Jahresbericht 2012 - AWO Kreisverband Nürnberg e. V.

awo.nuernberg.de

Jahresbericht 2012 - AWO Kreisverband Nürnberg e. V.

Jahresbericht 2012

Die Gesellschaft zusammenhalten

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Kreisverband

Nürnberg e.V.


2

Impressum

Herausgeber:

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg e.V.

Karl-Bröger-Straße 9, 90459 Nürnberg

Telefon: 0911 450600

Telefax: 0911 45060122

E-Mail: kreisverband@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

Vorsitzender: Rudolf Schober

Geschäftsführer: Helmut Herz

Beiträge und Fotos: aus den Referaten und Einrichtungen

Redaktionsschluss: April 2013


Inhaltsverzeichnis

Themenüberblick 2012

Vorwort 7

AWO Sozialstiftung Nürnberg 8

Berufliche Bildung und Qualifizierung 9

Betreuungsverein 11

Bildung, Service und Entwicklung 12

Kinder, Jugend und Familie 18

Migration und Integration 21

Senioren, pflegebedürftige und behinderte Menschen 23

Zentralstelle für Strafentlassenenhilfe 30

Kooperationsprojekt Personalentwicklung 32

Qualitätsmanagement 35

Kreisjugendwerk 36

Tochterunternehmen 40

Das ehrenamtliche Verbandsleben 45

Die AWO in Zahlen 47

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

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Themenüberblick 2012

AWO Sozialstiftung Nürnberg

Die 2005 gegründete AWO Sozialstiftung

Nürnberg ist nach wie vor mit einem Grundkapital

von 250.000,- € ausgestattet. Mit den

aus der Anlage erzielten Erträgen ist es möglich,

interessante Projekte aus der sozialen

Arbeit zu unterstützen.

mehr auf Seite 8

Referat Berufliche Bildung und

Qualifizierung

Die Arbeiterwohlfahrt verabschiedet sich

weitgehend aus dem Markt für Arbeitsmarktdienstleistungen

und schließt das Referat Berufliche

Bildung & Qualifizierung (BBQ).

mehr auf Seite 9

Betreuungsverein

Menschen, die ihre Angelegenheiten aufgrund

einer psychischen Erkrankung, einer

körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung

nicht selbst erledigen können,

brauchen eine rechtliche Vertretung. Ist keine

privatrechtliche Vorsorge getroffen, stellt

das Betreuungsgericht ihnen einen rechtlichen

Betreuer zur Seite. Ca. 1,5% der Bevölkerung

erhalten diese Unterstützung.

mehr auf Seite 11

Referat Bildung, Service und Entwicklung

Gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern konnte das

Referat im Jahr 2012 wieder eine große Zahl

von Veranstaltungen, Angeboten und Projektaktivitäten

initiieren.

mehr auf Seite 12

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Referat Kinder, Jugend und Familie

Gelungene Aktionen darf man kopieren. Und

so nahm man sich in Langwasser eine Aktion

zum Vorbild, die vor einiger Zeit schon einmal

in Gostenhof für Aufmerksamkeit gesorgt

hat. Etwa 800 Menschen trafen sich unter

dem Motto „Langwasser ist bunt“ auf

dem Heinrich-Böll-Platz zum Gruppenfoto.

mehr auf Seite 18

Referat Migration und Integration

Die Aktivitäten des Referates Migration und

Integration orientieren sich an den Bedürfnissen

der Menschen, die nach Deutschland

kommen. Ob sie aus politischen oder sozialen

Gründen flüchten müssen, der Liebe wegen

nach Deutschland kommen oder zu ihrer

Familie nach Nürnberg ziehen.

mehr auf Seite 21


Fachstelle für pflegende Angehörige/

Seniorennetzwerk Gartenstadt und

Siedlungen Süd

Älter werden bedeutet Veränderung, neue

Herausforderungen anzunehmen und auch

kritische Lebensereignisse zu bewältigen.

mehr auf Seite 23

Alten- und Pflegeheim

Hans-Schneider-Haus

Eine Note zu bekommen, ist für jeden

Schüler mit Anspannung verbunden. Nicht

anders ergeht es den Heimen, wenn die

Qualität im Haus durch den Medizinischen

Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder

durch die Heimaufsicht geprüft wird, und

trete man mit noch so ruhigem Gewissen

solchen Tagen entgegen. Unser Fleiß und

alle Mühe, die wir uns gegeben haben,

wurden am 16.01.2012 mit einer nochmals

verbesserten Gesamtnote von 1,2 belohnt.

mehr auf Seite 26

Alten- und Pflegeheim

Käte-Reichert-Heim

Mehr und noch individuellere Betreuung unserer

Bewohnerinnen und Bewohner - und

das ohne ein Mehr an Kosten. Dies war die

Herausforderung im Jahr 2012, der das Käte-

Reichert-Heim sich stellte. Pflege und Betreu-

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

ung nicht nur erhalten, sondern auch intensivieren,

neue Angebote einführen, all dies gelang!

Jedoch nur dank einer bemerkenswerten

Unterstützung durch ehrenamtliche

Helferinnen und Helfer und Mitgliedern unserer

AWO-Ortsvereine.

mehr auf Seite 28

Zentralstelle für Strafentlassenenhilfe

Am 7. November konnte die ZfS ihr 40jähriges

Bestehen im Sozialzentrum der Justizvollzugsanstalt

Nürnberg feiern. Am regen

Zuspruch unserer Geburtstagsgäste aus Politik,

Justiz und Kollegen konnten wir zu unserer

großen Freude sehen, dass die ZfS weiterhin

fest in Nürnbergs sozialem Netz eingebunden

ist. Die Leiterin der Justizvollzugsanstalt

Nürnberg, Frau Schöfer-Sigl, begrüßte

als Hausherrin und Kuratoriumsvorsitzende

der ZfS die zahlreichen Gäste in ihren Räumen.

Im Anschluss gab es einen kleinen geschichtlichen

Abriss über die 40-jährige Geschichte

der Arbeit in der ZfS und eine Podiumsdiskussion.

mehr auf Seite 30

Kooperationsprojekt

Personalentwicklung

Der AWO Kreisverband Nürnberg und der

AWO Bezirksverband Ober- und Mittelfranken

führen seit Juni 2010 ein gemeinsames

Personalentwicklungsprojekt mit dem

Namen „Weit blicken - flexibel handeln“

(kurz: PE-Projekt) durch. Das PE-Projekt

wird über das Programm „rückenwind – für

die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft“

durch das Bundesministerium für Arbeit und

Soziales und der Europäischen Union gefördert.

mehr auf Seite 32

5


Qualitätsmanagement

Es wäre ein fataler Trugschluss, wenn man in

wirtschaftlich angespannten Zeiten an der

Qualität sparen würde. Auch für ein Dienstleistungsunternehmen

wie die AWO Nürnberg

gilt der Satz: Qualität und Wirtschaftlichkeit

sind zwei Seiten derselben Medaille.

mehr auf Seite 35

Kreisjugendwerk der AWO Nürnberg

Wir sind der Jugendverband der Arbeiterwohlfahrt.

In unserem Jugendwerk in

Nürnberg engagierten sich sechs hauptberufliche

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

acht Praktikanten und Praktikantinnen und

65 Mitglieder. Bereits seit über 35 Jahren

setzen wir uns für eine sinnvolle und attraktive

Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche,

mit dem Ziel von Gemeinschaftserlebnis

und Einüben von tolerantem Umgang

miteinander, ein.

mehr auf Seite 36

6

PAT - Mit Eltern lernen gGmbH

2011 wurde als neue Tochter der Nürnberger

AWO das Elternbildungsprogramm „PAT -

Mit Eltern lernen“ im Jahresbericht bereits

ausführlich vorgestellt. Die Gründung der

gGmbH „PAT - Mit Eltern lernen“ mit

Christine Schubert als Geschäftsführerin und

Renate Sindbert als Programmleitung hatte

im Oktober 2010 stattgefunden.

mehr auf Seite 40

arbewe gGmbH

Mit ihren drei Gesellschaften und der Beteiligung

an AWOLYSIS bietet die arbewe

gGmbH ein breites Dienstleistungsangebot

für psychisch kranke und behinderte Menschen

in den Bereichen Beratung, Begleitung,

Arbeit und Beschäftigung sowie Wohnen

und Freizeit.

mehr auf Seite 42


Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie wieder ein, sich über unsere Aktivitäten im letzten

Jahr zu informieren. Mit Fleiß, Engagement, Kreativität und der

Zusammenarbeit mit vielen außerhalb unseres Verbandes, bestimmt

auch mit vielen von Ihnen, die das lesen, ist es uns erneut gelungen in

den vielfältigsten Feldern der sozialen Arbeit wichtige Angebote zu

realisieren. Es war uns wichtig, präsent zu sein und die gewohnte

Qualität aufrecht zu halten. Dafür gebührt allen Beteiligten unser

besonderer Dank und unsere Hochachtung. Das war aus den verschiedensten

Gründen nicht immer einfach.

Im Vorwort zum letzten Jahresbericht haben wir schon darüber

gesprochen, dass wir vor der großen Herausforderung stehen,

strukturelle Defizite abzubauen, um unsere wirtschaftliche Basis

zu sichern. So gesehen findet eine Operation am offenen Herzen statt.

Qualität bedarf der Motivation und des Einsatzwillens aller Beteiligten

und gleichzeitig müssen wir uns von zwar fachlich wichtigen, aber

wirtschaftlich nicht weiter tragfähigen Angeboten trennen. Das ist,

um im medizinischen Bild zu bleiben, häufig auch schmerzhaft. Wir

müssen uns aber, im Interesse des Ganzen, der Herausforderung

stellen. So versuchen wir einerseits verbesserte Finanzierungen zu erreichen, sind aber, wenn

dies nicht erfolgreich ist, konsequent und trennen uns von diesen Aufgaben. So bleibt z.B. die

soziale Betreuung in Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende nach wie vor für die Betroffenen

und für die Nachbarschaft sehr wichtig, wir mussten uns aber zurückziehen, weil die

staatliche Finanzierung einen nicht nachvollziehbaren hohen Eigenanteil von uns fordert.

Wir kommen aber gut voran. Es gelingt uns durch unsere eigene Leistung und die Unterstützung

von außen. Das ist die Grundlage für ein gutes Gelingen. Damit bleiben wir ein verlässlicher

Partner für alle, die auf uns bauen.

Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützen und mit uns kooperieren. Das sind viele, bei

Behörden, international und national, aus anderen Verbänden, Unternehmen und ganz besonders

unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wir laden Sie wieder ein, sich durch unsere Seiten zu klicken, hier erfahren Sie, was wir leisten

können.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Schober Helmut Herz

Vorsitzender Geschäftsführer

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Rudolf Schober

Vorsitzender

Helmut Herz

Geschäftsführer

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Sozialstiftung

Die AWO Sozialstiftung Nürnberg

Die 2005 gegründete AWO Sozialstiftung Nürnberg ist nach wie vor mit einem Grundkapital

von 250.000,- € ausgestattet. Mit den aus der Anlage erzielten Erträgen ist es möglich,

interessante Projekte aus der sozialen Arbeit zu unterstützen.

2012 standen die Restfinanzierung von zwei

Projekten aus dem Bereich Migration, Zugänge

im Pflegebereich schaffen, und Umgang

mit Demenz für pflegende Angehörige,

sowie die Ausschreibung des Förderpreises

für Abschlussarbeiten der Hans-

Weinberger-Akademie der AWO e.V. und

der Evangelischen Hochschule Nürnberg auf

der Agenda.

Die Abschlussarbeiten werden über die

Bildungseinrichtungen Anfang 2013 einer

Jury zur Beurteilung vorgelegt. Die Übergabe

der Preise ist dann im September geplant.

Diesmal soll es darum gehen:

Für viele Menschen ist das Heim der Ort, in

dem sie ihren Lebensabend verbringen.

Es ist ein fester Bestandteil in der Infrastruktur

und doch immer wieder in der Kritik,

zumindest umstritten. „Ambulant vor

stationär“ wird immer wieder als Formel verwendet

und damit eine scheinbare Konkurrenz

beschworen. Ist das tatsächlich so?

Müssen Menschen im Alter Angst haben,

wenn sie sich für den Umzug ins Heim entscheiden?

Gibt es bessere Alternativen oder

ist es nicht doch so, dass das Heim für bestimmte

Lebenslagen die passende Lösung

ist? Aber was macht es passend?

Mit dem Jahresende ist auch die Amtsperiode

der Stiftungsräte und -vorstandsmitglieder

zu Ende gegangen. Neuwahlen haben

inzwischen stattgefunden und die Stiftung

kann ihre Arbeit fortsetzen. Hier ist zu

betonen, dass alle Beteiligten ihre Ämter

ehrenamtlich ausüben und die Stiftung

praktisch mit „0,- €-Verwaltungskosten“

arbeitet.

In der Vergangenheit wurden acht Einzelprojekte

mit einer Summe von 33.394,- €

gefördert.

8

Für die neue Periode ist geplant, das Stiftungsmarketing

erheblich zu verstärken.

Ziel ist, das Kapital zu erhöhen und entsprechende

Mittel einzuwerben. Wie in der Vergangenheit

schon ausgeführt, ist die Unterstützung

der Stiftung für Menschen interessant,

die ihren Nachlass regeln und Erworbenes

dauerhaft einem guten Zweck zur

Verfügung stellen wollen. Es ist auch möglich

für ein bestimmtes Projekt zuzustiften.

In dem Fall werden die Mittel, exakt nach

Vereinbarung, für ein verabredetes Vorhaben

verwendet.

Die Stiftung hat den Status der Gemeinnützigkeit.

Zuwendungen können damit

von den Gebern steuerlich geltend gemacht

werden. Die AWO Sozialstiftung Nürnberg

unterliegt der Stiftungsaufsicht bei der Regierung

von Mittelfranken. Jährlich wird dieser

Stelle über die Arbeit der Stiftung berichtet.

Dadurch ist sichergestellt, dass alle Aktivitäten

bzw. die Verwendung der Mittel

satzungskonform erfolgen.

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

AWO Sozialstiftung Nürnberg

Karl-Bröger-Straße 9

90459 Nürnberg

i

Telefon: 0911 45060120

Telefax: 0911 45060122

E-Mail: sozialstiftung@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de


Berufliche Bildung und Qualifizierung

Das Referat Berufliche Bildung & Qualifizierung

Die Arbeiterwohlfahrt verabschiedet sich weitgehend aus dem Markt für Arbeitsmarktdienstleistungen

und schließt das Referat Berufliche Bildung & Qualifizierung (BBQ). Das Referat

wird - so hat es der Vorstand der AWO beschlossen - im Jahre 2013 aufgelöst und die berufliche

Bildung als einer der zentralen Arbeitsschwerpunkte des Verbandes weitgehend

aufgegeben.

