Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung - Landschaftsverband ...

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Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung - Landschaftsverband ...

Empfehlungen der

Landschaftsverbände

Rheinland und

Westfalen-Lippe zur

Jugendhilfeplanung

der Jugendämter

Landschaftsverband

Rheinland

Landschafts

Westfalen-L


Empfehlungen

der Landschaftsverbände

Rheinland und

Westfalen-Lippe zur

Jugendhilfeplanung der

Jugendämter

Redaktion für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Klaus Bethlehem, LJA Westfalen-Lippe

Sandra Meier, LJA Westfalen-Lippe

Druck: Druckerei Burlage, Münster

Münster, Köln im August 2000


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

Seite

Vorwort 5

Präambel 6

1. Gesetzliche Grundlagen der

Jugendhilfeplanung 9

2. Leitbild der Jugendhilfeplanung 11

2.1 Allgemeines Leitbild 11

2.2 Konkretisierung und Besonderheiten

der Planung der Kreise 12

2.3 Folgerungen für den Planungsprozess 13

Seite

4. Querschnittsaufgaben der Jugendhilfeplanung

17

4.1 Planung im Kontext fachlicher Weiterentwicklung

und Anforderung der

Verwaltungsreform 17

4.2 Funktion und Aufgabe der/des hauptamtlichen

Jugendhilfeplanerin/planers 18

4.2.1 Steuerungsunterstützung und Qualitätsentwicklung

18

4.2.2 Planung als Dienstleistung 19

4.3 Jugendhilfeplanung als Querschnittsaufgabe

der Kommunalverwaltung 19

4.4 Organisatorische Anbindung der/des

Jugendhilfeplanerin/-planers 20

4.5 Planung als Produkt 21

3. Beteiligung von jungen Menschen

und Personensorgeberechtigen

sowie Beteiligung von Trägern 15

3.1 Beteiligung von jungen Menschen und

Personensorgeberechtigten 15

3.2 Beteiligung der freien Träger 15

4.6 Spezifische Sichtweisen der Jugendhilfeplanung

21

4.7 Exkurs: Verknüpfung von Jugendhilfeplanung

und Entwicklungsprozessen

in einzelnen Handlungsfeldern, hier

am Beispiel der Leistungs-, Entgeltund

Qualitätsentwicklungsvereinbarungen

gem. § 78 a ff. SGB VIII 22

2


Inhaltsverzeichnis

Seite

5. Planungsansätze 24

5.1 Unterscheidung der Planungsansätze 24

5.2 Chancen und Möglichkeiten einer

sozialraumorientierten Planung 24

5.2.1 Ziele und Umsetzungsformen der

sozialräumlichen Planung 25

5.2.2 Merkmale sozialraumorientierter

Planung 25

5.2.3 Konsequenzen der sozialräumlichen

Planung 26

5.2.4 Offene Fragen und Probleme einer

sozialraumorientierten Planung 27

Seite

7.3.1 Datenverarbeitung/Datenbestand 30

7.3.2 Haushaltsmittel 31

8. Jugendhilfeplanung als Aufgabe des

Jugendhilfeausschusses 32

9. Literaturhinweise 34

10. Mitglieder der Projektgruppe 36

6. Datenverarbeitung 28

7. Personelle und sachliche Voraussetzungen

der Jugendhilfeplanung 29

7.1 Personelle Ausstattung 30

7.2 Qualifizierung 30

7.3 Materielle Ausstattung der

Jugendhilfeplanung 30

3


Vorwort

Durch Jugendhilfeplanung können und sollen die Jugendämter

gewährleisten, dass die Angebote und Leistungen

der Jugendhilfe bedarfsgerecht zur Verfügung stehen.

Planung hat dazu die notwendigen Maßnahmen

und Beschlüsse vorzubereiten und dabei die Bedürfnisse

junger Menschen und ihrer Familien ebenso wie die finanziellen

Möglichkeiten der Gemeinden, Städte und

Kreise zu berücksichtigen. Jugendhilfeplanung ist damit

das zentrale Steuerungsinstrument der Jugendhilfe nach

dem KJHG. Dies gilt insbesondere in Zeiten knapper

kommunaler Mittel, in denen strukturelle Verbesserungen

kaum zu erwarten sind. Auch die mittelfristige Bevölkerungsentwicklung

- Rückgang der Anzahl jüngerer Kinder

und Zunahme der Anzahl älterer Kinder und der Jugendlichen

- und die damit verbundene Verschiebung

der Bedarfe erfordert eine qualifizierte Jugendhilfeplanung.

gestiegenen Anforderungen an die Jugendhilfeplanerinnen

und /-planern, insbesondere im Zusammenhang mit

sozialraumorienterter Planung bzw. anderen Planungsansätzen.

Auch die Funktion von Jugendhilfeplanung im

Rahmen von Qualitätsentwickung, Controlling und Outputorientierung

wird in den Empfehlungen beleuchtet.

Sie bilden ein Rahmenkonzept ab, das auf die jeweiligen

örtlichen Bedingungen hin zu konkretisieren ist. Die Landesjugendämter

bedanken sich bei allen, die an der Erarbeitung

der Empfehlungen zum Zwecke größerer Praxisnähe

mitgewirkt oder sich durch Anregungen und

konstruktive Kritik beteiligt haben.

Köln und Münster im August 2000

Im Frühjahr 2000 haben die Landesjugendhilfeausschüsse

des Landschaftsverbandes Rheinland und des

Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe mit Zustimmung

der kommunalen Spitzenverbände" Empfehlungen

zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter" beschlossen.

Der Focus dieser Empfehlungen liegt auf den

Markus Schnapka

Landschaftsverband

Rheinland

Leiter des

Landesjugendamtes

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Gernert

Landschaftsverband

Westfalen-Lippe

Leiter des

Landesjugendamtes

5


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

Präambel

Eine Neufassung der "Empfehlungen der Landschaftsverbände

Westfalen-Lippe und Rheinland zur Jugendhilfeplanung

der Jugendämter", die von den Landesjugendhilfeausschüssen

im Herbst 1992/Frühjahr 1993

beschlossen worden sind, wurde aus zwei Gründen notwendig:

1. In der Jugendhilfeplanung selbst hat eine Entwicklung

eingesetzt, die zum Einen in der quantitativen

Zunahme der hauptamtlichen Fachkräfte und zum

Anderen in einer neuen Fokussierung der Jugendhilfeplanung

auf den sozialraumorientierten Planungsansatz

- auch im Sinne einer Professionalisierung -

besteht. Stand in der ersten Hälfte der 90er Jahre

überwiegend der bereichsorientierte Planungsansatz

im Vordergrund, so versuchen die Fachkräfte heute

ihre Planungen stärker auf die Sozialräume auszurichten.

Dies hat neben der differenzierteren Jugendhilfelandschaft

u. a. auch damit zu tun, dass angesichts

der knappen finanziellen Mittel Jugendämter

versuchen, zusätzliche Ressourcen für die Aufgaben

der Jugendhilfe zu gewinnen. Zunehmend wird unter

dem Gesichtspunkt der Effektivität und Effizienz versucht,

die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen

in den Blick zu nehmen. Da diese Lebenswelten wiederum

stark von den einzelnen Sozialräumen bestimmt

werden, gewinnen diese in den Planungen

zunehmend Gewicht.

2. Darüber hinaus hat spätestens mit dem grundlegenden

Bericht 5/1993 der KGSt zur Neuen Steuerung in

vielen Gemeinden, Städten und Kreisen ein intensiver

Prozess der Verwaltungsmodernisierung begonnen.

In diesem Rahmen werden neben der Jugendhilfeplanung

- nach dem KJHG das zentrale Steuerungsinstrument

der Jugendhilfe - weitere überwiegend

betriebswirtschaftlich orientierte Steuerungsinstrumente

eingeführt, wie z. B. Controlling. Da sich diese

Steuerungsinstrumente überschneiden ist es im Rahmen

der Neufassung der Empfehlungen auch erforderlich,

den Einsatz betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente

in der Jugendhilfe zu thematisieren.

Bei der vorgelegten Neufassung der Empfehlungen haben

die Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-

Lippe frühzeitig alle Beteiligten in den Prozess integriert.

Dazu wurde eine Projektgruppe aus Vertretern und Vertreterinnen

der örtlichen Jugendhilfe (Amtsleiter/innen

und Jugendhilfeplaner/innen), der kommunalen Spitzenverbände

sowie der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege

und der Jugendverbände gebildet. Zusätzlich

wurde die Neufassung in den Gremien der kommunalen

Spitzenverbände, der Spitzenverbände der freien

Wohlfahrtspflege und den örtlich/regionalen Arbeitskreisen

der Jugendhilfeplaner/innen in Westfalen-Lippe diskutiert.

Diese frühzeitige Beteiligung bei der Entwicklung

der Empfehlungen soll auch zu einer besseren Akzeptanz

auf der örtlichen Ebene führen. Aus diesem Grund

sind auch und gerade die kritischen Hinweise hilfreich

gewesen.

Die Empfehlungen sind für die örtliche Jugendhilfeplanung

konzipiert. Für die überörtliche Jugendhilfeplanung

hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter

bereits im Herbst 1997 ein Positionspapier verabschiedet.

Der Fokus der Empfehlungen liegt auf den

veränderten Inhalten der Praxis von Jugendhilfeplanern/planerinnen.

Sowohl der Auftrag für die Jugendhilfeplanung

als auch die Zielsetzung der Empfehlungen

6


Präambel

zur kommunalen Jugendhilfeplanung sind im Wesentlichen

gleichgeblieben: Die Jugendhilfeausschüsse und

die Verwaltungen der Jugendämter sollen die Möglichkeit

erhalten, ihre eigene Position zur Jugendhilfeplanung

noch einmal in den Blick zu nehmen. Dies war

auch ein Grund, einen Schwerpunkt auf die Beteiligung

der freien Träger, die Beteiligung junger Menschen und

ihrer Personensorgeberechtigten sowie die Berücksichtigung

der spezifischen Bedürfnislagen von Jungen und

Mädchen im Planungsprozess zu legen. Insofern sind

die vorgelegten Empfehlungen ein Rahmenkonzept, das

die Möglichkeit bietet, Unterstützung für eine komplexe

Pflichtaufgabe der öffentlichen Jugendhilfe zu leisten. Sie

sind auf die jeweils spezifischen örtlichen Bedingungen

hin zu konkretisieren.

