Das österreichische Fachmagazin für den Innenraum. Material - Color

colorzeitung.at

Das österreichische Fachmagazin für den Innenraum. Material - Color

P.b.b. Verlagspostamt: 1050 Wien, Zul.-Nr. GZ 07Z037211M, Postnummer: 04 ww.wirtschaftsverlag.at

7,50 Euro

Foto: Franco Veremondi

Das österreichische Fachmagazin für den Innenraum. Material | Form | Oberfläche

6|7

2009

Geografie der

Emotionen

Mailand und Köln: die besten Messen «

chagall: froM russia with love «

nanotechnologie iM innenrauM «


Geweihsammlung des Grafen Arco im ehemaligen

Stadtpalais am Wittelsbacherplatz in München, um 1890

Deutsches Jagd- und Fischereimuseum, München

MÖBEL

ALS

TROPHÄE

WWW.MAK.AT

27.5.–1.11.2009

MAK-Studiensammlung Möbel

MAK Stubenring 5, 1010 Wien

Di MAK NITE © 10.00–24.00 Uhr

Mi–So 10.00–18.00 Uhr, Mo geschlossen

Jeden Samstag © Eintritt frei


Geografie

der Emotionen

Die Krise ist nicht alles auf der Welt.

Also lassen wir die Panik beiseite,

denn es gibt stets etwas anderes an

irgendeinem Ort. Zu sehen, zu verstehen, zu

genießen. Und color ist immer dort, wo die

Welt geschieht. Vor allem, weil wir wachsen

möchten und somit sehen, verstehen, Erfahrungen

sammeln müssen. Um dann mit den

Lesern die intensivsten Eindrücke zu teilen,

jene, mit denen zu beschäftigen es sich

lohnt, die wieder zu erleben oder einfach

nur in Erinnerung zu behalten, nützlich und

erfreulich ist.

So sind wir etwa diesen Frühling viel gereist,

nach Deutschland und vor allem nach Italien.

Wir haben die Interzum in Köln besucht

und selbstverständlich den Salone del Mobile

in Mailand, den mittlerweile eine ganze

Designweek begleitet, die die gesamte Welt

des Einrichtens verkörpert, das Nonplusultra

der Wohnaccessoires, Materialien und

Oberflächen, der Farben und Formen, die die

Zeit prägen, und durch all jene Neuheiten

kennzeichnet, die die technologische Forschung

aus ihrem magischen Zylinder hervorzuzaubern

vermag. Wir sind auch in der

venezianischen Lagune an Land gegangen,

denn nun ist die Zeit der Biennale, der Herrschaft

der visuellen Künste, des Erhabenen,

auch des Geistigen. Und eben ein Kunstwerk

in Form einer Installation durchschreitend

haben wir einen Augenblick fotografisch festgehalten

und auf das Cover dieser Ausgabe

gestellt. Von Mailand aus haben wir uns

nahe an die Schweiz vorgewagt und in einer

wunderschönen Museumsvilla am Ufer des

Comer Sees haltgemacht. Weshalb? Um eine

Coverfoto: Cildo Meireles, Pling Pling, Installation (Teilansicht), 53. Kunstbiennale Venedig.

color – österreichisches Fachmagazin für Innenraum. Material | Form | Oberfläche

Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: Österreichischer Wirtschaftsverlag GmbH, Wiedner

Hauptstraße 120–124; 1050 Wien, T 01/546 64-0,

www.wirtschaftsverlag.at, Internet www.color-online.at

Chefredaktion: Dr. Christine Müller, DW 347, c.mueller@witrschaftsverlag.at, Fachredakteure:

Dipl.-Ing. Brigitte Amort, Dipl.-Ing. Barbara Jahn; Konsulenz der Redaktion: Dr. Franco Veremondi;

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Martin Benad, Cecile M. Lederer; Dr. Franco Veremondi

Artdirektion, Grafik: Cecile M. Lederer, DW 165, c.lederer@wirtschaftsverlag.at

Geschäftsführung: Thomas Zembacher, Ressortleitung Verlagsbereich Bau: Eberhard Fuchs,

den Gemälden der russischen Avantgarde

der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts

gewidmete Ausstellung zu besuchen. Um das

zentrale Thema zusammenzufassen, genügt

ein einziges Wort: Farbe.

Unmöglich, Ihnen nicht eines der Meisterwerke

zu zeigen, das uns beeindruckt und

berührt hat: „Die Liebenden“, ein Gemälde

Marc Chagalls von 1914. Wir haben dieses

ausgesucht, weil der Künstler uns über die

Farbe, in die er die beiden zärtlichen Hauptfiguren

hüllt, in seinen Bann gezogen hat.

Ein prachtvolles Blau, ein Farbton, der sogar

Spiritualität symbolisiert. Aber keine Sorge,

etwas Spirituelles ist in jeder Farbe. Vor

allem in der, die wir, insgeheim oder nicht,

am meisten lieben. Denn, seien wir ehrlich,

wer von uns hat sich noch nie gefragt: Welche

ist meine Lieblingsfarbe?

DW 340, e.fuchs@wirtschaftsverlag.at, Verkaufsleitung Verlagsbereich Bau: Franz- Michael

Seidl, DW 240, f.seidl@wirtschaftsverlag.at

Anzeigen- und Medienberatung: Mag. Silvia Osterkorn, DW 242, s.osterkorn@wirtschaftsverlag.at,

Michael Stich, DW 246, m.stich@wirtschaftsverlag.at Anzeigenservice: Monika

Perlep, DW 442, m.perlep@wirtschaftsverlag.at, Anzeigenrepräsentanz für OÖ: Gerhard

Weberberger, Saporoshjestraße 3/3, 4030 Linz, T 0732/31 50 29-42, g.weberberger@

wirtschaftsverlag.at

Anzeigenpreisliste: Jänner 2009, Erscheinungsweise: zweimonatlich, Dezember

Einzelnummer (7 Ausgaben)

Christine Müller

editorial

Marc Chagall, Liebende in Blau,

1914, Öl auf Papier, auf Karton kaschiert,

Foto: Courtesy Villa Olmo.

Ausstellung: Meister der russischen

Avantgarde, Chagall, Kandinsky,

Malevic. Bis 26. Juli, Villa Olmo,

Como. Tel: (00 39 031) 57 42 40.

www.grandimostrecomo.it

iMpressuM

Hersteller: agensketterl Druckerei GmbH, Kreuzbrunn 19, 3001 Mauerbach, www.agensketterl.at,

Marketing: Paul Kampusch, DW 130, Aboservice: Aboservice Österreichischer

Wirtschaftsverlag, Simmeringer Hauptstraße 24, 1110 Wien,

T 01/740 40-78 12, F 01/740 40-78 13, aboservice@wirtschaftsverlag.at, Jahresbezugspreis:

50 Euro (Inland); Preis Einzelheft: 7,50 Euro; Abonnements, die nicht einen

Monat vor Ablauf des Bezugsjahres storniert werden, laufen weiter.

Bankverbindung: Inserate: Bank Austria, Kto. 04240571200, BLZ 11000,

IBAN AT511100004240571200, BIC BKAUATWW, Druckauflage: 12.700 Stück,

DVR: 0368491

color - 06­07 2009 editorial & iMpressuM «


Foto: Christine Müller

colorosKop

» colorosKop

Goldener Löwe

Das Projekt des deutschen Künstlers Tobias Rehberger, die Neugestaltung des Cafés im zentralen

Pavillon der Giardini der Biennale Venedig, wurde mit dem Goldenen Löwen, der höchsten

Auszeichnung, die die Biennale zu vergeben hat, gewürdigt. www.labiennale.org «

color - 06­07 2009


Foto: Larry R. Williams

10 in & out

Ob Plastik, lackiertes Metall, Rattan, Holz, Flechtwerk, Kunststoff

oder Textil – das Outfit der neuen Outdoormöbel ist allemal für

innen wie außen die richtige Wahl. «

12 inszenierte natur

An einer städtebaulich strategischen Stelle hat der Wiener Architekt

Arkan Zeytinoglu einen außergewöhnlichen Unternehmenssitz realisiert.

Das Holzdeck der weitläufigen Terrasse ist multifunktional. «

14 reKordverdächtig

Am 27. April ging die weltgrößte Möbelschau, der 48. Salone

Internazionale del Mobile, in Mailand mit großem Erfolg zu Ende.

Ein Fixpunkt für die Spezialisten der Branche aus aller Welt «

22 die Magie des Materials

Auf der Interzum, als Impulsgeber für Industrie, Handwerk und

Handel, werden regelmäßig die zukünftigen Trends der Branche

präsentiert. Und dies bereits seit mittlerweile 50 Jahren. Grund

genug die Bedeutung dieser Messe auch gebührend zu feiern. «

24 porträt

Weitzer Parkett ist viel mehr als nur ein Name. Das österreichische

Unternehmen rangiert unter den Top 10 Europas. Und dieser Erfolg

kommt nicht von ungefähr. Hinter dem Namen verbirgt sich eine

große, langjährige Tradition. «

30 nano-na-net!

Die Vorsilbe „Nano“ entstammt dem Griechischen und steht für

Zwerg. Diese winzige Vorsilbe, die in der Wissenschaft einen

milliardstel Meter misst, hat einem ganzen Technologiezweig seinen

Namen gegeben: der Nanotechnologie. «

40

color - 06­07 2009

Foto: Koelnmesse

34 Kreatives blau

In blauen Räumen – so eine verbreitete Ansicht – könne man

besser kreativen Tätigkeiten nachgehen als in roten. Vielleicht hat

das damit zu tun, dass Blau „den Raum öffnet“, Rot hingegen eher

nah und dicht wirkt. Farbenlehre, Teil 4. «

40 interview

Silvia Klune führt gemeinsam mit ihrem Mann Harald bereits in

zweiter Generation das Wiener Traditionsunternehmen Traum Raum

Klune. In eigenen Werkstätten werden Stoffe nach modernster

Technik in alter handwerklicher Tradition verarbeitet. «

46 die Kunst der farbe

„Making Worlds“ oder „Weltenmachen“. Ein

suggestiver Titel, den Daniel Birnbaum als

deren Direktor der 53. Kunstbiennale von

Venedig gegeben hat, um die Kreativität

des künstlerischen Schaffens zu ehren.

Aber ist eine Welt – sind alle vorstellbaren

Welten – ohne Farbe denkbar? «

inhalt

rubriKen

04 Coloroskop

06 Magazin

20 Boden & Belag

28 Malerei & Anstrich

38 Tapete & Textil

44 Herstellerverzeichnis

16 einziehen, anziehen

Zeig mir dein Wohnzimmer, und ich sage dir, was du trägst – die Einrichtung wird immer mehr zum Spiegel der

Identität ihres Eigentümers. Wie es scheint, sind auch hier Stil und Geschmack eine Frage des Etiketts. Es ist ein

Trend, der nun bereits einige Jahre anhält: Modedesigner bewegen sich abseits der Laufstege und dringen auf die

große Spielwiese des Einrichtungsdesigns vor. «

inhalt «

Foto: www.corian.de


aKtuelles

tile tailorMade

designscout

Barbara Jahn

Ton und Wasser – und

sonst gar nichts. Sie ist

eine der letzten wahren

Naturschönheiten. Und sie

schont die Umwelt in jeder

Hinsicht. Hergestellt aus

natürlichen Rohstoffen, erfüllt

sie die hygienischen

Voraussetzungen für sämtliche

Zwecke und bietet mit

ihren antistatischen Eigen­

schaften vor allem Aller­

gikern eine besonders langlebige Freundschaft an.

Einfaches Reinigen, meist nur mit Wasser, abweisende

Oberfläche mit fest verschlossenen Poren,

niemals übel riechend und das Vermachen der sterblichen

Überreste für die Rückführung in den Wiederverwertungskreislauf

sprechen hundertprozentig für

sie, die Fliese. Als Schönheitsideal.

Nun gelangt sie, die schon öfter totgesagt war, zu

neuer Berühmtheit. Sie wird zurzeit quasi wiederentdeckt,

und das nicht nur für Küche, Klo und Badezimmer,

sondern für Architektur und Raumausstattung im

Allgemeinen. Maßgeschneidert sozusagen. „Architektur

ist die Schwerkraft, die Form und die Materie,

die den Menschen und dem Leben Platz bieten. Die

Keramik wird von Mutter Erde hervorgebracht. Mit

diesem Bild wollte ich daran erinnern, woher wir

eigentlich kommen, woraus wir gemacht sind, wo

wir leben. Und auch wohin wir uns bewegen: Die

Zukunft ist schon da.“ Mit diesen Worten begründet

Stararchitekt Mario Botta seine etwas plötzliche, als

mütterlicher Uterus geformte Glorifizierung des vielseitigen

rechteckigen Elements, dem seiner Meinung

nach bisher zu wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Denn er verarbeitete erstmals keramische Fliesen als

Installation für sein Ausstellungsprojekt in der Triennale

di Milano und verewigte sich auch auf dem legendären

Messeplakat für die Cersaie im kommenden

September. Höchste Zeit also, alle Register zu

ziehen für etwas, das sich als Designprodukt mit ein

bisschen Erde und Feuer zufriedengibt. So manch

anderes würde für einen solch prominenten Fürsprecher

sogar durch das Fegefeuer gehen.

» Magazin

Foto: www.cersaie.it

happy birthday!

Nicht nur das Mekka des Design,

der heurige Salone del

Mobile in Mailand, sondern

selbst das Internationale Designmuseum

München hat

das Geburtstagskind so richtig

hochleben lassen. Das

schwedische, „etwas andere

Möbelhaus“ feiert nämlich

2009 einen runden Geburtstag:

Ikea wird 60. Auch wenn

ein Ikea­Chefdesigner noch

1979 bekundete „Die schöne

Form ist für alle da. Und nicht

nur fürs Museum!“, so sind

die in den letzten 60 Jahren

entstandenen und uns allen

nur allzu bekannten Einrichtungsgegenständemittlerweile

allemal zumindest wegen des dahinterstehenden Gedankens

durchaus würdig, im Museum präsent zu sein. Ikea prägte die Vorstellung

vom „demokratischen Design“ wie kaum ein anderes Unternehmen

und hat mit seinen experimentell und individualistisch konzipierten

Kollektionen funktionales, gutes Design geschaffen und dies noch dazu

preislich für viele Menschen erreichbar gemacht. Dahinter steht nicht

zuletzt der Ansatz eines „Schwedischen Modells“ einer modernen, offenen,

egalitären, familien­ und sozialorientierten Gesellschaft. Ein Ansatz,

der durchaus mehr Nachahmer finden könnte. Democratic Design,

Pinakothek der Moderne, Die Neue Sammlung, bis 12. Juli.

www.die-neue-sammlung.de

floating chairs

Der Mailänder Kanal Naviglio Grande präsentierte sich anlässlich der

Mailänder Möbelmesse mit besonderer Fracht: In Kooperation mit der

Promosedia hatten sich der italienische Sesseldistrikt Udine der Region

Friaul­Venetia­Giulia einen außergewöhnlichen Auftritt überlegt. Eine

Auswahl an Sesseln der in dieser Region zahlreich beheimateten Möbelproduzenten

wurde als schwimmende künstlerische Installation von

Luca Fois and Design Partners äußerst effektvoll zur Schau gestellt. Ein

Beweis für die umfassende Schaffenskraft und gleichzeitg Erinnerung

an die 2010 wieder auf dem Programm stehende Messe Promosedia.

www.promosedia.it

color - 06­07 2009


Foto: © Aleksandra Kawka

liMited edition

2008 feierte nicht nur der legendäre Drehsessel

„Egg“ des Designers Arne Jacobsen seinen

50. Geburtstag, sondern auch sein etwas

kleinerer Drehstuhl „Swan“. Fritz Hansen hat

aus diesem Anlass und in Anlehnung an das

„Geburtsjahr“ des Schwans 1958 eine limitierte

Edition (in einer Stückzahl von 1.958) dieses

kleinen Meisterwerks herausgebracht. Und wie

nicht anders zu erwarten, inspiriert sich die

Farbe dieses einzigartigen eleganten Modells

am Federkleid des ebenso außergewöhnlichen

Vogels: Der „Swan“ wurde mit schwanenweißem

Leder gepolstert und ruht auf einem perlweißen

Sockel. Auf einen Anhänger aus Sterlingsilber,

der an jedem der Schwäne baumelt, wurde die

individuelle Nummer eingraviert. Seit deren

Markteinführung vor einem halben Jahr waren

viele der Schwäne schlagartig weg, nun suchen

auch noch die verbliebenen ein Zuhause.

www.fritzhansen.com

1.958

SchwänE auS

DänEmark

SuchEn Ein

ZuhauSE!

ausgezeichnet

Die „sonnigsten Fassaden“ des CarboSol­Wettbewerbs

wurden prämiert.

Die Reinigung des Wassers

suchte der Malereibetrieb Gerhard

Guggenbichler bildlich auf

der Fassade der Klär­ und Kraftwerksanlage

von Heiligenblut am

Großglockner darzustellen. Allein

wegen der handwerklichen Ausführung

war ihm der erste Preis sicher.

Zweiter wurde Raumausstatter Lakinger

aus Gutenstein/NÖ für die

Gestaltung seines Geschäfthauses.

