MINT & SOZIAL for you - Planet Beruf.de

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MINT & SOZIAL for you - Planet Beruf.de

HEFT 2013 I MINT FOR YOU I Girls

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MEIN START IN DIE AUSBILDUNG

Girls

Kooperationspartner

Ein SErvice-Magazin der


MINT for you

Sabrina gefällt

ihre Ausbildung im

MINT-Bereich.

Schaltungen installieren, Versuche im

Labor durchführen - Sabrina und Michelle

haben sich für eine MINT-Ausbildung

entschieden – und haben Spaß daran.

Auch Ausbilder Stephan Kuhny freut sich

über Mädchen im Team.

Michelle, 21 Jahre, Chemielaborantin im

Forschungszentrum Jülich GmbH:

Ich habe mich für diese Ausbildung entschieden, weil ...

… ich mich schon immer für Chemie interessiert habe und

sich das in meinem Praktikum verstärkt hat. Aus diesem

Grund empfehle ich, Praktika zu machen, um herauszufinden,

ob ein Beruf zu einem passt. Als Chemielaborantin

kann man in vielen Bereichen arbeiten und jeder neue

Versuch ist spannend.

Als Chemielaborantin braucht man vor allem ...

… Verständnis für Chemie, aber auch Grundlagen in Physik.

Am wichtigsten ist, Spaß daran zu haben, im Labor die

unterschiedlichsten Versuche durchzuführen. Dabei muss

man genau und sauber arbeiten.

Im Hinblick auf meine berufliche Zukunft ...

… ist meine Ausbildung eine prima Grundlage. Nächstes Jahr

beginne ich ein Bachelor-Studium im Fach Chemie.

Sabrina, 19 Jahre, Elektronikerin für Betriebstechnik

bei der Energiedienst Holding AG:

Ich habe mich für diese Ausbildung entschieden, weil ...

… ich mich schon früh gefragt habe, wie z.B. ein Radio

funktioniert. Meinen ersten Girls’Day habe ich bereits in der

6. Klasse absolviert.

Meine Aufgaben als angehende Elektronikerin für

Betriebstechnik ...

… sind vielfältig. Meine Firma erzeugt Ökostrom durch

Wasserkraft. Zudem haben wir ein riesiges Versorgungsgebiet,

das instand gehalten und erweitert werden muss.

Ich verdrahte z.B. Schaltschränke oder installiere und

warte elektrische Anlagen.

Wichtige Fähigkeiten für meinen Beruf sind ...

… Interesse an Mathematik und Physik. Fürs Programmieren

sind logisches Denken und Geduld wichtig. Wie mein

Ausbilder immer sagt: „Solange du noch Ideen hast, das

Programm zu ändern, ist noch nichts verloren.“

Stephan Kuhny, Leiter technische Ausbildung

Rheinfelden bei der Energiedienst Holding AG:

Derzeit haben wir 21 Auszubildende zu Elektronikerinnen

und Elektronikern, davon drei Mädchen. Alle drei haben sich

im Vorfeld gut informiert, also mindestens ein Praktikum

in dem Beruf gemacht und auch den Girls’Day besucht.

Wichtig für den Beruf sind Spaß an Technik, Ausdauer,

Teamfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit.

Die Ausbildung macht den jungen Frauen großen Spaß –

das sieht man auch an ihren Leistungen. Die motivierten

Mädchen sind eine Bereicherung für unser Team und für

das ganze Unternehmen.

Mein Tipp: Mädchen sollten keine Angst haben, gegen den

Strom zu schwimmen und den Beruf wählen, den sie gerne

ausüben möchten, und nicht den, den die meisten ihrer

Freundinnen wählen.

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Inhalt

Dein Start in MINT 2

Was ist in MINT-Berufen gefragt? Azubis und Ausbilder berichten.

Querbeet in MINT 4

News, Infos, Tipps & Kurioses rund um MINT

Girls’Day – und jetzt mache ich MINT! 6

Am Girls’Day kannst du in verschiedene MINT-Berufe hineinschnuppern.

Flöhe wissenschaftlich bändigen 7

In ihrem FÖJ kümmert sich Lea um die Wasserqualität in Hamburg.

Wo Späne fliegen … 8

Mit großen Maschinen kennt sich Irma als Zerspanungsmechanikerin aus.

„Ich mag den Geruch von Papier“ 10

Als Medientechnologin Druck freut sich Marina über selbst gedruckte Kalender.

Die Lösung vor Augen 12

Die Informatikkauffrau Viktoria baut Server ein.

Speichen, Rahmen, Nabenschaltung 14

Zweiradmechanikerin Daniela hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Wer sich engagiert, kommt weit 16

Von der Ausbildung zum Studium: Yvonne hat es geschafft.

MINT gewinnt! 18

Wer sich mit MINT-Berufen auskennt, kann tolle Preise gewinnen.

Impressum

Herausgeber

Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

Herausgeberbeirat

Petra Beckmann, Dr. Margareta Brauer-

Schröder, Christoph Dickeler, Dr. Barbara

Dorn, Petra Falterbaum, Heidi Geserich, Rudi

Groh, Gisela Grüneisen, Ulrich Gschwender,

Ulrike Hertz, Niels Kämpfer, Werner Klaus,

Sybille Kubitzki, Hans Ulrich Nordhaus,

Bastienne Raacke, Petra Rössler, Rainer

Rupprecht, Alexandra Wierer

Redaktion/Verlag

Redaktion planet-beruf.de

BW Bildung und Wissen

Verlag und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90252 Nürnberg

Tel.: 0911/9676-310

Fax: 0911/9676-701

E-Mail: redaktion@planet-beruf.de

Grafische Gestaltung

LATERNA Design GmbH & Co. KG

Fotos

AXDIA International GmbH (S. 18 Mitte);

Sebastian Friedrich (S. 9 oben, S. 18 oben);

Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag (S. 6);

Kai Hartmann (S. 4 unten, S. 16-17 oben);

Annette Kradisch (S. 7 oben); Privat (S. 2,

S. 7 unten, S. 14 oben, S. 16 oben); REIFF-

Gruppe (S. 12); Petra Simon (S. 14 unten,

S. 15); BW Bildung und Wissen Verlag und

Archiv der Bundesagentur für Arbeit

Redaktionsschluss

November 2012

Druck

Mohn media Mohndruck GmbH, Gütersloh

Gesamtauflage

370.000

Copyright 2013 für alle Inhalte

©Bundesagentur für Arbeit

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch

auszugsweise, sowie jede Nutzung der Inhalte mit

Ausnahme der Herstellung einzelner Vervielfältigungsstücke

zum Unterrichtsgebrauch in Schulen

bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags.

In jedem Fall ist eine genaue Quellenangabe

erforderlich.

Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht

unbedingt die Meinung der Redaktion und des

Herausgebers wieder.

Bestellungen

www.ba-bestellservice.de

Einzelexemplare sind bei den Berufsinformationszentren

(BiZen) der Agenturen für Arbeit

erhältlich.

ISSN 1868-3037

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MINT for you

MINT ist nicht nur eine grünliche Farbe oder

die Minze auf Englisch. MINT, das ist eine

ganze Welt, und zwar die der Mathematik,

Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Hier erfährst du, wo MINT überall drin steckt

und welche Rolle du darin spielen kannst!

Füll die MINT-Lücke!

In Deutschland herrscht eine MINT-Fachkräftelücke:

Es gibt mehr offene Arbeitsstellen im technischen

und naturwissenschaftlichen Bereich als Fachkräfte,

die diesen Bedarf decken könnten. Das heißt für dich:

MINT-Berufe sind gefragt! Eine Ausbildung im MINT-

Bereich kann deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt

steigern. Besonders Frauen sind hier erwünscht, das

zeigt z.B. die Gründung des Nationalen Pakts für Frauen

in MINT-Berufen „Komm, mach MINT“. In diesem Heft

lernst du junge Frauen kennen, die sich für eine MINT-

Ausbildung entschieden haben.

Starke MINT-Frau:

Kennst du Lise Meitner?

Lise Meitner (1878 - 1968) war

eine berühmte Kernphysikerin

und Deutschlands erste Physikprofessorin.

Da zu ihrer Zeit Mädchen an Wiener

Gymnasien nicht zugelassen waren,

bereitete sie sich im Selbststudium

auf ihr Abitur vor und legte es im Jahr

1901 ab. Danach studierte sie Physik

und Mathematik und beschäftigte

sich schon bald mit Radioaktivität.

Nach ihrer Promotion 1906 begann

sie mit dem berühmten Chemiker und

späteren Nobelpreisträger Otto Hahn

in Berlin zusammenzuarbeiten. Frauen

durften in Preußen damals noch

nicht studieren, daher betrat sie das

Gebäude immer durch den Hintereingang.

Lise Meitner wurde 1926

Deutschlands erste Physikprofessorin

und lieferte 1939 zusammen mit Otto

Robert Frisch die erste theoretische

Deutung der Kernspaltung.

MINT-Karrierewege

Die Initiative „MINT Zukunft schaffen“ vernetzt und bündelt Aktivitäten

von Unternehmen und Verbänden im Bereich MINT. Informiere dich

über Ausbildungen und Karrierewege in MINT-Berufen auf:

www.mintzukunftschaffen.de

Wenn du Spaß am

Experimentieren

hast, dann passt eine

MINT- Ausbildung

zu dir.

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MINT for you

Rund um Planeten: Astronomie oder

Astrologie – was ist was?

Astronominnen und Astronomen sowie Astrologinnen

und Astrologen beschäftigen sich beide mit Sternen

(lat.: astrum - der Stern), aber auf ganz unterschiedliche

Weise: Während Astronominnen bzw. Astronomen die

Entstehung, den Aufbau, die physikalischen Eigenschaften

sowie die Entwicklung der Himmelskörper erforschen,

berechnen Astrologinnen und Astrologen die Lage der

Gestirne und erstellen Horoskope für ihre Kunden.

Wer rastet, der rostet: Warum ist der Mars rot?

Mensch vs. Roboter 1:0 – aber wie

lange noch?

Kennst du den RoboCup? Ziel dieser internationalen

Initiative ist es, bis zum Jahr 2050 ein

Roboter-Fußballteam aufzustellen, das gegen

den amtierenden „menschlichen“ Weltmeister

gewinnt.

Bisher spielen die Roboter allerdings noch untereinander.

Es geht darum, Roboter zu bauen, die

sich selbstständig auf dem Spielfeld orientieren

und Tore schießen können. Inzwischen gibt es

außerdem noch andere Wettkämpfe, z.B. Tanzen.

Die diesjährige RoboCup-WM wird in Eindhoven

in den Niederlanden ausgetragen. Der Deutsche

RoboCup-Junior wird vom 26. bis 28. April 2013

in Magdeburg stattfinden. Neugierig? Dann

schau hier vorbei:

www.robocupgermanopen.de

Der Mars, auch der Rote Planet genannt, ist etwa halb so groß

wie die Erde, wiegt aber genauso viel. Er besteht zu ca. 16%

aus Eisen. Diesem Element verdankt er auch seine Farbe.

