Fachinformationen zu aminoplus gelenk - Kyberg Vital

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Fachinformationen zu aminoplus gelenk - Kyberg Vital

Information für Fachkreise

Fortschritt durch Ernährungsmedizin

gelenk


Inhalt Ein kleiner Exkurs vorab

Arthrose definiert eine degenerative Gelenkserkrankung,

wobei das Krankheitsbild mit Gelenksubstanzabbau, Bewegungseinschränkung

und daraus resultierenden chronischen

Schmerzen in Zusammenhang steht. Vereinzelt können auch,

bedingt durch die Bewegungseinschränkung, soziale Isolation

und Depressionen auftreten.

Bronchien. Die Interzellulärsubstanz des hyalinen Knorpels besteht

aus vielen kollagenen Fasern, die in die amorphe Grundsubstanz eingebettet

sind und von dieser vollständig bedeckt werden. Der hyaline

Knorpel überzieht die knöchernen Strukturen aller mit Gelenkflüssigkeit

überzogenen Gelenke und besteht in seiner Grundsubstanz aus

den Chondrozyten. Diese bilden die Matrix Type II kollagenen Fasern

und beinhalten Proteoglykane sowie Wasser. Das Geflecht aus Typ II

kollagenen Fasern bildet die feste, stabile, zugbelastbare Knorpelsubstanz,

während das mit Flüssigkeit angereicherte Proteoglykan-Gel

als interstitielles Kissen dazwischen eingebettet ist. Proteoglykane

setzen sich aus einem Proteinkern mit zahlreichen negativ geladenen

Glycosaminglykanketten zusammen, welche für das Wasserbindungsvermögen

verantwortlich sind [3]. Mit zunehmendem Alter verringert

sich jedoch der Wassergehalt der hyalinen Knorpelsubstanz,

gleichzeitig nimmt die Substratversorgung ab, wodurch degenerative

Prozesse ausgelöst werden können, d.h. Abnahme der Grundsubstanz

mit Demaskierung der kollagenen Fasern und Verknöcherung [4].

Pathophysiologie

Die Risikofaktoren, die zu einem degenerativen Gelenkabbau und

zu Arthritis führen können, sind beispielsweise Alter, Geschlecht,

Traumata, Überbeanspruchung, genetische Disposition und Übergewicht.

Hierbei können die Gelenkkomponenten auf das Unterschiedlichste

durch Abrieb und Abnutzung beansprucht und dadurch

folglich die Entzündungskaskaden aktiviert werden. Bei Patienten

mit Arthritis produzieren die Chondrozyten vermehrt entzündungsfördernde

Zytokine, wie bspw. IL-1b und TNFalpha, wodurch die

Knorpelsynthese beeinträchtigt wird. Zusätzlich werden hierbei

abbauende Prozesse durch Proteasen (Metalloproteinasen1 03

04

Ein kleiner Exkurs vorab

Gezielte Ernährungsmedizin bei

arthrotischen Gelenksbeschwerden,

mit dem Plus an Aminosäuren

Kollagen

05

10

Wichtige Nährstoffe bei

Gelenksbeschwerden

Effektivität von Chondroitin- bzw.

Glukosaminsulfat?

gehört zur Gruppe der Gerüsteiweiße oder auch fibrillärer Proteine.

Diese bestehen aus Aminosäuren und können über Enzyme kaum zerlegt

werden. Die kollagenen Fasern oder auch Stützsubstanzen setzen

sich aus einzelnen, unverzweigten Fibrillen (entstehen extrazellulär

aus den von Fibroblasten ausgeschiedenen Proteinmolekülen) und

einer mukopolysaccharidhaltigen Kittsubstanz zusammen. Kollagene

kommen vor in: Bindegewebe, Sehnen, Faszien, Bändern, Knorpel,

Knochen und Zahnbein [1]. Die Kollagenstruktur wird durch die Aminosäurenzusammensetzung

definiert. Beispielsweise erfordert die

Tripelhelix-Struktur die Aminosäure Glycin und wird durch einen hohen

Gehalt an Prolin definiert, wodurch vor allem die Polyproline- II-helixförmigen

charakteristischen Strukturen der Kollagensequenz ausdefiniert

werden [2] (Näheres hierzu s. u. Prolin).