Zur weiteren inhaltlichen Ausgestaltung dieses Rahmenkonzeptes

werden von den Landesjugendämtern gemeinsam

mit den örtlichen Jugendämtern und den freien

Trägern Arbeitshilfen zu den einzelnen Aufgabenfeldern

der Jugendhilfe entwickelt:

- Familienbildung 1

- Tagesbetreuung 2

- Jugendsozialarbeit 3

- Jugendarbeit

- Erzieherische Hilfen

- Geschlechtsspezifische Arbeit 4

Diese Arbeitshilfen haben das Ziel unter dem Gesichtspunkt

der sozialraumorientierten Jugendhilfeplanung die

Integration der einzelnen Aufgabenfelder in die Jugendhilfe

zu leisten. Damit handelt es sich um Vorschläge zur

Qualitätsentwicklung auf örtlicher Ebene, die wiederum

entsprechend den örtlichen Bedingungen umzusetzen

ist.

1 Wege der Familienbildung, Landschaftsverbände Westfalen und

Rheinland

2 zur Zeit in Vorbereitung

3 erscheinen im Herbst 2000

4 zur Zeit in Vorbereitung “Leitbild Mädchenarbeit”

7


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

8


1. Gesetzliche Grundlagen der Jugendhilfeplanung

1. Gesetzliche Grundlagen der

Jugendhilfeplanung

Da das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) 5 als Sozialgesetzbuch

VIII Bestandteil des Sozialgesetzbuches

(SGB I - X) ist, gelten für die Jugendhilfeplanung auch alle

Rahmenregelungen des SGB I (allgemeiner Teil) und

des SGB X (Verwaltungsverfahren, Schutz der Sozialdaten).

Im SGB VIII finden sich grundlegende Regelungen

für die Jugendhilfeplanung:

1. § 79 SGB VIII weist den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe

die Gesamtverantwortung für die Erfüllung

aller Jugendhilfeaufgaben einschließlich der Planungsverantwortung

zu. Diese Aufgaben werden

auf örtlicher Ebene in Nordrhein-Westfalen von den

Jugendämtern wahrgenommen

(§ 1 1. AG-KJHG/NRW).

2. § 71 SGB VIII weist dem Jugendhilfeausschuss als

eine herausgehobene Aufgabe die Jugendhilfeplanung

zu. Damit werden die strategisch wichtigen

Beschlüsse zur Jugendhilfeplanung im "politischen

Raum" getroffen.

3. § 80 SGB VIII beschreibt Ziele und Verfahren zur Jugendhilfeplanung:

5 alle zitierten §§ des KJHG sind solche der Neubekanntmachung der

§§ 1 - 109 SGB VIII vom 08.12.1998, BGBl. I S. 3546 ff.

3.1 Der 1. Absatz des § 80 SGB VIII beschreibt die Analyse

von Bestand und Bedarf unter Berücksichtigung

der Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der

jungen Menschen und ihrer Personensorgeberechtigten.

Bei der Maßnahmeplanung ist auch Vorsorge

für unvorhergesehene Bedarfe zu treffen.

3.2 Im 2. Absatz des § 80 SGB VIII werden die Ziele der

Jugendhilfeplanung definiert, z. B. Erhaltung des

sozialen Umfeldes bei Maßnahmen, ein möglichst

wirksames und plurales Angebot, besondere Förderung

von jungen Menschen in gefährdeten Lebensbereichen

und bessere Vereinbarkeit von Familie

und Erwerbstätigkeit.

3.3 § 80 Abs. 3 SGB VIII fordert die notwendige und

frühzeitige Zusammenarbeit mit den anerkannten

freien Trägern der Jugendhilfe im Planungsprozess.

Dieses Beteiligungsgebot wird nicht allein dadurch

verwirklicht, dass die Vertreter/innen der freien Träger

Mitglieder im Jugendhilfeausschuss sind.

3.4 § 80 Abs. 4 SGB VIII fordert in Ergänzung zu § 81

SGB VIII (siehe auch § 95 SGB X) die Verknüpfung

von Planungen und Tätigkeiten der Jugendhilfeträger

mit denen anderer Institutionen, die sich auf das

Leben junger Menschen und ihrer Familien auswirken

(z. B. Schulplanung, Verkehrsplanung, Stadt-,

Kreisentwicklungsplanung etc.). Dazu gehört auch

die Abstimmung der örtlichen Jugendhilfeplanungen

insbesondere benachbarter Jugendämter. Soweit

kreisangehörige Gemeinden ohne eigenes Jugendamt

Aufgaben der Jugendhilfe wahrnehmen,

ist die Planung und Durchführung dieser Aufgaben

in den wesentlichen Punkten mit dem Kreisjugendamt

als öffentlichem Träger abzustimmen (§ 69

Abs. 5 SGB VIII).

9


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

4. § 78 SGB VIII verpflichtet den öffentlichen Träger

der Jugendhilfe, Arbeitsgemeinschaften mit den anerkannten

Trägern der freien Jugendhilfe sowie mit

den Trägern geförderter Maßnahmen anzustreben.

Wesentliche Aufgabenstellung dieser Arbeitsgemeinschaften

ist es, die geplanten Maßnahmen aufeinander

abzustimmen, damit diese sich in möglichst

effektiver Weise ergänzen.

Die Träger der Jugendhilfe arbeiten in sehr vielfältiger

Weise zusammen und praktizieren traditionell

unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit verschiedener

Trägergruppen. Ziel des Gesetzes ist es,

diese Kooperation auszubauen und zu qualifizieren.

Die Notwendigkeit der Abstimmung geplanter Maßnahmen

zwischen den öffentlichen und den freien

Trägern der Jugendhilfe wird durch § 74 SGB VIII

unterstrichen. Danach kann die Förderung von Einrichtungen,

Diensten und Veranstaltungen freier

Träger von deren Bereitschaft abhängig gemacht

werden, den Maßgaben der Jugendhilfeplanung zu

entsprechen.

Auch die seit dem 01.01.1999 geltenden §§ 77, 78

a ff. SGB VIII setzen den Dialog auf örtlicher Ebene,

z. B. in Arbeitsgemeinschaften voraus. Im Rahmen

der notwendigen Vereinbarungen z. B. für stationäre

Angebote muss der Träger die Ziele seiner Leistungen

und die Art und Weise der Qualitätsentwicklung

beschreiben. Dieser Konsens ist am ehesten

dann zu erreichen, wenn die Maßnahmen der

freien Träger mit der öffentlichen Jugendhilfeplanung

kompatibel sind.

5. § 80 Abs. 3 SGB VIII ermöglicht es dem Gesetzgeber

über Landesrecht Anforderungen und Profil der

Jugendhilfeplanung zu präzisieren. In Nordrhein-

Westfalen wird die Förderung von Einrichtungen

und Maßnahmen im Rahmen des Gesetzes über

Tageseinrichtungen für Kinder (GTK/NRW) und

dem Landesjugendplan (LJPl-NRW) von der örtlichen

Jugendhilfeplanung abhängig gemacht. Der

im Landesjugendplan verankerte Wirksamkeitsdialog

schließt die örtliche Jugendhilfeplanung ein.

Resümee

Aus den gesetzlichen Bestimmungen ergibt sich für den

öffentlichen Träger der Jugendhilfe:

Jugendhilfeplanung ist eine Pflichtaufgabe. Sie stellt

einen deutlichen Schwerpunkt der gesetzlichen Aufgaben

des öffentlichen Trägers dar.

• Der öffentliche Träger der Jugendhilfe hat die Gesamtverantwortung

für die Erfüllung aller Jugendhilfeaufgaben.

Die bedarfsgerechte Versorgung mit Diensten,

Einrichtungen, Veranstaltungen und den dazu

erforderlichen Fachkräften setzt eine qualitativ angemessene

Jugendhilfeplanung voraus.

6 Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (GTK/NRW) vom

29.10.1991 - GV.NW. S. 380 - zuletzt geändert durch Gesetz vom

16.12.1998 - GV.NW. S. 704)

7 vorläufige Richtlinien zum Landesjugendplan (LJPI-NRW, gültig ab

01.01.1999)

10


2. Leitbild der Jugendhilfeplanung

• Der öffentliche Träger der Jugendhilfe muss personell

und sachlich gewährleisten, dass die Aufgabe der

Jugendhilfeplanung erfüllt werden kann.

• Eine besondere Herausforderung ist die angemessene

Umsetzung der gesetzlich geforderten Beteiligung

der jungen Menschen und ihrer Personensorgeberechtigten

bei der Planung bzw. der Bedarfsermittlung.

Die spezifischen Lebenslagen von Mädchen

und Jungen sind im Planungsprozess auch strukturell

zu berücksichtigen.

• Die anerkannten Träger der freien Jugendhilfe sind

frühzeitig in allen Phasen der Planung zu beteiligen.

• Zur Abstimmung der geplanten Maßnahmen sind

vom öffentlichen Träger Arbeitsgemeinschaften mit

den anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe sowie

mit den Trägern geförderter Maßnahmen anzustreben.

• Die Eckwerte der Jugendhilfeplanung sind Grundlage

für die Förderung von Einrichtungen, Diensten und

Maßnahmen durch den Jugendhilfeausschuss bzw.

die Verwaltung des Jugendamtes.

• Zur Vernetzung und Optimierung der Ressourcen

sollten die Planungen benachbarter Jugendämter

miteinander abgesprochen werden. Die Jugendhilfeplanung

ist mit anderen Fachplanungen innerhalb der

Kommune abzustimmen. Gleiches gilt für die Jugendhilfeplanung

der Kreise mit Jugendhilfe- und anderen

Fachplanungen der kreisangehörigen Gemeinden.