Denn genauso wie Eisen bei uns auf der Erde in Verbindung

mit Sauerstoff oxidiert, also rostet, so geschieht es auch auf

suchst Berufe mit MINT? Dann

dem Mars. Eisenoxid-Staub

rostig-rot.Du auf der Oberfläche und in der

Atmosphäre färbt den Planeten

gehe auf www.planet-beruf.de

» Mein Beruf » Berufe von A-Z »

MINT-Suche (siehe rechte Spalte)

„Zwei mal drei macht vier, widdewiddewitt

und drei macht neune!“ Pippi Langstrumpf

war schlecht im Rechnen – aber das gilt

nicht für alle Mädchen.

Amerikanische Forscherinnen der Universitäten Villanova,

Madison und Berkeley haben im Jahr 2010 das

Vorurteil widerlegt, Mädchen seien schlechter im Rechnen

als Jungs. Die Psychologinnen analysierten zwei Studien,

an denen weltweit 500.000 Schüler/innen im Alter

zwischen 14 und 16 Jahren teilgenommen hatten. Die

Versuchsreihen zeigen, dass Mädchen und Jungen –

sowohl was das mathematische Grundwissen als auch

die Übertragung dieses Wissens auf alltägliche Probleme

angeht – ähnlich gut abschneiden. Mit euch Mädchen ist

also in Zukunft unbedingt zu rechnen! Im Heft erfährst

du, in welchen MINT-Ausbildungen deine Rechenkünste

sehr praktisch sein können.

Fit im Rechnen? In vielen MINT-Berufen

sind Kenntnisse in Mathematik von Vorteil.

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MINT for you

Ob Informatikkauffrau oder Mechanikerin

– am Girls’Day kannst du in einen Berufsbereich

hineinschnuppern, in dem noch

nicht so viele Frauen arbeiten. Vielleicht

ist auch ein Beruf für dich dabei!

Bist du Expertin in Sachen Computer oder interessierst

du dich für Maschinen und Technik? Dann kannst du

am Mädchen-Zukunftstag verschiedene Berufe aus

dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften

und Technik) kennenlernen. Am 25.

April 2013 öffnen in ganz Deutschland Unternehmen,

Betriebe, Behörden und Forschungseinrichtungen die

Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse.

MINT – schon mal daran gedacht?

Die meisten Mädchen wählen aus nur 10 verschiedenen

Ausbildungsberufen. Und das, obwohl es insgesamt

etwa 350 davon gibt. Am Mädchen-Zukunftstag hast

du die Chance, einige technische, handwerkliche oder

IT-Berufe kennenzulernen.

Mitmachen, so geht’s:

Sprich mit deinen Eltern und mit deiner Lehrkraft und

frage, ob du am Girls’Day teilnehmen kannst. Wichtig

ist, dass du an diesem Tag per Antrag von der Schule

befreit bist. Mithilfe von „Aktion suchen“ auf

www.girls-day.de findest du Angebote in deiner

Nähe. Durch Anklicken gelangst du auf eine ausführliche

Ansicht der Aktion. Wenn du einen geeigneten

Girls’Day-Platz gefunden hast, melde dich an!

Und: Je eher du mit der Suche beginnst, desto mehr

Auswahl hast du!

Bei Fragen kannst du dich an das Girls’Day-Team wenden:

Tel.: 0521 / 106 - 7354 (Die Nummer ist ab 1. März freigeschaltet.)

Bundesweite Koordinierungsstelle

Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag

Wilhelm-Bertelsmann-Str. 10

33602 Bielefeld

E-Mail: info@girls-day.de

Aktiv werden

Du hast keinen Platz gefunden? Frage Bekannte und

Verwandte, ob du sie zur Arbeit begleiten darfst.

Sprich mit jemandem aus einem Unternehmen oder

einer Organisation und erkundige dich, ob du den

Mädchen-Zukunftstag dort verbringen darfst.

Ein Zukunftstag für Mädchen

Die bundesweite Koordinierungsstelle des Girls’Day – Mädchen-Zukunftstags

wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus

Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Technik-

Diversity-Chancengleichheit e.V. und eine Gemeinschaftsaktion des BMBF,

des BMFSFJ, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des

Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen

Industrie- und Handelskammertages, des Bundesverbands der Deutschen

Industrie, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, des Bundeselternrates

und der Initiative D21. Als ständige Gäste in der Lenkungsgruppe sind die

Kultusministerkonferenz sowie die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen

und -minister vertreten.

Technik kann ganz

schön spannend sein.

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MINT for you

Lea hat sich schon in der Schule für Fächer wie Bio,

Mathe, Physik und Chemie begeistert. Während ihres

FÖJ im Bereich „Wissenschaft und Technik“ kümmert

sie sich nun um die Wasserqualität in Hamburg und

hat viel Spaß am Forschen.

„Ich wollte nach der Schule nicht schon wieder

lernen, sondern lieber ein Jahr lang noch etwas Cooles

und Praxisnahes machen“, erklärt die 18-Jährige. Für

ein Freiwilliges Ökologisches Jahr hat sie sich entschieden,

weil sie dort die Möglichkeit hat, im Bereich

„Wissenschaft und Technik“ tätig zu sein, der sie sehr

interessiert. Lea, die eigentlich aus Osnabrück kommt,

durchsuchte das Internet nach passenden Stellen und

fand dabei ihre jetzige FÖJ-Stelle am Institut für Hygiene

und Umwelt in Hamburg.

Die Wasserqualität muss regelmäßig

kontrolliert werden.

Auf Messstation rund um Alster und Elbe

Dort ist sie nun in der Umweltabteilung für Wasseruntersuchungen

zuständig. „In und um Hamburg gibt es

ja wahnsinnig viel Wasser – und das muss regelmäßig

kontrolliert werden“, erklärt sie. Mit ihrer Kollegin ist

sie drei Tage die Woche in Messstationen unterwegs,

um dort die Messgeräte zu warten. Das Gerät, für

welches Lea gerade zuständig ist, misst mithilfe von

Wasserflöhen die Wasserqualität. „Wenn sich giftige

Stoffe im Wasser befinden, reagieren die Tierchen

unterschiedlich: Sie werden entweder sehr langsam

oder unnatürlich schnell“, erläutert Lea. Einen ganzen

Tag dauert die Wartung des Geräts. Lea muss es

auseinanderbauen, alle Schläuche gründlich reinigen

und wieder zusammenbauen.

In ihrem FÖJ kann Lea

selbstständig forschen.

Kiesbänke im Labor untersuchen

Als FÖJ-lerin am Institut für Hygiene und Umwelt

bearbeitet Lea außerdem selbstständig ein Projekt.

Auch dazu geht sie raus ans Wasser. „Ich mache

beim Projekt ‚Lebendige Alster‘ mit, das sich dafür

engagiert, die Alster naturnah zu machen. In meinem

Teilprojekt untersuche ich die Entwicklung von

Kiesbänken. Dazu nehme ich Proben, analysiere sie

im Labor und vergleiche sie mit den Altdaten. Die

Ergebnisse werte ich in der Abschlussarbeit aus.“

Ihre Aufgaben machen ihr bisher viel Spaß. Lea ist

sich sicher: „Ein Beruf im Bereich Umweltschutz wäre

sicher das Passende für mich. Das FÖJ war für mich

die richtige Entscheidung.“

Mehr zum Thema Freiwillige Jahre

findest du auf www.planet-beruf.de

» Zwischenstationen » Freiwilliger

Einsatz.

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MINT for you

Job inside: Zerspanungsmechanikerin

Bis zur 10. Klasse wollte Irma eigentlich einen

kaufmännischen Beruf erlernen. Ihre Schwester

jedoch brachte sie auf eine andere Idee: Statt

im Büro arbeitet Irma nun an Maschinen – und

findet ihre Arbeit toll.

Span für Span – Metall bearbeiten

Irma macht eine Ausbildung zur

Zerspanungsmechanikerin.

Die Werkzeugmaschinen steuert Irma

über den darin eingebauten Computer.

Faszination große Maschinen

Irma macht ihre Ausbildung bei der Robert Bosch GmbH

in Nürnberg. Sie ist im zweiten Ausbildungsjahr zur

Zerspanungsmechanikerin. Momentan ist ein CNC-Lehrgang

angesagt. „Wir arbeiten mit computergesteuerten

Dreh- und Fräsmaschinen und bereiten uns auf den

ersten Teil der Abschlussprüfung vor. Danach werde ich

die verschiedenen Abteilungen im Hause kennenlernen“,

freut sich die 19-Jährige. An ihrer Begeisterung für

Maschinen ist ihre Schwester schuld: „Sie ist Werkzeugmechanikerin

und hat mich darauf gebracht, einen Beruf

im handwerklich-technischen Bereich zu erlernen. Da

mich große Maschinen so interessiert haben, habe ich

mich entschieden, Zerspanungsmechanikerin zu werden.“

Um computergesteuerte Dreh- und Fräsmaschinen

dreht sich alles in Irmas Berufsalltag. CNC – das steht

für Computerized Numerical Control, was man mit

„computergestützte numerische Steuerung“ übersetzen

kann. Die Werkzeugmaschinen werden dabei

über einen Computer, der in die Maschine eingebaut

ist, gesteuert. „Gerade lerne ich, wie man Programme

dafür schreibt, wie man die Maschinen einrichtet und

wie man Werkzeuge wie Drehmeißel, Fräser und Bohrer

einbaut“, erklärt Irma. In ihrem Ausbildungsbetrieb

werden hauptsächlich Hochdruckpumpen hergestellt,

die in der Automobilbranche eingesetzt werden.

„Die Pumpen werden aus Edelstahl gefertigt. Dieses

wird in einem CNC-Bearbeitungszentrum zerspant,

d.h., es wird mit Bohr- und Fräswerkzeugen Material

herausgelöst. Das ist die Rohfassung. Dann werden

noch weitere Teile daran montiert“, erklärt Irma.

Mehr Infos ...

... über den Beruf bekommst du auf

www.planet-beruf.de » Mein Beruf

» Berufe von A-Z.

8


MINT for you

So kann es nach der Ausbildung weitergehen:

Noch hat Irma weitere eineinhalb Jahre Ausbildung

vor sich. Nach ihrer Ausbildung kann sie eine Weiterbildung

zur Industriemeisterin der Fachrichtung

Metall oder zur staatlich geprüften Technikerin –

beispielsweise der Fachrichtung Feinwerktechnik –

machen.

Auf www.berufenet.arbeitsagentur.de » Beruf

eingeben » Tätigkeit » Weiterbildung kannst du

nachlesen, welche Weiterbildungsmöglichkeiten du

noch hast.

Ein Beruf für Jungen und Mädchen

„Ich mag die Arbeit an der Drehmaschine. Das Resultat

am Ende in den Händen zu halten, finde ich wirklich

schön. Auf meinen ersten selbst gefertigten Bohrständer

war ich sehr stolz“, erinnert sich Irma.

Noch ist Irma eine von zwei weiblichen Azubis im

Bereich Zerspanungsmechanik in ihrem Ausbildungsbetrieb,

und auch in ihrer Berufsschulklasse sind sie

nur zu viert. Dabei, findet Irma, sei dieser Beruf für

Mädchen gut geeignet: „Die Arbeit ist körperlich nicht

anstrengend, man muss aber viel stehen können. Es

geht hauptsächlich darum, Maschinen zu bedienen.

