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„Mein kleiner Bruder ist todkrank“ „Studien an Kindern sind Studien ...

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sonne<br />

DIE ZEITSCHRIF T DER KINDER-KREBS -HILFE _w w w.kinderkrebshilfe.at 1/08<br />

<strong>„Mein</strong> <strong>kleiner</strong> <strong>Bruder</strong> <strong>ist</strong> <strong>todkr<strong>an</strong>k“</strong><br />

Die Trauer der Geschw<strong>ist</strong>er<br />

<strong>„<strong>Studien</strong></strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> <strong>sind</strong> <strong>Studien</strong> für Kinder“<br />

Warum es nicht reicht, Medikamente <strong>an</strong> Erwachsenen zu testen<br />

Neue Erfahrungen und Träume im Gepäck<br />

Hilfe zur Selbsthilfe


Kinder - Krebs - Hilfe<br />

www.kinderkrebshilfe.at<br />

Editorial<br />

sonne<br />

Das Redaktionsteam (v.l.n.r.): Anita Kienesberger,<br />

Otto Havelka, Monika Vali, Monika Kehrer<br />

Liebe Leserin, lieber Leser!<br />

Verstirbt ein Kind <strong>an</strong> Krebs, <strong>sind</strong> Eltern<br />

vor Schmerz und Trauer me<strong>ist</strong> wie gelähmt<br />

und fühlen sich oft nicht in der Lage, den<br />

Bedürfnissen ihrer <strong>an</strong>deren Kinder gerecht<br />

zu werden. Diese fühlen sich oft einsam,<br />

emotional vernachlässigt, ungeliebt, unbeachtet,<br />

überflüssig und in ihrer Trauer nur<br />

wenig beachtet. Das macht sie zu „Schattenkindern“,<br />

die sich ausgerechnet von den<br />

Menschen im Stich gelassen fühlen, die<br />

ihnen am nächsten stehen und die sie am<br />

dringendsten brauchen: den Eltern.<br />

Mit der Trauer von <strong>Kindern</strong>, die ihre<br />

Schwester oder ihren <strong>Bruder</strong> durch eine<br />

Krebserkr<strong>an</strong>kung verloren haben, beschäftigt<br />

sich die Dipl.-Sozialpädagogin und<br />

Pädagogische Fachreferentin Margit Fr<strong>an</strong>z<br />

im Hauptartikel dieses Heftes.<br />

Eindringlich beschreibt sie darin die<br />

Notwendigkeit einer begleiteten und einfühlsamen<br />

Trauerarbeit für Geschw<strong>ist</strong>er<br />

von <strong>an</strong> Krebs verstorbenen <strong>Kindern</strong>, damit<br />

sie diese krisenhafte Lebenssituation unbeschadet<br />

überstehen. Dafür gibt Margit<br />

Fr<strong>an</strong>z Eltern und Bezugspersonen konkrete<br />

Ratschläge.<br />

Im Jänner 2007 trat die europäische Verordnung<br />

für Kinderarzneimittel in Kraft. Sie<br />

schreibt unter <strong>an</strong>derem vor, dass Medikamente,<br />

bevor sie zugelassen werden, auch<br />

<strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> überprüft werden müssen. Über<br />

Vorteile, Schwierigkeiten und Zukunftsaussichten<br />

bezüglich <strong>Studien</strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> lesen<br />

Sie auf den Seiten 10 und 11.<br />

Seit September 2007 absolviert die<br />

ukrainische Oberärztin Li<strong>an</strong>a Nykytenko<br />

ein Fortbildungsprogramm im St. Anna<br />

Kinderspital in Wien. Mit der SONNE<br />

sprach sie über den Alltag auf ihrer Kinderkrebsstation<br />

in der Ukraine und ihre<br />

Eindrücke und Erfahrungen in Österreich<br />

(Seite 8 bis 9).<br />

Die Redaktion<br />

2 1/08<br />

Inhalt<br />

Leben & Familie<br />

<strong>„Mein</strong> <strong>kleiner</strong> <strong>Bruder</strong> <strong>ist</strong> <strong>todkr<strong>an</strong>k“</strong> 3<br />

Die Trauer der Geschw<strong>ist</strong>er<br />

International<br />

Neue Erfahrungen und Träume im Gepäck 8<br />

Hilfe zur Selbsthilfe<br />

Gemeinsam gegen Krebs bei <strong>Kindern</strong> 9<br />

15. Februar – Internationaler Kinderkrebstag<br />

Politik<br />

<strong>„<strong>Studien</strong></strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> <strong>sind</strong> <strong>Studien</strong> für Kinder“ 10<br />

Warum es nicht reicht, Medikamente <strong>an</strong> Erwachsenen zu testen<br />

Platz 1 bei Gesundheitspreis 11<br />

Intern<br />

Nachsorge-Projekte 12<br />

Der neue Folder 2008 <strong>ist</strong> da!<br />

Survivors-Treff 12<br />

Erfolgversprechendes Konzept für neuen Stammtisch in Wien<br />

„Ins normale Leben zurückkehren“ 13<br />

Kinder-Krebs-Hilfe Salzburg begeht 20-jähriges Jubiläum<br />

Eigenes Spezial-Gebäck für Kinder-Krebs-Hilfe 13<br />

Porträt<br />

Marketing für krebskr<strong>an</strong>ke Kinder 14<br />

Geoff Thaxter, Vorsitzender der ICCCPO<br />

Kultur & Freizeit 15<br />

Aktion & Engagement 17<br />

Spendentelegramm 21<br />

Informationen & Termine 23<br />

Nachsorge-Projekte der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe 24<br />

Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe_1090 Wien, Borschkegasse 1/7, Tel.: 01/402 88 99, Fax 01/402 88 99-10,<br />

dachverb<strong>an</strong>d@kinderkrebshilfe.at, Spendenkonto: PSK, Kto. Nr.: 7 631 111, BLZ 60000.<br />

Kinder-Krebs-Hilfe für Wien, Niederösterreich und Burgenl<strong>an</strong>d – Elterninitiative St. Anna Kinderspital,<br />

AKH-Kinderklinik_1090 Wien, Kinderspitalgasse 7, Tel.: 01/408 50 90, Fax: 01/409 95 25, elterninitiative@kinderkrebshilfe.at,<br />

Spendenkonto: PSK, Kto. Nr.: 7 260 410, BLZ 60000.<br />

Oberösterreichische Kinder-Krebs-Hilfe_4020 Linz, Kinderspitalstraße 1, Tel.: 0732/60 00 99, Fax: 0732/60 00 69,<br />

ooe.kinder-krebs-hilfe@aon.at, Spendenkonto: Raiffeisen L<strong>an</strong>desb<strong>an</strong>k OÖ, Kto. Nr.: 1 094 069, BLZ 34000.<br />

Salzburger Kinder-Krebs-Hilfe_5020 Salzburg, L.v. Keutschachstraße 4, Tel.: 0662/43 19 17, Fax: 0662/42 11 48,<br />

office@kinderkrebshilfe.com, Spendenkonto: Salzburger Sparkasse, Kto. Nr.: 2 444, BLZ 20404.<br />

Kinder-Krebs-Hilfe für Tirol und Vorarlberg_6020 Innsbruck, Schmerlingstraße 6, Tel.: 0512/57 10 85, Fax: 0512/58 66 06,<br />

kinderkrebshilfe-tirol@ut<strong>an</strong>et.at, Spendenkonto: Hypo B<strong>an</strong>k Innsbruck, Kto. Nr.: 210 080 701, BLZ 57000.<br />

Steirische Kinder-Krebs-Hilfe_8047 Graz, Dr. H<strong>an</strong>ischweg 4, Familienzentrum, Tel.: 0316/30 21 42, Fax: 0316/30 46 07,<br />

stkkh@aon.at, Spendenkonto: Steir. Raiffeisenb<strong>an</strong>k Graz, Kto. Nr.: 4 426 300, BLZ 38000.<br />

Kärntner Kinder-Krebs-Hilfe_9020 Klagenfurt, Lastenstraße 34H, Tel. & Fax: 0463/33 90 90, kkkh@aon.at,<br />

Spendenkonto: Kärntner Sparkasse, Kto. Nr.: 5 000 034 800, BLZ 20706.


<strong>„Mein</strong> <strong>kleiner</strong> <strong>Bruder</strong> <strong>ist</strong> <strong>todkr<strong>an</strong>k“</strong><br />

Die Trauer der Geschw<strong>ist</strong>er. Von Margit Fr<strong>an</strong>z*<br />

Die Diagnose, dass eines ihrer Kinder<br />

lebensbedrohlich erkr<strong>an</strong>kt <strong>ist</strong>, verändert<br />

schlagartig das Leben der g<strong>an</strong>zen<br />

Familie. Die Ungewissheit, das unentwegte<br />

B<strong>an</strong>gen und <strong>an</strong>gstvolle Hoffen,<br />

Schuldgefühle, unbeschreibliche<br />

Ohnmacht und Wut, Schmerz, Trauer,<br />

tiefste Verzweiflung, Ausgeliefertsein,<br />

Erschöpfung, zu alledem der familiäre<br />

Alltag, die beruflichen Verpflichtungen<br />

und schulischen Anforderungen der<br />

Kinder. Alles das muss irgendwie bewältigt<br />

werden, nicht nur von den Eltern,<br />

auch von den Geschw<strong>ist</strong>ern des<br />

erkr<strong>an</strong>kten Kindes.<br />

Verstirbt das Kind, bricht eine Welt<br />

zusammen. Grenzerfahrungen einer<br />

Familie, die unbedingt einer unterstützenden<br />

Begleitung auf verschiedenen<br />

Ebenen bedarf.<br />

Eltern erleben den Tod ihres Kindes<br />

Der Tod des eigenen Kindes <strong>ist</strong> für Eltern<br />

der schrecklichste aller Verluste. Die Trauer<br />

um ein verstorbenes Kind <strong>ist</strong> ein fortwährender,<br />

lebensl<strong>an</strong>ger Prozess. Die Trauer<br />

hört niemals auf, sie w<strong>an</strong>delt sich und <strong>ist</strong><br />

letztlich der Versuch, mit der Trauer um das<br />

tote Kind zu leben, dessen Tod eine tiefe<br />

Lücke im Familiengefüge hinterlässt.<br />

*) Margit Fr<strong>an</strong>z, Dipl.-Sozialpädagogin,<br />

Pädagogische Fachreferentin, Autorin,<br />

Herausgeberin „Die Kindergartenzeitschrift“<br />

www.kitakonzept.de<br />

Die noch lebenden Geschw<strong>ist</strong>er <strong>sind</strong> für<br />

verwa<strong>ist</strong>e Eltern zunächst kein wirklicher<br />

Trost. Im familiären Trauerchaos werden sie<br />

me<strong>ist</strong> nicht ausreichend wahrgenommen.<br />

Die Kinder fühlen sich einsam, emotional<br />

vernachlässigt, ungeliebt, unbeachtet,<br />

überflüssig, alleine gelassen und in ihrer<br />

Trauer nur wenig beachtet. Es macht sie zu<br />

„Schattenkindern“, die ausgerechnet von<br />

den Menschen im Stich gelassen werden,<br />

die ihnen am nächsten stehen und die sie<br />

am dringendsten brauchten, um die Krise<br />

zu bewältigen: den Eltern.<br />

Kinder erleben den Tod eines<br />

Geschw<strong>ist</strong>ers<br />

Wenn Kinder erfahren, dass der <strong>Bruder</strong><br />

oder die Schwester unheilbar erkr<strong>an</strong>kt <strong>ist</strong>,<br />

und deren Tod erleben, so <strong>ist</strong> es ein Verlust,<br />

der auf dreierlei Ebenen schmerzt. Er geht<br />

mit dem Verlust des Geschw<strong>ist</strong>ers und damit<br />

einer Beziehung einher, die ja eine g<strong>an</strong>z<br />

besondere und einmalige Bindung <strong>ist</strong>. Das<br />

Kind verliert einen Freund, Spielkameraden,<br />

aber auch einen geschw<strong>ist</strong>erlichen Rivalen.<br />

Gleichzeitig müssen die Kinder den Verlust<br />

der Eltern ertragen, die in ihrer Trauer um<br />

das verstorbene Kind me<strong>ist</strong> unerreichbar<br />

für sie <strong>sind</strong>. Zudem bricht die vertraute,<br />

familiäre Welt mit allen ihren Ritualen,<br />

Rollen und Strukturen ausein<strong>an</strong>der – das<br />

Leben gerät gänzlich aus den Fugen.<br />

Verwa<strong>ist</strong>e Eltern <strong>sind</strong> oft nicht in der Lage,<br />

den (Trauer-) Bedürfnissen ihrer Kinder<br />

gerecht zu werden. Sie benötigen nicht<br />

nur für sich selbst, auch für ihre Kinder<br />

begleitende Hilfe und Unterstützung, beispielsweise<br />

eine familienbegleitende Trauerbegleitung<br />

ambul<strong>an</strong>ter Hospizdienste,<br />

Selbsthilfegruppen, seelsorgerische oder<br />

therapeutische Unterstützung, aber auch<br />

vorübergehende Familienhilfe über das<br />

zuständige Jugendamt, um den Alltag zu<br />

bewältigen.<br />

Die Zeit mit dem sterbenskr<strong>an</strong>ken Kind<br />

War das verstorbene Kind über einen<br />

längeren Zeitraum unheilbar erkr<strong>an</strong>kt, so<br />

brauchte es die g<strong>an</strong>ze Aufmerksamkeit<br />

und Fürsorge der Eltern. Abwechselnd<br />

verbringen die Eltern jede freie Minute im<br />

Kr<strong>an</strong>kenhaus oder Hospiz, um bei ihrem<br />

Kind zu sein. Die Geschw<strong>ist</strong>erkinder erfahren<br />

häufig, dass sie ständig Rücksicht nehmen,<br />

vernünftig sein und funktionieren, vielleicht<br />

auch D<strong>an</strong>kbarkeit empfinden müssen, dass<br />

sie gesund <strong>sind</strong> und somit nicht unter der<br />

schlimmen Kr<strong>an</strong>kheit zu leiden haben. Nicht<br />

selten wünscht sich das gesunde Kind auch<br />

kr<strong>an</strong>k zu werden, um ebensoviel liebevolle<br />

Aufmerksamkeit von seinen Eltern zu<br />

bekommen. Psychosomatische Störungen<br />

1/08 3<br />

sonne<br />

Leben & Familie


Leben & Familie<br />

sonne<br />

(z.B. Hautausschläge, Asthma), regressive<br />

(z.B. Einnässen, Einkoten) oder auffällige<br />

Verhaltensweisen (z.B. Zerstörungswut)<br />

können ein Hilferuf sein, um das „Privileg<br />

der Zuwendung“ auf sich zu lenken.<br />

Die Zeit nach dem Tod eines Kindes<br />

Stirbt ein Kind nach l<strong>an</strong>ger Kr<strong>an</strong>kheit,<br />

reagieren die Geschw<strong>ist</strong>er me<strong>ist</strong> mit großer<br />

Bestürzung. Kleinere Kinder plagt der Ged<strong>an</strong>ke:<br />

„Muss ich auch sterben, wenn ich<br />

kr<strong>an</strong>k bin?“ Hinzu mischen sich oftmals<br />

Gewissenskonflikte und Schuldgefühle.<br />

Nicht selten wünschen Kinder ihren sterbenskr<strong>an</strong>ken<br />

Geschw<strong>ist</strong>ern heimlich den<br />

Tod, weil sie immer wieder die kränkende<br />

Erfahrung machen mussten, nicht nur auf<br />

die Zuwendung ihrer Eltern sondern auch<br />

auf vieles <strong>an</strong>dere verzichten zu müssen.<br />

Hinter dem Todeswunsch verbirgt sich der<br />

Wunsch, endlich wieder zu dem vertrauten,<br />

früheren Leben zurückzukehren.<br />

Die Hoffnung der Kinder, dass nach dem<br />

Tod des Geschw<strong>ist</strong>ers endlich alles wieder<br />

so sein wird, wie es war, zerplatzt wie eine<br />

Seifenblase. Die Realität holt die Kinder<br />

schnell ein. Sie erleben die tiefe Trauer der<br />

Eltern und Familien<strong>an</strong>gehörigen. Die Illusion,<br />

die Eltern hätten d<strong>an</strong>n wieder Zeit für sie,<br />

nachdem der/die DauerpatientIn, um den<br />

sich alles drehte, der verwöhnt wurde und<br />

so m<strong>an</strong>che „Sonderbeh<strong>an</strong>dlung“ bekam,<br />

nun nicht mehr da <strong>ist</strong>, zerschlägt sich.<br />

Das Kind quält sich mit dem Ged<strong>an</strong>ken,<br />

ob es sich auch ausreichend und liebevoll<br />

genug um das Geschw<strong>ist</strong>er gekümmert<br />

oder es gar im Stich gelassen habe.<br />

4 1/08<br />

Überlebensschuld<br />

„Warum musste mein <strong>Bruder</strong> sterben?“<br />

Nicht selten haben die Kinder ein schlechtes<br />

Gewissen, weil sie leben, während das<br />

Geschw<strong>ist</strong>er leiden und sterben musste.<br />

Das Gefühl, „zu Unrecht auf der Welt zu<br />

sein“, wird verstärkt, wenn die Eltern die<br />

Fürsorge ihrer lebenden Kinder allzu sehr<br />

vernachlässigen. Die Kinder stellen die Liebe<br />

der Eltern in Frage: „Wäre es Mama lieber<br />

gewesen, wenn ich gestorben wäre?“<br />

Der Wunsch selbst sterben zu wollen<br />

In besonders gravierenden Fällen entwickeln<br />

Kinder den Wunsch sterben zu wollen,<br />

um sich der g<strong>an</strong>zen Liebe ihrer Eltern sicher<br />

sein zu können. In ihrer F<strong>an</strong>tasie malen<br />

sie sich oft bis ins kleinste Detail aus, wie<br />

bestürzt und betroffen Mama und Papa<br />

wären, wenn sie feststellen müssten, dass<br />

auch sie tot wären. Ihre Ged<strong>an</strong>ken haben<br />

dabei oft einen strafenden Charakter:<br />

„Das würde Mama recht geschehen ...!“<br />

oder „Das haben sie d<strong>an</strong>n davon!“ Die<br />

als Ungerechtigkeit erlebte „Bestrafung“<br />

durch Nichtbeachtung oder Schweigen der<br />

Eltern wird vom Kind verkehrt, indem es<br />

nun seine Eltern – wenn auch nur ged<strong>an</strong>klich<br />

– „bestraft“.<br />

M<strong>an</strong>che Kinder neigen zu besonders<br />

waghalsigen Unternehmungen (z.B. „Mutproben“,<br />

wie auf Bahngleisen oder Brückengeländern<br />

bal<strong>an</strong>cieren), um durch<br />

die Provokation die Aufmerksamkeit der<br />

Erwachsenen auf sich zu lenken. Besteht<br />

der dringende Verdacht, dass ein Kind<br />

(heimlich) Suizidged<strong>an</strong>ken hegt, <strong>ist</strong> dieser<br />

unbedingt ernst zu nehmen und äußerste<br />

Aufmerksamkeit geboten. In solchen<br />

Fällen muss unverzüglich professionelle<br />

bzw. therapeutische Hilfe eingeschaltet<br />

werden. Alle beschriebenen Verhaltensweisen<br />

<strong>sind</strong> letztlich mehr oder weniger<br />

starke „SOS-Rufe“.<br />

Idealisierung des verstorbenen<br />

Geschw<strong>ist</strong>ers<br />

Unbewusst neigen Eltern dazu, ihr verstorbenes<br />

Kind zu idealisieren, zu verherrlichen<br />

oder auf ein „Podest zu stellen“ – eine<br />

(unbewusste) Vari<strong>an</strong>te des Festhaltens:<br />

„Steffi war unser g<strong>an</strong>zer Sonnenschein!“<br />

oder „Mario konnte einfach alles – es gab<br />

nichts, was Mario nicht konnte.“ Derartige<br />

Aussagen gegenüber Geschw<strong>ist</strong>ern können<br />

auch eine vorwurfsvolle Komponente haben:<br />

„Steffi hat sich nie beklagt, so schlecht es<br />

ihr auch ging!“ oder „Habt ihr vielleicht<br />

schon einmal darüber nachgedacht, was<br />

Mario alles ertragen musste ...!?“<br />

Durch solche Botschaften fühlen sich die<br />

Kinder in ihrem Selbstwertgefühl erheblich<br />

verletzt und gekränkt. Drehte sich während<br />

der Kr<strong>an</strong>kheitsphase alles um das sterbenskr<strong>an</strong>ke<br />

Geschw<strong>ist</strong>er, steht es nun wieder im<br />

Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit.<br />

Eine derartige Situation <strong>ist</strong> für die Kinder<br />

nur schwer auszuhalten und k<strong>an</strong>n letztlich<br />

zu einer ernsthaften Gefährdung ihrer<br />

Gesundheit führen.<br />

Geschw<strong>ist</strong>erersatz<br />

M<strong>an</strong>che Geschw<strong>ist</strong>er können es nicht<br />

ertragen, ihre eigenen Eltern derart traurig<br />

und leidend zu sehen. Sie lösen ihren inneren<br />

Konflikt, indem sie unbewusst in die<br />

Rolle des verstorbenen Kindes schlüpfen,<br />

um ihre Eltern zu trösten. Sie bieten sich<br />

als Ersatzkind <strong>an</strong>, ahmen das Verhalten<br />

des verstorbenen Geschw<strong>ist</strong>ers nach,<br />

übernehmen dieselben Aufgaben, bilden<br />

die gleichen Interessen und Fähigkeiten<br />

heraus. Das Kind entwickelt sich in eine<br />

Richtung, die nicht in Übereinstimmung<br />

mit seiner eigenen Identität <strong>ist</strong> und lebt<br />

somit ein „imitiertes Leben.“ Es versteht<br />

sich von selbst, dass sich diese vermeintliche<br />

Konfliktlösungsstrategie nicht nur<br />

auf den Trauerprozess des Geschw<strong>ist</strong>ers,<br />

sondern auch auf den aller <strong>an</strong>deren Familienmitglieder<br />

negativ auswirkt. Wenn das<br />

verstorbene Kind in einem <strong>an</strong>deren Kind<br />

„weiterlebt“, wird der Verlust l<strong>an</strong>g<strong>an</strong>haltend<br />

verleugnet und somit die Akzept<strong>an</strong>z des<br />

Todes erheblich beeinträchtigt.<br />

Der Platz eines verstorbenen Geschw<strong>ist</strong>ers<br />

sollte leer bleiben und darf nicht durch ein<br />

<strong>an</strong>deres oder gar neues Kind besetzt bzw.<br />

ersetzt werden. Die im Familiensystem<br />

entst<strong>an</strong>dene Lücke muss empfunden werden.<br />

Auf diese Weise k<strong>an</strong>n der Tod als das<br />

begriffen und später akzeptiert werden, was<br />

er <strong>ist</strong>: Ein unendlich schmerzvoller Verlust,<br />

für den es keinen Ersatz gibt.


