KV zÜriCh BuSineSS SChool: moTor der wirTschafT

kvz.ch

KV zÜriCh BuSineSS SChool: moTor der wirTschafT

MoTor

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KV zÜriCh

BuSineSS SChool:

moTor der

wirTschafT


Von Daniel Jositsch. Die Zeiten, in denen man eine Lehre machte

und damit die Berufsausbildung abgeschlossen hatte, sind vorbei.

Mittlerweile kann man sich im Berufsleben nur behaupten,

wenn man bildungsmässig am Ball bleibt. Der Grund dafür ist

heute noch besser erkennbar als früher. Wir stehen vor grossen

wirtschaftlichen Herausforderungen wie zum Beispiel die Schwäche

des Euro, die unsere Produkte und Dienstleistungen massiv

verteuert hat. Wir sind teuer; daran lässt sich wenig ändern. Wir

müssen also auch gut sein, wenn wir im internationalen Markt

bestehen wollen.

Gut sind unsere Produkte und Dienstleistungen, weil unsere

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Topleistungen erbringen.

Damit sie das angesichts der rasanten Entwicklung nicht

nur heute, sondern auch morgen können, müssen sie sich

immer wieder aus-, fort-, weiter- und nachbilden. Der Kaufmännische

Verband (KV) und seine Schulen haben diese Herausforderung

schon längst erkannt und bieten den Angestellten

des kaufmännischen Sektors die notwendigen Bildungsangebote.

Die KV-Bewegung ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts

aus dem Bedürfnis entstanden, dass junge Kaufleute sich weiterbilden

und damit ihre Chancen im Berufsleben verbessern

können. Der KV Zürich ist deshalb seit 151 Jahren der Verband

für Bildung und Beruf; die Reihenfolge dieser Begriffe wurde

nicht zufällig gewählt, denn der KV war zuallererst ein Bildungsverband.

Das Flaggschiff der beruflichen Weiterbildung im kaufmännischen

Bereich im Raum Zürich ist die KV Zürich Business School

(KVZBS), die nicht lange nach der Gründung des Verbands ins

Leben gerufen wurde. Das war eine visionäre Leistung von

den damals verantwortlichen Personen des Verbands. In einer

Zeit, in der Ausbildung als etwas betrachtet wurde, das

mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter als abgeschlossen galt,

eine Weiterbildungsinstitution zu gründen, brauchte Weitsicht.

Die KVZBS kann daher auf eine Erfolgsgeschichte sondergleichen

zurückblicken. Sie hat ganz offensichtlich mit ihrem

Angebot den Angestellten im kaufmännischen Bereich

das geboten, was sie in der jeweiligen Zeit brauchten. Was

einst der Stenokurs war, erfüllt heute die EDV-Ausbildung, um

nur ein Beispiel zu nennen. Die KVZBS hat Tausenden von

kaufmännischen Angestellten geholfen, in ihrem Beruf à

jour zu bleiben und weiterzukommen. Die Erfolgsgeschichte

des Dienstleistungsbereichs in der schweizerischen Wirtschaft

ist daher auch zu einem nicht unwesentlichen Teil

auf die KVZBS zurückzuführen. Sie hat stark dabei mitgewirkt,

dass unsere Angestellten in der Lage waren, Höchstleistungen

zu erbringen.

Die KVZBS ist ein Leuchtturm in der schweizerischen Berufsbildung.

Und sie soll es auch bleiben. Die Anforderungen, um

diese Position halten zu können, werden in den nächsten

Jahren nicht geringer werden; im Gegenteil. Die wirtschaftliche

und gesellschaftliche Entwicklung geht rasant voran. Was

heute als Weiterbildungsangebot nachgefragt wird, kann

morgen schon überholt sein. Dazu kommt, dass der Konkurrenzkampf

im Weiterbildungssektor immer heftiger wird. Die

Nachfrage nach Bildungsangeboten kann zwar noch gesteigert

werden und wird wohl noch zunehmen, aber wir befinden

uns in der Schweiz schon auf einem sehr hohen Niveau.

