Menschen für Tierrechte Bayern e.v.

animal2000

Menschen für Tierrechte Bayern e.v.

NR.11

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Landesverband gegen Tierversuche, Intensivtierhaltung

und sonstige Formen der Ausbeutung von Tieren

Ein frohes Weihnachtsfest für Euch und uns!

BLICKPUNKT 2.07

Dezember 2007


Inhalt

- Vorwort 03

- Aktionsübersicht 04

- Fischertag Memmingen 05

- Rezeptvorschlag: Seitan - Maroni 06

- Infostände bei Konzerten der „Fanta 4“ 06

- Veggierestaurants keine Ausnahmeerscheinung 07

- Handel und illegale Schlachtung von „Zootieren“ 08

- Spenden 2007 steuerlich stärker begünstigt 08

- Chemnitz lehnt Zirkusse mit bestimmten Wildtieren ab 08

- R.M. Rilke „Der Panther“ 08

- Vegetarier verursachen geringeren Kohlendioxidausstoß 09

- ESCADA pelzfrei - sofort! 10

- Konsequenter Tierschutz-Abbau durch Seehofer 11

- Alkoholversuche an Ratten 12

- Mexikanische Stierquälerei 14

- Tierrechtstag in München 15

- Von bösen Tierschützern und emsigen Staatsschützern 15

- Rodeo untersagt 16

- Welt-Vegetarier-Kongress in Dresden 2008 16

- Barbara Rütting 16

- animal 2ooo übergab Petition Muschelmaustest 17

- Schächten in Deutschland 17

- Stadt Nürnberg - Stadt des Tierleids 18

- Gnadenhof in Pegnitz 19

- Buchtipp: „Bloß a gschicht“ 20

Hinweis: Wir verzichten in diesem Heft auf die

Schreibweise wie „die TierrechtlerInnen“ und verwenden

statt dessen die grammatikalisch männliche Form („die

Tierrechtler“), wenn es sich um gemischte Gruppen

handelt. Wir hoffen, dass Sie auch diese Schreibweise als

politisch korrekt empfi nden.

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Herausgeber / V.i.S.d.P

animal 2ooo

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und sonstige

Formen der Ausbeutung von Tieren

Anschrift: Fürstenrieder Str. 143

80686 München

Kontakttelefon und Fax:

(089) 546 90 50

Redaktion:

M.Steck, H.Rudolph,

S.Westermaier

Gestaltung:

Sarah Westermaier

Druck: WDS Druck,

Kempten

Aufl age: 1.100 Stück

Bezugspreis:

im Mitgliedspreis enthalten

Erscheinungsweise: 2mal jährlich

Mitglied bei:

Menschen für Tierrechte

Bundesverband der

Tierversuchsgegner e.V.

Blickpunkt ist die Mitgliedszeitung

von animal 2ooo

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

www.animal2000.de


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Liebe Mitglieder und Freunde,

Drei Themen haben uns in diesem vergangenen

Jahr „in Atem gehalten“ und zwar in einer

Größenordnung, deren Umfang nicht

wiederzugeben ist:

Das Tierheim in Gyla, in dem Ausläufe und

Hütten gebaut und Tiere kastriert wurden (wir

berichteten darüber bereits ausführlich im

vergangenen Heft), nahm viel Zeit und Energie

unserer Aktiven in Anspruch.

Der Fischertag in Memmingen begleitet uns seit

Jahren. Anfragen und Aufforderungen gegen

diese Tierquälerei etwas zu unternehmen wurden

an uns herangetragen. Dieses Jahr haben wir

unser Möglichstes getan: Wir dokumentierten den

Fischertag und organisierten einen Fernsehsender,

der animal 2ooo auf der Veranstaltung begleitete.

Trotz Verbesserungen hat mich der Ablauf des

Spektakels und die Rohheit der Teilnehmer

sehr abgestoßen. Weniger schlimm, aber

aussagekräftig war die Tatsache, dass man mich

– als ich mit dem Presseteam am Fischertag durch

Memmingen ging – anpöbelte, keinerlei Erklärung

zu der tatsächlichen rechtlichen Lage zugelassen

wurde und mich fast in den Bach beförderte. Viel

mehr schockierte mich aber der Umgang mit den

Fischen. Kiemen wurden beschädigt, die Fische

schnappten nach Luft – und die Fischer und

deren Angehörige lachten dazu, wollten sich die

„Mordsgaudi“ nicht verderben lassen. Und oftmals

der dumme Satz: „Sind doch nur Fische, kümmert

euch doch um andere Sachen.“ Dass Fische

fühlende Lebewesen sind und dass wir uns auch

um andere Tiere kümmern, ist selbstverständlich

und Grund genug für uns hier dranzubleiben. Dies

scheinen die „aufgeklärten“ Memminger noch

nicht registriert zu haben!

Die Kampagne „Affenschande in München“

begleitete uns 2007 ebenfalls, mit dem

Schrift v e rkehr und der Öffentlichkeitsarbeit (bei

den Tierrechtstagen oder den Infoständen bei

den Konzerten der Fantastischen 4) hofften wir

erfolgreich zu sein.

Eine endgültige

Antwort der

Verantwortlichen

des Klinikums

Großhadern sowie

eine Gerichtsentscheidung

stand

bei Redaktionsschluss

noch aus.

Auch über weitere

Aktivitäten möchten

wir Sie informieren,

z. B. über den

Ausgang diverser Anzeigen bei der Polizei nach

unserer Pelzaktion im letzten Februar vor dem

Pelzgeschäft Geppert. Nur bereits soviel: Die

Bemühungen der Pelzlobby in Kempten, uns durch

unsinnige Anzeigen einzuschüchtern und mundtot

zu machen, sind erfolglos.

Positives, wie Zirkus ohne Wildtiere in Chemnitz

oder Schreckliches, wie Alkoholforschung an

Ratten, erfahren Sie ebenfalls im diesjährigen

Weihnachtsblickpunkt. Die neue Kampagne der

Pelzoffensive stellen wir Ihnen vor – mitmachen

ist natürlich erwünscht. Aktuelles zur leidvollen

Gefl ügelpestverordnung, Rodeo in Mexiko sowie

die Verbindung des Vegetarismus und der Umwelt

halten wir ebenfalls für Sie bereit.

Ich wünsche Ihnen auch in diesem Jahr ein

paar ruhige Tage zum Durchlesen unseres

Blickpunktes und natürlich zur Erholung und zum

Beisammensein mit ihren zwei- und vierbeinigen

Familienmitgliedern.

Ich bedanke mich bei allen, die unsere Arbeit für

die Tiere auch in diesem Jahr unterstützt haben,

Ihre

Margit Brücklmeier

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Aktionsübersicht 2007

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14.01. Treffen des Bundesverbands-

Vereinsnetz

30.01. Gespräch mit Fischertagsverein in

Memmingen

Gespräch mit Herrn Prof. Hoffmann

in München

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02.02. Seehofer-Hühnerkäfi g-Aktion in Ulm

09.02. Seehofer-Hühnerkäfi g-Aktion in Neu-Ulm

10.02. Pelzaktion bei Gepperts in Kempten

24.02. Infostand in Kempten

04.03. - 07.03. Fahrt ins Tierheim Gyula

31.03. Infostand in Kempten

03.04. - 05.04. Fahrt ins Tierheim Gyula

14.04. Jahreshauptversammlung in Kempten

21.04. Affenaktion in München

25.04. - 01.05. Fahrt ins Tierheim Gyula

05.05. Mithilfe bei der Gnadenhoferöffnung

„Zufl ucht für Tiere“

12.05. Rodeo Budapest

12.05. Aktion in Ulm zum Internat. Tag

aller Tierversuche, insbersondere der

Affenversuche in Großhadern

13.05. Rodeo Budapest

16.05. - 20.05. Fahrt ins Tierheim Gyula

20.05. Ochsenrennen Illertissen

23.05. Gespräch in Memmingen mit

Behördenvertretern wegen Fischertag

02.06. Infostand in Kempten

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14.07. Tierrechtstag in München