Kinder haben eigene Vorstellungen<br />

vom Tod<br />

Wenn Kinder das Sterben eines Geschw<strong>ist</strong>ers<br />

erfahren, brauchen sie eine<br />

ihrem Entwicklungsst<strong>an</strong>d <strong>an</strong>gemessene<br />

Vorbereitung und Begleitung. Erwachsene<br />

sollten deshalb ein Wissen darüber<br />

haben, welche Vorstellungen Kinder vom<br />

Tod entwickeln, um sich in die kindliche<br />

Ged<strong>an</strong>ken- und Gefühlswelt einfühlen zu<br />

können.<br />

Je stärker Erwachsene bemüht <strong>sind</strong>, das<br />

Thema Tod von <strong>Kindern</strong> fernzuhalten, zu<br />

tabuisieren, umso schwieriger <strong>ist</strong> es für<br />

Kinder, die Tatsache des Todes verstehen<br />

zu lernen.<br />

Weil es <strong>Kindern</strong> noch enorme Schwierigkeiten<br />

bereitet, den Tod zu begreifen,<br />

brauchen sie das Vorbild der Erwachsenen.<br />

Mit deren Hilfe und Unterstützung können<br />

sie lernen, zwischen einer f<strong>an</strong>tasierten, virtuellen<br />

und realen Welt zu unterscheiden.<br />

Hierfür bedarf es immer wieder einfühlsamer<br />

Gespräche und Möglichkeiten, sich dem<br />

Thema zu nähern, beispielsweise durch<br />

regelmäßige Kr<strong>an</strong>kenhaus- und spätere<br />

Friedhofsbesuche, aber auch durch Bilder-<br />

und Geschichtenbücher, Märchen oder<br />

Bildmaterialien.<br />

Mit <strong>Kindern</strong> über den Tod sprechen<br />

An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass<br />

wir <strong>Kindern</strong> nur solche Antworten geben<br />

sollten, die unserer eigenen, inneren Glaubensüberzeugung<br />

entsprechen. Auf die<br />

Frage nach dem Wohin? im Tod könnte<br />

die Antwort „Ich weiß es nicht genau. Aber<br />

ich hoffe und vertraue darauf, dass es gut<br />

sein wird“, weitaus hilfreicher sein, als der<br />

Versuch, über einen „Himmel voller Engel“<br />

zu sprechen, <strong>an</strong> den m<strong>an</strong> doch eigentlich<br />

selbst nicht so recht glauben mag.<br />

Grundsätzlich sollten wir die Fragen der<br />

Kinder (gleich welchen Alters) nur so weit<br />

be<strong>an</strong>tworten, wie die Kinder auch gefragt<br />

haben. Wir sollten eben gerade nicht weit<br />

ausholen, sondern den <strong>Kindern</strong> kurz und<br />

knapp bestimmte Sachverhalte erklären,<br />

dafür die Gefühlsebene jedoch ausreichend<br />

beachten. Die Informationen müssen sich<br />

beim Kind zunächst „setzen“, damit es<br />

diese verarbeiten k<strong>an</strong>n. Wir können uns<br />

getrost darauf verlassen, dass das Kind<br />

gegebenenfalls ein zweites oder drittes Mal<br />

nachfragen wird, wenn es die Antwort noch<br />

nicht zufrieden gestellt hat. Es gilt also: So<br />

wenig wie möglich erzählen, dafür umso<br />

besser hinhören, was Kinder eigentlich von<br />

uns wissen wollen.<br />

Wir sollten dem Kind nichts erzäh len,<br />

was wir später in irgendeiner Form zurücknehmen<br />

müssen. Der <strong>Bruder</strong> <strong>ist</strong> weder<br />

verre<strong>ist</strong> noch eingeschlafen, noch <strong>ist</strong> er<br />

verloren oder von uns geg<strong>an</strong>gen. Gott hat<br />

ihn auch nicht zu sich genommen. Er <strong>ist</strong><br />

gestorben und nun <strong>ist</strong> er tot. Weder die<br />

Ärzte noch das Kr<strong>an</strong>kenhaus <strong>sind</strong> am Tod<br />

des Geschw<strong>ist</strong>ers schuldig, es <strong>ist</strong> vielmehr<br />

<strong>an</strong> den Folgen einer unheilbaren Er kr<strong>an</strong>kung<br />

gestorben.<br />

Kinder betrauern den Tod ihres<br />

Geschw<strong>ist</strong>ers<br />

Kinder haben eine natürliche<br />

Fähigkeit zur Trauer<br />

Jedes Kind verfügt in seiner „Grundausstattung<br />

für das Leben“ über <strong>an</strong>geborene<br />

Fähigkeiten, hierzu gehört auch die<br />

Fähigkeit zur Trauer. Je intensiver ein Kind<br />

trauert, umso besser verarbeitet es den<br />

Verlust. Wir dürfen Kinder nicht schnell<br />

vom Schmerz wegführen. Wir sollten sie<br />

besser behutsam zum Schmerz hinführen<br />

und sie auf ihrem Weg durch die Trauer<br />

behutsam begleiten. Bei alledem können<br />

wir uns darauf verlassen, dass Kinder selbst<br />

ihren Weg, ihre Zeit und ihr Tempo der<br />

Trauer bestimmen.<br />

Trauer <strong>ist</strong> ein gesunder Prozess<br />

Der Verlust eines Geschw<strong>ist</strong>ers <strong>ist</strong> derart<br />

schmerzvoll und prägend, dass er eine<br />

Entwicklungskrise auslösen k<strong>an</strong>n. Jede<br />

Krise <strong>ist</strong> ein Prozess, der Anf<strong>an</strong>g und Ende<br />

hat – so auch der Trauerprozess. Wenn ich<br />

vom Ende der Trauer spreche, d<strong>an</strong>n meine<br />

ich, dass die aktive Zeit der Trauer ein Ende<br />

hat. Es <strong>ist</strong> der Versuch des Kindes mit dem<br />

Verlust zu leben. Immer wieder wird es Situationen<br />

geben, beispielsweise eine erneute<br />

Verlusterfahrung, das Weihnachtsfest, der<br />

pixelio.de<br />

Todes- oder Geburtstag des verstorbenen<br />

Geschw<strong>ist</strong>ers, welche schmerzvoll <strong>an</strong> das<br />

erinnern, was das Kind verloren hat.<br />

Die erste Phase der Trauer:<br />

Die Realität <strong>an</strong>erkennen<br />

In der Anf<strong>an</strong>gsphase muss das Kind die<br />

Geschehnisse begreifen und akzeptieren.<br />

Dazu <strong>ist</strong> es auf unsere Hilfe <strong>an</strong>gewiesen,<br />

indem wir ihm möglichst zeitnah erklären,<br />

was passiert <strong>ist</strong>. Die Art und Weise, wie das<br />

Kind von der traurigen Wahrheit erfährt, hat<br />

entscheidenden Einfl uss auf den weiteren<br />

Verlauf der Trauer. Die Nachricht sollte<br />

ihm behutsam, schonend – jedoch nicht<br />

verschonend – in einfachen, eindeutigen<br />

und klaren Sätzen mitgeteilt werden. Am<br />

besten von den Eltern oder einer Person,<br />

zu der das Kind eine tragfähige Beziehung<br />

und vertrauensvolle Bindung hat. Es <strong>ist</strong><br />

wichtig, dass sich das Kind auf körperlicher<br />

wie auf emotionaler Ebene verlässlich gehalten<br />

fühlt. Insbesondere <strong>kleiner</strong>e Kinder<br />

sollten auf den Schoß oder in den Arm<br />

genommen werden. Die Eltern sollten sich<br />

keinesfalls scheuen, dem Kind ihre eigenen<br />

Gefühle und somit ihre Tränen zu zeigen.<br />

Wenn Erwachsene mit ihrer Trauer offen<br />

umgehen, <strong>sind</strong> sie nicht nur Vorbild für<br />

Kinder, die Kinder können d<strong>an</strong>n auch die<br />

Situation und ihr eigenes Verhalten besser<br />

einschätzen.<br />

Die Akzept<strong>an</strong>z der Realität <strong>ist</strong> die wichtigste<br />

Voraussetzung zur Trauer und somit<br />

der erste Schritt in der Verlustverarbeitung.<br />

Typisch in dieser Anf<strong>an</strong>gsphase <strong>sind</strong> Verleugnung<br />

– <strong>„Mein</strong> <strong>Bruder</strong> <strong>ist</strong> nicht tot, er<br />

lebt!“ – und Verdrängung: „Ich geh’ jetzt<br />

zum Fuß ballspielen.“<br />

M<strong>an</strong>che Kinder tun so, als ob nichts<br />

geschehen wäre. Sie spielen, lachen und<br />

<strong>sind</strong> fröhlich, obwohl ihr Geschw<strong>ist</strong>erchen<br />

gestorben <strong>ist</strong>. Unbewusst versuchen sie<br />

das Geschehen ungeschehen zu machen:<br />

Wenn ich mich so verhalte wie immer, d<strong>an</strong>n<br />

<strong>ist</strong> auch alles so wie immer!<br />

Andere Kinder reagieren wie im Schockzust<strong>an</strong>d.<br />

Fast könnte m<strong>an</strong> glauben, dass<br />

sie die Tatsache des Todes überhaupt nicht<br />

berührt oder betroffen macht: „Fahren wir<br />

trotzdem in den Urlaub?“ Die Eltern denken<br />

d<strong>an</strong>n womöglich, unser Kind steckt die<br />

1/08 5<br />

sonne<br />

Leben & Familie


Leben & Familie<br />

sonne<br />

Si tuation gut weg! Das Gegenteil <strong>ist</strong> jedoch<br />

der Fall: Das Kind bleibt in seiner Trauer<br />

stecken. Nach außen scheinen diese Kinder<br />

gut zu funktionieren, psychisch jedoch geht<br />

es ihnen oft sehr schlecht.<br />

Die zweite Phase der Trauer:<br />

Den Abschiedsschmerz durchleben<br />

Das Kind verlässt nach der <strong>an</strong>fänglichen<br />

Gefühlslähmung sein „selbstschützendes<br />

Vakuum“. Verschiedenste, ein<strong>an</strong>der widersprechende<br />

Gefühle brechen aus ihm<br />

hervor: Wut, Zorn, Trauer, Angst, Hass,<br />

Schmerz, Ohnmacht, Enttäuschung, Sehnsucht.<br />

So ungeordnet und überwältigend<br />

diese Gefühlsausbrüche auch erscheinen<br />

mögen, <strong>sind</strong> sie dennoch gesunde Zeichen,<br />

dass die Kraft nun nicht mehr ausschließlich<br />

dafür verwendet wird, die Gefühle<br />

zurückzudrängen. Das Kind gesteht sich<br />

seine Betroffenheiten nun ein und k<strong>an</strong>n<br />

den Verlust deshalb nicht länger vor sich<br />

und <strong>an</strong>deren verleugnen: <strong>„Mein</strong> <strong>Bruder</strong><br />

<strong>ist</strong> gestorben und das macht mich g<strong>an</strong>z<br />

traurig.“<br />

Während dieser Phase <strong>ist</strong> damit zu rechnen,<br />

dass sich das Kind äußerst aggressiv,<br />

auch gegen das verstorbene Geschw<strong>ist</strong>er,<br />

verhalten k<strong>an</strong>n: „Ich hasse meinen <strong>Bruder</strong>,<br />

weil er einfach gestorben <strong>ist</strong>.“ Noch immer<br />

investiert das Kind seine Gefühle in eine<br />

nun nicht mehr vorh<strong>an</strong>dene Beziehung, so<br />

dass diese keine Reson<strong>an</strong>z erfahren und<br />

somit unerwidert bleiben.<br />

Die dritte Phase der Trauer:<br />

Die sehnsuchtsvolle Suche<br />

In der dritten Phase setzt sich das Kind<br />

intensiv mit der Situation ausein<strong>an</strong>der.<br />

Es verspürt den tiefen Wunsch, mit dem<br />

verstorbenen Geschw<strong>ist</strong>er in Verbindung<br />

zu treten. Diese sehnsuchtsvolle Suche<br />

scheint oftmals sehr real zu sein. Sie lässt<br />

den verstorbenen <strong>Bruder</strong> oder die verstorbene<br />

Schwester m<strong>an</strong>chmal lebensnahe<br />

und lebensecht erscheinen. So <strong>ist</strong> es<br />

nicht verwunderlich, wenn Kinder voller<br />

Überzeugung berichten, dass sie ihr totes<br />

Geschw<strong>ist</strong>erchen „... wiedergesehen, mit<br />

ihm gesprochen oder gespielt haben ...“<br />

Keinesfalls darf ein Kind für solche Tagträumereien<br />

oder F<strong>an</strong>tasien getadelt werden,<br />

6 1/08<br />

die ja Ausdruck einer emotional äußerst<br />

intensiven Beschäftigung mit dem verstorbenen<br />

Geschw<strong>ist</strong>er <strong>sind</strong>. Besser <strong>ist</strong><br />

es, dem Kind auch hier den verborgenen<br />

Wunsch mitzuteilen: „Es wäre schön, wenn<br />

du Stef<strong>an</strong>ie nochmals sehen oder mit ihr<br />

spielen könntest ...“<br />

Nicht nur Erwachsene, auch Kinder<br />

reagieren nach einer Zeit emotionaler Ansp<strong>an</strong>nung<br />

mit Erschöpfung oder Rückzug.<br />

Viele Kinder ziehen sich in eine innere,<br />

stille Welt zurück. Sie reduzieren ihre<br />

Kontakte, entwickeln sich zu regelrechten<br />

„Stubenhockern“ und verlassen das Haus<br />

nur um den notwendigsten Verpfl ichtungen<br />

nachzukommen. Sie vernachlässigen<br />

ihre Freundschaften und fi nden selbst<br />

<strong>an</strong> ihren Lieblingsbeschäftigungen kaum<br />

noch Freude.<br />

Bei m<strong>an</strong>chen <strong>Kindern</strong> kommt es zum<br />

Rückfall in frühere Entwicklungsstufen.<br />

Sie machen wieder ins Bett, lutschen am<br />

Daumen, weigern sich in den Kindergarten<br />

zu gehen, lassen den Wunsch nach dem<br />

längst ausr<strong>an</strong>gierten Schnuffeltuch oder<br />

Schnuller verlauten, möchten wieder aus<br />

dem Fläschchen trinken oder bei Mama<br />

und Papa im Bett schlafen. Bei älteren<br />

<strong>Kindern</strong> können die schulischen Le<strong>ist</strong>ungen<br />

stagnieren oder sich erheblich verschlechtern.<br />

Diese „Rückschritte“ <strong>sind</strong> durchaus<br />

sinnvoll, wenn sie nur vorübergehend <strong>sind</strong><br />

und dem Kind helfen sich zu stabilisieren.<br />

Zeigen sich d<strong>an</strong>n wieder „Fortschritte“<br />

<strong>ist</strong> davon auszugehen, dass sich das Kind<br />

gesund weiterentwickelt. Bei länger <strong>an</strong>haltenden<br />

Phasen der Regression sollte<br />

jedoch überlegt werden, was das Kind in<br />

seinem Trauerprozess behindert und ob<br />

es professioneller Hilfe bedarf.<br />

Die vierte Phase der Trauer:<br />

Eine neue Identität entwickeln<br />

In der vierten Phase kommt das Kind<br />

allmählich dahin, den Tod und damit die<br />

Realität zu akzeptieren, wobei es durchaus<br />

Unterschiede zwischen dem kognitiven<br />

und dem emotionalen Begreifen geben<br />

k<strong>an</strong>n. Das Kind hat sich regelrecht satt<br />

gesehnt. Es hat erlebt, dass seine Gefühle<br />

unerwidert bleiben und ihm die Beziehung<br />

zum verstorbenen Geschw<strong>ist</strong>er keine<br />

pixelio.de<br />

dauerhafte, ausreichende Befriedigung<br />

verschafft. Damit wächst die Sehnsucht<br />

nach echter, lebendiger Zuwendung. Hat<br />

sich das Kind insoweit verändert, dass es<br />

<strong>an</strong>deren Menschen sein Vertrauen schenken<br />

k<strong>an</strong>n, <strong>ist</strong> ein Ende der aktiven Trauerarbeit<br />

absehbar.<br />

Das Kind spürt Vertrauen in sich und<br />

in die Welt. Es empfi ndet wieder Lebensfreude.<br />

Die Erinnerungen <strong>an</strong> den/die Verstorbene/n<br />

fügen sich in den Lebensalltag<br />

ein und <strong>sind</strong> zu einem bedeutsamen Teil<br />

des Lebens geworden: <strong>„Mein</strong>e Schwester<br />

wohnt jetzt in mir drin!“ oder <strong>„Mein</strong> <strong>Bruder</strong><br />

