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DVG_LAYOUT_02_2021_ONLINE

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18. Jahrgang 2/2<strong>02</strong>1<br />

Mitgliederzeitschrift der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V.<br />

Fachgruppe im Fokus<br />

Versuchstierkunde<br />

Seite 54


9.- 11.<br />

September<br />

2<strong>02</strong>2<br />

9. Nordrhein-Westfälischer<br />

Tierärztetag<br />

Dortmund<br />

Leitthema: One Health im Zeitalter der Globalisierung<br />

Vorträge und Seminare für TierärztInnen & TFA<br />

aus Kleintier-, Pferde-, Nutztier- & Heimtiermedizin<br />

sowie dem Öffentlichen Dienst<br />

eine Veranstaltung der Deutschen<br />

Veterinärmedizinischen Gesellschaft<br />

Änderungen vorbehalten<br />

Fachliche Mit-Koordinatoren:<br />

Tierärztekammern Westfalen-Lippe & Nordrhein


EDITORIAL<br />

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />

wir schauen zurück auf ein turbulentes<br />

Jahr, das bis zum Schluss Überraschungen<br />

bereithielt.<br />

Zunächst einmal sind wir dankbar und<br />

stolz, dass wir mit dem diesjährigen <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congress die größte hybride Veranstaltung<br />

im veterinärmedizinischen Bereich<br />

durchführen durften und damit neue<br />

Standards gesetzt haben. Dank Ihnen, den<br />

TeilnehmerInnen, ReferentInnen und Industriepartnern<br />

wurde der Kongress zu<br />

einem erfolgreichen Ereignis trotz zahlreicher<br />

pandemiebedingter Einschränkungen.<br />

Die <strong>DVG</strong> ist nicht nur „Vet-Congress“:<br />

Insgesamt haben in diesem Jahr über<br />

8.000 TeilnehmerInnen an unseren Kongressen<br />

und Tagungen teilgenommen.<br />

Dies zeugt von einem breiten, ansprechenden<br />

Fortbildungsangebot in allen Bereichen<br />

der Tiermedizin und von der hohen<br />

Qualität der Präsentationen, die durch Sie,<br />

liebe TagungsleiterInnen und ReferentInnen,<br />

gewährleistet wird.<br />

Die <strong>DVG</strong> ist ein dynamischer Dachverband,<br />

der flexibel auf neue Bewegungen<br />

und Bedürfnisse reagieren kann. So wurden<br />

in diesem Jahr gleich mehrere neue<br />

Gruppierungen gegründet. Dr. Thomas<br />

Steidl und Kollegen wurden initiativ und<br />

machten auf den Bedarf nach fundierter<br />

Fortbildung im Bereich der forensischen<br />

Veterinärmedizin aufmerksam. Prof. Sabine<br />

Tacke stellte den Antrag auf Gründung<br />

eines Arbeitskreises „Klinische Hygiene“,<br />

der fächerübergreifend aktiv werden soll.<br />

Prof. Mahtab Bahramsoltani beantragte<br />

eine Untergruppe der Fachgruppe Didaktik<br />

und Kommunikation: Die AG „Social<br />

Media und Digitale Transformation“. Alle<br />

drei Gruppierungen wurden der Delegiertenversammlung<br />

nach Prüfung durch den<br />

<strong>DVG</strong>-Vorstand vorgeschlagen und von dieser<br />

akzeptiert. Wir freuen uns auf die Aktivitäten<br />

unserer jüngsten Gruppen!<br />

Nachwuchsmangel an den Universitäten<br />

veranlasste den <strong>DVG</strong>-Vorstand 2017<br />

dazu, ein Positionspapier zu diesem Thema<br />

zu verfassen. Dieses stieß bei verschiedenen<br />

Stakeholdern (Dekanen, BTK, Industrie,<br />

Studierenden- und DoktorandInnenverbänden)<br />

auf großes Interesse, und man<br />

traf sich – zuletzt beim 3. Round Table im<br />

November 2<strong>02</strong>1 in Berlin – zum Austausch.<br />

Eine Erkenntnis dieser Gespräche war das<br />

Fehlen einer Organisationsstruktur des<br />

„Mittelbaus“ an den Universitäten. Moderiert<br />

von unserem Vizepräsidenten Prof.<br />

Arwid Daugschies trafen sich VertreterInnen<br />

des Mittelbaus der unterschiedlichen<br />

Universitäten virtuell. Ihre Sprecherin, Dr.<br />

Dora Bernigau, stellte den Antrag zur Einrichtung<br />

einer „Initiative Wissenschaftliche<br />

Mitarbeitende (IWIMI)“ unter dem<br />

Dach der <strong>DVG</strong>. Auch dieser Vorschlag wurde<br />

von der Delegiertenversammlung angenommen.<br />

Im neuen Jahr wird IWIMI ihre<br />

Arbeit aufnehmen.<br />

Wir freuen uns sehr, dass die <strong>DVG</strong>, trotz<br />

ihres stolzen Alters von 70 Jahren jung und<br />

flexibel geblieben ist und wir laden Sie<br />

herzlich ein, sich in den verschiedenen<br />

Gruppen zu engagieren.<br />

Lesen Sie in dieser Ausgabe des <strong>DVG</strong>-<br />

Forums, was in den vergangenen Monaten<br />

an weiteren Aktivitäten in der <strong>DVG</strong> stattfand.<br />

Genießen Sie die wohlverdiente Ruhe<br />

an den Feiertagen und freuen sich auf<br />

spannende Tagungen und Begegnungen<br />

im Neuen Jahr!<br />

Mag 2<strong>02</strong>2 nur Gutes, vor allem aber Gesundheit,<br />

für Sie bereithalten!<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />

Präsident der <strong>DVG</strong><br />

PD Dr. Susanne Alldinger<br />

Geschäftsführerin der <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 1


INHALT<br />

EDITORIAL<br />

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer und<br />

PD Dr. Susanne Alldinger . . . . . . . . . . . 1<br />

<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>1 . . . . . . . . . . . . .4<br />

Aktuelle Adresse der <strong>DVG</strong> . . . . . . . . . . . . 12<br />

Delegiertenversammlung 2<strong>02</strong>1 . . . . . . . . . . 12<br />

Prof. Martin Kramer ist neues Mitglied<br />

im JLU-Präsidium . . . . . . . . . . . . . 13<br />

70 Jahre <strong>DVG</strong> . . . . . . . . . . . . . . . . 14<br />

Initiativen: Forensik, Klinische Hygiene, IWIMI,<br />

Round Table . . . . . . . . . . . . . . . 15<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>2 - Calls for Abstracts . . . . . 16<br />

ARBEITSGEBIETE<br />

• KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>) . 20<br />

Fachgruppe „Chirurgie“ . . . . . . . . . . . . 28<br />

Fachgruppe „Innere Medizin und<br />

klinische Labordiagnostik (InnLab)“ . . . . . . .28<br />

Fachgruppe „Veterinärmedizinische Anästhesie,<br />

Intensivmedizin, Notfallmedizin<br />

und Schmerztherapie (VAINS)“ . . . . . . . . 29<br />

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde<br />

(DGT-<strong>DVG</strong>) . . . . . . . . . . . . . . . 29<br />

Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“ . 31<br />

Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“ . . . . . . . . 32<br />

Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“ . . . . . . . 34<br />

Fachgruppe „Naturheilverfahren und<br />

Regulationsmedizin“ . . . . . . . . . . . . 35<br />

• GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Fachgruppe „Physiologie und Biochemie“ . . . . . . 37<br />

Fachgruppe „Tierernährung“ . . . . . . . . . . 37<br />

Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“ . . . . . 38<br />

• INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Fachgruppe „Bakteriologie und Mykologie“ . . . . . 39<br />

Fachgruppe „Tierseuchen“ . . . . . . . . . . . 42<br />

Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre Krankheiten“ 43<br />

Fachgruppe AVID . . . . . . . . . . . . . . 44<br />

Ausschreibung von Konsiliarlaboren . . . . . . . .45<br />

• LEBENSMITTELSICHERHEIT<br />

UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

Arbeitsgebiet „Lebensmittelsicherheit und<br />

Verbraucherschutz“ . . . . . . . . . . . . 46<br />

AG Eutergesundheit . . . . . . . . . . . . . 47<br />

AK Lehre in den lebensmittelhygienischen Fächern . . 48<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1<br />

• TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Tierschutztagung 2<strong>02</strong>2 . . . . . . . . . . . . 49<br />

3. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz . . . 49<br />

FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Fachgruppe „Versuchstierkunde“ . . . . . . . . .54<br />

STIFTUNGEN UND PREISE<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>1 –<br />

Preise und Auszeichnungen . . . . . . . . . 67<br />

Richard-Völker-Medaille . . . . . . . . . . . . 70<br />

Anton-Mayr-Preis . . . . . . . . . . . . . . 70<br />

Klös-Nachwuchspreis . . . . . . . . . . . . . 70<br />

Preis der Bruns-Stiftung 2<strong>02</strong>1 . . . . . . . . . . 70<br />

Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis . . . . . . 71<br />

Ausschreibung des Otfried-Siegmann-Preises 2<strong>02</strong>2 . . 72<br />

NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Seminarraum der <strong>DVG</strong> - für Ihr Event . . . . . . . 72<br />

Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft . . . . . . . . 73<br />

In eigener Sache – Bitte um Zusendung<br />

Ihre E-Mail-Adresse . . . . . . . . . . . . 73<br />

Werde Schnuppermitglied! . . . . . . . . . . . 73<br />

PERSONEN<br />

Zum Gedenken an Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann . . . 74<br />

International Canine Health Award für Prof. Tipold . . . 75<br />

Prof. Hafez in der International Poultry Hall of Fame . . 75<br />

Ehrendoktortitel für Prof. Drosten,<br />

Prof. Sutter und Prof. Wieler . . . . . . . . . 76<br />

Neue Fachgruppenleiter . . . . . . . . . . . . 78<br />

AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />

QUEN geht online . . . . . . . . . . . . . . 82<br />

VetRepos – Entwicklung einer Datenbank<br />

für Progresstestfragen . . . . . . . . . . . 83<br />

JLU und FLI kooperieren . . . . . . . . . . . . 84<br />

Jetzt als App – StIKo Vet . . . . . . . . . . . . 84<br />

PUBLIKATIONEN<br />

Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag . . . . . . . 85<br />

TAGUNGSKALENDER 2<strong>02</strong>2 . . . . . . . . . . . 86<br />

IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . . 3<br />

2 <strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


Frohe Weihnachten!<br />

1 8 11 4 20<br />

15<br />

12<br />

18<br />

6<br />

9<br />

24 5 19<br />

13<br />

7<br />

22<br />

21 17 3 10 23 14<br />

16<br />

2<br />

Dank Ihnen, allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Förderern, Sponsoren und insbesondere den Mitgliedern der <strong>DVG</strong>,<br />

konnten im zweiten Pandemiejahr die Weichen für eine professionelle und modernere Wissenschaftsgesellschaft gestellt werden!<br />

Ihnen, allen Kooperationspartnern und Freunden der <strong>DVG</strong> ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2<strong>02</strong>2!<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />

für den Vorstand der <strong>DVG</strong> e.V.<br />

PD Dr. Susanne Alldinger<br />

für die <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH • <strong>DVG</strong> e.V. • An der Alten Post 2 • 35390 Gießen • 0641 984446-0 • info@dvg.de • www.dvg.de<br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber:<br />

Deutsche Veterinärmedizinische<br />

Gesellschaft e. V.<br />

Präsident:<br />

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer<br />

Vizepräsident, Schatzmeister:<br />

Prof. Dr. Arwid Daugschies<br />

ISSN 1861-907X<br />

Redaktion: <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

PD Dr. Susanne Alldinger und<br />

Dr. Marion Selig<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

Tel.: 0641 98 44 46 0<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Internet: www.dvg.de<br />

Registergericht Gießen<br />

Handelsregister Nr. HRB 3877<br />

Foto Titelseite:<br />

Abteilung für Vergleichende Medizin<br />

(AVM), Helmholtz Zentrum München<br />

Verlag:<br />

Verlag der <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

Tel.: 0641 98 44 46 0<br />

Druck und Bindung:<br />

Druckerei Bender GmbH<br />

Hauptstr. 27, 35435 Wettenberg<br />

Tel.: 0641 9849960, Fax: 0641 98499620<br />

E-Mail: info@druckerei-bender.de<br />

Internet: www.druckerei-bender.de<br />

Layout / Bildbearbeitung:<br />

FORM UND PRODUKTION<br />

Bernd Burkart<br />

www.form-und-produktion.de<br />

Anzeigen:<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH, Tel.: 0641 98 44 46 0<br />

forum@dvg.de<br />

Das <strong>DVG</strong>-Forum erscheint in einer Onlinesowie<br />

in einer Print-Ausgabe.<br />

Auflage der Print-Ausgabe: 1.700<br />

Erscheinungsweise: zweimal jährlich<br />

Mediadaten:<br />

www.dvg.de t Über uns t <strong>DVG</strong>-Forum<br />

Es gilt die dort angegebene Anzeigenpreisliste.<br />

Die Verantwortlichkeit für den Inhalt der<br />

Beiträge liegt bei den Verfassern. Der auszugsweise<br />

Abdruck ist unter Angabe der<br />

Quelle gestattet. Die Übersendung eines<br />

Belegexemplars wird erbeten. Berufs-, Status-<br />

und Funktionsbezeichnungen im <strong>DVG</strong>-<br />

Forum gelten für alle Geschlechter.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 3


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress: Erstes hybrides Mega-Event ein voller Erfolg!<br />

Vom 18. bis 20. November<br />

2<strong>02</strong>1 fand der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress<br />

als Hybridveranstaltung<br />

in Berlin sowie digital<br />

statt. Drei Tage lang war das Estrel<br />

Congress Center in Berlin Schauplatz<br />

eines hypermodernen Kongressformats,<br />

mit dem die <strong>DVG</strong> Präsenzfortbildungen in<br />

Pandemiezeiten ermöglichte.<br />

Anmeldung, Scannen der Teilnehmer<br />

und Teilnehmerinnen in den Vortragssälen,<br />

um die erlaubten Kapazitäten nicht zu<br />

überschreiten, und die Anwendung der<br />

2G-Regel trugen zur Sicherheit der Anwesenden<br />

vor Ort bei. Die Sessions der drei<br />

größten Tagungen (Kleintiere, Pferde, Rinder)<br />

wurden live gestreamt. Die Aufzeichnungen<br />

dieser Streams und vertonte Powerpointvideos<br />

der übrigen Tagungen<br />

konnten noch bis zum 12. Dezember 2<strong>02</strong>1<br />

in der Mediathek auf der Landingpage eingesehen<br />

werden. Livestream sowie Videos<br />

der Vorträge waren wichtige Elemente des<br />

Kongresses und boten die Chance sowohl<br />

für Referenten als auch Teilnehmer, notfalls<br />

kurzfristig die Präsenzteilnahme in<br />

eine Onlineteilnahme umzuwandeln. Dadurch<br />

waren trotz derzeit wieder stark<br />

steigender Infektionszahlen nur sehr wenige<br />

Absagen zu verzeichnen.<br />

Insgesamt hatten sich über 1.500 Teilnehmer<br />

für das Präsenzformat entschieden;<br />

weitere fast 800 nahmen online teil.<br />

Das wegweisende Kongresskonzept war<br />

mutig von <strong>DVG</strong>-Vorstand und -geschäftsführung<br />

gewählt und von den Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmern anerkannt worden.<br />

Festvortrag: Versöhnung von<br />

Landwirtschaft und Naturschutz<br />

Der Präsident der <strong>DVG</strong>, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin<br />

Kramer (Gießen), und der Kongresspräsident<br />

des 67. Jahreskongresses der Deutschen<br />

Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />

(DGK-<strong>DVG</strong>), Dr. Friedrich Röcken (Schleswig),<br />

eröffneten den Kongress und begrüßten die<br />

Teilnehmer. Im Anschluss hielt Prof. Dr. Dr.<br />

Kai Frölich (Arche Warder) den Festvortrag<br />

mit dem Titel „Versöhnung von Landwirtschaft<br />

und Naturschutz unter besonderer<br />

Berücksichtigung von alten Nutztierrassen“.<br />

Prof. Frölich stellte fest, dass diese Versöhnung<br />

alternativlos und absolut erforderlich<br />

sei, denn der Prozess des Arten- und<br />

Biodiversitätsverlusts drohe unumkehrbar<br />

zu werden. Zum Gelingen dieser Versöhnung<br />

sollten Naturschutzflächen und Flächen<br />

mit geringer Bodenfruchtbarkeit<br />

durch ganzjährige Beweidung mit robusten<br />

Rinder-, Pferde-, Schaf- und Ziegenrassen<br />

extensiv genutzt sowie landwirtschaftlich<br />

gut nutzbare Flächen mit modernsten Methoden<br />

des sogenannten Precision Farming<br />

intensiv, aber trotzdem achtsam und umweltschonend,<br />

bewirtschaftet werden.<br />

In einem zweiten Vortrag stellte Prof.<br />

Dr. Jürgen Zentek (Berlin) in Vertretung von<br />

Prof. Dr. Martin S. Fischer (Jena) die Gesellschaft<br />

zur Förderung Kynologischer Forschung<br />

(gkf) vor.<br />

67. Jahreskongress der DGK-<strong>DVG</strong><br />

Das Schwerpunktthema des 67. Jahreskongresses<br />

der DGK-<strong>DVG</strong> lautete „Zuchtbzw.<br />

qualzuchtrelevante Krankheitsdispositionen<br />

und Erbkrankheiten. Wo<br />

stehen wir heute in Diagnostik, Therapie<br />

und Prävention?“ und zog sich als roter Faden<br />

durch die Sessions der drei parallelen<br />

Vortragsstränge. In den Vortragsblöcken<br />

wurde jeweils aufgezeigt, welchen Anteil<br />

die einzelnen Fachgebiete am Thema Qualzucht<br />

haben und welche Möglichkeiten es<br />

zur Prävention gibt. So widmeten sich die<br />

Bewährter Tagungsort auch in Pandemiezeiten:<br />

Estrel Congress Center in Berlin.<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer, Präsident der <strong>DVG</strong>, eröffnete den Kongress.<br />

4<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Herzlich willkommen zum <strong>DVG</strong>-Vet-Congress!<br />

Organisatoren und Tagungsleiter auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress, v.l.n.r.:<br />

PD Dr. Susanne Alldinger, Dr. Friedrich Röcken, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer,<br />

Prof. Dr. Nicole Kemper, Jens Thielebein, Dr. Florian Buck.<br />

Sessions den Fachgebieten Genetik, Reproduktionsmedizin,<br />

Ophthalmologie, Kardiologie,<br />

Zahnheilkunde, Ethologie, Pharmakologie,<br />

Dermatologie, Endokrinologie,<br />

Onkologie, Anästhesie, Neurologie und<br />

Urologie. Auch zuchtrelevante Krankheitsdispositionen<br />

und Extremzuchten bei<br />

Kleinsäugern und Exoten wurden thematisiert.<br />

Die Präsenzteilnehmer diskutierten<br />

engagiert mit und die Onlineteilnehmer<br />

nutzten rege die Chat-Funktion.<br />

Pferde, Rinder, Bienen und<br />

Wildtiere<br />

Die vor zwei Jahren gegründete Arbeitsgruppe<br />

„Pferdeophthalmologie“ der Fach-<br />

gruppe „Pferdekrankheiten“ führte eine<br />

Tagung zur Immunbedingten Keratitis<br />

(IMMK) sowie ein Seminar zur Equinen Rezidivierenden<br />

Uveitis (ERU) durch. Die<br />

zweitägige Veranstaltung zur Rindermedizin<br />

mit Posterausstellung wurde gemeinsam<br />

von den Fachgruppen Deutsche<br />

buiatrische Gesellschaft, „Reproduktionsmedizin“,<br />

„Tierernährung“ sowie „Tierzucht<br />

und Genomik“ durchgeführt. Auf<br />

der schon traditionell auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congress stattfindenden Bienentagung<br />

drehte sich alles um die „kleinsten Nutztiere“.<br />

Die Präsentationen boten eine<br />

Kombination von neuesten Forschungsarbeiten<br />

u. a. zu Krankheiten und zu Rückständen<br />

in Bienenprodukten sowie von<br />

Vorträgen z. B. zur praktischen Umsetzung<br />

von Sanierungsmaßnahmen. Erstmals<br />

war zudem die Fachgruppe „Wild-,<br />

Zoo- und Gehegetiere“ mit einer Tagung<br />

auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress vertreten.<br />

Weitere Tagungen<br />

Auch die Tagungen folgender Fachgruppen<br />

fanden unter dem Dach des <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congresses statt:<br />

• Die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Chirurgie“ bot<br />

mit ihrer Tagung erneut ein Forum für<br />

Nachwuchswissenschaftler auf allen<br />

Gebieten der Kleintierchirurgie und angrenzender<br />

Gebiete an (s. S. 28).<br />

Mit einem modernen Scannersystem meldeten sich die Teilnehmer<br />

kontaktlos an.<br />

Spannende Vorträge erwarteten die Teilnehmer.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 5


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

• Eine Tagung der Tierärztekammer Berlin<br />

für Tierärztinnen und Tierärzte im<br />

öffentlichen Dienst sowie Veranstaltungen<br />

für Tiermedizinische Fachangestellte<br />

ergänzten das Programm.<br />

Die VET-Messe war unter Pandemiebedingungen konzipiert und Anziehungspunkt für die Teilnehmer.<br />

• Die Fachgruppe „Veterinärmedizinische<br />

Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin<br />

und Schmerztherapie (VAINS)“<br />

führte ihre 6. Jahrestagung durch.<br />

• Die Vorträge der beiden Sessions<br />

„Basic“ und „Advanced“ der Deutschen<br />

Gesellschaft für Tierzahnheilkunde gehören<br />

schon fest zum Programm des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses.<br />

• Eine eigene Tagung führte auch die<br />

Fachgruppe „Tierernährung“ durch;<br />

erstmals wurden hier der beste Vortrag<br />

und das beste Poster ausgezeichnet<br />

(siehe auch Seite 69).<br />

• Die Fachgruppe „Verhaltensmedizin<br />

und Bissprävention“ befasste sich mit<br />

Persönlichkeitsentwicklung sowie Demenz<br />

bei Hunden.<br />

• Die Fachgruppe „Naturheilverfahren<br />

und Regulationsmedizin“ führte ihre<br />

Jahrestagung durch und griff mit dem<br />

Thema Qualzucht den Schwerpunkt<br />

des Kleintierkongresses auf.<br />

• Das Leitthema der Fachgruppe „Umwelt-<br />

und Tierhygiene“ lautete „Hygiene<br />

und Biosicherheit – Schlüsselelemente<br />

zur Infektions- und Pandemiebekämpfung“.<br />

• Die Fachgruppe „Versuchstierkunde“ organisierte<br />

zum zweiten Mal ihre Tagung<br />

auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress. Die Abstracts<br />

finden Sie in der Rubrik „Fachgruppe<br />

im Fokus“ auf den Seiten 54 bis<br />

66.<br />

• Thema in der Fachgruppe „Geschichte<br />

der Veterinärmedizin“ war diesmal die<br />

Tiermedizin in den Medien unter dem<br />

Motto „Von Facebook bis Gutenberg“.<br />

• Der Arbeitskreis „Antibiotikaresistenz“<br />

befasste sich mit der „Antimikrobiellen<br />

Empfindlichkeitsprüfung von Bakterien<br />

tierischer Herkunft“.<br />

Seminare<br />

Die Seminare wurden am Tag vor dem<br />

eigentlichen Kongress ausschließlich in<br />

Präsenz durchgeführt. Am Samstag fand<br />

erstmals ein Seminar zur Tiergestützten<br />

Intervention statt, denn die Vielfalt an<br />

Angeboten tiergestützter Interaktionen<br />

nimmt seit vielen Jahren zu. Eine standardisierte<br />

Aus- und Weiterbildung ist noch<br />

nicht abschließend etabliert. Gerade,<br />

wenn Tiere eine berufliche Tätigkeit begleiten,<br />

insbesondere ältere Menschen,<br />

Kinder oder Menschen mit Beeinträchtigungen<br />

in ihrem Handeln unterstützen,<br />

zeigt sich die Bedeutung der Mensch-Tier-<br />

Beziehung. Der Einsatz beispielsweise als<br />

Schulhund, Therapiepferd oder Sterbebegleiter<br />

erfordert hohe Kompetenzen, um<br />

allen Beteiligten gerecht zu werden.<br />

Neue Initiativen<br />

Ein Kongress besteht aus mehr als aus der<br />

Darstellung und Vermittlung von neuen<br />

Erkenntnissen und aktuellen Entwicklungen.<br />

Er ist auch ein Ort der Begegnung, des<br />

Austauschs, der Impulsgebung und des<br />

Entstehens neuer Projekte. So wurden auf<br />

dem diesjährigen <strong>DVG</strong>-Vet-Congress meh-<br />

Onlineteilnehmer konnte auf der virtuellen Messe stöbern.<br />

Die Sessions der DGK-<strong>DVG</strong>-Tagung wurden live gestreamt.<br />

6<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Arbeitete konzentriert: das Technikteam im Referentenraum.<br />

Auf mehreren Tagungen wurden Poster<br />

ausgestellt.<br />

rere neue Gruppierungen unter dem Dach<br />

der <strong>DVG</strong> auf den Weg gebracht: der Arbeitskreis<br />

Forensische Veterinärmedizin, der<br />

Arbeitskreis Klinische Hygiene sowie die<br />

Initiative Wissenschaftliche Mitarbeitende<br />

(IWIMI) und die AG Social Media der<br />

Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“<br />

(siehe Seiten 15 bis 16).<br />

Preise für den wissenschaftlichen<br />

Nachwuchs<br />

Die Förderung des wissenschaftlichen<br />

Nachwuchses ist ein Kernanliegen der<br />

<strong>DVG</strong>. So erhielt der wissenschaftliche<br />

Nachwuchs auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress erneut<br />

die Möglichkeit, die Ergebnisse der<br />

Forschung vorzustellen. Auf den Veranstaltungen<br />

der DGK-<strong>DVG</strong>, der Fachgruppen<br />

„Chirurgie“, VAINS und „Tierernährung“<br />

wurden die besten Vorträge und Poster<br />

ausgezeichnet (siehe Seiten 67 bis 69). Die<br />

Posterausstellung fand sowohl vor Ort als<br />

auch virtuell statt. Auf der Landingpage<br />

des Kongresses konnten die pdf-Dateien<br />

der Poster sowie auch kurze Videofilme abgerufen<br />

und auf diese Weise per Mausklick<br />

betrachtet werden.<br />

67. VET-Messe<br />

Ein Highlight des Kongresses war sicherlich<br />

die Industrieausstellung, bei der 82<br />

Aussteller ihre Produkte vor Ort präsentierten.<br />

Eine großzügige Planung der Messe<br />

gestattete den gefahrlosen, lang ersehnten<br />

face-to-face-Kontakt. Aber auch<br />

auf einer virtuellen Messe konnten sich die<br />

Firmen darstellen, eine Option, die 15 Aussteller<br />

wahrnahmen.<br />

Großes Dankeschön an alle<br />

Ein herzlicher Dank geht an die Referenten<br />

und Vorsitzenden, die zahlreichen Technik-Helfer,<br />

an alle Teilnehmer und natürlich<br />

die Industriepartner, Sponsoren und<br />

Aussteller, insbesondere an den Diamant-<br />

Sponsor Royal Canin und die Gold-Sponsoren<br />

Hill’s Pet Nutrition und Vet-Concept.<br />

Wir danken allen Beteiligten herzlich<br />

für die Flexibilität und dafür, dass Sie sich<br />

auf das Hybrid-Format eingelassen haben.<br />

Das Ergebnis zeigt, dass sich die Mühe gelohnt<br />

hat! Der Kongress im kommenden<br />

Jahr findet vom 13. bis 15. Oktober statt –<br />

in welchem Format werden die kommenden<br />

Wochen zeigen.<br />

PD Dr. Susanne Alldinger<br />

Dr. Marion Selig<br />

Fotos S. 4 bis 11: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong>,<br />

außer: S. 6 unten li, S. 7 unten, S. 8 oben<br />

(2x) und 2. Reihe von oben re, 3. Reihe von<br />

oben li, S. 9 oben li, unten re, S. 10 oben li,<br />

2. Reihe von oben (2x), unten re, S. 11 alle<br />

außer 2. Reihe von oben re: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

Bildergalerien finden Sie unter:<br />

http://www.dvg-vet-congress.de/<br />

Die pdf-Dateien der Poster sowie kurze Videofilme konnten auch online per Mausklick betrachtet<br />

werden.<br />

Die Tagungsbände können in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

bestellt werden (s. S. 85).<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 7


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

8<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 9


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

10<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 11


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Bitte beachten: Aktuelle Adresse der <strong>DVG</strong><br />

Seit Mai 2<strong>02</strong>1 befindet sich die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> in der „Alten Post“ in Gießen!<br />

Die bislang kommunizierte und teilweise<br />

noch angegebene Adresse „Bahnhofstr. 91“<br />

bezeichnet dasselbe Gebäude; tatsächlich<br />

lautet die korrekte postalische Adresse jedoch<br />

„An der Alten Post 2“. Postsendungen<br />

an die Adresse Bahnhofstr. 91 kommen jedoch<br />

auch an. Die <strong>DVG</strong> hat die rechte Hälfte<br />

der ersten Etage bezogen.<br />

Die aktuelle Adresse lautet:<br />

<strong>DVG</strong> e. V.<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

Tel.: 0641 9844460<br />

info@dvg.de<br />

www.dvg.de<br />

Delegiertenversammlung<br />

Im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses in<br />

Berlin fand am 18.11.2<strong>02</strong>1 die Delegiertenversammlung<br />

der <strong>DVG</strong> in Präsenz statt.<br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer,<br />

Vizepräsident Prof. Dr. Arwid Daugschies<br />

und die Geschäftsführerin PD Dr.<br />

Susanne Alldinger stellten die vielfältigen<br />

Aktivitäten der <strong>DVG</strong> seit der letzten Versammlung<br />

dar, die am 03.12.2<strong>02</strong>0 online<br />

durchgeführt worden war.<br />

Pandemiebedingt fanden in 2<strong>02</strong>1 zahlreiche<br />

Tagungen online oder im Hybridformat<br />

statt. Die Durchführung von Onlineveranstaltungen<br />

ist inzwischen zur Routine<br />

für das <strong>DVG</strong>-Team geworden. Erstmals<br />

organisierte das Team den <strong>DVG</strong>-Vet-Congress<br />

ohne den langjährigen Veranstaltungspartner<br />

CSM, so dass die Planung der<br />

Industrieausstellung und das Referenten-,<br />

Teilnehmer- sowie Sponsorenmanagement<br />

zusätzlich zu den bestehenden Kongresstätigkeiten<br />

von der Geschäftsstelle in<br />

Gießen aus gemanagt wurden.<br />

Da durch die gewachsenen Aufgaben<br />

Verstärkung in der Geschäftsstelle erforderlich<br />

war und zwei Eventmanagerinnen<br />

eingestellt wurden, waren auch größere<br />

Räumlichkeiten notwendig. Anfang Mai<br />

fand der Umzug der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

in die Alte Post in Gießen statt.<br />

V.l.n.r.: PD Dr. Susanne Alldinger, Prof. Dr. Dr. h.c.<br />

Martin Kramer, Prof. Dr. Arwid Daugschies. Foto:<br />

<strong>DVG</strong><br />

Die Delegierten beschlossen die Gründung neuer Initiativen. Foto: <strong>DVG</strong><br />

12<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Die Delegierten beschlossen die Umbenennung<br />

der Fachgruppe „Krankheiten<br />

kleiner Wiederkäuer“ in „Kleine Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele“ sowie die<br />

Gründung folgender Gruppierungen:<br />

• AG „Social Media und Digitale Transformation“<br />

der Fachgruppe „Didaktik und<br />

Kommunikation“<br />

• Initiative Wissenschaftliche Mitarbeitende<br />

(IWIMI)<br />

Sehen Sie dazu auch weitere Informationen<br />

auf den folgenden Seiten. •<br />

Prof. Martin Kramer ist neues Mitglied im JLU-Präsidium<br />

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee gratuliert Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer zur Wahl.<br />

Foto: JLU / Katrina Friese<br />

Am 17. November 2<strong>02</strong>1 wählte der Erweiterte<br />

Senat der Justus-Liebig-Universität (JLU)<br />

Gießen Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer zum<br />

neuen Vizepräsidenten für Forschung und<br />

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.<br />

Prof. Kramer verstärkt das fünfköpfige<br />

Präsidium der Justus-Liebig-Universität<br />

Gießen (JLU) und hat am 22. November als<br />

Vizepräsident das Ressort „Forschung und<br />

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“<br />

übernommen. Seine dreijährige<br />

Amtszeit läuft bis zum 21. November 2<strong>02</strong>4.<br />

Der Erweiterte Senat hat den langjährigen<br />

Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin<br />

und Leiter der Klinik für Kleintiere (Chirurgie)<br />

zum Nachfolger von Prof. Dr. Dr. Peter<br />

Kämpfer gewählt, der das Amt seit 22.<br />

November 2015 zwei Amtszeiten lang innehatte.<br />

Prof. Kramer erhielt gleich im ersten<br />

Wahlgang 29 von 34 abgegebenen Stimmen;<br />

es gab vier Enthaltungen und eine<br />

Nein-Stimme. Zuvor hatte der Erweiterte<br />

Senat den Kandidaten, der von JLU-Präsident<br />

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee für die<br />

Wahl vorgeschlagen worden war, in der Universitätsaula<br />

– unter den geltenden Pandemiebedingungen<br />

– öffentlich angehört.<br />

JLU-Präsident Prof. Mukherjee gratulierte<br />

dem neu gewählten Vizepräsidenten<br />

für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen<br />

Nachwuchses herzlich: „Ich<br />

bin überzeugt davon, dass Prof. Kramer<br />

mit seiner langjährigen Gremienerfahrung<br />

sowie seinen Erfahrungen als Dekan des<br />

Fachbereichs Veterinärmedizin künftig im<br />

Präsidium wertvolle Impulse geben wird.<br />

Er kennt die JLU in all seinen Facetten seit<br />

Jahrzehnten und hat die erfolgreiche Entwicklung<br />

der Universität stets mitbegleitet<br />

und mitgestaltet. Ich freue mich, dass<br />

wir die vertrauensvolle Zusammenarbeit<br />

im Präsidium in neuer Besetzung fortsetzen<br />

können.“<br />

Prof. Kramer bedankte sich nach der<br />

Wahl beim Erweiterten Senat für das in<br />

ihn gesetzte Vertrauen. Er betonte: „Ich<br />

freue mich sehr auf meine Tätigkeit im<br />

JLU-Präsidium und möchte sowohl die gesamte<br />

Bandbreite der Forschung an der<br />

Universität als auch die Spitzenforschung<br />

in den Fokus meiner Arbeit stellen. Die<br />

Förderung junger, sehr guter Wissenschaftlerinnen<br />

und Wissenschaftler in allen<br />

Forschungsbereichen stellt in komplexen<br />

Zeiten eine weitere essenzielle Herausforderung<br />

für die Universität dar, der<br />

ich mich gerne stellen werde.“<br />

Prof. Mukherjee dankte zugleich<br />

Amtsinhaber Prof. Kämpfer, der das Forschungsressort<br />

in extrem herausfordernden<br />

Zeiten im Präsidium vertreten habe.<br />

In seine Amtszeiten seien große Meilensteine<br />

in der Forschung gefallen, darunter<br />

die Erfolge in der Exzellenzstrategie und<br />

die Verstetigung weiterer großer Verbundprojekterfolge.<br />

Hervorzuheben seien auch<br />

die signifikant gestiegenen Drittmitteleinnahmen,<br />

wie jüngst im DFG-Förderatlas<br />

belegt, und die intensive Vernetzung<br />

mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen<br />

in Hessen, unter anderem mit<br />

der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.<br />

Prof. Kramer ist seit 2015 Präsident der <strong>DVG</strong>.<br />

<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 13


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

70 Jahre <strong>DVG</strong><br />

Anlässlich des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses feierte die <strong>DVG</strong> ihr 70-jähriges Bestehen.<br />

Auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>1 hat die<br />

Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft<br />

(<strong>DVG</strong>) ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert.<br />

Der Kongress wurde als Hybridveranstaltung<br />

in Berlin sowie parallel digital<br />

unter 2G-Bedingungen durchgeführt. Daher<br />

fand auch die Jubiläumsfeier in Berlin<br />

statt, pandemiebedingt in geschlossenem<br />

Rahmen. Ort des Geschehens war das Chamäleon<br />

Theater mit seinem historischen<br />

Festsaal in den Hackeschen Höfen.<br />

In einem kurzen Rückblick warfen <strong>DVG</strong>-<br />

Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer,<br />

Geschäftsführerin PD Dr. Susanne Alldinger<br />

und Dr. Marion Selig, die zur Geschichte der<br />

<strong>DVG</strong> promoviert hat, einen Blick auf die<br />

Entwicklung der wissenschaftlichen Gesellschaft<br />

der Veterinärmedizin von der<br />

Gründung bis heute. Sie zeigten auf, dass<br />

die Vision der beiden Gießener Professoren<br />

und Gründerväter der <strong>DVG</strong>, Herbert Haupt<br />

und Elmar Roots, in die Realität umgesetzt<br />

wurde und Wirklichkeit geworden ist.<br />

Haupt und Roots hatten 1949 dazu aufgerufen,<br />

eine wissenschaftliche Gesellschaft<br />

zu gründen, die sich in Fachgruppen gliedert<br />

und die in einem regelmäßig wiederkehrenden<br />

Kongress die Ergebnisse und<br />

Ziele der Forschung darstellt. Zwei Jahre<br />

später, 1951, wurde die <strong>DVG</strong> gegründet –<br />

und hat sich bis heute zu einer der größten<br />

veterinärmedizinischen Dachorganisationen<br />

entwickelt, die sich mit allen Gebieten<br />

der Tiermedizin befasst. Die Struktur der<br />

Gliederung in Fachgruppen und die Durchführung<br />

eines jährlichen Kongresses – seit<br />

2011 unter dem Namen „<strong>DVG</strong>-Vet-Congress“<br />

– haben sich über die Jahrzehnte bewährt<br />

und wurden fortwährend ausgebaut.<br />

Voraussetzung dafür sind zum einen aktive<br />

Fachgruppen, die die inhaltliche Arbeit<br />

leisten, und zum anderen eine professionelle<br />

und neuen Entwicklungen gegenüber<br />

stets aufgeschlossene Geschäftsleitung.<br />

Die <strong>DVG</strong> ist die wissenschaftliche Gesellschaft<br />

der Veterinärmedizin und eine<br />

der größten tiermedizinischen Dachorganisationen<br />

in Deutschland. Ihre über 5.800<br />

Mitglieder sind in 40 Fachgruppen organisiert.<br />

•<br />

Fotos auf dieser Seite: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />

begrüßte die Gäste.<br />

Warf einen Blick auf die Geschichte der <strong>DVG</strong>: Dr. Marion Selig.<br />

14<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


Initiativen: Forensik, Klinische Hygiene, IWIMI, Round Table<br />

<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

V.l.n.r.: Dr. Thomas Buyle, Dr. Thomas Steidl, PD MMag.<br />

Dr. Alexander Tritthart. Foto: <strong>DVG</strong><br />

V.l.n.r.: Dr. Philipp Winkels, Dr. Laura Rohwedder, Dr. Thomas Rohwedder.<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

Anlässlich des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses fanden<br />

die Gründungsveranstaltungen der im<br />

letzten Jahr beschlossenen Arbeitskreise<br />

(AK) „Forensische Veterinärmedizin“ und<br />

„Klinische Hygiene“ statt. Die Delegierten<br />

der <strong>DVG</strong> stimmten zudem der Gründung<br />

von IWIMI zu, der Initiative der Wissenschaftlichen<br />

Mitarbeitenden. Und auch<br />

der Round Table zur Zukunft des wissenschaftlichen<br />

Nachwuchses hielt ein Treffen<br />

ab.<br />

AK „Forensische Veterinärmedizin“<br />

Am 18.11.2<strong>02</strong>1 fand eine erste Tagung zur<br />

forensischen Veterinärmedizin statt, in<br />

deren Rahmen der Arbeitskreis offiziell gegründet<br />

wurde. Dr. Thomas Steidl (Tübingen)<br />

wurde zum Vorsitzenden gewählt. Zu<br />

Stellvertretern wurden PD MMag. Dr. Alexander<br />

Tritthart (Graz, A) und Dr. Thomas<br />

Buyle (Kernen im Remstal) gewählt. Der<br />

Arbeitskreis will sich fachübergreifend in<br />

erster Linie damit auseinandersetzen, der<br />

Kollegenschaft aktualisierte und praxisbezogene<br />

Hinweise zu geben, um mit ihrem<br />

tiermedizinischen Handeln „rechtssicher“<br />

zu bleiben.<br />

AK „Klinische Hygiene“<br />

Die Gründung des AK „Klinische Hygiene“<br />

fand ebenfalls auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress<br />

statt. Der Antrag war von Prof. Dr. Sabine<br />

Kästner, Prof. Dr. Sabine Tacke und Dr. René<br />

Dörfelt gestellt worden, da es bislang keine<br />

Gruppierung gibt, die sich mit dieser<br />

Thematik befasst. In den Vorstand wurden<br />

Dr. Laura Rohwedder (Berlin, Vorsitzende),<br />

Dr. Thomas Rohwedder (Berlin, Stellvertreter)<br />

und Dr. Philipp Winkels (Erftstadt, Beisitzer)<br />

gewählt. Der Arbeitskreis will sich<br />

mit möglichst vielen Fachgruppen vernetzen.<br />

IWIMI unter dem Dach der <strong>DVG</strong><br />

gegründet<br />

Die <strong>DVG</strong> fühlt sich seit jeher als Wissenschaftsorganisation<br />

der Tiermedizin allen<br />

Bereichen tiermedizinischer Forschung<br />

verpflichtet. Eine besondere Bedeutung<br />

in der forschenden Tiermedizin nimmt<br />

der sogenannte „Mittelbau“ ein, also Wissenschaftliche<br />

MitarbeiterInnen an Universitäten<br />

oder anderen Einrichtungen,<br />

die auf dem Weg zur weiteren akademischen<br />

Qualifikation sind. Sie stellen mit<br />

ihrem Können und ihrer Erfahrung die Basis<br />

dar, die für eine erfolgreiche wissenschaftliche<br />

Arbeit, aber auch die Erfüllung<br />

allgemeiner Dienstaufgaben, eine<br />

kontinuierliche Sicherung guter Lehre für<br />

Studierende und die Qualifikation von<br />

weiterem akademischem Nachwuchs unverzichtbar<br />

ist. Die Bezeichnung „Mittelbau“<br />

spiegelt diese grundlegenden, aber<br />

nicht immer hinreichend gewürdigten<br />

Funktionen, die Wissenschaftliche MitarbeiterInnen<br />

für das Funktionieren ihrer<br />

Arbeitsbereiche haben, recht passend wider.<br />

Unter dem Dach der <strong>DVG</strong> wird IWIMI (Initiative<br />

Wissenschaftliche Mitarbeitende)<br />

nun als Sprachrohr für die besonderen<br />

Anliegen der Wissenschaftlichen Mitarbeitenden<br />

und als Anker für diese wichtige<br />

Fraktion dienen. Die strukturelle Einbindung<br />

von IWIMI in die <strong>DVG</strong> wurde im<br />

<strong>DVG</strong>-Vorstand ausführlich diskutiert und<br />

stieß unmittelbar auf breite Unterstützung.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 15