Der Knorpel – das Elfenbein der Gelenke

Literaturnachweis im Internet: www.kyberg-vital.de

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Keltenring 8

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Tel.: (089) 61 38 09-20

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info@kyberg-vital.de

Knorpelzellen oder auch Chondrozyten bilden die tropokollagen- und

proteoglykanhaltige Grundsubstanz des Knorpels. Vor allem die großen

Proteinmoleküle – die Proteoglykane – bilden die Grundsubstanz

des Knorpels. Durch die Zunahme dieser Grundsubstanz wächst der

Knorpel durch Zellteilung und Auseinanderrücken der Zellen (interstitielles

Wachstum). Mit Ausnahme an den Gelenken ist der Knorpel

mit Bindegewebe, reich an Nerven und Gefäßen, umgeben. Der

ausdifferenzierte Knorpel weist eine hohe Druckelastizität auf. Er

wird auch als bradytrophes (umsatzarmes) Gewebe bezeichnet, da

seine Ernährung ausschließlich durch Diffusion erfolgt. Anhand unterschiedlicher

Gehalte an Fasern und Knorpelgrundsubstanz lassen sich

drei Knorpelarten unterscheiden.

a. Hyaliner Knorpel

b. Elastischer Knorpel

c. Faserknorpel

Der hyaline Knorpel ist die am weitesten verbreitete Art der Knorpelgewebe

und findet sich neben den Gelenken bspw. auch im

:MMPs)

sowie weiterer entzündungsfördernder Mediatoren wie IL-8, IL6,

Prostaglandin E2 und NO angeregt und gefördert. Stickstoffmonoxid

ist dabei für die Blockierung der Chondrozyten-Proteoglykan- und

Kollagensynthese – hervorgerufen durch entzündungsfördernde Zytokine

– verantwortlich. Bei experimentell induzierter Arthritis im

Tiermodel verursacht NO (als anaboler Trigger) die Apoptose der

Chondrozyten und senkt die über TGF-b stimulierte Chondrozytenproduktion

im Knorpel. Hierbei werden der Chondrozytenabbau

aktiviert, die Proteoglykan- und Kollagensynthese blockiert, MMPs

aktiviert sowie die Empfindlichkeit gegenüber radikalischen Schädigungen

gesteigert [2;5]. In-vitro Untersuchungen bestätigen die

Hypothese, dass NO für die mangelnde und nicht vorhandene anabole

Reaktion des Wachstumsfaktors IGF-1 auf die Chondrozyten

mit verantwortlich ist [5].

www.kyberg-vital.de

embryonalen Skelett, an den Rippen, Nase, Kehlkopf, Luftröhre und

2 Ein kleiner Exkurs vorab 3


Gezielte Ernährungsmedizin bei arthrotischen

Gelenksbeschwerden, mit dem Plus an Aminosäuren

Wichtige Nährstoffe bei Gelenksbeschwerden

Aminosäuren

Prolin, der essentielle Baustein

kollagener und elastischer Fasern

demzufolge vom Gleichgewicht zwischen Synthese und Abbau von

Schlüsselmatrixmolekülen wie dem TypII Kollagen abhängig [10].

Prolin – mit der Elastizität der Spinnenseide

Interessante, neueste Untersuchungen aus der Tierwelt ergeben, Methionin – Vorstufe des multifunktionalen SAM

Glukosaminsulfat

dass vor allem die Elastizität (Zug und Zugentlastung) von Spinnen-

L-Prolin

• Essentieller

Baustein kollagener

und elastischer

Fasern, speziell

der Knorpelsubstanz

L-Methionin

• Vorstufe von Schwefel-

Adenosylmethionin (SAM)

• Vorstufe der Knorpelgrundsubstanz

(Proteoglykan)

• Vorstufe von Hyaluronsäure

Chondroitinsulfat

• Baustein der Knorpelsubstanz –

Bestandteil Typ II kollagener Fasern

seide, reich an Prolin, mit ansteigendem Anteil der Aminosäure Prolin

an Elastizität zunimmt [7].

Diese interessante Eigenschaft von Prolin und der daraus resultierende

Nutzen lassen sich ebenfalls in der Bausubstanz der Gelenkknorpel

des Menschen wiederfinden!

Bestimmte Aminosäuren sind Grundbausteine von kollagenen Fasern

und somit Bestandteil für die Gelenke. Die Aminosäure Prolin

ist hierbei essentieller Baustein von Kollagenen und vor allem für

die Elastizität und Stabilität der Gelenksubstanz erforderlich. Des

Weiteren ist diese Aminosäure nicht nur für den Kollagenaufbau,

sondern auch für die Integrität der Gelenke, Sehnen und Bänder

sowie für die Wundheilung wichtig. Prolin kann nur mit Hilfe von

Methionin ist eine essentielle, d.h. unentbehrliche schwefelhaltige

Aminosäure. Schwefelhaltige Komponenten spielen bei zahlreichen

Stoffwechselprozessen sowie auch bei Arthrosen eine wichtige Rolle

(s. Abschnitt: Bedeutung von Schwefelverbindungen bei Arthritis).