<strong>ist</strong> in meinem Herzen.“ Dies <strong>ist</strong> jedoch<br />

keine Gar<strong>an</strong>tie dafür, dass das Kind den<br />

Trauerprozess endgültig abgeschlossen<br />

hat. Es können immer wieder Phasen auftreten,<br />

in denen die alte Trauer aufbricht<br />

und die das Kind in ein früheres Stadium<br />

zurückfallen lassen.<br />

Begleitende Unterstützung in<br />

der Trauer<br />

Bild des trauernden Kindes<br />

In der modernen Entwicklungspsy chologie<br />

gehen wir heute von einem Bild vom Kind<br />

aus, das es als aktiven Konstrukteur seiner<br />

eigenen Entwick lung kennzeichnet. Aussagen<br />

wie „Dafür b<strong>ist</strong> du noch zu klein!“<br />

oder „T<strong>an</strong>ja soll ihren <strong>Bruder</strong> lieber so in<br />

Erinnerung behalten, wie er zu Lebzeiten<br />

war!“ entmündigen Kinder, sprechen ihnen<br />

eigene Kompetenzen ab und tragen nicht<br />

zu ihrer entwicklungsfördernden Erziehung<br />

bei. Wir können Kinder vor den Schattenseiten<br />

des Lebens weder bewahren noch<br />

verschonen, wir müssen ihnen das Leben<br />

in allen seinen Facetten, somit auch das<br />

Sterben Erfahren, zumuten.<br />

Zumutung braucht Halt<br />

Diese Zumutung k<strong>an</strong>n jedoch nur gelingen,<br />

wenn Kinder ausreichenden Halt spüren.<br />

Hierzu bedarf es einfühlsamer Erwachsener,<br />

die sich g<strong>an</strong>z und gar auf das Kind, seine<br />

Fragen, Ängste und Hoffnungen, einlassen<br />

können. Letztlich kommt es nicht darauf <strong>an</strong>,<br />

auf wen sich das Kind bezieht und wen es<br />

als Bezugsperson wählt. Wichtig <strong>ist</strong>, dass


es solche Menschen im Leben des Kindes<br />

überhaupt gibt, die ihm in der Krise nicht<br />

nur Halt, sondern auch Hoffnung geben.<br />

Menschen innerhalb und außerhalb der<br />

Familie, wie Erzieher, Lehrer, Freunde, die<br />

gegenüber den Fragen und der Trauer des<br />

Kindes eine offene Haltung haben.<br />

Kinder spüren unmittelbar, wem sie sich<br />

<strong>an</strong>vertrauen können oder aber auch nicht.<br />

Sie nehmen die Haltung der Erwachsenen<br />

<strong>an</strong> ihrem Verhalten wahr und entscheiden<br />

intuitiv, von wem sie sich <strong>an</strong>genommen<br />

und emotional gehalten fühlen. Dahinter<br />

steht für das Kind immer die (unbewusste)<br />

Frage: „K<strong>an</strong>n die Erzieherin (oder Lehrerin)<br />

mit mir gemeinsam diese schreckliche Situation<br />

aushalten?“ Aushalten <strong>ist</strong> dabei im<br />

doppelten Sinne zu verstehen. Zum einen<br />

meint es nicht nur Kummer, Schmerz und<br />

Trauer, sondern auch die Wut des Kindes zuzulassen<br />

und damit die eigene Betroffenheit<br />

aushalten können. Zum <strong>an</strong>deren <strong>ist</strong> damit<br />

auch gemeint, dem Kind ausreichenden<br />

emotionalen Halt zu geben.<br />

Das resiliente Kind<br />

Ob ein trauerndes Kind jemals wieder<br />

glücklich werden und vertrauensvolle,<br />

neue Beziehungen eingehen k<strong>an</strong>n, hängt<br />

weitaus mehr davon ab, was es während<br />

der Situation und dem großen Schmerz<br />

erlebte, als davon, wie schlimm das Ereignis<br />

war. Die neuesten Ergebnisse der<br />

Resilienzforschung belegen, dass Kinder<br />

durchaus die Fähigkeit haben, die Wunden<br />

der eigenen Seele zu heilen. Resilienz<br />

bedeutet soviel wie Unverletzlichkeit. Sie<br />

beschreibt die kindliche Fähigkeit mit belastenden<br />

Lebenssituationen erfolgreich<br />

umgehen zu können, sich trotz massiver,<br />

psychischer Belastungen und widrigster<br />

Lebensumstände zu gesunden Erwachsenen<br />

zu entwickeln.<br />

Diese relativ junge Forschungsrichtung<br />

beschreibt, dass viele Kinder und Jugendliche<br />

krisenhafte Lebenssituationen nicht<br />

nur unbeschadet überstehen, sondern aus<br />

diesen später auch gestärkt hervorgehen<br />

können, indem sie die Erfahrung machen:<br />

Ich k<strong>an</strong>n den schrecklichen Verlust meines<br />

Geschw<strong>ist</strong>ers mit Unterstützung und Begleitung<br />

<strong>an</strong>derer Menschen bewältigen.<br />

Einfühlsame Bezugsperson<br />

Kinder werden nicht resilient geboren,<br />

sie werden es auch nicht aus eigener Kraft.<br />

Resilienz <strong>ist</strong> vielmehr ein Beziehungskonstrukt<br />

und das Ergebnis eines Prozesses<br />

zwischen dem Kind und seinen Bezugspersonen.<br />

Der entscheidende Faktor für die<br />

Entstehung dieser besonderen emotionalen<br />

Widerst<strong>an</strong>dskraft <strong>ist</strong> deshalb das Vorh<strong>an</strong>densein<br />

wenigstens einer liebevollen,<br />

zugew<strong>an</strong>dten, einfühlsamen und verlässlichen<br />

Bezugsperson. Dieser Mensch wird<br />

für das Kind zum Bezugspunkt in der Krise.<br />

An diese Bindungsperson stellt das Kind<br />

seine Fragen. An ihr richtet es seine Gefühle<br />

aus. Durch sie schöpft das Kind immer<br />

wieder Kraft und Hoffnung.<br />

Vorbildliche Dialogpartner<br />

Immer wieder erlebe ich, dass sich trauernde<br />

Kinder äußerst wortkarg verhalten.<br />

Es fällt bek<strong>an</strong>ntlich ja nicht nur <strong>Kindern</strong>,<br />

auch Erwachsenen schwer, die eigenen<br />

Gefühle in Worten und Sätzen auszudrücken.<br />

Wenn Kinder von sich aus nicht so<br />

recht mit der Sprache heraus wollen oder<br />

können, sollten wir vorsichtig bei ihnen<br />

„<strong>an</strong>tippen“. Ein solcher „Antipper“ könnte<br />

beispielsweise ein der Situation <strong>an</strong>gemessenes<br />

Bilderbuch, ein Märchen oder eine<br />

Geschichte sein. Wir können aber auch einfach<br />

von uns und unseren Gefühlen erzählen<br />

und somit das Kind <strong>an</strong> dem, was in uns<br />

selbst vorgeht, teilhaben lassen.<br />

Vorweggenommene Trauerarbeit<br />

Abschließend möchte ich nochmals erwähnen,<br />

wie außerordentlich wichtig es für<br />

Kinder <strong>ist</strong>, im Kontakt mit ihrem erkr<strong>an</strong>kten<br />

Geschw<strong>ist</strong>er sein zu dürfen, um nicht<br />

außen vor, sondern selbst in den Prozess<br />

des Abschiednehmens integriert zu sein.<br />

Sie erleben, wie der <strong>Bruder</strong> beispielsweise<br />

schwächer wird, vielleicht nur noch wenig<br />

spricht oder reagiert und somit die Lebenskraft<br />

sukzessive zurückgeht. Und dennoch<br />

k<strong>an</strong>n das Geschw<strong>ist</strong>er vieles tun, um in<br />

Beziehung zu seinem Geschw<strong>ist</strong>er zu sein:<br />

Streicheln, die Stirn kühlen, Geschichten<br />

erzählen, Fotos von zu Hause zeigen, ein<br />

Bild malen ... Alle diese Erfahrungen, die<br />

wir <strong>Kindern</strong> am Kr<strong>an</strong>ken- oder Sterbebett<br />

des Geschw<strong>ist</strong>ers ermöglichen und somit<br />

zulassen, haben auf die spätere Trauerverarbeitung<br />

einen positiven Einfluss. Im<br />

Grunde genommen <strong>sind</strong> sie bereits ein wesentlicher<br />

Teil der Trauerarbeit, der vorweg<br />

gele<strong>ist</strong>et wird.<br />

Die Annahme und Bewältigung des<br />

Verlustes verändern das Selbstverständnis<br />

zum Leben. Die dadurch gewonnene Sensibilität<br />

lässt die bisl<strong>an</strong>g selbstverständlichen<br />

Bezüge in einem <strong>an</strong>deren Licht, das Leben<br />

wertvoller und die Beziehungen kostbarer<br />

erscheinen. π<br />

Gekürzt übernommen mit freundlicher Genehmigung<br />

der Autorin und der Redaktion der<br />

deutschen Zeitschrift „Kinderkr<strong>an</strong>kenschwester“<br />

Die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe<br />

(ÖKKH) bietet innerhalb ihres Nachsorge<strong>an</strong>gebotes<br />

auch Projekte für Kinder und<br />

Jugendliche, deren <strong>Bruder</strong> oder Schwester<br />

<strong>an</strong> Krebs erkr<strong>an</strong>kt <strong>ist</strong>/war oder dar<strong>an</strong><br />

gestorben <strong>ist</strong>.<br />

In erlebnisorientierten Camps mit psychotherapeutischer<br />

Begleitung erfahren TeilnehmerInnen<br />

die oft so nötige ungeteilte<br />

Aufmerksamkeit und eine Stärkung ihres<br />

Selbstwertes.<br />

Buchtipp:<br />

Margit Fr<strong>an</strong>z (2002)<br />

Tabuthema Trauerarbeit<br />

Erzieherinnen begleiten Kinder<br />

bei Abschied, Verlust und Tod<br />

München: Don Bosco, 18,50 Euro<br />

1/08 7<br />

sonne<br />

Leben & Familie


International<br />

sonne<br />

Neue Erfahrungen und Träume im Gepäck<br />

Hilfe zur Selbsthilfe – Das Ukraine-Projekt der ÖKKH geht in die nächste Phase<br />

Seit September 2007 absolviert die<br />

ukrainische Oberärztin Li<strong>an</strong>a Nykytenko<br />

ein von der GIGAX-Stiftung1 fi n<strong>an</strong>ziertes<br />

Fortbildungsprogramm im St. Anna<br />

Kinderspital in Wien. Mit der SONNE<br />

sprach sie über den Alltag auf ihrer<br />

Kinderkrebsstation in der Ukraine und<br />

ihre Eindrücke und Erfahrungen in<br />

Österreich.<br />

Als Li<strong>an</strong>a Nykytenko zum ersten Mal<br />

die onkologische Abteilung des<br />

St. Anna Kinderspitals in Wien betrat,<br />

fühlte sie sich wie in einer <strong>an</strong>deren<br />

Welt: „Ich hatte zuvor überhaupt keine<br />

Vorstellung, wie modern eine onkologische<br />

Abteilung ausgestattet sein k<strong>an</strong>n“, erzählt<br />

die leitende Ärztin der Krebsstation am<br />

Kinderkr<strong>an</strong>kenhaus von Sumy.<br />

225 000 Kinder und Jugendliche leben<br />

in der Region Sumy im Nordosten der<br />

Ukraine, 25 bis 30 erkr<strong>an</strong>ken jedes Jahr <strong>an</strong><br />

Krebs. Bei 12 bis 15 von ihnen wird Leukämie<br />

oder ein Lymphom diagnostiziert.<br />

Oberärztin Dr. Li<strong>an</strong>a Nykytenko auf Besuch im Büro der ÖKKH<br />

8 1/08<br />

Kinder, die <strong>an</strong> einer onkologischen Erkr<strong>an</strong>kung<br />

leiden, werden seit 2001 im 20<br />

Betten umfassenden hämatologischen<br />

Department des regionalen Kinderkr<strong>an</strong>kenhauses<br />

Sumy beh<strong>an</strong>delt. Vorher gab<br />

es nicht einmal eine eigene Abteilung<br />

für junge Krebspatient Innen. Leukämiekr<strong>an</strong>ke<br />

Kinder werden seit 1991 mit der<br />

Chemotherapie nach dem so gen<strong>an</strong>nten<br />

BFM-Protokoll, wie es auch in Österreich<br />

St<strong>an</strong>dard <strong>ist</strong>, beh<strong>an</strong>delt. In diesem Bereich<br />

hat das Department auch durchwegs gute<br />

Erfolge: Im Zeitraum von 1996 bis 2006<br />

überlebten 70 Prozent der Kinder mit akuter<br />

lymphatischer Leukämie. Dieser Erfolg<br />

geht nicht zuletzt auf die Unterstützung<br />

der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe<br />

(ÖKKH) zurück: Seit 2001 bekommt das<br />

Department 50.000,– Euro jährlich, um<br />

Medikamente <strong>an</strong>schaffen zu können.<br />

Von der ukrainischen Regierung kommen<br />

– allerdings erst seit 2004 – ebenfalls<br />

50. 000,– Euro pro Jahr. So können 25 bis<br />

30 Prozent des Bedarfs <strong>an</strong> Medikamenten<br />

gedeckt werden. Vor 2001 mussten die Eltern<br />

für die gesamten Kosten aufkommen.<br />

„Ich erinnere mich <strong>an</strong> viele Fälle, wo Familien<br />

ihr gesamtes Hab und Gut verkauften,<br />

um das Leben des Kindes retten zu können“,<br />

erzählt Dr. Nykytenko.<br />

Begrenzte Möglichkeiten<br />

Obwohl sich in den letzten Jahren einiges<br />

gebessert hat, k<strong>an</strong>n Li<strong>an</strong>a Nykytenko<br />

von einer modernen Ausstattung und<br />

Org<strong>an</strong>isation, wie sie hierzul<strong>an</strong>de St<strong>an</strong>dard<br />

<strong>ist</strong>, nur träumen. So gebe es <strong>an</strong> ihrer<br />

Station in Sumy erst seit kurzer Zeit genügend<br />

Infusomaten, sodass die Eltern nun<br />

nicht mehr Tag und Nacht über Wochen<br />

die Infusionstropfen zählen müssten. Erst<br />

vor kurzem bekam die Abteilung von der<br />

Caritas Trier ein Isolierzimmer sowie zwei<br />

Monitore und Inhalatoren fi n<strong>an</strong>ziert. „Aber<br />

es fehlt immer noch viel <strong>an</strong> wichtiger Ausstattung“,<br />

sagt Nykytenko.<br />

Ein Wunsch der Ärztin <strong>sind</strong> Einzelzimmer<br />

für ihre PatientInnen. Heute müssen pro<br />

Zimmer oft vier Kinder und ihre Mütter<br />

untergebracht werden, was gerade bei<br />

KrebspatientInnen nicht ideal <strong>ist</strong>.<br />

Auch für die Diagnose stehen dem Team<br />

von Li<strong>an</strong>a Nykytenko nur begrenzte Möglichkeiten<br />

zur Verfügung: „In Sumy können<br />

wir eigentlich nur Routinemessungen<br />

machen“, erzählt die Ärztin. Komplexere<br />

Analysen seien nur in Kiew möglich. Me<strong>ist</strong><br />

machen sich d<strong>an</strong>n die Eltern mit den Proben<br />

des Kindes im Gepäck in die 300 km<br />

entfernte Hauptstadt auf.<br />

Andere Dimensionen<br />

Besonders beeindruckt <strong>ist</strong> Li<strong>an</strong>a Nykytenko<br />

von der Professionalität des Personals im<br />

St. Anna Kinderspital: „Die Pfl egerInnen<br />

hier <strong>sind</strong> bestens geschult und kennen sich<br />

genau mit den speziellen Bedürfnissen von<br />

KrebspatientInnen aus.“ Und viele ÄrztInnen<br />

hier seien nicht nur PraktikerInnen,<br />

sondern auch ForscherInnen. In „ihrem“<br />

Eine Mutter am Bett ihres krebskr<strong>an</strong>ken Kindes im Kinderkr<strong>an</strong>kenhaus Sumy<br />

1 Die GIGAX-Stiftung wurde im Mai 1990 gegründet und gibt ÄrztInnen, Schwestern und Labor<strong>an</strong>tInnen aus dem<br />

osteuropäischen Raum die Möglichkeit, im St. Anna Kinderspital in Wien ihren Wissensst<strong>an</strong>d bezüglich der Beh<strong>an</strong>dlung<br />

kindlicher Krebserkr<strong>an</strong>kungen auf westliches Niveau zu heben.


Kr<strong>an</strong>kenhaus <strong>ist</strong> Nykytenko häufi g mit zwei<br />

oder drei Schwestern allein mit 20 bis 30<br />

schwerkr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong>. Dazu kommt die<br />

psychologische Betreuung der PatientInnen<br />

und der Eltern und oft kümmert sie sich<br />

auch um Soziales. „Wenn ich zu Hause<br />

erzähle, dass es hier ein eigenes PsychologInnenteam<br />

gibt, wird m<strong>an</strong> mir das gar<br />

nicht glauben“, sagt sie.<br />

Natürlich fehlt die Zeit, in denen die<br />

Ärztin diese Zusatzaufgaben übernimmt,<br />

hinten und vorn. Sie kompensiert das mit<br />

l<strong>an</strong>gen Arbeitszeiten, oft bis spät am Abend.<br />

Rund 200,– Euro pro Monat bekommt sie<br />

für ihren Totaleinsatz, was auch für ukrainische<br />

Verhältnisse ein niedriges Gehalt<br />

<strong>ist</strong>. „M<strong>an</strong>chmal bin ich so ausgelaugt,<br />

dass ich mir am liebsten einen <strong>an</strong>deren<br />

Job suchen würde“, sagt sie mit einem<br />

nachdenklichen Gesichtsausdruck. Aber<br />

schon im nächsten Augenblick wird klar,<br />

dass sie diesen Ged<strong>an</strong>ken nicht in die Tat<br />

umsetzen wird. Mit leuchtenden Augen<br />

erzählt die leidenschaftliche Ärztin d<strong>an</strong>n,<br />

wie viel von den Erfahrungen in Wien sie<br />

zu Hause <strong>an</strong>wenden k<strong>an</strong>n: „Ich lerne hier<br />

praktisch jede Minute etwas Neues.“ Besonders<br />

im Bereich der soliden Tumoren,<br />

worin ihre Abteilung kaum Erfahrung hat,<br />

betont die Ärztin.<br />

Positive Erfahrungen<br />

„Dieser Aufenthalt <strong>ist</strong> für mich, meine<br />

Station und meine PatientInnen ein großer<br />

Gewinn.“<br />

Noch eine interess<strong>an</strong>te Erfahrung hat<br />

sie gemacht. „Wir in der Ukraine glaubten<br />

immer, europäische ÄrztInnen und Pfl egerInnen<br />

seien zwar professionell und hätten<br />

viel mehr Möglichkeiten als wir, seien aber<br />

dafür im Umg<strong>an</strong>g mit den PatientInnen nicht<br />

so liebevoll.“ Sie sei geradezu überrascht<br />

gewesen, mit welcher Wärme auch hier die<br />

PatientInnen beh<strong>an</strong>delt würden. „Dieses<br />

Vorurteil <strong>ist</strong> wohl in gewisser Weise eine<br />

Strategie, damit fertig zu werden, dass wir<br />

in der Beh<strong>an</strong>dlung unserer PatientInnen oft<br />

sehr eingeschränkte Möglichkeiten haben“,<br />

sagt sie nachdenklich.<br />

Im Februar geht das Fortbildungsprogramm<br />

zu Ende. D<strong>an</strong>n wird Li<strong>an</strong>a Nykytenko<br />

wieder zu „ihren <strong>Kindern</strong>“ <strong>an</strong>s Kr<strong>an</strong>kenhaus<br />

in Sumy zurückkehren. Mit neuen Ideen<br />

im Gepäck will sie sich noch stärker dafür<br />

einsetzen, dass auch die krebskr<strong>an</strong>ken<br />

Kinder in der Ukraine die bestmöglichen<br />

Beh<strong>an</strong>dlungen bekommen, um wieder<br />

gesund zu werden. π<br />

Sabina Auckenthaler<br />

v.r.n.l.: Anita Kienesberger (ÖKKH-Geschäftsführerin) bei ihrem Ukraine Besuch im Sommer 2006<br />

mit Li<strong>an</strong>a Nykytenko und ihren beiden Kolleginnen<br />

Gemeinsam gegen<br />

Krebs bei <strong>Kindern</strong><br />

Am 15. Februar 2008 wird zum sechsten<br />

Mal der Internationale Kinderkrebstag<br />

beg<strong>an</strong>gen.<br />

Weltweit erkr<strong>an</strong>ken pro Jahr etwa<br />

250 000 Kinder <strong>an</strong> Krebs. In den<br />

Industrieländern geht diese bösartige<br />

Erkr<strong>an</strong>kung inzwischen für 75 Pro -<br />

zent der PatientInnen gut aus, in den<br />

Entwicklungsländern sterben ca. 80 Prozent<br />

der <strong>an</strong> Krebs erkr<strong>an</strong>kten Kinder und<br />

Jugendlichen. Grund dafür <strong>sind</strong> zu späte<br />

oder fehlende Diagnosen und das Fehlen<br />

fi n<strong>an</strong>zieller Ressourcen für eine <strong>an</strong>gemessene<br />