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Round Table<br />

Hinsichtlich des bestehenden und wahrscheinlich<br />

noch zunehmenden Mangels<br />

an exzellentem tiermedizinischem Nachwuchs<br />

zur Besetzung von Führungspositionen<br />

an den Universitäten sucht die<br />

<strong>DVG</strong> gemeinsam mit universitären und<br />

außeruniversitären Insitutionen nach Wegen,<br />

junge KollegInnen für die akademische<br />

Laufbahn zu interessieren. Auf dem<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>1 fand dazu ein 3.<br />

Treffen mit Vertretern der Akademie für<br />

Tiergesundheit, der Bundestierärztekammer,<br />

der tierärztlichen Ausbildungsstätten<br />

sowie des Mittelbaus, von bvvd und<br />

VetDocs München statt. • Auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress fand ein weiteres Treffen des Round Table statt. Foto: <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong><br />

Vet-Congress<br />

Berlin 2<strong>02</strong>2<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>2 – Calls for Abstracts<br />

Einige Fachgruppen der <strong>DVG</strong> haben schon ihre Calls for Abstracts für die Jahrestagungen unter dem Dach<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>2 veröffentlicht. Der Kongress findet vom 13. bis 15. Oktober 2<strong>02</strong>2 statt.<br />

Deadline zum Einreichen der Abstracts ist der 4. April 2<strong>02</strong>2. Weitere Calls und aktuelle Informationen<br />

sind auch zu finden unter:<br />

q www.dvg.de<br />

q www.dvg-vet-congress.de<br />

68. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft<br />

für Kleintiermedizin<br />

Schwerpunktthema:<br />

Der Generationenwechsel<br />

Altbewährtes und Neues in der<br />

Kleintiermedizin<br />

Die DGK-<strong>DVG</strong> (GSAVA) lädt Sie herzlich ein,<br />

Abstracts für Freie Vorträge anlässlich des<br />

68. Jahreskongresses in Berlin einzureichen.<br />

Die Vortragspräsentationen sind auf<br />

13 Minuten mit 2 Minuten Diskussion limitiert<br />

(bitte beachten: Die Freien Vorträge<br />

finden voraussichtlich am Donnerstag,<br />

13.10.2<strong>02</strong>2, statt). Weiterhin findet eine<br />

Posterpräsentation (Postergröße A0, ca. 90<br />

x 120 cm) statt. Die Autoren der Poster<br />

werden zu bestimmten Zeiten gebeten,<br />

ihr Poster zu präsentieren und für die Beantwortung<br />

von Fragen zur Verfügung zu<br />

stehen. Auf der Kongress-Webseite sollen<br />

Kurzvideos (vertonte Powerpointdateien)<br />

veröffentlicht werden, in denen die Poster<br />

vorgestellt werden. Die Poster-Autoren<br />

werden daher gebeten, entsprechende Videos<br />

zu erstellen (Deadline wird noch bekannt<br />

gegeben, etwa Ende September<br />

2<strong>02</strong>2).<br />

Ein wissenschaftlicher Beirat wird über<br />

die Annahme der Präsentationen entscheiden.<br />

Angenommene Abstracts werden<br />

dann sowohl im Tagungsband als auch in<br />

der Zeitschrift „Kleintierpraxis“ (Print-Ausgabe)<br />

veröffentlicht. Zusätzlich werden<br />

die Abstracts auf die Webseite der Zeitschrift<br />

„Kleintierpraxis“ auf vetline.de im<br />

Bereich, der nur für Abonnenten der Zeitschrift<br />

zugänglich ist, gestellt. Mit dem<br />

Einreichen Ihres Abstracts stimmen Sie der<br />

vorgenannten Verwendung und den Veröffentlichungen,<br />

insbesondere der Weitergabe<br />

des Abstracts durch die <strong>DVG</strong> an den<br />

Herausgeber und Verleger (M. & H. Schaper<br />

GmbH – ein Unternehmen der Schlü-<br />

16<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

terschen Fachmedien GmbH) der Zeitschrift<br />

„Kleintierpraxis“ zu und räumen<br />

der <strong>DVG</strong> hierzu die erforderlichen, zeitlich<br />

unbeschränkten, nicht exklusiven Nutzungsrechte<br />

an dem Abstract ein. Zugleich<br />

gewährleisten Sie mit der Einreichung des<br />

Abstracts, dass Rechte Dritter durch die<br />

Nutzung des Abstracts nicht verletzt werden.<br />

Geben Sie bitte Ihre 1. und 2. Präferenz an:<br />

Freier Vortrag, Posterpräsentation, KEIN<br />

Poster.<br />

Die Gliederung des Abstracts ist frei, muss<br />

jedoch Informationen zum Ziel der Studie,<br />

Methoden, Ergebnisse und Schlussfolgerungen<br />

enthalten. Formulierungen wie<br />

„die Resultate werden im Vortrag präsentiert/diskutiert“<br />

sind nicht akzeptabel.<br />

Einfache Tabellen sind innerhalb des vorgegebenen<br />

Raums möglich. Relevante Fallberichte<br />

werden im Einzelfall auch berücksichtigt.<br />

Die Länge des Abstracts ist auf<br />

250 Wörter begrenzt (ohne Titel und Autoren).<br />

Abstracts, die nach dem folgenden<br />

Datum eingereicht werden, finden keine<br />

Berücksichtigung.<br />

q Deadline: 04.04.2<strong>02</strong>2<br />

Ab Mitte Januar 2<strong>02</strong>2 können die Abstracts<br />

online über die <strong>DVG</strong>-Webseite eingereicht<br />

werden: www.dvg.de – Tagungen, Termine.<br />

Bitte nutzen Sie für die Erstellung der<br />

Abstracts die dort hinterlegten Formatvorgaben.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Prof. Dr. Barbara Kohn, Dipl. ECVIM-CA,<br />

Klinik für kleine Haustiere, FU Berlin,<br />

FB Veterinärmedizin, Oertzenweg 19b,<br />

14163 Berlin,<br />

barbara.kohn@fu-berlin.de oder<br />

• Prof. Dr. Andreas Moritz,<br />

Dipl. ECVIM-CA, Klinik für Kleintiere,<br />

Innere Medizin, Justus-Liebig-Universität<br />

Gießen, Frankfurter Str. 114,<br />

35392 Gießen,<br />

andreas.moritz@vetmed.uni-giessen.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH,<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen,<br />

Tel.: 0641 984446 – 0<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Call for Papers<br />

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,<br />

die Fachgruppe Veterinärmedizinische Anästhesie,<br />

Intensivmedizin, Notfallmedizin<br />

und Schmerztherapie der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft (VAINS-<br />

<strong>DVG</strong>) lädt Sie herzlich ein, Abstracts für<br />

Freie Vorträge anlässlich des 7. Jahrestreffens<br />

dieser Fachgruppe im Rahmen des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses vom 13. bis 15.10.2<strong>02</strong>2<br />

in Berlin einzureichen.<br />

Auch in diesem Jahr werden nicht nur Wissenschaftliche<br />

Studien, sondern auch Fallberichte<br />

aus der Praxis zu den Bereichen<br />

Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin<br />

und Schmerztherapie angenommen.<br />

Ein wissenschaftlicher Beirat wird über die<br />

Annahme der Präsentationen entscheiden.<br />

Angenommene Abstracts werden im<br />

Tagungsband und in der „Tierärztlichen<br />

Praxis“ veröffentlicht.<br />

Die Vortragspräsentationen sind auf 13 Minuten<br />

mit 2 Minuten Diskussion limitiert.<br />

Die Gliederung des Abstracts ist frei, muss<br />

jedoch Informationen zum Ziel der Studie,<br />

Methoden, Ergebnisse und Schlussfolgerungen<br />

enthalten. Formulierungen wie<br />

„die Resultate werden im Vortrag präsentiert/diskutiert“<br />

sind nicht akzeptabel.<br />

Einfache Tabellen sind innerhalb des vorgegebenen<br />

Raums möglich. Eine Wortzahl<br />

von 300 Wörtern (ohne Überschrift und<br />

Autoren) sollte nicht überschritten werden.<br />

q Deadline ist der 04.04.2<strong>02</strong>2.<br />

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht<br />

werden, finden keine Berücksichtigung.<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract ab Mitte Januar<br />

online unter folgender Adresse ein:<br />

www.dvg.de – Tagungen, Termine<br />

Bitte beachten Sie bei der Erstellung der<br />

Abstracts die dort hinterlegten Hinweise.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Dr. Esther Haßdenteufel,<br />

E-Mail: Esther.Hassdenteufel@<br />

vetmed.uni-giessen.de oder<br />

• Dr. Julia Tünsmeyer,<br />

E-Mail: julia.tuensmeyer@<br />

tiho-hannover.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH,<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen,<br />

Tel.: 0641 984446 – 0<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 17


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“<br />

im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

2<strong>02</strong>2 vom 13.-15. Oktober 2<strong>02</strong>2 im Estrel<br />

Congress Center, Berlin<br />

Die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierernährung“<br />

lädt Sie herzlich ein, Abstracts für freie<br />

Vorträge und Poster anlässlich des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses 2<strong>02</strong>2 einzureichen.<br />

Deadline zur Abstract-Einreichung:<br />

4. April 2<strong>02</strong>2<br />

Abstracts, die nach diesem Datum eingereicht<br />

werden, finden keine Berücksichtigung.<br />

Ein wissenschaftlicher Beirat entscheidet<br />

über die Annahme der Präsentationen.<br />

Angenommene Abstracts werden in einem<br />

Tagungsband erscheinen.<br />

Die Firma VET-CONCEPT GmbH & Co.<br />

KG vergibt im Rahmen der Fachgruppentagung<br />

zudem erneut einen Geldpreis für<br />

Aufruf zur Einreichung von Abstracts für freie<br />

Vorträge und Poster<br />

den besten freien Vortrag (350 €) sowie das<br />

beste Poster (150 €) einer Nachwuchswissenschaftlerin/eines<br />

Nachwuchswissenschaftlers.<br />

Die Auswahl wird hierbei von<br />

einem wissenschaftlichen Komitee vorgenommen.<br />

Es sind aktuelle Studien und Fallberichte<br />

aus dem gesamten Gebiet der Tierernährung<br />

erwünscht. Die Vortragspräsentationen<br />

sind auf 10 Minuten plus 5 Minuten<br />

Diskussion limitiert. Zudem findet<br />

eine Posterpräsentation (Postergröße A0,<br />

ca. 90 x 120 cm) statt. Die Autoren der Poster<br />

werden zu vorgegebenen Zeiten gebeten,<br />

für die Beantwortung von Fragen zur<br />

Verfügung zu stehen.<br />

Bitte geben Sie bei der Abstract-Einreichung<br />

Ihre 1. und 2. Präferenz an: Freier<br />

Vortrag, Posterpräsentation, KEIN Poster.<br />

Die Länge des Abstracts ist auf 250<br />

Wörter begrenzt (ohne Titel und Autor/innen).<br />

Bei der Gliederung des Abstracts sind<br />

das Ziel der Studie, Methoden, Ergebnisse<br />

und Schlussfolgerungen anzugeben.<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract online<br />

ein: www.dvg.de – Tagungen, Termine<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie:<br />

• Prof. Dr. Nadine Paßlack, Klinik für<br />

Kleintiere (Innere Medizin),<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen,<br />

Frankfurter Str. 114, 35392 Gießen<br />

E-Mail: nadine.passlack@vetmed.<br />

uni-giessen.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH,<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen,<br />

Tel.: 0641 984446 – 0<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Call for Abstracts<br />

Im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>2<br />

vom 13. bis 15.10.2<strong>02</strong>2 in Berlin bietet die<br />

Fachgruppe Chirurgie am Donnerstag, den<br />

13.10.2<strong>02</strong>2 zum 14. Mal jungen Nachwuchswissenschaftlern<br />

die Möglichkeit, Ergebnisse<br />

ihrer wissenschaftlich-klinischen<br />

Forschungen auf allen Gebieten der Kleintierchirurgie<br />

und angrenzenden Gebieten<br />

(Orthopädie, Weichteilchirurgie, Neurologie,<br />

Bildgebende Verfahren, Ophthalmologie,<br />

Stomatologie) einer wissenschaftlich<br />

interessierten Zuhörerschaft vorzustellen.<br />

Referenten können ihr Abstract ab Mitte<br />

Januar 2<strong>02</strong>2 bis zum 04.04.2<strong>02</strong>2 online<br />

über die <strong>DVG</strong>-Webseite einreichen:<br />

www.dvg.de – Tagungen, Termine.<br />

Die maximale Länge des Abstracts ist<br />

auf 6.000 Zeichen (ohne Titel und Autoren,<br />

inkl. Leerzeichen) begrenzt.<br />

Die Präsentation kann in Deutsch oder<br />

Englisch abgehalten werden und sollte (je<br />

nach Anzahl der Vortragenden) ca. 12 bis<br />

20 Minuten dauern. Ein Gremium von Veterinärchirurgen<br />

wird alle Präsentationen<br />

evaluieren. Die drei besten Vorträge werden<br />

prämiert.<br />

Bitte beachten Sie: Angenommene<br />

Abstracts werden dann sowohl im Tagungsband<br />

als auch in der Zeitschrift „Kleintierpraxis“<br />

(Print-Ausgabe) veröffentlicht. Zusätzlich<br />

werden die Abstracts auf die Webseite<br />

der Zeitschrift „Kleintierpraxis“ auf<br />

vetline.de im Bereich, der nur für Abonnenten<br />

der Zeitschrift zugänglich ist, gestellt.<br />

Mit dem Einreichen Ihres Abstracts stimmen<br />

Sie der vorgenannten Verwendung<br />

und den Veröffentlichungen, insbesondere<br />

der Weitergabe des Abstracts durch die <strong>DVG</strong><br />

an den Herausgeber und Verleger (M. & H.<br />

Schaper GmbH – ein Unternehmen der<br />

Schlüterschen Fachmedien GmbH) der Zeitschrift<br />

„Kleintierpraxis“ zu und räumen der<br />

<strong>DVG</strong> hierzu die erforderlichen, zeitlich unbeschränkten,<br />

nicht exklusiven Nutzungsrechte<br />

an dem Abstract ein. Zugleich gewährleisten<br />

Sie mit der Einreichung des<br />

Abstracts, dass Rechte Dritter durch die<br />

Nutzung des Abstracts nicht verletzt werden.<br />

Wir hoffen, möglichst zahlreiche Nachwuchswissenschaftler<br />

für dieses Forum zu<br />

gewinnen, und bitten Sie höflichst, engagierte<br />

Mitarbeiter hierfür zu interessieren.<br />

Des Weiteren sind Kollegen, die sich zur<br />

Evaluierung der präsentierten Vorträge im<br />

Rahmen dieses Forums bereitfinden, herzlich<br />

willkommen, sich bei uns zu melden.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Dr. Christine Peppler, Leiterin der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe Chirurgie<br />

E-Mail: christine.peppler@vetmed.unigiessen.de<br />

• Bei technischen Fragen wenden Sie<br />

sich bitte an: <strong>DVG</strong> Service GmbH,<br />

Tel.: 0641 984446-0<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

18<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Call for Abstracts<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

die Augenheilkunde ist ein wichtiger Bestandteil<br />

in der Pferdemedizin. Augenerkrankungen<br />

können starke Auswirkungen<br />

auf die Leistungsbereitschaft und<br />

Einsatzmöglichkeiten eines Pferdes haben.<br />

Die Ophthalmologie in der Pferdemedizin<br />

hat in den letzten 20 Jahren stark an<br />

Bedeutung gewonnen. Wegen dieser steigenden<br />

Bedeutung gründeten wir mit der<br />

Arbeitsgruppe (AG) Pferdeophthalmologie<br />

ein Forum, in dem sich die an Pferdeophthalmologie<br />

interessierten Kollegen und<br />

in diesem Bereich aktiv tätigen Tierärztinnen<br />

und Tierärzte austauschen können,<br />

um ihre Meinungen und fachlichen Erfahrungen<br />

zu diskutieren und sich weiterbilden<br />

zu können.<br />

Aus diesem Grund organisiert die AG<br />

Pferdeophthalmologie der Fachgruppe<br />

Pferdekrankheiten der <strong>DVG</strong> im Rahmen<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>2 vom 13. bis<br />

15.10.2<strong>02</strong>2 in Berlin am Donnerstag, den<br />

13.10.2<strong>02</strong>2, zum 3. Mal einen Kongress über<br />

Augenkrankheiten des Pferdes. Das Thema<br />

lautet: „Von der Hornhaut bis zum Augenhintergrund“.<br />

An diesem Tag werden die<br />

unterschiedlichen, interessanten Themen<br />

in 10- bis 15-minütigen Vorträgen vorgestellt<br />

und dazwischen interaktive Fallbeispiele<br />

(Diaquiz) eingebaut.<br />

Auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress wird auch<br />

die Fachgruppe „Pferdekrankheiten“ eine<br />

Tagung durchführen (voraussichtlich am<br />

14./15.10.2<strong>02</strong>2).<br />

Die Arbeitsgruppe lädt Sie herzlich<br />

ein, Abstracts für Vorträge zum Thema<br />

„Von der Hornhaut bis zum Augenhintergrund“<br />

zur Tagung einzureichen. Es werden<br />

wissenschaftliche klinische Studien<br />

und interessante Fallberichte aus der Praxis<br />

angenommen.<br />

Der Leitung der Arbeitsgruppe wird<br />

über die Annahme der Präsentationen entscheiden.<br />

Angenommene Abstracts werden<br />

im Tagungsband veröffentlicht. Eine<br />

Wortzahl von 300 Wörtern (ohne Überschrift<br />

und Autoren) sollte nicht überschritten<br />

werden.<br />

Deadline ist der 04.04.2<strong>02</strong>2<br />

Bitte reichen Sie Ihr Abstract online unter<br />

folgender Adresse ein:<br />

www.dvg.de – Tagungen, Termine<br />

Bitte beachten Sie bei der Erstellung der<br />

Abstracts die dort hinterlegten Hinweise.<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Prof. Dr. Dr. József Tóth<br />

E-Mail: prof.toth@tierklinik-karthaus.de<br />

• Dr. Stefan Gesell<br />

E-Mail: stefan.gesell@​<br />

pferdeaugenheilkunde.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH,<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen,<br />

Tel.: 0641 984446 – 0<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

Wir bitten alle Pferdetierärztinnen und<br />

Pferdetierärzte, die Interesse an einer Beteiligung<br />

in der Arbeitsgruppe haben, teilzunehmen.<br />

Call for Abstracts<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses vom<br />

13. bis 15.10.2<strong>02</strong>2 in Berlin führt die Fachgruppe<br />

Versuchstierkunde eine Tagung zu<br />

verschiedenen Themen aus der Versuchstierkunde<br />

zur Stärkung des Dialogs zwischen<br />

Tiermedizin und experimenteller<br />

Forschung durch.<br />

Die Tagung findet am Freitag, den<br />

14.10.2<strong>02</strong>2 statt und soll auch jungen<br />

Nachwuchswissenschaftlern/innen die<br />

Möglichkeit bieten, Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen<br />

Arbeiten auf allen Gebieten<br />

der Versuchstierkunde vorzustellen.<br />

Referenten können ihr Abstract ab<br />

Mitte Januar bis zum 04.04.2<strong>02</strong>2 online<br />

über die <strong>DVG</strong>-Webseite einreichen:<br />

www.dvg.de – Tagungen, Termine.<br />

Die Länge des Abstracts ist auf 300<br />

Wörter begrenzt (ohne Titel und Autoren).<br />

Die Gliederung ist frei. Die Präsentation<br />

kann in Deutsch oder Englisch abgehalten<br />

werden und sollte 10 bis 12 Minuten dauern.<br />

Wir hoffen, möglichst zahlreiche Nachwuchswissenschaftler<br />

zu gewinnen und<br />

bitten Sie höflichst, engagierte Mitarbeiter<br />

hierfür zu interessieren.<br />

Bitte zögern Sie nicht, uns bei weiteren<br />

Fragen direkt zu kontaktieren:<br />

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie<br />

bitte:<br />

• Dr. Heinz Brandstetter, Leiter der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe Versuchstierkunde<br />

E-Mail: heinz.brandstetter@med.<br />

uni-augsburg.de<br />

Bei technischen Fragen wenden Sie sich<br />

bitte an:<br />

• <strong>DVG</strong> Service GmbH,<br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen,<br />

Tel.: 0641 984446 – 0<br />

E-Mail: speaker@dvg.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 19


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Online-Tagung: Samtpfoten in der Bildgebung<br />

Landingpage der Online-Thementage „Patient Katze“.<br />

Die Tagungsleiterinnen Yvonne Lambach (li) und Dr. Angelika Drensler.<br />

Am 11. und 12. September 2<strong>02</strong>1 fanden zum<br />

5. Mal die Thementage Katze der AG Katzenmedizin<br />

der Deutschen Gesellschaft<br />

für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>) statt; in<br />

diesem Jahr erneut als Online-Tagung. Tagungsleiterin<br />

Yvonne Lambach (Hamburg),<br />

die zusammen mit Dr. Angelika<br />

Drensler (Elmshorn) das wissenschaftliche<br />

Programm erstellt hatte, begrüßte die insgesamt<br />

etwa 250 Teilnehmerinnen und<br />

Teilnehmer herzlich und dankte allen Beteiligten.<br />

Auch DGK-<strong>DVG</strong>-Präsident Prof.<br />

Dr. Andreas Moritz (Gießen) sprach Grußworte.<br />

Er hob hervor die freundliche Unterstützung<br />

der Tagung durch die Aussteller<br />

und Sponsoren hervor, für die die derzeitige,<br />

noch nicht überwundene Pandemiesituation<br />

nicht einfach ist.<br />

Vortragsprogramm „Samtpfoten<br />

in der Bildgebung“<br />

Den Einstieg in das Vortragsprogramm<br />

machte Dr. Bettina Wachter vom Leibniz-<br />

Institut für Zoo- und Wildtierforschung<br />

(IZW) in Berlin mit ihrer Präsentation<br />

„Sprint gegen das Aussterben – Gepardenforschung<br />

für den Artenschutz“. Sie berichtete<br />

eindrucksvoll von dem seit 20<strong>02</strong><br />

bestehenden Geparden-Forschungsprojekt<br />

des IZW in Namibia. Durch Beobachten,<br />

Besendern und Probenentnahme mit<br />

nicht- oder minimalinvasiven Techniken<br />

liegen fundierte Kenntnisse der Tiere vor.<br />

Ziel ist, die Daten zum Schutz der Geparden<br />

einzusetzen und zu diesem Zweck<br />

langfristige Kooperationen mit Bauern,<br />

Stakeholdern und Regierungsvertretern in<br />

Afrika und Europa einzugehen.<br />

Im Anschluss begannen die Vorträge<br />

zum Leitthema „Samtpfoten in der Bildgebung“.<br />

So ging es u. a. um Herzinsuffizienz<br />

und Hyperthyreose (Dr. Imke März,<br />

Hofheim), um Röntgenbefunde von Lunge<br />

und Herz (Prof. Dr. Daniela Schweizer,<br />

Bern, CH), um Bildgebung bei Traumapatienten<br />

und seltene Knochenerkrankungen<br />

(Prof. Bruno Peirone, Grugliasco, I),<br />

um POCUS – Point of Care Ultrasound (Dr.<br />

René Dörfelt, München), Bildgebung bei<br />

Obstruktionen der oberen und unteren<br />

Harnwege (Prof. Dr. Rafael Nickel, Norderstedt)<br />

sowie Szintigraphie und Radiojodtherapie<br />

bei Katzen mit Schilddrüsentumoren<br />

(Prof. Dr. Natali Bauer, Gießen).<br />

Die Mediathek zum „Nachschauen“<br />

der Vorträge stand für angemeldete Teilnehmer<br />

noch bis Ende September zur Verfügung.<br />

Masterclasses<br />

Zum „tiefen Eintauchen“ in spezielle Themen<br />

fanden am Sonntag, dem 12. September,<br />

drei Masterclasses statt.<br />

20<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

In der Masterclass „Katzenzähne“<br />

ging Dr. Jochen Krüger (Krefeld) auf die Feline<br />

chronische Gingivo-Stomatitis (FCGS)<br />

ein, stellte Therapieempfehlungen dar<br />

und gab Hinweise u. a. zu Röntgen, Extraktionstechniken,<br />

Lokal- und Leitungsanästhesie.<br />

Weitere Themen waren Feline<br />

Odontoklastische Resorptive Läsionen<br />

(FORL) mit Therapieempfehlungen und<br />

technischen Anleitungen hinsichtlich der<br />

Zahnsteinentfernung sowie Pulpaschäden,<br />

Frakturen, Luxationen, Fehlstellungen,<br />

Verletzungen und Tumore.<br />

Die Masterclass „Röntgen Thorax“<br />

richtete sich an alle, die Röntgenbilder des<br />

Thorax bei Katzen anfertigen und analysieren.<br />

Prof. Dr. Daniela Schweizer (Bern,<br />

CH) besprach Vorgehensweisen zur Interpretation<br />

von Thoraxröntgenbildern. Klassiker<br />

und spezielle Fälle wurden analysiert<br />

und interpretiert. Für die Beantwortung<br />

von Fragen der Teilnehmer stand genügend<br />

Zeit zur Verfügung.<br />

Prof. Bruno Peirone (Grugliasco, I) war<br />

Referent der Masterclass „Imaging in feline<br />

osteoarthritis“. Die feline Osteoarthrose<br />

ist eine häufige Erkrankung bei<br />

Katzen, jedoch schwierig zu diagnostizieren.<br />

Daher wird sie nicht selten unterschätzt.<br />

Die verschiedenen Gelenkerkrankungen<br />

der Katzen, wie z. B. Hüftgelenksdysplasie,<br />

Patellaluxation, Ruptur des<br />

Kreuzbandes und OCD-Läsionen, wurden<br />

thematisiert. Neben einer hereditären<br />

Komponente werden die klinischen Symptome<br />

durch äußere Faktoren wie z. B. Ernährung,<br />

Körpergewicht und Aktivität der<br />

Katze beeinflusst.<br />

Tiermedizinische Fachangestellte<br />

Im Vortragsprogramm für TFA ging es um<br />

Zahnmedizin, Osteoarthrose und<br />

Schmerz, Intensivtherapie und Pflege kritischer<br />

Patienten, Patienten mit Atemnot,<br />

Katzen mit Harnsteinen, Röntgendiagnostik<br />

und um die inappetente Katze. Die beiden<br />

TFA Jana Otter (Amerang) und Tina<br />

Wolf (Brunsbüttel) hatten das Programm<br />

Dr. Bettina Wachter hielt einen spannenden Vortrag zur Gepardenforschung.<br />

mitorganisiert und führten souverän und<br />

engagiert durch die Tagung.<br />

Virtuelle Industrieausstellung<br />

Auch auf der virtuellen Industrieausstellung<br />

konnten die Teilnehmer die Stände<br />

der Aussteller durchstöbern und sich an<br />

einer virtuellen Messerallye beteiligen, bei<br />

der es attraktive Preise zu gewinnen gab.<br />

Die Möglichkeit, an den Onlineständen Informationen<br />

und Videos abzurufen, wurde<br />

sehr gut genutzt.<br />

C(h)at-Café und Cat-together<br />

Ein wichtiges Element auf Tagungen ist der<br />

Austausch und die Diskussion mit Kolleginnen<br />

und Kollegen. Auf der Onlinetagung<br />

ermöglichten ein C(h)at-Café und<br />

das Cat-together am Samstagabend, sich<br />

mit echten „Catvets“ zu treffen, über Fachliches<br />

oder auch einfach „nur so“ zu sprechen<br />

und zu klönen.<br />

Orthopädie-Spezialist Prof. Bruno Peirone referierte in der Masterclass zur felinen Osteoarthritis.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 21


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Virtuelle Messe auf der Onlinetagung „Patient Katze“.<br />

Dr. Angelika Drensler (rechts oben) dankte Tina Wolf (links oben) und<br />

Jana Otter für die Organisation des TFA-Programms.<br />

Dank an Sponsoren, Aussteller<br />

und alle Beteiligten<br />

Die Online-Katzentagung war erneut ein<br />

voller Erfolg! Ein großes Dankeschön geht<br />

an die Aussteller und Sponsoren sowie den<br />

Goldsponsor Hill’s Pet Nutrition und den<br />

Silbersponsor Dechra Veterinary Products<br />

für die großzügige Unterstützung der Tagung.<br />

Aber auch den Tagungsleiterinnen,<br />

den Referenten, Moderatoren und allen<br />

Teilnehmern sowie den Partnerfirmen<br />

LuxAV und Expectare (Streaming und Landingpage)<br />

gebührt Dank für ihr Engagement!<br />

Die nächsten Thementage Katze sind<br />

als Präsenztagung zum Thema „Die multimorbide<br />

Katze“ vom 23. bis 24. April<br />

2<strong>02</strong>2 in Köln geplant.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Die Ernährung der Katze – von Diven und Mäusejägern<br />

Prof. Dr. Petra Wolf stellte aktuelle Erkenntnisse zur Ernährung von Katzen vor.<br />

So lautete das Thema einer spannenden<br />

Masterclass, die am 12. Juni 2<strong>02</strong>1 online<br />

stattfand und von der AG Katzenmedizin<br />

der DGK-<strong>DVG</strong> organisiert worden war. Referentin<br />

war Prof. Dr. Petra Wolf (Rostock),<br />

eine ausgewiesene Ernährungsexpertin.<br />

Die Leiterin der AG, Dr. Angelika Drensler<br />

(Elmshorn), begrüßte die TeilnehmerInnen<br />

und die Referentin und freute sich, in<br />

der „Zeit der Kontaktarmut“ ein Onlineseminar<br />

zu dem besonders relevanten<br />

Thema „Ernährung der Katze“ anbieten zu<br />

können. Sie dankte dem Sponsor Hill’s Pet<br />

Nutrition und seiner Repräsentantin Dr.<br />

Britta Kiefer-Hecker (Hamburg), die ebenfalls<br />

Grußworte an die TeilnehmerInnen<br />

richtete.<br />

22<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Prof. Wolf nannte zunächst die Zahl der in<br />

Deutschland gehaltenen Katzen. So leben<br />

in 26 Prozent der Haushalte etwa 15,7 Mio.<br />

Katzen – und damit ist ihre Zahl deutlich<br />

höher als die der Hunde (10,7 Mio. in 21 Prozent<br />

der Haushalte). Einer tiergerechten<br />

Ernährung der Katze kommt damit besondere<br />

Bedeutung zu. Die Referentin ging<br />

dann auf die unterschiedlichen Anforderungen<br />

ein, die in einem Katzenleben, vom<br />

Kitten zum Senior, an die Ernährung gestellt<br />

werden. Sie betonte die sich ändernden<br />

Ansprüche an den Energie- und Nährstoffbedarf<br />

während der Entwicklung und<br />

beantwortete Fragen zur Fütterung von<br />

„Indoor-Katzen“ und Freigängern.<br />

Katzen zeigen nicht selten eine „mangelnde<br />

Kooperationsbereitschaft“ und<br />

was sie mögen, passt nicht immer in das<br />

Spektrum einer art- und bedarfsgerechten<br />

Ernährung. So wurden häufige Fütterungsfehler,<br />

mögliche Lösungsansätze und<br />

Dr. Britta Kiefer-Hecker von Hill’s bei ihrem Grußwort.<br />

praktische Tipps zum Abspecken „übergewichtiger<br />

Sofatiger“ vorgestellt.<br />

Im letzten Beitrag des Seminars drehte<br />

sich alles um neue Trends in der Katzenernährung.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

7. Tagung der AG Lasermedizin<br />

Am 9. Oktober 2<strong>02</strong>1 fand die 7. Tagung der<br />

AG Lasermedizin der DGK-<strong>DVG</strong> als Online-<br />

Veranstaltung statt. Der Leiter der AG Lasermedizin,<br />

Dr. Jochen Krüger (Krefeld), begrüßte<br />

die TeilnehmerInnen und dankte<br />

Dr. Ursula Mayer (Augsburg) und auch<br />

dem <strong>DVG</strong>-Team für die Organisation der<br />

Veranstaltung. Dr. Mayer dankte den Sponsoren<br />

für die freundliche Unterstützung.<br />

Auch Dr. Gerhard Staudacher (Aachen),<br />

ehemaliger Vorsitzender der AG Lasermedizin<br />

und Vizepräsident der DGK-<strong>DVG</strong><br />

sprach Grußworte.<br />

Das Vortragsprogramm startete mit<br />

einem besonderes Highlight: Dr. Maria<br />

Suarez (Madrid, E) präsentierte die Vorträge<br />

„Laser therapy (LLLT): How does it work?<br />

Is there evidence?” sowie „Use of laser the-<br />

Die Tagung der AG Lasermedizin fand online statt.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 23


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Dr. Maria Suarez hielt spannende Vorträge.<br />

rapy in wound healing and musculoskeletal<br />

disease – How to perform it. Clinical cases”.<br />

Dr. Suarez ist bekannt durch internationale<br />

Kongresse im Bereich Chirurgie<br />

und Lasertherapie. Sie ist Co-Autorin des<br />

Buches „Laser Therapy in Small Animal<br />

Practice (5M Publishing, 2019)“. Ihr spezielles<br />

Interesse gilt der Wundheilung, der onkologischen<br />

und rekonstruktiven Chirurgie<br />

und der Lasertherapie. Dr. Mayer hob<br />

den fundierten wissenschaftlichen Hintergrund<br />

der Referentin hervor, der mit solidem<br />

Erfahrungsschatz mit der Lasertherapie<br />

einhergehe.<br />

Im Anschluss wurden weitere interessante<br />

und abwechslungsreiche Vorträge<br />

über die Low-Level-Lasertherapie, und<br />

über die Laseranwendung in der Chirurgie,<br />

Dermatologie, Augen- und Zahnheilkunde<br />

präsentiert.<br />

Nach der Tagung fand die Mitgliederversammlung<br />

der AG Lasermedizin statt,<br />

auf der Dr. Ursula Mayer turnusgemäß auf<br />

den Posten der 1. Vorsitzenden der AG Lasermedizin<br />

rückte und Jakub Kaczmarek<br />

(Birkenfeld) zum 2. Vorsitzenden gewählt<br />

wurde. Dr. Jochen Krüger rückte in die<br />

Position des Past-Präsidenten.<br />

Die nächste Tagung soll als Präsenzveranstaltung<br />

vom 18. bis zum 20.11.2<strong>02</strong>2 in<br />

Augsburg stattfinden.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Future Board neu berufen<br />

Auf dem 67. Jahreskongress der DGK-<strong>DVG</strong><br />

wurden am 18.11.2<strong>02</strong>1 die bisherigen Mitglieder<br />

des Future Boards verabschiedet<br />

und die neuen Mitglieder inauguriert. Prof.<br />

Dr. Barbara Kohn (Berlin) freute sich die folgenden<br />

neu berufenen NachwuchswissenschaftlerInnen<br />

im Future Board zu begrüßen:<br />

Dr. Christine Mayer (München), Dr.<br />

Mareike Nickel (Gießen), Eva-Maria Saliu,<br />

PhD (Berlin), Dr. Franz Söbbeler (Hannover)<br />

und Dr. Jenny Stiller (Leipzig).<br />

Für ihr Engagement in den vergangenen<br />

drei Jahren dankte Prof. Kohn den<br />

scheidenden Mitgliedern Dr. Sandra Felten<br />

(München), Dr. Arne Güssow (Gießen),<br />

Dr. Claudia Köhler (Leipzig), Dr. Eva Packeiser<br />

(Hannover) und Dr. Ingo Schäfer (Bad<br />

Kissingen).<br />

Das Future Board der DGK-<strong>DVG</strong> wurde<br />

2014 anlässlich des Eurocongresses der Federation<br />

of European Companion Animal<br />

Veterinary Associations (FECAVA) und des<br />

60. DGK-<strong>DVG</strong>-Jahreskongresses in München<br />

auf Initiative und mit der Unterstützung<br />

der Firma Hill’s Pet Nutrition ins Leben<br />

gerufen. Für dieses Engagement sei<br />

dem großzügigen Sponsor Hill’s Pet Nutrition<br />

und seiner Repräsentantin Dr. Britta<br />

Kiefer-Hecker sehr herzlich gedankt!<br />

Das Future Board besteht aus je einer/<br />

einem NachwuchswissenschaftlerIn der<br />

fünf deutschen tierärztlichen Ausbildungsstätten,<br />

die sich mit ihrem Wissen,<br />

ihren Visionen und ihrem Engagement aktiv<br />

in die DGK-<strong>DVG</strong> einbringen sollen. Vonseiten<br />

der DGK-<strong>DVG</strong> sind Prof. Dr. Barbara<br />

Kohn und Prof. Dr. Andreas Moritz (Gießen)<br />

Ansprechpersonen. Die Mitglieder des Future<br />

Board evaluieren die Abstracts der<br />

Freien Vorträge und Poster auf den DGK-<br />

<strong>DVG</strong>-Jahreskongressen, koordinieren und<br />

moderieren die Vortrags-Session sowie die<br />

Posterausstellung. Sie wählen außerdem<br />

die drei besten Vorträge und Poster aus<br />

und führen die Preisverleihung durch. Die<br />

Amtsperiode beträgt drei Jahre.<br />

Bei der Auswahl der Abstracts für den<br />

diesjährigen Jahreskongress der DGK-<strong>DVG</strong><br />

wurden die neuen Mitglieder schon einbezogen.<br />

Fotos der PreisträgerInnen finden<br />

Sie auf den Seiten 67 und 68.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

•<br />

24<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Online-Seminare der AG Computertomographie<br />

Die AG Computertomographie der DGK-<br />

<strong>DVG</strong> (AG-CT) führte in den letzten Monaten<br />

mehrere ATF-anerkannte Online-Veranstaltungen<br />

durch. An den Seminaren<br />

konnten alle Kolleginnen und Kollegen<br />

teilnehmen. Für Mitglieder der AG war die<br />

Teilnahme kostenfrei. Da pandemiebedingt<br />

2<strong>02</strong>0 und 2<strong>02</strong>1 keine Präsenz-Tagungen<br />

der AG-CT durchgeführt werden konnten,<br />

stellten die Online-Seminare eine gute<br />

Alternative dar.<br />

Am 5. Mai gab Prof. Dr. Eberhard Ludewig<br />

(Wien) ein Update zum CT der Nieren.<br />

Dr. Ingmar Kiefer (Leipzig) befasste sich<br />

am 7. Juli mit der Frage „Ersetzt CT-Diagnostik<br />

wirklich die Sonografie?“. Um Kontrastmittelanwendungen<br />

am Bewegungsapparat<br />

ging es im Seminar mit Dr. Kerstin<br />

von Pückler (Gießen) am 1. September<br />

und Dr. Stephan Kaiser (Braunschweig)<br />

ging am 3. November auf Tendomyopathien<br />

der Vorder- und Hintergliedmaßen<br />

ein.<br />

Die Seminare waren durchweg sehr gut<br />

gebucht, so hatten sich jeweils zwischen<br />

etwa 60 und 90 Teilnehmer angemeldet.<br />

Am 3. November ging Dr. Stephan Kaiser auf Tendomyopathien der Vorder- und Hintergliedmaßen ein.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

• Prof. Dr. Stephan Neumann (großes Foto) moderierte das Seminar mit Dr. Kaiser.<br />

Social Media Kanäle der <strong>DVG</strong><br />

Die <strong>DVG</strong> ist auf folgenden Social Media Kanälen vertreten und<br />

postet dort z. B. Termine, Aktuelles, Storys und Neuigkeiten aus<br />

der Geschäftsstelle. Wir freuen uns über Follower und Fans.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 25


der DGK-<strong>DVG</strong><br />

der DGK-<strong>DVG</strong><br />

ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Fachkunde Strahlenschutz und Notfallmanagement für TFA<br />

Fand online statt: die TFA-Fortbildung zum<br />

Notfallmanagement.<br />

Am 13. sowie am 16. Oktober 2<strong>02</strong>1 fanden<br />

Veranstaltungen ausschließlich für Tiermedizinische<br />

Fachangestellte (TFA) statt.<br />

Am 13. Oktober konnten TFA am Kurs zur<br />

Aktualisierung der Fachkenntnisse nach<br />

Strahlenschutzrecht teilnehmen und am<br />

16. Oktober lautete das Thema: Notfallmanagement.<br />

Beide Fortbildungen fanden<br />

online statt.<br />

Prof. Dr. Andreas Moritz, Präsident der<br />

DGK-<strong>DVG</strong>, hob in seinen Grußworten hervor,<br />

dass TFA „die Stütze im Team“ seien<br />

und eine wichtige Rolle in Praxen und Kliniken<br />

spielten. Er dankte dem Organisationsteam<br />

der <strong>DVG</strong> sowie den Referenten<br />

und Teilnehmern.<br />

Referenten auf beiden Veranstaltungen<br />

waren Dr. Claudia Köhler und Dr. Ingmar<br />

Kiefer (beide Leipzig), die ihre Präsentationen<br />

mit großem Engagement hielten.<br />

Dr. Köhler ist Fachtierärztin für Klein- und<br />

Heimtiere sowie für Bildgebende Diagnostik<br />

und hat zudem vor ihrem Studium eine<br />

Ausbildung zur TFA absolviert, so dass sie<br />

deren Situation aus eigener Erfahrung<br />

kennt und besonders gut auf sie eingehen<br />

kann. Dr. Kiefer ist Fachtierarzt für Kleine<br />

Haus- und Heimtiere sowie für Radiologie.<br />

Er hat die Weiterbildungsberechtigung für<br />

den Fachtierarzt für Kleintiere und ist auf<br />

zahlreichen Tagungen und Kongressen Referent<br />

für die Themengebiete Strahlenschutz<br />

und Strahlenschutzrecht.<br />

Beide Kurse waren sehr gut besucht.<br />

Das Format hat sich somit bewährt und<br />

weitere Kurse sind in Planung.<br />

Dr. Claudia Köhler, Prof. Dr. Andreas Moritz (rechts oben) und Dr. Ingmar Kiefer (rechts unten).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

AG Kleinsäuger<br />

•<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Thementage der DGK-<strong>DVG</strong> 2<strong>02</strong>2<br />

