BOLD THE MAGAZINE No.01

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LEIDENSCHAFT

TUGEND ODER SÜNDE | CINEMA PASSIONAT E | THE MAD MEN ERA | NICOLAS CAGE IM INTERVIEW | DE MADRID AL CIELO | MODESELEKTOR | SCHOTTLAND: KLEINES LAND MIT GROSSEM GEFÜHL

Zeitgeist | Lifestyle | Kunst | Kultur | Mode | Trend

D 4.80 EUR | AT 5.50 EUR | CH 8.50 CHF BOLD THE MAGAZINE 01 | 2012 | 1

www.bold-magazine.eu

THE MAGAZINE

leidenschaft

Tugend oder Sünde | CINEMA passionate | The Mad Men Era | Nicolas Cage im Interview

DE MADRID AL CIELO | MODESELEKTOR | SCHOTTLAND: KLEINES LAND MIT GROSSEM GEFÜHL


2 | BOLD THE MAGAZINE


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4 | BOLD THE MAGAZINE


BOLD THE MAGAZINE | 5


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Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 7,5–4,4; außerorts 5,1–3,4; kombiniert 5,9–3,8;

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-Emissionen in g/km: kombiniert 139–99.


BOLD THE MAGAZINE | 7

Der Audi A1 Sportback

mit 20-GB-Jukebox.

Im neuen Audi A1 Sportback haben Sie bei Ihrer Musikauswahl

ganz neue Möglichkeiten. Für Ihre persönlichen Songs stehen

Ihnen 20 GB Speicherplatz zur Verfügung – und für die kraftvolle

Wiedergabe das optionale BOSE Surround-Sound-System mit

14 Lautsprechern und 465 Watt Leistung.

Ein großer Fortschritt für ein kompaktes Fahrzeug.

Der Audi A1 Sportback. Groß im Detail.


8 | BOLD THE MAGAZINE

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BOLD THE MAGAZINE | 9


10 | BOLD THE MAGAZINE

It’s Royale

time

MARTINI

ROYALE

Verantwortungsvoller Genuss ab 18 Jahren.


inhalt

BOLD THE MAGAZINE | 11

BOLD THE MAGAZINE

Inhalt

Schwerpunkt

LEIDENSCHAFT – Tugend oder Sünde

Nachgefragt – Fünf Fragen zur Leidenschaft

CINEMA passionate – DIRECTORS LOUNGE

12

15

20

Mode

On Location

26

Kunst & Kultur

Nicolas Cage – Porträt und Interview

FilmBesprechung – Ghost Rider: Spirit of Vengeance

39

46

Sehenswert

The Big Idea – the Mad Men Era

50

52

Hörenswert

58

Track-By-Track – MODESELEKTOR

DE MADRID AL CIELO – Musik aus voller Leidenschaft

Im Gespräch – Niklas Jansen

60

62

68

Reise

SCHOTTLAND – KLEINES LAND MIT GROSSEM GEFÜHL

72

Lifestyle & Trend

neue Designstrategie – Renault

Auf leisen Sohlen – Der neue opel Ampera

84

92

Begehrenswert – Cool Stuff

95

Begehrenswert – Beauty

98

Die letzte Seite

LEIDENSCHAFT im Jahr DES DRACHEN

104

Impressum

106


12 | BOLD THE MAGAZINE

Einstieg | Leidenschaft

LEIDENSCHAFT

Tugend oder

Sünde

Autor: H. G. Teiner

Leidenschaft wird als eine das Gemüt ergreifende

Emotion beschrieben, die Formen

der Liebe und des Hasses beinhaltet, aber

auch für religiösen, moralischen oder politischen

Enthusiasmus benutzt wird. Leidenschaft

beschreibt die intensive Verfolgung

von Zielen. Im ursprünglichen Wortsinn

schwingt der Beilaut von etwas Zerstörerischem

mit – das Leiden Schaffende, der

allerdings im heutigen Alltagssprachgebrauch

eher verdrängt wird und der Leidenschaft

eine eher positive Konnotation gibt.

vergesellschaftete

Leidenschaft

Leidenschaft wird heute gern und häufig

auf eines reduziert: Ungehemmte, tabulose

Lust im Bereich der sexuellen

Fantasie. Gerade tauchte der Absender

„Playboy Viagra“ in meinem E-Mail-Spam-

Ordner auf. Betreff: „Leidenschaft im

Bett“. Also wohl ein Thema, auf das viele

anspringen sollten. Leidenschaft wird

reduziert auf „guten“ Sex und die sexuelle

Ekstase.

Lassen Sie an dieser Stelle Ihren Vorstellungen

freien Lauf: Vom Blümchensex bis

zum Hardcoresex, was sind Ihre Fanta-

Foto: Kampagne, Papis Loveday Fragrance

sien, was turnt Sie an, was tun Sie und

wann und mit wem? Was ist der erotische

Kick in Ihrem Kopf? Von der Nichtdoch-Verweigerung

bis zur Du-willstes-doch-auch-Dominanz.

Zur Anregung

sei das Kamasutra empfohlen: Diese

Verse des Verlangens wurden vermutlich

zwischen 200 und 300 n. Chr. von

Vatsyayana Mallanaga geschrieben und

sind heute als einer der einflussreichsten

Texte der Weltkulturgeschichte zum

Thema der erotischen Liebe anerkannt.

Sie bieten eine detaillierte Anleitung der

altindischen Liebeskunst, eine ganzheitliche

Sichtweise des Themas, die sexu-

elle Freude mit einem entspannten Geist

verbindet. Die neue Kultserie zum Thema

Drama, Liebe, Sex und Leidenschaft heißt

nach „Sex and the City“: „Aus Lust und

Leidenschaft“. Sie stammt aus England

(Original: „Mistresses“) und zeigt vier

Freundinnen zwischen Sex-Abenteuern,

dramatischen Liebesverwicklungen, der

ganz großen Liebe – immer auf der

ewigen Suche nach Mr. Right. Und dies

in jedem Fall erotischer, komplexer, tiefgründiger

und glaubwürdiger als im

US-Vorläufer.

LEIDENSCHAFT

UND LIEBE

Das Feuer der Leidenschaft, wird genährt

durch die Fantasie unseres Geistes. Die

wohl berühmteste Liebesgeschichte der

Welt steht für pure Leidenschaft: Shakespeares

um 1600 entstandenes, berührendes

Drama „Romeo und Julia“ erzählt

von einem Paar, das durch seine bedingungslose

Liebe den tiefen Hass ihrer

Familien zu bezwingen versucht: Romeo,

aus dem Geschlecht der Montagues, hat

sich in Julia, Tochter der verfeindeten

Capulets, verliebt. Die beiden lassen sich

heimlich trauen, und so lehnt sich Julia


Einstieg | Leidenschaft

BOLD THE MAGAZINE | 13

leidenschaftlich gegen das ihr auferlegte

Familienschicksal auf. Durch eine dramatische

Verkettung unglücklicher Ereignisse

müssen Romeo und Julia am Ende

ihre leidenschaftliche Liebe mit dem Tod

bezahlen. Das ist Leidenschaft auf ihrem

dramatischen Höhepunkt.

VERKAUFTE

LEIDENSCHAFT

Im Sinne der „altbewehrten“ Marketingstrategie

„Sex sells“, rückt die weiter

gefasste Leidenschaft in den Mittelpunkt

einer verführenden Verkaufsstrategie.

Die in kurvenreiches Blech gebogenen

Objekte der Begierde, der zahlreichen

Autohersteller oder zum Beispiel die mit

lebensmittelchemischer Finesse entstandenen

Produkte der Genussmittelindustrie

sollen mit mehr oder weniger

offenherziger Leidenschaft aufpoliert

werden: Langneses Magnum-Eis ist so

eine Leidenschaft mit eindeutig erotischer

Werbebotschaft: So ist das Knacken

der Schokoladenhülle mit dem Bild eines

erotisch leicht geöffneten Mundes zu

einem der Erkennungsmerkmale von

Magnum geworden. Schauspielerinnen

wie Eva Longoria posierten lasziv mit

der Eiscreme für den Werbespot. Nach

einer Reihe ähnlicher Spots erreichte

der Hersteller vor einigen Jahren, mit

der limitierten Edition der „7 Todsünden“

den Höhepunkt ins Bild gesetzter sexueller

Leidenschaft in Verbindung mit

gespielter unmoralischer Andeutung.

Auch in der Cremissimo-Werbung des

selben Herstellers spielen in neuerer Zeit

Liebe und Leidenschaft eine Rolle: Das

Eis, nach dem Filmklassiker „Vom Winde

verweht“ kreiert, wird als eine „leidenschaftliche

Komposition aus Schokolade

und Himbeer“ vermarktet und bestärkt

werbetechnisch die Verbindung zwischen

Leidenschaft und kulinarischem Genuss.

„Aus Leidenschaft für Lebensmittel“ wirbt

ein anderer Tiefkühlkostvertreiber um

Vertrauen in seine Produkte bei seinen

Franchisenehmern, ein weiteres Unternehmen

der Lebensmittelindustrie sucht

gerade eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik

mit dem Untertitel „Kochen

aus Leidenschaft“, in der Arbeitsplatzbeschreibung

steht zur näheren Erklärung:

„Kochen der Gerichte nach vorliegenden

Rezepturen“.

VERSTAND

UND LEIDENSCHAFT

Die Leidenschaften werden in der

Geschichte der Philosophie als Gegenspieler

der Vernunft gesehen. Dieser

dialektische Ansatz liefert so eine Grundlage

zur weiteren Erkenntnis des Wesens

der Leidenschaft „an sich“. Khalil Gibran

umschreibt dies in „Der Prophet“ so:

„Denn die Vernunft ist, wenn sie allein

waltet, eine einengende Kraft, und unbewacht

ist die Leidenschaft eine Flamme,

die bis zur Selbstzerstörung brennt.“ Also

ist die Mitte das Ziel. Johann Wolfgang

von Goethe schreibt in „Die Wahlverwandtschaften“:

„Die Leidenschaften sind

Mängel oder Tugenden, nur gesteigerte.“

Der indische Religionsphilosoph Jiddu

Krishnamurti definiert in „Über die Liebe“

den Unterschied von Liebe und Leidenschaft:

„Lust ist sinnlich, sexuell, sie ist

voller Begehren, Bildern, der Jagd nach

dem Vergnügen ... . Nicht so die Leidenschaft.

Sie brauchen Leidenschaft, um

erschaffen zu können.“

BESIEGTE

LEIDENSCHAFT

In der buddhistischen Lehre werden, ganz

im Gegensatz zur ungezügelten sinnlich

beschränkten Leidenschaft, umfassendere

Liebe und ethisch begründete Güte

als erstrebenswert angesehen. Liebevolle

Güte ist die selbstlose, leidenschaftslose

und umfassende Zuneigung zu allen

Lebewesen und deshalb verschieden von

Liebe im Sinne von Zuneigung und sexuellem

Verlangen.

Für den Buddhisten gilt, verkürzt gesagt,

dass Leidenschaft die Leiden schafft.

Der Begriff Leiden wird dabei viel weiter

gefasst als in der christlich-abendländischen

Kultur. Leiden ist mehr als nur

Schmerz, Traurigkeit, Angst und Tod,

Leiden ist auch mit unseren Wünschen

und Sehnsüchten verbunden. Krishnamurti

sagt in seinem Buch „Vollkommene

Freiheit“: „Mit-Leiden bedeutet,

Leidenschaft für alle Dinge zu haben,

nicht nur die Leidenschaft zwischen

zwei Menschen, sondern für die ganze

Menschheit, für alle Wesen auf der Erde,

Tiere, Bäume, alles, was die Erde trägt.“


14 | BOLD THE MAGAZINE


Schwerpunkt | Leidenschaft | Nachgefragt

BOLD THE MAGAZINE | 15

Nachgefragt

Fünf Fragen zur

Leidenschaft

Autorin: R. Brokate

„Durch die Leidenschaften lebt der Mensch,

durch die Vernunft existiert er bloß.“ (Nicolas

Chamfort, 1741-1794)

Dem Zitat nach ist die Leidenschaft

ein wichtiges Element, welches unsere

Gedanken, Taten und Beziehungen

belebt.

Menschen, die ihren Weg gehen, indem

sie tun was Ihnen gefällt, haben zu sich

und zu anderen Menschen eine authentische

Beziehung. Es ist dabei nicht zu

vernachlässigen, dass es einer vernünftigen

Basis bedarf, um Risiken eingehen

zu können. Wenn man die Vernunft völlig

unterbindet, kann es passieren, dass

sich Träume und Realität nie vereinen.

Menschen, die aus „falschen“ Motivationen

heraus ihre Entscheidungen

treffen, tragen oft Unstimmigkeiten mit

sich herum. Dies wirkt sich auf ihr eigenes

Leben, sowie auf die Beziehungen zu

anderen Menschen aus. Es bedarf der

Achtsamkeit, um die eigenen Bedürfnisse

zu verstehen. Viel Mut, um sich realistische

Eingeständnisse machen zu können

und große Anstrengung, sich auf seinem

eingeschlagenen Weg zu behaupten. Die

Bremse der Leidenschaft ist oft die Angst.

Die Aufgabe ist es, sich seinen Ängsten zu

stellen und die Herausforderung mit aller

Kraft anzunehmen. Menschen, die leidenschaftlich

ihren Weg gehen, sind oft sehr

flexibel und risikobereit und haben in

vielen Fällen verschiedene Möglichkeiten

im Leben ausprobiert. Sie sind aufgeschlossen

für Neues, bereit zu lernen und

wollen über sich hinauswachsen.

FREI UND KREATIV

ENGAGEMENT MIT BEGEISTERUNG

Raffaele Castelli, in Rom aufgewachsen,

verbrachte seine Jugendzeit in Mannheim.

Dort begann er als Eventmanager

seine spannende Karriere, die wohl immer

Möglichkeiten für Neues offen lässt. Als

nächste Stationen wählte er Hamburg

und London, wo er als Creative Head

für international renommierte Unternehmen

arbeitete. Hamburg deshalb,

weil er Hochdeutsch (im Vergleich zu

Mannheim) lernen wollte. Als Standort

für seine eigene PR- und Event-Agentur

(CLY COMMUNICATION) entschied er

sich später für Berlin. Von der kreativen

Hauptstadt aus betreut er, zusammen

mit seinem 20-köpfigen Team, europaweit

Kunden aus dem Premium- und

Lifestyle-Segment. Zwischen Schlaf und

Arbeit steigt er so oft es geht aufs Pferd.

Dies ist sein Ausgleich und der einzige

Platz, an dem das Handy ausgeschaltet

bleibt. Sein Hund freut sich natürlich

auch über derlei Aktivitäten und den

Auslauf, mit Herrchen, an der frischen

Luft. Als Italiener ist es naheliegend, dass

Castelli ein begnadeter Pastakoch ist.

Davon profitiert auch sein Unternehmen,

denn zwei- bis dreimal wöchentlich wird

der Meetingplatz zum Mittagstisch und

in großer Runde, ganz auf italienische Art

gemeinsam gegessen.

Herr Castelli. Glauben Sie, dass Sie ein

leidenschaftlicher Mensch sind?

Ich bin Italiener. Ohne Klischees bemühen

zu wollen, Italiener sind einfach emotionaler

als vielleicht der durchschnittliche

Nordeuropäer.

Leidenschaft ist von Vorteil, wenn man

ein Ziel erreichen will. Vor etwas über drei

Jahren habe ich in Berlin meine eigene

Agentur gegründet – cly communication

- das war ein Traum, den ich mir erfüllen

wollte. Ohne Begeisterung und Engagement

hätte das nicht funktioniert


Foto: N. Krüger

16 | BOLD THE MAGAZINE Schwerpunkt | Leidenschaft | Nachgefragt


Schwerpunkt | Leidenschaft | Nachgefragt

BOLD THE MAGAZINE | 17

Ist Leidenschaft ein Schlüssel zum persönlichen

Glück?

Welche Opfer fordert Ihre Leidenschaft

von Ihnen?

Jeder hat sicherlich seine ganz eigene

Auffassung, was das beinhaltet. Für mich

bedeutet es: Dinge mit Hingabe zu tun,

dass ich diese gerne tue, dass ich mich mit

Begeisterung für etwas engagiere. Wenn

ein solches Engagement dann zum Erfolg

wird, macht das glücklich. Ich persönlich

denke, dass Leidenschaft nicht automatisch

der Schlüssel für persönliches Glück

ist, aber ich denke, dass sie ein Verstärker

von Glücksgefühlen sein kann.

Was mögen Sie besonders an Ihrem

Beruf und wo können Sie Ihre Leidenschaft

einbringen?

Wenn man sich ernsthaft engagiert, um

erfolgreich tolle Projekte durchzusetzen,

bleibt oft wenig Zeit für Privates, Freundschaft

und den Partner.

Herr Castelli. Hat Leidenschaft für Sie

etwas mit Liebe zu tun?

Kann man das trennen? Nur wer liebt, was

er tut, macht es mit Leidenschaft, und das

ist die Voraussetzung, um damit auch

erfolgreich zu sein.

FEUER UND FLAMME

HINGABE MIT JEDER FASER

In meiner Zeit als Creative Direktor bei

großen Unternehmen und heute mit meiner

eigenen PR- und Event-Agentur, hatte ich

immer das Glück, meine Leidenschaft für

kreative Ideen ausleben zu können. Ich

liebe es, abseits der ausgetretenen Pfade

zu denken und zu sehen, wie sich eine

zunächst kleine, vielleicht auch verrückte

Idee in ein tolles Projekt verwandelt. Besonders

reizt mich dabei die Herausforderung,

mit einem überschaubaren Budget ausgefallene

Konzepte zu entwickeln und umzusetzen

– diese Momente, in denen echte

Kreativität verlangt wird, um das Unmögliche

zu schaffen. Dafür ist meine Agentur

der Rahmen, es geht nicht ohne ein gutes

Team. Wir funktionieren wie eine große

Familie, beim gemeinsamen Mittagessen

kann ich meinen italienischen Wurzeln

gerecht werden. Ich koche gern und regelmäßig

für das ganze Team.