Seit dem Jahre 1995 hat sich die Arbeiterwohlfahrt

im Bereich Arbeitsmarktpolitik und

Maßnahmedurchführung für Jugendliche

und Erwachsene mit anschließender Integration

in Arbeit stark engagiert. Jugendliche

mit Migrationshintergrund und Einheimische

wurden damals und werden heute

in einer geförderten Ausbildungssituation

betreut und bei ihrem Übertritt in die Berufswelt

unterstützt. Auch die Vorbereitung auf

Zwischen- und Abschlussprüfungen können

in den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH)

zielgenau bearbeitet werden. Dafür kommen

die Auszubildenden nach ihrem Tagespensum

in die Arbeiterwohlfahrt, bekommen

„Nachhilfe“ und speziell auf sie zugeschnittene

Unterstützungsangebote für ihre

Ausbildung. Diese „klassischen Angebote“

der sogenannten Benachteiligtenförderung

wurden in 2012 durchgehend angeboten,

laufen aber Mitte 2013 aus.

Seit 2002 hat sich auch die erfolgreiche Zusammenarbeit

mit dem Amt für Berufliche

BiJ-Klasse : Praktikum beim Frisör Foto: AWO Nürnberg

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Schulen Nürnberg etabliert. Die AWO betreut

Berufsschüler in Berufsvorbereitungs-,

Berufsintegrations- und Berufseinstiegsklassen

mit dem Schwerpunkt Praktikumssuche

und Unterstützung des Übergangs in

eine Ausbildung. Dazu kommen in Absprache

mit den Berufsschullehrern zusätzliche

Qualifizierungseinheiten für die Bereiche, die

in Sprache, allgemeinbildende Kenntnisse

und sozialer Kompetenz noch einer zusätzlichen

Förderung bedürfen.

Die erfolgreiche Arbeit mit jugendlichen

Flüchtlingen in den Berufsintegrationsjahr-

Klassen konnte auch in 2012 weitergeführt

werden. Die Angebote werden bis August

2013 fortgesetzt. Die Weiterführung dieser

Arbeit ist bei auskömmlicher Finanzierung

beabsichtigt.

Mit dem Jobcenter Nürnberg und seinem

Dienstleistungszentrum U 25 konnte die

langjährige Zusammenarbeit - wenn auch

mit stark reduzierten Platzzahlen - fortgeführt

werden. Jugendliche im Arbeitslosengeld

II-Bezug werden hier im Projekt Jugend–Aktiv-Cafe/JobMobil

stabilisiert, qualifiziert

und vermittelt. Dieses Projekt ist bis

2015 abgesichert, unter anderem auch deshalb,

weil die Arbeit des Jugend-Aktiv-Cafe

so erfolgreich ist. Die Sparda-Zukunftsstiftung

2011 vergab den 2. Platz an dieses

Projekt und der Wettbewerb „Ideen Initiative

Zukunft“ der dm-Drogeriekette verlieh ebenfalls

eine Auszeichnung. Als besonders innovativ

wird der sogenannte peer-to-peer-

Ansatz angesehen. Jugendliche werden als

Experten auf gleicher Augenhöhe durch Coaches

der Arbeiterwohlfahrt befähigt und

qualifiziert, anderen Jugendlichen Unter-

9


stützung auf Bewerbung und Berufsorientierung

anzubieten. Mit dem JobMobil werden

dabei unter anderem auch Schulen angefahren

und vor Ort mit Klassen der Jahrgangsstufe

7 bis 9 in spielerischer Art und Weise

berufsorientierende Inhalte vermittelt.

Die Aktivitäten im Bereich Integrationskurse

für Erwachsene und die Zusammenarbeit

mit den Trägern Noris-Arbeit, Christliches

Jugenddorfwerk Deutschlands e.V. (CJD)

und dem Berufsausbildungszentrum des

SOS-Kinderdorf Nürnberg im Berufsorientierungsverbund

wurden in 2012 beendet.

Die Durchführung dieser Kurse konnte nicht

mehr auskömmlich für den Verband betrieben

werden.

Der Ausblick für das Jahr 2013 wird bestimmt

durch die Auflösung des Referates

Berufliche Bildung & Qualifizierung und den

Übergang der noch vorhandenen Programme

in ein anderes Referat. Die Angebote

für die Jugendlichen werden weitergeführt

und können bei innovativen und

ausreichend finanzierten Vorhaben auch

wieder behutsam ausgebaut werden.

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Referat Berufliche Bildung & Qualifizierung

Referatsleiter: Herbert Jugel-Kosmalla

Schanzäckerstraße 33-35

90443 Nürnberg

i

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Telefon: 0911 287170

Telefax: 0911 2871722

E-Mail: berufshilfe@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

Zahlen:

Mitarbeiter gesamt im Januar 2012: 32

Mitarbeiter gesamt im Dezember 2012: 22

Teilnehmerplätze: 885

Tatsächliche Teilnehmer Jugendliche: 980


Betreuungsverein

Der Betreuungsverein

Menschen, die ihre Angelegenheiten aufgrund einer psychischen Erkrankung, einer körperlichen,

geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst erledigen können, brauchen eine

rechtliche Vertretung. Ist keine privatrechtliche Vorsorge getroffen, stellt das Betreuungsgericht

ihnen einen rechtlichen Betreuer zur Seite. Ca. 1,5% der Bevölkerung erhalten diese

Unterstützung.

§

2012 haben die Mitarbeitenden des Betreuungsvereins

der AWO Nürnberg

160 Menschen betreut. Entgegen der

gängigen Annahme, vor allem alte

Menschen benötigen einen Betreuer,

sind nur 30% der unterstützten Menschen

älter als 70 Jahre. Die größte Gruppe mit 45%

ist die mit psychischen Erkrankungen. Am

häufigsten finden sich Betreute in folgender

Personengruppe: zwischen 40 bis 50 Jahre alt,

psychisch krank, selbstständig in eigener

Wohnung lebend. Die Betreuung ist meist

umfassend: Aufenthaltsbestimmung, Gesundheitsfürsorge,

Vermögenssorge, Vertretung

bei Ämtern, Behörden, Versicherungsträgern.

Entsprechend vielschichtig sind die Aufgaben

des Betreuers und großes Fachwissen ist erforderlich.

Im Mittelpunkt steht stets das

Wohl des zu Betreuenden.

Die Auswirkungen des Werdenfelser Weges,

der das Wohl der Betreuten in Pflegeheimen

im Auge hat, zeigen Auswirkungen. Ausgangspunkt

war eine auf Fixierungen bezogene

Haltungsänderung bei Gerichten und Behörden,

weg von einem starren Sicherheitsdenken,

hin zu einer verantwortungsvollen

Reduzierung freiheitseinschränkender Maßnahmen.

Mit dem Werdenfelser Weg werden

verstärkt Alternativen zu Bauchgurten, Bettgittern

oder Fixierungen gesucht.

In der Querschnittsarbeit ist und bleibt das

Thema Vollmacht sehr wichtig. In den Beratungsgesprächen

bzw. bei den Vorträgen ist

zu merken, dass die Menschen sich der Bedeutung

des Themas bewusst sind, sich gut

informieren und die entsprechende Vorkehrung

in Form einer Vollmacht treffen.

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Großer Beratungsbedarf besteht im Bereich

Patientenverfügung. Die gesetzliche Verankerung

im Bürgerlichen Gesetzbuch hat ihren

Stellenwert gehoben. Das Wissen um die

Bedeutung der Patientenverfügung ist in der

Bevölkerung und vor allem auch unter den

Ärzten stark gestiegen.

Nach wie vor von großer Bedeutung im

Betreuungswesen sind die ehrenamtlichen

Betreuer. Zwei Drittel der Betreuungen werden

ehrenamtlich geführt, zum Großteil von

Angehörigen. Das Unterstützungsangebot für

ehrenamtliche Betreuer ist in Nürnberg umfassend.

In Zusammenarbeit mit der Betreuungsstelle

der Stadt sowie fünf weiteren

Betreuungsvereinen wird eine monatliche

Fortbildungsveranstaltung, eine Grundlagenschulung,

ein Betreuungsrechtsmagazin,

persönliche Beratung sowie eine Homepage

mit umfassenden Informationen angeboten.

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Betreuungsverein

Leiterin: Maria Seidnitzer

Karl-Bröger-Straße 9

90459 Nürnberg

i

Telefon: 0911 45060150

Telefax: 0911 45060159

E-Mail: betreuungsverein@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

11


Bildung, Service und Entwicklung

Das Referat Bildung, Service und Entwicklung (BS&E)

Gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte das Referat

im Jahr 2012 wieder eine große Zahl von Veranstaltungen, Angeboten und Projektaktivitäten

initiieren.

Pilotprojekt: 1. Nürnberger Interkultureller Marktplatz

Ungefähr 60 mutige und interessierte Besucher

des 1. Nürnberger Interkulturellen

Marktplatzes konnte die AWO zusammen mit

dem 2. Bürgermeister der Stadt Nürnberg,

Horst Förther, am 21. April begrüßen. Idee

der Veranstaltung war es, eingesessene

Nürnberger Familien und Neubürger aus anderen

Kulturkreisen in persönlichen Kontakt

zu bringen. Ehrenamtlicher Koordinator dieses

Marktplatzes war Herbert Christ, der für

das Zentrum Aktiver Bürger schon einige

Marktplätze im Sinne einer Tauschbörse für

Dienstleistungen organisierte. Beim Interkulturellen

Marktplatz des AWO Kreisverbandes

stand das Gespräch zwischen den

verschiedenen Menschen mit den unterschiedlichsten

Kulturen im Mittelpunkt. Umrahmt

von französischen Chansons und einem

Auftritt der Tänzerinnen des indonesischen

Kulturvereins sowie der Kindertanzgruppe

Mishpaha, wurde der Marktplatz eröffnet.

12

Weil eine gut integrierte und gestärkte Stadtgesellschaft

auch für wirtschaftlich erfolgreiche

Unternehmen unabdingbar ist, haben

verschiedene Nürnberger Firmen diese

Marktplatz-Veranstaltung maßgeblich unterstützt

und damit erst möglich gemacht. Dazu

zählen die KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Nürnberg, die Hypo-Vereinsbank, die

Kanzlei Kreuzer & Coll, die WBG-Gruppe und

die Petitio GmbH Werbeagentur. Auch das

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

BAMF, das Referat für Jugend, Familie und

Soziales der Stadt Nürnberg und der Unternehmensfond

„Gute Geschäfte“ der Bertelsmann-Stiftung

haben einen großen Beitrag

geleistet, damit die Premiere möglich wurde.

Weitere Unterstützer waren der Integrationsrat

der Stadt Nürnberg, der 2. Bürgermeister/

Sportvereine Stadt Nürnberg sowie der

3. Bürgermeister/Schulen Stadt Nürnberg

und das städtische Amt für Kultur und Freizeit.

1. Interkultureller Marktplatz 2012 Foto: AWO Nürnberg


Nach den positiven Erfahrungen des 1. Interkulturellen

Marktplatzes waren sich alle Beteiligten

einig: es wird 2013 eine Fortsetzung

geben.

Paare am Erzähltisch 2012

Am Erzähltisch waren in 2012 außergewöhnliche

Paare zu Gast in der AWOthek!

Dr. Ismail Baloglu und seine Frau Gaby

Baloglu, ein multikulturelles Ehepaar, das

sich für den Abbau sozio-kultureller Barrieren

zwischen türkischen und deutschen Bürgern

engagiert, erzählten über ihr Engagement

für gegenseitiges Verständnis und Integration

und über die Städtepartnerschaft zwischen

Nürnberg und Antalya.

Die Zuhörer des zweiten Erzähltisches in

2012 konnten nicht nur etwas vom privaten

Zusammenleben des Künstlerpaares Pius

Maria Cüppers und Guido Jentjens erfahren,

auch das Thema Liebe zum Beruf stand bei

den Erzählungen des Schauspielers und des

Opernsängers im Mittelpunkt. Ein weiteres

Künstlerpaar, Hilde Pohl und Yogo Pausch,

Frankens musikalisches Vorzeigeduo, durfte

im Juni am Erzähltisch begrüßt werden. Die

Jazzpianistin und Nürnbergs bekanntester

Traumtrommler plauderten über musikalische

Leidenschaften und persönliche Harmonien.

Ingrid Mielenz und Prof. Dieter Kreft lösten

am letzten Erzähltisch des Jahres 2012 Geheimnisse

ihres Rollentausches auf. Die ehemalige

Stadträtin für Jugend, Familie und

Soziales in Nürnberg und der Staatssekretär

a.D. für Familie, Jugend und Sport in Berlin

erzählten über Leben, Wohnen und Arbeiten

ihrer „Zwei-Personen-Firma“ mit Berliner

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Wurzeln. Das schlagfertige Paar sprach mit

Annemarie Rufer, der ehemaligen Leiterin

des Fachteams Gesellschaft im Bildungszentrum.

Lebensqualität ist mehr

Im Januar 2011 wurde eine Enquetekommission

im Bundestag gebildet, um

einen Index zu finden, der alle bedeutenden

Entwicklungsfaktoren für unsere Gesellschaft

berücksichtigt. Die Leiterin dieser Kommission,

Frau MdB Daniela Kolbe (SPD), konnten

wir für die AWOthek gewinnen, um mit dem

Publikum zu debattieren, wie Lebensqualität

gemessen werden kann. Dass das Bruttoinlandsprodukt

(BIP) als einziger Indikator für

Lebensqualität völlig unzureichend ist, darin

waren sich alle Teilnehmer an der Veranstaltung

einig. Hinsichtlich unserer gesellschaftlichen

Entwicklung müssen künftig gerade

Faktoren wie soziale Gerechtigkeit, Wohlbefinden

und Zufriedenheit ebenso berücksichtigt

werden, wie Gesundheit und Bildungsstand

oder auch die Bereitschaft, sich

für unsere Gemeinschaft zu engagieren.

Wiener Walzer und Heuriger

Ein imposantes Kulturangebot, prächtige

Architektur sowie Wiener Gemütlichkeit zwischen

Heurigem und Kaffeehaus machen die

Hauptstadt Österreichs in aller Welt beliebt.

Genau aus diesen Gründen hatte das Referat

BS&E im Oktober eine mehrtägige Reise zusammen

mit den ver.di-Senioren in die

Hauptstadt des Walzers unternommen. Zusammen

mit unseren Freunden der Kulturinitiative

Wien-Währing, mit der wir in 2011

bereits ein großes Wiener Frühlingskonzert

Ingrid Mielenz und Prof. Dieter Kreft Foto: AWO Nürnberg Gruppenreise nach Wien Foto: AWO Nürnberg

13


organisiert hatten, konnte ein besonderes

Rahmenprogramm für die Reisegäste geplant

werden. Ein Konzert mit der Damenkapelle

Johann Strauß stand ebenso auf dem

Reise-Programm wie eine Führung durch das

Wiener Rathaus und ein Heurigenbesuch. Für

2013 ist eine Reise nach Dresden geplant.

Ehrenamtsfest 2012

180 Gäste durften wir zum diesjährigen

Ehrenamtsfest begrüßen. Referent war Prof.

