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19. Jahrgang 1/2022

Mitgliederzeitschrift der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V.

Fachgruppe im Fokus

Pathologie

Seite 52


ROCKY (6),

seit vier Wochen

wieder im Training

dank HANFÖL MIT CBD

Einzelfuttermittel für Hunde und Katzen

Reines Naturprodukt mit natürlichem

CBD-Anteil und essenziellen Fettsäuren –

exklusiv beim Tierarzt.

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EDITORIAL

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Wort, das uns in Pandemie- und Kriegszeiten

nicht aus dem Kopf geht, ist das

Wort „Zukunft“. Zukunft, freudige Erwartung

oder unbestimmte Angst?

Was sagt der Duden zum Wort „Zukunft“?

Zeit, die noch bevorsteht, die noch

nicht da ist; die erst kommende oder künftige

Zeit (und das in ihr zu Erwartende), jemandes

persönliches, zukünftiges Leben;

jemandes noch in der Zukunft liegender Lebensweg,

das auf jemanden Zukommende.

Das auf jemanden Zukommende impliziert

etwas Unausweichliches und steht

im Gegensatz zu „Zukunft gestalten“. Wie

können wir in der Gegenwart agieren, um

Einfluss auf die Zukunft zu erhalten? Oder

handeln, als gäbe es kein Morgen?

In dieser Ausgabe des DVG-Forums beschäftigen

wir uns mit Weichenstellungen,

die die DVG zu dem gemacht haben,

was sie heute ist. Prof. Eugen Weiß‘ Weitsicht

ist es zu verdanken, dass die DVG Service

GmbH unter der Trägerschaft des Vereins

„Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft“

im Jahr 2002 gegründet wurde

und nun auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit

zurückblicken kann.

Eng mit der Zukunft des tierärztlichen

Berufsstandes ist der wissenschaftliche

Nachwuchs verbunden. Perspektivlosigkeit

und Zukunftsängste führen dazu, dass

den Universitäten die tragende Säule der

Institute und Kliniken abhandenkommt.

Details einer Umfrage werden in Kürze veröffentlicht.

Die Initiative Wissenschaftliche

Mitarbeitende (IWiMi) der DVG bietet

ein Forum zum Austausch und zur Positionierung

des wissenschaftlichen Nachwuchses

zu den Herausforderungen an den

Universitäten. Ein erstes öffentliches Treffen

fand bereits virtuell im März statt.

Um PraktikumstierärztInnen auf ihre

Rolle als Lehrende vorzubereiten, entwickelt

die Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“

unter Federführung von Frau

Prof. Mahtab Bahramsoltani derzeit einen

vierstündigen E-Learning-Kurs. Auch dieses

Projekt befasst sich mit der Zukunftssicherung

des Berufsstandes durch qualifizierte

Weiterbildung.

In den letzten beiden Jahren hat die

DVG ihr Portfolio an Präsenz-, Hybrid- und

virtuellen Veranstaltungen erweitert. Wir

sind den ReferentInnen dankbar, dass sie

sich auf alle Formate einlassen und freuen

uns, dass die TeilnehmerInnen die Angebote

gerne annehmen.

In diesem Jahr fällt die Entscheidung

zur Teilnahme an passenden Tagungen

und Kongressen nicht leicht. Wir würden

uns freuen, Sie zahlreich beim Nordrhein-

Westfälischen Tierärztetag und dem DVG-

Vet-Congress zu begrüßen, um nur zwei

Events herauszugreifen.

Fachgruppe im Fokus ist in dieser Ausgabe

die Fachgruppe „Pathologie“. Lesen

Sie Informatives zur Geschichte und Perspektiven

dieser erfolgreichen Gruppe und

erfahren Sie spannende Ergebnisse der

letzten Tagung.

Selbstverständlich gibt es auch Interessantes

über die Geschäftsstelle zu berichten,

wie auch zu Preisverleihungen,

Personen und Institutionen wie das kürzlich

eingeweihte Tiermedizinische Zentrum

für Resistenzforschung (TZR).

Um in der Zukunft bestehen zu können,

braucht es auch den souveränen Umgang

mit neuen Medien. Der Online Marketing

Guide für Tierärztinnen und Tierärzte

der Autoren Dilly und Dihen, erschienen

im DVG-Verlag, unterstützt dabei und

knüpft an den beliebten Podcast an.

Zu allen diesen Themen finden Sie weitere

Informationen im vorliegenden Heft.

Dem Dessauer Zukunftskreis gratulieren

wir herzlich zum 10-jährigen Jubiläum!

Der Kreis analysiert Chancen und Risiken

der Tiermedizin und erarbeitet Perspektiven

und Lösungen für die Zukunft.

Sehen wir die Zukunft nicht als das unausweichlich

auf uns Zukommende, sondern

gestalten wir sie aktiv! Ganz im Sinne

von Karl Jaspers, dt. Philosoph (1883–1969):

„Die Zukunft ist als Raum der Möglichkeiten

der Raum unserer Freiheit.“

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen

und Entdecken der vielen Facetten

Ihrer DVG!

PD Dr. Susanne Alldinger

Geschäftsführerin der DVG

DVG-Forum 01/2022 1


INHALT

EDITORIAL

PD Dr. Susanne Alldinger . . . . . . . . . . . . 1

DVG ALLGEMEIN

20 Jahre DVG Service GmbH . . . . . . . . . . . 4

Ehrendoktorwürde für Prof. Martin Kramer . . . . . . 4

9. NRW-Tierärztetag in Dortmund . . . . . . . . . 5

DVG-Vet-Congress 2022 Berlin + digital . . . . . . . 6

DFG-Fachkollegienwahl . . . . . . . . . . . . .6

Erstes Online-Meeting von IWiMi . . . . . . . . . 8

Hilfe für die Ukraine . . . . . . . . . . . . . . 8

Internationales Engagement der DVG . . . . . . . .9

DVG-Forum digital und gedruckt . . . . . . . . . 10

ARBEITSGEBIETE

• KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) . 12

Fachgruppe „Innere Medizin und

klinische Labordiagnostik (InnLab)“ . . . . . . .26

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde

(DGT-DVG) . . . . . . . . . . . . . . . 28

Deutsche buiatrische Gesellschaft (DbG-DVG) . . . . 30

Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“ . . . . . . . 30

Fachgruppe „Naturheilverfahren und

Regulationsmedizin“ . . . . . . . . . . . . 33

Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“ . 34

• GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“ . . . . 36

Fachgruppe „Epidemiologie und Dokumentation“ . . . 42

Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“ . . . . .42

• INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE

Fachgruppe AVID . . . . . . . . . . . . . . 43

• LEBENSMITTELSICHERHEIT

UND VERBRAUCHERSCHUTZ

Arbeitsgebiet „Lebensmittelsicherheit und

Verbraucherschutz“ . . . . . . . . . . . . 44

Fachgruppe „Milchhygiene“ . . . . . . . . . . 44

Dreiländer Summer School „Vet Food Science“ . . . . 44

AG Eutergesundheit . . . . . . . . . . . . . 45

• TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

Fachgruppe „Ethologie und Tierhaltung“ . . . . . . 46

Fachgruppe „Tierschutz“ . . . . . . . . . . . . 47

Tierärztliche Plattform Tierschutz (TPT) . . . . . . . 49

Sofortmaßnahmen zur Vermeidung von Schmerzen

und Leiden erkrankter oder verletzter Schweine . . 49

DVG-Forum 01/2022

• ARBEITSKREISE UND AUSSCHÜSSE

Arbeitskreis „Respiratorisches System“ . . . . . . . 50

Arbeitskreis „Forensische Veterinärmedizin“ . . . . . 50

FACHGRUPPE IM FOKUS

Fachgruppe „Pathologie“ . . . . . . . . . . . 52

STIFTUNGEN UND PREISE

Martin-Lerche-Wissenschaftspreis 2022 . . . . . . 60

Anton-Mayr-Preis 2022 . . . . . . . . . . . . .61

Ausschreibung des Bruns-Preises 2023 . . . . . . . 61

Höhner-Preis 2022 . . . . . . . . . . . . . . 62

Klös-Preis 2022 . . . . . . . . . . . . . . . 62

Richard-Völker-Medaille 2022 . . . . . . . . . . 63

NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Neue DVG-Mitarbeiterin . . . . . . . . . . . . 65

DVG on tour . . . . . . . . . . . . . . . . 65

Werde Schnuppermitglied . . . . . . . . . . . 65

Vorteile einer DVG-Mitgliedschaft . . . . . . . . 66

In eigener Sache –

Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse . . . . 66

PERSONEN

Prof. Zentek Vorsitzender des Fakultätentages . . . . 67

Prof. Tipold seit 20 Jahren im Amt . . . . . . . . . 67

Internationale Ehrung für Prof. Volk . . . . . . . . 68

Gottfried Brem ausgezeichnet . . . . . . . . . . 68

Neue Fachgruppenleiter . . . . . . . . . . . . 69

In Erinnerung an Dr. Egon Vielitz . . . . . . . . . 72

Nachruf auf Dr. Zdzislaw Boryczko . . . . . . . . 72

AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN

Tierärztlicher Nachwuchs / Tierärztemangel . . . . . 73

Tiermedizinisches Zentrum für Resistenzforschung . . 74

Aktuelle Stellungnahmen der StIKo Vet . . . . . . . 75

ESCCAP - Informationen und Factsheets . . . . . . 75

PUBLIKATIONEN

Aktuelle Publikationen im DVG-Verlag . . . . . . . 76

TAGUNGSKALENDER 2022/2023 . . . . . . . . 78

IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

2 DVG-Forum 01/2022


Vet-Congress www.dvg-vet-congress.de

Berlin + digital 13. bis 15. Oktober 2022

22

Deutsche buiatrische

Gesellschaft

Fachgruppe

Pferdekrankheiten

Chirurgie

Fachgruppe

Tierernährung

Verhaltensmedizin

& Bissprävention

Naturheilverfahren

und

Regulationsmedizin

Versuchstierkunde

Reproduktionsmedizin

Schweinekrankheiten

Tierzucht & Genomik

Tropenvet.

med. & Int.

Tiergsundheit

AK Forensische

Veterinärmedizin

AG Katzenmedizin

der DGK-DVG

AG Neurologie

der DGK-DVG

AG Kleinsäuger

der DGK-DVG

AG Gastroenterologie

AG Pferdeophthalmologie

Studierende &

DoktorandInnen

Seminare

TFA

VET-Messe

Service GmbH

An der Alten Post 2

35390 Gießen

info@dvg.de

www.dvg.de

Änderungen vorbehalten

Herausgeber:

Deutsche Veterinärmedizinische

Gesellschaft e. V.

Präsident:

Prof. Dr. Dr. h. c. (Bursa) Dr. h. c. (Torun)

Martin Kramer

Vizepräsident, Schatzmeister:

Prof. Dr. Arwid Daugschies

ISSN 1861-907X

Redaktion: DVG Service GmbH

PD Dr. Susanne Alldinger und

Dr. Marion Selig

An der Alten Post 2, 35390 Gießen

Tel.: 0641 98 44 46 0

E-Mail: info@dvg.de

Internet: www.dvg.de

Registergericht Gießen

Handelsregister Nr. HRB 3877

Fotos Titelseite:

Institut für Pathologie der Stiftung

Tierärztliche Hochschule Hannover, von

links oben im Uhrzeigersinn: Heatmap

Sharpened, Bartagame mit Skoliose,

Neuron mit Toxoplasmen, Bezoar beim

Reh, Mitose, Neuron Immunfluoreszenz.

Verlag:

Verlag der DVG Service GmbH

An der Alten Post 2, 35390 Gießen

Tel.: 0641 98 44 46 0

Druck und Bindung:

Druckerei Bender GmbH

Hauptstr. 27, 35435 Wettenberg

Tel.: 0641 9849960, Fax: 0641 98499620

E-Mail: info@druckerei-bender.de

Internet: www.druckerei-bender.de

Layout / Bildbearbeitung:

Bernd Burkart, www.form-und-produktion.de

IMPRESSUM

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Anzeigen:

DVG Service GmbH, Tel.: 0641 98 44 46 0

forum@dvg.de

Das DVG-Forum erscheint in einer Onlinesowie

in einer Print-Ausgabe.

Auflage der Print-Ausgabe: 2.000

Erscheinungsweise: zweimal jährlich

Mediadaten:

www.dvg.de t Über uns t DVG-Forum

Es gilt die dort angegebene Anzeigenpreisliste.

Die Verantwortlichkeit für den Inhalt der

Beiträge liegt bei den Verfassern. Der auszugsweise

Abdruck ist unter Angabe der

Quelle gestattet. Die Übersendung eines

Belegexemplars wird erbeten. Berufs-, Status-

und Funktionsbezeichnungen im DVG-

Forum gelten für alle Geschlechter.

DVG-Forum 01/2022 3


DVG ALLGEMEIN

20 Jahre DVG Service GmbH

Prof. Dr. Dr. h.c. Eugen Weiß, zu dieser Zeit DVG-

Schatzmeister, gratuliert Frau PD Dr. Alldinger zu

ihrer Amtseinführung 2006. Foto: DVG

Die DVG als eingetragener Verein ist die wissenschaftliche

Gesellschaft der Veterinärmedizin.

Sie lebt durch das Engagement

ihrer Mitglieder, die in 40 Fachgruppen und

mehreren Arbeitskreisen organisiert sind,

sich in ihren jeweiligen Fachgebieten sowie

auch interdisziplinär austauschen und vernetzen

und zu Forschung und Fortschritt

zum Wohl von Tier und Mensch beitragen.

Austausch und Vernetzung sind u. a.

auf Tagungen und Kongressen möglich.

Um Veranstaltungen professionell und auf

hohem Niveau anbieten und durchführen

zu können und um den gesetzlichen Regelungen

Rechnung zu tragen, wurde vor 20

Jahren die DVG Service GmbH gegründet,

die seitdem sämtliche wirtschaftlichen

Aktivitäten des Vereins übernimmt. Vorsitzender

der DVG e. V. war zu diesem Zeitpunkt

Prof. Dr. Holger Martens (Berlin),

Schatzmeister war Prof. Dr. Dr. h.c. Eugen

Weiß (Gießen). Weiterhin bestand der Vorstand

aus Prof. Dr. Dr. h.c. Eckehard Deegen

(Hannover), Prof. Dr. Dr. h.c. Karsten

Fehlhaber (Leipzig), Prof. Dr. Volker Moennig

(Hannover) und Prof. Dr. Eckard Wolf

(München). Insbesondere Eugen Weiß hatte

sich sehr für die Gründung der GmbH

eingesetzt. Zum 31.07.2002 erfolgte der

Eintrag ins Handelsregister. Gesellschafter

der DVG Service GmbH ist die DVG e. V.,

vertreten durch den Vorstand.

Nachdem zu Beginn zunächst Dr. Cornelie

Jäger und dann Dr. Sven Kilian die Geschäftsführung

übernommen hatten, wurde

PD Dr. Susanne Alldinger zum 01.03.2006

eingestellt und ist seit dem 01.09.2006 Geschäftsführerin

der DVG Service GmbH.

Insbesondere die letzten beiden Jahre

waren für die Veranstalter von Tagungen

und Kongressen eine große Herausforderung.

Die DVG Service GmbH hat diese Herausforderung

angenommen und ist gut

aufgestellt, um auch künftig ihre Leistungen

in modernen und zeitgemäßen Formaten

anzubieten. So hat sie mit dem

DVG-Vet-Congress 2021 den ersten großen

Hybrid-Kongress der Veterinärmedizin

nach Ausbruch der Pandemie erfolgreich

durchgeführt.

Die nächsten 20 Jahre können also

kommen …


Ehrendoktorwürde für Prof. Martin Kramer

Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Martin Kramer (2.v.r.) durch die Nikolaus-Kopernikus-Universität

Toruń. Foto: Kramer

Die Ehrung erfolgte im Rahmen einer Feierstunde

durch den Rektor der Nikolaus-

Korpernikus-Universität in Torun (Polen),

Prof. Dr. Andrzej Sokala. Prof. Kramer, der

seit 22. November 2021 das Amt des Vizepräsidenten

für Forschung und Förderung

des wissenschaftlichen Nachwuchses der

Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen innehat,

nahm die Auszeichnung am 19. Februar

2022 persönlich entgegen. Er wurde

damit für seine herausragenden Leistungen

zur Entwicklung der Kleintierchirurgie,

der modernen bildgebenden Verfahren sowie

für seinen Einsatz in der tierärztlichen

Ausbildung geehrt.

Prof. Kramer ist seit 2003 Leiter der Klinik

für Kleintiere (Chirurgie) am Fachbereich

Veterinärmedizin der JLU und war von

4

DVG-Forum 01/2022


DVG ALLGEMEIN

2010 bis November 2021 außerdem Dekan

des Fachbereichs. Nach seiner Approbation

zum Tierarzt begann Kramer im Januar 1987

seine Tätigkeit an der damaligen Chirurgischen

Veterinärklinik in Gießen, wo er 1992

promoviert wurde. Im Jahr 1994 wurde er

Fachtierarzt für Chirurgie, 2000 für Röntgendiagnostik

und andere bildgebende

Verfahren sowie 2007 bzw. 2009 für Kleinund

Heimtiere & Kleintierchirurgie. Im Jahr

1998 wurde er Diplomate des European College

of Veterinary Diagnostic Imaging (Dip.

ECVDI). Ende 1999 habilitierte sich Prof. Kramer

für die Gebiete Kleintierchirurgie und

bildgebende Verfahren. Nach einem Aufenthalt

in Knoxville/ Tennessee, USA, übernahm

Kramer Ende 2000 zunächst eine

Gastprofessur in Gent, Belgien, ehe er im

Oktober 2001 dort den Ruf auf die Professur

für Weichteilchirurgie bei Kleintieren

annahm. Im September 2003 kehrte Prof.

Kramer nach Gießen zurück und erhielt die

Professur für Kleintierchirurgie an der JLU.

Kurz darauf wurde er geschäftsführender

Direktor der Klinik für Kleintiere und bald

des neu gegründeten Klinikums Veterinärmedizin

der JLU. Neben zahlreichen Publikationen

und der Abfassung tiermedizinischer

Lehrbücher sowie der Betreuung vieler

Doktorandinnen und Doktoranden

engagiert sich Prof. Kramer hochschulpolitisch

und berufspolitisch, so beispielsweise

seit 2004 in der Bundestierärztekammer

(seit 2015 als BTK-Präsidiumsmitglied verantwortlich

für Forschung, Ausbildung

und Industrie). Seit 2015 ist Prof. Kramer

außerdem Präsident der Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft (DVG).

Für seine wissenschaftlichen Verdienste

und sein außergewöhnliches fachliches

Engagement wurde Prof. Kramer bereits

mehrfach ausgezeichnet: Im Jahr 2011 wurde

ihm in der Türkei die Ehrendoktorwürde

der Uludag Universität Bursa verliehen.

Im Jahr 2019 erhielt Prof. Kramer die Nieberle-Plakette

der Landestierärztekammer

Baden-Württemberg für seine Leistungen

im Bereich der bildgebenden Verfahren.•

9. NRW-Tierärztetag

in Dortmund

Vom 9. bis 12. September 2022 findet in

Dortmund der 9. Nordrhein-Westfälische

Tierärztetag unter dem Leitthema „One

Health im Zeitalter der Globalisierung“

statt.

Auf dem Tierärztetag erwarten Sie Veranstaltungen

zu Klein- und Heimtieren,

Nutztieren, Pferden und zur Tätigkeit im

Öffentlichen Dienst. Ein Block widmet sich

den Chancen und Risiken der Telemedizin.

Tiermedizinische Fachangestellte können

sich auf ein Vortragsprogramm sowie auf

ein Seminar freuen. Auf der Industrieausstellung

können Sie stöbern, sich über

neue Produkte und Equipment informieren

sowie Kolleginnen und Kollegen treffen.

Veranstaltungen auf dem

9. NRW-Tierärztetag

Freitag, 09.09.2022

• Vortragsprogramm Rechtsgrundlagen

• Vortragsprogramm Telemedizin (allgemein

sowie parallele Sessions Kleintierpraxis,

tierärztliche Bestandsbetreuung,

Pferdepraxis)

• parallele Streams (Kleintiere, Nutztiere,

Pferde, Öffentlicher Dienst)

Samstag, 10.09.2022

• parallele Streams:

– Fachprogramm Kleintiere: Jungtiererkrankungen

– Fachprogramm Heimtiere: u. a. Notfälle,

Trächtigkeit, Geburt, Kastration,

Otitis, Zähne

– Hauptprogramm Nutztiere: Fachprogramm

Schweine (Lahmheiten) und

Fachprogramm Rinder (u. a. Tierseuchen)

– Fachprogramm Pferde: Sprunggelenk

Seminare

• Verhaltensmedizin: Schwierige Hunde

(10.+ 11.09.2022)

• Heimtiere: Labordiagnostik

(11.09.2022)

• Röntgenaktualisierung (11.09.2022)

• Business-Coaching in der Pferdepraxis

(11.09.2022)

• Praxisgründung (11.09.2022)

• Praxisabgabe (11.09.2022)

Veranstaltungen für TFA

• Samstag (10.09.2022): Vortragsprogramm

– Jungtiere

• Sonntag (11.09.2022): Seminar

Strahlenschutz

Auf der Kongresswebseite finden Sie das

vollständige Programm, die Online-Anmeldung

und weitere Informationen:

q https://www.dvg-nrw-tieraerztetag.de/

Veranstalter des Tierärztetages ist die DVG;

fachliche Mit-Koordinatoren sind die Tierärztekammern

Westfalen-Lippe und Nordrhein.


DVG-Forum 01/2022 5


DVG ALLGEMEIN

DVG-Vet-Congress 2022 – vor Ort in Berlin + digital

Der DVG-Vet-Congress, einer

der größten Kongresse der

Veterinärmedizin im deutschsprachigen

Raum, findet in

diesem Jahr vom 13. bis 15. Oktober

erneut als Hybrid-Event

statt.

Das bedeutet, Sie haben alle Optionen

und können Ihre Teilnahme ganz nach

Ihren Wünschen gestalten:

• Nehmen Sie vor Ort im Estrel Congress

Center in Berlin teil, nutzen Sie die

Möglichkeit zum Austausch mit Kolleginnen

und Kollegen und besuchen Sie

die umfangreiche und innovative VET-

Messe.

• Oder verfolgen Sie die Vortragsveranstaltungen

bequem von zu Hause, von

unterwegs oder von Ihrem Arbeitsplatz

aus.

• Die Mediathek mit den Aufzeichnungen

oder Videos der Vorträge steht

nach dem Kongress wieder für mehrere

Wochen zur Verfügung.

Zahlreiche DVG-Fachgruppen beteiligen

sich am Kongress, so dass ein vielfältiges

Angebot an Veranstaltungen auf Sie wartet.

Und es gibt eine Veränderung im Programmablauf:

Die Eröffnungsveranstaltung

mit Festvortrag und Preisverleihungen

findet bereits am Donnerstag, den 13.

Oktober, ab 17:30 Uhr statt. Freuen Sie sich

auf die anschließende typische „Berliner

Sause“ mit Currywurst (auch vegan) und

Musik. Das Vortragsprogramm beginnt

dann am Freitag gleich morgens ab etwa

8:30 Uhr. Wir freuen uns, Sie schon am

Donnerstag, an dem wie sonst auch die Seminare

stattfinden, begrüßen zu dürfen.

Ablauf des DVG-Vet-Congresses

(Donnerstag, 13. bis Samstag, 15.10.2022)

• Eröffnungsveranstaltung vor Ort und

im Livestream: Donnerstag, 17:30 Uhr,

anschließend „Berliner Sause“

• Tagungen vor Ort und im Livestream:

– 68. Jahreskongress der DGK-DVG,

Schwerpunktthema: Der Generationenwechsel

– Altbewährtes und Neues

in der Kleintiermedizin

– Freie Vorträge und Posterpräsentation

der DGK-DVG

– Tagung der Deutschen Gesellschaft

für Tierzahnheilkunde (DGT-DVG)

– 5. Internationaler Kongress zur Pferdemedizin

– Tagung zur Rindermedizin

– Tagung zur Verhaltensmedizin

• Tagungen vor Ort (für die Online-Teilnehmer

sind in der Mediathek abrufbare

Videos geplant)

– Chirurgie, Anästhesie, Schweinekrankheiten,

Bienen, Tropenveterinärmedizin

und Int. Tiergesundheit, Tierernährung,

Naturheilverfahren und Regulationsmedizin,

Versuchstierkunde, Epidemiologie,

Antibiotikaresistenz

• Seminare vor Ort: Die Seminare finden

am Donnerstag bis 17 Uhr ausschließlich

vor Ort statt, darunter wieder etliche Seminare

zur Kleintiermedizin sowie zur

Pferdeophthalmologie, zu Minipigs, zur

Verhaltensmedizin, zur Versuchstierkunde

sowie zu Didaktik und Kommunikation.

• 68. VET-Messe: Freitag und Samstag

vor Ort

Übrigens: Mit der DVG als Veranstalter ist

der DVG-Vet-Congress ein Kongress von

TierärztInnen für TierärztInnen und der Gewinn

fließt – anders als bei kommerziellen

Unternehmen – durch die DVG wieder

zur Tierärzteschaft zurück. So können z. B.

NachwuchswissenschaftlerInnen gefördert

oder weitere Fortbildungen und Tagungen

organisiert werden.

Wir freuen uns auf einen spannenden Kongress!

Ihr DVG-Team


DFG-Fachkollegienwahl 2023

Die DVG als wissenschaftliche Vereinigung

wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) gebeten, eine Stellungnahme

zur Fächerstruktur 2024 bis 2028

abzugeben.

Die DVG hat gemeinsam mit der Gesellschaft

für Ernährungsphysiologie (GfE)

empfohlen, die derzeitigen Fächer 207-07

(Tierzucht, Tierernährung, Tierhaltung)

und 207-08 (Tiermedizin) sowie deren Zuordnung

zum Fachkollegium Agrar-, Forstwissenschaften

und Tiermedizin beizubehalten.

Der Senat der DFG ist dieser Empfehlung

nachgekommen. Damit ist gewährleistet,

dass der hohe Standard in der Begutachtung

und Bewertung gehalten werden

kann.


6

DVG-Forum 01/2022


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DVG-Forum 01/2022 7

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Leistungsumfang entnehmen Sie bitte unseren Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB).


DVG ALLGEMEIN

Erstes Online-Meeting von IWiMi – Initiative Wissenschaftliche Mitarbeitende

Dr. Dora Bernigau (Leipzig) ist bei IWiMi aktiv. Foto: DVG

Am 28. März fand ein erstes Online-Meeting

der Initiative Wissenschaftliche Mitarbeitende

(IWiMi) statt. IWiMi ist eine

unter dem Dach der DVG im November

2021 gegründete Initiative, die auf die besonderen

Anliegen der wissenschaftlichen

Mitarbeitenden an Universitäten oder anderen

Einrichtungen aufmerksam machen

möchte.

Hintergrund

Die DVG fühlt sich seit jeher als Wissenschaftsorganisation

der Tiermedizin allen

Bereichen tiermedizinischer Forschung

verpflichtet. Wissenschaftlichen Mitarbeitenden,

die auf dem Weg zur weiteren akademischen

Qualifikation sind, kommt eine

besondere Bedeutung zu. Sie stellen mit

ihrem Können und ihrer Erfahrung die Basis

dar, die für eine erfolgreiche wissenschaftliche

Arbeit, aber auch die Erfüllung

allgemeiner Dienstaufgaben, eine kontinuierliche

Sicherung guter Lehre für Studierende

und die Qualifikation von weiterem

akademischem Nachwuchs unverzichtbar

ist. Diese grundlegenden Tätigkeiten wissenschaftlicher

Mitarbeitender für das

Funktionieren ihrer Arbeitsbereiche werden

nicht immer hinreichend wahrgenommen

und gewürdigt. Zudem existierte bislang

kein „Sprachrohr“ für ihre besonderen

Anliegen. Um diese Funktion wahrzunehmen,

wurde IWiMi unter dem Dach der DVG

standortübergreifend von Vertreter:innen

der wissenschaftlichen Mitarbeitenden der

fünf veterinärmedizinischen Bildungsstätten

gegründet. Der DVG-Vorstand unterstützt

die strukturelle Einbindung von

IWiMi in die DVG ausdrücklich.

Erstes Online-Meeting

51 Teilnehmende loggten sich am 28. März

zum ersten IWiMi-Meeting ein. Es wurden

die Ergebnisse einer Umfrage unter den

wissenschaftlichen Mitarbeitenden an

den fünf deutschen veterinärmedizinischen

Ausbildungsstätten vorgestellt. Anschließend

fanden Diskussionen zu den

Hauptgebieten der Umfrage (Kernarbeitszeiten/mobiles

Arbeiten, Zielvereinbarungen,

Weiterqualifikation/berufliche Zukunft,

Unterschiede Kliniken – Institute) in

Breakouträumen statt. Ein ausführlicher

Bericht dazu ist geplant, ebenso wie weitere

Treffen, um die nächsten Schritte festzulegen

und ein Positionspapier zu entwickeln.

Wer Interesse hat, bei IWiMi mitzuwirken

oder an dem nächsten Treffen teilzunehmen,

schickt bitte eine E-Mail an:

veranstaltungen@dvg.de

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


Hilfe für die Ukraine

Seit mehreren Monaten herrscht in der Ukraine

Krieg. Viele Menschen waren und sind

bestürzt, spüren eine Hilf- und Fassungslosigkeit

angesichts der Flut der erschütternden

Bilder über Zerstörung und Flucht.

Neben Millionen von Menschen sind auch

Tiere in privater Haltung sowie in der Landwirtschaft

und in weiteren Einrichtungen

wie z. B. Zoos betroffen. Berichte über zurückgelassene

Haustiere, Landwirte die keine

finanziellen Mittel mehr haben, um ihre

Tiere zu versorgen, Menschen mit ihren

Hunden und Katzen in überfüllten Zügen,

Flüchtende zu Pferd, um ihre Tiere nicht

dem sicheren Tod zu überlassen, mehren

sich und zeigen, welches Risiko Menschen

einzugehen bereit sind, wenn das in Gefahr

gerät, was ihnen besonders lieb ist. Und

das ist eben nicht nur das Heimatland, sind

nicht nur Familie und Freunde, sondern

auch das in der Obhut befindliche Tier.

8

DVG-Forum 01/2022


DVG ALLGEMEIN

Wie können wir als Tierärztinnen und Tierärzte

in dieser Situation helfen?

• Die tierärztlichen Verbände haben Informationen

über erleichterte Einreisebedingungen,

Möglichkeiten der

kostenfreien Behandlung bzw. Kostenerstattung

von Tieren Geflüchteter etc.

zusammengestellt und online zugänglich

gemacht, z. B. auf folgenden Seiten:

– http://www.dvg.de

– https://

www.bundestieraerztekammer.de

– https://vetsforukraine.com/

• Auf Anregung von Dr. Caroline Wöhr, Tagungsleiterin

der DVG-Tierschutztagung,

die kurz nach dem Ausbruch des

Krieges stattfand, spendet die DVG je 5

Euro pro Teilnehmer an der Tierschutztagung

für Hilfsprojekte für landwirtschaftliche

Nutz- und Großtiere und

Tierschutzorganisationen zur Rettung

von Heim- und Begleittieren in der Ukraine.

• Die DVG bittet zudem um weitere

Unterstützung für diesen Zweck. Wir

freuen uns daher über jede Spende auf

das folgende DVG-Konto (die Spenden

werden dann an entsprechende Projekte

weitergeleitet):

Deutsche Veterinärmedizinische

Gesellschaft e.V.

Volksbank Mittelhessen

IBAN: DE08 5139 0000 0006 9549 28

BIC: VBMHDE5F

Bitte Spendenzweck angeben:

Tierschutz Ukraine

Bislang sind fast 5.000 Euro zusammengekommen

(Stand: 01.06.2022). Der DVG-

Vorstand entscheidet, wohin genau die

Spenden weitergeleitet werden. Wir werden

Sie über die gespendete Gesamtsumme

und die gewählten Hilfsorganisationen

auf dem Laufenden halten.

Ihr DVG-Team


Ein Schäferhund harrt neben einem ausgebrannten

Auto aus. Foto: Ruslan, stock.adobe.com

Vor dem Bahnhof in Lwiw (Lemberg) warten

ukrainische Geflüchtete, z. T. mit ihren Tieren,

auf einen Zug, der sie aus der Stadt herausbringt.

Foto: Sid10, stock.adobe.com

Internationales Engagement der DVG

Infektionen und Zoonosen breiten sich

über Landesgrenzen aus und zu ihrer Bekämpfung

sind internationale sowie auch

interdisziplinäre Bündnisse und koordinierte

Aktionen erforderlich. In diesem Bereich

ist die DVG über ihre Mitgliedschaft

in den folgenden Vereinigungen aktiv.

Mission Rabies Deutschland e. V.

Mission Rabies ist eine internationale, seit

mehreren Jahren bestehende Organisation

mit Sitz in Großbritannien, die mit systematischen

Impfungen von Hunden gegen

Tollwut, Kastrationsaktionen sowie Informationskampagnen

die Tollwutinfektion

von Menschen bekämpft. Denn noch immer

sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) weltweit

jährlich rund 60.000 Menschen an Tollwut,

die überwiegend durch Hunde übertragen

wird. Hauptsächlich betroffen sind

dabei Asien und Afrika mit 95 Prozent der

gemeldeten Fälle. Besonders in Afrika ist

jedoch eine hohe Dunkelziffer an Todesfällen

durch Tollwut anzunehmen.

Um die Bekämpfung der Tollwut auch

von Deutschland aus zu unterstützen,

wurde 2021 der Verein „Mission Rabies

Deutschland e. V.“ auf Initiative der Kollegin

Dr. Silke Körlings-König gegründet.

Weitere Gründungsmitglieder sind PD Dr.

Susanne Alldinger (Geschäftsführerin der

DVG), Prof. Dr. Andreas Moritz (Präsident

der Fachgruppe „Deutsche Gesellschaft

für Kleintiermedizin – DGK-DVG“), Prof. Dr.

Uwe Truyen (Vorsitzender der Ständigen

Impfkommission Veterinärmedizin; Präsident

der DVG von 2012 bis 2015, Vorsitzender

des DVG-Desinfektionsausschusses

von 2010 bis 2014) sowie Dr. Luke Gamble,

Dr. Frederik Lohr und Katharina Wadepohl,

PhD.

q https://missionrabies.com/

q Mission Rabies

Deutschland e. V.:

siehe Facebook

(Vereinsnamen in die

Suchleiste eingeben)

International Alliance against

Health Risks in Wildlife Trade

Die DVG ist Mitglied in der „International

Alliance against Health Risks in Wildlife

Trade”, einem Bündnis, das von der Gesellschaft

für Internationale Zusammenarbeit

(GIZ) im Auftrag der Bundesregierung ins

Leben gerufen wurde, um den Fang und

die Ausbeutung von Wildtiern zu reduzieren.

DVG-Forum 01/2022 9


DVG ALLGEMEIN

Denn fast 75 Prozent aller heute bekannten

neu auftretenden Infektionskrankheiten

sind Zoonosen – also Krankheiten,

die vom Tier auf den Menschen

und umgekehrt übertragen werden können.

Viele davon haben ihren Ursprung in

Wildtieren. Die Zerstörung von deren Lebensraum

und der Natur, die zunehmende

Landnutzung, und die nicht nachhaltige

Nutzung natürlicher Ressourcen erhöhen

das Risiko der Ausbreitung von

Zoonosen. Die nicht nachhaltige Nutzung

von und der Kontakt mit wildlebenden Tieren

und ihren Erzeugnissen, einschließlich

Handel und Verzehr von Wildfleisch, gelten

als einige der Hauptgründe für Gesundheitsrisiken

– und können, wie die

Coronaviruspandemie zeigt, zu globalen

Pandemien mit schwerwiegenden gesundheitlichen,

sozioökonomischen und

ökologischen Auswirkungen führen.