Gabriella Strümpel hat ungarische und

deutsche Wurzeln und wurde in Michigan

(USA) geboren. Mit sieben Jahren zog

sie mit ihrer Familie nach Berlin. Ihr

Zuhause war schon immer ein Haus

voller Musik. Nach dem Abitur studierte

sie Cello in Essen, Krakau und Berlin. Zu

diesem Zeitpunkt hatte sie den Drang,

herauszufinden was im Leben wesentlich

ist – so entdeckte sie Yoga. 1997 rief

sie ihr erster Job nach Brüssel, wo sie

elf Jahre im Radioorchester spielte. Heute

lebt Gabriella Strümpel wieder in Berlin

und arbeitet als freischaffende Cellistin,

Musicoach und Yogalehrerin. In Kombination

ihrer verschiedenen Erfahrungen

unterrichtet sie Yoga für Musiker. Eine

Leidenschaft für Sprachen kann man ihr

ebenfalls zuschreiben, denn sie spricht

fließend deutsch, englisch, niederländisch,

ungarisch und französisch.


18 | BOLD THE MAGAZINE

Schwerpunkt | Leidenschaft | Nachgefragt

Inwiefern glauben Sie, dass Sie leidenschaftlich

sind?

Insofern, als ich für bestimmte Dinge, Tätigkeiten

und Menschen Feuer und Flamme

bin. Ich kann mich – zumindest manchmal

– mit jeder Faser meines Seins einer Sache

oder einem Menschen hingeben.

Ist Leidenschaft ein Schlüssel zum persönlichen

Glück?

schaffen, in dem ich möglichst viel von

dem, was ich weiß und kann, einsetzen und

damit Gutes bewirken konnte. In diesem

Fall: Gutes in Form von mehr Lebendigkeit,

Durchlässigkeit und Erfolg bei meinen

Schülern. Aus diesem Wunsch heraus

entstand das Musicoaching.

Frau Strümpel. Sind Sie bereit für Ihre

Leidenschaft Opfer zu bringen? Und

wenn ja, welche?

Ich sehe Leidenschaft und Glück als

unterschiedliche Manifestationen eines

bestimmten Zustands, dem Zustand der

vollständigen Lebendigkeit und Durchlässigkeit.

Frau Strümpel. Wann haben Sie Ihre

besondere Liebe zur Musik entdeckt

und wie kam es, dass Ihnen das beruflich

nicht ausreichte?

In meiner Kindheit war das Hören und

Spielen von Musik in meiner Familie eine

Selbstverständlichkeit, so normal wie Essen

und Trinken. Als ich in den USA an einem

Musik-Camp teilnahm, wo wir fast täglich

Konzerte besuchten, merkte ich, dass

ich mehr als die meisten anderen Kinder

meines Alters von der Musik begeistert

war. Dort spielte ich auch zum ersten Mal

im Orchester. Das wollte ich in Berlin fortsetzen

und trat so in das Schulorchester des

benachbarten Gymnasiums ein, obwohl ich

noch in der Grundschule war.

Um meiner Leidenschaft für die Wahrheit

gerecht zu werden, bin ich bereit, Harmonie

und Bequemlichkeit zu opfern – theoretisch

zumindest. In der Praxis siegt mal das eine,

mal das andere. Man könnte sagen, dass

ich die Festanstellung im Orchester opfern

musste, um meiner Leidenschaft für Berlin

und mein noch freieres Leben hier nachzugehen.

Mir war zwar mulmig, als ich die

Stelle gekündigt habe, aber es fühlte sich

nicht an wie ein Opfer, sondern wie ein

Weiterschreiten. Zu jeder Weiterentwicklung

gehört der Abschied von Liebgewonnenem,

und das kann Schmerz und Trauer

mit sich bringen.

Hat Leidenschaft mit Liebe zu tun?

Sehr: Leidenschaft – in ihrer reinsten Form

– ist Ausdruck von Liebe.

Links zum Thema:

In den elf Jahren im Berufsorchester

vermisste ich tatsächlich Lebendigkeit und

Leidenschaft. Ich wollte mir einen Rahmen

www.CL-Y.com

www.musicoaching.eu

Foto: G. Anthes


Schwerpunkt | Leidenschaft | Nachgefragt

BOLD THE MAGAZINE | 19


20 | BOLD THE MAGAZINE

CINEMA

passionate

DIRECTORS LOUNGE

Autor: H. G. Teiner

„Decapoda Shock“

Javier Chillon, Spanien


Schwerpunkt | Leidenschaft | CINEMA passionate

BOLD THE MAGAZINE | 21

„In Dreams“

Samuel Blain, Großbritannien

Wie in jedem Jahr zieht die Berlinale im

Februar wieder eine große Menge nationaler

und internationaler Filmschaffender

und Interessierter nach Berlin. Parallel

dazu, mittlerweile als Geheimtipp gehandelt,

veranstaltet die von Berliner Künstlern

entwickelte Directors Lounge zum

achten Mal ein Filmfestival der besonderen

Art, mit einem breiten Spektrum

an internationaler Medienkunst, Experimental-

und Kurzfilmen.

BOLD fragte nach und sprach mit André

Werner, Directors Lounge Gründungsmitglied

und künstlerischer Leiter:

2005 fand während der Berlinale die

erste Directors Lounge auf Initiative von

Berliner Künstlern und Kunstprojekten

statt. Ausgangspunkt war der gemeinsame

Wunsch, einen Ort der Begegnung

zu schaffen, der außerhalb des Festivaltrubels

die Möglichkeit bietet, vorhandene

Kontakte zu vertiefen, neue zu knüpfen

und gleichzeitig eine flexible Plattform

zur Präsentation ungewöhnlicher Filmund

Videoarbeiten zu offerieren. Dieses

Konzept wurde von zahlreichen Filmemachern

und Videokünstlern enthusiastisch

aufgenommen. Innerhalb kürzester Zeit

entstand ein Programm mit mehr als 100

Arbeiten von ca. 80 Künstlern. Auch beim

Publikum fand die Verbindung aus Filmprogramm

und Lounge großen Anklang,

viele Berlinale-Besucher beendeten den

Abend mit langen Diskussionen in der

Directors Lounge. Die durchweg positive

Resonanz ermutigte uns, dieses Experiment

seit 2006 kontinuierlich, umfangreicher,

konzentrierter und lebendiger fortzuführen.

Neben dem jährlichen Festival im Februar,

präsentieren wir kontinuierlich Themenprogramme,

laden Regisseure zu persönlichen

Vorführungen ein, entwickeln Ausstellungen

und sind als Partner an zahlreichen

Projekten beteiligt. Mediale Kunst,

Videoinstallationen, experimenteller Kunstfilm,

als eigenständige Genres seit Jahrzehnten

in der zeitgenössischen Kunst

etabliert, haben eines gemeinsam: Sie

sind weitestgehend voneinander isoliert,

autonome Inseln medialer Bildfindung.

Die Directors Lounge, als offene Plattform

für alle Formen medialer Kunst konzipiert,

entwickelt den Rahmen, um diese Trennung

bereits auf der Ebene künstlerischer Produktion

aufzuheben.

Auch in ihrer achten Ausgabe bleibt

die Directors Lounge ihrem Ansatz

treu, nach den Filmvorführungen

Regisseure, Künstler und Publikum im

Rahmen einer entspannten Lounge-

Atmosphäre live zusammenzubringen.

Die internationale Directors Lounge, ...


22 | BOLD THE MAGAZINE

Schwerpunkt | Leidenschaft | CINEMA passionate

„Moloko“

Jekaterina Petrova, Lettland


Schwerpunkt | Leidenschaft | CINEMA passionate

BOLD THE MAGAZINE | 23

„Telemach Wiesingers Camera“

16mm, Deutschland

als alternatives Berliner Film- und Medienfestival,

hat 2012 mit dem „Naherholung

Sternchen“ in Berlin-Mitte eine

neue und zukunftsträchtige Spielstätte

gefunden. Die Location, einen Steinwurf

vom legendären Kino International (Nähe

Alexanderplatz) entfernt, war einst Gaststätte

und Schauspielertreff und ist jetzt

einer der aufstrebenden Clubs in der

reichhaltigen Szene Berlins. Während der

62. Berlinale wird „Naherholung Sternchen“

ganz im Zeichen von Filmkunst

und Experiment stehen.

Wer sich für außergewöhnliche, experimentelle

oder seltene Filme interessiert,

die nicht auf die breite Masse

zugeschnitten sind, wird auf der International

Directors Lounge auf seine Kosten

kommen. Klischees und Vorhersehbares

wird man in den gezeigten Werken

vergeblich suchen. Innerhalb von elf

Tagen werden die besten Werke aus dem

Open Call, speziell kuratierte Programme

gleichgesinnter Projekte, Live Events und

Film-Performances zu einem einzigartigen

Bilderrausch verschmelzen. Traditionell

wird das Programm erst kurz vor

der Eröffnungsparty bekannt gegeben,

aber schon jetzt ist sicher, dass auch

2012 eine wilde und abwechslungsreiche

Mischung aus Avantgarde und Experiment

zu sehen sein wird. Und wenn um

Mitternacht die letzten Nachspanne über

die Leinwände laufen, die Augen trunken

sind von all den Bildern, dann bietet sich

die Lounge als Abschluss an, um den

Abend entspannt in die lange Nacht

herübergleiten zu lassen. André Werner

dazu abschließend:

Es ist unser Ziel, durch die enge Einbindung

der Künstler in alle Phasen der Vorbereitung

mehr zu sein als nur eine weitere

Spielstätte. Die Directors Lounge versteht

sich als Katalysator, der bereits Vorhandenes

zusammenbringt, um Anstöße für

Neues zu geben. Gleichermaßen verstehen

wir die jeweiligen Screenings nicht als

geschlossene Vorführungen, sondern als

Anstoß für jedwede Form der Diskussion.

9. bis 19. Februar 2012, täglich ab 18 Uhr:

Screenings, Bar, Lounge, Live-Acts, Installationen

und mehr.

Location: Naherholung Sternchen, Berolinastr.

7, 10178 Berlin-Mitte (Nähe Alexanderplatz).

Website zum Thema:

www.directorslounge.net


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BOLD THE MAGAZINE | 25

the

ellicott mid


26 | BOLD THE MAGAZINE

Mode | On Location

On Location

Miele Gallery

in Fashion

Fotograf: J. M. Brain

Mit Leidenschaft produziert Miele seit nunmehr 112 Jahren hochwertige Produkte zum Kochen,

Backen, Dampfgaren, Kühlen, Gefrieren, Kaffee zubereiten, Geschirrspülen,

zur Wäsche- und Bodenpflege.

Wer die Faszination der Marke „live“ und aus erster Hand erleben möchte, sollte einmal die Miele Gallery besuchen.

Die exklusiven Showrooms gibt es in Metropolen wie Berlin, Barcelona, London, New York, Mailand, Moskau, Paris oder Shanghai.

Mit weltweit 50 Gallerys schließt das Unternehmen den Kreis aus traditionell hochwertigen Produkten,

konsequenter Präsentation und Erlebbarkeit der Marke.

www.miele-gallery.de

Die Miele Gallery hat allerdings noch einiges mehr zu bieten: Neben zahlreichen Veranstaltungen

diente sie BOLD auch als Location für die folgende Modestrecke.

Models: K. Taylor, K. Sanchez (seeds Models)

Make-Up & Hair: I. Schult

Styling: F. Frauenstein

Produktionsleitung: R. Brokate

Assistenz: T. Kessler

Location: Miele Gallery Berlin

Mode: Nanna Kuckuck (1. Teil), F95 The Fashion Store at Station Berlin (2. Teil)

Bild (rechts)

Kleid, Ohrringe: Nanna Kuckuck


BOLD THE MAGAZINE | 27


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Mode | On Location | NaNna Kuckuck

BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | 29

Bild (links)

Kleid, Handschuhe: Nanna Kuckuck

Ohrringe: Nanna Kuckuck

Bild (rechts)

Kleid, Stola: Nanna Kuckuck

Ohrringe: Nanna Kuckuck


30 | BOLD THE MAGAZINE Mode | On Location | Nanna Kuckuck

Kleid: Nanna Kuckuck

Kette: Iosselliani

Küche: Miele (Miele Gallery Berlin)


Instrumente höchster Vollendung

BOLD THE MAGAZINE | 31

Für Gourmets. Für Visionäre. Für Ästheten. Für perfekten Genuss. Weil höchste

Ansprüche stets die beste Inspiration sind. Unsere Küchen-Einbaugeräte

überzeugen Sie durch ausgezeichnetes Design, hochwertigste Materialien

und das einzigartige Miele Gelingversprechen. Eine Komposition für Genießer.

www.miele.de


32 | BOLD THE MAGAZINE


Mode | On Location | F95 THE FASHION STORE

BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | 33

Bild (links)

Bluse: Kaviar Gauche

Pelzmantel: Ines & Marechal

Hose: Diane von Fürstenberg

Handschuhe: Nina Peter

Kette: Monki

Bild (rechts)

Kleid, Fellärmel: Marlene Berger

Kette, Ringe: Bjorg


34 | BOLD THE MAGAZINE Mode | On Location | F95 THE FASHION STORE

Hose, Bluse: Thu Thu

Fellmütze: Diane von Fürstenberg

Kette, Armreif, Ring: Sabrina Dehoff


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36 | BOLD THE MAGAZINE


Mode | On Location | F95 THE FASHION STORE

BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | 37

Bild (links)

Bluse: Lala Berlin

Hose: Diane von Fürstenberg

Hut: Marlene Berger

Gürtel: Mongrels in Common

Kette, Armreif: Cheap Monday

Bild (rechts)

Jacke: Thu Thu

Lederhose: Diane von Fürstenberg

Gürtel: Mongrels in Common

Kette: Monki


38 | BOLD THE MAGAZINE


Kunst & Kultur | Nicolas Cage

BOLD THE MAGAZINE | 39

Nicolas Cage

Der Jazzmusiker

der Schauspielerei

Autor: M. Breuer

Nicolas Cage ist ein Vollgas-Schauspieler

mit einem außergewöhnlich großen

Spielraum, dessen weit gestreute Filmographie

seinesgleichen sucht. Wie ein

Heroinjunkie auf der Suche nach seinem

nächsten Schuss rast Nicolas Cage durch

seine zahlreichen Filmprojekte.

Ob er nun geistesgestörte Vietnamveteranen,

zwangsneurotische Betrüger,

russische Waffenhändler, moralische

Kreuzritter, PS-süchtige Autodiebe, einen

Rächer aus der Hölle, sich zu Tode trinkende

Drehbuchautoren, drogensüchtige

Sanitäter, Crack rauchende Polizisten oder

einen Engel spielt: Nicholas Kim Cage

fasst seine schauspielerische Hingabe

so zusammen: „Hollywood wusste nicht

ob ich wirklich spielte oder echt verrückt

war“. Für David Lynch ist er der „Jazzmusiker

der Schauspielerei“.

Cages Vater ist der Italo-Amerikaner

August Coppola (Bruder von Regisseur

Francis Ford Coppola). Seine Mutter,

die Tänzerin und Choreographin Joy

Vogelsang, stammt aus Cochem an der

Mosel. Cage interessierte sich schon in

seiner frühesten Kindheit für das Filmgeschäft,

mit 15 Jahren nahm er professio-

nellen Schauspielunterricht. Zwei Jahre

später brach er die High School ab, um

sich auf seine Karriere zu konzentrieren.

Nicholas Kim Coppola nannte sich Cage,

um nicht immer mit seinem Onkel Francis

Ford Coppola verglichen zu werden. Er

verkaufte Popkorn im kalifornischen

Fairfax-Kino und erhielt schließlich bei

seinem Onkel Francis einen Job als

Anspielpartner für die Castings von

„Rumble Fish“. Was ihm die Rolle eines

der Gangmitglieder einbrachte.

Seine Art zu spielen, sein Irrsinn, die

Sensibilität und das Mischen aller Eigenschaften,

haben Cage seither großen

Erfolg gewährleistet. In der Tat hat Cage

seit seinem Oscargewinn für „Leaving Las

Vegas“ 1995 eine Strategie entwickelt

zwischen freakigen, unkonventionellen

Rollen und total entgegengesetzten,

kommerziellen Action-Blockbustern, hin

und her zu pendeln wie sonst kein

anderer.

Für die eigenwillige Interpretation seiner

Charaktere erntete Cage allerdings nicht

nur Lorbeeren. Die Coen-Brüder sahen

in ihm eigentlich einen Hollywood-

Schönling a‘la Kevin Costner, doch dann

tauchte dieser schrullige Typ mit seinen

wild durcheinander fliegenden Haaren

am Set von „Raising Arizona“ (1987) auf.

Die Zusammenarbeit zwischen den

Coen-Brüdern und Nicolas Cage war

turbulent, obwohl sie von gegenseitigem

Respekt geprägt war. So erschien Cage

mehrfach am Filmset und bot den Coen-

Brüdern Szenenveränderungen an, die

sie allerdings allesamt ablehnten. Cage

meinte dazu nur, dass die Coen Brüdern

eine „sehr starke Vision“ dessen hätten,

was sie drehen wollten. So musste. .


40 | BOLD THE MAGAZINE

Cage erstmals in seiner noch jungen

Schauspielerkarriere lernen, auch andere

künstlerische Ansichten zu akzeptieren.

Privat scheinen seine großen Leidenschaften

Immobilien und Comics zu sein.

Nicht nur Schloss Neidstein im bayerischen

Dorf Etzelwang oder Midford

Castle in der Nähe von Bath in England

haben es ihm angetan, auch das Domizil

von John Wayne in Newport Beach in

Kalifornien legte sich Cage 2007 für

satte 24 Millionen Dollar zu. Sein selbst

gewählter Nachname geht auf den

Marvel-Superhelden Luke Cage zurück,

der einer der ersten schwarzen Comic-

Heroen war, und Cages 2005 geborener

Sohn Kal-El ist nach seinem Lieblingscomic

„Superman“ benannt. Der

Legenden und Mythen liebende, leidenschaftliche

Künstler, dessen Helden

harte Kerle wie Clint Eastwood und Jack

Nicholson sind, wollte vor seiner Karriere

Boxer, dann Zauberer oder Rennfahrer

werden. Die beiden letzteren Wünsche

erfüllte er sich in „Duell der Magier“ und

„Nur noch 60 Sekunden“. Aber auch für

seine Freunde tut er so einiges: Als er

Anfang der 80er-Jahre mit Johnny Depp

(der damals noch Musiker in Florida war)

eine Runde „Monopoly“ zockte, erkannte

er Depps Begabung und ermutigte ihn,

es einmal mit der Schauspielerei zu

probieren. Nach einem Treffen mit Cages

Agenten startete Depps Traumkarriere.

