Florenz IV - Kunstwanderungen

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Florenz IV - Kunstwanderungen

RK B04

Florenz 4

San Lorenzo

Medici-Kapellen – Biblioteca Laurenziana – Opificio delle Pietre

Dure – S. Apollonia – S. Giovanni di Cavalieri –

Chiostro dello Scalzo – S. Marco – S. Michele Visdomini

– S. Egidio – S. Giovannino degli Scolopi – S. Lorenzo

Wir gehen an der „Piazza“ di Madonna degli Aldobrandini“ in die

**** Medici-Kapellen (Di-Sa 9-14, So 9-13 Uhr). Die Fürstenkapelle

ist nach Plänen des Don Giovanni dei Medici entstanden,

die Bernardo Buontalenti überarbeitet hatte; sie wurde von

Matteo Nigetti hochgeführt. Der 1602 konzipierte Bau war erst

1737, die Kuppel erst im 19. Jh. geschlossen.

Die Krypta Buontalentis birgt Lothringergräber. Wir gehen die

Treppe hinauf zur

Fürstenkapelle. Die Kapelle ist ein achteckiges Haus mit angebautem

Rhombus, im Inneren mit Marmor sowie Halbedelsteinen

aus florentinischer Werkstatt der Medici verkleidet. Der

Großherzöge mit den Bronzestatuen der Cosimo II. und Fernando

I., von Pietra Tacca, sowie sechzehn Wappen toskanischer

Städte. Die Fresken der Kuppel sind von Pietro

Benvenuti, 1828, und zeigen im unteren Kreis: Schöpfung;

Sündenfall; Tod Abels; Noahs Opfer; Geburt Jesu; Kreuzigung

Emmaus-szene. Wir gehen hinterm Altar in die Schatzkammer mit

Reliquiaren u. a. Wir gehen durch den anderen Ausgang aus der Fürstenkapelle

hinaus in die

Neue Sakristei der Kirche von S. Lorenzo, die zwischen 1520

und 1535 von Michelangelo Buonarroti genial ausgestattet

wurde. Der Raum stellt sich mit dreistufig gegliederten Wänden

Herzog und den Liegefiguren: abgeklärt blickender Abend

(links) und leidvoll dreinschauender Morgen (rechts). – Rechte

Wand: Grabmal für Giuliano, Herzog von Nemours, mit gütig

dreinblickender Sitzgestalt und den Liegefiguren: bartverhüllter

Tag (rechts) und friedlich ruhende Nacht (links) mit grausam

Cosmas und Damian.

Wir gehen aus den Medici-Kapellen hinaus, auf der „Piazza di Madonna degli

Kircheneingängen vorbei und rechts in den Kreuzgang von San Lorenzo, geradeaus

durch die Pforte, die Treppe hinauf, vor dem Fresko der Verkündigung,

ein Renaissancegemälde


links auf den oberen Loggiengang des Kreuzganges und sofort rechts durch

die Pforte in die

**** Biblioteca Laurenziana, nach Plänen von Michelangelo

1524 erbaut, und im Vestibül mit großartiger Freitreppe des

Michelangelo, gehen wir die Stufen hinauf in den Lesesaal mit einer

Balkendecke, mit Majolikafußboden, samt pilasterbesetzten

Lesesaal hinaus, über die Freitreppe hinab, im oberen Loggiengang des

*** Kreuzgangs, den Antonio Manetti 1457 entwarf,

rechts, einmal rechtshaltend durch den Gang, vorbei am Christophorus,

aus der Schule della Robbia des 16. Jhs., und rechts durch die Pforte

*** Denkmal für den Mediceer Giovanni delle Bande Nere,

von Baccio Bandinelli, 1540,

links auf die „Via de’ Ginori“, vorbei an Nr. 7,

*** Palazzo Neroni-Donati, 15. Jh.,

und vorbei an Nr. 9,

*** Palazzo Gerini-Di Montauto, 16. Jh.,

und vorbei an Nr. 11,

*** Palazzo Ginori, um 1500,

und vorbei an Nr. 15,

*** Palazzo Taddei, von 1504,

und vorbei an Nr. 19

*** Palazzo Tolomei-Biffi-Garzoni,

gehen an der Kreuzung rechts auf die „Via Guelfa“ und geradeaus zur „Via

degli Alfani“ Nr. 78, ins

*** Opificio delle Pietre Dure (Mo-Sa 9-13 Uhr). Im Museum

werden florentinische Mosaiken gezeigt.


*** Museo Andrea del Castagno (Di-Sa 9-14, So 9-13 Uhr; läuten).

Hier betrachten wir den Cenacolo di S. Apollonia mit dem

großen Fresko vom letzten Abendmahl, von Andrea del Castagno,1447,

und der Auferstehung Jesu, der Kreuzigung Jesu und der Grablegung

darüber, im Refektorium des 14. Jhs.

Hier und im Vorraum sind noch weitere Werke Castagnos und

anderer zusammengetragen.


Andrea del Castagno

Andrea del Castagno wurde vermutlich in Castagno im Jahre

1421 geboren. Künstlerisch ausgebildet wurde er zunächst in

Mugello, später dann in Florenz. Er kam aus einer von Krieg

und Unruhen bestimmten Landschaft, was sich in seinen späteren

Bildern niederschlägt. Außerdem sind Einflüsse von Fra

Angelico, Domenico Veneziano und Paolo Uccello an seinem

Werk zu beobachten. Nach der Schlacht von Anghiari wurde

Andrea 1440 beauftragt, die jeweils an einem Fuß aufgehängten

Medici-Gegner an den Palazzo del Podestà zu malen. Hinfort

bedachte man ihn mit dem Spitznamen: „Kleiner Andreas der

Gehängten“. Die Fresken im Kloster S. Apollonia entstanden

zwischen 1445 und 1450. Man darf behaupten, sie sind das Beste,

was im fünften Jahrzehnt jenes Jahrhunderts geschaffen

wurde, besonders was die drei Passionsszenen angeht. Im Jahre

1457 raffte die Pest den Maler dahin.

*

an Nr. 36,

*** Loggia dei Tessitori,

zur Nr. 66,

*** S. Giovanni di Cavalieri. Im Kern entstammt die Kirche

dem 14. Jh. Bauliche Veränderungen haben eine Fassade von

1699 und im Inneren barocke Fresken hinterlassen.

Im Chor befindet sich eine Kreuzgruppe aus zersägten Figuren,

Fresken von Alessandro Gherardi, barock.

Linke Frontwand: Marienkrönung, von Neri di Bicci, 1570.

Rechte Frontwand: Verkündigung, von Jacopo del Sellaio, um

1475.

Linke Wand: Jesu Geburt, von Bicci di Lorenzo, 1435.

Rechte Wand: 1. Majolikawerk: Muttergottes mit Franziskus,

Verkündigung und Hieronymus in der Predella; 2. Michaelsfresko.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der Quergasse rechts, an der Kreuzung

hinter der Nr. 74,

*** Palazzo Pandolfini von 1520, nach Plänen Raffaels erbaut,

rechts auf die „Via Salvestrina“, an der Kreuzung rechts auf die „Via Camillo

Cavour“ zur Nr. 69, in den

*** Chiostro dello Scalzo (Di-Sa 9-14, So 9-13 Uhr; läuten). Im

Kreuzgang der religiösen Bruderschaft der Barfüßer

(Scalzo=barfuß) befindet sich ein Freskenzyklus mit Szenen aus

durch den Engel an Zacharias; Heimsuchung Mariä; Geburt und

Namensgebung des Johannes; Johannes predigt und zieht in die

Wüste (von Franciabigio)


Franciabigio

Francesco di Cristofano wurde um 1482 geboren. Er wurde von

Mariotto Albertinelli und von Piero di Cosimo zusammen mit

Andrea del Sarto ausgebildet. Mit Andrea del Sarto gründete er

später eine gemeinsame Werkstatt. Später arbeitete er auch mit

Pontormo zusammen. Er verließ Florenz nie und starb im Jahre

1525.

*

Jesus und Johannes (von Franciabigio). Nun fehlen an der

Wand folgende Szenen: Die Justitia, die Caritas, Predigt des

Johannes; Überreichung des Täuferhauptes an Herodes; die

Hoffnung.

Wir gehen aus dem Kreuzgang hinaus, auf der Querstraße rechts, vorbei an

Nr. 57,

*** Casino Mediceo, 1574 von Bernardo Buontalenti erbaut,

und auf der „Piazza S. Marco“ beim Eckhaus

*** Casino della Livia, von 1780,

links, vorbei an der Kirche in die Nr. 5,

***** Museo di San Marco

(

Klosterräume wurden von dem Mönch „Il Beato Angelico“

bemalt.

Fra Angelico

Fra Giovanni da Fiesole wurde 1387 in Vicchio di Mugello geboren

und auf den Namen Guido getauft. Zwanzigjährig ging er

ins Kloster S. Domenico in Fiesole. Schon in diesem Kloster

malte er und wurde bald berühmt wegen der Anmut seiner Engel,

wegen der Süße seiner Madonnen sowie der Frömmigkeit

im Antlitz seiner Heiligen. In seiner Malerei vereinigten sich

giottesker Stil der Gaddi-Nachfolge mit der Eleganz des Simone

Martini aus Siena. Dennoch sind seine Gemälde abhängig

von den seinerzeit modernen Bildhauern Ghiberti, Donatello,

Brunelleschi und Michelozzo. Cosimo de’ Medici der Ältere

ließ durch Michelozzo das Kloster San Marco neu bauen; Angelico

wurde beauftragt, die Räume zu bemalen. Die Wartezeit,

bis der Bau stand, überbrückte Angelico, indem er fiele Altarbilder

für die florentinischen Kirchen schuf. Ab 1445 arbeitete

Angelico in Rom, und im Jahre 1447 drei Monate in Orvieto. Er

beendete die Fresken dort aber nicht, was Luca Signorelli dann

tat. Fra Angelico starb 1455 in Rom.

*

Wir betreten zuerst den

kleinen Kreuzgang, dessen Lünetten Maler des 17. Jhs. mit

Szenen aus dem Leben des Antonius schmückten.

Wir gehen geradeaus an den Lünetten vorbei und vor der Frontwand mit dem

Bild Dominikus unterm Kreuz, von Fra Angelico, rechts und an

den fünf Lünetten vorbei und vor Imago pietatis des Fra Angelico

(über der Pforte), rechts, an sechs Lünetten vorbei und vor Jesus begrüßt

die Pilger, von Fra Angelico (über der Pforte), rechts, an


fünf Lünetten vorbei und links durch die Pforte unter dem Fresko Thomas

von Aquin, des Fra Angelico, ins

Pilgerhospitz mit Gemälden des Fra Angelico.

Wir gehen aus dem anderen Ausgang hinaus und geradeaus und durch die

rechte Pforte in den Waschraum mit Werken

Ghirlandaios und anderer Meister.


Wir gehen rechts ins

Refektorium mit dem großen Wandgemälde Englische Versorgung

der Dominikaner mit Brot, mit der Kreuzigung Jesu und

Heiligen im oberen Teil, ein Werk des Antonio Sogliano von

1536, und anderem. Wir kehren aus dem Refektorium zurück, gehen geradeaus

durch den Waschraum in die

Küche mit Werken von Fra Bartolomeo.

Fra Bartolomeo

Baccio della Porta wurde Bartolomeo in seiner Kindheit genannt

– nach dem Standort seines Vaterhauses. 1484 ging er bei

Cosimo Rosselli in die Lehre. 1490 machte er sich selbstständig.

Er wurde glühender Anhänger Savonarolas und beteiligte

sich an der Verbrennung seiner eigenen Bilder, welche keinen

religiösen Charakter hatten. Im Zuge dieser „Verbrennung der

Eitelkeit“ war es nur folgerichtig, dass er ins Kloster eintrat,

zunächst in Prato dann in San Marco in Florenz. Er gab seine

Malerei auf und nahm sie erst wieder auf, als ihm sein Prior gut

zuredete. Daraufhin gründete er eine Malerschule an San Marco,

die große Bedeutung erlangte. 1508 reiste er nach Venedig

und wurde von Bellini stark beeinflusst. Nicht minder beeindruckend

hat der zweite Aufenthalt Raffaels in Florenz auf ihn gewirkt.

Fra Bartolomeo starb 1517 in Florenz.

*

Nun gehen wir links ins Treppengewölbe mit Werken von Alessio

Baldovinetti. Wir gehen aus dem anderen Ausgang hinaus, durch den Waschraum

in den Kreuzgang zurück und dort geradeaus in den

Kapitelsaal mit dem großen Fresko der Kreuzigung Jesu des

Fra Angelico samt folgenden Heiligenfiguren unter dem Kreuz,

von links nach rechts stehend: Cosmas, Damian, Laurentius,

Franziskus, Bernhard von Clairvaux, Giovanni Gualberto, Petrus

von Verona. Wir gehen aus dem Saal hinaus, im Kreuzgang rechts,

rechts in den Flur mit der Ansicht vom Kreuzgang, nach rechts und vor der

Treppe links ins

kleine Refektorium mit dem letzten Abendmahl des Domenico

Ghirlandaio,


und geradeaus in den

Korridor mit hier untergebrachten Steinmetzarbeiten verschiedener

Gebäude, und wieder durch das kleine Refektorium zurück, links die

Treppe hinauf ins

Dormitorium und vor der Verkündigung, von Fra Angelico, links in

den Gang und nun linkshaltend an den ausgemalten Zellen vorbei. Die Gemälde,

welche Fra Angelico immer dem heiligen Dominikus

zugesellt hat, sind: 1. Magdalena und der Herr.


- 2. Grablegung. - 3. Verkündigung. - 4. Kreuzigung Jesu. - 5.

Darstellung des Jesusknaben im Tempel. - 11. Thronende Madonna

mit Zenobius. Wir gehen geradeaus durch den Gang in die 12. Zelle

mit Bildern von Fra Bartolomeo. Es ist die Savonarola-Gedenkstätte.

Savonarola

Girolamo Savonarola wurde 1452 in Ferrara geboren und im

Jahre 1474 Dominikaner. Ab 1482 wirkte er in Florenz. 1491

wurde er Prior an S. Marco. Hier begann er prophetische Fastenpredigten

zu halten: „Die Kirche wird gezüchtigt werden und

dann erneuert, und das bald!“ Auf diese Weise kämpfte er gegen

den heidnischen Geist der Medici an und forderte eine sittliche

Erneuerung von Florenz. Er weissagte den Zug Karls VIII.

durch Florenz. Die Erfüllung dieser Prophetie machte ihn und

seine Anhänger im Jahre 1494 zu den Herren der Stadt. Savonarola

führte eine neue Verfassung ein. Seiner Anlehnung an

Frankreich wegen geriet er mit Papst Alexander VI. In Konflikt.

Der Papst forderte Rechenschaft über Savonarolas Prophezeiungen

und belegte ihn mit Predigtverbot. Savonarolas kümmerte

sich nicht darum und prangerte die Laster Alexanders an.

1497 exkommunizierte der Papst den aufständischen Mönch.

Dieser forderte im Gegenzug ein Konzil zur Absetzung des

Papstes und die Durchsetzung der Kirchenreform. Als der Papst

den Florentinern drohte, sie sämtlicher kirchlicher Amtshandlungen

zu entheben, bekamen diese Angst; und prompt vollzog

sich ein Umschwung in der Stadt. Savonarolas Gegner erhielten

Oberwasser. Sie stürmten San Marco und setzten den Rebellen

gefangen. Am 23. 5. 1498 wurde Savonarola samt zwei Mitbrüdern

gehängt und verbrannt.


Der Konflikt zwischen dem hochgesinnten und sittenreinen

Mönch und dem in Alexander tief gefallenen Papsttum am Vorabend

der Reformation gehört zu den größten Tragödien der

Kirchengeschichte. Savonarola verfocht den reinen katholischen

Glauben in der Überzeugung, dass dieser nicht mehr in

Rom weilte. Seine asketischen Neigungen und sein Spiritualismus

standen Rom über alle Maße im Wege und zeigten den desolaten

Zustand im Vatikan stärker auf als jede hierzu ergangene

Schrift.

*

An der Frontwand: Muttergottes; Verbrennung Savonarolas auf

der Piazza Signoria. Linke Wand: Jesus und Pilger. Rechte

Wand: Muttergottes; Verbrennung Savonarolas; Petrus Martyr;

von links nach rechts: Dominikus, Cosmas, Damian, Markus,

Johannes Evangelist, Thomas von Aquin, Laurentius, Petrus

Martyr. - 26. Imago pietatis. - 27. Jesus an der Geißelsäule. -

28. Kreuztragender Jesus. - 29. Kreuzigung Jesu, mit Maria. -

30. Kreuzigung Jesu, mit Maria. Wir gehen vor dem Bild Dominikus

unter dem Kreuz links in die 31. Jesus in der Vorhölle. - 32

Jesus und die zwölf Apostel.

Wir gehen in den Raum dahinter: Versuchung Jesu. - 33. Gefangennahme

Jesu.

- 34. Jesus schwitzt Blut am Ölberg. - 35. Gemälde Letztes

Abendmahl vor der Kreuzigung Jesu. - 36. Jesus wird ans

Kreuz geschlagen. - 37. Kreuzigung Jesu. Wir gehen gegenüber in


die 38. Kreuzigung Jesu, und in die anschließende 39. Anbetung der

Kreuzigung Jesu. Wir gehen die Treppe hinab und auf dem Quergang mit

dem Kruzifix des Baccio da Montelupo, links.

Wir gehen aus dem Museum hinaus in die angebaute Kirche

**** S. Marco.

(9-12, 16-19 Uhr). Michelozzo erbaute die Kirche auf älteren

Fundamenten und vollendete sie 1452. Der Chor wurde 1679

barock verändert. Die klassizistische Fassade stammt von 1780.

Das Relief daran zeigt den die Stadt Florenz segnenden Antonius

(oben) und Dominikus (links) sowie Vincenzo Ferreri

(links).

Der Chor. Das Kuppelgemälde zeigt die Glorie der Dominikaner,

von Gherardini, 1717. Linke Wand: Hochzeit zu Kanaa, 18.

Jh. – Rechte Wand: Anbetungsgemälde, von Ignace-Jacques

Parrocel, 1712.


Seitlich des Chores: Serragli-Kapelle.

Die Antoniuskapelle (eine Art linker Querschiffarm, links vorne).

Sie wurde von Giovanni da Bologna (Giambologna) zwischen

1578 und 1589 geschaffen und ist die Grablege jenes

Entwurf Giambolognas. Frontaltar: Jesus in der Vorhölle, von

Allori. Linker Altar: Heilung eines Aussätzigen, von Francesco

Brandi, genannt Il Poppi. Rechter Altar: Berufung des Apostels

Matthäus, von Giovanni Battista Naldini. Die Fresken der Kapelle

sind von Alessandro Allori. In den Nischen stehen sechs

große Marmorstatuen des Francavilla; die sechs Bronzereliefs

goss Portigiani; sie erzählen Begebenheiten aus dem Leben des

Antonius; alle Werke wurden nach Entwürfen Giambolognas

Linke Langhauswand. 1. Heraklius trägt das Kreuz nach Jerusalem

zurück, von Ludovico Cigoli, 16. Jh. 2. Skulptur des Savonarola,

von Bruno Fusè. – 3. Mystische Vermählung der Katharina

von Siena, Kopie nach Fra Bartolomeo. – 4. Vincenzo

Francavilla (über dem Bogen; darunter:) Dominikus, in zwei

Dominikaner eingeschnitten. – 2. Madonnenbild, byzantinische

Mosaikarbeit, von 705.


3. Baldachinmadonna, von Fra Bartolomeo, 1509, mit Johannes

dem Täufer, Petrus Martyr, Katharina von Alexandrien

1593.

Rückwand. Gemaltes Kruzifix der Giotto-Nachfol-ge. Links unten:

Fresko der Verkündigung, von Cavallini (Kopie).

Rechts unten: interessantes Gemälde der Verklärung Jesu auf

dem Berge Tabor. – An der 1679 datierten Holzdecke Silvanis

befindet sich ein Fresko mit der Verherrlichung der Jungfrau

Maria nebst Dominikus, von G. A. Pucci, um 1725.


Wir gehen aus der Kirche hinaus, linksdiagonal über die „Piazza S. Marco“

auf die „Via Ricasoli“. – Später wandern wir an der Kreuzung links auf die

„Via de’ Pucci“, kommen vorbei an Nr. 2-6,

*** Palazzo Pucci, dessen mittleres Gebäude von Ammanati

stammt, während die zwei flankierenden Teile im 16. und 17.

Jh. hinzukamen.

Auf der „Piazzetta di S. Michele Visdomini“ gehen wir in die Kirche

*** S. Michele Visdomini (10-12, 17-19 Uhr). Das Erscheinungsbild

der Kirche ist das des 16. und 17. Jhs.

Die Vierung. Das Kuppelfresko schuf Niccolò di Lapi. Es zeigt

Michaels Kampf mit dem verdammten Luzifer.

Das Querschiff. Linker Altar: Auferstehung Jesu von den Toten,

von Poppi. – Rechter Altar: Mariä Geburt, von Agostino

Ciampelli, 1593.

Das Langhaus. Linke Wand. 1. Unbefleckte Empfängnis, von

Poppi; 2. Predigt Johannes des Täufers, von Domenico Cresti,

Heiligen Familie sowie Johannes dem Täufer, Jakobus, Franziskus

und Johannes Evangelist; 3. Jesu Geburt mit Andreas

und Karl Borromäus, von Jacopo Chimenti, gen. Empoli.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der „Piazzetta di S. Michele“ rechts auf

die „Via Maurizio Bufalini“ und gegenüber der „Via Folco Portinari“ links in

die Nr. 1,

*** S. Egidio (9-12, 15.30-17.30 Uhr). Die Kirche des „Ospedale

di S. Maria Nuova“ von 1420 ist im 16. Jh. ausgestattet worden.

einer Marienkrönung von Dello Delli, 1424.

Der Chor. Hochaltarkreuz von 1594. Links des Altares: Tabernakel

von Bernardo Rossellino.

Das Langhaus. Linke Wand: 1. Ruhe unter dem Kreuz, von

Alessandro Allori, 1579; 2. Ludwig heilt Kranke, von

Voltarenno, um 1675. – Rechte Wand: Jesus vertreibt die Händler

aus dem Tempel, 17. Jh.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der Querstraße rechts auf gekommenem

Weg zurück. Später wandern wir über die „Via de’ Martelli/Via Camillo Cavour“

in die Kirche

*** S. Giovannino degli Scolopi (10-12, 16-19 Uhr). Der Kirchenbau

wurde 1579 unter den Jesuiten nach Plänen

Ammanatis begonnen, jedoch erst im 18. Jh. vollendet. Nach

Vertreibung der Jesuiten 1773 übernahmen die „Padre Scolopi“,

die Piaristen, ein Lehrerorden, das Gotteshaus. Die Fassade des

Reihe von Apostelfiguren rundherum ein, zu welchen sich Johannes

der Täufer gesellt; die lebensgroßen Gestalten stammen

von G. C. Cateni, 18. Jh.; die Beichtstühle des 18. Jhs. sind


eich geschnitzt. – Im Gewölbe das Fresko schuf Agostino

Veracini im 18. Jh.; es zeigt die Apokalyptische Vision des Johannes.

– Der Obergaden. Die Tafelfresken von Alessandro Fei

und Bartolomeo Carducci, um 1590, stellen Szenen aus dem

Leben Jesu und der Apostel dar.

Linke Seitenaltäre. 1. Ignatius von Loyola, von A. Puglieschi,

um 1718. – 2. Giuseppe Calasanzio, Gründer der Scolopi-

Rechte Seitenaltäre. 1. Franziskus Xaverius predigt; ein Bild

von Francesco Curradi. – 2. Nikolaus von Bari. – 3. Der heilige

Pompilio, 1936. – 4. Kreuzigung Jesu, von Girolamo

Macchietti, um 1590.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach links, links auf die „Via de’ Ginori“,

linksdiagonal über die „Piazza di Lorenzo“ und zur Basilika

***** S. Lorenzo

(9-12, 15.30-18.30 Uhr). Der Bau der Basilika wurde im Jahre

1422 von Filippo Brunelleschi begonnen und nach dessen Tod

1446 von Antonio Manetti 1460 fertiggestellt. Der Campanile

kam 1740 hinzu.

Der Hauptchor und die Vierung. Der Altar des Gaspare Maria

Paoletti von 1787 ist in Pietra-dura-Technik (=florentiner Einlegetechnik

für Mosaiken) gefertigt und wird von einem Kruzifix

des Baccio da Montelupo aus dem 16. Jh. gekrönt. – Im

Fresko der Vierungskuppel ist die Glorie florentinischer Heiliger

dargestellt, ein Werk des Vincenzo Meucci, 1742.


Im Boden vor dem Altar ist über dem Grab Cosimo des Älteren,

das sich hier in der Krypta befindet, eine runde Gedenkplatte

des Andrea Verrocchio eingelassen.

Linker Querschiffarm. 1. Kapelle. Holzstatue einer Muttergottes

des 15. Jhs. An der linken Wand: Anbetungsgemälde mit zwei

2. Kapelle. Gemälde des Antonius mit zwei Heiligen, aus der

Schule des Ghirlandaio.

3. Alte Sakristei, von Brunelleschi 1428 erbaut. Frontwand:

Im Bogen über der Apsis befindet sich das Medaillon des

Wände angebracht, sämtlich von Donatello. In den Bronzetüren

des Donatello disputieren, diskutieren Märtyrer, Apostel

und Evangelisten, die, gestikulierend, einander zugeordnet sind.

Die Türen entstanden zwischen 1437 und 1443. Über der linken

Tür befinden sich Gestalten der Märtyrer Stephanus und Laurentius,

über der rechten Tür die Heiligen Cosmas und Damian,

Stuckreliefs, die Donatello um 1440 schuf. In den Zwickeln zur

Kuppel sieht man in den Tonden Szenen aus dem Leben des

Doppelgrab für zwei Söhne des Cosimo de’ Medici, 1472, von

Verrocchio. Rechte Wand: Laurentius, eine Majolika des Desiderio

da Settignano. Unter dem Tisch in der Mitte: Sarkophag

von 1433. Im Nebenraum fällt ein Waschbecken des Verrocchio

von 1465 auf. –

4. Rückwärtige Kapelle. Das Bild der Verkündigung schuf Filippo

Lippi um 1437.


Lippi, Meisterschüler Masaccios, teilt das Gemälde in zwei

Hälften, in die zentrale Handlung rechts bzw. die begleitende

Dekoration links. Der städtische Hintergrund verrät nichts von

biblischer Kulisse und ist transponiert. Die ins Auge fallende

Dominanz bilden die Gewänder, die leuchtend und hell zur Linken

sich vor dem Hintergrund abheben und mit variablem,

dunkleren Blau vor dem rechten licht erstrahlenden Geschehen

harmonisieren. Es wird ihn nicht kümmern, aber Lippi, der dem

Mönchstum entsagte, um sich dem weltlichen Leben zuzuwenden,

kann sich des Vorwurfs nicht erwehren, dass er hier eine

tänzerische Szene geschaffen hat, die sicherlich Grazie, aber

auch Neugier verrät, jedoch eher Eitelkeit und Geziere verbreitet,

als ein Dokument frommen Heilsgeschehens zu sein.

Rechte Wand: Grabmal für Donatello, der in der Krypta dieser

Kirche begraben liegt, von 1896.

Rechter Querschiffarm. 1. Kapelle. Grab des Dänenmissionars

Nils Stenson. 2. Kapelle. Denkmal des Pietro Benvenuti. 3. Kapelle.

Anbetung, um 1500.

Linkes Seitenschiff. 1. Martyrium des Laurentius, Fresko des


von Giovanni Antonio Sogliani. – 5. Kreuzigung Jesu, ein

Holzkreuz aus deutscher Schule und gemalten Begleitfiguren

des Lorenzo Lippi, 15. und 17. Jh. – 6. Thronende Muttergottes

mit Laurentius und Zanobius, von Z. Canovai, 1877. – 7. Kreuzigung,

Gemälde von Francesco Conti, 18. Jh.

Rechtes Seitenschiff. 1. Sakramentstabernakel des Desiderio

da Settignano, um 1460: Jesuskind (oben); Beweinung Jesu,

– 4. Himmelfahrt Mariens, in der Nachfolge Ghirlandaios. – 5.

Aufnahme des Laurentius in den Himmel, von Niccolò di Lapi.

– 6. Vermählung Mariens mit Gabriel, von Rosso Fiorentino,

1523.

Dieses letzte Werk Rossos gehört zum Besten, was der florentinische

Manierismus hervorgebracht hat. Der außergewöhnliche

Gedanke der Verkündigung zur Vollendung als Vollzug zwischen

dem nicht körperlich darstellbaren Geist über den „Verbindungsmann“

Gabriel und der Jungfrau Maria ist in seiner

Kühnheit ein inhaltliches Gegenstück zur kompositorischen Anordnung

der Dargestellten, die in den für Rosso typischen pastellenen

wie rosigen Farben als auch schillernden Gewändern

eine für die damalige Zeit neue Ausdruckswiese der Malerei bekunden.

7. Martyrium des Sebastian, von Jacopo da Empoli.

Das Mittelschiff. Bronzekanzel (links), von Donatello zwischen

1460 und 1467 geschaffen: An der Seitenschiffsseite sind

Geißelung und Jesus schwitzt Blut am Ölberg dargestellt; der

zeigt die Kreuzigung Jesu und die Kreuzabnahme. An der Vorderseite

ist die Grablegung angebracht. – Die Bronzekanzel

(rechts) hat Donatello zwischen 1460 und 1467 geschaffen. Die

Vorne sieht man die drei Marien am Grabe. An der Mittelschiffsseite

ist Jesus in der Vorhölle dargestellt sowie die Auferstehung

Jesu von den Toten nebst seiner Himmelfahrt. Hinten

sieht man das Pfingstereignis.

Die Kassettendecke zeigt sich in einer Fassung des 18. Jhs. Die

Fassadeninnenwand wurde von Michelangelo gestaltet, 1532.

San Lorenzo

RK B04

Ende

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