Umweltgesundheit, Tiergesundheit

und menschliche Gesundheit sind grundlegend

miteinander verknüpft – daraus

wird die Bedeutung des One Health-Konzeptes

ersichtlich.

q https://alliance-health-wildlife.org/

Internationale Fachgesellschaften

Die DVG ist zudem Mitglied in mehreren

internationalen Fachgesellschaften (z. B.

in den Disziplinen Kleintiermedizin, Geflügelkrankheiten

und Geschichte der Veterinärmedizin)


DVG-Forum – digital und gedruckt

Das DVG-Forum erscheint ab der Ausgabe 2/2019 als Online-Version

mit Blätterfunktion, verlinkten www-Adressen sowie E-

Mail-Adressen. Wir haben die DVG-Mitglieder in einer Umfrage

per E-Mail bzw. per Post gefragt, welche Version des DVG-Forums

sie bevorzugen. Ihrer Mitteilung entsprechend erhalten Sie die

Online-Ausgabe per Link oder die Print-Ausgabe per Post zugeschickt.

Überlegungen hin zu mehr Nachhaltigkeit und veränderte

Lesegewohnheiten haben uns zu dieser Entscheidung veranlasst.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie von der neuen

Möglichkeit, das Forum auf diese Weise z. B. auch vom mobilen

Endgerät aus zu nutzen, Gebrauch machen würden.

Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie künftig statt der gedruckten

die Online-Ausgabe (oder umgekehrt) erhalten möchten

q forum@dvg.de

Gendergerechte Sprache

In Artikeln, Beiträgen, Info-Broschüren und sonstigen Texten

verwendet das Team der DVG-Geschäftsstelle manchmal nur

die männliche oder weibliche Berufs-, Status- oder Funktionsbezeichnung.

Gleichzeitig weisen wir, z. B. im Impressum, immer

darauf hin, dass diese Bezeichnungen für alle Geschlechter

gelten. Uns ist bewusst, dass dies keine Ideallösung ist und

nicht allen gerecht wird. Die bessere Lesbarkeit sowie auch die

Tatsache, dass es mehr als weibliches und männliches Geschlecht

gibt, liegen dieser Entscheidung zugrunde. Wie andere

Autorinnen und Autoren Berufs-, Status- oder Funktionsbezeichnungen

in ihren Beiträgen verwenden, überlassen wir

ihnen. Daher finden sich im DVG-Forum im Hinblick auf gendergerechte

Sprache unterschiedliche Schreibweisen.


KONTAKTIEREN

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DVG-Forum 01/2022


DVG ALLGEMEIN

DVG-Forum 01/2022 11


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

Neues aus der AG Kleinsäuger der DGK-DVG

Röcken als Sitzungs- und Wahlleiter ins Leben

gerufen, ihre Geschäftsordnung beschlossen

und der erste Vorstand für vier

Jahre gewählt.

Dem ersten Vorstand gehörten Dr. Jutta

Hein (Leiterin), Prof. Dr. Michael Fehr

(stellvertretender Leiter), Dr. Iris Schwarze

(Sekretärin), Dr. Stefan Gabriel, PD Dr. Thomas

Göbel, Dr. Saskia Köstlinger, PD Dr.

Frank Künzel und PD Dr. Kerstin Müller

(alle Beirat) an.

Die Kleinsäugertagung fand im Haus St. Ulrich in Augsburg sowie online statt.

Bei den 1. Thementagen Kleinsäuger in

Augsburg 2016 entstand die Idee der Gründung

der AG Kleinsäuger als Arbeitsgruppe

der DGK-DVG. 2018 bei den 2. Thementagen

in Augsburg wurde die Idee dann in

die Tat umgesetzt. Mit 67 Gründungsmitgliedern

wurde die AG Kleinsäuger am

05.05.2018 in Augsburg von Dr. Friedrich

Spezialistenliste und

weitere Erfolge

Mittlerweile zählt die AG Kleinsäuger der

DGK-DVG 236 Mitglieder und kann bereits

auf einige Erfolge zurückblicken. So wurde

2018 mit der Geschäftsordnung die Erstellung

einer Spezialistenliste für Kleinsäuger

deutschland- und österreichweit

angeregt, für die sich Mitglieder qualifizieren

und bewerben können und die mittlerweile

60 auf Kleinsäuger spezialisierte

TierärztInnen umfasst. Beworben werden

die Gruppe und die Liste über eine eigene

Homepage und entsprechende Flyer. Eine

abgeschlossene Multicenterstudie (weitere

in Planung), diverse Artikel, Vorträge

und Seminare von AG-Mitgliedern sprechen

für den hohen wissenschaftlichen

Anspruch und die Aktivität der Gruppe,

ebenso wie die zunehmende Zahl von Postern

und freien Vorträgen auf den Themen-

Die Tagungsleiterinnen PD Dr. Kerstin Müller

(links) und Dr. Jutta Hein.

Zur Bildgebung bei neurologischen Erkrankungen referierte Stefan Kohl (Leipzig).

12

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Dr. Yvonne van Zeeland und Dr. Nico Schoemaker (beide Utrecht) konnten

nicht vor Ort sein und wurden für ihre Vorträge live dazugeschaltet.

Die Industrieausstellung war sehr gut besucht.

tagungen. Auch die neugegründete Untergruppe

„Otitis“ verspricht spannende

Ergebnisse.

4. Thementage Kleinsäuger

Die Thementage Kleinsäuger, Thema

„Neurologie“, vom 25. bis 27.03.2022, nach

einer Online-Tagung 2021 zum dritten Mal

in Augsburg, war mit 252 TeilnehmerInnen

(136 davon online) wiederum ein voller Erfolg.

Drei Seminare für TierärztInnen, ein Seminar

für Tiermedizinische Fachangestellte,

eineinhalb Tage Hauptprogramm für

TierärztInnen (Neurologie sowie Neurologie

Advanced Fälle), ein Tag Hauptprogramm

für Tiermedizinische Fachangestellte, eine

Posterausstellung mit 18 Postern, vier freie

Vorträge und eine Industrieausstellung vor

Ort machten die Tagung zu einer hervorragenden

Hybridveranstaltung. Die DVG-Mitarbeiter

unter Leitung von Frau PD Dr. Susanne

Alldinger organisierten, gemeinsam

mit Dr. Jutta Hein (Tagungsleitung) und PD

Dr. Kerstin Müller (Programmleitung), die

Tagung vor Ort und online gewohnt professionell

und reibungslos.

Die Schlütersche Fachmedien GmbH stiftete

Preise für die drei besten Poster in jeder

Kategorie. Für ihre Poster in der Kategorie

„Studien“ wurden ausgezeichnet:

1. Anne Willems, Hannover (250,00 Euro):

Ohrerkrankungen beim Kaninchen – Untersuchungen

zu Komplikationsraten,

Therapieergebnissen und Erfolgsraten

bei chirurgisch versorgten Heimtierkaninchen

mit Otitis media

2. Dr. Claudia Schandelmaier, Bad Kissingen

(Buchpreis: Gabrisch, Zwart: Krankheiten

der Heimtiere):

Tumoren beim Meerschweinchen: Eine

retrospektive Auswertung von 1017 Tumoren

aus der Routinepathologie

3. Dr. Angela Kern, Hörbranz (A) (Abonnement

„Kleintierpraxis“):

Enzephalitozoonose bei Kaninchen –

Diagnostische Aussagekraft von IgMund

IgG-Titerhöhe

Poster- und Vortragspreise

Zum dritten Mal wurden bei den Postern

jeweils drei Studien und Fälle mit dem Gabrisch-Zwart-Poster-Preis

ausgezeichnet.

PD Dr. Thomas Göbel (Berlin) sprach zu neurologischen Erkrankungen von Ratten und anderen

Kleinsäugern.

DVG-Forum 01/2022 13


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Die Preisträgerinnen der Posterpreise waren nicht alle vor Ort. Es freuten

sich ihre Kolleginnen sowie Sabine Poppe von der Schlüterschen

Fachmedien GmbH (ganz links) und die Jury (ganz rechts: PD Dr. Kerstin

Müller, 2.v.r.: Dr. Iris Schwarze, 3.v.r.: PD Dr. Thomas Göbel).

Die Preisträgerinnen der Vortragspreise mit Sponsorin und Jury (v.l.n.r):

Renate Schneider-Sikler (Dechra), Dr. Iris Schwarze, Dr. Milena Thöle,

Dr. Ulrike Schwittlick, PD Dr. Thomas Göbel, Dr. Jutta Hein.

Über ihre Preise in der Kategorie „Fälle“

freuten sich:

1. Dr. Ulrike Althöhn, Hamburg (250,00

Euro):

Sarkom myogenen Ursprungs bei einem

3-jährigen, männlich-kastrierten Meerschweinchen

– ein Fallbericht

2. Lara Sophie Müller, Ottersberg (Buchpreis:

Gabrisch, Zwart: Krankheiten der

Heimtiere):

Pneumonie, Splenitis und Enzephalitis

bei einem Kaninchen mit Streptococcus

pneumoniae-Infektion

3. Dr. Karin Harder, Posthausen (Abonnement

„Kleintierpraxis“):

Osteomyelitis mit retroperitonealer

Abszessentwicklung bei einem 12 Monate

alten Meerschweinchen mit Streptococcus

pneumoniae Infektion

Zum zweiten Mal fand die Session „Freie

Vorträge“ statt, in der NachwuchswissenschaftlerInnen

die Ergebnisse ihrer Studien

vortrugen. Vier AutorInnen waren eingeladen

worden. Die Dechra Veterinary

Products Deutschland GmbH stiftete Preise

für die besten beiden Vorträge. Ausgezeichnet

wurden:

1. Dr. Milena Thöle, Posthausen (200,00

Euro):

Appendizitis beim Kaninchen – Symptome,

weiterführende Diagnostik und

konservativer Therapieansatz anhand

von 5 Fallbeispielen

2. Dr. Ulrike Schwittlick, Bad Kissingen

(150,00 Euro):

„Nur“ kleine stachelige Katzen? Neoplasien

bei 124 Afrikanischen Weißbauchigeln

Neuer Vorstand

Da coronabedingt unklar war, wie die Mitgliederversammlung

und die Neuwahlen

des Vorstandes der AG laufen würden, wurden

die Vorstandssitze im Vorfeld ausgeschrieben.

Zwölf Mitglieder der AG Kleinsäuger

bewarben sich (vier aus dem noch

bestehenden Vorstand). Acht von ihnen

wurden über eine geheime Online-Wahl

von den Mitgliedern gewählt. Diese acht

Mitglieder wiederum wählten aus ihren

Reihen Leitung und Sekretärin. Man entschied

sich für eine Doppelspitze aus Dr.

Milena Thöle und PD Dr. Kerstin Müller. Dr.

Iris Schwarze wurde erneut als Schriftführerin

und Führerin der Spezialistenliste gewählt.

Der Beirat des neuen Vorstandes besteht

aus Dr. Tina Brezina, Dr. Yvonne

Eckert, Dr. Jutta Hein, Dr. Saskia Köstlinger

und Dr. Diana Ruf.

Wir freuen uns auf viele neue Ideen und

Projekte mit diesem neuen Team und auf

Fortsetzung der aktiven Erfolgsgeschichte

der AG Kleinsäuger!

Dr. Jutta Hein

Leiterin der DGK-DVG AG Kleinsäuger

bis 3/2022

Fotos: DVG

Der Tagungsband mit den Abstracts aller

Vorträge und Poster kann in der DVG-Geschäftsstelle

für 15,00 Euro zzgl. 3,00 Euro

für Verpackung und Versand bestellt werden

(info@dvg.de).

Informationen zur AG Kleinsäuger:

q https://www.dvg-kleinsaeuger.de/


14

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

„Wir alle haben ihm viel zu verdanken“ – Ehrung von Prof. Dr. Michael Fehr

Auf den 4. Thementagen Kleinsäuger in

Augsburg vom 25. bis 27.03.2022 ehrte Dr.

Jutta Hein das Gründungsmitglied der AG

Kleinsäuger und den langjährigen Direktor

der Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zierund

Wildvögel der Tierärztlichen Hochschule

in Hannover, Prof. Dr. Michael Fehr,

und dankte ihm für seinen Einsatz nicht

nur für die Kleinsäuger.

Die Tiere auf dem Bauernhof eines

Freundes waren der Beginn einer lebenslang

bestehenden Tierliebe, die Michael

Fehr 1974 sein veterinärmedizinisches Studium

an der Tierärztlichen Hochschule in

Hannover beginnen ließ. 1979 folgte die

Approbation, 1983 die Promotion und,

nach einem kleinen Exkurs in die Großtierambulanz,

mit der Anstellung in der Kleintierklinik

der Tierärztlichen Hochschule

(TiHo) Hannover 1985 der Fachtierarzt für

Kleintiere. 1994 habilitierte er sich im Bereich

Kleintierchirurgie und übernahm

2007 als Direktor die Klinik für Heimtiere,

Dr. Jutta Hein dankte Prof. Dr. Michael Fehr für

sein Engagement über viele Jahrzehnte.

Auch auf den 4. Thementagen Kleinsäuger hielt Prof. Fehr einen anschaulichen Vortrag. Fotos: DVG

Reptilien, Zier- und Wildvögel. 2011 bis 2018

leitete er zusätzlich noch als Direktor die

Klinik für Kleintiere. Ende März 2021 verabschiedete

er sich dann schweren Herzens

in den wohlverdienten Ruhestand.

Sein Büro zuhause wurde zuvor aber

noch etwas ausgebaut, denn so ganz abgeschlossen

hat Herr Fehr noch nicht mit

der Kleintier- und Kleinsäugermedizin. So

sind noch längst nicht alle Arbeiten und

Projekte abgeschlossen und auch der ein

oder andere Klinikmitarbeiter und Tiermediziner

braucht noch weiterhin seinen Rat.

Auch wenn er in Prof. Dr. Micheal Pees bereits

einen Nachfolger gefunden hat, vermissen

seine Mitarbeiter ihn doch sehr.

Denn „Papa Fehr“ war mit seiner Souveränität

und seinem fachlichen Geschick immer

ein Chef, zu dem man aufschauen

konnte und der neben einer offenen Tür

auch immer eine passende Antwort auf

jede Frage hatte und seinen Mitarbeitern

trotzdem Freiraum für die eigene Entwicklung

ließ (Zitat aus dem TiHo-Anzeiger

2/2021).

Er hat die Kleinsäugermedizin bewegt!

Keiner hat auch nur annährend so viel

Doktoranden und Habilitanten betreut

und Artikel und Buchbeiträge im Bereich

Kleinsäuger publiziert. Welcher Kleinsäugertierarzt

und welche Kleinsäugertierärztin

hat nicht irgendwann im Laufe des Berufslebens

in seiner Vorlesung oder in

einem seiner unzähligen Vorträge und Seminare

gesessen und immer wieder Neues

über Kleinsäuger mitgenommen.

So war er auch als Mitbegründer der

DGK-DVG-Arbeitsgruppe Kleinsäuger dabei

und leitete als Stellvertreter von 2018

bis 2022 zusammen mit mir die Gruppe

und seit mehr als zehn Jahren die Untergruppe

Kleinsäuger des Online-Fachforums

Kleintiermedizin der Schlüterschen

Fachmedien GmbH.

Viele Gründe, um Danke zu sagen – für

sein Engagement für die Kleinsäuger- und

Exotenmedizin, sein stets offenes Ohr für

uns alle und seine freundliche, hilfsbereite

Art!

Wir wünschen ihm noch viele glückliche,

erfüllte und v. a. gesunde Jahre gemeinsam

mit seiner Familie, in denen er

nachholen kann, was an Hobbies und Reisen

zu kurz gekommen ist.

Dr. Jutta Hein

Leiterin der DGK-DVG AG Kleinsäuger bis

3/2022

DVG-Forum 01/2022 15


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

Kleinsäuger-/Heimtierveranstaltungen

9. Nordrhein-Westfälischer Tierärztetag in Dortmund (09.–11.09.2022)

• 10.09.2022: Fachprogramm Heimtiere

• 11.09.2022: Seminar „Labordiagnostik bei Kleinsäugern“

• siehe auch Seite 5 sowie: https://www.dvg-nrw-tieraerztetag.de/

DVG-Vet-Congress Berlin + digital (13.–15.10.2022)

• 13.10.2022: Seminar „Heimtiere“ vor Ort in Berlin

• 14.10.2022: Vortragssession „Heimtiere / Reptilien – Chirurgie“ vor Ort und im Livestream

• siehe auch Seite 6 sowie: https://www.dvg-vet-congress.de/

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

Kölner Thementage: Die multimorbide Katze

Erstmals seit der Pandemie fanden die

Thementage Patient Katze am 23. und 24.

April wieder in Präsenz im bewährten Maternushaus

in Köln statt. Zusätzlich wurde

das Vortragsprogramm für Tierärztinnen

und Tierärzte live gestreamt, so dass

auch die Online-Teilnahme möglich war.

Dr. Angelika Drensler, Leiterin der AG Katzenmedizin

der DGK-DVG und Tagungsleiterin,

freute sich, die TeilnehmerInnen

zum Schwerpunktthema „Die multimorbide

Katze“ zu begrüßen. Sie dankte den

Referentinnen und Referenten, den Vorstandsmitgliedern

der AG Katzenmedizin

und den Sponsoren und Ausstellern für

das Engagement und die Unterstützung.

Auch der Präsident der DGK-DVG, Prof. Dr.

Andreas Moritz, war vor Ort in Köln und

sprach Grußworte. Insgesamt nahmen

etwa 230 Tierärztinnen und Tierärzte teil,

jeweils fast gleich viel in Präsenz sowie online,

und über 50 Tiermedizinische Fachangestellte.

Eröffnungsvortrag:

Das One Health-Prinzip

Den Einstieg in das Vortragsprogramm

übernahm Prof. Dr. Martin Kramer, Präsident

der DVG, zum Thema „Das One

Health-Prinzip – Welche Rolle spielen Tier-

Die Kölner Thementage fanden im Maternushaus

und parallel online statt.

Dr. Angelika Drensler eröffnete die Tagung.

Prof. Dr. Martin Kramer bei seinem Eröffnungsvortrag.

16

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Das Maternushaus in Köln.

Jessica Gräfenstein und Benjamin Rink vom DVG-Team nahmen die

Registrierung der TeilnehmerInnen vor.

Prof. Dr. Barbara Kohn sprach zu internistischen

Herausforderungen der alten Katze.

ärzte/innen im Bereich der Kleintiermedizin“.

Er zeigte anhand zahlreicher Fotos die

Wechselbeziehungen zwischen (Klein-)

Tier und Mensch auf und ging auch auf Veterinary

Public Health (VPH) als tragender

Säule von One Health ein. VPH umfasst die

tiermedizinischen Wissenschaften und

alle Tätigkeiten, die direkt oder indirekt

mit Tieren oder Erzeugnissen vom Tier in

Verbindung stehen, soweit sie einen Beitrag

zum Schutz oder zur Verbesserung

des physischen, mentalen und sozialen

Wohlbefindens des Menschen leisten. Zu

VPH gehören u. a. die Lebensmittelsicherheit

sowie die Prävention und Bekämpfung

von Zoonosen und auch Fragen des

Tierwohls. Im Kleintierbereich betreffe

dies z. B. Animal Hoarding, Qualzucht,

aber auch den Umgang mit Tierhaltern, die

nicht zahlen können oder wollen, die mit

der Haltung des Tieres überfordert sind

oder bei denen es Hinweise auf Tierquälerei

gibt. Prof. Kramer rief dazu auf, stets

wissensbasiert zu handeln und schloss

seine Präsentation mit den Worten: „Als

Tierärztinnen und Tierärzte haben wir eine

große Aufgabe vor uns!“

Vortragsprogramm

Das Schwerpunktthema „Die multimorbide

Katze – was geht, wenn nichts mehr

geht?“ zog sich als roter Faden durch die

Vorträge und wurde u. a. aus internistischer,

dermatologischer und onkologischer Sicht

aufgegriffen. Die Vorträge waren durchwegs

einprägsam und enthielten viele Tipps.

Zu Fragen von Anästhesie und Analgesie

der multimorbiden Katze sprach Prof.

Paulo Steagall, Professor für Veterinäranästhesie

und Schmerzmanagement in

Montreal und Hongkong und Mitentwickler

der Feline Grimace Scale, der live aus

Hongkong zugeschaltet wurde. Er stellte

viele Fallbeispiele vor und gestaltete seine

Präsentation interaktiv, so dass die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer einbezogen

wurden und Vorschläge zum weiteren Vorgehen

machen konnten.

Dr. Lorenz Schmid (Oberhaching) stellte

zur geriatrischen Katze als Zahnpatient

fest, dass das Lebensalter an sich keine

Kontraindikation für eine Narkose darstelle,

diese bei alten Tieren aber anspruchsvoller

sei. Die Angst des Tierhalters vor

dem vermeintlichen Narkoserisiko könne

dazu führen, dass eine notwendige Zahnsanierung

unterbleibe. Nach Abwägung

des Gesundheitsstatus‘ eines geriatrischen

Patienten habe eine lege artis durchgeführte

Zahnsanierung jedoch eine sehr

gute Prognose und sei im Sinne des Tierschutzes

notwendig.

Cordula Hecht (Planegg) erinnerte in

ihrer Präsentation zur Katzenernährung

daran, dass die Hauskatze von der Falbkatze,

einem Wüstenbewohner, abstammt,

worauf ihre Fähigkeit, den Urin zu konzen-

Wurde aus Hongkong zugeschaltet: Prof. Paulo

Steagall.

DVG-Forum 01/2022 17


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Es war wieder möglich, die Thementage in Präsenz durchzuführen.

Dr. Heike Karpenstein-Klumpp bei ihrem Vortrag.

trieren und ihr Verhalten, wenig zu trinken,

abstammten. Entsprechend sei auch die

Katzentoilette zu gestalten („Savannentoilette“);

es solle keine Höhle angeboten und

auch keine Duftstäbchen oder Urin-Destroyer

eingesetzt werden.

Auf die Bildgebung bei der geriatrischen

Katze ging Dr. Heike Karpenstein-

Klumpp (Baden-Baden) ein. Die Katze sei

ideal für den Ultraschall, da ihr Abdomen

weich sei, kein Gas enthalte und „man

überall drankommt“. Nach einer Einführung

ging die Referentin zusammen mit

Dr. Jennifer von Luckner (Ahlen) auf das feline

Asthma ein. Die Vorstellung von klinischen

Fällen mit Befunden aus der internistischen

Untersuchung in Kombination

mit der Bildgebung war besonders anschaulich

und praxisnah.

Seminar/Masterclass

Zwei Seminare, die ausschließlich vor Ort in

Köln stattfanden, ergänzten das Vortragsprogramm.

Im Seminar „Interaktive Fallbesprechungen

– Maulhöhle“ wurde zunächst

die systematische Beurteilung der Maulhöhle

dargestellt. In den Fallbesprechungen

ging es u. a. um die juvenile aggressive Gingivitis,

die feline chronische Gingivostomatitis

und die feline Zahnresorption.

Die Masterclass „Wenn mir eigentlich

die Hände gebunden sind – was trotzdem

möglich ist“ befasste sich mit dem Vorgehen

bei der diabetischen Katze, der anämischen

Katze und der dyspnoischen Katze

und zeigte Wege auf, diesen Patienten

zu helfen, ohne sie durch Stress noch mehr

zu gefährden.

Tiermedizinische Fachangestellte

Die Tiermedizinischen Fachangestellten

konnten an einer Fortbildung u. a. zu den

Themen „Gesundheitsvorsorge bei der alten

Katze“, „Zahnnotfälle“, „Impfung“,

„Ernährung“, „Laborparameter“ sowie

Begehrter Treffpunkt in den Pausen: die Industrieausstellung.

Der Vorstand der AG Katzenmedizin (v.l.n.r.): Dr. Angelika Drensler,

Dr. Gabriele Rummel, Dr. Katja Beyer, Yvonne Lambach.

18

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Dr. Drensler dankte Jana Otter (Mitte) und Tina Wolf, die die TFA-Tagung

mitorganisiert und moderiert hatten.

„Osteoarthrose“ teilnehmen. Mit einer Diskussionsrunde zur

Katzenfreundlichen Praxis endete das Vortragsprogramm. Am

darauffolgenden Tag fand ein Laborkurs für TFA statt. Beide Veranstaltungen

wurden in Präsenz durchgeführt.

Industrieausstellung

Endlich konnte auch wieder eine Industrieausstellung vor Ort angeboten

werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten

rege die Möglichkeit, mit den Firmenvertretern face to face ins

Gespräch zu kommen und sich neue Produkte und Equipment

vorstellen zu lassen.

Veranstaltungen zur Katzenmedizin

Versäumen Sie nicht die folgenden Veranstaltungen:

DVG-Vet-Congress Berlin + digital (13.-15.10.2022)

13.10.2022: Seminar „Katzenmedizin“ vor Ort in Berlin

siehe auch: https://www.dvg-vet-congress.de/

• Kölner Thementage „Patient Katze“

16.-17.09.2023 in Köln

Den Tagungsband „Die multimorbide Katze“ können Sie für 15

Euro zzgl. 3 Euro für Verpackung und Versand in der DVG-Geschäftsstelle

bestellen (info@dvg.de).

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


DVG-Forum 01/2022 19


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Sechs Jahre AG Katzenmedizin in der DGK-DVG

Foto: C. Wallner

So lange ist das schon her! Tatsächlich

wurde unsere Arbeitsgruppe im Sommer

des Jahres 2016 im Rahmen der ersten

„Kölner Thementage: Patient Katze“ gegründet.

Was ist in diesen sechs Jahren alles geschehen?

Sechs Tagungen, die inzwischen

heimlich den Namen „Kölner Katzentage“

bekommen haben, selbst wenn sie in den

beiden Pandemiejahren 2020 und 2021

nicht in Köln, sondern virtuell stattfanden.

Tagungen mit tollen deutschen sowie

internationalen ReferentInnen, mit Seminaren

und Masterclasses und mit parallelen

TFA-Programmen.

Doch das ist nicht alles: Die Arbeitsgruppe

steht für die Vernetzung von katzenaffinen

TierärztInnen, für die Fortbildung

rund um die Katzenmedizin bei KollegInnen

und TFA und für die Verbreitung

der katzenfreundlichen Praxis. Diese Ziele

wurden in den letzten Jahren mit der Veranstaltung

von Blutdruckworkshops, Webinaren,

Seminaren, Masterclasses und

Vorträgen für Studierende sowie mit der

Veröffentlichung unzähliger Fachartikel

zum Thema Katzenkrankheiten und katzenfreundliche

Praxis verfolgt.

Über Facebook und eine Homepage:

www.katzenmedizin.info, beide sehr gut

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG) besucht, werden KatzenfreundInnen –

TierärztInnen, TFA und KatzenbesitzerInnen

– über viele Themen und Termine informiert.

Weitere aktuelle Informationen

werden durch zwei Newsletter (einer für

TÄ, einer für TFA) gestreut.

Inzwischen zählen wir 120 Mitglieder

zu unserer Gruppe und es werden stetig

mehr.

In diesem Jahr werden wir einen neuen

Vorstand wählen und freuen uns darauf,

neue Gesichter in diesem Kreis begrüßen

zu dürfen. Es gibt immer viel zu tun.

Hier kann sich jede/r mit seinen spezifischen

Interessen und Fähigkeiten einbringen.

Die eine schreibt gerne, der andere ist

ein Organisationstalent, die nächste recherchiert

am liebsten und wieder jemand

ist der perfekte Networker. Wir brauchen

alle, um die AG Katzenmedizin voran und

erfolgreich durch die nächsten Jahre zu

steuern.

Deshalb mein Aufruf an alle, die Katzen

lieben: Macht mit, kommt in die AG

Katzenmedizin und engagiert Euch für

mehr Katzenwohl in Deutschland.

Bei Interesse schreibt eine Mail an

a.drensler@t-online.de.

Wir freuen uns auf Euch!

Dr. Angelika Drensler

Leiterin der AG Katzenmedizin


Social Media Kanäle der DVG

Die DVG ist auf folgenden Social Media Kanälen vertreten und

postet dort z. B. Termine, Aktuelles, Storys und Neuigkeiten aus

der Geschäftsstelle. Wir freuen uns über Follower und Fans.

20

DVG-Forum 01/2022


26_ACG_08_2205_07 PC-EC_Anz_DVG_210x135_RZ.indd 1 20.05.22 10:10

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9.- 11.

September

2022

9. Nordrhein-Westfälischer

Tierärztetag

Dortmund

Änderungen vorbehalten

Veranstalter: DVG Service GmbH I An der Alten Post 2 I 35390 Gießen

E-Mail: info@dvg.de I Infos & Anmeldung: www.dvg-nrw-tieraerztetag.de

Fachliche Mit-Koordinatoren: Tierärztekammern Westfalen-Lippe & Nordrhein


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

Erfurter Thementage „Harntrakt bei Hund und Katze“

Das Vortragsprogramm fand im Kaisersaal, dem Herzstück des gleichnamigen Tagungszentrums,

statt.

Vom 13. bis 15. Mai fanden die Erfurter

Thementage in Thüringens Hauptstadt als

Präsenztagung statt. Tagungsleiter Dr.

Ingmar Kiefer (Leipzig) freute sich, dass die

Thementage nach einem Jahr pandemie-

bedingter Pause (2020) und einer Online-

Veranstaltung (2021) wieder vor Ort stattfinden

konnten. Prof. Dr. Martin Kramer

(Gießen), Präsident der DVG, eröffnete die

Veranstaltung und begrüßte die etwa 120

Teilnehmenden. Auch Prof. Dr. Andreas

Moritz, der Präsident der Deutschen Gesellschaft

für Kleintiermedizin (DGK-DVG),

sprach Grußworte per Video-Zuschaltung.

Dr. Kiefer dankte seinem an der Organisation

beteiligten Team, den Referentinnen

und Referenten sowie den Teilnehmenden

und der DVG Service GmbH. Auch den

Sponsoren und Ausstellern sprach er seinen

Dank für die Unterstützung aus.

Vortragsprogramm

Ort des Geschehens war das traditionsreiche

Kultur- und Kongresszentrum Kaisersaal,

das sich als sehr angenehme Tagungsstätte

in historischem Ambiente mit

großzügigem Raumangebot und fußläufig

zur Altstadt erwies. Das Thema „Harntrakt

bei Hund und Katze – von allen Seiten betrachtet“

wurde im Vortragsprogramm

nicht nur praxisnah und kurzweilig dargestellt,

sondern tatsächlich wörtlich genommen.

Nach einem Übersichtsvortrag

über die Entwicklungen in Diagnostik und

Therapie von Erkrankungen des Harntraktes

ging es um die Physiologie der Niere

und um deren hormonelle Steuerung, ehe

die Diagnostik (u. a. Bildgebung und Harn-

Tagungsleiter Dr. Ingmar Kiefer mit Dr. Claudia

Köhler, die zum Organisationsteam gehörte.

DGK-DVG-Präsident Prof. Dr. Andreas Moritz sprach Grußworte per Video-Zuschaltung.

22

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Die Möglichkeiten einer Ernährungsumstellung erläuterte Prof. Dr. Ingrid

Vervuert.

Willkommener Treffpunkt zum Austausch und zur Information: die

Industrieausstellung.

untersuchung) sowie häufige akute und

chronische als auch exotische Erkrankungen

von Harnblase und Harnröhre im Mittelpunkt

standen. Auch therapeutische

und prophylaktische Ansätze durch die

Umstellung der Ernährung wurden angesprochen,

ebenso wie typische Fehler in

Diagnostik und Therapie, die Anästhesie

beim nierenkranken Patienten und die

Möglichkeiten der urologischen Chirurgie.

Einige Präsentationen befassten sich mit

konkreten Problemen, z. B. mit der Inkontinenz

bei Hund und Katze. Schließlich

wurden auch typische Pathologien des

Harntraktes dargestellt.

Seminare

Die Teilnehmenden konnten am ersten Tag

der Veranstaltung unter drei parallelen Seminaren

wählen. Neben dem Seminar zur

Röntgenaktualisierung boten die beiden

weiteren Workshops einen vertieften Einblick

in das Leitthema. So ging es im Ultraschall-Seminar

um die sonographische

Darstellung des Harntraktes während sich

das Chirurgie-Seminar interaktiv mit den

praxisrelevanten chirurgischen Erkrankungen

des Urogenitaltraktes befasste.

Industrieausstellung

Nur auf Präsenztagungen gibt es die Möglichkeit,

interessante und innovative Produkte,

Dienstleistungen sowie Equipment

anzuschauen und sich vorführen zu lassen.

Zudem ist die Ausstellung immer ein

beliebter Treffpunkt zum Austausch mit

Kolleginnen und Kollegen. Davon machten

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

rege Gebrauch.

Die nächsten Erfurter Thementage

werden voraussichtlich im kommenden

Jahr wieder im Kaisersaal stattfinden. Termin

und Thema erfahren Sie rechtzeitig.

Der Tagungsband mit den Abstracts

der Vorträge kann in der DVG-Geschäftsstelle

für 15,00 Euro zzgl. 3,00 Euro für Verpackung

und Versand bestellt werden

(info@dvg.de, Fax 0641 98444625).

Die Krämerbrücke ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Erfurts – und immer eine Reise wert.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


DVG-Forum 01/2022 23


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

AG Lasermedizin –

8. Tagung vom 18. bis 20.11.2022 in Augsburg

Trotz aller Pandemie-bedingten Widrigkeiten

konnten wir im letzten Jahr einen erfolgreichen

Online-Kongress organisieren

und auch für zahlreiche Teilnehmerinnen

und Teilnehmer durchführen. Ganztägig

wurden kurzweilige Vorträge über die Low-

Level-Lasertherapie, und über die Laseranwendung

in der Augen- und Zahnheilkunde

von internationalen und nationalen

Referentinnen und Referenten präsentiert.

In der sich anschließenden Mitgliederversammlung

wurde Herr Jakub Kaczmarek

als neuer zweiter Vorsitzender gewählt.

Frau Dr. Ursula Mayer wechselte auf den

Posten der ersten Vorsitzenden und Dr. Jochen

Krüger auf den des Pastpräsidenten.

Für dieses Jahr möchte sich die AG Lasermedizin

wieder, soweit es uns die Pandemielage

erlaubt, vom 18. bis 20.11.2022

zum achten Mal zu ihrem jährlichen Kongress

in Form einer Präsenzveranstaltung

in Augsburg treffen.

Wir freuen uns, dass der Kongress erneut

in den großzügigen Räumlichkeiten

der Anicura Klinik in Augsburg stattfinden

kann.

Wir möchten, wie sonst alle zwei Jahre,

im Rahmen der Tagung wieder die Mög-

lichkeit anbieten, den gesetzlich vorgeschriebenen

Laserschein zu erwerben. Für

Interessenten am Laserschein beginnt der

Kongress bereits am Freitagnachmittag

mit den Vorlesungen zum theoretischen

Teil der Laserscheinausbildung. Am Samstag

werden im Hauptteil der Tagung interessante

und abwechslungsreiche Vorträge

präsentiert. Im Anschluss an die Vorträge

findet samstags der Test für den

Laserschein statt. Danach treffen sich alle

Mitglieder der AG Lasermedizin zur jährlichen

Mitgliederversammlung. Der Samstag

kann hoffentlich abschließend mit

einem Gesellschaftsabend in den gemütlichen

Räumen der Riegele Brauerei in

Augsburg ausklingen.

Am Sonntagmorgen treffen sich alle

Interessierten erneut in der Anicura Klinik

zu praktischen Übungen. Hier können die

Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst

die praktische Anwendung von Diodenund

auch CO 2 -Lasern unter Anleitung ausprobieren.