Auch die Frauen standen bei Mr. Cage

Schlange: Affären werden ihm mit

DiCaprio-Freundin Kristen Zamg, Uma

Thurman oder Model Christine Fulton,

mit der er seinen erstgeborenen Sohn

Weston (1992) zeugte, nachgesagt. Von

1995 bis 2001 war er mit Kollegin Patricia

Arquette verheiratet. 2002 Schnappte

sich Nicolas dann die wohl größte

Trophäe eines jeden hingebungsvollen

Elvis-Fans: Presleys Tochter Lisa Marie, mit

der er zwei Jahre verheiratet war. Seine

jetzige Frau Alice Kim Cage entführte er

aus einem Sushi-Restaurant, in dem die

20-Jährige kellnerte, und schleppte sie

gleich zum Traualtar.

Es war in den Neunzigern, vor seiner Rolle

in „The Rock“ (1996), als Cages Weg noch

auf Independent-Film-Exzesse fokussiert

war. Er glänzte in abgefahrenen Streifen

wie „Raising Arizona“, „Vampire’s Kiss“ (in

dem er in selbstloser Method-Acting-

Manier lebende Kakerlaken mampfte)

oder David Lynchs überladenem „Wild

at Heart“, als Produzent Jerry Bruckheimer

etwas ganz anderes in Nicolas

Cage sah: einen großen Hauptdarsteller.

Jemanden, der fähig war, Kraft und

Komplexität in die Rolle eines Actionhelden

einzubringen. Mit „Con Air“ (1997)

oder „Face/Off“ (1997) positionierte sich

Cage in den späten Neunzigern als erste

Adresse für harte Actionkost und stieß

Muskelpakete wie Arnold Schwarzenegger

oder Sylvester Stallone von ihrem

Thron. Seitdem schöpft er seine Angebote

aus vielen verschiedenen Quellen,

schwankend zwischen riesigen und

eher kleinen Projekten. Wenige erinnern

sich wohl an „The Family Man“ (2000),

„Windtalkers“ (2002) oder „Bangkok

Dangerous“ (2008). „Natürlich muss ich

arbeiten“, sagt er, „ich finde immer ...

Fotos: Universum Film, Szenen aus „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“


BOLD THE MAGAZINE | 41


42 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | Nicolas Cage

wieder etwas Befriedigendes in meinen

Rollen“. Das kann man getrost unterschreiben,

wurden wir doch Zeuge, wie

er den Killer-Superhelden Big Daddy in

„Kick Ass“ (2010) spielte oder seine skurille

Oscar-Reife Darstellung des abgefuckten

Iguana-beobachtenden Cops in Werner

Herzogs verrücktem „Bad Lieutenant –

Cop ohne Gewissen“ (2010) meisterte.

Bereuen wird er wohl keine seiner Entscheidungen.

Aber wieso sollte Nicolas

Cage, der kürzlich Leonardo DiCaprio

bei einer Auktion für 276.000 Dollar den

echten Schädel eines Tyrannosaurus Rex

vor der Nase weg schnappte, irgendetwas

bereuen? Das einzige, was er

an seinem Lebensende nach eigenen

Angaben wirklich bedauern wird, ist der

Verlust der drei Comic-Bücher, die aus

seinem Privatbesitz gestolen wurden

und nie wieder zu ihm zurück fanden.

Darunter war auch eine Erstausgabe von

„Superman“.

Nicolas Cage

im interview

BOLD hatte die Gelegenheit, in Berlin, mit

dem charismatischen Sonderling, über

Leidenschaft, Familie und seinen neuen

Film „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“

zu sprechen:

Herr Cage, schön das Sie es nach Berlin

geschafft haben. Konnten Sie die Stadt

denn schon für sich entdecken?

geworden. Es ist ziemlich schwer für mich,

hier auf Entdeckungsreise zu gehen. Ich

bin zwar ein paar Tage früher gekommen,

um ein wenig von der Kultur mitzukriegen.

Aber ein paar der Typen haben sich schon

regelrechte Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagden

mit mir geliefert. So konnte

ich nicht wirklich all das sehen, was ich

sehen wollte.

Was haben Sie sich denn ansehen

können?

Na ja, das Wetter war echt scheiße, aber

ich bin durch den Grunewald gefahren.

Das war echt ganz cool. Ich liebe es, wie

die Deutschen ihren Wald und die Bäume

respektieren und all das auch in die Architektur

mit einfließt.

Wäre es nicht auch eine gute Möglichkeit

gewesen, Ihre Familie mitzubringen

und ihnen Ihre deutschen Wurzeln zu

zeigen?

Eigentlich schon, aber das wäre andererseits

total verantwortungslos, da mein Sohn

noch zur Schule geht und den Anschluss

nicht verlieren soll. Vielleicht beim nächsten

Mal.

Es gibt Gerüchte, dass Sie in Deutschland

einen Film mit deutschen Schauspielern

realisieren wollen?

Ja, „Black Butterfly“ war im Gespräch, aber

das wird in naher Zukunft nicht passieren.

zimmerblick, seiner melancholischen,

tiefen Stimme und hat das Bild vor den

Augen, wie Nicolas Cage mit 150 km/h

durch den Grunewald brettert, um vor

Paparrazi zu flüchten.

Sie stellen gerade Ihren neuen Film vor,

„Ghost Rider: Spirit of Vengeance“. Was

war der Grund für Sie, einen zweiten

Ghost Rider-Film zu drehen?

Ich hatte einfach mehr mit Johnny Blaze

zu sagen, als der erste Teil ermöglichte.

Und dieses Mal konnte ich den Rider so

spielen, wie ich es wollte, da es die Technik

zuließ. Seit dem ersten Teil lebt Blaze nun

schon acht Jahre verschanzt in Rumänien.

Sein Humor ist viel schwärzer, sarkastischer

und nervöser. Ein Humor, den man eher

von einem Polizisten oder einem Rettungssanitäter

erwarten würde oder von

Menschen, die schlimme Dinge sehen und

einen speziellen Humor als Ventil dafür

suchen. Dort habe ich die Figur angesetzt.

Noch interessanter war es aber, den Rider

zu kreieren. Jemand aus einer ganz anderen

Dimension. Wie bewegt sich so jemand?

Ich habe Cobras beobachtet, wie sie

versucht haben, mich mit ihren hypnotischen

Tänzen einzuschläfern, um dann

plötzlich zuzuschlagen.

Er scheint ein wenig abzudriften, schwingt

seine Arme hin und her und imitiert mit

seiner Handfläche hypnotisch den Kopf

einer Cobra. Plötzlich schaut er auf und

redet weiter.

Um ehrlich mit euch zu sein: Die Paparazzi

sind seit dem letzten Mal viel aggressiver

Man hört ihm gerne zu. Hängt buchstäblich

an seinem einschläfernden Schlaf-

Das alles ist mit in die Figur des Riders

eingeflossen. Aber die eigentliche Idee von


Kunst & Kultur | Nicolas Cage

BOLD THE MAGAZINE | 43

„Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ hatte ich

bei einem Besuch in England: Ich habe den

ersten Teil dort promotet, und zu der Zeit

liebte ich es, Lederjacken, Motorradstiefel

und all das Zeug zu tragen. Ich war in Westminster

Abbey in meiner Mittagspause.

Plötzlich stellte sich heraus, dass ich genau

zu einem wichtigen Gipfel hereinplatzte.

Dort war auch ein Bischof aus Colorado

zugegen, der mir gleich eine Tour durch

die ganze Kirche gab. Er stellte mir den

Erzbischof von Canterbury und den Papst

der griechisch-orthodoxen Kirche vor. Also

stand ich da in meinem Lederoutfit, umzingelt

von diesen spirituellen Führern. Dabei

dachte ich mir, das könnte auch ein cooles

Setting für den Rider sein. Plötzlich flüsterte

mir der Erzbischof zu „Auch ich kann total

ungezogen sein“. Von da an war es besiegelt!

Das ist es! Der Ghost Rider arbeitet mit

der Kirche zusammen. So bin ich auf die

Idee für den Film gekommen.

Sind Sie religiös?

Ich glaube an Gott. Aber ich bin mehr der

wahrheitsuchende Typ und hacke nicht auf

anderen Religionen herum. Ob jemand nun

nach dem Islam oder dem Judentum lebt,

ist ihm doch völlig selbst überlassen. Jeder

soll daran glauben, wozu er Lust hat. Ich

werde wohl immer auf der Suche sein.

Glauben Sie an ein Leben nach dem

Tod?

Oh, wow ... Niemand von uns weiß wirklich

darüber bescheid, oder? Aber meine Intuition

sagt mir irgendwie, dass es das wohl

geben könnte.

Wären Sie froh darüber?

Es gibt diese 50/50-Chance, dass es ziemlich

cool sein könnte. Ich weiß halt nur

nicht, in welche Richtung es wohl geht. Und

wenn ich jetzt sagen würde, ich wüsste es

doch, würde ich wohl an einer Psychose

leiden.

Welche Parallelen gibt es zu Ihrer Filmfigur?

Ghost Rider ist der einzige Superheld, den

ich kenne, der von Goethe inspiriert wurde,

der Kontakt mit dem Teufel und all das.

Der Film ist zwar eher ein Popcorn-Event,

aber als ich, als Kind zum Beispiel, die

Comics las, fand ich es immer beängstigend

zu sehen, wie jemand die Kraft des Bösen

nutzt, um etwas gutes zu tun. Das war ein

kompliziertes, philosophisches Erwachen.

Im Film ist alles eine große Metapher und

wir alle machen Fehler. Das liegt in der

Natur des Menschen.

Schauen Sie zu Hause, gemeinsam mit

Ihrer Familie, Ihre Filme an?

Ich spiele meine eigenen Filme nicht bei

mir zu Hause. Ich versuche, das Leben in

den eigenen vier Wänden so normal wie

möglich zu halten. Mein Sohn soll das alles

nicht sehen, das würde ihn nur verwirren.

Sie sind also kein Superheld für Ihren

Sohn?

Ich bin einfach sein Vater. Er weiß was ich

mache und besucht mich auch mal am Set.

Ich zeige ihm nur nicht die Filme.

Neben Ihrem Beruf und Ihrer Familie

haben Sie eine große Leidenschaft für

Comics?

Ich liebe die Popkultur. Aber ihr habt

irgendwie alle ein falsches Bild von mir und

den bunten Heftchen. Lasst mich das mal

klar stellen: Ich bin nicht bis 3 Uhr morgens

wach und sitze zu Hause mit einem Pappkarton

voller Comics, esse Zitronenkekse

und lese „Spiderman“. Aber ich kenne mich

in der Materie aus, weil ich liebe, wofür

Comics stehen. Und so wie Rosebud in

„Citizen Kane“ bin ich loyal zu meiner Kindheit.

Ich denke, dass Comics mir in meiner

Kindheit geholfen haben, meiner Umwelt

zu entfliehen. Die bunten Charaktere, die

Geschichten, die Mythologien und all das

eröffneten mir eine fantasievolle Parallelwelt,

in die ich gern flüchtete. Comics sind

nichts anderes als Märchen, griechische

Mythologie, oder nordische Mythen, in

die sich Kinder in der Vergangenheit gern

vertieften. Ich finde, die Magie eines Comics

gibt dir eine Form des Lesens in Verbindung

mit einer Visualität, die eine großartige,

inspirierende Erfahrung sein kann.

Weiß Ihr Sohn denn, dass er seinen

Vornamen Supermann zu verdanken

hat?

Ja, weil er die Comics irgendwo im Haus

entdeckt hat. Kal-El ist einfach ein Name,

eigentlich ein hebräisches Wort, dass

„Stimme Gottes“ bedeutet. „El“ heißt auch

„der Erleuchtete“. Alles ein wenig märchenhaft.

Vor allem, wenn man sich Leute

im Medienbusiness anschaut, die „El“ im

Namen haben. Ob es nun Elton John ...


44 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | Nicolas Cage

oder Elvis Presley oder Elmo von der

„Sesamstraße“ ist, alle haben irgendwie

zauberhafte Sachen vollbracht. Also dachte

ich mir, warum versuche ich es nicht einfach

damit.

Hat er denn schon etwas Zauberhaftes

vollbracht?

Oh ja! Wissen Sie, wie man erkennt, ob

man einen Schauspieler in der Familie hat?

Du schenkst deinem Kind ein Spielzeugtelefon

und guckst zu, wie es so tut, als

würde es telefonieren. Dann wirst du es

wissen, ob ein geborener Schauspieler in

deinem Kind steckt oder nicht.

Wie war die Zusammenarbeit mit den

„Crank“-Regisseuren bei „Ghost Rider:

Spirit of Vengeance“ für Sie?

Mark Neveldine und Brian Taylor sind

absolut verrückt! Sie riskieren ihr Leben für

eine gute Einstellung. Mark hat in einer

Hand eine Kamera, mit der anderen navigiert

er ein Motorrad. Dabei fährt er auf

Rollerblades mit 100 km/h. Die beiden

haben das Motto: Wenn du dir in irgendeiner

Szene die Knochen brichst, zeigen wir

das auch im Film. Ich hab mich also in eine

ziemlich gefährliche Umgebung gebracht

– und dachte mir: Scheiß drauf! Gebt mir

mehr Action-Szenen, macht alles noch

gefährlicher! Wenn sie eine Szene 20-mal

drehen wollten, wollte ich sie 40-mal

spielen. So gehe ich mit Druck um, ich überkompensiere

ihn.

Wenn ich den Ghost Rider spielte und mich

in die Figur einfühlte, war ich so in Trance,

dass ich die Gefahr gar nicht wahrnahm.

Es war schon unheimlich, wie sehr ich mit

diesem gefallenen Engel aus einer anderen

Dimension verbunden war.

Wie gestalteten sich die Drehbedingungen

in Osteuropa?

Na ja, wenn es vier Uhr morgens ist und

du draußen am kalten Set stehst, frierst du

einfach ein. Es wird total schwer, deinen

Mund zu bewegen und zu schauspielern. Es

war hart, aber wir sind durchgekommen.

Hab ich euch von meiner Theorie erzählt,

dass die Schauspielerei von den alten

Medizinmännern, Schamanen stammt?

Nicolas Cage liebt nicht nur Mythen und

Märchen, sondern erzählt auch gern

welche. Wie am Lagerfeuer bei den Pfadfindern

...

Also, wenn wir weit in die Zeit zurück

reisen, gab es überall Dörfer, die voll von

Medizinmännern und Schamanen waren.

Man könnte meinen, die waren alle verrückt,

aber sie drifteten nur in diese andere

Welt der Psyche, um Antworten und Heilmethoden

für die anderen Einwohner des

Dorfes zu finden. Es gibt ein Buch, dass diese

Theorie unterstützt, dass das die ersten

Schauspieler auf der Welt waren.

Ich habe an diese Theorie gedacht, als ich

mich für „Ghost Rider“ vorbereitet habe.

Manchmal haben die Schamanen ja auch

Masken benutzt. Die haben sie aufgesetzt,

um sich in einen besonderen Geist hinein

zu versetzen. Also hab ich mein Gesicht

auch manchmal weiß oder schwarz angemalt

und sah aus wie ein Voodoo-Priester.

Ich sah aus wie jemand aus einem Kult, es

gibt da einen (welchen er meint, sagt er

leider nicht), der repräsentiert den Tod

und den Übergang, ist zu Kindern freundlich

aber auch der Gott des Fickens – in

dieser Welt. Ich dachte mir, der Ghost Rider

sollte auch etwas davon haben. Also hab

ich mein Gesicht angemalt, mir schwarze

Kontaktlinsen in die Augen gemacht und

bin so ans Set gelaufen. Ich hab kein Wort

gesagt, auch wenn die anderen Darsteller

mit mir reden wollten, blieb ich stumm.

Das war meine Art mich in der Rolle nicht

lächerlich zu fühlen. Und es hat mich in

einem düsteren Licht erscheinen lassen.

Die anderen hatten auf jeden Fall Angst,

das konnte ich in ihren Augen sehen. Das

hat meinen Glauben vergrößert zu denken,

ich wäre wirklich der Ghost Rider. Das war

mein erster Versuch im, so wie ich es nenne,

„Nouveau-Scharmaniac-Acting“.

Als ein großer Fan des Riders, haben Sie

sich sogar ein Tatoo stechen lassen?

Ja das stimmt. Ich habe einen flammenden

Totenkopf tätowiert. Aber wo, verrate ich

nicht.

Der Film hat mit schlechten Entscheidungen

und Verträgen zu tun. Was war

Ihre schlechteste Entscheidung?

Dummerweise sind diese Entscheidungen

meist allgemein bekannt. Ich gebe aber zu,

dass ich Leuten vertraut habe, denen ich

nicht hätte vertrauen sollen. Aber es bleiben

nur Fehler, wenn man daraus lernt!


BOLD THE MAGAZINE | 45


46 | BOLD THE MAGAZINE Kunst & Kultur | Kino | Ghost Rider

Ghost Rider

Spirit of Vengeance

Autor: M. Breuer

Der Ghost Rider ist kein normaler Marvel-

Superheld wie Thor oder Iron Man. Der

Rider war nie ein funkelnder Retter der

Armen und Beschützer der Menschheit.

In der Not entpuppt er sich als waschechter

Antiheld, der von der unstillbaren

Sucht getrieben wird, schuldige

Seelen in die Hölle zu verbannen.

2007 stieß die glattgebügelte Version

des Anarcho-Comics nicht nur bei

Fans, sondern auch beim bekennenden

„Ghost Rider“-Liebhaber Nicolas Cage

auf Argwohn. Immer wieder kämpfte er

für eine weitere Chance, den harten Stoff

doch ein wenig wilder auf die Leinwand

zu bringen. Diese nutzt er nun mit

„Ghost Rider 2: Spirit of Vengeance“. Dem

„Crank“-Regie-Duo Mark Neveldine und

Brian Taylor ist mit dem zweiten Teil ein

doch recht wilder Genrefilm gelungen,

der sich klar vom „gelackten Hollywood-

Schinken“ unterscheidet.