Dr. Helfried Gröbe, der sich in seiner Rede

mit der Situation von Kindern in unserer Gesellschaft

beschäftigte. (Für Interessierte:

Die Rede ist im Internet nachzulesen:

www.awo-nuernberg.de) Er war lange Leiter

der Kinderklinik im Südklinikum, ist

Mitbegründer von „Ärzte für die Dritte Welt“

und ist häufig ehrenamtlich bei Auslandseinsätzen

aktiv. In der Nürnberger AWO ist er

unter anderem in der Familien- und Gesundheitsberatung

für Migranten und Flüchtlinge

ehrenamtlich tätig. Als langjährige und

verdiente Mitglieder wurden in diesem Jahr

Frau Veronika Pietruszka, Herr Günter

Seeliger und Herr Ludwig Hildebrand mit der

Martin-Bächer-Urkunde ausgezeichnet.

Zum Abschluss dieses Festes gab es einen

mitreißenden Auftritt des „HauptStadt

14

Günter Seeliger, Rudolf Schober Foto: AWO Nürnberg

Chores“, der sich seit etwa einem Jahr

wöchentlich in der AWOthek zum Proben

trifft.

Kreiskonferenz am 3. März 2012

Die turnusgemäß alle vier Jahre stattfindende

Kreiskonferenz wurde im März durch das

Referat BS&E vorbereitet. Sie ist das höchste

Organ der AWO Nürnberg. Nach der Entlastung

des bisher amtierenden Vorstandes

wählten die Delegierten auch die Vorstandsmitglieder

für die kommende Amtsperiode.

Der neue ehrenamtliche Kreisvorstand setzt

sich wie folgt zusammen:

Rudolf Schober, Ludwig Hildebrand, Veronika Pietruszka, Helmut Herz (v. li.) Foto: AWO Nürnberg


Der neu gewählte Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg e.V.

Vorsitzender: Rudolf Schober

Stellv. Vorsitzende: Angelika Weikert, MdL

Stellv. Vorsitzender: Dr. Paul Braune

Schatzmeister: Reinhard Engerer

Schriftführerin: Marie-Luise Sommer

Beisitzer/innen: Sonja Bauer, Waltraud

Dillinger, Regina Dittrich, Andreas Pfister,

Johannes Pietruszka, Ernst Voigt, Dr. Frank

Wimmer

Benannter Vertreter des Kreisjugendwerks

der AWO Nürnberg: Jörg Diethorn

Nicht stimmberechtigt im Vorstand sind die

drei gewählten Revisoren: August-Jürgen

Fahle, Uwe Haas, Rudolf Triendl

Projekt KOMM mit Angeboten für den

Übergang Schule - Beruf

In 2012 konnte der Startschuss für das

Xenos-Projekt „KOMM“ gegeben werden.

Das Referat BS&E sowie BBQ führen das Projekt

in Kooperation mit der Friedrich-

Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,

dem Pädagogischen Institut und Schulpsychologie

der Stadt Nürnberg und dem

Ausbildungsring ausländischer Unternehmer

durch. Projektziel ist es, jungen Menschen eine

gute Übergangsbegleitung in den Ausbildungs-

und Arbeitsmarkt anzubieten,

unter anderem mit interkultureller Bildung,

aber auch mit Patenschaften zwischen Firmen

und Schulen, die das Referat BS&E initiiert

und fachlich begleitet. Gefördert wird die

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Projektarbeit im Rahmen des Bundesprogrammes

XENOS - Integration und Vielfalt

aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds

und des Bundesministeriums für Arbeit und

Soziales.

An der Informations-Tagung „Empowerment

und Diversity Management für Ausbildungsbetriebe

und Schulen“ im Oktober, die maßgeblich

durch das Referat BS&E organisiert

wurde, nahmen etwa 60 Experten aus verschiedensten

Bildungseinrichtungen, betriebliche

Ausbilder, Vertreter der Stadt

Nürnberg sowie der Kammern teil. Ziel war

es, Interesse am Thema „Diversity Management“

bei den Tagungsteilnehmern zu

wecken und die Angebote des Projektes

KOMM für die jeweilige Zielgruppe zu veranschaulichen.

Die Tagung wurde von allen

Teilnehmern sehr positiv aufgenommen.

Vereinbarungen für verschiedene zukünftige

Kooperationen konnten dabei initiiert werden.

GlücksSpirale unterstützt soziales Engagement

für und von Senioren

Über eine Zusage für eine Projektförderung

durch die GlücksSpirale konnte sich das Referat

BS&E in 2012 ganz besonders freuen.

Ab 2013 startet die Nürnberger AWO eine

Offensive, besonders zur Gewinnung älterer

ehrenamtlicher Mitarbeiter und zur Einbindung

von jüngeren Ehrenamtlichen, die

Senioren in unterschiedlichster Form unterstützen

wollen. Das Projekt nennt sich

„Forum Bürgerschaftliches Engagement von

15


und für Senioren (FoBES)“. Möglich wurde

dieses Projekt nur durch die auf drei Jahre

ausgelegte Förderung der GlücksSpirale. Die

AWO freut sich, dass durch diese Förderung

auch die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre

zur Einführung neuer Ehrenamtsstrukturen

innerhalb des Verbandes anerkannt und honoriert

wird. Ziel des Projektes ist es, Senioren

für ehrenamtliches Engagement zu begeistern

und jüngere Ehrenamtliche dafür zu

gewinnen, sich für ältere Menschen einzusetzen.

Eine intensive Begleitung von

Ehrenamtlichen, die sich für Senioreneinrichtungen

oder für die Jugend-, Migranten-

und/oder Flüchtlingseinrichtungen gewinnen

lassen, ist Teil des Projektes.

Gerade der private Erfahrungsschatz und die

beruflichen Kenntnisse älterer Menschen

Zahlen:

• Anzahl der Mitarbeitenden:

14 (alle in Teilzeit)

• Besucher der AWOthek:

5.168 Einzelbesucher

6.308 Gruppen/Teilnehmer

an Veranstaltungen

• Interkulturelle Trainings:

1.250 Teilnehmer

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Referat Bildung, Service und Entwicklung

Referatsleiterin: Anja-Maria Käßer

Karl-Bröger-Straße 9

90459 Nürnberg

i

16

Telefon: 0911 45060196

Telefax: 0911 45060100

E-Mail: anja-maria.kaesser@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

sollen anerkannt und genutzt werden, um

Zielgruppen mit Unterstützungsbedarf

ehrenamtlich in einer qualitativen Weise zu

fördern, die hauptamtlich nicht leistbar wäre.

Weitere ehrenamtliche Handlungsfelder sind

Bildungs-, Gesundheits-, Freizeit-, und Beratungsangebote

für Senioren.

Dank einer kleineren Projektförderung durch

das „Kuratorium Deutsche Altenhilfe“ (KDA)

konnten wir uns bereits im zweiten Halbjahr

2012 auf dieses neue Projekt vorbereiten.

• Anzahl der Veranstaltungen und Kurse: 38

(darin sind keine regelmäßigen ehrenamtlich geleiteten

Angebote enthalten)

• Thermalbad-/Tagesfahrten: 343 Teilnehmer

• Theaterfahrten: 69 Teilnehmer

• Reisen: 37 Teilnehmer

• Bergtour: 13 Teilnehmer

• Projekt JETZT: 187 Teilnehmer


Förderungen durch:

Weitere Informationen zu:

Veranstaltungen, Kursen und ehrenamtliche Angeboten:

www.awo-nuernberg.de/startseite/wir-ueber-uns/bildung-serviceentwicklung/awothek/awo-aktuell-zum-blaettern-flip.html

Diversity Trainings: www.awo-nuernberg.de/startseite/wir-ueber-uns/bildung-serviceentwicklung/inkutra-interkulturelle-trainings.html

Projekt KOMM: www.kommpetenz.net

Projekt JETZT-Engagiert: www.jetzt-engagiert.de

Projekt FoBES: (noch in Entstehung)

Mitmachmöglichkeiten: www.awo-nuernberg.de/startseite/wir-ueber-uns/bildung-serviceentwicklung/ehrenamtlich-mitarbeiten.html

Service und Angebote der AWOthek: www.awo-nuernberg.de/startseite/wir-ueberuns/bildung-service-entwicklung/awothek.html

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

17


Kinder, Jugend und Familie

Das Referat Kinder, Jugend und Familie (KJF)

Bunt, bewegt, vernetzt

Gelungene Aktionen darf man kopieren. Und so nahm man sich in Langwasser eine Aktion

zum Vorbild, die vor einiger Zeit schon einmal in Gostenhof für Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Etwa 800 Menschen trafen sich unter dem Motto „Langwasser ist bunt“ auf dem Heinrich-

Böll-Platz zum Gruppenfoto. Sie setzten damit ein deutliches Zeichen gegen rechte Umtriebe

im Stadtteil, das Foto ziert mittlerweile im Großformat die U-Bahn-Station Langwasser-Mitte.

An der Organisation der Aktion beteiligt waren die Streetworker der AWO, Kinder und Mitarbeiterinnen

aus der Kita in der Thomas-Mann-Straße stehen auf dem Foto in der ersten

Reihe. Die Aktion ist ein schöner Beleg dafür, wie vielfältig die Arbeit im Referat Kinder,

Jugend und Familie ist und dass trotz aller internen Probleme der Blick nach außen ge-

wahrt bleibt.

Foto: Herbert Liedel

Eine weitere Gemeinsamkeit der verschiedenen

Arbeitsbereiche ist die Entwicklung,

dass es bei einer zum Teil erheblichen Fluktuation

immer schwieriger wird, kompetentes

Personal für die anspruchsvollen Betreuungsaufgaben

zu finden - in Kitas genauso

wie in der stationären Jugendhilfe. Möglichkeiten

der Fort- und Weiterbildung waren -

und bleiben - deshalb ein wichtiger Faktor

der Personalgewinnung und -bindung.

18

Jugendhilfe und Elternbildung

Die Angebote der Jugendhilfe und Elternbildungsprogramme

wurden im vergangenen

Jahr erneut gut genutzt. Die Plätze in

der heilpädagogischen Wohngemeinschaft

Luise waren in der meisten Zeit ausgebucht,

auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Ambulanten Erziehungshilfen wurden

durch den Allgemeinen Sozialdienst des

Jugendamts häufig angefragt. Hier ist allerdings

absehbar, dass die Dienstleistung künftig

seltener in Anspruch genommen wird.


Die Kosten im Bereich der Jugendhilfe sind

in den vergangenen Jahren sehr stark angewachsen.

Zur Umkehr dieses Effekts werden

vermutlich spürbar weniger so genannte

„Fachleistungsstunden“ bei freien Trägern

wie der AWO in Auftrag gegeben.

Nachdem die AWO in den letzten Jahren

nicht der Verlockung erlegen ist, in diesem

Bereich personell in größerem Umfang zu

expandieren, werden die Folgen der Trendwende

aber voraussichtlich verkraftbar sein.

Hier ist auch hilfreich, dass sich die AWO mit

ihrer interkulturellen Kompetenz einen anerkannt

guten Ruf erarbeitet hat.

Bewährt hat sich im Bereich der Ambulanten

Erziehungshilfen, wie in allen anderen

Arbeitsgebieten, die konstruktive und vertrauensvolle

Zusammenarbeit mit anderen

freien Trägern. Gemeinsam wurden erfolgreiche

Verhandlungen mit dem Jugendamt

über den Vergütungssatz für die Fachleistungsstunden

geführt, der seit einigen

Jahren nicht mehr an die allgemeine Kostenentwicklung

angepasst worden war.

Auch ein Fachtag zur Qualitätssicherung in

der Jugendhilfe wurde von den freien Trägern

gemeinsam organisiert und durchgeführt.

Im November fand ein lange erwartetes

freudiges Ereignis für Jugendliche in Langwasser

statt: In der Breslauer Straße konnte

der neue „Jugendunterstand“ eröffnet werden.

Auf dem Gelände bieten Streetballkörbe

und Fußballtore den Jugendlichen die

Möglichkeit zur sportlichen Betätigung.

Zwei offene Hütten sorgen dafür, dass der

Treff auch bei schlechtem Wetter genutzt

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

werden kann. Die beiden Streetworker der

AWO sind als Ansprechpartner für die

Jugendlichen regelmäßig vor Ort.

Am Ende des Jahres sorgte dann die Sparkasse

dafür, dass viele von den Ambulanten

Erziehungshilfen und den Elternbildungsprogrammen

betreute Familien ihren Kindern

trotz eigener schwieriger Lage eine im

Wortsinn „schöne Bescherung“ bereiten

konnten. Mitarbeiter und Kunden der Sparkasse

hatten gesammelt, um den Kindern

ihre größten Wünsche zu erfüllen, die Bescherung

erfolgte etwas vorzeitig am

21. Dezember.

Kindertageseinrichtungen und

Ferienprogramme

Nach langen Vorplanungen konnte im vergangenen

Jahr mit dem Um- und Neubau

der Kindertageseinrichtung in Mühlhof begonnen

werden. Statt bisher 25 Kindergartenplätzen

stehen ab September 40

Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren

sowie zusätzlich 24 Krippenplätze für Kinder

im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren

zur Verfügung. Für die Phase des Neubaus

wurden die Kinder in ein Containerdorf ausquartiert.

Dessen Aufbau mittels eines

großen Krans war nicht nur für die kleinen

Zuschauerinnen und Zuschauer eine spektakuläre

Aktion.

In verschiedenen anderen Kitas wird eine Erweiterung

derzeit vorbereitet - in Planung

sind zusätzliche Hortgruppen in den Kitas

Lichtenhof und Nürbanum. In Großgründlach

sollen die bestehenden Plätze erweitert

werden.

Einweihung des Unterstandes in Langwasser Aufbau des Containerdorfs Fotos: AWO Nürnberg

19


Gleich mehrere Kitas konnten vom finanziellen

und tatkräftigen Engagement verschiedener

Firmen profitieren. Sie erhielten

beispielsweise einen neuen Rollrasen oder

auch einen Scheck für die Vervollständigung

der Ausstattung. Diese Unterstützung aus

dem Bereich der Privatwirtschaft ist höchst

erfreulich und es bleibt zu hoffen, dass sich

auch weiterhin Unternehmen in dieser Art

und Weise engagieren. Die Spenden können

aber nicht darüber hinweg täuschen, dass

auch die im vergangenen Jahr vorgenommene

Novellierung des Bayerischen Kinderbildungs-

und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) -

trotz mancher Verbesserungen - noch nicht

zu einer ausreichenden personellen und

finanziellen Ausstattung der Kindertageseinrichtungen

geführt hat. Um auf diesen Mangel

aufmerksam zu machen, hatten die freien

Kita-Träger in Nürnberg im Herbst eine

Protestaktion organisiert, an deren Ende

über 7.000 Unterschriften an die Staatsregierung

übergeben werden konnten.