Der dritte Preis ging an Firma

Pöckl Bau aus Mondsee für die Fassade

eines privaten Wohnhauses

in Zell am See. Gemeinsamer

Nenner: CarboSol Fassadenfarbe.

www.synthesa.at

aKtuelles

taschen’s new yorK.

Angelika Taschen (Hrsg.), Daisann McLane, Fotos:

Poul Ober: TASCHEN’s New York. Mehrsprachige

Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch,

Hardcover, 23,8 x 30,2 cm, 400 Seiten, ca.

30 Euro. ISBN: 978-3-8365-1116-2

In New York dreht sich alles um die richtigen

Connections. Und die bietet das vorliegende

Buch: Angelika Taschen kennt New York. Sie

war auf der anderen Seite der roten Samtkordel,

hat versteckte

Restaurants und beliebte

Delikatessengeschäfte

erkundet, ultrahippe Läden

in Soho, Nolita und

Tribeca durchstöbert

und Hotels aufgespürt.

ein fest fürs wohnen

Stimmungsvolle Einrichtungskonzepte bei Domicil Vienna begeisterten

die angereisten Festgäste. In der Österreich­Dependance

des deutschen Top­Einrichters Domicil hatten sich zahlreiche Designliebhaber

eingefunden, um das erfolgreiche vergangene Jahr

gemeinsam zu feiern. Ganz nach dem Motto „Emotive furnishing“

stehen Individualität und Harmonie im Mittelpunkt: Domicil

bietet ein Komplettangebot, in dem von exklusiven

Textilien und Accessoires bis hin zu Lampen, Teppichen

und Gläsern einrichtungstechnisch in einer

stilistischen Bandbreite und Vielfalt kein Wunsch

unerfüllt bleibt. Seit über 30 Jahren gilt Domicil

in Deutschland als Topmarke für das Einrichten.

Seit dem Vorjahr hat sich nun auch der österreichische

Standort als besondere Adresse im Bereich

Interior und Design etabliert.

Sergey Danilin, Domicil-Vienna-Inhaberin Bozena

Jesionek, Domicil-Managing-Director Christian

Hartmannsgruber

color - 06­07 2009 Magazin »


aKtuelles

Total Living

Wie wird die Zukunft des Einrichtungshandels aussehen? Wie kann er seine Produkte erfolgreich

anbieten? Mehrwert generieren und kommunizieren lautet das Gebot der Stunde.

» Magazin

Die internationale Messe für Wohnkultur

Abitare il Tempo, die von 17. bis

21. September 2009 in Verona stattfinden

wird, gibt Antworten auf drängende

Fragen von Architektur, Innenarchitektur

und Design. Erwartet werden Besucher aus

den Bereichen Architektur, Innenarchitektur,

Vertrieb und Planung aus aller Welt

Kunst und design

Erstmals wurde die Abitare il Tempo auf

dem Ausstellungsgelände in Verona mit einer

Kunstmesse, der Art Verona zusammengespannt;

150 Galerien präsentieren ihre

Künstler und deren Werke. In zwölf Pavillons

und auf einer Gesamtfläche von 120.000

Quadratmetern mit rund 700 Ausstellern

kann man also auf höchst interessante Kontaminierungen

gespannt sein. Zahlreich

stehen außerdem wieder diverse Sonderausstellungen

zu den Themen Kunst, Design,

künstlerische Dekoration, Innenarchitektur

und Objektbereich auf dem Veranstaltungskalender.

Rund 10.000 Quadratmeter sind

schließlich auf dem Freigelände zwischen

dem Palaexpo­Pavillon und den Ausstellungshallen

für das Thema Outdoor reserviert,

dort laden unterschiedlichst gestaltete

Inseln die Messebesucher auch zum vergnüglichen

Relaxen ein.

forschung und innovation

In Zeiten der Krise bemüht sich Abitare il

Tempo noch intensiver um wichtige Themen

der Forschung und Zukunft und präsentiert

in Halle 8 nicht nur erstmals mit der Mostra

sulla distribuzione (Ausstellung über Verteilerwege)

provokante Vorschläge für zukünftige

Vertriebswege und die Gestaltung

von Einrichtungshäusern, ganz egal ob es

sich hierbei um das kleinste Studio oder den

größten Anbieter handelt. So werden in dieser

Halle auch fünf Innenraumkonzepte vorgestellt,

zur Gänze eingerichtete „Häuser“

werden in Zusammenarbeit mit wichtigen

Unternehmen entstehen, die vor allem auf

dem Gebiet der Forschung und Innovation

engagiert sind. Die Vorstellung spannender

Ergebnisse zu weiteren Themenschwerpunkten

wie dem Contractbereich mit Linking

People, mit Alta Decorazione, Design, Küche

und Bad, Tischkultur oder Textil verspricht

eine Auswahl interessanter Projekte und

Produkte. Hier werden auch zehn prägnante

Installationen für den Objektbereich gezeigt.

Neben einem futuristischen nautischen Projekt

von Luca Dini gibt es eine Hommage

des Ehepaars Doriana und Massimiliano

Fuksas. Als Special Guests werden die bekannten

Architekten und Gestalter Sawaya

+ Moroni geehrt und mit ihrer Bühnenshow

„Una Enigmatica Singolarita“ einen großen

Teil der Halle 9 bespielen. Last but not least

ist auch Fashion ein gewichtiges Argument.

Bekannte Modelabels wie Fendi oder Cavalli

zeigen ihre Sondershows. Nach großen Namen

wie Ettore Sottsass, Vico Magistretti,

Ingo Maurer oder Alessandro Mendini geht

die Auszeichnung „Premio Abitare il Tempo

2009“ heuer an den großen Philosophen und

Kritiker Gillo Dorfles.

www.abitareiltempo.com

color - 06­07 2009


for the people, froM the people

Omar Vulpinari, seit 1998 verantwortlich für Visual Communication der

legendären Fabrica von Benetton, hielt Mitte Juni im Wiener MAK einen

Vortrag: „Fabrica. For the People, From the People“. Die Vortragsreihe

„design> neue strategien“ wird in Kooperation von MAK und departure

veranstaltet, um Wien als Standort für junges Design international

zu positionieren. Vulpinari sprach über Ausbildung, Umsetzung

und Experiment in Kunst, Design und Kommunikation

der Fabrica als Kreativlabor, in dem Menschen,

künstlerische Tätigkeiten, Sprachen und Ausdrucksformen

aufeinandertreffen. Bis 16. August gewährt eine Ausstellung

Einblicke in die Vielzahl der Schaffensfelder der Fabrica.

Zentrales Thema: Das soziale Engagement. Zu sehen

ist eine Auswahl von Plakaten aus vier Kampagnen für UNWHO

und UNICEF, das Projekt „Colors Notebook“ – in dem die Besucher

zur Teilnahme aufgefordert sind (!) – sowie Dokumentarkurzfilme

über Berufe, die vom „Aussterben“ bedroht sind. mak, Design

Space, Stubenring 5, 1010 wien. www.mak.at

linzer landhaus in neueM Kleid

Für die Fassadensanierung erhielt die Arge „Die Maler“ (Die freundliche

Maler GmbH, Gerta Hauser GmbH & Co KG, Hirsch Maler und

Mehr GmbH, W. Höhnel GmbH & Co KG) den Anerkennungspreis des

„Oberösterreichischen Handwerkspreises 2009“.

www.synthesa.at

ilex ness, farbe! das grosse farbwohnbuch

Gebunden mit Schutzumschlag, 160 Seiten, 200 Abbildungen,

21,5 x 28 cm, Callwey Verlag München 2009, ca. 30 Euro.

ISBN 978-3-7667-1794-8

Farbe ist eines der wichtigsten Themen im Bereich Wohnen

und Einrichten, Farben tragen ganz entscheidend zu unserem

Wohlempfinden bei, können Stimmungen erzeugen

und Räume in ihrer Wirkung

bestimmen. Der große SCHÖNER

WOHNEN Farbratgeber führt durch

alle Räume der Wohnung und

zeigt anhand von anschaulichen

Beispielen, wie Farben unseren

Wohnalltag beeinflussen.

aKtuelles

Mit stolz Maler

1933 als Innsbrucker Malerkurs ins Leben

gerufen, findet der Tiroler Malerkurs, mit

Unterbrechung der Kriegsjahre, nunmehr

jährlich statt. Rund 800 Maler aus ganz Österreich,

Deutschland und Südtirol wurden

seither zu Malermeistern ausgebildet. Um

die vergangenen 75 Jahre gebührend zu

feiern, waren mehr als 200 Festgäste nach

Hall in Tirol gekommen und Innungsmeister

Rainer Höck konnte viele Ehrengäste

willkommen heißen: so etwa Landesrätin

Dr. Beate Palfrader, den Bürgermeister

der Stadt Hall Leo Vonmetz, WIFI­Kurator

Martin Felder und WIFI­Direktor

Wolfgang Oberladstätter, Dr. Hanspeter

Munter, Direktor des Landesverbandes

Südtirol der Handwerker, sowie zahlreiche

Bundes­ und Landesinnungsmeister wie

den amtierenden Bundesinnungsmeister

Komm.Rat Egon Fischer als ältesten Teilnehmer

und Lehrer des Meisterkurs der

ersten Stunden, Oberschulrat Hans Zipko,

ebenso wie einen der am längsten gedienten

WIFI­Kursleiter Komm.Rat Karl

Wimmer. Große Einigkeit zeigten alle Festredner

in der Betonung der Notwendigkeit

einer Qualifikation auf höchstem Niveau

für das Handwerk, die nur die Meisterprüfung

ermöglicht.

color - 06­07 2009 Magazin «


10

outdoorMöbel

in & Out

Ob Plastik, lackiertes

Metall, Rattan, Holz,

Flechtwerk, Kunststoff

oder Textil –

das Outfit der

neuen Outdoormöbel

ist allemal für innen

wie außen die richtige

Wahl. text: christine Müller

1) pratoline, hersteller: bisazza,

design: carlo dal bianco

2) swa, hersteller: fornasarig,

design: setsu und shinobu ito

) aeonium, hersteller: Missoni home

) reel, hersteller: b&b italia,

design: atelier oi

) crinoline, hersteller: b&b italia, design:

patricia urquiola

) nido, hersteller: depadova,

design: aksu/suardi

) sail, hersteller: nodus rugs,

design: luca nichetto

) vegetal, hersteller: vitra,

design: ronan & ernan bouroullec

» design

2

Extremer Minimalismus der Formen oder

farbenfroher Extremismus liegen aber ebenso

im Trend wie natürliche Materialien in

sanften Erdtönen. Bei den Entwürfen ihrer

Gartenmöbel scheinen Designer gerne aus

dem Vollen zu schöpfen. Hier sind in anderen

Bereichen sehr wohl feststellbare Tendenzen

der Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit

weniger gefragt. Man wählt schon mal modisch­trendige

Details, inspiriert

sich an den schrillen

Achtzigern und

greift mit Witz

und Leichtigkeit

tief in den Farbtopf.

Fast brutal

anmutende Mo­

1

numentalität ist out, Eleganz und ein fast

spielerischer Umgang mit Proportionen in.

Einfache Silhouetten, kombiniert mit handwerklichem

Know­how, oder übergroße Formen

werden durch zarte Transparenz ihrer

Dominanz enthoben. Technisch innovative

Materialien halten Wind, Sonne und Regen

stand. Der letzte Renner ist sogar wasserfestes

Leder, das Regentropfen einfach durchlässt.

Authentizität, Natürlichkeit, kraftvoll leuchtende

Farben und großzügige Proportionen

kollidieren in den Kollektionen dieses Sommers.

Aber zweifellos ist die in allen Objekten

präsente Einfachheit letztlich der gemeinsame

Nenner – und der war noch nie so attraktiv wie

in diesem Sommer.

color - 06­07 2009

Fotos: Hersteller


3

4

5

7

outdoorMöbel

8

6

design »

11


12

projeKt

inszenierte natur

An einer städtebaulich strategischen Stelle hat der Wiener Architekt Arkan Zeytinoglu einen

außergewöhnlichen Unternehmenssitz realisiert, in luftiger Höhe als zweigeschoßigen Dachaufbau

in Leichtbauweise text: christine Müller, fotos: herta hurnaus

projeKtdaten

Adresse: Mariahilfer Straße 1, Wien 6

Bauherr: WertInvest Immobilientreuhand

GmbH

Entwurf: Architekt: Arkan Zeytinoglu,

Wien, Dachgarten: Dipl.-Ing. Bernd

Hochwartner, Wien

Ausführung Holzdecks: DB-Möbel,

Dietmar Bischof, Wien

Nettonutzfläche Dach: 1.366 m 2

» architeKtur

Besondere architektonische Qualität zu

realisieren stand im Mittelpunkt der

Bauaufgabe, durch die das Haus wieder

als einheitliches Ganzes erscheint. „Die

Eckgaupenlösung der Dachflächen resultiert

aus der konsequenten Weiterführung

der Grundrissgeometrie des Bestandes, und

zwar einer turmartigen Lösung, die in der

Dachneigung knickt“, erläutert der Architekt.

Und präzisiert weiter: „Es wurde kein

Eckturm aufgesetzt, sondern ein Dachgrat

ausgeformt, der mit der Geometrie der bestehenden

Ecklösung korrespondiert.“

Durch weitestgehende Transparenz und ein

gekonntes Spiel von Glas­ und Spiegelflächen

entsteht in den Büros räumliche Weite

und Tiefe; auf subtile Art werden die unterschiedlichen

Funktionsbereiche miteinander

verbunden, wo nötig voneinander getrennt.

Großzügige Ausblicke und Sichtachsen charakterisieren

den Umgang mit Raumgrenzen,

innen und außen verschmelzen.

Mit viel Liebe zum Detail sind aber nicht nur

die beiden Bürogeschoße konzipiert. Ebenso

akribisch überlegt wurde die Gestaltung der

hoch über den Dächern Wiens errichteten

Dachterrasse. Als „inszenierte Natur“ schuf

der Landschaftsarchitekt und Gartenkünstler

Bernd Hochwartner eine architektonische

Landschaft aus polygonalen Holzdecks, die

von Bepflanzungsebenen durchbrochen und

gegliedert werden und zum Verweilen und

Spazieren einladen.

Den Eindruck eines gewachsenen und üppigen

Gartens vermitteln die raffinierten

und mit technischem Feingefühl konzipierten

Details. Das multifunktionale Holzdeck

dient auch zum Sitzen, Liegen oder

Lehnen und außerdem noch als Sicht­ und

Schallschutz. Dem in luftiger Höhe entsprechend

starken Windeinfall trotzt die standortgerechte

Pflanzenwahl, bei der besonderes

Augenmerk vor allem auch auf die geringe

Pflegebedürftigkeit gelegt wurde. Gepflanzt

color - 06­07 2009


hat man vor allem heimische Gehölze wie Kiefer, Birke

und Felsenbirne. Für die Holzkonstruktion, die in Zusammenarbeit

des Architekten mit dem Tischler Dietmar

Bischof entstand, der für die Umsetzung letztlich

verantwortlich zeichnete, wählte man die ebenfalls heimische

Thermoesche. Auch hier war es neben der Farbvorstellungen

des Architekten – Thermoesche vergraut

durch Einfluss von UV­Licht und Witterung mit der Zeit

– ausschlaggebend, Holz aus Österreich zu verwenden

und dadurch auf Tropenhölzer verzichten zu können.

Die Unternehmensfarben Schwaz/Gold, Rot/Weiß oder

Silbergrau/Blau bestimmten auch das Farbkonzept, auf

dem letztendlich auch Bernd Hochwartners Inszenierung

basiert.

„Im Kochverfahren wird das Holz unter Dampf erhitzt,

wodurch die Zellstrukturen im Holz absterben und keine

Feuchtigkeit mehr aufgenommen oder abgegeben

wird. Da es somit keine Schwundmaße mehr zu berücksichtigen

gilt, erweist sich die Verarbeitung eines

auf diese Weise behandelten Holzes als besonders angenehm“,

erklärt Bischof die Wahl des so behandelten

Materials.

Heimische Lärche fand als Unterkonstruktion Verwendung,

wobei besonderer Wert darauf gelegt wurde,

dass auch genügend Platz vor Feuchtigkeit von unten

schützt. Die eigentliche Besonderheit stellt aber auch

noch die spezielle Verbindung der einzelnen Holzelemente

untereinander dar, da durch eine unsichtbar ausgeführte

Steckverbindung keinerlei Verschraubungen

zu sehen sind. Das Endergebnis kann sich sehen lassen.

Angenommene Lebensdauer: 20 bis 25 Jahre.

color - 06­07 2009

architeKtur «

Das StoPrinzip

Wenn aus Regen

Sauberkeit wird

Schmutz perlt mit dem Regen ab:

StoLotusan Fassadenbeschichtungen

StoLotusan Putz und StoLotusan Color basieren auf der einzigartigen

Lotus-Effect ®-Technologie und bieten Fassaden idealen Schutz.

Dank einer mikrostrukturierten Oberfläche ist die Kontaktfläche

für Schmutz und Wasser extrem reduziert.

Das Ergebnis: Schmutz perlt mit dem Regen ab.