Die Handlung: Einst verkaufte Stuntfahrer

Johnny Blaze (Nicolas Cage) seine

Seele an den Teufel (Ciaran Hinds) um

seinen Vater vor dem sicheren Krebstod

zu bewahren. Seit dem ist er als Satans

Handlanger unterwegs. Mit flammendem

Schädel, glühenden Ketten und

feurigem Motorrad soll er Seelen in die

Hölle befördern – allerdings verschanzt er

sich lieber in Osteuropa, um seinem Fluch

zu entkommen. Doch mit dem Frieden ist

es schnell vorbei, als plötzlich der Martial-

Arts-Priester Moreau (Idris Elba) hereinstürmt

und den Rider um Hilfe bittet: Der

Teufel ist hinter dem 12-jährigen Danny

(Fergus Riordan) und dessen Mutter

Nadya (Violante Placido) her, weil er hofft,

mit Hilfe des Jungen seinen alternden

Körper abzustoßen, um die Erde neu zu

unterjochen. Hier kann Nicolas Cage als

Blaze einmal mehr am Rande des Wahnsinns

agieren – mit verrückten Gesten

seinen Schädel durch die Luft wirbeln.

Was zunächst übertrieben klingen mag,

ist für „Ghost Rider 2“ genau der richtige

Weg. Statt des handzahmen Johnny

Blaze aus dem ersten Film gibt es diesmal

einen Ghost Rider, der schniefend und

zitternd durch die Welt rast. So erfährt

man beispielsweise auch, was man

schon immer über den Seelenrächer

aus der Hölle wissen wollte: Wie sieht es

wohl aus, wenn man als flammender

Motorrad-Untoter pinkeln muss? „Ghost

Rider: Spirit of Vengeance“ gibt die

feurige Antwort, in feinster Videoclip-

Ästhetik. Weitere Highlights: Christopher

Lambert („Highlander“) als glatzköpfiger,

tätowierter Kung-Fu-Priester und die

Attacke des Ghost Riders mit einem

gigantischen in Flammen stehenden

Bagger auf eine Gruppe schwer bewaffneter

Gangster.

Fazit: Der letzte Kick fehlt dem „Ghost

Rider“ leider immer noch. Die Handlung in

Osteuropa bietet wenig Platz für witzige

Popkultur-Referenzen und kommt, trotz

aller verrückten Momente, doch etwas

schwerfällig und langatmig daher. Die

Story vom Teufel, der einen kleinen

Jungen für seine satanischen Rituale und

sein neues Leben auf der Erde benötigt,

reißt einen weder vom Hocker, noch ist

sie sonderlich originell. Die 3D-Effekte

sind nicht unbedingt atemberaubend.

Trotzdem kann man sich auf einen überzeugenden

Nicolas Cage und eine freche,

unterhaltsame Genreverfilmung in einem

übertriebenen Look freuen.

Link zum Film:

www.ghostrider-film.de


Kunst & Kultur | Kino | Ghost Rider

BOLD THE MAGAZINE | 47

Fotos: Universum Film

Keiner schürt mehr Feuer: Johnny Blaze (Nicolas Cage)

alias Ghost Rider is back!


48 | BOLD THE MAGAZINE

Der Ghost Rider (Nicolas Cage) als

schier unkontrollierbares brennendes Skelett.


BOLD THE MAGAZINE | 49


50 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | Sehenswert | Ausstellungen

sehenswert

Masterclass

Autor: K. Specht

Das gesamte Leben eines Menschen

in einem Augenblick, das fotografische

Porträt als visuelle Biografie. Arnold

Newman versteht es meisterhaft, die

Zeitläufe in Gesicht und Mienenspiel

seines jeweiligen Gegenübers freizulegen.

Fotografien von starker metaphorischer

Qualität bilden einen Querschnitt

der Kulturschaffenden des 20. Jahrhunderts.

Dazu gehören zum Beispiel: Pablo

Picasso, Marilyn Monroe, Marc Chagall,

Igor Strawinsky, Max Ernst, Piet Mondrian,

Andy Warhol und David Hockney.

Obwohl Arnold Newman zumeist weltbekannte

Personen in seiner einfühlsamen

Bildsprache porträtiert, lehnte er Prominenz

ohne Verdienst ab. Er war immer

auf der Suche nach Individuen, die ihre

Ideen mit außergewöhnlichem Talent

umsetzten. Newman interessierte, nicht

wer die Menschen sind, sondern was sie

ausmacht.

Foto: A. Newman, Picasso

Arnold Newman – Retrospektive

3. März bis 20. Mai 2012

C/O Berlin

Auguststraße 5a, 10117 Berlin

www.co-berlin.com


Kunst & Kultur | Sehenswert | Ausstellungen

BOLD THE MAGAZINE | 51

Foto: Directors Lounge

Foto: P. A. Renoir, Albertina

Foto: Nationalmuseum

Wer sich für außergewöhnliche, experimentelle

oder seltene Filme interessiert,

die nicht auf die breite Masse

zugeschnitten sind, wird auf der internationalen

Directors Lounge auf seine

Kosten kommen.

Klischees und Vorhersehbares wird man

in den gezeigten Werken vergeblich

suchen. Innerhalb von elf Tagen werden

die besten Werke aus dem Open Call,

speziell kuratierte Programme, Live Events

und natürlich die vielen Filme zu einem

einzigartigen Bilderrausch verschmelzen.

Traditionell wird das Programm erst

kurz vor der Eröffnungsparty bekannt

gegeben, aber schon jetzt ist sicher, dass

auch 2012 eine wilde und abwechslungsreiche

Mischung aus Avantgarde und

Experiment zu sehen sein wird.

„Impressionismus“ präsentiert über 200

Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen

von Impressionisten und Postimpressionisten.

Es ist international die erste

Schau, die sich ausschließlich diesem

Thema widmet. Gerade unter den Künstlern

des Impressionismus und Postimpressionismus

erlangte die Zeichnung

einen der Malerei ebenbürtigen Rang,

eine Gleichstellung, die für die Moderne

zukunftsweisend wurde.

Während sich die Gemälde von Monet,

Degas, Renoir, Pissarro, Manet, Seurat,

Signac, Cézanne und Gauguin größter

Popularität erfreuen, sind deren eindrucksvolle

Arbeiten auf Papier weitaus

weniger bekannt und jetzt in Wien zu

bewundern.

Nichts führt uns derart prägnant und

treffend das Bild der Zeit vor Augen, wie

die Pressefotografie. Das Schweizerische

Nationalmuseum gewährt einen Einblick

in das umfangreiche Archiv der Fotoagenturen

„Presse Diffusion Lausanne“

und „Actualité Suisse Lausanne“, das erst

kürzlich in die Sammlung des Museums

aufgenommen wurde. Eine Auswahl an

bedeutenden Ereignissen, unvergesslichen

Augenblicken, Schnappschüssen

von Prominenten und Porträts von

Alltagshelden bildet das Herzstück der

Ausstellung.

Der Bogen spannt sich von sorgfältig

geplanten Fotoreportagen aus dem

Alltag der 1940er- und 1950er-Jahre über

eine beeindruckende Bilderchronik der

zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis

hin zur schnelllebigen digitalen Welt der

zeitgenössischen Fotografie.

Directors Lounge

9. Februar bis 19. Februar 2012

Impressionismus

10. Februar bis 13. Mai 2012

C’est la vie

Bis: 22. April 2012

Naherholung Sternchen

Berolinastr. 7, 10178 Berlin

www.directorslounge.net

Albertina

Albertinaplatz 1, 1010 Wien

www.albertina.at

Schweizerisches Nationalmuseum

Museumstrasse 2, 8021 Zürich

www.nationalmuseum.ch


52 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | the Mad Men Era

The

Big Idea

the Mad Men Era

Autor: J. M. Brain

Was waren das noch für Zeiten, werden

zumindest die Werber und Designer

unter unseren Lesern sagen. Die Golden

1950er- und 1960er-Jahre waren nicht

zuletzt für die Werbeindustrie vor allem

in Amerika ein goldenes Zeitalter. Mit

dem Aufschwung von Industrie und

Wirtschaft wuchsen auch die Ansprüche

einer vom Krieg gezeichneten Generation:

Man gönnte sich wieder etwas und

wollte zeigen, was man hatte.

Die glorreiche Ära der Werbung illustriert

und beschreib das beim Taschen-Verlag

erschienene zweibändige Werk „Mid-

Century Ads: Advertising from the Mad

Men Era“.

„Mad Men“ steht für „Men of Madison

Avenue“. Dank der hohen Konzentration

von Werbeagenturen in der Madison

Avenue vor allem in den 1950er- und

1960er-Jahren in New York ist der Ausdruck

„Mad Men“ dort ein Inbegriff für

die in der Werbebranche beschäftigten

Kreativen. Die Werbung dieser Jahre

ist eng in den sozialen und kulturellen

Kontext der Zeit eingebettet, wobei

insbesondere die damaligen gesellschaftlichen

Hierarchien, die traditio-

nellen Geschlechterrollen und ein von

wirtschaftlichem Aufschwung und Fortschrittsgläubigkeit

getragener Lebensstil

wichtige Motive sind.

Das zweibändige Werk „Mid-Century

Ads: Advertising from the Mad Men Era“

versammelt Bestleistungen amerikanischer

Printwerbung in der Epoche, als

Markenfirmen und Agenturen bei ihren

Kampagnen noch auf die eine „Big Idea“

setzten. In den goldenen Tagen der

Konsumbegeisterung waren die Magazine

voll mit cleveren Anzeigen, die von

Gürteln bis zu Waffen so ziemlich alles

verkauften. Als Ausdruck von ungebremstem

Optimismus zeichnen sie ein

faszinierendes Bild jenes bunten Kapitalismus,

der die Atmosphäre jener Zeit

prägte, in der die Beschäftigung mit dem

Kalten Krieg durch eine sorglose Alkoholund

Zigarettenkultur abgelöst wurde.

Das zweibändige Werk enthält ein breites

Spektrum der wichtigsten Werbekampagnen

beider Dekaden, ausgewählt aus

Tausenden von Bildern. Für diese Publikation

wurden die Motive digital überarbeitet,

damit sie wieder so frisch und

munter aussehen wie an dem Tag, als sie

erstmals gedruckt wurden.

Kulturanthropologe und Grafikdesign-

Experte Jim Heimann ist Autor zahlreicher

Bücher über Architektur, Popkultur

und die Geschichte der amerikanischen

Westküste sowie über Los Angeles und

Hollywood. Seine einzigartige Privatsammlung

von Kuriositäten wurde

bereits in Museen der ganzen Welt

ausgestellt und ist in vielen seiner Bücher

zu bewundern. Als Co-Autor stand ihm

Steven Heller zur Seite, der 33 Jahre lang

Art Director der New York Times war. Er

ist Co-Vorsitzender des School of Visual

Arts MFA „Designer as Author“-Studiengangs,

schreibt die Kolumne „Visuals“ für

die New York Times Book Review und ist

Autor von 120 Büchern über Grafikdesign,

Illustration und politische Karikatur.

BOLD ruft „Mid-Century Ads: Advertising

from the Mad Men Era„ zum Standardwerk

für alle Kreativen aus und wünscht

viel Spaß beim Lesen.

Website Verlag:

www.taschen.com


Kunst & Kultur | the Mad Men Era

BOLD THE MAGAZINE | 53

Foto: „Mid-Century Ads: Advertising from the Mad Men Era„, Taschen Verlag, Chemstrand, 1959


Foto: „Mid-Century Ads: Advertising from the Mad Men Era„, Taschen Verlag, Campell‘s, 1965

54 | BOLD THE MAGAZINE


Foto: „Mid-Century Ads: Advertising from the Mad Men Era„, Taschen Verlag, Springmaid, 1955

BOLD THE MAGAZINE | 55


Foto: „Mid-Century Ads: Advertising from the Mad Men Era„, Taschen Verlag, American Airlines, 1953

56 | BOLD THE MAGAZINE


BOLD THE MAGAZINE | 57


58 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | Hörenswert | CD

Hörenswert

INTERSTELLAR

Autor: O. Franke

Jens Buchert ist einer der „alten Hasen“

im Musik-Geschäft, wie seine zahlreichen

Alben und Projekte „Fruit Machine“,

„Sunrider“, „Amberland“, „My Heaven“,

„Intersphere“, „Fata Morgana“, „Electronic

Space Odyssey“, „Aeon In Motion“ oder

„Noah – Charisma“, „Magic – Natural

Spirit“, „Hydra – Rendezvous In Space“

und „Dakini Mandarava – Chakra Meditation“

beweisen.

Unvergleichlicher, progressiver Lounge

und Downbeat, der die Handschrift eines

Entdeckers trägt, der einen berührt,

besonders bei den Tracks „Parabolic“,

„Sleepwalker“ und „Interstellar“.

Buchert begab sich auf eine spirituelle

Reise in den Mikrokosmos der Synapsen

und Chakren. Ein Soundtrip durch Heliossphären,

Sternencluster, ferne Planeten

und Galaxien.

Empfehlung


Kunst & Kultur | Hörenswert | CD

BOLD THE MAGAZINE | 59

Gegensätze ziehen sich an. Das ist vielleicht

das Erste, was einem in den Sinn

kommt, wenn mach sich Niklas Worgt

und Eva Padbergs neues Album „Sweet

Nothings“ anhört. Das Duo, besser

bekannt als Dapayk & Padberg, besticht

durch Diversität, Intertextualität, Stimmigkeit

und Verspieltheit.

Die Arbeit am Album erstreckte sich über

zwei Jahre und mehrere Kontinente. Vom

Strand in Bali, über Miami, Los Angeles

und Berlin bis hin zur Skihütte in den

österreichischen Alpen dienten spektakuläre

Locations, die wohl unterschiedlicher

nicht sein könnten, als Backdrop

für den Schaffungsprozess. So stößt man

auf weiche und raue Soundtexturen,

düstere und lichte Bildnisse, akustische

Euphorie und Trauer, Lyrics über Liebe

und Leid.

The Cranberries kehren im Februar 2012

mit „Roses“, ihrem ersten Studioalbum

seit über zehn Jahren, in die Musikarena

zurück!

Die Karriere der Cranberries – Dolores

O’Riordan, Noel Hogan, Mike Hogan und

Fergal Lawler – begann 1989 in ihrer

irischen Heimatstadt Limerick. Mit ihrem

unverwechselbaren Sound und weltweit

über 30 Millionen verkauften Alben

wurde die Band zu einer der musikalischen

Stil-Ikonen der 1990er-Jahre.

Produziert wurde „Roses“ von Stephen

Street (The Smiths, Blur), dem langjährigen

Freund und musikalischen Partner

der Band. Musikalisch erinnert es an den

ursprünglichen und erfrischenden Sound

ihrer ersten beiden Alben: „Everybody

Else Is Doing It, So Why Can’t We?“ von

1993 und seinen Nachfolger „No Need To

Argue“ von 1994.

Die Welt steht Kopf. Als wäre die französische

Revolution nie passiert, ist

von allen Menschen denen dort oben

am wenigsten zu trauen. Höchste Zeit,

sich allen Imperativen der entfesselten

dunklen Mächte zu verweigern. Vergiss

Aktien- und Wechselkurse! Verbrenn

dein Portfolio! Mach den Tag zur Nacht!

Faustregel: Ab jetzt wird nicht mehr

oben, sondern unten nach Antworten

gesucht.

Das fünfte Album von Deichkind folgt

dem Gebot der Stunde und verspricht

bereits im Titel eine durch und durch

radikale Zäsur: „Befehl von ganz Unten“.

Empfehlung


Empfehlung


Empfehlung


60 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | Hörenswert | CD | Track-By-Track

Track-By-Track

MODESELEKTOR

MONKEYTOWN

Autor: F. Reip

ein Jahr am Album zu arbeiten, haben dann

aber erst mal neun Monate lang prokrastiniert

und dann in drei Monaten die Platte

abgeschlossen. Mit diesem Stück ist der

Knoten dann geplatzt, weil wir mir einem

Tempo gearbeitet haben, das wir noch

nie hatten: 156 bpm. Eigentlich ist es ein

Liebeslied.

gemacht haben – mit ihm zusammen bei

uns im Studio in Berlin Mitte. Wir kennen

uns mittlerweile seit zehn Jahren und

hatten – auch ohne Worte – einen ziemlich

geilen Flow und jede Menge Spaß. Ein sehr

smarter, lustiger Typ.

04. Evil Twin

Während draußen frischer Regen den

Staub von Madrids Straßen wäscht,

befinden wir uns mit den beiden Berlinern

Gernot Bronsert und Sebastian

Szary alias Modeselektor in einem

10 m² großen Backstage-Kämmerchen

des Macumba (Club in Madrid). Im Track-

By-Track spricht Gernot Bronsert über

„Monkeytown“, das vierte Album des

Duos, während Sebastian Szary die Stichworte

liefert. Die Platte ist bereits Ende

September erschienen, sei aber hiermit

nochmals aufs Wärmste empfohlen ...

01. Blue Clouds

Einer der ersten Tracks, die fertig geworden

sind. Wir hatten uns vorgenommen, rund

02. Pretentious Friends

Eine Kollaboration mit einem MC aus L.A.,

Bassdriver. Ein ziemlich lustiger Vogel und

ziemlich intelligent, aus der Backpacker-

Hip-Hop-Szene, sprich: Rapper mit Abitur.

Wir haben erst den Beat fertiggestellt

und diesen dann an Bassdriver

geschickt, der dann darüber gerappt

hat. Im Mittelteil macht er sich über europäische

Klischees lustig. Zur gleichen Zeit

hatten wir einen Freund aus San Francisco

zu Besuch und haben mit ihm gemeinsam

den Monolog in ein Telefonat umgebaut –

und dabei bewusst auch den Sinn ziemlich

verdreht.

03. Shipwreck

Einer der Songs, die wir mit Tom (Yorke,

Sänger von Radiohead, Anm. d. Red.)

Ein Techno-Monster. Auf jedem unserer

Alben hatten wir so ein Ding. Die Vocals

sind von Otto von Schirach.

05. German Clap

Der Song ist mit sehr viel Schmerz

entstanden. Ich war in einer kreativen Krise

und habe es nicht mehr ausgehalten, keine

Musik mehr machen zu können. Ich war

dann mit meiner Familie auf einer kleinen

Insel und hab abends mit Kopfhörern am

Laptop gesessen.

Da hab ich gemerkt: Es geht doch noch! Der

Titel verweist auf einen Joke, den elektronische

Musiker gern über deutschen Techno

machen, in dem die Clap immer auf der Eins

ist, so richtig wie in der Marschmusik. Unser

Song ist allerdings nicht german-clappig,

eher im Gegenteil.