2. Leitbild der Jugendhilfeplanung

2.1 Allgemeines Leitbild

Jugendhilfeplanung ist ein zentrales Steuerungsinstrument

der Jugendhilfe und wesentliche Bedingung für die

Wahrnehmung der Gesamtverantwortung durch das Jugendamt

(§ 79 SGB VIII). Jugendhilfeplanung konkretisiert

in systematischer Verknüpfung Ziele, Mittel und

Vorgehensweisen und damit Aufgabenerfüllung und Leistungen

der Jugendhilfe.

Über Jugendhilfeplanung wird die fachliche Weiterentwicklung

der Jugendhilfe gesteuert. Dazu hat Planung

auf der Grundlage von Situations- und Bedarfsanalysen

Ziele und Handlungsstrategien, ggf. auch -alternativen

aufzuzeigen. Damit wird eine fundierte Jugendhilfepolitik

ermöglicht, die auch fachliche Erfolgsüberprüfungen der

Jugendhilfe (-leistungen) einschließt. Um diese Funktion

erfüllen zu können bedarf es einer inhaltlichen und organisatorischen

Verknüpfung zu den Handlungsfeldern der

Jugendhilfe:

So ist z. B. im Feld der Erziehungshilfe sicherzustellen,

dass Auswertungen der Hilfeplanungen (§ 36 SGB VIII)

Eingang in die Planung finden. In Kapitel 4.8 der Empfehlungen

wird exemplarisch am Beispiel der Vereinbarungen

gem. § 78 b SGB VIII eine Verknüpfung mit der

Jugendhilfeplanung skizziert.

Bei Beachtung der Entscheidungskompetenz des Jugendamtes

nimmt Jugendhilfeplanung damit eine arbeitsfeld-

und trägerübergreifende Perspektive ein und

hat die ausdifferenzierten Angebote, Leistungen und

Entwicklungskonzepte zu einem abgestimmten Gesamtangebot

für junge Menschen und ihre Familien zu

11


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

vernetzen. Dazu hat sich in den letzten Jahren ein kommunikations-,

prozess- und handlungsorientiertes Leitbild

der Jugendhilfeplanung etabliert: Jugendhilfeplanung

als kommunikativer, zirkulärer Prozess 8 . Dieses

Leitbild sieht sich in einer kritischen Distanz zu einem sozialtechnokratischen

Planungsverständnis.

Jugendhilfeplanung als fachlicher und politischer Willensbildungs-

und Aushandlungsprozess wird von verschiedenen

Faktoren bestimmt, u. a. sind dies

- Analyse und Gewichtung von Problemlagen und der

hierzu existierenden Daten,

- Interessen, Weltanschauungen und Moralvorstellungen

der am Aushandlungsprozess Beteiligten,

- Grad der rechtlichen Verpflichtung bei den einzelnen

Aufgaben ebenso wie die (finanzielle) Leistungsfähigkeit

insbesondere des öffentlichen Trägers,

- sozialpädagogische Fachlichkeit (z. B. zur Notwendigkeit

präventiver Maßnahmen) und sozialwissenschaftliches

Know-how

- Einschätzung von Umsetzungsmöglichkeiten, (Folge)Wirkungen

der Planung 9 .

8 Merchel, 1994

9 Jordan, Schone, 1992

Diese beispielhafte Aufzählung zeigt, dass neben relativ

objektiven auch subjektive Faktoren die Jugendhilfeplanung

beeinflussen. Daher ist es notwendig, umfassend

vorhandene sachliche und fachliche Kompetenz zu nutzen,

um begründete Bedarfe festzustellen und die

Deckung dieses Bedarfs politisch auszuhandeln. Akteure

in diesem Aushandlungsprozess sind neben dem Träger

der öffentlichen Jugendhilfe als Planungsverantwortlichem

insbesondere:

- junge Menschen und deren Personensorgeberechtigte,

- die (anerkannten) Träger der freien Jugendhilfe,

- die kreisangehörigen Gemeinden, soweit sie nicht

selbst Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind,

- Institutionen, deren Tätigkeit sich ebenfalls auf die

Lebenssituation junger Menschen und ihrer Familien

auswirkt, wie z. B. Schulen/Schulverwaltung, Polizei/Justiz,

Sozialleistungsträger und andere Stellen

innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung.

2.2 Konkretisierung und Besonderheiten der

Planung der Kreise

Verdeutlicht werden soll dies am Beispiel der Kreisjugendämter,

auch weil hier einige Besonderheiten gelten:

Für die Kreisjugendämter ergeben sich durch das Kooperationserfordernis

mit den kreisangehörigen Gemeinden

erhöhte Abstimmungsbedarfe, wobei zu berücksichtigen

ist, dass der Zuständigkeitsbereich der Kreisjugendämter

in der Regel nicht mit dem jeweiligen Kreisgebiet

identisch ist. Bei allen Jugendämtern gilt letzteres

in ähnlicher Weise für die Zusammenarbeit mit den freien

Trägern, deren regionaler Zuschnitt sich oftmals über

kommunale Zuständigkeitsbereiche erstreckt.

Kreisjugendämter haben mit den verschiedenen Stadtund

Gemeinderäten zusammenzuarbeiten. Neben unterschiedlichen

fachlichen Sichtweisen können auch unterschiedliche

politische Mehrheitsverhältnisse dabei

möglicherweise zu konträren Auffassungen darüber

12


2. Leitbild der Jugendhilfeplanung

führen, welche jugendpolitischen Ziele zu verfolgen bzw.

umzusetzen sind. Jugendhilfeplanung auf Kreisebene

hat die örtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen

und (dennoch) mit Blick auf die Gesamtversorgung

im Kreis interkommunal Bedarfslagen abzuwägen und

Prioritäten zu setzen. Im Rahmen der Beteiligung der

kreisangehörigen Gemeinden orientieren sich diese naturgemäß

an den jeweiligen Interessen ihrer Einwohnerinnen

und Einwohner. Neben unterschiedlichen jugendpolitischen

Zielen kommen deshalb auch Interessen hinsichtlich

der Standorte von Diensten und Einrichtungen

ins Spiel. Berichte über den Mitteleinsatz werden deshalb

nicht nur von den kreisangehörigen Gemeinden gefordert;

sie bieten zugleich für die Kreise die Chance, eine

bedarfsgerechte Gesamtversorgung im Kreis und damit

aller kreisangehörigen Gemeinden nachzuweisen.

Der Ressourceneinsatz eines Kreisjugendamtes kann

deshalb nicht allein vor dem Hintergrund fachlicher Bedarfslagen

zu einer prioritären Maßnahmenplanung

führen, sondern hat immer auch die Ansprüche der

kreisangehörigen Gemeinden an den Mitteleinsatz zu

berücksichtigen. - Tendenziell kann dies auch für Jugendämter

der kreisfreien Städte bzw. für Jugendämter

größerer Gemeinden gelten, zumal hier mit Blick auf die

Bezirksvertretungen ein Repräsentativorgan der Bürgerinnen

und Bürger existiert.

Weiterhin erschweren in Landkreisen oftmals große

räumliche Entfernungen die Organisation der Arbeitsstrukturen

z. B. im Hinblick auf Arbeitsgemeinschaften

oder die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Räumliche

Entfernungen spielen auch bei der Angebotsentwicklung

eine entscheidende Rolle: Geringere Bedarfsgrößen

in weitauseinanderliegenden Orten/Ortsteilen

erfordern oftmals eigene Lösungen zur Deckung des

Bedarfs, z. B. bei Tagesgruppen oder sozialer Gruppenarbeit.

Umgekehrt ist bei Schaffung dezentraler Angebote

ein erhöhter finanzieller und organisatorischer Aufwand

erforderlich.

In Abhängigkeit von der Vielzahl zu beteiligender Institutionen

- dazu gehören neben kreisangehörigen Gemeinden

auch mehr oder weniger heterogene Trägerstrukturen

- ergeben sich deshalb erhöhte Interessenkonflikte

und Abstimmungsbedarfe, die im Planungsprozess zu

berücksichtigen sind.

2.3 Folgerungen für den Planungsprozess

Notwendig für den Planungsprozess ist deshalb, dass

zwischen den an der Jugendhilfeplanung Beteiligten ein

permanenter Rückkoppelungs- und Austauschprozess

stattfindet. Hierzu sind die notwendigen Verfahren in

möglichst verbindlicher Form abzusprechen und zu institutionalisieren.

In diesem Prozess der Konzeptions- und

Entscheidungsfindung sind verschiedene Ebenen zu unterscheiden:

- Die Ebene der Einwohner/innen.

- Die fachliche Ebene der Mitarbeiter/innen als "Basis"

von öffentlicher und freier Jugendhilfe. Hier ist auch

der Ort, wo die Beteiligung von jungen Menschen

und deren Personensorgeberechtigten konkret stattfinden

kann.

- Die fachpolitische Ebene: Leitungsebene von öffentlicher

und freier Jugendhilfe, also der Jugendhilfeausschuss

und die/der Jugendamtsleiter/in, die/der zugleich

beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss

ist (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 AG-KJHG/NW).

- Die politische Ebene: Rat bzw. Kreistag als zentrale

Entscheidungsinstanz der Gebietskörperschaften,

13


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

die unter Abwägung aller politischer Handlungsanforderungen

insbesondere über den Haushalt entscheiden.

Die Übergänge zwischen diesen Ebenen sind fließend

und abhängig z. B. von der spezifischen Organisation

und Kompetenzverteilung vor Ort. Wesentlich ist aber,

sich der verschiedenen Ebenen bewusst zu sein, um ein

adäquates Amtsverständnis zu entwickeln (beispielsweise

für Dezernenten bzw. Fachbereichsleiter in den verschiedenen

Organisationsalternativen).

fachlichen wie jugendhilfepolitischen kommunalen

Diskurses und Entwicklungsprozesses. Wesentliche

Erfolgsbedingung von Jugendhilfe - auch im Kontext

der anderen Aufgaben der Gemeinden, Städte und

Kreise - ist die Verzahnung dieser Ebenen.