Das Jahr 2012 im Referat KJF in ausgewählten Zahlen:

20

Ein großer Erfolg waren im vergangenen Jahr

erneut die Ferienbetreuungen, die das

Referat für Kinder von Mitarbeitenden der

Firma Bosch und für den Firmenzusammenschluss

„Koomiki“ organisiert hat. Verschiedene

Rückmeldungen deuten darauf hin,

dass der Bedarf an Ferienbetreuung noch

weiter ansteigen wird.

• 982 Kinder wurden in den AWO Kindertageseinrichtungen am Stichtag 31.12.2012 betreut.

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ambulanten Erziehungshilfen haben die Familien

in 8.656 Fachleistungsstunden begleitet.

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Referat Kinder, Jugend und Familie

Referatsleiter: Detlef Rindt-Ermer

Gartenstraße 9

90443 Nürnberg

i

Telefon: 0911 415888

Telefax: 0911 415904

E-Mail: referat.kjf@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de


Migration und Integration

Das Referat Migration und Integration

Willkommen in Deutschland

Die Aktivitäten des Referates Migration und Integration orientieren sich an den Bedürfnissen

der Menschen, die nach Deutschland kommen. Ob sie aus politischen oder sozialen Gründen

flüchten müssen, der Liebe wegen nach Deutschland kommen oder zu ihrer Familie nach

Nürnberg ziehen.

Club 402

Der Club 402 in der Regensburger Straße hat

mit einer Aktion mit jugendlichen Flüchtlingen

aus Afghanistan, dem Hip-Hopper

„Nemo“ und der Evangelischen Jugend

Nürnberg (EJN) auf die Situation der Jugendlichen

aufmerksam gemacht.

„Alleine durchgeschlagen von Afghanistan

bis hier…“, so beginnt das Lied mit dem Titel

„Isoliert“, das acht unbegleitete minderjährige

Flüchtlinge aus Afghanistan zusammen

verfasst und im Tonstudio der Konrad-Groß-

Schule auf CD aufgenommen haben. Es handelt

von ihrem tristen, perspektivlosen

Leben in einer Gemeinschaftsunterkunft für

Asylbewerber in Nürnberg, ihrem großen

Integrationswillen, gleichzeitig aber auch

von den vielen Steinen, die ihnen hierbei in

den Weg gelegt werden sowie der defizitären

Situation in ihrer Heimat Afghanistan.

Lied: „Isoliert“ (Von Afghanistan bis hier)

Refrain

Alleine durchgeschlagen von Afghanistan bis hier

Ohne unsere Eltern, davon erzählen wir

Wir hofften auf Frieden, Freiheit und Sicherheit.

Ein Leben ohne Angst und eine gute Arbeit.

Aber waren wir auch wirklich willkommen?

Viele Hoffnungen wurden uns wieder genommen.

Arbeitsverbot, Abschiebung droht

In ein Land überschattet vom Tod.

In meinem Leben habe ich bereits viel erfahren

Ohne meine Eltern kam ich mit 16 Jahren

Ich wollte gern am Leben hier teilhaben.

Aber im Lager fühl ich mich oft einsam.

Ich kam in dieses Land und wollte alles kennenlernen

Doch irgendwie schien jeder vor mir wegzurennen.

Aus Afghanistan? – Bist du ein Terrorist?

Im Lager isoliert, das Leben hier ist trist.

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Die Jugendlichen wollen mit dem Lied wachrütteln

und auf ihre desolate Situation aufmerksam

machen. Organisiert, unterstützt

und durchgeführt wurde das Projekt von

und mit dem Nürnberger Hip-Hopper und

Pädagogen Nemo Nemesis sowie der

Afghanische Jugendliche beim Rap Foto: AWO Nürnberg

Leben mit der Angst zurückgeschickt zu werden

Denn in Afghanistan muss ich vielleicht sterben.

Das Wichtigste für mich, ist am Leben zu sein.

Aber vielleicht schicken sie mich bald wieder heim.

Refrain

Sie wollen uns ausweisen in ein Land ohne Arbeit

In dem als Beruf nur das Militär bleibt

Wo man niemals weiß, wer auf seiner Seite steht

Und wo immer überall der Wind des Todes weht.

In meiner Heimat war ich fleißig, denn ich wollte was

erreichen

Aber der Krieg zwang mich, von dort zu weichen.

Ich kam her, bereit ein neues Leben aufzubauen

Doch wollen sie mir hier nicht das Arbeiten erlauben.

Ich wollte auch wie die Anderen sein

Aber oft bin ich hier so allein.

Getrennt von der Gesellschaft, Wohnen im Heim

Wie viele Abende hab ich geweint.

Refrain

21


Dipl.-Sozialpädagogin Dorothee Petersen,

Referentin für gesellschaftspolitische

Jugendbildung bei der EJN, und der

Dipl.-Sozialpädagogin Nicole Schwenger,

Mitarbeiterin im Club 402.

Beratungszentrum für Migration

Drehtag im Beratungszentrum für Migration

im Feuerweg: Die EU-Kommission hatte u.a.

die AWO Nürnberg ausgesucht, um unser

Projekt „aufnehmen, annehmen, mitgestalten“

mit einem Film zu dokumentieren.

Schwerpunkt des Filmabschnitts, der

im Feuerweg gedreht wurde, waren unsere

Angebote für Frauen aus dem muslimischen

Kulturkreis.

Fachtag „Älter werden in der Migration“

Ein Fachtag zum Thema „Älter werden in

der Migration“ befasste sich mit der Lebenssituation

von älteren Migranten, deren gesundheitliche

und soziale Probleme.

Informationsnachmittag über Laos

Gemeinsam mit dem laotischen Kulturverein

und in Kooperation mit dem Ortsverein AWO

Nürnberg International fand im Oktober ein

Informationsnachmittag über Laos statt. Vorträge,

Tanz, Gesang, musikalische Einlagen

und kulinarische Spezialitäten brachten den

Besuchern das Land Laos näher.

Martina Sommer (Mitte) zu Besuch bei einer Familie

in Kosovo Foto: AWO Nürnberg

22

Zahlen:

• Im Jahr 2012 wurden durch den Jugendmigrationsdienst

938 Jugendliche beraten

und betreut.

• Zur Beratungsstelle der Migrationsberatung

für Erwachsene im Feuerweg

kamen 1.334 Zuwanderer.

• In den Gemeinschaftsunterkünften Kunigundenstraße

wohnten 2012 zwischen

130 und 175 Personen und in der Regensburger

Straße 140 bis 160 Personen, die

Beratung, Betreuung und Angebote der

AWO in Anspruch nahmen.

• 47 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge,

die in der Regensburger Straße untergebracht

sind, wurden im Jahr 2012 von

der AWO beraten und betreut.

• Im Qualifizierungsprojekt für Flüchtlinge

nahmen 428 Personen an Kursen teil.

• In der Zentralen Rückkehrberatung

wurden 604 Personen beraten, davon

kehrten 280 in ihre Heimatländer zurück.

• Im Kosovo wurden 147 Personen beraten

und 50 Personen psychologisch betreut.

116 Personen nahmen an Sprach- und

Integrationskursen teil. 171 Personen erhielten

materielle Hilfen wie z.B. Brennholz,

Medikamente, Schulmaterial.

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Referat Migration und Integration

Referatsleiterin: Martina Sommer

Gartenstraße 9

90443 Nürnberg

i

Telefon: 0911 2741400

Telefax: 0911 27414040

E-Mail: referat.mui@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de


Altenhilfe-Projekte der AWO Nürnberg

Die AWO-Fachstelle für pflegende Angehörige und

das Seniorennetzwerk Gartenstadt / Siedlungen Süd

Fachstelle für pflegende Angehörige

Typische Fragen an die Fachstelle bezogen

sich auf die pflegerische Versorgung im

häuslichen Bereich, Leistungsansprüchen gegenüber

der Kranken- und Pflegekasse wie

etwa Pflegeeinstufung, Widerspruchsverfahren

und Hilfsmittelversorgung. Hinzu kamen

- wegen des besonderen Schwerpunkts der

Arbeit auf das Krankheitsbild Demenz - Anliegen

hinsichtlich entsprechender Leistungen

der Pflegekasse für Menschen mit sogenannter

eingeschränkter Alltagskompetenz.

So machten es sich die Mitarbeiter der

Fachstelle zur Aufgabe, Menschen mit einmaligen

Anliegen zu beraten, ebenso wie

längerfristige Begleitung von Familien mit

Demenzerkrankten oder solchen mit komplexen

pflegerischen Anliegen anzubieten.

Und zwar orientiert an den Bedürfnissen der

Ratsuchenden telefonisch, vor Ort im Hauptbüro

in der Karl-Bröger-Straße 9 oder in den

Außenstellen - im Senioren-Servicebüro im

Stadtteil Gartenstadt sowie beim Zentrum

Aktiver Bürger (ZAB) und im Haus der Heimat

im Stadtteil Langwasser - ebenso in Form

von Hausbesuchen. Die Beratung kann dabei

in deutscher oder bei Bedarf in russischer

Sprache erfolgen.

Gerade im Demenzbereich war das „Sich-

Aussprechen-Können“ und das Thematisieren

hilfreicher Tipps für eine gelingende

Kommunikation und Alltagsgestaltung wesentlich,

ebenso wie die aktive Unterstützung

bezüglich der Betreuungssituation.

Deswegen wurde das Beratungsangebot

weiterhin ergänzt durch niedrigschwellige

Angebote: Demenzerkrankte wurden in ihrer

häuslichen Umgebung von Ehrenamtlichen

des Helferkreises betreut oder konnten an

einem geselligen Beisammensein bei den

wöchentlich stattfindenden Betreuungsgruppen

Gartenstadt und Langwasser teilnehmen.

Bei beiden Angeboten stand das

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Wohlfühlen durch eine adäquate Aktivierung

und Förderung im Vordergrund sowie die

Schaffung von verlässlich frei verfügbarer

Zeit für Angehörige, um wichtige Anliegen

zu erledigen oder sich persönliche Freiräume

zu schaffen. Die Betreuungsgruppe Langwasser

richtete sich an russischsprachige

Interessenten und wurde aufgrund hoher

Nachfrage um ein weiteres wöchentliches

Treffen erweitert.

Daneben bot die Fachstelle monatlich zwei

Gesprächsgruppen für Angehörige von Menschen

mit Demenzerkrankungen an: eine

Gruppe in Kooperation mit der Diakoniestation

Emmaus im Stadtteil Gartenstadt und

eine weitere Gruppe für russischsprachige

Angehörige in ihrer Muttersprache in der

Südstadt. In diesem geschützten Rahmen

kam es zum Austausch, gemeinsamen Erarbeiten

nützlicher Tipps für den Umgang

mit schwierigen Situationen im Alltag, begleitet

von fachlich fundiertem Wissen zum

Krankheitsbild Demenz.

Olesya Reis, AWO Nürnberg, Diana Liberova, Vorsitzende

des Integrationsrats (v. li.) Foto: AWO Nürnberg

23


Aufgrund erfolgreicher Projektarbeit wurde

die Finanzierung für das Projekt „Über

Brücken kannst Du gehen“ für russischsprachige

an Demenz erkrankte Menschen in

den Partnerstädten Nürnberg und Hadera

(Israel) um weitere zwei Jahre verlängert.

Das Folgeprojekt wird weiterhin von der

Heinrich-Gröschel-Stiftung der Stadt Nürnberg

anteilig gefördert.

Im Rahmen der interkulturellen Öffnung unterstützte

die Fachstelle als Kooperationspartner

und in einer weiteren Kooperation

mit Angehörigenberatung e.V. den Auf- und

Ausbau eines internationalen ehrenamtlichen

Helferkreises für ältere Migranten in

Nürnberg bei dem Türkisch-deutschen Verein

zur Integration behinderter Menschen

e.V. (TIM e.V.). Dabei stellte die Fachstelle ihre

jahrelange Erfahrung und das Fachwissen in

Begleitung und Vermittlung von ehrenamtlichen

Helfern mit Migrationshintergrund zur

Verfügung, mit dem Ziel, weitere ehrenamtliche

Angebote für ältere und oft pflegebedürftige

Migranten zu deren umfassender

Versorgung in Nürnberg zu entwickeln.

Seniorennetzwerk Gartenstadt /

Siedlungen Süd

Älter werden muss aber nicht zwangsläufig

Pflegebedürftigkeit mit sich bringen. Oftmals

benötigen ältere Menschen kleinere Unterstützungen

im Haushalt, Möglichkeiten am

sozialen Leben im Stadtteil teilzuhaben und

eine Anlaufstelle, die sie im Notfall kontaktieren

können. All dies finden ältere Bewohner

im Senioren-Servicebüro bei dem Seniorennetzwerk

Gartenstadt, dessen Name Mitte

2012 wegen des Einzugsgebietes mit der

Nennung des Stadtteils Siedlungen Süd

ergänzt wurde.

In dem durch das Seniorenamt der Stadt

Nürnberg initiierten Seniorennetzwerk wurde

die Koordinatorin gemeinsam mit den

Netzwerkakteuren (z.B. Seniorenclubleitern,

ambulanten Diensten, Ehrenamtlichen) aktiv.

Kooperativ wurden Kräfte gebündelt und so

ein Verbund gestaltet, der sich in seinem

Handeln an den Bedürfnissen älterer Menschen

orientiert. In der Anlaufstelle erhielten

24

Menschen Beratung hinsichtlich aller Themen,

die mit dem Älterwerden zusammenhängen.

Bei konkreten Hilfsanfragen im pflegerischen

Bereich wurde direkt weitervermittelt

an Netzwerkpartner. Wurden Wünsche

nach Teilhabe am Leben im Stadtteil geäußert,

wurden die Angebote der zahlreichen

Seniorenclubs vorgestellt und ggf.

dorthin begleitet. Zudem veranstaltete das

Netzwerk selbst einen monatlich stattfindenden

Stammtisch für Senioren (mit Fahrdienst).

Bereits Bestehendes wie das Präventionsangebot

Sicher bewegen - Stürze vermeiden,

ein zweimal wöchentlich stattfindender

Sportkurs speziell für Senioren, wurde in

Kooperation mit der evangelischen Emmaus-

Gemeinde erfolgreich fortgeführt. Mithilfe

ehrenamtlicher Beteiligung wurde die Hilfsmittelausstellung

Gartenstadt, eine Dauerausstellung

mit Beratungsangebot zum Thema

Hilfsmittel und seniorengerechte Wohnraumanpassung,

weitergeführt. Als neues

Angebot startete im Februar 2012 in den

Räumen des Kinder- und Jugendhauses Cube


und in Kooperation mit dem Verein Education

online ein Anfänger-PC-Kurs für Senioren.

Aufgrund des hohen Interesses wurde

das Angebot im Herbst mit einem Anfänger-

und einem Fortgeschrittenenkurs fortgeführt.

Als gemeinsames Projekt vieler Netzwerkpartner

wurde im Jahr 2012 der 2. Gartenstädter

Seniorentag organisiert und durchgeführt.