Kunst & Kultur | Hörenswert | CD | Track-By-Track

BOLD THE MAGAZINE | 61

Foto: G. Tripodo,Red Bull Music Academy

06. Berlin

Während der Aufnahme-Sessions zum

Studio bin ich mal nachts mit dem Auto

nach Hause gefahren und hörte im Radio

einen Song mit Miss Platnum. Ich hatte die

nie so richtig auf dem Schirm gehabt und

wusste auch in dem Moment nicht, dass der

Song von ihr war – Zigeuner-Polka-Rave-

Mucke mit richtig guter Soul-Sängerin, ich

dachte nur: Wahnsinn! Gleich am nächsten

Morgen haben wir ihre Nummer rausgekriegt,

zwei Tage später war sie im Studio.

Eigentlich hatten wir „German Clap“ für sie

angedacht und ihr nur ganz nebenbei eine

Skizze von „Berlin“ vorgespielt – und das

war’s dann!

07. Grillwalker

Eine Hommage an Berlin – Grillwalker

sind die Typen, die von ihren mobilen

Grills Würstchen für ’nen Euro verkaufen.

Manchmal kauft man ’ne Wurst aus Mitleid,

vielleicht ist das Taktik.

08. Green Light Go

Eine Zusammenarbeit mit PVT, einer Indieband

aus Australien. Szary fand die super

und hat auf einem Konzert der Band ein

Gespräch mit dem Sänger angefangen,

woraus eine Freundschaft entstanden ist.

So kam es zu dem Song.

09. Humanized

Ein für uns ziemlich wichtiger Song, eine

Zusammenarbeit mit der New Yorker Band

Anti-Pop Consortium, unseren Independent

HipHop-Heroes. Die haben den Song

dann auf Tour und während ihrer eigenen

Albumproduktion quasi zwischen Tür und

Angel aufgenommen, und ich bin echt

glücklich damit, gerade weil der Anfang so

Beatles-mäßig ist.

10. This

Der zweite Song, den wir mit Tom aufgenommen

haben. Wir hatten schon länger

übers Internet gemeinsam an dem Stück

gearbeitet, und irgendwann war halt der

Punkt erreicht – als es einfach zu viele

Spuren wurden – an dem entweder er zu

uns oder wir zu ihm kommen mussten.

Die Aufnahmen zu „This“ und „Shipwreck“

fanden dann in einer Session innerhalb von

drei Tagen statt.

11. War Cry

Der Song hat sich einfach so entwickelt,

wie überhaupt jeder Track auf dem Album

einen Prozess durchgemacht hat. Dabei

ist mir auch wieder bewusst geworden, dass

so etwas eigentlich von allein passieren

muss. Nur so funktioniert Kreativität. Eine

wichtige Erfahrung!

Website zur Band:

www.modeselektor.com


62 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY

DE MADRID AL CIELO

Musik aus voller

Leidenschaft

Autor: F. Reip

Es ist keine ganz so einfache Angelegenheit,

in wenigen Worten zusammenzufassen,

was die Red Bull Music Academy

will, was sie tut, was sie ist.

Man könnte sie eine Art Exzellenz-Workshop

für Nachwuchsmusiker nennen,

doch dafür wirken alle Beteiligten deutlich

zu entspannt; oder man beschreibt

sie als eine einzige große Party – und

verliert dabei die enorme Bereicherung

aus den Augen, die das Erlebnis für

Musiker wie Organisatoren mit sich bringt.

Sagen wir vielleicht so: In der Academy

verbringen ein paar Hand voll Menschen,

die einander zuvor nie begegnet sind, da

sie aus aller Herren Länder stammen, die

aber in ihrer Verfangenheit im größten,

schönsten Geheimnis der Welt – der

Musik! – einander verbunden sind, eine

unglaublich intensive Zeit miteinander.

Die jüngste Ausgabe fand von Ende

Oktober bis Ende November 2011 in

Madrid statt – und für zweieinhalb irre,

unvergessliche Tage war ich dabei. Ein

Tagebuch ...

Foto: D. Wilton, Red Bull Content Pool, Matadero Madrid


Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Tagebuch BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | | 63

Tagebuch

zweieinhalb

irre Tage

Freitag, 18. November

13.00

Das Taxi fährt vor dem Matadero vor, das Abenteuer kann beginnen. Dem Matadero?

Als Headquarter und zentralen Treffpunkt haben die Organisatoren der Academy das

Gelände eines erst in den 1980er-Jahren stillgelegten Schlachthofs ausgewählt.

Man denkt kurz an „The Jungle“ von Upton Sinclair, sucht vergebens getrocknetes

Rinderblut auf den nackten Steinen, aber nein – dieser Ort gehört jetzt der Kultur.

Galerien, ein Kino, eine kleine Theaterbühne – und in einem der größten Gebäude die

Academy, die man sich in etwa als eine Ansammlung von zusammengezimmerten Holzhütten

vorstellen darf, hinter deren Türen jedoch feinstes Equipment zu finden ist.

Hier arbeiten, idealerweise, die eingeladenen Musiker. Zweimal 30 wurden aus den

zigtausend Bewerbungen ausgewählt, um in Madrid Vorträgen etablierter Künstler

beizuwohnen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auch ein wenig belohnt

zu fühlen. Es ist ein großartiger Ort – nur zu sehen ist fürs erste niemand.

Wie sich herausstellt, findet gerade ein Vortrag statt – der heißt hier Lecture – Zeit also

für ein Gespräch mit Niklas Jansen aus dem Organisationsteam, das sich ab Seite 68

nachvollziehen lässt.

16.30

Ich sitze mit Michaela Huditz alias Jools Hunter in der Sonne, die sich an diesem

Wochenende rar machen wird. Ella kommt aus Kärnten, lebt aber seit drei Jahren in

Berlin, in Mitte natürlich. Wo’s passiert.

Wie fast alle Teilnehmer – die heißen hier Participants – macht sie „was mit Elektronik“,

spielt aber auch ziemlich viele Instrumente. Wir haben vereinbart, dass wir nicht so ein

richtiges Interview machen, weil das irgendwie zu steif wäre ...

>>


64 | | BOLD THE THE MAGAZINE Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Tagebuch

Jools

Hunter

Du bist jetzt seit einer Woche hier – was denkst du über das Ganze?

Es ist super. Verrückt. Himmlisch. Und ich habe 29 neue Freunde!

Welche Lecture hat dir bislang am besten gefallen?

Eigentlich war in jeder etwas dabei, das geblieben ist. Morton Subotnik war toll!

17.00

Morton Subotnik steht auf der Bühne des Auditoriums im Kunstmuseum Reina Sofia, es

wummert, kracht, donnert aus den Boxen, das Urgestein der elektronischen Musik,

mittlerweile fast 80, ist beim Soundcheck für das Konzert später am Abend voll bei der

Sache. Wenig später sitzen wir gemeinsam in einer Art Besenkammer, die man gesund

euphemistisch Backstage Area nennen könnte. Ein Journalist aus Japan, der mit

Dolmetscherin angereist ist, stellt ein paar Fragen zu den Computerprogrammen, mit

denen Subotnik arbeitet. Ich frage lieber etwas anderes ...

Wenn man wie Sie alles erlebt hat, gibt es da trotzdem noch etwas, das einen

in Begeisterung versetzt?

Absolut. Als ich mich damals aufmachte, meine Vision von Musik zu realisieren, hatte

ich einen gewaltigen Weg vor mir – und jetzt bin ich fast am Ziel! Das ist tatsächlich ein

wahnsinnig befriedigendes Gefühl!

Subotniks Augen werden feucht vor Glück, als er diese Worte sagt. Mit aller Kraft

widerstehe ich dem in mir explodierenden Wunsch, ihn zu umarmen. Schade eigentlich.

20.00

Ein Regenguss bricht über Madrid herein, wir fahren mit dem Taxi zum Interview mit

Modeselektor. Die Backstage Area im direkt am großen Chamartín-Bahnhof im Norden

der Stadt gelegenen Club Macumba ist in etwa so schäbig wie die Besenkammer.


Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Tagebuch BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | | 65

21.00

From Silver To The Sky, Museo Reina Sofia

Zurück im Reina Sofia, das Auditorium ist nahezu voll und es ist endlich Zeit für Musik.

Der aus like, Fairfax, in Los Angeles stammende Participant Brian Simon alias Anenon

spielt ein tolles Set, an dessen Ende er sein Saxophon versamplet, um die

Bruchstücke sich zu einem berauschenden Elektrotrack versteigen zu lassen. Dann ist

Pause. Gemeinsam mit Gonzalo, der in der Academy die Journalisten betreut, gehe ich

in eine Kneipe auf der anderen Straßenseite. Wir teilen uns ein Bocadillo, und als wir

wieder am Reina Sofia ankommen, ist Subotniks Auftritt bereits vorbei. Ein gutes Stück

Reue bleibt den restlichen Abend mein Begleiter.

22.30

Ein Bus fährt uns zum Macumba. Participant Rhylan Durham erzählt mir von dem

vermasselten Auftritt seines Monikers Lhasa im Nasty am Montag und bietet mir an, mir

eine Liste von großartigen koreanischen Filmen zu schicken.

Wenig später stehen wir vor dem Club. Er hat zu, und bis Mitternacht bleibt es auch

dabei. Participant Xin Ge Ye Hai Ya Han, die sich gnädigerweise unter ihrem Alias Cha

Cha vorstellt und in Shanghai mit einer Art chinesischem Reggae wohl ziemlich erfolgreich

ist, macht das nichts aus. Sie ist froh, dass sie in letzter Sekunde noch ihr Visum

bekommen hat. Dafür musste sie ein ca. 17-seitiges Formular ausfüllen. Ich frage mich

kurz, ob sie das an den ca. 17-seitigen Fragebogen erinnert hat, den jeder

Participant als Teil der Bewerbung ausgefüllt hat.

>>

Brian Simon

(Anenon)

Modeselektor


66 | | BOLD THE THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Tagebuch

RZA vom

Wu-Tang-Clan

Modeselektor

23.59

Modeselektor Monkeytown Tour, Macumba

Die Türen des Macumba öffnen sich, an den Decks steht zunächst der polnische Participant

Pawel Klimczak alias Naphta, dem mit Nick Conceller (Künstlername Nick Hook)

ein weiterer Participant folgt. Conceller verschachtelt in zünftigem Tempo dicke HipHop-

Wummen und sorgt für Verblüffung im Publikum, das im sich beständig füllenden

Macumba scheinbar eher geradlinigen Techno erwartet hat. Die boxenauslastenden

Monster, die Modeselektor im Anschluss loslassen, versöhnen die Crowd aber wieder.

Wenn man das so sagen kann. Ich verpasse das Set des britischen Participants Mial

Watkins alias Doc Daneeka, weil ich im Shuttle Richtung Hotel sitze. Das Shuttle teile

ich mir u.a. mit der Dame, die für die Organisation der Academy in Tokio verantwortlich

war, bis das Schicksal einen Strich durch diese Rechnung machte. Es gefällt ihr

nicht, dass ich mir nicht sicher bin, ob es eine gute Idee gewesen wäre, die Academy

trotz der Katastrophen im Frühjahr in Tokio auszurichten.

Samstag, 19. November

22.00

Una Noche En Las Películas con RZA, Cinetica

In der Tat: Madrid ist eine fantastische Stadt, vor zehn Uhr am Abend geht hier

allerdings nicht viel mehr als Kneipen und Fußball. Und im Museum waren wir ja

gestern schon. Alle freuen sich also auf das erste Highlight des Tages: RZA vom

Wu-Tang-Clan, der bereits gestern eine Lecture gab, während anderswo Interviews mit

Modeselektor stattfanden, ist für einen abendlichen Auftritt angekündigt, von dem

eigentlich niemand so genau zu wissen scheint, wohin er wohl führen wird. Wie sich

bald herausstellen soll, gilt das auch für RZA selbst – und bei allem Respekt für zeitlose

Mutmacher wie „Der Weg ist das Ziel“ ist das hier und heute keine gute Sache.

In der ebenfalls auf dem Matadero gelegenen Cineteca steht die Luft

und auch RZA bringt keinen frischen Wind hinein. Zusammenhangs- und konzeptlos

tackert er Schnipsel von Klassikern von B.B. King bis Bobby Womack, von den Beatles bis

Ol’ Dirty Bastard aneinander, pfeift aber derart ignorant

auf Überleitungen wie Vermittlung, dass die anfangs aufgekratzt-erwartungsfrohe

Stimmung im Saal bald in Fassungslosigkeit und Ungeduld umschlägt – bis schließlich

die ersten Besucher gehen. Sie verpassen nicht viel,

lediglich zum Abschluss packt RZA noch eine Überraschung aus:

einen erst einige Wochen zuvor gemeinsam mit den Black Eyed Peas in Kalifornien

aufgenommenen Track, der hier wohl so etwas wie Weltpremiere feiert.


Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Tagebuch

BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | | 67

Dass RZA sein Feature nicht live über den Track MCt, sondern

die Nummer komplett vom Laptop kommt, ist der trübe

Abschluss einer enttäuschenden Veranstaltung.

23.45

Ich frage Participant Sara Sayed aus Finnland (sie verzichtet auf

einen Künstlernamen) nach ihrer Meinung zur Show. Sie bittet mich, sie

mit ihrer Antwort nicht zu zitieren. Als ich ihr sage, dass ich das selbstverständlich

vorhabe, rennt sie weg. Später in der Fabrik sehe ich sie nicht wieder.

Sonntag, 20. November

3.00

Free-Dimensional: RBMA goes Code, Fabrik

Die Fabrik, eine runde Dreiviertelstunde mit dem Auto südlich von Madrid gelegen, gilt

laut DJ Mag als einer der besten Clubs der Welt. Sie ist fraglos einer der größten. Und sie

kann es sich leisten, heute Nacht den legendären Beatfreak Richard David James, besser

bekannt als Aphex Twin, auf die geschätzten 5.000 Kids loszulassen, die doch eigentlich

nur eine gute Zeit haben wollen. Stattdessen zermürbt James die Massen mit den

unzähligen Brüchen in seinem Set bis zur stillstehenden Wehrlosigkeit – um ihnen

dann mit einer finalen Dampfwalze endgültig den Garaus zu machen. In den Staubwolken,

die zurück bleiben, tanzen ein paar frisch auferstandene Zombies auf Speed.

Wir flüchten in die verregnete Nacht und verpassen den ebenfalls angekündigten Marco

Passarani.

12.00

RBMA Open Session, La Casa Encendida

Die Casa Encendida ist noch so ein kürzlich aus der Taufe gehobenes

Kulturbaby der Stadt, ist aber eine ganze Nummer gepflegter als der kantige Matadero

und funktioniert vor allem als Museum, in dem gerade eine Ausstellung zu sozialistischer

Kunst zu sehen ist. Im Innenhof spielt eine Band tollen Gypsypop für Kinder, die

die Inspiration dafür nutzen, einander mit Kissen zu verprügeln. Die Participants

verschlafen den Spaß, finden sich aber rechtzeitig zur Lecture des

BBC Radio 1-Moderators Benji B ein. Während der erzählt, wie er als Teenager Platten

gekauft hat, gucke ich immer häufiger auf die Uhr. Sie tickt, gnadenlos, der Rückflug

geht in anderthalb Stunden. Mir gelingt ein kurzer, aber schmerzvoller Abschied.

Ein buntes Universum aus neuen Eindrücken spendet mir den nötigen Trost.

||


68 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Niklas Jansen

Im Gespräch

Niklas Jansen

Autor: F. Reip

Eine Veranstaltung, die so komplex und

vielschichtig ist wie die Red Bull Music

Academy (RBMA), wirft eine Menge

Fragen auf. In einem der Tonstudios, die

für die Akademie in einem Gebäude auf

dem Matadero-Gelände gebaut wurden,

gab uns Niklas Jansen entspannt und

trotz des dichten Terminplans in aller

Ruhe und Ausführlichkeit die Antworten.

Ein Gesspräch über die Ziele der RBMA,

das komplexe Auswahlverfahren und

Optimismus zwischen Schutt und Geröll.

Was genau ist deine Funktion im

Rahmen der RBMA?

Von ganz genauen Funktionen kann man

bei dieser Art Projekt natürlich nur schwer

sprechen. Ich arbeite das Jahr über als

Redakteur bei RBMA Radio, während der

eigentlichen Academy betreue ich dann

zudem die Kontakte zu den Equipment-

Partnern, sorge also u. a. dafür, dass die

Instrumente, die die Teilnehmer benötigen,

auch wirklich zur Verfügung stehen. Wenn

also etwa jemand aus Atlanta anreist und

dann erst bemerkt, dass er noch eine Viola

braucht, versuche ich, hier in Madrid eine zu

besorgen. Vor etwa vier Jahren habe ich bei

der RBMA angefangen; die erste Academy,

die ich so richtig mitgemacht habe, war

dann die in Barcelona 2008.

Wie funktioniert RBMA Radio?

Ursprünglich ist die Idee dazu während einer

Academy entstanden – was hier passierte,

gerade auf den Veranstaltungen abends,

sollte auch archiviert und erreichbar, letztlich

also hörbar gemacht werden. Die

eigentliche Academy ist ja nichts, woran

jeder ohne weiteres teilnehmen, wo man

einfach hingehen kann. Man konnte immer

relativ leicht nachlesen, was an spannenden

Dingen passierte, aber die tatsächliche Teilhabe

war immer etwas schwierig. Online-

Radio war ein Weg, das zu ändern. Zugleich

sind über die Jahre unsere Netzwerke natürlich

enorm gewachsen, wir haben immer

häufiger Festivalbühnen gebucht und

Clubnächte veranstaltet. Da lag es nahe,

all dies ebenfalls im Radio zu archivieren,

genauso unsere Interview-Shows. RBMA

Radio verfügt über neun Kanäle, man kann

jede Show zu jeder Zeit abspielen. Während

der Academy, teilweise auch von Festivals,

werden zudem Live-Sendungen über das

Radio gestreamt – im Grunde ist es aber

Archivradio.

So findet die RBMA auch ihren Weg

in die breitere Öffentlichkeit, die sie

ansonsten als Akademie, als geschlossene

Gesellschaft eher nicht sucht. Da

ihr als Veranstalter mit viel Begeisterung

bei der Arbeit seid – ist es ein

Problem für dich, dass die Veranstaltung

sich selbst scheinbar nur wenig

nach außen kommuniziert?

Dazu lässt sich zweierlei sagen: Zum einen

ist es in der Tat so, dass wir uns über das, was


Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Niklas Jansen

BOLD THE MAGAZINE | 69

wir mit dem Radio machen, bewusst stärker

öffnen – gerade auf Festivals spielt das

natürlich eine große Rolle. Was das eigentliche

Academy-Kernprojekt betrifft, geht es

aber eigentlich eher darum, den Menschen,

die sich wirklich gezielt und intensiv mit

Musik auseinandersetzen, die Möglichkeit

dazu zu geben und nicht möglichst laut auf

sich aufmerksam zu machen. Diese Konzentration

braucht es auch, damit die RBMA als

solche funktioniert und von den Musikern

auch ernst genommen wird.