21.07. Fischertag in Memmingen

28.07. Rodeo Köln

29.07. Rodeo Köln

29.07. Treffen des Vereinsnetzwerks

Kontrolle des Circus Krone

05.08. Ochsenrennen Aschau

12.08. Ochsenrennen Zaisertshofen

30.08. - 09.09. Fahrt ins Tierheim Gyula

08.09. Ochsenrennen Friedberg

04.10. - 07.10. Fahrt ins Tierheim Gyula

10.11. Taubenbesprechung der

Aktionsgruppe Biber in Esslingen

13.11. Fanta4-Konzert in Kempten

18.11. Fanta4-Konzert in München

29.11. - 02.12. Fahrt ins Tierheim Gyula

Flyerverteilung in der Nähe des Pelzgeschäfts

„Geppert“


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Fischertag Memmingen 2007

Es fällt dem Verfasser schwer, über den Fischertag

2007 in Memmingen zu berichten und sich die

Einzelheiten der „Mordsgaudi“ noch einmal vor

Augen zu führen: Alljährlich springen Schlag 8 Uhr

auf einen Böllerschuss hin über 1000 Männer mit

Keschern bewaffnet in den Memminger Stadtbach

und holen dort möglichst jeden Fisch heraus. Die

Primitivität des Vorgangs ist unbeschreiblich.

Das Gejohle der Fischer, bei dem trotz früher

Stunde nicht wenig Alkohol im Spiel ist, überträgt

sich auch als Brutalität auf die Behandlung

der gefangenen Fische. Es dauerte manchmal

mehrere Minuten, bis die zappelnden Fische

aus dem Käscher-Netz befreit und in die

Transporteimer verfrachtet wurden. Glauben Sie

aber bitte nicht, die Eimer seien vorschriftsmäßig

bis zum Rand mit Wasser aus dem Bach gefüllt

gewesen: Die meisten waren nicht ganz gefüllt.

Wir konnten sogar mehrmals feststellen, dass

Fische in leeren(!) Eimern wegtransportiert

wurden.

Das Aufsichtspersonal hat seine eigentliche

Aufgabe nicht wirklich wahrgenommen. Gemäß

der Beobachtung mehrerer von uns haben

Kontrolleure zwar anfangs eine Zeitlang darauf

geachtet, dass keine halb gefüllten Eimer aus

dem Bach getragen werden. Als sie aber uns als

vermeintliche Tierschützer ausgemacht hatten,

haben sie sich darauf konzentriert, uns am

Fotografi eren und Filmen zu hindern.

Die Aggressionen der Memminger spürte auch

unsere Vorsitzende Margit Brücklmeier, die sich

als einzige ganz eindeutig als animal 2ooo

- Aktivistin outete und die ganz bestimmt die

Veranstaltung nur deswegen heil überstand, weil

ein Fernsehteam im Auftrag von Kabel 1 ständig

dabei war. Unserer stellvertretenden Vorsitzenden

Mechthild Mench hingegen wurde ein voller

Wassereimer von hinten auf Beine und Schuhe

gekippt.

Bei einer derartigen Primitivität verwundert es

kaum, dass wir mehrmals als undemokratisch

beschimpft wurden, weil die Mehrheit in

Memmingen für die Ausfi schung des Stadtbachs

sei. Wir sind allerdings der Meinung, dass die

Bürger einer Stadt in unserem Staat nicht

frei darüber beschließen dürfen, ob sie sich

an die Gesetze halten oder nicht. Allerdings

sind wir angesichts der parteiübergreifenden

Spezlwirtschaft, die auch in Memmingen besteht,

nicht ganz sicher, ob es nicht doch nach Meinung

der Staatsanwaltschaft sozusagen ein Memminger

Tierschutzrecht gibt. Wir werden Sie auf dem

Laufenden halten.

Hinweis:

Besuchen Sie doch unsere kritische Website

www.fi schertag.de

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Rezeptvorschlag:

Seitan-Maroni mit Beilagen

Zutaten:

• ca.300 g Seitan*, gewürfelt

• ca.100 g Räuchertofu*, sehr klein gewürfelt

• ca. 250 g essfertige Maroni

• ca. 1–2 rote Zwiebeln, in dünnen Scheiben

• ca. 1 – 2 säuerliche Äpfel, entkernt, gewürfelt

• 1 EL Rübensirup und Rosinen

• ¼ TL Cardamon, Kumin und Muskat

• ¼ TL Curry oder Pfeffer

• ca. 1 – 2 EL Sojasauce*

• 1 – 2 fein gehackte Knoblauchzehen

• 2 EL Madeirawein oder Sherry (Wer keinen

Alkohol möchte, kann diese Zutaten natürlich

weglassen – die Seitan-Maroni schmecken

trotzdem lecker!)

Die ersten drei Zutaten anbraten, nach ca. 3

Minuten die übrigen Zutaten einrühren, etwas

ziehen lassen, abschmecken – fertig.

Als Beilagen empfehlen wir Möhren und Broccoli

mit Reis oder Kartoffeln. Oder Rotkohl mit Äpfel,

dazu Kartoffeln oder Kroketten.

Für die Sauce benötigen Sie ca. ¼ l Wasser mit

1 EL Shoyu*, 1 EL Stärkemehl (kalt anrühren!),

1 EL Zitronensaft, Prise Pfeffer und Muskat,

EL Hefefl ocken, alles leicht köcheln lassen,

abschmecken – und servieren.

Dieses und viele anderen leckeren,

tierfreundlichen Rezepte fi nden Sie im Buch

„Satansbraten“ von Alexander F. Nabben,

ISBN-Nr. 3-931504-36.

Sie können dieses sowie andere Kochbücher auch

direkt beim Verfasser bestellen:

Telefon/Fax: 0 75 62 – 98 14 13, Postfach 11 33,

88305 Isny. Auf der Homepage von Alexander

Nabben (Sie können ihn für Feste von bis zu 1.000

Personen buchen) fi nden Sie eine weitere Auswahl

seiner Bücher:

www.vegan-service-veb.de

* gibt’s im Reformhaus, im Naturkostladen, oder in gut

sortierten Supermärkten

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Infostände bei den Konzerten

der „Fantastischen 4“

Nach verschiedenen Anfragen klappte es endlich:

Wir durften bei zwei Konzerten der „Fanta 4“

mit unseren Infoständen dabei sein. Im Vorfeld

organisierten wir Plakatwände, bestückten diese

mit aussagekräftigen Plakaten und starteten

mit viel Infomaterial zu den Konzerten. In

Kempten (ca. 4.000 Besucher) und München (ca.

10.000 Besucher) unsere Aktiven bauten bereits

nachmittags unsere Stände auf, so dass beim

Einlass alles fertig war. Transparente konnten wir

im Foyer an verschiedenen Stellen aufhängen

– dann ging’s los.

Vor Konzertbeginn kamen Interessierte an den

Stand, wir rechneten aber damit, dass nach der

Veranstaltung mehr am Stand „abging“. Am

Einlass verteilten wir Kärtchen und Feuerzeuge

unserer aktuellen Kampagne

„www.ich-liebe-es-nicht.de“, vor allem

in München brachten wir viele Flyer der

Kampagne „Affenschande in München“ unter die

Konzertbesucher.

Wir hoffen, dass animal 2ooo bei verschiedenen

Künstlern die Möglichkeit erhalten wird, zukünftig

Infostände aufzubauen. Vielleicht gelingt es uns

auch mal, dass die Künstler selbst an den Stand

kommen oder auf uns im Foyer aufmerksam

machen. Denn dann wäre diese Art der Infostände

noch erfolgreicher.


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Veggie-Restaurants längst keine Ausnahmeerscheinung mehr

Bio boomt! Gesundheit ist in aller Munde.

Zigaretten sind bald nur noch etwas für einsame

Unbelehrbare. Und die Umwelt – ja die soll auch

nicht zu kurz kommen. Global Warming – das

Trendwort 2007!