Das können Mädchen genauso gut wie Jungen.“

Sorgfalt und handwerkliches Geschick

„In meinem Beruf muss ich oft rechnen. Zum Glück

war ich in Mathe gut in der Schule“, sagt Irma und

erläutert: „Beim Drehen und Fräsen muss ich z.B. Maße

berechnen können.“ Ohne handwerkliches Geschick

und technisches Verständnis geht in Irmas Beruf gar

nichts. „Um die Maschinen warten und untersuchen

Wenn Irma arbeitet,

fliegen oft Späne.

zu können, muss ich wissen, wie sie aufgebaut sind.“

Irma muss in ihrem Beruf sehr genau und sorgfältig

arbeiten. „Alle Werkstücke müssen auf den Hundertstelmillimeter

genau sein. Wenn ich später in der Fertigung

eine Maschine falsch einstelle, können die produzierten

Teile nicht verwendet werden.“

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MINT for you

Job inside: Medientechnologin Druck

Dass Büroarbeit für sie nicht infrage kommt,

wusste Marina schon bald. Die angehende

Medientechnologin Druck freut sich immer

wieder, wenn sie einen selbst gedruckten

Kalender in der Hand halten kann.

planet-beruf.de:

Wie bist du zu deinem Ausbildungsberuf gekommen?

Marina:

Ich habe nach meinem mittleren Bildungsabschluss

ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Umweltamt

gemacht. Der Job war zwar sehr interessant, aber ich

habe schnell gemerkt, dass die Arbeit im Büro nichts

für mich ist. Ich wollte unbedingt etwas machen, was

mit praktischer Arbeit zu tun hat. Ich habe mich über

verschiedene Berufe informiert und dabei den Beruf

Medientech-nologe/-technologin Druck entdeckt. Ich

habe mich darauf beworben und bin so beim Verlag

Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co.

gelandet.

Mehr Infos

Marina freut sich über

jedes fertige Plakat.

Noch mehr über den Beruf erfährst

du auf www.planet-beruf.de » Mein

Beruf » Berufe von A-Z.

planet-beruf.de:

Was sind deine Hauptaufgaben?

Marina:

In der Druckerei werden z.B. verschiedene Zeitungen

gedruckt. Die Zeitungsrotationsmaschine, die dabei

verwendet wird, werde ich demnächst kennenlernen.

Bisher habe ich in der Hausdruckerei an einer Ein-,

Zwei- und Vierfarbenmaschine gearbeitet. Hier

werden Kalender, Plakate oder Flyer auf einzelne

Bögen aus Papier gedruckt. Meist sind wir zu zweit

an einer Maschine. Am Leitstand der Maschine

stellen wir die Farben richtig ein. Dann bauen wir die

Druckplatten in die einzelnen Werke ein und machen

einen Probedruck. Sobald alle Einstellungen stimmen,

kann die Auflage gedruckt werden. Während des

Drucks ziehe ich immer mal wieder einen Bogen

heraus und kontrolliere, ob alles noch stimmt. Außerdem

gehört die Wartung der Maschinen zu meinen

Aufgaben: Ich muss dafür sorgen, dass sie geölt sind

und der Wasserstand stimmt. Kleinere Fehler kann

ich selbst beheben.

planet-beruf.de:

Was magst du an deinem Beruf besonders?

Marina:

Dass ich ein fertiges Produkt in der Hand halten

kann, an welchem ich mit beteiligt war. Wenn

ich irgendwo ein Plakat hängen sehe, das mit

unserer Maschine gedruckt wurde, denke ich

immer: „Cool, das hast du gemacht!“ Außerdem

mag ich den Geruch von Papier.

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MINT for you

Marina muss einen guten

Blick für Farben haben.

Von der Zeitung bis zur Pizzaschachtel

planet-beruf.de:

Findest du es seltsam, allein unter Männern zu

arbeiten?

Marina:

Nein, das ist kein Problem. Als ich angefangen habe,

waren meine Kollegen eher positiv erstaunt, dass

ich diesen Beruf machen möchte. Außerdem bin

ich nicht alleine: Insgesamt sind wir drei weibliche

Auszubildende. Ich finde aber, dass dieser Beruf kein

Problem für Frauen ist – man muss weder schwer

heben noch sich besonders körperlich anstrengen.

Ich bin auch nicht die Stärkste. (lacht)

planet-beruf.de:

Was muss man für deine Ausbildung mitbringen?

Marina:

Man muss sich die Zeit genau einteilen können.

Besonders in großen Produktionsbetrieben wird

ein Auftrag nach dem anderen abgearbeitet.

Genauigkeit und Sorgfalt sind dabei sehr wichtig.

Wenn man einen Fehler macht und der Kunde

unzufrieden ist, kann es sein, dass man die ganze

Produktion einstampfen lassen muss. Das kostet

viel Geld. Und: Ein guter Blick für Farben ist wichtig.

Man muss jede Nuance einer Farbe erkennen und

auf Kundenwunsch auch herstellen können. Mit

der Zeit wird man zur Expertin: Wenn ich einen

Katalog durchschaue, fällt es mir inzwischen sofort

auf, wenn die Farben nicht stimmen.

Wenn du am Frühstückstisch oder im Café

die Zeitung aufschlägst, hast du ein Produkt

in der Hand, das Medientechnologen und

-technologinnen Druck hergestellt haben. Ob

Werbeprospekte, Bücher, Milchverpackungen

oder Tapeten – all diese Produkte müssen

gedruckt werden. Als Medientechnologin

Druck kannst du dafür sorgen, dass der Karton,

in dem deine Pizza kommt, ansprechend

aussieht.

Wartungen und kleinere

Reparaturen an den Druckmaschinen

kann Marina

selbst vornehmen.

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MINT for you

Job inside: Informatikkauffrau

Viktoria ist im dritten Ausbildungsjahr zur Informatikkauffrau bei der REIFF-Gruppe

in Reutlingen. An ihrer Arbeit schätzt die 20-Jährige vor allem die Vielseitigkeit und

die täglichen Erfolgserlebnisse beim Lösen verschiedener Probleme.

planet-beruf.de:

Wie bist du auf deinen Ausbildungsberuf gekommen?

Viktoria:

Meine Mutter hat mich während meiner Schulzeit mit

einer Studentin der Wirtschaftsinformatik bekannt

gemacht, die mit ihr arbeitete. Obwohl ich nicht

die typische Computerschrauberin war, habe ich

durch die Unterhaltungen mit ihr und ein einwöchiges

Praktikum in der IT gemerkt, dass das mein

Ding sein könnte. Nach der Realschule habe ich

die fachgebundene Hochschulreife im Bereich

Wirtschaftsinformatik erworben, was mir für meine

Ausbildung viel gebracht hat.

planet-beruf.de:

Welche Aufgaben hast du als Informatikkauffrau?

Viktoria:

Das Berufsfeld ist breit gefächert. Der kaufmännische

Teil ist ebenso wichtig wie der technische Teil.

Programmieren gehört dazu, außerdem baut man

Server ein und stellt Computer-Arbeitsplätze auf.

Zuvor müssen Computer und Systeme aber

beschafft werden. Hierbei ist die Kommunikation

mit Kunden und Systembenutzern wichtig, damit

die Anforderungen für die Anschaffungen bekannt

sind und die richtigen Systeme und Geräte bestellt

werden können. Ein großer Teil ist auch Projektund

Prozessmanagement. Hierbei bespricht man

mit anderen Abteilungen der Firma, was man z.B.

in Programmen ändern und optimieren könnte.

Man ist quasi eine Schnittstelle zwischen Technik

und Anwendern. Und dann gibt es noch den

kaufmännischen Teil in der Buchhaltung und in der

Personalabteilung.

planet-beruf.de:

Was macht dir besonders Spaß?

Viktoria:

Zu mir passt die Arbeit in der IT besser. Hier machen

mir besonders die Bereiche Projektmanagement

und Prozessmodellieren Spaß. Man hat immer ein

Erfolgserlebnis, wenn man es schafft, Probleme

zu lösen und Kunden zufrieden zu stellen. Auch

mag ich, dass jeder Tag anders ist: Im Moment

arbeite ich an einem speziellen Diagramm für unser

Rechenzentrum.

Besonders die

Erfolgserlebnisse

motivieren die

angehende

Informatikkauffrau

Viktoria bei ihrer

Arbeit.

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MINT for you

planet-beruf.de:

Welche Stärken sollte man für den Beruf mitbringen?

Viktoria:

Man sollte sich für PCs und neue Technologien

sowie für kaufmännische Themen begeistern. Wie

ich jetzt gemerkt habe, muss man sich gut selbst

organisieren können, teamfähig sein und offen

auf Menschen zugehen können. Am Helpdesk rufen

z.B. Mitarbeiter an, wenn sie Probleme mit ihrem PC

haben – da telefoniert man viel und muss schnell

Lösungen finden.

planet-beruf.de:

Wie fühlst du dich als Frau in einer „Männerdomäne“?

Viktoria:

Momentan bin ich die einzige Auszubildende

zur Informatikkaufrau im Betrieb. Ab nächstem

Ausbildungsjahr bekomme ich eine neue Kollegin,

die auch den Ausbildungsberuf lernt. In meiner

Berufsschulklasse sind wir bloß vier Mädchen. Aber

ich habe nur gute Erfahrungen gemacht und darf

richtig mit anpacken. Ich schleppe auch schon mal

schwere PCs, und obwohl meine Kollegen immer

hilfsbereit sind, finde ich es gut, dass niemand sagt:

„Du bist ein Mädchen, ich trage dir den jetzt.“

planet-beruf.de:

Welche Tipps würdest du Mädchen geben, die sich

für eine Ausbildung in diesem Bereich interessieren?

Viktoria:

Man stellt sich am besten darauf ein, dass man als

Frau möglicherweise in der Unterzahl sein wird.

Außerdem sollte man sich durchsetzen können. Von

Vorteil ist auch, vorher ein Praktikum zu machen, um

das spätere Arbeitsumfeld kennenzulernen.

So kann es nach der Ausbildung

weitergehen:

Je nachdem, wo du während deiner

Ausbildung zur Informatikkauffrau

deine Stärken festgestellt hast, kannst

du eine Weiterbildung in Betracht

ziehen, um dich zu spezialisieren.

Gefällt dir vor allem der kaufmännische

Aspekt, kannst du z.B. eine Weiterbildung

als Betriebswirtin oder Fachwirtin

machen. Ebenso ist eine Weiterbildung

als IT-Vertriebsbeauftragte oder

IT-Kundenbetreuerin möglich, falls

du dich, wie Viktoria, in der IT besser

aufgehoben fühlst.

Einen Großteil ihrer

Arbeitszeit verbringen

Informatikkaufleute

vor dem Computer.

Mehr Infos ...

... über den Beruf bekommst du auf

www.planet-beruf.de » Mein Beruf

» Berufe von A-Z.

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MINT for you

Job inside: Zweiradmechanikerin – Fahrradtechnik

Für Daniela stand schon früh fest:

Sie wird Zweiradmechanikerin der

Fachrichtung Fahrradtechnik. Auch

im dritten Ausbildungsjahr bereut die

18-Jährige ihren Entschluss nicht

und würde die Ausbildung jedem an

Fahrrädern interessierten Mädchen

empfehlen.

