen! Der Feinschmecker

legt in der jüngsten Edition seines Weingüter-Guides von 2022

nach: „Holger Koch ist ein Meister darin, große Kraft mit leisen

Tönen zu transportieren.“ und schließt mit den Worten: „Alle

Weine, insbesondere die Rot- weine, sind für eine lange Reifezeit

gemacht. Eine wunderbare Kollektion!“

Und Parker-Verkoster Stephan Reinhardt trifft den Nagel auf

den Kopf: „Holger Koch und seine Frau Gabriele bevorzugen

einen erfrischenden und finessenreichen, eleganten Stil beim

Pinot Noir. Tatsächlich ist der Stil ihrer Weine sehr französisch:

pur, präzise und elegant, mit einem reduzierten Fruchtaroma in

der Nase und am Gaumen, dafür geprägt von Intensität, Nachhaltigkeit

und Frische.“

Intensität, Nachhaltigkeit und Frische – das gilt selbstverständlich

auch für die jüngsten weißen 2020er, ein Jahrgang, der Holger

– allen Widrigkeiten zum Trotz – richtig zupassgekommen

ist, denn die Weine sind (so seine bescheidene Einschätzung)

„gut geworden – frischer, straffer als 2018, runder als 2019“. Wer

wie wir von diesen beiden Jahrgängen schon völlig begeistert

war, wird sich mit dem 2020er mehr als nur anfreunden können.

Holger Kochs Worte bei unserer winterlichen Fassprobe über

die Weißweine: „Die 2020er stellen in der Geschlossenheit für

mich den besten Jahrgang“. Enorm beeindruckt waren wir auch

von den nun frisch gefüllten Pinot Noir der diesjährigen Kollektion.

Eine frische und kühle rote Frucht gleitet die würzigen und

mineralischen Burgunder, deren Feinschliff die Signatur eines

introvertierten Winzergenius besitzen. Holger Koch und seine

2020er: Das wird ein Bund fürs (Wein-)Leben!

18 PINWAND no 333 | Januar 2022


Holger Koch

BADEN DEUTSCHLAND

WEISSBURGUNDER, 2020 (EDITION PINARD DE PICARD)

Weißburgunder wie wir ihn uns wünschen!

DBA010120 Weißburgunder, 2020 (Edition Pinard de Picard) DV 13% Vol. 13,26 €/l 9,95 €

Das ist Baden at its best! Das ist Holger Koch! Für

diese Exklusivfüllung für Pinard de Picard wurden die

Trauben von Hand gelesen und streng selektioniert.

Das Ergebnis: ein wunderbarer Weißburgunder, der

gelassen zwischen zurückhaltender Eleganz und unbeschwertem

Trinkgenuss pendelt.

Der Wein stammt von rund 30 Jahre alten Weinbergen

rund um Bickensohl mit Lößböden. Die Trauben

wer- den nach der Lese entrappt und über Nacht langsam

gepresst. Der Saft wird – wie immer bei Holger

Koch – spontan angegoren und im Zweifel mit neutraler

Zuchthefe durchgegoren, falls die Gärung nicht

zu 100 % durchläuft, denn restsüße Burgunder sind

überhaupt nicht sein Ding. Der Ausbau findet sowohl

mit Edel- stahl als auch im neutralen großen Holzfass

statt. Kochs Kunstgriff bei seinen Weißweinen, einen

kleinen Teil der Trauben auf der Maische vergären zu

lassen (hier sind es 5 %), hat sich in den letzten Jahren

als ein bewährtes Stilmittel etabliert, das seinen

Weinen auch in warmen Jahren besondere piccantezza

verleiht. Denn Frucht und Fülle bringen die Trauben

in warmen Jahrgängen schon aus den Weinbergen

mit. Doch benötigen sie auch Frische und Struktur,

um perfekt aus- balanciert zu sein. Genau dies bringt

die Beigabe der mazerierten Trauben mit sich. In der

Nase duftet dieser Gutswein zart nach Apfel und Apfelquitte,

einer Spur Birne, etwas Honigmelonen und

einem Hauch Kamillenblüten. Ein zart cremiger Weißburgunder,

dessen ausgewogene Struktur auf Anhieb

überzeugt. Seine am Gaumen animierende, glockenklare

Kernobstaromatik, eine Spur zum Teil noch unreifer

Haselnüssen, der zitrische Nachhall sowie eine

zarte Salinität ergeben ein herrlich fruchtreduziertes

Geschmackserlebnis. Ein wunderbarer Gutswein und,

typisch Holger, ein Wein, der schon im Basissegment

für Anspruch sorgt und auch dem fortgeschrittenen

Gaumen noch spielerisch ein Entzücken abringen

kann. Bitte mehr davon!

Ab sofort bis 2026+.

WEISSWEINE

GRAUBURGUNDER, 2020 (EDITION PINARD DE PICARD)

Präzise Handarbeit, strenge Selektion – das ist die „Edition Pinard de Picard“!

DBA010420 Grauburgunder, 2020 (Edition Pinard de Picard) DV 12,5% Vol. 14,40 €/l 10,80 €

Auf Lieblingsjahrgang 2019 folgt ... Lieblingsjahrgang

2020! Das gilt zumindest für die Weine von Holger

Koch! Seine Burgunder lassen es weder an Struktur –

natürlich! – noch an Substanz oder Grundreife mangeln,

doch haben sie nun vielleicht ein Quäntchen

mehr Körper, mehr Rundungen und vor allem mehr

Tiefe. Dieser feine, herrlich präsente Grauburgunder

veranschaulicht dies bestens. Um seinen Weinen den

richtigen Schwung zu geben, sie mit mehr Gerbstoff

aufzuladen, ihnen mehr Frische zu ermöglichen und

auch mehr Charme, hat Holger einen kleinen Teil des

Grauburgunders aus seiner besten Lage auf den Traubenhäuten

und Stängeln vergoren, also einen Orangewein

entstehen lassen, den er in kleinen Portionen

von nur wenigen Prozent (5%, um genau zu sein) dem

traditionell vergorenen Wein wieder bei- gegeben hat.

Das war schon das Erfolgsrezept des genialen 2019er-

Jahrgangs!

Getreu dem Motto „Jemand, der die Spitzenweine

liebt, der soll auch die Basis mögen.“ schenkt Holger

Koch seinen Gutsweinen größtmögliche Aufmerksamkeit.

Dieser farblich etwas intensivere Grauburgunder

duftet sehr zart (Holger Koch: „fast verhuscht“) nach

weißen Früchten, Mandeln und Äpfeln, dazu dann

etwas Quitten und ein Hauch noch grüner Haselnuss

– ein komplexes Bouquet, wie wir es bei einen

Grauburgunder dieser Preisklasse kaum erwarten würden.

Ein am Gaumen vor allem auch in seiner Struktur

wunderbar präsenter Wein (nicht zu cremig, nicht zu

schlank), der sich kraftvoll zeigt, in jedem Moment allerdings

fein und bemerkenswert elegant bleibt. Bis in

den Nachhall hinein (wieder zitrisch, mit leicht herben

Grapefruitnoten, dazu eine leicht salzige Komponente)

animierend – die Lust auf den nächsten Schluck ist

geradezu Programm dieses so an- genehm intensiven

wie leichtfüßigen Grauburgunders!

Jetzt schon herrlich, und sicherlich noch bis 2025+.

19


DEUTSCHLAND BADEN

Holger Koch

WEISSBURGUNDER „STEINFELSEN“, 2020

(EDITION PINARD DE PICARD)

Holger Kochs „Steinfelsen“ – exklusiv bei Pinard de Picard

DBA010620 Weißburgunder „Steinfelsen“, 2020 (Edition Pinard de Picard) 13% Vol. 18,60 €/l 13,95 €

Im VINUM Weinguide 2020 findet sich ein Zitat, das

Holger Koch und seine Weine perfekt charakterisiert:

„Innerhalb von 20 Jahren hat sich Holger Koch mit seinem

von den Eltern übernommenem Weingut an die

Spitze Deutschlands vorgearbeitet. Dabei ist er immer

gern unter dem Radar der großen Weinszene geflogen

und hatte kein Problem mit seiner von Understatement

geprägten Rolle. Und so sind auch seine Weine.“

Entsprechend steckt hinter seinem Weißburgunder

„Steinfelsen“ bereits eine komplexe Denkleistung, ein

Anspruch, mit dem man sich erst einmal auseinandersetzen

muss, um den Wein voll und ganz zu verstehen.

Er stammt aus Bickensohler Weinberglagen, die seit

der Flurbereinigung in den 1970er-Jahren zu Großlagen

zusammengelegt wurden, die nun mehrere Dutzend

Hektar umfassen. Daher kommt es bei vielen Lagen

mehr auf die Gemarkung, also einen bestimmten Teilbereich

an. Und diese Gemarkungen (oder „Gewanne“)

werden bei Winzern wie Holger Koch natürlich

jeweils getrennt ausgebaut. In unserem Fall stammt

der Weißburgunder aus dem Gewann „Amerika“. So

nennen die Kochs diesen Weinberg schon sehr lange.

Er liegt noch hinter dem „Ozean“ und ist vom Weingut

in gut zehn Minuten (ein flotter Traktor vorausgesetzt)

zu er- reichen. „Amerika“ liegt vergleichsweise hoch

und nach Westen ausgerichtet, was in Anbetracht des

Klimawandels in Zukunft durchaus von Vorteil sein

könnte.

Bei den Weinen aus „Amerika“, das in diesem Fall zur

Ortslage Bickensohler Steinfelsen gehört, hat man bereits

einen ähnlichen Anspruch wie in der Drei-Stern-

Kategorie, der Wein ist allerdings nach Freigabe schon

deutlich zugänglicher. Die 2020er- Version des Weißburgunders

duftet nach Steinobst, weißen Blüten,

Mandeln und einem Hauch Orangenzeste. Eine wunderbare

Würzigkeit durchzieht den Wein im Bouquet

ebenso wie am Gaumen, wo man die Frucht zunächst

eher „hintergründig“ wahrnimmt, die Würze dominiert

in Form einer gewissen Nussigkeit und Kräutern. Wesentliches

Stilmittel des Weins: die Maischevergärung.

Während 94 % der Weißburgunder-Trauben entrappt

und nach einer Standzeit in der gekühlten Presse sehr

langsam ins gebrauchte 1200-Liter-Fass gepresst wurden,

hat Holger den restlichen Anteil wie einen Orange-Wein

mit Stielen und Stängeln sowie mit Kernen

und Traubenhäuten vergären lassen. Der Wein, der

daraus entstanden ist, wurde dann dem klassisch vergorenen

Anteil vor dem Ausbau wieder hinzugefügt,

was bei diesem Wein für ein großes Plus sorgt. Dieser

maischevergorene Anteil setzt nämlich auch bei diesem

Wein tatsächlich das Ausrufezeichen – er bedingt

diesen wunderbaren grip, die feinstoffige, seidige Textur

und eben auch diese herrlich animierende Frische.

Was den „Steinfelsen“ natürlich zu einem idealen Speisenbegleiter

macht, auch zu eher „außerbadischen“

Krustentieren oder Salzwasserfischen, zumal wenn

sie mit kräuterbetonten bzw. gehaltvollen Saucen gereicht

werden. Aber auch zum klassischen „Rahmgeschnetzelten“

läuft dieser Tropfen zur Hochform auf.

Zu genießen ab sofort, bis 2030+.

20 PINWAND no 333 | Januar 2022


Holger Koch

BADEN DEUTSCHLAND

GRAUBURGUNDER „STEINFELSEN“, 2020

(EDITION PINARD DE PICARD)

Grauburgundisch – steinfelsig – großartig!

DBA010720 Grauburgunder „Steinfelsen“, 2020 (Edition Pinard de Picard) 13% Vol . 18,60 €/l 13,95 €

Als Holger Koch den elterlichen Betrieb übernahm,

wurden die Trauben, wie üblich, noch an die Genossenschaft

geliefert. Über viele Jahre – und für einen

Winzergenerationenbetrieb doch in Windeseile –

krempelte er den Betrieb komplett um. Zuwider waren

ihm das anspruchslose Konzept, zu gut die potenziellen

Qualitäten seiner Heimat. Klar war von Anfang an:

Man muss nicht jedem gefallen. Das ist eine Attitüde,

die gerade beim Grauburgunder fast schon revolutionär

anmutet, handelt es sich doch um eine Rebsorte,

die in vielen Betrieben fast schon gleichschmeckende

Weine ohne Individualität hervorbringt. Weine, die jeder

mag, die niemandem wehtun.

Bei Holger Koch ist das anders. Sein „Steinfelsen“-

Grauburgunder schimmert etwas dunkler als die

meisten anderen Exemplare dieser Rebsorte im Glas,

der Schalenkontakt der Burgundertrauben ist offensichtlich.

Auch die für ihn schon traditionelle Zugabe

von maischevergorener Trauben (hier beläuft sich

der Anteil auf 7%) bringt eine Struktur in den Wein,

die viele andere Betriebe lieber glattbügeln bzw. gar

nicht erst zulassen.

Die Trauben stammen aus der kühlen und windigen

Westlage „Amerika“. Ja, dies ist der Name dieser Terrasse,

die ihn deshalb von Kochs Vorfahren bekommen

hat, weil sie so weit vom Weingut entfernt liegt.

Um dorthin zu gelangen, muss man folgerichtig dann

auch erst einmal den „Ozean“ durchqueren – so heißt

die Lage vor „Amerika“. Doch zurück zum Wein: Hier

duftet es sehr zart nach Meyer-Zitronen nebst der

etwas herben Note der weißen Schale. Eine zarte,

perfekt eingebundene Holzfassnote – der Grauburgunder

wurde sieben Monate in gebrauchten 500-

und 1200-Liter-Gebinden auf der Vollhefe ausgebaut

– dient diesem so feinen wie seriösen, wunderbar

nachhaltigen Burgunder nur als Rahmen. Am Gaumen

zeigt sich der Grauburgunder zart und cremig, wie im

Grunde alle von Holgers Weißweinen in diesem Jahr

geradezu ideal proportioniert. Er ist etwas fülliger als

der „etwas karger“ (Holger Koch) geratene Vorgänger,

dabei von seidiger Konsistenz. Der Steinfelsen

„in Grau“ ist wieder bildschön geworden, ein über die

Maßen erfrischender Wein, der an einen Gang über

Streuobstwiesen denken lässt, an frisch aufgeschnittene

Äpfel samt Schalen, an „dunkle“ Birnen, an Melone

und Kräuter erinnert. Ein bemerkenswert eleganter,

animierend würziger Grauburgunder, der enorm viel

Substanz bietet und in seiner Preisklasse – in wirklich

allen Belangen – wohl konkurrenzlos ist!

Zu genießen ab sofort, bis 2028+.

21


DEUTSCHLAND BADEN

Holger Koch

CHARDONNAY „STEINFELSEN“, 2020

(EDITION PINARD DE PICARD)

Holger Kochs Chardonnay „Steinfelsen“ verbindet französische Finesse mit badischer

Substanz zu einem außergewöhnlichen Basis-Chardonnay.

DBA011520 Chardonnay „Steinfelsen“, 2020 (Edition Pinard de Picard) 12,5% Vol. 19,93 €/l 14,95 €

Wer auf die Website des Bickensohler Winzers Holger

Koch schaut, der sucht nach seinen Chardonnay noch

vergeblich. Website ist nicht sein Ding. Der Winzer

steht lieber im Weinberg, wo er die ersten Chardonnay-Anpflanzungen

vor fünf bis zehn Jahren getätigt

hat – in weiser Voraussicht, dass der Chardonnay einige

Vorteile gegenüber den anderen weißen Burgundersorten

mitbringt. Vor allem, gegenüber dem Grauburgunder.

Der Chardonnay kommt vor allem besser

mit wärmeren und trockeneren Jahrgängen zurecht.

Mittlerweile vinifiziert Holger Koch den Chardonnay

in unterschiedlichen Stufen und neben dem Bickensohler

Herrenstück auch aus dem Bickensohler Steinfelsen.

Die Weinberglagen von Bickensohl sind seit der

Flurbereinigung in den 1970er-Jahren in Großlagen zusammengefasst,

sodass sie mehrere Dutzend Hektar

umfassen. Im Falle des Steinfelsens sind es mehr als 77,

deren Parzellen teils deutliche Unterschiede in der Bodenstruktur

zeigen, wie auch in der Höhe und Ausrichtung

zur Sonne. Daher kommt es bei den Lagen mehr

auf die Gemarkung an, also auf den Teilbereich. Und

diese Gemarkungen werden bei Winzern wie Holger

Koch natürlich jeweils getrennt ausgebaut. In diesem

Fall liegen sie vergleichsweise hoch und nach Westen

ausgerichtet. Das hat den Effekt, dass die Sonne

erst spät am Mittag erscheint und der Wind durch die

Weinberge pfeift. Früher war das häufig ein Problem,

heute, mit dem Klimawandel ist es eine der zukunftsträchtigsten

Lagen.

Der „Steinfelsen“ bietet nun den Einstieg in die Welt

der Koch’schen Chardonnay. Und der hat es in sich!

Holger Koch versteht es, badische Weine mit französischer

Eleganz zu erzeugen. Dazu tragen die exzellenten

kleinbeerigen Chardonnay-Klone aus dem

Nachbarland bei, aber auch der Ausbau in Stockinger-

Fässern – State of the Art, gewissermaßen. In wärmeren

Jahren geht er zudem dazu über, einen Teil der

Frucht auf der Maische zu vergären, also einen Orangewein

zu erzeugen, den er zu kleinen Teilen dann

zurück in den klassisch erzeugt Wein gibt. Dadurch

bekommen die Chardonnays nicht nur eine kraftvolle

Farbe, sondern mehr Struktur, einen Hauch von Gerbstoff,

vor allem aber einen Zusatz an Frische. Im Duft

erinnert der Wein an knackige Birnen, gelb wie grün,

an Zitrusabrieb und ein paar Kumquats, an Mirabellen

und Renekloden, zerstoßenen Kalk und an ein Birnenkompott

mit Sahne. Das Holz – ein gebrauchtes

1200-Liter-tonneau – nimmt nur äußerst dezent wahr.

Auch am Gaumen besitzt der Wein einen cremigen

Charakter, wirkt seidig und elegant, dabei verbindet

sich die Frucht mit einer feinen Würze, wirkt strukturiert

und klar, nicht zuletzt dank des leichten Gerbstoff-grips

am Gaumen. Der Chardonnay „Steinfelsen“

verbindet dabei eine beeindruckende Konzentration

mit Frische und Finesse. Das ist schon ganz weit vorne

in diesem Preisbereich!

Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2028 und länger

mit Freude trinken.

22 PINWAND no 333 | Januar 2022


Holger Koch

BADEN DEUTSCHLAND

CHARDONNAY *, 2020

Chardonnay mit Stern, mit Finesse und Tiefe. Eine neue Selektion,

die richtig Freude macht.

DBA011720 Chardonnay *, 2020 13% Vol. 25,20 €/l 18,90 €

Wer gute oder herausragende Weine machen will, der

braucht Zeit, um seine Reben kennenzulernen. Vor

allem, wenn man mit neuen Sorten beginnt. Holger

Koch hat in weiser Voraussicht auf den Klimawandel

schon vor mehr als zehn Jahren die ersten Chardonnay-Reben

in die kühleren westlich und höher gelegenen

Gewanne gepflanzt. Er hat exzellente kleinbeerige

Klone dafür genutzt und vom ersten Jahrgang an sehr

gute Weine erzeugt. Trotzdem gab es natürlich auch

für ihn eine Lernkurve in der er bemerkt hat, wo die

Reben die besten, die sehr guten und die guten Qualitäten

bringen. Um seinem „Drei-Stern-Chardonnay“

noch präziser und klarer werden zu lassen, hat er eine

Partie herausgenommen, um aus ihr einen „Ein-Stern-

Chardonnay“ zu erzeugen, der zwischen „Steinfelsen“

und „Herrenstück“ einerseits sowie dem besten „Drei-

Stern“ und der „Reserve“ andererseits anzusiedeln

ist. Erzeugt werden die Weine vom Löss, Lehm und

Vulkangestein im Prinzip alle auf die gleiche Weise.

Die reife Frucht, die aber immer im unteren Alkoholbereich

von 12,5 bis 13 Volumenprozent bleibt, wird

zum größten Teil klassisch spontan vergoren und zu

einem kleineren Teil auf der Maische. Diesen kleineren

Teil gibt er dann zum fertigen Wein wieder mit zurück.

Dieser Orangewein, so ist es Holger Koch immer klarer

geworden in den letzten, warmen Jahren, gibt den

Weinen genau das notwenige Maße an zusätzlicher

Struktur, Extrakt und Frische, sie brauchen. Dieser hier

(unser „abgestufter“ Drei-Sterne-Chardonnay) reift

in einem der vielleicht besten Holzbehältnisse, die es

derzeit auf dem Markt gibt: einem 500-Liter-tonneau

von Stockinger.

wieder diese Klarheit und Frische, diese Präzision im

Zusammenspiel der weiß- und gelbfleischigen Frucht

mit einer lebendigen, zitrischen Säure, einem leichten

Gerbstoff-grip und einem ganz sanften, gekonnten

Holzeinfluss. Im Finale findet sich hier – auch das

dürfte viel mit der Maischestandzeit zu tun haben –

eine feine Salzigkeit auf, die für das Verlangen nach

dem zweiten Glas sorgt.

Diesen Wein kann man jetzt und sicherlich bis 2030+.

Der Chardonnay* zeigt eine reife, goldgelbe Farbe,

die natürlich auf den Anteil des maischevergorenen

Weins zurückzuführen ist. Aber das, was so golden

schimmert wirkt auch im Duft golden, reif, saftig und

dabei präzise, klar und frisch. „mit gelben Birnen hänget

und voll mit wilden Rosen das Land in den See …

„ könnte einem bei diesem betörenden Duft in den

Sinn kommen, wobei es deutlich mehr Birnen als Rosen

sind und davon auch eher die, die weiß blühen.

Doch es sind einfach herrlich saftige Birnen, die hier

ihren Duft verströmen. Dazu gesellen sich Noten von

Zitronen und vereinzelten Meyer-Zitronen mit ihrem

grünen, sehr frischen Anteil. Mirabellen sind mit

dabei, Weinbergpfirsiche, ein wenig Ingwer. Es ist

durchaus faszinierend, wie breit die Klaviatur ist, auf

der dieser Chardonnay spielt. Auch am Gaumen begeistert

dieser Wein, der so saftig und reif wirkt, klar

und mundfüllend. Dabei zeigt er jedoch auch hier

23


DEUTSCHLAND BADEN

Holger Koch

SPÄTBURGUNDER „ALTE REBEN“, 2020

„Ich liebe meine Lössböden, gerade in warmen Jahren.“ – Holger Koch

DBA010820 Spätburgunder „Alte Reben“, 2020 12,5% Vol. 13,26 €/l 9,95 €

Wir waren verblüfft von Holger Kochs rotfruchtigen

und feinduftigen Burgundern der diesjährigen Kollektion.

Das warme Jahr spürt man ihnen kaum an,

außer durch eine wohltuend hedonistische Art, mit

der sie gerade im Jugendstadium daherkommen. Als

gewichtigen Grund nennt Holger Koch seine Lössböden

mit vulkanischem Untergrund, die ganz anders als

beispielsweise im Kraichgau als guter Wasserspeicher

fungieren. „Ich bin mittlerweile heilfroh um meine

Lössböden“. Und so zeigt sich bereits sein Einstiegswein,

der Spätburgunder „Alte Reben“ in gewohnt

Koch’scher Manier elegant im Glas.

Wie Holgers Idealvorstellung von gutem Spätburgunder

zu schmecken hat, kann man hier bereits nachvollziehen.

Diese exklusive Abfüllung soll einer der

besten Spätburgunder sein, den Sie unterhalb der

Zehn-Euro-Marke in Deutschland erhalten. Und probieren

Sie ihn selbst – wir sind überzeugt davon, dass

es so ist. Diese so feine und auch so sensible Sorte

interpretiert Holger Koch in diesem Wein auf eine

ganz eigene Weise, irgendwo im Spannungsfeld zwischen

deutscher Frucht und französischer Eleganz und

Klarheit. So entsteht hier ein Pinot, der jede zünftige

Brotzeit begleitet und doch auch das Zeug hat, als Solist

für Begeisterung zu sorgen. Herzkirschen, etwas

Hagebutte und Nelken duften hier aus dem Glas. Am

Gaumen zeigt sich der „Alte Reben“ mineralisch und

geschliffen, ohne an knackig roter Waldfrucht einzubüßen.

Die Tannine sind äußerst fein und doch auch

spürbar. Sie haften sich fein an den Gaumen, verleihen

dem Wein grip und Statur. Und auch wenn man Spätburgunder

eine gewisse Intellektualität nachsagt, so

dreht sich bei diesem Einstiegswein zunächst alles um

pure Trinkfreude und einen schmackhaften Rotwein,

der mit 12,5 Volumenprozent Alkohol den idealen Spagat

zwischen Finesse und Kraft meistert.

Ein Hochgenuss mit rund 5 Jahren Flaschenreifepotenzial,

begleitet Badisches Schäufele, Flammkuchen aber

auch Schwäbische Spätzle mit Wildragout vorzüglich!

PINOT NOIR „FUNKEN“, 2020 (EDITION PINARD DE PICARD)

Unsere Exklusivfüllung von Holger Koch, der Pinot Noir Funken, verströmt puren

Hedonismus. Er zeigt sich wild, animierend und nimmt kein Blatt vor den Mund.

DBA010220 Pinot Noir „Funken“, 2020 (Edition Pinard de Picard) 12,5% Vol. 22,60 €/l 16,95 €

Exklusiv bei

Pinard de Picard!

Zugegeben, wenn es im badischen Bickensohl

eine Disco gäbe, würden wir

von einem Besuch vermutlich absehen.

Da der Pinot Noir „Funken“ aber tatsächlich

alljährlich eine attraktive

Ungehobeltheit versprüht und damit

seinem Namen alle Ehre macht,

können (und wollen) wir uns diverse Wortspielereien

nicht versagen. Der „Funken“ zeigt sich frecher

denn je, was läge also näher als ein Abstecher nach

„Funkytown Bickensohl“? Das bestätigt auch Holger

(gewohnt tiefstapelnd) bei unserer Fassprobe: „Eine

gewisse Würzigkeit ist den Rotweinen bei mir dieses

schon vorhanden.“ Es liegt nicht an den Rappen, wie

wir vermuteten: „Die Erträge waren durch den Frost

niedrig, die Reben kleinblütig, ich habe daher bewusst

überwiegend ohne Stängel vergoren und alles auf die

Frucht gesetzt.“ Doch stammt der Funken – allesamt

französische Dijon-Klone – einer wärmeren Lage, die

etwas früher ausreift. Genau diese feine Fruchtopulenz

zeichnet den Pinot Noir dieses Jahr aus. Benannt ist der

Rotwein nach einer schmalen, hoch auf einer mächtigen

Lössscholle thronenden Parzelle derselben Terrasse,

in der Holger auch seinen Pinot Noir * liest. Wen

wundert’s, dass sich der „Funken“ bei uns zu einem der

beliebtesten Weine Holgers entwickelt hat?

Er zeigt sich etwas dunkler im Glas, dabei trotzdem

hellfarbener als das Gros der diesjährigen Spätburgunder

Deutschlands. Ein intensives rot liegt im Glas, so

wie bei Kirschpastillen. Was der Pinot Noir aus dem

Glas verströmt sind Herzkirschen und Sauerkirschen.

Eine feine Kräuterwürze umkreist den Wein. „Er hat

nix flauschig-süßliches. Das gefällt mir.“ so Holger.

Feine Tannine und ein keckes Säuregerüst strukturieren

diesen mittelgewichtigen Wein, der uns an einen

seriösen Beaujolais Cru im Stile eines Moulin-à-Vent

erinnert. Vom „typisch deutschen“ Spätburgunder

unterscheidet sich der „Funken“ selbstredend enorm.

Weine wie dieser tragen die Früchte eines jahrelangen

Lern- und Optimierungsprozesses. Holger versteht

seine Arbeit als eine Art Gesamtkunstwerk mit klarer

Aussage: Weine voller „Wiedererkennbarkeit, Originalität

und Individualität“. Seine Leidenschaft, die beim

Pinot Noir vielleicht sogar noch stärker als bei seinen

filigranen Weißweinen zur Geltung kommt, spürt

man ihm in jedem Moment an. Bester Beweis: unsere

Pinard-Edition, der Pinot Noir „Funken.

Gerne 1–2 Stunden karaffieren. Reifepotenzial bis 2030.

24 PINWAND no 333 | Januar 2022


Holger Koch

BADEN DEUTSCHLAND

PINOT NOIR HERRENSTÜCK, 2020

Herrenstück 2020: „das Beste, das wir bislang hatten.“ – Holger Koch

DBA011120 Pinot Noir Herrenstück, 2020 13% Vol. 21,33 €/l 16,00 €

Mit seinen acht Hektar Rebfläche, die in Handlese und

im überschaubaren aber bestens strukturiertem Gutsgebäude

ausgebaut werden, hebt sich Holger Koch

von seinen Bickensohler Genossenschaftskollegen ab.

Wo Winzer andernorts in die Bequemlichkeit abdriften

oder immer größere Rebflächen bewirtschaften,

beschränkt sich Holger Koch auf das Wesentliche und

stößt immer wieder ab, was ihn persönlich nicht mehr

fordert und motiviert. Vor vielen Jahren pflanzte Holger

bereits burgundische Pinot-Noir-Klone. Schlichtweg

weil sie ihm besser schmeckten. Klein und lockerbeerig,

hocharomatisch und niedrig im Ertrag, dazu

schwierig zu bewirtschaften. Mit solchem Klonmaterial

wollen die großen Betriebe nichts zu tun haben.

Das ist eine Erklärung, warum sich Holgers Weine so

sehr vom Kaiserstühler Typ unterscheiden. Man findet

hier einen Typ Pinot Noir vor, wie er in der Region

selten anzutreffen ist, ja eher in Frankreich verortet

wird. Das hält auch der EICHELMANN Weinguide

2022 fest: „Wer den traditionellen Kaiserstühler Spätburgunder-Stil

mit ganz auf Reife und Fülle setzenden

Weinen liebt, wird mit den im Vergleich dazu schlank

erscheinenden Koch’schen Weinen wenig anfangen

können, wer sich im Geschmacksbild eher auf Burgund

eingeschossen hat, dafür um so mehr.“

Im Herrenstück prägen aber anders als im Burgund

Vulkanböden das Terroir. Die so wichtige Löss-Lehm-

Auflage hält auch in trockenen Jahren das Wasser

besonders gut, sodass die Dijon-Klone hier der heißen

Sommer trotzen. Im offenen Holzbottich vergor

Holger Koch sein 2020er Herrenstück. Nach mehr

als zweiwöchiger Maischestandzeit und beginnender

Spontangärung wanderte der Grundwein dann für fast

zwölf Monate in 300- sowie 500-Liter-Fässer. Was wir

im Dezember dann aus dem kleinen Stahltank probierten

(dort homogenisiert Holger die verschiedenen

Fässer wenige Wochen vor Abfüllung seine Weine und

lässt den Wein nochmals zur Ruhe kommen, bevor sie

meist unfiltriert auf die Flasche gezogen werden), ist

das Ergebnis eines langjährigen Erkenntnissprozesses.

Das Herrenstück ist kühl und würzig. Besonders die

feine Würze zieht sich durch die diesjährige Kollektion.

Sauerkirschen und Herzkirschen aber auch Veilchen

und Rosen steigen aus dem feinduftigen Bouquet.

Das wirkt kühl uns straff und doch ungewöhnlich präsent.

Über das diesjährige Herrenstück sagt Holger:

„Es ist das Beste, was wir bislang hatten. 2015 war

schon stark, 2016 auch. Aber das hier ist die bisherige

Krönung“. Wenn ein ansonsten solch kritischer und

emotionsgezügelter Winzergeist wie Holger derartige

Worte von sich gibt, kann man auf Großes gefasst

sein. Uns gefällt die zarte Rauchigkeit, mit der hier der

Pinot entgegenweht, die feine balsamische Ausprägung,

die ihn von reiner Fruchtigkeit absetzt, ja diese

regelrecht aufs Podest hebt. Am Gaumen zeigt sich

das Herrenstück dicht und würzig, ja feinst strukturiert

im Tannin. Weil die Frucht aber kühl daherkommt

(Herzkirschen, Zwetschgensaft, auch Blutorangen),

erscheint der Pinot Noir elegant und verspielt. Das ist

leichtfüßiger Pinot Noir, der deutlich kühler schmeckt

als das Jahr es vermuten lässt. Wein, der transparent

erscheint, niemals sättigt, sondern den Appetit anregt,

wie er mit seiner feinen Fruchtsäure über dem Gaumen

fegt und vibrierend nachhallt.

Pinot Noir in Reinform, unmanipuliert und schonend

auf die Flasche gezogen, dabei von der klaren Handschrift

Holger Kochs geprägt, die weniger an kellertechnischen

Kniffen erkennbar ist, sondern einer

genauen Vorstellung eines zart tänzelnden und kühlfruchtigen

Pinot Noir folgt. Und genau nach dieser

Idee richtet er all seine Arbeitsschritte das ganze Jahr

über im Weinberg aus, wählt den idealen Lesezeitpunkt

und extrahiert nur ganz zart Farbe und Aromen

aus der filigranen Rebsorte. Holger gelingt mit diesem

grandiosen Wein scheinbar mühelos die Überwindung

der Schwerkraft und verschiebt qualitative Maßstäbe,

setzt sie in einer Preisklasse, in der die wenigsten

Winzer „mittun“ könnten! Eine dringende, unbedingte

Empfehlung für alle Liebhaber feiner, zarter, präziser

und beglückender Pinots. Für die Freunde großer Weine.

Für die Verehrer großartigen Winzerhandwerks.

Und für alle anderen eigentlich auch. Kategorie „absoluter

Lieblingswein“!

Zu genießen ist der Wein jetzt, Höhepunkt wohl ab 2023

bis 2029+.

ROTWEINE

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DEUTSCHLAND BADEN

Holger Koch

PINOT NOIR *, 2020

„Unsere Eigenart ist, dass wir immer Lebendigkeit und Frische suchen.“ – Holger Koch

DBA011320 Pinot Noir *, 2020 13% Vol. 33,33 €/l 25,00 €

„Dätsch mer mol des mit den Sternli erkläre?“ Nun

gut, alemannisch schwätze kann nicht jeder. Und da

allenfalls Franken und Schwaben eine Ahnung erlangen,

worüber sich Badener unterhalten, wollen wir

gern helfend zur Seite stehen und Holger Kochs Qualitätspyramide

im Kurzen erklären. Denn für die interessieren

sich wiederrum viele:

Hier am Kaiserstuhl, wo das Klima zum wärmsten in

Deutschland und Baden zählt, profitieren seine Weine

von den kühlen und winddurchzogenen Höhenlagen.

Folglich lag es nahe, dass er die Wertigkeit und Stilistik

an den verschiedenen Höhenplateaus, auf denen seine

Reben stehen, ausrichtet. Der Pinot Noir * stellt neben

den Regionsweinen die erste der drei Qualitätsstufen

dar. Hier wird es schon „richtig seriös“, der Wein verspricht

schon (und hält!) im Glas großes Lagerpotenzial.

Die Trauben stammen aus den etwas niedrigeren

Hangstücken einer Einzelparzelle im Herrenstück,

dem so idyllisch benamsten „Mistgraben“. Hier sind

die Böden tiefgründiger und fruchtbarer. „Das macht

den Pinot Noir fleischiger und auch süßlicher in der

Frucht,“ wie Holger uns erklärt. Gerade die Tiefgründigkeit

der Böden rettet in den letzten wärmeren

Jahren zunehmend die Reben, verhindert Trockenstress.

Wir haben einige konventionelle Weine (nicht

Holgers!) probiert, denen es in ihrer zu sahnigen und

dann zu weichen, ja geradezu mürben Fruchtigkeit an

Substanz für die lange Strecke fehlen wird. Kostet man

bei Holger Koch Weine wie diesen, verändert sich augenblicklich

die Perspektive auf die „Konkurrenz“ bzw.

die Kollegenschaft. Sein Pinot Noir * duftet geradezu

vibrierend frisch nach roten Kirschen, Zwetschken

und Bitterorangenabrieb. Der „Einstern“ zeigt sich am

Gaumen nochmals „spritziger“ als Holger Kochs „Funken“,

wozu auch die feine Säure beisteuert. „Wir haben

2020 immer eine ordentliche und gute Frische in

den Weinen“, so der Altmeister vom Kaiserstuhl. Und

in der Tat: Der Pinot Noir * wirkt transparent, kühl

und feinmaschig. Wir sind uns bewusst, dass unsere

Zuschreibungen hier gar ins Esoterische abdriften, so

voll und ganz umfassend lässt sich dieser schwebende

Pinot Noir eben durch eine bloße Aufzählung der Aromen

kaum beschreiben. Wie hier Frucht, Körper und

Struktur herausgearbeitet werden und zueinander finden,

ist schlichtweg attraktiv und Zeugnis der Weisheit

unseres Winzergenius. Holger Kochs Wein bleibt

stets subtil und strahlt (wohl auch, weil die Frucht in

diesem Jahr überwiegend entrappt wurde, so noch

schwebender zur Geltung kommt). Im Nachhall wird

es dann zart pfeffrig (2020 und Würze: Eine innige Verbindung

in Holgers Rotweinkollektion, wir erwähnten

es mehrfach), ein angenehmes Aroma von frischem

und nicht übermäßig geröstetem Holz rahmt das Ganze.

Zwei, drei Jährchen Geduld im Keller und der Wein

wird nochmals vollendeter im Glas stehen. Doch wer

kann bei dieser Attraktivität derartig lange verharren?

So relativ ist eben unsere Zeit.

Zu genießen ab sofort, Höhepunkt wohl ab 2023

bis nach 2032

26 PINWAND no 333 | Januar 2022


Holger Koch

BADEN DEUTSCHLAND

PINOT NOIR ***, 2020

Stets eine Reise wert – Holger Kochs Drei-Sterne-Pinot!

DBA010320 Pinot Noir ***, 2020 13% Vol. 50,66 €/l 38,00 €

DBA010320M Pinot Noir ***, 2020 MAGNUM 13% Vol. 53,26 €/l 79,90 €

In der Literatur und Arbeitswelt würden wir von

Schlüsselpersonen sprechen, beim Wein von einer

Referenz. Für Deutschlands „Rotweinwunder“ nimmt

Holger eine gewichtige Person ein, ohne sich jemals

selbst zum Fürsprecher ernannt zu haben. Die Kompetenz

und Vorbildfunktion schreiben ihm Sommeliers,

treue Fans und Winzerkollegen anerkennend zu!

„So speziell wie seine Weine ist auch Holger Koch, der

in Bickensohl am Kaiserstuhl auf seinen acht Hektar

nur dem eigenen Kopf folgt. Biologisch zu arbeiten,

ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich das auch

bescheinigen zu lassen braucht er nicht. Reinheit,

Kraft und Lebendigkeit will er aus seinen Weinen herausspüren

– und das gelingt hervorragend.“ heißt es

im vom Gault&Millau frisch erschienenen Werk „Die

Besten Weine Deutschlands – Edition 2022“ über

unseren Bickensohler Manufakturbetrieb. In der Tat

lässt sich Holger in keine Schublade stecken, so wie

man sich seinem Weinstil mit Vergleichen allenfalls

annähern kann.