Diese Möglichkeit der vergleichenden

praktischen Anwendung verschiedener Lasertechniken

wird sonst von keinem Veranstalter

angeboten!

Wir laden alle Interessierten zu unserem

Treffen in Augsburg ein, und freuen

uns bereits jetzt auf eine rege Teilnahme!

Haben Sie Fragen speziell zum Thema

Laseranwendung in der Tiermedizin?

Wir würden uns über Ihre Anregungen

und Vortragsbeiträge zu unserem Kongress

innerhalb der nächsten Wochen

freuen.

Wir haben für alle Vorschläge ein offenes

Ohr, denn es soll ja ein Kongress für

und mit allen Interessierten an der Lasermedizin

werden.

Das vollständige Programm unserer

Tagung wird schnellstmöglich fertiggestellt

und dann über die DVG einsehbar

sein.

Dr. Ursula Mayer

1. Vorsitzende der AG Lasermedizin

info@haut-tier-arzt.de

TA Jakub Kaczmarek

2. Vorsitzender der AG Lasermedizin

vet.kaczmarek@gmail.de


Tipp: Neuer Webauftritt von Thieme

Unter Tiermedizin – Thieme Vet bietet

Thieme ab sofort ein kostenloses Online-

Angebot für Veterinärmedizinerinnen und

-mediziner sowie Tiermedizinische Fachangestellte

(TFA) an. Auf der Website finden

beide Berufsgruppen tagesaktuelle

Nachrichten, Fachbeiträge aus Praxis und

Forschung, Personalia, Interviews und vieles

mehr.

q https://vet.thieme.de/

24

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-DVG)

Ausblick auf Veranstaltungen im kommenden Jahr

Auch im nächsten Jahr finden spannende Veranstaltungen zur Kleintiermedizin statt.

Merken Sie sich diese Termine schon vor:

Dresdner Thementage

• 13. bis 15.01.2023

• in Dresden

• Vortragsprogramm, Seminare, TFA, Industrieausstellung

• wiss. Tagungsleiter: Dr. Ingo Pfeil

• Thema: Neurologie mit Schwerpunkt Wirbelsäule

7. Tierärztetag der Tierärztekammer Schleswig-Holstein

• 18.02.2022

• in Schleswig

• Vortragsprogramm Klein- und Heimtiere, Pferde, Rinder,

Schweine, öffentliches Veterinärwesen und TFA

• wiss. Tagungsleiter Kleintiere: Dr. Friedrich Röcken

Ein prickelndes

Beispiel für einen

gesunden Darm:

Ecobiol® Fizz

Futterwechsel, Impfungen, redu zierte Futteraufnahme

– Ihr Tier steht vor ständigen Herausforderungen.

Gut zu wissen, dass Ecobiol®

Fizz einen schnellen und einfachen Weg bietet,

die Darmflora natürlich zu unterstützen.

Die lösliche probiotische Tablette verteilt die

Sporen homogen in Wassertanks und Vorratslösungen

für Dosierungshilfen, ohne dabei

Biofilm zu bilden oder Wasser leitungen zu

verstopfen. Lassen Sie die Darmflora Ihrer

Tiere aufbrausen – und Ihre Gewinne werden

sprudeln.

animal-nutrition@evonik.com

www.evonik.com/ecobiolfizz

Kölner Thementage Patient Katze

• 16. bis 17.09.2023

• in Köln

• Vortragsprogramm, Seminare, TFA, Industrieausstellung

• wiss. Tagungsleiterin: Dr. Angelika Drensler

69. Jahreskongress der DGK-DVG im Rahmen des

DVG-Vet-Congresses

• 23. bis 25.11.2023

• in Berlin

• Vortragsprogramm, Seminare, TFA Industrieausstellung

• Kongresspräsidium: Dr. Martina van Suntum, Dr. Arnulf

Klasen, Dr. Jan Klasen, Linus Klasen

Bestimmte Aussagen gelten möglicherweise nicht in allen geografischen Regionen

und können aufgrund regionaler oder nationaler Anforderungen abweichen.

DVG-Forum 01/2022 25


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

FACHGRUPPE „INNERE MEDIZIN UND KLINISCHE LABORDIAGNOSTIK (INNLAB)“

30. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe InnLab

begrüßen. Sie warfen einen Blick zurück

auf die Anfänge der Fachgruppe, die in diesem

Jahr bereits zum 30. Mal ihre Tagung

durchführte.

Tagungsleiterin Prof. Dr. Barbara Kohn, Fachgruppenleiter Prof. Dr. Johannes Hirschberger (kleines Foto

oben) und Prof. Dr. Andreas Moritz (kleines Foto unten), langjähriger Leiter der Fachgruppe.

Vom 28. bis 29. Januar fand die Jahrestagung

der Fachgruppe „Innere Medizin und

klinische Labordiagnostik (InnLab)“ der

DVG online statt. Tagungsleiterin Prof. Dr.

Barbara Kohn (Berlin), der Leiter der Fachgruppe

Prof. Dr. Johannes Hirschberger

(München) und Prof. Dr. Andreas Moritz

(Gießen), der die Fachgruppe von 2002 bis

2019 geleitet hatte, freuten sich, die etwa

170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu

Dr. Esther Haßdenteufel (Foto oben) erhielt den 2. Vortragspreis für ihre Präsentation zur Thrombolyse

der felinen arteriellen Thrombembolie mit Reteplase. Foto unten: Tagungsleiterin Prof. Dr. Romy

Heilmann.

Von der Gründung bis heute

Die Fachgruppe wurde 1979 zunächst

unter der Bezeichnung „Klinische Laboratoriumsdiagnostik“

unter der Leitung

von Prof. Dr. Wilfried Kraft (München) gegründet

und 1987 mit der Fachgruppe „Innere

Medizin“ zusammengelegt. Die

neue Fachgruppe erhielt den Namen „Innere

Medizin und klinische Labordiagnostik

(InnLab)“. Die erste InnLab-Tagung

fand bereits im darauffolgenden Jahr in

München statt. Über die Jahre hat sich

die Tagung zu einem Forum für NachwuchswissenschaftlerInnen

entwickelt,

die ausdrücklich gebeten werden, Abstracts

einzureichen. Auf jeder Tagung

werden die drei besten Vorträge und Poster

mit Preisen ausgezeichnet. Prof. Kraft

leitete die Fachgruppe bis 2002, ihm folgte

Prof. Moritz, der 2019 nicht mehr für

den Posten des Fachgruppenleiters zur

Verfügung stand. Seitdem ist Prof. Hirschberger

Fachgruppenleiter. Auf der InnLab-

Tagung 2019 wurde Prof. Kraft zum Ehrenvorsitzenden

ernannt.

30. Jahrestagung

Das vielfältige und spannende Programm

umfasste 36 Vorträge und 15 Poster. Die

Poster wurden ebenfalls in kurzen Präsentationen

vorgestellt. Den Teilnehmerinnen

und Teilnehmern wurden aktuelle Forschungsergebnisse

aus Neurologie,

Kardiologie, Gastroenterologie, Urologie,

Endokrinologie, Dermatologie, Onkologie,

Labor- und Infektionsmedizin insbesondere

bei Hunden, Katzen und Pferden,

aber auch bei Rindern und Reptilien präsentiert.

26

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Die Tagung fand bereits zum 30. Mal statt.

Nachdem die Tagung 2021 erstmals

online durchgeführt worden war, hatte

sich das Organisationsteam aufgrund der

noch nicht überwundenen Pandemie erneut

für das Onlineformat entschieden.

Inzwischen sind sowohl Veranstalter als

auch ReferentInnen und Teilnehmende damit

vertraut, so dass die Tagung reibungslos

ablief und auch angeregte Diskussionen

stattfanden.

Ausgezeichnete Vorträge

und Poster

Das Publikum hatte nach jeder Präsentation

die Möglichkeit, online eine Bewertung

abzugeben. Bei den Vorträgen erhielten

zwei Präsentationen genau die gleiche

Punktzahl, so dass der zweite Preis zweimal

vergeben wurde.

Vortragspreisträgerinnen

• 1. Preis: 500 EUR und ein Ein-Jahres-Abo

der „Tierärztlichen Praxis“

Katharina Zwicklbauer (München):

Entwicklung der Viruslast in Blut, Erguss

und Kot sowie der Antikörper bei

Katzen mit feliner infektiöser Peritonitis

während Therapie mit einem antiviralen

Medikament

• 2. Preis: Ein-Jahres-Abo der „Tierärztlichen

Praxis“

Dr. Esther Haßdenteufel (Gießen):

Die Thrombolyse der felinen arteriellen

Thrombembolie mit Reteplase

• 3. Preis: Ein-Jahres-Abo der „Tierärztlichen

Praxis“

Daniela Krentz (München):

Das Ende einer bisher tödlichen Krankheit?

Therapie von Katzen mit infektiöser

Peritonitis mit einem oralen antiviralen

Medikament

Posterpreisträgerinnen

• 1. Preis: 500 EUR

Teresa Schmidt (Hannover):

Urinanalyse von Neurotransmitter-

Mustern bei kaniner Epilepsie

• 2. Preis: Ein-Jahres-Abo der

„Kleintierpraxis“

Lea Henze (Hannover):

Effizienz von Ondansetron bei Hunden

mit vestibulärer Nausea in einer doppelt

verblindeten Studie

• 3. Preis: Ein-Jahres-Abo der

„Kleintierpraxis“

Sina Strey (Hannover:)

Autoimmune polyendokrine Syndrome

beim Hund – 3 Fallbeispiele

Die Preise für die Vorträge wurden vom

Georg Thieme Verlag gestiftet. Die Fachgruppe

InnLab stiftete den 1. Posterpreis

und die Schlütersche Fachmedien GmbH

die Abonnements für den 2. sowie 3. Posterpreis.

Mitgliederversammlung

und Wahl

Im Anschluss an die Tagung führte die

Fachgruppe ihre Mitgliederversammlung

durch, bei der auch die Wahl zur Fachgruppenleitung

auf der Tagesordnung stand.

Prof. Hirschberger hatte schon angekündigt,

sich nicht mehr zur Wahl zu stellen.

Es kandidierte Prof. Dr. Romy Heilmann

(Leipzig), die einstimmig gewählt wurde.

Stellvertreter sind Prof. Moritz und Prof. Dr.

Stephan Neumann (Göttingen).

Die nächste DVG-Tagung Innere Medizin

und klinische Labordiagnostik wird am

3. und 4. Februar 2023 unter der Leitung von

Prof. Neumann in Göttingen stattfinden,

sofern Präsenztagungen dann wieder möglich

sind.

Abschließend dankten Prof. Kohn und

Prof. Hirschberger den ReferentInnen, den

Teilnehmenden und den Sponsoren für die

Unterstützung der Tagung. Ein großer

Dank ging auch an das Team der DVG Service

GmbH, insbesondere an Katharina Kleber

und Benjamin Rink, die die technische

Betreuung übernommen hatten und sowohl

vor als auch während der Tagung immer

mit Rat und Tat zur Seite gestanden

hatten.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


DVG-Forum 01/2022 27


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR TIERZAHNHEILKUNDE (DGT-DVG)

Erfolgreicher Abschluss: Assistenz in der Zahnheilkunde (zert. DGT)

Der erste Jahrgang der DGT-Weiterbildungsreihe

für Tiermedizinische Fachangestellte

zur Erlangung der Zusatzqualifikation

„Assistenz in der Zahnheilkunde (zert.

DGT)“ ist am 19. März 2022 in Berlin erfolgreich

zu Ende gegangen.

17 Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer

haben mit einem strahlenden Lächeln

ihre Urkunden entgegengenommen.

Siebenmal wurde die Note 1 und zehnmal

die Note 2 vergeben – ein überaus erfreuliches

Ergebnis! Herzlichen Glückwunsch

allen Absolventinnen und Absolventen,

die sich der Herausforderung gestellt und

höchst motiviert viel Zeit und Mühe in ihre

Weiterbildung auf dem Gebiet der Tierzahnheilkunde

investiert haben.

Die Weiterbildungsreihe ist bei der

Arbeitsgemeinschaft zur Anerkennung

von Fort- und Weiterbildungsstunden für

TFA mit 108 Fortbildungsstunden nach

§ 5 Abs. 1 und 2 des Gehaltstarifvertrages

anerkannt. Absolventen führen die anerkannte

Zusatzqualifikation „Tiermedizinische/r

Fachangestellte/r in der Zahnheilkunde

(zert. DGT)“. Mit der Etablierung

dieser Zusatzqualifikation setzt die

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde

(DGT) als Fachgruppe der DVG

wichtige Impulse für die Weiterbildung

von Tiermedizinischen Fachangestellten.

Die Absolventinnen und Absolventen

werden in ihren Heimatpraxen und -kliniken

mit ihrem neu erworbenen und

vertieften Wissen einen immens wichtigen

Beitrag leisten, Tierhalter über die

Bedeutung von Zahn-, Oral- und Kiefererkrankungen

aufzuklären, die Zahnund

Mundgesundheit von Tieren zu verbessern,

und wissenschaftlich etablierte

Angespanntes Arbeiten im Prüfungsraum

Standards in der tierzahnärztlichen Versorgung

umzusetzen.

Ganz herzlichen Dank allen, die an diesem

Pilotprojekt mitgewirkt haben: dem

Weiterbildungsleiter und DGT-Vizepräsidenten

Dr. Florian Buck, den tierärztlichen

Referentinnen und Referenten Sophie Döring,

Dr. Christine Lendl, Dr. Korbinian Pieper,

Dr. Jan Schreyer, Dr. Manfred Schumacher,

Dr. Martina van Suntum und Dr.

Cath rin Zehetmeier, den Sponsoren, Sven

Suhling von Webinar Bayern, Cornelia

Schröttenhammer von CSM Congress &

Seminar Management und den zahlreichen

helfenden Händen im Hintergrund!

Der erste Jahrgang der DGT-TFA-Weiterbildungsreihe

Dr. Katja Riedel, Augsburg

DGT-DVG

Fotos: DGT-DVG


28

DVG-Forum 01/2022


References:

1 Merola I, Mills DS. Systematic review of the behavioural assessment of pain in cats. J Feline Med Surg. 2016 Feb;18(2):60-76. doi: 10.1177/1098612X15578725. Epub 2015 May 13. PMID: 25972247.

2 Bell A, Helm J, Reid J. Veterinarians' attitudes to chronic pain in dogs. Vet Rec. 2014 Nov 1;175(17):428. doi: 10.1136/vr.102352. Epub 2014 Jul 15. PMID: 25028465.

3 Niemiec B, Gawor J, Nemec A, Clarke D, McLeod K, Tutt C, Gioso M, Steagall PV, Chandler M, Morgenegg G, Jouppi R. World Small Animal Veterinary Association Global Dental Guidelines. J Small Anim Pract. 2020

Jul;61(7):E36-E161. doi: 10.1111/jsap.13132. PMID: 32715504.

4 Rusbridge C, Heath S, Gunn-Moore DA, Knowler SP, Johnston N, McFadyen AK. Feline orofacial pain syndrome (FOPS): a retrospective study of 113 cases. J Feline Med Surg. 2010 Jun;12(6):498-508. doi:

10.1016/j.jfms.2010.03.005. Epub 2010 May 6. PMID: 20451434; PMCID: PMC7128958.

5 Harvey CE. Management of periodontal disease: understanding the options. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2005 Jul;35(4):819-36, vi. doi: 10.1016/j.cvsm.2005.03.002. PMID: 15979515.

6 Mathews K, Kronen PW, Lascelles D, Nolan A, Robertson S, Steagall PV, Wright B, Yamashita K. Guidelines for recognition, assessment and treatment of pain: WSAVA Global Pain Council members and co-authors of this

document: J Small Anim Pract. 2014 Jun;55(6):E10-68. doi: 10.1111/jsap.12200. Epub 2014 May 20. PMID: 24841489.

• Dental consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Surgical consultation

• Clinical and radiographic

(preferably 3 dimensional)

assessment under general

anaesthesia

• Dental consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Periodontal surgery

• Dental extractions

• Establishment of oral

hygiene and follow up

• Oral fracture repair

• Soft tissue damage

management

• Establishment of oral

hygiene and follow up

• Interceptive extractions

• Establishment of oral

hygiene and follow up

• Dental consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Surgical/oncologic

consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Biopsy

• Dental consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Endodontic treatment

• Conservative treatment

(bonding, restorations)

• Dental extractions

• Establishment of oral

hygiene and follow up

• Oncologic surgery: mass

excision

• Adjuvant therapy

• Establishment of oral

hygiene and follow up

• Gingivoplasty gingivectomy

• Establishment of oral

hygiene and follow up

Lund EM, Armstrong PJ, Kirk CA, Kolar LM, Klausner JS. Health status and population characteristics of dogs and cats examined at private veterinary practices in the United States. J Am Vet Med Assoc. 1999 May 1;214(9):1336-41. PMID: 10319174.

Marshall MD, Wallis CV, Milella L, Colyer A, Tweedie AD, Harris S. A longitudinal assessment of periodontal disease in 52 Miniature Schnauzers. BMC Vet Res. 2014 Sep 1;10:166. doi: 10.1186/1746-6148-10-166. PMID: 25179569;

PMCID: PMC4236762.

Niemiec BA. Oral pathology. Top Companion Anim Med. 2008 May;23(2):59-71. doi: 10.1053/j.tcam.2008.02.002. PMID: 18482706.

Niemiec BA: Small Animal Dental, Oral & Maxillofacial Disease. Manson Publishing Ltd., London; 2011.

Peralta S, Verstraete FJ, Kass PH. Radiographic evaluation of the types of tooth resorption in dogs. Am J Vet Res. 2010 Jul;71(7):784-93. doi: 10.2460/ajvr.71.7.784. PMID: 20594081.

Roux, P., Howard, J. (2010) The evaluation of dentition and occlusion in dogs. European Journal of Companion Animal Practice. 20(3):241-51.

Soukup JW, Hetzel S, Paul A. Classification and Epidemiology of Traumatic Dentoalveolar Injuries in Dogs and Cats: 959 Injuries in 660 Patient Visits (2004-2012). J Vet Dent. 2015 Spring;32(1):6-14. doi: 10.1177/089875641503200101. PMID: 26197685.

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4 DeBowes LJ, Mosier D, Logan E, Harvey CE, Lowry S, Richardson DC. Association of periodontal disease and histologic lesions in multiple organs

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5 Pavlica Z, Petelin M, Juntes P, Erzen D, Crossley DA, Skaleric U. Periodontal disease burden and pathological changes

in organs of dogs. J Vet Dent. 2008 Jun;25(2):97-105. doi: 10.1177/089875640802500210. PMID: 18751659.

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on the basis of the severity of periodontal disease in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association 234, 486-494.

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the systemic response to treatment of periodontal disease. Journal of the American Veterinary Medical Association 238, 601-609.

• Dental consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Orthodontic consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Dental consultation

• Clinical and radiographic

assessment under general

anaesthesia

• Dental extractions

• Establishment of oral

hygiene and follow up

• Interceptive orthodontics

• Preventive treatment

• Corrective treatment

• Establishment of oral

hygiene and follow up

• Selective or total extractions

• Medical treatemnt

• Establishment of oral

hygiene and follow up

ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

FEDERATION OF EUROPEAN COMPANION ANIMAL

VETERINARY ASSOCIATIONS (FECAVA)

Dental Factsheets –

neues FECAVA-Projekt

TOP 10 ORAL PATHOLOGIES

IN CATS AND DOGS

Key points

1. Dental, oral, and 2. A complete oral exam should be performed 3.

Oral disease is a tremendously

maxillofacial diseases

during every patient exam.

underdiagnosed and undertreated

are the most common clinical problems Every patient, every time.

disease process worldwide.

in small animal veterinary practices.

Most common canine oral pathologies

Most common feline oral pathologies

Die FECAVA (Federation of European Companion Animal Veterinary

Associations) bietet sogenannte Dental Factsheets

– Informationsblätter für die Öffentlichkeit – an, um das Bewusstsein

für die Bedeutung der oralen Gesundheit bei Hunden

und Katzen zu schärfen. Die Factsheets wurden von Jerzy

Gawor, MRCVS, DVM, PhD und Brook A. Niemiec, DVM,

mit der Unterstützung von Partnern aus der Industrie (Virbac

und iM3) erstellt.

1. Periodontal diseases

2. Persistent deciduous teeth

3. Fractured teeth

4. Malocclusions

5. Oral masses

Periodontal

diseases

• Initiated by plaque,

the oral bacteria covering

the tooth’s surface.

• Affects most dogs

and cats of any age,

breed or size.

Action required

Possible treatment

Oral trauma

• Patients may have

facial swelling or distortion,

oral bleeding, salivation,

or abnormal closure

of the mouth.

• Some patients may

have minimal to no

clinical signs.

1. Periodontal diseases

2. Juvenile gingivitis

3. Tooth resorption

4. Caudal stomatitis

5. Oral trauma

Fractured

Tooth

teeth

resorption

• Found in 49.6% of

• Loss of dental hard

companion animals.

tissues is common in

domestic cats and dogs.

• Usually causes pain

and infection.

• Studies have shown

that 20 to 75% of mature

cats are clinically

affected.

Action required

Possible treatment

Action required

Possible treatment

Oral masses

Malocclusions

• Oral tumours account

• Any misalignment

for approximately 7%

which is not standard

of tumours in dogs and

for the breed.

about 10% in cats.

• May be purely cosmetic

• The earlier the diagnosis

or result in trauma.

is done, the more

efficient treatment

can be.

Die drei Factsheets stehen kostenfrei und vorerst auf Englisch

auf der Webseite der FECAVA zur Verfügung:

• It Really Hurts, Oral Problems are Painful

• Top 10 Oral Pathologies in Cats and Dogs

• Importance of Oral Health

Action required

Possible treatment

Persistent

deciduous teeth

• Retained baby or “milk”

teeth, most common in toy

and small breed dogs.

• Can cause both

orthodontic and

periodontal problems.

Action required

Possible treatment

Action required

Possible treatment

Juvenile

gingivitis

• Can also be associated

with eruption problems

in dogs and cats.

• More and more kittens

are affected and requires

early diagnosis and

intervention.

Action required

Possible treatment

Action required

Possible treatment

Caudal

stomatitis

• Severe inflammatory

reaction of the oral

tissues of cats.

• Increased discomfort,

pain and system

effects.

Action required

Possible treatment

• Download-Link: https://www.fecava.org/category/

news-and-events/news/


Jerzy Gawor,

Brook A. Niemiec,

= statistically most common in this species

MRCVS, DVM PhD,

DVM, Dipl. AVDC,

Dipl. AVDC, Dipl. EVDC

Dipl. EVDC

IT REALLY HURTS

ORAL PROBLEMS ARE PAINFUL

Pain is not just about how it feels, but how it makes you feel.

Key points

1.

1.

Cats with oral disease

demonstrate anorexia

(complete or partial),

intense oral discomfort,

weight loss, sialorrhea

(drooling) and

poor grooming. 4

Painful oral diseases must

be identified and treated;

they must not be neglected.

A complete oral cavity assessment

includes both a conscious

and sedated examination and

diagnostic imaging

(dental radiographs

or cone beam CT).

Animals

feel pain

but often do

not show

their suffering . 1

Recognition of oral pain

1. 2.

3.

Appropriate pain management

in dentistry includes pre-emptive

analgesia, requires an adequate

treatment plan, involves ideally

minimally invasive dental surgery

techniques, and is followed

by implementation of an

individualized pain

management protocol.

2.

Prevention of procedural

pain is an important focus

of the veterinary dentist.

Any procedure suspected

to create pain should

result in appropriate

pain management.

Dental disease

is considered one of the

most common causes

of chronic pain in

4.

dogs and cats. 2

Oral pain management: multifactorial action

Pain is a complex

phenomenon -

therefore, pain management

very often requires multimodal

actions and consultations as

well as an individual approach

with regards to duration of

treatment and recommended

medications.

3. Oral disease

and its associated pain

are serious welfare issues

for veterinary patients and

Animals with oral

and dental disease may

experience oral/dental

pain which will impact

their nutritional status

and quality of life. 5

need to be treated. 3

2.

4. Pain

management

is a matter of ethics and welfare

but should also be treated as a

strategy to re-establish organ

function and accelerate

discharge from the hospital. 2

behaviour and causes absence of

3.

Examples of common painful oral diseases:

Fractured

teeth

Oral

cancer

Pain often alters animals'

normal behaviour (like grooming)

and presence of new behaviours

(like aggression). 6

Inflammatory

diseases

Tooth

resorption

IMPORTANCE OF ORAL HEALTH

Periodontal disease is a multifactorial infection that can create

or exacerbate many negative local and systemic effects.

Dental, oral, and maxillofacial diseases

are the most common clinical problems

in small animal veterinary practices 1 .

Local

consequences 3

A common consequence

is a periodontally induced

opening between the oral and

nasal cavities which creates

chronic nasal infection

and inflammation.

In addition, there is a very wide variety of pathologies that are encountered within the oral cavity. These conditions often cause

significant pain and/or localised, regional and systemic infection. 2 Since oral health is critical for all other body systems including

the other vital assessments (nutrition, pain, etc) it should be evaluated during every examination in each patient.

Oral disease has numerous local, regional and systemic ramifications.

Local consequences 3

• Abscesses

• Mandibular pathologic fracture

• Ocular damage/eye loss

• Increased incidence of oral cancer

• Oronasal fistula

Most of those local consequences may further decrease eating.

All of the above factors demonstrate that oral/dental health is critical to not only the overall patient health, but also quality of life.

1. 2. 3. 4. 5.

Oronasal fistula

(ONF)

Questions & Answers

Root canal

infection

Periodontal disease can

allow bacteria to gain access

to the root canal and

can spread infection

to other roots in

multirooted teeth.

1. Why is oral health so important?

Oral diseases are the most common problems in

pets, affecting their overall health and decreasing

their quality of life.

2. When should a pet’s oral health be assessed?

Your pet should receive a dental examination

at every visit.

3. And if there’s a problem?

Your vet will diagnose the problem by providing

a thorough examination including radiography.

Once diagnosed, a safe and reasonable

treatment plan will be established.

4. What is the major purpose of dental treatment?

Your pet’s treatment plan will focus on pain

management and infection control.

5. How not to miss dental pathology?

Every patient, at every visit should receive

a dental examination.

6. What is the major purpose of dental treatment?

Pain management and infection control.

Systemic diseases which may be exacerbated4,5,6,7

• Renal disease 6,8

• Hepatic disease 4

• Cardiac disease 9,10

• Increased inflammatory markers 5,11

Pathologic jaw

fractures

Chronic periodontitis

can weaken bone and cause

the jaw to fracture and

is more common in

small breed dogs.

Oral health impacts general health

• For a long time it was thought that bacteria was the

primary factor that linked periodontal disease to

other infections in the body.

• More recent research demonstrates that inflammation

is significant and may link periodontal disease to

other chronic conditions too, such as diabetes and

heart disease.

Additional possibilities inferred from human research

• Increased incidence of certain cancers

• Increased incidence and complications

of diabetes mellitus

• Early mortality

Eye

problems

Abscesses caused

by severe periodontitis

can cause eye problems

(including blindness).

As you can see, poor oral health can have significant negative

effects both within the oral cavity and systemically as well.

Talk to your vet about a complete oral exam.

Osteomyelitis

Severe periodontal disease

can result in an area of

non-vital infected bone.

• Therefore, treating inflammation as well as bacteria

may not only help manage periodontal diseases, but

may also help with the management of other chronic

inflammatory conditions.

• Furthermore, pets with painful teeth/mouth may

experience partial to complete anorexia. They may

also not chew properly which is known to decrease

proper digestion and assimilation of nutrients

regardless of a proper diet.

Jerzy Gawor,

Brook A. Niemiec,

MRCVS, DVM PhD,

DVM, Dipl. AVDC,

Dipl. AVDC, Dipl. EVDC

Dipl. EVDC

Jerzy Gawor,

MRCVS, DVM PhD,

Dipl. AVDC, Dipl. EVDC

Brook A. Niemiec,

DVM, Dipl. AVDC,

Dipl. EVDC

DVG-Forum 01/2022 29


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DEUTSCHE BUIATRISCHE GESELLSCHAFT (DBG-DVG)

European Buiatrics Congress und ECBHM Jubiläums-Symposium 2023

Vom 24. bis 26. August 2023 findet der

European Buiatrics Congress zusammen

mit der Jubiläumsveranstaltung des European

College of Bovine Health Management

(ECBHM) in Berlin statt. Tagungsort

ist das Estrel Congress Center.

Die Veranstaltung wird von der Deutschen

buiatrischen Gesellschaft, Fachgruppe

der DVG, und dem ECBHM organisiert.

Merken Sie sich den Termin schon vor!

Aktuelle Informationen sind immer auf

der Kongress-Webseite zu finden:

https://www.european-buiatrics-​

congress-2023.de/


Webseite des EBC-ECBHM-Kongresses 2023 in

Berlin.

FACHGRUPPE „REPRODUKTIONSMEDIZIN“

55. Jahrestagung „Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung“

Vom 2. bis 4. März fand die 55. Jahrestagung

„Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung“,

gleichzeitig 47. Veterinär-Humanmedizinische

Gemeinschaftstagung,

erneut als Online-Tagung statt. Tagungsleiterin

Prof. Dr. Christine Wrenzycki (Gießen)

freute sich, die 185 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer begrüßen zu dürfen. Sie

hob den interdisziplinären Charakter der

Tagung hervor, die reproduktionsmedizinische

Themen jeweils aus veterinär- als

auch aus humanmedizinischer Sicht beleuchtete.

Organisatoren waren die DVG-

Fachgruppe Reproduktionsmedizin und

die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin

(DGRM). Auch der Präsident

der DVG, Prof. Dr. Martin Kramer (Gießen)

und der Dekan der Justus-Liebig-Universität

Gießen, Prof. Dr. Dr. Stefan Arnhold

sprachen Grußworte.

Verabschiedung von Prof. Dr.

Wolfgang Heuwieser

Bevor das Vortragsprogramm startete,

stellte Prof. Dr. Axel Wehrend in einem

Rückblick das spannende und engagierte

Berufsleben von Prof. Dr. Wolfgang Heuwieser

dar, ehemaliger Direktor der Klinik

für Fortpflanzung am Fachbereich Veterinärmedizin

der Freien Universität Berlin

und inzwischen emeritiert. Prof. Wehrend

betonte, dass Tagungen wie die der Fachgruppe

Reproduktionsmedizin immer auch

Menschen brauchen, die mitorganisieren,

die Ergebnisse präsentieren und „die Tagung

tragen“. Prof. Heuwieser sei solch ein

Mensch, der schon früh die Bedeutung von

Themen erkannte, sie aufgriff und in die

Forschung einbrachte, so z. B. bereits 1982

die Bedeutung von Fluglärm für Reproduktion

und Stress beim Rind. Prof. Heuwieser

habe die Reproduktionsmedizin geprägt,

sei dabei jedoch immer zurückhaltend und

bescheiden geblieben. Die Tierärzteschaft

sei ihm zu Dank verpflichtet.

Vortragsprogramm, FBF-Session

und DGRM-Preise

Das Programm gliederte sich in mehrere

Sessions, die sich u. a. mit den Themenblöcken

„Gynäkologie und Andrologie in der

Klinik“, „Genetik und Reproduktion“ sowie

„IVF/IVP bei Mensch und Tier“ befassten.

Auch eine FBF-Session fand erneut statt,

30

DVG-Forum 01/2022


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KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Erneut fand die Tagung zur Reproduktionsmedizin online statt.

Tagungsleiterin Prof. Dr. Christine Wrenzycki begrüßte Prof. Dr. Martin

Kramer (rechts oben), Präsident der DVG, und Prof. Dr. Axel Wehrend.

in der aktuelle Projekte vorgestellt wurden.

Der Förderverein Bioökonomieforschung

e. V. – FBF – ist ein Zusammenschluss von

Unternehmen und Verbänden in der Tierzucht

und Besamung mit dem Zwecke der

gemeinsamen Forschung.

In der „DGRM Prize Session“ stellten

drei Nachwuchswissenschaftlerinnen die

Ergebnisse ihrer Studien vor und wurden

mit Preisen der DGRM ausgezeichnet. Die

gleichwertigen Preise sind mit je 300 Euro

dotiert. Über die Auszeichnungen freuten

sich (in alphabetischer Reihenfolge):

• Dr. Teresa Harborth (Hannover/

Braunschweig):

Einfluss von „vaginal seeding“ auf immunologische

Parameter des neugeborenen

Kalbes

• Dr. Eva-Maria Packeiser (Hannover):

Vergleichende Charakterisierung des

Expressionsprofils caniner Zelllinien

aus Prostata-Adenokarzinomen (PAC),

PAC Metastasen und Übergangszellkarzinomen

(TCC)

• Dr. Jasmin Walter (Zürich):

Das Proteom der Umgebung equiner

Kumulus-Oozyten-Komplexe in vivo

und in vitro

Tierversuche in Aus-, Fort- und

Weiterbildung

Prof. Wrenzycki erläuterte, dass die zunehmende

gesellschaftliche Diskussion über

den Einsatz von Tieren in der Aus-, Fort- und

Weiterbildung das Organisationskomitee

veranlasst habe, zu diesem Themenkomplex

eine Session in das Tagungsprogramm

aufzunehmen.

Prof. Dr. Stephanie Krämer (Gießen)

stellte in einem Übersichtsvortrag zunächst

die dramatische Änderung in der

Mensch-Tier-Beziehung dar, die sowohl

positive (artgerechte Haltung, artgerechte

und individuell angepasste Beschäftigung

des Tieres) wie negative Auswirkungen hat

(Ausbeutung, Instrumentalisierung und

übermäßiges Anthropomorphisieren des

Tieres). Sie ging darauf ein, ob und in welchem

Maß das Studium die kognitiven und

emotionalen Fähigkeiten der Studierenden

beeinflusst und ob dies geschlechtsabhängig

ist. Eine Studie (Paul & Podbersczek,

2000) habe gezeigt, dass Studierende während

des Studiums „abgehärtet“ würden;

Prof. Dr. Stephanie Krämer bei ihrem Übersichtsvortrag zu Tieren in der

Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Dr. Teresa Harborth erhielt einen der DGRM-Preise für ihre Präsentation

„Einfluss von ‚vaginal seeding‘ auf immunologische Parameter des

neugeborenen Kalbes“.

DVG-Forum 01/2022 31


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KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Auch Dr. Eva-Maria Packeiser wurde mit einem der DGRM-Preise ausgezeichnet.

Studierende der höheren Semester schätzten

die Schmerzempfindungsfähigkeit von

Tieren geringer ein als Studierende in der

Vorklinik. Dabei nahm die Empathiefähigkeit

männlicher Studierender im Vergleich

zu weiblichen Studierenden im Verlauf des

Studiums signifikant ab. Prof. Krämer betonte,

dass sie nicht gegen die Verwendung

von Tieren im Studium sei; so sei das Leben

von Tierärztinnen und Tierärzten „immer

ein Kompromiss“, jedoch sei zu hinterfragen,

ob Tiere z. B. für den Einsatz im Bereich

Propädeutik extra gehalten werden

müssten.

Dr. Samira Schlesinger (Berlin) erläuterte

in einem sehr anschaulichen Vortrag

die simulationsbasierte veterinärmedizinische

Ausbildung an der Klinik für Fortpflanzung

in Berlin und stellte zahlreiche

Beispiele vor.

Prof. Dr. Sibylle Wenzel (Gießen) ging

auf die Unerlässlichkeitsprüfung im Genehmigungsverfahren

von Tierversuchen

ein. Seit dem 01.12.2021 unterliegen auch

Tierversuche in der Aus-, Fort- und Weiterbildung

der Genehmigungspflicht. In vielen

Fällen existierten Methoden ohne den

Einsatz von Tieren, so dass die Unerlässlichkeit

stets zu hinterfragen sei.