Im Rahmen einer Planungskonzeption sollten auch Aussagen

dazu gemacht werden, auf welchen Ebenen Beteiligung

der freien Träger und der kreisangehörigen Gemeinden

stattfinden soll.

Resümee

Jugendhilfeplanung ist zugleich fachlicher und politischer

Aushandlungsprozess über Ziele, Bedarfe und

notwendige Maßnahmen.

• In dem Aushandlungsprozess sind regelmäßig neben

anderen Faktoren eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen

einzubinden, insbesondere die der freien

Träger sowie der kreisangehöriger Gemeinden.

• Bereits durch die Planungskonzeption sollte gewährleistet

werden, dass unterschiedliche fachliche und

politische Interessen Eingang in den Planungsprozess

finden.

• Die Einbindung aller Ebenen der Planung ist notwendige

Voraussetzung zum Implementierung eines

14


3. Beteiligung von jungen Menschen und Personensorgeberechtigten sowie Beteiligung von Trägern

3. Beteiligung von jungen Menschen

und Personensorgeberechtigten sowie

Beteiligung von Trägern

3.1 Beteiligung von jungen Menschen und Personensorgeberechtigten

Im Rahmen ihrer Planungsverantwortung haben die Träger

der öffentlichen Jugendhilfe den Bedarf unter

Berücksichtigung der Wünsche, Bedürfnisse und Interessen

von jungen Menschen und Personensorgeberechtigten

zu ermitteln. Durch diese Beteiligung soll eine

verbesserte Anpassung von Angeboten der Jugendhilfe

an die Bedürfnisse potentieller und tatsächlicher Nutzer/innen

erreicht werden. Eine (umfassende) Beteiligung

erhöht zudem die Akzeptanz von Planungsergebnissen

und bietet Identifikationsmöglichkeiten.

Diese gesetzlich geforderte Beteiligung der Adressat/innen/en

stellt erhebliche Anforderungen an die Jugendhilfeplanung.

Junge Menschen sind an allen sie betreffenden Planungen

möglichst direkt zu beteiligen. Dabei sind zielgruppen-,

geschlechts- und altersadäquate Beteiligungsmöglichkeiten

zu wählen. Soweit wie möglich sollten

Methoden genutzt werden, die jungen Menschen auch

eigene Entscheidungskompetenz einräumen. Gerade

dies ermöglicht umfassender verstandene Teilhabe und

Subsidiarität. Eine vom Jugendhilfeausschuss beschlossene

Planungskonzeption sollte sich auch dazu äußern.

Bedürfnisse sind subjektive Variablen innerhalb des Planungsprozesses.

Durch Formen der Beteiligung derjenigen,

die Adressat/innen/en der zu planenden Angebote

sind, lassen sich diese Bedürfnisse in Erfahrung bringen.

Dabei wird durch einen kontinuierlichen Planungsprozess

auch die Wandlung subjektiver und sich stetig verändernder

Bedarfe der verschiedenen Adressat/-

innen/en deutlich gemacht.

Gerade unter Berücksichtigung der zentralen Zielvorgaben

(z. B. Lebensweltbezug, Vernetzung, Kleinräumigkeit,

Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit) sind

Verfahren zu entwickeln, mit denen die differenzierten

Bedarfslagen erfasst werden können. Zu den verschiedenen

Methoden und Instrumenten der Beteiligung wird

auf das Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft

der Landesjugendämter "Beteiligung von Kindern und

Jugendlichen" vom Mai 1998 verwiesen.

3.2 Beteiligung der freien Träger

Nach § 80 Abs. 3 SGB VIII sind die anerkannten Träger

der freien Jugendhilfe in allen Phasen der Planung frühzeitig

zu beteiligen. Darüber hinaus kann auch die Beteiligung

von sonstigen geförderten Trägern bzw. Initiativen

sinnvoll sein.

Durch diese Trägerbeteiligung ist es insbesondere möglich,

ein wirksames, vielfältiges und aufeinander abgestimmtes

Angebot von Jugendhilfeleistungen zu gewährleisten.

Freie Träger nehmen Aufgaben der Jugendhilfe

nicht aufgrund einer Verpflichtung durch das SGB

VIII, sondern aufgrund eines selbstgesetzten, weltanschaulich

geprägten Auftrages wahr. Die von ihnen angebotenen

Einrichtungen und Dienste sind jedoch in der

Regel auf finanzielle Förderung durch den Träger der öffentlichen

Jugendhilfe angewiesen; insofern ist Jugendhilfeplanung

der Standort, Vorgaben der Jugendhilfeplanung

und Eigeninteresse der Träger in möglichst großem

Umfang in Übereinstimmung zu bringen (vgl. auch § 74

15


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

Abs. 2 SGB VIII). Darüber hinaus lebt die Entwicklung einer

Zukunftsperspektive für die Jugendhilfe auch von einem

durch gesamtgesellschaftliche Verantwortung geprägtem

Handeln der freien Träger. Dies gilt insbesondere

dann, wenn künftig vermehrt nicht nur einzelne Leistungen,

sondern vollständige Leistungsbereiche, noch

weitergehend einzelne Sozialräume durch Leistungsverträge

an freie Träger übertragen werden 10 .

Entsprechend der sehr vielfältigen Struktur nicht nur der

freien, sondern auch der öffentlichen Träger, sind den

unterschiedlichen örtlichen Bedingungen entsprechende

und angemessene Beteiligungsformen zu erarbeiten

bzw. zu vereinbaren. Dementsprechend haben sich für

Gemeinden, Städte und Kreise jeweils spezifische Planungsstrukturen

und damit auch Formen der Trägerbeteiligung

herausgebildet; für die Kreise ergibt sich zudem

die Notwendigkeit der Beteiligung der kreisangehörigen

Gemeinden insbesondere derjenigen ohne eigenes Jugendamt.

Resümee

• Methoden und Inhalte der Beteiligung sind ein zentrales

fachliches und jugendpolitisches Qualitätskriterium.

• Beteiligung von freien Trägern, Beteiligung junger

Menschen und ihrer Familien sowie Beteiligung anderer

Akteure, wie z. B. kreisangehöriger Gemeinden

haben unterschiedliche Zielsetzungen und bedürfen

deshalb spezifischer Methoden. Dennoch kann beispielsweise

aus Gründen der Zweckmäßigkeit die

Beteiligung der genannten Institutionen bzw. Personen

(-Gruppen) verbunden werden.

• Planung beinhaltet die Chance zur Intensivierung der

Zusammenarbeit der Träger. Trägerbeteiligung ist in

allen Phasen des Planungsprozesses notwendig;

dies umfasst auch grundlegende Überlegungen in

frühen Planungsstadien.

• Beteiligung von Adressaten ermöglicht es zusätzliche

Ressourcen zu gewinnen. Beteiligung von Adressaten

bedarf Zielgruppen adäquater Beteiligungsverfahren.

Zu diskutieren ist auch in welchem Umfang

die Übertragung von Entscheidungskompetenzen als

weitreichendste Form von Beteiligung und Teilhabe

möglich ist.

10 vgl. KGSt-Bericht 12/1998 - Kontraktmanagement zwischen

öffentlichen und freien Trägern in der Jugendhilfe

• Erhalten freie Träger öffentliche Mittel sind die damit

finanzierten Angebote mit und im Rahmen der örtlichen

Jugendhilfeplanung abzustimmen. Wünschenswert

wäre es darüber hinaus, wenn die freien Träger

Angebote, die aus Eigenmitteln bzw. aus anderen

Mitteln finanziert werden der örtlichen Jugendhilfeplanung

mitteilen.

16


4. Querschnittsaufgaben der Jugendhilfeplanung

4. Querschnittsaufgaben der Jugendhilfeplanung

4.1 Planung im Kontext fachlicher Weiterentwicklung

und Anforderungen der Verwaltungsreform 11

Spätestens seit Inkrafttreten des KJHG ist die Jugendhilfeplanung

eine Schlüsselstelle für die strategische Entwicklung

der kommunalen Jugendhilfe und die daraus

folgenden Prozesse sowohl innerhalb des Jugendamtes/des

öffentlichen Trägers als auch mit den freien Trägern.

Zunehmend gewinnt Planung als Voraussetzung

von öffentlicher Finanzierung durch die Kommunen als

auch durch das Land an Bedeutung.

- Der Landesjugendplan macht ebenso wie das GTK

Mitfinanzierung seitens des Landes von der Einbindung

in die Jugendhilfeplanung abhängig.

- Mangelnde Abstimmung mit der Planung ist zwar

kein Ablehnungsgrund für Angebote von (freien) Trägern

auf Abschluss von Vereinbarungen nach § 78 b

SGB VIII. Dennoch ist zumindest aus Sicht des öffentlichen

Trägers die Verhandlung auf der Grundlage

der Planungsergebnisse sinnvoll.

- Auch die Betätigung erster privat-gewerblicher Anbieter

sollte zu einer Betrachtung durch die Jugendhilfeplanung

Anlass geben, damit Entwicklungen

möglichst steuerbar bleiben.

11 Deutscher Städtetag und Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe,

Hinweise und Empfehlungen zur Steuerung der Jugendhilfe;

Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, Jugendhilfeplanung

und Neue Steuerung der Verwaltung;

- Dies gilt auch für das Kontraktmanagement zwischen

öffentlichen und freien Trägern; hier ist sicherzustellen,

dass die Gesamtverantwortung durch den öffentlichen

Träger weiter wahrgenommen werden

kann.

Sieben Jahre nach Veröffentlichung des grundlegenden

KGSt-Berichtes 5/1993 zum Neuen Steuerungsmodell

begreifen zahlreiche Gemeinden, Städte und Kreise Verwaltungsmodernisierung

als permanente Gestaltungsaufgabe,

auch wenn z. T. ohne ausdrückliche Bezugnahme

auf "Neue Steuerung". Für das Jugendamt ergibt

sich damit die Aufgabe, den örtlich definierten Anforderungen

der inneren Modernisierung zu entsprechen und

zugleich das spezifische Aufgabenprofil und die Funktion

als sozialpädagogische Fachbehörde zu behaupten und

zu gestalten. Insbesondere über die Jugendhilfeplanung

kann dabei der Jugendhilfeausschuss seine fachpolitische

Steuerungsfunktion wahrnehmen. Angesichts der

fachlichen Entwicklungstrends auf dem Gebiet der sozialen

Arbeit, wie z. B. der Flexibilisierung von Hilfen, der

zunehmenden Ausrichtung von Angeboten und Leistungen

auf den Sozialraum und der Entwicklung freier Träger

hin zu kooperierenden und ggf. auch integrierten

Diensten steht Planung im Mittelpunkt des Interesses

dynamischer Jugendhilfe.