Für eine qualitative Einordnung seines Dreistern-Pinot-Noirs

ziehen wir gerne einen naheliegenden Vergleich:

Als der berühmtberüchtigte Reiseführer für

den ambitionierten Automobilisten, der „Guide“ des

Reifenherstellers Michelin zum ersten Mal aufgelegt

wurde, zielte sein ganzes Bestreben darauf die wenigen

Tankstellen- und Werkstattsuchenden entsprechend

sicher ans Ziel ihrer Wünsche zu lotsen. Ein

knappes Vierteljahrhundert später, navigierte man

auf Frankreichs (und nach und nach Europas) Straßen

wieder nach den Sternen. Damit sich die „Ritter der

Straße“ unterwegs standesgemäß verpflegen konnten,

hatten die Herausgeber des „Guide Michelin“ für Restaurants

eine Klassifizierung entwickelt: Ein Stern, und

das Restaurant war einen „Stopp wert“, mit zweien

lohnte sich sogar schon „ein Umweg“. Die Elite dieser

Etablissements war mit drei Sternen sogar „eine (ganze)

Reise wert“! Der Pinot Noir *** markiert – neben

der raren „Reserve“ – die Spitze des Koch’schen Sortiments.

Wir sind so frei und wenden die Kategorisierung

d’après Michelin auf die Kochs und diesen Wein

an: unbedingt „eine Reise wert“! In seiner Einzigartigkeit

und Ausdrucksform zählt er ganz klar zu den größten

Burgundern Deutschlands. Punkt!

So viel Lob würde der bescheidene Holger Koch im

Gespräch vermutlich schnell unter den Tisch fallen lassen

und diesen Faden nicht wieder aufnehmen. Drum

lassen wir ihn lieber selbst über die ihm wichtigen

Parameter dieses Weins sprechen: „Der Wein stammt

zu etwa 2/3 von einer Kleinterrasse, der früher die Reserve

entsprang. Den Rest macht eine Junganlage aus

steinigem Boden aus, die sehr kleinbeerig und ertragsschwach

ist. Hier gingen etwa 30 % Ganztrauben ein,

vergoren für 14 Tage im Holzbottich. Ausgebaut wurde

der Pinot Noir *** in 40 % neuem Holz, teils von

Stockinger, teils von der tonnellerie Boutes. Für mich

ist er gar noch stärker als 2018 oder 2019.“ Das klingt

höchst plausibel und im Grunde einfach, eben genau

so, wie wenn ein Michelindekorierter Spitzenkoch sein

Geheimnis für ein großartiges Gericht erklärt. Kaum

den ersten Schritt bewerkstelligend, gerät man dann

in der heimischen Küche in Verzweiflung und wird den

vermeintlich leicht erkennbaren Faden niemals mehr

auffinden. Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen

und wir nähern uns der Grenze zur Demut!

Denn was hier im Glas zart und transparent erscheint

und ebenso filigran nach Hibiskusblütentee, Kirschpastillen

und frischen Rosenblättern duftet, stammt

aus warmem Jahrgang, aus welchem man eher ein

„kompotternes“ Schwergewicht erwarten würde. In

zwei Wochen hat Koch mit seinem Team den Jahrgang

eingefahren. „Anders als 2018 war der Jahrgang

im Sommer moderater. Wir hatten 2018 im

Juli 35 Grad und derartige Temperaturen über

viele Tage, 2020 eher 27, 28 Grad und kühlere

Nächte.“ So erklärt sich Koch die hellere

Frucht und Frische, fernab mediterraner Noten.

Dieser Wein scheint förmlich zu schweben,

nicht nur, weil er aus den höheren Terrassenlagen

stammt, sondern auch, weil das

Holz bestens integriert ist, die Frucht ausdifferenziert

und das Tannin seidig strukturiert.

Der kleine Anteil an Rappen sorgt

für Würze und Rückgrat, sodass wir von

diesem Wein noch viele Jahre profitieren

werden. Man sollte ihm auch gern

einige Zeit im Keller gönnen, profitieren

doch alle hochwertigen Selektionsweine

Holgers von der Flaschenreife.

Das mag sie manchem in der Jugend

schwieriger zugänglich machen, doch

wie bereits erwähnt, folgt Holger seinem

eigenen Kopf. Dies hat sich stets

ausgezahlt. Und genau hierfür schätzen

wir ihn und seine Individualistenweine

so sehr! Zu genießen ab sofort, Höhepunkt

wohl ab 2023 bis nach 2034

27


DEUTSCHLAND BADEN

Holger Koch

PINOT NOIR *** „FASS 12“, 2020 (EDITION PINARD DE PICARD)

Fass Nr. 12: Darf‘s ein bisschen mehr sein?

Hommage und singuläre Selektion – exklusiv bei Pinard de Picard!

DBA011220 Pinot Noir *** „Fass 12“, 2020 (Edition Pinard de Picard) 13% Vol. 53,26 €/l 39,95 €

Exklusiv bei

Pinard de Picard!

Wir erinnern uns an die Worte eines französischen

Liebhabers und großen Connaisseurs der Weine Burgunds.

Über den idealen Burgunder philosophierend,

dabei die unterschiedlichen Appellationen und Lagen

abwägend, was zu hitzig und leidenschaftlich geführten

Diskussionen führte, nahm er uns zur Seite und

sagte: „Wisst ihr was? Ich weiß jetzt, was mein Traumwein

wäre. Ich würde einmal gerne J. F. Mugniers

Musigny probieren aber nicht so vinifiziert wie üblich,

sondern mit Rappeneinsatz. Das wäre mein Traumwein.“

In etwa so entstand auch die Idee zu unserer

mittlerweile etablierten und exklusiven Spitzencuvée

Holger Kochs, dem Pinot Noir*** „Fass 12“. Anders als

Holgers atemberaubend schöner „klassischer“ Pinot

Noir ***, den mit seiner betörenden, feinfruchtigen

Eleganz die geradezu „urtypische“ Handschrift des

Meisters ziert, erweitert dieses Cuvée den Koch’schen

Pinot-Kosmos um eine neue, faszinierende

Facette. Würzigkeit, Intensität

und Struktur sind die Stichworte.

Dahinter verbirgt sich der von manch

Burgundliebhaber geäußerte Wunsch

Holgers Weinen etwas mehr Fleisch

und Körper zu verleihen. „Es ist das

bewusst herzhaftere Fass der Dreistern-Selektion mit

präsenterem Rappenanteil.“ Zurückzuführen ist die

Cuvée auf unseren Weingutsbesuch im Herbst 2017.

Zwei Fässer hatten es uns dabei besonders angetan:

Fass „26“ und Fass „50“ (komplett rappenvergoren).

Nun ja, „angetan“ ist so gar nicht das passende Wort.

Wir waren absolut begeistert bzw. vollkommen „platt“.

Zumal man sich nicht hätte entscheiden können, welches

Fass, welcher Charakter der interessantere wäre.

Mit Holger überlegten wir dann, wie und was mit diesen

Schätzen zu machen sei. Besser getrennt abfüllen,

um die beiden distinkten Charaktere zu erhalten?

Oder lieber doch cuvéetieren, aus beiden Fässern eine

Cuvée zu machen, die Vorzüge beider Weine vereinen,

weil das (sicherlich komplexe) Ganze mehr ist, als die

Summe seiner Einzelteile? Weil es dann die Essenz

des Traumjahrgangs 2016 auszudrücken vermag? Wir

haben uns für letzteres entschieden, und so entstand

ein Weinunikat, das uns förmlich aus den Händen gerissen

wurde! Diese Cuvée war schlicht sensationell,

und sehr bald war es eine beschlossene Sache, dass so

Wein, auf den Sie, werte Kunden so einhellig begeistert

reagiert haben, eine Fortsetzung erfahren muss.

Im Jahrgang 2020 zeigt sich das „Fass 12“ fleischiger

und dunkler als der Pinot Noir***. Die Frucht verändert

sich von Herzkirsche zu Schwarzkirschen,

gewinnt an Gewürzen noch Nelken und zitrischwürzigen

Belem-Pfeffer. Im kleinen Holzgärbottich

vergoren, ausgebaut im neuen Stockinger-Fass, zeigt

sich der Pinot Noir hier erdiger und muskulöser. Die

Frucht ist weiterhin enorm vielschichtig, verweilt aber

mehr un dunklen als roten Früchten. Ein Hauch Walderdbeeren

gesellt sich zu Hagebutte, Herzkirsche und

Schlehe hinzu. Die Tannine sind wunderbar präsent,

verleihen dem „Fass 12“ eine vorzügliche Straffheit und

einen extrem inspirierenden grip. Die traumhafte Würze

des Pinots, die Summe aus Frucht, Gerbstoffen und

Säure, ist hier Mittelpunkt und Epizentrum des Weins.

Trotz seiner Dichte und des Drucks, den er am Gaumen

entfesselt, bewegen wir uns immer in dem brillant

abgesteckten Bahnen von Holger Kochs Stilistik!

Und wie schon in der Vergangenheit widmen wir diesen

Pinot dem Andenken unseres Freundes Tino, der die

Weine von Holger über alles geliebt und den seinerzeit

den Anstoß für die Selektion gegeben hat. Danke!

Ab sofort, Höhepunkt wohl 2024–2032+.

28 PINWAND no 333 | Januar 2022


Holger Koch

BADEN DEUTSCHLAND

93-94 Punkte

PARKER

PINOT NOIR „RESERVE“, 2019

93–94 Punkte: „Dies ist möglicherweise einer der größten Weine, die er produziert hat.

Beeindruckend.“ – Stephan Reinhardt (Robert Parker’s Wine Advocate)

DBA010519 Pinot Noir „Reserve“, 2019 NK 13% Vol. 60,00 €/l 45,00 €

Hier hat jemand wohl einige Jahre verschlafen, glücklicherweise

aber nochmals die Kurve gekriegt: „Das ist

ein beeindruckender Spätburgunder vom Kaiserstuhl.

Ich habe die Weine von Holger Koch eine Weile nicht

mehr verkostet (obwohl ich nicht aufgehört habe, seine

Pinots blind zu probieren), aber dies ist möglicherweise

einer der größten, die er produziert hat. Beeindruckend.“

Stephan Reinhardt, Parker-Verkoster für

Deutschland, zeigt sich begeistert von Holger Kochs

aktueller Kollektion und hebt speziell die Reserve hervor,

die er mit bis zu 94 Punkten bewertet.

Dass Holger am Kaiserstuhl einige der feinsten und

„burgundischst“ anmutenden Rotweine vinifiziert, ist

seit Jahren anerkannt. „Bereits seit der dritten Ausgabe

empfehlen wir die Weine von Holger Koch. Seither

hat er sich stilistisch weiterentwickelt, setzt ganz

auf Frische und Eleganz, auf Komplexität und Finesse,

wobei seine Pinot Noir trotzdem druckvoll und nachhaltig

sind.“ so beispielsweise Gerhard Eichelmann in

seinem aktuellen Guide. Die Krönung stellt seit jeher

Kochs Reserve dar. Es handelt sich hier um burgundisches

Klonmaterial (Dijon-Klone), deren höchstgelegene

Parzelle Bickensohl für einen frischen und präzisen

Pinot Noir sorgen. Im Jahrgang 2019 hat Holger Koch

ganz anders als 2020 voll und ganz auf die Kraft der

Rappen gesetzt. Die Trauben gingen hier also komplett

samt Stängel ein, was für eine besondere Fleischigkeit

aber auch erfrischende Struktur sorgt, die

zudem durch die Lössböden der Lage (Halbuck) betont

wird. Jene erhitzen sich nämlich tagsüber weniger

und fungieren als idealer Wasserspeicher. „Ansonsten

würde es eng“ so Holger Koch.

Was da aus dem dicht kardinalroten Glas an komplexem

Burgunder-Bouquet entströmt, ist schlichtweg

beeindruckend. Eine dunkle Frucht, verhüllt durch

Rosenblätter bildet das Zentrum. Umschwirrt wird

diese Frucht von feinen Würznoten, Graphit und einer

rauchigen Note, die einem das Gefühl gibt zerbröseltes

Vulkangestein im Glas zu haben. Es braucht etwas

Luft, dann entfalten sich neue Schichten dieses feingliedrigen

Pinot Noirs (Himbeercoulis, Bündnerfleisch,

Holunder). Die Tannine sind hier drahtig, verleihen

dem Rotwein Körper. Doch bleibt dieser stets elegant

und finessenreich. Nicht zuletzt, weil eine frische

Frucht und ein feines Säurespiel hier zu Gange sind.

Kornellkirschen, Schlehen und Blutorangen vermählen

sich mit etwas Holz, Laubwiesen und dunklem Tabak.

Der Wein hat Klasse, er besitzt Struktur und eine bemerkenswerte

Frische. Weil er so seidig nachhallt,

wirkt er viel frischer als der warme Jahrgang vermuten

lässt. Von Hitze findet sich keine Spur in dieser „Pinot-

Reserve“. Entscheidend ist hier das Zusammenspiel der

Klone mit der Weinbergsarbeit und der Höhenlage, in

der es nachts recht kühl wird, was die Säure konserviert.

Das ist ein großer Wurf aus einem Jahrgang, der

einige schon jetzt legendäre Rotweine in Deutschland

hervorbrachte. Wir schließen mit Stephan Reinhardts

Notiz ab: „Beeindruckend.“

Ideal präsentiert sich die Reserve ab 2024 bis nach 2034.

In der Jugend: Nicht zwangsweise karaffieren, sondern

lediglich einige Stunden vorab entkorken.

29


FRANKREICH BORDEAUX

Les Carmels

DOMAINE

LES CARMELS

CADILLAC – CÔTES DE BORDEAUX

in unserem

Programm!

ZEITENWENDE:

CADILLAC TRINKEN,

STATT CADILLAC

FAHREN

Keep it simple:

Sophie Lavaud

präsentiert hier die

komplette Kollektion

des Hauses!

30 PINWAND no 333 | Januar 2022


Les Carmels

BORDEAUX FRANKREICH

„Wir sind in Bordeaux. Und wir sind es nicht.“,

so lautet das leitmotivische Credo unseres jungen Paars

von den Cadillac – Côtes de Bordeaux. Biodynamische

Bewirtschaftung, überschaubare acht Hektar Rebfläche

und lediglich zwei Weine bilden die Säulen dieser

erfrischend jungen Domaine.

„Sophie Lavaud und ihr Mann haben nicht lange gebraucht, um ihren Weg zu finden.“

– Guide Hachette

Die Frage „quo vadis Bordeaux?“ stellen wir uns nun schon

seit rund zwei Jahrzehnten. Die Entwicklung zeichnet

sich seit jeher klar ab: Die Primeur-Geschäfte, die durch

alljährlich anreisende Kritiker-Scharen stattfindende Bewertung

und Vermessung der Region sowie steigende Preise, die

auf Prestige mehr Gewicht legen als intrinsische Werte, haben

die Region in ihrer Wahrnehmung völlig von dem losgelöst, womit

sich Weinliebhaber bevorzugt beschäftigen. Der Umstand,

dass in der Region viele Zeichen der Zeit völlig unterschätzt

bis verkannt wurden, zeigt die fast brachliegende Appellation

Sauternes, deren einst so hochgeschätzte wie rare Süßweine

heute kaum noch getrunken werden. Ein weiteres Indiz für für

diese Scheuklappenmentalität dürfte die jüngst erfolgte Klage

des Fachverbands für Bordeaux-Weine gegen eine Aktivistin

auf Zahlung von 125.000 Euro Schadensersatz sein, weil sie auf

Pestizid-Rückstände in teuren Bordeaux aufmerksam gemacht

hatte. Anstatt die eigenen Praktiken zu hinterfragen oder zumindest

den Diskurs zu wagen, deutet alles darauf hin, das hier

ohne nachzudenken (zudem auch bemerkenswert kurzsichtig)

alles einem „höheren“ wirtschaftlichen Interesse geopfert wird.

Es liegt also weiterhin an einzelnen Akteuren, dieser der Region

zu einem neuen Image zu verhelfen oder wenigstens jene Pfade

zu beschreiten, die man in vielen anderen Appellationen in den

letzten Jahrzehnten deutlich schneller eingeschlagen hat und so

eine Vorbildfunktion einzunehmen.

Kurzum: Wir waren schon seit einiger Zeit auf der Suche nach

einer kleinen Bordelaiser Domaine, die mit nachhaltiger Bewirtschaftung,

fairen Preisen und authentischen Gewächsen aufwarten

kann und – jenseits der vollmundigen Slogans des regionalen

Marketings – eine eigene Geschichte zu erzählen weiß.

Um solch „antitechnokratischen“ Weine zu finden, mussten wir

uns in eine Region begeben, die nur sehr wenig vom Glanz der

großen Châteaux besitzt, ja im Primeur-Geschäft nahezu keine

Beachtung findet.

GUTSBESITZER OHNE CHÂTEAU

Am linken Ufer, rechtsseitig der Garonne fanden wir einen ganz

jungen Betrieb, der unsere Aufmerksamkeit weckte. Die Cadillac

– Côtes de Bordeaux sind nur den wenigsten bekannt, die

Appellation umfasst lediglich 1.000 der rund 120.000 Hektar

des Weinbaugebiets Bordeaux. Es handelt sich um eine Subzone

der wesentlich bekannteren Region Entre-deux-Mers,

südöstlich der Stadt Bordeaux. Es ist die Heimat von Yorick

und Sophie Lavaud. Der mittlerweile 44-jährige Yorick lernte

Sophie 2007 während des Studiums kennen. Beide sind waschechte

Bordelaiser, fanden aber erst auf Umwegen und einigen

Jahren geduldigen Verharrens zur alten Heimat zurück. So studierte

Sophie (ihre Eltern waren Lehrer, der Onkel ein Trüffelsammler

aus dem Perigord), zunächst in Montreal, wo sie, als

waschechtes „Bordelaiser Gewächs“, ständig auf ihre vermeintliche

Weinkompetenz angesprochen wurde. Diese Erfahrung,

die ihr durchaus unangenehm war, weckte etwas in ihr. Einige

Zeit später nahm sie dann tatsächlich Weinmarketing-Studium

in Angriff, wo sie auf Yorick traf, dessen Familiengeschichte tief

im Weinbau wurzelte: Sein Ur-Urgroßvater besaß annähernd

ein Duzend Châteaux (!), darunter heute legendäre Größen wie

Fieuzal, Malartic Lagraviere und Domaine de Chevalier. Allerdings

ist Yoricks Zweig der Familie derjenige, an dem sämtliche

Weinberge „vorbeivererbt“ wurden. Anders als bei seiner Frau,

kreisten seine Gedanken fortwährend um den Weinbau: So studierte

er zunächst Agrarwissenschaften in Paris, um sich dann

in Bordeaux der Önologie widmen und in Weinmarketing und

-handel zu vertiefen. Der in allen Weindingen außerordentlich

bewanderte Yorick erwarb sich durch seine Kenntnisse bald eine

exzellente Stellung. Da er seine Heimat Entre-deux-Mers wie

seine Westentasche kannte, war er dafür zuständig, in dieser

Region für Rothschild Trauben zu beschaffen. Es war also nur

eine Frage der Zeit, bis er auf die heutigen Rebflächen der Domaine

des Carmels stieß, die 2009 dann zum Verkauf standen

– ganze 17 Hektar, von denen lediglich sechs mit Rebstöcken

bepflanzt waren, der Rest: Weideland und Waldfläche. Der Umstand,

dass man hier erste jahrelang investieren müsste und

Teilflächen unter Naturschutz standen, machte den Erwerb für

die umliegenden domaines unattraktiv. Doch Yorick erkannte

seine Chance, erwarb die Fläche zu einem fairen Preis und war

nun gemeinsam mit Sophie Gutsbesitzer ohne Château.

31


FRANKREICH BORDEAUX

Les Carmels

PIONIERARBEIT IM HINTERLAND

UND EINSIEDLERDASEIN

„Dieses kleine, im Januar 2010 entstandene Weingut mit einer

Fläche von 5,12 Hektar liegt auf einem kiesigen Hügel, der typisch

für die ersten Küsten und seine terre amoureuse ist, eine

Erde, die »an den Stiefeln klebt« wie man hier sagt.“ schrieb der

Guide Hachette seinerzeit. Besucht man die beiden, wähnt

man sich eher auf einem landwirtschaftlichen Betrieb denn auf

einem Weingut. Hier führen keine mit weißem Kies gefluteten

Alleen zu einem altehrwürdigen Château, weder glitzern hier

die Wasserspiele der eigens für den Besucher kaskadierenden

Springbrunnen in der Sonne, noch grasen Rehe in den (nichtvorhandenen)

Parkanlagen, die den Gärten von Versailles nachempfunden

sind. Eine mit schlichter Holzverkleidung beschlagene

und durch zahlreiche Photovoltaik-Anlagen eher verbaute

Wohnmaschine definiert hier den Lebensalltag. Im Hintergrund

eine Arbeits- und Gerätehalle. Ziemlich unromantisch, dafür effizient

und praktisch. Von Anfang an wirtschafteten die beiden

nach biologischen Richtlinien, verzichteten dabei schon allein

aufgrund finanzieller Möglichkeiten auf neue Barriques und reduzierten

den Schwefeleinsatz. Zunächst, weil Yorick das Standardwerk

des Elsässer Önologen Arnaud Imméle – „Les Grands

Vins Sans Sulfite“ – studiert hat und sich hiervon inspirieren

ließ, später weil er als Asthmatiker Zusammenhänge vermutete,

die seine Allergie verstärken könnten. Es überrascht nicht, dass

die beiden zu Beginn mit dem konservativen Bordeauxhandel

Schwierigkeiten hatten, ihre Zertifikation quasi verschwiegen.

Die Pariser Sommelierszene war da bereits einige Schritte weiter,

ermutigte das Ehepaar das Bio-Siegel auch auf dem Etikett

anzugeben. Heute können die Lavauds über derartige Anekdoten

schmunzeln. Sie sind stolz, neben acht Hektar Rebfläche

auch diverse Obstbaumsorten und sechs Hektar Wald zu

besitzen. Hier im Hinterland hat man den Eindruck eine vom

Trubel des Bordelais losgelösten Mikrokosmos vorzufinden, der

sich nach völlig anderen Parametern definiert. Solche, die uns

zu überzeugen wissen, die eine Zukunft haben und nebenbei

Weine hervorbringen, die nicht nur überdurchschnittliche Authentizität

besitzen, sondern überraschend erschwinglich sind.

„Wir sind in Bordeaux. Und wir sind es nicht.“ Ein leitmotivisches

Credo, dass die Sonderstellung der domaine Les Carmels

in dieser Region vortrefflich charakterisiert.

32 PINWAND no 333 | Januar 2022


Les Carmels

BORDEAUX FRANKREICH

„LES CAPRICES“ CADILLAC – CÔTES DE BORDEAUX,

ROUGE (BIO)

Cadillac trinken, statt Cadillac fahren!

FBO530100 „Les Caprices“ Cadillac – Côtes de Bordeaux, rouge 2020 14% Vol. 18,00 €/l 13,50 €

FR-BIO-16

Bei solchem Bordeaux kann man doch wieder auf

den Geschmack kommen! Die acht Hektar Rebfläche

umfassende domaine les Carmels bildet das kleine

Paradies von Sophie und Yorick Lavaud. Im Jahr 2010

erwarb Yorick die Reben an den Cadillac – Côtes de

Bordeaux, einer Subregion der Appellation Entre-deux-

Mers, nachdem der studierte Önologe und Agronom

zuvor für Rothschild Trauben in seiner Heimatregion

besorgte. Die Erde klebt hier förmlich an den Stiefeln,

weshalb das Terroir auch „terre amoureuse“ genannt

wird. Zuzuschreiben ist dies dem hohen Tongehalt der

Böden. Auch die typischen kalkhaltigen und von Kieseln

durchzogenen Böden prägen die Landschaft. Bis

in acht Meter Tiefe konnte das Ehepaar Wurzeln nachweisen!

Alles wofür Bordeaux steht, zeichnet die beiden

nicht aus. Seit Anbeginn bewirtschaften die beiden

ihre Rebfläche biologisch-zertifiziert, verzichten

dabei auf neue Barriques und schwefeln ihre Weine

nur gering. Sie sehen sich eher als landwirtschaftlichen

Betrieb denn als Château-Besitzer. Mit ihrer kleinen

holzbeschlagenen Arbeitshalle entsprechen sie auch

nicht unbedingt dem Bild einer alteingesessenen, ehrwürdigen

Bordelaiser Winzerfamilie.

Lediglich zwei Weine vinifizieren die beiden auf ihrer

Domaine: Den Jahrgangswein „Les Vendanges“ und

den Gutswein „Les Caprices.“ Bei letzterem handelt

sich um einen exzellenten Bordelaiser Rotwein, bei

dem die Intensität der Frucht deutlich im Vordergrund

steht. Bewusst geben die Lavauds keinen Jahrgang an,

auch wenn es sich stets um Traubenmaterial aus einer

Lese handelt (er lässt sich allerdings anhand der Losnummer

erkennen – die aktuelle Cuvée stammt von

2020). „Es ist ein Wein, den wir so konzipiert haben,

dass er in seiner Jugend genossen werden kann.“ so

Sophie. Grundlage für diesen frühzugänglichen Roten

sind daher 100 % Merlottrauben aus der Appellation

Cadillac – Côtes de Bordeaux. Statt im Barrique, reift

der nur zart extrahierte Wein ausschließlich in Stahltanks,

worin er zwischen vier und sechs Monaten lang

ausgebaut wird. Neues Holz hat dieser frisch anmutende

Wein auch gar nicht nötig. Er birst förmlich vor

reifen Brombeeren und allerlei dunklen Waldbeeren.

Die Reben für den „Les Caprices“ wurden teils in den

1980ern, teils in den frühen 2000ern gepflanzt und

liefern komplexe und aromatische Trauben. Dabei beeindruckt

dieser Merlot durch einen kraftvollen Charakter

und durchaus betonte Tannine. Doch sind diese

stets feinkörnig, wohingegen die von roten Beeren geprägte

Frucht am Gaumen für Frische und Spiel sorgt.

Hier befindet sich alles in Balance – und das, nicht nur

aufgrund des Mikroklimas, sondern weil sich auch die

Winzer im Einklang mit ihrer Natur und ihrer Heimat

befinden. Das schmeckt man beim ersten Schluck!

Und weil wir uns hier ganz abseits der Prestige-Appellationen

befinden, für die sich die punktehörige Gesellschaft

des Spektakels ums Primeur-Business gar

nicht interessiert, bleibt diese Cuvée zudem derart

erschwinglich, dass man beim Fleisch gerne etwas tiefer

in die Tasche greifen kann. Wir empfehlen ein dazu

großzügig mamroriertes Entrecôte vom Charolais-

Rind (ein Grand Prix Label Rouge darf’s schon sein) à

la Béarnaise nach Escoffier und etwas kurzgebratenem

Brokkoli um den harmonischen Gesamteindruck noch

zu steigern.

Genießen Sie den „Les Caprices“ ab sofort und über die

nächsten 4–6 Jahre.

33


FRANKREICH BORDEAUX

Les Carmels

„LES VENDANGES“

CADILLAC – CÔTES DE

BORDEAUX, ROUGE 2018 (BIO)

Hier kennt jemand das Terroir wie seine

Westentasche!

FR-BIO-16

FBO530218 „Les Vendanges“ Cadillac - Côtes de

Bordeaux, rouge 2018 14,5% Vol. 31,86 €/l 23,90 €

Der grand vin der domaine les Carmels stammt von

rund acht Hektar Rebfläche in der Appellation Cadillac

– Côtes de Bordeaux. Die Reben sind hier über 20 Jahre,

ein Teil sogar über 30 Jahre alt. Es ist wohl das Potpourri

der unterschiedlichen Parzellen, das diesen Wein so

komplex geraten lässt: „La Côte Rotie“ ist eine felsige

Lehmlage mit Südausrichtung, eine andere, „Martindoit“,

ist nach Norden ausgerichtet. Weitere Parzellen

mit Kalk- und Lehmböden sowie Schotter runden die

Assemblage aus 72 % Merlot und 28 % Cabernet Franc

ab. Die wichtigsten Schritte für die Qualität dieses

Weins werden im Weinberg getätigt. Hierzu zählen

die Reberziehung mittels bordelaiser Rebschnitt, das

stete Entfernen neuer Triebe, eine Grünlese zur Ertragsreduktion

und die obligatorische Handlese. Die

Rebstöcke behandeln Yorick und Sophie mit Kräutertees

und Kompost aus den Pflanzen des Anwesens.

Nach schonender Pressung wandern die Weine für

mindestens 12 Monate in französische Eichenfässer.

Auch beim Spitzenwein möchte das Ehepaar den

Fokus auf die Frucht legen, setzt daher zu zwei Dritteln

auf gebrauchte Fässer. Das Ergebnis sind im

Schnitt geradezu „exklusive“ 5.000 bis maximal 6.000

Flaschen Jahresproduktion.

Dieser dicht-dunkle Bordeaux duftet nach reifen

Brombeeren und reifen Pflaumen (von Eisen- und

Bleistiftnoten umschwirrt), wirkt nochmals maskuliner

als der Gutswein. Das Bouquet ist ausladend aber

nicht überbordend, man spürt hier gleich die etwas

höhere Konzentration, die sich dann am Gaumen

überraschend geradlinig über den Gaumen zieht. Die

Tanninstruktur ist hier feinkörnig, der Wein im frühen

Stadium besonders kompakt. Mit etwas Luft öffnet

sich dieser junge Riese, schwarze Oliven und Apfelblüten

gesellen sich zur dichten Frucht hinzu, auch erdige

Criollo-Schokolade. Das wirkt im Nachhall angenehm

sanft ohne dabei in die Breite zu gehen. So viel

Komplexität in eleganten Schwung zu verwandeln,

gelingt eben nur mit allerbestem Lesegut. Yorick hat

vor Gründung seines eigenen Weinguts für Rothschild

Traubenmaterial gesichtet. Dass er von seinem Handwerk

etwas versteht und die besten Flecken der Subregion

kennt, ist mehr als offensichtlich.

Trinkreife ab sofort (gerne 1–2 Stunden vorab karaffieren),

Höhepunkt wohl ab 2024 bis 2038+.

34 PINWAND no 333 | Januar 2022


Les Carmels

BORDEAUX FRANKREICH

EINFACH

PARADIESISCHE

ZUSTÄNDE!

35


FRANKREICH CAHORS

Lamartine

CHÂTEAU

LAMARTINE

SOTURAC

Die Geschwister Lise und Benjamin:

„next generation“ auf Lamartine

36 PINWAND no 333 | Januar 2022


Lamartine

CAHORS FRANKREICH

Die Nummer Eins im Südwesten

DECANTER WORLD WINE AWARDS 2020

„Cuvée Particulière“, die Nummer Eins: einziger Wein aus dem Südwesten mit

97 Punkten und Platin-Medaille bei den Decanter World Wine Awards 2020!

Die „Bibel“ der französischen Weinkritik schwärmt: „Alain Gayraud vinifiziert die großen Klassiker

der Region, die durch ihren Charakter, ihre Finesse ihre Frische und grandiose Reife betören!“

– bettane+desseauve (Guide des Vins)

„Diese klassische Domaine liefert zutiefst ehrliche und ausgewogene, dem Ideal von Cahors

verpflichtete Weine.“ – La Revue du Vin de France

Das Cahors ist eines der ältesten und berühmtesten

Weinanbaugebiete Frankreichs und über Jahrhunderte

waren die so genannten black wines aus der Malbec-

Rebe gefragter als die benachbarten Bordelaiser Gewächse.

Und Alain Gayraud ist einer der Top-Winzer der Region, die

sich auf den Weg gemacht haben, Cahors seine historische

Stellung wieder zu geben. „Mit guten Weinen, die Bordelais

ein Dorn im Auge sind, weil um einiges billiger“, wie Manfred

Klimek in der Welt zu Recht urteilt. Der Decanter ging noch

ein Stück weiter: Bei den World Wine Awards 2020 platziert

sich Lamartines „Cuvée Particulière“ von 2018 auf dem Siegertreppchen

mit nie dagewesenen 97 Punkten. Damit ist er unter

allen Weinen der einzige aus Südwestfrankreich, der mit einer

Platin-Medaille und einer derart sensationellen Bewertung aufgeführt

wird. Ein absolutes Must-have!

Die besten Gewächse befinden sich heute teilweise sogar auf

dem Niveau von Premier Grand Crus aus dem Bordelais, und wir

sind stolz darauf, Ihnen diese Weltklasse-Weine präsentieren

zu können. „Gayraud vinifiziert die großen Klassiker der Region,

die durch ihren Charakter, ihre Finesse, ihre Frische und grandiose

Reife betören!“ – bettane+desseauve (Guide des Vins).

Nach Ansicht so manch eines bewanderten Weinkenners gehört

die Region Cahors daher zu den aufregendsten Anbaugebieten

der Welt überhaupt. Bei sorgsamer Pflege, niedrigen Erträgen

und fein dosierter Extraktion vermag die Malbec-Rebe

Großes, ja Unerhörtes zu leisten: Sie bringt dann Weine hervor,

die als unbedingte Herausforderer der allerbesten Weine von

den Ufern der Gironde gelten müssen. Die Weine sind deshalb

so spannend, weil sie von ganz eigener Stilistik sind: die

Fruchtaromatik ist expressiv, die Struktur größten Bordelaiser

Gewächsen ebenbürtig, die Finesse bei entsprechender Reife

häufig burgundisch. Sehr selten haben wir allerdings so wohlbalancierte

Rotweine genießen dürfen wie die von Château

Lamartine. Sie hinterlassen am Gaumen den EIndruck von vollkommener

Fülle, sie sind reichhaltig, cremig und harmonisch

sowie von einer blumig-würzigen, langanhaltenden Kraft. Ein

großer Cahors – nicht von ungefähr der „Wein der Könige

und Päpste“ – ist wie ein edler Samtteppich gewirkt, der den

Gaumen mit seinen überaus wohlschmeckenden Aromen vollständig

auskleidet. Wer jemals einen gereiften Cahors, etwa

aus dem Spitzenjahrgang 1990, gekostet hat, wird von seiner

subtilen Aromatik hingerissen sein: Trüffel, Unterholz, Beeren

und Lakritze eine balsamische, an Minze erinnernde Frische – à

la Mouton-Rothschild. Keine Frage, ein wirklich guter Cahors

gehört zu den langlebigsten Rotweinen der Welt!

97

Punkte

decanter

37


FRANKREICH CAHORS

Lamartine

Bronze-Medaille

DECANTER WORLD WINE AWARDS

MALBEC CAHORS, ROUGE 2018

„Das Erbe unseres Savoir-faire.“ – Lise und Benjamin Gayraud

FSW080118 Malbec Cahors, rouge 2018 Diam-Kork 13,5% Vol. 13,26 €/l 9,95 €

Der „Malbec“ von Château Lamartine ist sicher der

klassischste Wein des Hauses. Daran hat sich auch

nach Alains Übergabe der Leitung des Weinguts an

seine beiden Kinder im Jahr 2016 nichts geändert. Dass

man sich hier weiterhin auf die Tradition der „Altvorderen“

besinnt, war ohnehin klar. Die Cahors-Weine

der Domaine sollten weiterhin so klassisch entstehen,

wie schon zu Zeiten von Alain Gayrauds Vorfahren.

Schließlich ist das Weingut mit diesem Stil bekannt

geworden, und die Weine von Château Lamartine

werden weltweit geschätzt – nicht zuletzt von Ihnen,

werte Kunden! Die Cuvée aus 90 % Malbec (die

das Terroir Cahors abbilden) und 10 % Merlot (für die

fruchtige Frische in der Jugend) stammt von allen Parzellen

der Domaine, spiegelt damit am stärksten den

Bordelaiser Château-Gedanken Lamartines wider.

Der Malbec stammt von drei unterschiedlichen Böden

auf drei Terrassen, die an den Ufern des Lot liegen.

An diesem Fluss liegt die traditionelle Weinbaugegend

des Cahors, und jede Terrasse hat eine eigene Bodenstruktur.

Die zweite Terrasse (bei diesem Wein die

unterste) ist von Ton und Kieseln geprägt, die dritte

von Ton und Kalkstein und die vierte von reinem Kalk.

Die Reben sind zwischen 20 und 45 Jahre alt, und der

Malbec wird mit Merlot abgerundet, der dem Wein

Seidigkeit und einen runden Charakter verleiht. Eigenschaften,

die ein reinsortiger Malbec bei klassischer Vinifizierung

sonst erst nach mehreren Jahren erreichen

würde. Doch dieser Wein ist vor allem für das Hier

und Jetzt gedacht. Vergoren wurden die Trauben im

temperaturkontrollierten Edelstahl. Danach haben die

Geschwister dem Wein genauso viel Zeit gelassen wie

ihren Top-Weinen, nämlich zwei Jahre, wobei der Wein

zu 60 % im Zementtank und zu 40 % in gebrauchten

Barriques ausgebaut wurde. Auch das dient der wunderbaren

Geschmeidigkeit dieses Cahors, die ihn so

bekannt gemacht hat.

Der „Malbec“ des Jahrgangs 2018 duftet nach reifen

Brombeeren, Cassis-Likör und asiatischen Gewürzen.

Das Bouquet ist erdig und fruchtintensiv, ein Konzentrat

des malerischen Okzitaniens. Am Gaumen zieht

sich diese attraktive Mischung aus reifer Frucht (jetzt

Holunder, Pflaumen) und Würze (Süßholz, Nelken)

fort. Damit kann dieser Cahors in seiner Preisklasse

mühelos feinsten Bordelaiser Gewächsen das Wasser

(und den Wein!) reichen, besitzt aber eine ganz eigene

Aromatik – im Grunde verbietet sich seiner ausgeprägten

Identität wegen jeglicher Vergleich. Das Tanningerüst

ist muskulös, doch die „schmalen“ 10 % Merlot

verführen mit einer enorm feinen Frucht, die man so

im Cahors kaum erwarten würde. Wo bekommt man

schon so einen Wein zu solch niedrigem Preis?

Dieser Cahors besitzt ein Potenzial bis mindestens 2030.

Gönnen Sie ihm ruhig ein Stündchen Belüftung in der

Karaffe.