Methionin wird im Stoffwechsel durch ATP zu Schwefel-Adenosylmethionin

(SAM) umgebaut. SAM wurde erstmalig 1952 entdeckt

und ist in jeder lebenden Zelle vorzufinden, wobei es als Methylgruppendonator

fungiert [12]. Mittels der energiereichen Schwefel-

Methylverbindung wird die Methylgruppe leicht verfügbar und kann

für sogenannte Transmethylierungsreaktionen genutzt werden. Die

übertragene Methylgruppe dient bspw. als Baustein für Ethanolamin

e Cholin; Noradrenalin e Adrenalin; N-Acetylserotonin e Me-

Vitamin C in Hydroxyprolin, dem eigentlichen Kollagenbaustein, latonin. Melatonin kann auch aus SAM enstehen: durch Decarboxy-

Taurin

• Antioxidans

• Elektrolyt- und

Flüssigkeitsstabilisierend

Vitamin C und Vitamin E

• als Antioxidantien

• Vitamin C – zur Ausbildung von

Hydroxyprolin

umgewandelt werden. Über weitere physiologische Stoffwechselprozesse

ist es möglich, dass Prolin ebenfalls über Glutaminsäure

(Glutaminsäure e Glutamin) und Ornithin (Vorstufe Arginin) gebildet

werden kann. Dadurch besteht die Möglichkeit, den Kollagenaufbau

noch zusätzlich unterstützend zu fördern [8;9].

lierungsreaktionen bspw. Putrescin e Spermidin e Spermin [13] (s.

Fachinformation aminoplus Individual: Methionin). Insofern ist die

essentielle Aminosäure Methionin zum einen als Schwefellieferant

zum anderen in der aktiven Form Schwefel-Adenosylmethionin

(SAM) ein wichtiger Bestandteil in der ernährungsmedizinisch-therapeutischen

Behandlung von Gelenkserkrankungen.

Vitamin B6, Vitamin B2,

Folsäure, Vitamin B12

• Zur Unterstützung des

Aminosäurenstoffwechsels

Zink, Selen, Mangan, Kupfer und

Molybdän

• Wichtige Spurenelemente für die

Gelenkversorgung

Prolin – Grundbaustein von Kollagen

Prolin und Hydroxyprolin kommen in Kollagen in unterschiedlichen

Aminosäurensequenzen vor, wodurch verschiedene Eigenschaften

manifestiert werden. Die fibrillären Kollagene vom Typ I, II und III

werden als Prokollagene synthetisiert, wobei das Prokollagenmolekül

von Zellen in die extrazelluläre Matrix zur Fibrillenbildung abgegeben

wird. Der Hauptanteil von Knorpelkollagen (90 – 95 %)

setzt sich aus Typ II Kollagen zusammen, wobei Hydroxyprolin den

vorwiegenden Bestandteil dieser Aminosäurenzusammensetzung

ausmacht [10]. Weitere Kollagene, sogenannte Tripelhelixkollagene

(mit den Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin), kommen

überaus reichhaltig in Typ I und Typ II Kollagenen vor [2]. Diese

Prolin5-Rückstände, die in einer bestimmten Sequenz im Kollagenstrang

eingebaut sind, werden über post-translationale Hydroxylierungsreaktionen

in 4-Hydroxy- L-prolin (4-Hyp) und zu einem

geringeren Teil in 3-Hydroxy-Proline (3-Hyp) umgebaut. Hierbei unterstützt

4-Hyp vor allem die Konformationsstabilität der Kollagentripelhelix

[11]. Der Erhalt der extrazellulären Knorpelmatrix ist

SAM – anabol für die Knorpelzellen:

In-vitro Untersuchungen zeigten eine stimulierende Wirkung auf die

Proteoglykanausbildung von Chondrozyten aus der Knorpelsubstanz

von Patienten mit Arthritis [14].

SAM – antiphlogistisch und analgetisch:

Di Padova hat in seinem Review die entzündungsbeeinflussenden und

schmerzbeeinflussenden Eigenschaften von SAM aus Ergebnissen von

Tierversuchsstudien sowie auch Humanstudien, letztere teilweise vs.