• Geringe Verschmutzungsneigung,

hoher Selbstreinigungseffekt

• Idealer Schutz für besonders belastete Wetterseiten

• Gute Durchlässigkeit für Wasserdampf und CO 2

Mehr Infos erhalten Sie unter:

www.sto.at

projeKt 1


1 Messe Mailand nachbericht

rekordverdächtig

Am 27. April ging die weltgrößte Möbelschau, der 48. Salone Internazionale del Mobile, in

Mailand mit großem Erfolg zu Ende. Alljährlich schließt sich in Mailand für sechs Tage der

Kreis zwischen Produkten und Vertrieb, Designern und Besucher,n Unternehmen und Endverbrauchern

sowie Trends und Anfordeurngen zwischen Italien und der Welt. text: christine Müller

großer andrang herrschte wie jedes

jahr an den aufwendig inszenierten

Messeständen.

zahlen & faKten

1 . 0 Quadratmeter Ausstellungsfläche,

1 . Besucher insgesamt,

1 . Besucher aus 151 Ländern

weltweit, 2. 2 Aussteller (davon 911

aus dem Ausland), 02 präsentierte Designer,

. Journalisten aus aller Welt

» design

Trotz ihrer gigantischen Ausmaße ist die

Mailänder Möbelmesse ein Fixpunkt für

die Spezialisten der Branche und stets

nur einen Tag lang auch dem Publikum zugänglich.

Mit mehr als 300.000 Besuchern allein

auf dem Messegelände Rho Pero konnte

man die Zahlen des Vorjahres erneut übertreffen.

Viel Andrang herrschte aber auch an den

immer zahlreicheren Standorten in der Stadt,

an denen nicht nur junge Kreative, sondern

auch bereits viele Hersteller in ungeahnter

Vielfalt ihre Produkte präsentieren und damit

sogar oftmals nur mehr außerhalb der Messe

präsent sind.

Trotz erwarteter Krisenstimmung und zurückhaltender

Prognosen waren somit auch an

diesen Schauplätzen des „Fuori Salone“ Besucherrekorde

zu verzeichnen. So erwachte etwa

die Zona Tortona als eine der coolsten Adressen,

was Publikumsandrang und Angebot anbelangt,

abends, wenn die Messe ihre Pforten

schon längst geschlossen hatte, so richtig zum

Leben. Der Glaube an das „Made in Italy“, das

nicht nur aus der Präsentation immer neuer

Produkte und Kreationen besteht, verkörpert

eine Philosophie, einen Lebensstil, in dem man

sich von der schlechten Wirtschaftslage keinesfalls

unterkriegen lässt, sondern für alle

Probleme auch stets die richtige Lösung parat

zu haben sucht.

Bei den vorgestellten Neuheiten dominierte

nicht das experimentell und formal Neue um

jeden Preis, sondern eher die Weiterentwicklung

altbewährten Designs, bei dem hochwertige

Verarbeitung unter Anknüpfung an

traditionelle Handwerkskünste im Vordergrund

stand. So erläuterte etwa die auch in

Mailand mit ihren Produkten mehrfach präsente

spanische Designerin Patricia Urquiola

ihre ganz persönliche Strategie: „Neugierde,

Energie, Aufmerksamkeit sind gleichwichtige

Charakteristiken. Wenn die Möglichkeiten

fehlen, muss man eben vereinfachen. Schwierigen

Momenten mit Qualität zu antworten,

color - 06­07 2009

Fotos: Florian Frey, Saverio Lombardi Vallauri, Carola Merello, Alessandro Russotti


auf allen Ebenen des Projekts, auch im Lowcost­Bereich,

charakterisiert die Arbeit des

Designers in all ihren Facetten.“ Urqiuola, die

in vielen ihrer Entwürfe auch traditionellen

Handwerksmethoden stets großen Raum gibt,

betont weiter: „Man muss als Designer das

Handwerk aufzuwerten wissen und die Fähigkeit

besitzen, selbst handwerklich zu arbeiten.

Die Ressourcen gibt es überall, nicht nur in

Italien, man darf nicht einfach stehen bleiben.

Man muss die Augen offenhalten, die Qualität

und Proportionen der Materialien zu kombinieren

wissen und nicht nur in eine Richtung

blicken.“ Auch Konstantin Grcic sieht in der

Krise eine Chance: „Die Entwicklung neuer

Ideen ist grundlegend. Das ist eine fruchtbare

Zeit für uns Designer, weil sie uns zum Umdenken

zwingt.“ Und Matteo Thun definiert die

Merkmale eines guten Produkts mit Authentizität,

Leichtigkeit, ästhetischer und technologischer

Dauerhaftigkeit. Bereits einer der ganz

Großen des italienischen Designs, Architekt

color - 06­07 2009

Giò Ponti, formulierte es einst wie folgt: „Man

muss zurück zum Tisch­Tisch, zum Haus­

Haus, zu den richtigen Dingen, jenen wahren,

natürlichen und spontanen.“ Beim diesjährigen

Salone konnte man vielerorts eine Art

Rückbesinnung auf Altbewährtes beobachten.

In diesem Sinne war das Thema Nachhaltigkeit

omnipräsent, und zwar nicht nur in Form

der Verwendung innovativer, technologisch

ausgeklügelter Materialien und Konstruktionen,

sondern vielmehr als Reinterpretation

altbekannter Klassiker. Nachhaltigkeit als

Rückbesinnung auf bestehende Werte und formelle

Zurückhaltung also, um nicht mehr in

den üblichen Strudel der permanenten Suche

nach dem ewig Neuen zu verfallen.

Eine Gangart, die durchaus auch Kritiker

fand. „Jeder Salone ist eine Olympiade, für alle

Designer, ohne Ausnahme“, beschreibt Matteo

Thun dessen Bedeutung prägnant. „Ist ein Salone

beendet, beginnt man damit, sich die Muskeln

für den nächsten zu wärmen.“

Messe Mailand nachbericht 1

Zu SEhEn war

nichT mEhr nur

nEuES um JEDEn

prEiS, SOnDErn

innOvaTivE

maTEriaLiEn

unD rEinTErprE-

TaTiOnEn aLTEr

BEkannTEr.

design «


1

interior-fashiondesign

» einrichtung

color - 06­07 2009


Einziehen, anziehen

Zeig mir dein Wohnzimmer, und ich sage dir, was du trägst – die

Einrichtung wird immer mehr zum Spiegel der Identität ihres

Eigentümers. Wie es scheint, sind auch hier Stil und Geschmack

eine Frage des Etiketts. text: barbara jahn

Es ist ein Trend, der nun bereits einige

Jahre anhält: Modedesigner bewegen

sich abseits der Laufstege und

dringen auf die große Spielwiese des Einrichtungsdesigns

vor. Und das mit großem

Erfolg. Wagt man einen Blick zurück, so erinnert

man sich an das Modelabel Versace,

das beim deutschen Porzellanproduzenten

Rosenthal für Furore sorgte. Oder – und das

ist noch gar nicht so lange her – verbündete

sich der Kunst­Stoff Corian mit Missoni

zu einer Wunderwelt der unverkennbaren

Streifen­ und Zickzack­Muster ganz im Look

des italienischen Modehauses. Doch auch

Roberto Cavalli mit eigener Möbelkollektion

in Tiger­ und Giraffenlook oder Jette Joop

mit eigenem Fertigteilhaus samt Einrichtung

sind mit von der Partie. Doch in Wirklichkeit

hat er die Modekollektion für das

Zuhause erfunden: Giorgio Armani, der im

Jahr 2000 mit den Worten: „Ich möchte einen

gesamten Lifestyle anbieten, der über Mode

hinausgeht, eine Lebenswelt“ eine neue Ära

color - 06­07 2009

in der Möbel­ und Ausstattungsbranche

auf den Spielplan rief. Marketing um jeden

Preis, warum sich also nur die zweite Exklusiv­Haut

auf den Leib schneidern lassen und

nicht auch bei den Möbeln Maß nehmen?

diesel Macht daMpf

Das Erfolgsrezept ging auf und wurde –

selbstverständlich – von fast allen kopiert:

von Bulgari, die unter anderem Luxusartikel

wie Sofas für Hunde schneiderten, über

Esprit und Missoni, die mit ihren eigenen

Home­Kollektionen aus dem Segment nicht

mehr wegzudenken sind, bis hin zu den neuen

Durchstartern aus der Billigmode­Liga,

H&M und Zara, die sich neuerdings auch auf

diesem Parkett bewegen. Mit der richtigen

Ernsthaftigkeit und mit der damit gepaarten

Publikumswirksamkeit präsentierte nun

auch das 1978 im italienischen Molvena gegründete

Modelabel Diesel seine Vorschläge

in Sachen Möbeldesign. In enger Kooperation

mit renommierten, ebenfalls italienischen

interior-fashiondesign

großes bild links: teppich glenn denimblue von Kasthall.

links: paravent xradio natura Morta von successful

living from diesel with Moroso

freischwinger

dexter von bene

stehleuchte tri-p-p von successful living

from diesel with foscarini

einrichtung«

1


1

interior-fashiondesign

oben: oberflächengestaltung für

corian von Missoni home, corian

loves Missoni. unten: armlehnstuhl

pop von Kartell

» einrichtung

Unternehmen, dem

Po l s t e r m ö b e l h e rsteller

Moroso und

dem Leuchtenproduzenten

Foscarini,

zeigte man, was der legendäre

Jeanskonzern in

puncto Furniture­Fashion

drauf hat. Moroso hat gemeinsam

mit dem Kreativteam

von Diesel unter der Leitung von Wilbert

Das zwei Linien verfolgt, die von X­Ray­

Musik und Vintage inspiriert wurden: Eine

wird geprägt von der Welt des Underground

mit aggressiver, rätselhafter Ästhetik, die

andere wirkt unbeschwert und bezieht ihre

Anregungen aus der Natur und sichtbaren

Helligkeit mit weichen, einladenden Formen.

Moroso macht mit Diesel eine Kollektion von

Produkten der lässigen, komfortablen Art,

die von einer zwanglosen Wohnidee ausgeht.

Die Zielgruppe ist völlig klar: Man will ein

Publikum ansprechen, das schlichte Formen

in moderner Lesart bevorzugt, auf hochwertige

Qualität und einen ungezwungenen, geradlinigen

Stil aber dennoch nicht verzichten

will. Foscarini hingegen übernimmt den Diesel­Look

in Form von skelettösen, zum Spiel

anregenden Gebilden oder als leuchtende

Objekte mit Knitterlook. Aber egal wie: Auch

color - 06­07 2009


echts: tapete alice jeans von Marburg wallcoverings.

unten: tischleuchte fork von successful living from diesel

with foscarini

hier wird die Marke für junge Ersteinrichter

weitergetragen – und da auf hohem Niveau.

treibstoff fürs leben?

Besonders das Jeans­Image birgt anscheinend

das ewig Jugendliche in sich. Deshalb

wagen sich auch andere Möbelhersteller über

das Thema des legendären Blaus. So gibt es

zum Beispiel eine richtige Tapete von Marburg

Wallcoverings, die sich sogar scheinbar

aus kleinen Stoffstücken zusammensetzt.

Oder Geknüpftes des schwedischen Teppichherstellers

Kasthall, der den Charme von

Denim ebenfalls in seine Kollektion aufgenommen

hat. Und auch Polstermöbelproduzent

Kartell, der heuer sein 60­jähriges

Firmenjubiläum feiert, bezieht die attraktive

www.sefra.at

Note von Jeans im Used­Look als Überzugsstoff

in seine Kollektion mit ein. Daneben

wirkt Stuhl Dexter im strengen Nadelstreif

von Modedesigner Sir Paul Smith fast schon

etwas steif – zu Recht, denn er ist für eine

ganz andere Zielgruppe bestimmt. Stoffe, die

in der Modewelt bereits als Legenden gelten,

erobern also die Möbelwelt. Es ist noch

viel authentischer, auch in der Einrichtung

zu fühlen, woran sich die Haut längst gewöhnt

hat. Modehäuser, die auf ihre eigene

Möbellinie verzichten, sind schnell gezählt.

Vielleicht hoffen sie, dass sie genau das wieder

zu etwas Besonderem macht. Exklusivität

durch Hungerstreik? Nein, der Zeitgeist

diktiert eindeutig etwas anderes: Lifestyle

auf jeder Ebene und in jeder Lebenslage

ist gefragt. Leute, die sich aus Prinzip und

Markentreue nur in bestimmte Textilien

hüllen, können diese unmöglich in markenfremden

Ambienti präsentieren. Hauptsache,

das Etikett ist dran. Es muss ja nicht

immer Diesel sein.

...Beste Fassade

interior-fashiondesign

„Ein TrEnD,

DEr nun SchOn

EiniGE JahrE

anhäLT: mODE-

DESiGnEr Drin-

GEn auf DiE

SpiELwiESE DES

EinrichTunGS-

DESiGn vOr.“

1


20

highlights

1

1 bagdad

Hersteller: Nodus, High Design

Rugs, Design: Massimo

Gardone. Für diesen in Nepal

handgeknüpften Teppich

inspirierte sich Gardone

an der Fotografie und am

ewigen Kreislauf der Natur.

www.nodusrugs.it «

» boden & belag

2 bouquet

Hersteller: Bisazza, Design:

Carlo Dal Bianco. Sommer

pur! Protagonist dieses

Dekors ist ein Blumenbouquet

in leuchtenden Farben.

Vorlage: ein Gemälde der

flämischen Schule des

18. Jahrhunderts.

www.bisazza.it «

3 edition 1

Hersteller Parador, Design:

Matteo Thun. Mit den Augen

greifen, mit den Fingern

sehen! Digitale Drucktechnologie

macht’s möglich.

Auch die plane Fläche darf

virtuelle Realität darstellen.

www.parador.de «

4 aapa

Hersteller: Woodnotes.

Die besondere Mischung

(ein Wollfaden, acht

Leinenfäden) dieses von

Hand getufteten Teppichs

schafft Urlaubsfeeling: Beim

Beschreiten hinterlässt man

Fußspuren ganz wie auf

Sand.

www.woodnotes.fi «

5 Mangas

Hersteller: GAN by Gandia

Blasco, Design: Patricia

Urquiola. Eine Serie von acht

Teppichen, die jeweils unterschiedlich

in Farbe, Form

und Material, auf immer

neue Art aneinandergereiht,

ein individuelles Patchwork

ergeben.

www.gandiablasco.com «

5

color - 06­07 2009


2 3

Der Sommer kann kommen!

Sie sind nicht stolzer Besitzer einer Terrasse, eines Balkons oder Gartens? Kein Problem!

Holen Sie sich einfach den Sommer ins Haus. Zahlreich sind die an der Natur inspirierten

Dessins, die Sie den Sommer auch innerhalb Ihrer vier Wände das ganze Jahr über so richtig

genießen lassen.

color - 06­07 2009

highlights

4

boden & belag «

21


22 Messenachbericht interzuM

Die magie des materials

Als weltweit größte Messe der Zulieferer und Möbelindustrie und des Innenausbaus ist die

Interzum in Köln Ort des Wissensaustauschs und zur Präsentation von Produktneuheiten.

text: christine Müller

zahlen & faKten

Rund .000 Besucher aus mehr als

1 0 Ländern, 1. 0 Anbieter aus

Ländern; Prozent mehr belegte

Ausstellungsfläche. 0 Prozent der

Anbieter und Prozent der Besucher

kamen aus dem Ausland auf die

Interzum.

» boden & belag

Die Interzum ist aber auch jener Ort, an

dem der Branche alle zwei Jahre zukünftige

Trends präsentiert werden.

Und dies nun bereits seit mittlerweile 50 Jahren.

Der runde Geburtstag unterstreicht die

Bedeutung dieser Messe als Impulsgeber für

Industrie, Handwerk und Handel. In Köln waren

somit von 13. bis 16. Mai auch heuer wieder

die neuesten Trends bei Bezugsstoffen,

Oberflächen und Hölzern zu sehen.

Rund 47.000 Besucher aus mehr als 130 Ländern,

1.370 Anbieter aus 63 Ländern und eine

um 5 Prozent höher ausgebuchte Ausstellungsfläche

sind die Ergebnisse der Schlussbilanz

dieses Messeklassikers. Auch die hohe Besucherqualität

konnte den bedeutenden internationalen

Stellenwert dieser ganz Großen

unter den Messen für die Möbelzulieferindustrie

und den Innenausbau neuerlich untermauern.

Ein Jubiläumsjahr, wie man es sich

nur wünschen kann. „Gerade vor dem Hintergrund

des finanzwirtschaftlichen und konjunkturellen

Umfelds hat die Veranstaltung

in ihrem Jubiläumsjahr wichtige Impulse für

die gesamte Branche und ein klares Signal gegen

den momentanen wirtschaftlichen Trend

gesetzt“, resümiert Gerald Böse, Vorsitzender

der Geschäftsführung der Koelnmesse, den Erfolg.

Das große Interesse des Fachpublikums

aus der ganzen Welt bestätigt die Interzum

als international anerkannte Leitmesse und

als geeignete Plattform für die Präsentation

innovativer Produktneuheiten.“ Gegenstände

und Materialien, die unser tägliches Leben

color - 06­07 2009


Fotos: Koelnmesse

begleiten, müssen sich gut anfühlen, denn die

Haptik ist nach wie vor eines der wichtigsten

Kriterien bei der Wahl eines Produkts. Die

sinnliche Wahrnehmung durch das Ertasten

der Dinge, der Stoffe und Formen spiegelt unseren

Wunsch nach Echtheit, Sicherheit und

besonderen Werten wider. Gutes Design fühlt

sich eben auch gut an. Die aktuellen Materialien

und Materialkombinationen präsentieren

sich durchaus selbstbewusst und in großer

Vielfalt. Sie stehen für eine Welt der Gegensätze

und voller Kreativität, unterstreichen

aber auch gleichzeitig den Wunsch des Verbrauchers

nach mehr Wertigkeit und Qualität.