Es war wieder ein besonderes Ereignis,

alle packten mit an und die Rückmeldungen

der nahezu 300 Besucher und Besucherinnen

waren sehr gut. Eröffnet wurde

diesmal durch den Geschäftsführer der AWO

Nürnberg Helmut Herz, gefolgt von dem

2. Nürnberger Bürgermeister Horst Förther.

An den zahlreichen Ständen konnten die

Akteure der Seniorenarbeit persönlich

kennengelernt werden, zudem gab es

zahlreiche Vorträge, eine Modenschau sowie

Mitmachaktionen wie Sport im Sitzen, Gedächtnistraining

u.v.m.

Dank der breiten Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise

durch Erstellung eines Wegweisers

für Senioren, der Teilnahme an den

Stadtteilfesten Gartenstadt und Siedlungen

Süd und mittels Vorträgen bei Seniorentreffs,

Hier finden Sie weitere Informationen:

Fachstelle für pflegende Angehörige Seniorennetzwerk St. Leonhard/Schweinau

Ansprechpartnerin: Olesya Reis Ansprechpartnerin: Sabine Mrkwitz

Karl-Bröger-Straße 9 Orffstraße 21

90459 Nürnberg 90439 Nürnberg

Telefon: 0911 45060131 0911 8018154

Telefax: 0911 45060122 E-Mail: sabine.mrkwitz@awo-nbg.de

E-Mail: olesya.reis@awo-nbg.de Internet: www.awo-nuernberg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

Senioren-Servicebüro/-netzwerk und

Fachstelle für pflegende Angehörige

Ansprechpartnerin: Birgit Staib

Finkenbrunn 33

90469 Nürnberg

Telefon: 0911 2178876

Telefax: 0911 2178877

E-Mail: birgit.staib@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

wurde das Senioren-Servicebüro im Jahr

2012 bekannter. Bemerkbar wurde dies zum

einem durch das Aufkommen von mehr Hinweisen

von Netzwerkpartnern und Bewohnern

auf Personen, die unsere Unterstützung

benötigten, aber von Seiten der

Mitarbeiter des Senioren-Servicebüros aufgesucht

werden mussten. Zum anderen

konnte wegen der zunehmenden Vernetzung

der Partner ein breiteres Netz an

Unterstützung in vereinfachter Form angeboten

und verwirklicht werden.

Auch für unsere Klienten wurde dies spürbar.

So schilderte eine 88-jährige Frau: „Ich war ja

immer gesund. Und plötzlich brauchte ich

Hilfe. Gut, dass Fr. Staib und ich uns schon

vom Seniorentreff kannten. Ein Anruf

genügte und sie hat mir bei allem geholfen!“

Im Jahr 2013 wird die Arbeit noch weiter

intensiviert: auch in den Stadtteilen

St. Leonhard und Schweinau wird ein

Seniorennetzwerk - unter Koordination

von Frau Sabine Mrkwitz - ins Leben

gerufen.

25


Senioren, pflegebedürftige und behinderte Menschen

Das Alten- und Pflegeheim Hans-Schneider-Haus

Eine Note zu bekommen, ist für jeden Schüler mit Anspannung verbunden. Nicht anders

ergeht es den Heimen, wenn die Qualität im Haus durch den Medizinischen Dienst der

Krankenversicherung (MDK) oder durch die Heimaufsicht geprüft wird, und trete man mit

noch so ruhigem Gewissen solchen Tagen entgegen. Unser Fleiß und alle Mühe, die wir uns

gegeben haben, wurden am 16.01.2012 mit einer nochmals verbesserten Gesamtnote von

1,2 belohnt.

Qualität im Dienstleistungssektor ist schwer

fassbar und nicht einfach zu beschreiben.

Selbstverständlich beinhaltet sie in nicht

unerheblichem Maße schriftliche Nachweise,

die die Fachlichkeit unserer Pflegekräfte

widerspiegeln. Hier ist eine Gratwanderung

gefordert. Auf der einen Seite

möchte jeder Mitarbeiter allen Bewohnern

unseres Hauses so viel Zeit und Zuwendung

wie nur möglich geben, auf der anderen

Seite muss auch Raum für das Führen

der Pflegedokumentation sein. Das ist nicht

immer einfach. Letztendlich zeigt sich aber

die Pflegequalität in der Zufriedenheit der

Bewohner.

Endlich schweigen Bohrer, Hammer und

Pickel und die Wohnbereiche strahlen in

frohen Farben. Eine Fotogalerie mit Stadtteilmotiven,

entsprechend der Namen der

Wohnbereiche, unterstreicht eine Atmosphäre

zum Wohlfühlen. Vor dem Haus

wurden der Garten und die Wege neu

26

gestaltet. Die volle Pracht mit neuen

Sträuchern und Blumenbeeten wird sich

allerdings erst im Jahr 2013 entfalten und

dann können viele durch die neuen Sitzgelegenheiten

sich daran erfreuen. Aktivitäten

in solch einer schönen Umgebung

machen doppelt so viel Spaß.

Die Lebendigkeit eines Hauses zeigt sich

ganz besonders durch Veranstaltungen.

Der besondere Höhepunkt ist das Sommerfest

mit jährlich neu festgelegtem Motto,

welches dieses Mal mit „An der Nordseeküste“

betitelt war. Hier brachte der Nürnberger

Seemannschor bei herrlichem

Wetter alle in Schwung.

Neue Eindrücke sammeln kann man am

besten durch einen Ausflug in die Umgebung,

sei es bei der Langwasser Kirchweih

oder beim Karpfenessen am Valznerweiher.

Neu gestalteter Garten am Hauseingang Fotos: AWO Nürnberg


Beste Laune kam auf, als Kärwaburschen und

-madli aus Laufamholz Tänze vorführten. In

den glänzenden Augen erkannte man, dass

mancher sich in Gedanken mit drehte, auch

wenn die Beine es nicht mehr zulassen.

Die Weihnachtszeit am Ende des Jahres bewegt

alle im Hans-Schneider-Haus, besonders,

wenn es um das Menü zum Candle

Light Dinner geht, das wir aufgrund des

tollen Erfolgs im Vorjahr wiederholten.

Trotz aller Herausforderungen des Alltags

werden wir an unserem Ziel festhalten, die

Bewohner so zufrieden und glücklich wie nur

möglich zu machen.

Zahlen und Daten:

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Alten– und Pflegeheim Hans-Schneider-Haus

Heimleiterin: Jutta Tiefel

Salzbrunner Straße 51

90473 Nürnberg

i

Telefon: 0911 980790

Telefax: 0911 9807910

E-Mail: hans-schneider-haus@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Candle Light Dinner Foto: AWO Nürnberg

Platzzahl: 145, nur Einzelzimmer, davon 20 im beschützenden Bereich

Wohnbereiche: 5

Baujahr: 1966, Brandschutzsanierung 2012

Hauptamtliche Mitarbeiter: 114

Ehrenamtliche Mitarbeiter: 13 regelmäßig, weitere bei Ausflügen etc.

27


Senioren, pflegebedürftige und behinderte Menschen

Das Alten- und Pflegeheim Käte-Reichert-Heim

Mehr und noch individuellere Betreuung unserer Bewohnerinnen und Bewohner - und das

ohne ein Mehr an Kosten. Dies war die Herausforderung im Jahr 2012, der das Käte-Reichert-

Heim sich stellte. Pflege und Betreuung nicht nur erhalten, sondern auch intensivieren, neue

Angebote einführen, all dies gelang! Jedoch nur dank einer bemerkenswerten Unterstützung

durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und Mitgliedern unserer AWO-Ortsvereine.

„DEN JAHREN LEBEN GEBEN“ – auch und gerade

in Zeiten, in denen der Fokus vermeintlich

alternativlos auf Begriffe wie „Wirtschaftlichkeit“

oder „Effizienz“ gerichtet wird, gilt dieses

Motto unserer täglichen Arbeit im Käte-

Reichert-Heim mehr denn je!

So gab es neben den nochmals intensivierten

regelmäßigen Betreuungsangeboten,

wie Singen, Basteln, Gymnastik, Spiel und

Sport mit der Wii-Konsole, Gedächtnistraining

und gemeinsamem Kochen

natürlich auch unsere jährlichen Veranstaltungen.

Faschings-, Sommer-,

Wein- oder Weihnachtsfeiern gelangen

auch und vor allem durch die tolle Unterstützung

unserer AWO-Ortsvereine und unsere

sagenhaft fleißigen ehrenamtlichen

Helfer.

Ein besonderes Highlight war auch die

Fertigstellung unseres Bewegungsparcours

im Innenhof. Dieser wurde mit finanzieller

Unterstützung der AWO-Ortsvereine

28

Bleiweiß und Johannis und mit ehrenamtlicher

Hilfe einer Gruppe junger Ingenieure

der Firma „evopro“ eingerichtet und bietet

Gelegenheit, sicheres Laufen auf verschiedenen

Untergründen zu üben. Besonders

stolz sind wir darauf, dass wir mit unserer

Idee vom ZAB (Zentrum Aktiver Bürger) aus

einer Vielzahl von eingereichten Projekten

ausgewählt wurden und durch diese finanzielle

und tatkräftige Unterstützung das

Projekt erst möglich wurde.

Ein toller Erfolg ist auch unsere Tagesgruppe

für demente Bewohner, die sich mittlerweile

voll etabliert hat. Natürlich werden Bewohner,

soweit erforderlich, auch in den

Wohnbereichen von gerontopsychiatrischen

Fachkräften betreut.

Im auslaufenden Jahr 2012 begannen wir

noch ein weiteres innovatives Pilotprojekt:

„GENESIS“. Hierbei handelt es sich um seniorengerechte

Computerspiele, die von der

Georg-Simon-Ohm-Hochschule in laufender

Weihnachtsfeier in den Wohnbereichen Entstehung unseres Parcours Fotos: AWO Nürnberg


Zusammenarbeit mit vier Pflegeeinrichtungen

der Region, darunter das Käte-Reichert-

Heim, entwickelt werden. Fordern und Fördern

von Ressourcen, Kurzweil, Spannung

und Spaß sind hier genauso die Ziele wie

auch nicht zuletzt das weitere Zusammenbringen

von Generationen.

Wir sind schon sehr gespannt darauf, was wir

an dieser Stelle im kommenden Jahr hierüber

berichten können.

Zahlen und Daten:

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Alten– und Pflegeheim Käte-Reichert-Heim

Heimleiter: Hermann Beißer

Wiesentalstraße 56

90419 Nürnberg

i

Telefon: 0911 393720

Telefax: 0911 3937222

E-Mail: kaete-reichert-heim@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Innenhof mit Hochbeet Foto: AWO Nürnberg

Platzzahl: 103, überwiegend Einzelzimmer (Südseite mit Balkon)

Wohnbereiche: 3

Baujahr: 1961, Teilrenovierung zuletzt 2010

Hauptamtliche Mitarbeiter: 87

Ehrenamtliche Mitarbeiter: 13 regelmäßig, weitere bei speziellen Veranstaltungen

29


Zentralstelle für Strafentlassenenhilfe

40 Jahre Zentralstelle für Strafentlassenenhilfe (ZfS) in Nürnberg

Am 7. November konnte die ZfS ihr 40-jähriges Bestehen im Sozialzentrum der Justizvollzugsanstalt

Nürnberg feiern. Am regen Zuspruch unserer Geburtstagsgäste aus Politik, Justiz und

Kollegen konnten wir zu unserer großen Freude sehen, dass die ZfS weiterhin fest in Nürnbergs

sozialem Netz eingebunden ist. Die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Nürnberg, Frau

Schöfer-Sigl, begrüßte als Hausherrin und Kuratoriumsvorsitzende der ZfS die zahlreichen

Gäste in ihren Räumen. Im Anschluss gab es einen kleinen geschichtlichen Abriss über die

40-jährige Geschichte der Arbeit in der ZfS und eine Podiumsdiskussion.

Geschichte der ZfS 1972 – 2012

Ende der 60er Jahre wurde Resozialisierung

ein Thema in der Politik. Man erkannte, dass

eine gute Resozialisierungsarbeit, die auf die

Bedürfnisse der Menschen abgestimmt ist,

zugleich der beste Schutz vor einem Rückfall

und damit auch ein Beitrag für die Sicherheit

der Bevölkerung ist.

In Nürnberg mussten sich die Haftentlassenen

durch die über die Stadt verteilten

Hilfsangebote durchkämpfen. Die Heilsarmee

war der Hauptanlaufpunkt für alle, die

an der gebotenen Hilfsstruktur scheiterten.

Die Heilsarmee hat deshalb die Initiative

ergriffen und Verbündete gesucht, um eine

zentrale Anlaufstelle für Haftentlassene zu

schaffen.

Die Gründungsväter der ZfS waren das

Arbeitsamt Nürnberg, das Sozialamt der

Stadt Nürnberg, der Arbeitskreis Resozialisierung,

die Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt,

Stadtmission und Caritas, die

Justizvollzugsanstalt Nürnberg und der

Bayerische Landesverband für Gefangenenfürsorge

und Bewährungshilfe. Sie haben in

Nürnberg die in der Bundesrepublik

30

Deutschland einmalige Einrichtung geschaffen,

behördliche und freiwillige

Straffälligenhilfe unter einem Dach zu vereinen

und am 1. Oktober 1972 die Zentralstelle

für Strafentlassenenhilfe gegründet.

Jeder Klient, der in die ZfS kam, verließ diese

wieder mit einer Perspektive, wie es weitergeht.

Er wusste, wo er schläft, welche Leistungen

ihm zustehen, welche Papiere er

noch braucht, welche beruflichen Möglichkeiten

er hat, und er hatte Geld in der Tasche,

um alles, was er tun muss, erledigen zu

können. Sozialamt, Arbeitsamt und die

Sozialpädagogen arbeiteten Hand in Hand,

die Tätigkeiten wurden in einer Einheitsakte

dokumentiert.

Zum Jahresende 2003: Ausstieg des

Sozialamts aus der ZfS

Mit Ausscheiden des Sozialamts aus der ZfS

wurde diese niederschwellige Hilfe zwar

bürokratischer, aber durch meist gute Zusammenarbeit

mit den Außenstellen des

Sozialamts handhabbar. Es konnten Notfalltermine

vereinbart und Fachfragen der Leistung

durch Telefonkontakt geklärt werden.

Januar 2005: SGB II tritt in Kraft

Die Organisationsstruktur und Arbeitsfähigkeit

der ARGEN hatten viele Geburtswehen.

Das Chaos für unsere Klienten beginnt. Alle

erprobten und funktionalen Hilfestellungen

sind außer Kraft. Im August 2005 schied die

Arbeitsagentur aus dem Trägerverbund aus,

da die Mehrzahl der Haftentlassenen SGB II-

Kunden waren. ARGE und Arbeitsagentur

arbeiten vollständig getrennt voneinander.


Seit September 2005 ist die ZfS ein Informations-

und Beratungszentrum geworden. Wir

haben eine Lotsenfunktion für unsere Klienten,

damit sie bei den vielen Wegen nach der

Haftentlassung die richtige Reihenfolge

kennen. Unsere Arbeit setzt jetzt viel früher,

in Form von Einzelberatung und Gruppenarbeit,

bereits im Gefängnis an.