Schmerzmedikationen wie Ibuprofen, Indomethacin oder Naproxan

zusammengefasst. Im Allgemeinen zeigte sich, dass die direkte Gabe

von SAM sehr gut angenommen und toleriert wurde. Es erwiesen sich

keine Nebenwirkungen, die ein Absetzen verlangt hätten. Eine Zusammenfassung

der experimentellen Datenlage bestätigte die antiphlogistischen

und analgetischen Eigenschaften und eine begünstigte

Proteoglykansynthese ohne den Magen-Darm-Trakt oder andere Organe

in irgendeiner Weise negativ zu beeinträchtigen [15].

4 Gezielte Ernährungsmedizin

Wichtige Nährstoffe bei Gelenksbeschwerden 5


Ebenso wurde in einer randomisierten doppelblinden Multicenter-Studie

der Effekt von je 400 mg/2x d von Schwefel-Adenosylmethionin

vs. Ibuprofen an 150 Patienten mit Hüft- und Kniearthritis für 30 Tage

getestet. Es zeigte sich, dass sich SAM gleichwertig in seiner analgetischen

und antiphlogistischen Wirkung zu Ibuprofen darstellte [16]. In

einer ähnlichen Studie wurde die Wirkung von 1.200 mg SAM vs. 200

mg Celebrex bei Patienten mit Arthritis für 16 Wochen untersucht. Im

Ergebnis stellte sich dar, dass die Wirkung von SAM zwar verspätet einsetzte,

sich jedoch gleichwertig in seiner Wirkung zum COX-2-Hemmer

(Celecoxib) bei Patienten mit Osteoarthritis2 erwies [17].

Wirksamkeit von SAM vs. Medikation bei Arthritis?

Eine Metaanalyse von Witte et al. untersuchte die Wirksamkeit von

SAM vs. Oxaceprol (nicht-steroidales Antiphlogistikum) bei der Behandlung

von Arthrosen. Die Ergebnisse dieser Metaanalyse zeigten

keine eindeutige Beweiskraft in Bezug auf SAM vs. Oxaceprol. Die

Qualität der Studien wurde hierzu schwerpunktmäßig in Frage gestellt

mit ebenfalls unzureichender Ergebnisdarstellung. Nichtsdestotrotz

wurden Hinweise auf die Wirkung von SAM ebenso wie von Oxaceprol

auf die Wirkung bei arthrosebedingten Schmerzen nicht negiert [18].

Taurin – antioxidativ und entzündungsbeeinflussend

Taurin wird im Stoffwechsel aus der essentiellen Aminosäure Methionin

über Cystein gebildet. Es ist keine Aminosäure, sondern

eine Aminoethansulfonsäure und enthält in der Grundstruktur eine

Schwefelsäurekomponente anstelle einer Carboxylsäurekomponente

[19]. Die antioxidativen und entzündungsbeeinflussenden Eigenschaften

von schwefelhaltigen Aminosäuren- und aminosäurenähnlichen

Verbindungen können bei einer Vielzahl von Erkrankungen

begleitend bzw. auch zur diätetischen Ergänzung eingesetzt werden,

bspw. bei veganer Ernährung bei Sportlern, AIDS-Patienten,

oxidativem Stress, Diabetes, Kataraktbildung und neurodegenerativen

Erkrankungen. Mittels Taurin kann in Kombination mit Vitamin E der

Glutathion-(GSH)-Spiegel aufrechterhalten und die Aktivität der Glutathion-Peroxidase

(GPX) gesteigert werden (Näheres hierzu ebenfalls

Fachinformation aminoplus ® individual S.7).

Wie beschrieben ist der Schwefel eine wichtige Komponente in

der Molekülstruktur des Taurins. Im Stoffwechsel entsteht über

verschiedene Zwischenschritte eine stabile Chloraminverbindung

(Taurin e Hypochlorsäure e Taurinchloramin). Taurinchloramin

senkt die Freisetzung entzündungsfördernder Mediatoren aus

Makrophagen (bspw. NO; TNF; IL-6, PGE2) vermutlich auf transkriptioneller

Ebene. Taurinchloramin blockiert die Produktion

von Hyperoxid dosisabhängig und reversibel und scheint durch

die Beeinflussung entzündungsstimmulierender polymorphonuklearer

Leukozyten auf Entzündungsprozesse zu wirken [20;21].

Diese Entzündungsmediatoren wie bspw. PGE2 werden ebenfalls

bei Arthritis über den Cyclooxigenase-2-Weg (COX-2) freigesetzt und

auch bei mesenchymalen Erkrankungen wie der rheumatischen Arthritis

freigesetzt und sind in zahlreichen Studien bei Patienten mit

rheumatischer Arthritis beschrieben. Mittels der Zufuhr von Taurinchloramin

konnte hierbei in Gelenkzellkulturen von Patienten mit

rheumatischer Arthritis eine Unterdrückung der PGE2 Produktion

mittels der Blockierung des COX-2 Systems erzielt werden [22;23].