Auf der Grundlage des gesetzlichen Auftrages und des

Leitbildes von Jugendhilfeplanung - letzteres ist unter

Kapitel 2. thematisiert und entsprechend den örtlichen

Gegebenheiten zu konkretisieren - hat Jugendhilfeplanung

aktuell/künftig folgende Anforderungen zu gestalten:

- Entwicklung und Einleitung von Qualitätsentwicklungsprozessen,

um der Steuerungsfunktion zu entsprechen,

17


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

- Entwicklung dezentraler, flexibler und vernetzter Angebotsstrukturen

mit entsprechenden Beteiligungsverfahren

bzw. Entwicklung neuer Formen der "Kundenorientierung",

Konzeptionierung und Durchführung

von Wirkungs-/Wirksamkeitsanalysen, Berichterstattung

über Entwicklungsverläufe von

Jugendhilfeleistungen in fachlicher und finanzieller

Hinsicht,

- Integration von Fach- und Ressourcenverantwortung,

- Schaffung und Implementierung von Instrumenten

des Kontraktmanagements.

4.2 Funktion und Aufgabe der/des hauptamtlichen

Jugendhilfeplanerin/-planers

Diesen Anforderungen kann Jugendhilfeplanung nur auf

der Grundlage einer klaren Positionsbestimmung gerecht

werden:

- Jugendhilfeplanung ist eine Aufgabe aller Sachgebiete

und Funktionsebenen der öffentlichen Jugendhilfe.

- Jugendhilfeplanung ist konzeptionelle Arbeit und Teil

ressourcenorientierter Produktverantwortung jeder

einzelnen Organisationseinheiten wie jeder Leitungsbzw.

Fachkraft des Jugendamtes.

- Gleichwohl bedarf es der institutionalisierten Jugendhilfeplanung

als Fachdienst, der hauptamtlichen Planungsfachkraft,

die die notwendigen Prozesse initiiert,

steuert, moderiert und die Verantwortlichkeit für

Planung als übergreifende/n Aufgabe und Prozess

wahrnimmt.

Vor dem Hintergrund eines allgemein verankerten Planungsverständnisses

stellt sich die Frage der Funktion

und Aufgabe von Planung als Fachstelle. Die/der Jugendhilfeplaner/in

- nicht: Planung als Aufgabe - hat zwei

Funktionen:

- Steuerungsunterstützung für die Leitungsebene des

Jugendamtes und

- Dienstleistung für die verschiedenen Sachgebiete im

Jugendamt.

Jugendhilfeplanung ist eine Aufgabe aller Sachgebiete

im Jugendamt; dabei müssen sich die Teil-/Fachplanungen

im Rahmen der Gesamtplanung des Jugendamtes

bewegen bzw. dürfen ihr zumindest nicht widersprechen.

Insofern ist die Planung innerhalb der verschiedenen

Sachgebiete immer eine Fortsetzung der Jugendhilfeplanung

generell. Dennoch sollte die Steuerungsunterstützungsfunktion

und die Dienstleistungsfunktion der

Planungsfachkraft differenziert werden, weil so Klarheit

über den Inhalt des Auftrages, den Auftraggeber sowie

über die Verantwortung für den jeweiligen Prozess, ggf.

auch über die Priorität der Aufträge hergestellt wird.

4.2.1 Steuerungsunterstützung und Qualitätsentwicklung

Steuerungsunterstützung meint die zur strategischen

Steuerung durch Ziele, Maßnahmen und Ressourcen

notwendige Vorbereitung von Führungsentscheidungen

auf der Basis entsprechender Informationsgrundlagen.

Planung arbeitet hierbei direkt der Leitungsebene des öffentlichen

Trägers zu (Amtsleitung, Jugendhilfeausschuss,

mittelbar ggf. auch Verwaltungsspitze und Rat

bzw. Kreistag).

18


4. Querschnittsaufgaben der Jugendhilfeplanung

Zur Steuerungsunterstützung der/des Jugendhilfeplanerin/-planers

gehören folgende Aufgabenbereiche:

- Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung,

- Angebotsentwicklung und Maßnahmeplanung,

- Evaluation und Qualitätsentwicklung,

- Berichtswesen einschließlich Politikberichterstattung.

Diese Funktionen sollte Jugendhilfeplanung nicht nur unter

fachlichen, sondern auch unter finanziellen Aspekten

wahrnehmen. Nicht selten hat Jugendhilfeplanung in der

Vergangenheit die (begrenzten) Ressourcen ausgeblendet.

Dies mag eine Ursache dafür sein, dass (Jugendhilfe-)Planung

und Controlling als sich widersprechende

Steuerungsinstrumente interpretiert werden, insbesondere

wenn Controlling auf Finanzcontrolling reduziert

wird. Im Interesse effektiver Steuerung haben jedoch

beide Instrumente Potentiale für die Planung und können

sich daher in wirkungsvoller Weise ergänzen. Klarzustellen

ist, dass Controlling Jugendhilfeplanung z. B. wegen

ihrer Kompetenz in Evaluations- und Beteiligungsverfahren

nicht ersetzen kann. Umgekehrt sind betriebswirtschaftliche

Analysen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit

unabdingbare Voraussetzung zur Sicherung der

Handlungsfähigkeit in allen Feldern der kommunalen

Selbstverwaltung, mithin also auch in der Jugendhilfe.

Deshalb ist es sinnvoll, Jugendhilfeplanung und Controlling

zu verzahnen. Unabhängig von einer organisatorischen

Zusammenführung sollte die Zusammenarbeit

beider Funktionen bzw. der damit beauftragten Fachkräfte

strukturiert werden.

4.2.2 Planung als Dienstleistung

Die Dienstleistungsfunktion kann sich insbesondere aus

der Fach- und Methodenkompetenz der Planungsfachkräfte

ergeben. Im Rahmen der eher operativ ausgerichteten

Planung in den einzelnen Handlungsfeldern der Jugendhilfe

bzw. der Abteilungen im Jugendamt können z.

B. Bedarfsanalysen, Entwicklungsprozesse, aber auch

Datenbestände mit Hilfe der/des Jugendhilfeplanerin/-

planers bearbeitet werden. Diese Funktion dient unmittelbar

den Abteilungen und Sachgebieten des Jugendamtes,

kann mittelbar aber auch von freien Trägern für

deren eigene Planungen genutzt werden. Dabei kann es

sich z. B. handeln um:

- Bereitstellung und Aufbereitung von Daten und anderen

Materialien,

- Unterstützung des operativen Geschäftsablaufs,

z. B. durch Moderation oder Expertisen,

- Unterstützung von Qualitätsentwicklungskonzepten,

- Unterstützung durch bzw. bei Beteiligungsverfahren

von Einrichtungen und Leistungen.

4.3 Jugendhilfeplanung als Querschnittsaufgabe der

Kommunalverwaltung

Nach § 1 Abs. 3 Nr. 4 SGB VIII besteht ein Gestaltungsauftrag

für die Jugendhilfe darin, positive Lebensbedingungen

für junge Menschen und ihre Familien sowie eine

kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder

zu schaffen. Dieser gesetzliche Auftrag bindet auch die

Jugendhilfeplanung.

Wichtige Entscheidungen über Lebensbedingungen von

Kindern, Jugendlichen und Familien werden jedoch nicht

nur im unmittelbaren Feld der Jugendhilfe, sondern z. B.

darüber hinaus auch im Bau-, Verkehrs- und Schulbereich

getroffen. In den Bereichen Bauen und Verkehr ist

die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei den sie

19


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

betreffenden Entscheidungen über gesetzlich vorgeschriebene

und formalisierte Verfahren geregelt. Auf der

Grundlage der Gemeindeordnung bzw. Kreisordnung

können Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren

darüber hinaus durch Bürgerbegehren an Entscheidungen

mitwirken bzw. diese initiieren.

Eine besondere Notwendigkeit für die Beteiligung der

Jugendhilfe und damit auch der Jugendhilfeplanung besteht

in den Bereichen Bauen und Wohnen. Dort getroffene

Entscheidungen haben regelmäßig unmittelbare

und zudem langfristige Auswirkungen auf die Lebensbedingungen

von Kindern, Jugendlichen und Familien. Aufgrund

der Reformen im Baurecht überplanen immer

häufiger private Bauträger komplette Bereiche einschließlich

der Erschließung und Fertigstellung. Die Bedingungen

werden in der Regel über städtebauliche Verträge

oder Erschließungsverträge zwischen der Kommune

und dem Bauträger festgelegt. Eine frühzeitige Beteiligung

der Jugendhilfe bzw. Jugendhilfeplanung ist in diesem

Zusammenhang von besonderer Bedeutung.

Wenn Jugendhilfe bzw. Jugendhilfeplanung sich darüber

hinaus

- als Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen

begreift und

- zu diesem Zweck auch junge Menschen und ihre Familien

unmittelbar beteiligt,

muss sie sich konsequenter Weise auch in andere Politikfelder

und Verwaltungsbereiche einbringen. Dies

muss frühzeitig geschehen und im Sinne einer internen

Querschnittsaufgabe strukturell sichergestellt werden.

Durch die Bildung von ämter-/fachbereichsübergreifenden

Arbeitsgruppen kann das gesamte Feld der Stadtbzw.