Im letzten Vortrag dieser Session gab

Dr. Janne Bredehöft, Tierschutzbeauftragte

an der Justus-Liebig-Universität (JLU)

Gießen, einen Einblick in ihre Tätigkeit und

stellte vor, an welchen Fachbereichen der

JLU Tiere zum Einsatz kommen.

Virtuelle Posterausstellung

und Posterpreise

Die zahlreichen Poster – es waren 67 Abstracts

eingereicht worden – wurden über

die Plattform wonder.me präsentiert. In

virtuellen Räumen hielten sich die Posterautorinnen

und -autoren auf. Teilnehmerinnen

und Teilnehmer konnten diese

Räume „betreten“, die Poster anschauen,

Fragen stellen und wieder verlassen, um

in einen anderen Raum zu wechseln oder

auch in sogenannten Bubbles andere TeilnehmerInnen

zu treffen und sich an

Unterhaltungen zu beteiligen.

Auch das Get-together fand auf der

Plattform wonder.me statt.

Drei Poster wurden mit von der DVG

gestifteten Preisen ausgezeichnet, wobei

auch hier kein Ranking vorgenommen

wurde. Mit Posterpreisen (je 100 Euro) wurden

ausgezeichnet (in alphabetischer Reihenfolge):

• Miguel Tavares Pereira (Zürich,

Schweiz):

The utero-placental expression of

HSD11B1 and HSD11B2 implies increased

placental cortisol signalling in the

dog prepartum

• Felix Reckers (Berlin):

Gynaecological examination of the female

dog – a tutorial for vaginal cytology

and revised definitions of cells

• Christin Unruh (Hannover):

Effects of cycle stage on uterine contractility

in an equine ex vivo-model

Zum Abschluss der Tagung dankte Prof.

Wrenzycki den TeilnehmerInnen, Referent-

Innen, dem Team der DVG und allen, die

bei der Vorbereitung der Tagung mitgewirkt

haben!

Die nächste Tagung zur Reproduktionsmedizin

ist für den 1. bis 3. März 2023

in Münster geplant.

Auf der Plattform „wonder.me“ konnten die TeilnehmerInnen virtuelle Räume „betreten“, um die

Poster anzuschauen.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


32

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

FACHGRUPPE „REPRODUKTIONSMEDIZIN“

56. Jahrestagung Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung

Die 56. Jahrestagung Physiologie und Pathologie

der Fortpflanzung, gleichzeitig

48. Veterinär-Humanmedizinische Gemeinschaftstagung,

ist als Präsenztagung vom

1. bis 3. März 2023 in Münster geplant.

Das Schwerpunktthema lautet: United

Excellence – Reproductive Research in Animals

and Man

Tagungsleiter ist Prof. Dr. rer. nat. Stefan

Schlatt, Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin

und Andrologie der

Medizinischen Fakultät der Westfälischen

Wilhelms-Universität (WWU) in Münster.

An der Medizinischen Fakultät der

WWU findet auch die Tagung statt.

Sobald das Programm feststeht, wird

es unter www.dvg.de veröffentlicht. • Dekanat der Medizinischen Fakultät der WWU Münster. Foto: WWU/L. Jeremies

FACHGRUPPE „NATURHEILVERFAHREN UND REGULATIONSMEDIZIN“

Aktuelles aus der Fachgruppe „Naturheilverfahren

und Regulationsmedizin“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der diesjährige DVG-Vet-Congress wirft seine

Schatten voraus. Und welch ein glückliches

Thema gibt dieses Mal den Rahmen

vor: Generationenwechsel – Altbewährtes

und Neues in der Kleintiermedizin.

In einer Zeit, in der alles im Wandel ist,

lohnt es sicher, auch in unserem tierärztlichen

Alltag genau hinzusehen, sein eigenes

Tun und Wirken zu hinterfragen. Jeder

von uns hat bestimmt seine favorisierten

Methoden oder Medikamente, die immer

(noch) Erfolg versprechen. Wie lange noch

in Anbetracht von weltweiten Resistenzen

und Arzneimittelrückständen in Lebewesen

und Natur, können wir nicht wissen.

Wie und womit arbeite ich erfolgreich,

wo stagniert es, wo zeigen sich Misserfolge?

Und welche Faktoren machen Bewährtes

zu Bewährtem? Wo lohnt es sich,

Altes beizubehalten und wo Neues auszuprobieren

und in das Arbeiten zu integrieren?

Und wo lohnt es sich womöglich,

Altes und Vergessenes neu zu beleben

und deren Vorteile mit neuen Möglichkeiten

zu beleuchten und zu erforschen? Ich

denke hier besonders an die Phytotherapie.

Jahrhunderte altes Wissen um das

Wirken von Arzneipflanzen wurde vergessen,

verstoßen teils diskreditiert und es

wurde den pharmakologischen Auszügen

der Vorzug gegeben. Heute ist es aber

möglich, die unschätzbaren Synergien

von allen Wirkstoffen in einer Pflanze

nachzuweisen und für unsere tierärztliche

Tätigkeit zu nutzen.

Das Foto zeigt die Blüte einer Wegwarte

(Cichorium endiva), die die gerne bei Verdauungsstörungen

eingesetzt wird.

Foto: Brigitta Smit-Fornahl

DVG-Forum 01/2022 33


ARBEITSGEBIET:

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN

Welchen Lehren oder Dogmen folge

ich und wem bin ich in meinem tierärztlichen

Tun verpflichtet? Gehe ich „auf Nummer

sicher“ oder entwickle ich etwas weiter,

schaffe ich Innovationen und suche

stetig nach Verbesserungen? Wie hoch ist

die Schwelle, die es zu überwinden gilt, um

die tägliche Komfortzone zu verlassen?

Diese Fragen kamen mir in den Sinn,

als ich das Kongress-Thema zum ersten

Mal las.

Und ich würde mich sehr freuen, mit

Euch allen in Berlin darüber zu diskutieren

und viele neue Innovationen auf unserer

Veranstaltung kennenzulernen. Die Naturheilverfahren

haben die Möglichkeiten

und damit auch die Verantwortung, unsere

Patienten optimal zu versorgen und

gleichzeitig dem Veterinary Public Health-

Gedanken gerecht zu werden.

Wir treffen uns in Berlin!

Es grüßt Euch herzlichst

Brigitta Smit-Fornahl

Leiterin der Fachgruppe


Tagungen zu Naturheilverfahren

Phytotherapie zwischen Wissenschaft und Praxis

Fortbildung der Akademie für tierärztliche Fortbildung in Zusammenarbeit mit der

DVG-Fachgruppe „Naturheilverfahren & Regulationsmedizin“ und dem Arbeitskreis

Phytotherapie der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Beziehungen zwischen Pflanzenstoffen

und dem Darmmikrobiom und ihre therapeutische Nutzung. Ziel ist die Vermittlung

moderner phytotherapeutischer Konzepte auf wissenschaftlicher Grundlage.

• 24.–25.09.2022

• Seminarhaus „Kultiviert“ in Wildpoldsried (Allgäu)

• Informationen und Anmeldung:

https://www.bundestieraerztekammer.de/atf/fortbildung/2022/09/phytotherapie/

Tagung der DVG-Fachgruppe „Naturheilverfahren & Regulationsmedizin“

Im Rahmen des diesjährigen DVG-Vet-Congresses (13.–15.10.2022) führt die Fachgruppe

wieder ihre Jahrestagung durch.

• 14.10.2022

• Estrel Congress Center Berlin

• Auf dem Kongress finden zahlreiche weitere Veranstaltungen statt

(u. a. Kleintiere, Pferde, Nutztiere, Bienen, Verhaltensmedizin).

Informationen und Anmeldung:

https://www.dvg-vet-congress.de/

FACHGRUPPE „KLEINE WIEDERKÄUER UND NEUWELTKAMELE“

Tagung der Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“

Foto: Sharon Ang, pixabay.com

Am 8. und 9. September 2022 führt die

Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“

ihre Jahrestagung im Bildungszentrum

Triesdorf im mittelfränkischen

Landkreis Ansbach als Präsenztagung

durch.

Am 8. September ist ein Vortragsprogramm

geplant mit anschließender Fachgruppensitzung

und abendlichem Beisammensein

mit einem leckeren Menü.

Am 9. September (Freitag) werden am Vormittag

ebenfalls Präsentationen angeboten.

Im Anschluss sind zwei interessante

regionale Betriebsbesuche (Schaf- und

Ziegenbetrieb, jeweils mit Produktverköstigung)

vorgesehen. Für Interessierte besteht

die Möglichkeit, für den am 10. September

in Triesdorf stattfindenden Schäfertag

zu bleiben und den Veranstaltungen

und dem Lehrhüten an diesem Tag beizuwohnen.

Programm und Anmeldung:

q http://www.dvg.de, Tagungen, Termine



34

DVG-Forum 01/2022


DVG-Forum 01/2022 35


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

FACHGRUPPE „GESCHICHTE DER VETERINÄRMEDIZIN“

Was gibt es Neues aus der Fachgruppe Geschichte?

1 Rückblick auf die

21. Jahrestagung 2021

Es lag bis zum Beginn des dreitägigen DVG-

Vet-Congresses am 18. November 2021 eine

ganz besondere Spannung in der Luft, ob

diese Großveranstaltung im Estrel Congress

Center (ECC) Berlin wie geplant durchgeführt

werden kann, denn die Corona-Inzidenzen

stiegen wieder von Tag zu Tag.

Das Ergebnis übertraf dann doch alle Erwartungen:

Es hatten sich über 1.500 Personen

für eine Teilnahme in Präsenz und

fast 800 für eine Online-Teilnahme am

Kongress registriert. Die Entscheidung „für

das Hybrid-Format, das erstmals bei einem

großen veterinärmedizinischen Kongress

in Deutschland umgesetzt wurde“, hat sich

als richtig erwiesen, schrieb der Präsident

der DVG, Martin Kramer, in einer Rundmail

an die Tagungsleiter und Referenten.

Im Rahmen dieses in jeder Hinsicht

außergewöhnlichen Kongresses veranstaltete

die DVG-Fachgruppe „Geschichte“ am

19. und 20. November 2021 ihre 21. Jahrestagung,

die wie immer international besetzt

war. Insgesamt wurden 17 Vorträge

gehalten und 5 Poster präsentiert, wovon

sich 11 Vorträge und 2 Poster dem hochaktuellen

Rahmenthema widmeten: „Von

Gutenberg bis Facebook: Tiermedizin in den

Medien“ (Abb. 1).

Pandemiebedingt konnten nicht alle

Referenten persönlich nach Berlin kommen.

Dafür wurden an der entsprechenden

Stelle des Programms die im Vorfeld

eingereichten Videos der Redebeiträge eingespielt.

Auch in diesem Punkt ein erfreuliches

Ergebnis: Die Mediathek des DVG-

Vet-Congresses 2021 wurde insgesamt

88.088 mal aufgerufen, die Videos der

Fachgruppe Geschichte der Veterinärmedizin

immerhin 3.075 mal angeklickt. 1

Wie seit vielen Jahren wurde im Vorfeld

der Tagung auch wieder das Methodenseminar

„Plagiat, nein danke! – Der korrekte

1 Information des „Speaker-Teams“ der DVG

vom 27.01.2022 per E-Mail.

Umgang mit Literatur und Zitat“ angeboten,

das Grundkenntnisse über die elementaren

Schritte des literarisch-wissenschaftlichen

Arbeitens vermittelt (J. Schäffer,

M. Schimanski, M. Schweizer).

Das Einführungsreferat (J. Schäffer)

ging mit einem historischen Überblick auf

die zentrale Fragestellung ein: „Wie wurde

Tiermedizin kommuniziert und wie haben

Tierärzte kommuniziert?“ Neben der seit

unbestimmter Zeit bestehenden mündlichen

Tradierung erfolgte die Vermittlung

tierheilkundlicher Erkenntnisse bereits ab

dem frühen 2. Jh. v. Chr. über verschiedene

Schriften (Hieroglyphen, Keilschrift etc.).

Ab dem 8. Jh. v. Chr. bis ins Hohe Mittelalter

beherrschten zwar Griechisch und später

Latein in Sprache und Schrift die Kommunikation

in der gesamten Medizin, ab

Mitte des 13. Jahrhunderts wurden Texte

tiermedizinischen Inhalts aber auch in den

Landessprachen verbreitet (Abb. 2 – 4).

Im Weiteren spannte der Vortrag einen

Bogen von der Erfindung des Buchdrucks

Abb. 1: Die drei Medienrevolutionen: 1. Buchdruck mit beweglichen Lettern, 2. Audiovisuelle Medien,

3. World Wide Web (Folie: J. Schäffer 2021).

Abb. 2: Johannes Gutenberg (1397-1468),

posthum entstandenes Phantasiebild von

Nicolas de Larmessin, 16. Jh. (Quelle: https://de.

wikipedia.org/wiki/Datei:Gutenberg.jpg,

gemeinfrei).

36

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

Abb. 3: Das Roßarzneibüchlein des Meister

Albrant (13. Jh.), das am weitesten verbreitete

pferdeheilkundliche Manuskript des Mittelalters

und der Neuzeit, hier einer der frühen Drucke

(Inkunabeln) durch Hans Sporer, Erfurt 1500

(Photoarchiv J. Schäffer).

Abb. 7: Das historische Logo des WWW wurde

1990 von dem belgischen Informatiker Robert

Cailliau entworfen (Quelle: https://commons.

wikimedia.org/wiki/File:WWW_logo_by_Robert_

Cailliau.svg, public domain).

Abb. 4: Der sizilianische Protomedicus Johannes

Philippo Ingrassia (1510-1580) postulierte im Titel

seiner 1568 in zweiter Auflage erschienenen

Schrift: „Dass die Tierheilkunde formal ein und

dieselbe sei wie die vornehmere Heilkunde des

Menschen und sich lediglich hinsichtlich der

Würde und der Vornehmheit des Behandlungsgegenstandes

unterscheide […]“. Dieser weit

vorausschauende Text wurde zwar gelesen, blieb

aber ungehört (Quelle: Abb. und Text aus Ellert

2009, 30-31, Digitalisat SUB Göttingen).

mit beweglichen Lettern (1. Medienrevolution)

über die Verwendung audiovisueller

Medien wie Hörfunk, Film und Fernsehen

(2. Medienrevolution) bis hin zum World

Wide Web (3. Medienrevolution) als der

jüngsten und heute allgegenwärtigen Erfindung

der Medienkultur (Abb. 5 – 7). Das

Abb. 5: Schweizer Archiv für Tierheilkunde (SAT)

ist das älteste, bis heute bestehende Periodikum

in der Tiermedizin, Jubiläumsausgabe 2016

(Photoarchiv J. Schäffer).

WWW vereint alle bisher dagewesenen

Möglichkeiten zur Kommunikation für die

Aus-, Fort- und Weiterbildung, die Einrichtung

von Online-Sprechstunden für Tierärzte

und vieles andere mehr. 2

2 Schäffer, J. (2021): Tiermedizin und Medien –

Entwicklung und Wandel. In: DVG Vet-Congress

2021, Fachgruppe Geschichte der Veterinärmedizin

[Abstracts]. Verlag der DVG Service

GmbH, Giessen, 1 – 8.

Abb. 6: Die Dissertation von Katharina Schraven

(2016) befasste sich eingehend mit dem Berufsbild

Tierarzt und Tierärztin im Film (Photo J. Schäffer).

Eine einheitliche Definition des Begriffes

„Medien“ gibt es bis heute nicht. Einfach

und allgemein ausgedrückt sind Medien

„Vermittler“ zur Überlieferung von Informationen.

Mit dieser Vermittlerrolle

sehr eng verknüpft sind die Fragen: „Wie

wurde und wie wird die Tiermedizin in der

Öffentlichkeit wahrgenommen?“ und „Wie

wurde und wie wird tierärztliche Tätigkeit in

der Gesellschaft bewertet?“

An diesem Punkt knüpften die weiteren

Referate unmittelbar an: „Tierarztberuf

und Veterinary Public Health im Spiegel medialer

Berichterstattung“ (C. Hucklenbroich),

„Berufsbild Tierärztin in der Öffentlichkeit –

Erwartung und Wirklichkeit“ (C. Bothmann)

und „Aus Praxis, Wissenschaft und Literatur

– Tierärztin und Tierarzt im Audio-Podcast“

(M. Schweizer), um nur Beispiele zu

nennen. Wie wichtig die neuen Medien für

die Fortentwicklung einer wissenschaftlichen

Gesellschaft sind, wurde im Vortrag

„Blättern, klicken, tippen, wischen – die

DVG im Wandel der Medien“ deutlich (M.

Selig).

Der Tagungsband mit den redigierten

Volltexten der Beiträge ist in Vorbereitung

und wird im Sommer 2022 wie gewohnt

im Verlag der DVG Service GmbH erscheinen.

DVG-Forum 01/2022 37


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

Abb. 8: Auf die bereits im Jahr 2013 von Kommunikationswissenschaftlern gestellten Fragen „Holen

Sie noch morgens Ihre Zeitung aus dem Briefkasten? Lesen Sie noch Bücher? Schauen Sie noch fern?“

antwortete der Referent mit einem klaren „JA“ (Folie: J. Schäffer 2021). 3

Umgang mit der zunehmenden

Digitalisierung

Die Corona-Pandemie hat die Kommunikationskultur

auf allen Gebieten und in

allen Bereichen der Wissenschaften nochmals

nachhaltig verändert. Die Digitalisierung

schreitet unaufhaltsam voran. Im

Frühjahr 2020 hat die Gesellschaft für Geschichte

der Wissenschaften, der Medizin

und der Technik (GWMT) ein Forum

COVID-19 ins Leben gerufen und die wissenschaftliche

Diskussion rund um die

Corona-Pandemie aus geistes- und sozialwissenschaftlicher

Sicht eröffnet. 4

Und die Deutsche Veterinärmedizinische

Gesellschaft eV (DVG) hat im Rahmen des

DVG-Vet-Congresses 2021 am 18. November

2021 eine Arbeitsgruppe „Social Media

und Digitale Transformation (SMUDT)“

gegründet, die in die Fachgruppe „Didaktik

und Kommunikation“ integriert ist. 5

Nicht nur aus wissenschaftlicher und

klinischer, sondern auch aus berufs- und

standespolitischer Sicht steht ein Thema

ganz besonders im Fokus einer Pro- und

Contra-Diskussion: die Telemedizin oder

konkreter Teletiermedizin. 6 Als Konsequenz

dieser im Fluss befindlichen Entwicklung

hat die Bundestierärztekammer

eV eine Ad-Hoc-Arbeitsgruppe Telemedizin

geschaffen, die im Januar 2022 aktualisierte

Empfehlungen zur Telemedizin in der veterinärmedizinischen

Praxis veröffentlicht

Abb. 9: Diese Zahlen können durchaus erschrecken: „79 Minuten verbringen Deutsche täglich auf

sozialen Medien“, „38 Millionen Deutsche sind auf sozialen Netzwerken aktiv“. – Der Vortragende

blendete ein Textband ein mit dem Worten „Passen Sie auf Ihre Kinder auf!“ (Folie: J. Schäffer).

3 Bild und Zitat aus dem Artikel von Janine

Seitz, Anja Kirig, Cornelia Kelber, Thomas

Huber, Matthias Horx (2013): Die Zukunft der

Medien. März 2013 (Quelle: https://www.

zukunftsinstitut.de/artikel/zukunft-medien/)

(Zugriff 22.04.2022).

4 Nolte, Karen (2020): Forum COVID-19: Geistesund

sozialwissenschaftliche Perspektiven. In

NTM N. S. 28 (2), 193 – 194, und sich daran

anschließende Beiträge in diesem Heft.

5 Selig, Marion, Kramer Martin (2021): Protokoll

vom 18.11.2021 der Delegiertenversammlung

der Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft eV, 8.

6 Z. B. Diepold, Andrea (2021): „Telemedizin

kann nur unterstützen, nicht ersetzen“. In:

Der Praktische Tierarzt 102 (7), 666 – 667.

38

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

hat. 7 Im Bundesverband praktizierender

Tierärzte eV (bpt) hat sich ein Arbeitskreis

Telemedizin etabliert mit dem Ziel, die

Chancen und Risiken neuer telemedizinischer

Möglichkeiten zu analysieren. 8

2 Vorschau auf die

22. Jahrestagung 2023

Auf der Mitgliederversammlung der Fachgruppe

Geschichte am Abend des 19. November

wurde beschlossen, die nächste –

22. Jahrestagung –, die am 24. und 25.

November 2023 wieder im ECC in Berlin

stattfinden wird, unter das Rahmenthema

zu stellen „Tiere beweg(t)en Geschichte /

Animals move(d) history“ (Abb. 10). Angelehnt

ist dieser Tagungstitel an einen der

frühen Vertreter dieses Genres im deutschsprachigen

Raum, an Hermann Dembecks

Buchtitel „Tiere machen Geschichte“ aus

dem Jahr 1969 9 .

Das Rahmenthema „Tiergeschichte“ ist

ein Forschungsbereich, der sich mit Mensch-

Tier-Beziehungen in der Geschichte und mit

der Geschichtlichkeit sowie Geschichtsmächtigkeit

von Tieren befasst. „Tiere sind

en vogue in den Kulturwissenschaften“, resümierten

die Herausgeber des Quellenbandes

zu ihrer im Jahr 2014 erschienenen

Monographie „Tiere und Geschichte. Konturen

einer Animate History“ 10 .

7 BTK (2022): Telemedizin in der veterinärmedizinischen

Praxis. Leitlinien der Bundestierärztekammer

eV. In: Deutsches Tierärzteblatt

70 (2), 170 – 171.

8 https://www.tieraerzteverband.de/bpt/ueberden-bpt/arbeitskreise/ak-telemedizin.php

(Zugriff 22.04.2022).

9 Hermann Dembeck (1969): Tiere machen

Geschichte. Fünf Jahrtausende im Dienste

des Menschen. Lübbe Verlag, Bergisch

Gladbach.

10 Gesine Krüger, Aline Steinbrecher & Clemens

Wischermann (Hrsg. 2014): Tiere und

Geschichte. Konturen einer Animate History.

Franz Steiner Verlag, Stuttgart. – Lena Kugler,

Aline Steinbrecher & Clemens Wischermann

(Hrsg. 2017): Tiere und Geschichte. Band II:

Literarische und historische Quellen einer

Animate History. Franz Steiner Verlag,

Stuttgart.

Abb. 10: Vorschau auf die 22. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“

am 24. und 25. November 2023 im ECC Berlin (Folie: J. Schäffer).

Der Forschungsbereich „Tiergeschichte“

ist allerdings keineswegs neu, sondern

wurde wiederentdeckt, wie zahlreiche Beiträge

in älteren Periodika belegen können,

die nicht in Vergessenheit geraten sollten,

aber geflissentlich ignoriert werden. 11 Das

Fach Geschichte der Tiermedizin „stellt

einen Teil von diesem Forschungsfeld dar.

Denn in der Tiermedizin wird und wurde

stets […] an der Gestaltung der Mensch-Tier-

11 Siehe Veterinärhistorische Mitteilungen,

hrsg. von der Gesellschaft für Geschichte

und Literatur der Veterinärmedizin,

Hannover, später Berlin 1921 – 1938. – Veterinärhistorisches

Jahrbuch (= Cheiron, ab 1936),

hrsg. von der Gesellschaft für Geschichte

und Literatur der Veterinärmedizin, Leipzig,

später Berlin 1925 – 1938. – Beiträge zur

Geschichte der Veterinärmedizin, „im

Auftrage der Reichstierärztekammer“ hrsg.

von R. Froehner, W. Rieck u. E. Weber, Berlin

1938 – 1945, [durch Zusammenlegung von Vet.

hist. Mitt. und Vet.hist. Jb. entstanden]. –

Abhandlungen aus der Geschichte der

Veterinärmedizin, hrsg. von der Gesellschaft

für Geschichte und Literatur der Veterinärmedizin,

Leipzig 1925 – 1945.

Beziehung mitgewirkt“, schrieb Kerstin L.

Weich im DVG-Tagungsband „Mensch – Tier

– Medizin“ im Jahr 2014 12 , dessen Auswahlbibliographie

von J. Schäffer und K. Rump

Berücksichtigung finden sollte. 13

Diesen interdisziplinären Forschungsbereich

„Tiergeschichte“ haben zwischenzeitlich

auch die audiovisuellen Medien

aufgegriffen: „Zivilisationen verdanken ihre

Entwicklung Rindern. Auf dem Rücken von

Pferden entstanden Weltreiche. Aus wilden

und gefährlichen Wölfen wurden unsere besten

Freunde, die Hunde. Tiere haben uns be-

12 Kerstin L. Weich (2014): Geschichte der Tiermedizin

im Kontext der Social und Cultural

Studies. In: J. Schäffer (Hrsg.): Mensch – Tier –

Medizin. Beziehungen und Probleme in

Geschichte und Gegenwart […]. Verlag der DVG

Service GmbH, Giessen 2014, 15 – 21, hier 15.

13 Johann Schäffer, Kabita Rump (2014): Mensch

– Tier – Medizin. Auswahlbibliographie. In: J.

Schäffer (Hrsg.): Mensch – Tier – Medizin.

Beziehungen und Probleme in Geschichte

und Gegenwart […]. Verlag der DVG Service

GmbH, Giessen 2014, 297 – 324.

DVG-Forum 01/2022 39


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

droht und uns vorangebracht. Sie haben

unser Leben geprägt.“ 14

Diese journalistisch genial formulierten

Sätze können nur das grobe historische

Raster skizzieren. Innerhalb dieses

Rasters müssen dann die konkreten und

(un)mittelbaren sowohl positiven als auch

negativen Einflüsse von Haus- und Wildtieren

in all ihrer Speziesvielfalt auf die

Entwicklung von Gesellschaft, Politik,

(Land)Wirtschaft, Wissenschaft und Gesundheitswesen

im (inter)nationalen Kontext

thematisiert werden. In der Gesamtschau

dürfen neben Hund, Rind, Pferd,

Schaf/Ziege und vielen anderen Spezies

deshalb auch Tiere wie die Seidenraupe,

Ratte und Maus oder Stechmücke 15 nicht

fehlen. Mit dem Thema eng verwoben sind

Aspekte der Welternährungslage und des

Klima- und des Tierschutzes.

Eine zweite Ebene offenbart sich als

„personifizierte Geschichte“ von Tieren,

wobei die folgenden Beispiele fast willkürlich

gewählt sind. Sie alle werfen aber Fragen

an die Geschichte der Tiermedizin auf:

Es beginnt schon bei Bukephalos (lat. Bucephalus,

Abb. 11), dem „Rindsköpfigen“,

dem berühmten Streitross Alexanders des

Großen, das nur er selbst reiten konnte

und zu dessen Ehren er nach der Schlacht

am Hydaspes, in der sein Leibpferd im Alter

von rund 30 Jahren ums Leben kam, die

Stadt Alexandreia Bukephalos gründete

(heute Ihelam, Provinz Punjab, Pakistan).

16

14 Z. B. das ZDF seit 2021 mit der Reihe „Tiere,

die Geschichte schreiben, Faszination Erde

mit Dirk Steffens“. https://www.zdf.de/

dokumentation/terra-x/dirk-steffens-faszi​

nation-erde-tiere-die-geschichte-schrei​

ben-100.html (Zugriff 22.04.2022).

15 Timothy C. Winegard (2020): Die Mücke. Das

gefährlichste Tier der Welt und die

Geschichte der Menschheit. Aus dem

Amerikanischen von Henning Dedekind und

Heike Schlatterer. Terra Mater Books, Red Bull

Media House GmbH, Salzburg.

16 https://de.wikipedia.org/wiki/

Alexandreia_Bukephalos (Zugriff:

22.04.2022).

17 https://www.miesbach.de/heimatmuseummiesbach

(Zugriff 22.04.2022). Das Museum

ist derzeit geschlossen.

Abb. 11: Bucephalus, das Streitross Alexanders des Großen und berühmtestes Pferd der Antike, aus

der Sicht des Marburger Stallmeisters und Rossarztes Georg Simon Winter von Adlersflügel 1672

(Quelle: Neuer Tractat von der Stuterey oder Fohlenzucht. Nürnberg 1672, Tafel 20, Bibliothek des

Fachgebiets Geschichte der TiHo Hannover, Photo: J. Schäffer).

Als zweites Beispiel sei die wenig bekannte

Geschichte von Mobsl erwähnt,

einem stattlichen Zuchtstier, der auf dem

Gutshof Wallenburg des Grafen von Max-

lrain bei Miesbach in Oberbayern lebte

und auf einem Gemälde aus dem Jahr 1701

verewigt ist (Abb. 12). „Standfestigkeit“ haben

musste der Stier im doppelten Sinn

Abb. 12: Zuchtstier Mobsl mit überlangen Klauen und Afterklauen. Die Inschrift lautet: „Der gleichen

Stier, der sogenante Mobsl, ist gestanden in dem Hochgräfflichen Mayrhoff zu Wallenburg, ist alt

worden 17 Jahr.“ (Gemälde, 1701, Heimatmuseum Miesbach, Photo: J. Schäffer 2011). 17

40

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

Abb. 13: Die „Reichsdoggen“ Tyras II und Rebecca in Friedrichsruh im Jahr

1891. Man beachte deren „kunstvoll“ kupierte Ohren (Quelle: https://de.

wikipedia.org/wiki/Datei:BismarckDogs.jpg, gemeinfrei, Zugriff

22.04.2022). Ein informativer Kurzfilm über die Doggen Otto von

Bismarcks ist unter folgendem Link online: https://www.youtube.com/

watch?v=_QFhSzuTV8I (Zugriff 22.04.2022).

Zwei der Jacob Sisters auf dem DVG-Vet-Congress 2013 in Berlin. Foto:

Uwe Leinen

des Wortes. Mobsl war zwar vielleicht sein

Leben lang durch permanente Stallhaltung

traumatisiert, wie die überlangen

Klauen zeigen, die heute das Veterinäramt

auf den Plan rufen würden, er war aber offenbar

gesund, sonst wäre er wohl nicht 17

Jahre alt geworden. 18

Als ein drittes Beispiel sei an die

„Reichs“doggen Otto von Bismarcks erinnert

(Abb. 13). Seine Dogge „Sultan“ (1874)

wurde aus politischen Gründen „Sultl“ gerufen,

um diplomatische Verwicklungen

mit dem Osmanischen Reich zu vermeiden.

Und beim Berliner Kongress 1878 in

der Reichskanzlei, die Bismarcks Doggen

als ihr Revier ansahen, biss Tyras I dem russischen

Außenminister Alexander Gortschakow

ins Bein und zerfetzte ihm die

18 Johann Schäffer (2012): Die Entwicklung

des öffentlichen Veterinärwesens.

Einführung in die 16. Jahrestagung im ECC

Berlin. In: J. Schäffer (Hrsg.): Die Entwicklung

des öffentlichen Veterinärwesens. 16. Jahrestagung

des Fachgebiets Geschichte der TiHo

Hannover und der Fachgruppe Geschichte

der DVG am 11./12.11.2011 im ECC Berlin. Verlag

der DVG Service GmbH, Giessen 2012, 9 – 16,

hier 11 – 12.

Hose, was angesichts der bestehenden

Spannungen zwischen den beiden Großreichen

nicht förderlich war. 19

Zum Thema „Tiergeschichte“ gibt es sicher

auch Beispiele, die eher in den Bereich

Klatschspalte gehören. So stellt sich etwa

die Frage, ob es wirklich reiner Zufall war,

dass zwei der bereits betagten, ursprünglich

vier Jacob Sisters, die ab Anfang der

1960er Jahre die erste „Girlgroup“ der deutschen

Unterhaltungsmusik waren, mit

ihren weißen Pudeln über etliche Jahre just

immer während des DVG-Vet-Congresses

im ECC Berlin logierten und dort im Foyer

für Blickfang sorgten?

3 Nachlässe von historischer

Bedeutung

Im Verlauf des vergangenen Jahres wurden

dem Leiter der DVG-Fachgruppe „Geschichte“

zwei Nachlässe als Schenkungen

19 Ulli Kulke (2021): Bismarcks Dogge biss sich in

die Weltgeschichte (Quelle: https://www.welt.

de/geschichte/article123394816/

Als-Otto-von-Bismarcks-Dogge-sich-in-die-

Weltgeschichte-biss.html (Zugriff 22.04.2022).

angeboten, die in der DVG-Geschäftsstelle

in Gießen eine dauerhafte Bleibe finden

konnten. Über beide Nachlässe wird im

DVG-Forum 2/2022 ausführlich berichtet

werden.

Zum einen handelt es sich um Dokumente

und Urkunden aus dem Nachlass

von Dr. Clemens Giese, in den 1930er Jahren

Stabsveterinär im Reichsinnenministerium,

der zusammen mit dem Juristen

Waldemar Kahler das erste Deutsche Tierschutzgesetz

(1933) verfasst hat. Zum anderen

um Archivalien, Instrumente und

Bücher aus dem Nachlass der Familie

Wahl, von der vier Generationen in Folge

(1826 – 1922) in Untergröningen in Württemberg

als Tierärzte praktizierten und deren

Praxisjournals und Tagebücher tierärztliche

Alltagsgeschichte lebendig werden

lassen.

Johann Schäffer

Leiter der Fachgruppe „Geschichte der

Veterinärmedizin“


DVG-Forum 01/2022 41


ARBEITSGEBIET:

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN

FACHGRUPPE „EPIDEMIOLOGIE UND DOKUMENTATION“

DACh-Epidemiologietagung 2022 – Epidemiologie macht den Unterschied!

Das Kulturzentrum PFL. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Vom 31. August bis zum 2. September 2022

findet in Oldenburg die Tagung der Fachgruppe

„Epidemiologie und Dokumentation“

zum Themenkomplex „Epidemiologie

macht den Unterschied! – Lebensmittel,

Zoonosen, Tierseuchen, Veterinary Public

Health“ mit Workshops und Vortragsprogramm

statt.

Epidemiologie macht den Unterschied …

wenn es darum geht, die Herausforderungen

zu lösen, denen sich Veterinärbehörden und

andere Organisationen in dem vielfältigen

Themenfeld Veterinary Public Health stellen.

Durch die Anwendung epidemiologischer

Verfahren und Methoden können

sachliche Aussagen zu verschiedensten

Fragestellungen und Phänomen gemacht

werden, auf deren Grundlage fundierte

Entscheidungen getroffen werden. Die

Epidemiologie wird im Bereich Veterinary

Public Health weiter an Bedeutung gewinnen.

Neben dem bekannten Kontext der

Tierseuchen spielt sie auch in anderen Themenfeldern

wie Lebensmitteln und Zoonosen

eine zunehmende Rolle. Daher

steht der Bereich Veterinary Public Health

im Mittelpunkt der DACh-Epidemiologietagung

2022.

Programm und Anmeldung:

q https://www.dvg.net, Tagungen, Termine

Wir freuen uns auf eine spannende Tagung!•

FACHGRUPPE „DIDAKTIK UND KOMMUNIKATION“

E-Learning für Praktiker:innen

Die Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“

bereitet E-Learning-Kurse für

Praktiker:innen vor, in denen es z. B. um

Fragen des Umgangs mit Tierhalter:innen

von Qualzuchten oder um die Kommunikation

und das Verhalten bei Euthanasien

geht. Auch herausfordernde Verhaltensweisen

von Studierenden oder Auszubildenden

sollen thematisiert werden.

Damit die Praktika von Studierenden

für alle Seiten erfolgreich verlaufen, werden

auch die „Day One Competences“,

welche die Studierenden beherrschen sollen,

angesprochen, ebenso wie die Evaluation

der Studierenden durch Praktiker:innen

(konstruktives Feedback für die Qualitätssicherung).