Es gab keine Momente, in denen du dir

gewünscht hättest, stärker für Aufmerksamkeit

sorgen zu können?

Nein, es gab eher im Gegenteil Gelegenheiten,

in denen man mitbekommen hat,

dass ja doch viel mehr Menschen das Ganze

wahrnehmen, als man dachte: Wenn

etwa die Academy in London am Jahresende

zu einem der Highlights des Jahres

gewählt wird, müssen wir ja doch etwas

richtig gemacht haben. Anders gesagt: Die

Academy ist eher eine gute Platte, die man

seinen Freunden auf Kassette gibt, damit sie

diese auch kennen lernen, als irgendetwas,

womit man große Plakatwände bekleben

will – etwas, bei dem man jemandem in

die Augen sehen und sagen möchte, „hier,

guck dir das mal an!“

Die RBMA findet jedes Jahr an einem

anderen Ort statt – wie kam es zur

Entscheidung für Madrid?

Der ursprüngliche Plan hatte eigentlich

Tokio vorgesehen, was nach den Katastrophen

dort schwierig bis unmöglich wurde.

Das fing bei der Frage an, wie schnell wieder

alles funktionieren würde, und ging bis

zum Zweifel, ob wir guten Gewissens viele

Menschen nach Japan einladen konnten,

was zum damaligen Zeitpunkt schlicht nicht

überschaubar war. Im Frühjahr mussten

wir dann einsehen, dass es nicht ging. Es

blieb dann nicht mehr soviel Zeit, wie man

es sich für die Vorbereitung einer solchen

Veranstaltung eigentlich wünscht, und

Madrid hat sich u. a. wegen des Matadero-

Geländes angeboten, das viel Platz bot und

wo auch Gebäude noch nach ihrer Aufgabe

suchten. Ganz wichtig war auch, dass das,

was wir hier aufbauen, auch eine längerfristige

Perspektive hat und für die nächsten

Jahre genutzt werden kann.

Wie war dann eure tatsächliche Ausgangslage

vor Ort?

Das Gebäude, das wir jetzt nutzen, war

im Grunde noch ein Gerüst, das nur stellenweise

Dach hatte, der Boden war größtenteils

mit Schutt und Geröll bedeckt. Es

galt dann, die Balance zu finden – etwas

zu schaffen, das Hand und Fuß hatte, aber

eben doch pünktlich zum Start der Academy

im Oktober fertig wurde. Wir konnten

dabei mit dem Architektenbüro Langarita-

Navarro zusammenarbeiten, das zum

einen bereits mit dem Matadero-Gelände

vertraut war und das sich zum anderen in

unser Projekt hineindenken konnte.

Schon im Sommer, inmitten des Gerölls

– bestand da auch einmal die Sorge, das

Ganze nicht zu stemmen?

Jede Vernunft hätte gesagt: Das geht

nicht! Jede Erfahrung aus der Academy-

Geschichte aber sagte: Das klappt am

Ende trotzdem irgendwie! Es war aber schon

so, dass in der ersten Woche, in der die Participants

hier waren, noch Studiofenster

eingebaut wurden, das letzte bisschen

Farbe gerade noch trocknete.

Die Participants wussten, dass die

Academy eigentlich in Tokio stattfinden

sollte – war der eine oder die andere

vielleicht enttäuscht, dass daraus nichts

wurde?

Stimmt, beim ursprünglichen Aufruf ging

es noch um Tokio, wegen der Unsicherheit

und des Wechsels haben wir dann die

Bewerbungsphase bis zum vergangen April

ausgedehnt, den späteren Bewerbern war

dann also auch schon klar, dass es mittlerweile

um Madrid ging. Frust oder Enttäuschung

haben wir nicht erlebt; es haben

sich im Gegenteil trotz der Umstände

deutlich mehr Menschen beworben als je

zuvor , und die Qualität der Bewerbungen

ist dabei trotzdem durchgängig hoch

geblieben.

Wie wurden aus dieser Masse an Bewerbern

letztendlich die 60 Participants

herausgefiltert?

Das ist ein relativ gründlicher bis umständlicher

Vorgang. Es gibt ein großes, kürzlich

nochmals erweitertes Feld von Musikern

und Musikjournalisten, die zunächst

jede Bewerbung einmal bewerten. Diese

Bewerbung besteht zunächst aus einem

wirklich langen Fragebogen, den man von

Hand ausfüllen muss, zudem muss man ...


70 | BOLD THE MAGAZINE

Kunst & Kultur | RED BULL MUSIC ACADEMY | Niklas Jansen

natürlich Musik einschicken. So ist schon

mal ein relativ großer eigener Grundeinsatz

gefordert, ehe überhaupt etwas passiert.

Danach wird jede Bewerbung noch von

einer zweiten Person bewertet, dann erst

beginnt der Filterprozess. Dabei geht es

nicht nur darum, dass die Musik super

ist, sondern auch darum, zwei Gruppen

von je 30 Menschen zu bilden, bei denen

die Wahrscheinlichkeit möglichst groß

ist, dass sie gewinnbringend gemeinsam

Musik machen und eine angenehme

Zeit miteinander verbringen können. Die

Participants erleben hier eine äußerst

intensive Zeit, da ist es ganz entscheidend,

dass das Verhältnis untereinander ausgewogen

ist.

Muss man als Musiker bereits etabliert

sein, um eine Chance zu haben?

Die Spanne ist da bei den Participants sehr

groß – von Musikern, die schon ein paar

Maxis oder sogar schon Alben veröffentlicht

haben, bis hin zu Leuten, die wirklich gerade

erst anfangen. Letztlich ist das aber nicht

weiter entscheidend, und gerade unter den

erfahreneren Musikern gilt es umso mehr,

die zu finden, bei denen man sich vorstellen

kann, dass sie sich noch gewinnbringend

auf andere Menschen einlassen können. Für

Musiker, die bereits genau für sich herausgefunden

haben, wie sie arbeiten möchten,

ist die Erfahrung hier dann schon wieder

uninteressant.

Wichtige Inspirationen liefern ja auch

die Lectures – Vorträge über verschiedenste

musikalische Themen. Wie wird

ausgewählt, wer eingeladen wird?

Es geht dabei um eine gute Mischung aus

Menschen, die gerade besonders gute neue

Ideen haben, und Musikern, die gewissermaßen

das Feld bereitet haben. So haben

etwa wichtige Synthesizer-Erfinder wie

Bob Moog oder Tom Oberheim bereits

Lectures gehalten, wichtige Komponisten

und Musiker von Steve Reich über

Modeselektor bis Erykah Badu, ein Produzent

und Engineer wie Young Guru, der in

den letzten Jahren viel mit Jay-Z gearbeitet

hat, oder jemand wie Paul Riser, der zahlreiche

Streicherarrangements für Motown

geschaffen hat. Auch hier ist aber vor allem

das Ziel, am Schluss Menschen beisammen

zu haben, die einander etwas zu sagen

haben.

Auch ansonsten passieren hier ungemein

viele faszinierende Dinge, man

begegnet neuen Menschen – das ist

aufregend, bringt aber auch das Gefühl

mit sich, die Zeit, die man hier hat,

zerrinne einem zwischen den Fingern ...

Richtig, dieses Gefühl haben wir hier alle –

es ist letztlich aber auch ein ganz elementarer

Punkt an dem ganzen Projekt. Jeder

soll hier mit einem dickeren Adressbuch

wieder abreisen – und wenn jeder die Zeit

hätte, all das schon hier zu tun und auszuprobieren,

was er musikalisch umsetzen

möchte, würde wohl die Dringlichkeit

fehlen, schnell mit allen in Kontakt zu

treten, Ideen in den Raum zu stellen. Heutzutage

ist es ja ein Leichtes, auch über

Distanzen gemeinsam an Ideen weiterzuarbeiten,

daher ist es vor allem wichtig, dass

hier möglichst viele Anfangspunkte gesetzt

werden.

Noch einmal zurück zum Element der

Nachhaltigkeit – was passiert mit dem

Gebäude, wenn die RBMA vorüber ist?

Zum einen bleiben die Studios natürlich für

andere Musikprojekte nutzbar, alle Participants

haben aber zudem die Möglichkeit,

hier zu arbeiten, wann immer sie wollen –

und das natürlich kostenlos. Es geht ja vor

allem darum, den Gedanken der Musikförderung

weiter zu tragen, und nicht

darum, Studios zu bauen, mit denen man

dann das Gelände refinanziert. So etwas

Altmodisches wie richtig gute Musikstudios

werden ja immer rarer, und da etwas

von hoher Qualität zu schaffen, das ist ein

ganz wesentliches Anliegen der Academy.

Viele der Participants sind es ja gewohnt,

den Großteil ihrer Arbeit am Laptop zu erledigen

– da ist die Möglichkeit, in einem

solchen Studio zu arbeiten, schon etwas

sehr Besonderes!

Abschließend: Folgt die RBMA 2012 eher

dem Geist von Madrid, wo sich vieles

gerade erst im Aufbruch befindet, oder

wird ehrer ein etablierter Hotspot sein?

Ich würde sagen: beides gleichzeitig!

Mittlerweile ist es offiziell: Es wird New

York!

Links zum Thema:

www.redbullmusicacademy.com

www.redbullmusicacademyradio.com


BOLD THE MAGAZINE | 71

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72 | BOLD THE MAGAZINE

SCHOTTLANd

KLEINES LAND

MIT GROSSEM GEFÜHL

Autor: H. G. Teiner

Abenteuer der besonderen Art.

Loch Maree and Slioch, Highlands of Scotland.


Reise | SCHOTTLAND ERLEBEN

BOLD THE MAGAZINE | 73

ABENTEUER

DER BESONDEREN ART

Schottland ist ein Land voller Schönheit

und Gastfreundlichkeit. Ein Land voller

Freizeitangebote und eine wahre Inspiration

für Menschen, die Aktivität mit

Entspannung verbinden möchten. Das

Land zwischen Tradition und Moderne

begeistert seine Besucher durch eine

außergewöhnliche landschaftliche Vielfalt.

Über 1.700 Seen und 800 Inseln

warten darauf, entdeckt zu werden.

Die Highlands im Norden des Landes

laden dazu ein, sich in den Weiten der

Berglandschaft zu verlieren. Im Landesinnern

und im Süden hingegen erstrecken

sich weite Täler. Hier entspringen

die zahlreichen Flüsse, die das Land

durchkreuzen.

Doch Schottland glänzt nicht nur durch

seine Naturschönheit: Die Städte des

Landes, allen voran Edinburgh und

Glasgow, brauchen den Vergleich mit

anderen europäischen Metropolen nicht

zu scheuen und ziehen ihre Besucher

garantiert in ihren Bann. Die reiche

Geschichte des Landes spiegelt sich in

zahlreichen guterhaltenen historischen

Bauwerken wider, in mächtigen Burgen

ebenso wie in romantischen Schlössern.

Wer sich auf eine Reise durch Schottland

begibt, wird feststellen, wie lebendig die

überlieferten Traditionen auch heute

noch sind und wie sie von den Einheimischen

voller Stolz aufrecht erhalten

werden. Andererseits ist Schottland auch

die Heimat moderner Innovationen und

Fotos: P. Scott, P. Seale, Visit Scotland

Scottish Gallery of

Modern Art in Edinburgh.

überzeugt durch eine professionelle

Infrastruktur und hochwertige Serviceleistungen.

BUSINESS

UND AKTIVE ENTSPANNUNG

In idealer Weise lassen sich im Land der

Schotten auch Tagungen in hochrangigen,

spezialisierten Hotels mit motivationssteigernden

Aktivitäten vor der Tür

kombinieren: Eine ausgesprochen gute

Gastronomie und zahlreiche überraschende

sportliche Outdoor-Abenteuer

liegen nah beeinander. Die Kombinationen

sind ausgesprochen vielfältig.

Die zahlreichen Möglichkeiten eines

aktiven Begleitprogramms fördern den

Teamgeist, tragen zur entspannten und

kreativen Atmosphäre bei und machen

das geschäftliche Gesamtereignis zu

einem unvergesslichen persönlichen

Erlebnis. Sei es als reine Incentive-Reise,

im Rahmenprogramm einer Veranstaltung

oder als gezielte Teambuilding-

Aktivität: Hier wird jeder das passende

Angebot für seine Bedürfnisse finden.

Aufgrund der geringen Entfernungen

innerhalb des Landes lassen sich

Geschäftsveranstaltungen in einer der

Städte problemlos mit Aktivitäten in der

freien Natur kombinieren.


74 | BOLD THE MAGAZINE

Foto: P. Cairns, Visit Scotland

Fluss Sligachan mit den Cuillin Hügeln im Hintergrund.

Inneren Hebriden, Inselgruppe an der Nordwestküste Schottlands.


BOLD THE MAGAZINE | 75


76 | BOLD THE MAGAZINE Schwerpunkt | Identität | Niemandsland

Foto: S. Williams, Visit Scotland

Die Highland Games,

Holyrood Park, Edinburgh.

EDINBURGH

CITY DER INSPIRATIONEN

Edinburgh ist mit seinen fast 500.000

Einwohnern das kulturelle, finanzielle

und politische Zentrum des Landes. Zahlreiche

schottische und internationale

Unternehmen haben hier ihren Sitz. Die

Altstadt, die von einer Anhöhe aus vom

Schloss gekrönt wird, gehört zum Weltkulturerbe

der UNESCO. Edinburgh Castle

dominiert das Stadtbild der schottischen

Hauptstadt: An dieser strategisch wichtigen

Stelle entstand schon im 7. Jahr-

hundert die erste Verteidigungsanlage.

Heute gilt das Schloss als das wichtigste

schottische Bauwerk, hier werden im

Crown Room die königlichen Insignien,

Krone, Zepter und Schwert, aufbewahrt.

Edinburgh Castle bietet einen ausgefallenen

Rahmen für exklusive Abendveranstaltungen

im feierlich ausgestatteten

Bankettsaal. In den Sommermonaten

können in den Höfen inmitten der mächtigen

Gemäuer Cocktailempfänge für bis

zu 1.000 Personen durchgeführt werden.

Außerdem bietet Edinburgh mit dem

Edinburgh International Conference

Centre (EICC) in zentraler Lage Raum für

Veranstaltungen mit bis zu 2.000 Delegierten

im Rahmen technisch modernster

Tagungslösungen. Es sind insbesondere

die Menschen, die ihre außergewöhnliche

Kultur, ihre entgegenkommende

Freundlichkeit, den verbindenden

Humor und eine großartige Lebensfreude

beisteuern. Mit einem Wort: „Scottishness“.

Doch Vorsicht! Diese Menschen

haben die Fähigkeit, eine Sucht nach

ihrem Land und ihrer Lebensweise in

unseren Herzen und in unserem Gemüt

zu hinterlassen. Schöne, weite Land-


Reise | SCHOTTLAND ERLEBEN

BOLD THE MAGAZINE | 77

schaften und die vielen verschiedenen

attraktiven Möglichkeiten, die Zeit in der

Natur zu verbringen, tun ein übriges. Mit

den Worten von Larry Hirst, Chief Executive

IBM: „Scotland is a small country on

the map, but a big country in the mind.“

AKTIVITÄTEN

FÜR ALLE

Dank der vielfältigen Natur des Landes

nehmen Outdoor-Aktivitäten hier einen

wichtigen Platz ein: Bei den bekannten

Highland Games messen sich die Teilnehmer

in verschiedenen traditionellen

Disziplinen, bei denen mal Kraft, mal

Geschicklichkeit und oft auch ein wenig

Glück nötig sind. Sei es beim Bogenschießen,

Baumstammwerfen, Gummistiefel-Weitwurf,

beim schottischen Tanz

oder beim Tontaubenschießen.

Während einer feierlichen Gala-Nacht in

einem der Schlösser genießen Besucher

zu Dudelsackklängen die reichhaltige

schottische Küche und können sich

dabei fast wie ein Mitglied einer alten

Adelssippe fühlen. Eine Vorführung des

Nationaltanzes Ceilidh darf dabei nicht

fehlen, gerne werden die Gäste zum

fröhlichen Mitmachen aufgefordert. Viele

der traditionellen und liebevoll erhaltenen

Herrenhäuser können für Gruppen

exklusiv angemietet werden und geben

so dem Aufenthalt einen ganz besonderen

Touch.

Die grüne und hügelige Landschaft des

Landes lässt sich auch während einer

Oldtimer-Tour stilvoll erkunden. Vielleicht

führt diese Tour ja an einer der 100

Destillerien des Landes vorbei, in denen

während Führungen und Verköstigungen

das so genannte Lebenswasser der

Schotten genossen wird. Im Hindernisparcours

wird mit dem Quad-Bike um die

Wette gefahren, im Hochseilgarten gilt

es, den Gemeinschaftsgeist der Gruppe

zu stärken. Wer diesem fröhlichen Wettkampf

das reine Naturerlebnis vorzieht,

hat ebenfalls eine große Auswahl: Ein

weites Netz an Wanderwegen erstreckt

sich durch die Wald- und Berglandschaften

und entlang der Küsten. Hier

kann zwischen Routen verschiedener

Schwierigkeitsgrade gewählt werden,

so dass für jede Gruppe das Passende

dabei sein sollte. Den größeren Nervenkitzel

bieten Mountainbike-Touren durch

die Berge, entlang alter Eisenbahnstrecken

und kaum genutzter Forstwege,

bei rasanten Downhill-Abfahrten sind

Können und Geschicklichkeit gefragt.

Unser Tipp: In Edinburgh steht die

Kathedrale für Kletterbegeisterte oder

Menschen, die den Klettersport einmal

unter idealen Bedingungen ausprobieren

wollen: die Edinburgh International

Climbing Arena (EICA). Es ist ein

riesiges Areal, welches in natürliche Felswände

hineingebaut und überdacht

wurde. Die EICA ist international die ...

Foto: H. G. Teiner

Climbing Arena

in Edinburgh.