Natürliche Materialien herrschen somit vor,

strukturierte Oberflächen sind ebenso in wie

ein ungewohnter Mix, so steht natürlich knitterndes

Leinen neben hochglänzenden metalligen

Oberflächen, großformatige Dessins

konkurrieren mit leuchtenden Farben in Uni.

Ein besonderer Hingucker waren gläsern wir­

CETOL NEUHEITEN 2009

WARUM WARTEN BIS 2010?

kende Kanten, Rolladensysteme in Glasoptik

oder das „Glas von der Rolle“ – Transparenz

stand in jedem Fall auf der Trendliste ganz

oben. Ebenso vielfältig wie die Materialien ist

auch die Farbpalette: Weiß und Schwarz sind

als alte Klassiker sowieso nicht mehr wegzudenken

und setzen auch weiterhin Akzente,

wenn es um grafische Linien oder Muster geht.

Frische Grüntöne mit zartem Grau inspirieren

sich am Nachhaltigkeitsgedanken. Unzählige

Schattierungen von Blau sind ebenso zu finden

wie Naturtöne von Khaki bis Braun. „Back to

the Nature“ scheint überhaupt der dominierende

Slogan zu sein, was sich auch in Naturfasern

wie Leinen, Filz oder Baumwollstoffen niederschlägt.

Aber auch technologische Spitzenleistungen

kamen auf der Interzum nicht zu kurz,

die ganz nebenbei auch noch die höchsten Designansprüche

zufriedenstellen. Auf 2011 darf

man also gespannt sein, denn dann öffnet die

Interzum erneut ihre Pforten.

Mit den neuen Qualitäten von Sikkens Cetol

haben wir schon jetzt die Lösungen für 2010.

Die neuen Produkte Cetol plus und extra bieten höchste Qualität und besten

Schutz für Ihr Holz. Lassen Sie sich überzeugen und testen Sie die neuen Cetol

Dünnschicht Lasuren HLS plus und HLS extra oder die neue Dickschichtlasur Cetol Filter 7 plus.

SIKKENS CETOL LASUREN SIND FIT FÜR DIE ZUKUNFT


Cetol HLS plus Cetol HLS plus 2010 – die neue Dünnschichtlasur auf Alkyd-Emulsionsbasis

für die gewohnt edle und seidenmatte Erscheinung.

Cetol HLS extra – die neue Alkyd-Dünnschichtlasur für Extra-Beständigkeit

gegen Witterungseinflüsse und +20 % mehr Ergiebigkeit.


Cetol Filter 7 Cetol Filter 7 plus – die verbesserte Dickschichtlasur mit Extrem

hoher UV-Beständigkeit und längerem Witterungsschutz.

Messenachbericht interzuM

„DaS GrOSSE

inTErESSE DES

fachpuBLikumS

auS DEr GanZEn

wELT BESTäTiGT

DiE inTErZum

aLS inTErnaTiOnaL

anErkannTE

LEiTmESSE.“

VOC

2010

Nähere Infos unter

www.sikkens.at

2


2

porträt

wer mit dem

holz tanzt

Weitzer Parkett ist viel mehr als nur ein Name. Das

österreichische Unternehmen rangiert unter den Top 10

Europas. Und dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr.

begehbar, begreifbar. in den neuen

parkett-welten wird den besuchern

das umfassende produktsortiment

hautnah präsentiert.

dem gelben weitzer-würfel, Markenzeichen

des erfolgsunternehmens,

wurde eine besonders prominente rolle

in der fassade zugeteilt.

» boden & belag

text: barbara jahn

Es ist eine große, langjährige Tradition,

die sich hinter dem Namen Weitzer

Parkett verbirgt. Bereits 1831 wurde

das Holz verarbeitende Unternehmen in Weiz

– und das ohne „t“ – gegründet, in dem man

bis zum heutigen Tag mit den höchsten Qualitätsansprüchen

und größter Leidenschaft ans

Werk geht. Mit diesem bewährten Rezept und

einem bedeutenden Anteil an Know­how und

Innovationsgeist schaffte es Weitzer Parkett

mit seinen insgesamt 650 Mitarbeitern, nicht

nur die Marktführung Österreichs zu übernehmen,

sondern auch an die Spitze der europäischen

Parketthersteller.

ausgezeichnet

2007 erhielt man sogar die Auszeichnung als

bestes Familienunternehmen Österreichs –

immerhin unter 240.000 Bewerbern. Die Ruder

des erfolgreichen Unternehmens hat das

Geschwisterpaar Angelika Wesonig­Weitzer

und Wilfried Weitzer fest in der Hand. Sie bestimmen,

wo es langgeht, und der Erfolg gibt

ihnen Recht. Heute verfügt Weitzer Parkett

über das unfangreichste Parkett­ und Stiegenprogramm,

zusammengesetzt aus rund

500 Artikeln von Massivholzböden, Zwei­ und

Drei­Schicht­Parkettböden in 15 verschie­

denen Holzarten bis zu individuellen Stiegenlösungen.

Einer der wichtigsten Punkte

im Konzept ist die intensive Kooperation mit

den Fachhändlern und Verlegebetrieben, die

die professionelle Verarbeitung und ein umfangreicher

Service vor Ort garantieren. Mit

dem Blick streng nach vorne gerichtet, ruhen

sich die beiden jedoch nicht auf den Lorbeeren

einer 175­jährigen Erfolgsgeschichte aus.

Die Entwicklung neuer Produkte hat einen

besonderen Stellenwert, denn die Führungsposition

soll weiter gehalten und ausgebaut

werden. So wurden innovative Ergänzungen

vorgenommen, die äußerst vielversprechend

klingen. Etwa der neue Pflegefrei­Parkett, der

die stressgeplagten Haushaltsseelen aufatmen

lässt. Nanotechnologie ermöglichte eine einzigartige

Spezialversiegelung bis in die tiefsten

Poren und verleiht dem Boden dauerhafte

Schönheit. Mit dieser siebenfachen Versiegelung

der Prostrong­Oberfläche werden dem

Parkett langwierige und regelmäßige Pflegerituale

erspart und auch Schutz vor alltäglichen

Gebrauchsspuren geboten. Das Produkt

wurde mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet,

dem weltweit ältesten und bekanntesten Umweltzeichen,

das nicht nur die Umweltfreundlichkeit

des Produkts, sondern auch jene des

Herstellungsprozesses beurteilt.

apropos uMwelt

Das Geschwisterpaar hat nicht nur die Umwelt­Auszeichnung

der Produkte im Auge,

sondern engagiert sich auch in seinem unternehmerischen

Rahmen für globale Umwelt­

color - 06­07 2009


emühungen. So entschied man als einer der

ersten Hersteller überhaupt, 2009 Tropenhölzer

komplett aus dem Sortiment zu nehmen

und nur noch Holz aus nachhaltiger europäischer

Forstwirtschaft zu verarbeiten, wovon

ungefähr die Hälfte aus österreichischen Wäldern

bezogen wird. Angelika Wesonig­Weitzer

begründet diesen Schritt so: „Wir sind darüber

hinaus Anfang des Jahres aus dem Tropenholz­Verkauf

ausgestiegen und würden uns

noch viel mehr Hersteller wünschen, die Tropenholz

aus dem Programm streichen und ihre

ökologische Verantwortung wahrnehmen. Der

Verzicht auf Tropenholz drosselt die Nachfrage

und trägt somit einen gewichtigen Teil zum

Erhalt des Ökosystems Regenwald als Lebensgrundlage

für zukünftige Generationen bei.

Die Schlussfolgerung: Jeder einzelne, der sich

für eine heimische Holzart entscheidet, leistet

seinen ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz

und zur Rettung der letzten Urwälder

der Erde. Über 30 verschiedene europäische

Hölzer und Farben bieten für jede tropische

Holzart eine passende Alternative. Heimisches

Holz und seine Veredelungsmöglichkeiten lassen

in puncto Design und Ästhetik keine Wünsche

offen.“

Zeit und Geld sparen?

Der Profi kombiniert genial.*)

das jüngste Kind

Vor Kurzem wurden die Weitzer Parkett – Parkett

Welten eröffnet, eine offizielle Drehscheibe

und Plattform für Partner, Architekten,

Exportkunden bis hin zum Endverbraucher,

wo man die Marke Weitzer Parkett, mit allem

wofür sie steht, kennenlernen kann. Hier finden

reger Austausch und Seminare statt, in

denen Kunden theoretisch und praktisch in die

Vielfalt der Produkte, Verlegetechniken, aber

auch in den Verkauf eingeführt werden. Die

Ziele sind sehr ehrgeizig: „Die Parkett Welten

werden sich regional als Zentrum für alle an

Parkett­ und Holzstiegen interessierten Endkunden

etablieren. Jeder kann und soll, wenn

er Bedarf an Parkett oder einer Holzstiege hat,

als erstes an uns denken und in den Parkett

Welten vorbeischauen. Überregional wird es,

überspitzt formuliert, das ,Mekka‘ unserer

Parketthändler werden. Jeder sollte zumindest

einmal die Parkett­ und Stiegenakademie

besucht haben“, so Angelika Wesonig­Weitzer.

Auch die Architektur der neuen Parkett Welten

spricht eine sehr selbstbewusste Sprache. Das

äußere Erscheinungsbild wird vom bekannten

gelben Weitzer Würfel, dem Markenzeichen des

Unternehmens, dominiert. Zusätzlich spielt

die Fassade auf den Werkstoff Holz an, der fein

säuberlich gestapelt und verarbeitet wird. Auf

1.500 Quadratmetern kann man also eintauchen

in das Imperium des Parkettbodens und

sich vom unglaublichen Spektrum der Möglichkeiten

fürden und Stiegen überzeugen.

Im Obergeschoß findet die Aus­ und Weiterbildung

statt in Hinblick auf Funktionalität, Verarbeitung,

Einzigartigkeit und vor allem auf

Vorzüge jener Produkte, deren Qualität auch

1:1 bei den Kunden ankommen soll. Denn das

hat oberste Priorität.

*) Alle, die zugleich Abdichten und Kleben wollen, holen sich jetzt den neuen Spezialklebstoff X-Bond MS-K88.

Mit MS-Technologie verklebt X-Bond MS-K88 nahezu alle Materialien, selbst auf vertikalen Flächen.

Ideal bei hoher Restfeuchte von Zement- und Betonuntergründen. Mehr Infos unter www.murexin.com

porträt

„DEr vErZichT

auf TrOpEnhOLZ

DrOSSELT

DiE nachfraGE

unD TräGT Zum

ErhaLT DES

rEGEnwaLDES

BEi.“

Fotos: Weitzer Parkett

2


2 produKte & MärKte

Terrassenberechnung leicht gemacht

Der neue elektronische Bedarfsberechner für Terrassenböden von Meyer Parkett erleichtert die Berechnung

der Zubehörmaterialien ebenso wie die Angebotslegung an den Kunden in Zukunft ganz entscheidend.

farbe pur

Der weltweit angesagte Hersteller von Glasmosaik für den Innen­ und Außenraum Bisazza

hat seine Mosaikkollektion 2009 um zahlreiche Dekore erweitert.

Und allesamt nehmen diese auch gleich zukünftige Trends vorweg, natürlich

ohne dabei den einzigartigen und unverwechselbaren Bisazza­Stil zu verlieren.

Es entstanden neue Mosaike, die den unterschiedlichsten Wohnbereichen, drinnen

wie draußen, eine ganz spezielle Note verleihen. Inspiriert an Gemälden des

18. Jahrhunderts, an Tapetenmustern vergangener Tage oder einfach nur am üppigen

Angebot der Natur holen die Dekore 2009 eine reiche Farbpalette in edlen

Tönen und unermesslicher Blütenpracht ins Haus. Für das Blumenmuster Fleurs

wählte der Designer Carlo Dal Bianco Vorlagen französischer Tapeten des frühen

19. Jahrhunderts. Auch mit dem Motiv Garden bleibt der Designer Carlo Dal

Bianco dem Blumenmotiv treu: Der Dekor zeichnet sich durch ein zeitgenössisches

Design aus, das an moderne Textilien erinnert, und ist in drei Versionen erhältlich:

Garden Blue, Garden Grey und Garden Pink. Mit Silk ist Dal Bianco ein

Ornament für Boden und Wand gelungen, das mit seinen orientalisch anmutenden

Mustern aus dem Reich von „Tausend und einer Nacht“ entsprungen

sein könnte. Auch die Farbwahl, eine Kombination aus unterschiedlichsten

kühlen Blautönen nimmt Anleihen aus dem Morgenland auf. Neben Blau ist

Silk auch in Braun erhältlich. Die bedeutende Neuheit dieses Jahres sind die

neuen Farbmischungen und einfarbigen Mosaike. Bereits 1956 in Alte bei Vicenza

gegründet, kennzeichnet das schillernde Unternehmen ausgeprägt dynamischer

Unternehmergeist, der Einsatz modernster Fertigungsmethoden und

ein besonderes Gespür für die Entwicklungen des Mosaikmarktes. Trends vorzugeben

ist hier schon fast eine Selbstverständlichkeit. Seit 2004 koordiniert

der Architekt Carlo Dal Bianco das Bisazza Design Studio und seiner Feder

entspringen auch die neuen Mosaikkollektionen. www.bisazza.com

» boden & belag

Terrassenböden aus Holz liegen voll im Trend und

verleihen sowohl einem modernen als auch klassischen

Zuhause das gewisse Etwas. Kniffelig gestaltet

sich jedoch oft die Errechnung der für die

Verlegung benötigten Zubehörmaterialien. Der

neue, exklusiv bei Meyer Parkett erhältliche elektronische

Bedarfsberechner bietet hierfür den

passenden Lösungsansatz: Berechnung von Zubehörmaterialien

und Angebotslegung sind in

Zukunft ganz einfach. Nähere Informationen unter

www.meyerparkett.at, „Terrassendecks“, oder

Tel.:(0 31 35) 502­0. Meyer Parkett ist Österreichs

größter Terrassenbodenspezialist und bietet unter

der Marke „Fano“ ein besonders breites Sortiment

an FSC­zertifizierten und kammergetrockneten

Holzarten, passend für jeden Stil und Geschmack.

Das vollständige, perfekt auf die verwendeten Produkte

abgestimmte Zubehör erleichtert zusätzlich

die Montage und Pflege. Terrassenböden bringen

die Natürlichkeit und den Charme von Holz in

jeden Außenbereich, egal ob am Pool, im Garten

oder auf der Terrasse. Sie sind selbst bei minimaler

Pflege sehr langlebig, trocknen schnell, wirken

temperaturausgleichend und bescheren dadurch

ein besonders fußfreundliches Gehgefühl.

www.meyerparkett.at

color - 06­07 2009


natürlich für die Ewigkeit

Mit naturnahen Oberflächen hat Kaindl den Laminatfußboden buchstäblich salonfähig

gemacht. Die Kaindl One Design News erweitern nun die erfolgreiche Kollektion um zwölf

neue Oberflächen und Dekore.

Holen Sie sich die

Lizenz zum Kleben.*)

Dielen und Classic­Dekore beeindrucken schon auf den ersten Blick durch ihre

absolut naturidentische Anmutung, ganz nach dem Leitsatz „Natürlich für die

Ewigkeit“. Auf den zweiten Blick eröffnet sich eine Reihe von Vorteilen, die

Fachwelt und Konsumenten gleichermaßen in ihren Bann zieht: Kaindl One

präsentiert sich nicht nur extrem robust, langfristig lichtecht und äußerst pflegeleicht,

sondern auch in höchstem Maße langlebig und wertbeständig. Außerdem

lassen sich die Böden dank Kaindl Loc einfach und leimfrei verlegen. Nun

geht Kaindl mit den innovativen Oberflächen und Dekoren der One Design

News aber noch einen Schritt weiter. „Unsere Natural­Touch­Oberflächen machen

es selbst Experten nicht leicht, einen Unterschied zwischen Laminat­ und

Echtholzfußboden zu erkennen. Ganz so wie der Boden aussieht, fühlt er sich

dann auch an, und zwar absolut natürlich“, erklärt CEO Werner Bechtold den

verblüffenden optischen und haptischen Effekt. Dahinter steckt die zukunftsweisende

Synchronisationstechnik, die das Dekorbild des jeweiligen Bodens

real fühlbar macht. Von der neuen Struktur „Natural Touch Eiche“ über „gebürstet“

und „geschrubbt“ bis hin zum „Altholzeffekt“ bringen die Oberflächen

das Gefühl von echtem Holz auf die Laminatdielen. Besonders edel zeigen sich

die neuen dunklen Eichendekore, die gleichermaßen klassische Eleganz und

modernes Flair ins Wohnzimmer bringen.

Das vielfältige Sortiment der Kaindl­One­Kollektion umfasst inklusive Design

News fast 100 Dekore, aufgeteilt in die bewährten Kaindl­Dielen und die Classic­Dekore

und jeweils in unterschiedlichen Stärken und Formaten erhältlich.