Kreisentwicklungsplanung sowie die spezifische

Verkehrs-, Schulentwicklungs- und Sozialplanung in den

Blick genommen werden. Eine solche Arbeitsgruppe

kann dazu beitragen den Informationsfluss über laufende

Planungsvorhaben sicherzustellen, notwendige Abstimmungen

vorzunehmen und unterschiedliche Planungsräume

aufeinander abzustimmen. Differenzierte

Planungsbestände verschiedener Arbeitsbereiche in der

Kommunalverwaltung können auf der Grundlage gemeinsamer

Planungsräume mit dem Ziel einer qualifizierteren

Entscheidungsvorbereitung zusammengeführt

werden.

Darüber hinaus kann z. B. durch verwaltungsinterne

Richtlinien die Beteiligung der Jugendhilfe in allen Feldern

der kommunalen Verwaltung verbindlich gesichert

werden. Auf diese Weise kann das Ziel unterstützt werden,

dass alle Ämter, Planungen und Maßnahmen unter

dem Blickwinkel der Auswirkungen auf die Lebenswelt

von jungen Menschen und Familien zu prüfen und diese

zu berücksichtigen.

Die Beteiligung eines Kreisjugendamtes an den Planungen

der kreisangehörigen Gemeinden ist hingegen

durch Vereinbarungen sicherzustellen.

4.4 Organisatorische Anbindung der/des Jugendhilfeplanerin/-planers

Die Notwendigkeit einer effektiven Organisation des Jugendamtes

hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf die

strategisch wichtige Funktion des/der Jugendhilfeplanerin/-planers.

Aus der Steuerungsunterstützungsfunktion

der Jugendhilfeplanung ergibt sich ein unmittelbarer

sachlicher Zusammenhang zu zentralen Geschäftsbereichen

des Jugendamtes: Haushalt, Personal, Geschäfts-

20


4. Querschnittsaufgaben der Jugendhilfeplanung

führung für den Jugendhilfeausschuss, EDV-Koordination

etc. In jedem Fall empfiehlt sich wegen der Querschnittsfunktion

der Jugendhilfeplanung die Anbindung

als Stabsstelle der Amtsleitung. Darüber hinaus sollte die

Zusammenarbeit mit den übrigen genannten Querschnittsfunktionen

strukturiert werden, soweit nicht eine

organisatorische Zusammenfassung z. B. über einen

Steuerungsdienst gewählt wird. Je nach Größe des Jugendamtes

bzw. der Verwaltung ergeben sich hier unterschiedliche

Modelle und Strukturen, für die es keine

einheitliche Empfehlung geben kann.

4.5 Planung als Produkt

Soweit ein Produkt als eine aus Sicht der Bürgerinnen

und Bürger zusammenhängende Leistung definiert ist,

es sich also um eine nach außen gerichtete Verwaltungsleistung

handelt, kann Planung kein Produkt sein.

Gleichwohl ist Planung als eine interne Leistung der Verwaltung

von Bedeutung, weil sie Grundlage für alle externen

Produkte des Jugendamtes ist. Im Rahmen einer

Kosten- und Leistungsrechnung kann deshalb verdeutlicht

werden, dass Planungsressourcen insoweit für die

verschiedenen Leistungen verbraucht werden und insoweit

auch den jeweiligen Produkten/Kostenträgern je

nach Planungsschwerpunkt zuzuordnen sind. Planung

ist insofern Bestandteil des gesamten Verwaltungsbudgets

des Jugendamtes und ist deshalb von allen Teilbudgets

des Amtes zu refinanzieren.

4.6 Spezifische Sichtweisen der Jugendhilfeplanung

Im Kontext der allgemeinen Vorschriften im 1. Kapitel

des SGB VIII hat neben dem generellen Zielkatalog in § 1

Abs. 3 SGB VIII vor allem § 9 SGB VIII besondere inhaltliche

Bedeutung für die Ausgestaltung der Jugendhilfeleistungen,

damit auch für die Jugendhilfeplanung. Exemplarisch

soll hier auf die Verpflichtung der Jugendhilfe

eingegangen werden, besondere soziale und kulturelle

Bedürfnisse junger Menschen zu berücksichtigen und

die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen zu

fördern.

Auf die besonderen sozialen und kulturellen Bedürfnisse

und Eigenarten junger Menschen und ihrer Familien

muss Jugendhilfeplanung Rücksicht nehmen. Das bedeutet

im gesamten Prozess der Jugendhilfeplanung,

dass sozialgruppenspezifische Aspekte z. B. von Menschen

mit Immigrationshintergrund oder mit Behinderungen

zu berücksichtigen sind. Hier ist Jugendhilfeplanung

gefordert, auch als Interessenvertreter von Minderheiten

aufzutreten.

Ebenfalls wird von der Jugendhilfeplanung gefordert; die

unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen

zu berücksichtigen: die Fachkräfte sind gefordert,

ihre Wahrnehmungen und Bewertungen geschlechtsspezifisch

auszurichten und das Jugendhilfeangebot so

zu gestalten, dass es diesen unterschiedlichen Bedürfnissen

gerecht wird. Das Gesetz geht von der Benachteiligung

von Mädchen aus, die gesellschaftlich normiert

ist, zum Teil aber auch durch die bisherige Angebotsstruktur

der Jugendhilfe begründet wird. Die Jugendhilfe

ist aufgefordert sich grundsätzlich für eine Gleichberechtigung

von Mädchen und Jungen einzusetzen. Somit hat

auch die Jugendhilfeplanung als Steuerungsinstrument

die Einbeziehung von Jungen- und Mädcheninteressen

zu ihrer Grundlage zu machen. In den vergangenen Jahren

haben einige Kommunen die Situation von Mädchen

und jungen Frauen in der Jugendhilfe durch gesonderte

Planungsberichte dargestellt. Das Ergebnis - mangelnde

21


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

Umsetzung des § 9 Abs. 3 SGB VIII - ist nahezu durchgehend

in allen Bereichen zu finden: Nicht nur im Hinblick

auf die konkreten Leistungen und Maßnahmen der

Jugendhilfe, sondern auch in den strukturellen Rahmenbedingungen

existieren erhebliche Defizite für eine

mädchengerechte Jugendhilfe 12 .

Die Anforderungen, auf besondere soziale und kulturelle

Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und Gleichberechtigung

von Mädchen und Jungen zu fördern, stellt eine erhebliche

Anforderung dar: Jugendhilfe muss deshalb

Methoden entwickeln, einerseits die genannten Zielsetzungen

zu erfüllen, andererseits nicht die zu fördernden

Zielgruppen durch besondere Angebote de facto auszugrenzen:

Ziel ist vielmehr im Sinne von Lebensweltorientierung,

Angebote bereits im Rahmen der Planung so zu

konzipieren, dass sie ein weites Spektrum von Bedarfen

decken und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Integration

zu leisten.

4.7 Exkurs: Verknüpfung von Jugendhilfeplanung

und Entwicklungsprozessen in einzelnen Handlungsfeldern,

hier am Beispiel der Leistungs-,

Entgelt- und Qualitätsentwicklungsvereinbarungen

gem. § 78 a ff. SGB VIII

Die oben geforderte inhaltliche und organisatorische

Verknüpfung der Jugendhilfeplanung zu den Handlungsfeldern

der Jugendhilfe bzw. zu den Abteilungen im Jugendamt

kann im Bereich der Vereinbarungen gem. §

78 a ff. SGB VIII wie folgt konkretisiert werden:

12 siehe auch 10. Kinder- und Jugendbericht

1. Die Personen im Jugendamt, die am Abschluss der

Vereinbarungen beteiligt sind, sollten von den (zentralen)

Ergebnissen der Jugendhilfeplanung Kenntnis

haben. Damit wird es ermöglicht, die Verhandlungen

im Sinne der durch Jugendhilfeplanung angestrebten

Entwicklungsperspektive zu führen und damit auf die

vorhandene Angebotsstruktur vor Ort Einfluss zu

nehmen.

2. Umgekehrt sollte die Jugendhilfeplanung Kenntnis

von den abgeschlossenen Vereinbarungen haben.

Diese sind beispielsweise für die Bestandserhebung

im Rahmen der Jugendhilfeplanung relevant.

3. Sinnvoll kann auch eine Beteiligung der Jugendhilfeplanung

an der Weiterentwicklung der Vereinbarungen

sein. Hier kann Jugendhilfeplanung einen Beitrag

zu der Prüfung leisten, ob die Vereinbarungen entsprechend

umgesetzt worden sind; die Ergebnisse

sollten dann Einfluss auf die Fortschreibung der Vereinbarungen

haben.

4. Aufgrund ihrer besonderen Methodenkompetenz

kann Jugendhilfeplanung einen Beitrag zur Erarbeitung

der Qualitätsentwicklungsvereinbarungen leisten,

ebenso zu ihrer Evaluierung sowie zu ihrer Fortschreibung.

5. Schließlich sollte Jugendhilfeplanung Leitung und andere

am Abschluss der Vereinbarungen beteiligten

Personen regelmäßig über Zwischenergebnisse der

Jugendhilfeplanung berichten, insbesondere über

ungedeckte Bedarfe, damit in diesem Sinne die Vereinbarungen

zielgerichtet fortgeschrieben werden

können.

22


4. Querschnittsaufgaben der Jugendhilfeplanung

Jugendamt 1) Jugendamt-Träger 2)

generelle Ebene Jugendhilfeplanung Leistungs-, Entgelt-,

Qualitätsentwicklungs-

Vereinbarungen

individuelle Ebene Hilfeplanung Belegung

1)

Entscheidungskompetenz des Jugendamtes

2)

Konsensentscheidung zwischen öffentlichen und freien Trägern

Resümee

• Zunehmend gewinnt Jugendhilfeplanung als Voraussetzung

von öffentlicher Finanzierung an Bedeutung.

Dadurch ergeben sich für die öffentliche Jugendhilfe

neue Steuerungsoptionen, die es wahrzunehmen gilt.

Jugendhilfeplanung hat im Prozess der örtlichen

Qualitätsentwicklung von Jugendhilfe und ihren Angeboten

eine zentrale Funktion.

• Jugendhilfe/-planung ist - zumindest wenn man ein

offensives Jugendhilfeverständnis im Sinne von § 1

Abs. 3 Nr. 4 SGB entwickelt - eine Querschnittsaufgabe

im Rahmen der Kommunalverwaltung insgesamt.

Die Funktion der hauptamtlichen Planungsfachkräfte

legt eine Anbindung als Stabsstelle bei der

Amtsleitung nahe.

• Im Rahmen der Jugendhilfeplanung ist auch sicherzustellen,

dass geschlechtsspezifische ebenso wie

besondere soziale und kulturelle Bedürfnisse junger

Menschen im Blick von Jugendhilfe bleiben.

Jugendhilfeplanung ist eine Aufgabe des Jugendhilfeausschusses

und aller Sachgebiete und Funktionsebenen

in der Verwaltung des Jugendamtes die im

Kern von den hauptamtlichen Planungsfachkräften

gesteuert wird.

23


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

5. Planungsansätze

5.1 Unterscheidung der Planungsansätze

Grundsätzlich hat Jugendhilfeplanung sicherzustellen,

dass alle Aufgaben und Leistungen für alle Zielgruppen

am richtigen Ort erfüllt bzw. angeboten werden. Dazu

werden folgende Planungsansätze unterschieden: 13

Bereichs- oder arbeitsfeldorientierter Ansatz

Der Planungsansatz geht von den Handlungsfeldern der

Jugendhilfe, ihren Zielen, Angebotsformen und den oft

dazu parallel organisierten Abteilungen im Jugendamt

aus. Die Umsetzung dieses Ansatzes verursacht arbeitsökonomisch

den geringsten Aufwand und sichert

die Erfüllung der gesetzlichen Regelungen. Er weist aber

Defizite im Hinblick auf handlungsfeldübergreifende Anforderungen

und Lebensweltorientierung auf.

Zielgruppenorientierter Ansatz

Dieser Planungsansatz orientiert sich an bestimmten

Personengruppen, wie z. B. Altersgruppen, ausländische

Jugendliche oder Drogenabhängige. Der Vorteil

dieses Ansatzes besteht darin, dass auf seiner Grundlage

spezifische Bedarfe exakter herausgearbeitet werden

können. Er führt aber auch dazu, dass Hilfeleistungen

tendenziell defizitorientiert ausgestaltet werden.

Sozialraumorientierter Ansatz

Der Planungsansatz geht vom sozialen Lebensraum der

Menschen aus, die hier vorzufindenen Problemlagen,

aber auch vorhandenen Ressourcen. Der Ansatz verursacht

zunächst einen höheren Aufwand, je nach Größe

des Jugendamtes gibt es auch Grenzen. Der Ansatz

kann aber letztlich zu mehr Adressatenorientierung

führen. Er wird deshalb auch im 8. Bundesjugendbericht

14 favorisiert.

5.2 Chancen und Möglichkeiten einer sozialraumorientierten

Planung

Komplexe gesellschaftliche Prozesse führen zu einer jeweils

spezifischen Charakteristik sozialer Lebenslagen

und damit verbundener sozialräumlicher Prozesse in den

Gemeinden, Städten und Kreisen. Hier zeigt sich wenn

unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt

werden und soziale Disparitäten entstehen.

Der Sozialraumbezug ist der umfassenste Planungsansatzpunkt.

Er beinhaltet Elemente und Blickwinkel des

Aufgaben- und des zielgruppenorientierten Ansatzes. Er

ermöglicht spezifische Einblicke und Erkenntnisse und

führt damit zu einer ganzheitlichen Sichtweise im Hinblick

auf die Defizite, aber auch auf die Ressourcen des

jeweiligen Sozialraumes.

Unter Sozialraum werden hier nach Struktur, räumlichem

Zusammenhang, Anschauung der Einwohner/innen,

Traditionen und sonstigen Faktoren zu definierende Teilräume

der Gebietskörperschaft verstanden. Dies können

Wohngebiete, Stadtteile und aus Sicht der Kreise

auch Gemeinden sein. Demgegenüber sollte die Gliederung

in Stadtbezirke oder Wahlbezirke von untergeord-

13 Nikles, Planungsverantwortung und Planen in der Jugendhilfe;

Jordan, Schone, Handbuch Jugendhilfeplanung 14 8. Kinder- und Jugendrecht, BMJFFG

24


5. Planungsansätze

neter Bedeutung sein. Die Einzugsbereiche von Einrichtungen

zugrunde zu legen mag hilfreich sein, kann aber

entwicklungshemmend wirken.

Im Rahmen des sozialräumlichen Ansatzes werden die

wesentlichen Momente der Lebenswelt der Menschen,

also die sozialen, räumlichen und zeitlichen Bezugsmuster

abgebildet. Die Planung für und mit den Adressatinnen

und Adressaten hat das Ziel eine alltagsorientierte

Lebenswelt zu unterstützen. Dies gilt in Bezug auf

- die familialen Ressourcen,

- die Gelegenheit zur Aneignung von Raum und

Region,

- die Aktivierung und Organisation sozialer Netze.

Mit der Zielsetzung gleichwertiger Lebensverhältnisse im

Bundesgebiet hat das Grundgesetz eine räumlich ausgleichende

Orientierung festgelegt. Gleiches gilt für Aufträge

des Bau- und Sozialrechtes. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz

enthält in § 1 Abs. 3 Nr. 4 den generellen

Auftrag, dass Jugendhilfe dazu beitragen soll, positive

Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre

Familien sowie eine kinder- und familienfreundiche Umwelt

zu erhalten oder zu schaffen.

5.2.1 Ziele und Umsetzungsformen der sozialräumlichen

Planung

Die Ziele einer sozialräumlichen Planung sind:

- Sicherung und Weiterentwicklung der sozialen Infrastruktur

durch zielgenauere, von bürgerschaftlichem

Engagement mitgetragene Hilfeangebote,

- aktive Mitgestaltung des Sozialraums der Menschen

durch die Jugendhilfe.

Die Umsetzung einer sozialräumlichen Planung erfolgt

durch:

- Feststellung und Analyse lokaler Bedürfnisse und Bedarfe,

- konzeptionelle Abstimmung unterschiedlicher

Dienstleistungen/Angebote,

- Ermittlung von Hilfenetzen und Verknüpfung der vorhandenen

Ressourcen, Fakten (u. a. Selbsthilfe und

Ehrenamt),

- kleinräumige Planung mit zielgenauer Finanzierung,

- Prozess-Steuerung im Sozialraum (Stadtteilkonferenz/Regionalkonferenz).

5.2.2 Merkmale sozialraumorientierter Planung

Der sozialraumorientierte Planungsansatz betont die

Verknüpfung von äußeren Gegebenheiten und deren

Wirkung auf die Individuen im Sozialraum. Er schaut auf

die Beziehungssysteme und die Qualität sozialer Integration.

Eine sozialraumorientierte Planung muss beinhalten:

- Eine spezifische professionelle Haltung, die die Sichtweisen

von Betroffenen ernst nimmt, und die die Artikulation

von Erfahrungen und Bewertungen fördert

und Beteiligung ermöglicht.

- Eine Definition des Sozialraums, die sich an den Alltagsbezügen

und Erfahrungen der Menschen orientiert.

- Eine Bestandsaufnahme/Bewertung des Ist-Zustandes,

die unterschiedliche Ebenen der Darstellung

25


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

miteinander verbindet (Erkundungen / Beschreibungen,

Indikatoren, Statistiken) und mindestens Aussagen

zu Bevölkerungszusammensetzung, ökonomischen

Situationen, vorhandener Infrastruktur, Angeboten

freier und öffentlicher Träger und deren Ansprechpartner

sowie Nutzung von Dienstleistungen,

Interventionen und Problemlagen umfasst.

- Ein Verfahren zur Organisation des Diskurses über

Stärken und Schwächen eines Sozialraumes bzw.

der dort lebenden Menschen sowie über Notwendigkeiten

und Möglichkeiten zur Veränderung bzw. Weiterentwicklung

vorhandener Gegebenheiten.

- Einen dialogischen Prozess mit Beteiligten und Betroffenen

zur Definition von Zielen, Instrumenten und

Methoden der Wirkungsanalyse.

- Eine Sicherstellung der sozialraumübergreifenden

Bedarfe durch geeignete Verfahren zur Umsetzung

durch

- Unterstützung trägerübergreifender Kooperation,

Koordination und Vernetzung,

- Delegation von Kompetenzen möglichst nah auf die

im Sozialraum agierenden Personen,

- Kontinuität der Berichterstattung/Evaluation, die Aussagen

zum Veränderungsprozess im Sozialraum

macht und die hilft ein ausreichendes Leistungsangebot

zu sichern.

5.2.3 Konsequenzen der sozialräumlichen Planung

Die Organisation des Planungsprozesses durch den öffentlichen

Träger ist Teil seiner Gesamtverantwortung

und Planungsverantwortung gem. § 79 SGB VIII. Sie ist

gleichzeitig Teil eines sozialpolitischen Verständnisses,

das die dialogische und partnerschaftliche Beteiligung

und Mitwirkung der freien Träger einschließt.

Die Organisation und Finanzierung der Jugendhilfe orientiert

sich in der Regel an ihren fachlichen Aufgaben

und Handlungsfeldern. Diese Form liegt damit quer zum

Verständnis sozialräumlicher Planung.

Bei Zugrundelegung des sozialräumlichen Planungsansatzes

ergeben sich u. a. Konsequenzen für die Organisation

von Leistungen der Jugendhilfe:

- Öffentliche und freie Träger haben eine gemeinsame

Verantwortung für die Gestaltung von Lebenswelten

(ungeachtet der Gesamtverantwortung des öffentlichen

Trägers). Insofern muss eine gemeinsame Prozessverantwortung

der Planungssteuerung sowie

der Leistungserbringung entwickelt werden.

- Dies gilt mindestens für die Entwicklung und Organisation

der sozialen Dienste im Rahmen des Kinderund

Jugendhilfegesetzes.