Die Planung findet in Zusammenarbeit

mit den Lehrdekan:innen der veterinärmedizinischen

Ausbildungsstätten

statt.

Weitere Informationen, wann die Kurse

angeboten werden, werden wir rechtzeitig

mitteilen.


Online Marketing Guide für Tierärztinnen und Tierärzte

Mit dem Buch „Online Marketing Guide für

Tierärztinnen und Tierärzte – Ein Leitfaden

zur praktischen Umsetzung“ gehen Marc

Dilly und Richard Dihen den nächsten

Schritt zu ihrem erfolgreichen Podcast.

Das Wissen, welches sie in den letzten Jahren

gemeinsam sammeln durften, wurde

hier in übersichtlicher Form gebündelt.

Der Leitfaden richtet sich an alle Tierärztinnen

und Tierärzte, die sich mit den

Themen des Online Marketings beschäftigen

und diese in der Praxis einsetzen

möchten. Das Buch selbst gliedert sich in

die Kernteile „Die Grundsatzfrage: Wieso

eigentlich Online Marketing?“, „Die Online

Marketing Strategie“ und „Verschiedene

Online Marketing Kanäle“.

Das Buch kann für 19,80 Euro bei der

DVG bestellt werden, siehe auch Seite 76.



42

DVG-Forum 01/2022


FACHGRUPPE AVID

Aktuelles aus der Fachgruppe AVID

Die Fachgruppe AVID geht auf den 1986 gegründeten

Arbeitskreis für veterinärmedizinische

Infektionsdiagnostik (AVID) zurück.

Sie führt jährlich eine Tagung mit den

wechselnden Schwerpunkten Bakteriologe

und Virologie durch und bietet verschiedene

weitere Veranstaltungen an.

40. AVID-Tagung „Bakteriologie“

Vom 14. bis 16.09.2022 findet die 40. Jahrestagung

der Fachgruppe AVID zum

Schwerpunkt „Bakteriologie“ nach zwei

Jahren „Kloster-Banz-Abstinenz“ in diesem

Jahr erfreulicherweise wieder in Präsenz

statt. Ort des Geschehens ist die Bildungsstätte

Kloster Banz bei Bad

Staffelstein – ein ebenso beliebter wie bewährter

und inzwischen traditioneller Tagungsort.

Die Tagung ist als Hybrid-Event

geplant, so dass sich die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer auch online zuschalten

können.

Die Fachgruppe AVID sieht sich als Forum

der diagnostischen Praxis. Deshalb

soll der Schwerpunkt auch diesmal auf

Beiträge gelegt werden, die Methoden und

Erfahrungen aus der täglichen Arbeit vermitteln.

Die Fachgruppenleitung freut sich,

dass mit Herrn Dr. Jens André Hammerl

(Thema: Bedeutung von Vibrio spp.) und

Herrn PD Dr. Burkhard Malorny (Thema:

NGS im Diagnostiklabor) zwei Kollegen

aus dem Bundesinstitut für Risikobewertung

der Einladung zu einem Plenarvortrag

gefolgt sind.

Programm und Anmeldung:

q http://www.dvg.de, Tagungen, Termine

3. AVID-Themenabend

Am 16. März 2022 fand der 3. AVID-Themenabend

online statt. Referenten waren Prof.

Dr. Thomas W. Vahlenkamp (Leipzig) mit

dem Vortrag „Porzines reproduktives und

respiratorisches Syndrom: Eine immunderegulierende

Pandemie“ und Dr. Bernd

Hoffmann (Greifswald-Insel Riems) mit der

Präsentation „Aktuelles zu BTV“. Etwa 130

Kolleginnen und Kollegen nahmen teil.

Dieses Format eines zweistündigen Online-Themenabends

zu aktuellen Themen

hat sich sehr bewährt und soll fortgesetzt

werden.

Fortbildung technischer

Mitarbeiter/innen

Die Fachgruppe AVID hatte eine Initiative

zur Fortbildung technischer Mitarbeiter/

innen ins Leben gerufen, die leider aufgrund

der SARS-CoV-2-Pandemie bisher

nicht starten konnte. Da nun die Pandemie-bedingten

Einschränkungen mehr

und mehr gelockert werden, will die Fachgruppe

die Initiative für ein- bis zweitägige

Hospitationen in unterschiedlichsten

Bereichen der Tierseuchendiagnostik in Erinnerung

rufen.

Die ersten Fortbildungsangebote sind

auf der AVID-Website veröffentlicht:

q http://avid.dvg.net/index.php?id=2471

Details zu den angebotenen Hospitationen

(Termine, Teilnehmerzahl, vermittelte

Methoden etc.) sollen bilateral zwischen

den Ansprechpartnern der Anbieter und

den Interessenten abgestimmt werden.

Der Fachgruppenvorstand hofft auf

rege Beteiligung und freut sich gleichzeitig

über weitere Hospitationsangebote per

E-Mail an AVID-Vorstandsmitglied PD Dr.

Kerstin Wernike:

q kerstin.wernike@fli.de


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ARBEITSGEBIET:

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ“

62. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz

Die Tagung des Arbeitsgebietes Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz wird wie auch im

letzten Jahr hybrid durchgeführt, also in Garmisch-Partenkirchen und parallel online. Foto: DVG

Vom 25. bis 28.10.2022 findet die 62.

Arbeitstagung des Arbeitsgebietes „Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz“

der DVG als Hybridveranstaltung

in Garmisch-Partenkirchen statt. Die Vorträge

werden live gehalten und simultan

per Livestream für Online-Teilnehmer

übertragen.

Schwerpunktthemen der

diesjährigen Tagung:

• EU-Kontrollrecht

• Risikobewertung in der amtlichen

Kontrolle

• Nicht-tierische Lebensmittel: inkl.

pflanzlicher Produkte, Hybridprodukte

• Listeria monocytogenes

Die Tagung wird zusammen mit der Sektion

Lebensmittel tierischer Herkunft in

der Österreichischen Gesellschaft der Tierärztinnen

und Tierärzte und der Schweizerischen

Tierärztlichen Vereinigung für Lebensmittelsicherheit,

Tiergesundheit und

Tierschutz durchgeführt.

Weitere Informationen und Anmeldung:

q www.dvg-lebensmittelsicherheit.de/•

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ“

Fachgruppe „Milchhygiene“

Die Fachgruppe „Milchhygiene“ befindet

sich seit Herbst 2021 unter neuer Leitung:

Frau Prof. Madeleine Plötz (Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover) und Frau

Prof. Peggy Braun (Veterinärmedizinische

Fakultät, Universität Leipzig) haben die

Leitung der Fachgruppe übernommen. Sie

danken ihren Vorgängern Herrn Prof. Usleber

und Herrn Prof. Märtlbauer für deren

langjähriges Engagement und die kollegiale

Zusammenarbeit. Derzeit befindet

sich die Arbeitsgruppe in der Planungsphase

zu möglichen Veranstaltungen,

konkretere Informationen werden rechtzeitig

bekannt gegeben.


ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ“

Dreiländer Summer School „Vet Food Science“

Das Institut für Lebensmittelsicherheit und

-hygiene der Universität Zürich veranstaltet

im Juni 2022 erstmals eine zweitägige

Summer School „von jungen Wissenschaftler*innen

für junge Wissenschaftler*innen“

aller veterinärmedizinischen Fakultäten /

Universitäten in Deutschland, Österreich

und der Schweiz. Ziel ist es, den Nachwuchs

zu vernetzen und einen wissenschaftlichen

Austausch zu laufenden Forschungsprojekten

im Bereich Lebensmittelsicherheit und

Hygiene zu betreiben.

Mit dieser ersten Veranstaltung will

Prof. Dr. Dr. h.c. Roger Stephan, Direktor des

Instituts für Lebensmittelsicherheit und

-hygiene, einen Anstoß geben, die Summer

School künftig regelmäßig in Rotation in

Deutschland, Österreich und der Schweiz

durchzuführen. Der DVG-Vorstand begrüßt

dieses Projekt, das auch mit den LeiterInnen

der DVG-Fachgruppen zur Lebensmittelhygiene

abgestimmt wurde, sehr und

wird es finanziell mit einem Betrag von

2000 Euro unterstützen. •

44

DVG-Forum 01/2022


AG Eutergesundheit

ARBEITSGEBIET:

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ“

Arbeitsgruppe „Eutergesundheit“

Am 14. und 15. März 2022 führte die Arbeitsgruppe

(AG) Eutergesundheit der DVG ihre

Tagung zum Thema „Kühe – Klima – Käsespätzle

– Gegenwärtige Herausforderungen

für Eutergesundheit und Milchqualität“

durch. Geplant war eine Präsenzveranstaltung

in Schwäbisch Gmünd. Pandemiebedingt

fand die Tagung jedoch online statt.

Etwa 100 Kolleginnen und Kollegen hatten

sich zur digitalen Veranstaltung eingeloggt

und wurden von AG-Leiter Prof. Dr. Volker

Krömker (Hannover) herzlich begrüßt. Tagungsleiter

war Dr. Martin Spohr (Fellbach).

Prof. Krömker betonte in seinem Grußwort,

dass die Ernährungssicherheit auch in Krisenzeiten

gewahrt werden müsse und dass

Tierärztinnen und Tierärzte dazu beitragen

können. Bezogen auf die Tagung zur Eutergesundheit

sei jeder Liter Milch, der „in der

Gosse“ lande, einer zu viel – auch hier

könnten Tierärztinnen und Tierärzte vorbeugend

helfen.

Die Vorträge befassten sich mit den

Gebieten „Mastitistherapie“, „Diagnostik

und Analyse“ sowie mit verschiedenen

Themen, darunter „Selektives Trockenstellen“

und die „Eutergesundheit von Erstlaktierenden“.

In zwei Postersessions wurden

mehrere Poster vorgestellt.

Im Rahmen der Tagung wurde der Dr.-

Wilfried-Wolter-Gedächtnispreis für den

besten Beitrag (Vortrag oder Poster) verliehen.

Der mit 300 Euro dotierte Preis erinnert

an den Landwirt, Agraringenieur und

Tierarzt Dr. Wilfried Wolter (1962–2017), der

sich besonders um die Eutergesundheit

und Milchhygiene verdient gemacht hat.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

gaben online ihr Votum zu den 17 Vorträgen

und 5 Postern ab. Den Preis erhielt

Prof. Dr. Volker Krömker begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Online-Tagung zur

Eutergesundheit.

Dr. Friederiche Reinecke (kleines Foto) gratulierte Dr. Svenja Woudstra (großes Foto) zum Dr.-Wilfried-

Wolter-Preis. Fotos: DVG

Svenja Woudstra (Kopenhagen) für ihren

Vortrag „Diversität ausgewählter Mastitiserreger

in einem Milchkuhbetrieb“.

Die stellvertretende Leiterin der AG

Eutergesundheit, Dr. Friederike Reinecke

(Wetzlar), gratulierte Dr. Woudstra und

dankte zum Abschluss der Tagung allen

Referenten, Teilnehmern, Sponsoren und

dem Tagungsleiter sowie dem Organisationsteam

der DVG.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


DVG-Forum 01/2022 45


ARBEITSGEBIET:

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

FACHGRUPPE „ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG“

53. Tagung „Angewandte Ethologie“

Die Tagung fand erneut online statt.

Vom 25. bis 26.11.2021 fand die 53. Internationale

Tagung „Angewandte Ethologie“

der DVG-Fachgruppe „Ethologie und Tierhaltung“

erneut online statt. Die Leiter der

Tagung, Prof. Dr. Dr. Michael Erhard und PD

Dr. Elke Rauch (beide München) begrüßten

die etwa 250 Teilnehmer und auch DVG-

Präsident Prof. Dr. Martin Kramer (Gießen)

sprach Grußworte.

Vortragsprogramm

Zu Beginn stellte Dr. Katharina Kluge vom

Bundesministerium für Ernährung und

Landwirtschaft (BMEL, Bonn) aktuelle The-

Prof. Erhard begrüßte die Teilnehmer. Rechts: Prof. Kramer und PD Dr. Rauch.

men aus dem Tierschutzreferat des BMEL

vor. Sie ging u. a. auf Änderungen bei den

rechtlichen Vorgaben zum Schutz von Versuchstieren

hinsichtlich der Genehmigungsverfahren,

der behördlichen Kontrollen

sowie der Meldeverpflichtungen der

Forschungseinrichtungen ein. Weiterhin

stellte sie die Änderung des Tierschutzgesetzes

zum Verbot des Tötens von Küken

ab dem 01.01.2022 vor. Männliche Küken

der Legehennenrassen werden ab diesem

Datum entweder aufgezogen oder das Geschlecht

der Embryonen wird bereits im

Brutei bestimmt. Die Eier mit männlichen

Embryonen werden dann aussortiert und

nicht ausgebrütet. Darüber hinaus sieht

das Gesetz vor, dass ab dem 01.01.2024 kein

Hühnerembryo nach dem 6. Bebrütungstag

getötet werden darf. Damit soll künftig

verhindert werden, dass die Embryonen

durch die Geschlechtsbestimmung im

Brutei Schmerzen empfinden. Aktuell gibt

es für diesen frühen Zeitpunkt noch kein

marktreifes Verfahren. Weitere Themen waren

die Tierwohlkennzeichnung, die Tierschutz-Hundeverordnung,

die Tierschutztransportverordnung

sowie der Erlass einer

Tierschutz-Zirkusverordnung.

In weiteren 23 Vorträgen, die sich in

acht Themenblöcke gliederten, ging es vor

allem um landwirtschaftliche Nutztiere, so

u. a. um Brustbeinfrakturen und andere

Verletzungen bei Puten und Legehennen,

um Tierwohlindikatoren in der Schweineund

Milchviehhaltung, um Weideschlachtung

und Weidehaltung von Rindern sowie

um das Fressverhalten kleiner Wiederkäuer.

Vorträge zum Verhalten von Pferden ergänzten

das Programm.

In der Session „Promovierende stellen

vor“ konnten die Doktoranden ihre Projekte

vorstellen und Fragen der Teilnehmer

beantworten.

Poster

Insgesamt 20 Poster waren den registrierten

Teilnehmern schon vor der Tagung als

pdf-Dateien zugestellt worden, so dass

sich die Teilnehmer vorab gezielt mit den

Themen, die sie interessierten, befassen

konnten. Auch hier überwogen die Nutztierthemen;

einige Poster befassten sich

aber auch mit der Gewaltfreiheit in der

Hundeerziehung, mit der tiergerechten

Haltung von Königspythons sowie mit der

Pferdehaltung. In einem extra „Posterraum“

stellten die Autoren ihre Poster

während der Pausen in Kurzpräsentationen

vor. Im Anschluss konnten Fragen gestellt

werden.

Insgesamt zeigten Vorträge und Poster

die breite Themenvielfalt der Ethologie

46

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

und wie durch mehr Wissen Tiere besser

verstanden werden, um ihr Wohlbefinden

bei der Haltung in menschlicher Obhut zu

steigern.

Die 54. Tagung „Angewandte Ethologie“

findet vom 24. bis 26.11.2022 statt, voraussichtlich

als Hybrid-Event in Freiburg

und parallel online.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


Über aktuelle Tierschutzthemen aus dem BMEL informierte Dr. Katharina Kluge.

FACHGRUPPE „TIERSCHUTZ“

Wird Tierschutz dem Geschlecht gerecht?

Vom 23. bis 25. März 2022 fand die 27. Internationale

Tierschutz-Tagung mit etwa 620

Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter

80 Studierende, als Onlineveranstaltung

statt. Das Schwerpunktthema lautete:

„Wird Tierschutz dem Geschlecht

gerecht – Zum Umgang mit weiblichen

und männlichen Tieren“. Die Tagung wurde

von der DVG-Fachgruppe „Tierschutz“

in Verbindung mit dem Lehrstuhl für Tierschutz,

Verhaltenskunde, Tierhygiene und

Tierhaltung der Tierärztlichen Fakultät der

Ludwigs-Maximilian-Universität (LMU)

München organisiert.

Grußworte und Hilfe für

die Ukraine

DVG-Präsident Prof. Dr. Martin Kramer (Gießen)

eröffnete die Tagung und begrüßte alle

Kolleginnen und Kollegen. Er hob hervor,

dass sich der bedeutende Stellenwert des

Tierschutzes in der Tierärzteschaft auch an

der hohen Teilnehmerzahl zeige. Prof. Kramer

wies zudem darauf hin, dass die DVG

Auch in diesem Jahr fand die Internationale Fachtagung zum Thema Tierschutz online statt.

auf Vorschlag von Tagungs- und Fachgruppenleiterin

Dr. Anna-Caroline Wöhr (München)

5,00 Euro jedes Teilnehmerbeitrags an

Hilfsprojekte für landwirtschaftliche Nutzund

Großtiere sowie Tierschutzorganisationen

zur Rettung von Heim- und Begleittieren

in der Ukraine spenden werde. Die DVG

sammelt außerdem weitere Spenden; zum

Zeitpunkt der Tagung waren insgesamt bereits

etwa 5.000 Euro zusammengekommen.

Der Vorstand der DVG wird entscheiden,

an welche Projekte die Spenden

weitergeleitet werden.

Weitere Grußworte sprachen die Prodekanin

der Tierärztlichen Fakultät der

LMU, Prof. Dr. Susanne K. Lauer, der Vorsitzende

der Tierärztlichen Vereinigung für

Tierschutz, Dr. Andreas Franzky (Soderstorf)

und der Leiter des Lehrstuhls, Prof. Dr.

Dr. Michael Erhard. Auch Dr. Wöhr begrüßte

die Teilnehmenden. Eine Tagung lebe

von engagierten Referenten, Moderatoren,

Organisatoren, Teilnehmern, denen sie

ihren Dank aussprach, sowie von einer lebhaften

Diskussion. Sie rief dazu auf, sich

mit Fragen und Anmerkungen einzubringen,

was leicht möglich war, da alle Teilnehmer

berechtigt waren, ihr Mikrofon zu

gebrauchen, und was im Verlauf der Ta-

DVG-Forum 01/2022 47


ARBEITSGEBIET:

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

Tagungsleiterin Dr. Anna-Caroline Wöhr (Foto links) begrüßte Dr. Ophelia Nick (großes Foto), die den

Vortrag „Mehr Tierschutz wagen“ hielt.

gung rege genutzt wurde, ebenso wie

auch die Chat-Funktion.

Mehr Tierschutz wagen

Den Einstieg in das Vortragsprogramm

übernahm Dr. Ophelia Nick (Berlin), Tierärztin

und seit Dezember 2021 Parlamentarische

Staatssekretärin bei dem Bundesminister

für Ernährung und Landwirtschaft,

Cem Özdemir, zum Thema „Mehr Tierschutz

wagen“. Sie stellte die Pläne und

Ziele vor, die im Koalitionsvertrag verankert

sind und für welche die Weichen in dieser

Legislaturperiode gestellt werden sollen.

So soll ein Umbau der Landwirtschaft

zugunsten von mehr Tierwohl und Tiergesundheit

erfolgen, dabei sollen sowohl Klima-

und Umweltschutz berücksichtigt als

auch die Situation von Landwirtinnen und

Landwirten verbessert werden. Eine verbindliche

Tierhaltungskennzeichnung und

ein Prüf- und Zulassungsverfahren für

Stallsysteme und für serienmäßig hergestellte

Betäubungsanlagen sollen eingeführt

werden. Die Anbindehaltung von Rindern

soll beendet, jedoch sollen kleine

Betriebe erhalten werden. Dr. Nick richtete

ihren abschließenden Appell insbesondere

auch an die Studierenden, die Tierärztinnen

und Tierärzte der Zukunft: „Lassen Sie

uns gemeinsam mehr Tierschutz wagen!“

In der nachfolgenden Diskussion antwortete

sie auf die Frage zur Finanzierung dieser

Pläne, dass Investitionen im Haushalt

eingestellt seien, sie weiterreichend an diesem

Thema arbeite, z. B. auch ein Tierwohlcent

denkbar sei, dass sie jedoch die Koalitionspartner

überzeugen müsse. Weitere

Fragen wurden zur Einführung eines/einer

Bundestierschutzbeauftragten gestellt

(dies sei in Prüfung und solle umgesetzt

werden) sowie zu einer Tiergesundheitsdatenbank.

Auch hier bestehen Pläne,

mehr Daten zu erfassen und auszuwerten,

um dann Maßnahmen ergreifen zu können.

Vortragsprogramm und virtuelle

Posterausstellung

Über „Neues aus dem Tierschutzrecht“ berichtete

Dr. Katharina Kluge (Bonn). Sie

stellte dar, dass Tierversuche in der Aus-,

Fort- und Weiterbildung seit 01.12.2021 genehmigungspflichtig

seien. Die Anzeigepflicht

sei fast komplett weggefallen; für

regulatorische Tierversuche bestände ein

vereinfachtes Genehmigungsverfahren.

Auch sogenannte überzählige Tiere aus

der Zucht, die nicht im Versuch eingesetzt

würden, müssten nun erfasst werden. Weitere

Themen waren das seit dem 01.01.2022

geltende Verbot des Kükentötens sowie

das 2024 in Kraft tretende Verbot des Tötens

von Hühnerembryonen ab dem 7.

Bruttag. Ebenfalls zum 01.01.2022 ist die

neue Tierschutz-Hundeverordnung in

Kraft getreten, die u. a. höhere Anforderungen

an die gewerbliche und private

Hundezucht stellt, ein Verbot der Anbindehaltung

sowie ein Ausstellungsverbot

für Hunde mit Qualzuchtmerkmalen enthält

(wobei dies auch für Einzeltiere gilt)

und spezielle Vorgaben für die Haltung

von Herdenschutzhunden macht. Auch

der aktuelle Stand zum Tierwohllabel, zur

Änderung der Tierschutz-Transportverordnung

sowie zur Tierschutz-Zirkusverordnung

wurden dargestellt.

Die folgenden Vorträge befassten sich

mit den Auswirkungen des Umgangs des

Menschen mit Nutztieren, aber auch

Haus- und Heimtieren sowie Versuchstieren.

Die Themen „Betäubungslose Kastration“

und „Überschuss von Kälbern“ sowie

weitere Präsentationen zeigten, dass der

Tierschutz dem Geschlecht nicht gerecht

wird. Auch zur Haltung von Masthühnern,

Vögeln in zoologischen Einrichtungen

Pferden, Reptilien und Hunden sowie zum

Stadttaubenmanagement wurden Vorträge

gehalten.

Virtuelle Posterräume, in denen die

Posterautoren für Fragen zur Verfügung

standen, ergänzten das spannende Vortragsprogramm.

Tagungsband und nächste Tagung

Der Tagungsband mit den ausführlichen

Manuskripten der Vorträge und Poster sowie

zahlreichen Fotos und Tabellen kann

für 30,00 Euro zzgl. 5,00 Euro für Verpackung

und Versand in der DVG-Geschäftsstelle

bestellt werden (info@dvg.de, Fax

0641 98444625).

Die nächste Tierschutztagung findet vom

16. bis 18. März 2023 statt.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG


48

DVG-Forum 01/2022


ARBEITSGEBIET:

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG

TIERÄRZTLICHE PLATTFORM TIERSCHUTZ

Workshop und Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des TPT-Workshops in Fulda. Foto: DVG

Die 4. Tagung der Tierärztlichen Plattform

Tierschutz (TPT) findet vom 24. bis 25. Juni

2022 in Fulda sowie parallel online statt.

Das Thema lautet: „Tierschutz und Lebensmittelsicherheit

am Schlachthof – Was

muss sich ändern?“.

Hintergrund der Wahl dieses Themas

ist die im Zusammenhang mit immer wieder

auftretenden Tierschutzverstößen in

Schlachtbetrieben z. T. auch deutlich geübte

Kritik an der Arbeit der dort tätigen

Tierärztinnen und Tierärzte. Unabhängig

von der rechtlichen Bewertung der in den

Medien geschilderten Vorkommnisse

möchte die TPT mit ihrer 4. Tagung die Organisation

der Tierschutzüberwachung in

den Schlachtbetrieben kritisch hinterfragen,

Vorschläge zur Stärkung der fachlichen

Kompetenz und der Stellung der Tierärztinnen

und Tierärzte am Schlachthof erarbeiten

sowie einen Beitrag dazu leisten,

die Wertschätzung dieser verantwortungsvollen

Arbeit zu befördern.

Zur Vorbereitung der Tagung fand ein

Workshop ebenfalls in Fulda statt. Mehrere

Themenfelder wurden durch Impulsvorträge

und Arbeitsgruppen vorbereitet.

Die Ergebnisse werden in die Tagung einfließen.

Ein Tagungsbericht wird in der nächsten

Ausgabe des DVG-Forums erscheinen.

Die TPT wird getragen von der Bundestierärztekammer,

dem Bundesverband beamteter

Tierärzte, dem Bundesverband

praktizierender Tierärzte, der DVG und der

Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz.

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle


TIERSCHUTZ

Sofortmaßnahmen zur Vermeidung von Schmerzen und Leiden erkrankter oder

verletzter Schweine

Schweinehalter bekommen ab sofort eine

Hilfestellung bei der Entscheidung, wann

ein Erlösen eines Tieres unausweichlich ist.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Elisabeth große

Beilage wurde das Projekt „Sofortmaßnahmen

zur Vermeidung länger anhaltender

erheblicher Schmerzen und Leiden bei

schwer erkrankten/verletzten Schweinen

durch rechtzeitige Tötung“ durchgeführt.

Das Projekt wurde vom Niedersächsischen

Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz (ML) gefördert.

Auslöser waren Untersuchungen in

Verarbeitungsbetrieben für tierische

Nebenprodukte, die gezeigt haben, dass

ein Teil der angelieferten Schweine tierschutzrelevante

Befunde aufweist. Zu den

Mängeln, die im Umgang mit kranken und

verletzten Schweinen regelmäßig festgestellt

werden, gehört die zu späte oder

unterlassene Tötung von schwer und unheilbar

erkrankten Tieren. Genau dort

setzt das Schulungsmaterial an. Denn: Für

den Tierhalter ist es oft schwierig, zu beurteilen,

ob bei einem erkrankten oder verletzten

Tier ein weiterer Behandlungsversuch

sinnvoll ist oder ob es geboten ist,

das Tier von seinen Schmerzen zu erlösen.

Der Abschlussbericht des Projektes ist

für 14 Euro zzgl. Verpackung und Versand

bei der DVG erhältlich (siehe Seite 76). Das

aus dem Projekt hervorgegangene Schulungsmaterial

kann unter folgendem Link

heruntergeladen werden:

q https://www.ml.niedersachsen.de/

download/179097


DVG-Forum 01/2022 49


ARBEITSGEBIET:

ARBEITSKREISE UND AUSSCHÜSSE

ARBEITSKREIS „RESPIRATORISCHES SYSTEM“

Aktuelles aus dem Arbeitskreis

„Respiratorisches System“

Der pneumologisch orientierte Arbeitskreis

(AK) der DVG besteht seit 1999 und

versteht sich als Plattform für alle, die sich

vergleichend mit der Pathologie und Pathophysiologie

des respiratorischen Systems

beschäftigen. In den vergangenen 23

Jahren wurden 22 Workshops zu den unterschiedlichsten

Themenkomplexen organisiert,

meist als offene Veranstaltungen innerhalb

der Jahreskongresse der Deutschen

Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

e. V. (DGP).

Nun, nach einer langen Pandemie-

Zwangspause und dadurch bedingten wiederholten

Terminverschiebungen, konnte

am 25. Mai dieses Jahres endlich unser geplanter

23. Workshop als Präsenzveranstaltung

in Leipzig stattfinden (https://pneu​

mologie-kongress.de/).

Dieser Workshop fand, wie seine „Vorgänger“

auch, im Rahmen des großen 62.

DGP-Kongresses statt. Wissenschaftler*innen

aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen

der Human- und Veterinärmedizin

berichteten zum Schwerpunktthema „Lunge

und Leistung“ über ihre Forschungsergebnisse

und tauschen ihre Erfahrungen

aus. Wie jedes Jahr beinhaltete das Programm

auch freie Beiträge zu aktuellen

Projekten aus Klinik und Forschung.

Es war erwartungsgemäß ein interessanter

Workshop mit guten Diskussionen.

Der AK Respiratorisches System hofft, dass

sich für die Teilnehmer*innen neue Ansätze

für fachliche Zusammenarbeiten und

interdisziplinäre Kooperationen ergeben.

Dr. Birgitt Gutbier, Berlin

Prof. Dr. Martin Rosenbruch, Düsseldorf

Prof. Dr. Dr. Petra Reinhold, Jena •

ARBEITSKREIS „FORENSISCHE VETERINÄRMEDIZIN“

Arbeitskreis Forensische Veterinärmedizin der DVG

Im Rahmen des DVG-Vet-Congresses 2021

in Berlin wurde am 18.11.2021 der Arbeitskreis

(AK) „Forensische Veterinärmedizin“

gegründet. Der AK will fachübergreifend

aktualisierte und praxisbezogene Hinweise

geben, um mit tiermedizinischem Handeln

„rechtssicher“ zu bleiben. Ein weiterer

Fokus soll auf die Aktualität und Qualität

der tierärztlichen Sachverständigengutachten

gerichtet werden.

Am 18.11.2021 fand auch gleich die erste

Tagung des Arbeitskreises statt, auf der

u. a. Themen aus der Pferde- und der Kleintiermedizin

(Hund, Vogel) angesprochen

wurden.

Die nächste Tagung des Arbeitskreises

findet in diesem Jahr auch wieder anlässlich

des DVG-Vet-Congresses in Berlin statt,

und zwar am Donnerstag, den 13.10.2022.

Das aktuelle Programm und die Anmeldung

finden Sie unter:

q https://www.dvg-vet-congress.de/ •

50

DVG-Forum 01/2022


Fachgruppe

Vet-Congress www.dvg-vet-congress.de

Berlin + digital 13. bis 15. Oktober 2022

22

5. Int. Kongress

zur Pferdemedizin

Freitag & Samstag,

vor Ort & Livestream

Seminar

Pferdeophthalmologie

Donnerstag, vor Ort

Von der Hornhaut

bis zum Augenhintergrund

Head & Neck Surgeries,

Internistik &

Gynäkologie

Fachgruppe

Pferdekrankheiten

Veranstalter: DVG Service GmbH I An der Alten Post 2 I 35390 Gießen

E-Mail: info@dvg.de I Infos & Anmeldung: www.dvg-vet-congress.de

22

Pferde_Vet Congress_2022_Anzeige Forum_halbe Seite.indd 1 01.06.2022 08:26:16

Vet-Congress www.dvg-vet-congress.de

Berlin + digital 13. bis 15. Oktober 2022

AG Pferdeophthalmologie

Fachgruppenübergreifende

Buiatrik-Tagung

Freitag & Samstag,

vor Ort &

Livestream

Schwerpunkt

Quo vadis,

Rinderhaltung?

Im Spannungsfeld

zw. Status quo &

gesellschaftlicher

Erwartung

Deutsche buiatrische

Gesellschaft

Tierernährung

Reproduktionsmedizin

Tierzucht & Genomik

Epidemiologie &

Dokumentation

Veranstalter: DVG Service GmbH I An der Alten Post 2 I 35390 Gießen

E-Mail: info@dvg.de I Infos & Anmeldung: www.dvg-vet-congress.de

DVG-Forum 01/2022 51


FACHGRUPPE IM FOKUS

Fachgruppe „Pathologie“

In jeder Ausgabe des DVG-Forums wird in

der Rubrik „Fachgruppe im Fokus“ eine

Fachgruppe, ein Arbeitsgebiet oder eine andere

Gruppierung innerhalb der DVG vorgestellt.

So können sich auch DVG-Mitglieder,

die dieser Fachgruppe (noch) nicht angehören,

über deren Entstehung, Entwicklung,

Tagungen und Aktivitäten informieren.

Diesmal wird die Fachgruppe „Pathologie“

näher betrachtet. Die Fachgruppe führte im

März 2022 in Fulda bereits ihre 65. Jahrestagung

sowie das 27. Schnittseminar durch.

Die Wurzeln der Fachgruppe reichen

bis in das Jahr 1951 zurück. Im März dieses

Jahres wurde anlässlich des 35. Kongresses

der Deutschen Gesellschaft für Pathologie,

einer humanpathologischen Fachgesellschaft,

die „Arbeitsgemeinschaft der

Veterinärpathologen“ gegründet und damit

der Grundstein der späteren Fachgruppe

Pathologie in der DVG gelegt. Der Zweck

dieser Arbeitsgemeinschaft sollte sein,

durch periodische Zusammenkünfte die

persönlichen Erfahrungen und wissenschaftlichen

Erkenntnisse auszutauschen

und ungeklärte Probleme zu besprechen.

Dabei wurde auch festgelegt, dass die Tagungen

der Veterinärpathologen stets in

Verbindung mit den Kongressen der Humanpathologen

stattfinden sollten.

1953 wurde dann die DVG-Fachgruppe

„Allgemeine Pathologie und pathologische

Anatomie“ gegründet. 1999 erfolgte

die Umbenennung in „Pathologie“. 2001

deutete Prof. Dr. Volker Bergmann (Berlin),

langjähriger Leiter der Fachgruppe, in seiner

Festansprache zum 50-jährigen Bestehen

der Arbeitsgemeinschaft auf die einige

Jahre später folgende Loslösung von

den Humanpathologen hin:

„Es ist nicht zu übersehen, dass die Beziehungen

der Veterinärpathologie zur Humanpathologie

zu Anfang der analysierten Zeitspanne

enger gewesen sind als heute. Für

ihre Lockerung sind mehrere Gründe anzuführen.

Einer davon ist sicher die Divergenz

der Forschungsgegenstände und Interessen,

die in den letzten Jahrzehnten sehr deutlich

geworden ist. Wie ein Vergleich der Themengruppen

zeigt, beforschte die Humanpathologie

mit hoher Intensität Probleme der Tumorpathologie,

die für die Veterinärmedizin

noch von geringerer Bedeutung waren. Im

Gegensatz dazu bearbeitete die Veterinärpathologie

in starkem Maße Fragen der Infektionspathologie,

die wiederum keine Entsprechung

bei der Humanpathologie fanden.

Weitere Gründe sind die zunehmende Spezialisierung

der Forschung sowie die Möglichkeit,

sich heute Informationen in ganz

anderer und vielfältiger Weise zu beschaffen,

als durch den Besuch von Tagungen.“ 1

2006 beschloss die Fachgruppe, zukünftig

unabhängig von der Humanpathologie

zu tagen. Mit der Durchführung

der 50. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe

„Pathologie“ im Jahr 2007 fand die Abkoppelung

von der humanmedizinischen

Fachgesellschaft statt. Seitdem führt die

Fachgruppe jährlich eine eigenständige Tagung

in Kombination mit einem Schnittseminar

in Fulda durch. Unter der Fachgruppenleitung

von Prof. Dr. Walter Hermanns

(München) fand 1996 das erste

Schnittseminar statt.

Anlässlich der 50. Jahrestagung 2007

veröffentlichte die Fachgruppe das Buch

„Fachgruppe Pathologie – von den Anfängen

bis zur 50. Jahrestagung“ im Verlag der

DVG Service GmbH. Dort sind sämtliche

Tagungen von 1951 bis einschließlich 2007

sowie die Vortragstitel erfasst.

Die Mitglieder der Fachgruppe sind

u. a. bei folgenden Einrichtungen tätig:

• Bundesministerium für Ernährung

und Landwirtschaft

• Friedrich-Loeffler-Institut

1 Bergmann, V. (2001): Festansprache anlässlich

des 50-jährigen Bestehens des Zusammenschlusses

der Veterinärpathologen. In: Fachgruppe

Pathologie – von den Anfängen bis zur

50. Jahrestagung. Verlag der DVG Service

GmbH, Gießen 2007.

Die Tagungen der Fachgruppe finden seit vielen

Jahren im ParkHotel Kolpinghaus in Fulda statt.

Auf Präsenztagungen sind die Posterbesprechungen fester Bestandteil des Programms.