Für alle Trägerplatten kommen ausschließlich Holzsortimente aus PEFC­zertifizierten

Wäldern zum Einsatz. Nähere Infos auf www.kaindl.com

Der reinste Teppich-virtuose

Seit 1889 entwirft und produziert Kasthall einzigartige gewebte

und handgetuftete Teppiche.

Design wie Herstellung der Teppiche werden

in der eigenen Produktionsanlage

entwickelt. Jeder Kasthall­Teppich ist einzigartig

und wird auf Bestellung produziert.

Ein Lederetikett auf der Rückseite des Teppichs

trägt die Namen jener Personen, die

den Teppich entworfen und produziert haben.

Im eigenen Werk arbeiten Produktentwickler

und Designer Seite an Seite an der

Entwicklung neuer Techniken, Farben, Färbemittel

und Kollektionen.

Im Rahmen des heurigen Salone del Mobile

in Mailand stellte Kasthall auch die beiden

neuen Spezialteppiche Spectra & Nova

vor, die das reiche Farbspektrum und die

120 Jahre Erfahrung bei der Teppichherstellung

perfekt verbinden. Beide sind hochflorige

handgetuftete Teppiche im Retrostil mit

fünf Zentimeter hohem Flor aus Wolle und

Leinen in wunderbarer Farbigkeit. Das Design

stammt von Gunilla Lagerhem Ullberg,

einer von Kasthalls hauseigenen Chefdesignern,

die seit 1987 für Kasthall Teppiche

entwirft. Ein handgetufteter Teppich ist in

vielerlei Hinsicht einzigartig. Die Produktionsmethode

basiert hauptsächlich auf

Handarbeit, die es mühelos ermöglicht,

detaillierte Muster, einen individuellen Stil

und optisch Effekte zu erzielen.

www.kasthall.com

*) Alle, die mehr vom Kleben wollen, holen sich jetzt die neuen X-Bond-Produkte. Mit MS-Technologie

haftet X-Bond auf schwierigsten Untergründen. Stärker, dauerelastisch und ganz ohne Grundieren

mit den Vorteilen von PU, Silikonen und Acrylaten: Die Lizenz zum Kleben ist Ihnen sicher. www.murexin.com

produKte & MärKte

2


2 highlights

1

Die Sprache der farbe

Auf Farbe reagieren wir alle unterschiedlich: So ist etwa Rosa, das dem einen zauberhaft erscheint,

dem anderen unerträglich zuckerlfarbig. Aber ganz gleich, welche Farben man nun

mag oder nicht, sie üben in jedem Fall eine ganz bestimmte Wirkung auf uns aus, auf unser

Gemüt, unsere Gefühlslage und Empfindungen und auf den Raum, in dem sie zur Anwendung

gelangen. Ein bisschen Fantasie ist also in jedem Fall gefragt.

4

» Malerei & anstrich

color - 06­07 2009


1

1 farbenpracht

Holzlasuren lassen trotz kräftigen

Farbtons die lebendige Maserung

des Holzes noch durchscheinen –

und schützen vor UV-Licht und

Witterungseinfluss.

www.volvox.de «

2

2 spiegelungen

Die Farbe Blau ist gestalterisch beruhigender

Gegenpol zum eher quirligen Treiben in

einem Café. Aufwendige Gestaltung mehrerer

Farbschichten und zwischengeschliffener

Lasuren auf Putz bringen Struktur in die

Farbe und einen gewissen mediterranen

Touch auf die Wand.

www.atelier-benad.de «

3

3 new yorK

Taschen’s New York: In diesem neuen

Buch findet man, was im Big Apple

zurzeit so angesagt ist. Hotels,

Restaurants, Shops und noch so manch

anderen Blick auf originelle Winkel, die die

Megacity bereithält.

www.taschen.com «

highlights

4 blicKfang

Als Übergangslösung einer zu sanierenden

Fassade des ehemaligen Postgebäudes

Wolfsburg erhielten junge Spray-Künstler des

„Centrum Humanbildender Schulen“ (CHS)

in Villach die einzigartige Chance, ihre

Kreativität in einem realen Projekt – und vor

allem einmal ganz legal – auszuleben.

www.sto.at «

DIE Software für den Handwerker

Schreiben Sie Angebote und Rechnungen? Verwalten Sie Adressen und

Material? Möchten Sie Arbeitszeiten intern und extern erfassen? Dann sind Sie

richtig bei blue office ® !

Die branchenunabhängige Warenwirtschaft ermöglicht die durchgängige und

effiziente Verwaltung und Auswertung aller betriebswirtschaftlichen Prozesse in

einem System, inklusive Dokumentenablage, Archivierung und direkter Anbindung

der MS Office-Produkte.

Unsere österreichischen Fachhandelspartner beraten Sie gerne über das für

Ihre Bedürfnisse optimale Lösungspaket.

blue office europe ag LI - 9491 Ruggell www.blue-office.eu

2


0 nanotechnologie

nano-na-net!

Die Vorsilbe „Nano“ entstammt dem Griechischen und steht für Zwerg.

Diese winzige Vorsilbe, die in der Wissenschaft einen milliardstel Meter

misst, hat einem ganzen Technologiezweig seinen Namen gegeben: der

Nanotechnologie. text: cecile M. lederer

szenario 20 .

die neue heile welt

Broschiert: 215

Seiten, Verlag:

Schmetterling, ISBN-

10: 3896575678,

ISBN-13: 978-

3896575678

In Stil und Sprache

an Science-Fiction-Literatur angelehnt,

liefert Peter Schott fundiertes und

aktuelles Wissen um eine dringlicher

werdende Diskussion und mahnt zu

einer entschiedenen Auseinandersetzung

mit den zu erwartenden Auswirkungen

von Bio- und Nanotechnologie.

» Malerei & anstrich

Fassbarer wird die Größe eines milliardstel

Meters, wenn man sich vorstellt,

dass sich ein Nanometer zum

Durchmesser einer Murmel verhält wie der

Durchmesser einer Murmel zu dem des Erdballs.

Die Formen und Materialien von Nano­

Teilchen sind vielfältig. So gibt es Kristalle

im Miniaturformat sowie Kügelchen, Röhrchen

oder Stäbchen aus Kohlenstoff oder Metallen

wie Gold, Silber oder Platin.

Zwar werden erst nach und nach die Eigenschaften

und die Auswirkungen bei deren

Verwendung verstanden, aber schon jetzt

gelten sie als die großen Hoffnungsträger der

Wissenschaft. Es gibt zwei Besonderheiten,

die Teilchen im Nanobereich aufweisen. Skaliert

man nämlich Materialen auf eine atomare

Dimensionen herunter, ändert sich

gleichzeitig mit der Struktur auch das physikalische

und chemische Verhalten, weil die

Partikel eine sehr große Oberfläche pro Volumen

aufweisen. Mit abnehmendem Durchmesser

verringert sich der Schmelzpunkt,

und außerdem kommen ab einer gewissen

Größe die Gesetze der Quantenphysik 1 ins

Spiel. Dadurch können Nanopartikel andersartige

optische, magnetische oder elektrische

Fähigkeiten annehmen.

der superhelden-Modus

Was bringen aber diese „Superhelden­Eigenschaften“

der Lackindustrie? Die winzigen

Feststoff­Teilchen können in Lacksysteme

eindispergiert und deren Eigenschaften bei

der Anwendung drastisch verbessert werden.

Dabei bleiben die Teilchen aufgrund

ihrer geringen Größe quasi unsichtbar. Mithilfe

von anorganischen Nanopartikeln aus

Quarz oder Korund können kratz­ und abriebfeste

Lacke für Parkettböden und Autos

hergestellt werden, die sogar den Stahlwolle­

Test problemlos überstehen.

In Sanitärbereichen erleichtern sie die Reinigung

oder verhindern Feuchtigkeitsaufnahme.

So führt auch das Einmischen von

nanoskaligen Silberteilchen zu sterilen

Oberflächen durch die antimikrobielle Wirkung

der Silberionen.

Nanoclays, das sind Plättchen mit einer

Dicke von 1 nm und einem Durchmesser

von 200 nm, finden besonders im Bereich

von Flammschutzsystemen und Barriereschichten

Anwendung. In brandhemmenden

Lacksystemen, aber

auch im Bereich der

Antistatikbeschichtungen

kommen

Kohlenstoff­Nanoröhrchen

– Carbon

Nanotubes, kurz CNT

genannt – zum Einsatz.

Organischen Schmutz­

und Schadstoffpartikeln

an Fassaden

geht es mit selbstreinigenden

Farben an

den Kragen, die mithilfe

der Photokatalyse durch

Titandioxid­Nanopartikel

den Schmutz zersetzen.

Eine besondere Eigenart

der kleinen

Helden ist aber

schon seit Jahrhunderten

bekannt, was man

beispielsweise an Kirchenfenstern erkennen

kann: ihre intensiven Farben. So wurde

deren tiefrotes und violettes Glas häufig

mit feinen Partikeln aus Gold eingefärbt.

Noch gekonnter wurden die winzigen Metallkügelchen

von den Römern eingesetzt,

beispielsweise bei dem heute in London zu

besichtigenden Lykurgosbecher: Der aufwendig

verzierte Glaspokal wirkt im normalen

Tageslicht milchig­grün, erstrahlt aber

in leuchtendem Rot, wenn man Licht hindurchscheinen

lässt. Sein Geheimnis: In das

Glas eingearbeitet sind Silber­ und Goldteilchen

mit Durchmessern von etwa 70 Nanometern.

was die röMer nicht ahnten

Zwar wussten die alten Römer, dass fein

zerriebenes Gold diesen besonderen Effekt

hervorruft, konnten diesen aber auf wissenschaftlicher

Basis nicht begründen. Erst

Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte der

Physiker und Chemiker Michael Faraday 2 ,

dass dieses Farbenspiel auf reines Gold zurückzuführen

ist und nicht etwa auf eine farbige

Goldverbindung. Er schloss daraus, dass

vor allem die geringe Größe der Goldteilchen

die Verantwortung dafür trägt.

Im Gegensatz zu den Gegenständen des Alltags,

von denen selbst die kleinsten viel grö­

color - 06­07 2009


ßer sind als die Wellenlänge des Lichts, sind

Nanoteilchen sehr viel kleiner als die 380 bis

750 Nanometer, die sichtbares Licht für eine

Schwingung benötigt. Das hat Konsequenzen

für die Beziehung zwischen dem Material

und der Strahlung. Trifft Licht beispielsweise

auf Goldnanokügelchen, werden die Elektronen

im Metall durch das elektrische Feld

des Lichts auf eine Seite gedrängt. Gleichzeitig

versucht eine kompensierende Kraft,

die gleichmäßige Verteilung der Ladungen

wiederherzustellen. Das lässt die Elektronengruppe

hin­ und herschwingen, wobei

sie einen Teil des Lichts absorbiert und es

gleichzeitig ungewöhnlich stark streut. Die

Folge: Die Farbe des Lichtanteils, der das

Auge erreicht, verändert sich.

schicht-betrieb

Aber zurück zu aktuellen Einsatzbereichen

wie Nanoschichten, die oft nicht dicker

als eine Molekülschicht sind. Sie werden

entweder kontrolliert aufgebracht oder

organisieren sich selbstständig auf der Substratoberfläche.

Solche Schichten können

die Eigenschaften industrieller Substrate

entscheidend verändern. Die Sol­Gel­Technologie

3 hat hier interessante Ergebnisse

gebracht. Vom Holzschutzmittel über chromatfreie

Korrosionsschutzschichten bis zu

kratzfesten Brillengläsern reichen die Anwendungsgebiete.

Aus einer flüssigen Stoffmischung

(Sol) wächst dabei durch Reaktion

mit Wasser und eine nachfolgende Polymerisation

beziehungsweise Verdampfen des Lösungsmittels

der glasartige Verbund eines

Festkörpers (Gel). Für den Strukturaufbau

werden diverse Ester 4 der Kieselsäure oder

anderer Metalle eingesetzt.

Lacke sind nicht immer strukturlos aufgebaut.

Sie können Nahordnungen und Überstrukturen

bilden und damit ganz neue

Eigenschaften vermitteln. Mithilfe des chemischen

Sol­Gel­Prozesses 3 , in dem die Nanomaterialien

entstehen, lassen sich – wie bei

Nanoschichten aus flüssigen Ausgangsprodukten

über einen Niedertemperaturprozess

anorganische oder anorganisch­organische

Werkstoffe produzieren und in Zusammensetzung

und Struktur breit gestalten.

Kommerzielle Produkte sind beispielsweise in

der Kunststoff­, Glas­ bzw. Metalllackierung im

Einsatz. Auch völlig neue, innovative und sehr

color - 06­07 2009

v a r i ­

a b l e

Vernetzer

und

Bindemittelwurden

bereits

präsentiert. Es handelt

sich dabei um chemische Verbindungen,

deren Struktur ausgehend von einem Kern

baumartig verästelt ist. Dadurch können

diese Bindemittel zu harten, aber gleichzeitig

hochelastischen Lacksystemen verarbeitet

werden.

zuKunftsMusiK

Was Vorteile bringt, birgt auch Nachteile.

Das lehrt uns die Vergangenheit, auch wenn

diese Nachteile auf den ersten Blick nicht

unbedingt sichtbar sind. So muss besonderes

Augenmerk darauf gelegt werden, welche

Gefährdung durch diese neue Technologie

für Mensch und Umwelt entsteht.

Bisherige Ergebnisse weisen darauf hin, dass

Kleinstpartikel in einer gebundenen Umgebung,

wie zum Beispiel in Form eines Lacks,

physiologisch unbedenklich sind und sogar

durch Schleifen kaum herausgelöst werden

können. Trotzdem fordern Konsumentenschützer

die verpflichtende Substitution

von nanoskaligen Stoffen, die verpflichtende

Einführung von Registern für Produkte,

die Nanomaterialien enthalten, und die verpflichtende

Kennzeichnung von Nanomaterialien

bei allen Konsumprodukten. Das stuft

die Lackindustrie als besonders bedenklich

ein, denn diese sieht in der neuen Technologie

ein enormes Potenzial. Auch spricht sie

sich für ein Ausschöpfen der Möglichkeiten

aus, weil weitere Innovationen durch diese

Forderungen stark eingeschränkt würden.

„Wir erwarten uns, dass politische Entscheidungen

aufgrund von fundierten, wissenschaftlichen

Erkenntnissen getroffen

werden. Die Mitarbeit dazu bieten wir gerne

an. Es muss dabei zu einem fairen Ausgleich

zwischen der kommerziellen Nutzung der

Chancen und allfälligen, vorsorglich getroffenen

Maßnahmen zur Abwehr von Risiken

kommen. Jede Überregulierung muss vermieden

werden – das wäre das Aus für technologischen

Fortschritt“, meint Komm.Rat

Ing. Hubert Culik von Rembrandtin Lack

GmbH Nfg KG.

nanotechnologie

aufgeschnappt

„na no na net“: österr.

Dialektausdruck für „das

ist selbstverständlich“.

Quelle: www.ostarrichi.org

1 Die Quantenphysik ist der

Bereich der Physik, der sich mit dem

Verhalten und der Wechselwirkung

kleinster Teilchen befasst. In der

Größenordnung von Molekülen und

darunter liefern experimentelle Messungen

Ergebnisse, die der klassischen

Mechanik widersprechen. Insbesondere

sind bestimmte Phänomene

quantisiert, das heißt sie laufen nicht

kontinuierlich ab, sondern treten nur

in bestimmten Portionen auf – den

sogenannten „Quanten“.

2 Michael Faraday war ein englischer

Chemiker und Physiker

mit dem Spezialgebiet

Elektrotechnik. Geboren

am 22.9.1791; gestorben

am 25.8.1867

3 Der Sol-Gel-Prozess ist ein Verfahren

zur Herstellung nichtmetallischer

anorganischer oder hybridpolymerer

Materialien aus kolloidalen Dispersionen,

den sogenannten Solen. Die

Ausgangsmaterialien werden auch als

Prekursoren bezeichnet. Aus ihnen

entstehen in Lösung in ersten Grundreaktionen

feinste Teilchen. Durch eine

spezielle Weiterverarbeitung der Sole

lassen sich Pulver, Fasern, Schichten

oder Aerogele erzeugen.

4 Ester bilden eine Stoffgruppe

organischer Verbindungen, die durch

die Reaktion einer Sauerstoffsäure und

eines Alkohols unter Abspaltung von

Wasser (= Kondensationsreaktion)

entstehen. Es gibt Ester von organischen

Säuren und solche von anorganischen

Säuren.

Quellen: „Unsere Zukunft – Unser

Lack“ der Berufsgruppe Lackindustrie im

FCIO, www.farbimpulse.de

Malerei & anstrich «

1


2 KoluMne

Dispersion, acrylfarbe oder reinacrylat?

Im Anschluss an meine letzte color­Kolumne erreichten mich innerhalb weniger Stunden

gleich zwei interessante Fragen zum Thema Acrylfarben. Was liegt also näher, als dies

sogleich als nächstes Thema aufzubereiten. text: christian schuh, produktmanager durlin

„DiE BEZEichnunGEn

vOn

wanDfarBEn

SinD üBLichErwEiSE

auf DaS

JEwEiLiGE

vErwEnDETE

BinDEmiTTEL

Zurück-

ZuführEn.“

» Malerei & anstrich

Die erste Frage zum Thema wurde mir

von einem interessierten Kunden gestellt.