38 PINWAND no 333 | Januar 2022


Lamartine

CAHORS FRANKREICH

„TANDEM“ CAHORS, ROUGE 2020

Lamartines junger Malbec schmeckt wie ein Beaujolais aus dem Cahors

FSW080420 „Tandem“ Cahors, rouge 2020 Diamkorken 13,5% Vol. 14,60 €/l 10,95 €

Als Lise und Benjamin Gayraud vor einigen Jahren die

Geschicke im Château Lamartine übernommen hatten,

gehörte das Weingut schon zu den Top-Betrieben im

Cahors. Ihr Vater Arnaud hat es zu dem gemacht, was

es heute ist. Die Jugend aber möchte nicht nur bewahren,

sondern auch weiterentwickeln. Das zeigt sich an

vielen Stellen, besonders aber in der neuen jungen Einstiegslinie,

bei der die beiden weniger an die klassischen

Cahors-Liebhaber denken als an die Malbec-Trinker

einer Generation, die Frische und Frucht im Glas haben

wollen. Daher hat das neue Tandem des Weinguts diesen

Wein auch „Tandem“ genannt. Es ist ein reinsortiger

Malbec aus biologischer Erzeugung von 30 Jahre alten

Reben, die auf der vierten Terrasse des Lot-Tals stehen,

deren Frucht abgebeert und in einer „macération semicarbonique“

vergoren wurde. Das sorgt für viel Farbe,

was bei einer so violett leuchtenden Sorte wie dem

Malbec besonders beeindruckt. Es sorgt aber auch für

viel Frucht und für ein von Beginn an rundes Tannin.

Was ebenfalls zur Offenheit und zum Charme dieses

Weines beiträgt, ist der Verzicht auf Schwefel. Ausgebaut

wurde der Malbec im Betonei und im Zement-cuve

– noch ein Aspekt, der dazu beiträgt, dass die Frucht

unverfälscht und so frisch wie möglich über den Gaumen

rinnen kann. Es duftet nach Pfingstrosen und Veilchen,

Brombeeren, Hefe und Gewürzen. Am Gaumen

bietet der Malbec die volle dunkle Frucht zwischen besagten

Brombeeren, Blaubeeren, Schwarzkirschen und

Zwetschgen mit viel frischem Saft und einer lebendigen

Säure. Ummantelt wird die Frucht von Samt und Seide.

Das ist Malbec in seiner saftigsten Form: der Archetyp

eines Bistrot-Weins zur unkomplizierten französischen

Küche oder einfach solo mit Freunden genossen.

Zu genießen ab sofort und bis etwa 2025+.

„CUVÉE PARTICULIÈRE“ CAHORS, ROUGE 2018

„Cuvée Particulière“, die Nummer Eins: einziger Wein aus dem Südwesten mit 97

Punkten und Platinmedaille bei den Decanter World Wine Awards

FSW080218 „Cuvée Particulière“ Cahors, rouge 2018 13,5% Vol. 18,53 €/l 13,90 €

Werte Kunden, in fünfter Generation bewirtschaftet

die Familie Gayraud das Château Lamartine. Alain

Gayraud, der 2016 die Verantwortung für das Weingut

an seine beiden Kinder übergab, darf sich entspannt

zurücklehnen. Nicht nur hat er seit den späten 1970er-

Jahren das Bild einer ganzen Weinbauregion geprägt,

sondern darf sich über aktuelle und tatsächlich sensationelle

Erfolge seiner Kinder Lise und Benjamin freuen.

Die beiden wurden vom Decanter mit 97 Punkten

für ihre „Cuvée Particulière“ bedacht. Für einen

Wein der 15-Euro-Klasse! Der einzige aus Frankreichs

Südwesten mit Platinmedaille und 97 Punkten! Die

Nummer Eins! Kraftvolle und tieffarbene Weine (als

black wines haben die Preziosen aus der Region ihren

Ruf erlangt) sind die Paradedisziplin des Cahors. Auf

Château Lamartine gelingt es vor allem die kraftvollen

Gerbstoffe der Malbec-Traube zu bändigen. Für viele

Kenner und Liebhaber sind die Rotweine der Gayrauds

die burgundischsten der Region. Im Windschatten des

Topweines, des „Expression“, hat sich die „Cuvée Particulière“

–ihres attraktiven Preis-Genussverhältnisses

wegen – bereits seit einigen Jahren zum Publikumsliebling

gemausert. Ihre Qualitäten überzeugen dabei

erneut auch die Fachpresse.

Diese einzigartige Cuvée besteht aus 90 % Malbec

von 40- bis 60-jährigen Reben. Anders als beim „Malbec“

runden hier nicht etwa 10 % Merlot die Cuvée

ab, sondern Tannat. Um diese kraftvollen Rebsorten

etwas zu domestizieren, reift der Wein nach der Gärung

bis ins Frühjahr hinein in Zementtanks. Dann verbringt

er nach altbewährter Methode weitere 12 bis

14 Monate in großen Eichenfässern aus überwiegend

gebrauchtem Holz, sodass die Röstnoten nicht überhandnehmen.

Das Ergebnis ist ein intensiv violetter

statt schwarzer Wein, dessen Bouquet einen regelrecht

in den Bann zieht. Schwarze Beeren, auch rote

Waldfrucht, allen voran eine zart florale Himbeernote

steigen aus dem Glas, unterlegt von Nelke, Zedernholz

und etwas Waldlaub. Die satte Frucht und die

kraftvollen aber fein polierten Tannine (deren Qualität

wird nur noch von denen der Spitzencuvée des Hauses

übertroffen) ergeben ein komplexes Zusammenspiel

aus saftiger, reifer Frucht und kerniger Struktur. Lakritz,

etwas Garrigue und Sauerkirschsaft tummeln sich

im dichten Wein. Das ist ein beredtes Zeugnis von der

Einzigartigkeit der Rotweine aus dem Cahors, die weiterhin

zu den langlebigsten Weinen Frankreichs

zählen. Ein echter „Schnapper“, der – trotz der

ruhmreichen Historie speziell dieser Cuvée –

noch nie derart hoch bewertet wurde!.

Vor Genuss gerne zunächst ein Stündchen karaffieren.

Höhepunkt ab etwa 2022 bis 2032.

97 Punkte

DECANTER

39


FRANKREICH CAHORS

Lamartine

„EXPRESSION“ CAHORS, ROUGE 2016

Dieser Wein gehört zum Besten, was der französische Südwesten zu bieten hat.

FSW080316 „Expression“ Cahors, rouge 2016 14% Vol. 35,86 €/l 26,90 €

Es ist sehr leicht, einen Wein als „einmalig“ anzukündigen.

Doch in diesem Falle hat es damit seine

besondere Bewandtnis. Schließlich stammt der „Expression“

des Weinguts Château Lamartine von einer

gerade einmal fünf Hektar umfassenden Parzelle mit

Malbec, der 1943 von einem deutschen Kriegsgefangenen

gepflanzt wurde und der – und das ist entscheidend

– die verheerenden Fröste von 1956 überlebt hat,

denen 99 % aller Rebflächen im Cahors damals zum

Opfer gefallen sind. Diese Reben liefern nicht nur den

Grundstock für diesen Wein, sie sind auch als Genmaterial

für die sélection massale des Weinguts wichtig,

bei der die Reben nicht einfach (wie sonst üblich) nur

geklont werden, sondern Stock für Stock neu aus den

Reisern der alten Reben gezogen werden. Für die Vielfalt

des Cahors-Malbec ein enormer Zugewinn!

Doch nicht nur die Zutaten des „Expression“ sind einmalig.

Auch die Stellung, die der Wein für Frankreichs

wichtigste Weinzeitschrift La Revue du Vin de France

einnimmt, ist eine besondere. Als sie sich vor ein paar

Jahren den südwestfranzösischen Weinen in einem

großen, euphorischen Special unter dem Titel „Das

große Erwachen im Südwesten“ dem Cahors und anderen

Appellationen der Region zuwandte, kürte man

den „Expression“ zum „größten aller verkosteten Weinen“.

Die Parzelle mit den alten Rebstöcken liegt auf

der dritten Terrasse oberhalb des Flusses Lot. Die Lesemenge

liegt bei rund 1,3 Kilo pro Rebstock, was etwa

30 Hektoliter pro Hektar ergibt. Nach der Handlese

wird der Wein über 40 Tage hinweg langsam vergoren

und reift dann 24 Monate in neuen Barriques, in denen

in den ersten sechs Monaten immer wieder die Feinhefe

aufgerührt wird.

Wenn wir den „Expression“ in die Karaffe gießen, entströmt

dem tintig schwarzen und mit tiefdunklen violetten

Reflexen ausgestatteten Cahors ein intensiver

Duft von Holunder und Pflaumen, Brombeeren und

Blaubeeren, von ein wenig Cassis und recht viel Minze,

auch von etwas Graphit, Zedernholz, Schokolade

und Mokka. Der Duft erinnert irgendwie an klassische

Bordeaux von der rive droîte, ist aber trotzdem

ganz eigenständig, herrlich komplex und expressiv.

Am Gaumen dominiert noch das robuste, aber reife

Tannin, und das verwundert nicht, denn dafür ist

junger Malbec aus dem Cahors bekannt, zumal wenn

er in kleine Fässer gelegt wurde. Auch in dieser Hinsicht

unterscheidet er sich nicht von großen Bordeaux.

Gibt man dem Wein Zeit, dann wird er jedoch auch

jetzt schon von Stunde zu Stunde immer mitteilsamer

und charmanter. Dann sind es die reifen blauen

und schwarzen Früchte, die im Vordergrund stehen

und dem Wein eine große Saftigkeit verleihen. Hinzu

kommen Noten von Unterholz und trockenem

Waldboden mit Laub und gedörrtem Moos. Es findet

sich aber auch die Note von frisch gespitztem

Bleistift, von dunkler Schokolade und frisch gemahlenem

Espresso. Begleitet werden diese Noten von

Lakritze, Veilchen und etwas Flieder. Der „Expression“

verdient seinen Namen zu Recht, ist er doch tatsächlich

ein Wein, der all seine Vorzüge fast verschwenderisch

zeigt. Dazu gehören auch die frische Säure,

die vibrierende Mineralität und der damit verbundene

kühle Zug, den der Wein trotz der Fruchtfülle besitzt.

Zusammengenommen sorgt all das für große Trinklust,

für pures Vergnügen, wie man es immer in großen

Bordeaux sucht, hier aber im Cahors zu einem vergleichsweise

sehr günstigen Preis erhält.

Genießen Sie den Wein jetzt (karaffiert) oder idealerweise

ab 2022 bis mindestens 2040.

40 PINWAND no 333 | Januar 2022


Lamartine

CAHORS FRANKREICH

93 Punkte

Cellar Selection

WINE ENTHUSIAST

41


FRANKREICH C H A M PAG N E

Deutz

CHAMPAGNE

DEUTZ


Weltklasse-Champagner von Deutz: frisch, klar,

harmonisch, klassisch, elegant, komplex und

authentisch!

„Eine der ersten Adressen der Champagne“ – World of Fine Wine

„Die Handschrift von Deutz ist die wahre Essenz von Eleganz und Subtilität. “

– David Zyw, („101 Champagnes and Other Sparkling Wines to Try Before You Die.“)

Es ist ein weiter Weg, den unser nobles Champagnerhaus

genommen hat: Sämtliche Quellen berichten davon,

dass zwei Aachener Bürgersöhne, von Beruf Kaufleute,

im Auftrag des Freiherrn und Rittergutsbesitzers Alwin von

Amelunxen in die Champagne reisten, um dort moussierenden

Wein einzukaufen. Derart schäumende Weine sind zu dieser

Zeit in ganz Europa en vogue, das seit 1815 preußische Aachen

machte da keine Ausnahme. Man schreibt das Jahr 1830, und die

Freunde Wilhelm Deutz und Peter Geldermann handeln recht

bald schon sehr schwunghaft mit Wein. Die Faszination für

Land, Leute und Champagner muss beachtlich gewesen sein.

Denn nicht nur heuert Deutz bald darauf in der Champagnerkellerei

seines württembergischen Landsmannes Joseph Jacob

Bollinger an, sondern gründet 1838 mit seinem Kompagnon

Geldermann in Aÿ – das Dorf an der Marne südlich von Reims

wählt er mit Bedacht, denn es liegt mitten im Champagner-

Gebiet, mit annähernd gleich langen Wegen zu allen wichtigen

und hochwertigen Weinbergen der Region – ein eigenes Haus:

Deutz & Geldermann. Erfolg und Französisierung gehen Hand

in Hand, beide heirateten, Wilhelm als William Mademoiselle

Arsène d’Arragon und Peter als Pierre-Hubert, die Tochter eines

Bäckers, Clarisse Paul. Zielstrebig machte man sich daran,

42 PINWAND no 333 | Januar 2022


Deutz

CHAMPAGNE FRANKREICH

Fachleuten gleichermaßen als Synonym für Authentizität,

Stil, Klasse, Eleganz und Tradition. Ein großer Champagner

für Menschen, die etwas tiefer im berühmten Kreideboden

der Champagne schürfen, sich eher von ihrem eigenen Geschmack

als von den berühmten Etiketten wesentlich teurer

Luxusmarken leiten lassen. Und trotz ihres unverkennbaren

Terroircharakters sind die Perlen von Deutz keine intellektuelle

Herausforderung für Puristen, sondern im besten Wortsinne

extrem verführerische Geschöpfe. Harmonie, Eleganz und

Feinheit in Vollendung! Sehr schön hat diesen Champagnerstil

Jean-Marc Lallier-Deutz (zusammen mit dem charismatischen

Fabrice Rosset und dem Kellermeister Davesne Kopf und Seele

des Hauses) beschrieben: „Bei Champagner ist Trinkvernügen

das Wichtigste“, sagt „der letzte Mohikaner”, wie er sich wegen

seines Familiennamens selbstironisch bezeichnet. Tatsächlich:

Der Stil der Marke Deutz ist frisch, klar, elegant, mit einer prägnanten

„Weinigkeit“, und daher stets auch ein kongenialer

Begleiter für alle Gänge eines ganzen Menüs. Komplex, aber

nicht kompliziert. Angenehm, aber nicht beliebig. Einfach zu

trinken, aber nicht simpel. „Man muss kein Champagner-Aficionado

sein, um Deutz zu verstehen und zu genießen. Ist man

aber ein solcher, kann man unseren Champagner noch intensiver

genießen.“ Und dann kommt ein Filmklassiker ins Spiel,

der in meiner Generation ein Muss war, aber heute auch noch

von vielen jungen Menschen geliebt wird. Deutz ist ein wenig

so wie „Über den Dächern von Nizza“ mit Cary Grant und

Grace Kelly: anspruchsvolles Drehbuch, attraktives Ambiente,

grandiose Darsteller, so manche Überraschung, erotische

Untertöne, Spannung bis zum Schluss – das Ganze verpackt in

französisches Savoir-vivre, leichtfüßige Eleganz und prickelnden

Charme.

Champagner hebt die Stimmung

wie kein anderes Getränk

nach und nach beste Lagen zu erwerben bzw. die Produzenten

hervorragender Trauben an das Haus zu binden – eine Politik,

die die Erben fortsetzten: Heute kommen 80 % der von Deutz

zu Champagner verarbeiteten Trauben aus Grand und Premier

Crus! Und obwohl das Weingut im Herzen der Pinot Noir-dominierten

Region Vallée de la Marne liegt, besitzt es auch 11

Hektar in der weiter südlich liegenden Côte des Blancs, wo

die besten Chardonnay-Trauben herkommen! Beste Trauben

aus den besten kalkigen Terroirs, von Kreideschichten, die bis

zu 200 Meter dick sein können! Das war und ist die Zauberformel

für Champagner allerhöchster Qualität. Bereits um

1900 belieferte Deutz europäische Königs- und Kaiserhäuser,

reiche englische Industriemagnaten ebenso wie amerikanische

Staatskanzleien. Und heute gelten diese wunderbaren Perlen

als State of the Art, seien es die gleich drei Luxus-Cuvées des

Hauses, sei es der Basischampagner, der nicht nur bei Vinum,

sondern weltweit gelobt wird als Paradebeispiel für einen Top-

Champagner mit verlässlich konstanter Qualität zu einem fast

provokant günstigen Preis!

Wir laden Sie ein, liebe Kunden, uns in das Mekka der Champagne

zu begleiten und sind uns ganz sicher, dass diese schäumenden

Perlen Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern vermögen.

Santé, und: feste feiern!

Das Champagnerhaus Deutz gilt daher aufgrund seiner beispiellosen

Qualitätspolitik unter Insidern wie Liebhabern und

43


FRANKREICH C H A M PAG N E

Deutz

BRUT CLASSIC, BLANC

Zweithöchste Bewertung in der umfangreichen Verkostung der

Revue du Vin de France!

„Hervorragend! Transzendenter Schaumwein. Für Verliebte gegen des Blues

– und 25 Stunden am Tag!“ – Vinum

FCH060100 Brut Classic, blanc 12% Vol. 51,73 €/l 38,80 €

FCH060100H Brut Classic, blanc (0,375l) 12% Vol. 53,20 €/l 19,95 €

FCH060100M Brut Classic, blanc MAGNUM 12% Vol. 50,00 €/l 75,00 €

Aufgrund seiner Geschichte, Tradition und Qualität

zählt Deutz zu jener Handvoll Produzenten, die das

Prestige, den Ruhm und das Image, das Champagner

heute weltweit genießt, höchstselbst begründet haben.

Der „Brut Classic“ des Hauses gilt weltweit als

Paradebeispiel für einen Top-Champagner mit verlässlich

konstanter Qualität zu einem geradezu unerhört

provokant günstigem Preis. Alle Deutz-Champagner

ohne Jahrgang beinhalten neben den Weinpartien des

aktuellen Jahres auch 20 bis 40 % Reserveweine älterer

Jahrgänge – um die Qualität und den Stil des Hauses

über die Jahre hinweg gleich hoch zu halten. Dieser

wunderbare Brut Classic aus jeweils einem Drittel

Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay ist drei

Jahre auf der Flasche gereift und präsentiert sich als klassisch-vielseitiger

Champagner: Ein perfekter Apéritif,

der aber mühelos auch ein ganzes Menü begleiten

kann und der stilistisch als Referenzqualität wie ein

'Fanal aus der Masse seelenloser, häufig genug süßlichpampiger

„Marken“-Champagner herausragt. Seine

reife, fruchtige Art, seine spielerische, gleichwohl

cremige Opulenz, sein Reichtum und seine Balance

und innere Harmonie machen aus ihm einen Champagner

zum Verwöhnen, einer sich traumhaft verströmenden,

weinigen Köstlichkeit für alle freudvollen Gelegenheiten

des irdischen Daseins! Darauf unser Wort!

Ab sofort und die nächsten drei Jahre auch.

Zweithöchste Bewertung

VERKOSTUNG DER REVUE DU

VIN DE FRANCE

44 PINWAND no 333 | Januar 2022


Deutz

CHAMPAGNE FRANKREICH

BRUT MILLÉSIMÉ, BLANC 2014

Vintage-Champagner in gewohnt brillanter Verfassung:

An Deutz führt kein Weg vorbei!

92 Punkte: „Charmant und ausdrucksvoll“ – William Kelley

(Robert Parker’s Wine Advocate)

FCH060414 Brut Millésimé 2014 12% Vol. 78,66 €/l 59,00 €

Der jüngste Vintage aus den Hause Deutz präsentiert

sich in gewohnt brillanter Verfassung, ja vielleicht

noch – bei aller Eleganz und „stiller Größe“ – ein wenig

expressiver, weil trotz (oder gerade wegen?) des nicht

immer einfachen Jahrgangs einen Hauch generöser als

sein Vorgänger. Aber im Grunde sind das Haarspaltereien.

Die klassische Deutz-Cuvée aus Pinot Noir

(62 % aus Lagen in Aÿ, Bouzy und Verzenay), Chardonnay

(33 %, aus Avize, Vertus und Villers-Marmery) und

Pinot Meunier (5 % aus Chamery), von chef de cave

Michel Davesne perfekt komponiert, reift 60 Monate

auf der Hefe bis der „mit der Präzision eines Uhrmachers“

(Armin Diel) ebenso perfekt dosierte Champagner

auf den Markt kommt – und das Warten sich

gelohnt! Großartig was sich hier vom ersten Moment

an auffächert: so druckvoll wie elegant Apfel und Apfelblüten,

weiße Johannisbeeren, Weinbergpfirsich,

noch leicht grüne Haselnuss, Akazienhonig und eine

Brioche-Note, wie sie der beste Pâtissier sie sich nicht

schöner, verführerischer wünschen könnte. Im Antrunk

(dem man unwillkürlich und nach nur kürzestem

Innehalten einen zweiten Schluck folgen lässt) dann

„berauschend“ vollmundig, dabei weiterhin wunderbar

präzise, die Deutz’sche „Weinigkeit“ in Reinkultur,

dank einer kühl konturierten, ideal proportionierten

Säure, enorm trinkanimierend. Wer könnte da auch

widerstehen? So zarte wie ausgeprägte Aromen von

Kumquats, heranreifenden Mirabellen, kandierten

Birnen, im Finale dann etwas Mandelspekulatius mit

einer leicht zitrischen Note (Mandarinenschale), die

sich als erfrischende Brise im Nachhall manifestiert.

Ein unglaublich nuancierter, expressiver Champagner

von geradezu befeuernder Finesse – perfekter Einstieg

in die Vintage-Königsklasse zu einem, gemessen

an der exzellenten Qualität, bemerkenswert attraktiven

Kurs!

Mit Genuss ab sofort und bis sicherlich 2030+.

93 Punkte

SUCKLING

„HOMMAGE À WILLIAM DEUTZ – MEURTET“ BRUT,

BLANC 2015

Champagner-Wunderwerk aus Einzellage!

FCH061015 „Hom. à William Deutz – Meurtet“ Brut, blanc 2015 12% Vol. 126,66 €/l 95,00 €

FCH061015M „Hom. à William Deutz – Meurtet“ Brut 2015 MAGNUM 12% Vol. 132,66 €/l 199,00 €

Dieser sortenreine, aus 100 % Pinot Noir-Trauben vinifizierte

Champagner entspringt einer Parzelle namens

„Meurtet“, direkt in Aÿ gelegen und im Eigenbesitz

des Hauses Deutz. Auch im großen Haus Deutz

hat man erkannt, welch unglaubliche Ausdruckskraft

in guten Jahrgängen einzelne Parzellen ausstrahlen

können und so freuen wir uns besonders, dass auf Anhieb

eines der spannendsten Projekte der Champagner

innerhalb kürzester Zeit bei den Kritikern höchsten

Anklang findet. „La Côte Glacière“ und „Meurtet“

sind die beiden exzellenten Einzel-Parzellen, die sich

in ihrer Exposition unterscheiden. „Meurtet“ ist dabei

die etwas höher gelegene, nach Osten geneigte,

kühlere Weinbergslage und ergibt dadurch einen etwas

schlankeren Champagner, wohingegen „La Côte

Glacière“ als Südlage und nur etwa 200m entfernt in

höchsten Tönen dem Hedonismus frönt.

Beim frisch dégorgierten „Meurtet“ setzt sich die Schaumkrone

wie ein weiches Daunenkissen im Glas ab.

Hefige Noten, allen voran frisch getoastetes

Brioche, auch Nougat und weißer Pfeffer duften

aus dem Glas. Das ist komplex und vielschichtig,

wird dann aber am Gaumen direkt wieder auf die

Rennpiste gebracht. Denn dieser Lagen-Champagner

besticht durch Spannung, Präzision und

Druck, den er am Gaumen erzeugt. Das ist sinnlich

und herausfordernd zugleich, man spürt die Substanz,

die weiße Frucht bleibt schüchtern hinterm kreidigen

Aroma zurück, erst im Ausklang kommen rote Früchte

heraus. Und dann wäre da dieses seidige und elegante

Perlenspiel, welches den Champagner in seiner Klasse

von so vielen anderen abhebt. Châpeau, das hat das

Zeug zur Top-Cuvée und wir sind gespannt, welche

Entwicklung diese beiden Lagen-Champagner noch

vollziehen werden.

Mit Genuss ab sofort zu trinken und bis sicherlich 2033+.

95 Punkte

FALSTAFF

45


FRANKREICH C H A M PAG N E

Deutz

„HOMMAGE À WILLIAM DEUTZ – LA CÔTE GLACIÈRE“

BRUT, BLANC 2015

So sanft und gefühlvoll wie ein Trompetensolo von Chet Baker!

FCH061115 „Hom. à William Deutz – La Côte Glacière“ Brut, blanc 2015 12% Vol. 126,66 €/l 95,00 €

Es ist erst der zweite Parzellen-Release aus dem Hause

Deutz: Die Hommage an William Deutz lancierte das

Haus im Jahrgang 2010 noch als Verschnitt der beiden

Einzellagen „Meurtet“ und „La Côte Glacière“. Seit

dem großen Jahrgang 2012 baut man konsequenterweise

beide Lagen getrennt aus und lancierte damit

einen der größten Erfolge des Hauses und bewies

Weitsicht und Mut zur Avantgarde, zumal der dieser

Trend vor allem von unabhängigen Winzern forciert

wird, denn die großen Häuser halten sich in Sachen

Lagen-Champagnervorangetrieben, anstatt von den

etablierten Häusern. „La Côte Glacière“ und „Meurtet“

heißen die beiden exzellenten Parzellen. Beide

Parzellen liegen in Aÿ und befinden sich im Eigenbesitz.

Die unterschiedlich exponierten Lagen „Meurtet“

ist dabei der etwas kühlere und dadurch schlankere

Champagner, wohingegen „La Côte Glacière“ in

höchsten Tönen einem gewissen Hedonismus frönt.

Uns erinnert der komplexe, verführerisch hedonistische

La Côte Glacière“ von 2015 an die gefühlvollen

Soli Chet Bakers, des James Dean unter den Jazz-

Trompetern. Die Reife des Jahrgangs harmoniert hier

vorzüglich mit der Südausrichtung der kreidigen Parzelle

– dem . feinen Bouquet mangelt es so nicht an

Ausdrucksstärke! Reife gelbe Früchte, allen voran

Honigmelone und Winteräpfel steigen auf, auch der

Duft von Austernschalen und lemon curd. Das ist ein

für den Deutz’schen Hausstil ungewöhnlich schlanker

Champagner, der sich jedoch wunderbar an den

Gaumen schmiegt, nicht zuletzt dank der gefühlvoll

ausbalancierten Brut-Dosage. Eine zarte Säure umspielt

hier den fruchtintensiven Kern, der von Haselnuss

und Quitten geprägt wird. Der Nachhall gestaltet

sich kalkig, verleiht dem Champagne eine feingeschliffene

Textur, die erneut die zarte Mineralität der auf

dem Kreidefelsen wachsenden Pinot-Noir-Trauben

(Durchschnittsalter der Reben: 50 Jahre!) betont. Das

ist Blanc de Noir der Spitzenklasse und ein wunderbarer

Champagner, der in seiner Intensivität und noblen

Klasse ein idealer Begleiter fürs elegante Festmahl ist.

Wir denken da in etwa an Perlhuhn mit Steinpilzen,

Hummer Thermidor mit Sauce Diable, ein intensives

Thunfischcarpaccio oder cremiger Chaource.

Fabrice Rosset, Generaldirektor von Deutz, bringt

diese Einzellagen-Champagner heraus, weil er damit

unter Beweis stellen möchte, welch großartiges Terroir

das Haus in Aÿ besitzt und auch, dass nicht nur

die Kunst der perfekten Assemblage beherrscht wird.

„Deutz ist eine internationale Marke, ein Handelshaus.

Doch Deutz ist auch Weinbergsbesitzer und damit

Winzer. An unseren Schuhsohlen klebt Erde.“ Wenige

tausend Flaschen gibt es insgesamt von den beiden

Top-Lagen pro Jahrgang und wir sagen: Die Aufgabe

wurde von Kellermeister Michel Davesne und seinem

Assistenten, Olivier Bernard ganz und gar meisterhaft

umgesetzt! Ein Meisterwerk und die perfekte Hinführung

zur legendären Cuvée „William Deutz“!

Mit Genuss ab sofort zu trinken und bis sicherlich 2035+.

46 PINWAND no 333 | Januar 2022


Deutz

CHAMPAGNE FRANKREICH

Platz 1

WEINWIRTSCHAFT: PLATZ

1 DER TOP 10 DER BESTEN

BLANC DE BLANCS!

19 Punkte

VINUM

„AMOUR DE DEUTZ“ BRUT, BLANC 2009

Weinwirtschaft: Platz 1 der Top 10 der besten Blanc de Blancs!

19 Punkte – Vinum (und Platz 3 der besten Jahrgangschampagner!)

FCH060809 „Amour de Deutz“ Brut, blanc 2009 12% Vol. 198,66 €/l 149,00 €

Amour de Deutz ist mit Sicherheit eine der sinnlichsten

Prestige-Cuvées der gesamten Champagne und

darf getrost als Legende bezeichnet werden. Der

aktuelle Jahrgang 2009 wurde im großen Spezial der

Vinum („World of Champagne“) mit 19 Punkten geadelt,

reiht sich damit unter die Spitzenwertungen

ein und nimmt selbstbewusst Platz 3 in der Kategorie

Sondercuvées mit Jahrgang“ ein. Damit sind hier

die Plätze 1 bis 4 komplett vom Maison Deutz belegt!

Welch ein Triumph!

Die Prestige-Cuvée ist ein Blanc de Blanc Champagner

aus 100 % Chardonnay-Trauben und zählt zu

den seidigsten und verführerischsten Champagnern,

die wir kennen. Kein Wunder, stammen die Trauben

doch aus Avize- Mesnil-sur-Oger und Villers-Marmery,

prädestinierte Crus der Champagne für eine kreidigkalkige

Chardonnaystilistik. Und so duftet diese feminin

anmutende Cuvée nobel nach Mirabellen, frischen

Brioche und Menthol sowie Kumquats und Amalfi-

Zitronen. Das sinnliche Bouquet wird am Gaumen erweitert

um feine Einschläge von Anis, auch Pfirsich und

weißen Blüten sind zu erschmecken. All dies durchwoben

von einer seidigen und feinen Perlage, die eine

mineralische Ader durch den Champagner zieht und

jeden Schluck zum reinsten Vergnügen werden lässt.

„Amour de Deutz“, das ist im sonnigen Jahrgang 2009

einerseits eine enorm verführerische reife Frucht,

verfeinert durch einen Hauch Bisquit, und frisch

getoastete Nüsse, schmeichlerisch, andererseits

gleichwohl immer präzise und nie ins Kitschige abgleitend,

dabei stets sinnlich. Eine Orgie betörender

Aromen! Es mag gleich gute Champagner geben, bessere

wohl kaum! Prädikat: Große Oper!

Ab sofort bis 2039+.

47


FRANKREICH CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE

Clos du Caillou

Sylvie Vacheron kam 1996 nach Courthézon, um das Erbe ihres

Vaters Claude Pouizin auf Clos du Caillou anzutreten.

LE CLOS DU

CAILLOU

COURTHÉZON

48 PINWAND no 333 | Januar 2022


Clos du Caillou

CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE FRANKREICH

Authentische Bio-Weine von weltberühmtem

Terroir verkörpern die Vermählung von

Tradition und Moderne!

„Die konstant gleichbleibend hohe Qualität der Weine dieses Weinguts macht es

zu einem meiner ewigen Favoriten.“ – Robert Parker’s Wine Advocate

© JUSTYNA REISS

„Die Familie Vacheron, Bruno Gaspard, und der Berater Philippe Cambie zaubern weiterhin auf

diesem bescheidenen Anwesen am östlichen Rand von Châteauneuf du Pape. Sie produzieren eine

Vielzahl von Cuvées, die alle bemerkenswert sind. Ihre beiden Flaggschiff-Châteauneuf-du-Papes,

der Les Quartz und die La Reserve, flirten in nahezu jedem Jahrgang mit der Perfektion.“

– Jeb Dunnuck

Mit großer Freude präsentieren wir Ihnen die heiß ersehnten

Weine der domaine Le Clos du Caillou, die

uns – wie schon im Vorjahr – erneut echte, zum Teil

singuläre Kostbarkeiten beschert hat, wobei erwähnt sei, dass

von den alljährlich fälligen Spitzenbewertungen für die großen

Meisterwerke aus Châteauneuf-du-Pape vor allem auch die Einstiegsweine

von den Côtes du Rhône profitierten. Glücklicherweise

existiert noch – trotz der vergleichsweise niedrigen Erträge

der Jahrgangstrias 2018-2019-2020 – die Möglichkeit enorm viel

Wein zu vergleichsweise kleinen Preis zu ergattern! Bemerkenswert

vor allem das Doppel 2018-2019, zwei, so Jeb Dunnuck,

„zwei großartige, aber deutlich unterschiedliche Jahrgänge“.

2019 brachte geradezu üppige, vollmundige, dabei elegante und

enorm strukturierte Weine hervor, die von der Flaschenreife profitieren

werden. Die 2020er erinnern vom Stil her an die 2012er,

2006er und möglicherweise 2000er, Jeb Dunnuck schätzt sie als

„reine, elegante Weine“ ein, „mit mittlerem bis vollem Körper, die

sich durch ihre Ausgewogenheit und Frische auszeichnen und

gleichzeitig eine schöne Fruchttiefe aufweisen.“ Weine, die „vom

Start weg glänzen, sich aber auch anmutig und ausgewogen entwickeln

werden.“ Wenn das nicht einmal gute Aussichten sind!

Viele von Ihnen, liebe Kunden, sind seit vielen Jahren begeisterte

Liebhaber der Domaine Clos du Caillou und haben sich diese

großartigen, langlebigen und höchst sinnlichen Gewächse in

ihren Keller gelegt. Und Sie haben gut daran getan, bieten diese

wunderbaren Weine doch in ihrer jeweiligen Preisklasse einen unübertrefflichen

Genuss! Robert Parker’s Wine Advocate vergibt

stets hohe Bewertungen, sowohl für den ungemein preiswerten

„spektakulären Côtes du Rhône, ein kleiner Châteauneuf“ und

erst recht für die „fabulösen Châteauneufweine“ selbst, die zu

den besten Tropfen der Welt gehören: „In addition to their sensational

Châteauneufs, don’t miss their Côtes du Rhônes!“

Clos du Caillou: Das ist eine Reise zu den Ursprüngen des Terroirs

im wilden Süden Frankreichs, wo wir die berühmten Steine von

Châteuneuf-du-Pape und feinsten Sand im Boden findenDas sind

Glücksfälle von Wein, dichte, kraftvolle, tiefe und dennoch feine,

elegante Gewächse, mit großer Fülle und Komplexität, die ihresgleichen

suchen und die ungeschönt sowie unfiltriert abgefüllt

wurden: Großartige Botschafter des einzigartigen Terroirs von

Châteauneuf-du-Pape, authentische, hinreißende Weine fernab

des Mainstream und nicht nur im jeweiligen Jahrgangskontext

von einer singulären Finesse gezeichnet: Traumhafte Gewächse

mit einer unnachahmlichen Balance von eleganter Opulenz

und Mineralität als Quintessenz der herausragenden Lage des

Weingutes zwischen zwei anderen weltberühmten Gütern, den

Châteaux Rayas und Beaucastel!

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FRANKREICH CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE

Clos du Caillou

„LE BOUQUET DES GARRIGUES“ CÔTES-DU RHÔNE,

ROUGE 2019 (BIO)

Das Preis-Leistungs-Wunder von Clos du Caillous!

„Jede Menge provenzalischer Charme und Charakter“ – Jeb Dunnuck

FRS020219 „Le Bouquet des Garrigues“ CdR, rouge 2019 14,5% Vol. 19,93 €/l 14,95 €

FR-BIO-10

91 Punkte

JEB DUNNUCK

Sylvie Vacherons Großvater muss ein recht eigenwilliger

Mann gewesen sein. Als man im Jahr 1936

auf Betreiben des Barons Pierre le Roy, Inhaber von

Château Fortia in Châteauneuf-du-Pape, das Gebiet

zur ersten Appellation Contrôlée Frankreichs machen

wollte, klopften die Inspektoren auch bei den Pouzins

an. Doch wurden sie von einem Mann mit einer Flinte

in der Hand empfangen, worauf die Staatsdiener in

Windeseile die Szenerie wechselten. Sylvies Großvater

war Jäger und kein Winzer, und er hatte kein Interesse

daran, dass sein Clos du Caillou ein Châteauneufdu-Pape

werden sollte. Dieser Umstand beschert uns

heute zwei außergewöhnlich gute Côtes du Rhône

von Le Clos du Caillou, die eigentlich auf Châteauneuf-Terroir

entstanden sind. Das ist zum einen „Les

Quartz“ und zum anderen diese Schönheit namens

„Le Bouquet des Garrigues“, die aus den Lagen Les

Garrigues und Le Coudoulet stammt. Sollte Ihnen der

Name Coudoulet vertraut sein? Man begegnet ihm

auch bei Familie Perrin von Château de Beaucastel,

den Nachbarn von Le Clos du Caillou …

Für Paula Bosch, die langjährige Sommelière im Tantris,

ist der „Le Bouquet des Garrigues“ bis heute „die

Sensation im Angebot von Le Clos du Caillou”. Dieser

Meinung sind wir gleichfalls und die meisten unserer

verehrten Kunden auch. Daher ist dieser Côtes

du Rhône längst zu einem der ganz großen Klassiker

unseres Angebots geworden. Dass dieser Wein bei Robert

Parker als „eines der größten Schnäppchen der

gesamten Weinwelt” bezeichnet wurde, erklärt sicher

auch zum Teil mit den Erfolg.

Im Jahrgang 2019 besteht die Cuvée aus 75 % Grenache,

15 % Syrah sowie (in unterschiedlich großen Anteilen)

Mourvèdre, Carignan und Counoise. Die Trauben

wurden nach Sorten getrennt spontan im Zement

über rund 30 Tage hinweg vergoren und dann in Fudern

und demi-muids über 14 Monate hinweg ausgebaut. Im

ersten Moment überrascht etwas, dass der Côtes-du-

Rhône keine übermäßig tiefextrahierte Farbe besitzt.

Im Glas leuchtet der Wein in sattem Granatrot (mit

dunklen Reflexen), das sogar eine gewisse Transparenz

vermittelt, was am hohen Grenache-Anteil liegt,

der den Wein denn auch überdurchschnittlich prägt.

Schon der Duft ist eine Wonne: reife rote Beeren,

dunkle, saftige Kirschen, leicht erdig, dabei süßlichwarm

(eine Kombination aus Roter Bete und Süßholz)

und, wie könnte es auch anders sein, nach der

namensspendenden Garrigue. Das ist regelrecht sexy

in all seiner offenen Fruchtintensität: Johannisbeeren,

etwas Weinbergpfirsich, dann vor allem Himbeeren,

zudem noch zarte florale Noten, die aus dem Glas steigen.

Der Lust auf den ersten, nicht zu bescheidenen

Schluck gibt man eher früher als später nach! Am Gaumen

dann reife Herzkirschen, Brombeeren, kandierte

Orangenschale und eine Spur Hagebuttenmark. Das

Tannin ist samtweich, dabei geradezu geschmeidig.

Die Frucht ist hier – auch dies ist typisch für Grenache

– sehr rassig und zumal im Antrunk, charmant

süßlich, obwohl der Wein natürlich trocken vergoren

wurde. Im Nachhall klingen Rosen und eine feine

Zimtnote aus. Es ist ein Wein von großer Finesse und

Eleganz, und das mit südlicher Wärme, Würze und der

typischen Seidigkeit des Stils von Le Clos du Caillou.

Das macht den verführerischen Charme dieses modernen,

bio-zertifizierten Klassikers aus!

Der „Bouquet des Garrigues“ ist ab sofort ein Genuss, hat

aber mit Sicherheit ein Potenzial für 10+ Jahre.