Früh übt sich

Danielas Leidenschaft begann schon früh. Seit sie damit

fahren kann, nutzt sie das Fahrrad für ihre Wege zur

Schule, zu Freunden und in die Stadt. „Da ich schon

immer viel Rad gefahren bin und auch selber am Rad

rumgeschraubt habe, wollte ich unbedingt ein Praktikum

in einem Fahrradladen machen. Das Praktikum hat mir

so gut gefallen, dass ich mich dort beworben habe.“

Weil sich Daniela im Praktikum bewährt und sich alle

Arbeiten zugetraut hat, hat sie die Ausbildungsstelle

in dem kleinen Fahrradladen bekommen.

Das Motto lautet: Anpacken!

Bei der täglichen Arbeit muss man oft zupacken: „Man

braucht schon Kraft, um zum Beispiel ein Fahrrad zu

heben oder festsitzende Schrauben zu lösen“, erklärt

Daniela. Aber auch logisches Denken für die Reparatur

und sehr viel Feingefühl muss ein/e Zweiradmechaniker/in

der Fachrichtung Fahrradtechnik mitbringen.

Danielas Leidenschaft

sind Fahrräder.

„Teilweise braucht man ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen,

wenn man etwa eine 7-Gang-

Nabenschaltung zerlegen und wieder zusammenbauen

muss.“

Neue Modelle zusammenschrauben

Gerade ist Daniela damit beschäftigt, neue Modelle

zusammenzuschrauben, die ganz frisch vom Hersteller

angeliefert wurden. Wenn sie

damit fertig ist, werden sie im

Laden aufgestellt und können

von den Kunden gekauft werden.

Neben dem Montieren

von Neurädern gehört auch

die Fahrradreparatur zu ihren

Aufgaben. Außerdem berät

sie Kunden. Hier kämpft die

18-Jährige auch schon mal

mit Vorurteilen, wenn Kunden

lieber den Chef oder ihren

männlichen Kollegen sprechen

wollen als die Auszubildende

– aber mit ihrem Fachwissen

konnte sie bisher jeden überzeugen.

Der Umgang mit Werkzeugen will gelernt sein.

14


MINT for you

Probleme mit dem Rad?

Zweiradmechaniker/innen

kennen sich aus.

Ob im Laden oder in der Werkstatt: „Man hat ja immer

wieder so kleine Erfolgserlebnisse“, meint Daniela,

etwa wenn sie ein besonders hochwertiges Rennrad

reparieren konnte. Nach insgesamt dreieinhalb Jahren,

wenn sie mit ihrer Ausbildung fertig ist, wird sie viele

dieser kleinen Erfolgserlebnisse gesammelt haben.

Unterstützung von zu Hause

„Meine Eltern waren erstaunt, dass ich das wirklich

durchziehe. Die meisten meiner Freunde waren

begeistert“, erzählt Daniela. „Alle haben es akzeptiert.“

Auch die Jungen in ihrer Berufsschulklasse haben

keine Probleme mit ihren insgesamt fünf weiblichen

Mitschülerinnen – der Umgang ist völlig normal.

Momentan zählt für die junge Frau vor allem die

Begeisterung für die technischen Neuerungen. Ob

Verbesserungen bei hydraulischen Bremssystemen

oder automatische Schaltungen – durch den Boom in

der Fahrradbranche gibt es hier große Fortschritte.

Daniela hat viel Spaß daran, auf dem neuesten Stand zu

bleiben und sich über die technischen Änderungen zu

informieren. So hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Mobil auf zwei Rädern

Mal schnell in die Eisdiele oder ins Kino

– bevor man den Führerschein machen

kann, ist das Fahrrad für viele das Transportmittel

Nummer eins. Aber was ist,

wenn man einen Platten hat oder das

Rücklicht kaputt geht? Selbst ist die Frau!

Wer mit Innensechskantschlüsseln umgehen

und kleinere Schäden am Fahrrad

selbst reparieren kann, darf sich auch längere

Touren auf dem Drahtesel zutrauen.

Mehr Infos

Näheres über den Beruf erfährst du

auf www.planet-beruf.de » Mein

Beruf » Berufe von A-Z.

Zweiradmechaniker/innen sollten

auch mal zupacken können.

15


MINT for you

Neben ihrem Studium ist Yvonne

als Mitarbeiterin des Ada-Lovelace-

Projektes der Universität Mainz aktiv.

Sie möchte Mädchen für MINT-Berufe

und -Studiengänge motivieren.

Als Vorbild dient dabei ihr eigener

Lebenslauf.

Als Mentorin versucht

Yvonne, Mädchen für

MINT-Berufe zu begeistern.

Nur noch ein Semester, dann hat Yvonne es geschafft:

Sie kann sich Bachelor of Engineering nennen. Die

23-Jährige studiert an der Fachhochschule Bingen

Wirtschaftsingenieurwesen in der Vertiefungsrichtung

Automobiltechnik.

„Wirtschaftsingenieurwesen, das ist in meinem Fall

eine Kombination aus Betriebswirtschaftslehre (BWL)

und Automobiltechnik. In BWL dreht sich alles um

Finanzen und Wirtschaft, in der Automobiltechnik

geht es hauptsächlich um Technik, z.B. um technische

Mechanik“, erklärt Yvonne ihr Studium. Es ist genau

die Mischung, die sie wollte. „Als ich nach meiner

Ausbildung als Physiklaborantin noch eineinhalb Jahre

gearbeitet habe, habe ich festgestellt, dass man in der

Industrie beides braucht: den wirtschaftlichen und den

technischen Aspekt.“

Ausbildung als Grundlage für das Studium

An ihrem Studium schätzt Yvonne besonders den hohen

Praxisanteil, z.B. die Arbeit in Laboren. Ihr letztes

Semester wird sie, ähnlich wie während ihrer Ausbildung,

in einem Betrieb absolvieren. „Die Themen, die

ich in der Ausbildung kennengelernt habe, z.B. Optik,

Elektrotechnik oder Informatik und Wärmelehre,

kommen alle im Studiengang wieder und werden

nun vertieft“, erläutert Yvonne. Sie ist froh, durch die

Ausbildung eine Grundlage für ihr Studium bekommen

zu haben.

Nach ihrem mittleren Bildungsabschluss hat Yvonne

2005 eine Ausbildung zur Physiklaborantin bei der

Schott AG in Mainz begonnen. Ihren Ausbildungsberuf

und ihren Ausbildungsbetrieb hat sie auf einer Berufsmesse

kennengelernt. In ihrer Ausbildung führte sie

physikalische Versuche und Messungen durch, um z.B.

die physikalischen Eigenschaften von Spezialgläsern

zu bestimmen. Nebenbei machte Yvonne ihre Fachhochschulreife

nach. „Mir war schon bald klar, dass

ich später noch studieren möchte“, erinnert sie sich.

Mädchen für Technik begeistern

Ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb ist sie bis heute

verbunden: Yvonne arbeitet dort während der vorlesungsfreien

Zeit bei der Ausbildung der angehenden

Physiklaboranten und Physiklaborantinnen mit. Die

benötigte Ausbildereignungsprüfung hat sie im März

2012 gemacht. Außerdem ist sie als Mentorin, also

Betreuerin, für das Ada-Lovelace-Projekt (ALP) der

Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Dieses

hat sich zum Ziel gesetzt, Mädchen und Frauen für

MINT-Studiengänge und -Berufe zu begeistern. Auch

die Schott AG sucht jedes Jahr nach Mädchen, die eine

naturwissenschaftliche Ausbildung machen wollen. „In

den Ferien oder am Girls’Day laden wir Schülerinnen in

die Firma ein. Dort erleben sie Physik zum Anfassen“,

erläutert Yvonne und fügt hinzu: „So erfahren die

Mädchen spielerisch, dass Physik Spaß machen kann

und bekommen einen Einblick in technische Berufe.“

16


MINT for you

Im Labor führen Physiklaboranten

und -laborantinnen physikalische

Messungen durch.

Weiterbilden in MINT-Berufen

Zusammen mit anderen ALP-Mentorinnen ist Yvonne

auch in Schulen oder auf Berufsmessen unterwegs.

„Ich erzähle den Mädchen, wie ich zu meiner Ausbildung

und meinem Studium gekommen bin“, schildert

Yvonne den Ablauf. „Für viele Schülerinnen und deren

Eltern ist mein Lebenslauf besonders interessant,

weil er bestätigt, dass man auch als Mädchen und mit

mittlerem Bildungsabschluss bis zu einem naturwissenschaftlichen

Studium kommen kann. Man muss einfach

engagiert sein und es klappt!“

Mädchen haben in vielen MINT-Berufen sehr gute

Chancen, eine Beschäftigung zu finden. Auch die Karrieremöglichkeiten

in den Berufen sind gut. Wenn du dir

neue Aufgabenbereiche erschließen willst, dann lohnt

sich eine Weiterbildung. Dafür kannst du finanzielle

Unterstützung, z.B. das sogenannte Meister-BAföG,

beantragen.

Nach einer abgeschlossenen Ausbildung und einigen

Jahren Berufserfahrung kannst du - auch ohne Hochschulreife

– ein Studium beginnen. Die genauen Voraussetzungen

erfährst du an der jeweiligen Universität

oder Fachhochschule.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten es für die

einzelnen Berufe gibt, kannst du auf www.berufenet.

arbeitsagentur.de » Beruf eingeben » Tätigkeit »

Weiterbildung nachlesen.

Mehr Informationen zum Ada-

Lovelace-Projekt findest du hier:

www.mainz.ada-lovelace.com

Im Studium kannst du die Kenntnisse

aus deiner Ausbildung vertiefen.

17


MINT for you

Du hast „MINT for you“ gelesen

und bist jetzt Expertin in Sachen

Ausbildung in MINT-Berufen?

Dann zeige, was du weißt, und

gewinne einen Odys Tablet PC

Space oder einen von drei Amazon-

Gutscheinen im Wert von je

25 Euro.

Welche Weiterbildung kommt für

Informatikkaufleute infrage?

A Industriemeister/in der

Fachrichtung Metall

B IT-Kundenbetreuer/in

So nimmst du teil:

Einsendeschluss ist der

Girls’Day ( 25. April 2013 )

In welchem Beruf erforscht man

die Himmelskörper?

A als Astronom/Astronomin

B als Astrologe/Astrologin

Mit welcher Maschine werden

Zeitungen gedruckt?

A mit Zeitungsrotationsmaschinen

B mit Ein-, Zwei- und Vierfarbenmaschinen

Maile die fünf Lösungen mit deinem Vor- und

Nachnamen, deinem Geburtsdatum und deiner

Postanschrift an:

redaktion@planet-beruf.de

Stichwort „MINT-Gewinnspiel“

oder schicke eine Postkarte an:

Redaktion planet-beruf.de

Stichwort „MINT-Gewinnspiel“

BW Bildung und Wissen

Verlag und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90252 Nürnberg

Die Gewinner/innen werden schriftlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung

ist nicht möglich. Mitarbeiter/innen der Bundesagentur

für Arbeit, des Verlags Bildung und Wissen in Nürnberg sowie

deren Angehörige dürfen an dem Gewinnspiel nicht teilnehmen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bei der Auslosung werden nur

Einsendungen der Jahrgänge 1993 bis 2001 berücksichtigt.