Alles muss sich verbessern, wir brauchen

erneuerbare Energien, Windkraft, Wasserkraft,

Solaranlagen und so weiter und so fort. Das

Umweltticket der Deutschen Bahn sagt: Lasst

die Autos stehen, Pro 7 setzt sich für den

Klimaschutz ein, und die steigenden Ölpreise

treiben auch den Ottonormalverbraucher zum

Sparen an. Scheinbar ist jetzt die Zeit, all jene

Dinge mal zu hinterfragen, die uns sonst so

alltäglich vorkommen. In einer von Lobbyisten

geprägten Welt keimt anscheinend nun ein kleines

Misstrauen auf, man könnte meinen, unsere

Gesellschaft horcht auf…

Auch das Thema Ernährung fi ndet immer mehr

interessierte Ohren, mit dem Bioboom ist der

Vegetarismus auf dem Vormarsch, selbst Veganer

müssen keine Angst mehr haben, als Ökoexoten

abgestempelt zu werden. Der jahrelange Kampf

für mehr Toleranz trägt Früchte! Immer mehr

Menschen sehen ein, dass Vegetarismus gesund

und keineswegs nur ein Spleen von Tierschützern

ist. Nein, nein, es gibt durchaus Leute, die mit der

Tierrechtsszene gar nichts zu tun haben und sich

trotzdem vegetarisch oder vegan ernähren, der

Gesundheit zuliebe. Wir Tierrechtler begrüßen den

positiven Nebeneffekt für die Tierwelt und freuen

uns, dass so das Thema Tierschutz unmerklich

wieder Thema wird.

Gammelfl eischskandale sind bei dieser Sache

natürlich ebenso hilfreich um den Trend zu

einer vegetarischen/veganen Welt weiter zu

unterstützen.

München zeigt, dass sich der Veggietrend auch

wirtschaftlich bezahlt macht. Vegetarische oder

vegane Gerichte sind nicht mehr nur auf diversen

Speisekarten als Alternative zu fi nden, nein sie

nehmen ganze Restaurants in Anspruch.

München bietet für die Veggieszene mittlerweile

einige Ausgehmöglichkeiten.

Das Au Lac in der Kurfürstenstraße 47 in München

Schwabing als rein veganes Restaurant ist nicht

nur Treffpunkt unserer Aktivisten Gruppe. Auch

Tierrechtler anderer Vereine sind dort regelmäßig

schon bei Ihrem Stammtisch gesichtet worden.

Aber auch immer mehr Interessierte ohne

Tierschutzhintergrund fi nden den Weg dorthin.

Ich selbst kann das kleine aber feine Kaede in der

Sommerstrasse 41 noch sehr empfehlen: wer es

ruhig und beschaulich mag, wird sich hier sehr

wohl fühlen. Das Zerwirk in der Ledererstr. 3 als

trendiges Innlokal ist nicht jedermanns Sache,

kann aber durchaus mit seinem Wellnesscharme

überzeugen, sowohl preislich als auch qualitativ.

Etwas individueller ist das Buxs, Frauenstr.

9 oder Amalienstr. 38, wo das Prinzip der

Selbstbedienung dem Kunden ermöglicht, sich

sein Essen selbst zusammen zu stellen, welches

ihm meist vor seinen Augen frisch zubereitet wird.

Ich empfehle sowieso jedem, einfach

ausprobieren, denn auch Veggie-Essen ist

Geschmacksache….

Euer Tierschutzfuchs

Anregungen, Kritik und Fragen an

tierschutzfuchs@web.de

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Handel und illegale

Schlachtung von „Zootieren“

Im TV-Magazin „report“ konnte der

Bundesverband am 20.August 2007 gemeinsam

mit animal public auf den skrupellosen Handel

mit Tigern aus deutschen Zoos und Safariparks

aufmerksam machen. Dem Politmagazin lagen

Beweise vor, dass über 50 Großkatzen u.a.

aus dem Tierpark Berlin, dem Zoo Centrum

Frankfurt, dem Tierpark Hellabrunn in München

sowie Tiger aus dem Safaripark Stukenbrock

bei Bielefeld nach China verkauft wurden. Die

Tiere wurden zumeist ins chinesische Guilin

exportiert, wo sie für fragwürdige medizinische

Zwecke und Potenzmittel unter artwidrigen

Bedingungen gehalten und geschlachtet werden.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte

fordert eine lückenlose Aufklärung, was mit den

Tieren geschehen ist sowie ein Exportstopp von

Wildtieren nach China.

Spenden ab 2007 steuerlich

stärker begünstigt

Erhöhter Spendenabzug bereits 2007

Bisher konnten nur 5 % des Gesamtbetrages der

Einkünfte steuerlich geltend gemacht werden,

seit dem 01.01.2007 gilt nun folgende Regelung:

Zuwendungen (Spenden und Mitgliedsbeiträge)

sind einheitlich bis zu 20% des Gesamtbetrags

der Einkünfte oder 4 Promille der Summe von

Umsätzen, Löhnen und Gehältern abzugsfähig.

Die Grenze für den vereinfachten

Zuwendungsnachweis in § 50 Abs. 2 Satz

1 Nr. 2 EStDV wurde von 100 auf 200 EUR

verdoppelt. Bis zu diesem Betrag reicht also der

Kontoauszug als Beleg.

Noch eine Bitte: teilen Sie uns Ihre neue

Adresse bzw. Ihre neue Bankverbindung

rechtzeitig mit, damit uns unnötige Kosten

erspart bleiben. Rücklastschriften werden von

unserer Bank mit 15 Euro zzgl. fremder Spesen

belastet.

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Chemnitz lehnt Zirkusse mit

bestimmten Wildtieren ab

Der Chemnitzer Stadtrat hat am 24. Oktober

2007 auf Antrag der Grünen ein Auftrittsverbot

für Menschenaffen, Delfi ne, Nashörner, aber auch

Elefantenbullen und Giraffen beschlossen. Dieses

Beispiel macht klar, dass die kommunale Politik

ihren Beitrag zum Thema Tierschutz leisten kann,

auch wenn auf Bundesebene Unentschlossenheit

herrscht.

Bereits in 2003 wurde vom Bundesrat ein Verbot

für die Haltung von Affen, Bären und Elefanten

in Zirkussen gefordert. Seither liegt der Antrag

unbearbeitet beim Bundestag.

Es wäre schön, wenn andere Städte diesem

Beispiel folgten und damit auf lange Sicht ein

Verbot für Wildtiere in der Manege erreicht

werden könnte.

Rainer Maria Rilke

„Der Panther“

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf – dann geht ein Bild hinein,

geht durch der Glieder angespannte Stille –

und hört im Herzen auf zu sein.


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Vegetarier verursachen einen geringeren Kohlendioxidausstoß

Die Kohlendioxidemissionen und die drohende

Klimaveränderung werden in den letzten Jahren

zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert.

Gründe dafür sind extreme Wetterereignisse

wie Jahrhunderthochwasser in Deutschland

oder ausgedehnte Waldbrände in Griechenland.

Während anfangs die Schuldigen in erster Linie

bei den Stromerzeugern und in der Industrie

vermutet wurden, müssen sich die Bundesbürger

bei detaillierter Betrachtung weitaus stärker an die

eigene Nase fassen: Durch den Personenverkehr

sowie die Beheizung der Gebäude wird ein

großerer Anteil an Treibhausgasen emittiert.

Gleichzeitig sehen Experten in diesen Bereichen

die größten Einsparmöglichkeiten. Welchen Anteil

aber jeder Einzelne an dem Treibhauseffekt hat,

hängt neben dessen Wohnung und Mobilität auch

von dessen Ernährungsgewohnheiten ab.