50 PINWAND no 333 | Januar 2022


Clos du Caillou

CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE FRANKREICH

„ESPRIT NATURE“ CÔTES-DU-RHÔNE, ROUGE 2020 (BIO)

Verführerisch fruchtiger und duftiger Naturwein aus 25 bis 30 Jahre alten Grenache-Reben

FRS021220 „Esprit Nature“ Côtes du Rhône, rouge 2020 14,5% Vol. 23,86 €/l 17,90 €

FR-BIO-10

Möglicherweise ist dieser das ideale Aushängeschild

und bestes Zeugnis für den Anspruch und den beeindruckenden

Wandel der domaine Le Clos du Caillou.

Schon Sylvie Vacherons Vater, Claude Pouizin, hatte

das exzeptionelle Potenzial der Böden für Wein erkannt,

ein Waldstück des einstigen Jagdreviers gerodet

und mit Reben bepflanzt, die er im Einklang mit

der Natur schon früh sehr nachhaltig bewirtschaftete.

Seit dem Jahrgang 2000 wird biologisch gearbeitet,

seit 2010 auch mit Zertifikat. Immer mehr spielt Biodynamie

eine Rolle, um alles aus dem Top-Terroir herauszuholen.

Ohne dogmatisch zu sein, gipfelt das in

diesem ohne Schwefelzugabe erzeugten Naturwein.

Ebendieser Schwefel ist es, der ja per definitionem

einen biologisch-biodynamisch erzeugten Wein von

einem vin naturel, einem natural wine unterscheidet.

Die Reben, in diesem Jahrgang eine Cuvée aus 95 %

Grenache und 5 % Syrah, stehen auf sandigen Böden

mit den regionstypischen runden Kieselsteinen. Perfekte,

reife Trauben habe man in einem entspannten

Jahrgang 2020 früh lesen können; ein Jahrgang, der die

ohnehin schon saftigen und eleganten Caillou-Weine

begünstigt. Bestes Traubenmaterial und sorgfältige

Kellerarbeit sind auch Voraussetzung, einen solch

„sauberen“ Naturwein ohne jeglichen Anflug von Fehlnoten.

Dafür vergoren die ganzen, perfekten Trauben

spontan für 15 Tage unter schützender Kohlensäure.

Man nennt diese im Cahors, Languedoc und Beaujolais

schon lange verbreitete Technik macération carbonique

oder auch interzelluläre Gärung. Anschließend

reifte der Wein für vier Monate im Edelstahl.

Herausgekommen ist ein rotvioletter Wein mit fruchtpuristischem

Bouquet, das Kirsche – Amarena wie

frischgepresst – und Cassis dominieren, dazu florale

Noten (Akazienblüten und Rosen, weder süßlich noch

überparfümiert) und ein wenig Lakritz. Darunter ein

Fundament von Wildkräutern nebst lebendiger Mineralität,

über allem ein Hauch von clotted cream – was

ist das spannend und delikat!

Saftig, hier basiert die kühle Frucht auf Zwetschgen

und schwarze Johannisbeere, vollmundig und mit der

nötigen seriösen Eleganz, tritt er rund am Gaumen

auf, Lakritz ist auch hier wieder spürbar. Fast cremig

geschmeidig und ziemlich kraftvoll geht es zu, aber zu

wie Milchschokolade schmelzenden Tanninen gibt es

einen herrlich präzisen Säurepfiff. Kein banales Fruchtbömbchen,

denn da steckt mächtig Substanz dahinter.

Auch das typisch für dieses großartige Weingut!

Ab sofort, das ist jetzt Vergnügen pur, bis 2028 und am

besten bei 14–16 °C.

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FRANKREICH CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE

Clos du Caillou

„LES QUARTZ“ CÔTES-DU-RHÔNE, ROUGE 2019 (BIO)

93 Punkte: „Côtes-du-Rhône geht kaum besser, und diese Schönheit lässt sich perfekt

in den nächsten 5–7 Jahren und darüber hinaus trinken.“ – Jeb Dunnuck

FRS020519 „Les Quartz“ Côtes du Rhône, rouge 2019 15% Vol. 26,53 €/l 19,90 €

FR-BIO-10

„Die 2019er von Le Clos du Caillou haben sich brillant

gezeigt, und dies ist eindeutig ein großer Jahrgang für

das Weingut, mit Weinen, die dem entsprechen, was

2016, 2010, 2007, 2005 und 2001 produziert wurde.

Es handelt sich durchweg um seidige, elegante, aber

auch konzentrierte Weine, die trotz der Vielzahl von

Cuvées alle eine ganz eigene, unverwechselbare Persönlichkeit

haben. Es sind brillante Weine, die die Leser

liebend gerne in ihren Kellern wissen wollen werden.“

So lautet Jeb Dunnucks Urteil nach Verkostung

der Vacheron’schen 2019er. Ein Fazit, das die hohe

Konstanz und Wertschätzung Dunnucks gegenüber

dem Team von Clos du Caillou ausdrückt. Dabei war

auch 2019 ein für Bio-Winzer nicht eben einfaches Jahr

(zum Glück war ein von Regenfällen im Frühjahr gesättigtes

Grundwasserreservoir vorhanden), prägten

es doch brütende Hitze im Juni und dann heißes, trockenes

Wetter bis Mitte September und Anfang Oktober.

Leichte Regenschauer Ende August belebten die

Rebstöcke und halfen insbesondere einige der später

reifenden Sorten zur vollen Reife zu bringen.

Bruno Gaspard und seinem Team ist mit diesem so charmanten

wie eleganten Wein wieder ein großer Wurf

gelungen – chapeau! Der „CdR-Quartz“, eine Cuvée

aus 85 % Grenache und 15 % Syrah ist ein wunderbar

animierender Rotwein, dessen feine Struktur und Klarheit

am Gaumen bemerkenswert sind. Hier wird das

ganze Potenzial der alten Reben ausgeschöpft.

Die entrappten Trauben vergären spontan (42

Tage) in Betontanks, während dieser Zeit wird der täglich

umgepumpt bzw. der Tresterhut untergestoßen.

Der in Fudern und demi-muids ausgebaute Wein zeigt

sich im Glas ungemein fruchtintensiv, im Bouquet

spielt das Holz eine geradezu diskrete Nebenrolle, diese

allerdings mit Bravour. Subtil, unaufdringlich, wäre

sie allerdings nicht vorhanden, würde man sie vermissen.

Dann auch immer mehr Würzigkeit und Tiefe,

eine Mischung aus Pfefferkraut, Lorbeer, Schwarzen

Himbeeren und Kirschen, ergänzt durch eine fast fleischige

Note, warme Erde, Süßholz und Garrigue – und

dennoch (oder gerade deswegen) vermittelt er eine

wunderbare Finesse. Genauso spielerisch entfaltet

sich die Cuvée dann am Gaumen. Sauerkirschen, seidige

Tannine und eine konzentrierte rote Frucht lassen

sich nieder. Ein Wein, der durch seine enorme Seidigkeit

und Eleganz besticht, gegenüber der einfachen

Cuvée Sylvie Vacherons, dem klassischen „Le Caillou“,

aber deutlich mehr Struktur, Länge und Komplexität

anzubieten hat. Auch hier gilt: Man trinkt Côtes-du-

Rhône und meint Châteauneuf-du-Pape im Glas zu

haben. Und was für einen. Einen sinnlichen „CdR“ der

Extraklasse! Clos du Caillou zählt zu den Spitzenbetrieben

der Region, was die Prestige-Châteauneufs

seit vielen Jahren immer wieder beweisen. Und natürlich

solch monumentale Basisqualitäten wie diese!

Ab sofort und sicherlich noch bis 2027+.

93 Punkte

JEB DUNNUCK

52 PINWAND no 333 | Januar 2022


Clos du Caillou

CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE FRANKREICH

„LA RÉSERVE“ CÔTES-DU-RHÔNE, ROUGE 2019 (BIO)

„La Réserve“: Côtes-du-Rhône von absolut beeindruckendem Format!

92–94 Punkte: „Dieses Côtes-du-Rhône-Flaggschiff des Weinguts, der La Réserve von

2019, ist mit Sicherheit der größte, üppigste und beeindruckendste Côtes-du-Rhône im

Sortiment.“ – Jeb Dunnuck

FRS021119 „La Réserve“ Côtes du Rhône, rouge 2019 15% Vol. 39,86 €/l 29,90 €

FR-BIO-10

Die Côtes-du-Rhône-Variante der Cuvée „La Réserve“

(in diesem Jahr aus 80 % Grenache und 20 % Mourvèdre

komponiert) ist immer ein besonderes Highlight

aus dem Portfolio von Sylvie Vacheron und Bruno

Gaspard. Die Frucht dieses Weines stammt aus jenem

Clos, der dem Weingut einst seinen Namen gegeben

hat. Er liegt direkt neben der Lage La Guigasse,

aus welcher der andere „La Réserve“ des Weinguts

stammt – einer der legendärsten Châteauneuf-du-Papes.

Man merkt auch dem 2019er-Jahrgang die niedrigen

Erträge an, die auch bei einem Bio-Weingut nötig

waren, um exzellente Trauben zu lesen. 2017 hatten

die Erträge ein historisches Tief erreicht, 2018 war

kaum besser und auch heuer fiel das Ergebnis nicht allzu

üppig aus. Nach der manuellen Sortierung wurde

der Wein komplett entrappt und dann im Beton-cuves

spontan vergoren. Während der 42 Tage der Gärung

wurde der Tresterhut täglich umgepumpt. Ausgebaut

wurden Grenache Noir und Mourvèdre über 14 Monate

zu 90 % in 600-Liter-Barriques, sogenannten demimuids,

und zu 10 % in 500-Liter-Amphoren.

Das Ergebnis ist ein recht fulminanter Côtes-du-Rhône,

dessen Mourvèdre-Anteil eine gute Stütze für die

Grenache-Frucht liefert, denn erstere Rebsorte behält

auch bei später Reife noch eine angenehme Frische

und feine Gerbstoffstruktur bei, im Gegensatz zu

einer reinsortigen Grenache-Variante, deren Fruchtigkeit

entzücken, aber aufgrund mangelnder Lebendigkeit,

gerade nach einiger Zeit auf der Flasche, doch

bald ziemlich uninspiriert wirken kann. Das ist hier

natürlich nicht der Fall! Es duftet würzig und rot- und

dunkelfruchtig aus dem Glas. Schwarzkirschen, dunklen

Pflaumen und Garrigue, Nelken, Kurkumawurzel

und ein fast pudriger Hauch Kakao, eine Spur Vanille,

vermischen sich hier zu einem komplexen Gesamteindruck.

Am Gaumen zeigt die Cuvée ein präsentes,

strukturierendes, dabei seidiges Tannin, eine saftige,

kraftvolle Frucht und präzise strukturierende Säure.

Sie leitet den Wein, sorgt für jenes konzentriert leichtfüßige,

fast spielerische Element, das wir an Sylvies

Weinen so schätzen. Und dann ist da eine an Gesteinsmehl

(mit Johannis- und Brombeerakzenten) erinnernde

Note, die für Mineralität und einen sanften grip

sorgt und dem Wein einfach eine weitere Dimension

verleiht. Ein absolut hinreißender Côtes-du-Rhône!

Ab sofort, ideal wohl von 2023 an bis sicherlich 2030+.

92–94 Punkte

JEB DUNNUCK

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FRANKREICH CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE

Clos du Caillou

„LES SAFRES“ CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE, ROUGE 2019 (BIO)

„Les Safres“: Châteauneuf-du-Pape-Traumstoff mit Kraft und Finesse!

FRS020319 „Les Safres“ Châteauneuf-du-Pape, rouge 2019 15% Vol. 50,53 €/l 37,90 €

FR-BIO-10

Das verantwortliche Team von Caillou, das sind vor

allem Inhaberin Sylvie Vacheron und ihr langjähriger

Winzer Bruno Gaspard, bezeichnet den Jahrgang 2019

als besten der Dekade. Das trotz Bedingungen, die

erst einmal schwierig klingen: Frühjahr und Sommer

waren trocken und heiß. Doch die Grenache ist dafür

wie gemacht und bildete kleine und konzentrierte

Trauben aus. Ohnehin ist der Ertrag aus 65 Jahre alten

Reben niedrig, mit 23 Hektolitern pro Hektar im Jahr

2019 besonders. Als Gegenspieler mit Rückgrat am

strammen Körper kam – zum Ausgleich möglicher hoher

Alkoholwerte der Grenache – mit 25 % ein ungewöhnlich

großer Mourvèdre-Anteil ins Spiel. Der Rest

verlief wie gewohnt: Handlese, Selektion besten Traubenmaterials

und Spontanvergärung der vollständig

entrappten Trauben mit 45-tägiger Maischestandzeit

sowie anschließendem Ausbau für 14 Monate, zu 75 %

im Fuder und zu 25 % in 600-Liter-demi-muids.

Seinen Namen verdankt der Wein dem als „Safres“

bezeichneten Terroir, einem kompakt-sandigen Boden,

der ihm einen immensen Grad an Feinheit und

Mineralität verleiht. Im Glas wirkt der tief dunkelrote

„Les Safres“ ungemein kraftvoll, dabei sehr frisch und

in perfekter Balance.

Anfangs sehr konzentriert, mit dichtem Bouquet, doch

unterschwellig fröhlich, da wird kein Moll gespielt.

Stattdessen erfreut ein intensives Extrakt von Waldbeeren,

hinzu kommen dunkles Pflaumenmus und ein

wenig Lakritz, eine feine Rauchnote Richtung Feuerstein

und kräftig angebratenes Bratenstück, schwarze

Oliven und Garrigue-Kräuter. Am Gaumen zeigt er

sich trotz ausgeprägt süßlichen Fruchtextrakts und

einer Spur Cassislikör, anregend herb. Der „Les Safres“

weist merkliche Gerbstoffe auf, doch nicht von der

Art, die befürchten lässt, dass der Wein nie zugänglich

würde – dafür sorgt jetzt schon geduldiges Belüften.

Obwohl vollständig entrappt ist es die Maischestandzeit,

die für diese irrsinnig prägnanten, doch schmiegsam-weichen

Tannine sorgt. Eine merkliche Säure

schwingt – oder besser swingt? – mit. Das ist saftig,

wird durch eine angenehme Würze und vibrierende

Mineralität in Spannung gehalten. Konzentration pur,

die langanhaltend nach dem ersten und allen weiteren

Probeschlucken bleibt. Sinnlich zieht es die Nase ins

Glas und den Wein an die Lippen.

96 Punkte

DECANTER

93–95 Punkte

JEB DUNNUCK

Wir sind beim „Les Safres“ ganz bei Südfrankreich-Experte

Jeb Dunnuck („Wunderschön gemacht und den

Kauf absolut wert.“): Das ist Châteauneuf-du-Pape-

Traumstoff zu einem mehr als attraktiven Preis! Der

Wein, der im Portfolio von Le Clos du Caillou „nur“

an dritter Stelle rangiert, verweist sogar weitaus kostenintensivere

Spitzenweine anderer Weingüter dieser

Appellation auf die Plätze.

Am besten noch bis 2024 in Geduld üben und dann über

die nächste Dekade und darüber hinaus genießen.

„WUNDERSCHÖN GEMACHT

UND DEN KAUF ABSOLUT WERT.“

– JEB DUNNUCK

54 PINWAND no 333 | Januar 2022


Clos du Caillou

CÔTES-DU-RHÔNE & CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE FRANKREICH

„LE TRADITION“ CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE, ROUGE 2020 (BIO)

Enorm anregender Châteauneuf-du-Pape mit herrlichem Trinkfluss!

„Provenzalische Kräuter, pfeffrige Würze und verschiedene rote und schwarze Beerenfrüchte

bestimmen diese Schönheit, die sich sofort sehr angenehm trinken lässt.“ – Jeb Dunnuck

FRS020720 „Le Tradition“Châteauneuf-du-Pape, rouge 2020 14,5% Vol. 39,93 €/l 29,95 €

FR-BIO-10

Verschiedenste Bodenformationen des an unterschiedlichen

Terroirs reichen Châteauneuf-du-Pape

bilden die Grundlage des ‚Le Caillou‘ genannten

Guts-Châteauneufs. Der mittlerweile fünfte Jahrgang

dieses Basis-„CdPs“ (60 % Grenache Noir, 40 % Syrah)

stammt von im Schnitt 40 Jahre alten Reben. Sie stehen

in eigenen Weingärten des Weinguts und in denen

befreundeter, ebenfalls biologisch bzw. biodynamisch

arbeitender Winzer. Der 2019er-Jahrgang verschaffte

den Vacherons mit 25 Hektolitern pro Hektar nach

2017 und 2018 mit ihren historisch niedrigen Erträgen

wieder „etwas Luft“. 2020 steht ganz im Zeichen früher

Reife. Die Reben hatten durch eine Niederschlagshöhe

von über 400 mm im Herbst und Winter große

Wasserreserven angesammelt. Außerdem waren die

Temperaturen im Winter und Frühling recht mild, was

zu einem schnellen Austrieb führte. Der Sommer war

dann wiederum relativ ausgeglichen, so dass sich eine

gute Säure entwickeln bzw. erhalten werden konnte.

Ausgebaut wurde der Wein mit 100 % entrappten

Trauben im klassischen Beton-cuve mit wilden Hefen,

bevor der Wein für 14 Monate in Fudern und demi-muids

reifen durfte.

Der kaminrote, leicht transparente Châteauneuf bietet

bereits in der Nase eine sehr einladende Frucht von

roten Beeren, Gewürzen und Sternanis. Am Gaumen,

elegant und mundwässernd, finden sich süßliche Gewürze,

wilde Pflaumen, dezente rote Frucht und edle

Kakaobohnen. Der Wein hat am Gaumen eine exzellente

Struktur und Textur, die sich einerseits seidig

zeigt, andererseits aber grip und Druck besitzt. Hier

zeigt sich eine leicht tabakige Würze, die der Frucht

eine herrlich pikante Note verleiht. Die Säure ist klar

sowie frisch und wirkt lebendig mineralisch. Das ist ein

starker Auftritt!

Ab sofort und bis 2028+.

„LA RÉSERVE“ CHÂTEAUNEUF-DU-PAPE, ROUGE 2019 (BIO)

Dauerabonnent für einen Spitzenplatz auf dem Podium: Sylvie

Vacherons und Bruno Gaspards „La Réserve“!

FRS020419 „La Réserve“ Châteauneuf-du-Pape, rouge 2019 15% Vol. 152,00 €/l 114,00 €

FR-BIO-10

Nachdem schon der 2018er Jahrgang der Châteauneufdu-Pape-Cuvée

„La Réserve“ überragend war und laut

Robert Parker’s Wine Advocate zu den allerbesten

Weinen des Jahrgangs gehörte, haben Sylvie Vacheron

und Bruno Gaspard mit dem 2019er ein weiteres Highlight

vinifiziert. Für die beiden ist 2019 schon jetzt „ein legendärer

Jahrgang mit perfekter Balance. Dieser Jahrgang

wird uns als einer der besten Jahrgänge des Jahrzehnts in

Erinnerung bleiben. Die Bedingungen waren ausgezeichnet,

wir konnte Trauben im Zustand perfekter Reife mit

hervorragender Tanninstruktur und gutem pH-Werten

zu lesen.“ Das war am 1. Oktober 2019. Die Trauben (55 %

Grenache und 45 % Mourvèdre) stammen aus den sandigen

Lagen La Guigasse und Pignan von im Schnitt 68-jährigen

Reben. Nach der manuellen Sortierung wurden die

Trauben komplett entrappt, dann in kegelförmigen Holzfermentern

spontan vergoren. Während der 49 Tage dauernden

Gärung wurde der Tresterhut täglich untergerührt.

Ausgebaut wurde die Cuvée über 14 Monate zu 88 % in

600-Liter-demi-muids von neun und zehn Jahren Alter

und zu 12 % in 500-Liter-Terrakotta-Amphoren.

„La Réserve“ ist ein opaker, tiefdunkler, fast schwarzer

„CdP“, der zum jetzigen Zeitpunkt unbedingt dekantiert

werden sollte. Dann öffnet er sich mit einem

wilden, fast animalischen, aber auch fruchtigen, floralen

und würzigen Statement. Wildbret, Garrigue und

Unterholz, dunkle Himbeeren und Pflaumen, Veilchen

und Thymian, Tabak und Zeder, Tonkabohnen und Espresso,

Süßholz und Torf treten hier im steten Wechsel

auf. Am Gaumen wird es heller, fruchtiger mit

reifer Ananas und Blutorangen, schwarzen Kirschen

und Brombeeren. Dazu Kräuter der Provence, wieder Espresso

und die Tonkabohnen, schwarze Schokolade und

Tabak. Dabei fällt die geradezu burgundische Eleganz auf,

die vom seidigen Tannin und der klaren Säure geprägt

wird. Der Wein besitzt zwar Fülle und Opulenz, aber eben

auch eine sehr klare Struktur und Finesse und dazu ein immenses

Potenzial. Wie schreibt es Jeb Dunnuck in seiner

96- bis 99-Punkte-Bewertung? „Dieser vollmundige, ausgewogene,

schön strukturierte 2019er wird mindestens

vier bis sechs Jahre Flaschenreife benötigen, ist aber

pures Gold.“ Angesichts dessen, was im Châteauneuf-du-Pape

sonst gerne aufgerufen wird, ist das

ein schlicht fantastischer Weinwert!

Ab sofort bis 2038+, Höhepunkt ca. 2026 bis 2028.

100 Punkte

JEB DUNNUCK

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FRANKREICH LOIRE

Belargus

Weinbergpflege auf natürliche Art:

Kellermeister Adrien Moreau

mit seinen Hilfstruppen

„EINE »VISION«, ANDERE

NENNEN ES WAHNSINN.“

– LA REVUE DU VIN DE FRANCE

BELARGUS

ANJOU & SAVENNIÈRES

Tausendjährige Terroirs

im Königreich des Chenin

„Dies ist einer der spektakulärsten Neuzugänge in der Geschichte von The Wine Advocate und

macht die Loire, insbesondere ihren Nebenfluss Layon, zu einem der faszinierendsten Terroirs der

Region Anjou. Domaine Belargus ist der Name, der bald auf den weltbesten Weinkarten prangen

sollte, zumal die Preise – noch? – erschwinglich sind.“ – Robert Parker’s Wine Advocate

„Merken Sie sich diesen Namen, denn seine Produktion wird in den kommenden Jahren

auf durchschlagenden Anklang seitens der Kritik treffen.“ – Decanter

„Ich besitze nun ein Mosaik diverser Böden und möchte diese Vielfalt durch eine

einzige Rebsorte ausdrücken, den Chenin Blanc.“– Ivan Massonnat (Domaine Belargus)

„Morgen wird Chenin zusammen mit dem Riesling die große Rebsorte von Weltrang sein.“

– Ivan Massonnat

56 PINWAND no 333 | Januar 2022


Belargus

LOIRE FRANKREICH

Jo Pithon bereitete (Ende der 2000er-Jahre) gemeinsam mit

seiner Frau Isabelle die Domaine Pithon-Paillé auf eine Nachfolger

vor – doch der blieb erst einmal aus. Als er dann auf

Ivan Massonnat, einen erfolgreichen Unternehmer und fanatischen

Weinenthusiasten traf, der unter anderem in den burgundischen

Domainen Thibault-Liger-Belair und Philippe Pacalet

„mitmischte“, war die Sympathie groß. Massonnat zählt

nicht zu jenen Eigentümern, die im Weinbau nach schnell

verdientem Geld aus sind oder sich nur nebenberuflich ihrer

„Passion“ widmen wollen (um dann ins Straucheln zu geraten,

weil so etwas immer eine Sache mehrerer Generationen ist

…). Nein, er ist ein Visionär, der die Weinwelt als Genießer und

Investor kennt und liebt. Seine große Leidenschaft gilt der

Rebsorte Chenin Blanc, der er gemeinsam mit dem Riesling,

die notwendige Statur für den Auftritt auf der großen Bühne

bescheinigt. Als ihm Jo Pithon den Betrieb überschrieb und

ihm seine Tätigkeit als Berater zusicherte, erwarb Massonnat

zusätzlich einige Hektar Rebfläche in den besten Lagen von

Anjou, Savennières und Quarts-de-Chaume (hier sogar ganze

10 Hektar – streng genommen ist das bereits ein Viertel der

gesamten Appellation!).

Mit dem ersten Jahrgang bereits für größtes Aufsehen

zu sorgen – dies gelingt nur den allerwenigsten

Weingütern. Doch schon vor der Gründung alle

Augen auf sich zu ziehen, hierfür bedarf es schon etwas mehr

als nur Glück und einer gekonnten Vorbereitung. Die domaine

Belargus ist allerdings ein solch rarer Fall. Als Ivan Massonnat

2018 die Domaine Pithon-Paillé erwarb, das Weingut des legendären

Loire-Godfathers Jo Pithon, sorgte dies für Schlagzeilen.

Jo Pithon ist eine Ikone der Loire, einer der großen Vordenker,

speziell wenn es um die Rebsorte Chenin Blanc geht. Er gründete

1978 seine eigene Domaine, sorgte in den Coteaux-du-Layon

und Anjou für Furore und dürfte die Hauptursache für die heute

mittlerweile enorme Nachfrage nach Chenin Blanc aus Anjou,

Savènnieres und Co. sein. Denn Jo Pithon beherrschte die

beiden Königsdisziplinen: Er vinifizierte in Quarts-de-Chaume

und in seiner Monopollage, dem „Clos de Treilles“ legendäre

Süßweine, begründete gleichzeitig aber auch den Ruf Anjous

für trocken ausgebauten Chenin Blanc durch Einzellagen-Weine,

ganz dem Cru-Modell Burgunds verpflichtet.

Savennières und die Coteaux-du-Layon sind

winzige Anbaugebiete, deren besten Weinberge

Potenzial für Weine von Weltformat

bescheren. Jeder Winzer der Loire weiß

das, doch hinkt die Nachfrage dem Potenzial

und der Begeisterung vieler Sommeliers

weltweit leider hinterher. Dies liegt auch darin

begründet, dass – jenseits einer größeren Nachfrage

der edelsüßen Spezialitäten aus Quartsde-Chaume

in den 1990er-Jahren – diese teuren

und riskant zu produzierenden Spezialitäten

heutzutage nur noch wenige Liebhaber, ausgewiesene

Connaisseure, finden. Frankreichs

wichtigste Weinfachzeitschrift, die Revue du Vin de

France (RVF) berichtete von der wohl wichtigsten „Stabübergabe“

(neben der bei Domaine Clos Rougeard) der Loire: „Eine

,Vision‘, andere nennen es Wahnsinn.“ Für Ivan Massonnat, der

im täglichen Leben Unternehmensaufkäufe betreut, handelt es

sich bei seinem eigenen Projekt allerdings um kein schnelles

Geschäft, sondern um eine Herzensangelegenheit. „Es ist wohl

die teuerste und am wenigsten profitable Sache, die es gibt.“

scherzt er in der RVF. Und erläutert: „Im Loiretal steht fast

alles zum Verkauf. Der einfachste Weg wäre gewesen, mehr

Grundbesitz zu kaufen, aber ich habe es vorgezogen mein

Sparschwein zu opfern, um die aus meiner Sicht besten Terroirs

in der Region zu erwerben.“

Jo Pithon war von Anfang an klar, dass er seine Domaine nur

erfolgreich in die Zukunft würde führen können, wenn er vertrauensvoll

auf eine neue Generation von Winzern und Unternehmer

setzte: „Ich weiß, dass Ivan so etwas wie eine kollektive

Vision der Chenin-Weinberge besitzt, sodass die gesamte

Region davon profitieren wird. Vorläufer wie Richard Leroy

und Marc Angeli haben den Weg bereits geebnet, die neue

Generation bekommt eine Chance, sie werden diese Aufgabe

57


FRANKREICH LOIRE

Belargus

bestehen.“ Und so engagierte das Duo ein junges Team von

fähigen Mitarbeitern. Von Anfang an war klar, dass sich Domaine

Belargus dem biologisch zertifizierten Weinbau widmen

müsse („Das steht nicht zur Debatte!“, so Massonnat). In

Adrien Moreau, dem jetzigen Kellermeister (26 Jahre alt!), fanden

sie einen motivierten und extrem fähigen Begleiter. Der

erste Jahrgang, 2018, verdampfte innerhalb weniger Monate in

unserem Lager. Blitzschnell entdeckten Kenner der Szene die

Güte dieses Projekts. Darunter auch Stephan Reinhardt, der

die Domaine zu den größten Entdeckungen des Wine Advocates

ernannte und im Debütjahrgang bis zu 100 Punkte vergab.

Wir sind enorm stolz darauf, in Europa zu den Händlern erster

Stunde zu zählen und die Maßstäbe setzenden Chenin Blancs

der Domaine Belargus vertreiben zu dürfen. Als wir die Weine

zum ersten Mal im Glas hatten, war uns sofort klar, dass es

sich hier um absolut einzigartige Chenin Blanc handelte. Doch

als wir erfuhren, welch junge Equipe dahintersteckte und dass

wir es mit dem Debütjahrgang zu tun hatten, konnten wir dies

kaum glauben.

ZU PHILOSOPHIE UND STILISTIK

Die nun 26 Hektar umfassende Domaine Belargus, benannt

nach den bildhübschen aber in der Region rar anzutreffenden

blauen Schmetterlingen (dem „Himmelblauen Bläuling“), besitzt

einige der feinsten Lagen in Anjou, Savennières, Ronceray

und den Coteaux du Layon. Aushängeschilder sind die Monopole

„Clos des Ruchères“ sowie „Le Coteau des Treilles“, die

Jo Pithon über viel Jahre regelrecht zusammensammelte, bis er

alleiniger Besitzer (Liebhaber wäre hier die angebrachtere Bezeichnung!)

wurde. Über 25 Winzer teilten sich zuvor die inoffizielle

Grand-Cru-Lage. Der Ansatz ist klar: Mittels biologischer

Bewirtschaftung die besten Chenin-Blanc-Parzellen der Loire

herauszuarbeiten und daraus die charismatischen Einzellagen

(schon bald biodynamisch zertifiziert) parzellengenau zu füllen.

Um das zu garantieren, setzt Adrien Moreau Additive wie

etwa Schwefel (wenn überhaupt) nur in äußerst geringen Mengen

ein, verzichtet (wann immer möglich) komplett auf Schönungsmittel.

Alle Weine werden nach spontaner Vergärung in

neutralen Holzgebinden ausgebaut und verweilen (mit 12 bis

24 Monaten) überdurchschnittlich lange auf der Feinhefe. Die

trocken ausgebauten Chenin Blancs zeichnet eine tiefe Textur

und mineralische Ader aus, die von Frische und Präzision zeugt.

Die raren edelsüßen Kreszenzen bestechen durch eine selten

so anzutreffende „Trinkigkeit“ und Feinheit und zählen zu den

größten Schätzen der Loire. Guy Bossard, Koryphäe und Vorreiter

des biologischen und später biodynamischen Weinbaus

an der Loire, unterstützt das junge Team momentan bei der

conversion. Es gibt im Grunde nichts, was bei einem Projekt

dieser Größe (und Tragweite!) hätte besser ausfallen können.

Hier steckt selten starkes, hoch ambitioniertes Team dahinter

– ein Betrieb, von dem wir in den nächsten Jahren sicher enorm

viel hören werden. Herzlich willkommen!

58 PINWAND no 333 | Januar 2022


Belargus

LOIRE FRANKREICH

„ANJOU NOIR“ ANJOU, BLANC 2020

Grandiose Visitenkarte!

92–93 Punkte: Domaine Belargus ist der Name, der bald auf den weltbesten Weinkarten

prangen sollte, zumal die Preise – noch? – erschwinglich sind.“ – Robert Parker’s

Wine Advocate

TROCKEN

FLO081220 „Anjou Noir“ Anjou, blanc 2020 13% Vol. 30,13 €/l 22,60 €

Eigentlich liegt es nahe, bei einem Wein, der „Anjou

Noir“ heißt, auf einen roten Loire-Wein zu tippen.

Cabernet Franc vielleicht, Grolleau oder Pineau d’Aunis?

Nein, es ist tatsächlich ein Chenin Blanc, ganz so

wie alle anderen Weine der Domaine Belargus. Die

Domaine, die Ivan Massonnat von Jo Pithon übernommen

und seit dem Jungfernjahrgang 2018 nahezu

neu erfunden hat, spezialisiert sich gänzlich auf diese

große weiße Rebsorte der mittleren Loire. „Anjou

Noir“ ist eine Regionsbezeichnung und abgeleitet vom

prägenden Gestein in diesem Teil des Anjou. Es ist der

schwarze Schiefer, den man in Ronceray, den Coteaux

du Layon und in Quarts-de-Chaume findet. Der

„Anjou Noir“ bildet gewissermaßen den Gutswein der

Domaine, und das auf einem sensationellen Niveau.

Die Chenin-Blanc-Frucht stammt teils aus La Fresnaye,

einer von Jo Pithon geerbten Kiesparzelle, die

für ihre aromatischen und fruchtigen Weine geschätzt

wird, teil aus den Parzellen Gordonne und Piries mit

dem erwähnten Schiefer sowie die Parzelle Brosses

mit Phtanit, einem schwarzen Kieselschiefergestein.

Diese Parzellen befinden sich in drei benachbarten

Gemeinden des Layon-Tals, und zwar in Saint-Lambert

du Lattay, wo die Domaine beheimatet ist, in

Saint-Aubin de Luigné sowie in Beaulieu-sur-Layon.

Der „Anjou Noir“ bildet in gewisser Weise die Synthese

der verschiedenen in der Region vorhandenen

Unterböden aus, die vor rund 500 Millionen Jahren

dort entstanden sind. Bei Belargus wird biologisch-dynamisch

gearbeitet, die Trauben werden von Hand gelesen

und spontanvergoren. Der Wein reift 15 Monate

lang auf der Vollhefe, ohne dass eingegriffen würde.

Dieser intensiv goldgelbe Chenin Blanc liefert den

perfekten Einstieg in die kompromisslose Stilistik der

Domaine, welche einen der meistbeachteten Starts

hingelegt hat und innerhalb kürzester Zeit zu den gefragtesten

Projekten der Loire gezählt werden darf.

Kein Wunder, dass der „Anjou Noir“ somit bereits äußerst

komplex ausfällt. In ihm liegt quasi der Grundstein

aller Spitzenweine und was man in ihm schon in

kleinen Ansätzen findet, zeigt sich dann bei den Crus

des Hauses nochmals feiner gezeichnet und umfassender.

Es duftet hier schiefrig-rauchig, doch überlagern

diese Noten nicht die feine gelbe Frucht, die hier aus

dem Glas steigt. Etwas gelbe Winteräpfel, Kumquats,

Wachs, nicht zu reife Birnen und Limettenabrieb. Knochentrocken

und von öliger Struktur geprägt, gleitet

dieser Anjou über den Gaumen. Die Fruchtausprägung

wirkt nicht fett, der Holzeinsatz bleibt

im Hintergrund. Eine feine mineralische Ausprägung

leitet den Wein, der salzig und auch ein wenig

herb daherkommt und in dieser Ausprägung noch

ewig nachhallt. In Stephan Reinhardts Worten: „Ein

fabelhafter, eher delikater und feinsinniger Chenin!“

Diesen Wein kann man jetzt mit viel Luft, idealerweise

aber ab 2024 bis mindestens 2032, ja sogar eher bis 2038

mit Genuss trinken.

92–93 Punkte

PARKER

59


FRANKREICH LOIRE

Belargus

94

Punkte

parker

93

Punkte

wine spectator

„RONCERAY“ ANJOU, BLANC 2018

94 Punkte (Robert Parker’s Wine Advocate):

Willkommen in der Welt von Belargus!

„Besonders hervorhebenswert“

– SommelierS International

„Eine Premiere, die es unbedingt zu entdecken

gilt. Der Purismus dieses Chenin zeigt, dass es

sich um eine Rebsorte handelt, welche die größten

Weißweine der Welt hervorbringen kann.“

– Les Echos

FLO080318 „Ronceray“ Anjou, blanc 2018

3,5% Vol. 46,66 €/l 35,00 €

Beim „Ronceray“ handelt es sich um die gewichtigste Cuvée der

Domaine Belargus. In welch kleinparzelligen Welten hier gearbeitet

wird, erklärt ein genauerer Blick. Dieser Wein stammt

von lediglich 4 Hektar Rebfläche, überwiegend aus Lehm,

Schiefer und Sandstein. Die Lage befindet sich im Anjou, genauer

gesagt in der Appellation Quarts-de-Chaume, südwestlich

von Rochefort-sur-Loire gelegen. Bênoit France beschreibt

im „Grand Atlas des Vignobles de France“ die Weine der Appellation

als „kraftvoll und reichhaltig, fest und fein.“ Und in der Tat

zeigt dieser feine Chenin Blanc eine kraftvolle Statur, die durch

berstende Mineralität unterstützt wird. Es duftet hier intensiv

nach frischer Minze, Pfirsichspalten und getrockneten Blüten

aus dem Glas. Am Gaumen wirkt der Wein dicht, kraftvoll aber

auch kompakt. Ingwer, Pfirsich und eine zitrische Frische prägen

die Aromatik, die stets von einer flintigen Note begleitet

wird. Alle Weine der Domaine zeichnet eine ungemein seidige

Struktur und Präzision aus. Es ist der fruchtintensivste aller trockenen

Chenins der Domaine, gleichzeitig ein mineralisch betonter

Wein von absoluter Extraklasse. Les Echos resümiert:

„Ivan Massonnat, der Neuling, kann behaupten, mit seinem Anjou

wieder am großen Rennen teilzunehmen. In den Fußstapfen

des großen Jo.“ Und, ganz aktuell, Stephan Reinhardts Urteil

(94 Parker-Punkte): „Für mich ist dies ein Bilderbuch-Anjou

aus Rochefort-sur-Loire, das sich durch Reichtum, Finesse und

Eleganz auszeichnet. Unwiderstehlich.“

Ein großer Chenin, der von der Belüftung profitiert. Höhepunkt

wohl ab 2022 bis 2028+.

„GAUDRETS“ SAVENNIÈRES,

BLANC 2018

93 Punkte – Wine Spectator

„Ein großer Wein“ – Bernard Burtschy

(Valeurs)

Savennières: „Der kompletteste trockene

Weißwein der Loire“ („Grand Atlas des

Vignobles de France“)

FLO080118 „Gaudrets“ Savennières blanc, 2018

13,5% Vol. 53,20 €/l 39,90 €

Ivan Massonnat ist es ein besonderes Anliegen, die Vielfalt seiner

Region zu erläutern. Hierzu bedient er sich lediglich einer Rebsorte,

des Chenin Blancs. Diese Rebsorte ist für die Bodenvielfalt

das, was der Riesling bei uns in Deutschland ist: ein Mittler zwischen

Boden und Klima, der unmittelbare Zugang zum Terroir.

„Gaudrets“ so lautet die Lage, der dieser geniale Savennières entspringt.

Ein 1,85 Hektar großer Cru auf einem Plateau mit Südwest-Exposition.

Schiefer und Sandböden prägen hier den Chenin.

Savennières befindet sich nördlich von Quarts-de-Chaume,

auf der gegenüberliegenden Seite der Loire. Die Besonderheit

dieser gerade einmal knapp 120 Hektar umfassenden Appellation,

sind ihre seltenen steilen Südhänge. Hier entstehen einige der

langlebigsten Chenin Blancs der gesamten Loire, die nicht selten

von einem gerütteltem Maß an Flaschenreife profitieren. Sie fallen

kraftvoll, aber auch drahtig aus, sind von enormer Mineralität

geprägt. Vergleicht man den „Ronceray“ mit dem „Gaudrets“, so

könnten die Weine nicht unterschiedlicher ausfallen. Ersterer besticht

durch seine fruchtintensive und satte Struktur, letzterer

zeigt sich dagegen mineralisch, drahtig und verschlossen. Der

lange Ausbau auf der Hefe (13 Monate) gibt dem Wein eine feine

Flintigkeit mit auf den Weg. Nach etwas Belüftung weicht diese

einer duftigen Frucht in Form von Quitten und gelben Pflaumen

nebst etwas Eisenkraut. Es ist die vibrierende Säurestruktur, die

uns hier so fesselt, die dem Wein eine athletische Anmutung verleiht.

Ein Chenin, der ungemein salzig ausfällt, der eine enorme

Spannung besitzt, den man als Liebhaber mineralischer Weißweine

einfach ins Herz schließen muss!

Aktuell bitte 2 bis 3 Stunden belüften oder genau in seiner Entwicklung

beobachten. Höhepunkt wohl ab 2023 bis 2030.

60 PINWAND no 333 | Januar 2022


Belargus

LOIRE FRANKREICH

95

Punkte

parker

„ROUÈRES“ ANJOU, BLANC 2018

95 Punkte – Robert Parker’s Wine Advocate

„Emotionale Frische im Abgang, großes

Lagerpotenzial.“ – Anthocyanes

FLO080418 „Rouères“ Anjou, blanc 2018

14% Vol. 79,86 €/l 59,90 €

„Rouères‘“ umfasst ein ganz besonderes Terroir: In der 2,96

Hektar großen Lage mit süd-östlicher Exposition in Rochefortsur-Loire

finden sich sogenannte Puddingsteine – abgerundete

Kieselsteine und Schotter durchziehen die Lage hier als Konglomerat.

Wir befinden uns hier schon an den Ausläufern des

Quarts-de-Chaume. Da der Wein trocken ausgebaut wird, die

Region sich traditionellerweise aber den Süßweinen verschrieben

hat, wird der vermeintliche Quarts-de-Chaume als Anjou

deklariert. Es ist der wohl kraftvollste und exotischste Chenin

der Domaine Belargus. Asiatische Gewürze, Safran-Birnen und

Orangenschalen vermischen sich hier im hefigen Bouquet des

Weins. Genauso kraftvoll und seidig zeigt er sich dann am Gaumen,

vereint in seiner runden Art überraschende Frische und

einen fast schon ätherischen Nachhall. Das Wechselspiel aus

Üppigkeit und fraîcheur ist hier atemberaubend. Ein Wein, dem

man wohl am ehesten eivnen Grand-Cru-Status zusprechen

würde, der mit einer inspirierend vielschichtigen und satten

Textur beeindruckt, allerdings auch für die lange Strecke ausgelegt

ist. Einer der ganz großen Weine der Loire (aktuell mit 95

Punkten von Stephan Reinhardt ausgezeichnet), die das Potenzial

der Appellation für trockenen Chenin beweisen. Er zeigt von

den trockenen Lagenweinen aktuell wohl am meisten Charme.

„Rouères“ zeigt sich charmant und offen. Höhepunkt wohl ab 2021

bis 2030.

61


FRANKREICH LOIRE

Belargus

„RUCHÈRES“ SAVENNIÈRES MONOPOLE, BLANC 2019

Monopollage mit legendären Nachbarn! Ein Monument!

FLO080219 „Ruchères“ Savennières Monopole, blanc 2019 14% Vol. 132,00 €/l 99,00 €

Das 0,4 Hektar große „Clos des Ruchères“ zählt sicherlich

zu den Perlen im eindrucksvollen Lagenportfolio

der Domaine Belargus. Wir befinden uns hier in

Savennières, der für viele besten Herkunft für großen

trockenen Chenin Blanc von der Loire. Die Lage ist im

Alleinbesitz von Ivan Massonnat, die Nachbarschaft

legendär. Es grenzt unmittelbar an die Top-Terroirs an,

das „Roche aux Moines“ und den „Coulée de Serrant“,

die Nicolas Joly, der Papst der Biodynamie, zu Weltruhm

führte. Es handelt sich bei beiden um Grand Crus,

denen sogar eine eigene Appellation verliehen wurde.

In dem von der Academie Du Vin de France herausgegebenen

„Grand Atlas de Vignobles de France“ wird

dieser spezielle Ort in höchsten Tönen gelobt: „Aufgrund

der außergewöhnlichen Qualität seiner Weißweine

stellen die vertrauten und historischen Weinberge

von Savennières zweifellos den »Grand Cru«

der Loire-Weinberge dar. Sie befinden sich an einem

bemerkenswerten Weinanbauort, an dem die Rebsorte

Chenin auf diesem einzigartigen Terroir eine

beispiellose Perfektion erreicht, zarte, trockene wie

halbtrockene Weißweine hervorzubringen, die stets

ein langes Alterungspotenzial aufweisen.“

Über den 2019er: „Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist

2019 ein Jahrgang der Superlative im Anjou, sehr konzentriert

und mit einem immensen Alterungspotenzial.“

fügt Ivan Massonat in seinem Jahrgangsbericht an.

Kein Wunder, dass einer seiner allerbesten trockenen

Weine hier besonders herausragt. Aus Zauberei entstehen

hier allerdings keine großen Weine. Die Feuchtigkeit

erlaubt legendäre Süßweine aus botrytisierten

Trauben, erfordert aber höchstes Winzergeschick für

die Produktion trockener Weine, speziell bei biodynamisch

agierenden Domainen wie Belargus. Die terrassierten

Schieferlagen mit wenige Zentimeter dünner

Lehm-und Tonauflage bilden hier die Basis der großen

Weins, der zwei Jahre im großen Holzfass ausgebaut

wurde. Es ist ein Wein, bei dem man sich erst einmal

herantasten muss. Zwiebelschalenartig entfaltet er

neue Schichten. Sobald man meint ihn ergriffen zu

haben, tauchen neue Facetten in dieser jugendlichen

Phase auf. Zunächst wären da Bienenwachs, auch frische

Teiglinge und etwas Holz. Doch in Kontakt mit

Luft katalysiert dieser Chenin Blanc förmlich. Quitten,

eingelegte Salzitronen und Haselnüsse tauchen auf.

Ganz im Hintergrund: Der Duft von warmem Schiefer.

Wer hier nicht zum großen ballonförmigen Glas greift,

dem entgehen einige der vielen Facetten. Am Gaumen

wird dann klar, welch Reifepotenzial dieser Savennières

aufweist. Die Säure ist tief gebettet in ein zart

phenolisches Korsett. Dieser Clos ist ein Texturwein!

Es bereitet höchste Freude diesen zartmineralischen

Weißwein am Gaumen kreisen zu lassen. So viel Energie

und Druck, die hier an der Oberfläche brodeln, sich

mit Flaschenreife entfalten werden. Und dann ist da

diese ungemein charmante flintige Note, die im Wein

mitschwingt. Wir schreiben hier das zweite Jahr in der

Gutsgeschichte, schmecken allerdings eine Güteklasse,

welche nur ganz wenige Betriebe jemals erreichen.

Großer Chenin Blanc, der Zeit fordert. Höhepunkt wohl

ab 2026 bis 2045.

62 PINWAND no 333 | Januar 2022


96+ Punkte

ANTHOCYANES

96 Punkte

LA REVUE DU

VIN DE FRANCE

„TREILLES“ ANJOU MONOPOLE, BLANC 2018

96+ Punkte: „Dieser Wein hat große Eleganz, eine terrestrische

und magische Dimension.“ – Anthocyanes

95 Punkte

WINE SPECTATOR

96 Punkte: „Ein magischer, eleganter Wein mit exzellentem Reifepotenzial.“

– Decanter

95 Punkte: „Die Komplexität macht ihn fast zu einem philosophischen Getränk“

– Wine Spectator

Limitiert, max. 2 Flaschen/ Kunde

FLO080718 „Treilles“ Anjou Monopole, blanc 2018 14% Vol. 158,66 €/l 119,00 €

Die Monopollage „Clos des Treilles“ ist eng mit der

Erfolgsgeschichte Jo Pithons verbunden, der mit dem

Jahrgang 2018 sein Weingut an Ivan Massonnat übergab

und diesem nun mit all seiner Erfahrung zur Seite

steht. Es ist Jo Pithons „Herzenslage“, die der Winzer

mit fast manischer Ausdauer über viele Jahre zu seinem

Monopol machte, in dem er von allen Besitzern

Parzelle für Parzelle erwarb, bis ihm dieser magische

Cru schließlich alleine gehörte. Was den Winzer an

dem damals fast brachliegenden Weinberg begeisterte:

„Der hat nie Chemie gesehen!“ Die Reblauskatastrophe

und der zweite Weltkrieg hatten das Interesse

der ansässigen Winzer an der Lage zum Erliegen gebracht,

zu steil, zu aufwändig die Bewirtschaftung in

diesen schwierigen Zeit. Auch in den 1960er änderte

sich daran nichts, jetzt stand die Mechanisierung der

Weinberge im Vordergrund, und so verkümmerte diese

Lage mit ihrer bis zu 70%-igen Steigung. Jo Pithon

jedoch hatte in diesem Weinberg seinen heiligen Gral

entdeckt, er rekultivierte diese „Herzensangelegenheit“,

machte sie zu seiner lebenslangen Aufgabe, die

ihren heutigen Kultstatus begründet. Eine Begehung

der Lage veranlasste Ivan schließlich dazu, sich an

der Loire niederzulassen und Pithons Weingärten zu

erwerben. Aus dieser Monopollage wird es im Debütjahrgang

einen trockenen Chenin Blanc geben, er stellt

den Höhepunkt der Kollektion dar. Allerdings schlummert

er noch im Keller des Weinguts, den er erst im

Herbst des Jahres 2021 verlassen wird! Wir haben uns

eine kleine Menge dieses Unikats gesichert, die Sie

bei uns zur Reservierung erwerben können. Schon

jetzt gibt es ein enorme Nachfrage nach dieser Rarität

vom vielleicht spannendsten Chenin-Blanc-Terroir der

Loire (2,72 Hektar!), das Jo Pithon als sein Lebenswerk

bezeichnet.

63


FRANKREICH LOIRE

Belargus

SÜSS

„LAYON“ COTEAUX-DU-LAYON MOELLEUX, BLANC 2018

Herrlich verspielter Moelleux im Stil einer Auslese!

FLO080818 „Layon“ Coteaux-du-Layon Moelleux, blanc 2018 11,5% Vol. 45,33 €/l 34,00 €

96 Punkte

PARKER

Die Coteaux-du-Layon wären nicht vollständig ohne

ihre feinen Süßweine. Wenige Appellationen genießen

einen derart exzellenten Ruf für fruchtsüße Chenin

Blancs wie die Coteaux-du-Layon und Quartsde-Chaume.

Wir befinden uns hier am rechten

Ufer der Loire, entlang des Seitenflusses Layon,

wo ideale Bedingungen herrschen, um von botrytisierte

bzw. rosinierte Trauben zu lesen. Die

Weine werden hier in zwei Kategorien eingeteilt,

die sogenannten vins moelleux sowie die vins liquoreux.

Man könnte sagen, dass ein moelleux in etwa

einer Riesling-Auslese von der Mosel vergleichbar ist.

Es handelt sich also um einen fruchtsüßen Wein, der

allerdings anders als der liquoreux nicht ausschließlich

von rosinierten Trauben gelesen wurde und somit

echten Süßweincharakter besitzt. Der feine „Layon“

besticht vielmehr durch eine enorme Klarheit. Er duftet

ungemein fein nach Quitten, grünen Äpfeln und,

Kamille und Bienenwachs. Er bleibt so fein und klar, ja

geradezu erfrischend am Gaumen, wo eine zarte Süße

eine prägnante Säure abpuffert und dem Wein eine

Balance gibt, die Parameter wie trocken und süß aufzulösen

scheint. Das ist ein verspielter, ausgesprochen

animierender Wein, den man getrost schon im ersten

Jahrgang bestens genießen kann, der allerdings auch

ein Potenzial von vielen Jahren aufweist. Ein idealer

Partner, den man zur Tarte Tatin, Quittenbrot, Käsekuchen

oder einfach über einen langen Abend solo

(und sehr gerne à deux!) genießt.

Trinkreife ab sofort, Höhepunkt wohl ab 2025 bis 2045.

„ÉCHARDERIE“ COTEAUX-DU-LAYON CHAUME 1ER CRU

MOELLEUX, BLANC 2018

17 Punkte: „Präzision und perfektes Gleichgewicht von Cremigkeit und Spannung.“

– Le Point

FLO080918 „Echarderie“ Coteaux-du-Layon Chaume 1er Cru Moelleux, blanc 2018

12,5% Vol. 73,33 €/l 55,00 €

17 Punkte

LE POINT

Der „Écharderie“ stammt aus einer Lage in der Gemeinde

Rochefort-sur-Loire von lediglich 0,35 Hektar

Größe. Schieferböden, wie sie an der Mosel vorzufinden

sind, prägen hier die Coteaux-du-Laon Chaume

1er Cru, eine Enklave der Coteaux-du-Layon, die etwas

über Quarts-de-Chaume hinausreicht und AOC-

Status erhielt. Für einen Wein wie diesen, müssen

bereits teilweise rosinierte Trauben gelesen werden.

Das Ergebnis ist daher in etwa mit einer Auslese, die

Botrytis-Trauben enthält oder einer Beerenauslese zu

vergleichen. Ein wunderbar komplexer Wein, dessen

Duft nach Aprikosenkonfitüre, Honig, Brotkruste und

frischem Honig am Gaumen durch eine feine Säure

und einen ausgewogenen Alkoholgehalt von 12,5 Vol.-%

abgerundet wird. Dieser kraftvolle und doch federleicht

Chenin Blanc besitzt ein ungemein vielschichtiges

Aroma bei einer seidigen Struktur. Eine

absolute Preziose vom Loire-Tal, wie man sie heute

nur noch äußerst selten findet. Wir freuen uns sehr,

diese Schätze in Deutschland anbieten zu können

und hoffen (und sind uns eigentlich sicher), dass sie

(natürlich hocherfreute!) Liebhaber finden werden.

Wenn man bedenkt, wie flächenmäßig winzig die Herkunft

dieses Wein ist (gerade im Kontext der edelsüßen

Weinen der Mosel), dann kann man nur konstatieren,

dass es sich hier um ein echtes Schnäppchen handelt!

Die Süßweine aus Sauternes geraten im Vergleich

häufig durch Barrique und Alkohol deutlich kräftiger,

können auch in preislicher Hinsicht, geschweige denn

in puncto Eleganz mit diesen Edelsteinen kaum mithalten

– für uns ein echter Coup de Cœur!

Für diesen feinen edelsüßen Wein empfehlen wir zwei

Trinkfenster. Ab sofort und bis ca. 2025 für eine fruchtintensiven

Phase und dann wieder ab ca. 2030–2040 mit

einem herrlich komplexen Aroma.

64 PINWAND no 333 | Januar 2022


Belargus

LOIRE FRANKREICH

Es ist geschafft: Der zweite Jahrgang von Belargus

ist gelesen – merken Sie sich diesen Namen!

„QUARTS“ QUARTS-DE-CHAUME GRAND CRU

LIQOUREUX, BLANC 2018 (0,375L)

99 Punkte: „Ein fabelhafter, unwiderstehlicher Grand Cru“ – Stephan Reinhardt

99 Punkte

PARKER

FLO081118H „Quarts“ Quarts-de-Chaume Grand Cru Liqoureux, bl. 2018 (0,375l) 12,5% Vol. 73,33 €/l 55,00 €

Die südwestliche Exposition der 3,08 Hektar großen

Schiefer-Lage, eine leichte Hangneigung von 10 bis 20 %

und die Nähe zur Layon prädestinieren den „Quarts“ im

Herzen des Quarts-de-Chaume, der einzigen Grand-

Cru-Appellation der Loire, für edelsüße Weine, die

hier eine große Tradition pflegen. In Frankreich gibt

es Sauternes – und es gibt die edelsüßen Schätze der

Loire. Man kann dabei ohne Übertreibung sagen, dass

Quarts-de-Chaume zu den bedeutendsten Terroirs

Frankreichs zählt. Es bringt hochkonzentrierte Weine

von ungemeiner Aromenintensität bei gleichzeitiger

Leichtigkeit hervor. Dieser liqoureux, der sich hierzulande

mit einer Beerenauslese vergleichen ließe, wird

aus botrytisiertem Traubenmaterial vinifiziert. Trotz

oder gerade wegen seiner zarten 11,0 Volu menprozent

Alkohol besticht er durch Kraft und Leichtigkeit, eine

Kombination, wie man sie so nur selten findet. Es duftet

hier nach kandiertem Ingwer, Bienenwachs und Marillen,

dann nach Orangenzesten und Quittenbrot. Am Gaumen

beeindruckt die fast ölige Konsistenz dieses großen

Süßweins, dem wir ein Potenzial von gut und gerne

30 bis 40 Jahren voraussagen. Er zählt sicher zu den

ganz großen Süßweinen Frankreichs, besticht dafür

weiterhin durch ein enormes Preis-Genuss-Verhältnis.

Ein echtes Juwel aus dem Debütjahrgang der weltweit

beachteten, schon jetzt legendären domaine Belargus.

Ab sofort uns bis 2048+.

65


FRANKREICH LOIRE

Belargus

„ROUÈRES“ QUARTS-DE-CHAUME GRAND CRU

LIQOUREUX, BLANC 2018 (0,375L)

96 Punkte: „Happy hunting!“ – Robert Parker’s Wine Advocate

96

Punkte

parker

FLO081318H „Rouères“ Quarts-de-Chaume Grand Cru Liqoureux, bl. 2018 (0,375l) 10,5% Vol 141,06 €/l 52,90 €

Die Appellation Quarts-de-Chaume steht seit jeher

für legendäre Süßweine aus der Chenin-Blanc-Traube,

die vergleichsweise ähnlich wandelbar ist wie der Riesling.

Während jener jedoch mehr über die Fruchtintensität

dekliniert wird, artikuliert sich Chenin Blanc besonders

über die Struktur des Weins und bewegt sich

meist in einem fruchtreduzierteren Aromenfenster.

Die Lage „Les Rouères“ zählt hierbei zum absoluten

Kerngebiet der Appellation, befand sich bereits im

Gründungsdekret der Enklave. 2,9 Hektar besitzt Ivan

Massonnat hier, obwohl die ganze Appellation nur

etwas mehr als 50 Hektar ausmacht! Die sonnigen,

gen Süden gerichteten Hänge sowie der Morgennebel,

den der Fluss Layon hier regelmäßig hervorbringt,

erzeugen allerfeinste botrytisierte Trauben. Das war

im sonnigen Jahrgang 2018 der Fall. Das Ergebnis dieser

rosinierten Trauben schimmert wie flüssiger Bernstein

im Glas. Dieser zart ölige Süßwein duftet vor allem

nach Aprikosen, frischen wie getrockneten, auch ein

Hauch Orangeat und Schieferwürze zeichnen sich ab.

Das wirkt zunächst einer Trockenbeerenauslese sehr

nahe, doch die Struktur und Dichte ist hier eine ganz

andere. Intensiv süß, doch von herben Noten ausbalanciert,

leitet eine feine Säure diesen Jahrhundertwein,

der zudem auch an Schwarzbrotkruste erinnert.

Die Erdigkeit und Tiefe ist beeindruckend! Im Nachhall

schwirren bitter-süße Chinotto-Orangen nach.

Tarte Tatin, Apple Crumble, weihnachtlich gespickter

Guglhupf und Entenleber mit Quittenkompott bieten

Anlass genug um ein solches Kaliber zu entkorken.

Dieser edelsüße Weißwein bietet nahezu jederzeit Hochgenuss.

Potenzial bis weit nach 2060.

„ULTRA“ QUARTS-DE-CHAUME GRAND CRU LIQOUREUX,

BLANC 2018 (0,375L)

Ein Trank für die Götter!

100 Punkte: „Dieser 2018er ist für die Ewigkeit gemacht und gehört zu den besten

edelsüßen Weinen, die ich je getrunken habe.“

– Stephan Reinhardt (Robert Parker’s Wine Advocate)

100

Punkte

parker

FLO081418H „Ultra“ Quarts-de-Chaume Grand Cru Liqoureux, bl. 2018 (0,375l) 9% Vol. 637,33 €/l 239,00 €

100 Parker-Punkte im Debütjahrgang! Gab es so etwas

schon einmal? Wir sind uns nicht sicher. Als einen „der

spektakulärsten Neuzugänge in der Geschichte des

The Wine Advocate“ beschrieb Stephan Reinhardt die

Domaine Belargus. Und hier kommt der Topwein, von

dem Ivan Massonnat uns als einer der Händler erster

Stunde, noch vor Erscheinen jener Spitzenwertungen

eine Menge zusicherte. Doch nun zurück zur perfekten

Note im Debütjahrgang: Dass ein solches Glanzstück

möglich ist, verdanken wir vor allem einer Ikone

der Loire, Jo Pithon. Mit seinem „Ambroisie“, also

Speise der Götter getauften Süßwein, sorgte er bereits

in den 1990er-Jahren für Furore (99 Parker-Punkte

für den Jahrgang 1995). Wie allgemein bekannt ist,

überschrieb Pithon Ivan Massonnat seine allerbesten

Chenin-Blanc-Parzellen. Kein Wunder, dass hier die

Ikone beibehalten wird. Denn genau an jenen Wein

lehnt der „Ultra“ im Hause Belargus an. Er wurde in

den letzten Lesegängen eingefahren und entspringt.

Die Trauben waren derart rosiniert, dass ihnen kaum

Saft zu entlocken war. Ganze zwei Jahre vergor dieser

Wein, von dem es lediglich ein Fass gibt. Er gehört

gewiss zu den konzentriertesten seiner Art, darf mit

einem Tokaji Eszencia verglichen werden. Dunkler

Bernstein liegt hier im Glas. Die Konsistenz sirupartig

– konzentrierter Nektar von Chenin-Blanc-Trauben!

Es duftet weniger fruchtintensiv und exotisch als man

vermutet. Aprikosen, Kümmel, Quitten und Melasse,

auch deftige Röstnoten lassen sich wahrnehmen. „Ich

habe keine Zweifel, dass der Wein 100 und mehr Jahre

alt werden kann. Was für ein Start für die Domaine Belargus!“

so Stephan Reinhardt, der diesem die Höchstnote

vergibt und ein sehr präzises Trinkfenster von

2021 bis 2120 notiert. Wir sind uns sowas von sicher,

dass der Wein die 100 Jahre auch vollmachen würde …

Ab sofort und bis in alle Ewigkeit!

66 PINWAND no 333 | Januar 2022


Belargus

LOIRE FRANKREICH

67


ITALIEN LOMBARDEI

ARPEPE

ARPEPE

SONDRIO (VALTELLINA)

UNSERE

ITALIEN-ENTDECKUNG

DES JAHRES!

in unserem

Programm!

68 PINWAND no 333 | Januar 2022


ARPEPE

LOMBARDEI ITALIEN

Chiavennasca – die (noch) geheime Antwort

des Valtellina auf Nebbiolo aus dem Piemont!

ARPEPE: „einer der Gründe, warum das Geheimnis des Valtellina langsam gelüftet wird.“

– WSJ. Magazine

„Die Weine von ARPEPE (eine Abkürzung für die Initialen des Gründers Arturo Pelizzatti Perego)

gehören zu den beeindruckendsten, die ich verkostet habe... Die Weine verdienen von Anfang bis

Ende große Aufmerksamkeit. Der super-traditionelle Stil wird Liebhabern von durchscheinendem

Nebbiolo die Knie weich werden lassen... Am wichtigsten ist vielleicht, dass ARPEPE zeigt, wie renommiert

die Weine des Valtellina sein können.“ – Antonio Galloni (Vinous)

„Nebbiolo, die edle Rebsorte hinter Barolo und Barbaresco, ist derzeit die angesagteste rote Rebsorte

Italiens. Wenn Sie jedoch glauben, dass nur im Piemont Nebbiolo-Weine von Weltklasse

erzeugt werden können, ist es an der Zeit, das Valtellina zu entdecken, wo Nebbiolo in felsigen,

alpinen Weinbergen in der Lombardei gedeiht.“ – Wine Enthusiast

„Die Nebbiolo aus dem Valtellina sind typischerweise hell und geschmeidig und weisen die für die

Rebsorte charakteristischen Noten von Kirschen, Erdbeeren, Kräutern und Gewürzen auf. Ihre

straffen Tannine sind mit einer lebendigen Säure gepaart, im Gegensatz zum Barolo, der eine dichtere

Tanninstruktur aufweist.“ – Wine Spectator

Was hat die Welt des Nebbiolo neben dem Piemont

noch zu bieten? Diese Frage stellen sich gewiss viele

Weinliebhaber. Nicht nur ob der steigenden Preise

im letzten Jahrzehnt, alle traditionellen und weltberühmten

Weinbauregionen der alten Welt verzeichnen extreme Aufmerksamkeit,

wir sehen dies aktuell im Burgund, der Champagne

aber auch kleinen Regionen wie dem Jura. In Italien sind alle

Augen aufs Piemont gerichtet, der vielleicht burgundischsten

Region Norditaliens. Doch nicht nur Weinliebhaber lechzen

nach jenen filigranen und terroirgeprägten Rotweinen. Auch

Winzer blicken ob der klimatischen Veränderungen nach höher

gelegenen Lagen und Subregionen. Das Alto Piemonte steht

bei vielen hoch im Kurs, unsere Azienda Agricola Antoniolo erfreut

sich im Gattinara höchster Beliebtheit, andere Betriebe

aus dem Piemont wie Giacomo Conterno engagierten sich hier

ebenfalls. Und schon 1999 entdeckte Paolo de Marchi (Isole e

Olena) im Alto Piemonte den alten Familiensitz wieder für sich.

Antonio Galloni (Vinous) berichtete jüngst über diesen Trend,

der exponentiell zu steigen scheint:

„Es steht außer Frage, dass der Nebbiolo eine der größten und

edelsten roten Rebsorten der Welt ist. Die Fähigkeit, die Essenz

der Lage und des Jahrgangs durch die Linse des Erzeugerstils zu

vermitteln, macht den Nebbiolo zu einer einzigartigen Rebsorte.

Wenn Konsumenten den Zauber des Nebbiolo einmal erlebt

haben - meist durch die Weine der Langhe -, ist es nur natürlich

zu fragen: Was gibt es denn sonst noch? Die Antwort lautet:

Alto Piemonte und Valtellina, zwei eigenständige und unterschiedliche

Regionen, die beide viel zu bieten haben. Seit meinem

letzten Beitrag vor zwei Jahren habe ich mehr Weine aus

dem Alto Piemonte und dem Valtellina verkostet denn je zuvor,

viele davon von neuen Betrieben. Das Tempo des Wandels ist

rasant und oft auch aufregend. Das Beste daran ist, dass diese

handwerklich hergestellten Weine nur einer Handvoll Kenner

bekannt sind und in der heutigen Welt einen enormen Wert

haben.“

Das Trio hinter ARPEPE: Emanuele,

Isabella und Guido Pelizzatti Perego

69


ITALIEN LOMBARDEI

ARPEPE

VALTELLINA: IL PARADISO PURO DEL NEBBIOLO!

„Ein Tal, umgeben von hohen und furchterregenden Bergen“,

so beschrieb Leonardo da Vinci die Region Valtellina in seinem

Codex Atlanticus. Das Valtellina ist eine der attraktivsten Regionen

für Nebbiolo. Wir befinden uns hier weiter nördlich als im

Piemont, genauer gesagt in der Lombardei. Das Valtellina, eine

Region von lediglich rund 1.000 Hektar Rebfläche (einst war

die Region immerhin 6.000 Hektar groß!), grenzt bereits an die

Schweiz und Südtirol an, die zudem Hauptabnehmer der finessereichen

Rotweine sind. Das alpine Ski-Gebiet St. Moritz befindet

sich hier lediglich 80 Kilometer nördlich. Damit zeichnet

sich auch schon das Landschaftsbild des Valtellina ab. Die

Weinortschaften sind von terrassierten Steillagen geprägt,

erinnern an einen Hybrid aus dem Tessin und Hermitage. Diese

raue Landschaft erweist sich als klimatisches Paradies: Die Adda

fließt hier von den Rätischen Alpen über den Comer See bis

zur Mündung in den Po. Das Tal wird im Süden wie im Norden

von Gebirgszügen eingefasst, ist von kalten Nordwinden abgeschottet

und wird vor Pilzkrankheiten, die bei feucht-warmen

Luftströmungen entstehen weitestgehend bewahrt. Der Comer

See fungiert hier als Temperaturregulator. Wer Weinbau betreibt,

ist sich einer gewissen Selbstkasteiung wohlbewusst,

nicht umsonst spricht man im Valtellina von der viticultura eroica,

dem „heroischen Weinbau“: Zwischen 300 und 700 Metern

Höhe wird dieser in aller Regel betrieben, die Parzellen zeigen

sich verwinkelt und liegen in der Gele weit verstreut. Handarbeit

ist hier eine Notwendigkeit, die am Ende jedoch mit einem

wahrhaft paradiesischen Wein belohnt wird. Dantes Göttliche

Komödie und die zu durchlaufenden Höllenkreise kommen

einem hier auch 700 Jahre nach dem Tod des Dichters unweigerlich

in den Sinn – und tauchen auch tatsächlich auf. Das

Valtellina besitzt eine Qualitätspyramide: Die Basis bildet der

sogenannte Rosso di Valtellina DOC, der zu mindestens 90 %

aus Nebbiolo bestehen muss. Darüber erschließen sich die Valtellina

Superiore DOCG. Lediglich fünf Unterzonen (sottozone),

kleinste Gebiete von 15 bis 140 Hektar Größe, dürfen sich

auf dem Etikett hervorheben: Grumello, Maroggia, Sassella,

Valgella und das sogenannte Inferno, eine der eindrucksvollsten

Subregionen des Valtellinas, dessen kräftigere Rotweine

besondere Aufmerksamkeit verdienen.

ARPEPE: HISTORISCHES AKRONYM UND

ZUGPFERD DER REGION

Ein Betrieb ragt unserer Meinung nach besonders hervor, und

wir verdanken diese vorzügliche Empfehlung niemand geringerem

als Roberto Santana, einem der vier Musketiere unseres

spanischen Champions-League-Teams Envínate. Es handelt

sich um die in Sondrio gelegene Società Agricola AR.PE.PE.

Hinter diesem Akronym verbirgt sich Arturo Pelizzatti Perego,

der „Wiederaufbauer“ des Weinguts, wie er von den heutigen

Kindern genannt wird. Denn drei Meilensteine prägen die

Gutsgeschichte: 1860, 1984 und 2004. Das schlicht „Pelizzatti“

genannte Weingut lässt sich bis 1860 zurückdatieren, wurde

dann in den 1970er-Jahren zum Leidwesen Arturo Pelizatti

Peregos verkauft, dessen Vater den Betrieb aufgrund seiner voranschreitenden

Krebskrankheit veräußerte. Erst ein Jahrzehnt

später erwarb Arturo den Betrieb zurück, verpflichtete sich,

die Einzigartigkeit der Nebbiolo-Traube im Valtellina herauszuarbeiten.

Als einziges der vier Kinder verschrieb er sich dem

Weinbau. Nur durch Verpachtung gelang es ihm den Betrieb

vor dem kompletten Ausverkauf zu bewahren. Dadurch konnte

er allerdings die Kernlagen des väterlichen Betriebs wiedererwerben.

Wir verdanken nun der fünften Generation, Arturos

Kindern, die Fortschreibung einer einzigartigen Geschichte,

die erneut in eine Tragödie hätte münden können, als Arturo

seinem Krebsleiden im Jahre 2004 erlag. Doch standen hier

inzwischen die Geschwister Isabella, Emanuele und Guido

bereit, festentschlossen, das Vermächtnis ihrer Vorfahren zu

bewahren und das Weingut in eine ebenso geschichtsträchtige

Zukunft zu führen.

Was die Geschwister seitdem investiert haben, ist atemberaubend:

Die schwierig zu bewirtschaftenden Terrassenlagen

wurden mit Schleppzügen ausgestattet, wie man sie schon

vor Generationen kannte, um so das Traubenmaterial ins Tal

zu transportieren. In der tief in die Hügel gegrabenen Kellerei

werden mit großer Geduld und noch größerem Verständnis

Weine vinifiziert, die in ihrer Stilistik unverkennbar ausfallen

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ARPEPE

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und unter idealen Bedingungen quasi unbeeindruckt von äußeren

Ereignissen heranreifen. „ARPEPE ist einer der traditionellsten

Erzeuger des Valtellina. Die Gärung und Mazeration

seiner Einzellagenweine findet in großen Holzbottichen statt

und kann je nach Jahrgang bis zu 69 Tage dauern. Danach folgt

eine lange Reifung in den Kellern, zunächst in großen Fässern,

meist aus Kastanienholz für die Cru-Abfüllungen, dann in Zement

und schließlich in der Flasche, bevor er auf den Markt

kommt.“ berichtet der Wine Enthusiast. Im Zentrum steht

ausschließlich die Herausarbeitung der Nebbiolo-Traube, die

hier auch Chiavennasca genannt wird. Sassella, Grumello und

Inferno sind die Ortschaften, welche die Geschwister bearbeiten.

Der Schieferanteil fällt in Grumello besonders hoch aus.

Aber auch Kalkstein dominiert hier den Boden. In Sassella sorgen

die eisenhaltigen roten Böden mit hohem Lehmanteil für

völlig andere Facetten. Das Potenzial ist enorm. So schreibt der

Sommelier und Italienkenner Roger Bissel: „Die besten Weine

des Valtellina können sich mit den etablierten Spitzenweinen

messen. Meiner Meinung nach ist das Valtellina eine Region

mit enormem Potenzial, vor allem da die Welt ihre Liebe zum

Nebbiolo weiter ausbaut.“ Es ist die Feinheit und Intensität,

des Nebbiolo, die hier besonders betont wird. Ein Nebbiolo aus

Valtellina, speziell von ARPEPE, fällt völlig anders aus als klassischer

Barolo. Die enormen Höhenlagen und das raue Klima erzeugen

rubinrot schimmernde Weine, deren Früchte säuerlich

und rotfruchtig ausfallen. Nicht selten gesellen sich Kräuter-

Minze – und Teenoten hinzu, wohingegen die Tanninstruktur

seidig und zart ausfällt. Die Fruchtintensität, die die Weine hier

ausstrahlen ist bemerkenswert. Um der eher divenhaften Traube

gerade diese Facette zu entlocken, bedarf es eines gehörigen

Quantums Geduld. Die Geschwister lernten diese Bedingung

bereits von ihrem Vater, der diesbezüglich als absoluter Fanatiker

galt und all seinen Weinen viele Jahre Reifezeit spendierte,

bevor sie in den Verkauf gingen. Diesem Credo folgt man auch

heute noch, zelebriert es förmlich, was Besonderheit und Ausnahmestellung

sämtlicher Weine von ARPEPE garantiert.

„Il giusto tempo del Nebbiolo“, die richtige (Warte-)Zeit für

den Nebbiolo. So lautete stets Arturos Leitspruch für ARPEPE.

Wir schreiben das Jahr 2022 und es scheint: Das Warten

hat sich mehr denn je gelohnt. Die Zeit ist reif für Nebbiolo

jenseits des Piemonts!

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ARPEPE

NEBBIOLO DOC ROSSO DI VALTELLINA, 2020

„Dieser Wein verkörpert alles, was man am Nebbiolo lieben kann.“

„The 50 Best Wines of 2020“ – Vinepair

ILO020120 Nebbiolo DOC Rosso di Valtellina, 2020 Nomacork 13% Vol. 31,86 €/l 23,90 €

Im lombardischen Valtellina, an der Grenze zur

Schweiz, nennt man den ubiquitären Nebbiolo „Chiavennasca“.

Er gedeiht hier in bis zu 700 Metern Höhe

und unterscheidet sich, nicht allein nur aufgrund der

teils vom Schiefer geprägten Lagen enorm vom Piemonteser

Barolo. Ganz besonders kommt dies beim

einfachen Rosso di Valtellina zur Geltung. Im Weingut

ARPEPE praktizieren die Geschwister lange Mazerationszeiten,

greifen hierbei jedoch kaum ein, sodass

die Aromen und Farbstoffe aus den Trauben nur subtil

– wie bei einem Tee – extrahiert werden. Ausgebaut

werden die Weine dann in großen Gebilden, wo sie

oft über mehrere Jahre reifen. Bis auf die Ausnahme

dieses rosso, der ganz klar die Fruchtintensität und

Vitalität der Nebbiolotraube betont. Er stammt von

Terrassenlagen zwischen 350 und 600 Metern Höhe,

mazerierte zwar ganze 69 Tage. Ausgebaut wurde er

allerdings lediglich für fünf Monate in 50-Hektoliter-

Fässern, zum Teil auch in Zementtanks. Dieser feine

Rotwein strahlt einen förmlich mit seinem hellen rubinrot

an. Es duftet hier ganz subtil nach Hagebutten,

Kornellkirschen und Walderdbeeren. Die Frucht zeigt

sich derartig intensiv wie auch bereits die Farbe. Ein

Hauch von extrahierten Assam-Teeblättern bildet eine

feine kräuterige Note im duftigen Bouquet. Gott, ist

das fein! Am Gaumen zieht sich die zarte Säurestruktur

entlang, nicht adstringierendes Tannin, wie man es

bei jungem Langhe Nebbiolo kennt. Die Tannine tauchen

erst im Nachhall auf, ganz feinkörnig, fast schon

poliert. Dieser Wein lebt von seiner intensiven Frucht

und Leichtigkeit, der roten, ja eher erdbeerigen Frucht

und nur minimal balsamischen Noten im Nachhall. Im

schwarzen Glas serviert könnte man den Wein gewiss

auch für einen strukturierteren Weißwein halten.

Unmittelbar ein Genuss! Auf Empfehlung ARPEPEs

bevorzugt bei 15 °C und im Ballonglas servieren.

Potenzial bis 2025+.

„IL PETTIROSSO“ DOCG VALTELLINA SUPERIORE, ROSSO 2017

Zartester Nebbiolo, der selbst zum Käse passt!