Wofür steht das „T“ in „MINT“?

A Tatkraft

B Technik

Wer kennt sich mit hydraulischen

Bremssystemen aus?

A Zweiradmechaniker/innen

B Zerspanungsmechaniker/innen

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SOZIAL for you

Jetzt kennst du alle Berufe aus „SOZIAL for you“.

Stelle hier dein Wissen unter Beweis und wandle es

in tolle Gewinne um. planet-beruf.de verlost einen

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Wert von je 25 Euro.

Die Ausbildung als Altenpflegehelfer/in ist eine …

A schulische Ausbildung

B duale Ausbildung

Was muss man als Kaufmann/-frau im

Gesundheitswesen nicht können?

So nimmst du teil:

Einsendeschluss ist der

Boys’Day ( 25. April 2013 )

A Blut abnehmen

B Abrechnungen über

Krankenhausaufenthalte erstellen

Maile die fünf Lösungen mit deinem Vor- und

Nachnamen, deinem Geburtsdatum und deiner

Postanschrift an:

redaktion@planet-beruf.de

Stichwort „SOZIAL-Gewinnspiel“

oder schicke eine Postkarte an:

Was ist eine gute Vorbereitung auf eine

Ausbildung als Heilerziehungspfleger/in?

A ein Freiwilliges Ökologisches Jahr

B ein Praktikum in einer Einrichtung

für Menschen mit Behinderung

Redaktion planet-beruf.de

Stichwort „SOZIAL-Gewinnspiel“

BW Bildung und Wissen

Verlag und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90252 Nürnberg

Die Gewinner/innen werden schriftlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung

ist nicht möglich. Mitarbeiter/innen der Bundesagentur

für Arbeit, des Verlags Bildung und Wissen in Nürnberg sowie

deren Angehörige dürfen an dem Gewinnspiel nicht teilnehmen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bei der Auslosung werden nur

Einsendungen der Jahrgänge 1993 bis 2001 berücksichtigt.

Ergotherapeuten und -therapeutinnen

arbeiten u.a. in der Kinder- und Jugendmedizin.

Wie lautet der Fachbegriff hierfür?

A Pädiatrie

B Orthopädie

In welchem Beruf kommt man

mit Menschen mit Demenz in

Berührung?

A als Erzieher/in

B als Altenpflegehelfer/in

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SOZIAL for you

Job inside: Kaufmann – Gesundheitswesen

Soziale Berufe fand Nico schon immer klasse. Bei der Ausbildungsplatzsuche

ist er auf den Beruf Kaufmann im Gesundheitswesen gestoßen und war sofort

überzeugt. Im Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg lernt er im zweiten

Ausbildungsjahr.

planet-beruf.de:

Welche Aufgaben hast du als angehender Kaufmann

im Gesundheitswesen?

Nico:

Während der Ausbildung durchlaufe ich die

verschiedenen Bereiche des Krankenhauses. In

der Aufnahme habe ich Patientinnen und Patienten

betreut, sie über den Ablauf ihres Aufenthalts

informiert und ihre Fragen beantwortet. Ich habe

häufig auch mit Versicherungen telefoniert, um

zu klären, ob jemand privat oder pflichtversichert

ist. Dann war ich auch noch für das Kassieren

der gesetzlichen Eigenbeteiligung zuständig. Pro

angefangenem Tag im Krankenhaus müssen die

Patienten nämlich eine Gebühr von 10 Euro zahlen.

planet-beruf.de:

In welcher Abteilung bist du gerade?

Nico:

Momentan bin ich in der Leistungsabrechnung.

Hier erstelle ich Abrechnungen über Krankenhausaufenthalte

und verschicke sie an Versicherungen

sowie an Patientinnen und Patienten. Insgesamt

bin ich ein halbes Jahr in dieser Abteilung. Später

komme ich z.B. noch in die Finanzbuchhaltung und

in die Personalstelle.

planet-beruf.de:

Was gefällt dir besonders an deiner Ausbildung?

Nico:

In den ersten beiden Jahren lerne ich erst alle

Bereiche kennen, im letzten Jahr kann ich mich dann

spezialisieren, das gefällt mir. Durch das Wechseln

der Abteilungen kann ich genau herausfinden, wo

meine persönlichen Stärken liegen, ob es eher der

Umgang mit Zahlen oder der Umgang mit Menschen

ist. Ich mag den Patientenkontakt, weil ich dabei

vielen Leuten unterschiedlicher Herkunft begegne.

Außerdem hat es mir auch in der Kaufmännischen

Leitung gefallen, dort waren die Aufgaben abwechslungsreich,

von der Planung bis hin zu den Finanzen.

planet-beruf.de:

Worin liegt die Herausforderung in deinem künftigen

Beruf?

Nico:

In der Patientenaufnahme muss ich viele Fragen

beantworten. Die Herausforderung besteht darin,

leicht verständliche Antworten zu geben. Häufig

sind die Patientinnen und Patienten ja älter oder

schwerhörig. Außerdem ist unser Gesundheitssystem

sehr komplex und die Regelungen und Gesetze

ändern sich häufig. Immer auf dem neuesten

Stand zu bleiben, ist daher gar nicht so leicht. Da

muss man lernwillig sein, auch wenn es z.B. um

medizinische Begriffe geht, die man als Grundlage

für manche Tätigkeiten einfach braucht.

Für die Arbeit im Büro braucht

Nico PC-Kenntnisse, z.B. um

Statistiken zu erstellen.

Mehr Infos ...

... über den Beruf bekommst

du auf www.planet-beruf.de »

Mein Beruf » Berufe von A-Z.

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SOZIAL for you

So kann es als Kaufmann im Gesundheitswesen

weitergehen

Wenn du wie Nico mit dem Gedanken spielst,

nach deiner Ausbildung noch weiter zu lernen,

kannst du z.B. eine Weiterbildung zum Fachwirt

im Gesundheits- und Sozialwesen oder zum

Betriebswirt für Sozialwesen machen. Danach

übernimmst du Leitungs- und Managementaufgaben

in Krankenhäusern oder sozialen Einrichtungen.

Auf www.berufenet.arbeitsagentur.de » Beruf

eingeben » Tätigkeit » Weiterbildung kannst du

nachlesen, welche Weiterbildungsmöglichkeiten

du noch hast.

Nico gefällt seine Ausbildung

im Krankenhaus, weil er dort

verschiedenen Menschen begegnet.

planet-beruf.de:

Welche Stärken und Fähigkeiten braucht man sonst

noch?

Nico:

Ganz wichtig ist, dass man gut mit anderen Menschen

umgehen kann und kommunikationsstark ist. Damit

sich die Patientinnen und Patienten wohlfühlen,

sollte man offen und freundlich sein. Manchmal

muss man mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen.

Da hilft es, wenn man gut organisiert ist. Für die

Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen

braucht man Teamfähigkeit. Da ich viel im Büro

arbeite, sind PC-Kenntnisse von Vorteil.

planet-beruf.de:

Hast du schon eine Idee, wie es nach der Ausbildung

für dich weitergeht?

Nico:

Ich überlege, ob ich den Fachwirt im Gesundheitsund

Sozialwesen gleich nach der Ausbildung

dranhänge oder ob ich erst ein Jahr arbeite.

Ich würde jedenfalls gern im Martha-Maria-

Krankenhaus bleiben, die Übernahmechancen

sind auch recht gut.

Als angehender Kaufmann im Gesundheitswesen nimmt

Nico auch die gesetzliche Eigenbeteiligung entgegen.

Aufmerksam und freundlich

beantwortet Nico die Fragen

der Patientin.

17


SOZIAL for you

Job inside: Heilerziehungspfleger

Während seines Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Lebenshilfe-Werkstatt hat André

herausgefunden, dass er gerne mit Menschen mit Behinderung arbeitet und dabei

seine Stärken voll einbringen kann. Gleich danach hat er daher seine Ausbildung zum

Heilerziehungspfleger begonnen.

Als Heilerziehungspfleger/in trägt

man dazu bei, dass sich Menschen

mit Behinderung geborgen fühlen.

Beziehungen aufbauen

Vor Dienstbeginn erfahren André und die beiden mit

ihm eingeteilten Fachkräfte aus dem sogenannten

Tagesprotokoll, was tagsüber vorgefallen ist. „Meistens

trinken wir zuerst gemeinsam mit den Bewohnerinnen

und Bewohnern Kaffee, erzählen einander vom Tag

und wie es uns geht. Am Wochenende wird auch

zusammen gekocht“, erzählt er. Werktags arbeiten

die Bewohner/innen, die zwischen 19 und 61 Jahre alt

sind, in der Werkstatt der Lebenshilfe.

Auf Eigenheiten und Bedürfnisse eingehen

„Bei der Heilerziehungspflege geht es hauptsächlich

darum, Menschen mit Behinderung durchs Leben

zu begleiten und sie zu unterstützen, damit sie im

Alltag zurechtkommen“, erklärt André. „Ich helfe den

16 Bewohnerinnen und Bewohnern im Wohnhaus der

Lebenshilfe Rotenburg-Verden z.B. beim Einkaufen,

bei Arztbesuchen, bei der Auswahl der Kleidung, bei

der Körperhygiene oder den Finanzen“, beschreibt er

seine Aufgaben.

Theorie in der Schule, Praxis im Wohnhaus

„An fünf Tagen in der Woche arbeite ich ab 16 Uhr im

Wohnhaus, insgesamt 18 Stunden in der Woche. Weitere

18 Stunden wöchentlich lerne ich die theoretischen

Grundlagen für meinen Beruf in der Schule“, schildert

André den Ablauf seiner Ausbildung. Inzwischen ist er

im zweiten Ausbildungsjahr.

„Bei meiner Arbeit ist es wichtig, selbstständig und

eigenverantwortlich zu arbeiten. Außerdem muss ich

mich täglich auf die Menschen und ihre Eigenarten

einstellen und auch lernen, Kritik anzunehmen, z.B.

von ausgelernten Heilerziehungspflegerinnen und

-pflegern. Die größte Herausforderung aber ist, die

notwendige psychische Belastbarkeit mitzubringen

und immer den nötigen Abstand zu wahren. „Was im

Wohnhaus passiert, sollte auch dort bleiben, wenn

man von der Arbeit nach Hause geht“, findet André.

„Wichtig ist auch, dass man aufgeschlossen, konfliktfähig

und einfühlsam ist und sich nicht verstellt“,

sagt er.

Mehr Infos

Näheres über den

Beruf erfährst du auf

www.planet-beruf.de

» Mein Beruf » Berufe

von A-Z.

14


SOZIAL for you

Heilerziehungspfleger/innen betreuen

Kinder mit Behinderung, z.B. in einer

heilpädagogischen Kindertagesstätte.