Podiumsdiskussion 2012:

Aus dem Knast in den Behördendschungel

• Dieter Maly, Leiter des Sozialamts der

Stadt Nürnberg

• Friedrich Leinberger, Leiter des AK

Resozialisierung der Stadtmission

• Anton Meyer, stellvertretender Geschäftsführer

der Jobcenter Nürnberg

• Gisela Scherer, Geschäftsführerin operativ

der Agentur für Arbeit Nürnberg

Moderation:

Ulrike Löw, Nürnberger Nachrichten

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion

stellten in kurzen Beiträgen ihre Arbeit zur

Unterstützung von aus der Haft entlassenen

Personen vor. Jede Behörde hat ihre individuellen

Zugangsvoraussetzungen und ist

nicht mit den anderen vernetzt. Durch die

Diskussion fand zumindest eine ernsthafte

Auseinandersetzung mit den Problemen der

Haftentlassenen statt. Und es wurde über

sinnvolle Hilfen sachlich diskutiert.

Resümee für unsere Einrichtung

Seit Inkrafttreten der Arbeitsmarktreform ist

von den Gedanken der Gründungsväter nicht

mehr viel übrig geblieben. Die Haftentlassenen

mit ihrer besonderen Problematik

müssen jetzt wie vor der ZfS-Gründung bis

zu vier verschiedene Stellen aufsuchen, bis

sie eventuell Hilfe bekommen. Das Einzige

ist, sie sind dabei nicht mehr alleine auf sich

gestellt, sondern bekommen durch unsere

Stelle Unterstützung und Hilfe. Die Zusammenarbeit

mit den Jobcentern hat sich

enorm verbessert, wenn auch noch viel Optimierungspotential

vorhanden ist. i

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Die Zahlen der ZfS 2012:

Persönliche Vorsprachen

EV Erstvorsprachen 315

WV Wiedervorsprachen 811

JE JVA-Einzelgespräche 195

JG JVA-Gruppe 254

So Sonstiges 19

Klient sprach nicht persönlich vor

TK Telefonische Beratung 278

BI Behördenkontakt

und Information

178

SC Schriftliche Beratung 109

So Sonstiges 15

ZfS-Beratungen insgesamt 2.174

Marianne Schober, Telefonberatung Foto: ZfS

Hier finden Sie weitere Informationen:

Zentralstelle für Strafentlassenenhilfe

Marienstraße 23

90402 Nürnberg

Telefon: 0911 222855

Telefax: 0911 2059878

E-Mail: kontakt@zfs-n.de

Internet: www.strafentlassenenhilfe.de

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Kooperationsprojekt Personalentwicklung

Das Kooperationsprojekt Personalentwicklung

Der AWO Kreisverband Nürnberg und der AWO Bezirksverband Ober- und Mittelfranken

führen seit Juni 2010 ein gemeinsames Personalentwicklungsprojekt mit dem Namen „Weit

blicken - flexibel handeln“ (kurz: PE-Projekt) durch. Das PE-Projekt wird über das Programm

„rückenwind – für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft“ durch das Bundesministerium für

Arbeit und Soziales und der Europäischen Union gefördert.

Im Projektjahr 2012 wurden für ca. 570 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter beider Verbände

insgesamt 92 Angebote und Maßnahmen

durchgeführt. Neben 64 Fortbildungsangeboten

wurden weitere Maßnahmen, wie z. B.

Steuerungsgruppen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

in beiden Verbänden

oder die im Jahr 2012 erfolgreich abgeschlossene

Moderatorenausbildung

„Gesundheitszirkel“, mit entwickelt, organisiert

und finanziert.

Auch in diesem Projektjahr wurde eine Reihe

von Fortbildungen aus dem PE-Programm

mehrmals angeboten (siehe Abbildung). Der

Fokus lag auf der Entwicklung und Durchführung

von Angeboten, die laut Bildungsbedarfsanalyse

und Fortbildungskonzept

noch im Projektzeitraum umgesetzt und evaluiert

werden sollten. Diese neuen PE-

Angebote sollen hier kurz vorgestellt werden:

32

Im Bereich der Teamentwicklung wurde zum

ersten Mal probeweise ein „Seilgartentraining“

im Kletterwald angeboten. Auf der

Basis von teambildenden Übungen, wie

Vertrauensübungen oder kooperative

Aufgaben lösen, konnten Teamprozesse

reflektiert und die Voraussetzungen für eine

erfolgreiche Zusammenarbeit gefördert werden.

Das Teamtraining im Niedrigseilparcours

fand erstklassigen Anklang und war im

Sinne der Zielerreichung überaus erfolgreich,

wie eine externe Evaluation zeigt. Es stärkt

nachweislich das Zusammengehörigkeitsgefühl

und die Identifikation mit dem Team,

macht Ressourcen sowie Potentiale des

Teams bewusst und intensiviert Austausch

und Kooperation im Arbeitsalltag. Bei zukünftigem

Teamentwicklungsbedarf, wie z.

B. neu zusammengestellten Teams, Personalwechsel

oder neuen Leitungskräften, wäre

auch eine Durchführung dieser wirkungs-


vollen Teamübungen in verkürzter Zeit und

in regionaler Umgebung des Teams denkbar.

Zur Förderung des Führungsnachwuchses

wurde zwei Mal ein Entwicklungscenter

durchgeführt, das Planspiel „Fit für Führung?“

für potenzielle Kita- und Wohnbereichsleitungen.

Mit praxisgerechten, simulierten

Aufgaben, wie z. B. Führen eines

Mitarbeitergespräches, Präsentation und Bearbeiten

einer Fallstudie, haben die Teilnehmer/-innen

einen Einblick in den Alltag

einer Führungskraft erhalten und konnten

sich somit selbst ein Bild von den Erwartungen

und Anforderungen an eine Führungsaufgabe

machen. Durch den Einsatz objektiver

Beobachter und gezielter Selbstreflexion

der Teilnehmer/-innen wurden die Stärken

und Entwicklungspotenziale erfasst und

ausgewertet. Anschließend haben individuelle

Feedbackgespräche mit den Teilnehmer/-innen

stattgefunden und Entwicklungsempfehlungen

wurden auch an

die Vorgesetzten weitergegeben. Diese greifen

die Ergebnisse wiederum im Mitarbeiterjahresgespräch

auf und berücksichtigen sie

für die Laufbahnplanung der jeweiligen Mitarbeiter/-innen.

Die durchweg positive

Rückmeldung der Teilnehmer/-innen und

ihrer Vorgesetzten zeigt uns, dass wir den

richtigen Weg für unsere Führungsnachwuchssicherung

eingeschlagen haben. Wir

freuen uns über alle potenziellen neuen

Führungskräfte, die sich bei der Teilnahme

am Planspiel für diese Herausforderung entschieden

haben!

Mit der Fortbildung „Grundlagen und Methoden

der Mitarbeiterführung“ wurde unser

Basisprogramm für Führungskräfte um

ein Modul bereichert, das laut Bildungsbedarfsanalyse

besonders gewünscht ist.

Ziel der Fortbildung ist die Klärung des

Rollenverständnisses als Führungskraft und

das Kennen und Anwenden der AWO-

Führungsleitlinien und Führungstechniken.

Neben einem gezielten Kompetenzaufbau

in den Bereichen Mitarbeiterbindung, -

entwicklung und -motivierung wurden wir-

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

kungsvolle Konfliktlösungsstrategien vermittelt

und trainiert. Das Feedback der Teilnehmer/-innen

war hervorragend und die

Weiterempfehlungsrate lag bei 100 Prozent.

Bei dieser Fortbildung kam die Online-

Lernplattform „moodle“ probeweise zum

Einsatz. Wie die sonstigen methodischen

Neuerungen, Selbstlernphase und Transferarbeit,

wurde die Online-Plattform teils rege

und problemlos genutzt, teils überhaupt

nicht, so dass bei einem zukünftigen Einsatz

noch einmal der Nutzen der Neuerungen

dem Kommunikations- und Verwaltungsaufwand

gegenübergestellt werden muss.

Im Projektjahr 2012 haben wir begonnen,

Kosten und Nutzen der PE-Angebote genauer

unter die Lupe zu nehmen. Schließlich

geht es auch darum, ob bestimmte Angebote,

die im Projektzeitraum konzipiert und

mit Hilfe der Teilnehmer/-innen kontinuierlich

verbessert wurden, weiterhin beibehalten

werden sollen. Aus diesem Grund wurde

das PE-Projekt gegen Ende des Jahres evaluiert.

Ein externer Evaluator analysierte die

Feedbackbögen der Teilnehmer/-innen (501

Rückmeldungen) und führte eine Online-

Befragung aller Führungskräfte zur Zielerreichung

und dem Nutzen der Angebote

durch (117 Teilnehmer/-innen). Hierbei wurde

zudem der Erfolg des PE-Projekts generell

bewertet. Die Ergebnisse werden

Mitte Januar 2013 durch den Evaluator im

PE-Steuerungsteam präsentiert und anschließend

kommuniziert.

Für die langfristige Realisierung der äußerst

gefragten und zudem nützlichen Balancetage

in zwei Kurkliniken des AWO Bezirksverbandes

Ober- und Mittelfranken wurde

bei den letzten Durchführungen in Bad

Windsheim und Gunzenhausen die Bereitschaft

zur Eigenbeteiligung erfragt (88 Antworten).

Es zeigt sich, dass 62 Prozent der

antwortenden Teilnehmer/-innen bereit

sind, einen höheren Eigenbeitrag als derzeit

25,- € zu leisten. Aber nicht nur ein höherer

monetärer Beitrag wird von der Mehrheit

der Befragten akzeptiert: 57 Prozent würden

Überstunden und 52 Prozent Freizeit ein-

33


ingen, um an den Balance-tagen teilnehmen

zu können. Aus den Ergebnissen lässt

sich schlussfolgern, dass Mitarbeiter/-innen

mehrheitlich bereit sind, sich etwas stärker

als bisher an den Kosten zu beteiligen. Weil

die Balancetage aber vor allem für Mitarbeiter/-innen

konzipiert wurden, die einer hohen

Beanspruchung ausgesetzt sind, z. B.

aufgrund hoher Belastung durch häufige

Vertretungsleistungen, soll die bedarfsgerechte

Betriebliche Gesundheitsförderung

weiterhin im Vordergrund der

Teilnahmeentscheidung stehen.

Förderungen durch

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Kooperationsprojekt Personalentwicklung

Karl-Bröger-Straße 9

90459 Nürnberg

i

34

Telefon: 0911 45060124

0911 4508115

Telefax: 0911 45060122

E-Mail: awo-pe@awo-nbg.de

awo-pe@awo-ofr-mfr.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

www.awo-ofr-mfr.de

Insgesamt hat das PE-Projekt die Zielvorgaben

- kontrolliert durch das Bundesverwaltungsamt,

die Regiestelle und nicht zuletzt

durch das verbandsübergreifende PE-

Steuerungsteam - auch im Projektjahr 2012

wieder sicher erreicht, so dass wir von einem

erfolgreichen Projektabschluss im Mai 2013

ausgehen können.


Qualitätsmanagement

Das Qualitätsmanagement

Es wäre ein fataler Trugschluss, wenn man in wirtschaftlich angespannten Zeiten an der

Qualität sparen würde. Auch für ein Dienstleistungsunternehmen wie die AWO Nürnberg

gilt der Satz: Qualität und Wirtschaftlichkeit sind zwei Seiten derselben Medaille.

Sicherlich führte kein Weg daran vorbei, alle

hauptamtlich betriebenen Angebote und

Dienste auf den wirtschaftlichen Prüfstand zu

stellen und sich auch nicht vor der bitteren

Entscheidung zu drücken, chronisch unterfinanzierte

Bereiche, etwa den Ambulanten

Sozialen Hilfsdienst und die Jugendwohngemeinschaft

Saadet, zu schließen. Die neuen

Strukturen und das neue Angebotstableau

müssen - soweit dies planbar ist - zukunftsfest

gemacht werden. Profilbildend im sozialen

Markt kann sich die AWO Nürnberg letztendlich

nur über die Frage der Qualität positionieren.

Daher ist die Zufriedenheit der Kunden

ein fundamental wichtiger Maßstab. Dies betrifft

beispielsweise die Arbeit der Kindertagesstätten.

Hier wurden, wie auch in den

Vorjahren, die Eltern im Frühjahr 2012 ausführlich

befragt. Die hierbei erzielten Rückmeldungen

waren unter dem Strich sehr positiv.

Allerdings erlauben positive Befragungswerte

es nicht, die Hände selbstzufrieden in

den Schoß zu legen. Schließlich sollen ja

durch Kundenbefragungen Erkenntnisse über

Verbesserungspotentiale und wunde Punkte

gewonnen werden. Relativ kontroverse Aussagen

wurden bei den Fragen zu den Kita-

Öffnungszeiten erzielt. Hier gilt es, diese Frage

stetig im Blick zu haben und gegebenenfalls

bedarfsgerechte Änderungen einzuführen.

Neuland betreten wurde mit der ersten Kundenbefragung

des Referates Zentrale Dienste.

Denn hier standen natürlich nicht die externen

Kunden (der Beratungsstellen, Heime,

Kitas, etc.) im Fokus, sondern die internen

Kunden, sprich alle Mitarbeitenden. Sie

hatten mit der bewusst anonym durchgeführten

Befragung die Möglichkeit, eine Einschätzung

über die Dienstleistungen dieses

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Referates (von Personalabteilung bis Finanzbuchhaltung,

von Controlling bis EDV) abzugeben.

Die erzielten Ergebnisse können somit

auch in die Restrukturierung dieses Referates

im Gefolge des wirtschaftlichen Konsolidierungsprozesses

einfließen.

Die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung

Arbeitsförderung (kurz: AZAV) schreibt

vor, dass alle Träger, die Maßnahmen der Arbeitsförderung

nach dem Sozialgesetzbuch

(SGB) III selbst durchführen oder durchführen

lassen, bestimmte Zulassungskriterien erfüllen

müssen. Nur mit einem AZAV-Zertifikat

können also berufliche Qualifizierungsmaßnahmen

aus dem SGB III angeboten und

durchgeführt werden. Das im Dezember 2012

erfolgte Audit durch eine externe Fachkraft

bestätigte, dass das Referat Berufliche Bildung

& Qualifizierung die notwendigen Qualitätsstandards

aufweist und auch entsprechend

umsetzt. Somit ist dies auch ein Beleg dafür,

dass das seit dem Jahr 2000 immer weiterentwickelte

eigenständige QM-System des AWO

Kreisverbandes Nürnberg einer externen Qualitätsüberprüfung

standhält.

Hier finden Sie weitere Informationen:

AWO Kreisverband Nürnberg e.V.