Laut einem so genannten CO 2 -Rechner des

Umweltbundesamtes (http://co2.klima-aktiv.com/

ubahtml), mit dem vereinfacht der persönliche

Treibhausgasbeitrag ermittelt werden kann,

produziert ein deutscher 2-Personen-Haushalt

im Durchschnitt 22 Tonnen Kohlendioxid und

vergleichbare, treibhauswirksame Gase pro Jahr.

Rund 3,3 Tonnen davon sind der Ernährung

zuzurechnen. Und dieser Wert ist abhängig vom

Fleischkonsum: Während eine fl eischlastige

Ernährung auf 4,2 Tonnen je Jahr kommt, kann

ein Vegetarierpärchen seinen Ausstoß auf 2,2

Tonnen senken. Die ernährungsbewussten

Tierfreunde können also zwischen 1 und 2 Tonnen

je Jahr sparen. Zum Vergleich lassen sich durch

neue Fenster in einer entsprechenden Wohnung

nur 0,4 Tonnen einsparen, eine aufwendige

Fassadendämmung schafft es auf 0,8 Tonnen.

In Flugreisen ausgedrückt entspricht die

ernährungsbedingte Einsparung etwa einer

Mallorcareise für beide. Wahlweise könnten sie

auch 5.000 bzw. 10.000 Kilometer weiter in ihrem

Pkw fahren als der Durchschnittsbürger oder der

exzessive Fleischesser.

Die Bedeutung des Fleischkonsums für das Klima

liegt größtenteils am Treibhausgas Methan, das

rund 23-mal so klimaschädlich ist wie CO 2 . Für

1 kg Rindfl eisch muss die Kuh in ihrem kurzen

Leben etwa 12 Kilogramm Futter aufnehmen. Bei

der Verdauung entsteht dabei Methan in großen

Mengen.

Die einzige Maßnahme, die entsprechenden

Politikern und Wissenschaftlern auf dieses

Problem einfällt, ist die Verdauung der Kuh oder

das Futter zu manipulieren, um den Methanausstoß

zu verringern. Eine Umstellung der

eigenen Ernährung, die zugleich angesichts der

Hunger leidenenden Menschen sozial gerecht

wäre, erscheint ihnen wohl zu abwägig.

Allerdings wird der persönliche Anteil der

Bundesbürger, anders als bei Kraftwerken, nicht

kontrolliert oder begrenzt. In der Praxis müssen

sich die Fleischkonsumenten leider (noch) nicht

in anderen Bereichen als dem Straßenverkehr

einschränken, um nicht ihre persönliche

Verschmutzungsquote zu überschreiten. So bleibt

dem Vegetarier und dem Veganer als Vorteile

weiterhin „nur“ das gute Gewissen gegenüber den

Tieren, die gesunde Ernährung und - sofern das

ersparte CO ² nicht anderweitig ausgegeben wird

- eine positivere Klimabilanz.

9


ESCADA pelzfrei – sofort!

Wie wirksam eine Kampagne, die sich auf einzelne

Unternehmen konzentriert, sein kann, zeigen die

Erfolge der „Offensive gegen die Pelzindustrie“

(OGPI) seit einigen Jahren. Galeria Kaufhof,

Peek&Cloppenburg, Sinn&Leffers sind nur einige

Beispiele, über die wir in den vergangenen

Ausgaben auch mehrmals berichtet haben. Nach

den Erfolgen Anfang des Jahres - einige

Unternehmen sind bereits vor Start einer

Kampagne aus dem Pelzhandel ausgestiegen -

hat die OGPI einen neuen „Gegner“ ins Visier

genommen:

Die ESCADA AG, 1976 in München gegründet,

vertreibt neben Damenoberbekleidung u.a. auch

Taschen, Schmuck, Parfum und

Accessoires in über 60 Ländern

auf der ganzen Welt. Zu der

Unternehmensgruppe gehören

auch apriori, BIBA, cavita und

Laurel. Leider erwirtschaftet der

Modekonzern seinen Jahresumsatz

in Höhe von 695 Mio.

Euro auch mit Produkten, für die

unzählige Tiere ihr Leben auf

grausamste Weise lassen müssen, damit ihr Fell

verarbeitet werden kann. ESCADA trägt mit seinen

Entwürfen, die vom Unternehmen in eigenen

Betrieben selbst hergestellt werden, dazu bei,

dass die Pelzindustrie einen Abnehmer für seine

Felle hat. Dies muss ein Ende haben, denn ohne

Abnehmer gäbe es auch keine Pelzfarmen. Das

Kampagnennetzwerk fordert, dass die ESCADA AG

• vollumfänglich Echthaarfellprodukte aus

dem Sortiment nimmt, insbesondere

zukünftig keine neuen Echthaarfelle ordert,

• unbefristet den Handel mit

Echthaarfellprodukten beendet – diese

Forderung erstreckt sich auf alle

Echthaarfellprodukte und Tierpelze, somit

z.B. auch auf Kaninchenfelle,

10

• die Forderung hinsichtlich aller Waren

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

und aller Marken der zur ESCADA AG

zusammengeschlossenen oder mit der

ESCADA AG zusammenarbeitenden

Unternehmen erfüllt,

• den Ausstieg aus der Pelzindustrie

sowohl in der Produktion, als auch in

allen bestehenden oder zukünftigen

Vertriebssystemen – z.B. auch in Shop-in-

Stores, Corners, Concessions – realisiert,

• den Ausstieg aus dem Pelzhandel über

eine Presseerklärung öffentlich und damit

zusätzlich verbindlich macht.

Schon vor Kampagnenstart versucht die ESCADA

AG die Proteste mit Hilfe einer

Anwaltskanzlei im Keim zu

ersticken. Trotz diesen Einschüchterungsversuchen

startete

die Kampagne Mitte Oktober

mit zahlreichen Aktionen auf der

ganzen Welt. animal 2ooo

wird sich wie in den letzten

Jahren auch, an den Protesten

beteiligen.

Es wird vermutlich kein leichter Weg - aber die

Vergangenheit hat gezeigt, dass man gemeinsam

mit langem Atem dennoch zum Ziel gelangt.

Dazu sind aber zahlreiche Proteste nötig. Bitte

protestieren Sie per Brief oder E-mail:

ESCADA AG

Margaretha-Ley-Ring 1

85609 Aschheim/München

Telefon: 089-99440 Fax: 089-99441111

E-Mail: info@de.escada.com

Außerdem können Sie sich Unterschriftenlisten

auf www.escada-campaign.org herunterladen.

Auf dieser Seite fi nden Sie zudem ausführliche

Informationen und Aktuelles.


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Konsequenter Tierschutz-Abbau durch Seehofer

Seit 19. Oktober gilt in Deutschland die neueste

„Verordnung zum Schutz gegen die Gefl ügelpest“

(Gefl ügelpest-Verordnung). Demnach ist Gefl ügel

grundsätzlich in geschlossenen Ställen oder

zumindest unter einer Überdachung mit seitlichen

Abgrenzungen zu halten. Diese Vorschrift gilt nun

(unabhängig von der aktuellen Entwicklung im

Bereich der sogenannten Vogelgrippe, die ja als

Grund oder Vorwand dient) zeitlich unbegrenzt.

Ausnahmen sind zwar möglich, soweit Gefl ügel

nicht

• in einem wegen Gefl ügelpest eingerichteten

tierseuchenrechtlich gemaßregelten Gebiet

(Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet oder

Kontrollzone),

• in unmittelbarer Nähe eines Gebietes,

in dem sich wildlebende Wat- und

Wasservögel sammeln, insbesondere eines

Feuchtbiotops, eines Sees, eines Flusses

oder eines Küstengewässers, an dem die

genannten Vögel rasten oder brüten, oder

• in einem Gebiet mit einer Gefl ügeldichte

befi ndet, die bestimmte Grenzen

überschreitet,

gehalten wird. Man braucht allerdings kein

Hellseher zu sein um vorauszusehen, dass die

Ausnahmen selten bleiben werden und zwar aus

folgenden Gründen:

• Die eine Ausnahme genehmigende Behörde

übernimmt ein Risiko für den Fall, dass

Vogelgrippe auftritt.