AG Kleinsäuger<br />

Augsburger Thementage<br />

Augsburger 25. – 27. März 2<strong>02</strong>2 Thementage<br />

I Augsburg<br />

25. – 27. März 2<strong>02</strong>2 I Augsburg<br />

Im kommenden Jahr führt die DGK-<strong>DVG</strong><br />

drei Thementage durch. Freuen Sie sich auf<br />

spannende und aktuelle Fortbildungen zu<br />

folgenden Themen:<br />

• Augsburger Thementage Kleinsäuger<br />

(25. bis 27. März)<br />

Die ersten Thementage 2<strong>02</strong>2 finden im<br />

Haus Sankt Ulrich in Augsburg statt, diesmal<br />

mit dem Schwerpunkt „Kleinsäuger –<br />

Neurologie“. Wissenschaftliche Leiterin<br />

ist Dr. Jutta Hein (Stadtbergen). Neben<br />

einem Vortragsprogramm inkl. Advanced-<br />

Beiträgen für Tierärzte und Tierärztinnen<br />

sowie für TFA werden auch Seminare angeboten<br />

(TierärztInnen: Small mammal<br />

interactive cases, Augenerkrankungen,<br />

Exotische Kleinsäuger als Patienten, Bildgebung;<br />

TFA: Labordiagnostik).<br />

26<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1<br />

Tagung der<br />

DGK-<strong>DVG</strong>-Arbeitsgruppe Kleinsäuger<br />

Tagung der<br />

DGK-<strong>DVG</strong>-Arbeitsgruppe Kleinsäuger<br />

Schwerpunkt:<br />

Schwerpunkt:<br />

Neurologie


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Außerdem werden freie Vorträge präsentiert<br />

und Poster ausgestellt. Für den besten<br />

Kleinsäuger-Nachwuchsvortrag wird<br />

der „Dechra-Vortragspreis Kleinsäuger“<br />

verliehen. Die besten Poster werden mit<br />

dem „Gabrisch-Zwart-Posterpreis“ der<br />

Schlüterschen Fachmedien GmbH ausgzeichnet..<br />

• Kölner Thementage Patient Katze<br />

(23. und 24. April)<br />

Die Thementage Patient Katze können<br />

endlich wieder im Maternushaus in Köln<br />

stattfinden! Dr. Angelika Drensler (Elmshorn)<br />

und Yvonne Lambach (Hamburg)<br />

planen mit dem Vorstand der AG Katzenmedizin<br />

ein spannendes Programm. Unter<br />

der Headline „Viele Fragen, viele Antworten<br />

– Ein Fall, viele Blickwinkel – Detektivarbeit“<br />

geht es um „Die multimorbide Katze“.<br />

Zudem wird eine Podiumsdiskussion<br />

stattfinden und die beliebten Masterclasses<br />

werden wieder angeboten.<br />

TFA können sich auf eine Fortbildung mit<br />

vielen aktuellen Themen, einen Laborkurs<br />

und einen interaktiven Workshop zum<br />

Thema „Katzenfreundliche Praxis“ freuen.<br />

• Erfurter Thementage Kleintiere<br />

(13. bis 15. Mai)<br />

Im traditionsreichen Kultur- und Kongresszentrum<br />

„Kaisersaal“ in der Altstadt<br />

von Erfurt dreht sich unter der Leitung von<br />

Dr. Ingmar Kiefer (Leipzig) alles um „Urologie<br />

bei Hund und Katze“. Auf Tierärztinnen<br />

und Tierärzte warten ein wissenschaftliches<br />

Vortragsprogramm und mehrere Seminare.<br />

Auch für TFA werden eine Fortbildung<br />

sowie Seminare angeboten.<br />

Auf allen Thementagen findet eine Industrieausstellung<br />

statt, in der sich die TeilnehmerInnen<br />

über neue Produkte, Praxisequipment<br />

und Bücher informieren können.<br />

Alle Tagungen finden in Präsenz statt.<br />

Freuen Sie sich darauf, Kolleginnen und<br />

Kollegen zu treffen, sich vor Ort auszutauschen<br />

und in der Industrieausstellung zu<br />

stöbern. Falls die Situation es erfordert, ist<br />

Foto: StockSnap, pixabay.com<br />

ein Livestream in Planung. Jeweils aktuelle<br />

Informationen sowie die Online-Anmeldungen<br />

finden Sie unter:<br />

q www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

•<br />

Foto: Dr. Angelika Drensler<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 27<br />

108743.indd 1 27.10.2<strong>02</strong>1 09:40:27


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

FACHGRUPPE „CHIRURGIE“<br />

13. Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“<br />

Am 19.11.2<strong>02</strong>1 fand im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses in Berlin die inzwischen<br />

13. Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“<br />

statt. Nach bewährter Tradition stellten in<br />

diesem Jahr junge Wissenschaftler aus<br />

den Bereichen Chirurgie, Neurologie und<br />

bildgebende Diagnostik ihre Forschungsergebnisse<br />

vor.<br />

Trotz aller Corona-bedingten Schwierigkeiten<br />

waren die Vorträge sehr gut besucht<br />

mit einer anregenden Diskussion<br />

jeweils im Anschluss an die einzelnen<br />

Vorträge. Die Beiträge kamen aus den universitären<br />

Einrichtung Berlin, Leipzig, Zürich,<br />

Gießen und Bern. Wie in jedem Jahr<br />

hat eine Jury, bestehend aus drei Diplomates<br />

ECVS die drei besten Vorträge/Themen<br />

mit einem Preis, gestiftet durch die<br />

Schlütersche Fachmedien GmbH, ausgezeichnet.<br />

Den dritten Platz und damit<br />

einen Buchpreis erhielt Dr. Angela Beugger<br />

aus der VetSuisse Bern für ihren Beitrag:<br />

„Spinale Neuronavigation zur lumbalen<br />

Plattenfixierung in Miniaturrassehunden“.<br />

Den zweiten Platz und damit ebenfalls<br />

einen Buchpreis erhielt Frau Dr. Sarah Gutmann<br />

aus Leipzig für ihren Beitrag „Einsatz<br />

eines MRT-basierten patientenindividuellen<br />

stereotaktischen Gehirnbiopsiesystems<br />

zur Entnahme von Gehirnbiopsien<br />

bei zwei Hunden“. Die Gewinnerin der<br />

diesjährigen Fachgruppentagung war Frau<br />

Dr. Patricia Beer von der VetSuisse Zürich<br />

für ihren Beitrag „Nahinfrarot-Fluoreszenz-Bildgebung<br />

für die gezielte Resektion<br />

von Wächterlymphknoten bei Hunden mit<br />

Mastzelltumoren – ein retrospektiver Vergleich<br />

zur Standardresektion von lokoregionalen<br />

Lymphknoten“. Die Gewinnerin<br />

erhielt ein Preisgeld von 500 Euro (siehe<br />

auch Seite 68).<br />

Im letzten Jahr musste die AG Wundmanagement<br />

aufgrund der Pandemie aussetzen,<br />

aber in diesem Jahr gab es zwei<br />

Beiträge aus dieser Arbeitsgemeinschaft<br />

zum Thema Verbrennungen. Im Anschluss<br />

an die Vorträge fand die jährliche Mitgliederversammlung<br />

statt. Wir hoffen alle,<br />

dass im kommenden Jahr der Kongress<br />

wieder in alter Form stattfinden kann. Aus<br />

organisatorischen Gründen wird die Fachgruppentagung<br />

dann am Donnerstag vor<br />

dem Hauptkongress stattfinden. Einen<br />

Aufruf zur Einreichung von Abstracts finden<br />

Sie auf Seite 18 und wird zusätzlich<br />

durch eine Versendung via E-Mail-Verteiler<br />

stattfinden, bei Fragen wenden Sie sich<br />

gerne an die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle.<br />

Dr. Christine Peppler, Gießen<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

•<br />

FACHGRUPPE „INNERE MEDIZIN UND KLINISCHE LABORDIAGNOSTIK (INNLAB)“<br />

30. Jahrestagung der Fachgruppe InnLab<br />

Die 30. Jahrestagung der Fachgruppe „Innere<br />

Medizin und klinische Labordiagnostik<br />

(InnLab)“ findet vom 28. bis 29. Januar<br />

2<strong>02</strong>2 erneut als Onlinetagung statt. Tagungsleiterin<br />

ist Prof. Dr. Barbara Kohn<br />

(Berlin). Nachwuchswissenschaftler und<br />

-wissenschaftlerinnen aus dem gesamten<br />

Gebiet der Inneren Medizin und Labordiagnostik<br />

werden die Ergebnisse ihrer Studien<br />

vorstellen.<br />

Die Tagung findet erneut online statt. Foto: Armin Schreijäg, pixabay.com<br />

Programm und Online-Anmeldung:<br />

www.dvg.de q Tagungen q Termine<br />

28<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

FACHGRUPPE „VETERINÄRMEDIZINISCHE ANÄSTHESIE, INTENSIVMEDIZIN, NOTFALLMEDIZIN UND SCHMERZTHERAPIE (VAINS)“<br />

Aktuelle Leitlinie anästhesiologische Versorgung bei Hund und Katze<br />

Wie im letzten <strong>DVG</strong>-Forum angekündigt,<br />

hat eine Arbeitsgruppe der Fachgruppe<br />

VAINS die Leitlinie Anästhesiologische Versorgung<br />

bei Hund und Katze überarbeitet.<br />

Die aktuelle Fassung ist auf der <strong>DVG</strong>-Webseite<br />

zu finden (siehe QR-Code). In der<br />

überarbeiteten Version konnten einige Unklarheiten<br />

und Missverständnisse beseitigt,<br />

einige Formulierungen geschärft und<br />

Sachverhalte klargestellt werden. Zudem<br />

wurde eine geschlechtergerechte Sprache<br />

eingeführt.<br />

Die Leitlinie ist zu finden unter:<br />

q www.dvg.de, Fachgruppen,<br />

Fachgruppe VAINS<br />

oder direkt über<br />

den QR-Code<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR TIERZAHNHEILKUNDE (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />

DGT: Rückblick auf 2<strong>02</strong>1 und Programm für 2<strong>02</strong>2<br />

Die DGT baut aufgrund zahlreicher Anregungen<br />

und Wünsche aus den Reihen der<br />

Mitglieder ihr Angebot an Online-Fortbildungen<br />

für die Tierärzteschaft und für<br />

Tiermedizinische Fachangestellte weiter<br />

aus.<br />

DGT-Online-Seminar: „Hygiene in<br />

der Tierzahnarztpraxis – so nah wie<br />

möglich an den RKI-Richtlinien“<br />

Die zweite Online-Seminarveranstaltung<br />

der DGT, ein für DGT-Mitglieder kostenloser<br />

Vortrag von Dr. Cathrin Zehetmeier<br />

zum Thema „Hygiene in der Tierzahnarztpraxis<br />

– so nah wie möglich an den RKI-<br />

Richtlinien“, fand am 14. Juli 2<strong>02</strong>1 statt.<br />

Zielgruppe waren Kolleginnen und Kollegen,<br />

die ihre Kenntnisse in der praktischen<br />

tierzahnärztlichen Arbeitshygiene auffrischen<br />

wollten: Flächendesinfektion, Instrumenten-/Hohlräume-Aufbereitung,<br />

Funktionstests, Dokumentation, Arbeitsschutz.<br />

Ganz nach dem Motto „Dreck ist<br />

Materie am unrichtigen Ort“ wurde das an<br />

sich recht trockene Thema überaus kurzweilig<br />

und vor allem sehr praxisorientiert<br />

für das Auditorium aufbereitet. Eine ähnliche<br />

Veranstaltung wird es auf vielfachen<br />

Teilnehmerwunsch hin in Kürze auch für<br />

Tiermedizinische Fachangestellte geben.<br />

DGT-Online-Seminar: „Systematische<br />

Beurteilung und Befundung<br />

von dentalen Röntgenbildern“<br />

Voraussetzung für eine korrekte Befunderhebung<br />

in der Maulhöhle und für jede<br />

Zahnextraktion ist das intraorale Dentalröntgen.<br />

Durch systematische Beurteilung<br />

und Befundung können Diagnostik und<br />

Entscheidungsfindung für die geeignete<br />

Therapie optimiert werden. Die dritte Online-Seminarveranstaltung<br />

der DGT, ein für<br />

DGT-Mitglieder kostenloser Vortrag von<br />

Sophie Love, widmete sich daher am 28.<br />

Juli 2<strong>02</strong>1 der systematischen Beurteilung<br />

und Befundung von dentalen Röntgenbildern.<br />

Das Auditorium bestand aus tierärztlichen<br />

Kolleginnen und Kollegen, die intraorales<br />

Dentalröntgen durchführen und die<br />

mit dem Anfertigen dentaler Röntgenbilder<br />

vertraut sind. Aufgrund der positiven<br />

Resonanz wird es weitere Veranstaltungen<br />

geben, um die systematische Beurteilung<br />

und Befundung dentaler Röntgenbilder zu<br />

vertiefen.<br />

DGT-Online-Seminar: „Perioperatives<br />

Management des Zahnpatienten<br />

während der Anästhesie“<br />

Zahnsanierungen sind der dritthäufigste<br />

Mortalitätsgrund während der Anästhesie,<br />

nach Probelaparotomie und Laparotomie<br />

wegen Gebärmutterentzündung. Ziel des<br />

vierten DGT-Online-Seminars am 29. September<br />

2<strong>02</strong>1 war es, Wege aufzuzeigen, wie<br />

durch professionelles perioperatives Management<br />

vermeidbare Gefahren ausgeschlossen,<br />

Risiken minimiert und das Wohlbefinden<br />

des Zahnpatienten verbessert<br />

werden können. PD Dr. Eva Eberspächer-<br />

Schweda, Fachbuchautorin der mittlerweile<br />

in 2. Auflage erschienenen „Anästhesie<br />

Skills“, gab zahlreiche Tipps und Tricks für<br />

die Praxis, wie mit teilweise sehr einfachen<br />

Mitteln bereits eine immense Verbesserung<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 29


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Referierte erneut online: Dr. Cathrin Zehetmeier. Foto: Dr. Cathrin Zehetmeier<br />

für Zahnpatienten erzielt werden kann.<br />

Auch diese Veranstaltung wird aufgrund<br />

der positiven Resonanz aus dem Auditorium<br />

eine Fortsetzung finden, sowohl für<br />

die Tierärzteschaft als auch für Tiermedizinische<br />

Fachangestellte.<br />

Fortbildungskooperation der<br />

deutschsprachigen tierzahnheilkundlichen<br />

Gesellschaften: ÖGTZ<br />

Jour Fixe<br />

In einer internationalen Kooperation der<br />

deutschsprachigen tierzahnheilkundlichen<br />

Gesellschaften können die Mitglieder<br />

der DGT kostenlos am interaktiven<br />

„Jour Fixe“ der ÖGTZ teilnehmen. Die Kosten<br />

übernimmt die DGT. Die Online-Veranstaltung<br />

findet monatlich unter Federführung<br />

von Alexander Reiter, Professor and<br />

Leiter der Abteilung Dentistry and Oral<br />

Surgery der University of Pennsylvania,<br />

Philadelphia, USA, statt und behandelt<br />

Themen der Tierzahnheilkunde und der<br />

oromaxillofazialen Chirurgie. Das Auditorium<br />

wird ermutigt, sich aktiv in die Diskussion<br />

einzubringen und auch eigene<br />

Vorträge zu präsentieren. Zahlreiche DGT-<br />

Mitglieder machen bereits regen Gebrauch<br />

von dieser Fortbildungsmöglichkeit, die<br />

nach Praxisschluss stattfindet und jeweils<br />

zwei interessante und kurzweilige Stunden<br />

des kollegialen Austauschs bietet.<br />

Das Thema von Dr. Sophie Love war die Beurteilung und Befundung von dentalen Röntgenbildern.<br />

Foto: Sven Suhling Mediengestaltung<br />

Zweiter Durchgang der<br />

DGT-Weiterbildungsreihe für<br />

Tiermedizinische Fachangestellte<br />

Die DGT bietet in 2<strong>02</strong>2/2<strong>02</strong>3 den zweiten<br />

Durchgang der DGT-Weiterbildungsreihe<br />

„Zahnheilkunde der Kleintiere für Tiermedizinische<br />

Fachangestellte“ an. Aufgrund<br />

der immensen Nachfrage sind bereits jetzt<br />

nur noch Anmeldungen auf Warteliste<br />

möglich. Die Veranstaltungsreihe ist bei der<br />

Arbeitsgemeinschaft zur Anerkennung von<br />

Fort- und Weiterbildungsstunden für TFA<br />

mit 107 Fortbildungsstunden nach §5 Abs. 1<br />

und 2 des Gehaltstarifvertrages anerkannt.<br />

Absolventen können die anerkannte Zusatzqualifikation<br />

„Tiermedizinische/r Fachangestellte/r<br />

mit Zusatzqualifikation Assistenz<br />

in der Zahnheilkunde (zert. DGT)“<br />

erlangen. Damit setzt die DGT als Fachgruppe<br />

der <strong>DVG</strong> wichtige Impulse für die Weiterbildung<br />

von Tiermedizinischen Fachangestellten.<br />

Ausblick: DGT-Online-Seminarprogramm<br />

Die Vorbereitungen für neue virtuelle Veranstaltungen<br />

für die Tierärzteschaft und<br />

Tiermedizinische Fachangestellte sind angelaufen<br />

und die Termine werden in Kürze<br />

veröffentlicht. Aktuelle Informationen finden<br />

Sie auf der DGT-Homepage www.tierzahnaerzte.de<br />

oder auf Facebook unter<br />

www.facebook.com/tierzahnaerzte.de.<br />

Wir freuen uns auf ein neues spannendes<br />

Jahr mit Biss!<br />

Die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde<br />

(DGT) wurde im Jahr 2004<br />

als eigenständige Fachgruppe unter dem<br />

Dach der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft (<strong>DVG</strong>) gegründet. Die<br />

DGT hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahnund<br />

Mundgesundheit von in Obhut des<br />

Menschen gehaltenen Tieren zu verbessern,<br />

wissenschaftlich etablierte Standards<br />

in der tierzahnärztlichen Versorgung<br />

einzuführen und weiterzuentwickeln und<br />

Tierbesitzer über die Bedeutung von Zahn-,<br />

Oral- und Kiefererkrankungen aufzuklä-<br />

30<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

ren. Die Weiterbildung von Tierärzteschaft<br />

und Tiermedizinischen Fachangestellten<br />

nimmt hierbei einen besonders hohen<br />

Stellenwert ein. Die DGT bietet Patientenbesitzern<br />

und überweisenden Kolleginnen<br />

und Kollegen darüber hinaus über ihre<br />

Homepage www.tierzahnaerzte.de eine<br />

Suchplattform für Tierärzte mit besonderem<br />

Interesse an der Tierzahnheilkunde.<br />

Dr. Katja Riedel<br />

Deutsche Gesellschaft<br />

für Tierzahnheilkunde •<br />

FACHGRUPPE „KLEINE WIEDERKÄUER UND NEUWELTKAMELE“<br />

Neue Bezeichnung der Fachgruppe:<br />

Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele<br />

Die frühere Fachgruppe „Krankheiten kleiner<br />

Wiederkäuer“ trägt nun die Bezeichnung<br />

„Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“.<br />

Der Vorstand der Fachgruppe hatte<br />

die Mitglieder gebeten, per E-Mail über die<br />

vorgeschlagene Änderung zu entscheiden.<br />

Gründe für die Namensänderung<br />

• Verankerung der Neuweltkamele in der<br />

Geschäftsordnung, die im Jahr 2010 in<br />

Kraft trat<br />

• Ergänzungen des Schwerpunktes „Krankheiten<br />

kleiner Wiederkäuer“ durch wei-<br />

tere fachwissenschaftliche Themen (z. B.<br />

Tierwohl u. v.m)<br />

• Erhöhung der Außenwirkung der Fachgruppe<br />

hinsichtlich der Expertise der<br />

Fachgruppe<br />

• Ansprache potenziell neuer Fachgruppenmitglieder<br />

sowie Aufbau und Förderung<br />

weiterer Netzwerke<br />

• zunehmender Patientenzuwachs von<br />

Neuweltkamelen an den Kliniken der<br />

Universitäten und bei den Praktikern<br />

• stetiger Zuwachs der wissenschaftlichen<br />

Beiträge aller Art zu den Neuweltkamelen<br />

auf den Tagungen der Fachgruppe<br />

in den letzten Jahren<br />

Nachdem sich die überwältigende Mehrheit<br />

der Mitglieder, die sich an der Umfrage<br />

beteiligt hatten, für die Namensänderung<br />

ausgesprochen hatte, bestätigten die<br />

Delegierten der <strong>DVG</strong> diese Entscheidung<br />

auf ihrer Versammlung am 18.11.2<strong>02</strong>1. Damit<br />

ist die Umbenennung vollzogen.<br />

FACHGRUPPE „KLEINE WIEDERKÄUER UND NEUWELTKAMELE“<br />

Tagung „Krankheiten kleiner Wiederkäuer“<br />

Am 25. und 26. August fand die Tagung der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe statt, die seit November<br />

2<strong>02</strong>1 die Bezeichnung „Kleine Wiederkäuer<br />

und Neuweltkamele“ trägt. Die Tagung<br />

wurde als Onlinetagung durchgeführt.<br />

Tagungsleiterin Dr. Katja Voigt (Oberschleißheim)<br />

begrüßte die etwa 100 Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer aus Deutschland,<br />

Österreich und der Schweiz herzlich<br />

und freute sich, dass die Tagung in diesem<br />

Jahr stattfinden konnte, nachdem sie im<br />

letzten Jahr pandemiebedingt abgesagt<br />

werden musste. Auch <strong>DVG</strong>-Präsident Prof.<br />

Dr. Dr. h.c. Martin Kramer sprach Grußworte.<br />

Er blickt mit Zuversicht auf künftige<br />

Präsenztagungen und wies auf die Möglichkeit<br />

hin, in den neuen Räumlichkeiten<br />

Die Tagung fand als Onlinetagung statt.<br />

der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle in Gießen Seminare<br />

durchführen zu können.<br />

Das Vortragsprogramm startete mit<br />

einer Keynote Lecture von Dr. Ilka Emmerich<br />

(Leipzig) zum Thema „Neues zum Arzneimittelrecht<br />

– was gilt in Zukunft für die<br />

‚minor species‘“? Hier zeigten sich die Vorteile<br />

einer Onlinetagung – da Dr. Emmerich<br />

an der Live-Teilnahme verhindert war,<br />

wurde ein Video ihres Vortrags eingespielt,<br />

in dem sie die Vorschriften der EU-Tierarzneimittelverordnung<br />

2019/6 übersichtlich<br />

darstellte. Die Verordnung ist ab dem<br />

28.01.2<strong>02</strong>2 gültig und in allen Mitgliedsstaaten<br />

anzuwenden. In bestimmten Bereichen<br />

sind nationale Regelungen möglich<br />

(z. B. hinsichtlich des Dispensierrechts).<br />

Was den Internethandel betrifft,<br />

so ist er im Grundsatz nur für nicht verschreibungspflichtige<br />

Arzneimittel vorgesehen.<br />

Jedoch sind Ausnahmen in Mitgliedsstaaten<br />

mit sicheren Handelsstrukturen<br />

für dort niedergelassene Personen<br />

möglich.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 31


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Saskia Neubert referierte zur Haltung von Neuweltkamelen in Deutschland.<br />

An die Keynote Lecture schlossen sich<br />

spannende Vorträge u. a. zu Infektionsund<br />

parasitären Krankheiten sowie zur Anwendung<br />

von Impfstoffen und zu zootechnischen<br />

Maßnahmen bei Schafen und<br />

Ziegen an. Auch zu Neuweltkamelen wurden<br />

einige Vorträge angeboten (Bornasche<br />

Krankheit beim Alpaka, Wirksamkeit von<br />

Anthelminthika bei Alpakas in Deutschland,<br />

Onlinebefragung zur Haltung von<br />

Neuweltkamelen in Deutschland).<br />

Im Rahmen der Tagung fand die Versammlung<br />

der Fachgruppe statt, auf der<br />

turnusgemäß die 1. stellvertretende Leiterin<br />

Dr. Regina Hannemann (Tübingen) die<br />

Funktion der Leiterin übernahm und die<br />

bisherige Leiterin auf die Position der 2.<br />

Stellvertreterin rückte. Zum neuen 1. Stellvertreter<br />

wurde Dr. Henrik Wagner (Gießen)<br />

gewählt (siehe auch Seite 80). Die<br />

nächste Tagung der Fachgruppe findet<br />

2<strong>02</strong>2 voraussichtlich in Triesdorf statt.<br />

Zum Schluss der Tagung dankte Dr.<br />

Hannemann Teilnehmern, Referenten und<br />

auch dem Sponsor Elanco Deutschland<br />

GmbH für die freundliche Unterstützung<br />

der Tagung.<br />

Der Tagungsband ist in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

für 15,00 Euro zzgl. 3,00 Euro<br />

für Verpackung und Versand erhältlich<br />

(info@dvg.de).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE „GEFLÜGELKRANKHEITEN“<br />

Jubiläum: 100. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten<br />

Am 1. und 2. Juli 2<strong>02</strong>1 stand in der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Geflügelkrankheiten“ ein besonderes<br />

Jubiläum an: Das 100. Fachgespräch<br />

über Geflügelkrankheiten fand statt! Aus<br />

mehreren Gründen war diese Veranstaltung<br />

ein bemerkenswertes Ereignis. Denn<br />

die Durchführung von Tagungen ist pandemiebedingt<br />

noch immer nicht selbstverständlich.<br />

Der runde Geburtstag der normalerweise<br />

zweimal pro Jahr stattfindenden<br />

„Institution Fachgespräch“ wurde daher<br />

hybrid durchgeführt; die meisten Referenten<br />

sowie die Organisatoren und einige<br />

Gäste waren im Tagungsraum des Maritim<br />

Airport Hotels Hannover anwesend, fast<br />

alle der über 280 Teilnehmer schalteten<br />

sich online dazu. Das Jubiläum wurde zum<br />

Anlass genommen, Prof. Dr. Dr. h.c. Otfried<br />

Siegmann zu ehren, den langjährigen Leiter<br />

der Klinik für Geflügelkrankheiten der<br />

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover,<br />

der 1967 mit der Idee, dieses Fachgespräch<br />

ins Leben zu rufen, einen wichtigen<br />

Grundstein für den Erfolg der tierärztlichen<br />

Bestandsbetreuung des Nutzgeflügels und<br />

den regen Austausch zwischen Wissenschaft<br />

und Praxis gelegt hat. Erstmalig wurde<br />

zudem der Otfried-Siegmann-Preis der<br />

Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft<br />

(<strong>DVG</strong>), gestiftet von der AniCon Labor<br />

GmbH, für eine herausragende Publikation<br />

zu einer infektionsmedizinischen<br />

Fragestellung bei landwirtschaftlichen<br />

Nutztieren verliehen.<br />

Prof. Dr. Silke Rautenschlein (Hannover),<br />

Tagungs- und Fachgruppenleiterin begrüßte<br />

alle Teilnehmer und ging in einem Rückblick<br />

auf „100 Fachgespräche über Geflügelkrankheiten“<br />

ein, in denen neben fachlichen<br />

Vorträgen der persönliche Kontakt<br />

eine wichtige Rolle spielte und wo immer<br />

auch Neues aus der Industrie zu erfahren<br />

war. Einige Themen, wie z. B. Infektionen<br />

mit Salmonellen oder mit Influenzaviren<br />

sowie Tierschutzthemen, sind „Dauerbrenner“<br />

und damals wie heute aktuell. Mit dem<br />

50. Fachgespräch im Jahr 1996 gab Prof.<br />

Siegmann die Weiterführung der Veranstaltung<br />

an seinen Nachfolger Prof. Dr. Ulrich<br />

Neumann ab, der das „Geflügelfachgespräch“<br />

über 15 Jahre leitete und den Stab<br />

32<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Prof. Dr. Rüdiger Korbel und Prof. Dr. Silke Rautenschlein freuten sich über<br />

das 100. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten.<br />

Prof. Dr. Silke Rautenschlein stellt die Geschichte der „Geflügelfachgespräche“<br />

dar.<br />

anlässlich des 80. Fachgesprächs im Mai<br />

2011 an Prof. Rautenschlein übergab. Abschließend<br />

dankte Prof. Rautenschlein den<br />

Professoren Siegmann und Neumann für<br />

ihre Ideen und das stetige außerordentliche<br />

Engagement sowie auch Referenten und<br />

Teilnehmern.<br />

Auch der Präsident der <strong>DVG</strong>, Prof. Dr. Dr.<br />

h.c. Martin Kramer (Gießen) und Prof. Dr.<br />

Rüdiger Korbel (München) sprachen Grußworte.<br />

Prof. Kramer hob hervor, dass eine<br />

Wissenschaftsgesellschaft und ihre Fachgruppen<br />

besonders in Zeiten von Fake News<br />

dazu beitragen, die tatsächlich zutreffenden<br />

Erkenntnisse und Fakten zu verbreiten.<br />

Das 100. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten<br />

war dem am 18. Januar 2<strong>02</strong>1<br />

verstorbenen Prof. Dr. Dr. h.c. Erhard Kaleta<br />

gewidmet, einem international anerkannten<br />

und innovativen Wissenschaftler, der<br />

überaus kompetent sowohl auf dem Gebiet<br />

der Nutz-Geflügeltiere als auch der Zier-,<br />

Zoo- und Wildvögel war. Im ersten Vortrag<br />

„Ein Leben für die Geflügelforschung“<br />

zeichnete Dr. Thomas Redmann (Gießen)<br />

den Lebensweg von Prof. Kaleta nach.<br />

Die weiteren Vorträge befassten sich<br />

mit Infektionskrankheiten (u. a. Geflügelpest,<br />

Respirationserkrankungen bei Puten,<br />

infektiöse Laryngotracheitis, Infektionen<br />

mit Mycoplasmen sowie mit Campylobacter)<br />

und mit der Geschlechtsbestimmung<br />

im Ei, mit dem Tiergesundheitsrechtsakt,<br />

der Kontrolle von Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen<br />

sowie der mobilen<br />

Geflügelschlachtung für Direktvermarkter.<br />

Zur erstmaligen Verleihung des von der<br />

AniCon Labor GmbH gestifteten Otfried-<br />

Siegmann-Preises führte AniCon-Geschäftsführer<br />

Dr. Peter Behr (Höltinghausen) aus,<br />

dass mit dem Preis Arbeiten aus veterinärmedizinischen<br />

und eng verwandten Gebieten<br />

ausgezeichnet werden, die sich mit infektionsmedizinischen<br />

Fragestellungen bei<br />

landwirtschaftlichen Nutztieren, einschließlich<br />

Bienen und Nutzfischen, befassen und<br />

bereits zur Publikation angenommen oder<br />

veröffentlicht sind. Der Preis stellt einen Beitrag<br />

zur Nachwuchsförderung dar und ist<br />

mit 10.000 Euro dotiert, die jeweils hälftig<br />

dem/der Preisträger/in und der wissenschaftlichen<br />

Einrichtung zufließen, an der<br />

die Arbeit erstellt wurde.<br />

Preisträgerin in diesem Jahr ist Nicole<br />

de Buhr, PhD (Hannover), die den Preis für<br />

ihre Arbeit „Degraded neutrophil extracellular<br />

traps promote the growth of Actino-<br />

V.l.n.r.: Dr. Peter Behr, Prof. Dr. Maren von Köckritz-Blickwede,<br />

Nicole de Buhr, PhD, Prof. Dr. Dr. h.c. Otfried Siegmann,<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer.<br />

Das Technikteam der <strong>DVG</strong> sorgte für einen reibungslosen Ablauf.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 33


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

bacillus pleuropneumoniae“ erhielt. Nicole<br />

de Buhr ist mit dem Ziel der Habilitation<br />

in der Arbeitsgruppe Infektionsbiochemie<br />

am Institut für Biochemie der Stiftung<br />

Tierärztliche Hochschule tätig. Sie hat entdeckt,<br />

dass neue Bakterien DNA-Netze für<br />

sich ausnutzen können. Entgegen dem beschriebenen<br />

klassischen Dogma der antimikrobiellen<br />

Wirkung von Neutrophil extracellular<br />

traps (NETs) konnte Frau de Buhr<br />

mit der vorgeschlagenen Arbeit zeigen,<br />

dass es eine Korrelation zwischen NETs,<br />

Nukleaseaktivität und dem Schweregrad<br />

von Lungeninfektionen im Schwein gibt.<br />

Als Vertreterin der wissenschaftlichen<br />

Einrichtung war die Leiterin der Arbeitsgruppe<br />

Infektionsbiochemie, Prof. Dr. Maren<br />

von Köckritz-Blickwede, anwesend<br />

und freute sich mit Frau de Buhr über die<br />

besondere Auszeichnung.<br />

Der Tagungsband mit den Abstracts<br />

der Vorträge kann für 10 Euro zzgl. 3 Euro<br />

für Verpackung und Versand in der <strong>DVG</strong>-<br />

Geschäftsstelle bestellt werden (info@<br />

dvg.de).<br />

Die Deadline für Bewerbungen zum<br />

Otfried-Siegmann-Preis 2<strong>02</strong>2 endet am<br />

15.03.2<strong>02</strong>2 (verlängerte Deadline); die Ausschreibung<br />

ist auf Seite 72 zu finden.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE „REPRODUKTIONSMEDIZIN“<br />

Tagung der Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“<br />

Kunstwerk von Bildhauer Helmut Brinckmann (1912-1994) in der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie mit Tierärztlicher Ambulanz am<br />

Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen.<br />

Vom 2. bis 4. März 2<strong>02</strong>2 findet die 55. Jahrestagung<br />

„Physiologie & Pathologie der<br />

Fortpflanzung“, gleichzeitig 47. „Veterinär-<br />

Humanmedizinische Gemeinschaftstagung“,<br />

statt; nicht wie geplant in Gießen,<br />

sondern als Onlineveranstaltung.<br />

Schwerpunkte der Tagung sind die<br />

Themen „Gynäkologie und Andrologie in<br />

der Klinik (sowohl aus veterinär- wie auch<br />

humanmedizinischer Sicht)“ sowie „IVF/<br />

IVP bei Mensch und Tier“. Dies zeigt den<br />

traditionell interdisziplinären Charakter<br />

der Tagung auch im Jahr 2<strong>02</strong>2.<br />

Die zunehmende gesellschaftliche Diskussion<br />

über die Tierzucht und das Tierwohl<br />

sowie über den Einsatz von Tieren in der Aus-,<br />

Fort- und Weiterbildung hat das Organisationsteam<br />

veranlasst, diese Themenkomple-<br />

xe, insbesondere unter der Berücksichtigung<br />

reproduktionsmedizinischer Fragestellungen,<br />

im Programm besonders zu behandeln.<br />

Akzeptierte Abstracts werden parallel in<br />

dem Journal Reproduction in Domestic Animals<br />

und Journal für Reproduktionsmedizin<br />

und Endokrinologie veröffentlicht.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />

34<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


Ein Ein prickelndes Beispiel für für für einen<br />

gesunden Darm: Ecobiol® Fizz<br />

Fizz<br />

Futterwechsel, Impfungen, redu zierte Futteraufnahme – Ihr Tier steh<br />

ständigen Herausforderungen. Gut zu wissen, dass Ecobiol® Fizz ein<br />

schnellen und einfachen Weg<br />

ARBEITSGEBIET:<br />

bietet, die Darmflora natürlich zu unte<br />

stützen.<br />

KLINISCHE<br />

Die lösliche<br />

VETERINÄRMEDIZIN<br />

probiotische Tablette verteilt die Sporen homog<br />

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Gut zu zu zu wissen,<br />

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probiotische<br />

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Bestimmte Aussagen gelten möglicherweise nicht in allen geografischen Regionen<br />

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Regionen<br />

und können aufgrund regionaler oder nationaler Anforderungen abweichen.<br />

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13.07.21 14:17<br />

14:17<br />

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108711.indd 1<br />

FACHGRUPPE „NATURHEILVERFAHREN UND REGULATIONSMEDIZIN“<br />

Mitteilung an die Mitglieder der Fachgruppe<br />

Liebe Mitglieder unserer Fachgruppe,<br />

liebe Kolleg*innen in der <strong>DVG</strong>,<br />

wenn dieses <strong>DVG</strong>-Forum erscheint, ist<br />

unser diesjähriger <strong>DVG</strong>-Vet-Congress gerade<br />

vorbei. Das Thema „Qualzucht-relevante<br />

Krankheitsdispositionen und Erbkrankheiten:<br />

Diagnostik, Therapie und<br />

Prävention“ war wie gemacht für unsere<br />

Fachrichtung und unser Fachwissen.<br />

So haben uns sehr erfahrene Kolleg*innen<br />

mit ihren Vorträgen zum Umgang mit<br />

solch betroffenen Tieren und ihren Haltern<br />

in den Bann gezogen und viel Neues und<br />

Wissenswertes vermittelt. Die Möglichkeiten,<br />

die wir mit den Naturheilverfahren<br />

(NHV) haben, bestehendes Leid zu lindern,<br />

dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen,<br />

dass es in erster Linie unsere Aufgabe<br />

ist, die Zucht solcher gebeutelten Geschöpfe<br />

zu verhindern. Das kann in der täglichen<br />

individuellen Arbeit sein, oder auch<br />

durch Engagement in tierärztlichen Verbänden,<br />

deren Reichweite bei der Durchsetzung<br />

von tierschutzrechtlichen Veränderungen<br />

oder Zuchtverboten größer ist.<br />

Zum ersten Mal haben wir als Fachgruppe<br />

auch einen Call for Papers ausgerufen,<br />

dem erfreulicherweise einige junge<br />

und sehr interessante Kolleg*innen Folge<br />

leisteten und von ihren Arbeiten zu naturheilkundlichen<br />

Diagnose- und Therapieverfahren<br />

berichteten. Darunter solch<br />

spannende Themen wie Blutegelbehandlung<br />

von Zahnerkrankungen des Pferdes,<br />

phytotherapeutische Begleitung des Equinen<br />

Gastric Ulcer Syndrom beim Pferd, sowie<br />

neue Erkenntnisse über die Innervation<br />

des Kreuzdarmbeingelenkes bei Hund und<br />

Katze. Besonders interessant war die Dissertation<br />

einer Tierärztin über die Anwendungshäufigkeit<br />

von NHV und Komplementärmedizin<br />

in der alltäglichen tierärztlichen<br />

Praxis. Der Wert war mit 85 Prozent<br />

bei den befragten Kleintierpraxen so hoch,<br />

dass es den von uns immer wieder erwähn-<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 35


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

ten Stellenwert der NHV in der tierärztlichen<br />

Arbeit und die Nachfrage bei den Tierhaltern<br />

deutlich unterstreicht. In dieser<br />

Arbeit kam aber auch heraus, dass die Kollegen<br />

sich mehr Forschungsarbeit in diesem<br />

Bereich wünschen, nicht zuletzt, um<br />

rechtssicher agieren zu können und sich in<br />

ihrer Arbeit wertgeschätzt zu fühlen.<br />

Denn wir wissen alle, wieviel Zeit und<br />

auch Geld es kostet, eine Zusatzbezeichnung<br />

in Homöopathie, Akupunktur oder<br />

Biologischer Tiermedizin zu erlangen und<br />

zu erhalten. Und dies sind nur die von den<br />

Kammern anerkannten Zusatzbezeichnungen,<br />

deren Bedeutung damit enorm<br />

unterstrichen wird. Die Vielfalt der Verfahren,<br />

Fachrichtungen und damit verbundenen<br />

Potentiale für die Tiermedizin sind<br />

deutlich höher und noch nicht ausgeschöpft.<br />

Hier würde ich mich über Ihre/<br />

Eure Erfahrungen, Arbeiten und Fallbeschreibungen<br />

sehr freuen.<br />

Auch im nächsten Jahr wird unsere<br />

Fachgruppe auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress<br />

wieder vertreten sein. Das Thema der Kleintiertagung<br />

auf dem Kongress ist dann: „Der<br />

Generationenwechsel – Altbewährtes und<br />

Neues in der Kleintiermedizin“. Ein wunderbares<br />

Thema, zu dem uns sicher einiges einfällt.<br />

Es wird wieder einen Call for Papers mit<br />

den gleichen Konditionen wie beim letzten<br />

Mal ausgerufen (siehe www.dvg.de). Ich<br />

freue mich auf Ihre/Eure Beiträge!<br />

Sicher ist Ihnen/Euch die jüngste Diskussion<br />

um die Anwendung von Antibiotika<br />

in der Tiermedizin und die neue Arzneimittelverordnung<br />

noch im Gedächtnis.<br />

Wie eng die Definition um die Reserveantibiotika<br />

nun wird, wissen wir noch nicht.<br />

Aber was wir wissen ist zum einen, dass<br />

die zuständige EU-Kommission in ihrem<br />

delegierten Rechtsakt explizit auf die Anwendung<br />

von alternativen Behandlungsformen<br />

zur Erhaltung der Tiergesundheit<br />

und Therapie von Erkrankungen hinweist,<br />

und zum anderen, dass wir die Mittel und<br />

Wege dafür in der Hand haben. Diese Kompetenz<br />

heißt es nun energisch kundzutun<br />

und anzuwenden. Eine große Aufgabe …<br />

packen wir es an!<br />

Ein weiteres politisches Thema, welches<br />

unsere tierärztliche Arbeit direkt betrifft,<br />

hat uns im September beschäftigt.<br />

Durch ein – noch weiter auszubauendes –<br />

Netzwerk mit auf EU-Ebene agierenden<br />

Kollegen haben wir erfahren, dass es in der<br />

EU Bestrebungen gibt, die Vielfalt von<br />

pflanzlichen Futtermittelzusatzstoffen<br />

und Einzelfuttermittel pflanzlichen Ursprungs<br />

über zwei Rechtsformen deutlich<br />

zu reduzieren. Da viele phytotherapeutische<br />

Ergänzungsfuttermittel, die aus der<br />

tierärztlichen Arbeit nicht wegzudenken<br />

sind, auf solchen Substanzen beruhen und<br />

einen wichtigen Wirkstoffpool für eine<br />

rückstandsfreie und nebenwirkungsarme<br />

Behandlung unserer Patienten bedeuten,<br />

sind wir aktiv geworden. Mit Unterstützung<br />

des <strong>DVG</strong>-Präsidiums und der Geschäftsstelle<br />

(an dieser Stelle nochmal<br />

herzlichen Dank dafür) sowie Vertretern<br />

der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin<br />

(GGTM) und der Industrie haben wir<br />

als <strong>DVG</strong>-Fachgruppe einen Gesprächstermin<br />

mit dem neuen Leiter des zuständigen<br />

Referates für Futtermittelfragen beim Bundesministerium<br />

für Ernährung und Landwirtschaft<br />

wahrgenommen. Dort konnten<br />

wir unsere Bedenken bezüglich einer Streichung<br />

solcher Produkte, aber auch unsere<br />

Sachkenntnis in der tiermedizinischen<br />

Phytotherapie, anbringen. Der Referatsleiter<br />

ist ebenfalls Tierarzt und ist an einer<br />

weiteren Zusammenarbeit mit uns als<br />

Fachinstanzen sehr interessiert. Auch in<br />

dieser Sache sind Kolleg*innen, die sich<br />

einbringen möchten, sehr willkommen. Je<br />

mehr Informationen an einer Stelle zusammenlaufen<br />

und je mehr Man- bzw. Woman-Power<br />

wir haben, desto schneller<br />

können wir auf Belange, die uns und unsere<br />

Arbeit direkt betreffen, reagieren.<br />

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns<br />

allen. Ich möchte mich an dieser Stelle sowohl<br />

bei Ihnen/Euch für die Mitarbeit, die<br />

Anregungen und die uneingeschränkte<br />

Unterstützung als auch bei unserem Präsidium<br />

und der Geschäftsstelle für das<br />

Vertrauen und das Engagement für unsere<br />

Fachgruppe sehr herzlich bedanken,<br />

und uns mit einer Zeile aus dem Gedicht<br />

von Beate Lampert „Zeit der Wende“ auf<br />

das kommende Jahr einstimmen:<br />

„Freude heißt die starke Feder in der ewigen<br />

Natur.<br />

Freude, Freude treibt die Räder in der großen<br />

Weltenuhr.<br />

Sie gibt Kraft zu handeln voll Verbundenheit<br />

und Mut.<br />

Unsre Welt zu wandeln, dann wird alles<br />

gut.“<br />

Frohe Weihnachten und alles Gute für das<br />

neue Jahr 2<strong>02</strong>2!<br />

Herzlichst<br />

Brigitta Smit-Fornahl, Schalksmühle<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

•<br />

Gendergerechte Sprache im <strong>DVG</strong>-Forum<br />

In Artikeln, Beiträgen, Info-Broschüren und sonstigen Texten<br />

verwendet das Team der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle meist das generische<br />