Qualitätsmanagement

Qualitätsbeauftragter: Thomas Rüger

Karl-Bröger-Straße 9

90459 Nürnberg

i

Telefon: 0911 45060130

Telefax: 0911 45060122

E-Mail: thomas.rueger@awo-nbg.de

Internet: www.awo-nuernberg.de

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Kreisjugendwerk

Das Kreisjugendwerk (KJW) der AWO Nürnberg -

der Kinder- und Jugendverband der AWO

Wir sind der Jugendverband der Arbeiterwohlfahrt. In unserem Jugendwerk in Nürnberg

engagierten sich sechs hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, acht Praktikanten

und Praktikantinnen und 65 Mitglieder. Bereits seit über 35 Jahren setzen wir uns für eine

sinnvolle und attraktive Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche, mit dem Ziel von

Gemeinschaftserlebnis und Einüben von tolerantem Umgang miteinander, ein. Wir treten ein

für solidarisches, demokratisches und soziales Denken und Handeln und fördern das Erlernen

demokratischer Verhaltensweisen. Unsere Arbeitsbereiche sind Jugendverbandsarbeit,

Offene Kinder- und Jugendarbeit (Freiraum, Amsel), Jugendleiterausbildung und Freizeitpädagogik,

spezielle Projekte für Kinder und Jugendliche und internationale Jugendarbeit. Im

Fokus haben wir die Brennpunktstadtteile Südstadt und St. Leonhard, wo wir uns in unseren

Einrichtungen besonders für die hier lebenden Kinder und Jugendlichen engagieren.

Die KJW Höhepunkte des Jahres 2012:

Abenteuer-Woche - Ferienfreizeit im

AWO-Familiendorf Zwiesel,

05.08. bis 10.08.2012

Schnell ausgebucht war unsere Abenteuerfreizeit

für Kinder von 8 bis 12 Jahren in den

Sommerferien. 23 Kinder und unsere

Jugendleiter/innen verbrachten eine aufregende

Woche im AWO Familiendorf im

Bayerischen Wald. Wir besuchten den Naturpark

Bayerischer Wald, unternahmen

Wanderungen und hatten viel Spaß und

Freude beim Spielen, Toben, Wandern und

für Natur-Aktionen. An- und Abreise organisierten

wir umweltbewusst mit öffentlichen

Verkehrsmitteln.

Abenteuerfreizeit im Bayerischen Wald Foto: KJW

36

Internationale Jugendarbeit: Fachkräfteaustausch

mit der Partnerstadt Glasgow,

Schottland

Vom 06.05. bis 12.05.2012 begleitete unsere

Referentin Susanne Lindner bereits zum

zweiten Mal den Fachkräfteaustausch mit

der Nürnberger Partnerstadt Glasgow. Die

Gäste aus Schottland waren dieses Mal in

Nürnberg zu Gast. Eine Woche lang besuchten

die schottischen Social Worker mit

den Nürnberger Kollegen die verschiedenen

Einrichtungen der kommunalen und verbandlichen

Jugendarbeit in Nürnberg. Sie

lernten die Strukturen und Einrichtungen der

Jugendarbeit in unserer Stadt kennen. Ziel ist

es, langfristige Kooperationen aufzubauen,

um einen zukünftigen kontinuierlichen

Jugendaustausch zu etablieren. Der Besuch

beinhaltete Erfahrungsaustausch, Konzeptionierung

neuer Jugendaustausch-Programme

und gegenseitiges Kennenlernen der

Jugendarbeit. In 2013 wird eine Jugendbegegnung

fokussiert auf „Jugendpartizipation“

stattfinden.

Neben der täglichen Jugendverbandsarbeit

engagierte sich das KJW auch 2012 in regionalen

und überregionalen Gremien. So arbeiteten

unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

im Vorstand des Kreisjugendring (KJR)

Nürnberg Stadt, in den Nürnberger Arbeitskreisen

zu Kinderarmut, Jugend für Klima-


schutz und der Nürnberger Kinderkommission

mit. Auf Landesebene engagierten wir

uns bei der Mädchen- und Frauenkommission

im Bayerischen Jugendring (BJR) und bei

dem Programm PRÄTECT (Prävention sexueller

Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit).

Kleingruppenarbeit Foto: KJW

Offene Tür - Und was geschah

im Freiraum?

Der Jugendtreff Freiraum konnte in 2012 an

201 Tagen, davon 14 Wochenenden, sein

Offenes-Tür-Programm mit großem Erfolg

anbieten.

Das Angebot orientierte sich an den Bedürfnissen

der jährlich insgesamt 3.125 Besucher

und Besucherinnen im Alter von acht bis

sechzehn Jahren. Täglich kamen ca. 20

Jugendliche in den Treff im Südstadtforum.

Davon sind 60% Jungs und 40% Mädchen,

79% kommen aus Familien mit Migrationshintergrund.

Die Kinder und Jugendlichen gestalteten

ihre Freizeit mit Tisch- und Gesellschaftsspielen,

Musik hören, Tanzen, Kickern,

Computer und Internet, Kochen, Bastel-

und Kreativaktionen und Ausflügen.

Für den schulischen Erfolg wurden täglich

Hausaufgabenbetreuungen angeboten.

Die Jugendlichen beschlossen auf den

Freiraum-Konferenzen das monatliche

Programm selbst.

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Eine weitere schulische Unterstützung ist seit

Ende 2012 die Lernförderung in Zusammenarbeit

mit dem Amt für Existenzsicherung

der Stadt Nürnberg. Kinder mit schulischem

Unterstützungsbedarf werden in Kleingruppen

speziell unterstützt. Diese wichtige

Aufgabe haben vor allem ehrenamtliche

Jugendleiterinnen und Jugendleiter übernommen.

Neu starteten die Projekte Integration

"Fit - Freizeitpädagogisches Interkulturelles

Training" und "Planlos? - Plan los!“ im Freiraum,

die bis Ende Oktober 2013 laufen.

Umweltpädagogisch konnten wir mit dem

Projekt Umweltbildung des BJR "Prima Klima

- mach mit" starten. Hier lernen Kinder,

Jugendliche und Jugendleiter die komplexen

Zusammenhänge des Klimas kennen und erfahren

von Möglichkeiten, „klimafreundliches“

Verhalten im Alltag umzusetzen.

(z.B. Verwendung regionaler Produkte,

Kochkurse, Herstellung von Naturkosmetik).

Der betreute Spielplatz „Abenteuerplatz

Amsel“ - ein Platz zum Spielen -

Entdecken - Lernen

Der Abenteuerplatz in der Amselstraße 5 ist

ein pädagogisch betreuter Spielplatz und betreibt

klassische Offene Kinder- und Jugendarbeit.

Seine Zielgruppe sind Kinder und

Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren, die

hauptsächlich aus den umliegenden Stadt-

Abenteuerplatz für Klein und Groß Foto: KJW

37


gebieten stammen. Die Öffnungszeiten sind

montags bis freitags jeweils von 13:00 bis

18:00 Uhr, in den Ferien ab 11:00 Uhr. Im

Mittelpunkt des Angebotsspektrums steht

die Vermittlung von Naturerfahrungen, wie

sie für Stadtkinder nur selten realisierbar

sind: Hüttenbau, Lagerfeuer, Gemüseanbau,

das Toben und Spielen genauso wie das

freie Mitgestalten des ca. 2.500 qm großen

Außengeländes. Daneben gibt es regelmäßig

angeleitete Kreativ-, Bastel- und

Sportangebote. Kinder werden auf Wunsch

kostenlos bei den Hausaufgaben unterstützt

und konnten in den Pfingst- und Sommerferien

an Ferienprogrammen teilnehmen.

Ferienfreizeiten, Ferienprogramm, Mirno More

In 2012 veranstalteten wir in unseren Einrichtungen

mehrere Wochen Ferienbetreuung

für Kinder. Wir nahmen mit unseren Kindern

am Landesjugendwerkstreffen auf der Burg

Wernfels im Juni teil. Neben der Abenteuerwoche

in den Sommerferien gab es zahlreiche

interessante Tagesangebote im Ferienprogramm.

An unseren Ferienaktionen nahmen

über 200 Kinder teil.

Erstmals beteiligten wir uns an der erlebnispädagogischen

Segelfreizeit „Mirno More“

vor der Küste Kroatiens im

September 2012.

Die Segelwoche ist ein soziales

Projekt für Jugendliche

aus häufig schwierigen Familienverhältnissen.

Dabei standen

besonders das Einüben

von Sozialkompetenzen, erste

Erfahrungen der Segelkunde

und die internationale Begegnung

mit Jugendlichen aus

dem Kosovo im Vordergrund.

Die Jugendlichen erlebten auf

der Segeltour Gemeinschaft,

Teamgeist und Zusammenarbeit.

Sie erhielten Einblick in

Grundlagen des Segelns und

lernten Knoten, Wetterkunde

38

2012 stand insbesondere das Projekt

„Sonnentaler“ und „eat fresh“ im Vordergrund.

Beim Projekt „Sonnentaler“ ging es

um die Entwicklung sozialer Kompetenzen.

„Eat fresh“ bot den teilnehmenden Kindern

viele Möglichkeiten, etwas über gesunde

Ernährung zu lernen. Im Rahmen dieser Projektarbeit

konnten die Kinder auch an einem

regelmäßigen Aikido-Kurs teilnehmen.

Insgesamt hatte der Abenteuerplatz 2012

an 234 Tagen geöffnet. Das entspricht 1.010

Stunden offenem Spielbetrieb, während

denen wir 4.539 Kinder willkommen hießen.

Täglich besuchten ca. 20 bis 40 (Ferien)

Kinder den Abenteuerplatz.

und Orientierung. Sie erfuhren die Notwendigkeit,

Konflikte auf engsten Raum friedlich

zu lösen, Absprachen zu treffen und einzuhalten

und im Team zu arbeiten. Sie sahen

herrliche Sonnenuntergänge, blaues klares

Meer und kleine Inseln in der Adria. Aber

auch Gewitter und heftige Windböen mussten

bewältigt werden. Die Segeltour steht als

Metapher für ihr Leben und soll ihnen helfen,

durch „Stürme und Flauten“ des Lebens zu

kommen.

Segelfreizeit „Mirno More“ vor der Küste Kroatiens Foto: KJW


Ausbildung von Jugendleiterinnen

und Jugendleiter (Juleica)

Ein wichtiger Bereich für die Arbeit mit Kindern

und Jugendlichen ist weiterhin die pädagogische

Qualifizierung und Ausbildung

der Jugendleiter und Jugendleiterinnen nach

den bundesweiten Standards der Jugendleiterausbildung

(Juleica) für die ehrenamtliche

Mitarbeit bei unseren Aktionen. An 13 Seminartagen,

inkl. Praxiswochenende am Brombachsee

und in Kreativ-Workshops, wurden

Ehrenamtliche auf ihre verantwortungsvolle

Vorstandsmitglieder 7

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 8

Öffnungstage Jugendtreff 201

Jährliche Besucherinnen und Besucher Jugendtreff Freiraum 3.125

Öffnungstage Abenteuerplatz Amsel 234

Jährliche Besucherinnen und Besucher Abenteuerplatz Amsel 4.539

Seminartage Jugendleiterausbildung 13

Betreute Ferienwochen / Freizeiten 4 Wochen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Ferienprogrammen 189

Hier finden Sie weitere Informationen:

Kreisjugendwerk der AWO Nürnberg e.V.

Geschäftsführerin: Susanne Lindner

Siebenkeesstraße 4

90459 Nürnberg

i

Telefon: 0911 428830

Telefax: 0911 4333364

E-Mail: info@kjw-nuernberg.de

Internet: www.kjw-nuernberg.de

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Tätigkeit im Jugendverband vorbereitet.

2012 konnten 11 neue Jugendleiterkarten

(Juleica) ausgestellt werden. Dies ist eine

wichtige Nachwuchsarbeit im Bereich Mitgliedergewinnung

und Verbandsarbeit.

Der Fokus lag in 2012 auf dem Thema

„Integration und Interkulturelles Training".

39


PAT - Mit Eltern Lernen

Die gemeinnützige GmbH „PAT - Mit Eltern Lernen“

2011 wurde als neue Tochter der Nürnberger AWO das Elternbildungsprogramm „PAT -

Mit Eltern lernen“ im Jahresbericht bereits ausführlich vorgestellt. Die Gründung der gGmbH

„PAT - Mit Eltern lernen“ mit Christine Schubert als Geschäftsführerin und Renate Sindbert als

Programmleitung hatte im Oktober 2010 stattgefunden.

Entwicklung im Jahr 2012

Die Übersetzung, Überarbeitung und kulturelle

Anpassung des Programms erstreckte

sich noch bis tief in das Jahr 2012 hinein.

Gleichzeitig begann in der zweiten Jahreshälfte

mit Hochdruck die systematische Umsetzung

des Vertriebskonzeptes, um PAT -

Mit Eltern Lernen gGmbH im deutschsprachigen

Raum bekannt zu machen und zu

implementieren. Dazu wurden drei neue

Mitarbeiterinnen und ein neuer Mitarbeiter

eingestellt.

Die Resonanz war durchweg positiv. Es gab

viel Lob für die Fülle der Unterlagen für die

Arbeit mit den Familien und den guten Bezug

zur Lebenswelt von Familien, der im Ansatz

des Programms fest verankert ist. Allerdings

zeigte sich auch, dass der Weg bis zur

40

verbindlichen Teilnahme weit ist. Bis dahin

müssen verschiedene Hürden bis zur Finanzierung

überwunden werden. Außerdem

galt es an diversen Fachtagungen präsent

zu sein und deutschlandweit Kontakte zu

knüpfen. Beispielhaft sei die Fachtagung in

Kooperation mit dem ZFF (Zukunftsforum

Familie) in Leipzig genannt. Der Workshop

von PAT - Mit Eltern Lernen gGmbH war aufgrund

des großen Interesses der am meisten

Nachgefragte.

Ein Highlight war sicherlich die Auszeichnung

von PAT - Mit Eltern Lernen gGmbH

mit dem Qualitätssiegel „Wirkt“ der Phineo-

Stiftung im Rahmen einer großen Veranstaltung

im August in Frankfurt.

Auszeichnung des Projekts mit dem Qualitätssiegel „Wirkt“ der Phineo-Stiftung Foto: PAT gGmbH


49 Organisationen wurden analysiert, 23

empfohlen. PAT - Mit Eltern Lernen gGmbH

kam aufgrund der hervorragenden Bewertung

unter die TOP 4 und wurde als transparente,

glaubwürdige und wirksame Organisation

ausgezeichnet.

Ein voller Erfolg war die erste von PAT - Mit

Eltern Lernen gGmbH veranstaltete Fachtagung

zum Thema „Förderung ab Geburt -

Eltern im Mittelpunkt“ in Nürnberg. Knapp

100 Teilnehmende verfolgten die Vorträge

der Referentinnen und beteiligten sich mit

großem Interesse an den Workshops. Das

Feedback zur Tagung war ausgezeichnet:

93% fanden die Veranstaltung sehr gut bis

gut.