Dieser wollte wissen, worin denn

nun der Unterschied zwischen Dispersionsfarben

und Acrylfarben bestünde. Immerhin

wird in den technischen Merkblättern vieler

Dispersionsfarben Acryl als Bindemittel

angegeben. Die zweite Frage kam von einem

(etwas erbosten) Kunden, dessen Angebot zu

einer Ausschreibung nicht zuletzt an zu hohen

Materialkosten scheiterte – dabei war

das Streichen der Fassade mit Acryl­Fassadenfarbe

ausgeschrieben und er hatte eine entsprechende

Reinacrylatfarbe in seine Kalkulation

einbezogen.

dispersions- oder acrylfarbe?

Die Basis einer Wandfarbe bildet immer das

Bindemittel. Mit dessen Wahl (und der Höhe

der Dosierung) werden die wesentlichen

Eigenschaften von Wandfarben festgelegt. Die

Bezeichnung von Wandfarben ist üblicherweise

auf das jeweils verwendete Bindemittel

zurückzuführen. So wird bei Leimfarben

also Leim als Bindemittel verwendet und bei

Kalkfarben eben Kalk.

Bei Dispersionen findet daher als Bindemittel

Dispersion Verwendung. Und damit eröffnen

sich der Chemie neue Wege. Denn

Dispersion ist kein Stoff, sondern die Vermengung

mindestens zweier (heterogener) Stoffe.

Bei Dispersionsfarben sind dies in der Regel

Kunstharzdispersionen, kurz KH­Dispersionen,

manchmal auch Kunststoffdispersionen

genannt. Ein solches, sehr oft verwendetes

Kunstharz ist das Acrylharz. Somit gehören

also alle Acrylfarben der übergeordneten

Gruppe der Dispersionsfarben an, jedoch sind

nicht alle Dispersionsfarben auch Acrylfarben.

Oder, um es anders zu formulieren: Eine Dispersionsfarbe

kann Acrylfarbe sein, muss aber

nicht. Hingegen ist eine Acrylfarbe auf jeden

Fall eine Dispersionsfarbe.

acryl ist nicht gleich acryl

Da eine Acrylfarbe also eine Dispersionsfarbe

ist, besteht das Bindemittel also aus mindestens

zwei Stoffen. Die hochwertigste Form

stellt dabei das sogenannte Reinacrylat dar,

welches aus Acrylsäure­ und Methacrylsäureestern

besteht. Dieses Bindemittel ist recht aufwendig

herzustellen, wodurch sich die darauf

basierenden Wandfarben verteuern. Was diesen

höheren Preis dennoch rechtfertigt, sind

hohe Witterungsbeständigkeit, UV­Stabilität,

Vergilbungsfreiheit sowie gute chemischen Beständigkeitswerte

gegen Alkalien, Säuren und

Wasser. Nicht zuletzt aufgrund der wasserabweisenden

Eigenschaft werden Reinacrylatfarben

gerne als Dach­, Fassadenfarbe oder

überhaupt als Universalfarbe (sogenannte

„Hausfarben“), für innen und außen sowie zur

Anwendung auf nahezu allen Untergründen

bezeichnet.

Kostengünstiger lassen sich da schon „Styrol­

Acrylate“ herstellen. Wandfarben, die hierauf

basieren, werden ebenfalls als Acrylfarben

bezeichnet. Neben dem geringeren Preis sind

diese Produkte, verglichen mit Reinacrylaten,

auch noch hydrophober und Schmutz abweisender

und weisen eine bessere Verseifungsbeständigkeit

auf. Allerdings neigen sie eher zum

Vergilben, sind weniger lichtstabil und haben

eine Tendenz zu Glanzabfall bzw. zu Kreidung.

Sie sind zwar in vielen Produkten einsetzbar,

allerdings nur bedingt für farblose Überzüge

und schwach pigmentierte Produkte geeignet.

Denn ohne den Schutz durch Pigmente und

Füllstoffe neigen die Farben zu Glanzverlust,

Vergilbung und schließlich zu Bindemittelabbau.

Ein drittes gebräuchliches Bindemittel

für Dispersionsfarben sind Polyvinylester­Dispersionen.

Diese Farben sind den Acrylfarben

bzgl. Wasserfestigkeit, Hydrophobierung,

Witterungsbeständigkeit und Verseifungsbeständigkeit

unterlegen. Dies macht sie für die

Außenanwendung schwer geeignet. Für eine

Fassadenfarbe müsste ein derart hoher Bindemittelanteil

eingesetzt werden, dass auch

bereits auf Acrylate zugegriffen werden kann.

Zusammenfassend kann man also davon ausgehen,

dass die Standard­Fassadenfarbe des

jeweiligen Lieferanten bereits eine Acryl­Fassadenfarbe

darstellt. Reinacrylat­Qualitäten

sind am Markt ohnehin als solche gekennzeichnet,

da kein Hersteller seinen Porsche als

Passat tarnen möchte – um es mal so auszudrücken.

Abschließend stellt sich vielleicht die Frage,

warum die Herstellung von Dispersionen so

viel Chemie beinhaltet, wo doch gerade Farben

auf Acryl­Basis als umweltfreundliche Produkte

gelten. Die Antwort liegt einerseits in

den weitgehend lösemittelfreien Rezepturen,

die sich mit diesen Bindemitteln gestalten lassen.

Zudem hat die Chemie ihre Grundlagen ja

in den Stoffen der Natur. Nur ist die Chemie,

wie der deutsche Kabarettisten Jürgen von

Manger einmal sehr wirtschaftsbewusst anmerkte,

„Natur zu herabgesetzten Preisen“.

color - 06­07 2009


Holen Sie sich jetzt Ihren Anteil vom

24-Millionen-Euro-Umsatzkuchen

Mit einer entsprechenden Einschaltung im Herold kann jedes Unternehmen an einem Umsatzkuchen von

insgesamt 31 Millionen Euro partizipieren. Marktuntersuchungen bestätigen die Rolle der Gelben Seiten als

Umsatzbringer für die Malerbranche. Kunden, die über Herold einen geeigneten Anbieter finden, geben damit

rund 31 Millionen Euro eben bei jenen Malern aus, die im Herold werben.

GESUcHt. GEfUndEn. GEKAUft.

81 Prozent der Österreicher suchen Branchen in Herold-Verzeichnissen.

Das bestätigt nun eine Studie des Marktforschungsinstituts Intergral. 1

„Gerade in Krisenzeiten sind die Gelben Seiten für Malerbetriebe ein unverzichtbares

Werbemedium, denn sie bringen wirklich Kunden“, zeigt sich

Herold-Geschäftsführer Thomas Friess überzeugt. Die Studie bestätigt, dass

die Insertion im Herold so zielsicher zu einem Kaufabschluss führt wie in

keinem anderen Medium: In der Branche „Maler“ kontaktieren 95 Prozent der

Suchenden die gefundenen Unternehmen, 74 Prozent davon kaufen bei einem

der kontaktierten Unternehmen und 73 Prozent dieser Kunden sind Neukunden.

WERbUnG iM HEROLd zAHLt SicH AUS.

Ein Werbe­Euro, der in dieser Branche investiert wurde, generiert durchschnittlich 45 Euro Umsatz. Für alle in den

Gelben Seiten vertretenen Malerbetriebe bedeutet das einen gemeinsamen Gesamtumsatz von rund 31 Millionen Euro,

den sie aufgrund ihrer Einschaltungen in den Gelben Seiten lukrieren. 2 Kein anderes Werbemedium bietet einen höheren

Return on Investment (ROI).

JEdERzEit Und übERALL vERfüGbAR.

Ob zu Hause, im Büro oder unterwegs, mit Herold 3in1 erreicht Ihre Werbebotschaft kaufwillige Konsumenten, die

genaue Ihre Dienstleistung brauchen – und das immer und überall, denn Ihr Inserat bzw. Ihr Eintrag ist sowohl in

Herold‘s Gelben Seiten print als auch auf Herold.at und auf www.herold.mobi am Handy vertreten.

Mit einer Gesamtauflage von 6,5 Millionen sind die Telefonbücher die auflagenstärksten Printmedien des Landes.

Herold.at ist mit 2,2 Millionen Besuchern pro Monat (Unique Clients laut ÖWA 03/09) die meistbesuchte Site bei den

Einzelangeboten.

tipps für die Gestaltung ihrer Anzeige im HEROLd

• Ihre Anzeige soll alle relevanten Informationen über Ihr Unternehmen enthalten: Standort, Produkte, Services,

Kontaktinformationen, Öffnungszeiten etc.

• Zeigen Sie Ihren Kunden, dass Sie sich für ihre Anliegen interessieren und ein verlässlicher Partner sind

(Zertifikate, Gründungsjahr, ...)!

• Welchen besondere Service bieten Sie?

• Führen Sie Ihre Niederlassungen an!

• Anzeigen sollen gut lesbar sein.

• Gliederungspunkte, Bilder und Grafiken machen Ihre Anzeige übersichtlicher.

• Verwenden Sie einfache Formulierungen!

• Verwenden Sie Headlines, die Ihre Vorteile hervorheben!

• Geben Sie Ihren potenziellen Kunden einen triftigen Grund, zu Ihnen zu kommen!

Weitere Informationen: HEROLd business data GmbH, A-2340 Mödling, Guntramsdorfer Str. 105,

Tel. (0 22 36) 401-133, E-Mail: kundenservice@herold.at

Quellen: 1) Integral 2007, tel. Interviews, Österreicher ab 14 Jahren, n=3.914,

2) TNS 2007/2008, tel. Interviews, Österreicher ab 18 Jahren, n=4.000


teil : farbenlehre für gestalter

bild

kreatives Blau

In blauen Räumen – so eine verbreitete Ansicht – könne man besser kreativen Tätigkeiten

nachgehen als in roten. Vielleicht hat das damit zu tun, dass Blau „den Raum öffnet“, Rot

hingegen eher nah und dicht wirkt. text: Martin benad

„OfT GEnüGT

EinE BLauE

LaSur an DEr

ZimmErDEckE

unD DiE DEckE

wirD vOm

BETrachTEr

aLS himmEL

inTErprETiErT.“

» Malerei & anstrich

bild 2

Blau „öffnet“ Räume! Bild 1 zeigt den Gegensatz

von Blau und Rot am Beispiel

einer Zimmerflucht. Die Aufnahme

entstand vor der Möblierung der Büroetage.

Der hintere (rote, konzentrierte, „wichtige“)

Raum soll als Chefbüro genutzt werden, der

blaue (kühle, offene) Raum hat Durchgangscharakter,

während der „freundliche“ apricotfarbige

Raum für Schreibarbeiten und

Gespräche Verwendung findet.

Kleiner rauM ganz gross

Ganz allgemein liegt die Assoziation „Blau

= Himmel“ nahe. Oft genügt eine blaue Lasur

an der Zimmerdecke und die Decke wird

vom Betrachter als Himmel interpretiert.

Wird die Lasur nicht bis ganz zum Deckenrand

gemalt, sondern von einem sich an die

Wände anschließenden umlaufenden Band

wie ein Deckenspiegel eingefasst, scheint die

blaue Fläche noch stärker in die Ferne zu rücken.

Solche Einfassungen können raffiniert

mit Elementen der Graumalerei gestaltet

werden. Die aufwendig gemalten Stuckprofile

(Bild 2) einschließlich Balustrade in Un­

tersicht verlangen indessen auch nach einer

naturalistischen Darstellung des Himmels.

Kleine Räume wirken größer, große Räume

noch großzügiger mit einer Himmelsmalerei.

weite schaffen

Sämtliche Flächen blau zu bemalen ist nicht

immer gleichbedeutend damit, mehr Weite zu

schaffen. Gerade das Kombinieren von nicht

blauen Vordergrundelementen und der blauen

Fernsicht macht die Raumillusion perfekt.

Sind baulich vorspringende Elemente vorhanden,

können diese weiß oder warmtonig (wo

der Raum es zulässt auch sehr dunkel) gehalten

werden, um einen wirkungsvollen Kontrast

zum Blau zu schaffen, das dann umso

entfernter wirkt. Nach diesem Prinzip sind

viele Trompe­l’oeil­Malereien komponiert, die

in der Ferne verblauen, während der Vordergrund

kontrastreich inszeniert ist.

Kreative stiMMung

Selbstverständlich kann man auch auf den

Rahmen verzichten (Bild 3). Das vier Meter

breite Leinwandgemälde (das heute im

color - 06­07 2009


Arbeitszimmer einer Art­Direktorin hängt)

vermittelt ein modernes Raumgefühl – der

Himmel ist nicht illusionistisch in den Raum

integriert, sondern wird gleichsam zur Schau

gestellt. Interessant dabei ist, dass das Bild

beauftragt wurde, um die kreative Stimmung

im Raum zu unterstützen.

unstoffliches blau

Blau ist da – aber auch nicht. Sein Fernsein ist

ja gerade die Botschaft des Blauen. „Vergangenheit“

(also zeitliches Fernsein) lässt sich

gut in Ultramarin ausdrücken. Die dunklen

Ultramarins tragen fast meditativen Charakter.

Sie beruhigen den Betrachter. Der Eindruck

von Verlangsamung, Abkühlung, aber

auch größerer Aufmerksamkeit entsteht.

neue sichtweisen

Reizvoll sind auch die Wechselwirkungen

blauer Pigmente mit mineralischen Untergründen.

Beton und Putz (Bild 4) sind typischerweise

nicht blau, sondern sandig­erdig.

Darum assoziiert man eher Grau und fahles

Ocker, aber auch Siena­ und Terracotta­Töne

viel eher mit Beton­ und Putzflächen als Blau­

und Grüntöne. Wird diese Erwartung auf kreative

Weise infrage gestellt, entstehen neue

Sichtweisen auf das Material. In vier Schichten

aufgetragene und immer wieder zwischengeschliffene

Lasur auf den strukturierten

Putzflächen ermöglicht eine „sinnliche“ Putzstruktur,

die nicht immer mit einem bestimmten

Charakter des Ambientes in Verbindung

stehen muss. Hier entsteht durch Blau eine

bild

teil : farbenlehre für gestalter

gewisse Künstlichkeit. Dieser gestalterisch

reizvolle Aspekt der Farbe Blau entfaltet sich

vor allem im Zusammenspiel mit natürlichen

Materialien.

color - 06­07 2009 Malerei & anstrich «

bild 1


produKte & MärKte

farbentscheidung leicht gemacht

Erstmals 2002 auf dem Markt eingeführt, fand der Farbtonblock 3D Concept schnell große

Zustimmung. Nun hat Caparol den Farbharmoniefächer aktualisiert und erweitert.

veredeltes holz

Eine überzeugende Gestaltungshilfe

bietet 3D Concept, also keine Sammlung

einzelner Farbtöne, sondern ein

Angebot ganzer Farbkonzepte oder Farbharmonien

in praxistauglicher Farbzusammenstellungen.

Jeder der fünf Farbtöne ist für ein

bestimmtes Bauelement vorgesehen. Die fünf

Farbflächen variieren auch in ihrer Größendarstellung.

Durch die unterschiedlichen Flächenproportionen

fällt die Übertragung auf

das tatsächlich zu gestaltende Objekt somit

deutlich leichter. Alle Farbtöne einer Harmonie

stehen in ausreichendem Kontrast zueinander

und können in der dargestellten Kombination

„sicher“ in der Praxis eingesetzt werden. Von

210 auf 340 Farbharmonien wurde das bisherige

Angebot an Farbkonzepten erweitert,

vor allem die Anzahl der Harmonien für den

Innenraum. Zwei Farbtonblöcke 3D Concept

außen und 3D Concept innen mit jeweils 170

Farbharmonien sind somit entstanden. Ganz

gleich, ob für die direkte Umsetzung oder als

Inspirationsquelle, die gestalterische Arbeit

wird durch Block und Kollektion erheblich vereinfacht.

Schnell und unkompliziert zu bestellen

unter www.caparol-shop.de.

Eine neue Generation von Produkten zur Veredelung von Holzoberflächen für innen und außen

hält auf dem Markt Einzug. Volvox proAqua Holzlasuren sind absolut lösungsmittelfrei.

Da die farbgebenden Anteile (Pigmente) in

der Rezeptur von Lasuren durchscheinend

eingestellt sind, wird beim Bestreichen der

Oberflächen eher eine Tönung erzielt als

eine deckende Farbe. Die Oberflächenstruktur

des Untergrunds scheint durch und die

Holzmaserung bleibt somit sichtbar. Auch

der Anteil an Bindemitteln ist gering, sodass

beim Lasieren dünne Schutzschichten

entstehen. Das Holz behält durch die Behandlung

mit Volvox proAqua Holzlasuren

seine Lebendigkeit. Mit Blick auf ihre Elastizität

und die enorme Wetterbeständigkeit

bieten Volvox proAqua Holzlasuren

die optimale Kombination technischer und

baubiologischer Qualitäten. Die Lasuren

sind sowohl zur Behandlung maßhaltiger

Bauteile wie Fenster und Türen geeignet

als auch für nicht­maßhaltiges Holz wie

Blockhaus­Elemente, Verkleidungen oder

Blenden. Volvox proAqua Holzlasuren sind

wetterbeständig, tropfgehemmt und lassen

sich leicht verarbeiten.

www.volvox.de

» Malerei & anstrich color - 06­07 2009


produKte & MärKte

kreative Töne

Das neue Farbkonzept von Sikkens für

Lasuren für Holzoberflächen mit zugehöriger

Farbtonkarte ist tonangebend.