Beh<strong>an</strong>dlung.<br />

Am 15. Februar 2008 wird von der ICCCPO<br />

(International Confederation of Childhood<br />

C<strong>an</strong>cer Parent Org<strong>an</strong>isations) bereits zum<br />

sechsten Mal der Internationale Kinderkrebstag<br />

ausgerufen. Die ICCCPO <strong>ist</strong> der<br />

internationale Dachverb<strong>an</strong>d der Kinder-<br />

Krebs-Hilfe-Org<strong>an</strong>isationen, die mittlerweile<br />

aus über sechzig Ländern kommen.<br />

Damit internationale Hilfsprojekte besser<br />

unterstützt werden können, wurde<br />

bei der ICCCPO-Tagung 2007 in Genf<br />

die Gründung einer „World Child C<strong>an</strong>cer<br />

Foundation“ (WCCF) beschlossen. Fort<strong>an</strong><br />

sollen die Pl<strong>an</strong>ung und Abwicklung<br />

von internationalen Hilfsprojekten in der<br />

WCCF weltweit gebündelt und koordiniert<br />

werden. Fin<strong>an</strong>ziert wird die WCCF durch<br />

die einzelnen Länder-Org<strong>an</strong>isationen.<br />

Zudem sollen auch international tätige<br />

SponsorInnen gefunden werden.<br />

Nähere Informationen: www.icccpo.org π<br />

Sabina Auckenthaler<br />

1/08 9<br />

sonne<br />

International


Politik<br />

sonne<br />

<strong>„<strong>Studien</strong></strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> <strong>sind</strong> <strong>Studien</strong> für Kinder“<br />

Warum es nicht reicht, Medikamente <strong>an</strong> Erwachsenen zu testen<br />

Im Jänner 2007 trat die europäische<br />

Verordnung für Kinderarzneimittel in<br />

Kraft. Sie schreibt unter <strong>an</strong>derem vor,<br />

dass Medikamente, bevor sie zugelassen<br />

werden, auch <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> getestet<br />

werden müssen. Dadurch soll eine<br />

sicherere und effektivere Beh<strong>an</strong>dlung<br />

von <strong>Kindern</strong> erreicht werden.<br />

Wenn Kinder kr<strong>an</strong>k <strong>sind</strong>, brauchen<br />

sie, genauso wie Erwachsene, oft<br />

Medikamente. Bei chronischen<br />

Entzündungen verschreiben KinderärztInnen<br />

ein Antibiotikum, wenn eine Operation<br />

notwendig <strong>ist</strong>, muss ein Narkotikum<br />

verabreicht werden. Und Kinder, die <strong>an</strong><br />

Krebs erkr<strong>an</strong>ken, bekommen eine g<strong>an</strong>ze<br />

Reihe spezieller Medikamente.<br />

Univ.-Doz. Dr. Chr<strong>ist</strong>ina Peters Univ.-Prof. Dr. Lothar-Bernd<br />

Zimmerhackl<br />

Dabei <strong>ist</strong> rund die Hälfte aller Arzneimittel,<br />

mit denen kleine PatientInnen in<br />

der EU beh<strong>an</strong>delt werden, nicht speziell<br />

<strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> getestet worden. Am (relativ)<br />

geringsten <strong>ist</strong> das Problem noch bei gängigen<br />

Kinderkr<strong>an</strong>kheiten, wo doch deutlich<br />

über die Hälfte der verschriebenen Mittel<br />

für Kinder zugelassen <strong>sind</strong>. Hingegen bei<br />

Erkr<strong>an</strong>kungen im Kindes- und Jugendalter,<br />

die einer intensiveren medikamentösen<br />

Beh<strong>an</strong>dlung bedürfen, <strong>ist</strong> der Off-Label-Use,<br />

wie die Verabreichung von Medikamenten<br />

außerhalb der Zulassung im Fachjargon<br />

heißt, schon deutlich höher. Auf Intensivstationen<br />

liegt er schließlich bei über drei<br />

Viertel. „Bei der Beh<strong>an</strong>dlung von Krebs bei<br />

<strong>Kindern</strong> <strong>sind</strong> es sogar um die 80 Prozent“,<br />

10 1/08<br />

weiß Chr<strong>ist</strong>ina Peters, leitende Oberärztin<br />

der Stammzelltr<strong>an</strong>spl<strong>an</strong>tationseinheit im<br />

Wiener St. Anna Kinderspital. Das bedeutet,<br />

dass die Wirkung, die geeignete<br />

Dosierung sowie Nebenwirkungen dieser<br />

Medikamente nie systematisch <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong><br />

erprobt und dokumentiert wurden. Und<br />

weiter: durch die fehlende Zulassung <strong>ist</strong><br />

auch keine Produkthaftung durch den<br />

Hersteller gegeben.<br />

Auf die Verabreichung von Medikamenten<br />

bei schwerkr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong> k<strong>an</strong>n natürlich<br />

trotzdem nicht verzichtet werden. „Die<br />

ÄrztInnen“, sagt Peters, „müssen oft auf<br />

ihre Erfahrungen zurückgreifen und nach<br />

Ermessen h<strong>an</strong>deln.“ Kinder <strong>sind</strong> keine<br />

kleinen Erwachsenen.<br />

Ein großes Problem liegt in der Dosierung<br />

der Arzneimittel: „Das einfache Herunterrechnen<br />

der Dosis von Erwachsenen<br />

auf Kinder im Verhältnis zum geringeren<br />

Gewicht <strong>ist</strong> nicht immer ausreichend“,<br />

erklärt Peters. Denn besonders junge<br />

Kinder haben einen völlig <strong>an</strong>deren Stoffwechsel.<br />

So bauen sie Medikamente nicht<br />

mit derselben Geschwindigkeit ab wie<br />

Erwachsene. Zudem können bei <strong>Kindern</strong><br />

Nebenwirkungen auftreten, die die Entwicklung<br />

von Org<strong>an</strong>en oder Geweben betreffen.<br />

Bei Erwachsenen <strong>sind</strong> diese bereits fertig<br />

ausgebildet und daher weniger gefährdet.<br />

Erschwerend kommt hinzu, dass es innerhalb<br />

der Gruppe der Kinder – dazu zählt<br />

m<strong>an</strong> in der Medizin alle PatientInnen bis<br />

18 Jahre – noch einmal große Differenzen<br />

gibt: So k<strong>an</strong>n m<strong>an</strong> bei einem Säugling und<br />

einem Jugendlichen nicht die gleichen<br />

Nebenwirkungen erwarten.<br />

Falsch verst<strong>an</strong>dener Schutz<br />

Natürlich müssen Kinder g<strong>an</strong>z besonders<br />

geschützt werden. Viele befürchten aber,<br />

bei <strong>Studien</strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> würden die kleinen<br />

PatientInnen als Versuchsk<strong>an</strong>inchen missbraucht.<br />

„In Wirklichkeit <strong>ist</strong> das Gegenteil<br />

der Fall“, sagt Lothar-Bernd Zimmerhackl,<br />

Leiter des neuen Innsbrucker Kompetenzzentrums<br />

für pädiatrische <strong>Studien</strong>.<br />

„Versuchsk<strong>an</strong>inchen <strong>sind</strong> kr<strong>an</strong>ke Kinder<br />

heute – aufgrund der fehlenden <strong>Studien</strong>.“<br />

Gerade bei seltenen Kr<strong>an</strong>kheiten fehlten<br />

oft verlässliche St<strong>an</strong>dards.<br />

Neben ethischen Bedenken gibt es<br />

weitere Schwierigkeiten, die <strong>Studien</strong> <strong>an</strong><br />

<strong>Kindern</strong> schwieriger machen als solche <strong>an</strong><br />

Erwachsenen: Weil für m<strong>an</strong>che Kr<strong>an</strong>kheiten<br />

in einem einzigen L<strong>an</strong>d nicht genügend<br />

PatientInnen vorh<strong>an</strong>den <strong>sind</strong>, müssen<br />

<strong>Studien</strong> länderübergreifend passieren, was<br />

das G<strong>an</strong>ze noch komplizierter und teurer<br />

macht. Zudem befinden sich die kindlichen<br />

Org<strong>an</strong>e und Gewebe, wie bereits erwähnt,<br />

erst in Entwicklung, weshalb besonders auf<br />

L<strong>an</strong>gzeiteffekte geachtet werden muss. Und<br />

während im Erwachsenenbereich bereits<br />

Infrastrukturen und geschultes Personal für<br />

<strong>Studien</strong> zur Verfügung stehen, fehlen diese<br />

in der Pädiatrie in vielen Bereichen.<br />

All diese Hürden und das oft zahlenmäßig<br />

kleine Zielpublikum für Medikamente haben<br />

auch zur Folge, dass <strong>Studien</strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong><br />

für die Pharmaindustrie nur von geringem<br />

wirtschaftlichem Interesse <strong>sind</strong> und bisher<br />

oft darauf verzichtet wurde.<br />

Lösungs<strong>an</strong>sätze<br />

ÄrztInnen machen schon seit l<strong>an</strong>gem<br />

auf diesen M<strong>an</strong>gelzust<strong>an</strong>d in der Kindermedizin<br />

aufmerksam und forderten immer<br />

wieder politische Maßnahmen, die zu<br />

Medikamententests <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> verpflichten.<br />

In den USA hat m<strong>an</strong> daher bereits<br />

1997 ein Gesetz erlassen, das Firmen für<br />

pixelio.de


die Zulassung von neuen Medikamenten<br />

auch <strong>Studien</strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> vorschreibt. Im<br />

Gegenzug erhalten sie eine Verlängerung<br />

des Patentes für das Medikament um ein<br />

halbes Jahr.<br />

Der Erfolg dieses Gesetzes <strong>ist</strong> aber bis<br />

heute nur sehr mäßig. Wie eine Studie der<br />

niederländischen Leiden-Universität aus<br />

dem Jahr 2006 ergab, betrafen die Anträge<br />

um <strong>Studien</strong>zulassungen bei <strong>Kindern</strong><br />

seit Einführung der neuen Regelung vor<br />

allem Medikamente, die eigentlich auf den<br />

Erwachsenenmarkt abzielten, etwa Antidepressiva,<br />

Fettaufnahme-Hemmer oder<br />

blutdrucksenkende Mittel. Der Grund <strong>ist</strong> klar:<br />

Durch die zusätzlichen <strong>Studien</strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong><br />

wollen sich die Firmen die „Belohnung“<br />

der sechsmonatigen Patentverlängerung<br />

– die im Falle dieser Blockbuster besonders<br />

lukrativ <strong>ist</strong> – sichern.<br />

Mit Jänner 2007 trat d<strong>an</strong>n nach mehrjährigen<br />

Verh<strong>an</strong>dlungen auch in der EU eine<br />

Verordnung in Kraft, die Pharmaunternehmen<br />

dazu verpfl ichtet, alle in der Entwicklung<br />

befi ndlichen Arzneimittel extra für Kinder<br />

und Jugendliche zu prüfen und zur Zulassung<br />

zu bringen. Dafür verlängert sich auch in<br />

Europa der Patentschutz der Medikamente<br />

um sechs Monate. Medikamente, die<br />

Kr<strong>an</strong>kheiten beh<strong>an</strong>deln, welche Kinder<br />

nicht betreffen – etwa Alzheimer, Parkin-<br />

son, Brust- und Prostatakrebs – müssen<br />

auch weiterhin nicht <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> getestet<br />

werden. Dieser Verzicht muss aber jeweils<br />

beim Pädiatrieausschuss der EMEA, der<br />

Europäischen Arzneimittelagentur, be<strong>an</strong>tragt<br />

werden.<br />

Chr<strong>ist</strong>ina Peters glaubt, dass das EU-<br />

Gesetz besser greifen wird als die amerika-<br />

nische Vorlage von 1997. Denn die europäische<br />

Forderung geht weiter: Nicht nur<br />

für eine Neuzulassung von Medikamenten,<br />

sondern auch für jede Zulassungserweiterung<br />

und -veränderung von bereits eingeführten<br />

Medikamenten <strong>sind</strong> die <strong>Studien</strong> <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong><br />

zu erbringen, wodurch eine größere Anzahl<br />

<strong>an</strong> Medikamenten betroffen sein wird.<br />

Abseits der Pharmainteressen<br />

Ein g<strong>an</strong>z spezielles Problem stellen all<br />

jene Medikamente dar, deren Patente längst<br />

abgelaufen <strong>sind</strong>. Hier über teure <strong>Studien</strong><br />

eine Zulassung <strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> zu erzielen, <strong>ist</strong><br />

für die Pharmaindustrie nicht interess<strong>an</strong>t.<br />

Trotzdem betrifft dies viele Medikamente,<br />

die in der Kindermedizin eingesetzt werden.<br />

Derzeit werden daher gerade EU-weit von<br />

verschiedenen ExpertInnengruppen Prioritäten-L<strong>ist</strong>en<br />

erstellt, für welche Medikamente<br />

<strong>Studien</strong> besonders wichtig wären. Allerdings<br />

<strong>ist</strong> noch nicht geklärt, wie diese fi n<strong>an</strong>ziert<br />

werden sollen. „Wir müssen uns auf jeden<br />

Fall bewusst sein, dass noch etliche Jahre<br />

vergehen werden, bevor wir eine deutliche<br />

Verbesserung der Situation in der Pädiatrie<br />

bemerken werden“, resümiert Peters. Auf<br />

jeden Fall aber seien die aktuellen Bemühungen<br />

– längst überfällige – Schritte in<br />

die richtige Richtung.<br />

In Österreich wurde hierfür eine Projektarbeitsgruppe<br />

vom Bundesmin<strong>ist</strong>erium für<br />

Gesundheit, Familie und Jugend gegründet,<br />

die derzeit einen Pl<strong>an</strong> für die Umsetzung<br />

der neuen Richtlinien erarbeitet. Es sei zu<br />

hoffen, dass die Erfahrung, die im Bereich<br />

der pädiatrischen Hämato-Onkologie in den<br />

letzten 20 Jahren zu einer fl ächendeckenden<br />

Versorgung mit hochqualitativen <strong>Studien</strong><br />

geführt hat, auch für <strong>an</strong>dere Kinder genützt<br />

werden k<strong>an</strong>n, sagt Peters. „Denn <strong>Studien</strong><br />

<strong>an</strong> <strong>Kindern</strong> <strong>sind</strong> <strong>Studien</strong> für Kinder.“ π<br />

Sabina Auckenthaler<br />

Platz 1 bei<br />

Gesundheitspreis<br />

Sowohl in Wien als auch in Klagenfurt<br />

räumte die KKH Wien, NÖ, Bgld. bzw.<br />

die Kinder-Krebs-Hilfe Kärnten den<br />

1. Platz ab.<br />

Der Gesundheitspreis der Stadt Wien<br />

wurde heuer bereits zum 12. Mal<br />

ausgeschrieben. Aus 75 Projekten<br />

in fünf Preiskategorien ging die KKH Wien,<br />

NÖ, Bgld. mit dem Buch „H<strong>an</strong>nah, du<br />

schaffst es!“ in der Kategorie „stationär“<br />

als Sieger hervor. Das Bilder-H<strong>an</strong>dbuch<br />

zur Leukämie-Therapie dient betroffenen<br />

<strong>Kindern</strong> als Wegweiser durch die schweren<br />

Etappen des Kr<strong>an</strong>kheitsverlaufs.<br />

Ω Das Buch <strong>ist</strong> gegen eine Spende von<br />

20,– Euro im Büro der KKH Wien, NÖ, Bgld.<br />

erhältlich (www.elterninitiative.at/shop).<br />

Im Bereich „Innovative Projekte für<br />

Kinder und Erwachsene“ schaffte es die<br />

KKH Kärnten mit dem Projekt „Ambul<strong>an</strong>te<br />

psychologische Betreuung von <strong>an</strong> Krebs<br />

erkr<strong>an</strong>kten <strong>Kindern</strong> und Jugendlichen und<br />

deren Angehörigen“ auf den Siegerpodest<br />

des 7. Gesundheitspreises der Stadt<br />

Klagenfurt. Den Preis nahm Obfrau Mag.<br />

Gudrun Petritsch (Bild rechts) gemeinsam<br />

mit Evelyne Ferra (Bild Mitte) und der<br />

Psychologin Mag. Sigrid Pemberger (Bild<br />

links) entgegen. π Monika Kehrer<br />

1/08 11<br />

sonne<br />

Politik


Intern<br />

sonne<br />

Nachsorge-Projekte<br />

Der neue Folder 2008 <strong>ist</strong> da!<br />

Seit vielen Jahren bietet die Österrei<br />

chische Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKKH)<br />

krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong>, ihren Geschw<strong>ist</strong>ern<br />

und Eltern mit maßgeschneiderten<br />

Nachsorge-Projekten Hilfe für die Zeit<br />

nach Therapie und Kr<strong>an</strong>kenhaus. Das<br />

Nachsorge-Programm 2008 wartet mit<br />

einigen Neuheiten auf.<br />

In fünf verschiedenen Projekten für betroffene<br />

Kinder und Jugendliche werden<br />

das Selbstwertgefühl der ehemaligen<br />

PatientInnen gestärkt sowie Erfahrungen<br />

unterein<strong>an</strong>der ausgetauscht. Die Krebserkr<strong>an</strong>kung<br />

und ihre Folgen werden dabei auf<br />

unterschiedliche Weise thematisiert – von<br />

psychotherapeutisch begleiteten Spielen<br />

und Gesprächen, outdoorpädagogischen<br />

Übungen bis hin zu Kreativgruppen und<br />

Refl exionsrunden.<br />

Erstmals gibt es heuer auch ein Angebot<br />

für ehemals krebskr<strong>an</strong>ke junge Erwachsene<br />

mit körperlichen und/oder ge<strong>ist</strong>igen<br />

Beeinträchtigungen.<br />

Volle Aufmerksamkeit für Geschw<strong>ist</strong>er<br />

Geschw<strong>ist</strong>er von krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong><br />

und Jugendlichen fühlen sich oft <strong>an</strong> den<br />

R<strong>an</strong>d gedrängt. In sechs verschiedenen<br />

Projekten erfahren die TeilnehmerInnen<br />

ungeteilte Aufmerksamkeit und Stärkung<br />

durch <strong>an</strong>dere, die Ähnliches erlebt haben.<br />

2008 ver<strong>an</strong>staltet die ÖKKH erstmals das<br />

„Geschw<strong>ist</strong>er Camp Schnee“ in Kolm Saigurn<br />

(Sbg.), wo sich den TeilnehmerInnen<br />

auf 1600 m Seehöhe der Winter in seiner<br />

vollen Pracht erschließt.<br />

Der neue Nachsorgefolder 2008 „Leben<br />

mit und nach dem Krebs“ und eine Informations-DVD<br />

liegen bei den L<strong>an</strong>desverbänden<br />

der Kinder-Krebs-Hilfe, den PsychologInnen<br />

der Beh<strong>an</strong>dlungszentren sowie der<br />

Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe auf.<br />

Ω Folder und DVD können bestellt werden.<br />

Per Telefon: 01/402 88 99 oder E-Mail:<br />

dachverb<strong>an</strong>d@kinderkrebshilfe.at π<br />

12 1/08<br />

Monika Kehrer<br />

Survivors-Treff<br />

Erfolgversprechendes Konzept für neuen Stammtisch in Wien<br />

Seit November 2007 treffen sich<br />

Wiener Survivors jeden ersten Freitag<br />

im Monat in den Räumlichkeiten der<br />

Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe,<br />

um – mit Unterstützung einer Moderatorin<br />

– über ihr Leben und ihre Erfahrungen<br />

als ehemalige Krebs-Patient Innen<br />

zu sprechen.<br />

Uns <strong>ist</strong> aufgefallen, dass zu unseren<br />

Stammtischen immer die gleichen<br />

drei bis fünf Leute gekommen <strong>sind</strong>,<br />

wo sich die Gespräche in einem Lokal eher<br />

um alltägliche Dinge gedreht haben. Unsere<br />

Erkr<strong>an</strong>kung <strong>ist</strong> dabei kaum thematisiert worden“,<br />