Masculinum. Gleichzeitig weisen wir, z. B. im Impressum,<br />

immer darauf hin, dass Berufs-, Status- oder Funktionsbezeichnung<br />

für alle Geschlechter gelten. Uns ist bewusst, dass dies<br />

keine Ideallösung ist und nicht allen gerecht wird. Die bessere<br />

Lesbarkeit sowie auch die Tatsache, dass es mehr als weibliches<br />

und männliches Geschlecht gibt, liegen dieser Entscheidung<br />

zugrunde. Wie andere Autorinnen und Autoren Berufs-, Statusoder<br />

Funktionsbezeichnungen in ihren Beiträgen verwenden,<br />

überlassen wir ihnen. Daher finden sich im <strong>DVG</strong>- Forum im Hinblick<br />

auf gendergerechte Sprache unterschiedliche Schreibweisen.<br />

36<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

FACHGRUPPE „PHYSIOLOGIE UND BIOCHEMIE“<br />

Fachgruppentagung „Physiologie und Biochemie“ 2<strong>02</strong>2<br />

Die Tagung der Fachgruppe „Physiologie<br />

und Biochemie“ findet von Sonntag, 20.<br />

bis Dienstag, 22.<strong>02</strong>.2<strong>02</strong>2 am Fachbereich<br />

Veterinärmedizin in Gießen statt. Die Tagung<br />

beginnt am 20.<strong>02</strong>. am späteren<br />

Nachmittag – mit Welcome-Address, Keynote<br />

Lecture und einem netten „Get together“<br />

sowie vorgeschaltet einem Hochschullehrertreffen<br />

zum gegenseitigen<br />

Gedankenaustausch.<br />

Key Note Speaker wird Prof. Dr. Bernhard<br />

Spengler (Gießen) sein mit dem Vortrag:<br />

Bildgebende Massenspektrometrie.<br />

Die musikalische Umrahmung übernimmt<br />

die Band „Red Hot Dixie Devils“.<br />

Am Montagabend ist ein Gesellschaftsabend<br />

im Benediktiner Weißbräuhaus in<br />

Gießen vorgesehen.<br />

Aufgrund der Corona-Pandemie ist geplant,<br />

die Tagung unter 2G-Bedingungen<br />

(Zugang nur mit Impf- oder Genesenennachweis)<br />

abzuhalten.<br />

Wir freuen uns, Sie in Gießen begrüßen zu<br />

dürfen!<br />

Herzliche Grüße<br />

Prof. Dr. Martin Diener<br />

Prof. Dr. Sybille Mazurek<br />

Prof. Dr. Joachim Roth<br />

Prof. Dr. Christoph Rummel<br />

Prof. Dr. Georgios Scheiner-Bobis<br />

Institut für Veterinär-Physiologie<br />

und -Biochemie<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen<br />

Der Gesellschaftsabend wird im Benediktiner<br />

Weißbräuhaus stattfinden, das sich im gleichen<br />

Gebäude befindet wie die neue <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle.<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

Weitere Informationen:<br />

q www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />

•<br />

FACHGRUPPE „TIERERNÄHRUNG“<br />

10 Jahre Dahlemer Diätetik – Tierernährung in der Praxis<br />

Fragen der Ernährung stoßen bei Tierhalterinnen<br />

und Tierhaltern auf großes Interesse.<br />

Motiviert durch zahlreiche Anfragen<br />

von Tierärztinnen und Tierärzten zu diesem<br />

Themenkomplex hat das Institut für<br />

Tierernährung im Jahr 2011 eine Fortbildungsreihe<br />

gemeinsam mit der Tierärztekammer<br />

Berlin und der Akademie für tierärztliche<br />

Fortbildung initiiert, die seitdem<br />

an durchschnittlich drei Terminen im Jahr<br />

praxisrelevante Themen aufgreift und für<br />

Praktikerinnen und Praktiker aufbereitet.<br />

In den Vor-Corona-Zeiten wurde dieses als<br />

Präsenzveranstaltung im Institut durchgeführt,<br />

wobei nicht nur die fachliche Fortbildung,<br />

sondern auch der rege Austausch<br />

mit Kolleginnen und Kollegen ein wichtiges<br />

Merkmal war. Erleichtert wurde dieses<br />

durch ein kleines Catering, so dass sich<br />

häufig in den Pausen oder auch nach den<br />

Veranstaltungen intensive Diskussionen<br />

in angenehmer Atmosphäre entwickeln<br />

konnten.<br />

Coronabedingt wurde das Format im<br />

Jahr 2<strong>02</strong>1 auf Onlineveranstaltungen in Zusammenarbeit<br />

mit Vetion.de umgestellt.<br />

Auch diese erfreuen sich reger Teilnahme.<br />

Das Themenspektrum ist breit und umfasst<br />

Grundlagen der Ernährung, aber auch<br />

spezielle Aspekte, zum Beispiel die diätetische<br />

Beeinflussung von Allergien, wichtige<br />

Fragen der Ernährung von Jungtieren<br />

oder auch den zunehmend beachteten Aspekt<br />

des Wohlbefindens unserer Haustiere,<br />

Effekte der Tierhaltung auf die Umwelt<br />

sowie ethische Fragestellungen. Darüber<br />

hinaus wurden auch einige Kurse zur computergestützten<br />

Rationsberechnung im<br />

PC-Pool des Fachbereichs angeboten.<br />

Wir möchten uns bei allen Referentinnen<br />

und Referenten, den unterstützenden<br />

Organisationen, zu denen inzwischen<br />

auch die Fachgruppe „Tierernährung“ der<br />

Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft<br />

sowie die Klinik für Kleintiere<br />

der Justus-Liebig-Universität Gießen zählen,<br />

sowie bei allen Teilnehmerinnen und<br />

Teilnehmern für eine interessante und vertrauensvolle<br />

Zusammenarbeit bedanken<br />

und freuen uns auf eine erfolgreiche Fortsetzung<br />

im kommenden Jahr.<br />

Professor Dr. Jürgen Zentek, Berlin<br />

Professorin Dr. Nadine Paßlack, Gießen<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 37


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

FACHGRUPPE „DIDAKTIK UND KOMMUNIKATION“<br />

Aktuelles aus der Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“<br />

Erste Tagung der Fachgruppe online.<br />

Am 20. und 21. September 2<strong>02</strong>1 fand die<br />

erste Tagung der Fachgruppe „Didaktik<br />

und Kommunikation“ online statt. Die<br />

Fachgruppe wurde 2008 zunächst als<br />

Arbeitskreis „Didaktik und Kommunikationskompetenz“<br />

gegründet und befasst<br />

sich mit Lehren und Lernen sowie allen Gebieten<br />

der Kommunikation in der Veterinärmedizin.<br />

2019 wurde der Arbeitskreis<br />

als 40. Fachgruppe der <strong>DVG</strong> anerkannt und<br />

in das Arbeitsgebiet „Grundlagenwissenschaften“<br />

eingegliedert.<br />

Erste Fachgruppentagung<br />

Auf der Tagung ging es um die verschiedenen<br />

Felder der Didaktik, Ausbildungsforschung,<br />

Prüfungen und Kommunikation.<br />

Themen am ersten Tag waren u. a. neue<br />

Prüfungsformate für die Hochschullehre,<br />

Balintarbeit im Tiermedizinstudium (Berufsbedingte<br />

Selbstwahrnehmung und psychosoziale<br />

Kompetenz), Kommunikationsunterricht<br />

im Blended-Learning-Format,<br />

Räume für wissenschaftlichen Austausch<br />

tierschutzrelevanter Fragestellungen im<br />

Ausbildungs- und Klinik-Alltag, (Gewaltfreie)<br />

Kommunikation im amtlichen Tierschutz<br />

sowie eine „Culture of Care“. Am<br />

zweiten Tage fanden die Workshops „Train<br />

the Trainer für Kommunikationslehrende“<br />

und „Worst practice – Beispiele, wie wir gemeinsam<br />

aus Fehlern lernen können“ statt.<br />

Neue Fachgruppenleitung<br />

Im Rahmen der Tagung fand auch die Fachgruppenversammlung<br />

statt, auf der als<br />

neue Leiterin Prof. Dr. Mahtab Bahramsoltani<br />

(Berlin) und Dr. Christin Kleinsorgen<br />

(Hannover) als Stellvertreterin gewählt<br />

wurden (siehe auch Seite 78). Die langjährigen<br />

Vorstände PD Dr. Marc Dilly (Viernheim)<br />

und Dr. Dora Bernigau (Leipzig) hatten<br />

für eine Wiederwahl nicht mehr zur<br />

Verfügung gestanden.<br />

Arbeitsgruppe „Social Media und<br />

Digitale Transformation“<br />

Inzwischen wurde innerhalb der Fachgruppe<br />

die Arbeitsgruppe „Social Media<br />

und Digitale Transformation“ gegründet,<br />

die sich mit aktuellen Themen der digitalen<br />

Transformation sowie der Relevanz<br />

und Anwendung von Social Media in der<br />

Veterinärmedizin befassen wird. Denn<br />

Transformationsprozesse und Kommunikationsdienste<br />

haben die Kommunikation<br />

der Menschen im Alltag und Geschäftsleben<br />

grundlegend verändert. Die<br />

Arbeitsgruppe will zur weiteren Etablierung<br />

und Sichtbarkeit dieser Themen sowie<br />

der Möglichkeit eines verbesserten internen<br />

und aktiven Austausches innerhalb<br />

der gesamten <strong>DVG</strong> beitragen. Die zunächst<br />

kommissarische Leitung übernehmen<br />

PD Dr. Marc Dilly und Cyrill Matenaers<br />

(München).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

Dr. Katharina Ameli sprach über „Culture of Care in der veterinärmedizinischen<br />

Ausbildung“.<br />

Dr. Christin Kleinsorgen (Foto oben) und Prof. Dr. Mahtab Bahramsoltani<br />

im Workshop.<br />

38<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

FACHGRUPPE „BAKTERIOLOGIE UND MYKOLOGIE“<br />

Online-Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Bakteriologie und Mykologie“<br />

Vom 14. bis 16. Juni 2<strong>02</strong>1 fand die Tagung<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Bakteriologie und<br />

Mykologie“ statt. Nachdem die Tagung<br />

üblicherweise im zweijährigen Rhythmus<br />

durchgeführt wird und im letzten Jahr<br />

pandemiebedingt abgesagt werden musste,<br />

war für dieses Jahr eine Online-Tagung<br />

organisiert worden. Tagungsleiter Prof. Dr.<br />

Rolf Bauerfeind (Gießen) und Fachgruppenleiter<br />

Prof. Dr. Peter Valentin-Weigand<br />

(Hannover) begrüßten die etwa 230 Teilnehmer<br />

und dankten den Sponsoren der<br />

Tagung für die freundliche Unterstützung.<br />

Auch <strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Martin<br />

Kramer (Gießen) richtete Grußworte an<br />

die Teilnehmer.<br />

Vortragsprogramm<br />

Vier Keynote Lectures gaben spannende<br />

Einblicke in Forschungsfelder der modernen,<br />

medizinischen und tiermedizinischen<br />

Mikrobiologie. Frau Dr. Engeline van<br />

Duijkeren (Bilthoven, NL) erläuterte in<br />

ihrem Vortrag „Antimicrobial resistance<br />

from the One Health perspective: investigating<br />

transmission between animals<br />

and humans” molekularbiologische und<br />

infektionsepidemiologische Methoden<br />

zur Evaluierung von Ansteckungswegen,<br />

über die sich Menschen heute mit antibiotikaresistenten<br />

Bakterien anstecken. In<br />

den Niederlanden sind ca. fünf Prozent der<br />

menschlichen Bevölkerung mit ESBL-/<br />

pAmpC-bildenden Bakterien infiziert oder<br />

besiedelt. Dabei sind Vegetarier oder<br />

Fischesser nicht seltener betroffen als<br />

Fleischesser. Die mathematische Modellierung<br />

der Erregerexposition legt nahe,<br />

dass ca. zwei Drittel der ambulant erworbenen<br />

ESBL/pAmpC-E. coli-Infektionen das<br />

Resultat einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung<br />

sind, knapp 20 Prozent mit dem<br />

Konsum von oder dem Kontakt zu kontaminierten<br />

Lebensmitteln assoziiert sind<br />

und ca. 12 Prozent auf dem Kontakt zu infizierten/besiedelten<br />

Heim- oder Nutztieren<br />

beruhen.<br />

Dr. Paul G. Higgins (Köln) machte in<br />

seinem Vortrag „Molecular epidemiology<br />

of clinical, animal and environmental isolates<br />

of Acinetobacter baumannii“ deutlich,<br />

dass A. baumannii als Zoonoseerreger<br />

nicht nur nosokomiale Infektionen<br />

beim Menschen verursacht, sondern auch<br />

bei vielen Haus- und Wildtierarten sowie<br />

im Erdboden vorkommt. Die meisten Iso-<br />

Tagungsleiter Prof. Dr. Rolf Bauerfeind.<br />

Prof. Dr. Stefan Schwarz und Dr. Engeline van Duijkeren.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 39


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Dr. Paul G. Higgins.<br />

late von hospitalisierten Patienten lassen<br />

sich heute neun internationalen, klonalen<br />

A. baumannii-Linien (IC1 – IC9) zuordnen.<br />

Manche dieser Linien wurden auch bei<br />

Prof. Dr. Jörg Jores bei seiner Keynote Lecture.<br />

Prof. Dr. Alexander Mellmann bei seiner Keynote Lecture.<br />

Heimtier-Patienten gefunden. Isolate von<br />

ambulant infizierten Personen, von Nutztieren<br />

und wildlebenden Tieren sowie Isolate<br />

aus anderen Ökosystemen sind meist<br />

antibiotikaempfindlich und nur in wenigen<br />

Fällen genetisch mit den internationalen<br />

Linien verwandt. Sorge bereitet, dass<br />

A. baumannii unter dem selektiven Druck<br />

in Krankenhäusern und Tierkliniken oftmals<br />

multiresistent und manchmal sogar<br />

panresistent wird.<br />

Prof. Dr. Jörg Jores (Bern, CH) stellte in<br />

„Nutzung einer Hefe-basierten Synthetic<br />

Genomics-Plattform zur Impfstoffentwicklung“<br />

gentechnische Arbeiten vor, bei<br />

denen mit Hilfe der Bäckerhefe Saccharomyces<br />

cerevisiae ganze Virus- und Mycoplasma-Genome<br />

synthetisch erzeugt und<br />

gezielt mutagenisiert werden können. Die<br />

Technologie wird aktuell dazu eingesetzt,<br />

um innovative Impfstoffe gegen verschiedene<br />

bakterielle und virale Infektionskrankheiten<br />

zu entwickeln. So gelang es<br />

bereits, einen Vektor-Lebendimpfstoff auf<br />

Basis von Mycoplasma feriruminatoris<br />

gegen die Lungenseuche der Ziegen herzustellen.<br />

Auch bei der Entwicklung von<br />

Vakzinen gegen die Lungenseuche der Rinder,<br />

gegen Covid-19 und gegen die Afrikanische<br />

Schweinepest wurden wichtige<br />

Zwischenziele erreicht.<br />

Prof. Dr. Alexander Mellmann (Münster)<br />

präsentierte unter dem Titel „Enterohämorrhagische<br />

Escherichia coli: Pathogenese<br />

und Epidemiologie“ beeindruckende<br />

Forschungsergebnisse zur Rolle<br />

der bakteriellen „outer membrane vesicles“<br />

(OMV) bei der Wirkung von EHEC-Virulenzfaktoren<br />

auf die Zielzellen im<br />

Wirtsorganismus. Die Analyse von Ganzgenomsequenz-Daten<br />

ermöglichte es<br />

außerdem, die Mechanismen von Virulenz-assoziierten<br />

Mutationen bei EHEC<br />

aufzudecken und damit die Entstehung<br />

von virulenten EHEC-Ausbruchsstämmen,<br />

wie EHEC SF O157:H- und EHEC O104:H4,<br />

besser zu verstehen. Ein nationales Konsortium<br />

(Microbial Genomic Surveillance,<br />

miGenomeSurv), dem auch Experten des<br />

Robert Koch-Institutes und des Forschungszentrums<br />

Borstel angehören,<br />

wird EHEC und andere hochrangige bak-<br />

40<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

terielle Krankheitserreger zukünftig mit<br />

Hilfe von next generation sequencing<br />

(NGS)-basierten Typisierungsmethoden<br />

deutschlandweit überwachen.<br />

In weiteren 30 Vorträgen stellten Forschergruppen<br />

aktuelle Studien und Forschungsergebnisse<br />

zu den Themenfeldern<br />

„Antibiotikaresistenz“, „Populationsstruktur<br />

von Erregern“, „Bekämpfung mikrobieller<br />

Infektionen“, „Pathogenität und Virulenz“<br />

sowie „Prävalenz mikrobieller Infektionen<br />

und freie Themen“ vor.<br />

Poster-Sessions und Posterpreise<br />

Die Poster standen als pdf-Datei (E-Poster)<br />

zur Verfügung. Zudem fanden an jedem<br />

Tag parallele Poster-Sitzungen mit unterschiedlichen<br />

inhaltlichen Schwerpunkten<br />

online statt. Ausgewählte Posterbeiträge<br />

wurden auch als Poster Flash präsentiert,<br />

also im Kurzvortrag mit maximal fünf Minuten<br />

Dauer.<br />

Die Fachgruppe zeichnete die besten<br />

Poster mit Preisen aus, wobei sie den ersten<br />

und zweiten Preis jeweils zweimal vergab.<br />

Über ihre Auszeichnung freuten sich:<br />

• Etienne Aubry (Berlin) et al. (1. Preis):<br />

Identification of novel virulence factors<br />

in the pathogenesis of Streptococcus<br />

canis infections in dogs via population<br />

genetics and transposon directed insertion-site<br />

sequencing.<br />

• Muriel Dresen (Hannover) et al.<br />

(1. Preis):<br />

Funktionelle Charakterisierung des mit<br />

der biologischen Fitness von Streptococcus<br />

suis assoziierten Gens SSU0375.<br />

• Ann-Kathrin Krieger (Leipzig) et al.<br />

(2. Preis):<br />

Survival of Klebsiella pneumoniae in<br />

porcine blood is putatively mediated by<br />

aerobactin generation and limited by<br />

IgM and complement.<br />

• Dordia Rotinsulu (Gießen) et al.<br />

(2. Preis):<br />

Molecular features and antimicrobial<br />

susceptibility patterns of Streptococcus<br />

equi ssp. equi isolates from equines.<br />

Fachgruppenversammlung<br />

Im Rahmen der Tagung fand die Mitgliederversammlung<br />

der Fachgruppe statt. Prof.<br />

Valentin-Weigand zog ein erstes positives<br />

Resümee der Online-Tagung und kündigte<br />

die nächste Fachgruppentagung für voraussichtlich<br />

2<strong>02</strong>3 in Berlin an. Dann sollen<br />

auch die nächsten Wahlen zur Leitung der<br />

Fachgruppe durchgeführt werden.<br />

Der Tagungsband kann für 15 Euro zzgl.<br />

3 Euro für Verpackung und Versand bestellt<br />

werden unter: info@dvg.de<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

Praxismanagement<br />

Diese 12-teilige Blockkursreihe ist konsequent auf die vielfältigen Herausforderungen<br />

von Inhaber:innen sowie leitenden Mitarbeiter:innen in Tierarztpraxen und Kliniken zugeschnitten.<br />

Blockkurs 1:<br />

Kommunikation<br />

für Führungskräfte<br />

21. - 22. März 2<strong>02</strong>2<br />

Blockkurs 3:<br />

Projektmanagement<br />

für Führungskräfte<br />

14. - 15. Nov. 2<strong>02</strong>2<br />

Blockkurs 2:<br />

Zeit- und Selbstmanagement<br />

für Führungskräfte<br />

25. - 26. April 2<strong>02</strong>2<br />

Blockkurs 4:<br />

Mitarbeiterorientierte<br />

Führung<br />

12. - 13. Dez. 2<strong>02</strong>2<br />

Die Kurse 5-8 finden in 2<strong>02</strong>3, die Kurse 9-12 in 2<strong>02</strong>4 statt.<br />

Weitere Informationen finden Sie unter www.berliner-fortbildungen.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 41


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

FACHGRUPPE „TIERSEUCHEN“<br />

Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierseuchen“ online<br />

Am 26. und 27. Mai 2<strong>02</strong>1 fand die Tagung<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Tierseuchen“ als Onlinetagung<br />

statt. Die Möglichkeit, sich<br />

neben dem Vortragsprogramm auch mit<br />

Kolleginnen und Kollegen auszutauschen,<br />

ist im Onlineformat stark eingeschränkt –<br />

so hoffen alle, die nächste Tagung wieder<br />

in Präsenz durchführen zu können. Allerdings<br />

haben Onlineveranstaltungen den<br />

Vorteil, dass die Teilnahme komplikationslos<br />

vom Home- oder Büroarbeitsplatz<br />

möglich ist. Und so freute sich Fachgruppen-<br />

und Tagungsleiter Prof. Dr. Hans-Joachim<br />

Bätza (ehemals Bundesministerium<br />

für Ernährung und Landwirtschaft, Bonn),<br />

über 500 TeilnehmerInnen begrüßen zu<br />

dürfen – deutlich mehr als bei Präsenztagungen.<br />

Auch der Präsident der <strong>DVG</strong>, Prof.<br />

Dr. Dr. h.c. Martin Kramer (Gießen) sprach<br />

Grußworte.<br />

Die Tagung gliederte sich in mehrere<br />

Blöcke. Im Block „Durchführungsrecht<br />

zum EU-Tiergesundheitsrechtakt und dessen<br />

nationale Durchführung“ stellten die<br />

ReferentInnen aktuelle Entwicklungen im<br />

Tiergesundheitsrecht u. a. zur Prävention<br />

und Bekämpfung sowie zur Überwachung<br />

und zu Tilgungsprogrammen gelisteter<br />

Prof. Dr. Martin Beer berichtete zur Empfänglichkeit verschiedener Tierarten für SARS-CoV-2.<br />

Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Mettenleiter, dankte im<br />

Resümee zur Tagung dem bisherigen Fachgruppenleiter Prof. Bätza und wünschte dem neuen Leiter<br />

Dr. Weinandy viel Erfolg.<br />

Tierseuchen, zu Vorschriften für Aquakulturbetriebe<br />

und die Verbringung von Landtieren,<br />

Bruteiern und Zuchtmaterial innerhalb<br />

der EU dar.<br />

Bei dem Thema „Aktuelles zur Tierseuchenbekämpfung“<br />

ging es um Porcine Circoviren<br />

sowie das Schwein als „mixing<br />

vessel“ für Influenzaviren, die eine weltweit<br />

verbreitete Präsenz in den Schweinepopulationen<br />

zeigen. Die Infektion von<br />

Schweinen mit porzinen, aviären und humanen<br />

Influenza A-Viren birgt das Risiko<br />

einer zoonotischen Übertragung vom<br />

Schwein auf den Menschen. Auch die Afrikanische<br />

Schweinepest (ASP) wurde thematisiert.<br />

Die aktuelle Situation und die<br />

ASP-Diagnostik aus Sicht des Nationalen<br />

Referenzlabors sowie eines betroffenen<br />

Landeslabors wurden dargestellt, ebenso<br />

wie der aktuelle Stand bei der Impfstoffentwicklung.<br />

Die Vorträge im Block „Geflügel“ befassten<br />

sich mit dem „genetischen Fingerabdruck“<br />

der Gefügelpestausbrüche in<br />

Deutschland und mit der Herausforderung,<br />

die die Entwicklung eines Impfstoffs<br />

gegen Influenzaviren darstellt.<br />

Die derzeitige weltweite Coronavirus-<br />

Pandemie wurde auf der Tierseuchentagung<br />

im Block „Emerging Zoonoses“ aufgegriffen<br />

und die Empfänglichkeit von<br />

Tieren für SARS-CoV-2 dargestellt. So zeigen<br />

Rinder eine sehr geringe Empfänglichkeit<br />

während sich Hühner und Schweine<br />

nicht infizieren ließen. Hunde sind<br />

zwar empfänglich, erkranken jedoch nicht<br />

oder nur leicht. Katzen sind hoch empfänglich<br />

und können klinisch erkranken.<br />

Insbesondere Nerze zeigen sich hoch<br />

empfindlich und schwere klinische Symptome<br />

sind möglich.<br />

Im Rahmen der Tagung fand auch die<br />

Versammlung der Fachgruppe „Tierseuchen“<br />

statt. Turnusgemäß stand die Wahl<br />

eines neuen Fachgruppenvorstands auf<br />

der Tagesordnung. Prof. Bätza, engagierter<br />

Leiter der Fachgruppe seit 2005, stand für<br />

eine erneute Wahl nicht mehr zur Verfü-<br />

42<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

gung. Er schlug Dr. Herbert Weinandy<br />

(Bonn) vor, der im Bundesministerium für<br />

Ernährung und Landwirtschaft, Referat<br />

Tiergesundheit, tätig und seit vielen Jahren<br />

geschätzter Referent auf den Tierseuchentagungen<br />

ist. Dr. Weinandy wurde<br />

einstimmig zum neuen Leiter gewählt.<br />

Prof. Dr. Martin Beer (Greifswald-Insel<br />

Riems) wurde als stellvertretender Leiter<br />

bestätigt (siehe Seite 78).<br />

Wer nicht an der Tagung teilnehmen<br />

konnte, aber Interesse an den Präsentationen<br />

hat, kann eine CD mit pdf-Dateien der<br />

Präsentationen für 7,50 Euro zzgl. 3,00<br />

Euro für Verpackung und Versand in der<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle bestellen (E-Mail:<br />

info@dvg.de).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE „PARASITOLOGIE UND PARASITÄRE KRANKHEITEN“<br />

Parasiten: Alte und neue Herausforderungen<br />

Nach einem Jahr pandemiebedingter Abstinenz<br />

fand die Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Parasitologie und parasitäre<br />

Krankheiten“ vom 28. bis 30. Juni 2<strong>02</strong>1 als<br />

Onlineveranstaltung statt. Prof. Dr. Markus<br />

Meißner, München, freute sich, etwa<br />

190 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu<br />

begrüßen. Auch der Präsident der <strong>DVG</strong>,<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer sprach<br />

Grußworte.<br />

Vorträge und Poster<br />

Insgesamt wurden 57 Vorträge zu folgenden<br />

Blöcke gehalten: Parasit-Wirt-Interaktion<br />

und molekulare Mechanismen, Wirkstoffe<br />

und Diagnostik, Epidemiologie<br />

sowie Vektoren und Vektor-übertragene<br />

Krankheiten. Auch die 27 Poster wurden in<br />

kurzen, fünfminütigen Präsentationen<br />

vorgestellt. Aktuelle Entwicklungen und<br />

neueste Studienergebnisse wurden auf<br />

diese Weise kompakt dargestellt. Die Keynote<br />

Lecture mit dem Titel „Genetic diversity<br />

as a means to understand the pathogenicity<br />

of apicomplexan parasites” hielt<br />

PD Dr. Philipp Olias (Bern, CH).<br />

Thomas-Schnieder-Nachwuchspreis<br />

Erneut wurde auf der Tagung der Thomas-<br />

Schnieder-Nachwuchspreis verliehen. Der<br />

Preis erinnert an Prof. Dr. Thomas Schnieder<br />

(Hannover), der die Fachgruppe „Parasitologie<br />

und parasitäre Krankheiten“ von<br />

1997 bis zu seinem plötzlichen Tod nach<br />

kurzer, schwerer Krankheit im Mai 2012 geleitet<br />

hatte. Mit dem Preis werden die beiden<br />

besten Erstlingsvorträge sowie die<br />

beiden besten Poster ausgezeichnet.<br />

PD Dr. Philipp Olias hielt die Keynote Lecture.<br />

Die Parasitologie-Tagung fand online statt.<br />

Über ihre Preise freuten sich:<br />

• Thomas Grochow, Leipzig<br />

(1. Preis Erstlingsvortrag, 250 Euro):<br />

Effekte der kongenitalen Toxoplasmose<br />

auf das sich entwickelnde Gehirn<br />

des Meerschweinchens<br />

• Karolin Schütte, Hannover<br />

(2. Preis Erstlingsvortrag, 150 Euro):<br />

Vorkommen von Parasiten und Zeckenübertragenen<br />

Pathogenen beim Braunbrustigel<br />

(Erinaceus europaeus) im<br />

Raum Niedersachsen<br />

• Franziska Rachel, Greifswald-Insel<br />

Riems (1. Posterpreis, 250 Euro):<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 43


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Tagungsleiter Prof. Dr. Markus Meißner.<br />

Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna, Leiter der Fachgruppe.<br />

Region Specific Extraction together<br />

with Next Generation Sequencing as a<br />

new tool for typing Echinococcus multilocularis<br />

• Anna-Katharina Topp, Hannover<br />

(2. Posterpreis, 150 Euro):<br />

Untersuchungen zum Vorkommen des<br />

Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus<br />

in Zecken in Niedersachsen<br />

Dank an alle Beteiligten und an<br />

die Sponsoren<br />

Ein herzlicher Dank geht an Referenten,<br />

Teilnehmer, das Organisationsteam sowie<br />

natürlich an die Sponsoren Boehringer Ingelheim,<br />

Elanco und Vétoquinol für die<br />

freundliche Unterstützung der Parasitologie-Tagung.<br />

Der Tagungsband ist für 20,00 Euro<br />

zzgl. 3,00 Euro für Verpackung und Versand<br />

in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle erhältlich<br />

(info@dvg.de, Fax: 0641 984446 – 0).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE AVID<br />

AVID-Tagung und 2. AVID-Themenabend<br />

<strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer (ganz oben) wünschte der Tagung einen guten Verlauf.<br />

Fachgruppenleiter Dr. Peter Kutzer (Mitte) kündigte den ersten Vortrag von Prof. Dr. Martin Beer<br />

(unten) zum Rustrelavirus an.<br />

Im zweiten Halbjahr 2<strong>02</strong>1 fanden zwei<br />

AVID-Veranstaltungen online statt: die 39.<br />

Tagung der Fachgruppe sowie der 2. Themenabend.<br />

Fachgruppentagung<br />

Die 39. Tagung der Fachgruppe AVID<br />

(Arbeitskreis Veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik)<br />

mit dem Schwerpunkt<br />

„Virologie“ fand vom 14. bis 15.09.2<strong>02</strong>1<br />

statt. Über 190 Personen nahmen teil und<br />

wurden von Fachgruppenleiter Dr. Peter<br />

Kutzer (Frankfurt / Oder) und <strong>DVG</strong>-Präsident<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer herzlich<br />

begrüßt. Die wissenschaftliche Leitung<br />

der Tagung lag bei PD Dr. Kerstin<br />

Wernike (Greifswald-Insel Riems) und Dr.<br />

Sabine Bock (Frankfurt / Oder).<br />

Die insgesamt 37 Beiträge vermittelten<br />

Methoden und Erfahrungen aus der<br />

täglichen Arbeit in den Laboren der Unter-<br />

44<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Wurde mit dem Ernst-Forschner-Gedächtnispreis ausgezeichnet: Dr.<br />

Robert Fux.<br />

Dr. Sabine Bock gebührt ein herzlicher Dank für ihre jahrelange Arbeit als<br />

Vorstandsmitglied der Fachgruppe AVID.<br />

suchungsämter und aller anderen diagnostischen<br />

Einrichtungen sowie aus Forschungsinstitutionen,<br />

Referenz- und Konsiliarlaboren<br />

und der Industrie.<br />

Im Rahmen der Tagung wurde auch<br />

wieder der Ernst-Forschner-Gedächtnispreis<br />

für den besten praxisbezogenen Vortrag<br />

verliehen. Ausgezeichnet wurde Dr.<br />

Robert Fux (München) für seinen Beitrag<br />

„PCV2-Genotypisierung mittels TaqMan-<br />

PCR leichtgemacht: Verbreitung und Bedeutung<br />

der acht PCV2-Genotypen in<br />

Deutschland“. Ein besonderer Dank gilt der<br />

Firma IDEXX für die Stiftung des mit 1000<br />

Euro dotierten Preises.<br />

Die Mitgliederversammlung der Fachgruppe<br />

wurde am 14.09.2<strong>02</strong>1 nach den Vorträgen<br />

durchgeführt. Es stand die Wahl der<br />

Vorstände Virologie an. Dr. Sabine Bock<br />

verzichtete auf eine abermalige Kandidatur,<br />

ihr gebührt ein herzlicher Dank für jahrelange<br />

Mitarbeit. PD Dr. Kerstin Wernike<br />

wurde in ihrem Amt bestätigt; neu gewählt<br />

wurde Dr. Nelly Scuda (Erlangen, siehe<br />

Seite 78).<br />

Der Tagungsband kann für 10,00<br />

Euro zzgl. 3,00 Euro für Verpackung und<br />

Versand in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle bestellt<br />

werden (info@dvg.de, Fax: 0641<br />

984446 – 25).<br />

AVID-Themenabend<br />

Nach dem 1. AVID-Themenabend, der am<br />

25.<strong>02</strong>.2<strong>02</strong>1 zum Thema „Bakteriophagen“<br />

durchgeführt wurde, stand am 06.10.2<strong>02</strong>1<br />

der 2. AVID-Themenabend an. Diesmal ginge<br />

es um „Rotz beim Pferd – Klinik, Pathologie<br />

und diagnostische Herausforderungen“<br />

(Referentin: Dr. Mandy Elschner, Jena)<br />

sowie um „Brachyspiren: Biologie der Bakterien,<br />

Pathogenese der Erkrankungen, Labordiagnostik“<br />

(Referentin: Dr. Judith Rohde,<br />

Hannover). Etwa 80 Teilnehmer nutzten<br />

dieses Angebot.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

Ausschreibung von Konsililarlaboren<br />

Die <strong>DVG</strong> schreibt aktuell folgende Konsiliarlaboratorien aus:<br />

• Konsiliarlabor für das Hundestaupe-Virus<br />

• Konsiliarlabor für das Porcines-reproduktives-und-respiratorisches-Syndrom-Virus (PRRSV).<br />

Noch bis zum 31.12.2<strong>02</strong>1 können Bewerbungen eingereicht werden unter: info@dvg.de<br />

Weitere Informationen: q https://www.dvg.net/konsiliarlabore/<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 45


ARBEITSGEBIET:<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELHYGIENE UND VERBRAUCHERSCHUTZ“<br />

61. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz<br />

Arbeitsgebiets- und Tagungsleiter Prof. Dr.<br />

Thomas Alter eröffnete die Tagung.<br />

Vom 28. bis 30. September 2<strong>02</strong>1 fand die<br />

61. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes „Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz“<br />

der <strong>DVG</strong> zusammen mit der Sektion<br />

Lebensmittel tierischer Herkunft in<br />

der Österreichischen Gesellschaft der Tierärztinnen<br />

und Tierärzte und der Schweizerischen<br />

Tierärztlichen Vereinigung für Lebensmittelsicherheit,<br />

Tiergesundheit und<br />

Tierschutz statt. Die Tagung wurde als Hybridveranstaltung<br />

in Garmisch-Partenkirchen<br />

sowie online durchgeführt. Dabei<br />

wurden die Vorträge überwiegend vor Ort<br />

gehalten und simultan per Livestream für<br />

die Online-Teilnehmer übertragen.<br />

Arbeitsgebiets- und Tagungsleiter Prof.<br />

Dr. Thomas Alter (Berlin) freute sich, insgesamt<br />

mehr als 500 Teilnehmerinnen und<br />

Teilnehmer zu begrüßen, von denen etwa<br />

100 vor Ort im Kongresshaus in Garmisch-<br />

Partenkirchen waren. Auch der Präsident<br />

der <strong>DVG</strong>, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />

(Gießen), sprach Grußworte per Videobotschaft,<br />

da er terminbedingt nicht vor Ort<br />

sein konnte. Die Eröffnungsfeier wurde<br />

traditionell durch die Grainauer Alphornbläser<br />

musikalisch umrahmt.<br />

Wie gewohnt waren alle Fachgruppen<br />

des Arbeitsgebietes mit Vortragsblöcken<br />

vertreten und präsentierten aktuelle Entwicklungen<br />

und Erkenntnisse aus den<br />

Fachgebieten „Lebensmittelrecht“, „Lebensmittelhygiene“,<br />

„Milchhygiene“ und<br />

„Fleischhygiene“. Die Teilnehmer vor Ort<br />

diskutierten die Vorträge engagiert und<br />

auch die Online-Teilnehmer machten rege<br />

von der Möglichkeit, Fragen über den Chat<br />

zu stellen, Gebrauch.<br />

Die Workshops, die im Rahmen der<br />

Arbeitstagung stets angeboten werden<br />

und immer auf großes Interesse stoßen,<br />

sowie auch die Posterausstellung waren<br />

diesmal aus der Tagung herausgenommen<br />

und als Online-Veranstaltungen schon einige<br />

Tage zuvor angeboten worden. So<br />

fand der Workshop „Aktuelle Fragen zum<br />

Export“ am 24. September statt. Und bereits<br />

am 20. September wurde der „Poster<br />

Pitch“ angeboten. Von den insgesamt über<br />

80 Postern – die allen Teilnehmern der<br />

Arbeitstagung als pdf-Dateien zur Verfügung<br />

gestellt worden waren – waren einige<br />

Posterautoren eingeladen worden, sich<br />

am „Poster Pitch“ zu beteiligen und ihr<br />

Poster in einer Kurzpräsentation vorzustellen,<br />

was sehr gut angenommen wurde.<br />

Folgende Poster wurden ausgezeichnet<br />

(der 2. Preis wurde dreimal vergeben,<br />

da jeweils Stimmengleichheit bestand):<br />

• 1. Preis<br />

Dr. Jens Hammerl (Berlin):<br />

Lytic phages from German waste water<br />

treatment plants of livestock slaughterhouses<br />

and their potential to combat<br />

multidrug-resistant P. aeruginosa<br />

isolates<br />

• 2. Preis<br />

Dr. Gabriele Guder (Braunschweig)<br />

Listeria monocytogenes in losen<br />

schwarzen/geschwärzten Oliven<br />

Prof. Alter (re) und Prof. Ellerbroek (li) dankten Dr. Kobelt (2. v. re) und Dr.<br />

Horn (2. v. li) für ihr langjähriges Engagement als Leiter bzw. stellvertretender<br />

Leiter der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Lebensmittelrecht“.<br />

Die Eröffnungsfeier der 61. Arbeitstagung wurde traditionell durch die Grainauer<br />

Alphornbläser musikalisch umrahmt.<br />

46<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

• 2. Preis<br />

Theresa Kain (Hannover)<br />

Inaktivierung von Listeria monocytogenes<br />

bei verschiedenen Sous Vide Gartemperaturen<br />

in Rinder- und Schweinehackfleisch<br />

• 2. Preis<br />

Susann Opherden (Berlin)<br />

Bakterielle Dekontamination von Konsumeiern<br />

durch UV-C und UV-C-LED-<br />

Technik<br />

Die sonst auf der Arbeitstagung ebenfalls<br />

stattfindenden Versammlungen der Fachgruppen<br />

wurden auch zeitlich losgelöst<br />

von der Tagung online durchgeführt. In<br />

folgenden Fachgruppen wurden neue<br />

Vorstände gewählt bzw. bestätigt (siehe<br />

Seite 81, die Fachgruppe „Fleischhygiene“<br />

wählt erst im kommenden Jahr):<br />

• Fachgruppe „Lebensmittelhygiene“<br />

Leiter: Prof. Dr. Alter (Berlin)<br />

Stellvertretende Leiterin:<br />

Prof. Dr. Claudia Guldimann<br />

(Oberschleißheim)<br />

• Fachgruppe „Milchhygiene“<br />

Leiterin: Prof. Dr. Madeleine Plötz<br />

(Hannover)<br />

Stellvertretende Leiterin:<br />

Prof. Dr. Peggy Braun (Leipzig)<br />

Moderierten den Poster Pitch: Prof. Dr. Katharina Riehn (großes Foto), Prof. Dr. Thomas Alter,<br />

Dr. Philine von Tippelskirch, Prof. Dr. Peggy Braun (rechts von oben nach unten).<br />

• Fachgruppe „Lebensmittelrecht“<br />

Leiter: Dr. Edwin Ernst (Stuttgart)<br />

Stellvertretender Leiter: Dr. Marcus<br />

Langen (Neukirchen-Vluyn)<br />

Die in Garmisch-Partenkirchen anwesenden<br />

scheidenden Vorstände der Fachgruppe<br />

„Lebensmittelrecht“, Dr. Hartwig Kobelt<br />

und Dr. Detlef Horn, wurden von Prof. Alter<br />

und Prof. Dr. Lüppo Ellerbroek (Fachgruppe<br />

„Fleischhygiene“) mit großem<br />

Dank für ihr langjähriges Engagement und<br />

einem Präsent verabschiedet (siehe Foto).<br />

Die 62. Arbeitstagung „Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz“ findet<br />

vom 25. bis 28.10.2<strong>02</strong>2 statt und wird zunächst<br />

als Präsenztagung in Garmisch-<br />

Partenkirchen geplant.<br />

Der Tagungsband der 61. Arbeitstagung<br />

mit den Abstracts der Präsentationen<br />

im Vortragsprogramm sowie mit den<br />

Abstracts der Poster und des Workshops<br />

„Aktuelle Fragen zum Transport“ kann für<br />

30,00 Euro zzgl. 3,00 Euro für Verpackung<br />

und Versand in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

bestellt werden (info@dvg.de, Fax: 0641<br />

98444625).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

AG Eutergesundheit<br />

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELHYGIENE UND VERBRAUCHERSCHUTZ“<br />

Tagung der AG Eutergesundheit<br />

Am 14. und 15. März 2<strong>02</strong>2 führt die<br />

Arbeitsgruppe Eutergesundheit der <strong>DVG</strong><br />

ihre Tagung zum Thema „Kühe – Klima –<br />

Käsespätzle – Gegenwärtige Herausfor<br />

derungen für Eutergesundheit und<br />

Milchqualität“ durch. Geplant ist eine Präsenzveranstaltung<br />

mit Vorträgen und Posterausstellung<br />

in Schwäbisch Gmünd.<br />

Aktuelle Informationen finden Sie immer<br />

unter: www.dvg.de, Tagungen, Termine •<br />

Als Tagungsort der Tagung zur Eutergesundheit<br />

ist Schwäbisch Gmünd geplant.<br />

Foto: Klaus-Peter Huschka, pixabay.com<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 47