78 | BOLD THE MAGAZINE

Reise | SCHOTTLAND ERLEBEN

gößte Indoor-Climbing-Arena und bietet

neben zahlreichen Kletterwänden in

unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

auch gute Möglichkeiten für Veranstaltungen

jeder Art. Die Edinburgh International

Climbing Arena hat einen nicht

unmaßgeblichen Anteil daran, die Stadt

Edinburgh zu einer Megacity des aktiven

Trendsports Climbing zu machen.

unvergleichlicher Tradition. Unser Tipp:

Das Rusacks Hotel in St. Andrews liegt

mitten in dieser natürlich entstandenen

Dünenlandschaft auf Höhe des

18. Loches des berühmten Old Course.

Der St. Andrews Old Course lässt jedes

Golferherz höher schlagen und fungierte

bereits 27 Mal als Austragungsort der

British Open.

HEIMAT

DES GOLFSPORTS

Schottland gilt als Heimat des Golfsports,

weshalb diese beliebte Sportart auch bei

vielen Incentive-Reisen im Mittelpunkt

steht. Die Geschichte des Sports lässt

sich in Schottland über 600 Jahre zurückverfolgen,

auch heute noch ist Golf ein

bedeutender Aspekt des schottischen

Kulturerbes. Dank des Klimas und der

natürlichen Gegebenheiten und Landschaftsformen

zählt das Land inzwischen

500 reizvolle Golfplätze, deren Parcours

in der Regel ohne künstliche Eingriffe

geschaffen wurden. Auf Grund der

geringen Entfernungen können, ohne

großen zeitlichen Aufwand, verschiedene

Golfplätze bespielt werden.

Unser Tipp: Vereinbaren Sie doch die

Durchführung eines eigenen Golfturniers,

welches an das Spielniveau ihrer Gruppe

angepasst wird.

Ein Paradies für jeden Golfsportler stellt

die Küste mit schönster Nordsee-Dünenlandschaft

dar: Ein attraktiver Golfplatz

reiht sich an den nächsten, eine Golflandschaft

mit besonderem Charme und

In Schottland ist Golf traditionell nicht

nur das Outdoor-Vergnügen von wenigen

Betuchten, sondern schon lange ein von

vielen betriebener traditioneller Volkssport.

Bereits zu Anfang des 18. Jahrhunderts

spielten es in Schottland die

Schäfer auf den riesigen Weideflächen

in der ursprünglichen Landschaft. Heute

erfährt diese Art des zwanglosen Crossgolfs

auf wilden Wiesen oder verlassenen

Industriehalden ein Revival unter

jungen Golfenthusiasten, vielleicht um

die strenge Etikette der etablierten Clubs

zu umgehen.

WILDE NATUR

WILDES WASSER

Wer dachte, Safaris gehörten ausschließlich

zu einem Afrika-Trip, sollte sich

für eine neue Sichtweise öffnen und

eine Highland-Safari buchen: In einem

Range-Rover hinauf in die Berge um

Aberfeldy Perthshire, die naturbelassene

Landschaft genießen und das Rotwild

beobachten. Wer nicht das Glück hatte,

einen Rothirsch mit dem Fernglas zu

erspähen, kann einem Platzhirschen samt

Harem im Gehege der Basisstation mit

artgerechtem Futter zu Leibe rücken.

Fotos: P. Tomkins, Visit Scotland

Der Luxus des freien Blicks.

Vom Phonecia auf den Pool

und den Yachthafen.


Reise | SCHOTTLAND ERLEBEN

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Foto: S. Bentley, Visit Scotland

BOLD Redakteur mit vollem Einsatz

beim Wildwasser Rafting.


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82 | BOLD THE MAGAZINE

Reise | SCHOTTLAND ERLEBEN

„Wilderness Scotland“ sind die Zauberworte

für ungeahnte Abenteuer. Die

toughen Boys der 5-star-adventurecompany

lassen uns die ungebändigte

Seite der schottischen Natur spüren.

Unser Tipp: Wildwasser-Tour im Zweier-

Kanu! Allerdings: Wenn die Schotten

sagen, „Du kannst nicht nass werden,

höchstens ein bisschen feucht“, dann

trau ihnen nicht – man landet garantiert

im Wasser! Der Autor dieses Artikels hatte

das zweifelhafte Vergnügen, dies am

eigenen Leib zu erleben und wird es auf

immer in tiefer Erinnerung behalten.

WASSER

UND WHISKY

Vergessen Sie alles, was Sie bisher über

Whisky gehört und gelesen haben:

Fahren Sie einfach nach Schottland und

machen die Erfahrung vor Ort: Wasser,

Luft, die Menschen, die Pubs, die Natur,

alles zusammen kreiert die wundervolle

Atmosphäre für die richtige Art, sich

dem Thema des schottischen Whiskys

körperlich zu nähern und mental zu

öffnen. Auch wenn man das eine oder

andere über den Genuss von Whisky

hört, es gibt keine richtige oder falsche

Weise, einen Single Malt Scotch Whisky

zu trinken. Wichtig ist nur, dass Sie Spaß

beim Genießen haben! Pur, auf Eis, mit

Wasser oder als Longdrink, probieren

Sie alles einmal durch, bis Sie wissen,

was ihnen am besten schmeckt! Der

Weg ist hier in jedem Fall das Ziel.

Die Wahl des jeweils richtigen und

passenden Whiskys kann von der Sorte

und dem Alter, von der Umgebung und

nicht zuletzt vom Klima und vom Wasser,

mit dem Sie ihn vermischen, abhängen.

Beginnen Sie Ihre Versuchsreihe auf jeden

Fall pur. Gibt man einem Single Malt Wasser

hinzu, verändert sich seine Zusammensetzung

und es werden mehr Aromen

und Geschmacksnoten frei.

Natürlich wäre es ideal, dasselbe Wasser

beizumengen, das man auch in der Destillerie

bei der Herstellung verwendet. Das

ist allerdings nicht so einfach, wenn man

den Single Malt außerhalb Schottlands

genießen möchte. Am besten eignet sich

da ein stilles schottisches Mineralwasser

oder weiches Leitungswasser. Geben

Sie immer nur ganz wenig Wasser bei,

schmecken Sie aufs Neue und finden Sie

so selbst die richtige Mischung heraus!

Trinkt man einen Single Malt auf Eis,

kann dies sehr erfrischend sein, wenn Sie

jedoch die feineren Aspekte eines Classic

Malts auskosten wollen, verhindert Kälte

die wahre Entfaltung der reichen Aromen

und Geschmacksstoffe.

Es kann auch interessant sein, einen

Single Malt mit Mineralwasser, Ginger-Ale

oder Limonade zu mischen. Es gibt sogar

Cocktails mit Single Malts, doch sind

die komplexen Geschmacksnoten dafür

eigentlich zu kostbar. Um es auf den

Punkt zu bringen: Es gibt nichts Besseres,

als sich vor Ort auf eine Entdeckungsreise

nach dem Geheimnis vom Wasser

des Lebens zu begeben und mit einheimischen

Kennern gemeinsam im Genuss

den Tag ausklingen zu lassen.

Links zum Thema:

www.scotland.org

www.edinburgh.org

www.international.visitscotland.com

www.willkommeninschottland.com

www.conventionscotland.com

The Balmoral Hotel:

www.thebalmoralhotel.com

The George Hotel:

www.principal-hayley.com

Fairmont Hotel:

www.fairmont.com

Edinburgh Int. Climbing:

www.eica-ratho.com

Highland Safaris:

www.highlandsafaris.net

Wilderness Scotland:

www.wildernessscotland.com

The Whiski Bar:

www.whiskibar.co.uk

Empfehlung Reiseführer:

Lonely Planet Reiseführer Schottland

Verlag: Mairdumont

Seiten: 573 Seiten

www.lonelyplanet.de


BOLD THE MAGAZINE | 83


84 | BOLD THE MAGAZINE

Renault

neues Design

Tradition und Leidenschaft

Autor: J. M. Brain

Love | DeZir

Das erste Konzeptfahrzeug verkörpert die Liebe und Leidenschaft.

L‘amour par excellence. Kein Motorlärm stört beim charmanten Flirt:

Die elegante Coupé-Studie verfügt über einen Elektroantrieb.


Lifestyle & Trend | RENAULT | Neues Design

BOLD THE MAGAZINE | 85

Am Weihnachtsabend 1898 war Louis

(1877-1944) mit einem zuvor in einem

Schuppen in Boulogne-Billancourt selbst

zusammengebauten hölzernen Auto in

Paris unterwegs und erhielt noch am

gleichen Abend zwölf Aufträge zum

Nachbau seines ersten Automobils. Das

war die Geburtsstunde eines der größten

Automobilunternehmen der Welt: Am

28. Februar 1899 gründete Louis mit

seinen Brüdern Marcel (1872-1903) und

Fernand (1865-1909) die Société Renault

Frères und leitete die Firma bis 1944.

Neben der Leitung war er weiterhin als

Techniker tätig. Dies führte über die

Jahre zu zahlreichen Patenten, welche

die automobile Welt revolutionierten

– man denke nur an die Kardanwelle,

die einzuschraubende Zündkerze, den

Turbokompressor („Turbolader“), den

ersten V8-Motor für ein Flugzeug, die

Trommelbremse oder den Sicherheitsgurt.

Die Entwicklung des Familienunternehmens

schritt schnell voran und

beschäftigte um 1900 bereits über 100

Mitarbeiter. Den Durchbruch zum großen

Industriekonzern schaffte Renault im Jahr

1906, als ein Pariser Taxiunternehmen

250 Taxis bei Renault bestellte.

Unter dem Aspekt, ein Konzern des

Volkes zu sein, setzte Renault in den

1960er-Jahren die bezahlte dritte und

vierte Urlaubswoche durch. Die Produktion

brachte zu dieser Zeit revolutionäre

Modelle wie den Renault 4 ...

Der Nerva Grand Sport wurde

1934 auf dem Pariser Auto Salon

von Renault vorgestellt.

Fotos: Renault


86 | BOLD THE MAGAZINE

Lifestyle & Trend | RENAULT | Neues Design

und den Renault 16 hervor. Als letzterer

auf der Genfer Automobilmesse 1965

zum ersten Mal der breiten Öffentlichkeit

vorgestellt wurde, war das Publikum

verblüfft: Die Absicht, ein Mehrzweck-

Familienauto zu bauen, war nicht neu,

doch Renault brachte dieses Konzept

auf den Punkt: Wandlungsfähig, leicht

zugänglich und geräumig – dank Heckklappe.

Der Renault 16 kombinierte die

ästhetischen Eigenschaften der Limousine

mit den praktischen Vorteilen eines

Kombis, der lange Radstand sowie das

„Pagodendach“ trugen zum unverwechselbaren

Erscheinungsbild des Autos

bei. Die über die Dachlinie hochgezogenen

Karosseriekanten waren weit mehr

als nur ein Design-Gag: sie verliehen dem

Fahrzeug eine ausgezeichnete Verwindungssteifigkeit.

Der Heckabschluss des

Renault 16 dient als Blaupause für zahlreiche

weitere Modelle wie die Coupés

Renault 15 und 17 von 1971 oder die

großen Schräghecklimousinen Renault

20 und 30 von 1975. Der Renault 16

war ein Trendsetter seiner Zeit und wird

auch heute noch von Liebhabern hoch

geschätzt.

Der Mensch

im Mittelpunkt

Schaut man sich Renault heute an, ist

man fasziniert von den Visionen der

Designer und Ingenieure. Das Auto der

Zukunft scheint eine aufregende Sache

zu werden – und die Zukunft kommt

schneller, als man vielleicht denkt.

Gerade formulierte das Unternehmen

eine grundlegend neue Designstrategie

als unternehmerisches Kernziel, die

den Menschen in den Mittelpunkt rückt

und sich dabei an seinem Lebenszyklus

orientiert. Für jeden Lebensabschnitt

wird das Unternehmen künftig maßgeschneiderte

Fahrzeugkonzepte im Portfolio

haben.

Laurens van den Acker, ist seit 2009

Designchef des französischen Automobilherstellers

und setzt auf eine betont

emotionale Formensprache, die stark

von sinnlichen Stilelementen geprägt

ist. Bestandteil seines neuen Designkonzepts

ist eine optische Aufwertung

des Renault-Logos.

BOLD ließ sich von Laurens van den Acker

die neue Designstrategie des Unternehmens

näher erläutern:

Als wichtigsten Schritt in Richtung unverwechselbare

Identität beinhaltet das

Konzept die optische Aufwertung des

Renault-Logos. Die künftigen Serienmodelle

der Marke sollen auf den ersten

Blick als Renault zu erkennen sein. Um das

zu erreichen, haben wir das Logo größer

dimensioniert und das chromfarbene

Markenzeichen vor dem dunklen Hintergrund

des Kühlergrills platziert. Die Studien

DeZir, CAPTUR, R-Space und Frendzy

verfügen bereits über dieses Merkmal. Als

erstes Serienfahrzeug erhält der Twingo

im Rahmen der Modellpflege dieses neue

Markengesicht.

Auch die unterschiedlichen Lackierungen

der insgesamt sechs Concept Cars folgen

einer stringenten, in sich geschlossenen ...


Lifestyle & Trend | RENAULT | Neues Design

BOLD THE MAGAZINE | 87

Explore | CAPTUR

Die Crossover-Studie ist maßgeschneidert für

junge Paare, die die Welt entdecken wollen.

Sie kombiniert Elemente von Coupé, Roadstar

und vom Sports Utility Vehicle.


88 | BOLD THE MAGAZINE

Family | R-Space

Der kompakte Van steht für die Zeit der Familiengründung

und vereint Elemente, die lange Zeit als Gegensätze galten:

Funktionalität und Sinnlichkeit, Familie und Sportlichkeit.


BOLD THE MAGAZINE | 89


90 | BOLD THE MAGAZINE Lifestyle & Trend | RENAULT | Neues Design

Work | Frendzy

Der Elektro-Kombi-Van ist ein praktischer Lieferwagen oder Kompakt-Van für die ganze Familie.

Er kombiniert zahlreiche intelligente Lösungen: Statt eines Fensters wurde z. B. ein 37-Zoll-Bildschirm

integriert. Ideal für Werbebotschaften oder einen Kinoabend im Freien.


Lifestyle & Trend | RENAULT | Neues Design

BOLD THE MAGAZINE | 91

Logik, die sich an der klassischen Farbenlehre

und dem Farbkreis orientiert. Hier

spiegeln sich emotionale Stimmungen und

intuitive Zusammenhänge der Farbwahrnehmung

wider.

sich darauf beschränkten, von den Ingenieuren

konstruierte Strukturen lediglich

zu verkleiden. „Dem Buckligen einen

Anzug schneidern“, wie es damals spöttisch

bei Renault hieß.

„Nichts auf der Welt

ist so mächtig wie eine Idee,

deren Zeit gekommen ist.“

Victor Hugo, frz. Dichter

1802-1885

Das dunkle Rot des DeZir steht für Liebe

und Leidenschaft, das kräftige Orange des

CAPTUR für Optimismus und Abenteuerlust.

Beim R-Space signalisiert der gelbe

Farbton eine positive Lebenseinstellung

und den Wunsch nach Geselligkeit. Geistige

und körperliche Energie sowie Verantwortung

für die Umwelt drückt das frische Grün

des Frendzy aus. Das spielerische Blau des

in diesem Jahr erscheinenden Fahrzeuges

könnte das Ergreifen von Chancen und das

Sammeln neuer Erfahrungen kennzeichnen.

2013 kommt dann das letzte Concept Car

im Rahmen der neuen Strategie: Ein dunkles

Blauviolett soll hier eine Stimmung von

Weisheit und Gelassenheit bis hin zur Meditation

visualisieren.

Dem Buckligen

einen Anzug schneidern

Die ideale Basis für multidisziplinäre

Teams und einen offenen Dialog schaffte

das 1997 von Renault errichtete technische

Entwicklungszentrum Losange

in Guyancourt bei Paris. Dort sind in

der sogenannten Direktion Industriedesign

ca. 375 Mitarbeiter beschäftigt:

Designer, Manager, technische Zeichner

und Modellbauer, die ausgehend von

eigenen Studien und von marktbezogenen

Vorgaben der Produktentwicklung

innovative Fahrzeug-Konzepte vorschlagen,

die Karosserie und ein Innendesign

definieren, das mit der Grundidee

des Fahrzeugs im Einklang steht. Das

Team wirkt am gesamten Modellentwicklungszyklus

mit, von den ersten Überlegungen

bis zum endgültigen Anlauf der

Serienfertigung. Ein kreativ-leidenschaftlicher

Prozess des Schaffens und Wirkens,

damals wie heute.

Designer sind heute Mitarbeiter eines

multidisziplinären Teams. Damit unterscheiden

sie sich deutlich von ihren

Kollegen der frühen 1980er-Jahre, die

Link zum Thema:

www.renault.de


92 | BOLD THE MAGAZINE

Lifestyle & Trend | Opel Ampera | Auf leisen Sohlen

Auf leisen

Sohlen

Der neue Opel Ampera

Autor: K. Specht

Man könnte sagen, dass ein Pionier auf

Europas Straßen unterwegs ist. Nicht am

Zündschlüssel drehen, sondern wie bei

einem Computer das System hochfahren

– beim neuen Ampera wird „normal“ neu

definiert.

Opel öffnet ein neues Kapitel in der

Geschichte der Elektro-Mobilität und

löst ein Versprechen ein: Der revolutionäre,

elegant gestylte und gleichzeitig

voll alltagstaugliche Ampera ist Europas

erstes Elektroauto für grenzenlose Mobilität.

Die Vorderräder des Ampera werden

permanent elektrisch angetrieben. Eine

eigens für den Ampera entwickelte

16-kWh-Lithium-Ionen-Batterie versorgt

den 111 kW/150 PS starken Elektromotor

mit Energie. Je nach Fahrweise, Streckenprofil

und Außentemperatur lassen sich

bei vollständig aufgeladener Batterie

Distanzen zwischen 40 und 80 Kilometer

rein batteriebetrieben und emissionsfrei

zurücklegen. Auf längeren Strecken

erfolgt der Antrieb ebenfalls per Elektromotor,

der jedoch von einem kleinen

Verbrennungsmotor als Generator mit

Strom gespeist wird und so eine Reichweite

von mehr als 500 Kilometern

ermöglicht.

Der Ampera kann an jeder normalen

230-Volt-Steckdose aufgeladen werden.

Zudem forscht General Motors Europe

gemeinsam mit Energieversorgern an

Konzepten für eine umfassende Infrastruktur

zum Aufladen der Elektromobile.