Der Kuchen wird also nicht mehr viel grösser, und die Konkurrenz

schläft nicht. Viele Anbieter im Weiterbildungssektor blicken

neidisch auf die KVZBS und versuchen, ein möglichst

grosses Stück des Kuchens zu ergattern. Wenn die Business

School ihre Position verteidigen will, muss sie innovativ bleiben

und ihr qualitatives Niveau halten. Der KV hat sich als

Verband zum Ziel gesetzt, seine Mitglieder von der Lehre bis

zur Pensionierung aktiv zu begleiten. Im KV Zürich und im Bereich

der Weiterbildung ist die KV Zürich Business School für

diese Aufgabe verantwortlich. Dabei geht es nicht (nur) um

die reine Weiterbildung, sondern es geht auch um den Austausch

von Gedanken und Ideen. Die KVZBS bringt Berufsleute

mit ähnlicher Ausgangslage und mit vergleichbaren Zielen

zusammen. Sie ist also eine Denkfabrik, aus der neue Gedanken,

Konzepte bis hin zu unternehmerischen Ideen entstehen

können. Und sie ermöglicht unseren Berufsleuten den Aufbau

von Netzwerken, die sie im täglichen Leben und an ihrem

Arbeitsplatz brauchen. Die Dienstleistung der KVZBS war

einst visionär, heute ist sie eine selbstverständliche Notwendigkeit.

Sie ist ein unentbehrlicher Bestandteil unseres Verbandes

und unserer Wirtschaft. Sie wird das auch in Zukunft

bleiben. Ich danke daher im Namen des KV Schweiz der KV

Zürich Business School ganz herzlich für die ausserordentliche

Leistung. Ich gratuliere ihr zu ihrem Jubiläum und wünsche

ihr, und damit auch uns, alles Gute für eine weiterhin

erfolgreiche Zukunft.

Daniel Jositsch (47), ist seit November 2011

Präsident des KV Schweiz. Nach seinem

Rechtsstudium war er rund zehn Jahre lang

als Anwalt tätig, ehe er 2004 zum ausserordentlichen

Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht

und strafrechtliche Hilfswissenschaften

an der Universität Zürich ernannt

wurde. Seit 2007 ist der SP-Politiker Mitglied

des Nationalrats.

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MarKT

SpezialiSten oDer GeneraliSten –

welche TalenTe BrauchT

der arBeiTsmarKT Zürich?

Von Marc Kummer. Die Berufsbildung und die Gymnasien sind

feste Bestandteile in unserer Bildungslandschaft, die voneinander

abhängen. In ihrer Kombination sichern sie den Nachwuchs

an Fach- und Führungskräften für unsere Volkswirtschaft und

sind Karriere-Sprungbretter. Wie sich diese beiden Erfolgsmodelle

in Zukunft entwickeln, hängt wesentlich ab von der Positionierung

der Berufsbildung im In- und Ausland, insbesondere

von der internationalen Verflechtung und der Zuwanderung.

Die Bevölkerung im Kanton Zürich wächst. Zurückzuführen ist

das vor allem auf die Zuwanderung. Insgesamt sind im Jahr

2011 rund 14 000 Personen mehr zugezogen als weggezogen,

hauptsächlich aus dem Ausland. Das Gros der Zuwanderinnen

und Zuwanderer ist erwerbstätig und zwischen 20 und 40

Jahre alt. Eine kleine Zahl hat bereits Kinder.

Unterschiedliche Bildungskulturen. Auffällig ist, dass vor allem

gut ausgebildete Personen zu uns kommen. Die Zuwanderinnen

und Zuwanderer sind besser qualifiziert als vor der Einführung

der Personenfreizügigkeit, denn jede zweite ausländische Ar-

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die Talente von heute

sind Voraussetzung

für den unternehmenserfolg

von morgen.

wer Jugendliche

gewinnen will, braucht

ein attraktives berufsfeld

und muss seine

lernenden gut betreuen.

beitskraft, die noch vor 1990 in die Schweiz gekommen war,

hatte keine Berufsausbildung; nicht einmal jeder Fünfte hatte

eine Hochschule besucht. Dagegen hatten von den zwischen

Juni 2002 und Mai 2010 zugewanderten Ausländern 83 Prozent

mindestens die Matura oder eine Berufsausbildung, mehr als

jeder Zweite hatte sogar einen tertiären Bildungsabschluss.