• Der Tierhalter muss sich auf eine verstärkte

veterinärärztliche Kontrolle auf seine

Kosten gefasst machen!

• Sollte die Vogelgrippe ausbrechen, kann

sich der Freiland-Tierhalter auf eine Flut

von Schadensersatzansprüchen aus dem

Bereich der mit ihm konkurrierenden

industriellen Intensivtierhaltung gefasst

machen. Angesichts voraussehbar

hektischer Massenkeulungen kann man

davon ausgehen, dass es hierbei um

beträchtliche Summen gehen würde.

Mit dieser Verordnung erweist sich Seehofer

als würdiger Träger des fragwürdigen Titels

„Tierquäler der Nation“. Die These, auf die sich

die Verordnung der Stallhaltung für Gefl ügel

gründet, dass die Wildvögel die wesentlichen

Überträger der Gefl ügelpest seien, war nie

unumstritten. Inzwischen halten wir den

Indizienbeweis für überwältigend. In dem Artikel

„Fowl play - Falsches Spiel - Die zentrale Rolle der

Gefl ügelindustrie in der Vogelgrippekrise“ (siehe

www.huehner-info.de/vogelgrippe/Vogelgrippegrain-feb2005.pdf)

wird die Firma Charoen

Pokphand (CP), ein Thai-Unternehmen, das Asiens

größter Produzent von Gefl ügel und Gefl ügelfutter

ist, als Ursprung und Verbreiter des H5N1

namentlich benannt. Die Verbreitung geschehe

bezeichnenderweise nicht entlang der Flugrouten

der Zugvögel, sondern entlang der Transportwege

der Menschen (Straßen, Eisenbahnlinien) und

ihrer Handelsbeziehungen. Die kleinbäuerliche

Gefl ügelhaltung wird in diesem Papier überdies

nicht als „Problem“, sondern als „Lösung“

eingestuft.

In anderen Ländern, wie z.B. in der Schweiz,

verzichtet man folgerichtig auf die Stallpfl icht.

Sogar in Risikogebieten in der Schweiz müssen die

Tiere nicht eingesperrt, sondern lediglich in

geschützten Räumen getränkt und gefüttert

werden. In einem Communiqué des Schweizer

Bundesrats heißt es dazu, dass wilde Wasservögel

zwar Träger von Vogelgrippeviren sein könnten,

diese aber – wenn überhaupt – nur selten auf

Hausgefl ügel übertragen würden. Diese

Erkenntnis gilt aber an-scheinend nur in der

Schweiz, in der Hennen seit Jahrzehnten nicht in

Käfi gen gehalten werden dürfen. Bei uns dagegen

hilft der u.E. gewissenlose Horst Seehofer munter

mit, die agrarindustriellen Interessen unter

welchen Vorwänden auch immer zu unterstützen. 11


Zusammengefasste Auszüge aus einer

Studie von Dr. med. vet. Martina Kuhtz

Tierexperimentell arbeitende Wissenschaftler

argumentieren, man könne Tierversuche

durchführen, weil Tiere keine Seele haben und

nicht so empfi nden können wie wir. Aber hätten

wir einer Ratte etwa zugetraut, dass sie Magengeschwüre

bekommt, wenn sie Angst hat; dass sie

Alkohol trinkt, wenn sie sich einsam fühlt? Und

dann soll sie durch die Versuche keinen Schaden

nehmen, dann soll es in Ordnung sein, sie ihr

Leben lang ohne jeden Kontakt mit Artgenossen

in einer kleinen langweiligen Box zu halten?

Um Menschen zu retten, dürfen wir das, meinen

die Wissenschaftler. Aber: Wie viele Menschen

hat man denn bis jetzt durch die Versuche schon

gerettet? Viele Jahre laufen diese Versuche nun

schon, sie kosten viel Geld, aber noch viel mehr

Leben, das uns - erschreckend - ähnlich ist. Und

eben auch wieder nicht. Sonst hätte es viele,

„durch Tierversuche abgesicherte“, Katastrophen

nicht gegeben.

In der Tat trinkt auch die Ratte bei sozialem

Stress wie der Mensch Alkohol. Dies ist auch ein

Grund, warum die sehr geselligen Tiere bei den

Versuchen häufi g ihr Leben lang alleine, sogar

ohne Sichtkontakt zu Artgenossen auf engem

Raum gehalten werden. Dadurch wird bei den

Tieren Stress ausgelöst.

Davon abgesehen bestehen physiologisch und

312

psychisch zwischen Mensch und Ratte so

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Alkoholversuche an Ratten - Irrwege der Forschung

große Unterschiede, dass eine Übertragung der

Ergebnisse aus den Versuchen auf den Menschen

häufi g nicht funktioniert.

Bei der Grundlagenforschung auf dem Gebiet des

Alkoholkonsums geht es darum, die Abläufe

bei Alkoholaufnahme zu untersuchen.

Beispielsweise zeigt der Mensch bei

chronischen Alkoholkonsum Änderungen des

so genannten Homocysteinspiegels oder des

Zuckerstoffwechsels. Beide Phänomene lassen

sich verletzungsfrei am Menschen beobachten,

entsprechende Studien wurden auch

durchgeführt.

Dennoch wurden hierfür Tierversuche an Ratten

vorgenommen, bei denen die Tiere getötet

wurden.

Toxikologische Versuche untersuchen die

schädigenden Auswirkungen von Alkohol. Häufi g

soll der zugrunde liegende Mechanismus

herausgefunden werden - eine fast unerschöpfliche

Möglichkeit, Versuche durchzuführen,

indem man die eingegebenen Alkoholmengen

und die Verabreichungsdauer variiert, immer

wieder andere Gewebe untersucht oder Alkohol

mit anderen schädigenden Stoffen kombiniert,

um zu schauen, ob die verursachten Schäden

dann schlimmer werden. Eine Verbesserung der

Therapie folgt aus den Ergebnissen der Studien

nicht, und weniger Erkrankungen wird es auch

nicht geben, denn wie man Erkrankungen

vermeiden kann, ist bekannt - auf Alkohol

verzichten!

Auch hier gilt wie in der Grundlagenforschung,

dass viele Untersuchungen auch an menschlichem

Gewebe durchgeführt werden könnten. Dazu

sei eine erwähnt, welche die schädlichen

Auswirkungen von Alkohol auf das Herz

behandelt. Hierbei wurden Herzen von Organspendern

untersucht, die plötzlich gestorben

waren.


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Beispiel Alkohol bei Schwangeren:

Schon seit Jahrzehnten weiß man auch, dass

Alkohol während der Schwangerschaft Schäden

beim Foetus hervorrufen kann. Deshalb wird

Schwangeren geraten, auf Alkohol zu verzichten.

Dennoch wird im Jahr 2000 ein Artikel über

eine Studie veröffentlicht, in der trächtigen

Ratten Alkohol verabreicht wird, um zu sehen,

in welchem Stadium welche Bereiche geschädigt

werden. Wo soll hier der Nutzen für den

Menschen sein? Die Frauen, die dennoch Alkohol

trinken, tun dies in der Regel, weil sie gegen ihr

Verlangen nicht ankommen. Es nützt ihnen wenig,

zu wissen, in welcher Phase der Schwangerschaft

der Alkohol welche Schäden hervorruft! Zudem

gibt es auch in diesem Bereich zahlreiche

Verlaufsstudien beim Menschen.

Ein Beispiel für „Verhaltens“-Versuche:

Es soll herausgefunden werden, ob Alkohol

bei Ratten angstdämpfend wirkt. Aus

epidemiologischen Übersichtsarbeiten, Familien-

und Feldstudien am Menschen weiß man, dass

ängstliche und gestresste Leute Alkohol trinken,

um diese Gefühle zu dämpfen. Mit den Tieren

soll dies nachvollzogen werden. Die bisherigen

Studien zur Bestätigung der Ergebnisse an Tieren

haben viele sich widersprechende Resultate

erzielt, so sagt der Autor selbst. Warum weitere

tierexperimentelle Studien, wenn die Erkenntnisse

für den Menschen sowieso bekannt sind - wem

kann das nützen?