erklärt Sabine Karner, Org<strong>an</strong>isatorin<br />

und Survivorin, den Anstoß für ein neues<br />

Survivors-Stammtisch-Konzept.<br />

Beim Survivors-Treff, so der neue Name<br />

des Stammtisches, geht es vor allem um<br />

Erfahrungsaustausch, um gemeinsames<br />

Verbringen von Zeit und darum, sich eigene<br />

Stärken wieder bewusst zu machen. Dabei<br />

steht jedes Treffen unter einem bestimmten<br />

Thema, das von Moderatorin Maria Br<strong>an</strong>dl<br />

spielerisch aufbereitet wird. Ging es beim<br />

ersten Mal vor allem darum, sich besser<br />

kennenzulernen, stehen nächstens die Erfahrungen<br />

der Survivors mit den Themen<br />

„Ende der Therapie – Einstieg ins Alltagsleben“<br />

oder „Nachsorge – Ansp<strong>an</strong>nung<br />

TeilnehmerInnen des neuen Survivors-Treffs<br />

und Angst vor der nächsten Kontroll-Untersuchung“<br />

am Programm.<br />

Den größten Vorteil im neuen Konzept<br />

sieht Karner darin, dass „durch die Moderation<br />

darauf geachtet wird, dass sich jeder<br />

einbringen k<strong>an</strong>n und die Zeit der Erkr<strong>an</strong>kung<br />

nun stärker zur Sprache kommt“. Außerdem<br />

werden durch das breitere Angebot<br />

mehr Leute <strong>an</strong>gesprochen, denen zugleich<br />

auch eine größere Auswahlmöglichkeit zur<br />

Verfügung steht.<br />

Und der Erfolg gibt ihnen Recht: „Unser<br />

Angebot wurde super <strong>an</strong>genommen. Bei<br />

den ersten beiden Treffen kamen 15 bzw.<br />

10 betroffene Jugendliche – davon fünf<br />

g<strong>an</strong>z neue Leute“, freut sich Org<strong>an</strong>isatorin<br />

Karner.<br />

Gemeinsam Freizeit verbringen<br />

Zusätzlich zum Survivors-Treff gibt es das<br />

Angebot von Survivors-Aktiv: Dabei treffen<br />

sich Interessierte jeden dritten Samstag im<br />

Monat zu gemeinsamen Freizeit-Aktivitäten<br />

(ohne Moderation). Gepl<strong>an</strong>t <strong>sind</strong> hier u.a.<br />

Mal-Nachmittage, Trommel-Workshops,<br />

Teilnahme am Frauenlauf, Picknicks oder<br />

einfach ein gemeinsamer Kinobesuch.<br />

Auch in Oberösterreich und in Tirol gibt<br />

es aktive und engagierte Survivors-Gruppen,<br />

die ein<strong>an</strong>der regelmäßig treffen.<br />

Nähere Infos unter: www. survivors.at. π<br />

Monika Kehrer


„Ins normale Leben zurückkehren“<br />

Kinder-Krebs-Hilfe Salzburg begeht 20-jähriges Jubiläum<br />

340 geladene Gäste – SpenderInnen<br />

und WegbegleiterInnen – feierten am<br />

9. November 2007 im großartigen<br />

Ambiente des Salzburger H<strong>an</strong>gar 7 die<br />

Kinder-Krebs-Hilfe Salzburg und ihr<br />

20-jähriges Bestehen. Erinnerungen <strong>an</strong><br />

die Anf<strong>an</strong>gsjahre der Org<strong>an</strong>isation und<br />

Ankündigungen von couragierten<br />

Projekten st<strong>an</strong>den <strong>an</strong> diesem Abend im<br />

Vordergrund.<br />

Der Abend gab Anlass genug, Bil<strong>an</strong>z<br />

zu ziehen und die großartige Pionierarbeit<br />

der Salzburger Kinder-<br />

Krebs-Hilfe zu würdigen: Von der Eröffnung<br />

der kinderonkologischen Station<br />

„Sonnenschein“ 1994, dem ins Leben<br />

gerufenen mobilen Regenbogenteam,<br />

das seit 2001 die jungen PatientInnen zu<br />

Hause betreut, bis zur Errichtung eines<br />

eigenständigen Forschungslabors reichen<br />

die Meilensteine der Arbeit. Seit nunmehr<br />

zwei Jahren werden auch betroffene Kinder<br />

und Jugendliche in der Fortbildung durch<br />

den Europäischen Computerführerschein<br />

(ECDL) unterstützt.<br />

Ehrengast L<strong>an</strong>deshauptfrau Gabi Burgstaller<br />

würdigte die Kinder-Krebs-Hilfe in<br />

Salzburg als „Verein, der die Qualität für die<br />

Patienten immer in den Mittelpunkt stellt,<br />

als echte Stütze für Eltern und Kinder, und<br />

zwar sowohl während des Klinikaufent haltes<br />

als auch in der Betreuung zu Hause“.<br />

Nachsorge-Haus für Betroffene<br />

Trotz vieler Verbesserungen, die in den<br />

letzten 20 Jahren für betroffene Kinder<br />

und Jugendliche sowie deren Eltern erzielt<br />

worden <strong>sind</strong>, gibt es für Heide J<strong>an</strong>ik,<br />

v.l.n.r.: Univ.-Prof. Dr. Wolg<strong>an</strong>g Sperl,<br />

Heide J<strong>an</strong>ik und LH Gabi Burgstaller<br />

Obfrau der Salzburger Kinder-Krebs-Hilfe,<br />

keinen Grund, sich auf den Lorbeeren<br />

auszuruhen. Mit dem Bau eines eigenen<br />

Nachsorge-Hauses für die österreichweiten<br />

Camps der Kinder-Krebs-Hilfe soll allen<br />

Betroffenen die Ch<strong>an</strong>ce gegeben werden,<br />

vom so wichtigen Nachsorge-Angebot zu<br />

profi tieren. Immerhin <strong>sind</strong> rund 200 bis<br />

250 Kinder und Jugendliche jährlich von<br />

einer Neuerkr<strong>an</strong>kung betroffen.<br />

„Kinder, aber auch Eltern, die diesen<br />

schweren Leidensweg geg<strong>an</strong>gen <strong>sind</strong>,<br />

bedürfen besonderer Hilfe, wieder in das<br />

‚normale Leben’ zurückzukehren. Wir wissen<br />

aber, wie wichtig es <strong>ist</strong>, betroffenen <strong>Kindern</strong><br />

in Camps wieder Lebensmut zu geben“,<br />

erläutert Heide J<strong>an</strong>ik die Beweggründe für<br />

das neue Großprojekt, das ausschließlich<br />

aus Spendengeldern fi n<strong>an</strong>ziert werden<br />

muss.<br />

Höhepunkte des Abends<br />

Eva Klampfer – 23-jähriges musikalisches<br />

Nachwuchstalent aus Salzburg – sowie die<br />

A-cappella-Gruppe „Stimmlos“ und die<br />

„First Line B<strong>an</strong>d“ setzten sich <strong>an</strong> diesem<br />

Abend mit einem abwechslungsreichen<br />

Musikprogramm gekonnt in Szene. Viele<br />

Lacher waren Joesi Prokopetz mit seinem<br />

Programm „Prokobest – alle Highlights<br />

aus 10 Jahren!“ sicher.<br />

Weiteres Highlight <strong>an</strong> diesem Abend:<br />

die Auszeichnung von 15 Jugendlichen mit<br />

dem Europäischen Computerführerschein<br />

durch L<strong>an</strong>deshauptfrau Gabi Burgstaller.<br />

Der ECDL <strong>ist</strong> ein ein Gemeinschaftsprojekt<br />

der Kinder-Krebs-Hilfe mit der Österreichischen<br />

Computergesellschaft und dem<br />

Consulting-Unternehmen dieBerater ® . π<br />

Monika Kehrer<br />

LH Burgstaller überreicht V<strong>an</strong>essa Bründler ihr<br />

ECDL-Zertifi kat<br />

Spezial-Gebäck für<br />

Kinder-Krebs-Hilfe<br />

Mit seinen „vorgegarten Tiefkühlteiglingen“<br />

machte der Petzenkirchner<br />

Bäckerme<strong>ist</strong>er Anton Haubenberger<br />

Furore. Nun wurde ein spezielles Gebäck<br />

entwickelt, durch dessen Verkauf<br />

die Kinder-Krebs-Hilfe unterstützt wird.<br />

Fünf Cent pro verkauftem Gebäck gehen<br />

direkt <strong>an</strong> die KKH Wien, NÖ und Bgld,<br />

die den Erlös – gemäß den Verkäufen<br />

Intern<br />

je Bundesl<strong>an</strong>d – <strong>an</strong> die betreffenden L<strong>an</strong>desverbände<br />

der Kinder-Krebs-Hilfe in<br />

g<strong>an</strong>z Österreich weiterleitet. Bei dem<br />

Gebäck h<strong>an</strong>delt es sich einerseits um den<br />

„Sonnenigel“, ein laut Anton Haubenberger<br />

„herrlich weiches Weckerl mit Amar<strong>an</strong>th,<br />

Sonnenblumenkernen, Karotten und Sesam<br />

– alles „BIO“ aus kontrolliertem Anbau“.<br />

Dazu die „Kindersonne“ – ein süßes Backwerk<br />

mit Pfi rsichstücken, aus Naturtopfen<br />

und Butter dunkelblond gebacken.<br />

Ein weiterer Höhepunkt im Zusammenh<strong>an</strong>g<br />

mit dieser Produktlinie: Ein eigener<br />

SOL-Song und sogar ein Musical, die am<br />

17. November 2007 im Event-Vierk<strong>an</strong>ter<br />

„Ramsauerhof“ rund 200 bege<strong>ist</strong>erten<br />

Gästen präsentiert wurden.<br />

Ω Die CD k<strong>an</strong>n im Onlineshop der KKH Wien,<br />

NÖ, Bgld (www.elterninitiative.at/shop) um<br />

7,– Euro erworben werden. π<br />

Monika Kehrer<br />

Harald Affengruber (links) und Anton Haubenberger (rechts)<br />

von Haubis mit Obfrau der KKH Wien, NÖ, Bgld., Ingeborg Köstldorfer<br />

1/08 13<br />

sonne


Porträt<br />

sonne<br />

Marketing für krebskr<strong>an</strong>ke Kinder<br />

Geoff Thaxter, Vorsitzender der ICCCPO *<br />

Geoff Thaxter <strong>ist</strong> kein Freund von halben<br />

Sachen. Der 1949 in London geborene<br />

Marketing-Experte kletterte bei international<br />

gewichtigen Unternehmen wie<br />

Philips oder Britsh Gas die berufliche<br />

Karriereleiter hoch. Vor 14 Jahren beg<strong>an</strong>n<br />

sich sein Leben entscheidend zu<br />

verändern.<br />

1994 erkr<strong>an</strong>kte eine seiner beiden<br />

Töchter im Alter von zehn Jahren <strong>an</strong><br />

Krebs. Zwei Jahre l<strong>an</strong>g kämpfte die<br />

Familie Thaxter um das Leben ihres Kindes.<br />

Vergeblich.<br />

Eine der Konsequenzen, die Geoff<br />

Thaxter zog, war, sich bei karitativen Org<strong>an</strong>isationen<br />

für krebskr<strong>an</strong>ke Kinder zu<br />

engagieren. Anf<strong>an</strong>gs ein paar Stunden pro<br />

Woche, d<strong>an</strong>n auf Teilzeit-Basis. Vor vier<br />

Jahren <strong>ist</strong> es ein Fulltime-Job geworden:<br />

Geoff Thaxter <strong>ist</strong> Direktor der größten britischen<br />

Kinder-Krebs-Hilfe-Org<strong>an</strong>isation<br />

„CLIC Sargent“, Vorsitzender der ICCCPO<br />

und Vorst<strong>an</strong>dsmitglied der World Child<br />

C<strong>an</strong>cer Foundation (WCCF). Letztere <strong>ist</strong><br />

eine jüngst gegründete Suborg<strong>an</strong>isation<br />

der ICCCPO, speziell für Kinder-Krebs-<br />

Hilfe-Projekte in Entwicklungsländern.<br />

Damit verfügt die ICCCPO erstmals über<br />

eine Org<strong>an</strong>isation, die selber Spendenund<br />

Sponsorengelder lukriert.<br />

Klare Ziele, klare Strukturen, hohe Effizienz<br />

– das <strong>ist</strong> nach dem Geschmack des<br />

Marketing-Profis. Mit einem Startkapital<br />

von 1,5 Mio. Euro soll die WCCF loslegen.<br />

Bisl<strong>an</strong>g wurde ein Drittel der Summe aufgebracht.<br />

Noch heuer sollen die ersten beiden<br />

Projekte fixiert werden, voraussichtlich in<br />

Afrika und Lateinamerika. „Es <strong>ist</strong> wichtig,<br />

dass die ersten Projekte erfolgreich <strong>sind</strong>“,<br />

so Stratege Thaxter, d<strong>an</strong>n sollte es leichter<br />

werden, internationale Org<strong>an</strong>isationen<br />

und Geldgeber für die WCCF zu gewinnen.<br />

Bis zum Jahr 2020, lautet das hehre Ziel<br />

des Briten, soll die Überlebensrate von<br />

krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong> in der Dritten Welt<br />

von derzeit 20 auf 50 Prozent gehoben<br />

werden.<br />

Vorausgesetzt, das WCCF-Projekt gelingt,<br />

schwebt Thaxter schon die Gründung<br />

einer weiteren Org<strong>an</strong>isation unter der<br />

Schirmherrschaft der ICCCPO vor – eine,<br />

14 1/08<br />

die sich ausschließlich um Bel<strong>an</strong>ge in hoch<br />

entwickelten Ländern kümmert und Geld für<br />

internationale Forschungsprojekte, „Best<br />

Practice“-Pflegemodelle oder Förderungsprojekte<br />

für Survivors (Männer und Frauen,<br />

die in ihrer Kindheit eine Krebserkr<strong>an</strong>kung<br />

hatten) auftreibt. Auch dafür steckt sich<br />

Thaxter klare (und hohe) Ziele: Die Überlebensrate<br />

soll <strong>an</strong> der 90-Prozent-Marke<br />

kratzen (derzeit rund 75 bis 80 Prozent),<br />

Nebenwirkungen und Spätfolgen durch<br />

die Krebstherapie sollen deutlich verringert<br />

werden. In Zusammenarbeit mit der<br />

SIOP („Société Internationale d´Oncologie<br />

Pédiatrique“ – einer Vereinigung von auf<br />

Kinderkrebs spezialisierten ÄrztInnen) soll<br />

dazu auf EU-Ebene die Entwicklung verbesserter<br />

Medikamente für krebskr<strong>an</strong>ke Kinder<br />

durchgesetzt werden. Für das notwendige<br />

Lobbying auf EU-Ebene hat sich Stratege<br />

Thaxter schon die Zusammenarbeit mit<br />

dem neuen SIOP-Präsidenten Maarten<br />

Egeler gesichert.<br />

Auch innerhalb der ICCCPO setzt Fußball-F<strong>an</strong><br />

Thaxter auf Team-Bildung. In einer<br />

Org<strong>an</strong>isation, die mittlerweile weltweit mehr<br />

als hundert Mitgliedsorg<strong>an</strong>isationen hat<br />

„<strong>ist</strong> es wichtig, regionale Plattformen zu<br />

haben“. Das erleichtert den Mitgliedern,<br />

ein<strong>an</strong>der zu treffen (weniger Reiseaufw<strong>an</strong>d)<br />

und „über die Dinge zu diskutieren, die<br />

für sie in ihrer Region am relev<strong>an</strong>testen<br />

<strong>sind</strong>“. So sollen beispielsweise innerhalb<br />

Europas etwa eine mitteleuropäische, eine<br />

sk<strong>an</strong>dinavische oder eine russische Gruppe<br />

entstehen. „Damit haben wir vielleicht auch<br />

bessere Ch<strong>an</strong>cen, mehr Menschen für eine<br />

Mitarbeit zu gewinnen“, hofft Thaxter.<br />

Geoff Thaxter <strong>ist</strong> dafür als Vorbild gut<br />

geeignet. Was den durchaus selbstironischen<br />

Engländer so sympathisch macht: Er hat<br />

trotz allem den Sinn für seine Lebensfreude<br />

nicht verloren. Befragt nach seiner<br />

Lieblingsbeschäftigung sagt Thaxter: „Den<br />

Urlaub mit meiner Frau Gill in der Sonne<br />

Floridas genießen.“ π Otto Havelka<br />

*) Die ICCCPO (International Confederation of<br />

Childhood C<strong>an</strong>cer Parent Org<strong>an</strong>isations) wurde<br />