Im Kanton Zürich dominiert die Zuwanderung aus Deutschland

mit 6 Prozent und in der Stadt Zürich mit 8 Prozent. Die

Zuwanderung aus dem Ausland wirkt sich auch auf die Bildungsnachfrage

aus. Unterschiede in der Bildungskultur zeigen

sich bereits bei unserem nördlichen Nachbarn: Obwohl

Deutschland ein duales Berufsbildungssystem wie die Schweiz

hat – Ausbildung in Betrieb und Schule – verzeichnet unser

Nachbarstaat eine Abiturientenquote von rund 40 Prozent oder

je nach Bundesland deutlich mehr. Im Gegensatz dazu liegt

im Kanton Zürich die gymnasiale Maturitätsquote bei rund 20

Prozent. Auffällig ist im Kanton Zürich der Trend ins Langzeitgymnasium.

Auch ist die Maturitätsquote je nach Region unterschiedlich;

in städtischen Gebieten höher als in ländlichen.

Die gegenüber dem Ausland tiefere gymnasiale Maturitäts-


quote erklärt sich unter anderem damit, dass die Maturität

prüfungsfreien Zutritt zu den universitären Hochschulen gewährt.

Die hohe Qualität unserer Zürcher Hochschulen, Universität

und ETH bedingt, dass die Qualität der Matura hoch

gehalten werden muss. Und ein hohes Qualitätsniveau der

Matura setzt eine starke Berufsbildung voraus.

Chancen der Berufsbildung. Im Kanton Zürich steigen zwei Drittel

der Jugendlichen über die Berufsbildung in die Arbeitswelt

ein. Ein Blick auf den Lehrstellenmarkt zeigt ein erfreuliches

Bild: Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage ist es gelungen,

das Lehrstellenangebot Jahr für Jahr zu erhöhen. 2011

wurden erstmals über 12 000 Lehrverträge abgeschlossen.

Gemäss aktueller Entwicklung dürfte diese Zahl 2012 übertroffen

werden. Per Ende Juni wurden rund 11 200 Lehrverträge

abgeschlossen, 1225 Lehrstellen waren noch offen. Ein Grund

für die hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist die Tatsache,

dass sich die Berufsbildung für die Betriebe rentiert.

Gemäss der neusten Studie der Universität Bern lohnt sich

die Lehrlingsausbildung für die Schweizer Unternehmen, und

dies ist besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ganz

wichtig. In den nächsten Jahren besteht für die Berufsbildung

die Herausforderung, dass sich weiterhin leistungsstarke Jugendliche

für eine berufliche Grundbildung beispielsweise

im KV-Bereich entscheiden. Mit der Einführung der Berufsmaturität,

der Passerellen-Prüfung, die den Zutritt an die universitären

Hochschulen öffnet, und des zweisprachigen Unterrichts

sind wichtige Schritte zur Attraktivitätssteigerung der

Berufsbildung gemacht worden. Doch noch sind diese Möglichkeiten

nicht allen bekannt. Insbesondere Eltern und Personen

aus einer anderen Bildungskultur verkennen das hohe

Anspruchsniveau und die Karrieremöglichkeiten der Berufsbildung.

Wirtschaft braucht beide Wege. «Die besten Schülerinnen und

Schüler gehen ins Gymnasium, für die übrigen gibt es die Berufslehre.»

Diese Vorstellung ist längst überholt und je mehr

Jugendliche in den Gymnasien wären, desto weniger würde

sie stimmen. Die Betriebe brauchen einen optimalen Mix unterschiedlicher

Talente. Deshalb ist die Kombination von

zwei starken Systemen, Mittelschule und Berufsbildung,

die grosse Stärke unseres Landes. Dank diesen zwei unterschiedlichen,

aber gleichwertigen Systemen erhalten die

Jugendlichen je nach Neigungen und Fähigkeiten optimale

Lernmöglichkeiten. Umgekehrt können die Betriebe auf unterschiedlich

ausgebildete Personen zurückgreifen. Dies zeigt

sich beispielsweise sehr gut im KV-Bereich: Wer eine kaufmännische

Grundbildung absolviert, lernt bereits mit 16 Jahren

die Anforderungen der Arbeitswelt kennen. Mit der gene-

ralistischen Ausrichtung des Berufs wird aber auch viel

Allgemeinbildung «getankt». Das anschliessende Angebot an

Höherer Berufsbildung und Fachhochschulen lässt dann eine

Spezialisierung auf hohem Niveau zu. Punkto Mobilität und internationaler

Anerkennung der Schweizer Berufsabschlüsse im

Ausland gibt es Aufholbedarf. Bund und Kantone sind hier auf

private Anbieter wie die KV-Verbände angewiesen, die mithelfen,

das System – beispielsweise bei von internationalem Management

geführten Unternehmungen – besser zu verankern.