Anhand der beschriebenen Eigenschaften von Taurin ist dies ein

interessanter Aspekt eines ähnlichen in-vivo stattfindenden Stoffwechselweges

bei Patienten mit Arthritis, um hierbei die Entzündungsparameter

zu senken.

Bedeutung von Schwefelverbindungen bei Arthrose und Arthritis

Allgemein: Der Gelenkknorpel benötigt für die fortwährende Synthese

von Proteoglykanen sowie für Stoffwechselzwischenprodukte

der Knorpelmatrix die Zufuhr von Schwefel. Mit der Nahrung sollte

demzufolge ausreichend Schwefel zugeführt werden. Über die Nahrung

wird dieser hauptsächlich in Form der schwefelhaltigen Aminosäuren

Methionin und Cystein zugeführt. Da bei fortschreitenden

Gelenkserkrankungen bzw. bei einem degenerativen Gelenkabbau

ebenso der Glycosaminoglykanstoffwechsel gesteigert ist, können

bestehende Schwefelspeicher schnell geleert sein. Speziell in Kombination

mit Analgetika (bspw. Paracetamol) werden bis ca. 40 %

des Medikamentes durch Schwefelkonjugation über den Urin ausgeschieden

[3]. Mittels dieser Schwefelkonjugation der Schmerztherapeutika

fehlen wiederum diese wichtigen Schwefel-Bausteine

im Aufbau von Glycosaminglykanen [24]. Somit kann sich kontinuierlich

Verlust von Schwefel-Komponenten für den Knorpelaufbau

einstellen, ohne dass ein Nachschub erfolgt.

6 Wichtige Nährstoffe bei Gelenskbeschwerden Wichtige Nährstoffe bei Gelenksbeschwerden

7


Glukosaminsulfat

Glukosaminsulfat schützt den Knorpel

Glukosamin ist ein Amino-Saccharid (2-Amino-2-Deoxyalpha-D-Glukose)

und Praecursorbaustein für die Synthese von Glykosaminglykanen

zur Bildung von Proteoglykanen (Knorpelgrundsubstanz) sowie

Hyaluronsäure für den Gelenkknorpel. Vorwiegend wird Glukosamin

in der Verbindung als Glukosaminsulfat eingesetzt. Proteoglykane

sind Makromoleküle mit zahlreichen Glukosaminglykan- und

Oligosaccharidketten an einen Proteinkern gebunden. Hierdurch wird

der Gerüstrahmen für die kollagenen Strukturen sowie die Bindungskapazität

für Wasser und Kationen – welche für die viskösen, elastischen

und schützenden Schichten des Knorpels verantwortlich sind

– aufgebaut [25].

Warum Glukosaminsulfat?

Der Hintergrund einer Glukosaminsulfat-Supplementierung bei

Patienten mit Arthrose/Arthritis liegt darin, der erhöhten Abnutzung

und Abbau der Gelenksubstanz durch die exogene Zufuhr

von Glykosaminglykanen (in Form von Glukosaminsulfat u. Chondroitinsulfat)

entgegen zu wirken. Die hierfür physiologischen und

biochemischen Eigenschaften von Glukosaminsulfat werden in der Stimulierung

der Proteoglykansynthese, der Hemmung des Knorpelabbaus

und in der Regeneration des Knorpelgewebes vermutet [26].

Chondroitinsulfat

Chondroitinsulfat baut den Knorpel auf

Chondroitin ist ein Glykosaminglykan und Baustein der Proteoglykane

der Knorpelsubstanz. Im Körper erfolgt die Eigensynthese dieses

Disaccharides mittels Schwefel, Glukuronsäure und N-Acetylgalactosamin.

Sequenzen dieses Disaccharides werden in eine Polysaccharidkette

eingebaut, wobei in Gelenkgeweben meist Chondroitin-

4-sulfat und Chondroitin-6-sulfat vorkommen.

Warum Chondroitinsulfat?