1994 in Sp<strong>an</strong>ien gegründet und <strong>ist</strong> eine<br />

Internationale Vereinigung von mittlerweile<br />

mehr als hundert Kinder-Krebs-Hilfe Org<strong>an</strong>isationen,<br />

darunter <strong>ist</strong> auch die Österreichische<br />

Kinder-Krebs-Hilfe.<br />

S T E C K B R I E F<br />

Geoff Thaxter<br />

Lieblingsbuch: The Road Less Traveled<br />

von M. Scott Peck<br />

Lieblingsmusik: The Beatles und<br />

Mozart<br />

Lieblingsmaler: Rembr<strong>an</strong>dt<br />

Lieblingsort: Florida – ein Platz für<br />

unsere Familie zum Erholen<br />

Lieblingsblume: Freesien<br />

Lieblingsspeise: Currygerichte oder ein<br />

einfaches Steak<br />

Lieblingssport: Fußball – obwohl die<br />

englische Nationalm<strong>an</strong>nschaft nicht<br />

so gut <strong>ist</strong><br />

Meine größte Stärke: Strategisches<br />

Denken – ein Ziel haben und darauf<br />

hinarbeiten<br />

Meine größte Schwäche: Zu hohe<br />

Erwartungen <strong>an</strong> <strong>an</strong>dere und <strong>an</strong> mich<br />

zu stellen<br />

Mein größter Erfolg: In der Kinder-<br />

Krebs-Hilfe tätig zu sein. Das hat mein<br />

Leben verändert und gibt mir das<br />

Gefühl, etwas Wertvolles zu tun<br />

Meine schwerste Niederlage: Meine<br />

Tochter durch eine Krebserkr<strong>an</strong>kung<br />

verloren zu haben<br />

Was mich ärgert: Menschen, die nichts<br />

versuchen<br />

Worüber ich am me<strong>ist</strong>en lachen k<strong>an</strong>n:<br />

Comedy Shows im TV. Ich bin süchtig<br />

d<strong>an</strong>ach!<br />

Mein Lebensmotto: Versuche zu unterscheiden<br />

und mach das Beste aus dem<br />

was du tust<br />

Was ich als Kind besonders gern hatte:<br />

L<strong>an</strong>ge Sommerferien


Markt mit Tradition<br />

Seit vielen Jahren ver<strong>an</strong>staltet die KKH<br />

Wien, NÖ, Bgld. in den Räumlichkeiten<br />

des St. Anna Kinderspitals ihren traditionellen<br />

Weihnachtsmarkt.<br />

Adventkränze, Weihnachtsgeschenke,<br />

h<strong>an</strong>dbemalte Keramik, Kerzen, Kinderspielzeug,<br />

köstliche Kekse und vieles mehr<br />

wurden zum Teil schon in den Sommermonaten<br />

von engagierten HelferInnen<br />

für den Adventmarkt vorbereitet. Von<br />

30. November bis 1. Dezember 2007 ging<br />

der erfolgreiche Verkauf in der Bibliothek<br />

im St. Anna Kinderspital über die Bühne.<br />

Der Verein durfte sich über die großartige<br />

Summe von 18.205,– Euro freuen.<br />

Kinderfl ugtag<br />

Am 8.Dezember 2007 f<strong>an</strong>d am Flugplatz<br />

Hohenems (Vbg.) bereits zum<br />

dritten Mal der Weihnachtskinderfl ugtag<br />

statt.<br />

Die Wild West Crew ermöglichte krebskr<strong>an</strong>ken<br />

<strong>Kindern</strong> aus Vorarlberg heuer<br />

wieder Freifl üge mit dem Hubschrauber.<br />

„Die Welt von oben“ zeigte sich den eingeladenen<br />

<strong>Kindern</strong> nach <strong>an</strong>fänglichen<br />

Wolkenfeldern von ihrer schönsten Seite<br />

und auch das Rahmenprogramm des <strong>an</strong>schließenden<br />

Kindertages hatte einiges<br />

zu bieten: Vorarlbergs Weltklasse-Clown<br />

Galetti sorgte mit seiner Weihnachts-Show<br />

bei den jungen Gästen für viele Lacher und<br />

der Weihnachtsm<strong>an</strong>n brachte für jedes Kind<br />

ein prallgefülltes Säckchen mit.<br />

Von Bratapfel bis V<strong>an</strong>illekipferl<br />

… gab es bei den traditionellen Weihnachtsmärkten<br />

der KKH Salzburg auf<br />

dem Alten Markt und im L<strong>an</strong>deskr<strong>an</strong>kenhaus<br />

wieder genug.<br />

In idyllischer Atmosphäre konnten die<br />

BesucherInnen neben allerlei Köstlichkeiten,<br />

Adventkränzen und Glühwein auch<br />

nach geeigneten Weihnachtsgeschenken<br />

Ausschau halten. Offenbar gefi el das Angebot,<br />

denn die SalzburgerInnen zeigten sich<br />

auch heuer wieder von ihrer großzügigsten<br />

Seite und erleichterten ihre Geldbörsel um<br />

insgesamt 11.000,– Euro. Der Reinerlös<br />

kommt krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong> und ihren<br />

Familien in Salzburg zu.<br />

Kärntner Backaktion<br />

Am 30. November und 1. Dezember 2007<br />

lud die KKH Kärnten wieder zu ihrem<br />

traditionellen Weihnachtsbasar im Euro<br />

Center Wolfsberg.<br />

Außerdem war der Verein auch beim<br />

Reichenfelser Advent und beim Perchtenlauf<br />

in Bad St. Leonhard mit Köstlichkeiten<br />

und Weihnachtsdeko vertreten. Tatkräftige<br />

Unterstützung beim Kekse backen bekam<br />

die Kinder-Krebs-Hilfe von Schulen in<br />

Wolfsberg, St. Marein und Buchhof sowie<br />

von engagierten Frauen aus der Umgebung.<br />

Der Reinerlös aus dem Verkauf diverser<br />

Basteleien und Schleckereien kommt auch<br />

dieses Jahr betroffenen Familien zugute.<br />

Weihnachten in OÖ<br />

Am 16. Dezember 2007 feierte die<br />

KKH OÖ mit krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong> und<br />

ihren Familien im Festsaal des Neuen<br />

Linzer Rathauses Weihnachten.<br />

Nach einem gemeinsamen Gottesdienst<br />

in der Martin Luther Kirche erwartete die<br />

Gäste im Rathaus das Kellertheater mit der<br />

Aufführung des Märchens „Die Bremer<br />

Stadtmusik<strong>an</strong>ten“. Nach einem köstlichen<br />

Mittagessen durften Engel und Weihnachtsm<strong>an</strong>n<br />

für die Hauptattraktion des Tages<br />

sorgen: die Bescherung der Kinder. Alle<br />

Geschenke wurden von Ingrid Kepplinger<br />

(Bild Mitte) für jedes einzelne Kind liebevoll<br />

ausgesucht und f<strong>an</strong>den dementsprechend<br />

großen Ankl<strong>an</strong>g.<br />

Freudige Gesichter bei beschenkten <strong>Kindern</strong><br />

sowie Agnes Stark (Obfrau KKH OÖ) und Ingrid<br />

Kepplinger (Vorst<strong>an</strong>d KKH OÖ)<br />

1/08 15<br />

sonne<br />

Kultur & Freizeit


Aktion & Engagement<br />

sonne<br />

Pedalritter<br />

Am 16. November 2007 lud das Innsbrucker<br />

Fitness-Center „Happy Fitness“ wieder<br />

zahlreiche HobbysportlerInnen zum karitativen<br />

Strampeln.<br />

„Gute Laune trifft guten Zweck“ war das<br />

Motto des 24-Stunden-Marathons zugunsten<br />

der KKH Tirol und Vorarlberg. Dabei<br />

setzten sich Sportbege<strong>ist</strong>erte mit extremem<br />

Durchhaltevermögen neben einer<br />

Schwimm- und Laufeinheit noch 24 Stunden<br />

aufs Rad. Für den Promiaufputz sorgten<br />

Musiker Klaus Schubert und Verena Pötzl<br />

sowie Ex-Rodler Markus Prock.<br />

Ursula Mattersberger (KKH Tirol und Vbg.)<br />

freut sich mit Teilnehmer Chr<strong>ist</strong>i<strong>an</strong> Schaar und<br />

Ver<strong>an</strong>stalterin Steph<strong>an</strong>ie Holzer über den<br />

Spendenerlös von 5.500,– Euro<br />

„T<strong>an</strong>nenduft …<br />

und Engelhaar“ n<strong>an</strong>nte sich der Weihnachts-<br />

und Kunsth<strong>an</strong>dwerksmarkt vom 13. bis<br />

16. Dezember 2007 im Palais Lobkowitz<br />

im 1. Bezirk in Wien.<br />

Helfen der besonderen Art hat sich Familie<br />

Kreinig zur Aufgabe gemacht. Seit drei<br />

Jahren org<strong>an</strong>isiert sie in Kooperation mit<br />

dem Direktor des Theatermuseums einen<br />

Kunsth<strong>an</strong>dwerks-Weihnachtsmarkt,<br />

der BesucherInnen auch heuer wieder ein<br />

reichhaltiges Programm bot: Neben allerlei<br />

Köstlichkeiten gab es ein Kostümspiel, das<br />

„Wiener Papiertheater“ gab „Zu Bethlehem<br />

geboren“ zum Besten und kleine Gäste<br />

konnten Sterne und Hexenhäuschen bemalen.<br />

Ein Teil der St<strong>an</strong>dmieten der AusstellerInnen<br />

und die Eintritte kommen immer<br />

Sozialprojekten zugute. Heuer wurden ein<br />

16 1/08<br />

Junge mit Down-Syndrom sowie die KKH<br />

Wien, NÖ, Bgld. ausgewählt und so konnten<br />

am Ende der Ausstellung 1.400,– Euro<br />

überreicht werden.<br />

Am 29. November f<strong>an</strong>d auch heuer wieder<br />

der Punschabend der VAMED-KMB<br />

Kr<strong>an</strong>kenhausm<strong>an</strong>agement und Betriebsführungsges.m.b.H<br />

zugunsten der KKH<br />

Wien, NÖ, Bgld. statt. Beim gemütlichen<br />

Beisammensein stärkten sich BesucherInnen<br />

mit Aufstrichen, Kümmelbratenbroten<br />

und natürlich – Punsch!<br />

Die Ver<strong>an</strong>stalterInnen des vorweihnachtlichen<br />

Punschabends<br />

Begehrte Tickets<br />

Bei seinem legendären Sommerfest versteigerte<br />

Stef<strong>an</strong> Patscheider 20 Tickets<br />

und VIP-Packages für das ausverkaufte<br />

Länderspiel Österreich : Elfenbeinküste.<br />

Der Harleys Coffee Bar-Besitzer (links im<br />

Bild) wurde bei der Aktion von Michael<br />

Bielowski, Tirols Chef-Koordinator für die<br />

Euro 2008, unterstützt. Ursula Mattersberger<br />

(im Bild mit Ball) von der KKH Tirol<br />

und Vorarlberg nahm in Anwesenheit von<br />

Initiatorin Bettina Regensburger (im Bild<br />

hinten), und der beiden Herren im Tivoli<br />

Stadion einen Scheck über 2.000,– Euro<br />

entgegen.<br />

Lebenslicht<br />

Am 22. November 2007 lud die RIRI-Group<br />

International zur Kunst & Charity Vernissage<br />

der Künstlerin Renate Hagenhofer.<br />

Im wunderschönen Ambiente des Wasserschlosses<br />

Kottingbrunn präsentierte<br />

die Künstlerin eine Auswahl ihrer Ölbilder,<br />

die sie mithilfe einer speziellen Pinsel- und<br />

Spachteltechnik <strong>an</strong>fertigt. Die Verbundenheit<br />

zur Natur und ihre unkomplizierte<br />

Lebenseinstellung fi nden sich in vielen<br />

Werken der niederösterreichischen Malerin<br />

wieder. Am Vernissage-Abend wurde<br />

zugunsten der ÖKKH das Ölbild „Lebens- Come to Lechvalley<br />

licht“ versteigert und der Erlös von rund<br />

Letzten Sommer lud der betroffene Vater<br />

4.800,– Euro überwiesen.<br />

Fr<strong>an</strong>kie Ennemoser wieder zum traditionellen<br />

Bikertreffen der „Lechvalley Country<br />

Friends“.<br />

Jede Menge heiße Eisen und Country<br />

Musik erwarteten die BesucherInnen der<br />

legendären Country Night im Lechtal. Mit<br />

Hilfe der SpenderInnen und Musikgruppen<br />

kamen heuer 1.533,– Euro zusammen, die<br />

der Org<strong>an</strong>isator kürzlich <strong>an</strong> Ursula Mattersberger<br />

von der KKH Tirol und Vorarlberg<br />

überreichte.


Kultiger Straßenfeger<br />

Dem Fiat 500, einem beliebten Stadtflitzer<br />

der 60er Jahre, wurde neues Leben eingehaucht.<br />

Auch die KKH Tirol und Vorarlberg<br />

durfte sich darüber freuen.<br />

Seit kurzem steht der Fiat 500 neu gestylt<br />

und in der Länge gewachsen wieder in den<br />

Verkaufsräumen. Im Rahmen der 500er-<br />

Party des Autohauses Lüftner in Innsbruck<br />

nahm Kunde René Benkó den ersten nagelneuen<br />

500er Fiat in Besitz. Vor Freude<br />

spendete er 500,– Euro für die KKH Tirol<br />

und Vorarlberg, worauf sich Rom<strong>an</strong> Lüftner<br />

mit 1.500,– Euro der spont<strong>an</strong>en Aktion<br />

<strong>an</strong>schloss. Somit konnte Geschäftsführer<br />

Harald Nössig einer bege<strong>ist</strong>erten Ursula<br />

Mattersberger von der KKH Tirol und<br />

Vorarlberg 2.000,– Euro überreichen.<br />

(v.l.n.r.) René Benkó, Ursula Mattersberger mit<br />

Harald Nössig und Alex<strong>an</strong>der Plalkner von Fiat<br />

Tag der Benefizkonzerte<br />

Am 9. November 2007 f<strong>an</strong>den gleich zwei<br />

Benefizkonzerte der Sonderklasse zugunsten<br />

der KKH Kärnten statt.<br />

Im Rathausfestsaal Wolfsberg org<strong>an</strong>isierte<br />

Brigitta Rabensteiner bereits zum 20. Mal<br />

ein Benefizkonzert zugunsten krebskr<strong>an</strong>ker<br />

Kinder im Lav<strong>an</strong>ttal. Für ein buntes<br />

Musikprogramm sorgten diesmal u.a. der<br />

AGV Fr<strong>an</strong>tschach, das BORG Wolfsberg<br />

und das Quintett der Brüder Smrtnik. Der<br />

Abend brachte die tolle Summe von rund<br />

4.750,– Euro ein.<br />

Am gleichen Tag wurde auch in St. Veit/Gl<strong>an</strong><br />

im Rathaushof zugunsten der KKH Kärnten<br />

musiziert. Anlässlich „20 Jahre Kärntner<br />

Kinder-Krebs-Hilfe“ org<strong>an</strong>isierte die engagierte<br />

KKH-Mitarbeiterin Margit Binder<br />

das Benefizkonzert „Kraft und Hoffnung<br />

geben – Überleben“. Mit musikalischer<br />

Unterstützung des „Singkreis Seltenheim“,<br />

dem „Gattersdorfer Vierges<strong>an</strong>g“ und der<br />

„Althofener Volksmusik<strong>an</strong>ten“ konnte der<br />

Reinerlös von 5.855,– Euro eingenommen<br />

werden.<br />

(v.l.n.r.) Brigitta Rabensteiner, BSI Thomas<br />

Haudej, Mag. Gudrun Petritsch, Moderatorin<br />

Sonja Kleindienst und zwei junge Konzertbesucherinnen<br />

im Rathausfestsaal Wolfsberg<br />

Konzert auf „pinzgauerisch“<br />

Am 28. Dezember 2007 wartete die Gruppe<br />

„Göko & Co“ in der Stiegl-Brauwelt mit einem<br />

Konzert der besonderen Art auf.<br />

BesucherInnen wurde ein abwechslungsreiches<br />

Programm mit Liedern und Texten<br />

im Pinzgauer Dialekt geboten – allesamt<br />

komponiert und geschrieben vom B<strong>an</strong>dleader<br />

H<strong>an</strong>s Gögele aus Saalfelden. Auf der<br />

Tournee-L<strong>ist</strong>e der seit 1993 bestehenden<br />

B<strong>an</strong>d stehen 300 Live-Konzerte in g<strong>an</strong>z<br />

Österreich und Bayern. Das Konzert in<br />

Salzburg war der Salzburger KKH gewidmet,<br />

die sich über einen Betrag von rund<br />

900,– Euro freuen durfte.<br />

Die B<strong>an</strong>dmitglieder der Gruppe „Göko & Co“<br />

Besinnliche Adventmärkte 2007<br />

Am ersten Dezemberwochenende wurden<br />

zugunsten der KKH Steiermark zwei besonders<br />

schöne Adventmärkte ver<strong>an</strong>staltet.<br />

In Weißkirchen wurden in den Weihnachtshütten<br />

am Firmengelände der Firma „Edelstein<br />

Krampl“ ausschließlich traditionelle<br />

und h<strong>an</strong>dgemachte Geschenkideen <strong>an</strong>geboten.<br />

Zum Erlebnis für die g<strong>an</strong>ze Familie wurde<br />

der Adventmarkt durch die einzigartige<br />

Krippenausstellung, eine Nostalgiefahrt mit<br />

der Dampflok nach Bad St. Leonhard und<br />

jede Menge musikalischer Darbietungen<br />

und Lesungen.<br />

Auch am Chr<strong>ist</strong>kindlmarkt in Limbach<br />

verst<strong>an</strong>d m<strong>an</strong> es bestens, die zahlreichen<br />

BesucherInnen mit Glühwein, gebratenen<br />

Äpfeln und Lebkuchen zu verwöhnen und in<br />

weihnachtliche Stimmung zu versetzen.<br />

SchülerInnen der HS Weißkirchen beim<br />

Adventsingen<br />

Weihnachtliches AMS-Projekt<br />

Im Rahmen eines AMS-Projektes des Unternehmens<br />

dieBerater ® engagierten sich<br />

arbeitslose Jugendliche für krebskr<strong>an</strong>ke<br />

Kinder.<br />

dieBerater ® -Mitarbeiterin Gabriele Jesacher<br />

leitet das größte AMS-Projekt für das Bundesl<strong>an</strong>d<br />

Wien: „Perspektiven für Jugendliche<br />

und junge Erwachsene bis 30.“<br />

Darin wird den Jugendlichen neben<br />

verschiedensten Qualifizierungskursen<br />

(Sprachkurse, Gastronomiekurse, EDV,<br />

Bürom<strong>an</strong>agement, Verkaufstraining, etc.),<br />

Unterstützung bei der schriftlichen und<br />

mündlichen Bewerbung sowie bei der aktiven<br />

Arbeitssuche geboten. Da das Unternehmen<br />

ein l<strong>an</strong>gjähriger Kooperations-<br />

1/08 17<br />

sonne<br />

Aktion & Engagement


Aktion & Engagement<br />

sonne<br />

partner der Kinder-Krebs-Hilfe <strong>ist</strong>, hatte<br />

Frau Jesacher die Idee, gemeinsam mit den<br />

Jugendlichen einen St<strong>an</strong>d beim Weihnachtsmarkt<br />

in Gaaden (NÖ) zu gestalten: Am<br />

1. und 2. Dezember wurden die selbstgemachten<br />

weihnachtlichen Dekoartikel, Kerzen,<br />

Schmuck, Gewürzöle, etc. zugunsten<br />

der ÖKKH verkauft.<br />

ZVG<br />

Gabriele Jesacher mit engagierten Jugendlichen<br />

Lackners Adventlounge<br />

Ende November eröffnete die Lackner<br />

Adventlounge in der Salzburger Altstadt<br />

ihre Pforten.<br />

Hausgemachter Or<strong>an</strong>genpunsch, Kinderpunsch<br />

und Schmalzbrote wurden am<br />

Eröffnungstag der Lackner Adventlounge<br />

zugunsten der KKH Salzburg verkauft, die<br />

sich über eine Spende von 1.000,– Euro<br />

freuen durfte. „Es <strong>ist</strong> ein gutes Gefühl,<br />

wenn m<strong>an</strong> sich sicher sein k<strong>an</strong>n, dass die<br />

Spenden gut aufgehoben <strong>sind</strong>. Bei der<br />

Salzburger Kinder-Krebs-Hilfe weiß m<strong>an</strong>,<br />

dass der Erlös den krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong><br />

im St. Joh<strong>an</strong>ns-Spital zu Gute kommt“, so<br />

Ver<strong>an</strong>stalter Joh<strong>an</strong>nes Lackner.<br />

Familie Lackner und Gäste in ihrer Adventlounge<br />

18 1/08<br />

Aktive Eltern<br />

Betroffene Eltern aus OÖ legten sich in<br />

der Adventzeit für die KKH ordentlich ins<br />

Zeug.<br />

So konnten SchülerInnen der VS Prambachkirchen<br />

am Hof von Muna Fiedler ihre<br />

eigenen Kerzen ziehen; der Reinerlös von<br />

700,– Euro wurde <strong>an</strong> die KKH übergeben.<br />

Außerdem verkauften Peter Holzinger und<br />

Kurt Schölnberger am Weihnachtsmarkt in<br />

Prambachkirchen selbst gedrechselte Birkenholzkerzen.<br />

In Seewalchen org<strong>an</strong>isierte<br />

Familie Moser bereits zum zweiten Mal eine<br />

jazzige, literarisch lustige Adventlesung<br />

und in Ried im Innkreis waren Gudrun<br />

Gittmaier und Dunja Boubenicek am Adventmarkt<br />

höchst erfolgreich mit einem<br />

St<strong>an</strong>d vertreten: 1.000,– Euro wurden <strong>an</strong><br />

KKH OÖ-Obfrau Agnes Stark überreicht.<br />

Auch H<strong>an</strong>ni Hauder und Ulli Reschenhofer<br />

verkauften beim Martinimarkt in Hofkirchen<br />

<strong>an</strong> der Trattnach bzw. beim Adventmarkt<br />

in R<strong>an</strong>shofen selbst Gebasteltes und selbst<br />

Gemachtes zugunsten der KKH OÖ.<br />

Kerzenziehen in Prambachkirchen<br />

964 Lebkuchenprofi s<br />

964 Kinder aus der Steiermark und Kärnten<br />

entwickelten sich in der Adventzeit zu<br />

wahren Lebkuchen-Backme<strong>ist</strong>ern.<br />

Lebkuchenteig, Küche und Personal wurden<br />

den <strong>Kindern</strong> vom Chef der Oldtimer<br />

Raststation in Pack, Fr<strong>an</strong>z Hochetlinger,<br />

und seiner engagierten Mitarbeiterin Evelin<br />

Swersina zur Verfügung gestellt. Durch den<br />

Verkauf ihrer produzierten Lebkuchen <strong>an</strong><br />

BesucherInnen der Raststation sammelten<br />

die bege<strong>ist</strong>erten Lebkuchen-BäckerInnen<br />

einen Reinerlös von 846,50 Euro zugunsten<br />

der KKH Kärnten. Außerdem wurden<br />

die 24 Kalenderfenster des Packer Lebkuchen-Eing<strong>an</strong>gstores<br />

<strong>an</strong> heimische Firmen<br />

verkauft, was nochmals rund 10.000,– Euro<br />

einbrachte. KKKH-Obfrau Gudrun Petrisch<br />

zeigte sich ob der originellen Aktion bege<strong>ist</strong>ert.<br />

(v.l.n.r) Restaur<strong>an</strong>tleiterin Evelin Swersina,<br />

Fr<strong>an</strong>z Hochetlinger, Mag. Gudrun Petritsch und<br />

Brigitta Rabensteiner und Kinder<br />

„All you c<strong>an</strong> hear“<br />

lautete das Maturaprojekt von fünf Matur<strong>an</strong>tInnen<br />

der HAK Ried im Innkreis.<br />

Im Rahmen des Projektes wurde zugunsten<br />

der KKH OÖ ein Festival org<strong>an</strong>isiert. Am<br />

14. November 2007 f<strong>an</strong>d im Elternzentrum<br />

der KKH OÖ in Linz die Übergabe statt:<br />

Stolze 1.000,– Euro konnten die engagierten<br />

Matur<strong>an</strong>tInnen für krebskr<strong>an</strong>ke Kinder<br />

und ihre Angehörigen sammeln.<br />

Die Projektgruppe mit Sieglinde Spiegl (KKH<br />

OÖ) zu Besuch im Elternzentrum


Alles muss raus<br />

Vorweihnachtliche Geschenke Hilfe backen<br />

Der Salzburger Traditionsbetrieb Schmidt Eine besondere Überraschung ließ sich die Bereits zum vierten Mal führte das Bun-<br />

ver<strong>an</strong>staltete am 24. November 2007 einen Firma Alpine Bau GmbH <strong>an</strong>lässlich ihres desheer in der Steiermark während der<br />