Mit Begeisterung bei der Sache

André ist glücklich mit seiner Berufswahl, denn ihm

macht der Kontakt mit den Bewohnerinnen und

Bewohnern Spaß: „Mir gefällt, dass ich die Zeit, die

ich mit den Leuten verbringe, selbstständig gestalten

kann, z.B. indem ich Ausflüge plane oder ein

Musikprojekt starte. Ich spiele selbst Schlagzeug

und Gitarre und kann da meine Stärken voll

einbringen.“

Sozialer Beruf für Frau und Mann

Trotzdem findet André: „Wer sich für den Beruf

interessiert, sollte vor der Ausbildung ein Praktikum

in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung

machen, damit er oder sie weiß, was

einen erwartet. Meiner Meinung nach ist jeder für

den Beruf Heilerziehungspfleger/in geeignet, der

gern mit Menschen zu tun hat, unabhängig vom

Geschlecht!“

Hier arbeitest du als Heilerziehungspfleger

Heilerziehungspfleger arbeiten in Einrichtungen, in

denen Menschen mit Behinderung betreut werden,

z.B. in Tagesstätten, Wohnheimen, Pflegeheimen

oder Kliniken. Auch bei mobilen sozialen Diensten

sind Heilerziehungspfleger ambulant im Einsatz.

Neben der Betreuung von erwachsenen Menschen

mit Behinderung spielt natürlich auch die Arbeit

mit Kindern eine Rolle: In Förderschulen, Kindertagesstätten

oder (integrativen) Kindergärten und

-krippen übernehmen Heilerziehungspfleger die

pädagogische Förderung.

Bei der Arbeit sind Einfühlungsvermögen

und Verantwortungsbewusstsein gefragt.

André ist leidenschaftlicher

Musiker. Mit seiner Gitarre

begleitet er verschiedene

Musikprojekte im Wohnhaus

der Lebenshilfe.

15


SOZIAL for you

Nach seiner Ausbildung als Gesundheits-

und Krankenpfleger wollte

Ralf mehr Perspektiven haben und

hat sich weitergebildet. Mittlerweile

ist der 30-Jährige Pflegedienstleiter

und für 40 Mitarbeiter/innen

verantwortlich.

Bereits während seiner Realschulzeit war Ralf klar, dass

er im sozialen Bereich arbeiten möchte. „Meine Mutter

ist Gesundheits- und Krankenpflegerin, da habe ich viel

vom Gesundheits- bzw. Sozialwesen mitbekommen.

Außerdem habe ich ein Praktikum in der Krankenpflege

gemacht – das fand ich sehr interessant!“

Nach seiner Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger

arbeitete Ralf acht Jahre in einem Krankenhaus

und hat dort Berufserfahrung gesammelt. Diese

Erfahrungen helfen ihm in seiner jetzigen Führungsposition

in der Pflegedienstleitung. „Ich muss wissen,

wovon ich rede, da ich den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen

z.B. Tipps und Hilfestellungen gebe.

Ohne meine Ausbildung und meine Berufserfahrung

wüsste ich nicht, was wichtig ist“, erklärt Ralf.

Vom Gesundheits-und Krankenpfleger zum

Pflegedienstleiter – Ralf hat es geschafft.

Neue Möglichkeiten erschließen

Während seiner Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpfleger

hat sich Ralf zum Betriebswirt für Sozialwesen

weitergebildet. „Ich wollte mehr Möglichkeiten haben.

Im sozialen Bereich kann man als Betriebswirt für

Sozialwesen eigentlich fast überall arbeiten“, erklärt

er seine damalige Entscheidung. „Außerdem wollte ich

gerne auf der Karriereleiter etwas aufsteigen. Ich wollte

nicht nur irgendwann Stationsleiter werden, sondern

gleich den nächsten Schritt gehen bis zur Pflegedienstleitung.“

Dieses Ziel hat er erreicht. An der „Diakonie

ambulant“ in Murrhardt kümmert er sich als Pflegedienstleiter

nun unter anderem um die Einsatzplanung.

„Ich mache den Dienstplan, führe Mitarbeitergespräche

oder gebe Fortbildungen.“

„Männer sind gesucht!“

Aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen kann Ralf

jungen Männern eine Ausbildung im sozialen Bereich

empfehlen. Gutes Einfühlungsvermögen sieht er dabei

als Voraussetzung an: „Man muss ein Gespür für

Menschen haben und z.B. wissen, wie man die Körpersprache

interpretieren kann“, erklärt Ralf. „Männer

werden in der Pflege dringend benötigt und sind bei

den Patienten sehr beliebt“, berichtet er von seinen

Erfahrungen im Pflegebereich.

Als Pflegedienstleiter/in kümmert

man sich u.a. um die Einsatzplanung.

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SOZIAL for you

Weiterbildung und Aufstieg

Für junge Männer, die sich weiterbilden möchten,

bietet der Pflegebereich gute Möglichkeiten. „Gerade

in der Gesundheits- und Krankenpflege gibt es viele

Fachbereiche, aus denen man wählen kann. Außerdem

hat man Aufstiegsmöglichkeiten, z.B. zur Stationsleitung

oder Pflegedienstleitung“, berichtet Ralf.

Auch Ralf selbst möchte sich weiterhin entwickeln und

weiterbilden. „Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber

ich kann mir vorstellen, irgendwann die Geschäftsführung

oder Heimleitung zu übernehmen.“

Ralf ist stets im Auftrag

der Diakonie unterwegs.

Weiterbilden im sozialen Bereich

Der soziale Bereich bietet Jungs gute Beschäftigungsmöglichkeiten.

Durch Weiterbildungen kannst du dir neue

Aufgabenbereiche erschließen, beruflich aufsteigen

und mehr verdienen.

Auch ein Studium steht dir nach einer abgeschlossenen

Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung offen

– das ist auch ohne Hochschulreife möglich! Über

die genauen Voraussetzungen kannst du dich an der

jeweiligen Universität oder Fachhochschule informieren.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt, kannst du

nachlesen auf www.berufenet.arbeitsagentur.de »

Beruf eingeben » Tätigkeit » Weiterbildung.

Männer werden in der Pflege gesucht.

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SOZIAL for you

Job inside: Altenpflegehelfer

Durch ein Praktikum mit Kindern hat Rick schon Erfahrungen im sozialen Bereich gesammelt.

Nach seinem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Altenpflege war ihm jedoch klar: Besonders

ältere Menschen haben es ihm angetan. Für sie ist er als Altenpflegehelfer jeden Tag da.

Unterhaltung und Beschäftigung gehören ebenfalls

zu den Tätigkeiten von Altenpflegehelfer/innen.

„Ich wollte vor allem etwas für die Menschen tun, die im

Alter Hilfe brauchen und die vielleicht keine Angehörigen

mehr haben“, erklärt Rick. Seine Ausbildung hat er letztes

Jahr erfolgreich abgeschlossen. Inzwischen arbeitet er als

Altenpflegehelfer im Johanniterstift Münster, um weitere

Berufserfahrung zu sammeln.

Schulische Ausbildung mit viel Praxis

Seine Ausbildung in der Altenpflegehilfe mit theoretischem

und praktischem Unterricht dauerte ein Jahr.

Außerdem hat Rick insgesamt vier Ausbildungseinsätze

in der Praxis absolviert, zwei davon in Einrichtungen der

stationären Altenhilfe und im ambulanten Pflegedienst.

Altenpflegehelfer/innen unterstützen Seniorinnen

und Senioren z.B. beim Ankleiden.

Mehr Infos ...

... über den Beruf bekommst du auf

www.planet-beruf.de » Mein Beruf

» Berufe von A-Z.

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SOZIAL for you

Auch bei Arztbesuchen innerhalb

und außerhalb des Hauses sind

Altenpflegehelfer/innen behilflich.

So kann es als Altenpflegehelfer

weitergehen

Als Altenpflegehelfer kannst du z.B. eine

Ausbildung als Altenpfleger anschließen.

Für die älteren Menschen da sein

Rick hilft den älteren Menschen bei allen Tätigkeiten,

die sie nicht mehr alleine schaffen, z.B. beim Waschen,

Toilettengang, Anziehen und Essen. Auch Gespräche

kommen nicht zu kurz: „Wenn man sich mit den

Seniorinnen und Senioren versteht, wird man mit einem

Lachen oder einer interessanten Lebensgeschichte

belohnt“, freut sich Rick.

Freundlich, aber bestimmt

Um eine Altenpflegeeinrichtung oder einen

ambulanten Altenpflegedienst zu leiten,

kannst du die Weiterbildung zum Fachwirt in

der Alten- und Krankenpflege absolvieren.

Mit einer Weiterbildung zum Fachwirt im

Gesundheits- und Sozialwesen kannst du

ebenfalls leitende Aufgaben übernehmen,

beispielsweise in Seniorenheimen, aber auch

in Kliniken oder sozialen Beratungsstellen.

Welche weiteren Möglichkeiten du hast,

beruflich aufzusteigen, kannst du nachlesen

auf www.berufenet.arbeitsagentur.de »

Beruf eingeben » Tätigkeit » Weiterbildung.

„Viel Geduld gehört zum Umgang mit den Bewohnerinnen

und Bewohnern dazu. Neben einer gewissen

Durchsetzungsfähigkeit den Seniorinnen und Senioren

gegenüber ist Freundlichkeit – auch unter Zeitdruck

– sehr wichtig“, erzählt Rick. Er ergänzt: „Man muss

allerdings auch damit umgehen können, dass ein älterer

Mensch mal schlecht gelaunt ist oder z.B. jemand

mit Demenz versucht, nach einem zu schlagen. Und

natürlich braucht man Belastbarkeit, z.B. wenn eine/r

der Heimbewohner/innen stirbt.“

„Man muss es wirklich gerne tun“

Als Mann fühlt sich Rick richtig wohl in seinem Beruf:

„Als Pfleger bekommt man von den älteren Frauen

auch schon mal ein Kompliment. Männer haben da

eher einen kernigen Spruch parat.“ Seine Erfahrung

hat ihm gezeigt: Wenn das Vertrauen da ist, spielt es

für die Betreuten keine Rolle, ob sich ein Mann oder

eine Frau um sie kümmert.

Rick weiß, dass er sich für den richtigen Beruf

entschieden hat – er kümmert sich gerne um Hilfsbedürftige

und möchte etwas für die Gesellschaft

tun. Er ist überzeugt: „Wer in der Altenpflege arbeiten

möchte, muss es wirklich wollen. Man tut sich selbst

und den betreuten Menschen keinen Gefallen, wenn

man sich dazu überwinden muss.“

Fürs leibliche Wohl der Seniorinnen

und Senioren wird auch gesorgt.

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SOZIAL for you

Job inside: Ergotherapeut

Fit fürs Leben – Ergotherapeut Benjamin

hilft Menschen mit körperlichen

Beschwerden oder psychischen

Erkrankungen, den Alltag möglichst

normal zu meistern. Der 22-Jährige hat

schon frühzeitig durch verschiedene

Praktika seinen Wunschberuf gefunden.

planet-beruf.de:

Wie bist du auf den Beruf Ergotherapeut gekommen?

Benjamin:

Ich habe mein Schülerpraktikum im Bereich Ergotherapie

gemacht und einen Vorstellungsnachmittag

an einer Schule für Ergotherapie besucht. Besonders

die medizinischen und biologischen Inhalte haben

mich dabei interessiert. Als ich wusste, dass ich

die Ausbildung zum Ergotherapeuten machen will,

habe ich noch ein zusätzliches freiwilliges Praktikum

absolviert.

Ergotherapeuten und -therapeutinnen

helfen Patienten, ihre motorischen

Fähigkeiten wieder zu erlangen.

planet-beruf.de:

Wie bist du auf die Berufsfachschule

gekommen, an der du

deine Ausbildung gemacht hast?

Benjamin:

Ich wollte in der Nähe meines

Wohnortes bleiben und habe

mehrere Schulen in der Region

an deren Infotagen besucht.

Nach einem Vorstellungsgespräch

in der Berufsfachschule

für Ergotherapie in Kreischa

wurde ich aufgenommen.

Dort habe ich 2011 erfolgreich

Benjamin mag seine Arbeit

im sozialen Bereich.

meine Ausbildung abgeschlossen.

Bei meinem jetzigen Arbeitgeber,

der Ergotherapie-Praxis „Seiltänzer“ in

Dresden, habe ich zuvor ein Praktikum und mein

Prüfungspraktikum absolviert und konnte so zeigen,

was ich kann.

planet-beruf.de:

Welche Aufgaben hat man als Ergotherapeut/in?

Benjamin:

Wir helfen Menschen nach Erkrankungen oder

sonstigen Einschränkungen dabei, ihre Fähigkeiten

wiederzuerlangen, um Alltag und Beruf möglichst

selbstständig meistern zu können. Ich bin auch für

Verwaltungsaufgaben zuständig. Dabei prüfe ich

die Unterlagen und rechne beispielsweise ärztliche

Verordnungen ab. Ich schreibe Patientenberichte

und plane gemeinsam mit den Patienten ihre

individuellen Behandlungseinheiten.

Arbeitsorte – hier werden Ergotherapeuten

eingesetzt:

Als Ergotherapeut arbeitest du unter anderem in

Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Gesundheitszentren

oder auch in Ergotherapiepraxen.

Nach der Ausbildung kannst du dich entscheiden,

welche Einsatzgebiete für dich infrage kommen und

worauf du dich spezialisieren möchtest. Du kannst

z.B. in der Kinder- und Jugendmedizin (Pädiatrie), in

der Orthopädie (befasst sich im Wesentlichen mit

dem Stütz- und Bewegungsapparat des Menschen),

in der Psychiatrie oder in der Unfallheilkunde tätig

werden.

8


SOZIAL for you

Mehr Infos

Noch mehr über den Beruf erfährst du

auf www.planet-beruf.de » Mein Beruf

» Berufe von A-Z.

Für Ergotherapeuten und -therapeutinnen

gehört Körperkontakt zum Berufsalltag.

planet-beruf.de:

Welche Stärken sollte man als Ergotherapeut/in

mitbringen?

Benjamin:

Das kommt auf den Bereich an, in dem man arbeitet.

Grundsätzlich ist Einfühlungsvermögen sehr wichtig.

Man sollte geduldig, tolerant und offen sein. Bei der

Arbeit mit den Patienten ist Körperkontakt an der

Tagesordnung – man sollte keine Scheu davor haben.

planet-beruf.de:

Wie sieht die schulische Ausbildung aus?

Benjamin:

Die Ausbildung dauert drei Jahre. An der

Berufsfachschule habe ich die medizinischen

und ergotherapeutischen Grundlagen erhalten.

Ich hatte Fächer wie Anatomie, Chirurgie, Pädagogik

und Orthopädie.

Außerdem gibt es Handwerksunterricht, beispielsweise

Arbeiten mit Holz und Ton. Während der

Ausbildung absolviert man verschiedene Praktika.

planet-beruf.de:

Welche Perspektiven bietet der Beruf?

Benjamin:

Es gibt die Möglichkeit, sich in bestimmten

Fachbereichen weiterzubilden, z.B. als Handtherapeut/in.

Man kann sich selbstständig machen

oder eine Weiterbildung zum/zur Fachwirt/in im

Gesundheits- und Sozialwesen anstreben.

planet-beruf.de:

Ausbildungen im sozialen Bereich werden

vorwiegend von Mädchen gewählt. Bist du

auf Vorurteile gestoßen?

Benjamin:

In meiner Berufsfachschulklasse gab es 22 Schülerinnen

und nur drei Schüler. Jungen sind in diesem

Beruf immer noch eine Besonderheit. Aber es ist

ein Klischee, dass nur Mädchen einfühlsam genug

sind oder sich für die Probleme anderer Menschen

interessieren.

planet-beruf.de:

Welchen Tipp kannst du Jugendlichen und vor

allem Jungs geben, die sich für einen sozialen Beruf

interessieren?

Benjamin:

Erkundige dich über diesen Beruf, indem du z.B. ein

Praktikum machst. Soziale Arbeit ist sehr spannend

und abwechslungsreich. Es ist z.B. nicht so, dass

wir den ganzen Tag mit den Patienten über ihre

Probleme sprechen, vielmehr helfen wir den

Patienten bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten –

wir sind so eine Art „Lebenstrainer“.

Einfühlungsvermögen ist

in diesem Beruf wichtig.

9


SOZIAL for you

Basteln, Spielen, Pflegen und Trösten – Jungs

sind darin spitze! Der Boys’Day – Jungen-

Zukunftstag macht Lust auf Berufe, in denen

bisher wenige Männer arbeiten. Auch in dir

stecken soziale Stärken…

Wunschberuf Erzieher oder Gesundheits- und Krankenpfleger?

Am Boys’Day, der am 25. April 2013 stattfindet, gibt’s spezielle

Angebote: Hier kannst du u.a. soziale Berufe im Pflege- und

Gesundheitsbereich, in der Erziehung oder der Verwaltung kennenlernen,

z.B. durch ein Schnupperpraktikum oder in Workshops. Um

zu erfahren, welche Boys’Day-Ausbildungsberufe es gibt, kannst

du auf www.boys-day.de unter „Mitmachen! So geht’s“ in der

Berufsliste“ nachschauen.

Interessiert? Mitmachen!

Der Boys’Day richtet sich an Schüler der Klassen 5-10. Erkundige

dich, ob etwas zum Jungen-Zukunftstag in deiner Schule

angeboten wird. Veranstaltungen in deiner Nähe findest du auf

www.boys-day.de unter „Aktion suchen“ oder auf der „Aktionslandkarte“.

Klick auf die Aktion, die dich interessiert, und melde

dich gleich an!

Eigene Aktion organisieren

Falls du keinen Platz gefunden hast, kannst du auch selbst aktiv

werden. Frage z.B. Bekannte oder Verwandte, die im sozialen oder

pflegerischen Bereich arbeiten, ob du sie begleiten darfst.

Besprich mit deinen Eltern und deiner Lehrkraft, ob du am Boys’Day

mitmachen darfst. Aber denke daran, dass du für diesen Tag von

der Schule befreit werden musst. Das Freistellungs-Formular

und viele weitere wichtige Infos findest du ebenfalls auf

www.boys-day.de.

Hast du Geduld, mit

Kindern zu spielen?

Finde es heraus!

Dein Boys’Day-Team

Bei Fragen kannst du

dich an das Boys’Day-Team wenden:

Tel.: 0521 / 106 - 7355 (Die Nummer

ist ab 1. März freigeschaltet.)

Bundesweite Koordinierungsstelle

Boys’Day – Jungen-Zukunftstag

Wilhelm-Bertelsmann-Str. 10

33602 Bielefeld

E-Mail: info@boys-day.de

Am Boys’Day kannst

du in soziale Berufe

hineinschnuppern.

Ein Zukunftstag für Jungs

Der Boys’Day bietet dir

Einblicke in die Arbeit

mit Kindern, z.B. in

einem Kinderhort.

Der Boys’Day – Jungen-Zukunftstag ist eine Aktion von Neue

Wege für Jungs und wird gefördert vom Bundesministerium

für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus

Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Der Boys’Day – Jungen-

Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Technik-

Diversity-Chancengleichheit e.V. und eine Gemeinschaftsaktion

von BMFSFJ, Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe,

Bundesagentur für Arbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft der

Freien Wohlfahrtspflege, Bundeselternrat, Bundesverband der

Freien Berufe, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste,

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände,

Bundesverband der Deutschen Industrie, Deutscher Berufsverband

für Pflegeberufe, Deutsche Krankenhausgesellschaft,

Deutscher Städtetag sowie Deutscher Landkreistag.

6


SOZIAL for you

Matze macht ein Praktikum im „Sonnenhof“, einer Einrichtung für Menschen

mit Behinderung in Schwäbisch Hall. Die Arbeit mit Menschen gefällt ihm so

gut, dass er eine Ausbildung im sozialen Bereich anschließen möchte.

Da Matze den sozialen Bereich kennenlernen wollte, hat

er sich für ein Praktikum im „Sonnenhof“ entschieden.

„Es ist eine große Einrichtung, an der Menschen mit

Behinderung ab dem Grundschulalter unterstützt

werden. Sie werden nach der Schule betreut, können dort

wohnen oder auch in Lehrstätten arbeiten“, berichtet

Matze von seiner Einsatzstelle. Zu seinen Aufgaben

gehört es z.B., Menschen mit Behinderung beim Essen

zu helfen oder sich mit ihnen zu beschäftigen. „Ich

finde es toll, wenn ich mit den Leuten spazieren gehe

oder mit ihnen Spiele machen kann. Man bekommt von

den Leuten viel zurück!“, erzählt Matze.

Direktes Feedback

Vom Praktikum zur Ausbildung

Matze kann jungen Männern nur empfehlen, einmal in

den sozialen Bereich hineinzuschnuppern: „Man lernt

sehr viel über sich selber, z.B. wie man mit Menschen

umgeht und wie man auf diese wirkt. Außerdem ist das

Arbeiten im sozialen Bereich angenehm, das Arbeitsklima

ist schön und der Umgang zwischen den Kollegen

ist sehr nett“, berichtet Matze von seinen Erfahrungen.

Sein Praktikum hat ihn überzeugt: Matze möchte

anschließend eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger

machen. Wahrscheinlich sogar im „Sonnenhof“, wo er

bisher viele schöne Eindrücke sammeln konnte.

Das Praktikum bestärkt Matze darin, dass ihm die

Arbeit mit Menschen liegt. „Man muss sich darauf

einlassen. Berührungsängste sollte man nicht haben,

z.B. bei nicht so angenehmen Tätigkeiten wie Waschen

oder Wickeln“, erzählt er von seinen Erfahrungen.

„Außerdem muss man aufmerksam und flexibel sein.

Die Arbeit richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen

der Menschen – falls es Probleme gibt, muss

man da sein.“ Besonders gefallen dem Praktikanten

die Reaktionen der Menschen mit Behinderung: „Sie

zeigen direkt ihre Freude oder auch, wenn ihnen

etwas nicht gefällt. Sie verstellen sich nicht, sondern

zeigen gleich positive wie auch negative Reaktionen.

Das finde ich gut und hilft mir, mich auf die Person

einzulassen.“

Im Praktikum kannst du soziale Berufe

kennenlernen, z.B. in einer Einrichtung

für Menschen mit Behinderung.

Menschen im Alltag

unterstützen – echt sozial!

Mehr zum Thema Praktikum findest

du auf www.planet-beruf.de » Meine

Talente » Schule & Praktikum.

7


SOZIAL for you

Das Wort „sozial“ wird im Alltag unterschiedlich verwendet. Wenn jemand „sozial“ ist,

meint man im Allgemeinen, dass sie oder er gut mit anderen Menschen umgehen kann.

Hier erfährst du, in welchem Zusammenhang „Soziales“ noch eine Rolle spielt!

Der Begriff „Gender“

Im Unterschied zum biologischen Geschlecht

beschreibt der Begriff „Gender“ die gesellschaftliche

Geschlechterrolle einer Person. „Gender“-Forschung

beschäftigt sich u.a. mit der Frage, welche Bedeutung

verschiedene Geschlechterrollen in einer bestimmten

Kultur haben. Gemeint sind beispielsweise Aspekte,

die man als „typisch“ für Mann oder Frau ansieht,

etwa Kleidung oder Beruf. Obwohl inzwischen in allen

Lebensbereichen viel für die Gleichstellung von Mann

und Frau getan wird, ist es nicht immer einfach, sich

aus Geschlechterrollen zu lösen. Das zeigt sich auch

bei der Berufswahl: Es gibt immer noch Berufe mit

besonders hohem Frauen- bzw. Männeranteil. In diesem

Heft geht es darum, diese Berufe dem jeweils anderen

Geschlecht nahe zu bringen.

In sozialen Berufen

sind männliche

Auszubildende

gefragt.

Gutes Miteinander im

Mehrgenerationenhaus

Bundesweit gibt es 450 Mehrgenerationenhäuser, in denen

sich Jung und Alt treffen und gegenseitig unterstützen.

Wenn du gern selbst aktiv werden möchtest, indem du

beispielsweise Seniorinnen und Senioren beim Einkaufen

hilfst, kannst du deine Dienste dort anbieten. In vielen

Mehrgenerationenhäusern gibt es Angebote für Kinder

und Jugendliche. Wenn du z.B. einen Sprachkurs machen

möchtest, kannst du schauen, ob es im Mehrgenerationenhaus

in deiner Nähe ein passendes Angebot gibt.

Soziales Engagement lohnt sich!

Jedes Jahr verleiht das Bündnis für Gemeinnützigkeit den

Deutschen Engagementpreis. In sechs Kategorien werden

Projekte für freiwilliges Engagement ausgezeichnet, darunter

auch Einzelpersonen. Engagierst du dich ehrenamtlich,

machst du dich z.B. für den Tierschutz stark oder liest du

älteren Menschen im Seniorenheim vor? Oder kennst du

jemanden, den du für den Preis vorschlagen kannst? Seit

2012 kann die Bevölkerung selbst Mitmenschen nominieren.

Weitere Infos: www.deutscher-engagementpreis.de

Weitere Infos: www.mehrgenerationenhaeuser.de

4


SOZIAL for you

Gewusst?!

Fakten aus dem „sozialen“ Berufsalltag

• Der Beruf Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen ist

ein ziemlich junger Beruf, der z.B. für die Verwaltung in

einem Krankenhaus geschaffen wurde. Den Beruf gibt

es seit 2001, zuvor haben z.B. Sozialversicherungsfachangestellte

die Aufgaben erledigt.

• Hinter der Abkürzung „HEP“ verbirgt sich der/die

Heilerziehungspfleger/in.

• Die schulische Ausbildung zum/zur Altenpflegehelfer/in

dauert in der Regel ein Jahr. Unter

Umständen können Altenpflegehelfer/innen, die sich

zum/zur Altenpfleger/in weiterbilden möchten, die

Ausbildung verkürzen.

• Früher wurde der/die Ergotherapeut/in Arbeits- und

Beschäftigungstherapeut/in genannt.

Mehr über diese Berufe erfährst du hier im Heft!

Jungs werden gebraucht

In Zukunft wird sich unsere Gesellschaft stark

verändern, denn es werden immer weniger Kinder

geboren. Nach Berechnungen des Statistischen

Bundesamtes wird dies dazu führen, dass die

deutsche Bevölkerung bis 2050 um rund sieben

Millionen Menschen auf 75 Millionen schrumpft.

Gleichzeitig leben die Menschen länger, die Zahl

der Pflegebedürftigen steigt kontinuierlich an,

wodurch künftig noch mehr Personal in Pflegeberufen

gebraucht wird. Besonders Jungen haben hier gute

Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Auch die

Karrieremöglichkeiten im sozialen Bereich sind

sehr gut. Ein Beispiel findest du hier im Heft im

Beitrag „Die Karriereleiter hinaufgeklettert“.

Nichts geht mehr ohne …

… soziale Netzwerke!

Egal ob Privatpersonen oder Unternehmen – mittlerweile

sind rund drei Viertel aller Internetnutzer/innen

in Deutschland Mitglieder in sozialen Netzwerken.

Hättest du’s gewusst? Hier die Zahlen dazu aus der

BITKOM-Studie 2012:

• 85 % der 14- bis 29-Jährigen verwenden soziale

Netzwerke, um sich auszutauschen.

• 47 % aller deutschen Unternehmen setzen auf

soziale Medien wie Blogs, 32 % aller Unternehmen

haben eigene Profile in Facebook.

Viele Jugendliche haben ein eigenes

Profil in einem sozialen Netzwerk.

5


SOZIAL for you

Azubi Chris hat sich für einen sozialen Beruf mit Zukunft entschieden – und

freut sich jeden Tag auf seine Arbeit mit Kindern. Auch Schirin Jäger kann

jungen Männern eine Ausbildung im sozialen Bereich nur empfehlen.

Chris, Auszubildender zum Erzieher:

Ich habe mich für die Ausbildung zum Erzieher

entschieden, weil ...

… ich schon vor meiner Ausbildung gemerkt habe, dass

mir die Arbeit mit Kindern viel Spaß macht. Bewegungspädagogik

interessiert mich sehr, genau wie die Ernährung

der Kinder, die für ihre Entwicklung sehr wichtig ist.

Als Mann gefällt mir daran besonders, ...

… dass mir Verantwortung und eigenständige Arbeit

zugesprochen wird. Während meines Praktikums habe ich

gemerkt, dass gerade kleine Kinder sich freuen, wenn sich

auch männliche Betreuer um sie kümmern. Inzwischen weiß

ich, dass es sich positiv auf die Entwicklung von Kindern

auswirken kann, wenn im Team auch ein männlicher Erzieher ist.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich mit ...

… Kochen, Kampfsport, Jonglieren und Feuerspucken. Diese

Hobbys kann ich beruflich alle einbinden und gerade das

macht diesen Beruf zu etwas ganz Besonderem.

Für meine berufliche Zukunft wünsche ich mir, ...

… dass ich auch weiterhin mit so viel Freude zur Arbeit gehe

und die freundlichen Begrüßungen meiner „kleinen Vorgesetzten“

durch gute pädagogische Arbeit wertschätzen kann.

Kinder freuen sich auch über

Erzieher als Ansprechpartner.

Männer sind als Heilerziehungspfleger gern

gesehen, weiß Schirin Jäger.

Schirin Jäger, Pädagogische Leitung Bereich Wohnen in

der Lebenshilfe Rotenburg-Verden:

Der Beruf Heilerziehungspfleger/in ist – wie viele soziale Berufe –

immer noch eine Frauendomäne, auch wenn „weiche“ Faktoren darin

gar nicht die Hauptrolle spielen:

Es ist gerade die Kombination aus Eigenschaften wie Durchsetzungsfähigkeit,

Zielstrebigkeit und Risikobereitschaft, die ja eher Männern

zugesprochen werden, und „typisch weiblichen“ Aspekten wie Fürsorge,

soziale Orientierung und Sicherheit, die für soziale Berufe wichtig ist.

Daher sind Männer hier gern gesehen – und können die Chance auf

einen zukunftsorientierten und krisensicheren Arbeitsplatz nutzen.

Heilerziehungspfleger/innen sollten außerdem z.B. mit dem PC

umgehen können, über den die fachspezifische Dokumentation läuft,

und sich mit gesetzlichen Bestimmungen auskennen, z.B. mit den

Rechten von Menschen mit Behinderung.

2


Inhalt

Dein Start in soziale Berufe 2

Einsatz mit Herz: Ein Azubi und eine pädagogische Leitung berichten über ihre Erfahrungen.

Querbeet im sozialen Bereich 4

News, Infos & Tipps

Boys’Day – so macht Zukunft Spaß! 6

Der Jungen-Zukunftstag macht Lust auf soziale Berufe.

„Man bekommt sehr viel zurück!“ 7

Matze macht ein Praktikum in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

„Auch wir Jungs sind einfühlsam!“ . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Als Ergotherapeut hilft Benjamin Menschen mit körperlichen Beschwerden.

Mit Herz und Hand 10

Altenpflegehelfer Rick kümmert sich um ältere Menschen.

Die Karriereleiter hinaufgeklettert 12

Von der Ausbildung bis zur Pflegedienstleitung: Ralf berichtet von seinem Werdegang.

Den Alltag begleiten und strukturieren 14

Heilerziehungspfleger André arbeitet mit Menschen mit Behinderung.

Zwischen Patient und Versicherung 16

Nico, Kaufmann im Gesundheitswesen, schätzt besonders den Patientenkontakt.

Hast du den sozialen Durchblick? 18

Prüfe dein Wissen über soziale Berufe und gewinne!

Impressum

Herausgeber

Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

Herausgeberbeirat

Petra Beckmann, Dr. Margareta Brauer-

Schröder, Christoph Dickeler, Dr. Barbara

Dorn, Petra Falterbaum, Heidi Geserich, Rudi

Groh, Gisela Grüneisen, Ulrich Gschwender,

Ulrike Hertz, Niels Kämpfer, Werner Klaus,

Sybille Kubitzki, Hans Ulrich Nordhaus,

Bastienne Raacke, Petra Rössler, Rainer

Rupprecht, Alexandra Wierer

Redaktion/Verlag

Redaktion planet-beruf.de

BW Bildung und Wissen

Verlag und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90252 Nürnberg

Tel.: 0911/9676-310

Fax: 0911/9676-701

E-Mail: redaktion@planet-beruf.de

Grafische Gestaltung

LATERNA Design GmbH & Co. KG

Fotos

AXDIA International GmbH (S. 18 Mitte);

Peter Dörfel (S. 18 oben); Peter Ferstl (S. 6

oben und unten); Sebastian Friedrich (S. 7

unten); Dario Lehner (S. 6 Mitte); Privat

(S. 2 unten, S. 8 oben, S. 12 oben, S. 13

oben, S. 14-15 unten); Petra Simon (S. 2

oben); BW Bildung und Wissen Verlag und

Archiv der Bundesagentur für Arbeit

Redaktionsschluss

November 2012

Druck

Mohn media Mohndruck GmbH, Gütersloh

Gesamtauflage

370.000

Copyright 2013 für alle Inhalte

©Bundesagentur für Arbeit

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch

auszugsweise, sowie jede Nutzung der Inhalte mit

Ausnahme der Herstellung einzelner Vervielfältigungsstücke

zum Unterrichtsgebrauch in Schulen

bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags.

In jedem Fall ist eine genaue Quellenangabe

erforderlich.

Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht

unbedingt die Meinung der Redaktion und des

Herausgebers wieder.

Bestellungen

www.ba-bestellservice.de

Einzelexemplare sind bei den Berufsinformationszentren

(BiZen) der Agenturen für Arbeit

erhältlich.

ISSN 1868-3037

3


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