Chondroitin ist Bestandteil von Kollagen Typ II, einem Proteoglykanund

Chondroitinbaustein. Daten aus in-vitro Untersuchungen weisen

darauf hin, dass Chondroitinsulfat die Synthese von Proteoglykanen

In Laborstudien konnte aufgezeigt werden, dass Glukosamin über den

Gastrointestinaltrakt resorbiert und sehr schnell über die Knorpelsubstanz

aufgenommen werden kann. Mittels in-vitro Studien konnten

eine Stimulierung der Glukosaminglykan- und Proteoglykansynthese

in Gelenkgeweben festgestellt werden [25]. Ähnliches konnte in Untersuchungen

auf molekularer Ebene demonstriert werden: mittels

Glukosamin wird die Synthese von Proteoglykanen stimuliert sowie

dessen Abbau gehemmt und folglich die in-vitro Synthese von Kollagen

angeregt. Diese Prozesse werden vermutlich teilweise auf intrazellulärer

Transkriptionsebene angeregt. Mittels Glukosamin konnte

die mRNA und Proteinsynthese von Chondrozyten angeregt sowie

die Produktion und Aktivität von proteinmatrixabbauenden Enzymen

in-vitro gehemmt werden. Des Weiteren wurde nachgewiesen, dass

mittels Glukosamin die Synthese pro-entzündlicher Zytokine (fördern

die Synthese kollagenabbauender Enzyme und hemmt Chondrozytenproliferation)

blockiert werden. Die Untersuchungen auf molekularer

Ebene und der positive stimulierende Einfluss von Glukosaminsulfat

konnte durch zahlreiche Studien an Patienten mit Osteoarthritis

bestätigt werden. Die Gabe von 3 x 500 mg Glukosaminsulfat vs.

Placebo über 30 Tage führte im Vergleich zu Placebo zu einer Verbesserung

des Gelenkschmerzes [26].

steigert. Dies beinhaltet den Aufbau der Matrix, Stimulierung der

Glykosaminglykan- und Kollagensynthese und folglich des Knorpels.

Generell sollte der Hauptaspekt in der Behandlung von Arthrose und

Arthritis neben der Schmerzreduktion auch das Fortschreiten des

Krankheitsverlaufes – wenn nicht gar die Regeneration des Knorpels

– beinhalten. In einer doppelblinden, randomisierten und placebokontrollierten

Studie bei 300 Patienten mit Kniearthritis wurde über

zwei Jahre der Einfluss von 800 mg Chondroitinsulfat untersucht. Die

Ergebnisse wiesen darauf hin, dass nach zweijähriger Behandlungsdauer

ein Rückgang der strukturellen Veränderungen des Knorpelgewebes

bei Patienten mit Arthritis beobachtet werden konnte. Die

Ursache hierfür ist nicht genau ermittelt, wird aber der Stimulierung

der Knorpelsynthese zugesprochen. Der Hintergrund hierfür lag in einem

Anstieg der RNA-Synthese der Chondrozyten, die ebenfalls in

Korrelation mit der Proteoglykansynthese stand. Letzteres könnte in

direktem Zusammenhang mit der Blockierung knorpelabbauender

Enzyme stehen [27]. Eine kürzlich veröffentlichte randomisierte, dop-

Spurenelemente

Die Spurenelemente Kupfer, Zink, Selen, Mangan

und Molybdän

Spurenelemente sind essentielle Bestandteile zahlreicher Enzyme

(bspw. Selen: Glutathionperoxidase) oder von Metalloproteinen

(bspw. Zink: Metallothionein). Selen ist u. a. für den Glutathionaufbau

verantwortlich. Da entzündliche und degenerative Erkrankungen

pelblinde und placebokontrollierte Studie über zwei Jahre (Februar

2009) bestätigte die Wirkung von 800 mg Chondroitinsulfat bei Patienten

mit Kniearthritis in Bezug auf positive strukturelle Veränderungen

sowie schnellere Schmerzreduktion im Vergleich zu Placebo [28].

einem hohen oxidativen Stresspotential ausgesetzt sind, ist eine Selensupplementation

– auch in Kombination mit anderen oxidativen

Substanzen – als sinnvoll zu betrachten. Kupfer dient als Cofaktor für

zahlreiche Enzymsysteme und gilt als essentielles Spurenelement für

zahlreiche Proteine und Enzyme. In-vitro wurde die Kollagensynthese

von Chondrozyten durch die Zugabe von Kupfer stimuliert [38].

8 Wichtige Nährstoffe bei Gelenskbeschwerden Wichtige Nährstoffe bei Gelenksbeschwerden 9

Vitamine

Vitamin C und E

Entzündliche Prozesse führen zu einer vermehrten Freisetzung freier

Radikale, demzufolge erhöhtem oxidativen Stress und können den

Stoffwechsel und die Lebensdauer von Chondrozyten und die Kollagensynthese

stark beeinträchtigen. Eine Zufuhr von Antioxidantien

sollte demzufolge als ein wichtiger Aspekt im Therapieschema von

Gelenkserkrankungen erachtet werden [32; 33]. Eine erhöhte Freisetzung

freier reaktiver Sauerstoffradikale wurde beispielsweise invitro

in Knorpelzellkulturen von Patienten mit Osteoarthritis nachgewiesen

[34].