Lampen-Abverkauf zugunsten der KKH Informationstages der Zweigniederlassung Vorweihnachtszeit die Aktion „Soldaten<br />

Salzburg.<br />

Salzburg einfallen.<br />

und Kinder backen Hilfe“ durch.<br />

Das Beleuchtungshaus Schmidt in der Statt Weihnachtsgeschenke gab es von Dabei backten Kinder aus der Region in<br />

Sigmund-Haffner-Gasse schloss mit En- Seiten des international erfolgreichen Bau- fünf verschiedenen Kasernen gemeinsam<br />

de November sein Geschäft. Kein Nachunternehmens eine Spende in der Höhe von mit Soldaten Weihnachtskekse, die d<strong>an</strong>n<br />

folger und die schlechte Erreichbarkeit in 10.000,– Euro für die KKH Salzburg. Mit gegen freiwillige Spenden auf Weihnachts-<br />

der Altstadt machten den Schritt notwen- dieser großzügigen Spende wird die mobile märkten zugunsten der KKH Steiermark<br />

dig. Seit 1858 gab es das Unternehmen in Betreuung der jungen KrebspatientInnen im <strong>an</strong>geboten wurden. In den verg<strong>an</strong>genen<br />

der Salzburger Altstadt, seit 1922 wurden gesamten Bundesl<strong>an</strong>d unterstützt. Zusätz- Jahren konnte so ein Gesamtspendenbetrag<br />

dort nur Lampen hergestellt und verkauft. lich bekam die Kinder-Krebs-Hilfe noch eine von rund 21.000,– Euro eingenommen<br />

Minus 75 Prozent gab es beim Lampen- wunderschöne Holz-Krippe überreicht. werden. Unterstützt wurde die Aktion von<br />

Abverkauf auf alle Kr<strong>ist</strong>allluster & Co. Der<br />

der „Rössl Mühle“, die das Mehl lieferte, die<br />

Erlös von beachtlichen 6.000,– Euro geht<br />

Eier sponserte „Toni’s Freil<strong>an</strong>deier“ und die<br />

<strong>an</strong> die jungen KrebspatientInnen des<br />

Butter steuerte „Stainzer Milch“ bei. Neben<br />

St. Joh<strong>an</strong>ns-Spitals.<br />

der Unterstützung für die Kinder-Krebs-<br />

Hilfe wollte das Bundesheer den <strong>Kindern</strong><br />

Fröhliches Chr<strong>ist</strong>baum schmücken<br />

zeigen, wie mit geringen Mitteln und unter<br />

persönlichem Einsatz benachteiligten Mit-<br />

Am 29. November 2007 f<strong>an</strong>d im Casineum<br />

des Casinos Austria in Linz die sechste<br />

M<strong>an</strong>fred Laux<br />

menschen geholfen werden k<strong>an</strong>n.<br />

Chr<strong>ist</strong>baumvernissage der KKH OÖ statt.<br />

15 Chr<strong>ist</strong>bäume, bereitgestellt von Herrn<br />

Direktor Wolfg<strong>an</strong>g Schneider von Spitz<br />

Spendable Alpine-Mitarbeiter mit Heide J<strong>an</strong>ik,<br />

Obfrau der SKKH<br />

Event Catering, wurden von namhaften<br />

VertreterInnen aus der regionalen Wirtschaft<br />

innerhalb von 30 Minuten mit selbst<br />

mitgebrachtem Chr<strong>ist</strong>baumschmuck aufgeputzt.<br />

Die zum Teil sehr kreativ dekorierten<br />

Bäume wurden <strong>an</strong>schließend zum<br />

Mindestwert von 250,– Euro unter den<br />

<strong>an</strong>wesenden Gästen zur Versteigerung<br />

ausgerufen. Die KKH OÖ durfte sich <strong>an</strong><br />

diesem Abend über einen Erlös von 9.000,–<br />

Euro freuen, der in neue Projekte wie den<br />

Externen Onkologischen Pflegedienst oder<br />

in die Zahnprophylaxe fließt.<br />

Gedächtnisrennen<br />

Zum dritten Mal fuhren die Piloten des<br />

BSG Kart der Firma Bosch aus Hallein in<br />

Gedenken <strong>an</strong> ihren verstorbenen Freund<br />

und Kollegen Joh<strong>an</strong>n Hager.<br />

Und zum dritten Mal wurde die soziale<br />

Aktion zugunsten krebskr<strong>an</strong>ker Kinder und<br />

Jugendlicher in Salzburg ver<strong>an</strong>staltet. Die<br />

Salzburger KKH durfte sich über eine stolze<br />

Spendensumme von rund 4.000,– Euro<br />

freuen.<br />

Bundesheer/MACHER<br />

Musik<strong>an</strong>tenparade<br />

Am 11. November 2007 f<strong>an</strong>d in Peilstein<br />

(OÖ) die „Peilsteiner Musik<strong>an</strong>tenparade“<br />

statt.<br />

Dr. Paul Sonnleitner (Stv. Obm<strong>an</strong>n der KKH<br />

OÖ) im Interview mit dem bewährten<br />

ModeratorInnen-Team Michaela Roithmayr und<br />

Josef Alex<strong>an</strong>der Winklmayr<br />

Die glücklichen Gewinner des 3. Joh<strong>an</strong>n-Hager-<br />

Gedächtnisrennens<br />

Sieben mitwirkende Gruppen sorgten für<br />

ausgelassene Stimmung und Spendierlaune:<br />

Der Erlös von 2.200,– Euro wurde noch<br />

am selben Tag <strong>an</strong> Dr. Paul Sonnleitner von<br />

der KKH OÖ übergeben.<br />

1/08 19<br />

sonne<br />

Aktion & Engagement


Aktion & Engagement<br />

sonne<br />

Weihnacht in den Bergen<br />

Im Rahmen seiner Tournee „Weihnacht in<br />

den Bergen“ spielte das Alpentrio Tirol am<br />

20. Dezember 2007 in der ausverkauften<br />

St. Paulus Kirche in Innsbruck.<br />

Seit 2005 zählt das beliebte Weihnachts-<br />

und Kirchenkonzert zum Advent-Fixpunkt<br />

im Innsbrucker Eventkalender. Der bek<strong>an</strong>nte<br />

Schauspieler Ludwig Dornauer trug<br />

mit seiner mark<strong>an</strong>ten Stimme passende<br />

Weihnachtsgedichte und Geschichten vor.<br />

Der Erlös von rund 6.500,– Euro fl ießt im<br />

Rahmen der Aktion „Licht ins Dunkel“ der<br />

Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe zu.<br />

Die Org<strong>an</strong>isatorin Martina Astenwald (rechts<br />

im Bild) und Ursula Mattersberger von der<br />

KKH Tirol und Vorarlberg<br />

Familien-Chor<br />

M<strong>an</strong>fred und Claudia Kepp und ihre sechs<br />

Kinder bestritten im Advent gleich zwei<br />

Konzerte zugunsten der KKH Tirol und<br />

Vorarlberg.<br />

Das musikalische „Wintergefl üster“, so<br />

der Name der beiden Konzerte, bescherte<br />

den bege<strong>ist</strong>erten BesucherInnen heiter<br />

besinnliche Adventabende. Acht Stimmen<br />

vereinten sich zu wunderschönen Balladen,<br />

fetzigen Popsongs, klassischen Oldies, traditionellen<br />

Volksliedern und melodiösem<br />

Gospelsound. Gespickt mit Theater- und<br />

Musical-Elementen sowie harmonischem<br />

mehrstimmigem Ges<strong>an</strong>g verlieh die<br />

20 1/08<br />

musikalische Familie jedem Song ein neues<br />

erfrischendes Outfi t. Ein Fest für die g<strong>an</strong>ze<br />

Familie, dessen Erlös betroffenen Familien<br />

mit krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong> zugute kam.<br />

Farbenprächtig<br />

Der Künstler Ewald Tatschl malte zugunsten<br />

der KKH OÖ einen farbenprächtigen<br />

W<strong>an</strong>dkalender für das Jahr 2008.<br />

Der Maler, der sich bereits mehrmals für die<br />

KKH engagierte, liebt kräftige Farben und<br />

fröhliche Motive. Diese Vorlieben spiegeln<br />

sich auch in seinem Kalender wieder, dessen<br />

Verkauf rund 2.000,– Euro einbrachte.<br />

Darüber hinaus präsentierte der Maler am<br />

16. und 17. November 2007 über 200 BesucherInnen<br />

weitere Gemälde im Auracher<br />

Kulturhaus. Den Ausstellungserlös von<br />

700,– Euro spendete der Künstler ebenfalls<br />

<strong>an</strong> die KKH OÖ.<br />

Ewald Tatschl mit einem seiner Werke<br />

Freude am Singen<br />

In der Freude am Singen sieht der Singkreis<br />

Seltschach-Agoritschach seine Hauptaufgabe.<br />

Grund zur Freude gab der Chor nun<br />

auch der KKH Kärnten.<br />

Auf einem Hochplateau, direkt unter der<br />

Dreiländerecke Slowenien-Italien-Österreich,<br />

liegen die beiden Orte Seltschach<br />

und Agoritschach, die 1998 durch die<br />

Gründung eines gemeinsamen Chors noch<br />

enger zusammenrückten. Der Chor zählt<br />

mittlerweile 46 aktive Mitglieder im Alter<br />

von 12 bis 70 Jahren und machte nun mit<br />

einer großen Spendenaktion auf sich aufmerksam:<br />

Durch den Verkauf von 1.100 CDs<br />

durch die Chormitglieder und allgemeine<br />

Spenden aus der Region kam die großartige<br />

Summe von 12.640,– Euro zusammen, die<br />

<strong>an</strong> die KKH Kärnten ging.<br />

Singkreis Seltschach-Agoritschach mit KKKH-<br />

Obfrau Mag. Gudrun Petritsch<br />

Musikalische Gemeinde<br />

Am 3. November 2007 f<strong>an</strong>d in der musikalischen<br />

Gemeinde Rohrbach <strong>an</strong> der Lafnitz<br />

(Stmk.) ein Benefi zkonzert zugunsten der<br />

KKH Steiermark statt.<br />

Unter der Gesamtleitung von Joh<strong>an</strong>n Hutz<br />

spielten der Musikverein Rohrbach, die<br />

Rohrbacher Stubnmusi, 7 X<strong>an</strong>g, Fr<strong>an</strong>z<br />

Schreier und die Rohrbacher Sängerknaben<br />

für das bege<strong>ist</strong>erte Publikum auf. U.a.<br />

durch die unentgeltliche Mitwirkung der<br />

MusikerInnen konnte ein Reinerlös von<br />

4.100,– <strong>an</strong> die KKH Steiermark übergeben<br />

werden.<br />

Mitwirkende „Rohrbacher Stubnmusi“<br />

Kinderkalender 2008<br />

Maria Stöger aus Oberösterreich unterstützt<br />

seit Jahren den Verkauf des Kinderkalenders<br />

der Kinder-Krebs-Hilfe.<br />

Dieses Jahr übertraf sie ihren bisherigen<br />

Rekord: Rund 80 Stück des künstlerisch<br />

gestalteten Kalenders brachte die umtriebige<br />

Oberösterreicherin unter die Leute!<br />

Die 13 Kalenderbilder stammen von krebskr<strong>an</strong>ken<br />

<strong>Kindern</strong> und Jugendlichen und


<strong>sind</strong> während ihrer Mal- und Kunsttherapie<br />

beim Spitalsaufenthalt sowie während der<br />

Nachsorge-Camps der Österreichischen<br />

Kinder-Krebs-Hilfe (ÖKKH) entst<strong>an</strong>den. Der<br />

Kalender <strong>ist</strong> gegen eine Spende bei allen<br />

sechs L<strong>an</strong>desverbänden der KKH sowie im<br />

Büro der ÖKKH erhältlich.<br />

März 2008<br />

KW Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag<br />

9 1 Bernadette 2 Frisee; „Paradies“<br />

10 3 4 5 6 7 8 9<br />

11 10 11 12 13 14 15 16<br />

gemalt von krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong> und Jugendlichen<br />

12 17 18 19 20 21 22 23<br />

13 24 25 26 27 28 29 30<br />

14 31<br />

Engelsges<strong>an</strong>g<br />

Kinderkalender 2008<br />

Kinder - Krebs - Hilfe<br />

www.kinderkrebshilfe.at<br />

Traditionelle Volksmusik und besinnliche<br />

Adventweisen erkl<strong>an</strong>gen am 15. Dezember<br />

2007 wieder in der Pfarrkirche Piber<br />

(Stmk.)<br />

Seit 1989 org<strong>an</strong>isiert Isabella Pusch zugunsten<br />

der KKH Steiermark das besinnliche<br />

Benefizkonzert im Advent. Gemäß<br />

dem diesjährigen Motto „Losts zua, die<br />

Engel sing<strong>an</strong> schon“ gaben die „Köflacher<br />

Streich“, das „trio con brio graz“ und<br />

der „chor pro musica graz“ ihr musikalisches<br />

Können zum Besten. Und Gottfried<br />

Hofm<strong>an</strong>n-Wellenhof, durch seine Sonntags-<br />

Kolumne in der Kleinen Zeitung einem breiten<br />

Publikum bek<strong>an</strong>nt, trug stimmungsvolle<br />

Texte vor. Um auch bedürftigen Menschen<br />

den Besuch eines vorweihnachtlichen Konzertabends<br />

zu ermöglichen, wurde auch<br />

dieses Jahr <strong>an</strong>stelle eines Kartenverkaufes<br />

um freiwillige Spenden gebeten.<br />

Konzert-Mitwirkende seit 18 Jahren:<br />

die Köflacher Streich<br />

SPENDENtelegramm<br />

Österreich<br />

Hobbyschwimmer Karl Bauer ver<strong>an</strong>staltete<br />

am 9. November 07 in der Parktherme<br />

Bad Radkersburg ein Schätzspiel zugunsten<br />

der ÖKKH: Der- oder diejenige der/die<br />

Zahl seiner tatsächlich geschwommenen<br />

Längen am besten schätzte, ging als GewinnerIn<br />

eines tollen Preises hervor. Die<br />

Bil<strong>an</strong>z: eine Gesamtd<strong>ist</strong><strong>an</strong>z von hervorragenden<br />