Um die genannten Herausforderungen zu meistern, sind Information

und Kommunikation zentral. Wir müssen den

volkswirtschaftlichen Nutzen, die Leistungsfähigkeit des gesamten

Bildungssystems und der Bildungswege aufzeigen.

Genauso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und

Politik – auf der operativen und strategischen Ebene, wie wir

es im Kanton Zürich mit der jährlichen Lehrstellenkonferenz

oder der Konferenz Berufsbildung machen. Der KV Zürich ist

dabei immer mit von der Partie. Wir brauchen Spezialisten

und Generalisten. Die Talente von heute sind Voraussetzung

für den Unternehmenserfolg von morgen. Betriebe und Berufsfachschulen

tragen in hohem Masse zur Talentförderung bei.

Wer Jugendliche gewinnen will, braucht ein attraktives Berufsbild,

muss seine Lernenden gut betreuen und ermöglicht den

Besten die Berufsmaturität, die bilinguale Berufsfachschule

oder die Teilnahme an einer Berufsmeisterschaft.

Marc Kummer ist seit 2007 Amtschef

des Mittelschul- und Berufsbildungsamts

Kanton Zürich. Werdegang: Direktor am

Strickhof, Studium der Agrarwissenschaft an

der ETH Zürich sowie Nachdiplomstudium in Betriebswissenschaften

und Lehramt an Berufs-/Fachschulen und höheren Lehranstalten

ebenfalls an der ETH, vorher Kanto-nale Maturitätsschule

für Erwachsene und kaufmännische Lehre bei der Zürcher Kantonalbank.

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Know-how

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lehrperSonen:

Profis miT

hochgesTecKTen

Zielen

Von René Portenier. Kein Thema ist in der Rubrik Leserbriefe so präsent

wie der Bildungsbereich. Jede und jeder fühlt sich legitimiert, eine qualifizierte

Aussage zu machen, was gute Bildung ist oder noch besser: wie

man gute Bildung an die Schüler heranträgt – sprich, wie man unterrichtet.

Schliesslich war jede und jeder einmal in der Schule. Auch erziehen viele

Leute Kinder, kurz: Man weiss Bescheid in dieser Domäne.


1 LCH-Berufsleitbild und Standesregeln: «Unterrichten und Schule gestalten als Profession», S. 8

Nur ist dieses Wissen meistens Halbwissen, denn nur ausgebildete

Lehrpersonen mit Erfahrung können wirklich qualifizierte

Aussagen darüber machen, wie man eine Klasse täglich

mit Konstanz unterrichtet und zielgerichtet und erfolgreich an

Schlussprüfungen heranführt. Dem Berufsleitbild der Schweizer

Lehrerinnen und Lehrer ist zu entnehmen: «Lehren und

Lernen im Schulalltag ist ein ziemlich kleinräumiges, situatives

und intimes Geschehen. Gleichzeitig ist es zunehmend in

Grossräume der bildungspolitischen Steuerung eingebunden.

Das schafft ein Spannungsfeld zwischen dem Geschehen vor

Ort und den Bürokratisierungstendenzen im Makro-System,

zwischen der ‹Selbstdefinition des pädagogischen Einzelkünstlers›

und dem ‹kleinen angestellten Rädchen in der Grossmaschinerie›.

Es ist eine Daueraufgabe der Lehrpersonen und

ihrer Berufsorganisation, sich dazwischen zu positionieren

und zu behaupten.» 1

Qualität und Leistung. Die KV Zürich Business School hat sich

an dieses Spannungsfeld herangetastet und sich mit Hilfe

verschiedener intern erarbeiteter Dokumente (Leitbild und

daraus abgeleitete, verbindliche Qualitäts-Standards) darin

positioniert. Dies ist notwendig und hilft den Lehrpersonen,

sich an unserer Schule zurechtzufinden. Unsere Schule setzt

in erster Linie auf die Qualität der Lehrpersonen. Das Leitbild

der KV Zürich Business School stipuliert denn auch: «Wir vermitteln

eine qualitativ hochstehende Aus- und Weiterbildung».