52

DVG-Forum 01/2022


FACHGRUPPE IM FOKUS

Die Tagungen der Fachgruppe sind regelmäßig sehr gut besucht – hier ein Foto von 2019, dem Jahr

vor der Pandemie.

• Institute für Pathologie der veterinärmedizinischen

Ausbildungsstätten

• Landeslabore der Bundesländer

• Tierärztliche Praxen für Pathologie

• Veterinäruntersuchungsämter

Pandemiebedingt wurden die Tagungen

sowie die Schnittseminare in 2021 und

2022 online durchgeführt.

Die Tagungen der Fachgruppe „Pathologie“

zeichnen sich einerseits durch Fachvorträge

mit Beiträgen aus allen Bereichen

der Veterinärpathologie (Forschung und

Diagnostik) sowie Fallberichte aus; andererseits

werden auf jeder Veranstaltung

mehrere Keynote Lectures angeboten, die

spannende Einblicke auch in verwandte

Fachgebiete geben und die Interdisziplinarität

der Veranstaltung herausstellen. So

wurden in den vergangenen Jahren Präsentationen

u. a. zu den Themen „Einsatz

künstlicher Intelligenz in der Pathologie“,

„Die Welt aus der Sicht der Fliege – Forensik,

Parasitologie, Therapie“, „Vitalitätszeichen

in der Rechtsmedizin“, „Die ethische

Abwägung von Tierversuchen“ sowie

„Qualzucht bei Heim- und Nutztieren im

Licht des Ethik-Kodex“ angeboten.

Zudem findet auf jeder Tagung eine

Posterausstellung mit einer ausführlichen

Besprechung statt. Auf den Online-Tagungen

wurden die Poster in mehreren virtuellen

Räumen vorgestellt. Die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer erhielten außerdem

die pdf-Dateien der Poster per E-Mail.

Die beiden besten Poster werden jeweils

2019 hielt Univ. Prof. Mag. DDr. Martin Grassberger

(Wien, Österreich), Humanmediziner und Biologe

den Übersichtsvortrag „Die Welt aus der Sicht der

Fliege – Forensik, Parasitologie, Therapie“. Die

Präsentation war hochspannend und warf einen

Blick über das Gebiet der Pathologie hinaus.

mit einem Geldpreis ausgezeichnet. In diesem

Jahr freuten sich Johannes Krüger und

Pauline Pöpperl (beide Hannover) über die

Auszeichnung. Beide Poster sowie die Abstracts

finden Sie auf den folgenden Seiten.

Die Fachgruppe hat derzeit 344 Mitglieder;

davon haben 239 „Pathologie“ als

Hauptfachgruppe mit Stimmrecht gewählt.

Leiter der Fachgruppe ist Prof. Dr.

Andreas Beineke (Hannover); stellvertretende

Leiterin ist Dr. Christine Fast (Greifswald-Insel

Riems).

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG

65. Jahrestagung der Fachgruppe „Pathologie“

In diesem Jahr führte die Fachgruppe

„Pathologie“ der DVG bereits ihre 65.

Jahrestagung durch! Vom 4. bis zum 6.

März fand die Tagung in Kombination

mit dem 27. Schnittseminar wie auch im

Vorjahr online statt. Erneut nahmen insgesamt

etwa 300 Kolleginnen und Kollegen

teil, die von Tagungs- und Fachgruppenleiter

Prof. Dr. Andreas Beineke

(Hannover) herzlich begrüßt wurden.

Auch DVG-Präsident Prof. Dr. Martin Kramer

sprach Grußworte.

Schnittseminar

Das Thema des Schnittseminars lautete

„Pathologie des Auges“. Referenten waren

Dr. Olivia Kershaw, Prof. Dr. Corinna Eule

und Prof. Dr. Robert Klopfleisch (alle Berlin).

Das diesjährige Schnittseminar zeichnete

sich durch die Verbindung zwischen

Die Tagung wurde erneut online durchgeführt.

DVG-Forum 01/2022 53


FACHGRUPPE IM FOKUS

Tagungs- und Fachgruppenleiter Prof. Dr.

Andreas Beineke begrüßte die Teilnehmenden.

Dr. Olivia Kershaw bei ihrer Präsentation.

Pathologie und Klinik aus. So gab Prof.

Klopfleisch u. a. einen sehr anschaulichen

Überblick über die Tumoren am Auge, die

zwar grundsätzlich selten, jedoch klinisch

relevant sind, da sie unabhängig von der

Dignität immer einen Einfluss auf den Visus

haben. Prof. Eule und Dr. Kershaw stellten

dann entsprechende praxisnahe Fälle

jeweils aus klinischer sowie pathologischhistologischer

Sicht vor.

Interpretation von pathologischanatomischen

Befunden beim

Nutzgeflügel

Einen weiteren Übersichtsvortrag hielt

Prof. Dr. Silke Rautenschlein (Hannover)

zur „Interpretation von pathologisch-anarentialdiagnostischer

Probleme sowie die

Beurteilung von Prognose und strittigen

Kausalitätsfragen von Bedeutung. So müsse

beispielsweise geklärt werden, ob die

Verschlechterung des Zustands eines Tieres

nach einer Operation auf Behandlungs-

oder Operationsfehler zurückzuführen

sei. Eine wichtige Rolle in solchen

Situationen spiele die forensische Pathologie,

von der sich der Kliniker Aufschluss

u. a. darüber wünsche, wie relevant Erkenntnisse

seien, wie schnell bestimmte

Prozesse sich entwickeln, wie eine Behandlung

die weitere Entwicklung beeinflusst

und wann der Phänotyp zur Qual

wird. Auch Aussagen zur Häufigkeit von

Erkrankungen, um Wahrscheinlichkeiten

ableiten zu können und die Publikation

Wünsche des Klinikers an die

forensische Pathologie

Die 65. Jahrestagung startete mit dem

Übersichtsvortrag „Wünsche des Klinikers

an die forensische Pathologie“ von Prof. Dr.

Axel Wehrend (Gießen). Er erläuterte zunächst

die Tätigkeiten des Klinikers im Bereich

der Forensik – einem Sammelbegriff

für wissenschaftliche und technische

Arbeitsgebiete, in denen kriminelle Handlungen

systematisch untersucht werden –

und stellte dar, dass etwa 60 Prozent der

von ihm zu schreibenden Gutachten mit

Fragen des Tierschutzes befasst seien.

Häufig ginge es auch um mögliche Haftpflichtfälle,

um Todesursachen, Arzneimittelrecht

sowie um die Frage, was der

Mensch mit dem Tier gemacht habe. Bei

der Erstellung eines Gutachtens als Sachverständiger

seien u. a. die Begutachtung

spezieller Zusammenhänge oder diffeseltener

Fälle, die Kausalitäten aufzeigen

können, seien wünschenswert. In diesem

Zusammenhang wies Prof. Wehrend auf

die häufig ungenügende Dokumentation

klinischer Maßnahmen hin und appellierte

an praktisch tätige Kolleginnen und Kollegen,

sämtliche Behandlungen etc. ausreichend

zu dokumentieren. Abschließend

stellte er fest, dass die Forensik eine zunehmende

Herausforderung sei, die eine

verstärkte Kooperation erfordere.

Prof. Dr. Corinna Eule (oben) und Dr. Olivia Kershaw stellten die Fälle im Schnittseminar anschaulich

dar.

54

DVG-Forum 01/2022


FACHGRUPPE IM FOKUS

Einen guten Überblick über Tumoren am Auge gab Prof. Dr. Robert Klopfleisch.

Über die Wünsche des Klinikers an den

Pathologen referierte Prof. Dr. Axel Wehrend.

tomischen Befunden beim Nutzgeflügel

vor dem Hintergrund konventioneller Haltungssysteme

und Genotypen“. Sie stellte

fest, dass gesundheitliche Probleme sowohl

mit dem Haltungssystem und Management

als auch dem Genotyp zusammenhängen.

Beim Management seien die

Bestandsdichte, das Lichtprogramm, die

Fütterung, die Luftqualität sowie auch die

Ausbildung der Tierhalter wichtige Faktoren.

Was bei Küken in der ersten Lebenswoche

versäumt werde, sei nicht mehr

aufzuholen. In den ersten Lebenstagen

könne es durch Schlupf- und Transportstress

zu einer Immunsuppression kommen,

die zusammen mit dem Zurückgehen

der maternalen Immunität eine

Infektionsanfälligkeit verursachen könne.

Qualzucht bei Heim- und Nutztieren

im Licht des Ethik-Kodex

Mit den Worten, dass Pathologie und Tierschutz

ein „untrennbares Paar“ seien,

stellte Prof. Dr. Achim Gruber (Berlin) die

Referentin des dritten Übersichtsvortrags

vor: Dr. Heidemarie Ratsch (Berlin), die zu

„Qualzucht bei Heim- und Nutztieren im

Licht des Ethik-Kodex der Tierärztinnen

und Tierärzte Deutschlands“ sprach. Sie

ging zunächst auf die seit dem 01.01.2022

geltende neue Tierschutz-Hundeverordnung

ein, die ein Ausstellungsverbot von

Hunden mit tierschutzwidrig amputierten

Ohren oder Ruten sowie auch mit Qualzuchtmerkmalen

enthält. Unter Qualzucht

verstehe man beim Züchten von Tieren

die Duldung oder Förderung von

Merkmalen, die mit Schmerzen, Leiden,

Schäden oder Verhaltensstörungen für die

Tiere verbunden sind. Dr. Ratsch stellte die

umfangreichen Maßnahmen der Tierärztekammer

Berlin vor, um ein Umdenken in

der Gesellschaft zu erreichen – z. B. Plakataktionen

und weitere Öffentlichkeitsarbeit

– sowie auch das „Qualzucht-Evidenz

Netzwerk (QUEN)“. QUEN ist ein

Projekt von Tierärztinnen, Tierärzten und

weiteren Personen aus unterschiedlichen

Fachdisziplinen, das zum Ziel hat, Vollzugshilfen

für Veterinärämter zu entwickeln

und diese sowie auch Rechtsgutachten,

einschlägige Urteile, Informationen

zu Tierarten und relevanten Merkmalen

über eine Website öffentlich zugänglich zu

machen. Die Referentin zitierte den Ethik-

Kodex, nach dem Tierärztinnen und Tierärzte

„jede Form von Tierzucht, die zu

Schmerzen, Leiden und Qualen führt oder

beiträgt“ verurteilen und sich „für die präventive

Aufklärung sowie für das Erkennen

und Vermeiden solcher Entwicklungen“

einsetzen und warf die Frage auf, ob die

Tierärzteschaft dem Ethik-Kodex gerecht

wird.

In der anschließenden sehr lebhaften

Diskussion wurde erörtert, „wie rigoros

man als Tierarzt in der Beratung“ sein darf;

es ginge einerseits um das Wohl der Tiere,

andererseits um wirtschaftliche Aspekte.

Sowohl Dr. Ratsch als auch Prof. Gruber

sprachen sich dafür aus, deutlich Stellung

zu beziehen, in der Kommunikation aber

mit Feingefühl vorzugehen. Auf die Frage,

wann Pathologen das Veterinäramt infor-

Prof. Beineke stellte Prof. Dr. Silke Rautenschlein vor, die eine Keynote Lecture hielt.

DVG-Forum 01/2022 55


FACHGRUPPE IM FOKUS

Im Vortrag von Dr. Heidemarie Ratsch (Foto rechts unten) ging es um das viel beachtete Thema

Qualzucht. Rechts oben: Prof. Gruber.

Dr. Angele Breithaupt sprach über die Rustrela-Virus-assoziierte Meningoenhephalitis bei Säugetieren.

mieren sollten, antwortete Dr. Ratsch,

dass die Schweigepflicht nicht mehr greife,

wenn Rechtsverletzungen vorliegen.

Prof. Gruber ergänzte, dass man als Pathologe

Stellung beziehen müsse. Da die

Kaufentscheidung in der Gesellschaft der

größte Hebel sei, um den Qualzuchtmarkt

zu beeinflussen, könnten die Beiträge von

Tierkrankenversicherungen ein wichtiges

Argument im Gespräch mit Tierhaltern

sein, da sie mit den Kosten, die für Qualzuchtrassen

entstehen, korrelieren und

damit deutlich machen, was auf den Tierhalter

zukommen kann.

Eine bisher wenig beachtete Rolle spielen

Defektzuchten als unbewusstes Zuchtziel

zur Bedienung des menschlichen Pflegetriebes.

So sei in Studien eine besonders

enge Bindung von Besitzern zu ihren Tieren

mit Qualzuchtmerkmalen festgestellt

worden. Nach deren Tod werde häufig wieder

ein entsprechendes Tier angeschafft

(siehe Literaturliste).

Vortragsprogramm

Die Präsentationen im Vortragsprogramm

befassten sich u. a. mit Klein-, Heim- und

Nutztieren. Ergebnisse aktueller Studien

und Fallberichte wurden vorgestellt. Auch

zu klinischen und pathologischen Aspekten

der SARS-CoV2-Infektion sowie zur

Empfänglichkeit von Ex vivo- und In vitro-Kultursystemen

verschiedener Tierarten

für SARS-CoV2 wurden Vorträge angeboten.

Poster

In den beiden Postersessions, die parallel

in zwei virtuellen Räumen stattfanden,

wurde den Teilnehmern geballtes Wissen

konzentriert und effizient nahegebracht.

Über den Chat konnten Fragen gestellt

werden. Die beste Studie und der beste

Fallbericht erhielten Preise, wobei kein

Ranking vorgenommen wurde, da beide

Arbeiten gleichwertig waren.

Zur Empfänglichkeit von Ex vivo- und In vitro-Kultursystemen verschiedener Tierarten für SARS-CoV2

hielt Sandra Runft einen Vortrag

56

DVG-Forum 01/2022


FACHGRUPPE IM FOKUS

Über die Auszeichnungen freuten sich:

• Johannes Krüger

(bester Fallbericht, Preisgeld: 250 Euro):

Mastzelltumor im Musculus interosseus

medius eines Pferdes

• Pauline Pöpperl

(beste Studie, Preisgeld: 250 Euro):

Charakterisierung der Epithelzellbarriere

bei der Hundestaupevirus-induzierten

Pneumonie

Die Poster sowie die Abstracts finden Sie

auf den Seiten 58 und 59.

Fachgruppenversammlung

Auf der Versammlung der Fachgruppe, die

im Anschluss an die Tagung stattfand,

wurden Prof. Dr. Andreas Beineke (Hannover)

und Dr. Christine Fast (Greifswald-

Insel Riems) zum Leiter bzw. zur stellvertretenden

Leiterin gewählt. Weiterhin

verabschiedeten die Fachgruppenmitglieder

die Geschäftsordnung der Fachgruppe

und diskutierten über die Einführung von

Richtlinien für die Qualifikation von Sektionsassistenten/innen.

Die 66. Jahrestagung und das 28.

Schnittseminar werden vom 3. bis 5. März

2023 stattfinden. Über das Format (online

/ Präsenz) wird zu einem späteren Zeitpunkt

entschieden. Prof. Dr. Thomas Rosol

(Athens, Ohio) wird das Schnittseminar

zum Thema „Pathologie der endokrinen

Organe“ leiten.

Der Tagungsband mit den Abstracts

der Vorträge und Poster kann für 10,00

Euro zzgl. 3,00 Euro für Verpackung und

Versand in der DVG-Geschäftsstelle bestellt

werden (info@dvg.de).

Dr. Marion Selig

DVG-Geschäftsstelle

Fotos: DVG

Literatur

• Packer R. et al. (2019): Great expectations, inconvenient

truths, and the paradoxes of the dogowner

relationship for owners of brachycephalic

dogs. In: PLOS ONE 14(7), S. e0219918.

• Sachser, Norbert (2022): Das unterschätzte Tier:

Was wir heute über Tiere wissen und im Umgang

mit ihnen besser machen müssen (Rowohlt,

Hamburg).

• Sandøe P. et al. (2017): Why do people buy dogs

with potential welfare problems related to extreme

conformation and inherited disease? A representative

study of Danish owners of four

small dog breeds. PLoS ONE 12(2).

Interesse? Wir erweitern

unser Lebensmittel Auditorinnen-

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DVG-Forum 01/2022 57


FACHGRUPPE IM FOKUS

Mastzelltumor im

Musculus interosseus

medius eines Pferdes

65. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe Pathologie,

04. – 06.03.2022

J. Krüger 1 , F. Heun 2 , C. Puff 1

1 Institut für Pathologie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 2 Klinik für Pferde, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Einleitung

Johannes Krüger. Foto: privat

Mastzelltumor im Musculus interosseus medius

eines Pferdes

Mastzelltumore treten vereinzelt bei Pferden (Equus caballus) auf, wobei sie meist in der Haut

oder Unterhaut lokalisiert sind [1]. Vereinzelt wurden sie auch am Auge, im Respirationstrakt und

in der Maulhöhle nachgewiesen [2]. In den Sehnen der Gliedmaßen wurden Mastzelltumore erst

dreimal beschrieben [3].

Material und Methoden

Vorbericht:

Eine 17 Jahre alte, 528 kg schwere, trächtige

Warmblutstute zeigte seit zwei Jahren

rezidivierenden Durchfall teilweise mit

okkultem Blut. Außerdem bestand eine

Lahmheit der rechten Vordergliedmaße. In

den zwei Wochen vor der Euthanasie trat

zunehmend Husten und Nasenausfluss auf.

Sonografisch wurden eine Umfangsvermehrung

in der Milz und freie Flüssigkeit

im Abdomen festgestellt.

Durchgeführte Untersuchungen:

Nach der Euthanasie wurde das Pferd im

Institut für Pathologie makro- und

mikroskopisch auf pathomorphologische

Veränderungen untersucht. Für die

weiterführende Charakterisierung des

Mastzelltumors wurden eine Toluidinblaufärbung

und eine immunhistochemische

Untersuchung auf die Expression von c-Kit

eingesetzt.

Befunde

Pathologisch-anatomische Untersuchung der Tumore:

Im Musculus interosseus medius der rechten Vordergliedmaße wurde eine 20 x

10 x 17 mm große Umfangsvermehrung mit einer gelblichen, festen, teils

kristallinen Anschnittfläche festgestellt (Abbildung (Abb.) 1). In der Milz bestand

eine 63 x 48 x 17 cm große Umfangsvermehrung mit derber Konsistenz und

einer weiß-gelblichen Anschnittfläche. Das Gesamtgewicht der Milz betrug 24

kg und ca. 80 % des Parenchyms wurden von der Umfangsvermehrung

verdrängt.

Abb. 1.: Mastzelltumor im Musculus interosseus medius

Pathologisch-histologische Untersuchung der Tumore:

Die Umfangsvermehrung im Musculus interosseus medius stellte sich histologisch als

Mastzelltumor mit multifokalen Nekrosen und einer eosinophilen Infiltration dar (Abb.

2a). Mittels Toluidinblau-Färbung wurden in den Tumorzellen metachromatische

Granula nachgewiesen (Abb. 2b). Bei der immunhistochemischen Untersuchung der

neoplastischen Zellen wurde eine perimembranöse Expression von c-Kit festgestellt

(Abb. 2c).

Bei der Umfangsvermehrung in der Milz handelte es sich um ein malignes B-Zell-

Lymphom mit multifokalen Nekrosen und 10 Mitosen pro Gesichtsfeld bei hoher

Vergrößerung.

Einleitung: Mastzelltumore treten vereinzelt

bei Pferden (Equus caballus) auf, wobei

sie meist in der Haut oder Unterhaut

lokalisiert sind. In den Sehnen der Gliedmaßen

wurden Mastzelltumore nur sehr

selten beschrieben.

Material und Methoden: Eine 17 Jahre alte

Warmblutstute, die aufgrund eines malignen

Lymphoms der Milz euthanasiert

wurde, zeigte zusätzlich eine Lahmheit der

rechten Vordergliedmaße. Das Tier wurde

seziert und makroskopisch sowie histologisch

aufgearbeitet.

Befunde: Im Musculus interosseus medius

der rechten Vordergliedmaße wurde

eine 20 x 10 x 17 mm große Umfangsvermehrung

festgestellt, die sich histologisch

als Mastzelltumor mit multifokalen Nekrosen

und einer eosinophilen Infiltration

darstellte. Mittels Toluidinblaufärbung

wurden in den Tumorzellen metachromatische

Granula nachgewiesen.

Schlussfolgerung: Bei der Umfangsvermehrung

im Musculus interosseus medius

des Pferdes handelte es sich um einen

Mastzelltumor. Dieser Tumor sollte als seltene

Differenzialdiagnose bei einer Lahmheit

berücksichtigt werden.

Johannes Krüger 1

Frederik Heun 2

Christina Puff 1

1 Institut für Pathologie, Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover

2 Klinik für Pferde, Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover

Abb. 2a: Mastzelltumor mit eosinophiler Infiltration im

Musculus interosseus medius. HE, Balken Übersicht: 200

μm, Balken Ausschnitt: 20 μm

Abb. 2b: Mastzelltumor mit Nachweis metachromatischer

Granula. Toluidinblau, Balken Übersicht: 200 μm, Balken

Ausschnitt: 20 μm

Abb. 2c: Mastzelltumor mit perimembranöser c-Kit-Expression.

Balken Übersicht: 200 μm, Balken Ausschnitt: 20 μm

Schlussfolgerung

Bei der Umfangsvermehrung im Musculus interosseus medius des Pferdes

handelte es sich um einen Mastzelltumor. Diese Tumore sollten als seltene

Differenzialdiagnose bei einer Lahmheit berücksichtigt werden. Ein

Zusammenhang mit dem B-Zell-Lymphom der Milz ist unwahrscheinlich.

Literatur

1. Altera, K. and L. Clark, Equine cutaneous mastocytosis. Pathologia veterinaria, 1970. 7(1): p.

43-55.

2. Mair, T. and C. Krudewig, Mast cell tumours (mastocytosis) in the horse: A review of the

literature and report of 11 cases. Equine Veterinary Education, 2008. 20(4): p. 177-182.

3. Leadbeater, J., S. Gutierrez-Nibeyro, and J. Brown, Mastocytoma in the common carpal

sheath of the digital flexor tendons of a horse. Australian Veterinary Journal, 2010. 88(1-2): p.

20-24.

Danksagung

Wir bedanken uns bei Julia Baskas, Jana-Svea Harre, Dunja Hoffmann, Siegfried Jelitto, Kerstin

Rohn und Caroline Schütz für die exzellente technische Unterstützung.

58

DVG-Forum 01/2022


Charakterisierung der

Epithelzellbarriere bei

der Hundestaupevirusinduzierten

Pneumonie

Pauline Pöpperl. Foto: privat

65. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe Pathologie 2022

Charakterisierung der Epithelzellbarriere bei der

Hundestaupe-induzierten Pneumonie

FACHGRUPPE IM FOKUS

Einleitung: Bei ungeimpften, mit dem kaninen

Staupevirus infizierten Tieren, liegt häufig

eine bronchointerstitielle Pneumonie

vor. Bisher fehlen ein Schema zum Scoring

der Pneumonie und eine detaillierte Beschreibung

der Veränderungen des Epithels.

Material und Methoden: Es wurde Paraffinmaterial

von 38 infizierten Hunden und

sechs Kontrolltieren verwendet. Am histologischen

Schnitt erfolgte die allgemeine

Evaluation anhand eines Scoringschemas.

Die Virusverteilung im Gewebe und die

Veränderungen der verschiedenen Zelltypen

wurden mit verschiedenen immunhistochemischen

Markern und Spezialfärbungen

analysiert.

Bronchien

Bronchiolen

P. Pöpperl 1, 3 , E. Chludzinski 1, 3 , M. Ciurkiewicz 1 , D.-L. Shin 2 , G. Herrler 2 , A. Beineke 1, 3

1 Institut für Pathologie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 2 Institut für Virologie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, 3 Zentrum für Systemische Neurowissenschaften

Hannover

Einleitung

Die bronchointerstitielle Pneumonie stellt bei ungeimpften Hunden eine häufige Manifestation

der Infektion mit dem kaninen Staupevirus (CDV) dar. 1, 2, 3 Das Virus aus der Familie

Paramyxoviridae, Genus Morbillivirus, ist hoch kontagiös und wird von den Tieren über

Aerosole aufgenommen. 1, 2, 3 Nach Infektion von und Replikation in mononukleären Zellen

verbreitet es sich zunächst in allen lymphatischen und hämatopoetischen Geweben des

Körpers. Schließlich, im Rahmen einer zweiten Virämie, werden auch epitheliale Gewebe wie

die Lunge und der Magen-Darm-Trakt infiziert. 2, 3 In-vitro wurde gezeigt, dass das Virus

parazellulär in Immunzellen die Epithelzellen von basolateral infiziert. 4

Während die histologischen Veränderungen in der Lunge gut beschrieben sind, fehlen ein

Schema zur Skalierung der Entzündung ebenso wie eine detaillierte Beschreibung der

Veränderungen der einzelnen Zelltypen der Lunge im Bezug auf die Intaktheit der

Epithelzellbarriere und die Ausbreitung des Virus. Dies ist wichtig für den weiteren Verlauf der

Infektion, die klinische Symptomatik sowie die Virusausscheidung, wie sie für die

Maserninfektion des Menschen bereits hervorgehoben wurde 5, 6 .

Material und Methoden

Es wurde formalinfixiertes, Paraffin-eingebettetes Gewebematerial von 38 natürlich mit CDV

infizierten Hunden und sechs gesunden Tieren als Kontrolle (Gruppe 1) verwendet. Die Tiere

wurden anhand ihrer Staupe-induzierten Kleinhirnveränderungen in folgende Gruppen

eingeteilt: akut (Gruppe 2), subakut (Gruppe 3) und subakut bis chronisch (Gruppe 4). 7

Hämatoxylin-Eosin-Färbung (HE): Die morphologische Evaluation erfolgt mittels HE-

Färbung anhand eines Skalierungsschema: die Veränderungen im Rahmen der

bronchointerstitiellen Pneumonie von Bronchien, Bronchiolen und Alveolarepithel wurden

getrennt voneinander betrachtet. Nekrose und Desquamation des Bronchiolar- und

Bronchialepithels (Abb. 1 A) sowie die Hyperzellularität im Alveolarbereich durch

Pneumozyten-Typ-II-Hyperplasie und interstitielle Pneumonie wurden sowohl in ihrer

Verteilung, als auch in ihrem Schweregrad erfasst. Die für Hundestaupe beschriebenen

Veränderungen in Form von viralen Einschlusskörperchen und Synzytienbildung (Abb. 1 B)

wurden qualitativ (vorhanden/nicht vorhanden) erfasst.

A

*

Abb. 1: HE-Färbung, 40x Vergrößerung; A: Bronchiolus mit Abrundung ( ) und Nekrose ( ) des Epithels,

akut; B: Synzytienbildung ( ) und virale, eosinophile, zytoplasmatische Einschlusskörperchen ( ), subakut

Histochemische und immunhistologische Untersuchung: Die Virusverteilung im Gewebe

sowie die Veränderungen der einzelnen Zelltypen und Strukturen wurden mithilfe

verschiedener immunhistochemischer Marker und einer Spezialfärbung einzeln

hervorgehoben, im Zusammenhang betrachtet und zum Teil quantitativ analysiert. Die

Epithelzellmarker Pan-Zytokeratin (AE13) und E-Cadherin wurden eingesetzt. Die

Perjodsäure–Schiff-Reaktion (PAS) wurde zur Hervorhebung der Becherzellen verwendet.

Befunde

HE: Die für die Hundestaupe beschriebenen Veränderungen der Atemwege lagen in den

Bronchiolen akzentuiert vor. Virale Einschlusskörperchen und Synzytienbildung zeigten sich

vor allem in der akuten und subakuten Gruppe. Die Entzündung zeigte eine generelle

Rückläufigkeit über den Verlauf der Infektion.

PAS-Reaktion: In allen infizierten Gruppen zeigte sich ein signifikanter Verlust von

Becherzellen (Abb. 2).

A

B

C

D

Abb. 2: PAS-Reaktion; A, B (400x): nicht infiziertes Tier; C (200x), D (400x): akut infiziertes Tier; E, F: Kruskal-Wallis-

Test, * = p < 0,05

B

*

E

F

Epithelzellmarker: Die epithelialen Marker E-Cadherin (E-Cad) und Pan-Zytokeratin (ZK) zeigten

im Alveolarbereich eine signifikant erhöhte Immunreaktivität in der akuten und subakuten Gruppe

(Abb. 3 E, G). Die Bronchiolen zeigten einen mittel- bis hochgradigen Epithelverlust in den

veränderten Arealen (Abb. 3 B).

Bronchiolen ZK

Alveolen ZK

Alveolen E-Cad

Abb. 3: A (400x), B (200x): IHC AE13, Bronchiolen; D, E (400x): IHC AE13, Alveolarbereich; F, G (400x): IHC E-

Cadherin, Alveolarbereich; C, H: Kruskal-Wallis-Test, * = p < 0,05

Referenzen

1. Caswell JL, Williams KJ. Chapter 5 - Respiratory System. In: Maxie MG, ed. Jubb, Kennedy & Palmer's Pathology of Domestic Animals: Volume 2 (Sixth Edition). W.B. Saunders; 2016:465-591.e4. 2. Beineke A, Puff C, Seehusen F, Baumgärtner W. Pathogenesis and immunopathology of systemic and nervous canine

distemper. Vet Immunol Immunopathol. Jan 15 2009;127(1-2):1-18. 3. Lempp C, Spitzbarth I, Puff C, et al. New aspects of the pathogenesis of canine distemper leukoencephalitis. Viruses. Jul 2 2014;6(7):2571-601. 4. Shin DL, Chludzinski E, Wu NH, et al. Overcoming the Barrier of the Respiratory Epithelium during Canine

Distemper Virus Infection. mBio. Jan 18 2022;13(1):e0304321. 5. Laksono BM, de Vries RD, McQuaid S, Duprex WP, de Swart RL. Measles Virus Host Invasion and Pathogenesis. Viruses. Jul 28 2016;8(8). 6. Ludlow M, McQuaid S, Milner D, de Swart RL, Duprex WP. Pathological consequences of systemic measles virus

infection. J Pathol. Jan 2015;235(2):253-65. 7. Klemens, J., M. Ciurkiewicz, E. Chludzinski, M. Iseringhausen, D. Klotz, V. M. Pfankuche, R. Ulrich, et al. "Neurotoxic Potential of Reactive Astrocytes in Canine Distemper Demyelinating Leukoencephalitis." [In eng]. Sci Rep 9, no. 1 (Aug 12 2019): 11689. 8. Hogan BL,

Barkauskas CE, Chapman HA, et al. Repair and regeneration of the respiratory system: complexity, plasticity, and mechanisms of lung stem cell function. Cell Stem Cell. Aug 7 2014;15(2):123-38. 9. McElroy MC, Kasper M. The use of alveolar epithelial type I cell-selective markers to investigate lung injury and repair. Eur Respir

J. Oct 2004;24(4):664-73.

A

D

F

Diskussion

Ausblick

E-Cadherin, β-Catenin, Zonaoccludenta-1

(ZO-1)

Wie verhalten sich die Zell-

Zell-Verbindungen als Resistenzmechanismus

der Lunge?

B

E

G

Es zeigen sich über den Verlauf der Infektion transiente reaktive Veränderungen der

verschiedenen Epithelzellpopulationen. Bei akut infizierten Tieren kommt es zu einer

vermehrten Expression epithelialer Marker. Eine genauere Differenzierung der Veränderungen

von Typ-I- und Typ-II-Pneumozyten soll Aufschluss über die Funktionalität des Gasaustausch

durch die verbreiterte Blut-Luft-Schranke und die Regeneration der Zellen in der subakuten

und chronischen Infektionphase geben. Vor allem in den Bronchiolen findet sich ein Verlust

ziliierter Zellen und Becherzellen und es lässt sich auf eine Regeneration des Epithels in der

chronischen Phase schließen. Fraglich ist, ob die Epithelbarriere intakt bleibt und welche Rolle

sie für die weitere Virusverbreitung und Transmission spielt. Für die durch das eng verwandte

Masernvirus ausgelöste Pneumonie des Menschen sind die luftleitenden Wege als Quelle für

weitere Verbreitung des Virus bekannt. 5

Im Bezug auf die Regeneration in der subakuten und chronischen Phase ist eine Betrachtung

der potentiell regenerativ aktiven Zellpopulationen interessant. 7

α-Tubulin

Kommt es zu einer

Deziliation?

Die Autoren danken Julia Baskas, Petra Grünig, Jana-Svea Harre und Caroline Schütz für ihre

exzellente technische Assistenz.

Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt (BE-4200/4-1).

C

H

Zytokeratin 5, p63 8

Kommt es zu einer Epithelregeneration

und welche Rolle spielen dabei

die Basal- und Stammzellen?

Club Cell Protein 10 (CC10)

Tragen Club Cells zur Regeneration

des Bronchiolarepithels bei? 8

Surfactant Protein

C (SFTPC) 5

Spielen Typ-II-Pneumozyten

eine Rolle

bei der Regeneration

im Alveolarbereich?

7

Receptor for advanced

glycation

endproducts

(RAGE),

Aquaporin 5 9 :

In welchem Umfang

ist die Blut-Luft-

Schranke betroffen

(Typ-I-

Pneumozyten)?

Befunde: Bei akut infizierten Tieren

kommt es im Zuge der Pneumozytenhyperplasie

zu einer vermehrten Expression

von Zytokeratin und E-Cadherin. In den

Bronchiolen liegt ein Verlust an ziliierten

Zellen und Becherzellen vor. Diese epithelialen

Veränderungen sind im Verlauf der

Infektion rückläufig.

Schlussfolgerungen: Es kommt zu einer

quantitativ erfassbaren Alveolarepithelhyperplasie

sowie einem Epithelverlust in

den Bronchiolen. Weiterhin sprechen die

Beobachtungen für eine Regeneration des

Epithels in der chronischen Phase. In weiteren

Untersuchungen sollen die hyperplastischen

und regenerativen Veränderungen

in der Lunge infizierter Hunde

genauer charakterisiert werden.

Pauline Pöpperl 1

Elisa Chludzinski 1

Malgorzata Ciurkiewicz 1

Dai-Lun Shin 2

Georg Herrler 2

Andreas Beineke 1

1 Institut für Pathologie, Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover

2 Institut für Virologie, Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover

DVG-Forum 01/2022 59


STIFTUNGEN UND PREISE

Martin-Lerche-Wissenschaftspreis 2022

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt. Foto: privat

Mit dem Martin-Lerche-Wissenschaftspreis

der Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft werden Personen für

ihre wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet,

die spezifische Bereiche der Veterinärmedizin

nachhaltig geprägt haben. In diesem

Jahr erhält Prof. Dr. Dr. h.c. mult

Hartwig Bostedt (Gießen) den Preis.

Hartwig Bostedt wurde 1938 in Leipzig

geboren. Nach dem Abitur und einer Lehre

als Landwirtschaftsgehilfe im Hauptund

Landgestüt Neustadt a. d. Dosse übersiedelte

er aus der damaligen DDR in die

Bundesrepublik. Von 1958 bis 1963 studierte

er an der Ludwig-Maximilians-Universität

in München Veterinärmedizin und

wurde 1964 mit dem Thema „Die Uterusmotilität

bei Pyometra und Endometritis

der Hunde und Katzen“ unter der Betreuung

von Prof. Dr. Dr. h. c. Walter Baier promoviert.