ARBEITSGEBIET:<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ<br />

ARBEITSGEBIET „LEBENSMITTELHYGIENE UND VERBRAUCHERSCHUTZ“<br />

<strong>DVG</strong>-Arbeitskreis „Lehre in den lebensmittelhygienischen<br />

Fächern der deutschsprachigen Länder“ – 2<strong>02</strong>1<br />

Die Mitglieder des Arbeitskreises „Lehre in<br />

den lebensmittelhygienischen Fächern der<br />

deutschsprachigen Länder“ trafen sich am<br />

07.07.2<strong>02</strong>1 zu ihrer nunmehr 29. Sitzung –<br />

erstmals virtuell.<br />

Erster Tagesordnungspunkt war die<br />

Wahl des Stellvertreters Prof. Thomas Alter<br />

als Nachfolger für Prof. Ernst Lücker, der in<br />

den Ruhestand getreten ist.<br />

Ein wesentlicher Punkt des gemeinsamen<br />

Austausches war die Diskussion zur<br />

Online-Lehre einschließlich Prüfungen und<br />

die Planung des kommenden Wintersemesters.<br />

Verschiedene E-Learning-Elemente<br />

weisen durchaus Potenzial zur Vertiefung<br />

und zum besseren Verständnis von<br />

Lehrinhalten auf. Daher wurde eine Weiterbildung<br />

für die Teilnehmer des Arbeitskreises<br />

zu verschiedenen aktivierenden Tools<br />

für Online-Vorlesungen initiiert und für<br />

den Austausch von Lehrmaterialien eine<br />

gemeinsame Plattform eingerichtet. Dennoch<br />

wurden auch die starken Limitationen<br />

der neuen Formate erfasst und eine<br />

Präsenz der Studierenden an den Bildungsstätten<br />

bleibt unerlässlich.<br />

Ferner wurden die Praktikumsbögen<br />

überarbeitet und bis Ende des Jahres soll<br />

dies auch für den Lehrkatalog (letzte Aktualisierung<br />

2014) sowie die Ersttagskompetenzen<br />

(letztmals 2015 aktualisiert) geschehen.<br />

Da vor allem die fleischhygienische<br />

praktische Ausbildung, nicht nur durch die<br />

coronabedingten Einschränkungen, schwerer<br />

zu gewährleisten ist, strebt der Arbeitskreis<br />

perspektivisch den Bau eines Lehrund<br />

Forschungsschlachthofes an.<br />

Wenige Tage zuvor hatte auch das 9.<br />

Meeting der Hochschullehrer der Lebensmittelfächer<br />

an den europäischen tierärztlichen<br />

Bildungsstätten als Zoom-Meeting<br />

unter Leitung von Prof. Braun stattgefunden.<br />

Die 21 Anwesenden tauschten sich<br />

ebenfalls sehr rege über die Lehre in den<br />

letzten Semestern aus. Letztendlich war<br />

auch hier eine große Übereinstimmung in<br />

der Gestaltung der virtuellen Lehre und<br />

auch hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile<br />

zu vermerken.<br />

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war<br />

in beiden Treffen die mittlerweile prekäre<br />

Nachwuchssituation, die Universitäts- und<br />

fächerübergreifend diskutiert werden<br />

muss.<br />

Prof. Dr. Peggy G. Braun, Leipzig<br />

Sprecherin des Arbeitskreises<br />

•<br />

48<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

FACHGRUPPE „TIERSCHUTZ“<br />

Tierschutztagung 2<strong>02</strong>2<br />

Vom 23. bis 25. März 2<strong>02</strong>2 findet die 28.<br />

Internationale Fachtagung zum Thema<br />

Tierschutz erneut online statt. Das Thema<br />

lautet: Wird Tierschutz dem Geschlecht<br />

gerecht? - Zum Umgang mit weiblichen<br />

und männlichen Tieren.<br />

Milchkühe, Zuchtsauen, Legehennen,<br />

Hengste, Stiere, Eber, männliche Kälber,<br />

Küken, Labormäuse: In vielen Bereichen<br />

der (Nutz-)Tierhaltung zeigt sich, dass der<br />

Tierschutz dem Geschlecht nicht gerecht<br />

wird. Die meisten Tiere sind soziale Lebewesen<br />

mit einer ausgeprägten Tendenz,<br />

sich zu stabilen Gruppen zusammenzuschließen<br />

und in diesen zu leben. Allerdings<br />

werden die sozialen Gruppen in der<br />

Tierhaltung von Menschen gebildet und<br />

auch wieder in ihrer Zusammensetzung<br />

verändert, wobei dies nicht immer in der<br />

Art und Weise erfolgt wie es unter naturnahen<br />

Bedingungen stattfinden würde.<br />

Dies stellt einen tiefgreifenden Eingriff in<br />

die Sozialstruktur der (Nutz-)Tiere dar und<br />

bringt erhebliche Einschränkungen verschiedener<br />

Funktionskreise mit sich. In<br />

diesem Kontext sind auch jene Tierschutzprobleme<br />

anzusiedeln, die für die weiblichen<br />

und männlichen Tiere der jeweiligen<br />

Tierart spezifisch sind und u. a. die Zucht,<br />

die Leistung, geschlechtsspezifische Eingriffe,<br />

die Haltung oder sogar das Töten<br />

von unrentablen Nachkommen betreffen.<br />

Mit diesen und weiteren Fragen befasst<br />

sich die „Münchner“ Tierschutztagung.<br />

Organisatoren sind die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Tierschutz“, der Lehrstuhl für Tierschutz,<br />

Verhaltenskunde, Tierhygiene und<br />

Tierhaltung der Ludwig-Maximilians-Universität<br />

München sowie die Tierärztliche<br />

Vereinigung für Tierschutz.<br />

Weitere Informationen und Anmeldung:<br />

q www.dvg.de, Tagungen, Termine •<br />

TIERÄRZTLICHE PLATTFORM TIERSCHUTZ<br />

3. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT)<br />

Die Tierärztliche Plattform Tierschutz (TPT)<br />

ist, basierend auf dem Kooperationsvertrag<br />

zwischen BTK, BbT, bpt, <strong>DVG</strong> und TVT<br />

von 2018, eine nicht institutionalisierte<br />

Bündelung tierärztlicher Positionen und<br />

Aktivitäten zur Beförderung des Tierschutzes.<br />

Um konzertierte Aktivitäten für den<br />

tierärztlichen Tierschutz in Gang zu bringen,<br />

wurde eine Koordinierungsgruppe benannt:<br />

Dr. Martin Hartmann (BTK), Dr.<br />

Christine Bothmann (BbT), Dr. Uta Seiwald<br />

(bpt), Dr. Marion Selig (<strong>DVG</strong>) und Dr. Andreas<br />

Franzky (TVT). Die Koordination wurde<br />

Prof. Dr. Thomas Blaha übertragen. Der<br />

wachsende öffentliche Diskurs über die<br />

sich verändernden Mensch-Tier-Beziehungen<br />

erfordert in zunehmendem Maße,<br />

tierärztliche Meinungen zum Tierschutz<br />

und zum moralisch-ethischen Umgang<br />

mit Tieren zu konsolidieren, die von der<br />

Politik und der Öffentlichkeit als Positionen<br />

der Tierärzteschaft wahrgenommen<br />

und berücksichtigt werden. Eine mehrheitliche<br />

tierärztliche Meinungsfindung<br />

kann selbstverständlich nicht per Beschluss<br />

erfolgen, sondern muss richtigerweise<br />

als ein dynamischer Prozess gestaltet<br />

werden, bei dem ethische Abwägungen<br />

im Vordergrund stehen. Das Ziel der TPT<br />

ist, DER tierärztliche Ansprechpartner für<br />

alle Fragen des Tierschutzes für Politik und<br />

Medien zu werden und dabei die wichtigsten<br />

Gruppierungen der Tierärzteschaft zu<br />

repräsentieren.<br />

Als Einstieg der TPT-Aktivitäten wurden<br />

in dem Kooperationsvertrag zunächst jährliche<br />

TPT-Tagungen vereinbart, die die jeweils<br />

drängenden Fragen des Tierschutzes<br />

aus tierärztlicher Sicht thematisieren sollen.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 49


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Prof. Dr. Thomas Blaha begrüßte die Teilnehmer. Dr. Maria Dayen<br />

übernahm die Moderation.<br />

Dr. Matthias Link stellte den Stand der Beratungen der Borchert-Kommission<br />

vor.<br />

Nach der 1. TPT-Tagung im Juni 2018 in<br />

Oesede an der Katholischen Landvolk-<br />

Hochschule (KLVHS) zur Thematik „Wie<br />

wird das Tierschutzengagement der Tierärzteschaft<br />

in der Gesellschaft wahrgenommen?“<br />

und der 2. TPT-Tagung ein Jahr<br />

später in Kloster Irsee zum Thema „Heimtiere<br />

zwischen Tierliebe und Tierleid“ hat<br />

die TPT ihre 3. Tagung am 25. und 26.06.2<strong>02</strong>1<br />

wieder an der KLVHS Oesede als Hybridveranstaltung<br />

durchgeführt und sich mit der<br />

Nutztierhaltung beschäftigt.<br />

Gemäß der Zielstellung der TPT, konsensfähige<br />

tierärztliche Positionen zu erarbeiten<br />

und tierärztliche Expertise beim<br />

Tierschutz in den öffentlichen Diskurs mit<br />

der Gesellschaft und den wichtigsten Stakeholdern<br />

der Erzeugerkette für Lebensmittel<br />

tierischen Ursprungs einzubringen,<br />

hat sich die Tagung nicht nur mit den tierärztlichen,<br />

sondern auch mit den ethischen<br />

und gesellschaftlichen Herausforderungen<br />

der immer lauter geforderten<br />

Umgestaltung der landwirtschaftlichen<br />

Tierhaltung zu mehr Tierschutz und Nachhaltigkeit<br />

beschäftigt.<br />

Die Komplexität dieser Aufgabe wurde<br />

von Dr. Maria Dayen bewährt moderiert,<br />

diesmal mit besonderer Fokussierung auf<br />

die in der öffentlichen Diskussion eigentlich<br />

vernachlässigte Rinderhaltung, von<br />

ausgewiesenen Referenten erörtert, und<br />

im Austausch mit dem Auditorium (etwa<br />

30 Personen in Oesede und etwa 60 Personen<br />

an den Bildschirmen zu Hause) per direkter<br />

Fragestellung und gut funktionierender<br />

„Chat-Funktion“ vertieft.<br />

Der erste Vortrag von Hauke Tergast<br />

(und Prof. Hiltrud Nieberg) vom Thünen-<br />

Institut in Braunschweig hat sich mit der<br />

„Ökonomischen Situation von Milchviehbetrieben<br />

und Folgen erhöhter Tierwohlanforderungen“<br />

beschäftigt. Dabei wurde<br />

nach einem kurzen historischen Rückblick<br />

auf die Entwicklung in der Milchviehhaltung<br />

(seit 1999 60 Prozent weniger Betriebe<br />

– 20 Prozent mehr Milch – 40 Prozent<br />

mehr Leistung/Tier) darauf eingegangen,<br />

dass die Einkommenssituation der Milchbauern<br />

zurzeit unter dem durchschnittlichen<br />

Arbeitnehmerlohn liege und die<br />

Mehrkosten im Falle der Umsetzung der<br />

von der „Borchert-Kommission“* vorgeschlagenen<br />

Stufen 1 bis 3 in der Milchproduktion<br />

bei ca. 4 bis 7,5 ct/kg Milch liegen<br />

werden. Insgesamt werden die angegebenen<br />

3 bis 5 Mrd. € pro Jahr als Mehrkosten<br />

für die Umgestaltung der Nutztierhaltung<br />

als sehr knapp geschätzt beurteilt. Auch<br />

seien zu viele Kriterien für die Stufen 1 bis<br />

3 noch nicht ausformuliert, so dass bei den<br />

Landwirten trotz der Einsicht der Notwendigkeit<br />

in die Transformation der Landwirtschaft<br />

noch eine große Verunsicherung<br />

wegen der fehlenden Planungssicherheit<br />

bestehe.<br />

Der zweite Vortrag von Dr. Uta Seiwald<br />

(praktizierende Tierärztin in Bayern und<br />

Präsidiumsmitglied des bpt) beleuchtete<br />

die „Tierschutzproblematik beim Rind –<br />

ein Gesamtüberblick“. Es wurde zunächst<br />

berichtet, dass ein Drittel der Milchviehbetriebe<br />

als „klein“ (13 Prozent der Tiere),<br />

ein Drittel als „mittelgroß“ (28 Prozent der<br />

Tiere) und ein Drittel als „groß“ (59 Prozent<br />

der Tiere) einzustufen sind. Als ein grobes<br />

Maß der Eutergesundheit kann die betriebliche<br />

Zellzahl (hohe Zellzahlen signalisieren<br />

vermehrt Mastitiden) angesehen<br />

werden – und dabei fällt auf, dass in den<br />

kleinen Betrieben die Zellzahlen sehr<br />

hoch, in den mittelgroßen Betrieben sehr<br />

niedrig, und in den großen Betrieben wieder<br />

etwas höher sind. Als allgemeine und<br />

z. T. gravierende Tierschutzprobleme, die<br />

in allen Betriebsgrößen gleichermaßen<br />

auftreten, weil sie vorwiegend mit der<br />

Qualität der Tierbetreuung zusammenhängen,<br />

wurden benannt: Lahmheiten,<br />

Kälbersterblichkeit, Überbelegungen von<br />

50<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Etwa 30 Personen waren vor Ort (links), Prof. Dr. Franz-Josef Bormann vom Deutschen Ethikrat wurde für seinen Vortrag live dazugeschaltet.<br />

Boxenlaufställen, Fütterungsfehler, Abmagerung,<br />

Technopathien, Verletzungen und<br />

diverse Managementfehler. Als diesen Problemfeldern<br />

zugrundeliegende Ursachen<br />

wurden insbesondere das Sich-Einschleifen<br />

von Routinen bis hin zur Betriebsblindheit<br />

(sowohl bei den Landwirten als auch<br />

bei den betreuenden Tierärzten) und die<br />

nicht ausreichende Kontrollkapazität der<br />

Veterinärämter angesprochen. Als wichtigster<br />

Lösungsansatz wurde nachdrücklich<br />

ein Behörden und Stakeholdern gleichermaßen<br />

zur Verfügung stehendes Monitoring<br />

mit Indikatoren zur Tiergesundheit<br />

und zum Tierwohl als Benchmarking-Instrument<br />

angemahnt.<br />

Der dritte Vortrag „Der Stand der Beratungen<br />

des BMEL-Kompetenznetzwerkes<br />

Nutztierhaltung“ von Dr. Matthias<br />

Link als von der BTK delegiertes Mitglied<br />

der Borchert-Kommission* hat den bisherigen<br />

Stand der Diskussionen in dieser<br />

Kommission dargelegt. Er erläuterte, dass<br />

bei aller allgemeinen Zustimmung zu den<br />

Zielen der Borchert-Kommission es noch<br />

viele ungeklärte Fragen gibt. Wenn z. B. die<br />

Bedingungen der Stufen 1, 2 oder 3 gesetzlicher<br />

Standard werden sollten (was ja<br />

durchaus angezeigt wäre), wären die Umbaumaßnahmen,<br />

die nur europäische<br />

Standards erfüllen würden, nicht mehr förderfähig.<br />

Damit würde dann der Mehraufwand<br />

der Landwirte mit dem Übergang in<br />

gesetzliche Vorgaben nicht mehr abgegolten.<br />

Insgesamt wurde vom Referenten beklagt,<br />

dass trotz der eigentlich sehr klaren<br />

Anleitungen für einen systematischen und<br />

planbaren schrittweisen Umbau der Nutztierhaltung<br />

der politische Wille zur tatsächlichen<br />

Umsetzung der sinnvollen und<br />

machbaren Vorschläge der Kommission<br />

fehlt.<br />

Der vierte Vortrag von Prof. Dr. Dr. Kai<br />

Frölich (Arche Warder, Zentrum für Hausund<br />

Nutztierrassen e. V.) „Versöhnung von<br />

Landwirtschaft und Naturschutz?“ beantwortete<br />

die im Titel gestellte Frage, ob<br />

das möglich sei, mit einem eindeutigen<br />

„Ja“. Und er stellte unmissverständlich<br />

fest, dass das auch alternativlos nötig sei,<br />

denn spätestens in zehn Jahren sei der Prozess<br />

des Arten- und Biodiversitätsverlusts<br />

unumkehrbar. Der Referent sieht zwei<br />

Maßnahmen als die wesentlichsten Faktoren<br />

für das Gelingen dieser „Versöhnung“<br />

an: erstens die extensive Nutzung von<br />

Naturschutzflächen und von Flächen mit<br />

geringer Bodenfruchtbarkeit durch die<br />

ganzjährige Beweidung mit sogenannten<br />

robusten Rinder-, Pferde-, Schaf- und Ziegenrassen.<br />

Und als Ausgleich dazu sollten<br />

die landwirtschaftlich gut nutzbaren Flächen<br />

mit modernsten Methoden des Precision<br />

Farming intensiv, aber trotzdem<br />

achtsam und umweltschonend, bewirtschaftet<br />

werden.<br />

Der fünfte Vortrag „Effiziente und<br />

(trotzdem) tiergerechte Milchproduktion<br />

– geht das?“ von Conny Derboven (Hof<br />

Bünkemühle, Warpe) stellte, eingebettet<br />

in einer sehr anschaulichen Darstellung<br />

der Entwicklung der Milchproduktion in<br />

Deutschland, den Familienbetrieb des Referenten<br />

vor: 550 ha gemischter Futter-<br />

Marktfruchtanbau, 500 Milchkühe mit<br />

Nachzucht in einem großzügig ausgelegten<br />

Laufstall und einer angeschlossenen<br />

eigenen Käserei, die auch von der Familie<br />

betrieben wird. Der Betrieb wird nach dem<br />

Kreislaufprinzip gefahren: die selbst erzeugte<br />

Biogasenergie deckt den gesamten<br />

elektrischen und thermischen Energiebedarf<br />

des Unternehmens, also auch der Käserei,<br />

ab. Die Produktionsleistungen im<br />

Milchviehbereich sind: 50.000 kg Milch<br />

Abgangsleistung, 24 Monate Erstkalbealter,<br />

4,5 bis 5 Jahre Nutzungsdauer, durchschnittlich<br />

400 Tage Zwischenkalbezeit, 4<br />

bis 4,5 Kalbungen pro Kuh und 50 Prozent<br />

Jungkuhüberschuss. Tägliche gezielte, auf<br />

den Tierschutz gerichtete Tierbeobachtungen<br />

garantieren eine gute Lebensqualität<br />

der Tiere nach dem Betriebsmotto: „Frage<br />

die Kuh, denn sie spricht eine deutliche<br />

Sprache“. Der Vortrag hat überzeugend gezeigt,<br />

dass eine effiziente Milchproduktion<br />

bei einem entsprechend darauf gerichteten<br />

Management sehr wohl tiergerecht<br />

gestaltet werden kann.<br />

Der sechste Vortrag „Der Deutsche<br />

Ethikrat erörtert ethische Fragen der<br />

Nutztierhaltung“, gehalten von Prof. Dr.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 51


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Dr. Barbara Grabkowsky referierte zur Transformationsforschung.<br />

Franz-Josef Bormann, katholischer Moraltheologe<br />

an der Universität Tübingen und<br />

Mitglied des Deutschen Ethikrates, fasste<br />

in beeindruckend komprimierter Form die<br />

Stellungnahme „Tierwohlachtung – zum<br />

verantwortungsvollen Umgang mit Nutztieren“<br />

des Ethikrates zusammen. Nach<br />

Ausführungen zum notwendigen Wandel<br />

des strukturellen hin zu einem moralischen<br />

Anthropozentrismus und der Erläuterung<br />

der ambivalenten Rhetorik zur Stellung<br />

des Tiers im Recht (das Tier hat eine<br />

juristische Sonderstellung zwischen Menschen<br />

und Sachen) wurde dargelegt, dass<br />

die Kritik an der gegenwärtigen Nutztierhaltung<br />

immer stärker wird, sich dies aber<br />

im Kauf- und Konsumverhalten der Menschen<br />

nicht widerspiegele. Besonders<br />

schwierig sei die Situation dadurch, dass<br />

das deutsche Tierschutzgesetz zwar einen<br />

hohen Anspruch an die Tierhaltung und<br />

den Umgang mit Tieren formuliert, aber<br />

die in Verordnungen und Erlassen festgeschriebenen<br />

untergesetzlichen Mindestanforderungen<br />

z. T. weit hinter den Erwartungen<br />

des Tierschutzgesetzes zurückbleiben,<br />

was insbesondere für die Landwirte,<br />

aber auch für die amtliche Überwachung<br />

schwierige Situationen erzeugt, denn beide<br />

Gruppen werden heftig kritisiert, wenn<br />

sie die gesetzlichen Mindestforderungen<br />

einhielten – darüber hinauszugehen ohne<br />

die Unterstützung von der Gesellschaft<br />

(Konsumenten, Einzelhandel, Politik) bedeutet<br />

aber in aller Regel, dass der Markt<br />

aus Wettbewerbsgründen nicht bereit ist,<br />

die Mehrkosten der gutmeinenden Landwirte<br />

zu decken. Daher sei ein von der Gesamtgesellschaft<br />

getragener Umbau der<br />

Landwirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit<br />

und mehr Tierwohl mittels eines Gesellschaftsvertrages<br />

unumgänglich.<br />

Der abschließende Vortrag „Was kann<br />

die Transformationsforschung zur gelingenden<br />

Umgestaltung der Landwirtschaft<br />

beitragen?“ von Dr. Barbara Grabkowsky,<br />

Leiterin des Transformationsnetzwerkes<br />

„trafo:agrar“ an der Universität<br />

Vechta, beschäftigte sich mit den Herausforderungen<br />

und Chancen der Transformationsforschung<br />

im Spannungsfeld von<br />

Nutztierhaltung und Gesellschaft. In der<br />

Landwirtschaft funktioniert die Konzeptübertragung<br />

von Generation zu Generation<br />

nicht mehr. Die Folgen sind: Unsicherheit,<br />

Sprachlosigkeit, Resignation, Routinen<br />

leben und Depression bei vielen<br />

Landwirten, weil Planungsunsicherheit<br />

und Zukunftsängste zunehmen, und weil<br />

oft keine Handlungsspielräume mehr bestehen<br />

oder gesehen werden. Daher ist es<br />

erforderlich, die nunmehr innerhalb einer<br />

Generation anstehenden Veränderungsprozesse<br />

in der Landwirtschaft systematisch<br />

und planvoll unter Einbeziehung<br />

breiter Kreise der Gesellschaft zu gestalten<br />

und zu steuern. Dabei seien die im Jahr<br />

2015 von der UN formulierten 17 Nachhaltigkeitsziele<br />

als Leitfaden anzusehen. Es<br />

muss sowohl an der Überwindung des sogenannten<br />

Citizen-Consumer-Gap (Diskrepanz<br />

zwischen dem Wunsch der Bürger<br />

und ihrem Verhalten als Konsumenten) aktiv<br />

gearbeitet werden, um einen Wandel<br />

zu einem nachhaltigen Konsumverhalten<br />

einzuleiten, als auch an klugen Konzepten<br />

der immer stärker auf Nachhaltigkeit ausgerichteten<br />

Produktionsverfahren (Kreislaufwirtschaft,<br />

biologische Schädlingsbekämpfung,<br />

Maßnahmen zur Erhaltung der<br />

Arten- und Biodiversität, Precision Farming<br />

usw.). Dafür bedarf es eines überzeugend<br />

moderierten öffentlichen Diskurses,<br />

der in einem Gesellschaftsvertrag zur<br />

schrittweisen Umgestaltung der landwirtschaftlichen<br />

Aktivitäten münden muss,<br />

bei dem auch das Tierwohl der vom Menschen<br />

genutzten Tiere im Sinne des durch<br />

den Artikel 20a des Grundgesetzes festgeschriebenen<br />

„Staatsziels Tierschutz“ berücksichtigt<br />

wird. Der Vortrag endete mit<br />

der Feststellung, dass man mit Leuchtturmprojekten<br />

der Transformation Strahlkraft<br />

verleihen solle, nach dem Motto „Die<br />

Summe der kleinen Schritte macht das<br />

Große aus“.<br />

Nach diesem Vortragsblock wurde noch<br />

eine zweistündige, auch von Dr. Dayen<br />

moderierte „Fishbowl-Diskussion“ (ausgewählte<br />

Diskutanten sitzen in einem<br />

Stuhlkreis, in dem ein Stuhl frei ist, der von<br />

Personen aus dem Auditorium besetzt<br />

werden kann, um sich mit in die Diskussion<br />

einzubringen) unter Beteiligung des<br />

Auditoriums in Oesede und der von zu<br />

Hause zugeschalteten Online-Teilnehmer<br />

durchgeführt. Die „gesetzten“ Diskutanten<br />

waren: Dr. Christine Bothmann (Vizepräsidentin<br />

des BbT), Dr. Martin Hartmann<br />

52<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

abzeichnende Verwässerung des sogenannten<br />

Borchert-Prozesses nicht hinzunehmen.<br />

Frau Hamester von PROVIEH forderte<br />

abschließend die Tierärzteschaft auf,<br />

verstärkt durch veterinärfachliche Stellungnahmen/Positionierungen<br />

„Druck“<br />

auf die Politik zu mehr Umgestaltungswillen<br />

zu machen und begründete das mit der<br />

Aussage: „weil die Tierärzteschaft eine<br />

hohe gesellschaftliche Akzeptanz hat und<br />

man ihre Positionen nicht einfach übergehen<br />

könne“.<br />

Im Fishbowl diskutierten Teilnehmer aus dem Auditorium mit.<br />

(Vizepräsident der BTK), Anne Hamester<br />

(Referentin für Agrarpolitik von PROVIEH)<br />

und Dr. Michael Schimanski (Amtstierarzt<br />

der Region Hannover). Anknüpfend an die<br />

Vorträge wurden in der Diskussion folgende<br />

Problemfelder thematisiert: die personelle<br />

Unterbesetzung der Veterinärämter,<br />

die die gesellschaftliche Erwartung einer<br />

engmaschigen und effizienten Kontrolle<br />

von landwirtschaftlichen Tierhaltungen<br />

nicht erfüllen können, die fehlende Möglichkeit<br />

der Risikoorientierung bei den<br />

Tierschutzkontrollen, weil ein nationales<br />

Benchmarking mit aussagefähigen Tierschutzindikatoren<br />

fehlt, die Tatsache, dass<br />

durch diese Defizite die amtstierärztliche<br />

Überwachung nur bei erkannten Missständen<br />

eingreifen kann, aber nicht den<br />

gesellschaftlichen Wandlungsprozess aktiv<br />

gestalten kann, und der Aufruf, die sich<br />

Die Tagung sollte einen Beitrag zur gesellschaftlichen<br />

Debatte um den erforderlichen<br />

Gesellschaftsvertrag zur zukünftigen,<br />

nachhaltigeren und tiergerechteren<br />

Gestaltung der Nutztierhaltung in der<br />

Wertschöpfungskette zur Erzeugung, Verteilung<br />

und Konsumption von Lebensmitteln<br />

tierischen Ursprungs leisten. Nach<br />

den übereinstimmend positiven und<br />

konstruktiven Kommentaren der Teilnehmer,<br />

insbesondere auch der teilnehmenden<br />

Nicht-Tierärzte (NGOs, Landwirte, Wissenschaftler<br />

anderer Disziplinen) zu<br />

urteilen, ist diese Zielstellung offensichtlich<br />

durchaus erreicht worden.<br />

Prof. Dr. Thomas Blaha<br />

Koordinator der TPT<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

Tagungsort war nach 2018 erneut die Katholische LandvolkHochschule in Oesede.<br />

*Borchert-Kommission: 2019 wurde das<br />

Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung von<br />

der damaligen Bundeslandwirtschaftsministerin<br />

Julia Klöckner unter dem Vorsitz<br />

von Bundesminister a. D. Jochen Borchert<br />

eingesetzt, das den Auftrag erhalten hat,<br />

alle Bereiche der Nutztierhaltung zu analysieren<br />

sowie Ansätze und Lösungswege<br />

zur Verbesserung des Tierwohls und zur Erhöhung<br />

der gesellschaftlichen Akzeptanz<br />

der Nutztierhaltung in Deutschland aufzuzeigen.<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 53


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Versuchstierkunde<br />

Fachgruppe „Versuchstierkunde“<br />

Online-Versammlung der Fachgruppe am <strong>02</strong>.12.2<strong>02</strong>1. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Die Rubrik „Fachgruppe im Fokus“ stellt in<br />

jeder Ausgabe des <strong>DVG</strong>-Forums eine Fachgruppe,<br />

ein Arbeitsgebiet oder eine andere<br />

Gruppierung innerhalb der <strong>DVG</strong> vor. Damit<br />

haben auch <strong>DVG</strong>-Mitglieder, die der<br />

Fachgruppe (noch) nicht angehören, die<br />

Möglichkeit, sich über deren Hintergründe,<br />

Tagungen und Aktivitäten zu informieren.<br />

In dieser Ausgabe wird die Fachgruppe<br />

„Versuchstierkunde“ vorgestellt.<br />

Die Gründung der Fachgruppe „Versuchstierkunde“<br />

fand 1967 statt. Ihr erster<br />

Leiter, Prof. Dr. Michael Merkenschlager<br />

(Berlin) sprach sich dafür aus, dass<br />

Tierärzt*innen bereits während des Studiums<br />

die Grundvoraussetzungen für<br />

eine versuchstierkundliche Tätigkeit vermittelt<br />

werden und dass ihnen im Ausbildungsgang<br />

durch eine Spezialisierung<br />

die Qualifikation für eine wissenschaftliche<br />

sowie organisatorische Leitung tierexperimenteller<br />

Laboratorien ermöglicht<br />

wird.<br />

Die Fachgruppe war innerhalb der <strong>DVG</strong><br />

zunächst dem Arbeitsgebiet „Tierzucht<br />

und Tierernährung“ zugeordnet worden,<br />

da es vorwiegend um die Erstellung von<br />

Standards für Zucht und Ernährung ging.<br />

Seit einer Umstrukturierung der Arbeitsgebiete<br />

und Fachgruppen ist die Fachgruppe<br />

im Arbeitsgebiet „Tierschutz, Ethologie<br />

und Tierhaltung“ angesiedelt.<br />

Über etliche Jahre führte sie zusammen<br />

mit den Zentralen Tierlaboratorien<br />

Berlin, dem Institut für Versuchstierkunde<br />

und Versuchstierkrankheiten der Freien<br />

Universität Berlin und der Gesellschaft für<br />

Versuchstierkunde die „Seminare über<br />

Tierversuche und Versuchstiere“ durch.<br />

Diese Seminare werden bis heute jährlich<br />

als Fortbildungslehrgänge für die in der<br />

Versuchstierkunde tätigen Wissenschaftler*innen<br />

angeboten, allerdings inzwischen<br />

organisiert von der Gesellschaft für<br />

Versuchstierkunde, dem Bundesinstitut<br />

für Risikobewertung, der Charité – Universitätsmedizin<br />

Berlin, dem Fachbereich Veterinärmedizin<br />

der Freien Universität Berlin<br />

und dem Max-Planck-Institut für molekulare<br />

Genetik, Berlin.<br />

Da versuchstierkundlich interessierte<br />

Tierärzt*innen sich zunehmend der interdisziplinär<br />

tätigen deutschen Gesellschaft<br />

für Versuchstierkunde (GV-SOLAS) angeschlossen<br />

haben und die versuchstierkundliche<br />

Lehre an den Universitäten<br />

durch andere Themen verdrängt wurde,<br />

verlor die Fachgruppe immer mehr an Bedeutung<br />

und verschwand aus dem Bewusstsein<br />

vieler junger Tierärzte*innen.<br />

Die zunehmende Kritik in der Öffentlichkeit<br />

an der Durchführung von Tierversuchen<br />

mag hierzu ebenfalls beigetragen<br />

haben.<br />

Doch für die <strong>DVG</strong> ist eine Stärkung und<br />

der Erhalt der Fachgruppe wichtig, da die<br />

Veterinärmedizin eine zentrale Disziplin<br />

innerhalb der Versuchstierkunde darstellt,<br />

und den versuchstierkundlich tätigen Tierärzt*innen<br />

eine bedeutende Rolle zum<br />

Schutz der Tiere zukommt, sei es als benannte<br />

Tierärzt*in, Tierschutzbeauftragte*r,<br />

Leiter*in von Versuchstierhaltungen,<br />

verantwortliche Person für die veterinärmedizinische<br />

Versorgung der Tiere, verantwortliche<br />

Person für die Aus-, Fort- und<br />

Weiterbildungen von Personen, die sich<br />

um die Betreuung der Versuchstiere kümmern<br />

und/oder an der Durchführung von<br />

Tierversuchen beteiligt sind sowie als Leiter*in<br />

oder durchführende Person von Tierversuchsvorhaben.<br />

Deshalb fand auf Initiative<br />

von Prof. Dr. Stephanie Krämer (Gießen)<br />

am 13.03.2019 in München nach<br />

längerer Pause wieder eine Fachgruppenversammlung<br />

statt. Im Beisein des <strong>DVG</strong>-<br />

Präsidenten Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />

(Gießen) wurde im Rahmen dieser Versammlung<br />

die Fachgruppe neu strukturiert<br />

und Dr. Heinz Brandstetter als Leiter<br />

bestätigt; Prof. Krämer und Dr. Angelika<br />

Scheideler (Neuherberg) wurden zu Stellvertreterinnen<br />

gewählt.<br />

Ziel der neu aufgestellten Fachgruppe<br />

ist es, die Versuchstierkunde als Fachgebiet<br />

innerhalb der Tierärzteschaft wieder<br />

deutlich sichtbarer zu machen und den<br />

Beitrag, den Tierärzt*innen für den Tierschutz<br />

in diesem Bereich und für die biomedizinische<br />

Forschung leisten, herauszustellen.<br />

Der Schutz der Versuchstiere im<br />

Sinne eines evidenzbasierten Tierschutzes<br />

steht hierbei im Mittelpunkt. Unsere Leitgedanken<br />

sind:<br />

• Wissen schützt Tiere<br />

• Guter Tierschutz ist gute Forschung<br />

54<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

• Praktischer Tierschutz muss beim Tier<br />

ankommen.<br />

Dabei gilt es, die Kräfte zu bündeln und<br />

zusammenzuführen und nicht etwa, mit<br />

der GV-SOLAS oder anderen Gesellschaften<br />

(z. B. TVT) zu konkurrieren. Die Arbeit<br />

der interdisziplinär organisierten GV-SO-<br />

LAS wird von der Fachgruppe sehr geschätzt,<br />

doch der Anspruch der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

besteht besonders darin, die<br />

veterinärmedizinischen Aspekte in der<br />

Versuchstierkunde und ihre Bedeutung für<br />

den Schutz der Versuchstiere innerhalb der<br />

in der <strong>DVG</strong> organisierten Tierärzteschaft<br />

stärker hervorzuheben, da diesen in vielen<br />

Bereichen eine Schlüsselrolle zukommt.<br />

Gerne möchten wir unsere Expertise auch<br />

anderen Fachbereichen der Veterinärmedizin<br />

zur Verfügung stellen.<br />

Seit ihrer Reaktivierung führte die<br />

Fachgruppe im Rahmen des – pandemiebedingt<br />

online organisierten – <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses 2<strong>02</strong>0 erfolgreich eine halbtägige<br />

Vortragsveranstaltung mit dem<br />

Thema „Ideen und Vorschläge aus der Versuchstierkunde<br />

für die tierärztliche Praxis“<br />

durch, welche gut besucht wurde. Auch im<br />

Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>1 war<br />

die Fachgruppe wieder mit einer, dieses<br />

Mal ganztägigen, Veranstaltung zum Thema<br />

„Forschung am Tier für das Tier – Die<br />

Verantwortung der Tierärzt*innen in der<br />

Forschung“ vertreten. Die Abstracts der<br />

Vorträge finden Sie auf den folgenden Seiten.<br />

Die Fachgruppe hat in den letzten beiden<br />

Jahren auch zu folgenden Themen zugearbeitet<br />

bzw. Stellungnahmen verfasst:<br />

• zum Leistungskatalog der Muster-Weiterbildungsordnungen<br />

für den Fachtierarzt/-tierärztin<br />

für Versuchstierkunde<br />

der Bundestierärztekammer,<br />

• zum Entwurf eines Fünften Gesetzes<br />

zur Änderung des Tierschutzgesetzes<br />

und Entwurf einer Verordnung zur Änderung<br />

versuchstierrechtlicher Vorschriften,<br />

• zum Entschließungsantrag des EU-<br />

Umweltausschusses für ein weitreichendes<br />

Antibiotikaverbot für die Behandlung<br />

von Tieren (EU-Verordnung<br />

2019/6).<br />

Zurzeit hat die Fachgruppe 151 Mitglieder,<br />

davon haben 56 Personen die Fachgruppe<br />

als Hauptfachgruppe gewählt.<br />

Als kleine Fachgruppe freuen wir uns<br />

über weitere Kolleginnen und Kollegen, die<br />

in der Fachgruppe generell oder auch themenspezifisch<br />

mitarbeiten möchten.<br />

Dazu laden wir Sie herzlich ein und freuen<br />

uns auf Ihre Rückmeldungen!<br />

Fachgruppe „Versuchstierkunde“ der <strong>DVG</strong><br />

Kontakt: info@dvg.de<br />

Die Verantwortung der Tierärzt*innen in der Forschung<br />

Führten die Tagung der Fachgruppe im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses durch (v.l.n.r.):<br />

Prof. Dr. Christa Thöne-Reineke, Dr. Lisa Ernst, Prof. Dr. Stephanie Krämer, Dr. Heinz Brandstetter,<br />

Dr. Ulrike Teichmann. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>1<br />

führte die Fachgruppe am 19.11.2<strong>02</strong>1 eine<br />

Veranstaltung zum Thema „Die Verantwortung<br />

der Tierärzt*innen in der Forschung“<br />

durch. Zu dieser Verantwortung<br />

gehört u. a. die Frage: Was ist ein vernünftiger<br />

Grund für das Töten von Tieren? Dieses<br />

Thema wurde mit zwei Vorträgen vergleichend<br />

für Versuchstiere, Haustiere und<br />

Nutztiere aus ethischer und juristischer<br />

Sicht behandelt. Die Tagung zeigte auf, wie<br />

wichtig Tierärzt*innen für den Tierschutz<br />

auch in der Forschung sind, welche Aufgaben<br />

sie dort übernehmen und dass es sich<br />

hierbei um ein multidisziplinäres Arbeitsfeld<br />

handelt, in dem Tierärzt*innen mit<br />

Wissenschaftler*innen anderer Disziplinen<br />

zusammenarbeiten. Das umfasst<br />

unter anderem die Forschung am Tier für<br />

das Tier, die Forschung in Tierkliniken, den<br />

Einsatz von Tierarten mit besonderen<br />

Eigenschaften (wie z. B. Alpakas) sowie angewandten<br />

Tierschutz durch die Umsetzung<br />

des 3R-Prinzips in der Aus-, Fort- und<br />

Weiterbildung all der Personen, die Tiere<br />

betreuen und sie in der Forschung verwenden.<br />

Auf den folgenden Seiten finden Sie die<br />

Abstracts der Vorträge dieser Tagung.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 55


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Vernünftiger Grund für das Töten von Versuchstieren, Haustieren und Nutztieren<br />