Die B-Vitamine B 6 , Vitamin B 12 , Folsäure und

Vitamin B 2 als Coenzyme für den Aminosäuren-

bzw. Methioninstoffwechsel

Für den Stoffwechsel von Aminosäuren sind B-Vitamine wichtige

Coenzyme. Speziell für den Methioninstoffwechsel und zur Regulation

des Homocysteinspiegels sind bestimmte B-Vitamine von Bedeutung

[36; 37].


Effektivität von Chondroitin- bzw. Glukosaminsulfat?

Die Effektivität von Chondroitin- bzw. auch Glukosaminsulfat bei Arthritis

ist in zahlreichen Studien untersucht und auch unterschiedlich

bewertet worden. Glukosamin und Chondroitin scheinen in einer synergistischen

Weise zusammen zu arbeiten und dadurch die Glycosaminoglycansynthese

in den Chondrozyten zu stimulieren. Hierbei

beeinflusst Glukosamin den Stoffwechsel auf zellulärer Ebene und

Chondroitin weist anti-entzündliche Eigenschaften auf [3]. Eine Metaanalyse

von randomisierten placebokontrollierten klinischen Studien

zwischen den Jahren 1980 und 2002 untersuchte den Einfluss von

Chondroitin- und Glukosaminsulfat bei Hüftarthrose. Die Ergebnisse

dieser Metaanalyse bestätigten die signifikante Effektivität von Glukosaminsulfat

bei Arthrose und eine Verringerung des Gelenkspaltes

sowie eine Verbesserungen des WOMAC-Score [3]. Chondroitin bewies

sich als effektiv im Bezug zum Lequesne-Index [4]. Unabhängig der

beschriebenen positiven physiologischen Eigenschaften von Glukosamin-

und Chondroitinsulfat bei Patienten mit Arthrose und Arthritis

gibt es ebenfalls Untersuchungen, die beispielsweise keinen signifikanten

Einfluss auf die Schmerzreduktion im Vergleich zu Ibuprofen

und Glukosamin bestätigen, wobei jedoch für beide die Effektivität

nicht verneint wurde. Des Weiteren scheint Glukosamin keinen direkten

analgetischen Effekt auszuüben. Vielmehr werden die schmerzlindernden

Eigenschaften auf den Wiederaufbau der Knorpelsubstanz

zurückgeführt [29]. Die orale Zufuhr von 1.500 mg Glukosaminsulfat

vs. Placebo über einen Zeitraum von zwei Jahren zeigte keine Verbesserung

der Symptome bei Patienten mit Hüftarthritis im Vergleich

zu Placebo [30]. In den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen der

1 Matrix Metalloproteinasen (MMPs) sind proteolytische Enzyme

(Kollagenasen). Beim Menschen sind 5 MMPs identifiziert (MMP1;

MMP2; MMP8; MMP13; MMP14). Die ersten 4 Kollagenasen werden

in inaktiver Form von Zellen sekretiert. Nach Aktivierung werden

mittels MMPs fibrillenbildende Kollagene gespalten, hierbei vor

allem Tripelhelix Kollagene I.

2 Der Term Osteoarthritis (OA) wird hier gemäß anglik. Literaturnachweis

verwendet und bezeichnet das Krankheitsbild Arthritis

(vgl. Medical dictionary). Der Begriff OA könnte demzufolge zu

Missverständnissen führen, da Osteoarthritis im Deutschen ungleich

dem Krankheitsbild Arthritis ist.

10

Effektivität von Chondroitin- bzw. Glukosaminsulfat

Anschluss-Studie zum Glukosamin/Chondroitin Arthritis Intervention

Trail (GAIT) wurde kein Beleg dafür gefunden, dass Glukosamin und

Chondroitinsulfat die Progression der Gonarthrose stoppen können,

obwohl in der vorangegangenen Studie 2006 in einer Subgruppe eine

Schmerzlinderung im Vergleich zu Placebo festgestellt werden konnte.