30 km, 600 Längen und eine<br />

Spendensumme von 550,– Euro.<br />

Österreich<br />

Mit Grünkohl, Grog und frischen Krapfen<br />

wurden die Gäste von Gabriele Gahmel<br />

und ihrem „Liquid Sunshine Team“ in<br />

Kapellen <strong>an</strong> der Mürz (Stmk.) bewirtet.<br />

Zweck der Grog-Grühnkohlparty: Spenden<br />

sammeln für die ÖKKH. Am Ende<br />

des Tages konnten 1.470,– Euro übergeben<br />

werden.<br />

Wien<br />

Chr<strong>ist</strong>i<strong>an</strong> Schmidt und das Team der DVS<br />

(Donau Versicherung Vermittlungs- und<br />

Service Ges.m.b.H.) haben ihr Werbebudget<br />

zugunsten krebskr<strong>an</strong>ker Kinder halbiert.<br />

Im Rahmen einer weihnachtlichen Feier<br />

wurden Sissi Ederer von der KKH Wien,<br />

NÖ, Bgld. 1.000,– Euro überreicht.<br />

Wien<br />

Die KKH Wien, NÖ, Bgld. erhielt vom<br />

Buchklub Bücher im Gesamtwert von<br />

700,– Euro für die Kinder und Jugendlichen<br />

in den onkologischen Kinderstationen<br />

des St. Anna Kinderspitals und der<br />

AKH Kinderklinik.<br />

Linz<br />

Bereits zum achten Mal ver<strong>an</strong>staltete<br />

Wolfg<strong>an</strong>g Kerschbaumer am 2. Dezember<br />

2007 den Waldingerstraßen-Advent.<br />

Der Erlös von 1.403,– Euro durch den<br />

Verkauf von Bratwürsteln, Glühwein und<br />

Glühmost kam auch dieses Jahr der OÖ<br />

KKH zugute.<br />

Wels (OÖ)<br />

Eine dreidimensionale Musikvisualiserung<br />

in Echtzeit des Linzer Medienkünstler-<br />

Duos „InOut“ f<strong>an</strong>d am 19. Oktober 07<br />

im P<strong>an</strong>optikum Wels statt. Der Erlös<br />

von 1.000,– Euro wurde <strong>an</strong> die KKH OÖ<br />

übergeben.<br />

Reichersberg (OÖ)<br />

Zum Ernted<strong>an</strong>kfest 07 starteten Marlene<br />

Öttl und ihre HelferInnen einen groß<br />

<strong>an</strong>gelegten Kürbis-Verkauf. Im Vorfeld<br />

mussten natürlich die Kürbisse geerntet,<br />

heimgebracht und gewaschen werden.<br />

Der Erlös von 800,– Euro wurde <strong>an</strong> die<br />

KKH OÖ übergeben.<br />

Hofkirchen a. d. Trattnach (OÖ)<br />

Elisabeth Berndorfer und H<strong>an</strong>ni Hauder<br />

org<strong>an</strong>isieren seit Jahren gemeinsam mit<br />

dem Sparverein „Feucht & Fröhlich“ eine<br />

Nikolaus-Aktion, in dessen Rahmen ein<br />

Nikolaus prall gefüllte Säckchen <strong>an</strong> die<br />

Kinder verteilt. Der Erlös wurde abermals<br />

<strong>an</strong> die KKH OÖ gespendet.<br />

Marbach/Donau (OÖ)<br />

Zum zweiten Mal ver<strong>an</strong>staltete die Gruppe<br />

um Chr<strong>ist</strong>oph Nendwich ein energiegeladenes<br />

Benefizkonzert zugunsten der KKH<br />

OÖ. Vier B<strong>an</strong>ds und eine <strong>an</strong>schließende<br />

Aftershow-Party heizten dem vorwiegend<br />

jungen Publikum ordentlich ein und die<br />

KKH durfte sich über eine Spende in der<br />

Höhe von rund 4.000,– Euro freuen.<br />

Andorf (OÖ)<br />

Am 2. Dezember 07 ver<strong>an</strong>staltete die<br />

Marktmusikkapelle Andorf ein Kirchenkonzert<br />

zugunsten krebskr<strong>an</strong>ker Kinder in<br />

OÖ. Der Spendenerlös in Höhe von 500,–<br />

Euro wurde <strong>an</strong> Dr. Paul Sonnleitner (Stv.-<br />

Obm<strong>an</strong>n der KKH OÖ) übergeben.<br />

Innsbruck<br />

Beim zweiten Admiral Sportwetten Hallenmaster<br />

spielten 28 M<strong>an</strong>nschaften in zwei<br />

Tagen um den Turniersieg. Zu gewinnen<br />

gab es als Hauptpreis eine Garnitur Fußballdressen,<br />

einen W<strong>an</strong>derpokal und Pokale<br />

für die Plätze 1 – 6. Ein Scheck in der<br />

Höhe von 1.000,– Euro wurde <strong>an</strong> Ursula<br />

Mattersberger von der KKH Tirol und<br />

Vorarlberg übergeben.<br />

1/08 21<br />

sonne<br />

Spendentelegramm


Spendentelegramm<br />

sonne<br />

Gaissau (V)<br />

Die Kinder der VS Gaissau haben auf Initiative<br />

des Elternvereins ihre Lieblingsspeisen<br />

aufgeschrieben und ein Kochbuch<br />

damit gestaltet. 100 Exemplare des Buches<br />

wurden verkauft und der Erlös von<br />

500,– Euro <strong>an</strong> Brigitte Wilfl ing von der<br />

KKH Tirol und Vorarlberg übergeben.<br />

Althofen (K)<br />

Unter dem Motto „Musik, die hilft“ ver<strong>an</strong>staltete<br />

die Musikschule Althofen am<br />

16. November 2007 ein Konzert. Im vollen<br />

Kulturhaus freuten sich die ZuhörerInnen<br />

über die abwechslungsreichen Darbietungen.<br />

Org<strong>an</strong>isator und Musikschulleiter<br />

Willi Krupka konnte die großartige Summe<br />

von 1.800,– Euro <strong>an</strong> die KKH Kärnten<br />

übergeben.<br />

Kappl/Krappfeld (K)<br />

Am 23. November 2007 gab der MGV<br />

Kappl/Krappfeld das Abschlusskonzert<br />

für das 20-jährige Jubiläum der Kärntner<br />

KKH. Unter der Leitung von Herrn Gerald<br />

Riesser und mit den Harfi n<strong>ist</strong>innen<br />

Chr<strong>ist</strong>ine und Marion Riesser wurde das<br />

Konzert zum großen Erfolg: Der sensationelle<br />

Reinerlös von 3.444,– Euro wurde<br />

<strong>an</strong> die KKH überwiesen.<br />

Sittersdorf (K)<br />

Anlässlich des Sittersdorfer Weinfestes,<br />

bei dem Traditionen aus dem Mittelalter<br />

neu aufl eben, wurde auch der Kärntner<br />

KKH gedacht. Die Familie Nortschitz hatte<br />

zugunsten der KKKH zu bodenständiger,<br />

selbsthergestellter Kost eingeladen. Auf<br />

diese Weise konnte ein Reinerlös von<br />

1.090,– Euro erwirtschaftet werden.<br />

St. Veit/Gl<strong>an</strong> (K)<br />

Im Rahmen des Unterrichtsgegenst<strong>an</strong>des<br />

„Büroorg<strong>an</strong>isation“ stellten die SchülerInnen<br />

der Berufsschule St.Veit/Gl<strong>an</strong> ein<br />

Projekt zugunsten der KKH Kärnten auf<br />

die Beine: Am 10. November 07 wurden<br />

gemeinsam hausgemachte Köstlichkeiten,<br />

Cremen, Schulsachen, etc. <strong>an</strong> die Frau bzw.<br />

<strong>an</strong> den M<strong>an</strong>n gebracht. Der KKH Kärnten<br />

konnte ein beeindruckender Betrag von<br />

rund 1.400,– Euro übergeben werden.<br />

22 1/08<br />

SPENDENtelegramm<br />

Graz<br />

Der betroffene Vater Thomas Daum ver<strong>an</strong>staltete<br />

am 8. Dezember 07 bereits zum<br />

zweiten Mal im Country und Western<br />

Lokal „Americ<strong>an</strong>-Roadhouse“ ein Benefi z-<br />

Event zugunsten der KKH Steiermark. Um<br />

14.00 Uhr ging es bereits los mit Kinder-<br />

<strong>an</strong>imation und einer Verlosung, und ab<br />

17.00 Uhr gab es tolle Bühnenperform<strong>an</strong>ces,<br />

u.a. von den Gruppen „The Uptown<br />

Monotones“, „Buffaloes“, „Rising Girl“,<br />

„Jimmy Cog<strong>an</strong>“, uvm.<br />

Bad Waltersdorf (ST)<br />

Am 30. November f<strong>an</strong>d unter der Org<strong>an</strong>isationsleitung<br />

von Harald Gutm<strong>an</strong>n<br />

in der Heiltherme Bad Waltersdorf eine<br />

Benefi zgala-Nacht zugunsten der KKH<br />

Steiermark statt. Ein Großaufgebot <strong>an</strong><br />

B<strong>an</strong>ds sowie Galabuffet und Aftershow-<br />

Party sorgten für einen abwechslungsreichen<br />

Abend. Und die Kinder-Krebs-Hilfe<br />

durfte sich über einen Reinerlös von rund<br />

2.000,– Euro freuen.<br />

Salzburg<br />

Am 24. Dezember 2007 lud die Eisarena<br />

im Salzburger Volksgarten wieder alle<br />

SalzburgerInnen zum Gratis-Eislaufen.<br />

Ermöglicht wird diese Aktion durch die<br />

Salzburger Sparkasse. Für das Verleihen<br />

der Schlittschuhe wurde jeweils ein symbolischer<br />

Beitrag von 2,– Euro eingehoben,<br />

der zur Gänze der Salzburger KKH<br />

zugute kam.<br />

Saalfelden (S)<br />

Die „Stoabock Pass Lenzing“ hat vor<br />

Weihnachten zugunsten der Salzburger<br />

KKH wieder viele Kilometer quer durch<br />

den Pinzgau zurückgelegt. Außerdem<br />

hatten die „Stoabock Pass“ in diesem<br />

Jahr zum ersten Mal einen St<strong>an</strong>d beim<br />

Adventmarkt in Saalfelden. Heide J<strong>an</strong>ik,<br />

Obfrau der SKKH, durfte sich über einen<br />

Spendenscheck in der Höhe von 1.000,–<br />

Euro freuen.<br />

Seekirchen (S)<br />

Hunderte LäuferInnen ließen beim<br />

3. Leimüller Silvesterlauf das Jahr 2007<br />

sportlich ausklingen. Getreu dem Motto<br />

„Laufend Gutes Tun“ kam dabei pro startender/m<br />

LäuferIn 1,– Euro der SKKH<br />

zugute. Die 5,8 Kilometer l<strong>an</strong>ge, wunderschön<br />

gelegene Strecke führt in zwei<br />

Runden vom Rupertiplatz in Seekirchen<br />

zum Str<strong>an</strong>dbad. Auch dieses Mal gingen<br />

wieder Lauffreudige aus Salzburg, Oberösterreich<br />

und dem bayrischen Raum<br />

<strong>an</strong> den Start.<br />

pixelio.de<br />

L E S E R I N N E N B R I E F<br />

Sehr geehrte Redaktion!<br />

Bezugnehmend auf Ihren Bericht über<br />

Chr<strong>ist</strong>i<strong>an</strong> Lukacs in der SONNE 4/07 möchten<br />

wir Folgendes <strong>an</strong>merken: Wie alle schulpfl<br />

ichtigen Onkologie-Patient Innen erhielt<br />

auch Chr<strong>ist</strong>i<strong>an</strong> während der gesamten Dauer<br />

seines Aufenthalts regelmäßig Unterricht<br />

durch eine Hauslehrerin der Heilstättenschule.<br />

Sie hat dafür gesorgt, dass der<br />

Kontakt mit der Herkunftsschule lebendig<br />

blieb, und dass Chr<strong>ist</strong>i<strong>an</strong> über den in<br />

der Klasse durchgenommenen Stoff auf<br />

dem Laufenden gehalten wurde. Da es aber<br />

Chr<strong>ist</strong>i<strong>an</strong>s Wunsch war, vom Neusprachlichen<br />

Gymnasium ins Realgymnasium zu<br />

wechseln, erwies sich, nach Rücksprache<br />

mit der Schulleitung, eine Wiederholung der<br />

3. Klasse als unumgänglich.<br />

Es <strong>ist</strong> uns sehr wichtig, dass die Onkologie-<br />

PatientInnen und deren Eltern darüber informiert<br />

werden, dass mit Hilfe des Hausunterrichts<br />

die Schullaufbahn in der Regel,<br />

trotz Kr<strong>an</strong>kheit und der damit verbundenen<br />

l<strong>an</strong>gen Abwesenheit von der Herkunftsschule,<br />

ohne Unterbrechung fortgesetzt<br />

werden k<strong>an</strong>n.<br />

Das Hauslehrerinnenteam im<br />

St. Anna Kinderspital


Informationen & Termine<br />

Österreich<br />

80 m 2 Ferienwohnung in<br />

Bad Kleinkirchheim<br />

Für betroffene Familien<br />

Lage: Zentral<br />

Kapazität: Maximal 2 Erwachsene<br />

+ 4 Kinder<br />

Turnus: Von Samstag bis Samstag<br />

Saison: G<strong>an</strong>zjährig<br />

Aktivitäten: Schifahren, L<strong>an</strong>glaufen,<br />

W<strong>an</strong>dern, Thermalbäder, Tennis, Golf.<br />

Neuer Preis: Selbstbehalt/Woche 199,–<br />

Euro (unabhängig von Personen<strong>an</strong>zahl).<br />

Bei Bedarf Kostenübernahme durch<br />

den jeweiligen L<strong>an</strong>desverb<strong>an</strong>d der KKH<br />

möglich.<br />

Information u. Buchung: D<strong>an</strong>iela Velecky,<br />

Büro der KKKH, Tel/Fax: 0463/33 90 90<br />

Wien<br />

Elterngesprächsrunden/ St. Anna<br />

Kinderspital<br />

mit Gertraud Strohmer und<br />

Mag. Eva Morent-Gr<strong>an</strong>.<br />

Ort: St. Anna Kinderspital, Station 2A<br />

Zeit: Jeden Mittwoch 10.00 – 11.00 Uhr.<br />

Ort: St. Anna Kinderspital, Station 2B<br />

Zeit: Jeden Mittwoch 9.00 – 10.00 Uhr.<br />

Elterngesprächsrunden /AKH-<br />

Kinderklinik<br />

mit Elisabeth Ederer.<br />

Ort: AKH Kinderklinik, Ebene 9<br />

Zeit: Jeden 2. Dienstag ab 12.00 Uhr.<br />

ECDL-Schulungstermine<br />

Ort: Kommunikationsraum der KKH<br />

Wien, NÖ und Bgld.,<br />

Kinderspitalgasse 7, 1090 Wien<br />

Termine: Mi. 20.2.2008, Mi. 5.3.2008,<br />

Mi. 19.3.2008, Mi. 2.4.2008,<br />

Mi. 16.4.2008, Mi. 30.4.2008,<br />

Mi. 7.5.2008, Mi. 21.5.2008,<br />

jeweils von 14.00 – 17.00 Uhr.<br />

Geschw<strong>ist</strong>ergruppe „Jetzt komme ich!“<br />

Gruppe für sechs- bis elfjährige Geschw<strong>ist</strong>er<br />

von krebskr<strong>an</strong>ken <strong>Kindern</strong> mit<br />

Barbara Eichinger (Kunsttherapeutin)<br />

und Mag. Steph<strong>an</strong>ie Häfele (Klinische<br />

Psychologin).<br />

Ort: Cafeteria St. Anna Kinderspital<br />

Termine: Di. 4.3.2008, Di. 1.4.2008,<br />

Di. 6.5.2008,<br />

jeweils von 15.30 – 16.45 Uhr.<br />

Riesenflohmarkt<br />

zugunsten der KKH Wien, NÖ, Bgld.<br />

Ort: Postgebäude<br />

Erzherzog-Karl-Straße 135, 1220 Wien<br />

Termine: Sa. 1.3.2008, Sa. 5.4.2008,<br />

Sa. 3.5.2008,<br />

jeweils von 8.00 – 13.00 Uhr.<br />

Survivors-Treff<br />

Zeit: Jeden 1. Freitag im Monat von<br />

18.00 – 20.30 Uhr, mit Themenschwerpunkt<br />

und Moderation.<br />

Survivors-Aktiv<br />

Zeit: Jeden 3. Samstag im Monat, mit<br />

unterschiedlichen Aktivitäten und<br />

Schwerpunkten.<br />

Nähere Infos betreffend Survivors:<br />

E-Mail: survivors_wien@gmx.at<br />

Niederösterreich<br />

Selbsthilfegruppe NÖ Mitte<br />

„Leben mit dem Tod eines Kindes“<br />

Leitung: Heidemarie Wiener<br />

Ort: Beratungszentrum Rat & Hilfe,<br />

3100 St. Pölten, Heitzlergasse 2<br />

Termine: Do. 14.2.2008, Do. 6.3.2008,<br />

Do. 3.4.2008, Do. 8.5.2008,<br />

Do. 5.6.2008,<br />

Beginn 18.00 Uhr.<br />

Begleitung: Mag. Joh<strong>an</strong>n Steiner,<br />

Psychotherapeut & Gesundheitspsychologe.<br />

Information: Heidemarie Wiener,<br />

Tel: 02742/366 224<br />

Neuorientierung nach dem Tod<br />

eines Kindes<br />

Folgegruppe für betroffene Eltern, die<br />

sich nach erfolgter Trauerarbeit neu<br />

orientieren wollen.<br />

Ort: Beratungszentrum Rat & Hilfe,<br />

3100 St. Pölten, Heitzlergasse 2<br />

Termine: Do. 28.2.2008, Do. 27.3.2008,<br />

Do. 24.4.2008, Do. 29.5.2008,<br />

Do. 26.6.2008,<br />

Beginn 19.00 Uhr.<br />

Begleitung: Mag. Joh<strong>an</strong>n Steiner,<br />

Psychotherapeut & Gesundheitspsychologe.<br />

Information: Heidemarie Wiener,<br />

Tel: 02742/366 224<br />

Telefon von Rat & Hilfe: 02742/353 510<br />

Tirol<br />

Elterngesprächsrunden<br />

Die Kinder-Krebs-Hilfe für Tirol und<br />

Vorarlberg lädt einmal im Monat zum<br />

Erfahrungsaustausch. Ursula Mattersberger<br />

informiert über Projekte,<br />

Aktivitäten und Hilfestellungen seitens<br />

der KKH für Tirol und Vorarlberg.<br />

Ort: Café in der Chirurgie<br />

Zeit: Mi. 20.2.2008, 14.00 – 15.30 Uhr,<br />

Mi. 19.3.2008, 14.00 – 15.30 Uhr,<br />

Mi. 16.4.2008, 14.00 – 15.30 Uhr,<br />

Mi. 14.5.2008, 14.00 – 15.30 Uhr.<br />

Information: Sabine Mair,<br />

Tel: 0664/113 36 23,<br />

(Montag – Freitag<br />

15.00 – 17.00 Uhr).<br />

Eltern Jour Fixe auf der Station<br />

Für Fragen, Anregungen und Wünsche<br />

zum Beh<strong>an</strong>dlungs- und Stationsalltag.<br />

TeilnehmerInnen: Eltern, Oberarzt,<br />

Stationsschwester, Psychologe und<br />

Sozialarbeiterin.<br />

Ort: Stationsküche der onkologischen<br />

Station Innsbruck.<br />

Zeit: Mi. 5.3. 2008, Mi. 2.4. 2008,<br />

Mi. 7.5. 2008,<br />

jeweils von 14.30 – 15.30 Uhr.<br />

Impressum:<br />

Herausgeber, Medieninhaber und Verleger:<br />

Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe –<br />

Verb<strong>an</strong>d der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe-Org<strong>an</strong>isationen,<br />

Borschkegasse 1/7, 1090 Wien<br />

Telefon: 01/402 88 99,<br />

e-mail: dachverb<strong>an</strong>d@kinderkrebshilfe.at<br />

www.kinderkrebshilfe.at<br />

Redaktion:<br />

MMag. Monika Kehrer (Chefred.), Sabina Auckenthaler,<br />

Otto Havelka, Anita Kienesberger<br />

Gestaltung: Monika Vali, Druck: REMAprint, 1160 Wien<br />

ZVR-Nr: 667740113<br />

1/08 23<br />

sonne<br />

Informationen & Termine


Onki Camp<br />

Friendship Camp 1<br />

Friendship Camp 2<br />

Wochenenden für junge<br />

Erwachsene<br />

Winter Camp<br />

Geschw<strong>ist</strong>er Camp<br />

Kreativwerkstatt<br />

Geschw<strong>ist</strong>er Camp Theater<br />

Geschw<strong>ist</strong>er Camp<br />

Kl<strong>an</strong>gwelten<br />

Geschw<strong>ist</strong>er Camp Seil<br />

Geschw<strong>ist</strong>er Camp K<strong>an</strong>u<br />

Geschw<strong>ist</strong>er Camp Schnee<br />

Nachsorge-Projekte der<br />

Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe<br />

Über 200 Kinder und Jugendliche, die <strong>an</strong> Krebs erkr<strong>an</strong>kt <strong>sind</strong>/<br />

waren sowie deren Geschw<strong>ist</strong>er werden jährlich in den<br />

Nachsorge-Projekten der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe<br />

nachbetreut. Denn auch wenn die Kr<strong>an</strong>kheit ausgest<strong>an</strong>den <strong>ist</strong>, bleiben<br />

die Auswirkungen Best<strong>an</strong>dteil des Lebens aller Familien mitglieder.<br />

Gemäß dem Leitsatz „Kraft und Hoffnung geben – Überleben!“ lernen<br />

die TeilnehmerInnen in den Nachsorge-Camps ihr Leben wieder selber<br />

in die H<strong>an</strong>d zu nehmen, mit ihren Ängsten umzugehen und Selbstvertrauen<br />

aufzubauen.<br />

Unterstützen Sie die Nachsorge-Projekte der<br />

Kinder-Krebs-Hilfe mit Ihrer Spende!<br />

Spendenkonto: PSK 7.631.111, Blz 60.000<br />

SONNE 1/08 P. b. b. Verlagspostamt 1090 Wien Zulassungsnummer GZ 02Z033369M<br />

Ω DVD und Broschüre über<br />

Nachsorge-Camps<br />

DVD und Broschüre geben einen umfassenden<br />

Einblick in das Nach sorge-<br />

Programm der Kinder-Krebs-Hilfe für<br />

betroffene Kinder und Jugendliche,<br />

deren Eltern und Geschw<strong>ist</strong>er.<br />

Die DVD und die Broschüre <strong>sind</strong><br />

kostenlos zu bestellen bei:<br />

ÖKKH, Telefon: 01/402 88 99<br />

dachverb<strong>an</strong>d@kinderkrebshilfe.at<br />

Kinder - Krebs - Hilfe<br />

www.kinderkrebshilfe.at

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