aus ethischer Sicht<br />

Das deutsche Tierschutzgesetz nennt das<br />

Leben des Tieres neben seinem Wohlbefinden<br />

als obersten Wert; dies ist in internationaler<br />

Perspektive gesehen ungewöhnlich:<br />

In angelsächsischen Ländern zielt das<br />

Tierschutzrecht im Einklang mit einer eher<br />

utilitaristisch geprägten Moral ganz entschieden<br />

auf Vermeidung von Leiden. Die<br />

Formel vom Tod als „schwerstem Schaden“<br />

(BVerwG; vgl. Kunzmann 2<strong>02</strong>0) stiftet hier<br />

Verwirrung. Euthanasien sind gerechtfertigt,<br />

weil man den Tod des Tieres nicht als<br />

„schlimmstes Übel“ ansehen muss.<br />

In den verschiedenen Bereichen tauchen<br />

unterschiedliche Gründe für die Tötung<br />

auf, z. T. spezifische, wie die Nahrungsgewinnung<br />

beim Nutztier, aber auch<br />

überlappende, wie die Euthanasie zum<br />

vermeintlichen Wohl des Tieres selbst.<br />

Wieder andere, wie die Tötung „überzähliger“<br />

Tiere (Chmielewska et al. 2015), kommen<br />

auch in anderen Mensch-Tier-Beziehungen<br />

vor, zum Beispiel im Zoo.<br />

Hinter all diesen Gründen steht aber<br />

kein einheitliches Kriterium von „Vernünftigkeit“.<br />

Auch das „Notwendige" als Maßstab<br />

(„necessité“ im Tierschutzrecht unserer<br />

Nachbarn) taugt nur sehr eingeschränkt:<br />

Es ist nicht klar, in welchem<br />

Rahmen Handlungen an Tieren als „notwendig"<br />

zu beurteilen sind. Jeder Rekurs<br />

auf Notwendigkeit setzt einen bestimmten<br />

Handlungskontext voraus, der es erst<br />

„notwendig“ oder „unerlässlich" macht,<br />

etwas Bestimmtes zu tun. Es gäbe auch in<br />

fast allen Fällen eine Alternative zur Tötung.<br />

Allerdings: Um welchen Preis? Für<br />

das Tier selbst, für die Halter, für andere<br />

Menschen. Eine Tötung ist oft nicht in der<br />

Finalität eines einzelnen Zieles zu bemessen,<br />

weil sich mehrere Handlungsstränge<br />

verknoten können.<br />

Was als vernünftiger Grund gelten<br />

kann, ist de facto und im Wesentlichen<br />

eine Frage der „sozialen Akzeptanz". Tierschutzrecht<br />

und Tierschutzdenken spiegeln<br />

nur einen Katalog wieder, der zu einer<br />

bestimmten Zeit in einem bestimmten<br />

Kontext akzeptiert war oder ist (Kunzmann<br />

2019). Was vernünftig ist, ist aber<br />

nicht einfach aus der Tradition ableitbar,<br />

weil diese selbst zutiefst Maß an den Bedürfnissen<br />

und Ansprüchen der Menschen<br />

nimmt. Umgekehrt enthält der „vernünftige<br />

Grund" keine Kriterien, die es erlauben<br />

würden, die Gebräuche der Menschen quasi<br />

von außen, neutral oder gar „objektiv"<br />

zu beurteilen.<br />

Literaturverzeichnis<br />

CHMIELEWSKA J., et al. (2015): Der „vernünftige<br />

Grund“ zur Tötung von überzähligen Tieren. Eine<br />

klassische Frage des Tierschutzrechts im<br />

Kontext der biomedizinischen Forschung. NuR<br />

37: 677–682, https://doi.org/10.1007/<br />

s10357-015-2903-9<br />

KUNZMANN P. (2019): Vernünftige Gründe im<br />

Tierschutz. NuR 41: 448-452, https://doi.<br />

org/10.1007/s10357-019-3544-1.<br />

KUNZMANN P. (2<strong>02</strong>0): Wenn Tierärzte töten –<br />

Angewandte Ethik in ihrem Verhältnis zu Moral<br />

und Recht. Berl Münch Tierärztl Wochenschr 133:<br />

231-237 (2<strong>02</strong>0) 001 10.2376/0005-9366-19062.<br />

Prof. Dr. Peter Kunzmann<br />

Institut für Tierhygiene, Tierschutz<br />

und Nutztierethologie<br />

Stiftung Tierärztliche Hochschule<br />

Hannover<br />

Der „vernünftige Grund“ zur Tötung von Versuchstieren, Haustieren und<br />

Nutztieren – die juristische Sicht auf eine Kernfrage des Tierschutzrechts<br />

Das deutsche Tierschutzgesetz (§ 1 Satz 2<br />

TierSchG) fordert, dass Tieren keine Leiden,<br />

Schmerzen oder Schäden ohne vernünftigen<br />

Grund zugefügt werden dürfen. Das<br />

Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund<br />

ist gem. § 17 Nr. 1 TierSchG strafbar.<br />

Als unbestimmter Rechtsbegriff gehört<br />

der vernünftige Grund zu einem der<br />

meist diskutierten Probleme im deutschen<br />

Tierschutzrecht, welcher das Spannungsverhältnis<br />

zwischen ethischem Tierschutz<br />

und menschlichen Nutzungsinteressen<br />

verdeutlicht. Dabei geht es um die<br />

Anerkennung des Lebens von Tieren auf<br />

der einen und ökonomischen, aber auch<br />

politischen und wissenschaftlichen Interessen<br />

auf der anderen Seite. Der vernünftige<br />

Grund stellt damit eine besondere<br />

Ausprägung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes<br />

dar und führt aus rechtlicher<br />

Sicht zu einer Güterabwägung im Rahmen<br />

einer Schaden-Nutzen-Analyse.<br />

Auch wenn eine allgemeingültige Definition<br />

des Begriffs aufgrund seiner Komplexität<br />

kaum möglich erscheint, hat der<br />

Gesetzgeber das grundsätzliche Verbot,<br />

Tiere ohne das Vorliegen eines vernünftigen<br />

Grundes zu töten, durch spezielle Vorschriften<br />

erlaubt. So dürfen etwa nach § 28<br />

Absatz 2 Tierschutzversuchstierverordnung<br />

(TierSchVersV) Versuchstiere unverzüglich<br />

getötet werden, die nur unter mehr<br />

als geringfügigen Schmerzen, Leiden oder<br />

Schäden weiterleben können.<br />

Der Nationale Ausschuss zum Schutz<br />

von für wissenschaftliche Zwecke verwendeten<br />

Tieren hat sich bereits 2015 mit dem<br />

vernünftigen Grund im Zusammenhang<br />

mit der Tötung von überzähligen Versuchstieren<br />

in einer Publikation auseinandergesetzt1.<br />

Das BVerwG hat in seinem Urteil zum<br />

Töten männlicher Eintagsküken 2 verdeut-<br />

56<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

licht, dass rein ökonomische Interessen im<br />

Nutztierbereich grundsätzlich keinen vernünftigen<br />

Grund zum Töten überzähliger<br />

Tiere darstellen. Mangels vergleichbarer<br />

Rechtsprechung im Bereich der Versuchstiere<br />

bleibt abzuwarten, welche konkreten<br />

rechtlichen Maßstäbe die Gerichte an den<br />

Versuchstierbereich stellen werden. Damit<br />

bleiben Unsicherheiten in Bezug auf die<br />

strafrechtliche Verantwortlichkeit.<br />

Literaturverzeichnis<br />

1. CHMIELEWSKA J. et al. (2015): Der „vernünftige<br />

Grund“ zur Tötung von überzähligen Tieren. Eine<br />

klassische Frage des Tierschutzrechts im Kontext<br />

der biomedizinischen Forschung. NuR 37: 677–682,<br />

https://doi.org/10.1007/s10357-015-2903-9<br />

2. BVerwG, Urteil vom 13.06.2019, Az.: 3 C 28.16.<br />

Ass. iur. Tobias Wagenknecht<br />

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)<br />

Berlin<br />

Deutsches Zentrum zum Schutz von<br />

Versuchstieren (Bf3R)<br />

Ohne Tierärzte kein Tierschutz?<br />

Tierschutz sieht, im Gegensatz zum Tierrecht,<br />

eine Nutzung von Tieren durch den<br />

Menschen vor. Dabei sind die obersten<br />

Prinzipien des Tierschutzes, aus der Verantwortung<br />

des Menschen für das Tier als<br />

Mitgeschöpf, das Leben und Wohlbefinden<br />

von Tieren zu schützen und Tieren<br />

nicht ohne vernünftigen Grund Schmerzen,<br />

Leiden und Schäden zuzufügen (§ 1<br />

TierSchG). Diese Verantwortung nehmen<br />

TierärztInnen im Rahmen ihrer Tätigkeiten<br />

in besonderer Weise wahr. Über den gesetzlichen<br />

Rahmen hinaus gibt es selbst<br />

und fremd auferlegte hohe moralische Erwartungen<br />

an den Tierarztberuf. Diese<br />

stellen eine große Herausforderung für die<br />

TierärztInnen dar, da diese oft mit den<br />

sachlichen und ökonomischen Realitäten<br />

der Arbeitswelt schwer vereinbar sind.<br />

TierärztInnen sollten Tierschutz auf der<br />

Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse mit<br />

großer Fachkompetenz und Fertigkeiten<br />

im Umgang mit den Tieren betreiben.<br />

Gleichzeitig bedarf es eines großen Geschicks<br />

im Umgang mit den Tieren und<br />

Tierbesitzern. TierärztInnen müssen sich<br />

dabei die Unabhängigkeit von Interessenvertretern<br />

bewahren und mit Konsequenz<br />

und großem Engagement agieren. Wissen<br />

schützt Tiere und ist die Voraussetzung<br />

und Grundlage für wissenschaftsbasierten<br />

Tierschutz und gute Wissenschaft. Dazu<br />

gehört eine qualifizierte Lehre von tierschutzrelevanten<br />

Themen in der Veterinärmedizin<br />

und kontinuierliche Aus-, Fortund<br />

Weiterbildung. Weiterhin ist die<br />

Entwicklung einer ethischen Kompetenz<br />

für den Tierarztberuf zentral und eine Integration<br />

des Faches in die Lehre unerlässlich,<br />

um die Wertelandschaften in den<br />

unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen<br />

der Veterinärmedizin mit ethischen<br />

Orientierungsmaßstäben zu reflektieren<br />

(Weich et al. 2<strong>02</strong>0).<br />

Tierschutz ist eine kollektive Verantwortung<br />

der Gesellschaft in der die TierärztInnen<br />

aufgrund ihrer Fachkompetenz<br />

und hoheitlichen Aufgaben eine besondere<br />

Rolle einnehmen. Dazu ist ein moralischer<br />

und ethisch-rechtlicher Schulterschluss<br />

im Sinne der Garantenstellung für<br />

die Interessen und Ansprüche der Tiere<br />

essentiell für den tierärztlichen Berufsstand.<br />

Entscheidungen müssen zum<br />

Wohle der Tiere aufgrund von Fachkompetenz<br />

mit Empathie und gleichzeitig<br />

professioneller Distanz sachlich angemessen<br />

getroffen werden vor dem Hintergrund<br />

eines ethisch-rechtlich verantwortlichen<br />

Umgangs mit den Tieren, den Tierbesitzern<br />

und der Umwelt.<br />

Literaturverzeichnis<br />

Tierschutzgesetz (TierSchG) in der Fassung der<br />

Bekanntmachung vom 18. Mai 2006 (BGBl. I S.<br />

1206, 1313), das zuletzt durch Artikel 1 des<br />

Gesetzes vom 18. Juni 2<strong>02</strong>1 (BGBl. I S. 1828)<br />

geändert worden ist. www.gesetze-im-internet.<br />

de/tierschg/BJNR012770972.html (aufgerufen am<br />

16.07.2<strong>02</strong>1).<br />

WEICH, K, et al. Veterinärmedizinische Ethik in<br />

der universitären Lehre im deutschsprachigen<br />

Raum. BMTW Sonderheft Ethik, 2<strong>02</strong>0, DOI-<br />

Nummer: 10.2376/0005-9366-19064.<br />

Prof. Dr. Christa Thöne-Reineke<br />

Institut für Tierschutz, Tierverhalten und<br />

Versuchstierkunde, Fachbereich<br />

Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin<br />

Alltägliche Aufgaben und besondere Herausforderungen bei der Leitung einer<br />

Versuchstierhaltung<br />

Eine Haltung von Versuchstieren kann in<br />

vielen Einrichtungen und aus den verschiedensten<br />

Gründen erfolgen (z. B. Universitäten,<br />

Forschungsinstitute, Pharmabetriebe,<br />

Tierzüchter, Diagnostiklabore). Je nach<br />

Zweck und Größe der Tierhaltung ist ihre<br />

Organisationsstruktur gestaltet, und die<br />

Aufgaben der Personen in Leitungsfunktionen<br />

können unterschiedlich aufgeteilt<br />

sein.<br />

In diesem Beitrag soll aus dem Aufgabengebiet<br />

von Tierärzt/innen berichtet<br />

werden, die in einer großen Forschungseinrichtung<br />

für die Organisation der Versuchstierhaltung<br />

(für die Spezies Maus,<br />

Ratte und Zebrabärbling) zuständig sind.<br />

Bei uns sind derzeit sieben Fachtierärzt/<br />

innen beschäftigt: der Leiter der Tierhal-<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 57


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

tung, vier ihm unterstellte (Fach-)Tierärzt/<br />

innen sowie zwei Tierschutzbeauftragte.<br />

Als Team bearbeiten wir u. a. folgende Aufgaben:<br />

Tierbestandskontrolle, Hygienemonitoring<br />

und Diagnostik, Zutrittskontrolle,<br />

versuchstierkundliche Schulungen,<br />

Tiererfassung und Tierzahlstatistik, tierärztliche<br />

Hausapotheke, Tierbestellung<br />

und Tiertransporte, Embryotransfer und<br />

Kryokonservierung.<br />

Bei der Leitung dieser Versuchstierhaltung<br />

müssen wir vielfältigen Ansprüchen<br />

gerecht werden: Vorgaben des Gesetzgebers,<br />

verantwortungsvolle Tierpflege, Bedarf<br />

der Forschenden an gesunden Versuchstieren<br />

und bestmöglichen Versuchsbedingungen,<br />

aufwändige Technik der<br />

modernen Haltungseinrichtungen, sowie<br />

zunehmendes Interesse der Gesellschaft.<br />

Zu unseren alltäglichen Aufgaben gehören:<br />

• Betriebsorganisation, Führung des tiermedizinischen<br />

und tierpflegerischen<br />

Personals (z. B. Aufgabenzuweisung,<br />

Anleitung, Motivation, Konfliktlösungen)<br />

• Personalmaßnahmen einzuleiten (z. B.<br />

Einstellungen, Kündigungen, Vertragsverlängerungen)<br />

• Materialwirtschaft und Finanzplanung<br />

(z. B. Neuanschaffungen, Wartung, Bedarfsermittlung)<br />

• Sicherstellung der Arbeitssicherheit<br />

(z. B. Gefährdungsbeurteilungen, Veranlassung<br />

von arbeitsmedizinischer<br />

Vorsorge)<br />

• Aus-, Fort- und Weiterbildung (z. B. Sicherstellung<br />

der Kenntnisse der Forschenden,<br />

Förderung der Mitarbeitenden,<br />

Weiterbildung von FTÄ)<br />

• Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen,<br />

z. B. Forschungsinstitute, Öffentlichkeitsarbeit,<br />

Personal- und Finanzabteilung,<br />

Abteilung für Technik<br />

und Infrastruktur, Gentechnik<br />

Aktuelle, besondere Herausforderungen<br />

stellen dar:<br />

• Management in der Corona-Pandemie<br />

• organisatorische Umstrukturierungen<br />

der Einrichtung<br />

• weitreichende Bau- und Sanierungsmaßnahmen<br />

Zusammenfassend lässt sich feststellen,<br />

dass die Leitung einer Versuchstierhaltung<br />

jederzeit ein multidisziplinäres Arbeitsfeld<br />

und damit eine komplexe, anspruchsvolle<br />

Aufgabe darstellt, mit dem Ziel, maximalen<br />

Schutz für unsere Tiere zu garantieren<br />

und dabei die Durchführung von Forschungsprojekten<br />

unter optimalen Bedingungen<br />

zu ermöglichen.<br />

Dr. Angelika Scheideler<br />

PD Dr. Markus Brielmeier<br />

Helmholtz Zentrum München<br />

Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit<br />

und Umwelt (GmbH), Neuherberg<br />

Comparison of metabolic cages – analysis of refinement measures on the<br />

wellbeing and metabolic parameters of laboratory mice<br />

Metabolic Cages (MCs) are a versatile tool<br />

for conducting various scientific studies<br />

1–3 . Despite advantages of MC application,<br />

animal wellbeing is compromised<br />

due to i. a. single housing, absence of bedding,<br />

and enrichment 2 . Within this project,<br />

we investigated the impact of MCs on<br />

animal welfare and identified refinementstrategies<br />

in order to reduce discomfort of<br />

mice during restraint in MCs.<br />

Both sexes of distinct mouse strains<br />

(NMRI, C57BL/6J) were placed in two different<br />

types of MCs, innovative MC (iMC)<br />

and conventional MC (cMC). Ten-weekold<br />

mice were kept in MCs for 24 hours<br />

and were restrained for two times in total.<br />

In order to control for isolation effects,<br />

mice were individually housed. Immediately<br />

after restraint in MCs, behavioral<br />

tests, Open Field Test (OFT) and<br />

Elevated Plus Maze (EPM), were conducted.<br />

For both mouse strains, no significant<br />

differences were detected regarding time<br />

spent in particular zones of OFT. Moreover,<br />

the EPM may be a more suitable behavioral<br />

test arena to assess stress and anxiety<br />

of mice after restraint in MCs. Specifically,<br />

female NMRI mice displayed greater exploratory<br />

drive as demonstrated by more time<br />

spent in open arms (p


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

(Nicht nur) eine Frage der Haltung – „Nutz“Tier vs. „Versuchs“Tier<br />

Abb. 1<br />

Immer wieder kommt es vor, dass landwirtschaftlich<br />

genutzte Tiere, sog. Nutztiere, in<br />

gezüchtet zum Zweck<br />

„Nutz“Tier<br />

gezüchtet zum Zweck<br />

„Versuchs“Tier<br />

Tierversuchen verwendet werden – dies<br />

entweder von Geburt an, oder während<br />

eines bestimmten Lebensabschnittes. Im<br />

Tierversuch Anfang<br />

besten Fall ist anschließend eine private<br />

Wiederverwendung<br />

Vermittlung oder eine weitere landwirtschaftliche<br />

Nutzung möglich (Abb. 1).<br />

Tierversuch Ende/Tötung<br />

TNP<br />

im Versuch<br />

Sobald ein üblicherweise landwirtschaftlich<br />

Weiterleben<br />

genutztes Tier in einem Tierver-<br />

mit<br />

weiterer Nutzung<br />

such verwendet werden soll, unterliegt es<br />

für diese Zeit einem speziellen gesetzlichen<br />

Rechtsbereich und die zugefügten Schmerzen,<br />

Abb. 2<br />

TNP<br />

LM<br />

Leiden oder Schäden unterliegen der Abb. 1: Schematisch dargestellter und rechtlich möglicher Werdegang eines „Nutz“Tieres, welches in<br />

Unerlässlichkeitsprüfung der zuständigen Abb. 1: einem Schematisch Versuchsvorhaben dargestellter und rechtlich verwendet möglicher Werdegang wird. eines Schwarz: „Nutz“Tieres, Das welches Tierversuchsrecht in einem Versuchsvorhaben ist anzuwenden; verwendet wird. grau:<br />

Schwarz: Andere Das Tierversuchsrecht Rechtsbereiche ist anzuwenden; sind Grau: anzuwenden. Andere Rechtsbereiche TNP = sind Tierisches anzuwendenNebenprodukt; LM = Lebensmittel<br />

Behörde. Diese Unerlässlichkeitsprüfung TNP = Tierisches Nebenprodukt; LM = Lebensmittel<br />

umfasst diverse Bereiche der Haltung, Nutzung<br />

und Verwendung dieser Tiere. Die Be-<br />

Haltung/Nutzung<br />

Haltung/Nutzung<br />

landwirtschaftliche<br />

wissenschaftliche<br />

reiche im Leben eines Tieres (Abb. 2), die<br />

während eines Genehmigungsverfahrens<br />

akzeptierte<br />

geplante<br />

Schmerzen/Leiden/Schäden<br />

Schmerzen/Leiden/Schäden<br />

überprüft werden und im Rahmen eines<br />

Zucht<br />

Tierversuches Bestandteil des gesetzlich<br />

Haltung<br />

verankerten 3R-Gedankens sind, existieren<br />

Versuche/Eingriffe/Behandlungen<br />

aber ebenso in der landwirtschaftlichen<br />

Humane Endpoint<br />

Umgang/Handling<br />

Haltung und Nutzung von Tieren und können<br />

Transport<br />

in beiden Fällen der Ursprung für<br />

Tötung/Schlachtung<br />

Schmerzen, Leiden oder Schäden sein. Abb. 2: Möglichkeiten für Schmerzen/Leiden/Schäden<br />

Aufgrund gewachsener Strukturen,<br />

Abb. 3<br />

multipler Interessenskonflikten aber auch<br />

unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen<br />

ergeben sich prinzipielle Unterschiede in<br />

der Bewertung der Unerlässlichkeit und in<br />

der Akzeptanz von Schmerzen, Leiden oder<br />

Schäden für die verwendeten Tiere. Hieraus<br />

wiederum ergeben sich z. T. erhebliche<br />

Differenzen in der Umsetzung möglicher<br />

Refinementmaßnahmen (Abb. 3).<br />

Schlussfolgerung<br />

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass<br />

Tiere, welche in einem Tierversuch verwendet<br />

werden, deutlich umfangreicheren<br />

und konsequenteren Schutzmaßnahmen<br />

für erlässliche Schmerzen, Leiden oder<br />

Schäden unterliegen, als landwirtschaftlich<br />

genutzte Tiere.<br />

landwirtschaftliche<br />

Haltung/Nutzung<br />

Abb. 2: Möglichkeiten für Schmerzen/Leiden/Schäden<br />

- keine prinzipielle tierschutzrechtliche Erlaubnis nötig<br />

(Haltung/Nutzung)<br />

- für die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorgaben<br />

besteht eine hohe Eigenverantwortlichkeit<br />

- keine bzw. kaum eine spezielle Sachkunde erforderlich<br />

- Behörde kann nur reagieren auf bereits begangene<br />

Verstöße und ist in der Darlegungspflicht<br />

- deutlich ungünstiges Behörden/Tier-Verhältnis<br />

(ca 2 Mio. Tiere/Amt)<br />

- keine konsequente Prüfung der Unerlässlichkeit für<br />

Schmerzen, Leiden oder Schäden und Umsetzung des<br />

Refinements<br />

- hohe Eigeninteressen der Wirtschaft<br />

- hierdurch z. T. deutlich höhere Akzeptanz von<br />

Schmerzen, Leiden und Schäden<br />

Abb. 3: Folgen unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen<br />

Abb. 3: Folgen unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen<br />

Prof. Dr. Sibylle Wenzel, Regierungspräsidium Gießen<br />

wissenschaftliche<br />

Haltung/Nutzung<br />

- prinzipielle tierschutzrechtliche Erlaubnis nötig<br />

(Haltung/Nutzung)<br />

- tiefe Prüfung der Behörde, ob die tierschutzrechtlichen<br />

Vorgaben grundsätzlich eingehalten werden<br />

- jegliche Eingriffe und Behandlungen sind im Detail mit der<br />

Behörde abzusprechen<br />

- hohe Anforderungen an die Sachkunde, Implementierung<br />

eines/einer Tierschutzbeauftragten<br />

- Behörde kann schon im Vorfeld mögliche Verstöße<br />

verhindern, Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorgaben<br />

sind leicht zu erkennen, der Antragsteller ist in der<br />

Darlegungspflicht<br />

- recht günstiges Behörden/Tier Verhältnis<br />

(ca. 125.000 Tiere/Genehmigungsbehörde)<br />

- konsequente Prüfung der Unerlässlichkeit für Schmerzen,<br />

Leiden oder Schäden und Umsetzung des Refinements<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 59


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Was ist ein Tierversuch im Hinblick auf wissenschaftliches Arbeiten<br />

aus Sicht der Tierschutzbeauftragten<br />

Die europäische Richtlinie zum Schutz<br />

von für wissenschaftliche Zwecke verwendeten<br />

Tieren (RL 63/2010/EU) und<br />

demzufolge das deutsche Tierschutzgesetz<br />

definieren Tierversuche als Eingriffe<br />

und Behandlungen zu Versuchszwecken,<br />

anderen wissenschaftlichen Zwecken und<br />

zu Ausbildungszwecken, die bei Tieren<br />

stärkere Schmerzen, Leiden oder Schäden<br />

verursachen können als ein professionell<br />

durchgeführter Kanülenstich [1,2]. Im<br />

Gegensatz zur translationalen, biomedizinischen<br />

Forschung ist diese Zuordnung<br />

in der angewandten, veterinärmedizinischen<br />

oder agrarwissenschaftlichen Forschung<br />

nicht immer offensichtlich, da die<br />

Eingriffe und Behandlungen in der kurativen<br />

oder landwirtschaftlichen Praxis<br />

denen im Versuchsvorhaben häufig ähnlich<br />

sind und nur die Durchführung zu alleinig<br />

wissenschaftlichen Zwecken, die<br />

rechtliche Zuordnung als Tierversuch begründet<br />

[2]. Grundsätzlich dürfen Tierversuche<br />

nur an dafür gezüchteten Tieren<br />

und in zugelassenen Versuchstierhaltungen<br />

durchgeführt werden. Die Anforderungen<br />

an die Unterbringung von Versuchstieren<br />

können sich teilweise von<br />

denen für andere Nutzungsformen unterscheiden<br />

[4]. Falls wissenschaftlich erforderlich,<br />

sind Ausnahmen besonders für<br />

die Verwendung von Tieren privater Tier-<br />

halter:innen, landwirtschaftlicher Nutztiere<br />

und Wildtiere möglich [2,3].<br />

Die Verwendung von Tieren für wissenschaftliche<br />

Fragestellungen oder die Ausbildung<br />

muss unerlässlich und alternativlos<br />

sein. Die Wahl der Tierart, die Anzahl<br />

der verwendeten Tiere und die Durchführung<br />

der Eingriffe müssen so durchdacht<br />

sein, dass die resultierende Belastung auf<br />

das unerlässliche Maß reduziert wird [2,3].<br />

Abschließend bedarf es einer ethischen<br />

Abwägung, ob der erhoffte Erkenntnisgewinn<br />

für den Menschen, die erwarteten<br />

Schmerzen, Leiden oder Schäden der Tiere<br />

rechtfertigbar erscheinen lassen.<br />

Tierschutzbeauftragte beraten Einrichtungen<br />

und Personen zur Zucht und Haltung<br />

von Versuchstieren, sowie zur Versuchsdurchführung,<br />

der medizinischen<br />

Versorgung, der Tötung von Tieren oder<br />

deren möglicher Unterbringung nach<br />

einem Versuch [2,3,5].<br />

Alle Mitarbeiter:innen müssen nachweislich<br />

über die erforderlichen Kenntnisse<br />

und Fähigkeiten verfügen, die durch<br />

kontinuierliche Weiterbildung aktuell zu<br />

halten ist. Projektleiter:innen und -planer:innen<br />

sollten zusätzlich ausreichend<br />

eigene versuchstierkundliche Erfahrung<br />

haben [1,2,3]. Die für den gesamten Versuch<br />

erforderlichen Anlagen, Geräte und<br />

andere sachliche Mittel müssen verfügbar<br />

sein. Die ordnungsgemäße Versuchsdurchführung<br />

und -dokumentation sollte<br />

erwartbar sein.<br />

Zu jedem genehmigungspflichtigen Tierversuch<br />

geben Tierschutzbeauftragte eine<br />

Stellungnahme ab, die von der Behörde<br />

angefordert werden kann [2,3].<br />

Literaturverzeichnis<br />

1. RICHTLINIE 2010/63/EU DES EUROPÄISCHEN<br />

PARLAMENTS UND DES RATES<br />

vom 22. September 2010 zum Schutz der für<br />

wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere DE<br />

L 276/42 Amtsblatt der Europäischen Union<br />

20.10.2010.<br />

2. Tierschutzgesetz (2006): Tierschutzgesetz in<br />

der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Mai<br />

2006 (BGBl. I S. 1206, 1313), zuletzt geändert<br />

durch Artikel 3 des Gesetzes vom 28. Juli 2014<br />

(BGBl. I S. 1308).<br />

3. Tierschutz-Versuchstierverordnung (2013):<br />

Tierschutz-Versuchstierverordnung vom 1.<br />

August 2013 (BGBl. I S. 3125, 3126), die zuletzt<br />

durch Artikel 394 der Verordnung vom 31. August<br />

2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist.<br />

4. Verordnung zu der Annahmeerklärung vom 15.<br />

Juni 2006 über die Änderung von Anhang A des<br />

Europäischen Übereinkommens zum Schutz der<br />

für Versuche und andere wissenschaftliche<br />

Zwecke verwendeter Wirbeltiere vom 15.<br />

November 2007 (BGBl. II, Nr. 37, S. 1714 – 1898).<br />

5. LADWIG-WIEGARD M, MAAß G. Was geschieht<br />

mit Versuchstieren nach dem Versuch?<br />

Bestimmungen des Tierschutzrechtes und<br />

mögliche Vorgehensweisen. BMTW, 2018; DOI<br />

10.2376/0005-9366-17109.<br />

Dr. Mechthild Wiegard<br />

Institut für Tierschutz, Tierverhalten und<br />

Versuchstierkunde, Fachbereich<br />

Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin<br />

Was ist ein Tierversuch im Hinblick auf wissenschaftliche Arbeiten in Tierkliniken<br />

aus Sicht des Klinikers?<br />

Einführung<br />

Wissenschaftliche Arbeiten in Tierkliniken<br />

sind sehr verschieden und somit nicht per se<br />

ein Tierversuch. Neben der genauen Festlegung<br />

der wissenschaftlichen Fragestellung<br />

ist bei Verwendung von Tieren für die geplante<br />

Forschungsarbeit zunächst zu klären, ob<br />

es sich um einen Tierversuch handelt.<br />

Viele wissenschaftliche Untersuchungen<br />

finden außerhalb der Klinik unter Praxisbedingungen<br />

im landwirtschaftlichen Betrieb<br />

statt. Hier ist beispielsweise zu klären,<br />

ob bestimmte Probenentnahmen im Sinne<br />

einer Routinediagnostik genommen werden<br />

oder es sich um Eingriffe im Sinne eines Tierversuchs<br />

handelt. Bei Unklarheiten empfiehlt<br />

es sich, mit der zuständigen Behörde<br />

Rücksprache zu halten. Einige Behörden vergeben<br />

auch bei nicht genehmigungspflichtigen<br />

Untersuchungen Registriernummern,<br />

welche dann bei der Einreichung der entsprechenden<br />

wissenschaftlichen Arbeit hilfreich<br />

sein können. Problematisch bei Tierversuchen<br />

in externen Nutztierhaltungen ist<br />

auch, dass es sich bei diesen meist um keine<br />

Versuchstierhaltung handelt.<br />

60<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Ein weiteres Feld von Tierversuchen in<br />

Kliniken ist die Einbindung in wissenschaftliche<br />

Arbeiten als Durchführende<br />

Person, die z. B. Eingriffe an Tieren vornimmt,<br />

um die eigentliche wissenschaftliche<br />

Fragestellung dann zu bearbeiten (z. B.<br />

Einsetzen einer Pansenkanüle). Hierbei ist<br />

es wichtig, dass alle beteiligten Personen<br />

(Antragsteller/-in, Versuchsleiter/-in, usw.)<br />

über das Vorhaben bzw. den Versuchsantrag<br />

einschließlich der Kommunikation<br />

mit der Behörde informiert sind.<br />

Der Einsatz von Tieren in der klinischen<br />

Ausbildung an der Hochschule ist ein weiterer<br />

Bereich von Tierversuchen in der Klinik.<br />

Die Einstufung als Tierversuch (gering belastend)<br />

resultiert hier meist aus der größeren<br />

Anzahl an Studierenden, da die Manipulation<br />

am Tier sich auf Adspektion und Palpation<br />

beschränkt. Eingriffe im Sinne von Injektionen<br />

etc. werden an Modellen im Sinne<br />

des 3R-Prinzips durchgeführt und damit<br />

die Belastung der Versuchstiere minimiert.<br />

Fazit<br />

Eine gute Planung unter Berücksichtigung<br />

des 3R-Prinzips mit entsprechender Kommunikation<br />

aller Beteiligten und einer lückenlosen<br />

Dokumentation des Tierversuchs<br />

sind die Voraussetzung einer guten<br />

wissenschaftlichen Arbeit in der Klinik.<br />

Dr. Reinhard Große<br />

Klinik für Klauentiere der Freien Universität<br />

Berlin<br />

Einsatz von Alpakas in der Grundlagenforschung:<br />

Effektiv (auch) im Kampf gegen Corona<br />

Alle Kameliden eignen sich für die Gewinnung<br />

von konditionierten Lymphozyten,<br />

die den Ausgangspunkt für eine effektive,<br />

spezifische In-vitro-Antikörperproduktion<br />

bilden. Diese experimentelle Technik ist<br />

sehr tierschutzgerecht und ermöglicht<br />

eine dauerhafte Haltung und Nutzung der<br />

Tiere. Gleichzeitig haben sich die gewonnenen<br />

Antikörper als exzellente und vielseitig<br />

einsetzbare Tools für die biologische<br />

Grundlagenforschung erwiesen. Die Kameliden<br />

sind in dieser Win-win-Situation<br />

den klassischen Versuchstierspezies, die<br />

bisher zur Antikörpergewinnung eingesetzt<br />

werden (Ziege, Maus, Esel etc.), in<br />

vielfältiger Hinsicht überlegen.<br />

Kameliden weisen eine spezielle IgG-<br />

Subklasse auf, deren Antikörper (im<br />

Gegensatz zu anderen Säugern) lediglich<br />

aus einer schweren Kette bestehen. Die<br />

leichte Kette fehlt. Somit ist die Spezifität<br />

der Antigenbindung durch die antigenbindende<br />

Domäne der alleinigen schweren<br />

Kette gegeben. Aus dieser molekularen Besonderheit<br />

ergeben sich einzigartige Anwendungsmöglichkeiten,<br />

die derzeit für<br />

die doppelkettigen IgGs anderer Spezies<br />

nicht vorliegen.<br />

Sehr häufig werden Alpakas eingesetzt,<br />

weil sie die kleinste Kamelidenspezies<br />

darstellen. Ziel ist es, nach der experimentellen<br />

Immunisierung des Alpakas<br />

mit einem „Antigen of interest“ diejenigen<br />

DNA-Sequenzen aus den Plasmazellen zu<br />

ermitteln, die für eine antigenbindende<br />

Domäne eines einkettigen IgG-Moleküls<br />

kodieren. Die DNA kann im Labor je nach<br />

geplantem Verwendungszweck modifiziert<br />

werden. Durch das Einbringen der<br />

modifizierten DNA in spezielle E. coli-Laborstämme<br />

ist eine dauerhafte Lagerung<br />

und jederzeitige, unbegrenzte Produktion<br />

der Antikörper möglich, ohne dass erneute<br />

Eingriffe am Tier erforderlich sind.<br />

Beispielhaft wird vorgestellt, wie mit<br />

Hilfe der Alpaka-basierten Antikörper das<br />

Coronavirus SARS-CoV2 neutralisiert wird.<br />

Daraus ergibt sich die Aussicht auf ein<br />

potentielles Therapeutikum für an Covid-19<br />

erkrankte Patienten.<br />

Drei junge Alpakastuten wurden mit<br />

der Rezeptor-Bindedomäne des SARS-<br />

CoV2-Spike-Proteins immunisiert und entwickelten<br />

eine Immunreaktion. Die aus<br />

der DNA der Plasmazellen gewonnenen<br />

Antikörper dienen als Grundlage für die<br />

Entwicklung eines Therapeutikums. Sie<br />

binden an das Spike-Protein des SARS-<br />

CoV2 und verhindern durch diese kompetitive<br />

Hemmung eine Bindung des Virus<br />

an den ACE-Rezeptor der Lungenepithelien.<br />

Dadurch sollen eine zelluläre Infektion,<br />

eine Vermehrung des Virus und letztlich<br />

eine schwere Erkrankung des Patienten<br />

verhindert werden.<br />

Molekulare Modifikationen, die im Anschluss<br />

an die Antikörper-Gewinnung im<br />

Labor vorgenommen wurden, erhöhen die<br />

Stabilität und Spezifität der anti-Corona-<br />

Antikörper ganz erheblich. Neben der<br />

Thermostabilität und einer Wirksamkeit<br />

im pico- und nanomolekularen Bereich<br />

wurde die Größe der Antikörper an die erforderliche<br />

Verweildauer im menschlichen<br />

Körper angepasst. Eine spezifische Bindung<br />

der Alpaka-basierten Antikörper an<br />

die mutierten Rezeptor-Bindedomänen<br />

der Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-<br />

Stämme kann nach derzeitigem Stand der<br />

Erkenntnisse einen effektiven Beitrag zur<br />

Pandemiebekämpfung liefern.<br />

Literaturverzeichnis<br />

GÜTTLER et al., Neutralization of SARS-CoV-2 by<br />

highly potent, hyperthermostable, and<br />

mutation-tolerant nanobodies, EMBO J. 2<strong>02</strong>1 Jul<br />

24:e107985. doi: 10.15252/embj.2<strong>02</strong>1107985.<br />

Online ahead of print. PMID: 343<strong>02</strong>370.<br />

PLEINER et al., Nanobodies: site-specific labeling<br />

for super-resolution imaging, rapid<br />

epitope-mapping and native protein complex<br />

isolation, Elife. 2015 Dec 3;4:e11349. doi: 10.7554/<br />

eLife.11349. PMID: 26633879.<br />

Dr. Ulrike Teichmann<br />

Max-Planck-Institut für biophysikalische<br />

Chemie Göttingen<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 61


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Multimodale Ansätze zur Umsetzung der 3R Prinzipien in der<br />

Aus-, Fort- und Weiterbildung<br />

Einleitung<br />

Die Einhaltung und Umsetzung der 3R (Reduction,<br />

Replacement und Refinement)<br />

nach Russel und Burch sind seit ihrer Etablierung<br />

als Dogma der Versuchstierkunde<br />

zu betrachten und begründen die<br />

grundsätzliche Arbeitsweise bei der Verwendung<br />

von Versuchstieren und im Umgang<br />

mit Tieren im Versuch. Trotz des Bestrebens<br />

der Vermeidung des Tiereinsatzes<br />

in Aus-, Fort und Weiterbildung ist ein<br />

gänzlicher Ersatz bis heute nicht immer<br />

möglich: Dabei wurden allein in der Europäischen<br />

Union 2018 noch 166.437 Tiere für<br />

Ausbildungszwecke eingesetzt. Gerade<br />

deshalb sind eine Berücksichtigung von<br />

Strategien zur Tierzahlreduktion sowie<br />

eine fortlaufende Überprüfung von 3R-<br />

Techniken innerhalb der Ausbildung so<br />

wichtig.<br />

Methoden<br />

Multimodale Ansätze sind in allen Bereichen<br />

der Ausbildung wirkungsvoll einsatz-<br />

bar und nutzen verschiedene Techniken<br />

und Visualisierungsansätze um Lehrinhalte<br />

zu vermitteln. Durch den Einsatz von Videos,<br />

Dummies und Computersimulationen<br />

wie Virtual Reality können sowohl ein<br />

besseres Bewusstsein im Umgang mit Versuchstieren<br />

hergestellt werden als auch<br />

der Einsatz von Versuchstieren maßgeblich<br />

gesenkt werden. Dabei trägt das frühzeitige<br />

Sehen, Verstehen und Üben von<br />

theoretischen und praktischen Kenntnissen<br />

maßgeblich zu einem ruhigeren und<br />

sicheren Umgang mit Tieren im Sinne der<br />

3R bei.<br />

Ergebnisse<br />

Verschiedene Reaktions- und Handlungsketten<br />

im Umgang mit Versuchstieren<br />

werden in diesem Ansatz auf ihre zugrundeliegenden<br />

theoretischen Elemente und<br />

manuellen Kernkompetenzen reduziert,<br />

um diese sicher zu beherrschen. So kann<br />

zum Beispiel das Erlernen der fachgerechten<br />

Tötung mittels zervikaler Dislokation<br />

eines Kleinsäugers, durch verschiedene<br />

Einzelschritte systematisch erlernt werden:<br />

Video der Tötung/Virtual Reality q<br />

selbstständiges Üben an einer künstlichen<br />

Wirbelsäule q Durchführung an einem<br />

Übungsdummy q Üben an einem bereits<br />

toten Tier q fachgerechtes Handling eines<br />

lebenden Tieres q Tötung eines narkotisierten<br />

Tieres q Tötung eines lebenden<br />

Tieres.<br />

Solch stufenweises Vorgehen kann gezielt<br />

Lehrinhalte auf nachvollziehbare,<br />

stressarme und sichere Art vermitteln. Damit<br />

trägt eine Integration multimodaler<br />

Ansätze in der Aus- Fort- und Weiterbildung<br />

zu sicheren, praktischen Fähigkeiten<br />

der Lernenden bei und damit zu mehr Tierschutz,<br />

im Sinne der 3R.<br />

Mag. med. vet. Leonie Zieglowski, M.Sc.<br />

Dr. Lisa Ernst<br />

Prof. Dr. René H. Tolba<br />

Institut für Versuchstierkunde<br />

Uniklinikum Aachen<br />

The Horse as Model for Musculoskeletal Research – Research Tool vs. Stakeholder<br />

The today’s gold-standard in preclinical<br />

drug screening and proof-of-concept studies<br />

for innovate treatments is the use of<br />

animal models, especially rodents. Although<br />

animal models allowed us to uncover<br />

numerous fundamental pathways<br />

and to study the complexity of a whole organism,<br />

inter-species differences in physiology<br />

and metabolism are thought to be<br />

the main reason behind the high failure<br />

rates of potential new therapies in clinical<br />

trials. The horse as a patient of considerable<br />

economic value offers the opportunity<br />

to serve as a naturally occurring model<br />

for a variety of musculoskeletal disorders<br />

such as osteoarthritis (OA) or disturbed<br />

fracture healing. Especially racing thoroughbreds<br />

are susceptible to fetlock pain<br />

and lameness leading to the early retirement<br />

of equine athletes and a high economic<br />

loss to the equine industry. Therefore,<br />

a striking number of lameness incidents<br />

are caused by e. g., OA. Fractures in contrast<br />

are often difficult to treat, highly expensive,<br />

and in many cases a reason for<br />

euthanasia. Besides the racing industry<br />

with incidences of fractures of 1 – 2 % per<br />

race and start, leisure sport and free-range<br />

husbandries are increasing with risks<br />

for contortions or injuries especially in the<br />

fetlock area. Due to its size and anatomically<br />

comparable characteristics to humans<br />

with respect to cartilage thickness<br />

or bone macro- and microstructure, the<br />

horse represents an ideal but most often<br />

overlooked animal model for musculoskeletal<br />

research. Within our research we have<br />

successfully developed an in vitro equine<br />

and human model for OA resembling key<br />

features of matrix degradation based on<br />

scaffold-free cartilage-like constructs.<br />

Moreover, we focused on the establishment<br />

of an in vitro equine fracture hematoma<br />

and its characterization to further<br />

understand the molecular mechanism<br />

62<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

that initiate the regenerative cascade.<br />

Considering animals as suitable comparative<br />

patient and not only as research tools<br />

could give a major impact on translational<br />

medicine in the future.<br />

Moritz Pfeiffenberger<br />

Department of Rheumatology and Clinical<br />

Immunology, Charité-Universitätsmedizin<br />

Berlin<br />

German Rheumatism Research Centre, Berlin<br />

Dr. Annemarie Lang<br />

Department of Rheumatology and Clinical<br />

Immunology, Charité-Universitätsmedizin<br />

Berlin<br />

Forschung am Tier für das Tier – klinische Forschung in der Tiermedizin<br />

Die Forschung ist ein Kernbestandteil der<br />

Arbeit an den tiermedizinischen Universitäten<br />

und Hochschulen. Dabei unterscheiden<br />

sich die Art der Forschungsziele<br />

und der Ablauf der Studien maßgeblich.<br />

Grundlagenforschung ist die nicht auf unmittelbare<br />

praktische Anwendung hin betriebene<br />

Forschung, die sich mit den<br />

grundsätzlichen Prozessen von Organismen<br />

beschäftigt. Sie ist zunächst<br />

zweckfrei und steht oft losgelöst von<br />

einer weiteren klinischen Anwendung.<br />

Die translationale Forschung beschreibt<br />

Aktivitäten und Maßnahmen, die sich mit<br />

der Umsetzung und Nutzung von Ergebnissen<br />

aus der Grundlagenforschung in<br />

den tiermedizinischen Alltag beschäftigen.<br />

So kann ein Medikament dadurch<br />

entwickelt werden, dass man durch<br />

Grundlagenforschung um die Wirkung<br />

eines Rezeptors weiß, der einen Prozess<br />

positiv oder negativ beeinflussen kann<br />

und eine Substanz findet, die den Rezeptor<br />

binden kann.<br />

Bei der Aufnahme neuer Verfahren in<br />

die tiermedizinische Versorgung spielt die<br />

klinische Forschung eine Schlüsselrolle. So<br />

sind klinische Studien in der Regel die Voraussetzung<br />

der Zulassung von Medikamenten.<br />

Sie belegen die Wirksamkeit und<br />

die Unbedenklichkeit neu entwickelter<br />

Stoffe. In diesem Stadium können die Forscherinnen<br />

und Forscher bereits auf Ergebnisse<br />

von Untersuchungen an Zellkulturen,<br />

Computermodellen und oft auch Tierversuchen<br />

zurückgreifen und testen das<br />

Verfahren oder das Medikament nun direkt<br />

am Tier. Klinische Studien finden in<br />

der Regel in Unikliniken der Tiermedizinischen<br />

Fakultäten statt, die sich auf eine<br />

Erkrankung spezialisiert haben. Aber auch<br />

große, nicht-universitäre Kliniken beteiligen<br />

sich an der klinischen Forschung. Der<br />

immer größere Stellenwert der Tiere als<br />

Begleiter des Menschen und des Mitgeschöpfs<br />

und nicht zuletzt auch die Bereitschaft<br />

der Besitzer die Behandlungen adäquat<br />

zu bezahlen führt dabei zu einem<br />

wachsenden Bedarf an Behandlungsmöglichkeiten,<br />

die speziell für Tiere entwickelt<br />

worden sind.<br />

Es sind jedoch nicht nur die fundamentalen<br />

Neuentwicklungen, die klinisch<br />

getestet werden. Oft sind es Behandlungsmöglichkeiten,<br />

die sich in der Humanmedizin<br />

als wirksam herausgestellt haben,<br />

die in klinischen Studien auf ihren Nutzen<br />

für die Behandlung von Tieren untersucht<br />

werden.<br />

Eine wichtige Aufgabe der klinischen<br />

Forschung in der Tiermedizin besteht auch<br />

in der Prüfung bereits länger etablierter<br />

Verfahren und Medikamente. Die Erhebung<br />

von Beweisen (Evidenzen) über die<br />

Wertigkeit einer Behandlung stellt die Basis<br />

jeglicher klinischen Arbeit als Tierärztin<br />

und Tierarzt dar.<br />

Prof. Dr. Martin Schmidt bei seiner Präsentation. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Prof. Dr. Martin Schmidt<br />

Klinik für Kleintiere, Neurochirurgie,<br />

Neuroradiologie und klinische Neurologie<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 63


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Evaluation der Wirkung von Lokalanästhetika bei der chirurgischen<br />

Ferkelkastration unter Isofluran-Narkose anhand der Auswertung von<br />

klinischen und labordiagnostischen Parametern<br />

Einleitung<br />

Die betäubungslose chirurgische Kastration<br />

männlicher Saugferkel ist ein<br />

schmerzhafter Eingriff (Haga & Ranheim<br />

2005, Hansson et al. 2011, Kluivers Poodt<br />

et al. 2012). Im Sinne des Refinements von<br />

landwirtschaftlich genutzten (Versuchs-)<br />

Tieren evaluierte diese prospektive und<br />

randomisierte Doppelblindstudie die analgetische<br />

Wirkung vier verschiedener Lokalanästhetika<br />

bei der Ferkelkastration innerhalb<br />

der ersten Lebenswoche.<br />

Material und Methoden<br />

54 Ferkel im Alter von 3 bis 7 Tagen wurden<br />

in 6 Versuchsgruppen eingeteilt: Handling,<br />

betäubungslose Kastration (NaCl-Injektion)<br />

und Kastration unter Lokalanästhesie:<br />

Procain 4 %, Lidocain 2 %, Bupivacain 0,5 %<br />

oder Mepivacain 20 mg/ml. In einem Minimalanästhesie-Modell<br />

zum Ausschluss<br />

von Stress und Angst erhielten alle Ferkel<br />

eine individuell angepasste Isoflurananästhesie.<br />

20 Minuten vor der Kastration wurden<br />

den Tieren aller Versuchsgruppen mit<br />

Ausnahme der Handling-Gruppe pro Hoden<br />

0,5 ml eines Lokalanästhetikums oder NaCl<br />

intratestikulär und 0,5 ml subskrotal verabreicht.<br />

Akute Reaktionen auf nozizeptive Reize<br />

bei Injektion und Kastration wurden<br />

durch invasive Blutdruckmessung, Herzfrequenzbestimmung<br />

sowie Analyse von<br />

Kortisol, Adrenalin, Noradrenalin und<br />

Chromogranin A (CgA) bewertet. Außerdem<br />

wurden Abwehrbewegungen evaluiert.<br />

Ergebnisse und Diskussion<br />

Signifikante Veränderungen des mittleren<br />

arteriellen Blutdrucks (MAP) und der Herzfrequenz<br />

(HR) bestätigten, dass die betäubungslose<br />

Kastration schmerzhaft ist<br />

Abb. 1: Prozentuale Änderung des mittleren arteriellen Blutdrucks (MAP) und der Herzfrequenz (HR).<br />