Auch 2013 wird ein herausforderndes und

entscheidendes Jahr für den weiteren Aufbau

des Unternehmens werden. Es stehen

viele und große Aufgaben an, die parallel angepackt

und verfolgt werden müssen. Um

das Programm besser für nicht deutsch sprechende

Migrationsfamilien zu öffnen, wurde

z.B. bereits 2012 damit begonnen, die wichtigsten

Eltern-Infos zu übersetzen, um sie

den Eltern in einer zweisprachigen Fassung

geben zu können. Die erste Version dieser

zweisprachigen Eltern-Infos auf Deutsch-

Türkisch liegt in Kürze vor. Deutsch-

Albanisch und Deutsch-Portugiesisch sind

kurz vor der Fertigstellung.

Hier finden Sie weitere Informationen:

PAT - Mit Eltern Lernen gGmbH

Geschäftsführerin: Christine Schubert

Gartenstraße 9

90443 Nürnberg

i

Telefon: 0911 37668570

Telefax: 0911 27414040

E-Mail: info@pat-mitelternlernen.org

Internet: www.pat-mitelternlernen.org

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Das Team der PAT - Mit Eltern Lernen

gGmbH wird sich auch 2013 mit voller Kraft

diesen Herausforderungen stellen, aktiv und

kreativ unterstützt durch die Auridis Stiftung,

den Aufsichtsrat sowie ehrenamtlichen Förderern.

Präsentation des Projekts auf Fachtagungen

Foto: PAT gGmbH

41


arbewe

Die gemeinnützige GmbH der AWO Nürnberg:

die arbewe gGmbH

Mit ihren drei Gesellschaften und der Beteiligung an AWOLYSIS bietet die arbewe gGmbH

ein breites Dienstleistungsangebot für psychisch kranke und behinderte Menschen in den

Bereichen Beratung, Begleitung, Arbeit und Beschäftigung sowie Wohnen und Freizeit.

Die arbewe - Werkstatt für psychisch

Behinderte gemeinnützige GmbH

Sie bietet Werkstattarbeitsplätze für psychisch

kranke Menschen, die so schwer beeinträchtigt

sind, dass sie (noch) nicht oder

nicht mehr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

arbeiten können. Darüber hinaus

bieten wir in der Arbeitstherapie, dem

TreffArbeit, Tagesstruktur durch Arbeit

und Beschäftigung.

Schwerpunkte der Arbeit im Jahr 2012 waren

weiterhin die Planungen für den Bau der

dritten Werkstatt im Hansapark (direkt neben

dem Fernsehturm). Auf einem Grundstück

mit 6.519 qm entsteht hier eine Werkstatt mit

einer Gesamtnutzfläche von 2.654 qm. Holzbearbeitung

und Montage werden die Arbeitsschwerpunkte

für etwa 60 Beschäftigte

mit einer psychischen Erkrankung bilden.

Obwohl wir schon im Frühjahr den Bauantrag

eingereicht hatten, dauerte es noch

bis in den Herbst, bis die Baugenehmigung

erteilt werden konnte. Komplizierte Erschließungsfragen

im Zusammenhang mit der Gesamterschließung

des Hansaparks führten

immer wieder zu Verzögerungen.

Die neue Werkstatt

Ansicht von Norden

42

Inzwischen laufen die ersten Ausschreibungen

für den Bau und auch die öffentliche Förderung

durch das Land Bayern, den Bezirk

Mittelfranken sowie die Arbeitsagentur in

Höhe von 2,1 Mio. € sind gesichert.

Die Gesamtkosten sind mit 5,5 Mio. € veranschlagt.

Baubeginn ist im März 2013, die

Fertigstellung Anfang 2014.

Wirtschaftlich war das Jahr 2012 für die

Werkstatt ein sehr erfolgreiches Jahr. So stieg

der Umsatz der Produktion auf 1.930.000,- €

(gegenüber 1.700.000,- € im Jahr 2011) und

auch die Wirtschaftsaussichten für 2013

stimmen optimistisch.

Die arbewe Wohn- und Begegnungsstätten

gGmbH

Diese Gesellschaft umfasst den Sachbereich

Wohnen, sowie das Beratungszentrum für

seelische Gesundheit.

Der Sachbereich Wohnen bietet mit einem

Wohnheim ein stationäres Wohnangebot

mit 22 Plätzen. Hier finden in 20 Einzelzimmern

mit eigener Nasszelle sowie einem

2-Personen-Appartment schwer chronisch

psychisch kranke Menschen ein Zuhause,


Ansicht von Süden

das ihnen bei angemessener Unterstützung

ein möglichst selbstbestimmtes Wohnen

bietet. Für drei Bewohner brachte das Jahr

2012 den Übergang in eine eigene

Wohnung, zunächst unter der Begleitung des

Betreuten Wohnens. Nächstes Jahr wird das

Wohnheim sein 10-jähriges Bestehen feiern

können.

Im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens

bieten wir Wohn- und Betreuungsangebote

in Wohngemeinschaften sowie im

Einzelwohnen. Zum Ende des Jahres 2012

betreuten wir im ambulanten Bereich 60

Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

In unserem 2010 fertiggestellten Wohnhaus

mit 13 Einzelwohnungen können wir im Rahmen

der ambulanten Betreuung ein erhöhtes

Unterstützungsangebot zur Verfügung

stellen. Die Nachfrage nach solchen Wohnangeboten

ist riesig.

Auch in diesem Jahr konnten zwei unserer

Bewohner aus dem Wohnheim dort einziehen.

Das Beratungszentrum für seelische

Gesundheit berät und betreut psychisch

kranke Menschen und deren Angehörige,

insbesondere aus dem südlichen Stadtgebiet

Nürnbergs. Neben der Beratung über

Krankheitsbilder, Prävention und

Hilfsangebote bietet der Dienst auch

Einzelunterstützung sowie Gruppen- und

Freizeitangebote. Er ist darüber hinaus

personell auch am Krisendienst Mittelfranken

beteiligt. Das Angebot für Bürger mit

Migrationshintergrund (insbesondere aus

dem früheren Jugoslawien und der Türkei)

hat im Beratungszentrum eine lange

Tradition. Das 2009 neu hinzugekommene

Angebot für Menschen aus dem russischen

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

Sprachraum hat sich gut etabliert. Die

Nachfrage von Bürgern türkischer Herkunft

ist kaum bewältigbar, so dass es bedauerlicherweise

auch zu Wartezeiten kommen

kann.

Die arbewe Integrationsbetriebe gGmbH

Die arbewe Integrationsbetriebe gGmbH bietet

psychisch kranken/behinderten Menschen

Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt

mit normalem Arbeitsvertrag, derzeit

in den Bereichen Cafeteria/Catering und

Holzbearbeitung. Daneben bieten wir pädagogisch

begleitete Zuverdienstarbeitsplätze.

AWOLYSIS GmbH

Awolysis ist eine Gesellschaft für innovatives

Gesundheitsmanagement in der Sozialpsychiatrie.

An ihr sind zu je einem Drittel die

AWO München, die AWO Augsburg und die

arbewe (als Vertreterin der AWO Nürnberg)

beteiligt.

Ziel einer integrierten Versorgung durch

AWOLYSIS ist es, die Gesundheitsversorgung

psychisch kranker Menschen durch ein Angebot

ambulanter Unterstützungsmaßnahmen

zu verbessern: durch die Einrichtung einer

außerstationären Krisenversorgung, die

Etablierung des "Hometreatment"- Konzeptes

(Zuhause-Behandlung), sowie einer umfassenden

Fallsteuerung durch feste Bezugspersonen

zur Koordination aller notwendigen

Hilfen.

Die Nürnberger Geschäftsstelle im Stadtzentrum

ist seit Oktober 2011 in Betrieb, die

Nachfrage nach diesem Angebot wächst erfreulich.

Weitere Informationen finden Sie

unter www.awolysis.de oder über den Link

„Integrierte Versorgung“ auf der Webseite

der arbewe (www.arbewe.de).

43


Erfolgreiches Jahr 2012

Insgesamt war das Jahr 2012 für die arbewe

ein sehr erfolgreiches Jahr. Das Betreuungsangebot

konnte ausgebaut werden und auch

die Zahl unserer Mitarbeiter wuchs. Die

arbewe ist in Nürnberg ein fachlich anerkannter

und bedeutender Anbieter sozialer

Dienstleistungen für Menschen mit einer

psychischen Beeinträchtigung. Alle Gesell-

Zur Statistik (Stand 31.12.2012)

Hier finden Sie weitere Informationen:

arbewe gGmbH

Geschäftsführer: Günter Fischer

Robert-Schedl-Weg 4

90471 Nürnberg

i

Telefon: 0911 812060

Telefax: 0911 8120666

E-Mail: info@arbewe.de

Internet: www.arbewe.de

44

schaften sind wirtschaftlich gesund und

konnten auch 2012 wieder ein positives Geschäftsergebnis

erzielen. Wir können voller

Optimismus in das Jahr 2013 gehen.

arbewe Werkstatt für psychisch Behinderte gemeinnützige GmbH 2011 2012

Zahl der Beschäftigten auf Werkstattarbeitsplätzen 202 207

Zahl der Beschäftigten im TreffArbeit 37 36

Angestellte der arbewe-Werkstatt für psychisch Behinderte

arbewe Wohn- und Begegnungsstätten gemeinnützige GmbH

• Sachbereich Wohnen

57 58

Zahl der Betreuten im Wohnheim 22 21

Zahl der Betreuten in ambulant betreuten Wohngemeinschaften 6 10

Zahl der Betreuten im ambulant betreuten Einzelwohnen 46 48

Angestellte im Sachbereich Wohnen

• Sachbereich Beratungszentrum

19 20

Zahl der Ratsuchenden und Betreuten (ohne Krisendienst) 789 598

Davon Angehörige 74 77

Angestellte im Sachbereich Beratungszentrum 9 9

Angestellte im Krisendienst Mittelfranken

arbewe Integrationsbetriebe gemeinnützige GmbH

2 2

Angestellte mit Schwerbehinderung 4 4

Angestellte im Minijob mit psychischer Erkrankung 20 15

Angestellte ohne Schwerbehinderung 2 2

Angestellte im Minijob ohne Schwerbehinderung 2 5

AWOLYSIS Gesellschaft für innovatives Gesundheits-Management mbH

(33,3% - Anteil) - Vincentro Nürnberg

Angestellte 3 3


Das ehrenamtliche Verbandsleben

Entwicklung der Mitgliederzahlen in den einzelnen Ortsvereinen

Ortsverein 01.01.2012 Abgänge Zugänge 31.12.2012

Almoshof 28 1 0 27

Altenfurt 52 5 2 49

Altstadt 36 1 0 35

Bleiweiß/Lichtenhof/

Dutzendteich/Gleißhammer

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

351 27 7 331

Boxdorf 43 4 1 40

Buchenbühl 44 1 0 43

Büro 69 5 1 65

Eibach/Röthenbach/Maiach 119 10 1 110

Gartenstadt 240 17 3 226

Gibitzenhof 48 4 0 44

Großgründlach 86 7 1 80

Großreuth/Gebersdorf 153 16 0 137

Hasenbuck 14 1 0 13

International 67 3 7 71

Johannis 97 4 1 94

Langwasser 151 14 8 145

Laufamholz 58 7 0 51

Leonhard/Schweinau 120 9 0 111

Maxfeld 73 3 1 71

Mögeldorf 27 2 0 25

Muggenhof/Gostenhof 70 6 6 70

Nordost/Nordbahnhof 42 2 3 43

Rangierbahnhof 185 14 3 174

Reichelsdorf 52 3 2 51

Schniegling 67 1 1 67

Seniorengymnastik 11 0 0 11

Siedlungen Süd 86 7 0 79

Steinbühl 46 3 4 47

Süden 28 4 0 24

Südwest 53 3 0 50

Wöhrd 39 3 0 36

Zabo 64 5 1 60

Ziegelstein 138 11 2 129

Gesamt im Jahr 2012 2.757 203 55 2.609

45


Nachruf

46

Wir gedenken der Verstorbenen

Im Jahr 2012 verstarben insgesamt 86 Mitglieder

der Arbeiterwohlfahrt Nürnberg.

Darunter waren ehrenamtlich Aktive wie Horst Guthunz,

Alfred Christl, Elisabeta Hiltner und Kurt Schmidt.

Wir werden ihrer stets gedenken.


Die AWO Nürnberg in Zahlen

Anzahl der hauptamtlich Beschäftigten

zum 31.12.2012

Beschäftigte in den einzelnen Referaten und Einrichtungen

zum 31.12.2012

Referat Senioren, pflegebedürftige

und behinderte Menschen

Referat Kinder, Jugend und

Familie

Referat Migration und

Integration

Referat Berufliche Bildung und

Qualifizierung

Zentrale Dienste, Geschäftsführung,

Personalabteilung,

Finanzbuchhaltung, Stabsstellen

Referat Bildung, Service und

Entwicklung

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

19

27

37

35

217

215

0 50 100 150 200 250

47


Bilanz 2011

Bilanz zum 31.12.2011

AKTIVSEITE 2011 2010

A. Anlagevermögen 15.433.417,10 € 15.278.318,90 €

B. Umlaufvermögen 3.897.705,58 € 3.989.364,75 €

C. Rechnungsabgrenzungsposten 65.257,72 € 63.887,14 €

SUMME AKTIVA 19.396.380,40 € 19.331.570,79 €

PASSIVSEITE 2011 2010

A. Eigenkapital 7.198.047,51 € 7.909.699,93 €

B.

48

Sonderposten aus Zuschüssen

und Zuweisungen zur Finanzie-

rung des Sachanlagevermögens

2.793.187,00 € 2.956.388,00 €

C. Rückstellungen 423.484,68 € 784.135,94 €

D. Verbindlichkeiten 8.743.023,81 € 7.375.959,85 €

E. Rechnungsabgrenzungsposten 238.637,40 € 305.387,07 €

SUMME PASSIVA 19.396.380,40 € 19.331.570,79 €


Gewinn- und Verlustrechnung 2011

1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011

AWO Nürnberg Jahresbericht 2012

2011 2010

Summe aller Erträge 24.050.055,24 € 23.976.817,01 €

2011

Anteil am

Gesamt-

aufwand

2010

Summe der Aufwendungen - 24.031.707,66 € - 23.958.005,55 €

Davon:

Anteil am

Gesamt-

aufwand

Personalaufwand - 17.379.847,47 € 72,32% - 17.233.859,68 € 71,93%

Materialaufwand - 2.558.863,14 € 10,65% - 2.752.392,08 € 11,49%

Betreuungsaufwand - 1.165.485,78 € 4,85% - 1.232.960,05 € 5,15%

Sachaufwand - 69.734,36 € 0,29% - 127.565,67 € 0,53%

Mieten - 934.621,54 € 3,89% - 870.035,73 € 3,63%

Abschreibungen - 1.006.852,48 € 4,19% - 943.455,85 € 3,94%

Instandhaltung - 368.336,83 € 1,53% - 312.182,30 € 1,30%

Sonstige Aufwendungen - 547.966,06 € 2,28% - 485.554,19 € 2,03%

100,00% 100,00%

Betriebsergebnis 18.347,58 € 18.811,46 €

49


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50

Kreisverband

Nürnberg e.V.

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