Das neue Cetol Design Concept unterstützt Maler

und Planer bei der Gestaltung von modernen und

traditionellen Objekten aus Holz. Die optimale

Kombination aus lasierenden und deckenden Farbmustern

macht eine abgestimmte farbige Holzgestaltung jetzt

besonders einfach. Mit dem Cetol Design Color Concept

hat Sikkens ein neues Farbkonzept entwickelt, das alle

aktuellen Lasurfarbtöne für den Innen­ und Außenbereich

umfasst und die Qualität und Modernität der Cetol­Produkte

anschaulich unterstreicht. So werden auf

der innovativen Farbtonkarte nicht nur die ästhetischen

Qualitäten der Cetol­Lasuren sichtbar, sondern besonders

die funktionellen Eigenschaften werden durch die Kombination

aus lasierenden und deckenden Mustern hervorgehoben.

Ein optimales Zusammenspiel zwischen den

Cetol­Design­Farbkarten und dem Sikkens­4041­Farbfächer

für den professionellen Anwender ist somit möglich.

Zwei unterschiedliche Kollektionen bilden das Cetol Design

Color Concept: Die Cetol Design Classic Card umfasst

alle Holzfarbtöne, einschließlich jener Farbtöne der

bekannten Natural­Balance­Kollektion, sowie neutrale

Basisfarbtöne. Sämtliche 54 Farbtöne der Classic Card

können sowohl innen wie außen eingesetzt werden. Die

Cetol Style Card enthält mit insgesamt 40 Lasurfarbtönen

alle maßgeblichen natürlichen, modernen und

trendigen Nuancen. Farbtöne, die ausschließlich im Innenbereich

eingesetzt werden sollten, wurden gesondert

gekennzeichnet. Das Cetol Design Color Concept lässt

sich perfekt mit dem Sikkens­4041­Fächer kombinieren

und ermöglicht auf diese Weise Gesamtlösungen für

transparente und deckende Beschichtungen. Inspirierende

Bilder, die illustrieren, wie anhand des Cetol Design

Concepts traditionelle ebenso wie moderne Objekte kreativ

gestaltet werden können, liefern außerdem vielfältige

Anregungen.

www.sikkens.at

color - 06­07 2009

Malerei & anstrich «


1

2

highlights

» tapete & textil

1 grazia

Hersteller: A.S. Création. Zeit für

Tapetenwechsel: Für diese hochwertige

Satintapete mit zart verspielten

Blütendekor stand fürstliches Ambiente

Pate: Nobel gedeckte Farbtöne und ein

mit 70 Zentimetern Breite großzügiger

Rapport machen viel her.

www.as-creation.de «

2 sweet 0

Hersteller: Gervasoni, Design: Martin

Churba. Sommerlicher Strick: Eigentlich

bekleidet er ja sonst Menschen.

Diesmal entwarf der junge argentinische

Fashiondesigner aber das Baumwollstrickkleid

dieses Poufs – das sich auch mal

ausziehen lässt.

www.gervasoni1882.it «

3 softwood

Hersteller: Moroso, Design: Front.

Täuschend echt: Ganz auf Verwirrung

ausgerichtet ist dieses Sofa der jungen

schwedischen Designerinnen. Unter

Verwendung von Fotos wird mit Form

und Optik die Illusion eines Holzmöbels

geschaffen, die überprüft werden will.

www.moroso.it «

4 portofino

Hersteller: Venini, Design: Ken Scott.

Bereits in den späten Vierzigerjahren hat

Ken Scott diese Tischleuchte entworfen.

Blau-grüne Fische auf der sommerlich zarten

Schirmbespannung sowie der Name lassen

zumindest die Gedanken in mediterrane

Gefilde schweifen. www.venini.it «

5 up -

Hersteller: B&B, Design: Gaetano Pesce.

Forever young: Auch mit 40 ist diese Ikone

der Designgeschichte noch immer unangefochten.

Form gewordenes Statement

05

Pesces zur Position der Frau als eine Art

Gefangene ihrer selbst. In limitierter und

nummerierter Auflage präsentiert sich dieser

anthropomorphe Entwurf der Pop-Generation

in Polyurethan nun mit silbernem Stretchbezug.

Ups! Schauen Sie doch mal genauer

hin. www.bebitalia.com «

6 Kelp

Hersteller: Corp, Design: Corp. Ein nahezu

unbegrenztes Polstermöbelprogramm:

Sessel, Sofas, Hocker, Eckelemente und

Liege in unterschiedlichen Farben und

kontrastierenden Materialien sind individuell

zu kombinieren. www.cor.de «

color - 06­07 2009


3

Grenzenlos fantasievoll

Neben den coolen Klassikern wie elegant an mondäner Nonchalance inspirierte Dessins

und kostbarer Materialien kommen eine gewisse Ironie und Leichtigkeit der Sinne diesen

Sommer eindeutig nicht zu kurz. Ob üppige Rundungen im prall sitzenden Kleid oder wärmender

Strick, ob gepolsterte Weichholzoptik – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

5

color - 06­07 2009

4

highlights

6

tapete & textil «


0 interview

Die kunst liegt im Detail

Silvia Klune führt gemeinsam mit ihrem Mann Harald bereits in zweiter Generation das

Wiener Traditionsunternehmen Traum Raum Klune. In eigenen Werkstätten werden Stoffe

nach modernster Technik in alter handwerklicher Tradition verarbeitet. interview: brigitte amort

unverwechselbare raumkonzepte:

silvia Klunes perfektes gespür für

harmonie und die Konzetration auf das

wesentliche sind neben ihrer erfahrung

für die individuellen lösungen in hoher

qualität ausschlaggebend.

» tapete & textil

Mit fachlicher Kompetenz, viel Gespür

für Materialien und deren gekonnter

Kombination gelingt es den Klunes,

sowohl in historischer Bausubstanz als auch

in modernen Gebäuden Raumhüllen zu gestalten,

wo Altes mit Neuem, Archaik und Hightech

aufeinandertreffen und zur harmonischen

Einheit verschmelzen. Räume zum Wohlfühlen,

die Eleganz und Authentizität raffiniert

zum modernen Lifestyle verbinden.

was ist der derzeitige Trend im interieur?

Bereits seit Beginn des Jahres geht bei Stoffen

der Trend in Richtung Naturstoffe, die beschichtet

werden. Leinen und Bast werden

beispielsweise gechintzt. Die Materialien werden

glatter, leichter, schlicht und elegant – und

weg vom Rustikalen. Muster sind noch sehr

reduziert und wenn, dann Ton in Ton, die Farben

frisch: Beerentöne und zarte Grüntöne, die

man sehr gut kombinieren kann. Bei Böden

liegt Eiche voll im Trend: Ob auf unterschiedlichste

Weise geölt oder lasiert, jedenfalls hell,

und wenn dunkel, dann nur extrem, jedoch

auch gebeizt.

hängt das mit einem allgemeinen Ökotrend

zusammen?

Wir arbeiten vorwiegend im Privatbereich, da

ist Haptik ein wichtiges Argument. Man greift

die Materialien an und gerade jetzt in der warmen

Jahreszeit spürt man sie auch teilweise

am Körper. Ich denke schon, dass gerade junge

Familien mit Kindern sehr gesundheitsbewusst

leben und auf ökologische Materialien

achten, aber auch darauf, dass diese pflegeleicht

und waschbar sind. Schwere Stoffe haben

einen schweren und exakten Faltenwurf,

Baumwolle oder Leinen hingegen leben durch

ihre Nutzung und haben immer einen Knittereffekt,

wie wir ihn von der Kleidung kennen.

vorbei mit der Opulenz?

Ja, die ist vorbei; Das galt vielleicht auch eher

für den russischen Markt. Es wird wieder vermehrt

Stoff verwendet, aber wie gesagt, die

Materialien sind leichter.

Sie arbeiten vorwiegend mit privaten

kunden. kommen diese mit genauen vorstellungen

oder erwarten sie von ihnen

die Beratung und Trendrichtung?

Die meisten unserer Kunden kennen unseren

Stil, weil wir über Mundpropaganda empfohlen

wurden, und wollen meistens die komplette

Unterstützung: ein Brainstorming für

ihre Raumplanung. Jedoch auch viele Architekten

in Wien und Umgebung schätzen unsere

fachliche Kompetenz und gehören zu

color - 06­07 2009


Fotos: Larry R. Williams

unseren Kunden. Wir bieten die gesamte Planung

des Raums inklusive Möbel und Beleuchtung

sowie die Betreuung vor Ort.

wie offen sind kunden für neue Trends?

Das ist sehr unterschiedlich, der Wiener im

Speziellen ist eher konservativ und auf der

zeitlosen, sicheren Seite, in diesem Fall werden

Trends in auswechselbares Mobiliar oder

in die Dekoration eingebunden. Das heißt, die

Raumhülle ist neutral, die Farben sind ruhig,

bodenständig und erdig. Farbtrends werden

dann bei Kleinmöbeln, Polstern und Accessoires

eingesetzt.

wie oft gibt es neue Trends?

Für textile Dekorationen gibt es bereits zweimal

jährlich eine neue Kollektion. Muster

hingegen halten etwa fünf bis sechs Jahre,

Grundmaterialien auch länger, jedoch der

markante Wechsel der Farben passiert einmal

jährlich.

Gibt es bei den farben einen Zusammenhang

mit der mode?

Soweit ich es im Laufe der Jahre beobachtet

habe, sind wir mit den Farben der Mode immer

ein Jahr voraus. Die neuesten Kollektionen

werden jedoch vom Endkunden erst ein halbes

bis ein Jahr später nachgefragt.

wie sieht es mit der Tapete aus?

Tapeten und Wandmaterialien im Generellen

sind wieder stark im Kommen. Es geht in

Richtung extreme Farben, auch von der Musterung

her. Sie werden nicht neu interpretiert,

sondern es kommt etwas ganz Neues: bildhaft

und großblumig, aber technischer und nur

punktuell eingesetzt. Eine Einzelwand wird

im Raum in Szene gesetzt, wie beispielsweise

im Schlafbereich hinter dem Bett oder im

Gang. Es wird nicht mehr der gesamte Raum

mit einer Tapete überzogen. Auch Wandbespannungen

kommen wieder, ganze Felder

werden mit Kunstleder und technischen Materialien

in Metalloptik bespannt. Grobputz, mit

Perlmutt und Glanz überzogen, liegt im Trend,

glatte Oberflächen wie Stuccolustro sind out.

color - 06­07 2009

woher holen Sie sich die inspiration,

die neuen Trends?

Hauptsächlich von Messen und deren

Städten, wobei die kleinen Messen, wie Kortrijk

in Belgien immer interessanter werden.

Ein großer Ideenmarkt ist auch die 100% Design

in London. In Mailand ist für uns das

Geschehen in der Stadt interessanter als die

Messe selbst. Die jungen Künstler, Ateliers

und Inszenierungen in den Showrooms und

Geschäften.

welche ist für Sie die wichtigste messe

im Textilbereich?

Die Maison & Object, die jährlich im Jänner

in Paris stattfindet; dort sind alle wichtigen

Firmen vertreten, diese Messe hat Frankfurt

abgelöst.

wohin entwickelt sich der Textilmarkt,

gibt es ihn auch in Österreich?

In Österreich gibt es Erzeuger von Naturstoffen,

und da der Trend in diese Richtung geht,

wird, denke ich, der Markt wieder wachsen.

Deutschland hat in Bezug auf Firmen und

Kreationen einen sehr großen Markt wie

auch Frankreich mit seinen typischen Stoffen

und Materialien.

Auch Nordeuropa, also Schweden und Norwegen,

ist sowohl in Bezug auf Materialien

wie auf Möbel im Aufbruch begriffen, dieser

Markt wird auch uns bald erreichen. Italien

hingegen ist in den letzten Jahren stehengeblieben.

welche sind für Sie als raumgestalter

die wichtigsten Elemente in einem

raum?

Ich sage immer, meine Aufgabe ist es, für den

Kunden eine Hülle zu gestalten, in die er seine

Persönlichkeit stellt. Ich finde, ein Raum

sollte in sich geschlossen sein, was bedeutet,

er sollte in sich stimmig sein, keine Ebene

darf dominieren. Die Spannung im Raum,

das Emotionale, entsteht dann durch Möbel

und persönliche Dinge des Bewohners.

Die hülle mit ihrer haptik steht im

kontrast zu den glatten Oberflächen

der zeitgenössischen möbel?

Genau, die Materialien muss man spüren

und Oberflächen im Raum werden nicht

mehr mit Lacken geschlossen.

kommt das handwerk wieder zum Einsatz?

Ich würde sagen, das Handwerk ist derzeit

noch nicht anerkannt. Es dauert zwar noch,

wird aber auf jeden Fall wiederkommen. Von

der industriellen Fertigung werden wir sicher

teilweise wieder zum Handwerk zurückkehren,

Strick und handwerkliche Webarten

dem Metallischen entgegenwirken. Wir werden

nicht einen einheitlichen Stil Berghütte

oder Stadtloft haben, sondern diese Gegensätze

verschmelzen immer mehr miteinander.

Das ist auch unsere Stilrichtung.

interview

tapete & textil «

1


2

produKte & MärKte

Schöner Schein

natürlich gemeinsam

Eine von humanitären Gedanken getragene Story steht hinter dem

italienischen Unternehmens Arcade und seiner Kollektion Avec.

Die farbenfrohen Sitzmöbel aus den

Naturfasern Schafwolle und Baumwolle

werden zwar im fernen Brasilien

erzeugt, aber dies geschieht nicht aus

finanziellen Gründen, sondern aus einer tiefen

menschlichen Überzeugung und auch in Reverenz

vor den dort gebräuchlichen traditionellen

handwerklichen Fertigungsmethoden. Ein Sozialprojekt

also, das die feine Produktion farbenfroher

und formschöner Plaids, Teppiche,

Poufs oder Hocker ermöglicht. Die Kollektionen

entstehen allesamt aus reinen Naturfasern

und ­farben und vergegenwärtigen den

perfekten Dialog zwischen den Ausführenden

und dem kreativen Kopf und Firmengründer

Ivan Baj. Fertigung und Material sind also

100 Prozent made in Brazil. Die unterschiedlich

dicken Fäden werden in verschiedenen

Arbeitsgängen zu den vielfältigen Oberflächen

der kunterbunten Sitzmöbel verarbeitet.

In unzähligen wunderbaren Schattierungen,

Safranrot, Melonengrün, Vanille­ oder Zitronengelb,

Bambus oder Honig usw., stellt sich

Arcade mit seiner Kollektion Avec dem heute

vorherrschenden Run vieler Konkurrenzun­

ternehmen nach einem stets steigenden Angebot,

nach dem stets geforderten unbedingten

Neuen erfolgreich entgegen und hat ein starkes

Statement gesetzt. Hut ab!

www.avechome.eu

Ein wahres Chamäleon unter den Sitzmöbeln ist dieses Wunderding. Durch in die Hülle

eingebaute Fiber­Optik kann das Sofa in vielen Farben leuchten.

» tapete & textil

Da kamen selbst die Scheichs aus Dubais

Glitzerwelt so richtig ins Staunen:

Das Sofa „Tech Furniture“

aus dem griechischen Thessaloniki feierte

seine Weltpremiere. Und auch auf der imm

cologne brachte das „strahlende“ Möbel von

Fokas Fiber Licht ins Dunkel und versetzte

die Besucher in wahres Entzücken. Der hier

zur Anwendung gelangende Trick: Lichtleitertechnik,

die in das Sofa integriert wurde,

macht es möglich, dass dieses seine Farbe

ganz nach Belieben wechseln kann. Die Fiber­Optik,

einst eine Revolution im Bereich

der Beleuchtung, hat damit zum ersten Mal

auch Einzug in den Möbelsektor gehalten

und sagt der alltäglichen Langeweile auf erhellende

Weise Ade. Bei geringem Stromverbrauch

sind weder die Abgabe von Strahlung,

noch von Wärme oder Lärm zu befürchten.

Das Sofa ist einfach ein toller Blickfang für

alle, die Überraschungen und das ganz Besondere

lieben.

www.fokasfiber.com

color - 06­07 2009


Tolle masche

Grob gestrickte Hüllen machen

diesen Hocker zum Hingucker.

Er heißt Urchin, „der Bengel“ – und das

nicht ohne Grund. Der große Pouf des

niederländischen Herstellers Thomas

Eyck und seine beiden kleineren Geschwister

mögen’s nämlich gerne frech. Warm angezogen

mit einem kuscheligen Bezug aus

reiner neuseeländischer Schurwolle, sind

die Poufs von Designer Christien Meindertsma

trendige Sitzgelegenheiten für alle, die

nicht unbedingt in tiefen Sofas oder Sesseln

versinken wollen. Zu haben ist das coole

Maschenkissen in neun heißen Farben.