Der Grund dieser unterschiedlichen Ergebnisse zur Wirksamkeit von

Glukosamin- und Chondroitinsulfat lässt Raum für Spekulationen. Fakt

ist sicherlich, dass im Rahmen der Therapie von Gelenkserkrankungen

die vielfältigsten Einflussfaktoren und Einstufungen mit betrachtet

und gegebenenfalls mit in das Therapieschema integriert werden

sollten. Wichtig ist die Einstufung der Gelenkserkrankung, ob es sich

um eine degenerative (typischerweise sind hier einzelne Gelenke betroffen),

entzündliche, lokale oder systemische (verschiedene Lokalisationsorte

gleichzeitig) Form handelt. Degenerative Prozesse werden

durch eine schlechte Stoffwechselsituation der Knorpelzellen begünstigt.

Somit kann weniger Knorpelmasse aufgebaut werden bzw. Zellen

sterben ab und der Knorpel verdünnt. Die entzündlichen Prozesse

werden durch Infektionen oder Autoimmunprozesse ausgelöst. Zu den

klassischen Entzündungssymptomen zählen hierbei: Überwärmung,

Rötung, Schwellung, Schmerz und Funktionseinschränkung. Bei den

entzündlichen Gelenkserkrankungen finden sich vermehrt undifferenzierte

Arthritiden bzw. rheumatische Beschwerden mit typischen

Entzündungszeichen, jedoch ohne Gewebezerstörung [31]. Anhand

dieser kurzen Zusammenstellung sollte demzufolge die Therapie von

Gelenkserkrankungen sicherlich gesamtheitlich und nicht konzentriert

auf einzelne Nährstoffkomponenten betrachtet werden.

3 WOMAC. Western Ontario & McMaster University Index of Osteoarthritis.

Fragebogen zur Bestimmung v. Schweregrade und Behandlungseffektivität.

4 Der Lequesne-Index als Assessmentverfahren zur Erfassung von

Behandlungseffekten bei Koxarthrose und Gonarthrose


aminoplus ® gelenk

Die Tagesportion (1 Sachet) enthält:

Zusammensetzung pro Sachet pro Sachet

Prolin

Methionin

1.500 mg

800 mg

Vitamin B2 Folsäure

5 mg

600 µg

Taurin

500 mg Vitamin B12 10 µg

Glukosaminsulfat 1.200 mg Zink

10 mg

Chondroitinsulfat 600 mg Selen

100 µg

Vitamin C

300 mg Mangan

2 mg

Vitamin E

80 mg Kupfer

1 mg

Vitamin B6 10 mg Molybdän

50 µg

Zutaten: L-Prolin; Aminozucker: Glukosaminsulfat; L-Methionin; Aminozucker:

Chondroitinsulfat; Säuerungsmittel: Zitronensäure; Maltodextrin; Taurin; Ascorbinsäure;

DL-alpha-Tocopherylacetat; Aroma; Zinkgluconat; Süßstoff: Sucralose;

Mangangluconat; Pyridoxinhydrochlorid; Kupfergluconat; Ribofl avin; Pteroylmonoglutaminsäure;

Natriummolybdat; Natriumselenat; Cyanocobalamin.

PZN: 2709777

30 Tagesportionen á 1 Sachet

€ 52,40 ≈ € 1,75 pro Tag

Verzehrhinweis:

Erwachsene nehmen einmal täglich den Inhalt eines Portionsbeutels,

eingerührt in ca. 200 ml stilles Wasser, zu einer Mahlzeit zu sich. Bitte nach

Zubereitung sofort trinken.

Ergänzende bilanzierte Diät, kein vollständiges Lebensmittel. Nur unter ärztlicher

Aufsicht verwenden.

Zur diätetischen Behandlung von arthrotischen

Gelenkbeschwerden

Zur optimalen Versorgung des

Knorpels mit Vitalstoffen

Die Gabe von Vitalstoffen ist im Rahmen einer ernährungsmedizinischen

Behandlung sinnvoll. Kyberg Vital hat ein Produkt entwickelt,

das mit Prolin den wichtigsten Baustein für den Knorpel enthält. aminoplus

® gelenk enthält gezielt dosierte Aminosäuren sowie einen

Vitalstoffkomplex, der speziell auf Gelenkbeschwerden abgestimmt

wurde.

Kurzprofil

Essentielle Bausteine kollagener und

elastischer Fasern speziell der

Knorpelsubstanz

Kollagenbildend

Bausteine der Knorpelsubstanz

(Bestandteil Typ II kollagener Fasern)

Vorstufe der Knorpelgrundsubstanz

(Proteoglykan)

Vorstufe von Hyaluronsäure

Vorstufe von SAM

lactosefrei

glutenfrei

fructosefrei

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