64<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

(Abb. 1). Die Applikation eines Lokalanästhetikums<br />

reduzierte die mit der Kastration<br />

verbundenen MAP- und HR-Änderungen<br />

signifikant. Ferkel, die präoperativ ein<br />

Lokalanästhetikum erhielten, zeigten<br />

während der Kastration am wenigsten Abwehrbewegungen,<br />

Tiere der NaCl-Gruppe<br />

die meisten. Bei Injektion wurden keine signifikanten<br />

Veränderungen des MAP oder<br />

der HR beobachtet. Allerdings intensivierten<br />

sich die Abwehrbewegungen während<br />

der Injektion. Dies deutete darauf hin, dass<br />

die Injektion selbst nozizeptive Reize verursachte.<br />

Bei den hormonellen Schmerzparametern<br />

Kortisol, Katecholaminen und<br />

CgA wurden keine signifikanten Unterschiede<br />

zwischen den Gruppen gefunden.<br />

Zusammenfassung<br />

Alle vier Lokalanästhetika reduzierten nozizeptive<br />

Parameter während der Kastration<br />

unter leichter Isoflurananästhesie.<br />

Die Injektion scheint jedoch schmerzhaft<br />

zu sein, sodass hier noch Optimierungsbedarf<br />

bei der Applikationsweise besteht.<br />

Literaturverzeichnis<br />

HAGA H.A., RANHEIM B. (2005): Castration of<br />

piglets: the analgesic effects of intratesticular<br />

and intrafunicular lidocaine injection. Vet<br />

Anaesth Analg 32: 1 – 9.<br />

HANSSON M. et al. (2011): Effect of local<br />

anaesthesia and/or analgesia on pain responses<br />

induced by piglet castration. Acta Vet Scand 53:<br />

34.<br />

KLUIVERS-POODT M. et al. (2012): Effects of a<br />

local anaesthetic and NSAID in castration of<br />

piglets, on the acute pain responses, growth<br />

and mortality. Animal 6: 1469 – 1475.<br />

SALLER A.M. et al. (2<strong>02</strong>0): Local anesthesia in<br />

piglets undergoing castration – A comparative<br />

study to investigate the analgesic effects of four<br />

local anesthetics on the basis of acute<br />

physiological responses and limb movements.<br />

PLOS ONE 15: e<strong>02</strong>36742. https://doi.org/10.1371/<br />

journal.pone.<strong>02</strong>36742<br />

Anna M. Saller et al.<br />

Zentrum für Präklinische Forschung des<br />

Klinikums rechts der Isar der Technischen<br />

Universität München<br />

Verdaulichkeit eines Futters in pelletierter und extrudierter Form bei der Labormaus<br />

Bei der Planung von Tierversuchen ist essentiell,<br />

so viele einflussnehmende Faktoren<br />

wie möglich zu kennen und diese im<br />

Idealfall zu standardisieren. Das ist auch<br />

im Sinne der 3R-Prinzipien. Zusammensetzung<br />

und Verarbeitung des Futters wirken<br />

sich auf die Verdaulichkeit im Tier aus (1,2).<br />

Handelsübliche Labortierfuttermittel sind<br />

oft in verschiedenen Formen erhältlich<br />

(Pellets, Extrudat, Mehl, Paste), die als<br />

identisch und austauschbar in der Verwendung<br />

deklariert sind. Anhand eines Erhaltungsfuttermittels<br />

in pelletierter und extrudierter<br />

Form sollte hier an Mäusen der<br />

Einfluss der Verarbeitung auf die Verdaulichkeit<br />

gezeigt werden.<br />

Methoden<br />

In zwei Durchgängen (DG1 & 2) wurden 8<br />

Wochen alte, männliche C57Bl/6J Mäuse<br />

verwendet. Es wurde ein kommerziell erhältliches<br />

Erhaltungsfuttermittel gewählt,<br />

das in DG1 je 11 Mäuse in pelletierter (P1)<br />

und extrudierter (E1) Form ad libitum er-<br />

hielten (n=11/Gruppe). Für DG2 wurden dieselben<br />

Futtermittel wie in DG1, jedoch aus<br />

einer neuen Charge bezogen (P2, E2, n=16/<br />

Gruppe). Nach einer Woche Gewöhnung<br />

folgte eine 15-tägige Bilanzphase mit Dokumentation<br />

der Futteraufnahme und<br />

Sammlung der gesamten Kotmenge. Der<br />

Stärkeaufschlussgrad im Futter wurde gemessen<br />

(P1: 15 %, E1: 57 %, P2: 17 %; E2:<br />

50 %). Aus Futter- und Kotproben wurden<br />

Bruttoenergie, Trockensubstanz und Rohnährstoffe<br />

bestimmt, um die scheinbare<br />

Verdaulichkeit (sV) zu berechnen. Die<br />

Gruppen wurden mittels one-way-ANOVA<br />

verglichen (p


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Berufsbild Tierarzt in der Versuchstierkunde – Ein Tierarzt an einem Uniklinikum?<br />

Ein Tierarzt an einem Universitätklinikum?<br />

Vor ein paar Jahren war das noch eine Seltenheit,<br />

doch heute schon nicht mehr.<br />

Denn an einem Universitätsklinikum werden<br />

nicht nur Patienten versorgt, es gibt<br />

auch die Schwerpunkte Forschung und<br />

Lehre – und hier kommt der Tierarzt ins<br />

Spiel – wenn tierexperimentell geforscht<br />

wird. Der Vortrag gibt einen Einblick in die<br />

Herausforderungen der Tätigkeit eines Versuchstierarztes<br />

am Universitätsklinikum.<br />

Wer Versuchstiere hält, benötigt einen<br />

Tierarzt – so auch eine Uniklinik, wo sonst<br />

nur Menschen behandelt werden. Der<br />

Arbeitsalltag des Versuchstierarztes ist abwechslungsreich<br />

– begonnen bei der Bestandsbetreuung,<br />

die hier schnell einige<br />

Tausend kleine und große Versuchstiere<br />

umfasst, dem Führen einer tierärztlichen<br />

Hausapotheke, bis hin zu komplizierten<br />

Operationen und Narkosen sowie der<br />

dann anschließenden intensivmedizinischen<br />

Betreuung von Tieren, z. B. nach<br />

einer OP am Herzen. Nicht zuletzt berät<br />

der Tierarzt Wissenschaftler im Umgang<br />

mit Tieren oder ist als Tierschutzbeauftragter<br />

tätig.<br />

Für den Versuchstierarzt bleibt es immer<br />

spannend, denn oft begleitet man<br />

neue medizinische Entwicklungen vom<br />

ersten Tag an und die Möglichkeit eigener<br />

Forschung besteht – insbesondere durch<br />

den Austausch mit Forschern der Klinik<br />

(Bischoff et al. 2016, Bischoff et al. 2019).<br />

Literaturverzeichnis<br />

BISCHOFF S.J. et al.: Increase of cortical cerebral<br />

blood flow and further cerebral microcirculatory<br />

effects of Serelaxin in a sheep model. Am J<br />

Physiol Heart Circ Physiol. 2016 Sep<br />

1;311(3):H613-20. doi: 10.1152/ajpheart.00118.2016.<br />

BISCHOFF S. et al.: Learning from Negative<br />

Results – Critical Incident Reporting System in<br />

Laboratory Animal Science (CIRS-LAS.de). J Anim<br />

Res Vet Sci 2018,2: 009 DOI: 10.24966/<br />

ARVS-3751/100009.<br />

Dr. Sabine Bischoff<br />

Universitätklinikum Jena<br />

Der Einfluss der Futterverarbeitung kommerzieller Versuchstierfutter auf das<br />

intestinale Mikrobiom von Mäusen<br />

Um die 3R-Ziele zu erreichen, müssen Tierversuche<br />

standardisiert und vergleichbar<br />

sein. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Fütterung<br />

der Versuchstiere. Kommerzielles<br />

Labortierfutter ist für Mäuse in verschiedenen,<br />

identisch deklarierten Zubereitungsformen<br />

erhältlich. Diese werden teils<br />

ohne Bedacht genutzt und in wissenschaftlichen<br />

Artikeln nicht näher beschrieben.<br />

Bei einer Untersuchung pelletierten<br />

und extrudierten Futters eines Herstellers<br />

war ein Unterschied hinsichtlich Stärkeaufschlussgrad<br />

und Nährstoffzusammensetzung<br />

zwischen beiden Zubereitungsformen,<br />

sowie in verschiedenen Chargen<br />

pelletierten Futters festzustellen (Böswald,<br />

Wenderlein et al. 2<strong>02</strong>1). Ziel der vorgestellten<br />

Studie war es, den Einfluss verschiedener<br />

Zubereitungsformen von<br />

Versuchstierfuttern auf das intestinale Mikrobiom<br />

von Mäusen zu untersuchen<br />

(Wenderlein, Böswald et al. 2<strong>02</strong>1).<br />

In zwei Versuchsreihen wurden 48<br />

C57BL/6-Mäuse in zwei Versuchsgruppen<br />

aufgeteilt, sie erhielten zunächst identi-<br />

sches Futter und anschließend Futter desselben<br />

Herstellers in pelletierter oder in extrudierter<br />

Form. Proben aus Magen, Dünndarm,<br />

Caecum und Colon wurden nach<br />

dem Töten der Mäuse entnommen und<br />

mittels 16S rRNA Sequenzierung analysiert.<br />

In Versuchsteil 1 (pelletiert vs. extrudiert)<br />

wurden signifikante Veränderungen<br />

in der a-Diversität in Proben des Magens<br />

und Caecums festgestellt. In der b-Diversität<br />

zeigten sich lediglich geringe Unterschiede.<br />

Die Auswertung der zero-radius<br />

Operational Taxonomic Units (zOTUs) zeigte<br />

signifikante Unterschiede.<br />

In Versuchsteil 2 (pelletiert vs. extrudiert<br />

und Chargeneinfluss) ließen sich keine signifikanten<br />

Veränderungen in der a-Diversität<br />

feststellen. Die b-Diversität unterschied<br />

sich signifikant in allen Abschnitten außer<br />

dem Colon. Eine Analyse der zOTUs ergab signifikante<br />

Veränderungen.<br />

Die veränderte Zusammensetzung der<br />

pelletieren Futter in beiden Versuchsteilen<br />

führte zu einem veränderten Mikrobiom<br />

und ließ eine Reproduktion von Versuchsteil<br />

1 nicht zu.<br />

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Verarbeitung<br />

des Futters das Mikrobiom von<br />

Mäusen beeinflusst. Auf Grund der Nichtkonformität<br />

des eingesetzten Futters im<br />

Maushaltungsbereich ist die Reproduzierbarkeit<br />

und Vergleichbarkeit einzelner<br />

Tierexperimente hinsichtlich des Mikrobioms<br />

kritisch zu hinterfragen.<br />

Literaturverzeichnis<br />

BÖSWALD, L., F. (2<strong>02</strong>1). Processing matters in<br />

nutrient matched laboratory diets for mice –<br />

energy and nutrient digestibility. Animals 11(2):<br />

523.<br />

WENDERLEIN, J. (2<strong>02</strong>1). Processing Matters in<br />

Nutrient-Matched Laboratory Diets for<br />

Mice-Microbiome. Animals 11(3).<br />

Jasmin Wenderlein et al.<br />

Lehrstuhl für Bakteriologie und Mykologie,<br />

Institut für Infektionsmedizin und<br />

Zoonosen, Veterinärwissenschaftliches<br />

Department<br />

Ludwig-Maximilians-Universität München<br />

66<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>1 – Preise und Auszeichnungen<br />

STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>1 wurden erneut Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit Preisen für ihre<br />

Vorträge oder Poster ausgezeichnet. Denn die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gehört zu den Kernaufgaben der <strong>DVG</strong>.<br />

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Das Future Board gestaltete die Vortrags-<br />

Session der Freien Vorträge sowie auch die<br />

Vorstellung der Poster. Das Future Board<br />

ist ein wissenschaftliches Gremium der<br />

DGK-<strong>DVG</strong> und wird von Hill’s Pet Nutrition<br />

gefördert. Zusammengesetzt ist es aus je<br />

einer Repräsentantin bzw. einem Repräsentanten<br />

der fünf deutschen veterinärmedizinischen<br />

Bildungseinrichtungen<br />

(siehe auch Seite 24).<br />

Die Freien Vorträge wurden vor Ort in<br />

Berlin präsentiert. Die Poster wurden in<br />

kurzen Videos vorgestellt. Diese Videos sowie<br />

auch vertonte Präsentationen der<br />

Freien Vorträge waren für alle KongressteilnehmerInnen<br />

auf der Landingpage des<br />

Kongresses bis zum 12.12.2<strong>02</strong>1 abrufbar.<br />

Die Mitglieder des Future Board führten<br />

souverän durch die Sessions und Preisverleihungen.<br />

Folgende Vorträge und Poster wurden ausgezeichnet:<br />

Freie Vorträge<br />

1. Preis (500,- Euro)<br />

Dr. Patricia Beer (Zürich, CH)<br />

Evaluation von Fibroblasten-Aktivierungs-Protein<br />

(FAP) als Zielstruktur zur<br />

fluoreszenzbasierten Darstellung von<br />

Weichteilsarkomen beim Hund<br />

2. Preis (Buchpreis)<br />

Paula Jendrny (Hannover)<br />

Olfaktorische Detektion von SARS-CoV-<br />

2-Infektionen durch Spürhunde in verschiedenen<br />

Körperflüssigkeiten<br />

3. Preis (Buchpreis)<br />

Larena Reifarth (Hannover)<br />

Detektion von spermatogonial stem<br />

cells (SSC) im Hoden von Rüden mit<br />

spontaner immun-mediierter Orchitis<br />

Die Vortrags-Preisträgerinnen mit dem Future Board der DGK-<strong>DVG</strong> und den Sponsoren,<br />

v.l.n.r.: Melanie Werner, Dr. Mareike Nickel, Larena Reifarth, Dr. Christine Mayer, Paula Jendrny,<br />

Dr. Britta Kiefer-Hecker (Hills), Prof. Dr. Barbara Kohn, Dr. Franz Söbbeler, Dr. Elisabeth Müller<br />

(Laboklin), Dr. Jenny Stiller, Dr. Patricia Beer. Foto: Milena Schlösser/<strong>DVG</strong><br />

Laboklin-Preis<br />

Bester freier Vortrag im Bereich der Labordiagnostik<br />

(700,- Euro)<br />

Melanie Werner (München)<br />

Veränderungen der fäkalen unkonjugierten<br />

Gallensäuren und Korrelation<br />

mit Clostridium hiranonis bei Hunden<br />

mit chronischen Enteropathien<br />

Poster<br />

1. Preis (500,- Euro)<br />

Dr. Katrin Törner (Bad Kissingen)<br />

Neoplasien junger Hunde: gut- oder<br />

bösartig?<br />

2. Preis (Buchpreis)<br />

Nancy Rother (Feldkirchen)<br />

Tumore bei 177 Heimtierhamstern<br />

3. Preis (Buchpreis)<br />

Janna Hinderer (Berlin)<br />

Trächtigkeit und Geburt bei der Hündin:<br />

Progesteronwerte und reproduktionsmedizinische<br />

Parameter<br />

Laboklin-Preis<br />

Bestes Poster im Bereich der Labordiagnostik<br />

(700,- Euro)<br />

Lisa Herter (Berlin)<br />

Studien zur Untersuchung der Übereinstimmung<br />

verschiedener Kreuzproben-<br />

Verfahren beim Hund (Foto S. 68)<br />

Die Preise für die Freien Vorträge und die<br />

Buchpreise für die Poster wurden von der<br />

Schlüterschen Fachmedien GmbH gestiftet.<br />

Den Geldpreis für das beste Poster stiftete<br />

die DGK-<strong>DVG</strong> und den Laboklin-Preis<br />

die Firma Laboklin.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 67


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

biopsiesystems zur Entnahme von Gehirnbiopsien<br />

bei zwei Hunden<br />

3. Preis (Buchpreis)<br />

Angela Beugger (Bern, CH)<br />

Spinale Neuronavigation zur lumbalen<br />

Plattenfixierung in Miniaturrassehunden<br />

Die Preise wurden von der Schlüterschen<br />

Fachmedien GmbH gestiftet.<br />

Freute sich über den Laboklin-Award für ihr Poster: Lisa Herter (2. v.l.). Ganz links: Dr. Elisabeth Müller<br />

(Labolin), ganz rechts: Dr. Franz Söbbeler (Future Board), 2. v.r.: Prof. Dr. Barbara Kohn.<br />

Foto: Milena Schlösser/<strong>DVG</strong><br />

Fachgruppe „Chirurgie“<br />

Auf der Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“<br />

erhielten Preise für die besten Vorträge:<br />

1. Preis (500,- Euro)<br />

Dr. Patricia Beer (Zürich, CH)<br />

Nahinfrarot-Fluoreszenz-Bildgebung<br />

für die gezielte Resektion von Wächter-<br />

lymphknoten bei Hunden mit Mastzelltumoren<br />

– ein retrospektiver Vergleich<br />

zur Standardresektion von lokoregionalen<br />

Lymphknoten<br />

2. Preis (Buchpreis)<br />

Dr. Sarah Gutmann (Leipzig)<br />

Einsatz eines MRT-basierten patientenindividuellen<br />

stereotaktischen Gehirn-<br />

Die Preisträger der Fachgruppe „Chirurgie“ mit der Jury (v.l.n.r.): Angela Beugger, Dr. Kay Schmerbach,<br />

Dr. Sarah Gutmann, Dr. Mathias Brunnberg, Dr. Patricia Beer, PD Dr. Mirja Nolff, Dr. Christine Peppler.<br />

Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Fachgruppe „Veterinärmedizinische<br />

Anästhesie, Intensivmedizin,<br />

Notfallmedizin und Schmerztherapie<br />

(VAINS)“<br />

Auch die Fachgruppe VAINS zeichnete auf<br />

ihrer Tagung wieder die besten Vorträge<br />

aus.<br />

Die Preise erhielten:<br />

1. Preis (Jahresabonnement der Tierärztlichen<br />

Praxis, Kleintiere, und Buchpreis)<br />

Inken Henze (Zürich)<br />

Evaluation of an oesophageal Doppler<br />

monitoring based treatment algorithm<br />

for reducing intraoperative hypotension<br />

in dogs undergoing general anaesthesia.<br />

Preliminary data of a randomized<br />

prospective clinical study<br />

2. Preis (Buchpreis)<br />

Dr. Frauke Paul (Leipzig)<br />

CT-gestützter Vergleich der kranialen<br />

Migration von Kontrastmittel im Epiduralraum<br />

bei Katzen nach lumbosakraler<br />

und sakrokokzygealer Applikation<br />

3. Preis (Buchpreis)<br />

Vanessa Rupp (Hannover)<br />

Fallbericht – Allgemeinanästhesie<br />

eines Glattstirnkaimans für die chirurgische<br />

Versorgung einer horizontalen<br />

Lazeration der Cornea<br />

Die Preise wurden vom Georg Thieme Verlag<br />

gestiftet.<br />

68<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Die VAINS-Preisträgerinnen mit der Jury (v.l.n.r.): Dr. René Dörfelt, Prof. Dr. Sabine Kästner, Vanessa Rupp, Inken Henze, Dr. Frauke Paul,<br />

Prof. Dr. Michaele Alef, Prof. Dr. Sabine Tacke. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Fachgruppe „Tierernährung“<br />

Erstmals wurden auf der Tagung der Fachgruppe<br />

„Tierernährung“ der beste Vortrag<br />

und das beste Poster ausgezeichnet.<br />

Über ihre Preise freuten sich:<br />

• Bester Vortrag (350,- Euro)<br />

Lisa Wahl (Leipzig)<br />

Auswirkungen fermentierbarer Kohlenhydrate<br />

auf die kardiovaskuläre<br />

Gesundheit beim Schwein als Modell<br />

für den adipösen Menschen<br />

• Bestes Poster (150,- Euro)<br />

Laura Fuhrmann (Berlin)<br />

Ex-vivo Screening verschiedener Präund<br />

Probiotika auf die Wachstumshemmung<br />

geflügelpathogener Bakterien<br />

Die Preise wurden von der Firma Vet-Concept<br />

gestiftet.<br />

Die Preisträgerinnen mit Jury und Sponsorin (v.l.n.r.): Prof. Dr. Jürgen Zentek, Lisa Wahl,<br />

Prof. Dr. Nadine Paßlack, Prof. Dr. Sven Dänicke, Laura Fuhrmann, Dr. Sonja Bergs (Vet-Concept):<br />

Foto: <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 69


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Richard-Völker-Medaille<br />

Anlässlich der Feier zum 70-jährigen Bestehend<br />

der <strong>DVG</strong> zeichnete Dr. Friedrich<br />

Röcken, Kongresspräsident des 67. Jahreskongresses<br />

der DGK-<strong>DVG</strong>, zwei verdiente<br />

Persönlichkeiten mit der Richard-Völker-<br />

Medaille der DGK-<strong>DVG</strong> aus: Prof. Dr. Claudia<br />

Reusch (Zürich) und Prof. Dr. Barbara<br />

Kohn (Berlin). Prof. Reusch war schon 2<strong>02</strong>0<br />

mit der Richard-Völker-Medaille geehrt<br />

worden; die offizielle Verleihung und Würdigung<br />

konnte wegen des online durchgeführten<br />

Kongresses jedoch erst jetzt vorgenommen<br />

werden. Prof. Kohn erhielt die<br />

Medaille für 2<strong>02</strong>1. Beide Kolleginnen haben<br />

sich auf besondere Weise um die Kleintiermedizin<br />

verdient gemacht. Ausführliche<br />

Würdigungen waren im <strong>DVG</strong>-Forum<br />

2/2<strong>02</strong>0 bzw. 1/2<strong>02</strong>1 zu lesen.<br />

Dr. Friedrich Röcken zeichnete Prof. Dr. Claudia Reusch mit der Richard-Völker-Medaille<br />

2<strong>02</strong>0 aus. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Wurde mit der Richard-Völker-Medaille 2<strong>02</strong>1 geehrt: Prof. Dr. Barbara Kohn.<br />

Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Anton-Mayr-Preis und Klös-Preis<br />

Auch der Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler<br />

und der Preis der<br />

Ursula und Heinz-Georg Klös-Stiftung für<br />

2<strong>02</strong>0 konnten pandemiebedingt erst jetzt<br />

überreicht werden. <strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr.<br />

Dr. h.c. Martin Kramer freute sich, im Rahmen<br />

der Eröffnungsveranstaltung des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2<strong>02</strong>1 die Preise zu<br />

überreichen.<br />

Prof. Dr. Katharina Schaufler, PhD<br />

(Greifswald), erhielt den Anton-Mayr-Preis<br />

für ihre herausragende Forschung zu antibiotikaresistenten<br />

Bakterien.<br />

Dr. Jan Lakemeyer (Utrecht) wurde für<br />

seine Forschung zu terrestrischen und<br />

aquatischen Wildtieren mit dem Klös-Preis<br />

ausgezeichnet.<br />

Ausführliche Würdigungen beider Wissenschaftler<br />

sind im <strong>DVG</strong>-Forum 1/2<strong>02</strong>0 zu<br />

lesen.<br />

Prof. Dr. Katharina Schaufler, PhD. Foto: Milena<br />

Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Bruns-Preis<br />

Auf der Eröffnungsveranstaltung des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses 2<strong>02</strong>1 überreichte der Vorsitzende<br />

des Stiftungsrates der Dres.<br />

Georg und Jutta Bruns-Stiftung für innovative<br />

Veterinärmedizin, Prof. Dr. Gotthold<br />

Gäbel (Leipzig), den Preis der Stiftung. In<br />

Dr. Jan Lakemeyer. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

diesem Jahr wurden zwei Wissenschaftlerinnen<br />

ausgezeichnet:<br />

Melanie Brede, PhD (Hannover) wurde<br />

für ihre herausragenden Forschungen auf<br />

dem Gebiet der In-vitro-Modellierung des<br />

mikrobiellen Vormagenstoffwechsels mit<br />

Schwerpunkt auf den Untersuchungen<br />

70<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

zum ruminalen Microbiom und Metabolom<br />

und ihre Beeinflussung durch pathogene<br />

Mikroorganismen geehrt.<br />

Dr. Julia Sehl-Ewert (Greifswald-Insel<br />

Riems) erhielt den Preis in Würdigung ihrer<br />

herausragenden Forschungen auf dem Gebiet<br />

der Alphaherpesviren mit dem Schwerpunkt<br />

auf dem Aujeszky-Virus (Pseudorabies<br />

Virus, PrV) sowie dem humanen Herpes<br />

Simplex Virus (HSV-1 und -2).<br />

Felix Wankel Tierschutz-<br />

Forschungspreis 2<strong>02</strong>1<br />

Der Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis<br />

wird durch die Tierärztliche Fakultät<br />

der Ludwig-Maximilians-Universität München<br />

in der Regel alle zwei Jahre im Rahmen<br />

der <strong>DVG</strong>-Tierschutztagung verliehen.<br />

Da die Tagung sowohl 2<strong>02</strong>1 als auch 2<strong>02</strong>2<br />

online durchgeführt wurde bzw. wird, fand<br />

die Verleihung des Preises anlässlich des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses statt.<br />

Den Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis<br />

2<strong>02</strong>1 erhält mit 20.000 Euro Prof. Dr.<br />

Rupert Palme (Wien). Er wurde für seinen<br />

wissenschaftlichen Übersichtsartikel mit<br />

dem Titel „Nicht-invasive Messung von<br />

Glukokortikoiden: Fortschritte und Probleme“<br />

ausgezeichnet.<br />

Der wissenschaftliche Nachwuchspreis<br />

2<strong>02</strong>1 mit 5.000 Euro ging an Dr. Christian<br />

Lotz (Würzburg) Mit dem Preis wird er<br />

Melanie Brede, PhD. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

für seine Doktorarbeit mit dem Titel „Entwicklung<br />

eines Augenirritationstests zur<br />

Identifikation aller GHS-Kategorien für<br />

den Endpunkt Augenreizung“ und die daraus<br />

erfolgten wissenschaftlichen Publikationen<br />

ausgezeichnet.<br />

Der wissenschaftliche Sonderforschungspreis<br />

2<strong>02</strong>1 mit 5.000 Euro geht an<br />

Dr. Charlotte E. Blattner (Bern). Mit dem<br />

Preis wird sie für ihre Doktorarbeit mit<br />

dem Titel „Schutz von Tieren innerhalb<br />

und jenseits der Grenzen: Extraterritoriale<br />

Jurisdiktion und die Herausforderungen<br />

der Globalisierung“ ausgezeichnet, welche<br />

die Zulässigkeit und Möglichkeiten des<br />

Dr. Julia Sehl-Ewert. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Schutzes von Tieren insbesondere über<br />

Staatsgrenzen hinaus skizziert.<br />

Der Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis<br />

wird für hervorragende, experimentelle<br />

und innovative wissenschaftliche Arbeiten<br />

verliehen, deren Ziel bzw. Ergebnis es<br />

ist, Tierversuche zu ersetzen oder einzuschränken,<br />

den Tierschutz generell zu fördern,<br />

die Gesundheit und tiergerechte<br />

Unterbringung von Versuchs-, Heim- und<br />

Nutztieren zu gewährleisten oder die<br />

Grundlagenforschung zur Verbesserung<br />

des Tierschutzes zu unterstützen. Der Preis<br />

ist mit maximal 30.000 Euro dotiert.<br />

Prof. Dr. Rupert Palme. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong> Dr. Christian Lotz. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong> Dr. Charlotte E. Blattner. Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 71


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Ausschreibung des Otfried-Siegmann-Preises 2<strong>02</strong>2 der<br />

Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (<strong>DVG</strong> e. V.)<br />

Die <strong>DVG</strong> schreibt den „Otfried-Siegmann-<br />

Preis 2<strong>02</strong>2 der <strong>DVG</strong>“ aus.<br />

Mit dem Preis sollen Wissenschaftler*innen<br />

bis zu einem Alter von 40 Jahren ausgezeichnet<br />

werden, deren wissenschaftliche<br />

Publikationen sie als hoch qualifizierten<br />

wissenschaftlichen Nachwuchs ausweisen.<br />

Der Otfried-Siegmann-Preis der <strong>DVG</strong><br />

wird von der AniCon Labor GmbH (www.<br />

anicon.eu) gestiftet und ist mit 10.000,00 €<br />

dotiert, die jeweils hälftig dem / der Preisträger*in<br />

und der wissenschaftlichen Einrichtung<br />

zufließen, an der die Arbeit erstellt<br />

wurde.<br />

Der Preis ist nicht teilbar.<br />

Ausgezeichnet werden Arbeiten aus veterinärmedizinischen<br />

und eng verwandten<br />

Gebieten, die sich mit infektionsmedizinischen<br />

Fragestellungen bei landwirtschaftlichen<br />

Nutztieren, einschließlich Bienen<br />

und Nutzfischen, befassen und bereits zur<br />

Publikation angenommen oder veröffentlicht<br />

sind.<br />

Vorschläge und Eigenbewerbungen<br />

können eingereicht werden bei der<br />

Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong><br />

An der Alten Post 2, 35390 Gießen<br />

bevorzugt per E-Mail an info@dvg.de.<br />

Folgende Unterlagen sind beizufügen:<br />

1. Lebenslauf mit beruflichem Werdegang<br />

und Publikationsliste des/der Kandidat*in<br />

2. Die zur Preisvergabe vorgeschlagene Publikation<br />

Über die Vergabe des Preises entscheidet<br />

ein Kuratorium.<br />

Die Richtlinien für die Vergabe des<br />

Preises können bei der Geschäftsstelle der<br />

<strong>DVG</strong> angefordert werden und sind online<br />

verfügbar: www.dvg.de.<br />

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Letzter Termin für die Einreichung von Vorschlägen<br />

ist der 15. März 2<strong>02</strong>2 (verlängerte<br />

Deadline).<br />

Die Preisvergabe wird im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses 2<strong>02</strong>2 stattfinden.<br />

NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Seminarraum der <strong>DVG</strong> – für Ihr Event<br />

Seminarraum der <strong>DVG</strong> mit mehreren Gestaltungsmöglichkeiten.<br />

Die neue Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> in unmittelbarer<br />

Nähe zum Gießener Bahnhof<br />

verfügt über einen Seminarraum, der z. B.<br />

für Workshops oder Meetings von den<br />

Fachgruppen der <strong>DVG</strong> genutzt werden<br />

kann.<br />

Der Raum bietet mehrere Gestaltungsmöglichkeiten<br />

und Platz für maximal 45<br />

Personen. Der Bahnhof ist nur wenige Gehminuten<br />

entfernt; ein Parkhaus befindet<br />

sich in unmittelbarer Nähe.<br />

Das Benediktiner Weißbräuhaus im<br />

gleichen Gebäude präsentiert ein Gastro-<br />

Erlebnis der besonderen Art. Ein Lunch<br />

kann im Weißbräuhaus eingenommen<br />

werden oder das Catering kann im Veranstaltungsraum<br />

erfolgen.<br />

Haben Sie Interesse? In unserer Broschüre<br />

finden Sie weitere Informationen<br />

zu den Möglichkeiten des Seminarraums.<br />

Broschüre:<br />

q https://www.dvg.net/ueber-uns/<br />

geschaeftsstelle/unser-raum-fuer-ihrevent/<br />

oder direkt QR-Code scannen<br />

Terminvereinbarung und Informationen:<br />

q veranstaltungen@dvg.de<br />

q Tel.: 0641 – 984446 – 0<br />

72<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Was die <strong>DVG</strong> ihren Mitgliedern bietet – Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft<br />

• Ermäßigung bei Tagungen, Fortbildungen<br />

und Kongressen der <strong>DVG</strong> und ATF<br />

• Ermäßigung bei internationalen Kongressen<br />

von Veranstaltern, bei denen<br />

die <strong>DVG</strong> Mitglied ist<br />

• Betriebshaftpflichtversicherung über<br />

https://main-finanz.de/dvg/<br />

• 20 Prozent Preisnachlass bei allen im<br />

<strong>DVG</strong>-Verlag erschienenen Publikationen<br />

(excl. Blauer Hund)<br />

• Ein Jahr kostenfreier Bezug der „Kleintierpraxis“<br />

für Neu-Mitglieder sowie 25<br />

Prozent Rabatt ab dem 2. Jahr bzw. für<br />

alle <strong>DVG</strong>-Neu-Mitglieder<br />

• 30 Prozent Rabatt auf die „Tierärztliche<br />

Praxis“ (offizielles Organ der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen<br />

InnLab, Pathologie, Anästhesie,<br />

kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel,<br />

Bienen sowie Zier-, Zoo- und<br />

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische,<br />

erscheint sechsmal jährlich)<br />

• Preisnachlass für Publikationen des<br />

Bundesverbandes für fachgerechten<br />

Natur- und Artenschutz e. V. (BNA)<br />

• <strong>DVG</strong>-Mitgliederzeitschrift „Forum“<br />

zweimal jährlich<br />

• Kostenlose Zusendung von Programmheften<br />

Jährliche Mitgliedsbeiträge<br />

• Regulärer Beitrag: 120 Euro<br />

• Schnuppermitgliedschaft für Studierende<br />

und Doktoranden: 25,00 Euro<br />

• Ermäßigter Beitrag für Tierärzte/innen<br />

in Elternzeit, Arbeitslose: 30,00 Euro<br />

• Kollegen/innen in Rente oder Pension:<br />

auf Antrag Ermäßigung auf 30,00 Euro<br />

Haben Sie Interesse an einer Mitgliedschaft?<br />

Alle Informationen sowie ein Online-Aufnahmeformular<br />

finden Sie unter:<br />

www.dvg.de q Mitgliedschaft<br />

In eigener Sache – Bitte um Zusendung<br />

Ihrer E-Mail-Adresse<br />

Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />

um Ihnen Informationen über anstehende Tagungen, günstige<br />

Frühbucherrabatte, Deadlines für Abstract-Einreichungen oder<br />

Bewerbungen für Preise sowie derzeit aktuelle Meldungen in Zeiten<br />

von Corona schnell und kostengünstig zukommen lassen zu<br />

können, nutzen wir die Zusendung per E-Mail.<br />

• Dafür benötigen wir Ihre aktuelle E-Mail- Adresse. Bitte teilen<br />

Sie uns Ihre E-Mail mit, falls Sie noch keine <strong>DVG</strong>-Mails erhalten.<br />

• Sie erhalten nur Meldungen, welche die von Ihnen gewählten<br />

Fachgruppen betreffen und die daher für Sie auch relevant<br />

sind.<br />

• Falls Sie früher E-Mail-Nachrichten von der <strong>DVG</strong> bekommen<br />

haben, diese jetzt aber vermissen, schauen Sie bitte im Spam-<br />

Ordner nach.<br />

• Falls sich Ihre Adresse geändert hat, teilen Sie uns dies bitte<br />

mit (auch Änderungen der postalischen Adresse).<br />

Selbstverständlich halten wir alle gesetzlichen Datenschutzbestimmungen<br />

ein und geben die Adressen nicht an Dritte weiter.<br />

Wir freuen uns über Mitteilungen an:<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Telefon: 0641 9844460<br />

Vielen Dank!<br />

Ihr Team von der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Werde Schnuppermitglied!<br />

Foto: LoggaWiggler, pixabay.com<br />

Studierende und Doktoranden/innen können für 25,00 € im Jahr<br />

Schnuppermitglied in der <strong>DVG</strong> werden. Das hat viele Vorteile.<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten u. a.:<br />

• Ermäßigungen bei Tagungen, Fortbildungen und Kongressen<br />

der <strong>DVG</strong> und ATF<br />

• Preisnachlass bei Publikationen des <strong>DVG</strong>- Verlags sowie bei weiteren<br />

Publikationen<br />

• günstige Abos für die Zeitschriften „Kleintierpraxis“ und „Tierärztliche<br />

Praxis“<br />

Weitere Infos: www.dvg.de<br />

Oder fragt uns: Tel.: 0641 9844460, info@dvg.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 73


PERSONEN<br />

Zum Gedenken an Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann<br />

Am 28. Juni 2<strong>02</strong>1 verstarb Professor Dr.<br />

med. vet. Karl-Heinz Waldmann im Alter<br />

von 67 Jahren. Wir haben mit ihm einen herausragenden<br />

Veterinärmediziner, einzigartigen<br />

Hochschullehrer und liebenswerten<br />

Menschen verloren.<br />

Nach seinem Studium an der Tierärztlichen<br />

Hochschule (TiHo) in Hannover promovierte<br />

Karl-Heinz Waldmann 1981 mit<br />

einer Arbeit zum Wirtschaftsgeflügel, um<br />

dann die Tierart zu wechseln, indem er<br />

wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik<br />

für kleine Klauentiere wurde. 1994 habilitierte<br />

er sich im Fach „Schweinekrankheiten<br />

und Allgemeine Innere Medizin“<br />

unter Prof. Wilhelm Bollwahn und wurde<br />

1996 als dessen Nachfolger zum Universitätsprofessor<br />

berufen. 2001 erhielt er einen<br />

Ruf auf die Professur für Schweine in Zürich,<br />

verblieb aber als der Klinikleiter in<br />

Hannover.<br />

Während seines langen Wirkens erwarb<br />

er sich als Wissenschaftler auf dem<br />

Schweinesektor sowohl im Inland als auch<br />

international höchste Anerkennung im Bereich<br />

von Forschung und tierärztlicher Praxis.<br />

Er war De-facto Diplomate des ECPHM<br />

und betreute mehrere Habilitationen und<br />

zahlreiche Dissertationen. Die zusammen<br />

mit der Tierärztekammer Niedersachsen<br />

organisierten Fortbildungsveranstaltungen<br />

und seine Mitarbeit im Arbeitskreis<br />

Tiergarten wurden allseits geschätzt. Ein<br />

besonderer Dank gilt ihm für seinen langjährigen,<br />

vorbildlichen Einsatz als Mitglied<br />

im Senat und im Stiftungsrat der TiHo.<br />

Auch der Tierschutz lag ihm sehr am<br />

Herzen und er war langjähriger Vorsitzender<br />

der Kommission nach §15 TierSchG in<br />

Hannover. Karl-Heinz Waldmann war<br />

außerdem als <strong>DVG</strong>-Arbeitsgebietsleiter für<br />

die Klinische Veterinärmedizin der Großtiere<br />

und Leiter der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe für<br />

Schweinekrankheiten, als Kuratoriumsvorsitzender<br />

der AfT und als Sprecher für<br />

das Cluster Schwein bei der DAFA tätig.<br />

Karl-Heinz Waldmann war bei Studierenden,<br />

bei Mitarbeiter*innen und Kolleg*innen<br />

nicht nur wegen seiner hohen<br />

fachlichen Kompetenz, sondern auch wegen<br />

seiner ruhigen, warmherzigen und zuverlässigen<br />

Art sehr geschätzt und beliebt.<br />

Seiner Familie gilt unsere Anteilnahme;<br />

unser Respekt vor einer großen Lebensleistung<br />

und unsere Wertschätzung<br />

für Karl-Heinz Waldmann mögen ihr ein<br />

kleiner Trost sein.<br />

Dr. Dr. h.c. mult. Gerhard Greif und<br />

Prof. Dr. Dr. Michael Wendt,<br />

Senat und Klinik für kleine Klauentiere,<br />

Stiftung Tierärztliche Hochschule<br />

Hannover<br />

Dr. Uwe Tiedemann, Bundestierärztekammer<br />

e. V. und Tierärztekammer<br />

Niedersachsen<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer, <strong>DVG</strong> e. V.<br />

Klinik für Schweine, Ludwig-Maximilians-<br />

Universität München<br />

Klinik für Schweine,<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen<br />

Klinik für Klauentiere,<br />

Abt. Schweinekrankheiten,<br />

Freie Universität Berlin<br />

Bestandsbetreuung und Reproduktionsbiologie,<br />

Universität Leipzig<br />

74<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


PERSONEN<br />

International Canine Health Award für Professorin Tipold<br />

Prof. Dr. Andrea Tipold. Bild: privat<br />

Professorin Dr. Andrea Tipold, Vizepräsidentin<br />

für Lehre und Leiterin der Neurologie<br />

in der Klinik für Kleintiere der Stiftung<br />

Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo),<br />

erhielt am 30. Juni 2<strong>02</strong>1 den mit 10.000 Britischen<br />

Pfund dotierten International Canine<br />

Health Award des britischen The Kennel<br />

Club, dem Dachverband der britischen<br />

Hundezüchtervereine. Für ihr Lebenswerk<br />

wird Tipold mit dem Lifetime Achievement<br />

Award geehrt – einer von vier Kategorien<br />

der International Canine Health Awards,<br />

eine bedeutende veterinärmedizinische<br />

Auszeichnung.<br />

Tipold erhält die Auszeichnung für ihre<br />

außergewöhnlichen Leistungen in der Forschung<br />

auf dem Gebiet der veterinärmedizinischen<br />

Neurologie und der neurologischen<br />

Ausbildung. „Sie hat ihr Leben der<br />

Mission der Hundegesundheit gewidmet,<br />

indem sie die veterinärmedizinische Neurologie<br />

weiterentwickelt hat. Ihre Leistung<br />

hat einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität<br />

von Hunden“, heißt es vom The<br />

Kennel Club. Im Laufe ihrer herausragenden<br />

Karriere habe Tipold zudem zahlreiche<br />

Veterinärneurologen, Assistenzärzte und<br />

Promotionsstudierende ausgebildet und<br />

mehrere tausend Tiermedizinstudierende<br />

unterrichtet.<br />

Tipolds kontinuierliche Forschungsund<br />

Lehrtätigkeit hat dazu beigetragen,<br />

die veterinärmedizinische Neurologie<br />

weltweit entscheidend voranzubringen.<br />

Sie hat über 250 wissenschaftliche Publikationen<br />

zur Pathogenese, Diagnose, Behandlung<br />

und Kontrolle verschiedener<br />

neurologischer Erkrankungen bei Hunden<br />

veröffentlicht. Fachlich konzentriert sie<br />

sich innerhalb der Neurologie auf Neuro-<br />

Immunologie, Steroid Responsive Meningitis-Arteritis<br />

(SRMA), Epilepsieforschung,<br />

Einführung neuartiger Antiepileptika in<br />

die Klinik, Bildgebung, Genetik und die<br />

Wirbelsäulentraumaforschung.<br />

Tipold sagte: „Ich bin außerordentlich<br />

dankbar und stolz und fühle mich geehrt,<br />

diese Auszeichnung zu erhalten. Ich werde<br />

weiter an SRMA arbeiten und versuchen,<br />

den Grund für diese sehr schmerzhafte<br />

Krankheit zu finden, um betroffenen<br />

Hunden zu helfen. Ich hoffe auch, mehr<br />

über neuroimmunologische Phänomene<br />

bei Hunden herauszufinden, um die Behandlungsmethoden<br />

verbessern zu können."<br />

Gestiftet wird die Auszeichnung von<br />

Vernon und Shirley Hill, den Gründern der<br />

Metro Bank. Die Ehrung würdigt Personen,<br />

die mit ihrer Arbeit die Gesundheit und das<br />

Wohlbefinden von Hunden bedeutend fördern.<br />

Die Auswahl der Preisträgerinnen<br />

und Preisträger übernimmt ein unabhängiges<br />

internationales Gremium aus Tierärztinnen<br />

und Tierärzten sowie Forschenden.<br />

Prof. Tipold engagiert sich auch in der<br />

<strong>DVG</strong> in mehreren Fachgruppen (u. a. DGK-<br />

<strong>DVG</strong>, Fachgruppe „Pathologie“).<br />

Prof. Dr. Dr. Hafez in der International Poultry Hall of Fame<br />

Der langjährige Leiter der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Geflügelkrankheiten“, Prof. Dr. Dr. Hafez<br />