Diese Forderung ist ohne gut ausgebildete Lehrpersonen

nicht zu erfüllen, denn sie setzt hohe Massstäbe an das fachliche

wie auch an das methodisch-didaktische und pädagogische

Know-how. Des Weitern besagt das Leitbild: «Wir

bekennen uns zum Leistungsprinzip». Wir fördern und fordern

Leistung, sowohl bei den Lernenden wie auch bei den

Lehrpersonen. In einem Lehr- und Lernumfeld, in dem die

Schlussprüfungen zentral organisiert werden, wie das in der

kaufmännischen Grundbildung der Fall ist, haben Lehrpersonen,

die nicht zielorientiert vorgehen, keinen Bestand. An unserer

Schule kennen die Lehrpersonen den Wert jeder Lektion.

Die Bereitschaft, sich messen zu lassen, Massstäbe und Verfahren

auch transparent zu kommunizieren, wird nicht nur

vom Leitbild propagiert, sondern verpflichtend durch unsere

Q-Standards «Lehren und Lernen» und «Prüfen und Beurteilen»

eingefordert. An unserer Schule stellen sich die Lehrpersonen

gern, bewusst und aus Überzeugung diesen Herausforderungen,

sind doch die Q-Standards in Zusammenarbeit

zwischen Lehrerschaft und Schulleitung entwickelt worden.

Veränderung aktiv mitgestalten. Wenn im August dieses Jahres

die Bildungsverordnung (BIVO) eingeführt wird, steht dahinter

der Wille, Veränderungsprozesse nicht nur zu akzeptieren,

sondern diese auch mitzugestalten. Viele Lehrpersonen

der KV Zürich Business School haben sich im Vorfeld in

verschiedenen Arbeitsgruppen rund um die Bildungsverordnung

eingebracht. Etwa ein Drittel der Lehrerschaft ist

überdies in verschiedenen Projekten, Gremien und speziellen

Funktionen tätig. Diese Tatsache manifestiert klar das

grosse Engagement unserer Lehrpersonen auch ausserhalb

des Regelunterrichts. Das haucht der Schule Leben ein, denn

in Projekten und Arbeitsgruppen wird Schulentwicklung betrieben.

Visionen und Kreativität sind gefragt. Darum führen

wir an unserer Schule auch fast im Jahresrhythmus neue Schulmodelle

ein, so etwa die Neue Kaufmännische Grundbildung

Optima, die Sport Academy Zürich, der bilinguale Unterricht

oder das Modell 3-2-1. Unsere Lehrpersonen sind stolz, an

der KV Zürich Business School zu arbeiten, der Identifikationsgrad

mit der Schule und deren Namen ist gross. Diese Erkenntnis

hat auch die im November 2011 durch das IFES (Institut

für externe Schulevaluation) durchgeführte Evaluation

bestätigt.

Idealbilder. In der Schulleitung haben wir folgendes handliche

Format entwickelt, das die idealen Arbeitskriterien einer an der

KV Zürich Business School tätigen Lehrperson definiert:


Motivation: Freude an der Arbeit; Dinge sind möglich;

aufgestellt

Unterrichtsqualität: Fachlich; methodisch-didaktisch;

pädagogisch

Zuverlässigkeit: Pünktlichkeit; administrative Abläufe;

Nebenaufgaben

Einsatz: Rückgabe Prüfungen;

Eingehen aufs Individuum

Vorbild: Eigene Arbeitshaltung;

Sprache; Dresscode

Umgang: Freundlich; aufgestellt

Am Einführungstag neuer Lehrpersonen wird dieses Ideal

jeweils eingehend besprochen. Fazit: nicht ganz einfach, alle

diese Kriterien zu erfüllen! Auch mögen in diesem Idealbild für

einige Lehrpersonen Zielkonflikte vorhanden sein. Es sind

Arbeitskriterien, die eine ideale Lehrperson definieren. Die

Messlatte liegt sehr hoch, doch als Profis wollen und brauchen

wir hochgesteckte Ziele. Jede Lehrperson gewichtet diese

Arbeitskriterien allerdings etwas anders, jede Lehrperson

hat verschiedene Prioritäten, doch über alles gesehen streben

wir dieses Idealbild an. Und die Q-Standards helfen uns dabei,

diese Ziele an der KV Zürich Business School möglichst einheitlich

umzusetzen. Einheitliche Vorgaben zu den Arbeitskriterien

sind an einer grossen Schule besonders wichtig – nur

so ist eine Corporate Identity bezüglich der pädagogischen und

methodisch-didaktischen Ausrichtung möglich. Nur so kann

Wildwuchs verhindert werden. Ein einheitliches

Bild der idealen Lehrperson gewinnt

vor dem Hintergrund des grossen,

personellen Wandels an unserer

Schule noch mehr an Bedeutung.