Von knackigem Grün, traumhaftem Blau bis

zum hippen Pink – alles ist möglich. Und ob

als flotter Dreier oder schicker Einzelgänger,

Urchin wird mühelos zum Star in jedem

Wohnraum. www.thomaseyck.com

Spiel von Licht und farbe

Kinder brauchen sowohl blendungsfreie wie verdunkelbare

Zimmer, um sich zu jeder Tageszeit wohlfühlen zu

können. Farben spielen dabei eine besondere Rolle.

Für eine gesunde Entwicklung

benötigen Kinder viel Tageslicht,

dieses „stimuliert so gut

wie alle vitalen Bereiche“, erklärt

Karl Albert Fischer, Leiter des Österreichischen

Instituts für Licht und

Farbe. Allerdings hat die Sonne auch

ihre Schattenseiten. „Besonders bei

Kindern sollte blendendes Licht vermieden

werden, so wichtig das vollspektrale

Licht der Sonne auch ist“,

betont Fischer, „denn grelles Licht

strengt vor allem Kinderaugen besonders

an und lässt sie rascher ermüden“.

Die richtige Beschattung

wird meist noch immer vernachlässigt,

bestätigt Bernhard Leidinger

von Velux: „Doch die meisten Kunden

erkennen rasch, dass Tageslicht alleine

für eine durchgängig angenehme

Raumstimmung zu wenig ist.“ Farbpsychologe

Fischer empfiehlt, bei der

Farbwahl des Sonnenschutzes auch

auf die Grundstimmung der Kinder

einzugehen. In Zimmersituationen,

wo Kreativität und Bewegung gefragt

sind, empfiehlt er belebende

Farben wie Rot, Gelb oder Orange.

In Ruhe­ oder Schlafzonen hingegen

rät er zu Blau­, Grün­ und Lilatönen,

die eine beruhigende Wirkung

produKte & MärKte

haben. In jedem Fall gilt: nicht zu

schrill oder intensiv. Weniger gesättigte

Pastelltöne sind angesagt: „Die

geringe Farbintensität wirkt ähnlich

einem homöopathischen Mittel. Sie

bringt zwar die vitale Farbwirkung,

aber in einer fein stimulierenden Dosis

und kann Konzentrationsschwierigkeiten

und Hyperaktivität somit

ausgleichen.“

Oft wird auch die Farbzusammenstellung

vernachlässigt. Kinder mögen

es bunt. Dennoch müssen die

Farben der Einrichtung gut aufeinander

abgestimmt werden, um den

Nachwuchs visuell nicht zu überfordern.

Die Sonnenschutz­Hersteller

versuchen, diesem Trend mit vielfältigen

Kollektionen gerecht zu werden.

„Unser Renner bei Kindern ist

der Sternenhimmel“, so Leidinger,

„aber wir haben auch schon Blumenwiesen

ans Fenster gezaubert,

Prinzessinnenträume in Rosa erfüllt

oder wilde Steppenlandschaften entstehen

lassen. Mit 127 Farben und

Mustern treffen wir fast jeden Geschmack.“

Über den Velux­Internetshop

kann man Stoffmuster gratis

bestellen und zu Hause ausprobieren.

www.velux.at

color - 06­07 2009 tapete & textil «


adressüberblicK

Einfach gefunden werden!

Unser Herstellerverzeichnis bietet Ihnen eine umfassende Übersicht über alle Unternehmen,

die mit ihren Innovationen, Trends und Neuentwicklungen in der aktuellen Ausgabe von

color erwähnt wurden, und dient als Inspiration, Ideenpool und Entscheidungshilfe in Ihrem

Arbeitsalltag.

arcade group srl

Via Del Macello, 25, I-39100 Bolzano (BZ)

Tel: (00 39) 04 71 98 07 95

Fax: (00 39) 04 71 97 75 92

E-Mail: info@arcadeavec.com

Internet: www.avechome.eu

akzo nobel coatings gmbh

Aubergstraße 7, A-5161 Elixhausen

Tel: (06 62) 489 89-0

Fax: (06 62) 489 89-11

E-Mail: info.at@akzonobel.com

Internet: www.akzonobel.at, www.sikkens.at

a.s. création tapeten ag

Südstraße 47, D-51645 Gummersbach

Tel: (00 49 22 61) 542-0

Fax: (00 49 22 61) 558 83

E-Mail: contact@as-creation.de

Internet: www.as-creation.de

atelier benad gbr

Wörthstraße 22, D-81667 München

Tel: (00 49 89) 48 95 13 12

Fax: (00 49 89) 48 95 13 14

E-Mail: atelier@benad.com

Internet: www.atelier-benad.de

bene ag – headoffice

Schwarzwiesenstraße 3, A-3340 Waidhofen/Ybbs

Tel: (0 74 42) 500-0

Fax: (0 74 42) 500-33 80

E-Mail: office@bene.com

Internet: www.bene.com

b&b italia spa

Strada Provinciale 32, I-22060 Novedrate

Tel: (00 39) 031 79 51 11

Fax: (00 39) 031 79 15 92

Internet: www.bebitalia.com

» service

bisazza spa

Viale Milano, 56, I-36041 Alte di Montecchio

Tel: (00 39) 04 44 70 75 11

Fax: (00 39 04 44) 49 20 88

Internet: www.bisazza.com

caparol farben lacke bautenschutz gmbh

Roßdörfer Straße 50, Industriegebiet 1

D-64372 Ober-Ramstadt

Tel: (00 49 61 54) 71-0

Fax: (00 49 61 54) 712 22

E-Mail: info@caparol.de

Internet: www.caparol.de

cor sitzmöbel helmut lübke gmbh & co Kg

Nonenstraße 12, D-33378 Rheda-Wiedenbrück

Tel: (00 49 52 42) 41 02-0

Fax: (00 49 52 42) 41 02-134

E-Mail: info@cor.de

Internet: www.cor.de

db Möbel – dietmar bischof

Mariahilfer Straße 9/10, A-1060 Wien

Tel: (06 64) 132 11 69, E-Mail: bischof@db-moebel.at

Internet: www.db-moebel.at

depadova

Strada Padana Superiore 280A

I-20090 Vimodrone

Tel: (00 39) 02 77 72 01

Fax: (00 39) 02 77 72 02 70

E-Mail: info@dapadova.it

Internet: www.depadova.it

deutsche amphibolin-werke von robert Murjahn

stiftung & co Kg

CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz

Roßdörfer Straße 50, Industriegebiet 1

D-64372 Ober-Ramstadt

Tel: (00 49 61 54) 71-0

Fax: (00 49 61 54) 71 13 91

E-Mail: info@caparol.de, Internet: www.caparol.de

ecotec naturfarben gmbh

Kalkofenweg 2, D-58513 Lüdenscheid

Tel: (00 49 23 51) 953 95, Fax: (00 49 23 51) 95 39 99

E-Mail: info@volvox.de

Internet: www.volvox.de

fokas fiber

Kanari str. 11−13

Eleftherio, GR-56334 Thessaloniki

Tel: (00 30 23 10) 76 26 20

Fax: (00 30 23 10) 70 91 02

E-Mail: info@fokasfiber.com

Internet: www.fokasfiber.com

fornasarig sedie friuli

Via San Giovanni 45, I-33044 Manzano

Tel: (00 39) 04 32 75 00 57

Fax: (00 39) 04 32 74 00 15

E-Mail: info@fornasarig.it, Internet: www.fornasarig.it

foscarini srl

Via delle Industrie 27, I-30020 Marcon

Tel: (00 39) 041 595 38 11

Fax: (00 39) 041 595 38 20

Internet: www.foscarini.com

fritz hansen

Alte Mälzerei, Speditionstraße 7a, D-40221 Düsseldorf

Tel: (00 49 211) 586 70 90

Internet: www.fritzhansen.de

gandia blasco s.a.

Músico Vert, E-46870 Ontinyent Valencia

Tel: (00 34 902) 53 03 02, Fax: (00 34 902) 53 03 04

Internet: www.gandiablasco.com

gervasoni spa

Viale del Lavoro 88, I-33050 Pavia di Udine

Tel: (00 39) 04 32 65 66 11

Fax: (00 39) 04 32 65 66 12

E-Mail: info@gervasoni1882.com

Internet: www.gervasoni1882.com

color - 06­07 2009


il piccolo, nodus high design rugs

Via Delio Tessa 1, I-20121 Mailand

Tel: (00 39) 02 86 68 38

E-Mail: design@ilpiccolo.com

Internet: www.nodusrug.it

Kaindl flooring gmbh

Kaindlstraße 2, A-5071 Wals

Tel: (06 62) 85 88-0, Fax: (06 62) 85 13 31

E-Mail: sales@kaindl.com

Internet: www.kaindl.com

Kartell spa

Viale Delle Industrie 1, I-20082 Noviglio

Tel: (00 39) 02 90 01 21, Fax: (00 39) 02 905 33 16

Internet: www.kartell.it

Kasthall Mattor & golv ab

Box 254, Fritslavägen 42, SE-511 23 Kinna

Tel: (00 46 320) 20 59 00, Fax: (00 46 320) 20 59 01

E-Mail: info@kasthall.se

Internet: www.kasthall.com

Klune traum raum

Liechtensteinstraße 67, A-1090 Wien

Tel: (01) 319 12 94, Fax: (01) 319 12 94-70

E-Mail: mail@klune.at

Internet: www.klune.at

Marbuger tapetenfabrik

j.b. schaefer gmbh & co Kg

Bertram-Schaefer-Straße 11, D-35274 Kirchhain

Tel: (00 49 64 22) 810

Fax: (00 49 64 22) 812 23

E-Mail: contact@marburg.com

Internet: www.marburg.com

Meyer parkett gmbh

Bahnhofstraße 19, A-8401 Kalsdorf bei Graz

Tel: (0 31 35) 502-0, Fax: (0 31 35) 502-500

E-Mail: office@meyerparkett.at,

Internet: www.meyerparkett.at

Missoni home – t&j vestor spa

Via Roma 71/B, I-Golasecca Varese

Tel: (00 39) 03 31 95 03 11

Fax: (00 39) 03 31 95 90 11

E-Mail: Sales@tjvestor.it

Internet: www.missonihome.com

color - 06­07 2009

Moroso

Via Nazionale 60, I-33010 Cavalicco

Tel: (00 39) 04 32 57 71 11

Fax: (00 39 04 32 57 07 61

E-Mail: info@moroso.it

Internt: www.moroso.it

Murexin ag

Franz von Furtenbachstraße 1, A-2700 Wiener Neustadt

Tel: (0 26 22) 274 01-0

Fax: (0 26 22) 274 01-173

E-Mail: info@murexin.com

Internet: www.murexin.at

parador gmbh & co.Kg

Millenkamp 7–8, D-48653 Coesfeld

Tel: (00 49 25 41) 736-0

Fax: (00 49 25 41) 736-214

E-Mail: info@parador.de

Internet: www.parador.de

sander & doll ag

Tel: (00 49 21 91) 93 55-0

Fax: (00 49 21 91) 93 55-105

E-Mail: info@sander-doll.com

Internet: www.sander-doll.com

sefra farben- und tapetenvertrieb gmbh

Schönbrunnerstraße 47, A-1050 Wien

Tel: (01) 588 41-0, Fax: (01) 588 41-25

Internet: www.sefra.at

sto ges.m.b.h.

Richtstraße 47, A-9500 Villach

Tel: (0 42 42) 331 33-0

Fax: (0 42 42) 343 47

E-Mail: info@sto.at, Internet: www.sto.at

thomas eyck

Ropsterwei 14, NL-9137 Oosternijkerk

Tel: (00 31) 622 80 38 86

E-Mail: info@thomaseyck.com

Internet: www.thomaseyck.com

adressüberblicK

venini spa

Fondamenta Vetrai 50, I-30141 Venezia

Tel: (00 39) 041 273 72 11

Fax: (00 39) 041 273 72 23

E-Mail: venini@venini.it

Internet: www.venini.it

velux österreich gmbh

Veluxstraße 1, A-2120 Wolkersdorf

Tel: (0 22 45) 32 35-0

E-mail: office.v-a@velux.com

Internet: www.velux.at

vitra gmbh

Pfeilgasse 35, A-1080 Wien

Tel: (01) 405 75 14

Fax (01) 405 75 14-11

E-Mail: rosemarie.fennesz@vitra.com

Internet: www.vitra.com

weidlfein gartenkunst

dip.-ing. bernd hochwartner

Schottenfeldgasse 72/2/10, A-1070 Wien

Tel: (06 64) 450 06 08

E-Mail: bernd@weidlfein.com

Internet: www.weidlfein.com

weitzer parkett – parkett welten

Klammstraße 24, A-8160 Weiz

Tel: (0 31 72) 23 72-0

Fax: (0 31 72) 23 72-401

E-Mail: office@weitzer-parkett.com

Internet: www.weitzer-parkett.com

woodnotes

Tallberginkatu 1B, FI-00180 Helsinki

Tel: (00 358 9) 694 22 00

Fax: (00 358 9) 694 22 21

E-Mail: woodnotes@woodnotes.fi

Internet: www.woodnotes.fi

zeytinoglu zt gmbh

Mariahilfer Straße 101/3/51, A-1060 Wien

Tel: (01) 595 38 04

Internet: www.arkan.at

ihr firMen-

logo

Wir beraten Sie gerne: Anzeigen- und Medienberatung

Silvia Osterkorn, E-Mail: s.osterkorn@wirtschaftsverlag.at,

Telefon: (00 43 1) 546 64-242, www.color-magazin.at

service «


Kunstbiennale venedig

in allen möglichen welten text: franco veremondi

1) tomas saraceno, galaxy forming

along filaments, installation

2) cildo Meireles, pling pling,

installation (teilansicht)

) guyton/walker, untiteld

) franziska & lois weinberger,

laubreise, installation

» die Kunst der farbe

Making Worlds“ oder „Weltenmachen“.

Ein suggestiver Titel, den Daniel

Birnbaum als deren Direktor der

53. Kunstbiennale von Venedig gegeben hat,

um die Kreativität des künstlerischen Schaffens

zu ehren. Aber ist eine Welt – sind alle

vorstellbaren Welten – ohne Farbe denkbar?

Nein. Also hat die große venezianische Schau,

wie nicht anders zu erwarten, auch die Farbe

in das Zentrum jener Welt gerückt, die ein

Kunstwerk zu enthüllen vermag. Vom Gemälde

zum Video, von der Skulptur zur Installation

ist sie – die Farbe – gemeinsam mit den

formalen Elementen der Werke Hauptdarsteller

in jedem Farbton, jeder Schattierung.

Der alles andere als lineare Ausstellungsparcours

nimmt jedoch einen sicheren Anfang.

Den ersten Saal zu durchqueren bedeutet,

sich durch einen Raum zu schlängeln, der angeräumt

ist mit Objekten, undefinierbaren,

ungeordneten Materialien, in dem unweigerlich

große Farbtöpfe am Boden stehen. Dieser

offensichtliche Hinweis auf das Potenzial

des allmächtigen Künstlers nimmt ebenso offensichtlich

Bezug auf den Großen Schöpfer

des Universums vor der Genesis, als allein

das Chaos der Elemente herrschte. Ein paar

Schritte weiter und man steht unvermittelt

vor einem verworrenen Netzwerk aus elastischen

Schnüren, das einen großen Saal zur

1

Gänze einnimmt. Von Wand zu Wand, vom

Boden bis zur Decke verflechten, verwirren

sich gespannte Schnüre ineinander, schaffen

Knäuel, Dickicht, Fallen: Ein immenses, offensichtlich

irrationales und unentwirrbares

Flechtwerk nimmt unsere Wahrnehmung gefangen.

Das Schwarz der Schnüre vor dem

Weiß der Wände als unendlicher Hintergrund.

Eine Welt ist entstanden: Der argentinische

Künstler Tomas Saraceno schuf ein

Spinnennetz gigantischen Ausmaßes, in dem

sich jeder Besucher, um seinen Weg fortsetzen

zu können, wenigstens für wenige Augenblicke

verfängt. Kunstwerk, Spiel, Metapher.

Auf jeden Fall ein Ort zum Durchschreiten,

um nicht auf der langen, gerade begonnenen

Reise in der Galaxis der von der Kunst geschaffenen

Welten zurückzuschrecken.

In diesem Universum ist es dem Besucher oft

möglich, viele architektonisch präsente Werke

auch physisch zu durchschreiten und diese so

konkret mit allen Sinnen und der Freiheit

der Geste zu erleben. Es ist kein Zufall, dass

der Goldene Löwe, die höchste Auszeichnung

der Biennale, dem deutschen Künstler Tobias

Rehberger zuerkannt wurde, der auf spielerische

und etwas chaotische Art das Café des

zentralen Pavillons neu gestaltet und eingerichtet,

und einen transitorischen Ort für das

gesamte Kunstpublikum geschaffen hat.

2

color - 06­07 2009

Fotos: Hertha Hurnaus, Franco Veremondi


JORRIT TORNQUIST

Prinzip Farbe

Neue Galerie Graz – Hofgalerie

Sackstraße 16, 8010

5. 6. – 6. 9. 2009

Di–So 10–18 Uhr


Total living.

Sekretariat Acropoli srl

T +39 051 864310

F +39 051 864313

estero@acropoli.com

Abitare il Tempo ist nur für Fachbesucher reserviert. Kinder unter 12 Jahren sind nicht erwünscht. www.abitareiltempo.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine