Steinfeld und die Römische Wasserleitung - Kunstwanderungen

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Steinfeld und die Römische Wasserleitung - Kunstwanderungen

E25

Kloster Steinfeld und die Römische Wasserleitung

Urft – Steinfeld – Marmagen – Nettersheim – Urft

Rundwanderung

5 Stunden und 29 Minuten reine Wanderzeit

Wir beginnen die Rundwanderung im Tal der Urft, und zwar im Dorf

Urft.

Die Geschichte Urfts ist identisch mit der von Schloss Dalbenden. Heute gehört Urft zur

Gemeinde Kall.

*

Wir gehen vom Bahnsteig aus auf der Querstraße rechts und direkt hinterm

*** Rokokohaus von 1785, mit Freitreppe,

links.

6 Minuten später wandern wir hinterm Schloss links und halten uns rechts.

*** Schloss Dalbenden. Ein spätmittelalterlicher Wohnturm

wurde zunächst als Wasserburg und in der Barockzeit zum

Schloss umgebaut. Hübsch schmiegt sich der Treppenturm in

die Steinkomposition ein, prangt das Wappen über dem Portal,

umstehen Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk den Hof, dessen

Eingangsbogen mit 1660 beschriftet ist. In den Jahren 1914 und

1915 fand eine tiefgreifende Veränderung an der dreiflügeligen

Anlage statt.

3 Minuten später wandern wir an der Asphaltgabelung vor der Bank links.

10 Minuten später wandern wir in den Bereich vom Kloster 40 Min.

Kloster Steinfeld.

Der Überlieferung nach wurde die erste Kirche an diesem Platze im Jahre 920 erbaut.

Gleichzeitig überführte man die Gebeine des heiligen Potentinus aus Karden an der Mosel

hierher. Um 1070 gründete Graf Sigebodo von Are an dieser Stelle ein Frauenkloster,

in dem ab 1121 Augustinermönche aus Springiersbach lebten, die nach 1126 die

Prämonstratenserregel des Norbert von Xanten annahmen.

*

Wir gehen durchs

*** Portal mit schmiedeeisernen Toren ,

innerhalb der Klostermauern zuerst durch den

*** Torbau mit den Wirtschaftshäusern des 18. Jhs.

und halten uns rechts.

2 Minuten später wandern wir in die Kirche

***** St. Maria und Potentinus.

Die dreischiffige kreuzgratgewölbte Pfeilerbasilika mit quadratischem,

apsidial geschlossenen Chorhaus sowie einem Querschiff

mit je zwei Chorkapellen unter einem Vierungsturm wurde

ab 1142 erbaut. Dem Langhaus ist ein Vorbau mit kreuzgratgewölbter

Eingangshalle vorgesetzt, in dessen oberem Geschoss

die spätgotische Michaelskapelle eingerichtet ist. Dieser Gebäudeteil

zerfiel bis in das 17. Jh. hinein. Dem rechten Querhausarm

setzte man zwei kreuzgratgewölbte Kapellen vor; dem

Das Innere vermittelt die Verbindung von romanischer Architektur

– Wechsel von Kreuzpfeilern und quadratischen Stützen

im Langhaus – mit spätgotischer Gewölbemalerei der Zeit um

1510 – Rankenwerk und Renaissance-Arabesken – und einer

aufwendigen Barockausstattung den Eindruck großer Harmonie

zwischen verschiedenen Kunststilen.

Das Chorhaus. Der Hochaltar entstand kurz vor 1700; er zeigt

im oberen Bild das Pfingstwunder bzw. Anbetung des Jesusknaben

durch die heiligen drei Könige (die Bilder sind austauschbar),

umstanden von den Figuren Simplicius (links) und

Muttergottes und des Potentinus (an den Wangen) wurde 1475

gearbeitet; die Vorderwände kamen im 17. Jh. hinzu. – Die Reliquienschreine

über dem Gestühl sind aus der Zeit um 1700. –

Am Chorbogen: Gemälde des Potentinus (links) und der Muttergottes;

die beiden 3.30 m hohen Gestalten wurden im 14. Jh.

gemalt und sind überarbeitet worden.

Die Vierung. Auf den Vierungsbögen vorne: Jakobsleiter; Opfergang

Isaaks; Erschaffung Evas, Eherne Schlange; Moses’


Quellwunder; Bezeichnung der Auserwählten; David und Goliath;

links: kluge und törichte Jungfrauen; rechts alttestamentliche

Mariensymbole; hinten: Wurzel Jesse. Alle diese Kunstwerke

wurden in spätgotischer Zeit gemalt. – Kommunionbank,

um 1700.

Linker Querschiffarm. Innere Frontkapelle: Potentinus-Schrein

(Original im Louvre). – Am Pfeiler zwischen den Kapellen:

Muttergottes, 15. Jh. – Äußere Frontkapelle: Schrein mit Reliquien

Norberts.

Norbert von Xanten

Norbert wurde um 1080 als Sohn Heriberts von Gennep und

Hadewigs von Guise in Xanten geboren. Er lebte sehr weltlich,

obwohl seine Eltern ihn auf den geistlichen Beruf vorbereiten

ließen. Aufgrund seiner hohen Geburt fielen ihm die höheren

Ämter auch prompt zu: Kanonikus in Xanten, dann Domherr in

Köln und gar Kaplan Kaiser Heinrichs V. Dergleichen frommen

Posten hielten ihn nicht davon ab, mehr der Welt als Gott zu

dienen.

Eines Tages befand er sich zu Pferde auf der Reise nach Wreden,

als ein Wetter aufzog, das unweigerlich näher kam.

Schließlich schlug ein Blitz unmittelbar vor ihm ein. Das Pferd

scheute und warf Norbert zu Boden. Dort blieb er bewusstlos

liegen. Beim Erwachen wurde er inne, wie knapp er dem Tode

entgangen und wie unvorbereitet er bei eventuellem Ableben

vor dem Weltenrichter erschienen wäre. Er schwor sich, sein

Leben zu ändern.

Zur Reue und Buße fand er sich in Siegburg ein, wo er sich zur

Priesterweihe vorbereitete, die er 1115 empfing. Er verschenkte

seinen Besitz den Armen und las vierzehn Tage später in Xanten

die erste Messe. Von nun an wurden seine Predigten berühmt.

Er reiste nach Cluny, wo sich Papst Gelasius II. im Exil befand.

Dort erhielt er die Generalabsolution. Nun machte er sich wandernd

und predigend auf den Weg. Er kam nach Laon, wo ihm

der Bischof der Diözese ein Stück Land überließ, auf dem Norbert

1121 ein Kloster gründete. Der Flecken an abgelegenem

Ort im Wald hieß Prèmontrè. Der Orden lebte nach der Regel

der Augustiner mit den Verschärfungen der Zisterzienser. Ihn

selbst hielt es aber nicht dort. Er wanderte wieder predigend

durch Frankreich, Deutschland und Belgien, wo er in Antwerpen

gegen den Schwärmer Tankelin (Tanchelin; Tanchelm) antrat

und dessen Lehre ad absurdum führte.

Sein Orden, der sich nun Prämonstratenser oder Norbertiner

nannte, erhielt 1126 von Papst Honorius II. die Bestätigung. Im

selben Jahr erhoben ihn die Mächtigen auf dem Reichstag zu

Speyer zum Erzbischof von Magdeburg. Er musste die Stelle

gegen seinen Willen antreten. In Magdeburg, wo der Klerus das

lockere Leben liebte, machte sich Norbert auch sofort unbeliebt.

Dennoch ließ er nicht locker und machte dem lockeren Treiben

ein Ende. Er hatte Volksaufläufe und Morddrohungen zu ertragen.

Nach drei Jahren allerdings war er beim Volk so beliebt,

dass sein Ruf Kaiser Lothar veranlasste, Norbert zum Kanzler

von Italien zu berufen. Acht Jahre nahm er diese Aufgabe wahr,

dann verschied er 1134 in Magdeburg. 1582 wurde Norbert heiliggesprochen.

Norbert wird meistens mit einem Kelch dargestellt, auf dem eine

Spinne herumkrabbelt, denn er soll einmal aus einem Becher

getrunken haben, in den just zuvor eine giftige Spinne gefallen

war. Das Tier fügte ihm aber keinen Schaden zu, sondern kroch

aus einem der beiden Nasenlöcher Norberts wieder hervor.

*

An der Außenwand: Eichenholztür der ehemaligen Sakristei,

aus spätgotischer Zeit; darüber: Norbert, 18. Jh.; daneben:

Apostelfigur. – An der Rückwand: Gemälde der Marienkrönung.

Linkes Seitenschiff: Pietà, um 1420.


Rechter Querschiffarm. Am Pfeiler zwischen den Frontkapellen:

Gemälde der Kreuzgruppe, mit den Stiftern, um 1340. –

An der Außenwand: Franziskus, Augustinus, Bruno, alle 18. Jh.

– Hintere Außenkapelle: Gemälde der Majestas Domini, von

Evangelistensymbolen umgeben, mit Ursula und ihren Gefährtinnen,

um 1170.

Rückwand: Gemälde der Kreuzabnahme.

Rechtes Seitenschiff: Benedikt, 18. Jh.

Das Mittelschiff. 1. Pfeiler links: Altar, um 1700, mit dem Gemälde

des Martyriums der Heiligen Potentinus, Simplicius,

Felicius und Castrina, niederländisch, nach 1500;


3. Pfeiler links: Altar, um 1700, mit dem Gemälde der Auferstehung

Jesu, aus der Schule des Jan van Sorel, frühes 16. Jh.;

5. Pfeiler links: Kanzel, um 1700, mit den vier Evangelisten auf

dem Korb und den vier Kirchenvätern nebst Michael auf dem

Schalldeckel; 6. Pfeiler links: Potentinus-Figur, um 1500.

1. Pfeiler rechts: Altar, um 1700, mit dem Gemälde der mystischen

Vermählung des Hermann Josef mit Maria;


3. Pfeiler rechts: Altar, um 1700, mit dem Gemälde der Skapulier(=Schulterkleid)überreichung

durch Maria; 6. Pfeiler rechts:

Hermann Josef, um 1500. – Rückwand, über der Orgelempore,

1701, mit der Alabasterfigur von 1732 des Heiligen darauf.

Hermann Josef

Hermann wurde um 1150 in Köln geboren. Seit frühester Zeit

war er ein Verehrer der Gottesmutter. Mit zwölf Jahren kam er

als Schüler nach Steinfeld. Als Erwachsener trat er dem

Prämonstratenserorden bei und wurde zum Priester geweiht.

Hermann wurde im Zuge seiner Frömmigkeit zum Erfinder der

Herz-Jesu-Verehrung, schuf er doch das erste Herz-Jesu-Lied.

Hermann fochten jedoch auch weltliche Wünsche an, gegen die

er sich in Buße kasteite. Er übertrieb sein asketisches Leben,

was er wiederum als Anfechtung und Übertreibung erkannte.

Hermann geriet öfters in Verzückung und verharrte oft stundenlang

in Ekstase. Besonders seine Demut und seine unglaubliche

Verehrung gegenüber der Mutter Jesu trugen ihm den Beinamen

Josef ein. Dergleichen Außerordentlichkeiten entfremde-


ten ihn der Gemeinschaft. Man verordnete ihm Seelsorgedienst

in den umliegenden Gemeinden. Diese Arbeit verrichtete er bis

an sein Lebensende. In der Karwoche 1241 las er im Kloster

Holzen zu Zülpich die heilige Messe und verschied. Er wurde

erst 1969 heiliggesprochen.

Hermann Josef wird in ursprünglicher Form mit dem Apfel dargestellt,

den er dem Jesusknaben auf dem Schoße Mariens überreicht.

Van Dyck jedoch schildert in seinem Gemälde Hermann

Josefs Mystische Vermählung mit der Gottesmutter.

*

Die Vorhalle. Kreuzgruppe, um 1500. Barocker Magdalenenaltar,

um 1720, mit der Figur der Magdalena; unter der Darstellung:

Jesus als Gärtner mit Magdalena.

Wir gehen aus der Vorhalle hinaus, nach rechts und rechtshaltend durchs

Hauptportal vom

*** Abteigebäude von 1738 mit einem Südflügel (rechts) aus

dem Jahre 1661 und einem Nordflügel (links) des 18. Jhs.

Wir kommen in den

*** Kreuzgang. Er wurde zwischen 1495 und 1587 erbaut und

im 18. Jh. um ein Geschoss erhöht.

Wir gelangen dann in die

*** Totenkapelle aus spätgotischer Zeit.

*** Gillesbachtal.

3 Minuten später wandern wir auf „Zum Mertesberg“ links und vorbei an der

Burg in

102 Min.

Marmagen.

1187 bestätigt Philipp von Heinsberg, Erzbischof von Köln, dem Kloster Steinfeld Besitz

in Marmagen. 1269 wird ein gewisser Marsilius von Marmagen erwähnt. 1282 ist

ein Hermann von Marmach Burgmann in Reifferscheid. 1315 dient der Steinfelder Hof

in Marmagen als Gerichtsgebäude des Klosters. Anfang des 16. Jhs. wird eine einschiffige

Marmagener Kirche aus Stein gebaut. Nach der Franzosenzeit wird 1815 die Bür-


germeisterei Marmagen mit den Orten Urft und Nettersheim gebildet. 1975 wird die Eifelhöhenklinik

in Betrieb genommen. Heute gehört Marmagen zur Gemeinde Nettersheim.

*

*** Burg. Die Anlage ist ein Wohnhaus des 16. und 17. Jhs.

2 Minuten später wandern wir auf gekrümmter Querstraße rechts und links auf

die „Webergasse“.

3 Minuten später wandern wir dann auf der Durchfahrtsstraße rechts und vor

** Steinfachwerkbauten rechts auf den „Laurentiusweg“. Hütte.

3 Minuten später wandern wir in die Kirche 110 Min.

*** St. Laurentius. Vom Bau des ehemaligen spätgotischen

Gotteshauses sind Chor und, links davon, die Sakristei erhalten

geblieben. Die dreischiffige Halle mit ihrem Turm wurde im 19.

und 20. Jh. erbaut.

Im Chorhaus befindet sich eine spätgotische Sakramentsnische.

Die Sakristei, jetzt Taufkapelle: Katharina und Laurentius, beide

neu.

Linkes Seitenschiff, Frontwand: Über dem Sakristei-Eingang:

Kruzifixus. – Außenwand, hinten: Hochreliefs von Pfingsten

und der Auferstehung, neugotisch.


Rechtes Seitenschiff, Frontwand: Gemälde mit Szenen aus dem

Leben des Laurentius, neu.

Wir gehen aus dem Hauptausgang der Kirche hinaus, auf der Straße links,

Gasthof, und sofort links auf die „Römerstraße“.

40 Minuten später wandern wir an der Schrägkreuzung beim Wegkreuz mit

den Rastbänken links und halten uns links.

8 Minuten später wandern wir an der Kreuzung rechts in 202 Min.

Nettersheim.

Kelten und Römer siedelten als Erste im Gebiet von Nettersheim. Die Entstehung des

Ortes selbst geht wohl auf merowingische Zeit zurück. Heute besteht die Gemeinde aus

elf Ortsteilen. Nettersheim kann ansonsten keine Geschichtsdaten vorweisen.

*

Wir wandern beim Rastplatz Richtung haltend durch den Tempelbezirk vom

*** Matronenheiligtum aus dem 2. bis 4. Jh. n. C. Eine teilrekonstruierte

Umfassungsmauer, entsprechend den Grabungsbefunden,

aus Kalkstein und Grauwacke aufgeführt, schließt drei

kleine Bauten ein, deren größte, die nördliche Cella, einen römischen

Zugangstempel darstellt, in dem Matronen verehrt

wurden, Bauerngöttinnen, die Haus, Hof und Vieh schützen

sollten.

4 Minuten später wandern wir an der Kreuzung hinter den Stufen rechts.

*** Werkhäusern, einer historischen Wassermühle, neben der

wir die römischen Brennöfen erkennen können.

Danach kommen wir vorbei am ** Kalkofen des 19. Jhs.

*** Naturschutzzentrum (Mo-Fr 9-16, Sa+So 10-17 Uhr), in

dem man sich hervorragend informieren kann.

Wir gehen aus dem Zentrum, Kaffee, hinaus, auf dem Querweg rechts und

wandern wieder nächst der Urft auf diesem Ufer. Auf dem Weg kommen wir

vorbei an einem Stück

*** Römische Wasserleitung, das hierher versetzt wurde, neben

römischen Weihesteinen.

*** St. Martin von 1784 mit modernen Erweiterungen von

1967.


Der Chor. Der Hauptaltar stammt aus dem 17. Jh.; er zeigt das

Gemälde der Verkündigung; darüber: Wappen derer von Manderscheid-Blankenheim.

– Linkes Chorfenster, Glasgemälde

Linkes Seitenschiff. Kreuzgruppe mit Maria und Longinus, aus

neugotischer Zeit. – Romanischer Taufsteinrest. – Figur des

Franziskus, 18. Jh. – Figur der Klara, 19. Jh.; Herz Jesu, neugotisch.

– Schweißtuch der Veronika.

Rechtes Seitenschiff. Chorgestühl des 15. Jhs. aus Steinfeld. –

Muttergottes und zwei Engel, Barock

Wir gehen aus der Kirche hinaus, steigen treppab, wandern auf der Querstraße

rechts und gehen auf der gekrümmten Querstraße nach links bergab.

4 Minuten später wandern wir übers Gleis und hinter der Urft rechts. Wir

wandern fortan rechtshaltend und stets auf dieser Seite des Gleises, folgen

stets dem Römerkanalwanderwegzeichen durchs

*** Urfttal mit artenreicher Vegetation.

Die Eifelwasserleitung

„Die Eifelwasserleitung nach Köln war mit 95,4 km einfacher

Trassenlage einer der längsten Fernwasserleitungen im Imperium

Romanum. Sie versorgte vom ersten bis zum dritten Jahrhundert

n. C. die Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln),

die Provinzhauptstadt Niedergermaniens mit qualitätsvollem

Trinkwasser. Die Leitung war gleichermaßen Ausdruck gehobenen

Lebensstandards wie auch das Ergebnis perfekten technischen

Könnens. Die Wasserversorgung des antiken Köln war in

mehreren Schritten ausgebaut worden. Schon in der ersten Hälfte

des ersten Jahrhunderts hatte aus mehreren Quellen am Vorgebirgsrand

schöpfende Wasserversorgung bestanden, die aber

die Versorgung der Stadt in ihrer ersten Blütezeit weder qualitativ

noch mengenmäßig sicherstellen konnte. Deshalb hat man

vermutlich schon gegen Ende des ersten Jahrhunderts n. C. die

Leitung aus der Eifel gebaut. Das Eifelwasser entsprach nicht

nur den Qualitätsansprüchen der römischen Bewohner Kölns,

auch der Geschmack dieser Zeit wurde vom kalkhaltigen Wasser

von Quellen aus dem Gebiet der Sötenicher Kalkmulde getroffen.

Daher erschloss man zunächst die Quellen bei Kallmuth,

Urfey und Dreimühlen. In einer zweiten Bauphase erweiterte

man dieses System durch einen zum „Grünen Pütz“ im

Urfttal führenden Leitungsstrang. Die Eifelwasserleitung war

als reine Gefällewasserleitung konzipiert. Die Außergewöhnliche

technische Leistung bei Planung und Bau dieses antiken

Großprojekts wird besonders deutlich in der Überwindung der

Rhein-Maas-Wasserscheide in der Ausfahrung der Täler von

Erft und Swistbach zwecks Erreichung des Villerückens und im

Bau der Großen Aquäduktbrücken über die Erft (ca. 550 m

lang) und über den Swistbach (ca. 1400 m lang). Mit einer Tagesleistung

von rund 20.000 m³ Trinkwasser ist die Eifelwasserleitung

nach Köln ein exemplarisches Beispiel für die Infrastruktur

einer antiken Stadt. Obwohl auch das mittelalterliche

Köln der Wasserversorgung im großen Stil bedurfte, hat man

die Eifelleitung in nachrömischer Zeit nicht wieder instandgesetzt.

Statt dessen benutzte man den Römerkanal seit karolingischer

Zeit, besonders aber im elften und dreizehnten Jahrhundert

als Steinbruch, um Baumaterial zu gewinnen. Besonders

begehrt war die Kalkablagerung, der Kalksinter, aus dem sich

Marmor ähnliche Säulen, Altarplatten u. a. herstellen ließen.

*

Zuerst kommen wir vorbei an

*** Römische Sickerleitung, ein Becken, das zur Bergseite hin

ohne Mörtel steingefasst ist, damit das Wasser einzudringen

vermag, zur Talseite hin mit Ton steingefasst ist, damit das

Wasser nicht hinausfließen kann. Diese Leitung sammelt das

Quellwasser und führt es der Brunnenstube zu, dem Sammelbecken.

Danach kommen wir vorbei an


*** Grüner Pütz. Die rekonstruierend wiederaufgebaute Fassung

der Hauptquelle gibt einen Einblick in den ursprünglichen

Zustand des Sammelbeckens, mit dem die Eifelwasserleitung

nach Köln beginnt. Der Schwellstein am Anfang der Wasserleitung

sorgte für eine gewisse Beruhigung des Wassers. Die Gorgonenhäupter

im abschließenden Sandstein sollten die Quelle

vor Schäden schützen. Bei der rekonstruierten Quellfassung

wurde die Vorderseite des Aufbaus zum Einblick ins Innere offengelassen.

Wir wandern weiter entlang dem Zeichen des Römerkanals im Tal der Urft.

Eisenhammer Neuwerk von 1710.

30 Minuten später wandern zum Bahnhof in Urft. 329 Min.

Urft – Steinfeld – Marmagen – Nettersheim – Urft

Römische Wasserleitung

Ende

E25

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