In Therapieversuchen werden Medikamente

getestet, die sich möglicherweise zur Therapie

eignen könnten. Das hört sich ja erst einmal

nützlich an, de facto geht es jedoch häufi g um

Medikamente, die empirisch bereits angewandt

wurden und Erfolg zeigten. Viele Medikamente,

die im Tierversuch Hoffnung erwecken, wirken

dann wiederum beim Menschen nicht Beispiel

Fluoxetin: In klinischen Studien von 1984 bis

1996 wurde bereits herausgefunden, dass

Substanzen dieser Stoffgruppe Alkoholaufnahme

und Verlangen bei bestimmten Untergruppen von

Alkoholikern senken können. Dennoch werden

auch in den folgenden Jahren Tierversuche

zur Wirkung dieser Stoffe durchgeführt. Nach

TRETTER (2000) bleibt es jedoch auch Jahre

später bei der Einsicht: »wahrscheinlich nicht

effektiv, mögliche Wirksamkeit bei Subgruppe«.

Es geht nicht darum, die Bedeutung des

Alkoholismus in Deutschland herunterzuspielen.

Er ist ein großes Problem und den betroffenen

Menschen soll geholfen werden. Es geht um das

„wie“! Und hier lautet die Frage: Wie sinnvoll

ist es, Unmengen vom Geld der Steuerzahler in

tierexperimentelle Forschung zu stecken.

Die Zusammenhänge und Ursachen des

Alkoholismus sind jeweils sehr komplex. Sie

hängen mit vererbten Eigenschaften einer Person,

aber auch mit der Umwelt zusammen. Wichtigste

Komponente der Behandlung des Menschen ist

die psychologische. Jeder Patient braucht eine

individuell auf ihn eingestellte Behandlung.

Fazit von 10 Jahren Alkoholforschung in

Deutschland:

Durch die von 1990 bis 2000 durchgeführten

Tierversuche - soweit für die [hier zusammengefasste]

Studie verfügbar - konnte die Therapie

des Alkoholismus in diesem Zeitraum nicht

verbessert werden.

13


Mexikanische Stierquälerei

Jedes Jahr am

1. Februar werden in

Tlacotalpan, im Staat

Veracruz in Mexiko,

im Rahmen der

„Fiesta de la Virgen

de la Candelaria“

sechs Zebu-Rinder

gequält und getötet. Sie werden zunächst an

Leinen, die an Booten befestigt sind, durch einen

Fluss geschleift und dann durch die Straßen

gehetzt und so lange gequält, bis sie physisch und

psychisch am Ende sind.

Der Teil der Fiesta, der sich im Wasser abspielt,

nennt sich „Embalse de los Toros“ und wird

sogar von Tourismusbehörden beworben. Auf

Grund einer internationalen Kampagne und eines

Treffens mit mexikanischen Tierschützern verbot

der Gouver-neur des Staates Veracruz 2006 den

Einsatz der Stiere. Doch der Bürgermeister stellte

sich auf die Seite der Stierquäler und die Fiesta

lief wie immer ab. Erschütternde Fernseh- und

Zeitungsberichte zeigten, wie einer der panischen

Stiere aus seinem Verschlag auszubrechen

versuchte. Später ertrank ein Rind fast im Fluss.

Die anwesenden Polizisten versuchten so gut es

ging, die Rinder vor dem Mob in Lynchstimmung

zu schützen, doch die Anzahl der Polizisten war zu

gering.

2007 wurden auch die mexikanischen Tourismusbehörden

mit in die Kampagne einbezogen, denn

schließlich ist der Tourismus eine wichtige

Einkommensquelle. Auch die katholische Kirche

wurde angeschrieben. Mexikanische Tierschützer

trafen sich mit den Behörden. Zunächst sah es gut

für die Zebus aus. Zwar sollten sie immer noch

den Fluss durchschwimmen müssen, doch man

wollte sie nicht mehr durch die Straßen jagen.

Videokameras sollten den Ablauf der Fiesta

überwachen. Doch dann wurde bekannt, dass

14

man der Bevölkerung dieses Jahr erstmals sechs

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

junge Kühe der beim Stierkampf verwendeten

Rasse „Toros Bravos“ als Spaßfaktor zur Verfügung

stellen wollte. So sollte verhindert werden, dass

die Zebus attackiert würden. Natürlich protestierten

die mexikanischen Tierschützer gegen diese

scheinheilige Verbesserungsstrategie.

Es kam, wie es kommen musste: Am 01.02.07

wurden nicht nur - wie gehabt - die sechs

Zeburinder in den Straßen gequält, sondern noch

zusätzlich und über vier Stunden lang die sechs

jungen Kühe. Die Medien berichten von blutüberströmten

Tieren. Die mexikanischen Tierschützer

haben uns die Fotos zur Verbreitung bei den

europäischen Medien zur Verfügung gestellt. In

einem E-Mail an Initiative Anti-Corrida streiten die

Organisatoren alles ab und behaupten gar, die

Fotos seien Jahrzehnte alt.

Bitte helfen Sie den Stieren in Tlacotalpan und

protestieren Sie bei der mexikanischen Botschaft.

Die aktuelle Kampagne ist auch an die UNESCO

gerichtet, damit Tlacotalpan der Status des

„Weltkulturerbes“ aberkannt wird.

Botschaft von Mexiko

Klingelhöferstr. 3

D-10785 Berlin

E-mail: mail@embamexale.de

The World Heritage Centre UNESCO

7, place de Fontenoy

F-75352 Paris 07 SP

Frankreich

E-mail: wh-info@unesco.org

Weitere E-Mail-Adressen der mexikanischen

Behörden, einen spanischen Musterbrief sowie

weitere Fotos fi nden Sie auf

www.anti-corrida.de/tlacotalpan.htm

Bilder: Horacio Zamora


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Tierrechtstag in München

Unter dem Motto „viva vegan in die Zukunft“

organisierte das „Bündnis TierRechte“ am

14. Juli 2007 ein ganztägiges veganes Fest im

Herzen von München.

Schwerpunkt der Veranstaltung war die vegane

Ernährung. Zahlreiche Münchener Vegan-

Restaurants boten an Infoständen neben

Informationen auch vegane Kostproben an.

Eine Vielzahl von Vereinen und Tierrechtsgruppen

nutzte die Gelegenheit, über die ganze

Bandbreite an Tierrechtsthemen zu informieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung

waren die Affenversuche im Klinikum

Großhadern.

Die vielen Stände mit veganen Köstlichkeiten

und Rezepten erstaunten die Passanten – ein

so reichhaltiges Angebot an tierleidfreien

Leckereien kannten bisher die wenigsten.

Neue Bücher von Silke Ruthenberg zur veganen

Ernährung allgemein und im Besonderen für

Schwangere und Kinder wurden vorgestellt. Ein

Schauspiel lud die Passanten zum Verweilen ein.

Die Tatsache, dass sich viele Prominente

wie der Schauspieler Tobey Maguire, der

slowenische Staatspräsident Dr. Janez Drnovek

und der deutsche Body-Building-Weltmeister

Alexander Dargatz zur rein vegetarischen

Ernährung bekennen, zeigt, dass auch diese

Ernährungsform in der Gesellschaft nicht mehr

als Spinnerei von Einzelnen angesehen wird. Wir

hoffen, am Tierrechtstag zu dieser Erkenntnis

mit beigetragen zu haben.