1972 folgte die Habilitation mit

der Schrift „Einfluss der normalen und gestörten

Geburt auf klinisch-chemische

Blutparameter bei Rind und Schaf“. Nach

weiteren Jahren in München, einem Aufenthalt

an der Fortpflanzungsklinik der

Universität Gent (Belgien) und einem Ruf

an die Freie Universität Berlin, den er ablehnte,

nahm Hartwig Bostedt den Ruf auf

die Professur für „Physiologie und Pathologie

der Fortpflanzung“ an der damaligen

Ambulatorischen und Geburtshilflichen

Veterinärklinik am Fachbereich Veterinärmedizin

der Justus-Liebig-Universität in

Gießen 1979 an. Dort blieb er bis zu seiner

Emeritierung im Jahr 2003. Da ein Nachfolger

zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefunden

war, nahm er die Klinikleitung bis

2007 in eigener Vertretung wahr. Auch

nach dem Ausscheiden aus dem aktiven

Berufsleben hat er seine Forschungstätigkeit

nicht eingestellt, sondern erfolgreich

aktiv Drittmittel eingeworben.

Mehr als 500 Veröffentlichungen in anerkannten

veterinärmedizinischen wissenschaftlichen

Zeitschriften, die Herausgabe

mehrerer Fachbücher, etwa 100 von ihm betreute

Dissertationen und mehrere unter

seiner Förderung und Unterstützung abgeschlossene

Habilitationen sowie unzählige

Vorträge in der Fort- und Weiterbildung

für Tiermediziner und auf Veranstaltungen

für praktizierende Kolleginnen und Kollegen

kennzeichnen das umfangreiche wissenschaftliche

Werk von Prof. Bostedt und

sein Bestreben, neueste wissenschaftliche

Erkenntnisse für die Praxis zugänglich zu

machen. Dabei wurden entsprechend seines

wissenschaftlichen Tätigkeitsfeldes als

klinischer Reproduktionsmediziner Fragestellungen,

die alle relevanten Haussäugetiere

betreffen, bearbeitet. Die Bedeutung

vieler seiner frühen Arbeiten sind erst Jahrzehnte

später auf internationaler Ebene

„entdeckt worden", wie die Stoffwechselbelastung

während der Spätgravidität, die

Elektrolythomöostasestörungen im peripartalen

Zeitraum beim Rind und die Blutgasmessung

beim Neonaten.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt

hat der wissenschaftlichen Versuchung

widerstanden, als es modern wurde, das

Einzeltier aus dem Fokus zu verlieren und

als Maxime der Tiergesundheit nur noch

die Leistungsfähigkeit der Herde im Rahmen

der Forschung im Nutztierbereich zu

definieren, seine Forschungsarbeiten entsprechend

auszurichten. Die Rückbesinnung

auf die Bedeutung der exakten Diagnostik

auch in großen Herden in Zeiten

von Antibiotikaresistenzen und einer stärkeren

Beachtung von Tierwohl haben ihm

Recht gegeben.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt

hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Mehrfach wurde ihm der „Doctor honoris

causa“ verliehen. Er hat in vielen Gremien

mitgearbeitet und wurde 1999 in die Deutsche

Akademie der Naturforscher Leopoldina

aufgenommen.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig Bostedt

hat mit seinem wissenschaftlichen Gesamtwerk

das Fachgebiet der klinischen

Reproduktionsmedizin in Deutschland

nachhaltig geprägt. Dies ist ihm nicht nur

durch seine eigenen Forschungsarbeiten

gelungen, sondern auch in verschiedenen

Funktionen der Wissenschaftsbürokratie

und der Förderung des wissenschaftlichen

Nachwuchses. Sein wissenschaftlicher

Werdegang und das wissenschaftliche Lebenswerk

machen ihn zu einem würdigen

Träger des Martin-Lerche-Wissenschaftspreises.

Der Martin-Lerche-Wissenschaftspreis

geht auf Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Martin Lerche

(1892 – 1980) zurück, Mitbegründer und

erster gewählter Vorsitzender der DVG, der

sich insbesondere mit der Problematik der

Zoonosen und ihren lebensmittelhygienischen

Aspekten beschäftigt hat und als

Begründer der Lebensmittelhygiene als

einer eigenständigen Wissenschaft gilt.

Die Verleihung findet anlässlich der Eröffnungsfeier

des DVG-Vet-Congresses am

13.10.2022 im Estrel Congress Center in Berlin

statt.

60

DVG-Forum 01/2022


Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler

Dr. Jakob Trimpert. Foto: privat

STIFTUNGEN UND PREISE

Mit dem Anton-Mayr-Preis 2022 wird Dr.

Jakob Trimpert (Institut für Virologie, Freie

Universität Berlin), ausgezeichnet.

Jakob Trimpert, Jahrgang 1986, hat von

2006 bis 2013 Veterinärmedizin an der

Freien Universität Berlin studiert. 2018

wurde er mit der Arbeit „The role of DNA

polymerase fidelity on genetic variation

and pathogenicity of Marek’s disease virus”

unter der Betreuung von Prof. Dr.

Klaus Osterrieder promoviert

Bereits im Rahmen seiner mit „summa

cum laude“ abgeschlossenen und mit dem

Ernst-Reuter-Preis für herausragende Dissertationen

ausgezeichneten Doktorarbeit

hat Dr. Trimpert Maßstäbe in Sachen Innovation,

Qualität und Ausdauer gesetzt. Seine

Forschung richtet sich einerseits auf

den Zusammenhang von genetischer Variabilität

und Pathogenese von Herpesviren

(insbesondere des Virus der Marekschen

Krankheit, MDV), andererseits hat

Dr. Trimpert sich seit Beginn der Pandemie

um die Etablierung von COVID-19-Tiermodellen

sowie die Entwicklung und Testung

von SARS-CoV-2-Impfstoffen und COVID-

19-Therapeutika in Tiermodellen überaus

verdient gemacht. Seine Arbeiten mit Bezug

zu MDV, seine Beschreibung eines der

ersten Modelle für schweres COVID-19 und

eine umfassende Charakterisierung des

COVID-19 Goldhamstermodells sowie seine

Forschungen an Impfstoffen gegen

SARS-CoV-2 und an COVID-19-Therapien

wurden in renommierten Zeitschriften mit

hohem Impact Factor veröffentlicht. Durch

seine herausragenden Forschungsleistungen

und umfassenden Kollaborationen ist

Dr. Trimpert in kurzer Zeit zu einem wesentlichen

Leistungsträger der deutschen

SARS-CoV-2 Forschung geworden.

Nicht nur als Leiter des BSL-3 Labors

der Freien Universität Berlin, sondern auch

als Leiter des DVG-Konsiliarlabors für Equine

Herpesviren leistet Dr. Trimpert jeden

Tag wesentliche Beiträge zur Erforschung

und Diagnostik von Viruserkrankungen

bei Mensch und Tier. Seine Forschung

spannt dabei Brücken von komplexer organischer

Chemie über die Virologie hin

zur Human- und Veterinärmedizin, sie

zeichnet sich somit insbesondere durch

ein Höchstmaß an interdisziplinärer Kooperation

aus.

Dr. Jakob Trimpert ist ein sich durch herausragende

Leistungen auszeichnender,

außerordentlich talentierter und erfolgreicher

junger Tierarzt und Wissenschaftler.

Der Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler

ist mit 2.500 Euro dotiert.

Mit diesem Preis will die DVG Wissenschaftler

bis zu einem Alter von 40 Jahren auszeichnen,

deren Publikationen sie als hochqualifizierten

wissenschaftlichen Nachwuchs

ausweisen. Bis zum März 2015 wurde

der Preis als „Preis der DVG zur Förderung

von Nachwuchswissenschaftlern“ bezeichnet.

Zum Andenken an Prof. Dr. Dr. h.c. mult.

Anton Mayr (1922 – 2014), einen leidenschaftlichen

und begnadeten Wissenschaftler

und Hochschullehrer, dem die Förderung

des wissenschaftlichen Nachwuchses ein

besonderes Anliegen war, wurde der Preis

2015 in „Anton-Mayr-Preis“ umbenannt. Anton

Mayr war von 1969 bis 1989 Vorsitzender

der DVG, seitdem Ehrenvorsitzender. Er

hat die DVG entscheidend geprägt.

Die Verleihung findet anlässlich der Eröffnungsfeier

des DVG-Vet-Congresses am

13.10.2022 im Estrel Congress Center in Berlin

statt.

Preis der Dres. Jutta & Georg Bruns-Stiftung für innovative Veterinärmedizin 2023

Für die Auszeichnung herausragender Wissenschaft

hat die Dres. Jutta & Georg

Bruns-Stiftung für innovative Veterinärmedizin

einen Preis zur jährlichen Vergabe

ausgelobt.

Der mit 3000,– Euro dotierte Preis

dient der Förderung und Auszeichnung

von vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlerinnen

und Nachwuchswissenschaftlern.

Er wird im Rahmen einer öffentlichen

Veranstaltung verliehen.

Um Benennung geeigneter Kandidatinnen

und Kandidaten wird bis zum

01.08.2022

gebeten.

Die entsprechenden Unterlagen einschließlich

wissenschaftlichem Lebenslauf

und eine Würdigung der bisher erbrachten

Leistungen sind durch die Vorschlagende/den

Vorschlagenden zu

senden an (bitte bevorzugt als pdf-Datei

per E-Mail):

Deutsche Veterinärmedizinische

Gesellschaft DVG e. V.

An der Alten Post 2

D-35390 Gießen

E-Mail: stiftungen@dvg.de

Hinweise zur Stiftung und zum Datenschutz

finden Sie unter:

https://www.dvg.net/ueber-uns/​

stiftungen/bruns-stiftung/

DVG-Forum 01/2022 61


STIFTUNGEN UND PREISE

Preis der Annelise-und-Curt-Höhner-Stiftung

Luca Bertzbach, PhD. Foto: privat

Den Preis der Annelise-und-Curt-Höhner-

Stiftung 2022 erhält Luca Bertzbach, PhD

(Leibniz Institut für Experimentelle Virologie,

Hamburg).

Luca Bertzbach, Jahrgang 1984, hat von

2008 bis 2014 Veterinärmedizin an der

Freien Universität Berlin studiert. Seine

mit summa cum laude bewertete PhD-Arbeit

trägt den Titel: „Marek’s disease virushost

interplay: novel insights into lymphocyte

infections of an oncogenic avian herpesvirus”.

Mit seinen Arbeiten zur Rolle

von B-Zellen in der Pathogenese des onkogenen

aviären Alphaherpesvirus‘ MDV (Virus

der Marek’schen Krankheit) hat er

einen fundamentalen Beitrag zum Verständnis

des MDV-Replikationszyklus im

Wirt geleistet. Diese Arbeit wurde in dem

angesehenen Journal Proceedings of the

National Academy of Sciences USA publiziert

und mit dem Promovendenpreis der

Deutschen Gesellschaft für Virologie ausgezeichnet.

Des Weiteren befasste sich

Herr Bertzbach mit den diversen Mechanismen,

die zur MDV-Pathogenese beitragen.

Daraus resultierend publizierte er 26

weitere Manuskripte zu MDV und anderen

aviären Viren als Erst- (8) und Co-Autor (18)

in renommierten Journalen. Dabei hat Herr

Bertzbach erfolgreich u. a. das Transkriptom

und Proteom in den primären Zielzellen

von MDV untersucht, an grundlegenden

Mechanismen der Tumorentstehung

geforscht und entscheidend zur Entwicklung

antiviraler Therapien auf der Basis

von Artemisinin beigetragen. Darüber hinaus

sind auch seine aktuellen Arbeiten

zu neuen Therapie- und Prophylaxemöglichkeiten

von SARS-CoV-2 sowie zu Stateof-the-Art

COVID-19-Tiermodellen hervorzuheben.

Dr. Annelise Höhner (1904–1983) war

eine in der Standespolitik hoch engagierte

Kollegin, die der DVG Geldmittel vermacht

hat mit der Maßgabe, eine Stiftung

zu gründen und besondere wissenschaftliche

Leistungen in der veterinärmedizinischen

Forschung auszuzeichnen. Die Stiftung

trägt ihren und den Namen ihres Ehemannes.

Die Verleihung findet anlässlich der Eröffnungsfeier

des DVG-Vet-Congresses am

13.10.2022 im Estrel Congress Center in Berlin

statt.

Preis der Ursula und Heinz-Georg Klös-Stiftung

Dr. Marco Roller. Foto: privat

Mit dem Preis der Ursula und Heinz-Georg

Klös-Stiftung wird in diesem Jahr Dr. Marco

Roller (Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe)

ausgezeichnet.

Marco Roller, Jahrgang 1989, absolvierte

sein Studium der Veterinärmedizin von

2010 bis 2016 an der Stiftung Tierärztliche

Hochschule Hannover und war im Anschluss

am Institut für Terrestrische und

Aquatische Wildtierforschung, Büsum, sowie

in mehreren zoologischen Gärten tätig.

Herr Roller ist ein hochengagierter Zootierarzt,

der eine exzellente Dissertation

mit dem Titel „Vorkommen und Bedeutung

von Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis

Infektionen in zoologischen Gärten:

Literaturübersicht und Untersuchun-

gen im Zoologisch-Botanischen Garten

Wilhelma“ mit sehr großem Engagement

und herausragendem Erfolg angefertigt

hat. In der Arbeit findet sich eine Übersichtsarbeit

und eine experimentelle

Arbeit; beide geben sehr wichtige Erkenntnisse

zur Epidemiologie, Diagnostik und

dem Management von Mycobacterium avium

subsp. paratuberculosis (MAP) in zoologischen

Gärten. Die Arbeiten sind in hoch

anerkannten internationalen wissenschaftlichen

Zeitschriften publiziert worden.

Für seine Dissertation hat Herr Roller

eine einzigartige Literaturstudie zusammengestellt,

in der er MAP-Infektionen und

die daraus resultierenden Erkrankungen

bei Zootieren mit einheitlicher Terminolo-

62

DVG-Forum 01/2022


STIFTUNGEN UND PREISE

gie und Falldefinitionen identifiziert, anfällige

Tierfamilien aufführt und kategorisiert

und Handlungsempfehlungen für

Zoos gibt. Diese im letzten Jahr in der Zeitschrift

„Frontiers in Veterinary Science" publizierte

Studie erfreut sich großen nationalen

und internationalen Interesses. Bemerkenswert

ist, wie sich Herr Roller auch

nach Abschluss der Dissertation für Infektionskrankheiten

und ihre Relevanz sowie

ihre Überwachung und die Organisation

der Überwachung engagiert, um Infektionsgeschehen

und resultierende Probleme

in Zoos zu lösen. So befindet sich eine

weiterführende, zooübergreifende Studie

in Kooperation mit dem Friedrich-Loeffler-

Institut zur Fortführung des experimentellen

Teils seines Dissertationsthemas in

Vorbereitung. Das große wissenschaftliche

Interesse von Herrn Roller zeigt sich zudem

durch acht weitere unabhängig von der

Doktorarbeit publizierte oder zur Publikation

eingereichte peer-reviewed Arbeiten,

sowie acht weitere Publikationen in Form

von Reports, Vorträgen oder Postern auf

nationalen und internationalen Fachtagungen,

die das gesamte Feld der Zootiermedizin

umfassen.

Der mit 500 Euro dotierte Preis geht

auf den Veterinärmediziner und ehemaligen

Direktor des Zoologischen Gartens in

Berlin, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heinz-Georg

Klös (1926 – 2914), und dessen Frau Ursula

zurück, deren Ansinnen es war, die Forschung

auf dem Gebiet der Zoo- und Wildtierkrankheiten

zu unterstützen. Der Preis

wird insbesondere an Tierärztinnen und

Tierärzte verliehen, die jünger als 30 Jahre

sind und im Bereich Zootier-, Wildtier- und

Exotenkrankheiten forschen.

Die Verleihung findet anlässlich der Eröffnungsfeier

des DVG-Vet-Congresses am

13.10.2022 im Estrel Congress Center in Berlin

statt.

Richard-Völker-Medaille 2022 für Dr. Jan-Gerd Kresken und Prof. Dr. Jörg Steiner

In diesem Jahr werden zwei Kollegen mit

der Richard-Völker-Medaille der Deutschen

Gesellschaft für Kleintiermedizin

(DGK-DVG) ausgezeichnet, die sich in besonderer

Weise um die Kleintiermedizin

verdient gemacht haben: Dr. Jan-Gerd

Kresken (Duisburg) und Prof. Dr. Jörg Steiner

(College Station, USA). Die Verleihung

findet am 13.10.2022 im Rahmen des 68.

Jahreskongresses der DGK-DVG in Berlin

statt.

Dr. Jan-Gerd Kresken. Foto: privat

Dr. Jan-Gerd Kresken

Jan-Gerd Kresken wurde am 13.02.1964 in

Stadtlohn, Westfalen, geboren und hat von

1983 bis 1989 an der Tierärztlichen Hochschule

in Hannover (TiHo) und der University

of Sydney, Australien, Veterinärmedizin

studiert. Die tierärztliche Approbation erhielt

er 1989. Nach dem Studium arbeitete

er als Doktorand in der Kleintierklinik und

als wissenschaftliche Hilfskraft im Anatomischen

Institut der TiHo. Seine Doktorarbeit

„Zur Ultraschalluntersuchung des

Hüftgelenks beim Hundewelpen“ fertigte

er unter Betreuung von Prof. Dr. Roberto

Köstlin (zunächst TiHo, dann Ludwig-Maximilians-Universität

München) an und promovierte

1991 an der LMU München. Nach

seiner Mitarbeit in der Tierklinik Kleve

(1991 – 1992) wechselte er 1992 in die Tierärztliche

Klinik am Kaiserberg, wo er ab 2000

Oberarzt wurde. Seit 2006 ist er Mitinhaber

dieser Klinik. Dr. Kresken ist Fachtierarzt für

Kleintiere (1995), mit den Zusatzbezeichnungen

Röntgenologie und Sonographie

(2000) sowie Kardiologie (2002) jeweils mit

Weiterbildungsermächtigung.

Jan-Gerd Kresken erkannte schon früh

das Potential der Ultraschalluntersuchung.

Zu dieser Zeit gab es nur wenige

Kollegen mit fundierter Erfahrung im Bereich

der Echokardiographie; kardiologische

Fortbildungen wurden noch nicht angeboten.

Jedoch wurden immer mehr

Organsysteme sonographisch entdeckt.

Frau Prof. Dr. Cordula Poulsen-Nautrup war

hier für ihn die treibende Kraft. Aus einer

ihrer Projektgruppen heraus entwickelte

Kresken zusammen mit weiteren Kollegen

(Ralf Tobias, Martin Kramer, Martin Gerwing)

die ersten Ultraschallseminare im

Rahmen der postuniversitären Fortbildung

für Tierärzte und bot sie auf Kongressen

an.

Der Einzug der Ultraschalluntersuchung

in die tierärztlichen Praxen als wichtiges

Diagnosetool war nicht mehr aufzuhalten;

geprägt und begleitet wurde diese

Entwicklung von Dr. Jan-Gerd Kresken, der

mit etwa 180 Seminaren und über 500 Vorträgen

auch dem wachsenden Bedarf an

Fortbildungsveranstaltungen entgegenkam.

Er hat zudem 30 wissenschaftliche

Publikationen in nationalen und internationalen

Fachmagazinen sowie zahlreiche

Buchbeiträge verfasst.

Dr. Kresken war 1995 Gründungsmitglied

der Arbeitsgruppe Kardiologie der

DGK-DVG, und um auch angeborene Herz-

DVG-Forum 01/2022 63


STIFTUNGEN UND PREISE

erkrankungen beim Hund mittels Echokardiographie

darzustellen, einheitliche

Untersuchungsmethoden und eine Qualitätssicherung

in der Veterinärkardiologie

zu etablieren, gründete er mit weiteren

Kollegen 2003 das Collegium Cardiologicum

e. V.

Seitdem ist Dr. Kresken mit den Belangen

der zuchtrelevanten Herzerkrankungen

befasst, berät Hundezüchter und -vereine,

fördert die Ausbildung junger Kollegen

und akquiriert Fördermittel, mit denen

Dissertationsvorhaben unterstützt werden.

Prof. Dr. Jörg Steiner

Jörg Steiner wurde am 06.11.1965 in Öhringen

geboren und hat von 1986 bis 1992 an

der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)

in München und der Kansas State University

in Manhattan Veterinärmedizin studiert.

Nach dem Studium absolvierte er ein

Internship in Kleintiermedizin an der University

of Pennsylvania in Philadelphia, gefolgt

von einer Residency in Innerer Kleintiermedizin

an der Purdue University in

West Lafayette, Indiana. Während dieser

Zeit fertigte er auch seine Doktorarbeit

über das Trypsin der Katze an, die er über

Prof. Dr. H. Petry an der LMU einreichte. Im

Jahr 1996 erlangte er den Diplomate Status

des American College of Veterinary Internal

Medicine und des European College of

Veterinary Internal Medicine. 1997 wechselte

er an die Texas A&M University in College

Station, Texas, wo er ein PhD zum Thema

„Canine Digestive Lipases“ abschloss.

Seit 2000 ist er Professor für Innere Kleintiermedizin

an der Texas A&M University,

Prof. Dr. Jörg Steiner. Foto: privat

seit 2005 auch Direktor des Gastrointestinallabors.

Seit 2016 hat Jörg Steiner den Dr.

Mark Morris Chair für Small Animal Gastroenterology

and Nutrition inne, seit 2019 ist

er Distinguished University Professor und

seit 2021 Regent’s Professor des Texas A&M

University Systemverbunds.

Das Forschungsgebiet von Herrn Prof.

Dr. Steiner ist die Pankreatologie, Gastroenterologie

und Hepatologie bei Hund und

Katze, aber auch vergleichend. Er hat bei

über 370 Artikeln als Autor oder Co-Autor

mitgewirkt, war der alleinige Herausgeber

eines Lehrbuches in der Kleintiergastroenterologie

(Schlütersche Fachmedien GmbH)

und hat über 100 weitere Buchkapitel für

deutsch- und englischsprachige Lehrbücher

verfasst.

Jörg Steiner hat über die Jahre viele

Nachwuchswissenschaftler betreut, sowohl

Doktoranden (in Deutschland wurden

die Arbeiten unter anderem an der

TiHo Hannover, der LMU München und der

FU Berlin eingereicht), als auch PhD-Studenten

sowie klinische Interns und Residents.

Er ist weltweit ein sehr gerne eingeladener

Referent und hat daher international

mehrere Hundert Vorträge gehalten.

Prof. Dr. Jörg Steiner blieb auch immer

in Deutschland aktiv – er hat über die Jahre

viele Kollaborationsprojekte mit tiermedizinischen

und humanmedizinischen

Wissenschaftlern in Deutschland durchgeführt.

Seit 2014 wirkt er am Klinikum

rechts der Isar der Technischen Universität

in München als Gastwissenschaftler. Er

hat über die Jahre auch mehrere ehrenamtliche

Ämter bekleidet, zuletzt als Präsident

von Small Animal Internal Medicine

des American College of Veterinary Internal

Medicine (ACVIM) und seit Beginn

2022 als President-Elect von ACVIM.

Wir gratulieren Herrn Dr. Jan-Gerd

Kresken und Herrn Prof. Dr. Jörg Steiner zu

dieser Ehrung und danken ihnen im Namen

der DGK-DVG und der Tierärzteschaft

für ihre Tätigkeit speziell für die Kleintiermedizin.

Der Richard-Völker-Medaillen-Vergabeausschuss

Dr. Klaus-Peter Vick (Vorsitzender)

Prof. Dr. Ulrike Matis

Dr. Friedrich Röcken

Der Präsident der DGK-DVG

Prof. Dr. Andreas Moritz

64

DVG-Forum 01/2022


Neue DVG-Mitarbeiterin

In der DVG-Geschäftsstelle steht eine Veränderung

an: Bei Katharina Kleber, seit

2019 Mitglied im DVG-Team, beginnt im

August die Mutterschutzfrist mit Elternzeit

im Anschluss. Während dieser Zeit

wird die Tierärztin Carolin Zimolong das

Team verstärken. Frau Zimolong hat in

Gießen studiert und war danach in verschiedenen

Kliniken und Praxen für Kleintiere

als Assistentin tätig. Sie ist Gründungsmitglied

der AG Kleinsäuger der

DGK-DVG.

Das DVG-Team freut sich auf die Zusammenarbeit!

NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE

Verstärkt das DVG-Team: Carolin Zimolong.

Foto: privat

Benjamin Rink vom DVG-Team am Stand auf der Equitana in Essen. Foto: DVG

DVG on tour

Durch die gelockerten Corona-Regelungen finden wieder mehr Präsenzveranstaltungen

statt. Und so ist auch das DVG-Team wieder unterwegs, um auf den Veranstaltungen

anderer Anbieter über die DVG und ihre Tagungen zu informieren – am 8. und 9. April

z. B. auf der Equitana in Essen.

Die DVG wird auch in der Industrieausstellung auf dem Leipziger Tierärztekongress

(7. bis 9. Juli 2022) mit einem Stand vertreten sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch an

unserem Stand Nr. I28 in Halle 2!

Werde Schnuppermitglied!

Studierende und Doktoranden/innen können für 25,00 € im Jahr Schnuppermitglied

in der DVG werden. Das hat viele Vorteile.

DVG-Mitglieder erhalten u. a.:

• Ermäßigungen bei Tagungen, Fortbildungen und Kongressen der DVG und ATF

• Preisnachlass bei Publikationen des DVG- Verlags sowie bei weiteren Publikationen

• günstige Abos für die Zeitschriften „Kleintierpraxis“ und „Tierärztliche Praxis“

Weitere Infos: www.dvg.de

Oder fragen Sie uns: Tel.: 0641 9844460, info@dvg.de

Foto: Svetlana Sultanaeva, istockphoto.com

DVG-Forum 01/2022 65


STIFTUNGEN UND PREISE

Was die DVG ihren Mitgliedern bietet – Vorteile einer DVG-Mitgliedschaft

• Ermäßigung bei Tagungen, Fortbildungen

und Kongressen der DVG und ATF

• Ermäßigung bei internationalen Kongressen

von Veranstaltern, bei denen

die DVG Mitglied ist

• Betriebshaftpflichtversicherung über

https://main-finanz.de/dvg/

• 20 Prozent Preisnachlass bei allen im

DVG-Verlag erschienenen Publikationen

(excl. Blauer Hund und Online Marketing

Guide)

• Ein Jahr kostenfreier Bezug der „Kleintierpraxis“

für Neu-Mitglieder, danach

25 Prozent Rabatt (Rabatt gilt auch,

wenn schon ein Abonnement besteht)

• 30 Prozent Rabatt auf die „Tierärztliche

Praxis“ (offizielles Organ der DVG-Fachgruppen

InnLab, Pathologie, Anästhesie,

kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel,

Bienen sowie Zier-, Zoo- und

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische,

erscheint sechsmal jährlich)

• Preisnachlass für Publikationen des

Bundesverbandes für fachgerechten

Natur- und Artenschutz e. V. (BNA)

DVG-Mitgliederzeitschrift „Forum“

zweimal jährlich

• Kostenlose Zusendung von Programmheften

Jährliche Mitgliedsbeiträge

• Regulärer Beitrag: 120 Euro

• Schnuppermitgliedschaft für Studierende

und DoktorandInnen: 25,00 Euro

• Ermäßigter Beitrag für TierärztInnen in

Elternzeit, Arbeitslose: 30,00 Euro

• KollegInnen in Rente oder Pension: auf

Antrag Ermäßigung auf 30,00 Euro

Haben Sie Interesse an einer Mitgliedschaft?

Alle Informationen sowie ein Online-Aufnahmeformular

finden Sie unter:

www.dvg.de q Mitgliedschaft

In eigener Sache – Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

um Ihnen Informationen über anstehende

Tagungen, günstige Frühbucherrabatte,

Deadlines für Abstract-Einreichungen

oder Bewerbungen für Preise sowie derzeit

aktuelle Meldungen in Zeiten von Corona

schnell und kostengünstig zukommen

lassen zu können, nutzen wir die Zusendung

per E-Mail.

• Dafür benötigen wir Ihre aktuelle E-Mail-

Adresse. Bitte teilen Sie uns Ihre E-Mail

mit, falls Sie noch keine DVG-Mails erhalten.

• Sie erhalten nur Meldungen, welche die

von Ihnen gewählten Fachgruppen betreffen

und die daher für Sie auch relevant

sind.

• Falls Sie früher E-Mail-Nachrichten von

der DVG bekommen haben, diese jetzt

aber vermissen, schauen Sie bitte im

Spam- Ordner nach.

• Falls sich Ihre Adresse geändert hat, teilen

Sie uns dies bitte mit (auch Änderungen

der postalischen Adresse).

Selbstverständlich halten wir alle gesetzlichen

Datenschutzbestimmungen ein

und geben die Adressen nicht an Dritte

weiter.

Wir freuen uns über Mitteilungen an:

E-Mail: info@dvg.de

Telefon: 0641 9844460

Vielen Dank!

Ihr Team von der DVG-Geschäftsstelle

Foto: Markus Winkler, pixabay.com

66

DVG-Forum 01/2022


PERSONEN

Prof. Dr. Jürgen Zentek Vorsitzender des Fakultätentags

Am 27.04.2022 ist Prof. Dr. Jürgen Zentek

(Berlin) erneut zum Vorsitzenden des Veterinärmedizinischen

Fakultätentages gewählt

worden. Die Amtsperiode beginnt

am 01.07.2022 und endet am 30.06.2025.

Aufgaben des Fakultätentags sind die Definition

einheitlicher Studienziele und die

ständige Optimierung des veterinärmedizinischen

Studiums. Mitglieder sind alle

deutschsprachigen tierärztlichen Bildungsstätten

aus Deutschland, Österreich

und der Schweiz. Im Verbund mit dem allgemeinen

Fakultätentag ist es Ziel des Veterinärmedizinischen

Fakultätentags, die

akademische Freiheit zu sichern, Bürokratie

abzubauen und die Attraktivität der

Laufbahn einer Hochschullehrerin bzw.

eines Hochschullehrers zu steigern. Der

Fakultätentag tagt mindestens einmal

jährlich und kann für besondere Aufgaben

Arbeitsgruppen einsetzen. Die Mitarbeit

der im Fakultätentag vertretenen Studierenden

ist bei allen Beratungen und Beschlussfassungen

ein wesentliches Element.

Er vertritt seine Interessen und die

seiner Mitglieder durch Mitarbeit in nationalen

und internationalen Gremien und

Ausschüssen.

Prof. Dr. Jürgen Zentek. Foto: privat

Prof. Dr. Andrea Tipold seit 20 Jahren im Amt

Prof. Dr. Andrea Tipold. Bild: privat

Seit zwei Jahrzehnten prägt und gestaltet

Professorin Dr. Andrea Tipold als Vizepräsidentin

für Lehre die tiermedizinische

Ausbildung.

Zusätzlich zu ihren Aufgaben als Professorin

für Neurologie in der Klinik für Kleintiere

der Stiftung Tierärztliche Hochschule

Hannover (TiHo) engagiert sich Professorin

Dr. Andrea Tipold für die tiermedizinische

Ausbildung. Kürzlich bestätigte der Senat

der TiHo sie ein weiteres Mal in ihrem Amt

als Vizepräsidentin für Lehre. Zum 1. April

2022 startete sie in ihre elfte Amtszeit. Die

Dauer einer Amtszeit beträgt zwei Jahre.

In den zurückliegenden Jahren hat Tipold

die tiermedizinische Ausbildung an

der TiHo und in ganz Deutschland entscheidend

geprägt. An der TiHo brachte sie

in ihren bisherigen Amtszeiten zahlreiche

positive Entwicklungen auf den Weg und

begleitete sie fachlich. Dazu zählen zum

Beispiel der Aufbau eines Trainingslabors

mit unterschiedlichen Modellen und Simulatoren

für Tiermedizinstudierende (Clinical

Skills Lab) an der TiHo, die sehr erfolgreiche

Begutachtung der TiHo durch die

European Association of Establishments

for Veterinary Education (EAEVE), die Einführung

des Praktischen Jahres, die Weiterentwicklung

der aktuellen tierärztlichen

Approbationsordnung, die Implementie-

rung von elektronischen Lehr- und Prüfungsmethoden

in die Lehre oder auch die

tiermedizinische Ausbildungsforschung.

In den vergangenen zwei Jahren setzte sie

sich zudem dafür ein, den Studierenden

trotz der Corona-Pandemie zu ermöglichen

ihr Studium möglichst ohne Nachteile fortzusetzen.

Ihre Tätigkeit als Vizepräsidentin

für Lehre bringt eine sehr umfassende Gremienarbeit

mit sich. Trotzdem ist Tipold

gleichzeitig eine sehr erfolgreiche Forscherin.

Sie veröffentlichte über 280 wissenschaftliche

Publikationen zur Pathogenese,

Diagnose, Behandlung und Kontrolle

verschiedener neurologischer Erkrankungen.

Außerdem bildete sie im Laufe ihrer

herausragenden Karriere zahlreiche Veterinärneurologen,

Assistenzärzte und Promotionsstudierende

aus und unterrichtete

mehrere tausend Tiermedizinstudierende.

Auf den Tagungen der DVG ist Prof. Dr.

Andrea Tipold eine geschätzte Referentin.

Zudem engagiert sie sich in der Fachgruppe

Didaktik und Kommunikation.

DVG-Forum 01/2022 67


PERSONEN

Internationale Ehrung für Prof. Volk

Prof. Dr. Holger Volk. Foto: Richard Addison

Das Royal College of Veterinary Surgeons

(RCVS) ist das britische Pendant zur deutschen

Bundestierärztekammer. Jedes Jahr

ehrt die Organisation herausragende Persönlichkeiten

der Tiermedizin. Prof. Dr.

Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere

der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

(TiHo), erhält vom RCVS für seine herausragenden

Leistungen den RCVS International

Award 2022. Die Auszeichnung

wird er auf der Jahresversammlung des

RCVS am Freitag, den 8. Juli 2022 in London

erhalten.

Prof. Richard Meeson, Leiter der orthopädischen

Chirurgie am Royal Veterinary

College, hat Volk nominiert. Er sagt: „Durch

seine Fähigkeit, die Kluft zwischen Grundlagenforschung

und klinischer Wissenschaft

zu überbrücken, hat er für die Gesellschaft,

den Tierschutz und die klinische

Praxis außerordentlich viel bewirkt. Besonders

das Gebiet der Neurologie und Neurochirurgie

hat er prägend beeinflusst. Seine

Arbeitsgruppe war zudem die erste, die den

Nachweis veröffentlichte, dass Spürhunde

am Geruch unterscheiden können, ob eine

Person mit SARS-CoV-2 infiziert ist oder

nicht. Diese Arbeiten verfolgt er derzeit gemeinsam

mit der Weltgesundheitsorganisation

weiter, um die Möglichkeit, Spürhunde

im Kampf gegen Infektionskrankheiten

einzusetzen, zu evaluieren.“

Außerdem beschreibt er Volk als hervorragende

Führungspersönlichkeit, Mentor

und Förderer, der gleichzeitig ein bodenständiger

und nahbarer Teamplayer ist.

Mit der Auszeichnung würdigt das

RCVS international tätige Tierärztinnen

und Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte

und auch fachfremde Personen, die

einen herausragenden Beitrag zur tierärztlichen

Ausbildung, zur Verbesserung der

Tiergesundheit und des Tierschutzes, zur

Entwicklung von Führungsqualitäten, zur

Förderung der psychischen Gesundheit

und des Wohlbefindens sowie zur Anhebung

der tierärztlichen Standards geleistet

haben.

Gottfried Brem ausgezeichnet

Ulrich Herzog und Prof. Dr. Gottfried Brem. Foto: Thomas Suchanek/Vetmeduni

Mit einer der höchsten Auszeichnungen

der Republik Österreich wurde der auf Tierzucht

und Molekulargenetik spezialisierte

Veterinärmediziner Prof. Dr. Gottfried

Brem für seine herausragenden wissenschaftlichen

Leistungen gewürdigt.

