Die neue Orgel - Michael Walcker-Mayer

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Die neue Orgel - Michael Walcker-Mayer

Einst: Verpönt ? – Geächtet ?

Nun: Geschätzt ! – Geachtet !

– Gebaut !

Dr. Wolfgang Guhswald

Das Rad der Orgelgeschichte in Bewegung –

Bemerkungen zur neuen Walcker-Orgel in der

Herz Jesu Kirche, Wien III (2006)

„Legendär“ in Klang, Technik, wie auch als

Gesamtkunstwerk, diese Einschätzung erreichten

und erreichen nur wenige Spitzeninstrumente, im

Glücksfall gepaart mit einer Künstlerpersönlichkeit

auf der Orgelbank. So war es einst mit der 1945

untergegangenen hochromantischen Walcker-

Orgel von 1886 im Stephansdom (hinter der

barocken Fassade der Römer-Orgel von 1720).

Domorganist Karl Walter als der kongeniale

Interpret und Improvisator. Beides ist Geschichte.

Später drehte sich das Rad der

Orgelbauauffassungen wieder einmal weiter. Einst

Hochgeschätztes war plötzlich verpönt, tabu. Es

folgte eine Generation an Entscheidungsträgern,

welche bei Neubau und Restaurierungen in verblüffender

Selbstsicherheit zu wissen vermeinten,

was die „wahre Orgel“ ausmache, vor allem aber,

was alles an Negativa die dekadente Periode

hervorgebracht hatte und wie sehr dies dem

angestrebt idealen Orgelklang schade.

2006 findet sich so manch apodiktisch geäußerte

Auffassung in der Meinungsvielfalt wieder relativiert,

gar Geächtetes wird wieder geachtet, neu

gewichtet und neu belebt. So erbringt die

Begegnung mit der neuen Walcker-Orgel in Wien

III, Herz-Jesu-Kirche, einen erfrischenden Disput

zwischen historischer Reverenz und pointiertsouveräner

Selektion weiterer Möglichkeiten, ohne

sich in beliebige Aneinanderreihung inhomogener

Elemente zu verlieren. Im Gegenteil, OBM

Michael Walcker-Mayer, an der Schwelle des 50.

Lebensjahres stehend, hat jedwedes Detail vor dem

Hintergrund seiner reichen Erfahrung Revue

passieren lassen und in jedweder Entscheidung

eine Optimierung angestrebt.

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Fenster der Herz Jesu Kirche

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