ILO020217 „Il Pettirosso“ DOCG Valtellina Superiore, 2017 Nomacork 13,5% Vol. 39,93 €/l 29,95 €

Der „Il Pettirosso“ ist nach den Rotkehlchen benannt,

welche tatsächlich im Valtellina öfters vorzufinden

sind. Mit dieser Vorbildung erkennen wir auch den

stilisierten Vogel, welcher das Etikett dieses Valtellina

Superiore DOCG schmückt. Enrico, Isabellas Ehemann

zeichnet hier verantwortlich! „Il giusto tempo

del Nebbiolo“, die richtige Wartezeit für den Nebbiolo

lautet das Leitmotiv des Weinguts ARPEPE. Man gibt

dem Nebbiolo die Zeit, die er für sich einfordert. Somit

handelt es sich beim 2017er „Il Pettirosso“ auch um

den aktuellen Jahrgang. Er mazerierte wie alle Rotweine

des Hauses äußerst lang auf der Maische: 116 Tage

um genau zu sein! Weitere 12 Monate verbrachte er

in äußerst großen, 50 Hektoliter fassenden Fässern,

in Teilen auch in Stahltanks. Denn dominantes Holz

spielt bei ARPEPE niemals eine Rolle. Der Fokus liegt

klar auf der Duftigkeit, ja Filigranität des Nebbiolo,

den die lokalen Winzer Chiavennasca nennen, wohl

auch, um ihm vom Piemontester Nebbiolo zu unterscheiden,

der viel kräftiger und tanninbetonter ausfällt.

Es lohnt sich diesen feinduftigen Wein im Ballonglas

zu servieren, denn das Bouquet offenbart allerlei

flüchtige Nuancen, die einem nicht entgehen sollten.

Der kardinalsrote, eher durchsichtige „Il Pettirosso“

duftet nach Hagebutten, Rosenblättern und getrockneten

Blutorangenschalen. Die Tannine sind seidig, die

Frucht strahlend wie von kaltextrahiertem Früchtetee.

Doch zeigen sich jene intensiven Aromen niemals

knallig, sondern strahlend. Sie ziehen einen förmlich in

den Bann, weil man Nebbiolo in dieser leichten, ja berückend

fragilen Ausprägung andernorts nicht kennt.

Es überrascht daher nicht, dass dieser Wein, speziell

mit etwas Reife, durchaus zum Käse passt, allen voran

dem bitto, der hier in der Region affiniert wird. Auch

Bresaola und pizzoccheri (Buchenweizennudeln) in

Butter mit Wirsing, Kartoffeln und Käse geschwenkt

sind – samt Valtellina im Glas – die „Apotheose“ eines

idealen Mahls!

Ab sofort, Höhepunkt wohl ab 2023 bis 2035+.

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ARPEPE

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„SASSELLA STELLA RETICA“ DOCG VALTELLINA

SUPERIORE, ROSSO 2017

„Edelweiß, das Alpenkind, läßt sich am Zaun nicht pflücken.“ – F. W. Weber

ILO020317 „Sassella Stella Retica“ DOCG Valtellina Superiore, 2017 Nomacork 13,5% Vol. 50,66 €/l 38,00 €

Isabella Pelizzatti Perego, eines der drei federführenden

Geschwister im Weingut ARPEPE hat eine klare

Vorstellung vom perfekten Valtellina: „Wir glauben,

dass eine sehr lange Zeit mit Mikro-Oxydation in

großem, neutralem Holz, zusammen mit zusätzlicher

langer Flaschenreifung, entscheidend ist, um mehr

Komplexität, aber auch große Vielseitigkeit und Trinkbarkeit

zu erhalten.“ diesen Leitsatz vermittelte bereits

ihr Vater, dessen in den tiefen Hügel gegrabenes

Weingut lange Zeit unter der Hand weiterempfohlen

wurde, mittlerweile Kultstatus besitzt. Denn wo sonst

erhält man als aktuellen Jahrgang einen Nebbiolo von

2017? Der „Sassella Stella Retica“ des 13 Hektar umfassenden

Weinguts reift in Lagen zwischen 400 und 550

Metern Höhe heran. 120 Tage Mazerationsdauer verlangte

er den Weinmachern ab, und sie belohnten seine

Beharrlichkeit mit weiteren 12 Monaten Ausbau in

den typischen 50 Hektoliter fassenden Holzgebinden,

zum Teil auch im Zementtank. Von den drei Valtellina

Superiores handelt es sich hierbei um den kernigsten

und kompaktesten. Benannt wurde er nach dem Edelweiß,

der „Blume der Ewigkeit“, die, weil vorwiegend

an unzugänglichen Orten wachsend, Werte wie Liebe,

Mut und Treue symbolisiert. Und so steht diese

Bezeichnung auch für den enormen Aufwand (bis zu

1.500 Arbeitsstunden pro Hektar) im Weinberg, der

hier betrieben wird, um solch einen singulären Wein

einzufahren. Rubinrot im Glas liegend, duftet er nach

Walderdbeeren und Himbeeren. Eine feine Würzigkeit

legt sich alsbald über die Frucht, sodass diverse Kräuter

in den Fokus rücken. Am Gaumen gewiss kompakt,

im Vergleich zum Barolo allerdings fast schon als verdünnt

zu bezeichnen, besticht dieser Nebbiolo vom

Norden Italiens durch sandig feine Tanninstruktur. Die

Subzone Sassella gilt gemeinhin als diejenige, die den

subtilsten Nebbiolo des Anbaugebiets hervorbringt.

Man darf ihm gewiss nochmals drei bis vier weitere

Jährchen spendieren, Nebbiolo profitiert wie nur wenige

Rebsorten von der Flaschenreife, man sollte sich

aber keineswegs gezwungen fühlen, den „Sassella

Stella Retica“ nicht schon jetzt zu genießen. Die Leichtigkeit,

die feine Säurestruktur und rötlich strahlende

Frucht sind schon jetzt ein Hochgenuss!

Höhepunkt wohl ab 2024, Potenzial bis 2038+, gern bei

15 °C servieren.

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ITALIEN LOMBARDEI

ARPEPE

„GRUMELLO ROCCA DE

PIRO“ DOCG VALTELLINA

SUPERIORE, ROSSO 2017

Nebbiolo, der nach Sommer statt Herbst

schmeckt!

ILO020417

„Grumello Rocca de Piro“ DOCGG

Valtellina Superiore DOCG, rosso 2017

Nomacork 13,5% Vol. 50,66 €/l 38,00 €

Sassella, Grumello und Inferno sind drei der fünf Subregionen

Valtellinas, die als Superiore DOCG einzeln

hervorgehoben werden dürfen. Der „Rocca de Piro“

verdankt seinen Namen dem sogenannten Castel

Grumello (offiziell „Castello de Piro al Grumello“),

einer Zwillings-Burg aus dem 13. Jahrhundert, deren

Überreste heute nur noch bruchstückhaft erhalten

sind. In jener Region besitzt die Familie Pelizzatti Perego

zwei Weinberge (die Trauben reifen hier auf 350

und 500 Metern Höhe), aus welchen diese Preziose

vinifiziert wird. Sie liefern einen äußerst frühzugänglichen

Nebbiolo, dessen Fruchtintensität – wenn man

ihn einmal im Glas gehabt hat – man niemals vergessen

wird. Der Jahrgang 2017 wurde am 11. Oktober eingefahren

und nach 118-tägiger Mazeration für ein Jahr

in 50-Hektoliter-Eichenfudern und teilweise im Beton

ausgebaut. In Grumello dominieren vor allem Schiefer

aber auch etwas Kalk die Bodenstruktur. Das Ergebnis

ist ein hellfarbener Nebbiolo, der durchaus exotische

aber subtile Düfte von sich gibt: Kaktusfeigen, etwas

Karambole auch Erdbeeren gesellen sich hinzu. Eine

Hauch von Brennnesseln trägt zu Vielschichtigkeit bei.

Man darf auch hier am Gaumen keinen komprimierten

und tanninlastigen Rotwein erwarten. Die Finesse

der Nebbiolotraube definiert sich durch Aromen von

langgezogenem Assam-Tee, Erdbeeren und einem

Hauch Kirschen, auch roter Johannisbeeren. Die

Tannine sind poliert und fein, reihen sich wie an der

Schnur gezogen entlang. Solch belebend und dabei

fast „leichtgewichtigen“ Nebbiolo haben wir bislang

nur im Valtellina kennengelernt. Das ist einzigartig,

fesselnd neuartig, unvergleichlich – und schlicht

unersetzlich! „Wir sind davon überzeugt, dass der

Nebbiolo aus den Alpen aufgrund seiner herausragenden

Qualitäten einen Ehrenplatz auf dem internationalen

Markt der Spitzenweine verdient hat. Ohne

diese weltweite Anerkennung wäre diese jahrhundertealte

Tätigkeit wirtschaftlich nicht tragbar, denn sie

verweigert sich jeder modernen Massenproduktion.“

so die (Selbst-)Einschätzung des Weinguts ARPEPE.

Weine wie der „Grumello Rocca de Piro“ zementieren

diese Auffassung!

Bereits jetzt ein Vergnügen, Höhepunkt ab 2024 bis 2036.

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ARPEPE

LOMBARDEI ITALIEN

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ITALIEN PIEMONT

Burlotto

Burlotto: eine Familienangelegenheit

– und mehr als „nur“ Barolo!

„Unsere Familie produziert die klassischen Weine der Langhe von Alba mit Hingabe, Sorgfalt,

Leidenschaft und Fingerspitzengefühl. Wir hätten das Gleiche 1850 schreiben können.

Das ist noch immer so.“

Sie, liebe Kunden, haben diese betörenden, ausverkauften

Baroli schon lange in Ihrem Keller liegen. Und heute präsentieren

wir Ihnen den exzellenten Jahrgang 2020 (das

Consorzio schreibt „un’ottima annata, con punte di eccellenza

specialmente sui vini da medio lungo invecchiamento“, Pio

Cesare sieht ihn sogar auf Augenhöhe mit dem Fünf-Sterne-

Jahrgang 2016!) unseres piemontesischen Kleinods mit seinen

Basisweinen, die von gewohnt hervorragender Qualität sind.

Fabio reiht wieder einmal Perle an Perle! Kein Wunder, dass

ihn unsern Italien-Aficionados seit Jahren in ihr Herz geschlossen

haben, zumal Fabio Alessandria einer der sympathischsten

Winzer ist, die wir kennen. Auf der ganzen Welt! Der bescheidene

Ur-Ur-Enkel des legendären Commendatore Burlotto, des

Weingutsgründers und Lieferanten des italienischen Königshauses,

arbeitet in seinen charaktervollen Weinen stets die Authentizität

des Piemont heraus. Weine mit Seele, jenseits krasser

Holzorgien oder marmeladig-backobstiger Überreife. Die

sprichwörtliche burgundische Finesse und Eleganz sowie eine

unübertreffliche Komplexität im betörenden Parfum zeichnen

die feine Stilistik seiner unverwechselbaren Gewächse aus. Das

ist die hohe Schule traditioneller Piemonteser Winzerkunst!

Und diese packenden Barbera, Dolcetti und Baroli gibt es heute

noch zu Preisen, die im Kontext der besten Weine dieser so

prestigeträchtigen Region, dem kundigen Genießer ein Lächeln

ins Gesicht zu zaubern vermögen. Welch altruistische Einstellung

eines jungen Winzers, der sich mit Haut und Haaren

seiner Berufung verschrieben hat. Die sanft gewellte Hügellandschaft

der Langhe im Piemont, dem „Land am Fuße der

Berge“, diese mit ihrem herben Charme und ihren kulinarischen

Köstlichkeiten verzaubernden Weinanbauregion, ermöglicht

es Fabio, dem jungen Star ohne jegliche Allüren, große Weine

individuellen Charakters und der einzigartigen Typizität seiner

großen Lagen zu vinifizieren.

Neben den grandiosen Barolo-Schwergewichten auf absolutem

Weltklasseniveau wollen wir Ihnen vor allem auch die

Basis-Weine von Fabio ans Herz legen. Sie werden mit dem

gleichen handwerkliches Ethos vinifiziert wie seine legendären

Spitzenweine. Denn Fabios Maxime ist stets die höchste Qualität,

was bedeutet, alle wichtigen Arbeiten mit eigener Hand

zu bewerkstelligen. Auf dem Weingut Burlotto steht die Winzerfamilie

noch selbst in Keller und Weinberg und jettet nicht

permanent zu Verkostungen um den Erdball. Denn Fabio ist ein

absolut Weinbesessener, so wie Klaus Peter Keller beispielsweise,

der ihn mittlerweile auch selbst, begeistert von den großartigen

Qualitäten, in Verduno besuchte.

Fabios Weine und Vita belegen meine immer wieder gemachte

Beobachtung: Große Weingutsbetriebe können gute Weine

machen. Emotional berührende, die unter die Haut gehen,

kommen aber stets von kleinen Familienbetrieben: Nur wer die

finale Verantwortung trägt für sein Handeln und hohes ethisches

Verantwortungsbewusstsein für die Natur, der gibt alles!

Kämpft um das letzte Quäntchen Qualität! Und produziert

Heimatweine von unverwechselbarem Charakter.

Tino Seiwert hat das vor

Jahren schon auf eine einfache

Formel gebracht: „Die

wahren Liebhaber Großer

Gewächse, die eher das Leise

suchen denn das marktschreierisch

Laute, fruchtige

Finesseweine mit exemplarischer

Feinheit, mit betörendem Schmelz

und packender Mineralität, die finden

die Seele des Piemont in den

berührenden Pretiosen des genialen

Sympathieträgers aus Verduno.“

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Burlotto

PIEMONT ITALIEN

BURLOTTO

VERDUNO

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ITALIEN PIEMONT

Burlotto

„VIRIDIS“ DOC LANGHE SAUVIGNON, BIANCO 2020

Frühlingshafter, sortentypischer Weißwein von einem der

Sauvignon-Blanc-Pioniere des Piemonts

IPI010220 „Viridis“ DOC Langhe Sauvignon, bianco 2020 13,5% Vol. 17,60 €/l 13,20 €

Bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert findet man

den ursprünglich von der Loire stammenden Sauvignon

Blanc auch im Piemont. Inzwischen steht er

neben Chardonnay und Pinot als dritte wichtige, ursprünglich

französische Sorte fest im Sortenspiegel

der an Rebsorten nicht eben armen Region. Dass er

sich durchgesetzt hat, dürfte an seiner wunderbar gefälligen,

dabei komplexen Aromatik liegen, die auf den

Kalkmergelböden des Piemont zu einer ganz originären

Ausprägung findet.

Bei Burlotto ist der Sauvignon Blanc schon lange Teil

des Portfolios. Ja, man kann vorbehaltlos sagen, dass

Fabio Alessandria nicht nur zu den Vorreitern dieser

Sorte (nach Angelo Gaja war er der zweite, der sie im

Piemont anbaute), sondern auch zu ihren Meistern

gehört. Seine Sauvignon-Blanc-Reben wachsen bei

Verduno (das Gebiet heißt Castagna) auf knapp 1,5

Hektar nach Nordwesten ausherichtet in einer Höhe

von 340 Metern auf Böden, die komplexe geologische

Merkmale – hauptsächlich recht spezielle Mergel- und

Kreideformationen – aufweisen.

Der „Viridis“ – im antiken Rom war „viridis“ die Bezeichnung

für das hellschimmernde Grün der Gewänder

bzw. Schleier der Najaden (Quell-Nymphen,

Hüterinnen von Bächen, Flüssen, Teichen und Seen)

– ist ein überaus frischer, klarer und saftiger Sauvignon

Blanc, bei dem sich das „Knackige“ zitrischer Noten

(Zitronenzesten, Grapefruit) mit hellen Kräutern, mit

kalkig-steinigen Elementen, zarter Pfeffrigkeit und mit

einem Hauch von grünen und gelben Aromen wie Apfel,

Stachelbeeren, Holunderblüten, vor allem aber Renekloden

verbindet. Dabei ist der „Viridis“ am Gaumen

sehr saftig (ein gewisse Salzigkeit inklusive) und angenehm

crisp, die Kombination von frischer Säure und

einem Hauch Cremigkeit verstärkt diesen Eindruck

noch. Hinzu kommt der für Sauvignon-Blanc-typische

herbe Aspekt, der ein wenig an Limettenabrieb erinnert

und dem Trinkfluss ganz besonders förderlich ist.

Ja, der „Viridis“ bereitet mächtig viel Vergnügen, was

durchaus dazu führen kann, dass der Wein deutlich

schneller getrunken ist, als erwartet. Daher: Eine gute

Vorratshaltung ist alles!

Ab sofort und gut bis über 2023 hinaus.

„DIVES“ DOC LANGHE SAUVIGNON, BIANCO 2020

Burlottos „ambitionierter“ Sauvignon Blanc ist nicht nur in Sachen Stilistik

ein kleines Meisterwerk!

IPI011420 „Dives“ DOC Langhe Sauvignon, bianco 2020 14% Vol. 21,26 €/l 15,95 €

Sauvignon Blanc, diese in den letzten Jahren international

so erfolgreich gewordene Sorte, fühlt sich in

vielen Gegenden zu Hause. Den ursprünglich von der

Loire stammenden Sauvignon findet man schon seit

dem frühen 19. Jahrhundert auch im Piemont – ähnlich

wie Chardonnay und Pinot. Und genauso wie die

beiden burgundischen Sorten fühlt sich der Sauvignon

Blanc sehr wohl auf den oft von Kalk und Kreide

durchsetzten Böden.

Bei Burlotto schafft Fabio Alessandria das Kunststück,

einen Wein zu vinifizieren, den man eigentlich innerhalb

weniger Minuten getrunken haben möchte, der

also fast wie Wasser (nur besser) die Kehle hinunterrinnt

und dabei alles andere als gewöhnlich ausfällt.

Das wäre zum einen eines Burlotto-Weines auch

keineswegs würdig, zum anderen ist man hier schon

einfach länger mit dabei: Nach Angelo Gaja war Burlotto

der zweite Betrieb, der in der Langhe Sauvignon

Blanc angebaut und abgefüllt hat. Dabei markiert der

„Dives“ nicht den Platzhirsch, sondern ist ein umso

eleganterer, tatsächlich enorm „trinkiger“ Sauvignon

Blanc (in diesem Fall stimmen wir mit der Weingutsprosa

vollkommen überein, die den „Dives“ als kraftvollen

Wein, „complesso e sostanzioso, ma tonico e

bevibile“ beschreibt). Zumal die 14 Volumenprozent

Alkohol, die das Etikett ausweist, nur Fiktion sein können

…, so „leichtgängig“ ist der in gebrauchtem Holz

ausgebaute Sauvignon Blanc, der sich durch feiner

Mineralität sowie knackige, leicht salzig anmutende

Säure auszeichnet. Im Duft erinnert er an Stachelbeeren

und Holunderblüten mit ein wenig grüner Paprika,

etwas hintergründiger dann in Mikrodosierung Ananas,

eine Spur Maracuja, weißer Pfeffer, Blattwerk und

Grapefruit (Frucht samt Zesten). Am Gaumen sorgt

diese herbe Frische zusammen mit der Frucht und der

angenehm rezenten Säure für den schon eingangs erwähnten

Trinkfluss. Alles in sich wunderbar stimmig

und schlichtweg gekonntes Winzerhandwerk.

Ab sofort bis gut 2024+.

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Burlotto

PIEMONT ITALIEN

DOLCETTO D’ALBA DOC, ROSSO 2020

Dacapo auch für 2020: Für uns könnt’s weiterhin Dolcetto regnen!

IPI010520 Dolcetto d’Alba DOC, rosso 2020 12,5% Vol. 16,66 €/l 12,50 €

Wie nah die Piemonteser Rebsorten eigentlich beieinanderliegen

und sich doch voneinander unterscheiden,

wird einem klar, wenn man beliebigen Nebbiolo,

Barbera, Freisa und diesen wunderbaren Dolcetto einmal

– ganz bewusst und quasi exegetisch – nebeneinander

trinkt. Dann fällt auf, dass die Sorten in den

letzten Jahrzehnten in ihrer Stilistik immer extremer

„gepimpt“ wurden, manchmal nur noch eine traurige

Karikatur ihrer selbst waren. Bei der Rebsorte

Barbera ist das so und erst recht beim Dolcetto, der

häufig mittels Maischeerhitzung und Farbextraktion

malträtiert wird, um dem irritierend verqueren Bild

eines „klassischen“(?), wahlweise „neu interpretierten“

dunkelsüßen Piemontesers zu entsprechen, der

schon fast wie das Pendant zum ähnlich gemachten

Beaujolais wirkt. Nicht so (natürlich nicht!) bei Fabio

Alessandria, der alle seine Rebsorten gleich klassisch

und mit so wenig Intervention wie möglich behandelt.

Deshalb zeigt sich der Dolcetto d’Alba auch in einem

leicht transparenten Granatrot mit violetten Reflexen

und eben nicht in einem dichten Purpur. Schon im ersten

Moment wird klar, dass es sich um einen zeitlos

klassischen Piemonteser Wein handelt, denn die Kombination

aus Kräutern (Minze, Salbei), Trockenholz,

getrockneten Rosenblättern und Lavendel, Sauerkirschen

und Waldboden findet man in dieser Balance

aus Bodenständigkeit und Eleganz nur dort. Beim Dolcetto

d’Alba wird dieses Piemontesische noch um duftige

Pflaumen- und Zwetschgennoten, eine (absolut

nicht so seltsam, wie es im erste Blick erscheinen mag)

zarte Cola-Note (zitrische Komponenten plus Nelkenöl

und Zimt) und Cassis ergänzt. Am Gaumen hebt

sich der Dolcetto d’Alba von seinen verwandten Rebsorten

vor allem durch sein schmeichelndes Tannin ab,

durch die Seidigkeit, mit der der Wein über die Zunge

gleitet. Dazu eine feine Fruchtsüße, gleichzeitig aber

eben auch eine durchaus herbe, säuerliche Note, die

an Schlehen, Löwenzahnblätter, Holunderbeeren und

rote Johannisbeeren erinnert. Dazu findet sich Herbstlaub,

etwas heller Tabak und eine kreidig-pudrige,

leicht trocknende Mineralität. Klingt das nicht nach

einem wirklich wunderbar bodenständigen Wein?

Wird nicht jetzt sofort klar, warum dieser Wein ganz

klassisch zu Salami und anderem Aufschnitt gereicht

wird? Auf, Freunde, setzen wir uns an die große, reich

gedeckte Tafel …

Ab sofort bis sicherlich 2026.

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ITALIEN PIEMONT

Burlotto

BARBERA D’ALBA DOC, ROSSO 2020

Ein immer wieder faszinierender Wein: Barbera, wie er sein soll!

IPI010620 Barbera d’Alba DOC, rosso 2020 14,5% Vol. 17,20 €/l 12,90 €

Nach wie vor erscheint sie uns ungeschlagen – die

Strategie ein Weingut nach seinen Basis-Weinen zu

beurteilen. Wendet man dies nun auf Burlotto an,

dann wird sehr schnell (und „gaumenfällig“) deutlich,

dass sich dort die Riege der Einstiegsweine auf einem

sensationell hohen Niveau befindet. Gleichzeitig zeigt

sich hier schon in aller Klarheit der Stil des Hauses, der

so klassisch ist, wie er klassischer im Piemont kaum

sein kann. Ein treffliches Beispiel dafür ist der Barbera

d’Alba, dessen Frucht aus verschiedenen Weinbergen

in Verduno und Roddi stammt, wobei nie mehr als 45

Hektoliter pro Hektar gelesen und diese dann ganz

zurückhaltend über neun Monate hinweg im großen

Holz (slawonische Eiche) ausgebaut werden. Ein Wein,

so gar nichts mit jener Barbera-Schwemme, die vor

rund 20 Jahren en vogue war, zu tun hat. Bei der man

sich des Gedankens nicht erwehren konnte, dass man

es mit einem Wettbewerb um den fruchtigsten und

extrahiertesten Barbera zu tun habe. Dabei verband

diese Sorte klassischerweise immer die Frucht mit

dem Würzig-Erdigen, das den Piemonteser Weinen ja

zu eigen ist, die sie im Idealfall in ein perfektes Gleichgewicht

brachte.

Genau das geschieht hier bei diesem granatroten Wein,

der im Auftakt geradezu kühl und fast spröde wirkt, Noten

von trockenem Holz und Waldboden aufweist, dann

duftige Rauchwölkchen, konzentrierte Waldbeeren,

saftig frischen und getrockneten Kirschen sowie von

Tabak. Mit Luft und Wärme werden dann auch Noten

von Veilchen und ein wenig Hefeteig offensichtlicher.

Hinzu kommen etwas Pfeffer und noch mehr florale

Eindrücke. Am Gaumen wirkt der Wein dann leicht süßlich

in seiner reifen Pflaumenfrucht und dem für Barbera

typischen (und hier wie immer typisch perfekt integrierten)

Alkohollevel. Dank eines Gerbstoff-Konters

in Sachen Süße dann sehr schöne Balance durch eine

fast schon strategisch eingesetzte animierende Herbe.

Der Wein punktet mit einer orientalisch anmutenden

Gewürzmelange (zart Ingwer, Pfeffer, Koriandersaat,

Kardamom), wirkt hell in der Frucht und – mit präsenter

Säure – elegant druckvoll. Ziemlich großartig und ein

himmlisch leichter, entspannter Wein – was sich vom

ersten Schluck an überträgt. Was Walter Speller (Jancis

Robinson) über den 2018er schrieb gilt heuer mehr

denn je: „Truly special Barbera d'Alba“!

Ab sofort mit Genuss und bis sicherlich 2027+.

LANGHE FREISA DOC, ROSSO 2020

„Schwerelos und doch wunderbar komplex, der Freisa ist ein echter Knaller!“ – Vinous

IPI010920 Langhe Freisa DOC, rosso 2020 14% Vol. 19,86 €/l 14,90 €

92 Punkte

VINOUS

Neben der Pelaverga ist die Freisa die zweite

große unbekannte, fast vergessene rote Rebsorte

des Piemont, die aber in den Weingärten

von Burlotto immer vorhanden war. Die einigermaßen

„exotische“ Freisa (was nichts anderes

© Clay McLachlan

als „Erdbeere“ bedeutet) bietet enorm viel Trinkvergnügen,

ist eigenständig und doch durch und durch

originäre Sorte des Piemonts. Wie bei Burlotto üblich,

wird die Freisa so zurückhaltend wie möglich im großen

neutralen slawonischen Holz ausgebaut. Im Glas

Granat- bis Ziegelrot, dabei deutlich transparent, lässt

sich eine Verwandtschaft mit dem Nebbiolo erahnen,

die sich im Duft dann auch bestätigt. Hier dominieren

getrocknete Kirschen, Pflaumen, rote Johannisbeeren

und florale Noten. Die bewusste Erdbeere blitzt auch

auf sowie würzige Komponenten in Form von heller

Sojasauce (Umami!), Oliventapenade und zarten

Minz-Noten. Am Gaumen dann süffig, rote Frucht und

eine frische Säure im Duett, dann wieder der Schwenk

in „würzige“ Gefilde (Waldboden, grüne Walnüsse).

Kerniges, leicht sprödes Tannin, wie man es etwa von

jungem roten Nebbiolo kennt: herrlich! Der Freisa

macht enorm Spaß, bietet Komplexität und vor allem

einen sensationellen Trinkfluss. Oder wie Antonio Galloni

schreibt: „positively stellar“!

Ab sofort bis sicherlich 2027+.

80 PINWAND no 333 | Januar 2022


Burlotto

PIEMONT ITALIEN

LANGHE NEBBIOLO DOC, ROSSO 2020

Burlotto-Geheimtipp: quasi ein „Barolo Jr.“ – nur eben von jüngeren Reben!

IPI011020 Langhe Nebbiolo DOC, rosso 2020 14% Vol. 21,26 €/l 15,95 €

Für all jene, die mit den Weinen Burlottos und des

Qualitäts-Fanatikers Fabio Alessandria noch nicht

vertraut sind: Das ist der Geheimtipp aus dem begeisternden

Portfolio des Piemonteser Betriebes. Der

unspektakulär als Langhe Nebbiolo angebotene Wein

ist einer der besten Weinwerte überhaupt, stammt der

Nebbiolo doch aus einigen der besten Lagen von Burlotto.

Nur eben von jüngeren Reben. Jung heißt bei Fabio

Alessandria, dass die Reben noch nicht das „Vieille-

Vigne“-Alter von mindestens 30 Jahren erreicht haben.

Doch die Reben fußen bereits tief in der sandigen und

kalkmergeligen Erde von Verduno – das merkt man an

der feinsalzigen Mineralität des Weines. Für uns eindeutig,

dass dieser Wein längst Barolo-Niveau erreicht

hat und dass er auf dieser Qualitätsstufe von anderen

Weingütern auch als solcher vermarktet würde – nur

eben nicht von Burlotto. Was uns Fabio Alessandria

und sein Weingut nur noch sympathischer macht!

Dieser Langhe Nebbiolo bringt einfach alles an den

Gaumen, was man sich von dieser Rebsorte in der

Langhe erwartet. Den Auftakt des recht transparen-

Limitiert, max. 2 Flaschen/ Kunde

ten, granatroten und ins Ziegelrote übergehenden

Weins, bilden angequetschte Himbeeren, Sauerkirschen

(frisch und getrocknet), dazu Cranberrys und

ein Hauch von Walderdbeeren, Maulbeeren, vor allem

aber vegetabile Noten (leicht harzige Kräuter, Zedernholz,

etwas Herbstlaub), heller, leicht süßlicher Tabak

und ein wenig Süßholz. Ein schon in seiner Jugend recht

komplexer (nicht komplizierter!) Wein. Aber es kommt

noch besser! Am Gaumen dann noch eine extrem

verführerische, elektrisierend-erotisierend wirkende

zarte Süße, die von dem so typischen Tannin etwas

gröberer Körnung perfekt unterfüttert und kontrastiert

wird. Der Langhe Nebbiolo wirkt transparent in

all seinen Schichten, klar und unverfälscht – zumal dieser

Wein wie fast alle Weine bei Burlotto im großen

Holzfass ausgebaut wird. Die Säure ist reif und begleitet

Frucht und Gerbstoff aufs Allerschönste. Ein, bei

aller vermeintlichen Bodenständigkeit enorm eleganter

Wein – und unglaubliches Understatement seitens

des Weinguts. Affascinante!

Ab sofort bis sicherlich 2027+.

„AVES“ DOC BARBERA D’ALBA, ROSSO 2020

„Aves“: wunderbar klassischer, dabei herrlich vibrierender Barbera,

der, nomen est omen, geradezu Flügel verleiht!

IPI010720 „Aves“ DOC Barbera d’Alba, rosso 2020 15% Vol. 23,33 €/l 17,50 €

Schon Burlottos Barbera d’Alba ist ein Prachtstück von

einem Wein in seiner duftigen, frischen und transparenten

Art. Der „Aves“ hat auch diese Komponenten,

ist aber würziger, dichter und auch noch einmal cremiger

und seidiger, ja sinnlicher. Der „Aves“ des Jahrgangs

2020 (der uns sogar noch ein wenig besser gefällt

als sein Vorgänger, den Parker-Verkosterin Monica

Larner mit 93 Punkten bedachte) ist ein hinreißender,

ein großartiger Barbera, großartig vor allem deshalb,

weil er es schafft, eine fast kühle, saftige und frische

Anmutung mit Wärme und dunklen sowie reifen

Fruchtnoten in Einklang zu bringen. Ganz nebenbei:

Lassen Sie sich von den 15 Volumenprozent auf dem

Etikett nicht beeindrucken – man trinkt sie ihm nicht

einen Moment lang an!

Der Wein von alten, hoch und kühl gelegenen Weinlagen

in Verduno zeigt ein recht dichtes Granatrot mit

violettem Einschlag. Im Duft wirkt er absolut klassisch

mit zart krautigen Noten von leicht mit Feuchtigkeit

benetztem Holz, von hellem, aber auch würzigem

dunklen Tabak, von Veilchen und Süßholz, von balsamischen

Noten wie von raureif-rauchiger Minze, nicht

zuletzt von saftigen Kirschen, roten Johannisbeeren,

mit Gewürzen eingekochten Pflaumen, Blutorange

und einem Hauch (Sauerkirsch-)Marzipan.

All das wirkt schon wunderbar vielschichtig und

gleichzeitig entspannt und in sich ruhend. Dabei

bleibt der „Aves“ immer auf der kühlen, frischen

und saftigen Seite. Am Gaumen bestätigt sich dies,

denn einerseits findet sich hier die dichte dunkle und

reife Frucht von Pflaumen und schwarzen Kirschen mit

dunkler, schokoladiger Würze sowie ein leicht „animalischer“

Zug (Fleisch), andererseits ist die reife, aber

frische Säure (immer wieder rote Johannisbeeren!)

sehr präsent und durchwirkt den Barbera mit kühler

Klarheit. Was bei diesem Wein aber noch „schwerer“

wiegt und noch weiter begeistert, ist das tatsächlich

noble, elegante, so seidige wie griffig-feine Tannin,

das dem Wein einen formidablen Trinkfluss beschert

– „dieser super-klassische Barbera ist ein Juwel von

einem Wein“ notiert Antonio Galloni begeistert. Was

wir sofort unterschreiben!

Ab 2022 und mit stetig steigendem Genuss

bis sicherlich 2030+.

91 Punkte

VINOUS

81


ÖSTERREICH & UNGARN

Weninger

WEINGUT

WENINGER

HORITSCHON | BURGENLAND

BALF | SOPRON

Auf einer Wellenlänge: Petra und Franz Weninger.

WENINGER IST MEHR!

Besieht man sich das österreichische Burgendland, wird

einem bewusst, dass die Region zu den lebendigsten und

vielfältigsten Weinregionen Europas gehört. Einiges davon

bilden wir mit Weingütern und Winzern wie Velich, Schiefer,

Heinrich und Moric zwar schon ab, doch mit den Weinen

von Weninger haben wir noch mal eine weitere Facette des

Burgenlandes hinzugewonnen. Und was für eine! Das Weingut

Weninger steht für uns wie kein zweites für einen grenzüberschreitenden

Gedanken, Weinbau zu betreiben. Gemeint ist

einerseits die physische Grenze, die dort, wo das Weingut liegt,

gezogen wurde. Andererseits ist es aber die geistige Grenzüberschreitung,

für die Franz Reinhard Weninger zusammen mit seiner

Frau Petra und seinen Eltern steht.

Das Weingut der Familie Weninger befindet sich in Horitschon.

Am Rande der Ortschaft verlief jahrzehntelang der Eiserne Vorhang,

denn unweit des Ortsausgangs Richtung Norden und

Osten liegt Ungarn. Ungarn (das schon 1538 den Habsburgern

unterstand) wurde 1804 Teil des neugegründeten Kaisertum

Österreich und ab 1867 der K. u. k.-Monarchie, kam nach 1945

unter sowjetischen Einfluss. Viele Familien hatten Verwandte

auf beiden Seiten der Grenze und oftmals natürlich auch Besitz.

Doch während der langen Zeit der Trennung trat das Gemeinsame,

das Österreich und Ungarn verbunden hatte, weitgehend

in den Hintergrund. Als sich die Schlagbäume öffneten, gehörte

Franz Ludwig Weninger, der Vater, zu den Ersten, die sich für

die Nachbarn interessierten. Es dauerte dann auch nicht lange,

bis er den Weinort Villány entdeckte, Freunde fand und sich

dort ab 1992 im Weinbau engagierte und zusammen mit Attila

Gere ein zweites Weingut gründete. 1997 bekamen die Weningers

dann das Angebot, Weingärten in Sopron zu erwerben, also

unweit des eigenen Weinguts. Vater und Sohn überlegten nicht

82 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weninger

ÖSTERREICH & UNGARN

Epigone des „american way of winemaking“ werden wollte,

weil der damit unglücklich würde. Und ebenso unglücklich war

er mit dem konventionellen Ansatz in den Weingärten, der auf

kurzfristige Krankheitsbekämpfung per Holzhammermethode

setzte und nicht auf Ursachenforschung beruhte.

© Nicole Heiling

lange und gingen das Wagnis ein. Doch der Weg zum Erfolg

war schwieriger als erwartet. Zwar erregte Franz jun. mit seinen

ersten Weinen in Ungarn viel Aufsehen, doch irgendwann

wurde er schräg angesehen für seinen sich verändernden Stil.

Der „Ponzichter“, der Bohnenzüchter, wie man die Deutschsprachler

in Ungarn gerne nannte, weil sie früher Bohnen in

Mischkulturen zusammen mit den Weinreben pflanzten, wurde

zunehmend als Spinner betrachtet.

Was war geschehen? Franz hatte sich nach und nach vom damals

noch üblichen Stil entfernt, der in Österreich und Ungarn

vorherrschte. Es war der Stil der Blockbuster nach der Robert-Parker-Mode:

ein internationaler Stil mit internationalen

Rebsorten, der auf Konzentration und viel Holzeinsatz setzte.

Franz hatte so angefangen, merkte aber spätestens 1999, als er

von einem Praktikum in Kalifornien zurückkehrte, dass er kein

Also haben sich die Weningers ab 2000 nach und nach neu erfunden.

Es begann mit der Spontanvergärung und dem Verzicht

auf jegliche weiteren Hilfsmittel im Keller. Es ging weiter mit

dem Beginn der Humuswirtschaft und dem biologischen Landbau.

Für Franz, der im Kopf immer unabhängiger wurde, war

das aber noch nicht genug. Er setzte sich immer mehr mit der

Biodynamie auseinander – im Weingarten wie in seiner Denkweise

– und gelangte immer stärker zur Achtsamkeit, nämlich

mit weniger mehr zu erreichen. Wenn man ihn fragt, dann vergleicht

er diesen Ansatz mit der Architektur: „Wenn man sich

auf wenige Materialen beschränkt, ist es zwar schwerer, aber

die Architektur wird klarer. Das Nicht-Ausdünnen der Trauben,

das Nicht-Bewegen des Weins, das Nicht-Schwefeln, das Nicht-

Kosten …, all diese Reduktionen führte zu klaren Weinen. So

helfen mir Zertifizierung und Kontrolle, einen Rahmen zu setzen

und mich zu fokussieren.“ „Weninger ist mehr“ als Motto für

das Weingut Weninger aufzurufen ist also deutlich mehr als nur

ein Wortspiel. Franz Weningers Weine sind den letzten Jahren

tatsächlich immer klarer, immer präziser und immer strahlender

geworden. Und das gilt für die Weine auf der österreichischen

wie auf der ungarischen Seite. Dabei ist Franz Weninger von

einem Adepten des biodynamischen und des handwerklichen

Weinbaus zu einem seiner wichtigsten Protagonisten geworden.

Er hat 2006 die Gruppe respekt-BIODYN mitgegründet, ist

zusätzlich noch dem Demeter-Verband beigetreten und hat vor

zwei Jahren Aufsehen erregt mit der Aktion „Rage against the

Machine“, um sich gegen die zunehmende Mechanisierung im

Weinbau zu wenden. Das T-Shirt dieser Aktion ist unter Winzern

und Winzerfreunden, die gerne mal im Weinberg helfen,

längst Kult.

Wir freuen uns sehr, dass Sie, werte Kunden, die Weine von

Franz Weninger so gut und im besten Sinne nachhaltig angenommen

haben und unseren Enthusiasmus teilen, zumal diese

alles andere als gewöhnlichen Tropfen enorm lebendige, erzählfreudige

und vor allem berührende Weine sind. Franz erklärt

es so: „Guter Wein erzählt von seiner Herkunft und seiner Geschichte.