Von bösen Tierschützern und

emsigen Staatsschützern

Wie bereits im letzten Blickpunkt berichtet, fand

im Februar 2007 eine große Pelzmahnwache „zu

Ehren“ der Neueröffnung der Fa. Pelz Geppert in

Kempten statt. Dabei ging es teilweise recht

turbulent zu. Insbesondere bei befreundeten

Nachbarn des Kürschnerehepaars ernteten wir

keinerlei Sympathie. Als alte Demo-Profi s nahmen

wir jedoch verbale und z.T. sogar tätliche Angriffe

mit Gelassenheit hin, gemäß dem Motto unserer

Mitstreiterin Barbara Rütting:“Wer mich beleidigen

kann, bestimme immer noch ich!“

Nicht schlecht staunten wir deshalb, als Tage nach

der Veranstaltung die Versammlungsleiterin, etliche

Teilnehmer und unsere 1. Vorsitzende

telefonische und schriftliche Vorladungen zur

Kriminalpolizei Kempten, Abteilung Staatsschutz

erhielten. Ausgerechnet eine Anwohnerin die

während der gesamten Veranstaltung mit

geradezu bemerkenswerter Ausdauer und Energie

Teilnehmer anpöbelte und beschimpfte, hatte

Anzeige erstattet. Wir sollten vor ihrem Haus Blut

ausgegosssen und ein Tierfreund sollte sie beleidigt

haben.Selbstverständlich konnten wir diese

Vorwürfe entkräften. Das Verfahren

wurde eingestellt. Auf eine Anzeige wegen

falscher Verdächtigung verzichteten wir - es gibt

Wichtigeres zu tun.

Angesichts eines prall mit Ermittlungsunterlagen

gefüllten Aktenordners auf dem Schreibtisch

des eifrigen Kriminalers drängte sich allen

vorgeladenen Tierfreunden übereinstimmend ein

Gedanke auf: So viel Arbeit wegen ein paar Flecken

auf dem Gehweg? Man kann nur davon

träumen, daß die Polizei Anzeigen von

Tierschutzvereinen wegen Tierquälerei ebenso

akribisch und fl eißig bearbeiten würde. Wieviel

Tierleid könnte künftig verhindert werden?

Was allerdings nichts zu verhindern sein wird: Der

nächste Besuch 2008 bei Geppert - denn „Pelz

tragen ist deppert!“

15


16

Rodeoveranstaltung untersagt

Die Rodeosaison 2007 nahm ein überraschendes

Ende. Die Endausscheidungen mussten ohne Wild

Horse Race auskommen. Das Veterinäramt Passau

traute sich als erste Behörde in diesem Jahr,

den bestehenden Erlass zu Rodeo anzuwenden.

Natürlich zogen die Cowboys wie gehabt im

letzten Moment gegen das Verbot vor Gericht und

scheiterten sowohl vor dem Verwaltungsgericht

Regensburg als auch beim Bayerischen

Volksgerichtshof. Allgemein war die Überwachung

der Veranstaltungen durch die jeweiligen

Veterinärämter besser als in den Vorjahren.

Barbara Rütting

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Welt-Vegetarier-Kongress

2008 im Kulturpalast, Dresden

Dieser fi ndet 100 Jahre nach dem ersten

Welt-Vegetarier-Kongress statt. Aus diesem

Anlass wird er genau wie der Kongress 1908 in

Dresden vom Vegetarier-Bund Deutschlands e.V.

organisiert.

Vom 28.07. - 02.08.2008 sind geplant:

Vorträge von prominenten Persönlichkeiten aus

aller Welt, Workshops, eine Ausstellung zur

Geschichte der IVU (International Vegetarian

Union) und der Weltkongresse, Präsentationen

der Vegetarier-Vereine, Firmenpräsentationen,

Stadtbesichtigung, Tagesausfl üge, kulturelles

Abendprogramm.

Informationen und Anmeldung unter:

http://www.ivu.org/german/congress/2008/

www.welt-vegetarier-kongress-2008.de

www.vebu.de

Am 29. November luden die Grünen im

Bayerischen Landtag zu einer Feier zum

80. Geburtstag von Barbara Rütting ins

Maximilianeum ein und Hunderte kamen. Nach

jeweils dreiminütigen Blitzlicht-Reden u.a. von

Renate Künast hielt Sepp Dürr, Fraktionschef der

Bayerischen Grünen eine längere Laudatio auf

Barbara, in der er auch aus dem Nähkästchen

der Vorbereitung der Feier plauderte. So habe

sie u.a. gebeten „bitte keine Biermösl-Jungs“.

Er sagte auch, in der Grünen Fraktion sei es ein

gefl ügeltes Wort, dass man mit Barbaras Energie

ein ganzes Atomkraftwerk einsparen könnte. Wir

können das nur bestätigen und wünschen ihr,

uns und den Menschen und Tieren, denen sie

hilft, dass sie ihren beneidenswerten Elan noch

lange behält.


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

animal 2ooo übergab Petition gegen Muscheltests an Mäusen

animal 2ooo übergab am 06.12.2007 in Brüssel

fast 10.000 Petitionsunterschriften an Philippe

Brunet, dem Kabinettschef des EU-Kommissars

Markos Kyprianou. Die Petition richtet sich

gegen die Verwendung von Mäusen bei der

laufenden Prüfung von Muscheln auf Giftigkeit

(Muschelmaustests).

Dr. Pedro de la Fuente, stellv. Vorsitzender von

animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern

e.V., äußerte bei der Übergabe die Hoffnung

auf eine baldige Beendigung in der EU der

barbarischen Tests von Muscheln an Mäusen.

Philippe Brunet zeigte Verständnis für dieses

ethische Anliegen, machte aber klar, dass es

sich nicht so schnell realisieren lasse. Der

Muschelmaustest (offi zielle Bezeichnung Mouse

Bioassay) reagiere (wenn auch mit gewissen

Mängeln) auf 9 verschiedene Giftgruppen und es

sei undenkbar, einen alternativen Test zu fi nden,

der ähnlich breit Aussagen liefert. Vielmehr

müssten tierversuchsfreie Einzeltests entwickelt

werden. Bei zwei Gift-gruppen sei man schon sehr

weit und er äußerte die Hoffnung, dass weitere

nun dazu kämen: Einerseits durch gezielt

geförderte Forschung, andererseits als

Nebeneffekt der durch das Chemikalientestungs-

Programm der EU REACH verstärkten Suche nach

Ersatzmethoden zu Tierversuchen.

Nach der Unterschriften-Übergabe äußerte de la

Fuente der Presse gegenüber:

„Auch wenn es im Einzelfall nicht so effektiv ist,

wie man es gerne hätte, ist es wichtig, denen

in Berlin und

Brüssel zu sagen,

was wir denken.

Im vorliegenden

Fall ist die

Botschaft nach

meinem

Empfi nden klar

angekommen.

Wir dürfen

da aber nicht

nachlassen.“

Schächten: Bundesregierung

hat verfassungrechtliche

Bedenken

Anfang Juli 2007 forderte der Bundesrat

die Bundesregierung dazu auf, Paragraf

4a Tierschutzgesetz so zu ändern, dass

betäubungsloses Schächten nur genehmigt

werden darf, wenn die Religionsgemeinschaft es

zwingend vorschreibt und den Tieren dabei nicht

mehr Schmerzen zugefügt werden als bei einer

Schlachtung mit Betäubung. Ein Teilerfolg für den

Tierschutz, denn daraus resultiert nach derzeitigem

Erkenntnisstand, dass die Tiere nicht mehr ohne

eine Elektrokurzzeitbetäubung geschlachtet

werden dürften. Nun hat die Bundesregierung aber

verfassungsrechtliche Bedenken geäußert. Unser

Bundesverband Menschen für Tierrechte wird dem

nachgehen und rechtswissenschaftlich belegen,

17

dass es für solche Bedenken keine Grundlage gibt.


Stadt Nürnberg - Stadt des Tierleids

Der Kulturausschuss der Stadt Nürnberg

hat am 26.10.2007 dem geplanten Ausbau

der Delphinanlage des Nürnberger Zoos zur

sogenannten »Delfi n Lagune« zugestimmt.

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. und der

Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V.

verurteilen diese Entscheidung. Die Stadt

Nürnberg habe sich damit den unrühmlichen Titel

»Stadt des Tierleids« verdient.