Fotos: General Motors Europe

So faszinierend wie die Voltec-Elektroantriebstechnologie

ist auch das außergewöhnliche

Design: Eine geschmeidig

glatte, aerodynamische Karosserie umschließt

ein Interieur, in dem gleichermaßen

funktionelle wie hochmoderne

Farbdisplays mit Touchscreen-Funktion

konventionelle Bedienelemente und

Anzeigen ersetzen. Auch beim Platzangebot

überzeugt der Ampera: Das

Karosseriekonzept eines Fünftürers mit

einem Kofferraumvolumen von 310 Litern

und umklappbaren Rücksitzlehnen bietet

Platz und Komfort für vier Personen samt

Gepäck oder den nötigen Raum, für ein

stell-dich-ein mit der Liebsten.


Lifestyle & Trend | Opel Ampera | Auf leisen Sohlen

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94 | BOLD THE MAGAZINE


Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Cool Stuff

BOLD THE MAGAZINE | 95

Begehrenswert

Cool Stuff

Autor: J. M. brain

sportlich

Das Giant Roam XR Hybrid ist ein

sportives Crossbike in Hybrid-Version

(E-Bike) speziell für die Generation 30

Plus. Der stylische Allrounder meistert

jedes Terrain und macht jede

Berg- und Talfahrt auch im Gelände

zum Kinderspiel. Der unterstützende

Elektromotor kann nach Belieben

zu geschaltet werden und lässt

auch, weniger trainierte Radler gut

aussehen. Der neu entwickelte, kraftvolle

10 Ah-Akku befindet sich auf

dem Unterrohr in Trinkflaschen-Position

und sorgt für eine ideale Gewichtsverteilung

und einen tiefen Schwerpunkt.

Über das große LCD-Display (3,5-Zoll-

Bildschirmdiagonale) direkt am Lenker,

können alle Funktionen bequem gesteuert

werden, auch ohne die Hand vom

Lenker zu nehmen. Mit einem Kontrastwert

von 1000:1 ist das Display auch bei

direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar

(www.giant-bicycles.de).


96 | BOLD THE MAGAZINE Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Cool Stuff

Bequem

Klangvoll

Bei der Gestaltung des Museums

Brandhorst in München fiel den

Architekten Sauerbruch Hutton auf,

dass es an passenden Sitzmöbeln

fehlt. Kurzerhand entwarfen sie einen

passenden Stuhl, der in enger Zusammenarbeit

mit Classicon zur Serienreife

gebracht wurde.

Die Atomic Floyd In-Ear Kopfhörer

sind wahre Klangästheten und eine

gelungene Kombination aus exklusivem

Design und hervorragender

Klangqualität. Für die Herstellung

werden ausschließlich hochwertige

Materialien wie Titan, Stahl, Kevlar und

Gold verarbeitet. Die Produktpalette,

bestehend aus sechs verschiedenen

Modellen (www.atomicfloyd.com).

Das Highlight, der dreiteiligen Lounge

Chair Kollektion, ist der Munich

Lounge Chair, der vom Rat für Formgebung

mit einem Award gewürdigt

wurde (www.classicon.com).

Überraschend

Das Mio Cyclo verblüfft besonders

durch den Surprise Me!-Modus. Mit

dieser Funktion kann man problemlos

eine Tour durch jede bekannte oder

unbekannte Region unternehmen.

Einfach Zeit und Entfernung eingeben

und das Gerät erstellt selbstständig eine

Route. Ideal für Radler, die sich gern

überraschen lassen und etwas neues

entdecken wollen (www.mio.com).


Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Cool Stuff

BOLD THE MAGAZINE | 97

auSSergewöhnlich

Elegant

Eleganz und Geborgenheit in Kombination:

Das edle Rolf Benz Lounge-

Sofa „MIO“ besteht aus verschiedenen

Anreihmodulen und ist in zwei Sitztiefen

und -höhen erhältlich.

Der absolute Clou: Aus dem exakt

gleichen Leder des Sofas gibt es auch

eine klassisch-zeitlose Damen Handtasche,

im Vintage Look. Was begeistert

mehr? Das Sofa oder die Handtasche?

(www.rolf-benz.com)

Wer kennt das nicht: Stundenweise

Videomaterial von Hochzeit, Kommunion,

Geburt oder dem letzten Urlaub

– und kaum einer hat es gesehen.

Verstaubt im Archiv, verblasst die

Erinnerung an das einst so wertvolle

Zeitdokument. Der Full-HD-

Camcorder PJ 740 VE High Definition

von Sony, schafft nun endlich Abhilfe

– und alle im Raum können an Ihren

Erinnerungen teilhaben. Er verfügt

über einen integrierten Projektor, mit

dem Sie Ihre Videos auf jede Fläche

projizieren können. Ein 32-GB-Speicher,

für bis zu 11 Stunden Full-HD

garantieren einen langen Kinoabend

(www.sony.de).

WUNDERVOLL

Die „Edison The Grand“ würde seinen

Namensgeber sicherlich recht stolz

machen. Die 90 cm hohe Lampe

von Fatboy leuchtet von oben bis

unten und hat im Inneren ein Herz

aus LED. Sie kommt mit 60 cm Durchmesser

und einer einzigen, wasserdichten

Mission daher: Licht ins Dunkle

zu bringen – im Innen-, wie im Außenbereich

(www.fatboy.com).


98 | BOLD THE MAGAZINE

Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Cool Stuff

Kompaktes

Klangwunder

Beolit 12

Autor: J. M. Brain

Mit Beolit 12 präsentiert Bang & Olufsen

eine neue Marke: B&O PLAY. Das dänische

Unternehmen antwortet damit auf die

Bedürfnisse der heutigen mobilen Gesellschaft

nach Stand-Alone-Produkten, die

einfach und intuitiv bedienbar sowie

sofort integrierbar sind. Bang & Olufsen

bietet mit der neuen und vor allem

preiswerteren Produktlinie ebenfalls die

charakteristischen Qualitätswerte wie

eine hervorragende Bild- und Klangqualität,

unverwechselbares Design sowie

hochwertige Materialien.

Musik wird an fast allen Orten gehört.

Dabei bleibt das eigentliche Hörerlebnis

oftmals auf der Strecke. Mit B&O PLAY

will Bang & Olufsen modernen Menschen

beides ermöglichen – digitale Musik

sowohl bequem als auch in erstklassiger

Qualität zu genießen.

Das erste Produkt von B&O PLAY ist Beolit

12 – ein kompaktes Audiosystem für das

Abspielen und Streamen von digitaler

Musik über ein Smartphone oder einen

MP3-Player. Beolit 12 ist zudem das erste

Bang & Olufsen Produkt, das von der dänischen

Designerin Cecilie Manz entworfen

wurde.

Beolit 12 unterstützt die AirPlay-Technologie

von Apple, die es ermöglicht, Musik

drahtlos von iPod, iPhone, iPad, Mac oder

PC wiederzugeben. Für größtmögliche

Flexibilität sorgt der bereits in das Gerät

integrierte Akku mit einer Betriebsdauer

von bis zu acht Stunden.

Wie der Name bereits ahnen lässt, ist

Beolit 12 auch eine Hommage an die

Beolit-Transistorradios der 60er Jahre von

Bang & Olufsen. Trotz seiner kompakten

Form liefert das Klangwunder ein Hörerlebnis,

das seinesgleichen sucht. Das 120

Watt starke digitale Verstärkersystem der

Klasse D verleiht den beiden 2-Zoll-Hochtönern

und dem 4-Zoll-Tieftöner einen

satten und präzisen Klang, der mühelos

einen Raum mittlerer Größe ausfüllt.

Das tragbare Audiosystem wurde von

denselben Akustikingenieuren entwickelt,

die bereits am preisgekrönten

High-End-Lautsprecher BeoLab 5 mitgewirkt

hatten. Auch optisch ist Beolit 12

ein Hingucker. Mit dem nostalgisch

anmutenden Trageriemen aus Leder

lässt es sich mühelos überallhin transportieren.

Der Lautsprecher ist mit einer

Abdeckung aus farbigem Aluminium

umhüllt. Die Oberseite des Audiosystems

ist mit einem rutschhemmenden Gummi

beschichtet, auf dem der MP3-Player oder

das Smartphone elegant und sicher platziert

werden kann.

Beolit 12 ist in allen Bang & Olufsen Fachgeschäften

sowie ausgewählten Apple

Stores erhältlich.

Link zum Thema:

www.beoplay.com


BOLD THE MAGAZINE | 99


100 | BOLD THE MAGAZINE

Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Beauty

MIDNIGHT

ROSE

LANCÔME

Autorin: R. Brokate

Verführerisch

Sie ist hinreißend. Diese junge

Frau scheint mit ihrem Charme und

ihrer Energie ganz von selbst die Stadt

der Lichter zum Leuchten zu bringen.

Frei und unbeschwert erobert sie die

Straßen der romantischsten Stadt der

Welt: Paris.

Das Paris der kleinen, magischen

Plätze, der Seine-Ufer und der Cafés,

die abends voller Leben sind. Paris

in der Dämmerung. Paris bei Nacht,

wenn der Himmel in betörenden,

beinahe unwirklichen, tiefvioletten

Farben erstrahlt. Paris ist ihre Bühne

für ein romantisches Versteckspiel.

Ihre Spontaneität, ihre Frische, ihre

Feminität – sie verführt mit nur einem

Blick, einem Lächeln. Sie ist die Ikone

einer Generation und das Gesicht von

Lancôme: Emma Watson.

Nach Trésor In Love erzählt Lancôme

jetzt eine neue Liebesgeschichte, voller

Leichtigkeit, Magie und Sinnlichkeit. Eine

Geschichte von heute, die die Sprache

der Romantik und der leidenschaftlichen

Liebe neu erfindet.

Trésor Midnight Rose: Ein sinnlicher Duft,

der rund um das Thema der Rose komponiert

wurde. Zart wie eine „olfaktorische

Spur“, die eine unvergessliche Frau begleitet

(www.lancome.de).


Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Beauty

BOLD THE MAGAZINE | 101

Fotos: Lancôme Paris


102 | BOLD THE MAGAZINE Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Beauty

Extravagant

Stilvoll präsentiert sich das Design des

Otto Kern Unique Man: Eine Mischung

aus zarten, natürlichen Elementen

und einem massiven Glaskörper.

Charakterstark

Mit dem Rouge Allure Velvet von

Chanel liegt man immer richtig.

Geschmeidig, weich umschmeichelt

er die Lippen. Farbintensiv, mit einem

matten Finish, zaubert er einen willkommenen

Farbaccent in ein strahlendes

Gesicht (www.chanel.com).

Unique Man besticht durch seine

charakteristische Kopfnote: Einem

Mix aus süß-saftiger Manderine, Kardamom

und Muskat. In der Herznote

besticht er mit der Frische von

würzigem Basilikum, Iris und Veilchen.

Zarten Noten aus Sandelholz, Vetiver

und Moos runden den ihn harmonisch

ab (www.ottokern-fragrances.com).

ERFRISCHEND

Das biologische Rosenwasser von

Primavera wird von der ersten Destille

in feinster Qualität gewonnen und

enthält einen hohen Anteil an ätherischem

Rosenöl.

Rosenwasser wird in der Ayurveda

traditionell als tonisierende Pflege

angewendet. Das zart duftende

Wasser belebt, vitalisiert und erfrischt

(www.primaveralife.com).

Glitzernd

Die Bobbi Brown Cosmetics „Metallic

Long-Wear Cream Shadow“ gibt es

in acht Farbnuancen. Sie setzen sich

auch an langen Tagen nicht in der

Lidfalte ab. Auf Hochzeiten, Gala-

Abenden und coolen Partys ist man

mit dem funkelnden Cream Shadow ein

echter Hingucker. Er ist einfach aufzutragen

– mit dem Finger oder Pinsel und

eignet sich für eine kräftige Deckung

oder zum sanften Auslaufen und Akzente

setzten (www.bobbibrown.de).


Lifestyle & Trend | Begehrenswert | Beauty

BOLD THE MAGAZINE | 103

wohltuhend

Schon eine dünne Schicht vom

Hammam Body Mud reicht aus, um

ein erdiges, reines Gefühl zu spüren.

Der angenehm unaufdringliche Duft,

lässt Wellness- und SPA-Feeling zu

Hause aufkommen.

Natürlich

Der Duschschlamm von Rituals reinigt

tiefgründig, wirkt peelend und

entspannend (www.rituals.com).

Die Duftsticks von Rituals sind eine

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Narben, Couperose sowie Augenringe

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104 | BOLD THE MAGAZINE

Die letzte Seite | im jahr des drachen

LEIDENSCHAFT

im Jahr

DES DRACHEN

Autor: H. G. Teiner


Die letzte Seite | im jahr des drachen

BOLD BOLD THE THE MAGAZINE | 105

Im asiatischen Kulturraum

findet Neujahr traditionell in der

ersten Neumondnacht zwischen Ende

Januar und Mitte Februar statt. Ganz

China ist zu diesem Festtag auf den

Beinen, um im Kreise der Familie zu

feiern. Am 23. Januar 2012 begann das

chinesische Neue Jahr, es steht unter

dem Einfluss von Sheng, dem Drachen,

genauer dem Wasser-Drachen. In Asien

gilt der Drache als großer Glücksbringer.

Wasser-Drache, Feng Shui, Tai Chi,

Taoismus: Was hat das mit uns zu tun?

RÜCKSCHAU 2011

Jahr DES METALL-HASEN

Ein kurzer Rückblick, was hat das Jahr

davor, das des Metall-Hasen gebracht:

Der besondere Wert des Hasen war

der Hang zur Harmonie und die Pflege

familiärer Bande. Es ging verstärkt um

das Wohlergehen unserer Mitmenschen,

um Familienplanung, persönliche

Gespräche und um eine gemeinsame

Entscheidungsfindung. Mehr Zeit

also, Problemen ruhig und überlegt zu

begegnen, mehr Raum für Gelassenheit.

Wir konnten mit Augenmaß handeln,

Zugeständnisse fielen uns nicht mehr so

schwer und wir konnten alles ein Stückchen

leichter nehmen. Mit leiser Diplomatie

und einer Portion Einfühlungsvermögen

verfolgte der harmoniebestrebte

Hoppler seine Ziele.

Große Sprünge auf der Karriereleiter

waren nicht so einfach zu machen. Eher

standen das private Zuhause und die

Freunde im Mittelpunkt unseres Lebens.

Auf den ersten Blick betrachtet, liegt also

eine angenehme, gemütliche Zeit hinter

uns. Allerdings konnten so im Verborgenen

die Konflikte unbearbeitet bleiben

und Probleme dadurch eher anwachsen.

In den letzten 12 Monaten haben wir

vielleicht die eine oder andere fremde

Meinunge in unsere Entscheidungen mit

einbezogen oder unangenehme Dinge

vor uns hergeschoben. Im letzten Jahr

wurden wir oft daran erinnert, in kritischen

Zeiten füreinander da zu sein. In

der vergangenen Zeit sind wir vielleicht

auch zu viele Kompromisse eingegangen,

um anderen zu gefallen und haben

dabei unsere eigenen unkonventionelleren

Ideen vernachlässigt.

ZUKUNFTSPLANUNG

MIT DEM WASSER-DRACHEN

2012, im Jahr des Wasser-Drachens

herrscht wieder Aufbruchsstimmung.

In den nächsten 12 Monaten sind visionäre

Vorstellungen im Berufs- und im

Privatleben angesagt. 2012 bekommen

wir Unterstützung von der ungestümen

Energie des Drachen. Dieses Jahr kann

ein wichtiger Neuanfang sein! Lauwarme

Halbheiten und faule Kompromisse

lassen wir hinter uns, aufregende Zeiten

stehen bevor. Das heißt: Ärmel hochkrempeln

und ehrgeizige Projekte in

Angriff nehmen! Der Durchbruch ist

jetzt möglich! Im Jahr des Drachen

stehen Macher im Mittelpunkt ihres

eigenen Lebens und nehmen ihr Schicksal

selbst in die Hand. Im Jahr des Wasser-

Drachens wird das Geldverdienen so

einfach wie nie zuvor, andererseits

werden wir unsere Fehler im Leben in

größerer Münze bezahlen müssen.

TATKRAFT

für das NEUE JAHR

Als nach außen gerichtetes Tierzeichen

im chinesischen Horoskopkreis fordert

und fördert der Drache das überzeugte

und leidenschaftliche Vorgehen. Nur wer

das Außergewöhnliche denkt und auch

tut, kann seine eigenen Grenzen überschreiten

und das unmöglich Geglaubte

schaffen. Lassen Sie also die Fantasie frei

und erschaffen Sie sich eine neue, eigene

Realität. Machen Sie das, was Ihnen Ihre

innere Stimme schon länger zugeflüstert

hatte und Sie schon länger nicht

auszusprechen und umzusetzen getraut

haben. Stehen Sie zu Ihren Fähigkeiten

und überzeugen Sie andere Menschen

in Ihrem Umfeld davon! Nur wer es

versucht, kann Erfolg haben, wer es nicht

versucht, wird es nie wissen.

„Alle Dinge haben Zeiten des Vorangehens

und Zeiten des Folgens, Zeiten

des Flammens und Zeiten des Erkaltens,

Zeiten der Kraft und Zeiten der

Schwäche, Zeiten des Gewinnens und

Zeiten des Verlierens. Deshalb meidet

der Weise Übertreibungen, Maßlosigkeit

und Überheblichkeit.“ (Laotzi, chinesischer

Philosoph)


106 | BOLD THE MAGAZINE

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Prof. R. Cziwerny, C. Binnewies

Schlussredaktion & Lektorat

F. Reip, H. G. Teiner

Bildredaktion

S. Schuster

Titelbild

Foto: S. Hart, Model: Papis Loveday

Styling: H. Lohse, Make-Up & Hair:

C. Kristandt-Koch, Location: Milkstudio

München, Assistenz: S. Betz, M. Krosny

Autoren & Mitarbeiter dieser Ausgabe

H. G. Teiner, J. M. Brain, M. Breuer, M. Mai,

F. Reip, O. Franke, R. Brokate, G. Faranna,

K. Specht, T. Kessler, M. Wendt, J. Schwarz

Gerichtsstand und Erfüllungsort

Berlin

Heftpreis

D 4.80 EUR, AT 5.50 EUR, CH 8.50 CHF

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108 | BOLD THE MAGAZINE

Kraftstoff verbrauch (l/100 km) nach RL 80/1268/EWG: innerorts 6,4 – 5,6,

außerorts 4,3 – 4,1, kombiniert 5,1 – 4,7. CO 2

-Emission (g/km): kombiniert 119 – 110.

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