Er erhielt im Rahmen eines feierlichen

Festakts an der Vetmeduni in Wien das

Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste

um die Republik Österreich, das ihm von

Sektionsleiter Ulrich Herzog des Bundesministeriums

für Soziales, Gesundheit,

Pflege und Konsumentenschutz überreicht

wurde.

Gottfried Brem hat in München Veterinärmedizin

studiert, wurde dort promoviert

und habilitierte sich 1985. Er forschte

mehrere Jahre am Genzentrum in Martinsried

(München) und war Ordinarius für

Molekulare Tierzucht an der Tierärztlichen

Fakultät der Ludwig-Maximilians-Univer-

68

DVG-Forum 01/2022


sität (LMU) in München, bevor er 1992 an

die Veterinärmedizinische Universität

Wien berufen, wo er bis zu seinem Ruhestand

2021 den Lehrstuhl für Tierzucht und

Genetik innehatte.

Durch seine exzellente wissenschaftliche

Arbeit auf dem Gebiet der Reproduktionsbiologie

mit Fokus Nutztiere erlangte

er internationale Beachtung. Als führender

Reproduktionsexperte eröffnete er vor

allem der landwirtschaftlichen Tierzucht

PERSONEN

völlig neue Perspektiven durch den Einsatz

von molekularbiologischen Methoden.

„Professor Brem ebnete durch seine

Forschung und seine beratende Unterstützung

in zahlreichen Fachgremien auf mannigfaltige

Weise den Weg für moderne reproduktionstechnische

Methoden, die

sich auf die Zucht gesunder und fruchtbarer

Tiere konzentrierte. Seine gesamte

Arbeit ist geprägt von Pioniercharakter

und von praktischen Anwendungsmöglichkeiten

mit hohem Nutzen,“ hob Sektionsleiter

Ulrich Herzog die Bedeutung

von Brems Arbeit für die Tiergesundheit in

seiner Laudatio anlässlich der feierlichen

Verleihung hervor.

Prof. Dr. Gottfried Brem war von 1987

bis 1993 Leiter der damaligen DVG-Fachgruppe

„Tierzucht, Erbpathologie und

Haustiergenetik“ (heute: Tierzucht und

Genomik). 1995 wurde ihm der Martin-Lerche-Preis

der DVG verliehen.

DVG-Vorstand, Fach- und Arbeitsgruppen: neue LeiterInnen

Im Vorstand der DVG sowie auch in einigen Fachgruppen wurden in den vergangenen Wochen neue Leiter und Stellvertreter gewählt.

Die DVG bedankt sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die dieses Amt ausgeübt haben – häufig über viele Jahre – bzw. sich dafür

zur Verfügung stellen. Durch Sie lebt die DVG und ohne Sie wäre die Durchführung der Tagungen und Kongresse nicht möglich!

DVG-Vorstand

Die Fachgruppenvorstände der Fachgruppen

des Arbeitsgebietes „Klinische Veterinärmedizin

– Großtiere“ haben Prof. Dr.

Michael Röcken (Gießen) zum Leiter dieses

Arbeitsgebietes gewählt, der damit

auch Mitglied im DVG-Vorstand ist. Die

Wahl war aufgrund des Todes von Prof. Dr.

Karl-Heinz Waldmann im vergangenen

Jahr notwendig geworden.

AG Kleinsäuger der DGK-DVG

Die AG Kleinsäuger der DGK-DVG führte die Wahl zum Vorstand im Vorfeld ihrer Mitgliederversammlung

schriftlich durch. Insgesamt 12 Personen hatten sich für die 8 Ämter

zur Wahl gestellt. Gewählt wurden Dr. Tina Brezina, Dr. Yvonne Eckert, Dr. Jutta Hein,

Dr. Saskia Köstlinger, PD Dr. Kerstin Müller, Dr. Diana Ruf, Dr. Iris Schwarze und Dr. Milena

Thöle. Die neuen Vorstandsmitglieder wählten aus ihrer Mitte PD Dr. Kerstin Müller

und Dr. Milena Thöle zur gleichberechtigten Doppelspitze der AG. Dr. Iris Schwarze

wurde zur Schriftführerin gewählt.

Prof. Dr. Michael Röcken. Foto: privat

V.l.n.r.: Dr. Iris Schwarze, Dr. Yvonne Eckert, Dr. Saskia Köstlinger, PD Dr. Kerstin Müller, Dr. Milena

Thöle, Dr. Tina Brezina, Dr. Diana Ruf, Dr. Jutta Hein. Foto: DVG

DVG-Forum 01/2022 69


PERSONEN

Fachgruppe „Naturheilverfahren

und Regulationsmedizin“

Auf der online durchgeführten Mitgliederversammlung

der Fachgruppe am

01.02.2022 wurde die bisherige Leitung der

Fachgruppe bestätigt. Leiterin ist daher

weiterhin Brigitta Smit-Fornahl (Schalksmühle),

stellvertretende Leiterin ist Katrin

Noack (Cottbus).

Brigitta Smit-Fornahl. Foto: privat

Katrin Noack. Foto: privat

Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin

und Internationale

Tiergesundheit (TVMIT)“

Am 09.02.2022 fand online die Fachgruppenversammlung

statt, auf der die Neuwahl

des Fachgruppenvorstands anstand.

Gewählt wurden Dr. Klaas Dietze (Greifswald-Insel

Riems) zum Leiter und Antonia

Braus (Berlin) zur stellvertretenden Leiterin.

Dr. Klaas Dietze. Foto: DVG

Antonia Braus. Foto: privat

Fachgruppe „Pathologie“

Die Versammlung der Fachgruppe fand

online im Anschluss an die 65. Jahrestagung

am 06.03.2022 statt. Der bisherige

Leiter, Prof. Dr. Andreas Beineke (Hannover),

kandidierte erneut und wurde in seinem

Amt bestätigt. Neu als stellvertretende

Leiterin wurde Dr. Christine Fast

(Greifswald-Insel Riems) gewählt.

Prof. Dr. Andreas Beineke. Foto: privat

Dr. Christine Fast. Foto: privat

70

DVG-Forum 01/2022


PERSONEN

Fachgruppe „InnLab“

Die Fachgruppe führte am 29.01.2022 im Anschluss an ihre Jahrestagung online eine Mitgliederversammlung durch. Der bisherige

Leiter, Prof. Dr. Johannes Hirschberger, hatte angekündigt, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen. Es kandidierte Prof. Dr. Romy Heilmann

(Leipzig), die einstimmig gewählt wurde. Stellvertreter sind Prof. Moritz (Gießen) und Prof. Dr. Stephan Neumann (Göttingen).

Prof. Dr. Romy Heilmann. Foto: privat Prof. Dr. Andreas Moritz. Foto: Oliver Nauditt Prof. Dr. Stephan Neumann. Foto: privat

AG Onkologie der DGK-DVG

Per E-Mail wählte die AG Onkologie der

DGK-DVG im März 2022 Dr. Stefan Scharvogel

(München) zum neuen Leiter. Stellvertreter

bleibt wie bisher Prof. Dr. Ingo

Nolte (Lehrte).

Dr. Stefan Scharvogel. Foto: privat

Prof. Dr. Ingo Nolte. Foto: privat

DVG-Forum 01/2022 71


PERSONEN

In Erinnerung an Dr. Egon Vielitz

Dr. Egon Vielitz. Foto: privat

Am 29.12.2021 verstarb Dr. Egon Vielitz im

Alter von 89 Jahren, der über viele Jahrzehnte

der Mentor zahlreicher Kollegen

und Kolleginnen war.

Egon Vielitz wurde 1932 auf einem

landwirtschaftlichen Betrieb in Brandenburg

geboren. Er begann 1953 in West-Berlin

mit dem Studium der Veterinärmedizin

und wechselte 1955 an die Tierärztliche

Hochschule Hannover (TiHo). Hier schloss

er das Studium 1958 ab und verbrachte ein

Jahr in der Abteilung Innere Medizin an der

TiHo. 1959 erfolgte die Promotion. Er erfuhr,

dass die Firma Lohmann in Cuxhaven

Tierärzte für die Betreuung von Geflügelfarmen

suchte. So begann er im Mai 1959

die Arbeit auf dem Gebiet der Geflügelmedizin,

eine Reise, die über 40 Jahre dauern

sollte.

Seine Arbeitsschwerpunkte lagen in

den Anfängen auf der Pullorum-Krankheit,

der Kokzidiose und der Marekschen Krankheit.

Ende der 50er Jahre erkannte Lohmann,

dass amerikanische Hühnerrassen

mehr Fleisch lieferten und andere doppelt

so viele Eier legten wie europäische Rassen

und schloss Lizenzverträge mit Heisdorf

Nelson für Legehennen und Nicols für

Fleischhühner. Das war ein großer Durchbruch

für das Unternehmen und Heinz

Lohmann galt fortan als Pionier der deutschen

Geflügelindustrie. Inspiriert durch

die Veränderungen in der Geflügelzucht

und -haltung arbeitete Egon Vielitz in den

nächsten Jahrzehnten mit vielen internationalen

Kollegen an einer Vielzahl von Geflügelkrankheiten.

Er befasste sich insbesondere

mit der Newcastle-Krankheit,

gegen die in den 1960er Jahren der erste Lebendimpfstoff

für Nutzgeflügel entwickelt

wurde, sowie mit der Marekschen Krankheit,

der Gumboro-Krankheit und dem

Hühneranämie-Virus (CAV). Sein Team entwickelte

gemeinsam mit Prof. von Bülow

(Freie Universität Berlin) den weltweit ersten

CAV-Impfstoff und konnte den weltweit

ersten CAV-freien SPF-Hühner-Bestand

aufbauen.

1997 zog sich Dr. Vielitz aus dem aktiven

Dienst bei Lohmann zurück, war jedoch

noch viele Jahre als freier Mitarbeiter

und beratend für die Geflügelindustrie tätig.

Seit 2005 war er bei der World Veterinary

Poultry Association (WVPA) und der

Poultry Veterinary Study Group in der EU

(PVSG) Ehrenmitglied auf Lebenszeit.

Dr. Vielitz war ein hoch geschätzter

Kollege mit vielen Freunden in der ganzen

Welt, ein Experte und führender Forscher

auf dem Gebiet der Geflügelimpfstoffe.

Silke Rautenschlein, Hannover

Nachruf auf Prof. Dr. Zdzislaw Boryczko

Am 11. April 2022 verstarb Prof. Dr. Zdzislaw

Boryczko, einer der führenden Reproduktionsveterinärmediziner

Polens, im Alter

von 82 Jahren.

Zdzislaw Boryczko wurde am 16. Februar

1940 in Krakow (Krakau) geboren. Von

1957 bis 1963 studierte er an der Veterinärfakultät

der Landwirtschaftlichen Hochschule

in Wroclaw (Breslau). Dem erfolgreichen

Abschluss folgte ein einjähriges

Praktikum in einer Tierarztpraxis. Im Oktober

1964 wurde Boryczko als Assistent

am Lehrstuhl für Fortpflanzung und Hygiene

der Tiere der Landwirtschaftlichen

Hochschule in Wroclaw eingestellt und begann

unter der Leitung von Prof. Dr. Wladyslaw

Bielanski mit wissenschaftlichen

Untersuchungen über die biologischen

Eigenschaften, insbesondere über biochemische

Komponenten, des Spermas von

Haustieren. 1965 wechselte er als Oberassistent

an das Institut für Veterinärhygiene

nach Katowice. Seine Dissertation mit

dem Titel „Die Aussagekraft von Konzentrationsveränderungen

einiger biochemischer

Komponenten im Bullensperma für

die Prognose der Resultate in der künstlichen

Besamung“ verteidigte er am 22. Juni

1972 an der Landwirtschaftlichen Hochschule

in Wroclaw. Weitere Forschungen

betrafen hauptsächlich Fragen der Fortpflanzungsimmunologie.

1975 erhielt Zdzislaw Boryczko ein Stipendium

des Deutschen Akademischen

Austauschdienstes in München, wo er sich

bis Juli 1976 an der Ambulatorischen und

Gynäkologischen Tierklinik der Ludwig-

Maximilians-Universität unter der Leitung

von Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Leidl aufhielt.

72

DVG-Forum 01/2022


1976 habilitierte er sich an der Landwirtschaftlichen

Hochschule in Krakau mit der

Habilitationsschrift „Biologische Charakteristik

des Samenplasmas von Bullen und

deren biochemische und immunologische

Eigenschaften“. 1978 wechselte er zur

Landwirtschaftlichen Universität in Szczecin

(Stettin), wo er den Lehrstuhl für Fortpflanzung

der Tiere an der Veterinärmedizinischen

Fakultät leitete. 1983 erhielt Boryczko

einen Ruf auf den Lehrstuhl für

Fortpflanzung der Tiere mit Geburtshilflicher

Tierklinik der Landwirtschaftlichen

Universität in Warszawa (Warschau). Die

Ernennung zum ordentlichen Universitätsprofessor

erfolgte im Jahr 1990. Hier

blieb er bis zu seiner Emeritierung.

In den Jahren 1986, 1990 und 1994/1995

verbrachte er jeweils einige Monate an der

Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und

Andrologie der Groß- und Kleintiere mit

Tierärztlicher Ambulanz der Justus-Liebig-

Universität in Gießen.

Das außergewöhnliche Engagement

von Prof. Boryczko erstreckte sich nicht

nur auf Lehre, Forschung und die Leitung

der Klinik, sondern er war auch im Rahmen

der Selbstverwaltung der Fakultät sowie in

mehreren Gremien und Kommissionen tätig.

Während vieler Jahre organisierte er

zusammen mit Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartwig

Bostedt (Gießen) polnisch-deutsche

wissenschaftliche Symposien über die

Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung

der Tiere, welche in Warschau sowie

in anderen polnischen Städten stattfanden.

1999 beschloss der Vorstand der Deutschen

Veterinärmedizinischen Gesellschaft

(DVG), Zdzislaw Boryczko zum Korrespondierenden

Mitglied zu ernennen

und würdigte damit die besondere Verbindung

mit ihm und den erfolgreichen wissenschaftlichen

Austausch.

PERSONEN

Zahlreiche Publikationen legen Zeugnis

über sein wissenschaftliches Werk ab.

Noch 2021 veröffentlichte er zusammen

mit Hartwig Bostedt und weiteren Autoren

ein Werk zur Physiologie und Pathologie

der Reproduktion des Rindes.

Zdzislaw Boryczko war nicht nur ein

über seinen eigentlichen Wirkungsbereich

hinaus international bekannter Hochschullehrer

und Wissenschaftler. Durch die

auch in Zeiten des Kalten Krieg begonnene,

ihn überdauernde und schließlich

überwindende Verbindung zwischen ihm

und den Kollegen jenseits des Eisernen

Vorhangs spiegelt er ein Stück der polnisch-deutschen

Geschichte wider.

Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau sowie

seiner gesamten Familie.

Marion Selig

Hartwig Bostedt

AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN

Tierärztlicher Nachwuchs/Tierärztemangel

In einigen Tätigkeitsbereichen des tierärztlichen

Berufes ist die Nachwuchs-Situation

angespannt. Hinsichtlich der Lage an

den Universitäten hat die DVG ein Positionspapier

veröffentlicht (siehe https://

www.dvg.net/ueber-uns/dvg-ev/posi​

tionspapier/) und mit der besonderen Situation

der wissenschaftlichen Mitarbeitenden

befasst sich IWiMi (Initiative

Wissenschaftliche Mitarbeitenden, siehe

Seite 8). Lesen Sie zu dieser Thematik einen

Beitrag des Dessauer Zukunftskreises.

Tierärztemangel: Brancheninitiative

startet Kampagne und

bereitet Petition vor

Unter dem Motto „Versorgungskrise durch

Tierärztemangel“ thematisiert der Dessauer

Zukunftskreis (DZK) anlässlich seines

10-jährigen Bestehens ein heiß diskutiertes

Branchenproblem und bereitet eine

Petition vor, die das Thema in Politik und

Gesellschaft tragen soll.

Obwohl die Zahl der Studienanfänger

nicht rückläufig ist und die Studienplätze

heiß begehrt sind, klagen sowohl Praxis als

auch öffentliches Veterinärwesen schon

lange über einen Mangel an Arbeitskräften.

Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und

DVG-Forum 01/2022 73


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN

litz am 1. September 2022 Ursachen – Wirkung

– Lösungen zu dem Thema Versorgungskrise

wegen Tierärztemangel mit

Unterstützung verschiedener Referenten

genau beleuchten und lösungsorientierte

Perspektiven aufzeigen.

Am 2. September 2022 werden dann im

Rahmen eines Workshops die aufgezeigten

Lösungsansätze gemeinschaftlich diskutiert.

Abschließend soll eine Petition

unter dem Motto Versorgungskrise wegen

Tierärztemangel formuliert werden, die das

Thema zusammen mit den betroffenen

Tierhaltern in Politik und Gesellschaft

trägt. Ziel der Petition ist es, über eine reine

Zustandsbeschreibung hinaus Dringlichkeit

zu vermitteln, indem eine möglichst

große Zahl an Unterstützern generiert

wird; die Bedeutung des Themas und

auch die langfristigen Folgen eines ausgeprägten

Tierärztemangels müssen deut-

die Auswirkungen zum Teil bereits jetzt dramatisch.

So ist z. B. die Zahl der Kleintierkliniken

mit einer 24-Stunden-Versorgung

in Deutschland binnen fünf Jahren drastisch

geschrumpft. Tendenz weiter fallend.

Zahlreiche tierärztliche Praxen verhängen

aufgrund von Personalmangel sogar

einen Aufnahmestopp zu regulären Sprechzeiten.

Vor allem im ländlichen Raum gibt

es immer mehr Versorgungslücken – zum

einen aufgrund eines gestiegenen Versorgungsbedarfs.

Andererseits bietet die Praxis

oftmals nicht genügend Work-Life-Balance,

um vor allem für junge ArbeitnehmerInnen

attraktiv zu sein. Hinzukommt

der allgemein zu beobachtende Trend von

Vollzeit- zu Teilzeitstellen, der alle Praxisbereiche

sowie den Öffentlichen Dienst

und die Industrie betrifft.

Anlässlich seines 10. Jahrestages wird

der Dessauer Zukunftskreis (DZK) in Wörlich

gemacht werden. Die gesammelten

Unterschriften werden dann auf verschiedenen

Ebenen (z. B. Gesundheitsministerium,

Bildungsministerium) vorgelegt –

natürlich zusammen mit dem Wunsch der

Initiatoren nach Dialogbereitschaft und

einem ersten Überblick zu möglichen Lösungsansätzen.

Dadurch soll der Berufsstand gestärkt

und zukunftsfähig gemacht werden, und

zwar bevor die Tiere oder die Lebensmittelsicherheit

unter den Folgen leiden.

Gleichzeitig sehen die Initiatoren eine

Chance, den tierärztlichen Nachwuchs zu

fördern, die Einheit der Branche zu stärken

und die Freude am Beruf zu erhalten.

Dr. Julia Henning, Vetion

Hubertus Keimer, Laboklin GmbH

Dr. Rolf Nathaus, Vet-Team Reken GbR

Jörg Held, wir-sind-tierarzt.de

Einweihung des Tiermedizinischen Zentrums für Resistenzforschung

Prof. Dr. Uwe Rösler, Dekan der Freien Universität Berlin, bei der Einweihung des TRZ. Foto: Kramer

Am 26.04.2022 ist das neue Tiermedizinische

Zentrum für Resistenzforschung

(TZR) an der Freien Universität (FU) Berlin

offiziell eingeweiht worden. Auf dem Veterinärmedizinischen

Campus Düppel

wurde das europaweit einzigartige For-

schungsgebäude feierlich im Beisein zahlreicher

namhafter Gäste, darunter auch

Prof. Dr. Martin Kramer, Präsident der DVG,

eröffnet. Nach der Eröffnungsansprache

sowie der Verleihung der „Goldenen Ehrennadel

der FU Berlin“ an Prof. Dr. Lothar H.

Wieler durch den Präsidenten der FU Berlin,

Univ.- Prof. Dr. Günter M. Ziegler, konnten

sich die geladenen Gäste einen ersten

Einblick von dem TZR sowie dessen infektionsmedizinischen

Laboren und Arbeitsplätzen

verschaffen.

Im sowohl überregional als auch international

agierenden TZR werden infektionsmedizinische

Grundlagenforschung,

Hygienefächer und tiermedizinisch-klinische

Fächer vereint und Fragestellungen

der Resistenzforschung bearbeitet. Gemeinsames

Ziel ist, die wachsende Anreicherung

des Resistoms (der Resistenzeigenschaften

aller Infektionserreger; Bakterien,

Pilze, Viren und Parasiten) in der

Tiermedizin einzudämmen. Zugleich wird

im TZR der gemeinsamen übergreifenden

Resistenzproblematik in Human- und Tiermedizin

auch im Sinne des „One health“-

Ansatzes nachgegangen.

74

DVG-Forum 01/2022


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN

Aktuelle Stellungnahmen der StIKo Vet

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut bewertet den

Einsatz von Impfstoffen in der Tiermedizin. Sie spricht Empfehlungen zur Verwendung von Impfstoffen

aus und berät die Bundesregierung.

Aktuelle Hinweise und Stellungnahmen:

• Leitlinie zur Impfung von Fischen

(01.01.2022)

Die StIKo Vet legt hier die erste Leitlinie

zur Impfung von Fischen vor. Tierärzten

und Teichwirten soll damit ein Überblick

über wichtige Impfindikationen bei in

Deutschland gehaltenen Nutzfischen gegeben

werden, dies umfasst u. a. Forellen,

Forellenartige sowie Karpfen, Aale und

Europäische Welse. Der Aufbau orientiert

sich an den Leitlinien der anderen Tierarten:

Im eigentlichen Empfehlungsteil

werden wichtige, impfpräventable Erkrankungen

anhand der Impfampel eingeordnet.

Anschließend werden Hinweise

zu den gesetzlichen Regelungen unter

Berücksichtigung der noch nicht abgeschlossenen

Anpassung an das neue EU-

Tiergesundheitsrecht gegeben. In den

Fachinformationen wird zunächst auf

Besonderheiten des Immunsystems von

Fischen sowie auf Besonderheiten bei der

Anwendung von Impfstoffen bei Fischen

eingegangen. Anschließend folgen detaillierte

Informationen zu den einzelnen

Krankheiten sowie zu den zugehörigen

Impfstoffen. Dabei ist zu beachten, dass

in Deutschland zur Anwendung an Fischen

nur sehr wenige Impfstoffe regulär

zugelassen sind. Abhilfe kann durch

Verwendung von im EU-Ausland zugelassenen

oder von bestandsspezifischen

Impfstoffen geschaffen werden. Soweit

die Informationen verfügbar waren, wird

auf entsprechende Produkte in anderen

europäischen Ländern verwiesen.

• Stellungnahme zum Injektionsstellen-assoziierten

Sarkom bei der

Katze (29.09.2021)

Das Feline Injektionsstellen-assoziierte

Sarkom ist ein invasiv wachsendes und

metastasierendes Sarkom der Katze, das

mit einer Häufigkeit von ca. 1:10.000

auftritt. Es entsteht durch Entzündungsreaktionen,

die iatrogen durch Injektionen

von reizenden Substanzen, z. B.

Impfstoffen, verursacht werden können.

Um das Risiko einer Sarkombildung zu

minimieren, wird empfohlen, die Anzahl

der Impfungen auf das notwendige Maß

zu beschränken; möglichst wenig reizende

Präparate, z. B. nicht-adjuvantierte

Impfstoffe, zu verwenden; und an Applikationsstellen

zu injizieren, die eine

vollständige Resektion eines Sarkoms

erlauben, d. h. subkutane Injektionen

distal in die Gliedmaßen, zwischen Knieund

Sprunggelenk (möglichst nah am

Sprunggelenk) oder unterhalb des Ellbogengelenks

zu applizieren. Nur in Ausnahmefällen

sollte in die ventrolaterale

Bauchwand injiziert werden.

• Die StiKo als App

Seit dem 01.07.2021 gibt es eine StIKo-

Vet-App für mobile Endgeräte. Die App

soll den Zugang zu den Impfempfehlungen

und Stellungnahmen der StIKo

Vet erleichtern. Die Anwendung wurde

so intuitiv wie möglich gestaltet. Es

gibt drei wesentliche Bereiche „Impftabelle“,

„Stellungnahmen“ und „Leitlinien“.

Die Anwendung kann kostenfrei

im Apple Store sowie im Google Playstore

unter „StIKo Vet“ heruntergeladen

werden.

Die Hinweise und Stellungnahmen der StI-

Ko Vet stehen online zum Download zur

Verfügung: q https://stiko-vet.fli.de/

ESCCAP – aktuelle Informationen und Factsheets

ESCCAP (European Scientific Counsel Companion

Animal Parasites ) bietet sowohl

TierärztInnen als auch TierhalterInnen unabhängige

Informationen zu Parasiten bei

Hund und Katze, kleinen Heimtieren wie

Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamstern

sowie bei Pferden. Von Würmern, Flöhen

und Zecken über Läuse und Mücken

bis zu Hautpilzen und Einzellern wie Giardien

und Toxplasma werden fachlich fundierte

und verständliche Informationen

gegeben. Auf der Webseite von ESCCAP

stehen unter dem Button für TierärztInnen

und TFA Empfehlungen und Factsheets

zum Download sowie auch Informationsfilme

und kurze E-Learning-Sequenzen

(„Lösen Sie den klinischen Fall“) zur Verfügung:

q https://www.esccap.de/

DVG-Forum 01/2022 75


PUBLIKATIONEN

Aktuelle Publikationen im DVG-Verlag

Die folgenden aktuellen Tagungsbände und Publikationen können im Webshop auf der DVG-Homepage bestellt werden:

Online Marketing Guide für

Tierärztinnen und Tierärzte 2022 – Ein

Leitfaden zur praktischen Umsetzung

von M. Dilly und R. Dihen (2022),

19,80 Euro

Bitte beachten Sie folgenden Hinweis:

Für dieses Buch kann kein

Mitgliederrabatt gewährt werden.

65. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe

„Pathologie“

online, 04.–06.03.2022,

10,00 Euro

Abschlussbericht: Sofortmaßnahmen

zur Vermeidung länger anhaltender

erheblicher Schmerzen und Leiden bei

schwer erkrankten/verletzten

Schweinen durch rechtzeitige Tötung

von Elisabeth große Beilage (2022),

14,00 Euro

Abschlussbericht zu Elisabeth große

Beilage (2017): Untersuchungen an

verendeten/getöteten Schweinen in

Verarbeitungsbetrieben für tierische

Nebenprodukte

1. Tagung der DVG-Fachgruppe

Didaktik und Kommunikation

online, 20.–21.09.2021,

7,50 Euro

Dieses Buch ist ausschließlich als als

pdf-Datei erhältlich.

Kühe – Klima – Käsespätzle –

Gegenwärtige Herausforderungen für

Eutergesundheit und Milchqualität

Tagung der AG Eutergesundheit,

online, 14.–15.03.2022,

15,00 Euro

Wird Tierschutz dem Geschlecht

gerecht? Zum Umgang mit

männlichen und weiblichen Tieren

27. Int. Fachtagung zum Thema

Tierschutz, Tagungsband mit

ausführlichen Manuskripten der

Vorträge, online, 23.–25.03.2022,

30,00 Euro

7. Tagung der DVG-Arbeitsgruppe

Lasermedizin

online, 09.10.2021,

10,00 Euro

76

DVG-Forum 01/2022


PUBLIKATIONEN

Die Liste mit allen Publikationen der DVG finden Sie aus Platzgründen online unter:

q https://www.dvg.net/verlagshop/buecher-bestell-liste/

100. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten

Hannover und online, 01.–02.07.2021,

10,00 Euro

DGK-DVG: Augsburger Thementage

Kleinsäuger – Neurologie bei

Kleinsäugern von A bis Z

Augsburg und online, 25.–27.03.2022,

15,00 Euro

101. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten

Hannover und online, 04.–05.11.2021,

10,00 Euro

DGK-DVG: Kölner Thementage Patient

Katze: Die multimorbide Katze

Köln und online, 23.–24.04.2022,

15,00 Euro

DGK-DVG: Erfurter Thementage:

Harntrakt bei Hund und Katze –

Von allen Seiten betrachtet

Erfurt, 13.–15.05.2022,

15,00 Euro

Auf Wunsch sind einige Tagungsbände auch als pdf-Datei erhältlich. Dies können Sie bei Ihrer Bestellung im Webshop angeben.

Die Preise verstehen sich jeweils zzgl. Verpackung und Versand

(bei Versand innerhalb Deutschlands: 1 bis 3 Artikel: 3,00 Euro, ab 4 Artikel 5,50 Euro).

DVG-Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt auf alle Publikationen im DVG-Verlag

(excl. Blauer Hund und excl. Online Marketing Guide)!

Webshop zur Bücherbestellung:

q https://www.dvg.net/verlagshop/bestellung/

DVG-Forum 01/2022 77


TAGUNGSKALENDER 2022/2023

Tagungen 2022/2023 (Bitte vergewissern Sie sich, ob und in welchem Format die Veranstaltungen stattfinden.

Aktuelle Informationen finden Sie unter: www.dvg.de)

Titel der Tagung Fachgruppe/Arbeitskreis Datum Ort

Tagung der Tierärztlichen Plattform

Tierschutz (TPT)

Tierärztliche Plattform

Tierschutz (TPT)

24. – 25.06.2022 Fulda und online

Tagung der FG Physiologie und Biochemie FG Physiologie und Biochemie 24. – 26.06.2022 Gießen

DACh-Epidemiologietagung

Tagung der FG Kleine Wiederkäuer

und Neuweltkamele

9. Nordrhein-Westfälischer Tierärztetag

(Kleintiere, Heimtiere, Nutztiere, Pferde,

Öffentl. Dienst, Telemedizin, Seminare, TFA)

40. Jahrestagung der FG AVID –

Schwerpunkt Bakteriologie

DGT-Seminar: Perioperatives Management des

Zahnpatienten während der Anästhesie

DVG-Vet-Congress (u. a. Kleintiere, Pferde, Rinder,

Schweine, Bienen, Lasermedizin, Tierernährung,

Verhaltensmed., Naturheilverf./Regulationsmed.)

62. Arbeitstagung des DVG-Arbeitsgebietes

Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz

FG Epidemiologie und

Dokumentation

FG Kleine Wiederkäuer und

Neuweltkamele

DVG, Tierärztekammern

Westfalen-Lippe & Nordrhein

31.08. – 02.09.2022 Oldenburg

08. – 09.09.2022 Triesdorf

09. – 11.09.2022 Dortmund

FG AVID 14. – 16.09.2022 Kloster Banz und online

Deutsche Gesellschaft für

Tierzahnheilkunde (DGT-DVG)

04.10.2022 online

DVG 13. – 15.10.2022 Berlin + digital

AG Lebensmittelsicherheit

und Verbraucherschutz

25. – 28.10.2022 Garmisch-Partenkirchen

und online

103. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 03. – 04.11.2022 Hannover und online

8. Tagung der AG Lasermedizin der DGK-DVG AG Lasermedizin der DGK-DVG 18. – 20.11.2022 Augsburg

54. Internationale Tagung Angewandte Ethologie FG Ethologie und Tierhaltung 24. – 26.11.2022 Freiburg i. Br. und online

DGK-DVG: Dresdner Thementage Neurologie

DGT-Weiterbildungsreihe für TFA 2023

Deutsche Gesellschaft für

Kleintiermedizin (DGK-DVG),

DVG

Deutsche Gesellschaft für

Tierzahnheilkunde (DGT-DVG)

31. Jahrestagung der Fachgruppe InnLab FG Innere Medizin und

klinische Labordiagnostik

(InnLab)

56. Jahrestagung Physiologie und Pathologie

der Fortpflanzung, gleichzeitig

48. Vet.-Hum.med. Gemeinschaftstagung

66. Jahrestagung und 28. Schnittseminar

der DVG-Fachgruppe Pathologie

FG Reproduktionsmedizin,

DGRM

13. – 15.01.2023 Dresden

14.01. – 12.11.2023 Neufahrn / Ndby.

03. – 04.02.2023 Göttingen

01. – 03.03.2023 Münster

FG Pathologie 03. – 05.03.2023 Fulda

Tierschutztagung 2023 FG Tierschutz 16. – 18.03.2023 München

104. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 25. – 26.05.2023 Hannover

78 DVG-Forum 01/2022

Änderungen vorbehalten


Anmeldung

Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Deutschen Veterinärmedizinischen

Gesellschaft e.V. Mit der Speicherung und Verarbeitung meiner unten genannten

Daten bin ich einverstanden.

Titel & Name …………..……………………..………………………………………………

Vorname ………………………………………………………………………………………

geb. am ……………………………………………………………………………………….

Straße …………………………………………………………………………………………

PLZ ……………………………Ort …………………………………………………….…….

Tel. priv. …..…………………………………………………………………………………..

Anschrift:

An der Alten Post 2

D-35390 Gießen

Kontakt:

Telefon:

+49 (0) 6 41 / 98 44 46 0

E-Mail: info@dvg.de

Internet: www.dvg.de

Bankverbindung:

Volksbank Mittelhessen eG

IBAN:

DE 08 5139 0000 0006 9549 28

BIC:

VBMHDE5F

Tel. dienstl. ……………………………………………………………………………………

E-Mail ………………………………………………………………………………………….

Für die Überweisung des Jahresbeitrags von:

€ 120,- (Vollmitglieder) € 25,- (Studierende, DoktorandInnen) oder

€ 30,- (TierärztInnen in Elternzeit, arbeitslose TierärztInnen)

erteile ich der DVG e.V. ein SEPA-Lastschriftmandat von meinem Konto

(siehe Seite 2). Bei ermäßigten Beiträgen bitte Nachweis beifügen!

Ich überweise den Mitgliedsbeitrag auf das Konto der Volksbank Mittelhessen

eG, IBAN DE 08 5139 0000 0006 9549 28, BIC: VBMHDE5F.

Kleintierpraxis – das Journal der DGK-DVG – möchte ich abonnieren.

Als Neumitglied erhalte ich die Zeitschrift im 1. Bezugsjahr kostenfrei, sofern bislang

noch kein Abonnement bestanden hat. Danach (und wenn schon ein

Abonnement besteht) erhalte ich 25 % Rabatt auf den zu diesem Zeitpunkt

geltenden Abopreis, der jährlich durch die Schlütersche Fachmedien GmbH

(Hannover) erhoben wird. Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem

Zweck an die Schlütersche Fachmedien GmbH weitergegeben werden. Bei

Austritt aus der DVG endet das Abo nicht automatisch, sondern muss separat bei

der Schlüterschen Fachmedien GmbH gekündigt werden.

Tierärztliche Praxis – das Journal der DVG-Fachgruppen InnLab, Pathologie,

Anästhesie, kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel, Bienen sowie Zier-, Zoound

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische, möchte ich abonnieren. Als

DVG-Mitglied erhalte ich die Tierärztliche Praxis mit 30 % Rabatt.

Ausgabe K Ausgabe G Ausgabe K + G

Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck an den Georg Thieme

Verlag KG (Stuttgart) weitergegeben werden. Bei Austritt aus der DVG endet das

Abo nicht automatisch, sondern muss separat beim Georg Thieme Verlag KG

gekündigt werden.

DVG-Forum

Ich erhalte das DVG-Forum, die Mitgliederzeitschrift der DVG, 2x pro Jahr als digitale

Ausgabe per Download-Link an meine oben genannte E-Mail-Adresse.

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Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.

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Hiermit ermächtige/n ich/wir die Geschäftsstelle der DVG widerruflich, die von mir/uns zu entrichtenden

Zahlung(en) des Mitgliedsbeitrages für die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. bei

Fälligkeit zu Lasten meines/unseres Bankkontos einzuziehen:


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Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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E-Mail: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Name & Vorname des Kontoinhabers: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Bitte per Post oder als Scan schicken an: DVG e.V. · An der Alten Post 2 · 35390 Gießen · info@dvg.de


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