Es hilft, auch in Zukunft das zu

bleiben, was wir sind: nämlich eine

Schule mit hoch professionellen

Lehrpersonen.

rené portenier ist seit 2008 Rektor Grundbildung der

KV Zürich Business School. Vorher 10 Jahre Direktor von zwei Schweizer

Schulen im Ausland (Mexiko, Madrid) und 4 Jahre Mitarbeiter Credit Suisse.

Ausbildung: mag. oec. HSG und Sekundarlehrer phil. I, Uni Zürich.

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SKillS

«anyThing goes» danK Bili

mehr erfolg danK

ZweisPrachigem unTerrichT?

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Seit einem knappen Jahr haben die Lernenden der KV Zürich

Business School die Möglichkeit, ihre Ausbildung gleich-

zeitig auf Deutsch und Englisch zu absolvieren.

Ein Erfolgsrezept? Lehrende und Lernende sind überzeugt.

VoRteile

• Lehrer und Klasse sind motiviert und engagiert –

die Stimmung ist gut

• Besseres Verständnis des Stoffes, höhere Konzentration

in den Stunden

• Starke Förderung der Englischkenntnisse

• Tolle Basis für eine internationale berufliche Zukunft

• In Fächern wie Geschichte oder Wirtschaft lernt

man auch Sachen aus dem englischsprachigen Raum,

z. B. amerikanische Geschichte u. ä.

HeRausfoRDeRungen:

• Viel Stoff: Prüfungen in Englisch und Deutsch

• Konzentration im Unterricht ist enorm wichtig,

Abwesenheiten sind schwerer aufzuholen

• Zeitdruck: mehr Stoff bei gleichviel Zeit


Von DeR iDee zuR

VeRwiRKlicHung.

Vor etwa zweieinhalb Jahren entstand

in der Lehrerschaft und der Schulleitung

die Idee des bilingualen Unterrichts.

Die zwei Lehrpersonen Nicole Widmer und

Dr. Christoph Hohl präsentierten ihre

Idee – und sie war zündend!

Die Schulleitung war begeistert vom

Gedanken, an der KV Zürich Business

School den bilingualen Unterricht

einzuführen. Anlässlich des Lehrerkonvents

vom Juli 2010 wurde ein Aufruf an

die Lehrerschaft lanciert, um interessierte

Personen für das Projekt zu

gewinnen. Auf Anhieb meldeten sich

sieben Personen mit sehr guten Englischkenntnissen,

die zudem noch ein

breites Spektrum an Fächern abdeckten:

Wirtschaft & Gesellschaft, Informatik/

Kommunikation/Administration,

Geschichte, Mathematik und Sport. Das

war ein voller Erfolg!

Die darauf folgenden Monate bedeuteten

harte Arbeit für das Bili-Pilot-Team,

denn es stellte sich schnell heraus, dass

alle Unterlagen auf Englisch selbst

erstellt werden mussten. Auf dem Markt

existierte nichts, was den Lernzielen

entsprochen hätte. Mittlerweile besteht

eine eigentliche Lehrmittelreihe für den

Bili-Unterricht, für die sich bereits andere

Schulen interessieren.

Nachdem die Schule der gesamten

Lehrerschaft einen CAS-Bili-Lehrgang

offeriert hatte, meldeten sich weitere

sieben Lehrpersonen mit dem Interesse,

am Lehrgang teilzunehmen und sich in

Zukunft der Schule als Bili-Lehrpersonen

zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer

Erfolg, der dazu führte, dass im August

2011 mit einer Bili-Pilotklasse des

M-Profils gestartet werden konnte und

nun – ein Jahr darauf – mit einer

nächsten Klasse ins Rennen eingestiegen

werden kann.