Die wissenschaftlich erwiesene Tierqual in

solchen Anlagen würde durch die Stadt Nürnberg

billigend in Kauf genommen und zudem auch

noch fi nanziell unterstützt. Bereits im Vorfeld

haben die beiden Verbände in einem offenen Brief

an den Oberbürgermeister Dr. Maly gewandt.

Die Gefangenschaftshaltung von Delfi nen müsse

schnellstmöglich beendet werden - nicht nur in

Nürnberg, sondern überall. Allein der Deutsche

Tierschutzbund vertritt insgesamt 800.000

organisierte Tierschützerinnen und Tierschützer in

Deutschland. Dem Bundesverband Menschen für

Tierrechte sind 100.000 Mitglieder angeschlossen.

Die seit mehr als drei Jahrzehnten andauernde

Haltung von Delfi nen in Nürnberg, die nach

wie vor geprägt ist von hohen Tierverlusten

und gescheiterten Nachzuchten, zeige

überdeutlich, dass diese Form der Wildtierhaltung

in Gefangenschaft grundsätzlich nicht

verantwortbar ist, so die Tierschützer, die sich

weiterhin entschlossen zeigen: Die beiden

Tierschutzverbände setzen darauf, dass sich im

weiteren Planungsverfahren noch Möglichkeiten

18

ergeben, den Bau zu verhindern.

Den Ausbau der Delfi nanlage in Nürnberg

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

mit der Schaffung von Räumlichkeiten für

eine Delfi ntherapie zu begründen, sei nur

ein »Feigenblatt«, um der Delfi nhaltung ein

positiveres Image zu verleihen. Die Delfi ntherapie

ist keine sozialrechtlich anerkannte Therapie.

Zudem gibt es bis heute keinen wissenschaftlich

belastbaren Beweis dafür, dass eine Delfi ntherapie

effi zienter wäre als andere tiergestützte

Therapien, z.B. mit Pferden oder Hunden.

Auch vor dem Hintergrund der anhaltend hohen

Stadtverschuldung von rund 1,8 Mrd. Euro ist die

Finanzierung dieses kostenintensiven und letztlich

tierschutzwidrigen Projektes gegenüber den

Bürgern und Steuerzahlern inakzeptabel.

Aus unserer Sicht ist es an der Zeit, die

Gefangenschaftshaltung von Delfi nen

schnellstmöglich zu beenden, um weiteres Tierleid

zu verhindern.


Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Der Gnadenhof in Pegnitz

Das Aufnehmen von Tieren, die Andere nicht

haben wollen, weil sie entweder zu alt oder

krank oder anderweitig „unbrauchbar“ geworden

sind, ist für Monika Pracht zur Lebensaufgabe

geworden. Aus der Tierrechtsszene kommend

(Menschen für Tierrechte seit 1986) wurde sie mit

sämtlichen Arten der Tierquälerei konfrontiert. In

der heutigen Praxis im Umgang mit Tieren geht

es um Millionen - Tiere und Geld, so empfi ndet

Monika Pracht. Es zählen nur wirtschaftliche

Interessen.

Tiere scheinen nach heutigem Verständnis nur

und ausschließlich für die unterschiedlichsten

Bedürfnisse der Menschen auf der Welt zu sein.

Das himmelschreiende Unrecht, das den Tieren

Tag für Tag angetan wird, kann nur durch ein

Umdenken der nächsten Generationen und

wirksamere Gesetze beendet werden.

Das Retten, so wie Frau Pracht es seit vielen

Jahren unermüdlich betreibt, ist für viele nur ein

Tropfen auf den heißen Stein.

Dennoch kann eine Einrichtung wie der

Gnadenhof ein Symbol sein für die Anerkennung

des tierlichen Individuums. Die Schicksale der

derzeit 61 großen und kleineren Tierbewohner

sind zum größten Teil grauenvoll. So wie das der

Hündin Bonita: Sie kommt von einem Hundezüchter

aus Wuppertal. Mit fünf Monaten wurde

sie krank und hatte große Schmerzen. Die Kosten

für die Behandlungen wollten die Besitzer nicht

tragen. Als Bonita am Gnadenhof ankam, hatte

sie am ganzen Körper Ekzemen und mußte 2

Jahre behandelt werden. Jetzt ist sie auf dem

Gnadenhof Muttervertretung für die anderen

Hunde. Oder nehmen wir Sinai, sie stammt

aus Madrid. Sinai sollte am Baum stranguliert

und entsorgt werden. Sie wurde von einer Frau

abgeschnitten und gerettet. Die Hündin hat

seitdem einen Rückenschaden und Angst vor

Männern. Es dauerte eineinhalb Jahre, bis sie

Vertrauen aufbauen konnte. Sie ist nach wie vor

ängstlich, aber sehr liebenswert. Für Monika

Pracht ist es jedes Mal wunderbar zu sehen, wie

aus einem verstörten, verängstigten Tier nach und

nach ein selbstbewusstes Wesen wird, aus einem

kranken ein gesundes. Im Laufe der Jahre sind

mehr als 250 Tiere bis zu ihrem Ende umsorgt

worden. Manche waren nur für kurze Zeit bei

ihr, sagt Frau Pracht, und sie hofft, dass die Zeit

gereicht hat, ihnen ein anderes Bild von Menschen

zu vermitteln, als sie es vorher gewohnt waren.

Die Gründung eines Fördervereines war

eine große Hilfe und soll zum Überleben des

Gnadenhofes beitragen, denn die fi nanziellen

Belastungen einer solchen Einrichtung sind für

eine Privatperson nicht tragbar. Der Förderverein

sucht deshalb nach Mitgliedern, Spendern und

Investoren. Nur wenn größeres Engagement

zu ereichen ist, können dringend notwendige

Projekte, wie beispielsweise ein Trakt für

behinderte Katzen, realisiert werden. Dies ist

jedoch noch Zukunftsdenken, im Moment geht es

um die Erhaltung des Bestandes. Doch sehen Sie

sich selbst auf dem Gnadenhof unter

www.foerderverein-gnadenhof.de

um.

Spenden bitte unter dem Stichwort „Gnadenhof

Pegnitz“, wir leiten die Überweisung gerne weiter.


Buchtipp: ‚bloß a gschicht‘ von Hans Söllner

„Er kam herein und hat dieses Flimmern mit

sich gebracht und jede [Kuh] hat gespürt,

daß etwas nicht stimmte. Acht Köpfe hoben

sich und jede wußte, wer an der Reihe war.

Sie war dran - und die anderen sieben haben

weitergegessen und versucht, ihre Köpfe ganz

tief in den Futtertrog zu stecken. Nur sie brachte

keinen Bissen mehr runter. Es war Montag. Ja,

es muß Montag gewesen sein, denn es war der

Tag nach dem Tag, an dem sich alle ihre schöne

Kleidung anziehen und die Glocken den ganzen

Tag läuten. [...] Und dieses Flimmern wurde

stärker an diesem Montag. Die Luft war erfüllt

davon. [...] Die Sonne ist grade aufgegangen

an diesem Montag und sie wußte, sie würde sie

heute nicht mehr untergehen sehen. Und wenn

du das irgendwann weißt, mein Freund, dann

weißt du auch, daß es nichts mehr dazu zu lernen

gibt. Dann weißt du, daß deine Zeit vorbei ist. Ich

bin mir sicher, wenn ihr in dem Moment

irgendjemand in die Augen geschaut hätte,

dann hätte er aus jedem Scheißtag einen

Sonntag gemacht. [...] Aber es hat ihr

niemand in die Augen geschaut, selbst er

nicht, als er die Tür aufgemacht hat. Nicht

einmal er schaute zu ihr hin und eben

deshalb, weil er nicht hinschaute, wurde

aus einem ganz normalen Tag ihr Montag.“

Taschenbuch: 117 Seiten

Verlag: Eichborn (Januar 2005)

ISBN-10: 3898983358

ISBN-13: 978-3898983358

Preis: 12,00 EUR

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