Mohamed Hafez (Berlin) wurde anlässlich<br />

des 100. Jubiläums des World Poultry<br />

Congresses im August 2<strong>02</strong>1 online in die<br />

International Poultry Hall of Fame berufen.<br />

Die Auszeichnung nahm Dr. Roel Mulder,<br />

Secretary and Assistant Treasurer der<br />

World’s Poultry Science Association<br />

(WPSA) vor.<br />

Prof. Hafez wurde 1947 in Ägypten geboren.<br />

Er studierte Veterinärmedizin an<br />

der Veterinärfakultät der Universität von<br />

Prof. Hafez (links) wurde von Dr. Roel Mulder in die International Poultry Hall of Fame berufen.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 75


PERSONEN<br />

Ägypten in Kairo. Von 1971 bis 1975 arbeitete<br />

er als wissenschaftlicher Assistent<br />

am Institut für Geflügelkrankheiten der<br />

gleichen Universität und erwarb anschließend<br />

seinen Abschluss als Master of Veterinary<br />

Science. 1981 promovierte er an<br />

der Justus-Liebig-Universität in Gießen.<br />

Von 1981 bis 1985 war er am Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt<br />

in Stuttgart tätig.<br />

1994 habilitierte er sich am Institut für<br />

Geflügelkrankheiten der Ludwig-Maximilians-Universität<br />

München. Seit 1996 ist<br />

er Honorarprofessor an der Universität<br />

Hohenheim und seit 2009 an der Alexandria<br />

University in Ägypten. Seit 1997 war<br />

er ordentlicher Professor für Geflügelkrankheiten<br />

an der Freien Universität Berlin.<br />

Im März 2016 ging er offiziell in den<br />

Ruhestand, ist aber bis heute Gastprofessor<br />

am Institut für Geflügelkrankheiten.<br />

Prof. Hafez ist Fachtierarzt für Geflügelkrankheiten,<br />

für Mikrobiologie und für<br />

Tierhygiene. 2005 wurde er als Diplomate<br />

for Veterinary Public Health (EDVPH) und<br />

2008 als Diplomate des European College<br />

of Poultry Veterinay Science (ECPVS) anerkannt,<br />

in dem er auch Gründungsmitglied<br />

und einer der früheren Präsidenten<br />

war.<br />

Prof. Hafez gilt als international bekannter,<br />

häufig konsultierter und vielfach<br />

mit Preisen ausgezeichneter Geflügelspezialist.<br />

Mit über 300 Publikationen sowie<br />

zahlreichen Vorträgen und Präsentationen<br />

auf nationalen und internationalen Konferenzen<br />

trug er zum Verständnis der Geflügelkrankheiten<br />

und der Geflügelwissenschaften<br />

bei.<br />

Ehrendoktortitel für Christian Drosten, Gerd Sutter und Lothar H. Wieler<br />

„Professor Dr. Christian Drosten, Professor<br />

Dr. Gerd Sutter und Professor Dr. Lothar H.<br />

Wieler haben sich in ihrem bisherigen Wirken<br />

und ganz besonders während der Coronapandemie<br />

um die ganzheitliche wissenschaftliche<br />

Betrachtung der Gesundheit<br />

von Menschen und Tieren verdient gemacht“,<br />

sagte Dr. Gerhard Greif, Präsident<br />

der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover<br />

(TiHo) am 26.07.2<strong>02</strong>1 anlässlich der<br />

vom Senat beschlossenen Ehrungen. Ihre<br />

außerordentlichen Verdienste und ihr großes<br />

Engagement würdigt die TiHo mit der<br />

Verleihung der Ehrendoktortitel.<br />

One Health steht für die enge Verbindung<br />

der Gesundheit von Menschen, Tieren sowie<br />

der Umwelt. Zwei Aspekte, die der<br />

One-Health-Gedanke umfasst, sind Anti-<br />

V.l.n.r.: Dr. Gerhard Greif, Prof. Dr. Christian Drosten, Prof. Dr. Lothar Wieler, Prof. Dr. Gerd Sutter. Foto: Martin Bühler<br />

76<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


iotikaresistenzen und Infektionskrankheiten,<br />

die zwischen Menschen und Tieren<br />

übertragen werden können. Mit den Ehrungen<br />

unterstreicht die TiHo die Bedeutung<br />

des One-Health-Ansatzes, der einen<br />

Schwerpunkt der Forschungsarbeiten der<br />

TiHo bildet.<br />

Professor Dr. Christian Drosten<br />

Professor Dr. Christian Drosten erhält die<br />

Ehrendoktorwürde der TiHo für seine herausragende<br />

Forschung auf dem Gebiet<br />

der RNA- und Coronaviren, seinen großen<br />

Beitrag zur One-Health-Thematik sowie<br />

für seine wichtige und wertvolle Aufklärungsleistung<br />

während der Pandemie.<br />

Drosten arbeitet eng mit Forschenden anderer<br />

Disziplinen zusammen. Während<br />

der Pandemie öffnete er zudem den Blick<br />

in die Wissenschaft. Mit seinen allgemeinverständlichen<br />

Erläuterungen virologischer<br />

und epidemiologischer Sachverhalte<br />

in unterschiedlichen Medien zeigte<br />

er, was die Wissenschaft weiß, wie sie<br />

funktioniert und mit welchen Methoden<br />

die Wissenschaft arbeitet. „Die direkte<br />

Vermittlung der aktuellen Faktenlage und<br />

ihre Einordnung war und ist für viele Menschen<br />

während der Pandemie eine große<br />

Hilfe, die trotz aller Widrigkeiten Sicherheit<br />

vermittelt“, sagte Greif.<br />

Drosten leitet das Institut für Virologie<br />

an der Charité – Universitätsmedizin Berlin<br />

sowie das Nationale Konsiliarlaboratorium<br />

für Coronaviren. Er studierte Humanmedizin<br />

an der Goethe-Universität Frankfurt<br />

am Main, wo er auch promovierte.<br />

Drosten ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie<br />

und Infektionsepidemiologie. Bevor<br />

er dem Ruf an die Charité nach Berlin<br />

folgte, war er an verschiedenen Positionen<br />

am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin<br />

in Hamburg tätig und leitete für<br />

zehn Jahre das Institut für Virologie am<br />

Universitätsklinikum Bonn. Drosten ist<br />

Träger des Bundesverdienstkreuzes erster<br />

Klasse.<br />

Professor Dr. Gerd Sutter<br />

Professor Dr. Gerd Sutter erhält die Ehrendoktorwürde<br />

für seine herausragende Forschung<br />

auf dem Gebiet neu auftretender<br />

Zoonoseerreger und Infektionskrankheiten<br />

sowie für sein Engagement für den<br />

One-Health-Gedanken. Sutter ist Tierarzt<br />

und widmet sich besonders der angewandten<br />

Infektionsforschung. Er sucht<br />

nach neuartigen Virusimpfstoffen für Prophylaxe<br />

und Therapie und konnte bereits<br />

mehrere Impfstoffkandidaten soweit entwickeln,<br />

dass sie für klinische Studien zugelassen<br />

wurden. Dabei nutzt er das Modifizierte<br />

Vacciniavirus Ankara (MVA), ein<br />

harmloses Pockenvirus, das bereits seit<br />

Jahrzehnten zu Impfzwecken verwendet<br />

wird und als Vektor mit der Information<br />

verschiedener Erreger bestückt werden<br />

kann, um als Impfstoff zu fungieren. Auf<br />

diese Weise entwickelte er beispielsweise<br />

einen Impfstoff gegen das Middle East Respiratory<br />

Syndrome Coronavirus (MERS-<br />

CoV), das von Kamelen übertragen wird,<br />

und einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2,<br />

der sich derzeit in der klinischen Prüfung<br />

befindet. Aber auch andere zoonotische<br />

Infektionskrankheiten wie Aviäre Influenza<br />

oder West-Nil-Fieber stehen in seinem<br />

Fokus.<br />

Sutter studierte und promovierte an der<br />

Ludwig-Maximilians-Universität München<br />

(LMU). Während seiner Postdoc-Zeit<br />

arbeitete er im Laboratory of Viral Diseases<br />

an den National Institutes of Health in<br />

den USA. Nach seiner Rückkehr nach<br />

Deutschland übernahm er die Leitung<br />

einer Forschungsgruppe im Institut für Virologie<br />

am Helmholtz Zentrum München.<br />

Er ist Fachtierarzt für Mikrobiologie und<br />

Virologie und habilitierte sich im Fach Virologie<br />

in München. Bevor er seine jetzige<br />

Professur für Virologie am Institut für Infektionsmedizin<br />

und Zoonosen an der<br />

LMU antrat, leitete er die Abteilung Virologie<br />

am Paul-Ehrlich-Institut.<br />

PERSONEN<br />

Professor Dr. Dr. h. c. Lothar H.<br />

Wieler<br />

Professor Dr. Dr. h. c. Lothar H. Wieler erhält<br />

die Ehrendoktorwürde für seinen herausragenden<br />

wissenschaftlichen Beitrag<br />

in der Zoonosenforschung und für die<br />

One-Health-Thematik sowie für seine Rolle<br />

in der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie.<br />

Wieler ist Tierarzt und Präsident des<br />

Robert Koch-Instituts in Berlin. In dieser<br />

Funktion berät er die Bundesregierung<br />

und informiert regelmäßig über den Sachstand<br />

der Pandemie in Deutschland. Die<br />

TiHo würdigte mit der Verleihung des Ehrendoktortitels<br />

ganz besonders seine Rolle<br />

während der Pandemie. „Ruhig, souverän,<br />

wissenschaftlich und faktenbasiert<br />

informiert Professor Wieler die Öffentlichkeit<br />

über das Coronavirus. Er klärt auf,<br />

warnt und ordnet ein. Er ist einer der Säulen<br />

in der Pandemiebekämpfung in<br />

Deutschland“, sagte Greif.<br />

Wieler studierte Veterinärmedizin an<br />

der Freien Universität Berlin und an der<br />

Ludwig-Maximilians-Universität München,<br />

wo er am Institut für Medizinische<br />

Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre<br />

promoviert wurde. Seine Habilitation<br />

legte er an der Justus-Liebig-Universität<br />

Gießen im Fach Infektionskrankheiten und<br />

Hygiene der Tiere ab. Lothar H. Wieler ist<br />

Fachtierarzt für Mikrobiologie und war<br />

Professor für Mikrobiologie und Tierseuchenlehre<br />

an der Freien Universität Berlin.<br />

In seiner Forschung konzentriert sich Wieler<br />

auf Fragestellungen, die gleichermaßen<br />

die Gesundheit von Menschen und Tieren<br />

betreffen und legt einen Schwerpunkt auf<br />

zoonotische bakterielle Erkrankungen sowie<br />

Antibiotikaresistenzen.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 77


PERSONEN<br />

Neue Fachgruppenleiter<br />

Zahlreiche Fachgruppen haben auf ihren Tagungen in den vergangenen Wochen neue Leiter und Stellvertreter gewählt. Die <strong>DVG</strong> bedankt<br />

sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die dieses Amt ausgeübt haben – häufig über viele Jahre – bzw. sich dafür zur Verfügung<br />

stellen. Ohne Sie wäre die Durchführung der Tagungen und Kongresse nicht möglich!<br />

Fachgruppe „Tierseuchen“<br />

Auf der online durchgeführten Versammlung<br />

der Fachgruppe am 26.05.2<strong>02</strong>1 kandidierte<br />

der langjährige Leiter der Fachgruppe,<br />

Prof. Dr. Hans-Joachim Bätza, nicht<br />

mehr. Zum neuen Leiter wurde Dr. Herbert<br />

Weinandy (Bonn) gewählt. Prof. Dr. Martin<br />

Beer (Greifswald-Insel Riems) wurde als<br />

Stellvertreter bestätigt.<br />

Fachgruppe „Didaktik und<br />

Kommunikation“<br />

Am 20.09.2<strong>02</strong>1 fand im Rahmen der Tagung<br />

der Fachgruppe „Didaktik und Kommunikation“<br />

die Wahl zur Fachgruppenleitung<br />

statt. Neue Leiterin ist Prof. Dr.<br />

Mahtab Bahramsoltani (Berlin). Zur Stellvertreterin<br />

wurde Dr. Christin Kleinsorgen<br />

(Hannover) gewählt.<br />

Fachgruppe AVID<br />

Am 14.09.2<strong>02</strong>1 fand online die Fachgruppenversammlung<br />

statt, auf der Neuwahlen<br />

der Fachgruppenvorstände Virologie<br />

anstanden. Neu gewählt wurde Dr. Nelly<br />

Scuda (Erlangen). Im Amt bestätigt wurde<br />

PD Dr. Kerstin Wernike (Greifswald-Insel<br />

Riems).<br />

Dr. Herbert Weinandy.<br />

Prof. Dr. Mahtab Bahramsoltani.<br />

Dr. Nelly Scuda<br />

Prof. Dr. Martin Beer.<br />

Dr. Christin Kleinsorgen<br />

PD Dr. Kerstin Wernike.<br />

78<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


PERSONEN<br />

Fachgruppe „Veterinärmedizinische Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie<br />

(VAINS)“<br />

Die Versammlung der Fachgruppe fand in Präsenz auf der Tagung anlässlich des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses am 19.11.2<strong>02</strong>1 statt. In den Vorstand<br />

wurden gewählt: Prof. Dr. Sabine Kästner (Hannover, Vorsitzende), Prof. Dr. Sabine Tacke (Gießen, Stellvertreterin), Dr. Julia<br />

Tünsmeyer (Hannover, Beisitzerin), Dr. Christian Dancker (Berlin, Schriftführer).<br />

Prof. Dr. Sabine Kästner. Prof. Dr. Sabine Tacke Dr. Julia Tünsmeyer. Dr. Christian Dancker.<br />

AG Lasermedizin der DGK-<strong>DVG</strong><br />

Auch auf der Onlinetagung der AG Lasermedizin wurden Wahlen durchgeführt. Dr. Ursula Mayer (Augsburg) rückte turnusgemäß<br />

auf den Posten der 1. Vorsitzenden der AG Lasermedizin vor und Jakub Kaczmarek (Birkenfeld) wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt.<br />

Dr. Jochen Krüger (Krefeld) rückte in die Position des Past-Präsidenten.<br />

Dr. Ursula Mayer. Jakub Kaczmarek. Dr. Jochen Krüger.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 79


PERSONEN<br />

Fachgruppe<br />

„Schweinekrankheiten“<br />

In der Fachgruppe „Schweinekrankheiten“<br />

war die Position des/der LeiterIn<br />

durch den Tod des langjährigen Leiters<br />

Prof. Dr. Karl-Heinz Waldmann (siehe<br />

Seite 74) neu zu besetzen. Zur Leiterin<br />

wurde PD Dr. Doris Höltig (Hannover)<br />

gewählt. Im Amt des Stellvertreters wurde<br />

Prof. Dr. Mathias Ritzmann (Oberschleißheim)<br />

bestätigt.<br />

PD Dr. Doris Höltig.<br />

Fachgruppe „Kleine Wiederkäuer und Neuweltkamele“<br />

Auf der Versammlung der Fachgruppe am 25.08.2<strong>02</strong>1 übernahm die 1. stellvertretende Leiterin Dr. Regina Hannemann (Tübingen)<br />

turnusgemäß die Position der Leiterin. Die bisherige Leiterin Dr. Katja Voigt (Oberschleißheim) rückte auf die Position der 2. Stellvertreterin.<br />

Zum neuen 1. Stellvertreter wurde Dr. Henrik Wagner (Gießen) gewählt.<br />

Dr. Regina Hannemann.<br />

Dr. Henrik Wagner.<br />

Dr. Katja Voigt.<br />

Fachgruppe Bienen<br />

Die Fachgruppe führte am 19.11.2<strong>02</strong>1 ihre Fachgruppenversammlung durch und wählte Björn Wilcken (Berlin) zum Leiter, Dr. Ilka Emmerich<br />

(Leipzig) zur stellvertretenden Leiterin und Dr. Julia Dittes (Leipzig) zur Schriftführerin.<br />

Björn Wilcken.<br />

Dr. Ilka Emmerich.<br />

Dr. Julia Dittes.<br />

80<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


PERSONEN<br />

Fachgruppe<br />

„Lebensmittelhygiene“<br />

Am 05.10.2<strong>02</strong>1 wurde auf der Fachgruppenversammlung<br />

Prof. Dr. Thomas Alter (Berlin)<br />

als Leiter der Fachgruppe bestätigt. Zur<br />

Stellvertreterin wurde Prof. Dr. Claudia Guldimann<br />

(Oberschleißheim) gewählt.<br />

Prof. Dr. Thomas Alter.<br />

Prof. Dr. Claudia Guldimann.<br />

Fachgruppe „Milchhygiene“<br />

Die Fachgruppe „Milchhygiene“ wählte<br />

den Fachgruppenvorstand am 14.10.2<strong>02</strong>1.<br />

Neue Leiterin ist Prof. Dr. Madeleine Plötz<br />

(Hannover). Zu ihrer Stellvertreterin wurde<br />

Prof. Dr. Peggy Braun (Leipzig) gewählt.<br />

Prof. Dr. Madeleine Plötz.<br />

Prof. Dr. Peggy Braun.<br />

Fachgruppe „Lebensmittelrecht“<br />

Die Fachgruppe „Lebensmittelrecht“ führte<br />

ihre Versammlung am 06.10.2<strong>02</strong>1 durch<br />

und wählte Dr. Edwin Ernst (Stuttgart) zum<br />

Leiter der Fachgruppe und Dr. Marcus Langen<br />

(Neukirchen-Vluyn) zu seinem Stellvertreter.<br />

Dr. Edwin Ernst.<br />

Dr. Marcus Langen.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 81


PERSONEN<br />

Neue Arbeitskreise<br />

„Forensische Veterinärmedizin“<br />

und „Klinische Hygiene“<br />

Die auf der Delegiertenversammlung 2<strong>02</strong>0<br />

beschlossenen neuen, fachgruppenübergreifenden<br />

Arbeitskreise (AK) „Forensische<br />

Veterinärmedizin“ und „Klinische Hygiene“<br />

wurden im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-<br />

Congresses 2<strong>02</strong>1 in Berlin gegründet und<br />

die jeweiligen Vorstände gewählt.<br />

Im AK „Forensische Veterinärmedizin“<br />

wurde Dr. Thomas Steidl (Tübingen) zum<br />

Vorsitzenden gewählt. Zu Stellvertretern<br />

wurden PD MMag. Dr. Alexander Tritthart<br />

(Graz, A) und Dr. Thomas Buyle (Kernen im<br />

Remstal) gewählt.<br />

In den Vorstand des AK „Klinische Hygiene“<br />

wurden Dr. Laura Rohwedder (Berlin,<br />

Vorsitzende), Dr. Thomas Rohwedder<br />

(Berlin, Stellvertreter) und Dr. Philipp Winkels<br />

(Erftstadt, Beisitzer) gewählt.<br />

Fotos der gewählten AK-Vorstände finden<br />

Sie auf der Seite 15.<br />

AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />

Ein Tier soll leben, nicht leiden! – QUEN geht online!<br />

QUEN (Qualzucht-Evidenz Netzwerk) ist<br />

das Projekt engagierter Tierärzt*innen und<br />

tierschutzbewegter Menschen aus den<br />

unterschiedlichsten Fachdisziplinen.<br />

Zuchtbedingte Defekte bei Tieren werden<br />

sichtbar gemacht. Der Vollzug des sogenannten<br />

Qualzuchtparagrafen (§11bTierschutzgesetz-TierSchG)<br />

soll dadurch verbessert<br />

werden.<br />

Seit über 30 Jahren weisen Tierärzt*innen<br />

und Expert*innen anderer Fachrichtungen<br />

auf die Folgen der „Gestaltungsfreiheit“<br />

des Menschen in der Tierzucht<br />

Foto: Barnabé-Kaucic, pixabay.com<br />

hin. Leiden, Schmerzen und Schäden der<br />

Tiere, die auf bestimmte Merkmale gezüchtet<br />

werden, bleiben bisher weitgehend<br />

unberücksichtigt. Nicht nur Hunde,<br />

Katzen und Heimtiere, sondern auch Millionen<br />

landwirtschaftlicher Nutztiere sind<br />

betroffen.<br />

„Das ist mit dem Tierschutz als Staatsziel<br />

nicht vereinbar“, mahnt die QUEN-Projektleiterin<br />

Diana Plange, Fachtierärztin<br />

für Tierschutz und Tierschutzethik.<br />

Viele Arbeitsgruppen beschäftigen<br />

sich mit der Frage, warum trotz eindeutiger<br />

gesetzlicher Einschränkungen und Verbote<br />

die Zucht mit defektbelasteten Tieren<br />

nicht nur sehr geringe Fortschritte in<br />

der Umsetzung des §11b TierSchG macht,<br />

sondern die zuchtbedingten Defekte und<br />

Einschränkungen und das damit verbundene<br />

Leiden der Tiere immer extremer werden.<br />

Die Aufklärung über die Leiden der Tiere<br />

mit zuchtbedingten Defekten ist wichtiger<br />

Bestandteil des Gesamtkonzeptes<br />

QUEN. Dieses Konzept wurde von Tierärztinnen<br />

und Tierärzten entwickelt, damit<br />

sie ihre Garantenpflicht im Tierschutz<br />

nachhaltig erfüllen können.<br />

„Das bestehende Vollzugsdefizit im<br />

Bereich der Defekt- bzw. Qualzucht ist<br />

auch ein Problem unserer Nachbarländer“,<br />

hält Dr. Heidemarie Ratsch, Präsidentin der<br />

Tierärztekammer Berlin, fest. Das ist der<br />

Grund für die intensive Kooperation mit<br />

einer international zusammengesetzten<br />

Arbeitsgruppe zum Thema Qualzuchten.<br />

Vor diesem Hintergrund wurde mit<br />

QUEN die Idee umgesetzt, Vollzugshilfen<br />

für Veterinärämter zu entwickeln und diese<br />

als Website öffentlich zugänglich zu<br />

machen. Darüber hinaus finden sich<br />

Rechtsgutachten, einschlägige Urteile, In-<br />

82<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />

formationen zu Tierarten und relevanten<br />

Merkmalen, sowie viele Möglichkeiten<br />

sich zu vernetzen und zu informieren.<br />

Realisierung, Aufbau, Aktualisierung<br />

und Erweiterung der Informationsplattform<br />

erfolgt in Kooperation mit folgenden<br />

Institutionen: Tierärztekammer Berlin,<br />

Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht<br />

(DJGT), Tierschutz-Ombudsstelle<br />

Wien (TOW), Akademie für Tierschutz<br />

des Deutschen Tierschutzbundes, Schweizer<br />

Tierschutz und den Tierschutzbeauftragten<br />

der Bundesländer. Sie wird unterstützt<br />

von vielen weiteren Organisationen,<br />

Verbänden und Organisationen, die<br />

in der Reihenfolge der Förderungszusagen<br />

auf der QUEN-Website veröffentlicht werden.<br />

Das Reden über Probleme schafft Probleme,<br />

das Reden über Lösungen schafft Lösungen<br />

(Steve de Shazer).<br />

Weitere Informationen:<br />

q http://qualzucht-datenbank.eu/<br />

VetRepos – Entwicklung einer Datenbank für Progresstestfragen<br />

Bereits seit 2013 werden im deutschsprachigen<br />

Raum Progresstests für Studierende<br />

der Tiermedizin angeboten, die diesen<br />

als Feedback-Instrument dienen und mit<br />

denen der Wissenszuwachs während des<br />

Studiums dargestellt werden soll. 1 Seit<br />

September 2<strong>02</strong>0 ist zusätzlich ein neues<br />

internationales Kooperationsprojekt gestartet,<br />

dessen Ziel es ist eine Datenbank<br />

mit Progresstestfragen aufzubauen. Es<br />

trägt den Titel „A shared item repository<br />

for progress testing in European veterinary<br />

schools”, kurz VetRepos.<br />

Unter der Leitung der Universität Kopenhagen<br />

wird gemeinsam mit der Universität<br />

Utrecht, der Universität Helsinki,<br />

der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften,<br />

der Norwegischen Universität<br />

für Umwelt und Biowissenschaften<br />

sowie der Stiftung Tierärztliche Hochschule<br />

Hannover (TiHo) eine Datenbank<br />

mit Testfragen aus der Tiermedizin in englischer<br />

Sprache erstellt. Neben den veterinärmedizinischen<br />

Bildungsstätten ist auch<br />

die European Association of Establishments<br />

for Veterinary Education (EAEVE) am<br />

Projekt VetRepos beteiligt.<br />

Gefördert wird das Projekt durch die<br />

Europäische Union im Rahmen des Erasmus+<br />

Programms „Strategic Partnerships<br />

for higher education“ für eine Laufzeit von<br />

drei Jahren.<br />

Ziel dieses Projektes ist es, die Fragen<br />

zu sammeln, ihre Qualität durch ein eigens<br />

entwickeltes Verfahren zu überprüfen<br />

und diese in einer gemeinsamen<br />

Datenbank abzulegen, um daraus abschließend<br />

Progresstests für Studierende<br />

generieren zu können. Die Inhalte der<br />

Datenbank orientieren sich an den in der<br />

EU-Richtlinie 2013/55/EU definierten Themenbereichen<br />

und an den von der EAEVE<br />

geforderten Ersttagskompetenzen.<br />

Das Projekt ist an der TiHo im Zentrum<br />

für E-Learning, Didaktik und Ausbildungsforschung<br />

(ZELDA) angesiedelt. Im Rahmen<br />

des Projektes wird u. a. für Studierende<br />

elektronisches Informationsmaterial<br />

zum Ablauf und Hintergrund der Progresstests<br />

in Form eines YouTube-Tutorials vom<br />

ZELDA zur Verfügung gestellt (siehe Link<br />

bzw. QR-Code).<br />

Auch weiteren veterinärmedizinischen<br />

Bildungsstätten in Europa soll der Zugang<br />

zur Datenbank nach Abschluss des Projekts<br />

ermöglicht werden, sodass das Angebot<br />

an diesen Hochschulen dadurch erweitert<br />

werden kann.<br />

Marie-Therese Knoll<br />

Dr. Elisabeth Schaper<br />

Zentrum für E-Learning, Didaktik und Ausbildungsforschung,<br />

Stiftung Tierärztliche<br />

Hochschule Hannover<br />

Youtube-Video:<br />

https://www.youtube.com/watch?reload=9&app=desktop&v=T-fXxW2_cnY<br />

Oder direkt über den QR-Code:<br />

Youtube-Video „Progress Testing in Veterinary Education”.<br />

1) Herrmann L, Beitz-Radzio C, Bernigau D, Birk S,<br />

Ehlers JP, Pfeiffer-Morhenn B, Preusche I, Tipold<br />

A and Schaper E (2<strong>02</strong>0) Status Quo of Progress<br />

Testing in Veterinary Medical Education and<br />

Lessons Learned. Front. Vet. Sci. 7:559. doi:<br />

10.3389/fvets.2<strong>02</strong>0.00559<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 83


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen und Friedrich-Loeffler-Institut kooperieren<br />

Welche Gefahr Zoonosen bedeuten – also<br />

Infektionen, die vom Tier auf den Menschen<br />

übergehen können –, führt uns die<br />

Coronaviruspandemie nachdrücklich vor<br />

Augen. Um die Forschungen in diesem Bereich<br />

deutlich zu verstärken, haben die<br />

Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und<br />

das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut<br />

für Tiergesundheit, FLI) im<br />

August 2<strong>02</strong>1 eine Kooperationsvereinbarung<br />

unterzeichnet. Im Rahmen der Zusammenarbeit<br />

planen der Fachbereich Veterinärmedizin<br />

der JLU und das FLI auch<br />

die gemeinsame Berufung einer Professur<br />

für Internationale Tiergesundheit/One<br />

Health.<br />

Die Infektionsmedizin spielt an der JLU<br />

(unter anderem in Zusammenarbeit mit<br />

der Philips-Universität Marburg, der Technischen<br />

Hochschule Mittelhessen, dem<br />

Paul-Ehrlich-Institut in Langen und der<br />

Goethe Universität Frankfurt) eine große<br />

Rolle, etwa im LOEWE-Schwerpunkt DRUID,<br />

der sich der Erforschung von vernachlässigten<br />

Tropenkrankheiten widmet. Bei<br />

diesen und weiteren armutsassoziierten<br />

sowie vernachlässigten Infektionskrankheiten<br />

fehlen Impfstoffe, und Therapiemöglichkeiten<br />

sind entweder nicht vorhanden<br />

oder so limitiert, dass eine Resistenzentwicklung<br />

gegen die wenigen<br />

verfügbaren Medikamente nach Ansicht<br />

von Expertinnen und Experten nur eine<br />

Frage der Zeit ist.<br />

„Die Auswirkungen der plötzlichen<br />

Ausbreitung von Infektionskrankheiten,<br />

auf die wir nicht vorbereitet sind, können<br />

fatal sein“, erklärte Prof. Dr. Dr. h.c. Martin<br />

Kramer (zu diesem Zeitpunkt noch Dekan<br />

des Fachbereichs Veterinärmedizin). Für<br />

den Fachbereich Veterinärmedizin und das<br />

FLI ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte.<br />

„Dies gilt besonders für den One<br />

Health Ansatz, d. h. der ganzheitlichen Betrachtung<br />

der Gesundheit von Mensch, Tier<br />

und Umwelt“, ergänzt Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas<br />

C. Mettenleiter, der Präsident des FLI.<br />

Die gemeinsamen Forschungen sollen<br />

dazu dienen, die Ursprünge von zoonotischen<br />

Infektionen besser zu verstehen und<br />

wirksame Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.<br />

Quelle: Pressemitteilung der Justus-<br />

Liebig-Universität vom 27.08.2<strong>02</strong>1<br />

Jetzt als App – die StIKo Vet ist im digitalen Zeitalter angekommen<br />

Seit dem 01.07.2<strong>02</strong>1 gibt es eine StIKo-Vet-<br />

App für mobile Endgeräte. Die App soll den<br />

Zugang zu den Impfempfehlungen und<br />

Stellungnahmen der StIKo Vet erleichtern.<br />

Die Anwendung wurde so intuitiv wie<br />

möglich gestaltet. Es gibt drei wesentliche<br />

Bereiche:<br />

• In der „Impftabelle“ sind die Impfampeln,<br />

so wie sie in den jüngeren Leitlinien<br />

abgebildet sind, samt den dazugehörigen<br />

Impfempfehlungen<br />

zusammengefasst.<br />

• Im Bereich „Stellungnahmen“ finden<br />

sich die aktuelleren StIKo Vet Stellungnahmen<br />

als pdf jeweils mit einem kurzen,<br />

zusammenfassenden Text.<br />

• Im Bereich „Leitlinien“ sind alle Leitlinien<br />

als pdf-Dokumente enthalten.<br />

Für den schnellen Blick auf dem Handy<br />

bietet sich die Impftabelle an. Der Text ist<br />

im HTML-Format geschrieben und passt<br />

sich automatisch an die Bildschirmgröße<br />

an. Die pdf-Dokumente sind eher etwas<br />

für größere Bildschirme, z. B. für ein Tablet.<br />

Die Leitlinien vermitteln vor allem allgemeines<br />

Basiswissen und können ggf.<br />

auch im Gespräch mit dem Patientenbesitzer<br />

oder Betriebsleiter eine Argumentationshilfe<br />

darstellen. Die Stellungnahmen<br />

sind als Ausarbeitungen zu speziellen<br />

Themen eher für das Selbststudium gedacht.<br />

Mittels Suchfunktion kann nach<br />

entsprechenden Schlagworten und Dokumenten<br />

gesucht werden. Die Inhalte werden<br />

automatisch auf dem Endgerät aktualisiert,<br />

und man kann sich mittels<br />

Pushnachrichten über Aktuelles informieren<br />

lassen. Mit Hilfe eines Kontaktformulars<br />

können Anfragen direkt an die Geschäftsstelle<br />

gerichtet werden. Die<br />

pdf-Dokumente werden auf dem Endgerät<br />

gespeichert, sodass die Anwendung<br />

auch unter „Feldbedingungen“, d. h. in<br />

Gegenden mit schlechter Netzabdeckung<br />

funktionieren kann.<br />

Die Anwendung steht im Apple Store<br />

sowie im Google Playstore unter „StIKo<br />

Vet“ zum kostenlosen Download zur Verfügung.<br />

Feedback ist sehr erwünscht. Kleinere<br />

Probleme sollen schnell behoben werden.<br />

Allgemeine Anregungen sollen dazu<br />

genutzt werden, die Anwendung in den<br />

kommenden Jahren weiterzuentwickeln.<br />

Quelle: Pressemitteilung der StIKo Vet<br />

vom 30.06.2<strong>02</strong>1<br />

84<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1


PUBLIKATIONEN<br />

Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag<br />

Die folgenden aktuellen Tagungsbände und Publikationen sind in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle erhältlich:<br />

Tagung der Fachgruppe „Parasitologie<br />

und parasitäre Krankheiten“<br />

Online, 28. – 30.06.2<strong>02</strong>1, 20,00 Euro<br />

61. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes<br />

„Lebensmittelsicherheit und<br />

Verbraucherschutz“<br />

Garmisch-Partenkirchen und online,<br />

28. –30.09.2<strong>02</strong>1, 30,00 Euro<br />

100. Fachgespräch über<br />

Geflügelkrankheiten<br />

Hannover und online,<br />

01. – <strong>02</strong>.07.2<strong>02</strong>1, 10,00 Euro<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2<strong>02</strong>1<br />

Berlin + digital, 18. –20.11.2<strong>02</strong>1, erhältlich<br />

sind Kongressbände zu allen Tagungen,<br />

u. a. Kleintiere, Pferde, Rinder, Bienen etc.,<br />

sehen Sie dazu die Angaben im Web-Shop<br />

(Link siehe unten)<br />

Tagung der Fachgruppe „Krankheiten<br />

kleiner Wiederkäuer“<br />

Online, 25. – 26.08.2<strong>02</strong>1, 15,00 Euro<br />

101. Fachgespräch über<br />

Geflügelkrankheiten<br />

Hannover und online,<br />

04.-05.11.2<strong>02</strong>1, 10,00 Euro<br />

39. Tagung der Fachgruppe AVID –<br />

Virologie<br />

Online, 14. – 15.09.2<strong>02</strong>1, 10,00 Euro<br />

Die Preise verstehen sich jeweils zzgl. Verpackung und Versand<br />

(bei Versand innerhalb Deutschlands: 1 bis 3 Artikel: 3,00 Euro, ab 4 Artikel 5,50 Euro).<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt auf alle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag (excl. Blauer Hund)!<br />

Die Liste mit den Publikationen der <strong>DVG</strong> finden Sie aus Platzgründen online unter:<br />

www.dvg.de q Verlag/Shop q Bücher-Bestell-Liste<br />

<strong>DVG</strong>-Forum <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>1 85


TAGUNGSKALENDER 2<strong>02</strong>2<br />

Tagungen 2<strong>02</strong>2 (Aufgrund der Coronavirus-Pandemie können sich Termine verschieben oder abgesagt werden.<br />

Aktuelle Informationen finden Sie unter: www.dvg.de)<br />

Titel der Tagung Fachgruppe/Arbeitskreis Datum Ort<br />

DGT-Weiterbildungsreihe für TFA 2<strong>02</strong>2 FG DGT-<strong>DVG</strong> 22.01.2<strong>02</strong>2 – 20.11.2<strong>02</strong>2 Neufahrn/Ndby.<br />

30. Jahrestagung der FG InnLab FG InnLab 28. – 29.01.2<strong>02</strong>2 online<br />

Tagung der FG Physiologie und Biochemie<br />

55. Jahrestagung Physiologie und Pathologie der<br />

Fortpflanzung, gleichzeitig 47. Veterinär-Humanmedizinische<br />

Gemeinschaftstagung<br />

65. Jahrestagung und 27. Schnittseminar<br />

der FG Pathologie<br />

Tagung der AG Eutergesundheit<br />

Tierschutztagung 2<strong>02</strong>2<br />

Thema: Wird Tierschutz dem Geschlecht gerecht?<br />

Zum Umgang mit weiblichen und männlichen Tieren<br />

Augsburger Thementage Kleinsäuger<br />

Neurologie bei Kleinsäugern von A bis Z<br />

FG Physiologie und<br />

Biochemie<br />

FG Reproduktionsmedizin,<br />

DGRM<br />

20. – 22.<strong>02</strong>.2<strong>02</strong>2 Gießen<br />

<strong>02</strong>. – 04.03.2<strong>02</strong>2 online<br />

FG Pathologie 04. – 06.03.2<strong>02</strong>2 Fulda und online<br />

AG Eutergesundheit<br />

der FG Milchygiene<br />

14. – 15.03.2<strong>02</strong>2 Schwäbisch Gmünd<br />

FG Tierschutz 23. – 25.03.2<strong>02</strong>2 online<br />

AG Kleinsäuger<br />

der DGK-<strong>DVG</strong><br />

25. – 27.03.2<strong>02</strong>2 Augsburg<br />

Kölner Thementage Patient Katze<br />

Die multimorbide Katze<br />

AG Katzenmedizin<br />

der DGK-<strong>DVG</strong><br />

23. – 24.04.2<strong>02</strong>2 Köln<br />

Erfurter Thementage Kleintier<br />

Urologie bei Hund und Katze<br />

DGK-<strong>DVG</strong> 13. – 15.05.2<strong>02</strong>2 Erfurt<br />

Tagung der FG Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten<br />

FG Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten<br />

23. – 25.05.2<strong>02</strong>2 Berlin<br />

1<strong>02</strong>. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 26. – 27.05.2<strong>02</strong>2 Hannover<br />

DACh-Epidemiologietagung<br />

FG Epidemiologie und<br />

Dokumentation<br />

31.08. – <strong>02</strong>.09.2<strong>02</strong>2 Oldenburg<br />

9. Nordrhein-Westfälischer Tierärztetag <strong>DVG</strong>, Tierärztekammern<br />

Westfalen-Lippe &<br />

Nordrhein<br />

09. – 11.09.2<strong>02</strong>2 Dortmund<br />

40. Jahrestagung der FG AVID –<br />

Schwerpunkt Bakteriologie<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress (u. a. Kleintiere, Pferde, Rinder,<br />

Bienen, Lasermedizin, Tierernährung, Verhaltensmedizin,<br />

Naturheilverfahren/Regulationsmedizin)<br />

FG AVID 14. – 16.09.2<strong>02</strong>2 Kloster Banz<br />

<strong>DVG</strong> 13. – 15.10.2<strong>02</strong>2 Berlin<br />

62. Arbeitstagung des <strong>DVG</strong>-Arbeitsgebietes<br />

Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz<br />

AG Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz<br />

25. – 28.10.2<strong>02</strong>2 Garmisch-<br />

Partenkirchen<br />

103. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 03. – 04.11.2<strong>02</strong>2 Hannover<br />

54. Internationale Tagung Angewandte Ethologie FG Ethologie und<br />

Tierhaltung<br />

24. – 26.11.2<strong>02</strong>2 Freiburg i. Br.<br />

86 <strong>DVG</strong>-Forum 01/2<strong>02</strong>1<br />

Änderungen vorbehalten


Anmeldung<br />

Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft e.V. Mit der Speicherung und Verarbeitung meiner unten genannten<br />

Daten bin ich einverstanden.<br />

Titel & Name …………..……………………..………………………………………………<br />

Vorname ………………………………………………………………………………………<br />

geb. am ……………………………………………………………………………………….<br />

Straße …………………………………………………………………………………………<br />

PLZ ……………………………Ort …………………………………………………….…….<br />

Tel. priv. …..…………………………………………………………………………………..<br />

Anschrift:<br />

An der Alten Post 2<br />

D-35390 Gießen<br />

Kontakt:<br />

Telefon:<br />

+49 (0) 6 41 / 98 44 46 0<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Internet: www.dvg.de<br />

Bankverbindung:<br />

Volksbank Mittelhessen eG<br />

IBAN:<br />

DE 08 5139 0000 0006 9549 28<br />

BIC:<br />

VBMHDE5F<br />

Tel. dienstl. ……………………………………………………………………………………<br />

E-Mail ………………………………………………………………………………………….<br />

Für die Überweisung des Jahresbeitrags von:<br />

€ 120,- (Vollmitglieder) € 25,- (Studierende, DoktorandInnen) oder<br />

€ 30,- (TierärztInnen in Elternzeit, arbeitslose TierärztInnen)<br />

erteile ich der <strong>DVG</strong> e.V. ein SEPA-Lastschriftmandat von meinem Konto<br />

(siehe Seite 2). Bei ermäßigten Beiträgen bitte Nachweis beifügen!<br />

Ich überweise den Mitgliedsbeitrag auf das Konto der Volksbank Mittelhessen<br />

eG, IBAN DE 08 5139 0000 0006 9549 28, BIC: VBMHDE5F.<br />

Kleintierpraxis – das Journal der DGK-<strong>DVG</strong> – möchte ich abonnieren.<br />

Als Neumitglied erhalte ich die Zeitschrift im 1. Bezugsjahr kostenfrei, sofern bislang<br />

noch kein Abonnement bestanden hat. Danach (und wenn schon ein<br />

Abonnement besteht) erhalte ich 25 % Rabatt auf den zu diesem Zeitpunkt<br />

geltenden Abopreis, der jährlich durch die Schlütersche Fachmedien GmbH<br />

(Hannover) erhoben wird. Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem<br />

Zweck an die Schlütersche Fachmedien GmbH weitergegeben werden. Bei<br />

Austritt aus der <strong>DVG</strong> endet das Abo nicht automatisch, sondern muss separat bei<br />

der Schlüterschen Fachmedien GmbH gekündigt werden.<br />

Tierärztliche Praxis – das Journal der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen InnLab, Pathologie,<br />

Anästhesie, kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel, Bienen sowie Zier-, Zoound<br />

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische, möchte ich abonnieren. Als<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglied erhalte ich die Tierärztliche Praxis mit 30 % Rabatt.<br />

Ausgabe K Ausgabe G Ausgabe K + G<br />

Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck an den Georg Thieme<br />

Verlag KG (Stuttgart) weitergegeben werden. Bei Austritt aus der <strong>DVG</strong> endet das<br />

Abo nicht automatisch, sondern muss separat beim Georg Thieme Verlag KG<br />

gekündigt werden.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum<br />

Ich erhalte das <strong>DVG</strong>-Forum, die Mitgliederzeitschrift der <strong>DVG</strong>, 2x pro Jahr als digitale<br />

Ausgabe per Download-Link an meine oben genannte E-Mail-Adresse.<br />

Statt der digitalen Ausgabe möchte ich das <strong>DVG</strong>-Forum per Post erhalten.<br />

Ort und Datum: ……………………………………………………………………………….<br />

Rechtsverbindl. Unterschrift: ………………………………………………………….…….<br />

Bitte schicken an: <strong>DVG</strong> e.V., An der Alten Post 2, 35390 Gießen, info@dvg.de


Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.<br />

SEPA-Lastschriftmandat<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir die Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> widerruflich, die von mir/uns zu entrichtenden<br />

Zahlung(en) des Mitgliedsbeitrages für die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. bei<br />

Fälligkeit zu Lasten meines/unseres Bankkontos einzuziehen:<br />

<br />

Anschrift:<br />

<strong>DVG</strong> e.V.<br />

An der Alten Post 2<br />

35390 Gießen<br />

Kontakt:<br />

Telefon: +49 (0) 6 41/98 44 46 0<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

www.dvg.de<br />

Name & Vorname des <strong>DVG</strong>-Mitglieds: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Bankverbindung:<br />

Volksbank Mittelhessen eG<br />

IBAN DE 08 513 900 000 006 954 928<br />

BIC VBMHDE5F<br />

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Fax: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

E-Mail: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Name & Vorname des Kontoinhabers: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

PLZ: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Name der Bank: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

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Ort & Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Rechtsverbindl. Unterschrift: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des<br />

belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.<br />

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