René Portenier, Rektor Grundbildung KVZBS

lauRa scHlittleR unD KiM steineR,

zwei leRnenDe DeR PilotKlasse, eRzäHlen in

DeR folge aus DeM Bili-scHulalltag:

Bili: Sport und Buchhaltung auf Englisch. Warum machen wir

unsere Lehre bilingual? Die Antwort ist simpel: Wir wurden

beide durch unseren Lehrbetrieb auf die Möglichkeit aufmerksam

gemacht, die BMS auf Englisch zu machen. Und wir beschlossen,

es zu versuchen. Wie der Bili-Unterricht konkret

aussieht? Als Beispiel der ungefähre Ablauf einer Lektion in

den Fächern Sport und Rechnungswesen. Im Turnen findet der

ganze Unterricht auf Englisch statt – zumindest, was die Kommunikation

zwischen Lehrperson und Lernenden angeht. Ist etwas unklar,

wird es auf Englisch erklärt oder ganz einfach vorgezeigt. Im

Sportunterricht bei Gregory Putnam lernen wir Sportarten kennen,

die in Europa nicht so populär sind, wie etwa Rugby oder Baseball.

Die Regeln bekommen wir natürlich auf Englisch erklärt. Im Rechnungswesen

beginnen wir mit Korrekturen der Aufgaben oder auch

mit einem ganz neuen Thema. Unsere Lehrerin Nicole Widmer fragt

dann jeweils zuerst, was wir bereits über dieses Thema wissen.

Dies geschieht meist auf Englisch. Nach der Einleitung lösen wir

einige Aufgaben auf Deutsch, danach einige auf Englisch. Die Hausaufgaben

bestehen aus englischen und deutschen Aufgaben – und

natürlich vor allem auch im Repetieren des englischen Stoffes. Das

Lernen der Vokabeln ist sehr wichtig, damit man sich im nächsten

Unterricht voll und ganz auf den Stoff fixieren kann. Verständigungsschwierigkeiten

kommen schon mal vor, meistens kann jedoch alles

auf Englisch erklärt werden. Schwierige Wörter wie zum Beispiel

«Verrechnungssteuer» werden zuerst übersetzt.

Motivation und Konzentration. Am schwierigsten sind die Fächer

Recht und Geschichte. Beim Recht liegt dies jedoch nicht an

der fremden Sprache, sondern schlicht am Umfang des Stoffes.

Aus diesem Grund werden auch gewisse Themen, wie zum

Beispiel Gesellschaftsrecht, vollständig auf Deutsch unterrichtet.

Das Fach Geschichte bei Klassenlehrer Dr. Christoph Hohl,

der uns auch im Fach Englisch unterrichtet und das Bili-Projekt

leitet, war am Anfang recht anspruchsvoll. Da wir nur ein englisches

Geschichtsbuch besitzen, war es manchmal eine grosse

Herausforderung, die Texte vollständig zu verstehen. Sobald

man sich jedoch ans Englische gewöhnt hat und der Wortschatz

vorhanden ist, geht auch das fast ebenso gut wie auf Deutsch.

Unserer Meinung nach ist der Bili-Unterricht nicht schwieriger als

normaler Unterricht. Aber um das KV im Bili-Modus zu absolvieren,

braucht es Motivation, Leistungsbereitschaft, Freude am Englisch,

eine gewisse Sprachbegabung (ansonsten entsteht ein sehr grosser

Lernaufwand) und Konzentrationsfähigkeit. Ist man in der Stunde

konzentriert, kommt man auch gut mit. Natürlich sollte man auch

Interesse am Bili-Lehrgang haben und bereit sein, etwas zu investieren,

um diese spezielle Herausforderung zu meistern. Es steht

ausser Frage, dass die Lernenden von der zweisprachigen Ausbildung

profitieren. Das zeigt sich einerseits im höheren Abschluss – Ziel ist

das Certificate in Advanced English CAE –, andererseits im Alltag, wo

einem das Englisch sprechen dank zwei Tagen Schule auf Englisch

einfach leichter fällt. Auch für die Zukunft bietet Bili deshalb sicher

Vorteile: Schon nach einem Jahr Bili bemerkt man sehr grosse Unterschiede

beim Verständnis, Schreiben und Sprechen auf Englisch.

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