Und wenn diese Geschichte Gänsehaut erzeugt, dann

ist es sehr guter Wein.“ Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit diesen

Gänsehaut-Weinen!

83


ÖSTERREICH & UNGARN

Weninger

FEHÉRBURGUNDI, WEISS 2019 (BIO)

Vom Boden befeuerte Leichtigkeit in Bio

OBL070719 Fehérburgundi, weiß 2019 Diam-Kork 12% Vol. 16,67 €/l 12,50 €

AT-BIO-402

Die Lage Frettner ist Teil der ungarischen Weingärten

von Franz Reinhard Weninger. Hier reift der Wein auf

Parabraunerde mit Ablagerungen von verwittertem

Grundgestein. Der obere Teil enthält mehr Kalk und

war für Pinot Noir prädestiniert, der 1999 hier auch gesetzt

wurde. Allerdings hatte man den Weningers auch

einen erklecklichen Teil an weißen Burgundersorten

(Grauer und Weißer Burgunder) mitgegeben. Aus dieser

„Not“ wurde eine Tugend, denn der „Fehérburgundi“

gedieh prächtig. Und so gibt es nicht nur eine

Cuvée namens „Szürke & Fehér“ alias „Grau & Weiß“,

sondern auch den reinsortigen Weißburgunder.

Der „Fehérburgundi“ stellt aber auch ein Wein dar, an

dem man die Denkart des Kellermeisters Franz R. Weninger

quasi exemplarisch studieren kann. „Je enger

ich mir die Grenzen setze, desto größer werde ich in

diesen Grenzen. Und desto stärker strahlt mein Wein“.

Das bedeutet in weiterer Konsequenz die Reduktion

auf das unbedingt Notwendige. Und zwar in allen

Stufen, vom Weingarten bis zur Abfüllung. Aus dem

Nicht-Ausdünnen der Trauben, dem Nicht-Bewegen

des Weins, dem Nicht-Schwefeln und dem Nicht-Kosten

entstehen am Ende umso klarere Weine. „So überlegen

wir uns bei jedem Arbeitsschritt, ob dieser wirklich

notwendig ist“, expliziert der Winzer.

Wie aber schmeckt nun der Wein dieses fokussierten

Minimalismus, der 2019er-Weißburgunder aus Balf? In

jedem Falle überaus lebendig und keinem Rollenmodell

folgend. Das beginnt bereits beim ersten sinnlichen

Kontakt, dem Riechen: Salzig wie Austernschale oder

Kapernlake – so fällt die erste Duftnote dieses Weins

aus. Dazu gesellt sich ein floraler Zug, der an Krokus-

Blüten erinnert, eine Menge Quittenschale, aber auch

Mandelgebäck ist zu erschnuppern. Saftig und mit Säurespitzen

wie Pomelo lässt sich der Burgunder aus Ungarn

dann am Gaumen an. Keine Süße weit und breit,

aber die feine und fleischige Frucht von Grapefruit.

Verstärkt wird dieser Zug vom final in Erscheinung

tretenden Gerbstoff; er ist Tee-artig dezent und bindet

im Rückaroma noch alle Aromen. Dann denkt man

beinahe an Rooibos. Und trinkt doch lebendig-herben

Bio-Weißwein aus Weningers ungarischen Rieden!

Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2025 mit

Freude trinken.

84 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weninger

ÖSTERREICH & UNGARN

FURMINT „VOM KALK“, WEISS 2020 (BIO)

Trinkanimo und Seltenheitswert: Furmint von famosem Format!

OBL071020 Furmint „vom Kalk“, weiß 2020 NK 10% Vol. 20,00 €/l 15,00 €

AT-BIO-402

Dass sich die Anbaufläche einer Rebsorte innerhalb

weniger Jahre verdoppelt, ist selten. Mit dem Furmint

passiert das gerade in Österreich, wobei man auch getrost

„Burgenland“ schreiben könnte. Denn als weißes

Pendant zum Blaufränkisch gehört der Furmint zu diesem

Bundesland, so lange es als „Westungarn“ noch

Teil der ungarischen Reichshälfte der K. u. k.-Monarchie

war. Mit elf Hektar in der offiziellen Statistik

stand die einst stolze Sorte aber beinah vor dem Aus.

Dass sie auch Franz R. Weninger in Ritzing neu ausgepflanzt

hat, ist aber mehr als Nostalgie. Auch, wenn

sich die Rieden nicht weit von der ungarischen Grenze

entfernt befinden.

Doch die Frostempfindlichkeit, einer der Nachteile des

Furmint, braucht man nicht mehr zu fürchten, die Ertragsschwäche

sieht ein Winzer wie Weninger schon

fast als Empfehlung. Zumal der Wein mit der stabilen

Säurestruktur, die er auch im Süßwein Tokaj als eine

der drei Sorten einbringt, auch ein Klimagewinner ist.

Was Weninger aber besonders zeigen kann, ist, wie

gut die Rebsorte unterschiedliche Böden transportieren

kann – hier ist der „Riesling des Ostens“ seinem

Pendant ebenbürtig. Und so gibt es neben dem selbsterklärenden

„Kalk“ auch einen in den Weinbergen bei

Sopron wachsenden „Stein“. Die österreichische Lage

trägt ihre Stärke schon im Namen; der „Kalkofen“ erstreckt

sich nach Süden und ist sehr warm. Die Trauben

dieser Riede wurden mit viel Sauerstoffkontakt

spontan im Holzfass vergoren. Auch die Reifung erfolgt

für elf Monate in den 500 Liter-Fässern. Gefüllt

wird eine kleine Menge von nur 1.200 Flaschen – jede

einzelne davon erzählt von der Wiederkehr der Sorte!

Die typische Apfelnote der Rebsorte kommt in diesem

Fall in säuerlicher Form – zu Großmutters Zeiten hätte

man wohl „Lagerapfel“ dazu gesagt – an die Nase.

Merklicher Hefeton, der für Bayern an Dampfnudeln,

für alle anderen an Dim Sum anklingt. Eine ganz feine

Säure legt am Gaumen vor und bereitet den Weg für

den traubigen Charakter, aber auch den Tanninbogen

diesen Furmints. Trinkanimierend von Beginn an,

zerstäubt er am Ende in einem Reigen an herben und

gelben Früchten: Mirabelle, Quitte, Golden Delicious,

you name it!

Ab sofort bis 2028.

FURMINT „STEIN“, WEISS 2020 (BIO)

Es ist an der Zeit: Frühlingserwachen für und mit Furmint!

OBL070220 Furmint „Stein“, weiß 2020 11,5% Vol. 32,00 €/l 24,00 €

AT-BIO-402

Den Blick ins nahe Ungarn – lange von der Weltpolitik

verunmöglicht – war Franz Weninger sen. Schon früh

ein Anliegen. Die ersten Investitionen mit Attila Gere in

Villany, später mit seinem Sohn Franz Reinhard in Sopron,

wurden nicht immer vom Markterfolg gekrönt. Erst

die Naturwein-Bewegung verstand so richtig, welche

Schätze die Weningers den Gneis- und Glimmerböden

auf der ungarischen Seite des Neusiedler Sees da entlockten.

„Weninger wäre ohne dieses Engagement in

Ungarn sicher nicht das, was wir heute sind“, gab dem

Winzer die Zeit recht. Und so verwundert es nicht, dass

der biodynamische Betrieb auch wieder auf eine Sorte

setzte, die früher einmal als der „Riesling des Ostens“

galt. Der Furmint hat sich aber erst seinen Stellenwert

als trockener Wein (und nicht „nur“ Bestandteil des

süßen Tokajers) in Ungarn und Österreich langsam zurückerobern

müssen.

Der „Stein“ ist erst der dritte Jahrgang, doch allein die

technischen Werte – 11,5 Volumenprozent Alkohol bei

voller Aromatik – zeigen, dass diese Sorte den Boden

der Lage Steiner liebt. Auch hier schließt ein Blick in die

Historie des ehemaligen k. u. k. Westungarn den Kreis.

Denn in den Annalen von Ödenburg, wie die Stadt Sopron

früher hieß, wurde dieser Weingarten 1680 zum

besten und teuersten Weinberg der ganzen Region

klassifiziert. Gegenüber dem zweiten Furmint Weningers,

dem „Kalk“, weist der „Stein“ eine etwas reifere

Aromatik auf. Oder, wie es Franz Reinhard Weninger

deutlich poetischer formuliert: er ist „golden“.

Und so gelangt er auch ins Glas. Der Duft hat einen

„Burgunderstinkerl“ im Gepäck, anhand dessen man

Lehrbücher über Reduktion im Weißwein schreiben

könnte: Schweizer Kracher pur! Allerdings ist der

Schießpulver-Touch immens attraktiv mit Lychee und

Magnolien verwoben. Mit Luft – die man ihm auch

geben sollte! – gesellt sich auch eine ordentliche Dosis

Blutorange hinzu. Die feine Gerbstoff-Struktur am Gaumen

und seine angenehme Leichtigkeit erinnern an

Malven, aber auch eingeschrumpelten Apfel und Gelbe

Kiwi. Den mineralischen Schliff des Soproner Weinbergs

gibt es nach hinten hinaus als „supplement“ dazu.

Ab sofort bis 2027.

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ÖSTERREICH & UNGARN

Weninger

© Franz Weninger

„PONZICHTER“, ROT 2019 (BIO)

„Vin de soif“ aus dem ungarischen und burgenländischen Teil am Neusiedler See.

OBL070919 „Ponzichter“, rot 2019 Diam-Kork 12% Vol. 13,20 €/l 9,90 €

AT-BIO-402

Der Name „Ponzichter“ geht auf eine Verballhornung

zurück, denn als „Ponzichter“ wurde die deutschsprachige

Minderheit in Westungarn bezeichnet. „Ponzichter“

waren die Bohnenzüchter. Als solche wurden

vor allem die deutschsprachigen Bauern bezeichnet,

die in ihrem Betrieb eine Mischwirtschaft von Wein,

Bohnen und andern Gemüsesorten pflegten. Was

die Ungarn als einigermaßen spleenig abtaten, war

aber sehr sinnvoll; denn Bohnen sind Leguminosen

bringen Stickstoff in den Boden. Sie wirkten damals

also wie ein natürliches Düngemittel und förderten

das Rebenwachstum. Den Begriff „Ponzichter“

hat Franz Weninger als deutschsprachiger Winzer in

Ungarn wieder aufgenommen. Die Trauben, die er für

diesen Rotwein verwendet hat, sind ausnahmsweise

mal nicht Blaufränkisch, sondern von Pinot Noir und

Zweigelt. Ein Teil der Reben steht in Franz Weningers

Heimatort Horitschon im Mittelburgenland, ein Teil

in Balf in Sopron, ein Teil auf Lehm, der andere auf

Gneis. Bewirtschaftet werden sie bei Franz alle nach

biologischen und biodynamischen Richtlinien, und natürlich

werden sie, wie alles bei Weninger, von Hand

weitgehend entrappt, eingemaischt und spontan mit

Anteilen von Ganztrauben vergoren. Danach wird der

Wein über anderthalb Jahre hinweg in großen alten

Eichenfässern ausgebaut. Zur Füllung gibt es eine minimale

Schwefelung – und fertig ist der „Ponzichter“,

der im Portfolio von Weninger so etwas wie der unbekümmerte

Spaß- und Trinkwein ist, aber gleichzeitig

durchaus Substanz besitzt. Das ist immer so bei

Franz Weninger. Aus dem erheblichen Aufwand, den

er im Weinberg betreibt, entsteht nie etwas Übliches,

sondern immer etwas Besonderes, manchmal auch

Einzigartiges. Dass das mit Vergnügen weggetrunken

werden kann, ist gewollt. Der „Ponzichter“ ist eindeutig

ein „Vin de soif“, ein Trinkwein. Es ist einer, der

leicht gekühlt getrunken werden kann, und der dann

mit seiner klaren und prägnanten Säurestruktur belebend

und erfrischend wirkt. Die rote Frucht von

Sauerkirschen, Cranberrys und Berberitzen verbindet

sich hier mit einer feinen Holzwürze und einer gewissen

Erdigkeit, mit einem polierten Tannin und einem

feinen Extrakt. Mit Luft und Zeit macht das mehr und

mehr Freude und passt hervorragend zu Charcuterie

und einem guten Laib Brot.

Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2025 mit

Freude trinken.

86 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weninger

ÖSTERREICH & UNGARN

KÉKFRANKOS „BALF“, ROT 2018 (BIO)

Ein Wein „gegen den Durst“ aus ungarischen und burgenländischen

Weingärten am Neusiedlersee.

OBL070118 Kékfrankos „Balf“, rot 2018 Diam-Kork 12,5% Vol. 14,53 €/l 10,90 €

AT-BIO-402

Ungarn ist ein durchaus ungewöhnliches Weinbauland.

Das hat sicher mit den vielen Verwerfungen der

letzten Jahrhunderte zu tun. Ein Beispiel für dieses

Ungewöhnliche ist die Tatsache, dass man bis heute

eher auf die typischen internationalen Rotweinsorten

setzt, während der heimische Kékfrankos, der aller

Wahrscheinlichkeit nach aus der Region um Sopron

stammt, im eigenen Land kaum geachtet wurde und

teils immer noch nicht wird. Dabei hatten die Österreicher

ihren Nachbarn schon vorgemacht, was man

aus dieser Sorte, die dort „Blaufränkisch“ heißt, alles

zaubern kann. Früher waren es vor allem extrahiert

konzentrierte Weine im modernen Bordelaiser Stil, die

im Barrique ausgebaut wurden. Danach kamen immer

mehr Blaufränkisch in einer eher burgundisch feinen,

frischen und feinwürzigen Ausrichtung. Den Grundstein

für einen solchen Stil in Ungarn haben Ende der

1990er-Jahre die Weningers in Sopron gelegt. Und sie

haben ihn immer weiter verfeinert. So entsteht heute

mit dem „Balf“ ein Ortswein aus Weinlagen vom

ungarischen Teil am Neusiedler See, der tief vom Terroir

der Region geprägt ist, während sich der Weinmacher

Franz Weninger ganz bewusst mit Eingriffen

im Keller zurückhält. Die Böden sind von Schiefer, verwittertem

Grundgestein und Parabraunerde geprägt,

das Klima ist pannonisch. Die Reben sind seit langer

Zeit biologisch und seit Jahren auch biodynamisch bewirtschaftet,

und Franz Weninger hat, getreu seinem

Motto „Weninger ist mehr“, im Keller immer weiter

reduziert und vereinfacht. Übersetzt heißt das, dass

die Trauben nach der Handlese noch einmal selektiert,

weitgehend entrappt und per Schwerkraft in die Tanks

befördert werden, wo sie spontan und über zwei bis

drei Wochen vergären. Schließlich reift der Wein über

15 Monate hinweg in großen Holzfässern, wird dann

mit minimalem (wenn überhaupt) Schwefel unfiltriert

und ungeschönt abgefüllt. Genau in dieser Einfachheit

liegen Kraft und Charakter des Weins, der vom ersten

Moment an begeistert. Da ist diese kühle, saftige

und dunkle, erdige und feinwürzige Anmutung, die

ganz pur und klar wirkt. Da ist diese etwas saure, aber

saftige Frucht von Kirschen und Johannisbeeren, auch

etwas Tonisches und Mineralisches, wie man es im

Wasser der vielen Heilquellen des Ortes finden kann.

Dazu kommen mit Luft immer mehr Schattenmorellen,

die etwas dunkler und wärmer wirken, ferner

Hagebutten und Schlehen, trockenes Unterholz und

Geäst, Erde und ein Hauch von Eisen, aber auch ein

wenig Schokolade. Am Gaumen wirkt der Wein seidig

und sanft im Tannin, er ist dabei frisch und lebendig

in der Säure, dunkel und saftig in der Frucht und hat

einen ordentlichen Zug. Das ist – man schaue auf den

Preis und reflektiere die aufwendige Vorarbeit ¬– ein

fantastischer Weinwert und ein Wein, der für das, was

er bietet, fast zu günstig im Preis ist, zumal alles bis ins

letzte Detail der Flaschenausstattung sehr wertig und

harmonisch abgestimmt ist.

Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2028 mit

Freude trinken.

© Philipp Breidler

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ÖSTERREICH & UNGARN

Weninger

BLAUFRÄNKISCH „HOCHÄCKER“, 2018 (BIO)

Es ist ein Wahnsinn, was man hier für sein Geld bekommt!

OBL070318 Blaufränkisch „Hochäcker“ 2018 Diam-Kork 12% Vol. 17,33 €/l 13,00 €

AT-BIO-402

Der „Hochäcker“ ist der Blaufränkisch-Einstieg in das

Lagenportfolio von Weninger. Die gleichnamige Lage

befindet sich in Horitschon, also in direkter Nachbarschaft

des dort beheimateten Weinguts und ist die

älteste Lage des Orts. Sie bildete gewissermaßen den

Startschuss für den Weinbau dort. Der Hochäcker

ist ein ungewöhnlich stein- und kalkfreier Weinberg

mit lockerer Braunerde und tiefgründigem, mit Eisen

durchsetztem Lehm. Die biodynamisch gepflegten

Reben sind im Durchschnitt 35 Jahre alt, manche sogar

älter als 80. Nach der Handlese und weitgehender

Entrappung kommen die Trauben in den Fermenter.

Alles bei Weninger geschieht durch Schwerkraft. Nach

der Spontangärung sowie einer rund dreiwöchigen

Maischestandzeit und dem biologischen Säureabbau

reift der Blaufränkisch für 13 Monate im gebrauchten

tonneaux, ohne aufgefüllt zu werden.

Allein der Duft dieses „Blaufränkisch“ betört schon,

obwohl er gar nicht so expressiv ist – dafür aber

umso eindringlicher und wahrhaft elegant. Es beginnt

gleichsam rot, und der „Hochäcker“ zeigt Noten von

frischen Sauerkirschen, ein paar Süßkirschen und

Walderdbeeren. Dann wird es mit einer Idee von Blutorangen

heller, danach von Mandarinen und Zitronen.

Gleichzeitig wird der Wein immer würziger und erinnert

an Rauch und Rauchfleisch sowie Würztabak mit

einer Kopfnote von Minze und Menthol. Beim ersten

Schluck wird man gewahr, dass der Wein heller wird,

als er zu Beginn im Duft erschien. Hell und klar, präzise

und saftig präsentiert sich der „Hochäcker“. Die Frucht

verbindet diese frische Blutorangennote mit dunklen

Beeren und Kirschen. Auch der Tabak ist wieder da,

diesmal aber etwas heller. Der Blaufränkisch liefert

viel Saft und Körper, doch bleibt er dabei immer elegant,

und die Frische ist einfach wunderbar! In ihr verbindet

sich die fein verästelte Säure mit einer klaren,

am Gaumen geradezu summenden Mineralität. Sie

unterstreicht noch einmal die Lebendigkeit dieses

Weins, den es in dieser Qualität und in dieser Preislage

kaum ein zweites Mal geben dürfte.

Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2028 mit

Freude trinken.

KÉKFRANKOS „STEINER“, ROT 2017 (BIO)

Einer dieser wunderbaren Weinwerte aus dem Keller von Franz Weninger!

OBL070417 Kékfrankos „Steiner“, rot 2017 12% Vol. 33,33 €/l 25,00 €

AT-BIO-402

Als Franz sen. und Franz jun. den Steiner 1997 zum

ersten Mal betraten, waren sie überwältigt von der

Schönheit und der Besonderheit der Lage. Sie befindet

sich unweit des Neusiedler Sees und gehörte damals

schon zu einem der wenigen Naturschutzgebiete hinter

dem Eisernen Vorhang. Schnell wurde den beiden

klar, dass auch die Lage an sich ganz anders war als

diejenige, die sie selber in Horitschon besaßen, das ja

nicht weit entfernt liegt. Hier bot sich die Möglichkeit,

Blaufränkisch, also Kékfrankos, wie er in Ungarn

heißt, noch einmal ganz anders zu interpretieren. Diese

Chance haben sie genutzt. Das Besondere beim

Steiner ist vor allem der steinige Boden mit viel Gneis

und Glimmerschiefer, der eine ganz andere Durchlässigkeit

besitzt als die stärker vom Lehm geprägten Lagen

in Horitschon. Im Glas wirkt sich das deutlich aus.

Der „Steiner“ wird wie alle anderen Weine der Weningers

auch in biologisch und biodynamisch gepflegten

Weingärten erzeugt. Die Trauben wurden von Hand

gelesen, per Schwerkraft in die Gärständer befördert

und drei bis vier Wochen spontan vergoren und auf

der Maische belassen. Schließlich reifte der Kékfrankos

nach dem biologischen Säureabbau für zwei Jahre

im tonneau und dann weiter auf der Flasche. Danach

wurde er unfiltriert, ungeschönt und minimal geschwefelt

gefüllt.

Was einem beim „Steiner“ erwartet, ist ein beeindruckend

würziger Vertreter des Blaufränkisch. Tatsächlich

zeigt der Wein zunächst einmal eine reduktive

Note mit einem Hauch von Schießpulver. Dahinter

wird die dunkle, ja fast schwarz wirkende Frucht von

Schlehen und Holunder offensichtlich, die begleitet

wird von Rauchfleisch und dunkler, leicht feuchter

Erde, von trockenem Unterholz und Trüffeln, getrockneten

Kirschen und dunklem Tabak. Geradezu mysteriös

wirkt der Wein, und von ihm scheint eine ganz

eigene Kraft auszugehen, die sich am Gaumen noch

verstärkt. Dort packt einen der „Steiner“ vollends und

zieht einen mit sich. Würzige Noten dominieren. Der

Wein wirkt dunkel, saftig, reif, aber auch säurebetont

und überaus frisch. Dabei wird der Reigen eingefasst

von einem eleganten und seidigen Tannin, der dem

„Steiner“ die Noblesse gibt, die dieser große Wein

Westungarns verdient.

Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2035 mit

Freude trinken.

88 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weninger

ÖSTERREICH & UNGARN

BLAUFRÄNKISCH „DÜRRAU“, 2016 (BIO)

Blaufränkisch auf höchstem Niveau

– einer der großen Weine des Burgenlands!

OBL070616 Blaufränkisch „Dürrau“ 2016

AT-BIO-402 13% Vol. 78,66 €/l 59,00 €

Im südöstlichen Teil von Horitschon befindet sich die Lage Dürrau mit

dem schwersten und tiefgründigsten Boden im Lagenportfolio von

Weninger. Dieser Boden besteht aus Lehm mit einem hohen Tongehalt,

der so viel Eisen besitzt, dass häufig Rostflecken zutage treten. Gerade

in wärmeren Jahren kann dieser kühlste aller Böden des Weinguts

extrem lange das Wasser speichern, weshalb die Reben dort kaum einmal

Trockenstress ausgesetzt sind. Die 60 Jahre alten Reben, deren Wurzeln

tief in den Boden eingedrungen sind, werden wie überall bei Weningers

nach biodynamischen Methoden gepflegt und gehegt. Der Ertrag zum

Ende des Herbstes ist für das Mittelburgenland mit rund 33 Hektoliter

pro Hektar immer recht gering, dafür erhält man bildschöne, kleine, feste,

aromatische Blaufränkisch-Trauben. Die Lese erfolgt von Hand, vergoren

wird der Wein spontan in alten, offenen tonneaux. Auch Säureabbau und

Ausbau (24 Monate) finden im tonneau statt. Bewegt wird der Wein per

Schwerkraft, aufgefüllt, geschönt oder filtriert wird nicht und nur minimal,

wenn überhaupt, geschwefelt. Man kann hier mit Fug und Recht von

einem Naturwein sprechen, und zwar von einem, der die Größe eines

Grand Cru besitzt.

Wann wird klar, dass man es mit einem großen Wein zu tun hat? Im Duft

kann man es sicher schon erahnen – so auch hier: Der Wein birgt eine ganz

besondere Form der Noblesse, die sich schon hier in der Balance und Tiefe

der Aromen ausdrückt und vor allem in der damit hervorgerufenen Erwartung,

ein Meisterwerk an den Gaumen zu bekommen. Man möchte probieren

und gleichzeitig die Sinnlichkeit des Dufts noch ein wenig länger einatmen,

die Vorfreude hinauszögern. Beim „Dürrau“ ist es die gezähmte Kraft,

die Dunkelheit, die den Wein umgibt, die aber gleichzeitig von frischen

Aromen durchdrungen ist. Hier eine Schlehe, dort eine Orange, hier eine

Handvoll Johannisbeeren, dort Holunder und Gestein, Kirschen satt von

sauer bis süß und von frisch bis getrocknet. Dazu Gehölz, Tabak, Erde,

Zimt und ein wenig Macchia. Was am Gaumen folgt, ist eine kleine

Explosion an Frische und Saftigkeit, an Vielschichtigkeit und Trinkspaß.

Das ist Wein, der genau die Balance zwischen Erde, Gestein

und dem Äther und höheren Sphären erreicht. Er schwebt geradezu

und dürfte es eigentlich gar nicht, da er damit gleichsam die Gesetze

der Schwerkraft aushebeln würde. Das ist es, was für uns einen

großen Wein ausmacht. Es ist die Balance, die einen nicht mehr loslässt.

Es ist ferner die Summe aller Teile, die dann so viel besser wird,

als wenn man „nur“ die einzelnen Elemente von Frucht, Gewürzen,

Gestein, Säure und so weiter aufzählt und dann doch irgendwann

an seine Grenzen stößt. Dieser 2016er „Dürrau“ ist kraftvoll und

gleichzeitig im höchsten Maße charmant. Er birst nur so vor Frucht,

wirkt aber gleichzeitig gar nicht opulent. Stattdessen verbindet sich

diese Frucht mit all den erdigen und auch frischen, ätherischen Nuancen,

gleitet auf einem überaus feinen, tonigen Tannin über den

Gaumen in ein Finale, das gar nicht enden will. Ganz ohne Zweifel

hat man hier etwas ganz Besonderes und Berührendes im Glas.

Und man möchte es ganz sicher nicht bei einem Glas belassen.

Diesen Wein kann man jetzt und sicher bis 2035 mit Freude trinken.

© Franz Weninger

89


ÖSTERREICH KAMPTAL

Weingut Hirsch

WEINGUT

JOHANNES

HIRSCH

NIEDERKIRCHEN

© Studio Pilens

Der Herr der Rieden

– superlative Grüne Veltliner und Rieslinge!

„Ich hasse alles Eintönige und Austauschbare. Meine Weine

sollen die Tradition und das Terroir unserer Region widerspiegeln,

Eleganz und Finesse sind mir wichtiger als überkonzentrierte

Monsterweine mit hohen Alkoholgraden in

einem weltweit immer häufiger anzutreffenden vinologischen

Einheitsbrei, die hohe Punkte-Bewertungen erzielen, aber

bei Kennern keinen rechten Trinkgenuss aufkommen lassen.

Entscheidend für den Stil meiner Rieslinge und Grünen Veltliner

ist unsere biodynamische und handwerklich sehr intensive

Weinbergarbeit (extrem aufwändige Laubwerksarbeiten,

hohe Rebstockdichte wegen der Wurzelkonkurrenz, so dass

die Wurzeln tief in die Erde vordringen müssen und bei der

Suche nach Wasser die wertvollen Mineralien aufnehmen

können, Gründüngung und, wenn nötig in heißen Sommern,

zielgerichtete, punktuelle Bewässerung), die Trauben brauchen

eine maximale physiologische Reife und dazu kommt

eine extreme Auslese mit wenigstens vier Erntedurchgängen

in jedem Ried! Im Keller vinifiziere ich ganz traditionell und

vergäre ausschließlich spontan mit weineigenen Hefen, die in

den einzelnen Weingärten ganz natürlich vorkommen und die

den unterschiedlichen Charakter des jeweiligen Terroirs optimal

herausarbeiten“, so das Credo von Johannes, diesem energiegeladenen,

so ungemein sympathischen Winzer: „Denn die

Natur kann man nicht verbessern!“

Johannes „Hannes“ Hirsch (und seine Frau Sandra!) muss man

einfach mögen, er ist so ein wohltuend grundehrlicher Sunny

boy – und dennoch polarisierte er in den letzten Jahren wie

kaum ein anderer! Nicht umsonst lautet der Leitspruch des

Weinguts „Weingut Hirsch seit 1878 mit Eigensinn“.

Viel Aufsehen erregte der damalige Shootingstar nämlich

nicht nur wegen seiner großartigen Qualitäten, sondern weil

er als erster Spitzenwinzer alle Weine, selbst die Preziosen

90 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weingut Hirsch

KAMPTAL ÖSTERREICH

96

Punkte

suckling

Doch schon früher, 1999, staunte man nicht schlecht über

Johannes Hirsch. Als alle österreichischen Funktionäre den

Rotwein als Antwort auf den Klimawandel propagierten, ging

Hirsch in die entgegengesetzte Richtung. Denn obwohl seine

Rotweine zu den besten der Region zählten, riss er alle Reben

aus und konzentrierte sich auf Riesling und Grünen Veltliner.

Und sollte damit recht behalten. International begann ein

richtiger Boom nach Riesling und Veltliner, Hirsch kann heute

bei weitem nicht die weltweite Nachfrage nach seinen edlen

Gewächsen decken. Diese wirtschaftliche Weitsicht fiel auch

den Juroren der Tageszeitung „Die Presse“ auf. Erstmals bekam

ein Winzer, der höchste Auszeichnungen für seine Weine

durchaus gewöhnt ist, selbst einen Preis. In der Kategorie

„Wirtschaft“ trat Johannes Hirsch als erster Vertreter der

Weinbranche in der Geschichte des Wettbewerbs gegen die

Managerelite Österreichs an und wurde prompt aufs Siegerpodest

gewählt!

17

Punkte

vinum

des Hauses, mit einem Schraubverschluss ausstattete. Was

ihm seinerzeit einen Boykott-Aufruf seitens des Falstaff und

gleichzeitig den Titel „Weingut des Jahres“ bei Wine-Times,

dem Internetportal für österreichischen Wein, eintrug. Einige

Importeure boykottierten ihn auch tatsächlich, was ihm andererseits

die Solidarität zahlreicher Sommeliers einbrachte, die

der Korkdiskussionen überdrüssig waren. Längst ist der Verschluss

kein ernsthaftes Thema mehr, nur noch die grandiosen

Qualitäten wird gesprochen, die selbst die wesentlich teureren

Prestigeweine der Wachau das Fürchten lehren! „Heute

kann ich endlich wieder über meine Weine reden und nicht immer

nur über Verschlüsse.“ Und im aktuellen Falstaff-Guide

gibt es folgerichtig vier Sterne für das Weingut und die Jury

urteilt enthusiastisch: „Hier entstehen Weine mit Eigensinn,

aus biodynamisch bewirtschafteten Weingärten, in denen sich

die Kraft der Region widerspiegelt – Weine mit Leichtigkeit,

Spannung, Vitalität.”

Trotz aller abrupter Kehrtwenden in seinem Leben: Johannes

ist im Grunde seines Herzens gar kein Revoluzzer, viel eher

ein Bewahrer, aber eben durchaus mit starkem Charakter und

Eigensinn. Ein Wertkonservativer, dem das Schicksal unseres

Planeten alles andere als egal ist: So führte Johannes Hirsch

voller Überzeugung zunächst den biologischen, dann den

biodynamischen Anbau ein, was vor allem auch mit der Geburt

seiner Tochter zusammenhängt: „Ich hatte sie im Arm

und wusste, sie soll in gesunder Natur aufwachsen, und dazu

musst du deinen Beitrag leisten.“ So ist das Geheimnis des großen

Erfolgs seiner Weine das häufig beschworene, hier Wirklichkeit

gewordene ideale Zusammenspiel von Tradition und

Moderne im Weingut. Wie etwa das Gebäude-Ensemble in

Kammern im Kamptal, das straßenseitig einen über 500 Jahre

alten barocken Zehnthof des Stifts Passau zeigt, während man

aus dem modernen Keller- und Verkostungsanbau aus großen

Panoramascheiben auf Hirschs wichtigste Weinberge Heiligenstein

und Gaisberg blicken kann. Idylle zum Innehalten!

Genauso harmonisch wie das intakte Ökosystem im Wingert,

funktioniert das Zusammenspiel der Generationen im Hause

Hirsch. Dass Sohn Johannes heute den Mist der Wasserbüffel

der nahegelegenen Bio-Käserei einsetzt, ist letztlich „nur“

eine logische Weiterentwicklung. Denn Vater Josef war es, der

schon vor unendlich vielen Jahren den Kunstdünger aus den

Weingärten verbannte! Heute leitet Johannes das Weingut gemeinsam

mit seinem Vater, der Mutter und seiner Frau Sandra.

Mit Tochter Marie und den Zwillingen Florian und Josef steht

der über 140-jährigen Weingutstradition eine weiterhin blühende

Zukunft bevor.

Sämtliche Elogen und Preise aufzuzählen, mit denen Johannes

Hirsch in den letzten Jahren im In- und Ausland überhäuft

wurde, hieße die sprichwörtlichen Eulen nach Athen zu tragen

– wir schließen uns einfach dem Urteil des Gault&Millau an:

„Das Weingut Hirsch zählt wahrlich zu den besten Weißweinproduzenten

Österreichs!“

91


ÖSTERREICH KAMPTAL

Weingut Hirsch

GRÜNER VELTLINER „HIRSCHVERGNÜGEN“, 2020 (BIO)

Zu gut für Schubladendenken – herrlich vergnüglicher Basis-Grüner-Veltliner in Bioqualität!

OKA030120 Grüner Veltliner „Hirschvergnügen“, 2020 DV 12% Vol. 13,06 €/l 9,80 €

AT-BIO-402

Dieser Wein hat den Dreh raus: Wie alle Weine des

bio-zertifizierten und biodynamisch arbeitenden

Weinguts ist er durch den Schraubverschluss im Handumdrehen

offen und dazu trägt er – quasi als Gutswein

– sein Motto auf dem Label, denn „Hirschvergnügen“

verheißt hier eindeutig Trinkvergnügen! Fein-saftige

Anklänge gelben Steinobstes, dünn aufgeschnittene

Birnenspalten und ein Granny-Smith-Schnitz, dazu

duftet er noch zart nach exotischen Früchten, darunter

schlanke Zitrusfrüchte. Abgerundet wird die

feine Nase durch Würze, bei der angetrocknetes Gras,

Richtung Heu, auf wilde Bergwiese mit Kamillenblüten

trifft. Am Gaumen ist das Vergnügen erst einmal

leicht und weich mit durchaus cremigen Nuancen.

Trotzdem vollmundig, weil reichlich saftige Frucht

präsent ist. Die Andeutung von Mineralität – das sind

die Lössböden – sorgt für angenehmen Tiefgang, bis

zum Finale eine schöne Würze ins Spiel kommt. Die

ist Grüner-Veltliner-typisch, aber mehr Kräuter (sehr

gelungen!) als Pfefferl (ohne ginge ja nicht!). „Typisch“

ist das Stichwort: Gerade der 2020er-Jahrgang in seiner

klassischen Kamptal-Ausprägung hat Johannes

Hirsch in die Karten gespielt, der ohnehin auf feingliedrige

Weine mit einem bewusst niedrigen Alkoholgehalt

setzt. Trotzdem schafft er es durch seine

hervorragende Bewirtschaftung, die Trauben bis zur

physiologischen Reife wachsen zu lassen, die bei ihm

früher einsetzt. Typisch wäre auch, die vielen Schubladen

aufzumachen, in die der „Hirschvergnügen“ prima

hineinpasste und die mit Terrasse, Picknick, Spargel

und Wiener Schnitzel beschriftet sein könnten. Müssen

wir aber eigentlich gar nicht, denn der Dreh ist ja

Trinkvergnügen für jede Gelegenheit – und die findet

sich für solch’ guten Stoff häufig.

Ab sofort bis 2025.

GRÜNER VELTLINER KAMMERN, 2020 (BIO)

Wie aus einem Guss: Wenn schon der Dorfwein frohlocken lässt!

93 Punkte

SUCKLING

OKA030220 Grüner Veltliner Kammern, 2020 DV 12,5% Vol. 18,53 €/l 13,90 €

AT-BIO-402

Der Kamp entspringt hoch im Norden des Waldviertels

und mündet kurz vor der Donau in der Krems.

Aus der Donau-Ebene flussaufwärts ist der historische

Weinort Kammern das Tor zum Kamptal. Das

Tal hat der Fluss – besonders im Oberlauf teils

schluchtenartig – in die Landschaft gefräst.

Hier am hügeligen Rand von Kammern liegen

die Löss- und Lehmböden für diesen Ortswein,

dessen Bezeichnung beim Bio-Weingut Hirsch

als „Dorfwein“ noch treffender ist. Seine Stilistik

entspricht exakt dem, was die DAC Kamptal für

Rieslinge und Grüne Veltliner definiert: fruchtbetont

und feinwürzig. Er hat aber noch beachtlich mehr zu

bieten (saftig, rund, elegant und mineralisch), und das

liegt vor allem an Johannes Hirsch und seinen aussagekräftigen

Weinen mit dennoch moderatem Alkoholgehalt.

Johannes‘ Weingut ist bio-zertifiziert und er arbeitet

in seinen liebevoll gepflegten Weinbergen nach

biodynamischen Maßgaben. Mit österreichischen,

deutschen italienischen und ungarischen Spitzenwinzern

ist er Mitglied des angesehenen Vereins respekt-

BIODYN. Wir werden nicht müde zu betonen, dass

viele Winzer im Kamptal sicherlich froh wären, einen

solchen Wein in einer Einzellage zu erzeugen. Der

Hirsch’sche Ortwein liegt aber im mittelpreisigen Segment,

wofür der helle, gelb-grüne Wein „einen raushaut“.

Das Bouquet verströmt den Duft gelber Äpfel

und von Aprikose, die auf den Punkt reif, aber nicht

üppig ist. Wir sind erfreut über die feinwürzige, fast

unterschwellige Blütenwiese und den zwischen Heu

und mildem Tabak changierenden Noten. Neben Blüten

und Kräutern nehmen wir im Hintergrund Honig

wahr. Das alles ist derart delikat und verlockend, dass

der erste Schluck von entsprechend großer Erwartung

geprägt ist. Und man wird nicht enttäuscht! Saftig,

vollmundig und rund wie aus einem Guss zeigt er sich

am Gaumen. Das hat einen aromatischen Frucht-Ersteindruck,

gelbe und saftige Nektarine, aber brilliert

dann mehr über feingliedrige Struktur denn breite

Opulenz. Ideal auch, dass die geschmeidige Rundheit

gen Finish hin von reifer Pink Grapefruit belüftet, sogar

beflügelt wird, und ein moderat herber Nachhall

für einige Zeit stehenbleibt. Ein ungemein ausgewogener

Wein voll innerer Spannung, der die warmen

Sommertage ebenso eingefangen hat wie die kühlen

Nächte dieser faszinierenden Landschaft. Und diese

scheint Winzer Johannes Hirsch Jahrgang für Jahrgang

zu vinophilen Höchstleistungen anzuspornen!

Ab sofort bis 2028.

92 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weingut Hirsch

KAMPTAL ÖSTERREICH

RIESLING ZÖBING, 2020 (BIO)

Klingt wie ein Widerspruch: ein Riesling als leichter Tropfen mit Terroir- und Frucht-Power!

OKA030320 Riesling Zöbing, 2020 DV 12% Vol. 19,73 €/l 14,80 €

AT-BIO-402

Grüner Veltliner und Riesling sind die Leitsorten der

DAC Kamptal. Die kontrollierte Herkunftsbezeichnung

steht für „Districtus Austriae Controllatus“. Auf

beide Rebsorten konzentriert sich bereits seit 1999

konsequent als Vorreiter das Bio-Weingut Hirsch, das

seine Weinberge biodynamisch nach den Methoden

von respekt-BIODYN bewirtschaftet. Die Reben für

den nach dem alten Weinort Zöbing, berühmt für

seine Lage „Heiligenstein“, benannten Ortswein wurzeln

in diversen Terrassenweingärten im Urgestein,

dem „Gföhler Gneis“ aus Granit, Gneis und Glimmerschiefer.

Dieses für Riesling prädestinierte Terroir

spiegelt das Bouquet dezent-rauchig mineralisch und

kräuterig-erdig wider. Die Temperaturunterschiede

zwischen sonnig warmen Tagen und kühlen Nächten

betonen die blitzsauberen Fruchtaromen, bei denen

ein schlanker Weinbergpfirsich vor dezenter Exotik

und etwas Zitruszeste, mehrheitlich Orange, im Vordergrund

stehen. Kamptal-typisch – und für Johannes

Hirsch ohnehin – gibt es keine Spuren von Überreife

oder Holzeinsatz. Das ist ein gertenschlanker,

geschliffener Riesling, der, insbesondere nach

Öffnen, eine frischen Curry-Note mit Macis im

Vordergrund, aufblitzen lässt. Er zeigt sich mit

Riesling-Typizität knackig, aber jederzeit spielerisch

und animierend leicht. Das setzt sich

am Gaumen fort. Zuerst begrüßt uns eine angenehme

Fruchtfülle aus gelbem Steinobst mit einem

dash Limette, voll schöner Extraktsüße. Ein fließender

Übergang dann zum finessenreichen weiteren Verlauf,

der mit einer feinen Mischung aus leichter Salzigkeit,

Noten von nassem Stein und geschliffener Säure beglückt.

Die ist zwar Riesling-typisch, aber gemäßigt

und keine Spur weit aggressiv, so dass hier Vorbehalte

völlig unbegründet sind. In gewisser Weise hat dies

Ähnlichkeit mit einem trockenen Kabinett von der

Mosel. Das rollt leicht, gezügelt rassig und knackig mineralisch

und begeistert mit saftig-fruchtiger Power!

Ab sofort und bis 2028.

93 Punkte

SUCKLING

© Studio Pilens

93


ÖSTERREICH KAMPTAL

Weingut Hirsch

94 Punkte

SUCKLING

18,5 Punkte

VINUM

RIED RENNER 1. LAGE GRÜNER VELTLINER, 2020 (BIO)

Kollektion des Jahres 2022! „Die Weine sind alle mit feiner Klinge vinifiziert, jeder

einzelne Wein spiegelt seine Herkunft perfekt wider.“ – Gault&Millau

OKA030920 Ried Renner 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 DV 13% Vol. 32,66 €/l 24,50 €

AT-BIO-402

Grub, Gaisberg, Lamm und Renner heißen die vier

Ersten Lagen, aus denen Johannes Hirsch seine besten

Grünen Veltliner vinifiziert. Aufgrund der biodynamischen

Weinbergarbeit, der Arbeit hin zu einer perfekten

physiologischen Reife, der Spontangärung und

dem ganz zurückhaltenden Ausbau arbeitet er den Lagencharakter

perfekt heraus. Der Wein aus dem Ried

Renner in Kammern im Kamptal stammt vom westlichen

Hangfuß der Lage Kammerner Gaisberg, nur

durch einen Hohlweg vom Ried Lamm getrennt. Hier

entstehen tatsächlich Weine, die ähnlich tänzelnd und

leichtfüßig sein können wie die aus dem Ried Lamm,

aber etwas schneller zur Trinkreife gelangen – Renner

eben …

Der Boden ist kalkhaltig und besteht aus lehmig sandigem

Schluff, der auf Löss liegt und sich mit Schwemmmaterial

von kristallinen Gesteinen und glimmerigem

Schiefer vermischt. Der Grüne Veltliner wurde Ende

September gelesen. Es erfolgte eine Ganztraubenpressung

und eine Vergärung ausschließlich mit

Naturhefe. Der Wein wurde teils im Edelstahltank,

teils im großen Eichenfass ausgebaut und lag bis Mitte

Mai auf der Feinhefe.

Der „Renner“ ist immer der am Anfang einladendste

Vertreter aus dem Erste-Lagen-Portfolio. Er wirkt

überaus unbeschwert und fröhlich, fruchtig und saftig,

offenbart Noten von Mango, Passionsfrucht und Ananas,

Grapefruit und Zitronen, die zwar präsent sind,

aber nie in den Vordergrund drängen. Hinzu kommen

Marillen und Kräuter, lemon curd mit einer cremigen

Anmutung sowie ein wenig Kreide und Pfeffer. Am

Gaumen wird es dann fest und straff mit einer lebendigen

Säure, mit Mineralik und ein wenig Phenolik,

etwas Tabak und wiederum Pfeffer. Das macht Spaß,

das macht glücklich und sorgt für unbeschwerte Trinkfreude.

Vom Falstaff gab es anlässlich der 2021er-Edition

des „Kamptal DAC Rieden Cup“ 93 Punkte, von

James Suckling sogar 94 Punkte.

Dieser Grüne Veltliner ist ab sofort zu genießen und hat

Potenzial für weitere 8–10 Jahre.

94 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weingut Hirsch

KAMPTAL ÖSTERREICH

RIED GAISBERG 1. LAGE GRÜNER VELTLINER, 2020 (BIO)

96 Punkte: „Atemberaubende Energie und Präzision am Gaumen!“

– Stuart Pigott (James Suckling)

OKA031020 Ried Gaisberg 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 DV 13% Vol. 32,66 €/l 24,50 €

AT-BIO-402

Als der Spitzen-Sommelier Rajat Parr in seinem Buch

„The Sommelier’s Atlas of Taste“ 2018 schrieb, Hirsch

sei der vielleicht konsistenteste Spitzenerzeuger Österreichs,

hat er das formuliert, was von Jahr zu Jahr

immer deutlicher wird: Johannes Hirsch ist einer der

ganz Großen – nicht nur der Alpenrepublik.

Das zeigt sich auch in seinem 2020er-Jahrgang – und

nicht zuletzt im Grünen Veltliner aus der Riede Gaisberg

im Kamptal, die sich östlich an den Zöbinger Heiligenstein

anschließt und sich über die Orte Strass, Zöbing

und Kammern erstreckt, wo das Weingut Hirsch

beheimatet ist. Der obere Teil im südlich ausgerichteten

Hang ist der östlichste Ausläufer der sogenannten

Gföhler Gneisplatte und entsprechend von Paragneis,

Amphibolit und Glimmer geprägt. Wo der Amphibolit

auftaucht, findet sich auch Kalk im Oberboden, sonst

ist es vor allem Braunerde. Im unteren Teil des Hanges

zeigt sich kalkiger Tschernosem, kalkhaltige Schwarzerde

mit Löss und kristallinem Schutt über Kies.

langen zitrisch hellen, herben und beeindruckend komplexen

Finale. Das ist ein echter, großmächtiger Cru des

Kamptals, der zu Recht 95 Punkte im Falstaff („Kamptal

DAC Rieden Cup“ 2021) und 96 Punkte bei James

Suckling erhalten hat.

Ab sofort zu genießen, seinen Höhepunkt erreicht er aber

sicher erst ab 2024. Potenzial für weitere 10–12 Jahre.

18,5 Punkte

VINUM

Der Ried Gaisberg 1. Lage Grüner Veltliner wurde als

Ganztraube gepresst. Die Vergärung der biodynamisch

erzeugten Trauben erfolgte bei Johannes Hirsch

spontan und ohne Temperaturkontrolle. Der Wein

wurde teils im Edelstahl, teils im großen Holz auf der

Feinhefe ausgebaut, Mitte Mai abgestochen und Ende

Juli gefüllt.

Schon in den letzten drei Jahren stockte uns leicht der

Atmen stockte, wenn wir diesen „GV“ auf der Zunge

bzw. am Gaumen hatten. Und so erging’s uns auch mit

dem 2020er-Jahrgang. Dieser Wein ist so klar, so faszinierend

balanciert, dabei so rassig und komplex und

– wie es Stuart Pigott (James Suckling) treffend formuliert

– „von atemberaubender Energie und Präzision

am Gaumen“ geprägt. Er ist so elegant wie ein großer

junger Burgunder! Im Duft erinnert der Ried Gaisberg

1. Lage Kammern Grüner Veltliner an den Saft und

Abrieb von Zitronen und Limetten, an Wiesenkräuter

sowie an Anis und Fenchel, an Kamille und Zitronenverbene

und sowohl an heimisches Kernobst als auch

an tropische Früchte wie Passionsfrucht, Ananas und

Mango.

Am Gaumen zeigt sich der Grüne Veltliner saftig und

in hohem Maße salzig und dunkel mineralisch mit einer

großen Konzentration an steinigen Noten, einer festen

Frucht, cremiger Textur und einer Straffheit in der

Säure, wie man sie bei dieser Sorte nur selten findet.

Schließlich endet der „Gaisberg“ irgendwann in einem

95


ÖSTERREICH KAMPTAL

Weingut Hirsch

RIED HEILIGENSTEIN 1. LAGE RIESLING, 2020 (BIO)

Der 2020er „Heiligenstein“ erreicht sowohl bei James Suckling

als auch im Falstaff 96 Punkte!

OKA030620 Ried Heiligenstein 1. Lage Riesling, 2020 DV 13% Vol. 44,66 €/l 33,50 €

AT-BIO-402

Der Riesling aus dem Zöbinger Heiligenstein ist Jahr

für Jahr ein ganz besonderer Wein, vor allem wenn er

sich noch unterentwickelt präsentiert; denn die wahre

Pracht dieses großen Rieslings zeigt sich erst nach

Jahren. Stuart Pigott, der Österreichs Weine für James

Suckling verkostet, hat es sehr treffend formuliert:

„In der Nase noch recht verschlossen, aber raffiniert

und delikat. Er schleicht sich langsam an den Gaumen

an und überschwemmt ihn dann mit Wellen von Mineralität,

eine mächtiger als die andere.“

Ja, der Zöbinger Heiligenstein gehört ganz ohne Frage

zu den besten Terroirs, die es für Riesling gibt. Die Weine

aus dieser Lage haben eine beeindruckende Tiefe

wie auch Kraft und zugleich eine mineralische Spannung,

Leichtigkeit und Harmonie, wie man sie sonst

lange suchen muss. Diese Erfahrung haben wir schon

bei anderen Winzern gemacht, die dort Parzellen besitzen,

und ebenso bei Johannes Hirsch in den letzten

Jahren, in denen sich sein Riesling Ried Heiligenstein

immer mehr zum „Wachau-Jäger“ entwickelt hat. Die

Riede Heiligenstein in Zöbingen ist nach Südsüdwest

ausgerichtet, terrassiert und vom sogenannten Zöbinger

Perm mit einer einzigartigen Bodenstruktur von an

die Oberfläche tretenden feldspatreichen rotbraunen

Sandsteinen und von Konglomeratgesteinen sowie

Quarzporphyren geprägt. Der „Heiligenstein“ wurde

Ende September von Hand gelesen, sortiert und dann

als Ganztraube gepresst. Die Vergärung der biodynamisch

erzeugten Trauben erfolgte bei Johannes Hirsch

spontan und ohne Temperaturkontrolle. Der Wein

wurde teils im Edelstahl, teils im großen Holz auf der

Feinhefe ausgebaut, Mitte Mai abgestochen und Ende

Juli gefüllt.

96 Punkte

FALSTAFF & SUCKLING

© Studio Pilens

Der noch blutjunge, grüngelb leuchtende Wein öffnet

sich mit weißen Blüten, mit Minze, Verbene und

Basilikum. Mit Luft stoßen Noten von Zitrone und

Kumquat dazu, ein wenig Marille und Pfirsich, Mango

und Passionsfrucht, aber auch Safran und Süßholz,

blonder Tabak und Salz. Darüber zeigt sich ein Hauch

von Zündplättchen – Schwefelverbindungen also, die

noch von der Spontangärung stammen und weitgehend

verschwinden. Ein Hauch von Feuerstein bleibt

jedoch und erinnert daran, dass der „Heiligenstein“

ein Terroir-Wein ist, ein Gesteinswein mit einem hohen

Quarzit-Anteil, der dies schon im Duft deutlich

macht, dann ebenso am Gaumen, wo die Säure fließt

und eine geradezu überbordende Mineralität immer

stärker und stärker pulsiert. Dieser Riesling zeigt sich

auch hier saftig und elegant mit einer Kombination aus

Steinobst, Kernobst und Zitrusfrüchten, mit viel Stein

und Salz, Ingwer, Kurkuma und Kräutern. Das ist ganz

ohne Frage ein fantastischer Riesling zu einem – im

Verhältnis gesehen – geradezu unglaublich günstigen

Preis, vor allem wenn man bedenkt, dass Stuart Pigott

dem „Heiligenstein“ bei James Suckling und Peter

Moser im Falstaff („Kamptal DAC Rieden Cup“ 2021)

jeweils 96 Punkte verliehen haben!

Ab sofort, dann unbedingt karaffieren, idealerweise allerdings

ab etwa 2024. Potenzial für weitere 10–12 Jahre.

96 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weingut Hirsch

KAMPTAL ÖSTERREICH

96 Punkte

© Studio Pilens

SUCKLING

19 Punkte

RIED GAISBERG 1. LAGE RIESLING, 2020 (BIO)

Herzensprojekt Gaisberg – grandiose Rieslinge!

VINUM

96 Punkte: „Atemberaubende Energie und Präzision am sehr

mineralischen Gaumen.“ – Stuart Pigott (James Suckling)

OKA030820 Ried Gaisberg 1. Lage Riesling, 2020 DV 13% Vol. 44,66 €/l 33,50 €

AT-BIO-402

Euphorische Spitzenwertungen für einzelne Weine gibt

es immer wieder und manch ein Kritiker scheint sich

mit seinen stets steigenden Wertungen mehr am BIP

als an objektiven Kriterien zu orientieren. Für das Weingut

Hirsch gilt das allerdings überhaupt nicht! Hannes

Hirschs Weine, jüngst erst als von Gault&Millau

als „Kollektion des Jahres ausgezeichnet, sind in nahezu

allen Publikationen hoch dotiert – und das seit Jahren.

Seine Riede Gaisberg ist von klimatischen wie

geographischen Bedingungen derart begünstigt, dass

hier – völlig unabhängig von der Rebsorte – ein klarer

Lagencharakter hervortritt. Sowohl Grüner Veltliner als

auch Riesling gedeihen hier erstklassig. Der Gaisberg im

Kamptal schließt östlich an den Zöbinger Heiligenstein

an und erstreckt sich über die Orte Strass, Zöbing und

Kammern, wo das Weingut Hirsch beheimatet ist. Der

obere Teil im südlich ausgerichteten Hang ist der östlichste

Ausläufer der sogenannten Gföhler Gneisplatte

und entsprechend geprägt von Paragneis, Amphibolit

und Glimmer. Dort wo der Amphibolit auftaucht, findet

sich auch Kalk im Oberboden, sonst ist es vor allem

Braunerde. Im unteren Teil des Hanges zeigt sich kalkiger

Tschernosem, kalkhaltige Schwarzerde mit Löss und

kristallinem Schutt über Kies.

Die enorme Güte dieses Riesling aus dem 2020er-Jahrgang

haben gleich drei wichtige Weininstanzen bescheinigt:

Falstaff (95 Punkte), James Suckling (96

Punkte) sowie Vinum (19 Punkte) sind sich einig. Ein

großer Riesling! Die singuläre Qualität dieses Lagenweins

lässt sich dann auch mit Leichtigkeit nachvollziehen.

Der hellgolden strahlende Wein duftet intensiv

nach Sternfrucht, gelber Kiwi und frischer Ananas. Ein

Hauch Muskatnuss, frische Hefe sowie Zitronenmelisse

tauchen schon mit dem zweiten Schwenken des Glases

auf. Das ist komplex und vielschichtig, dabei von einer

Klarheit und Präzision geprägt, die einen Athleten am

Gaumen erwarten lässt. Und siehe da: Dieser wurde

mit dem Glasschneider anstatt der Zeichenkohle konturiert!

Eine vibrierende aber angenehm reife Säure leitet

den mineralischen Riesling, der ein komplexes Zitruskaleidoskop

auffächert: etwas Amalfi-Zitrone, dann Zitronat

und sogar etwas Eisenkraut. Was hier nachhallt ist

eine angenehm herbe Frucht, dazu Kamillenblüten und

salzige Noten schwirren hier mit. Hannes’ Riesling ist

eindringlich, aber nie laut, dafür umso subtiler und feiner.

Das Besondere (und besonders Schöne) daran: Man

muss kein Experte sein, um sich an der Raffinesse und

großen Klasse dieses Weißweins zu erfreuen!

Der Gaisberg erreicht seinen Höhepunkt wohl zwischen

2024 und 2032, bereitete uns aber auch schon jetzt unmittelbare

Freude!

97


ÖSTERREICH KAMPTAL

Weingut Hirsch

RIED GRUB 1. LAGE GRÜNER VELTLINER, 2020 (BIO)

„Großzügig und gut strukturiert mit salziger Mineralität.“

– Stuart Pigott (James Suckling)

OKA031120 Ried Grub 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 DV 12,5% Vol. 44,66 €/l 33,50 €

AT-BIO-402

Dieser Grüne Veltliner aus der Riede Grub stammt aus

einem klassischen „Hirsch-Jahr“ mit lebendiger Säure,

niedrigen Alkoholwerten, einer klaren Frucht und

einem puren Trinkvergnügen, das bei diesem Wein aus

Ersten Lagen schon jetzt einsetzt. Die Riede Grub liegt

in der Gemarkung Kamm im Kamptal, schließt östlich

an den Zöbinger Heiligenstein an und wird westlich

vom Gaisberg begrenzt. Als Kessellage ist sie von drei

Seiten windgeschützt. Schon in der Steinzeit bot der

Ort Mammut- und Rentierjägern Schutz, was man

aufgrund diverser Fundstellen nachvollziehen kann.

Die nach Südwesten geöffnete Lage ist geprägt von

kalkhaltigem Löss und lehmig sandigem Schluff mit

partiell auftauchendem Grus und Kies. Darunter findet

sich in Teilen diejenige Art von Schluff und Sandstein,

durch die auch der Zöbinger Heiligenstein und

die Riede Lamm geprägt sind.

Nach dem eher trockenen und milden Winter folgte

im Kamptal zunächst ein sehr regenarmer Frühling

mit ungewöhnlich hohen Temperaturschwankungen.

Das verzögerte zunächst den Austrieb, was den

Reben schlussendlich zugutekam; denn während der

Spätfröste im März waren die Knospen noch nicht

ausgetrieben. Im Mai lagen die Niederschlagsmengen

ganz gegensätzlich deutlich über dem Durchschnitt.

Der Sommer blieb mäßig warm, war dafür aber ungewöhnlich

feucht, was zu einer intensiven Arbeit im

Weingarten führte, die sich nachher auf ganzer Linie

auszahlte. Der Ried Grub 1. Lage Kammern Grüner

Veltliner wurde ab Mitte September von Hand gelesen,

sortiert und dann als Ganztraube gepresst. Die

Vergärung der biodynamisch erzeugten Trauben erfolgte

bei Johannes Hirsch spontan und ohne Temperaturkontrolle.

Der Wein wurde teils im Edelstahl, teils

im großen Holz auf der Feinhefe ausgebaut, Mitte Mai

abgestochen und Ende Juli gefüllt.

95 Punkte

FALSTAFF

18,5 Punkte

VINUM

Der leuchtend grüngelbe „GV“ ist von den drei Veltlinern,

die wir Ihnen aus der Ersten Lage anbieten, vom

ersten Moment an der aromatischste Wein. Hier verbinden

sich Noten von Kräutern, Blüten, heimischen

Obstsorten, zitrischen und tropischen Noten. Kamille

und Wiesenschaumkraut sind hier ebenso markant

wie Anis und Fenchel. Dazu kommen Renekloden und

Birnen, Limetten und Mandarinen, Mango und ein

wenig Ananas in Verbindung mit Pfeffer und Gestein.

Am Gaumen zeigt der Wein eine breite Schulter und

ordentlich Kraft, wirkt dabei komplex, fruchtig und

saftig mit einer virilen Säure und Mineralität. Insgesamt

ist das ein hochtöniger, kräutriger und zitrischer

Wein mit gutem Druck und angenehmem Biss. Gerade

wenn man die drei Weine aus den nebeneinander liegenden

Rieden Lamm, Grub und Gaisberg probiert, die

im Keller exakt gleich ausgebaut wurden, wird deutlich,

wie terroirbetont die Weine sind und wie sich das

Ried Grub in der festen Zitrusfrucht, den steinigen

Noten und der reifen, aber lebendigen Säure abbildet,

die den „Grünen Veltliner“ mit großem Schub in ein

salziges, langes Finale trägt. Stuart Pigott, der in diesem

Jahr die Gewächse aus Deutschland und Österreich

für James Suckling bewertet hat, gibt 93 Punkte,

Peter Moser (Falstaff) gibt beim „Kamptal DAC

Rieden Cup“ 2021 gleich 95 Punkte, die wir sehr gut

und mit Genugtuung nachvollziehen können.

Ab sofort ein Genuss, erreicht seinen Höhepunkt aber sicher

erst ab 2022 und hat Potenzial für weitere 10–12 Jahre.

98 PINWAND no 333 | Januar 2022


Weingut Hirsch

KAMPTAL ÖSTERREICH

RIED LAMM 1. LAGE GRÜNER VELTLINER, 2020 (BIO)

Falstaff: 97 Punkte – drei Jahre in Folge bester Lagen-Veltliner beim

„Kamptal DAC Rieden Cup“!

AT-BIO-402

OKA030420 Ried Lamm 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 DV 13% Vol. 44,66 €/l 33,50 €

OKA030420M Ried Lamm, Grüner Veltliner 1. Lage 2020 MAGNUM DV 13% Vol. 48,00 €/l 72,00 €

97 Punkte

FALSTAFF

Man kann es kaum anders beschreiben, als dass sich

der Höhenflug der Hirsch-Weine aus dem Kamptal

auch in 2020 nahtlos fortsetzt. Beim Gault&Millau

wurden die Weine des Weinguts Hirsch als „Kollektion

des Jahres 2022 ausgezeichnet. Der „Grüne Veltliner

Ried Lamm“ hat derweil zum dritten Mal den ersten

Platz im „Kamptal DAC Rieden Cup“ des Falstaff

erlangt. Der 2020er Jahrgang erhielt dabei herausragende

97 Punkte! Wenn man sich die penible Weinbergsarbeit

von Johannes Hirsch anschaut, der zur

biodynamisch arbeitenden Gruppe respekt-BIODYN

gehört, und dann noch das Potenzial der Lagen mit

einbezieht, ist das aber auch kein Wunder. Die Riede

Lamm in Kammern im Kamptal gehört zu den bekanntesten

Lagen Österreichs. Sie bildet den südöstlichen

Hangfuß des Zöbinger Heiligensteins und ist geprägt

vom sogenannten Zöbinger Perm mit einer einzigartigen

Bodenstruktur von Lehm (früher „Loam“ oder

„Laam“, daher der heutige Name „Lamm“), Ton, Kalk,

Sandstein und Schluff. Da der Boden viel Wasser aufnimmt,

ist er ideal geeignet für Grünen Veltliner.

Der Ried Lamm 1. Lage Kammern Grüner Veltliner

wurde von Mitte September an von Hand gelesen,

sortiert und dann als Ganztraube gepresst. Die Vergärung

der biodynamisch erzeugten Trauben erfolgte bei

Johannes Hirsch spontan und ohne Temperaturkontrolle.

Der Wein wurde teils im Edelstahl, teils

im großen Holz auf der Feinhefe ausgebaut,

Mitte Mai abgestochen und Ende Juli gefüllt.

Dieser Grüne Veltliner ist ein Wein, dem man

vom ersten Moment an anmerkt, wie sehr er

in sich ruht, wie balanciert er ist und wie herrlich

die große Bandbreite an Aromen mit der tiefen

Mineralik der engmaschigen Struktur harmoniert. Im

Auftakt zeigen sich Noten von gelben Äpfeln und Birnen,

gelben Pflaumen und Zitronen in Verbindung mit

nussigen und tabakigen, leicht cremigen und sahnigen

Anklängen, etwas kandiertem Ingwer und den für die

Gegend zu typischen Noten von Verbene, Wiesenschaumkraut

und Waldmeister. Am Gaumen bietet

der „Grüne Veltliner“ eine herrliche Saftigkeit und eine

seidige Textur mit viel Tiefe und Konzentration, einer

straffen Säureader und einer tiefen Mineralik. Der „GV

Lamm“ ist ein mit Luft immer komplexer werdender

kraftvoller, aber immer eleganter, geradezu leichtfüßig

tänzelnd wirkender Wein, dessen hohe Bepunktung

das gelungene Zusammenspiel aller Kräfte zu einem

großen und gelungenen Ganzen widerspiegelt!

Ab sofort zu genießen, erreicht seinen Höhepunkt aber

sicher erst ab 2024. Potenzial für weitere 12 Jahre.

BESTER LAGEN-

VELTLINER

KAMPTAL

99


„Weingut Hirsch ist vielleicht der konsistenteste

Weltklasse-Winzer im Kamptal, wenn nicht gar in

ganz Österreich...“ schreibt Rajat Parr (Master Sommelier)

in seinem hochgelobten „Sommelier-Atlas

des guten Geschmacks“.

© Studio Pilens

„1.-LAGEN-PAKET 2020“ (BIO)

Neues von Erste-Lagen-Magier Hannes Hirsch!

OKA039920P „Kollektion des Jahres – 1. Lagen-Paket 2020“

DV 37,76 €/l statt 183,00 € nur 169,95 €

Wie zum Beleg unterstreicht „Magier“ Johannes Hirsch dies mit einem fulminanten

Jahrgang 2020, mit dem er ganz aktuell die Auszeichnung „Kollektion des Jahres

2022“ im Gault&Millau Austria einheimst. Sämtliche überragenden Lagenweine

für Sie in einem spannenden Kennenlernpaket zum attraktiven Vorzugspreis!

JE EINE FLASCHE:

► Ried Lamm 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO)

97 P Falstaff – Bester Lagen-Veltliner im Kamptal!

► Ried Gaisberg 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO)

95 P James Suckling

► Ried Grub 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO) 95 P Falstaff

► Ried Renner 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO) 18,5 P Vinum

► Ried Heiligenstein 1. Lage Riesling, 2020 (BIO) 96 P Falstaff

► Ried Gaisberg 1. Lage Riesling, 2020 (BIO)

96 P James Suckling / 19 P Vinum


PINwand333 Saarwellingen, im Januar 2022

Liefern Sie mir bitte folgende Weine:

Bestellung per Fax: 06838 / 97950-30, Telefon: 06838 / 97950-0 oder auch per Post:

PINARD de PICARD • Alfred-Nobel-Allee 28 • 66793 Saarwellingen oder www.pinard.de

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

FRANKREICH | ++ NEU ++ Les Carmels – Bordeaux

FBO530100 „Les Caprices“ Cadillac –

Côtes de Bordeaux, rouge (BIO)

FBO530218 „Les Vendanges“ Cadillac –

Côtes de Bordeaux, rouge 2018 (BIO)

FRANKREICH | Lamartine – Cahors

13,50 €

23,90 €

FSW080420 „Tandem“ Cahors, rouge 2020 10,95 €

FSW080118 Malbec Cahors, rouge 2018

Wine Enthusiast: 90 P

FSW080218 „Cuvée Particulière” Cahors, rouge 2018

Decanter: 97 P

FSW080316 „Expression” Cahors, rouge 2016

Wine Enthusiast: 90 P

FRANKREICH | Clos du Caillou – Châteauneuf-du-Pape

FRS020219

„Le Bouquet des Garrigues“

Côtes-du-Rhône, rouge 2019

Dunnuck: 91 P

9,95 €

13,90 €

26,90 €

alle BIO

14,95 €

FRS021220 „Esprit Nature“ Côtes-du-Rhône, rouge 2020 17,90 €

FRS020519 „Les Quartz“ Côtes-du-Rhône, rouge 2019

Dunnuck: 93 P

FRS021119 „La Réserve“ Côtes-du-Rhône, rouge 2019

Dunnuck: 92-94 P

FRS020720

„Le Caillou Tradition” Châteauneuf-du-Pape,

rouge 2020 Dunnuck: 90-92 P

FRS020319 „Les Safres“ Châteauneuf-du-Pape, rouge 2019

Decanter: 96 P

FRS020619

FRS020419

„Les Quartz“ Châteauneuf-du-Pape,

rouge 2019

Dunnuck: 97+ P

„La Réserve“ Châteauneuf-du-Pape,

rouge 2019

Dunnuck: 100 P

19,90 €

29,90 €

29,95 €

37,90 €

59,00 €

114,00 €

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

FRANKREICH | Deutz – Champagne

FCH060100 Brut Classic, blanc 38,80 €

FCH060100H Brut Classic, blanc (0,375l) 19,95 €

FCH060100M Brut Classic, blanc MAGNUM 75,00 €

FCH060414 Brut Millésime, blanc 2014 Suckling: 93 P 59,00 €

FCH061015

FCH061115

„Meurtet – Hommage à William Deutz“

Brut, blanc 2015

Falstaff: 95 P

„La Côte Glacière – Hommage à William

Deutz“ Brut, blanc 2015

FCH060809 „Amour de Deutz“ Brut, blanc 2009

Weinwirtschaft: 1. Platz Top 10 Blanc de Blanc

FRANKREICH | Belargus – Loire

95,00 €

95,00 €

149,00 €

FLO081220 „Anjou Noir“ Anjou, blanc 2020 Parker: 92-93 P 22,60 €

FLO080318 „Ronceray“ Anjou, blanc 2018 Parker: 94 P 35,00 €

FLO080118 „Gaudrets“ Savennières blanc, 2018 Parker: 93 P 39,90 €

FLO080418 „Rouères“ Anjou, blanc 2018 Parker: 95 P 59,90 €

FLO080219 „Ruchères“ Savennières Monopole, blanc 2019 99,00 €

FLO080718 „Treilles“ Anjou Monopole, blanc 2018

max. 2 Fl./Kunde

Deanter: 96 P

FLO080818

„Layon“ Coteaux-du-Layon Moelleux,

blanc 2018

Parker: 96 P

FLO081118H „Quarts“ Quarts-de-Chaume Grand Cru

Liqoureux, blanc 2018 (0,375l) Parker: 99 P

FLO081318H

FLO080918

„Rouères“ Quarts-de-Chaume Grand Cru

Liqoureux, blanc 2018 (0,375l) Parker: 96 P

„Écharderie“ Coteaux-du-Layon Chaume 1er

Cru Moelleux, blanc 2018 Le Point: 17/20 P

FLO081418H „Ultra“ Quarts-de-Chaume Grand Cru

Liqoureux, blanc 2018 (0,375l) Parker: 100 P

FLO080620 „Bonnes Blanches“ Anjou, blanc 2020

zur Reservierung, lieferbar voraussichtlich ab Mai 2022

FLO080520 „Quarts“ Anjou, blanc 2020

zur Reservierung, lieferbar voraussichtlich ab Mai 2022

119,00 €

34,00 €

55,00 €

52,90 €

55,00 €

239,00 €

53,90 €

61,50 €


PINwand333

Liefern Sie mir bitte folgende Weine:

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

DEUTSCHLAND | Seckinger – Pfalz

Name / Firma

Kunden-Nr. (falls zur Hand)

Straße, Nr.

DPF100620A Riesling „Vom Löss“ trocken, 2020 8,00 €

DPF100820 Weißburgunder „Vom Kalkstein“, 2020 (BIO) 9,50 €

DPF101120 Blanc R „Pure“, 2020 (BIO) 12,90 €

DPF101220 Rosé R „Pure“, 2020 (BIO) 12,90 €

DPF101620 Riesling R „Pure“, 2020 (BIO) FALSTAFF: 91 P 12,90 €

DPF100920 Chardonnay R „Pure“, 2020 (BIO) 14,90 €

DPF101320 Pinot Gris R „Pure“, 2020 (BIO) 14,90 €

DPF101420 Phips Fizz Rosé (BIO) 15,90 €

DPF109820P „Pure“ Probierpaket, 2020 (6 Fl.) statt 84,40 € nur 79,00 €

DPF100419 Königsbach Ölberg Riesling trocken, 2019 (BIO) 39,50 €

DPF109919P Lagenpaket 2019 (3 Fl.) statt 119,00 € nur 109,00 €

DPF101820 Maikammer Kapellenberg Chardonnay, 2020 40,00 €

DPF101920

DEUTSCHLAND | Holger Koch – Baden

Chardonnay „Linse“, 2020 (BIO)

zur Reservierung, lieferbar ab März 2022

DBA010120 Weißburgunder, 2020

(Edition Pinard de Picard)

exklusiv bei PdP

DBA010420 Weißburgunder „Steinfelsen“, 2020

(Edition Pinard de Picard) exklusiv bei PdP

DBA010620 Grauburgunder, 2020

(Edition Pinard de Picard)

DBA010720 Grauburgunder „Steinfelsen“, 2020

(Edition Pinard de Picard)

DBA011520 Chardonnay „Steinfelsen“, 2020

(Edition Pinard de Picard)

exklusiv bei PdP

Bestellung per Fax: 06838 / 97950-30, Telefon: 06838 / 97950-0 oder auch per Post:

PINARD de PICARD • Alfred-Nobel-Allee 28 • 66793 Saarwellingen oder www.pinard.de

exklusiv PdP

exklusiv bei PdP

40,00 €

9,95 €

10,80 €

13,95 €

13,95 €

14,95 €

DBA011720 Chardonnay *, 2020 18,90 €

DBA010820 Spätburgunder „Alte Reben“, 2020 9,95 €

DBA011120 Pinot Noir „Funken“, 2020

(Edition Pinard de Picard)

16,00 €

DBA010220 Pinot Noir Herrenstück, 2020 16,95 €

DBA011320 Pinot Noir *, 2020 25,00 €

DBA010320 Pinot Noir ***, 2020 38,00 €

DBA010320M Pinot Noir ***, 2020 MAGNUM 79,90 €

DBA011220 Pinot Noir *** „Fass 12“, 2020

(Edition Pinard de Picard)

exklusiv bei PdP

39,95 €

DBA010519 Pinot Noir „Reserve“, 2019 Parker: 93-94 P 45,00 €

Menge Artikel-Nr. Wein Einzelpreis

ÖSTERREICH | Franz Weninger – Burgenland, Balf, Sopron, Horitschon

OBL070719 Fehérburgundi, weiß 2019 (BIO) 12,50 €

OBL071020 Furmint „vom Kalk“, weiß 2020 (BIO) 15,00 €

OBL070220 Furmint „Stein“, weiß 2020 (BIO) 24,00 €

OBL070919 „Ponzichter“, rot (2019) (BIO) 9,90 €

OBL070118 Kékfrankos „Balf”, rot 2018 (BIO) 10,90 €

OBL070318 Blaufränkisch „Hochäcker“, 2018 (BIO) 13,00 €

OBL070417 Kékfrankos „Steiner”, rot 2017 (BIO) 25,00 €

OBL070616 Blaufränkisch „Dürrau“, 2016 (BIO) 59,00 €

ÖSTERREICH | Johannes Hirsch – Kamptal /

„KOLLEKTION DES JAHRES 2022“ Gault&Millau

OKA030120 „Hirschvergnügen” Grüner Veltliner, 2020 (BIO) 9,80 €

OKA030220

Kammern Grüner Veltliner, 2020 (BIO)

Suckling: 93 P

13,90 €

OKA030320 Zöbing Riesling, 2020 (BIO) Suckling: 93 P 14,80 €

OKA030920

OKA031020

OKA031120

OKA030420

Ried Renner 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO)

Vinum: 18,5 P

Ried Gaisberg 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO)

Suckling: 95 P

Ried Grub 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO)

Falstaff: 95 P

Ried Lamm 1. Lage Grüner Veltliner, 2020 (BIO)

Falstaff: 97 P

OKA030420M Ried Lamm 1. Lage Grüner Veltliner, 2020

(BIO) MAGNUM

OKA030620

OKA030820

Ried Heiligenstein 1. Lage Riesling, 2020 (BIO)

Falstaff: 96 P

Ried Gaisberg 1. Lage Riesling, 2020 (BIO)

Vinum: 19 P

OKA039920P „Kollektion des Jahres – 1. Lagen-Paket 2020“

(6 Flaschen) statt 183,00 € nur

ITALIEN | ++ NEU ++ Arpepe – Valtellina

24,50 €

24,50 €

33,50 €

33,50 €

72,00 €

33,50 €

33,50 €

169,95 €

ILO020120 „Nebbiolo“ Rosso di Valtellina DOC, rosso 2020 23,90 €

ILO020217

ILO020317

ILO020417

ITALIEN | Burlotto – Piemont

„Il Pettirosso“

Valtellina Superiore DOCG, rosso 2017

„Sassella Stella Retica“

Valtellina Superiore DOCG, rosso 2017

„Grumello Rocca de Piro“

Valtellina Superiore DOCG, rosso 2017

29,95 €

38,00 €

38,00 €

IPI010220 „Viridis“ DOC Langhe, bianco 2020 13,20 €

IPI011420 „Dives“ DOC Langhe Sauvignon, bianco 2020 15,95 €

IPI010520 Dolcetto d’Alba DOC, rosso 2020 12,50 €

IPI010920 Langhe Freisa DOC, rosso 2020 14,90 €

IPI011020 Langhe Nebbiolo DOC, rosso 2020

max. 2 Fl/Kunde

15,95 €

IPI010720 „Aves“ DOC Barbera d’Alba, rosso 2020 17,50 €

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Widerrufsrecht: Sie haben das Recht, binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage ab dem Tag, an dem Sie oder ein von Ihnen benannter Dritter, der nicht der

Beförderer ist, die letzte Ware einer einheitlichen Bestellung in Besitz genommen haben bzw. hat. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (Pinard de Picard GmbH & Co.KG, Alfred-Nobel-Allee 28, 66793 Saarwellingen,

Tel.: 06838/97950-0, Fax:-30, E-Mail: info@pinard.de) mittels einer eindeutigen Erklärung (z.B. ein mit der Post versandter Brief, Telefax oder E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden. Unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen können Sie unter

https://www.pinard-de-picard.de/geschaeftsbedingungen.html einsehen. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie unter https://www.pinard-de-picard.de/kontakt/datenschutz.html. Gerne können Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen

sowie die Datenschutzerklärung auch in schriftlicher Form bei uns anfordern. Allgemeine Informationen über den Umfang der Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten und über Ihre Datenschutzrechte

finden Sie unter https://www.pinard-de-picard.de/kontakt/190111_Informationspflicht_Datenerhebung_V1.10.pdf

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