- Sozialraumorientierte Planung und ihre Organisation

können zur Veränderung von Trägerstrukturen

führen. Nicht mehr eine einzelne Aufgabe stellt die Arbeitsgrundlage

dar, sondern der Bedarf eines Sozialraumes

mit den entsprechenden Konsequenzen für

Kooperation, Coproduktion und neue Rechtsformen

bezogen auf die Trägerschaft 15 .

- Die Entwicklung und eine eventuelle Veränderung der

Trägerstrukturen und ihrer Auftragsgrundlagen ist nur

durch eine frühzeitige und umfassende Beteiligung

der freien Träger an der Jugendhilfeplanung möglich

und denkbar.

- Im Rahmen von Kontraktmanagement ist an ein sozialraumorientiertes

Budgetierungsverfahren zu den-

15 KGSt 17/1998 “Kontraktmanagement zwischen öffentlichen und

freien Trägern der Jugendhilfe”, Köln, 1998

26


5. Planungsansätze

ken, das ein transparentes, konstruktives und gemeinsames

Arbeiten an Lösungen aller Jugendhilfeträger

ermöglicht und die Qualität der Arbeit und ihre

wirtschaftliche Realisierung sichert.

- Auch andere Sozialleistungen, insbesondere nach

dem BSHG können in Organisationsformen gewährt

werden, die den Sozialraum berücksichtigen.

5.2.4 Offene Fragen und Probleme einer sozialraumorientierten

Planung

Auch wenn es unstrittig ist, dass die sozialraumorientierte

Planung fachliche und jugendpolitische Entwicklungen

ermöglicht, die als angemessene Antwort auf die

aktuellen komplexen Anforderungen angesehen werden

können, sind folgende Probleme noch ungeklärt:

- Die Vergabe der Fördermittel erfolgt in der Regel arbeitsfeldbezogen.

Eine sozialraumorientierte Planung

erfordert auch hier Veränderungen. Leistungen sollten

in Bezug zu den Lebenswelten gesetzt werden.

- Es gibt Bereiche wie z. B. den der Jugendsozialarbeit,

wo der Sozialraum zu einengend ist. Dort muss

der Sozialraum entweder in eine Regionalstruktur

übergehen oder es sollten sinnvollere Aggregationsstufen

festgelegt werden.

- Eine Jugendhilfeinfrastruktur über den Bedarf einzelner

Sozialräume hinaus ist sicherzustellen. Es besteht

die Gefahr, dass staatliche Leistungen unzureichend

bzw. unwirtschaftlich vorgehalten und eingesetzt

werden.

- Bei der Ressourcensteuerung ist eine allein auf die eigenen

Interessen bezogene Sichtweise zu vermeiden.

Instrumentarien und Verfahren zur Wertung und

Priorisierung von Bedarfen und der Mittelvergabe

sind zu entwickeln und zu definieren.

- Probleme der Indikatorenbildung 16 .

- Entscheidungs- und Planungsstrukturen müssen

stärker aufeinander abgestimmt sein.

Resümee

Durch eine sozialraumorientierte Planung besteht für die

Jugendhilfe die Chance eines zielgenaueren und zugleich

flexibleren Dienstleistungsangebotes, das mehr

vom bürgerschaftlichen Engagement mitgetragen wird.

Die Jugendhilfe verstärkt dadurch zugleich ihre Rolle als

aktive (Mit-)Gestalterin der Lebenslagen von Menschen.

16 Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Landesjugendamt und

Westf. Schulen, Handbuch zur Indikatorenbildung

27


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

6. Datenverarbeitung

Die örtliche Jugendhilfeplanung ist auf verlässliche und

zeitnahe Daten angewiesen, die sowohl die soziale Wirklichkeit

wie die Wirksamkeit sozialer Leistungen des Jugendamtes

und anderer Akteure beschreiben. Die Erhebung

statistischer Daten ist unentbehrlich und stellt für

die Jugendhilfeplaner/innen wegen des oftmals fehlenden

Gesamtdatenkonzeptes eine Herausforderung dar.

Inzwischen ist die Bedeutung der kleinräumigen Erhebung

von jugendhilferelevanten Sozialdaten fachlich unstrittig.

Die verschiedenen bereits vorhandenen Daten innerhalb

und außerhalb der Kommunalverwaltung bieten

dazu eine gute Basis. Als Datenquelle kommen in Betracht:

17

- Die amtliche Kinder- und Jugendhilfestatistik,

- Daten aus dem Verwaltungsvollzug (Melderegister,

Schul-, Bau- und Arbeitsverwaltung, Wohnungswesen,

Sozialwesen, Verkehrsplanung, Finanzverwaltung,

Gesundheitsamt),

- verwaltungsinterne Dokumentationen, Berichte,

Hilfepläne gem. § 36 SGB VIII, Vereinbarungen gem.

§ 78 b SGB VIII,

- Trägerinformationen und -berichte,

- Befragungen sowie Nutzer/innen-Analysen.

Bei der Datenauswahl lässt sich eine inhaltliche Systematisierung

wie folgt vornehmen: 18

- Ökonomische Lage/Sozialstruktur (Einkommen, Vermögen,

Bildung, Beruf, etc.),

- sozialstaatliche Absicherung/Infrastruktur (Einkommenssicherheit,

Arbeitsbedingungen, Wohnbedingungen,

etc.),

- soziale Teilhabe/einzelfallbezogene Daten (politische

Teilhabe, Mitgliedschaft in Organisationen, soziale Integration,

ethnische Identität, etc.).

Nicht die Quantität der zusammengetragenen Daten ist

entscheidend, sondern der steuerungsrelevante und

problembezogene Informationsgehalt, der für die zu bearbeitende

Aufgabenstellung durch eine Auswertung der

Daten erschlossen werden kann. Das Datenkonzept ist

an die jeweiligen regionalen Erfordernisse und Möglichkeiten

anzupassen (kleinräumiger Planungsansatz).

Die Erhebung planungsrelevanter Daten erfordert bei einem

Kreisjugendamt ein hohes Maß an Abstimmung mit

den Kommunen über die zu ermittelnden Daten.

Schwierigkeiten der Datenerhebung ergeben sich insbesondere

bei Strukturdaten, die von den Kommunen erhoben

werden. Die Bereitstellung der Daten erfordert

nicht nur gesonderte Vereinbarungen, sondern setzt

auch voraus, dass die technischen Voraussetzungen zur

Erfassung bestimmter Daten und deren Kompatibilität in

allen Kommunen vorhanden sind 19 .

Die Erhebung für die amtliche Kinder- und Jugendhilfestatistik

sollte in das eigene Datenkonzept integriert werden.

Diese ermöglicht durch ihre standardisierte und

bundesweite Erhebungsmethode zugleich interkommunale

Vergleiche, Vergleiche in der Zeitreihe, sowie die

Bereitstellung von Informationen für die überörtliche Planung.

Eine Rückübermittlung der erhobenen Einzelfall-

17 Praxishilfe zur ISA, Jugendhilfeplanung

18 Deutscher Verein, 1986, Seite 527 19 Projekt Sozialraumanalyse, 1997

28


6. Datenverarbeitung

daten durch das Landesamt für Datenverarbeitung und

Statistik an die Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände

erfordert jedoch gem. § 16 Abs. 5 Bundesstatistikgesetz

die Existenz einer abgeschotteten, kommunalstatistischen

Dienststelle.

Wünschenswert wäre, dass ein gesichertes System entsteht,

damit die rückübermittelten oder selbst erhobenen

Daten analysiert und in handlungsrelevantes Wissen

umgewandelt werden können. Dazu bedarf es einer ausgereiften

technischen Ausstattung (Hard- und Software).

Eine spezielle Software für soziale Dienste, die über

Funktionen aus der amtlichen Jugendhilfestatistik verfügt,

ist empfehlenswert. Ein Vergleich oder eine Korrelation

der Daten aus dem Verwaltungsvollzug mit den Daten

aus der amtlichen Statistik führt nur dann zu einer

optimalen und effizienten Auswertung von Sozialraumund

Falldaten, wenn gewährleistet ist, dass das Landesamt

für Datenverarbeitung und Statistik auch die Leistungen

der kreisangehörigen Gemeinden ausweist. Eine

Erweiterung von Erhebungsmerkmalen, die für die

Jugendhilfeplanung von Bedeutung sind (z. B. bisherige

Jugendhilfeleistungen, Beendigungen, Hilfeplanziele

etc.) ist dabei vorzunehmen. Verwertbar für die Jugendhilfeplanung

sind Erhebungsdaten nur, wenn sie zeitnah

zum Prozess der Planung vorliegen.

Resümee

• Verarbeitung und Analyse von Daten sind unverzichtbarer

Bestandteil der Jugendhilfeplanung. Auf diese

Weise kann soziale Wirklichkeit und deren Veränderung

näherungsweise abgebildet werden.

• Entscheidend ist die Beschränkung auf steuerungsrelevante

und problembezogene Daten im Rahmen

eines Gesamtdatenkonzeptes.

• Im Sinne von Arbeitsökonomie ist eine ausreichende

EDV-Ausstattung notwendig.

• Auch in Bezug auf Datenverarbeitung ist intra- und interkommunale

Zusammenarbeit notwendig.

29


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

7. Personelle und sachliche Voraussetzungen

der Jugendhilfeplanung

7.1 Personelle Ausstattung

Die Wahrnehmung der Funktion der Jugendhilfeplanerin

bzw. des Jugendhilfeplaners im Rahmen einer fachlich

fundierten Jugendhilfeplanung kann nur von qualifizierten

hauptamtlichen Planungsfachkräften durchgeführt

werden, deren Anzahl sich nach der Größe der Kommune

richtet. Diese Fachkräfte sollten u. a. über grundlegende

und spezielle Kenntnisse der Jugendhilfeplanung

verfügen, ausreichende Berufs- und Praxiserfahrung in

verschiedenen Feldern der Jugendhilfe und Jugendhilfeplanung

haben sowie Verfahrens- und Planungstechniken

als methodische Kompetenz beherrschen.

7.2 Qualifizierung

Da es zur Zeit nur eingeschränkt Ausbildungen für Jugendhilfeplaner/innen

gibt, sind Qualifikationskurse 20 wie

sie zur Zeit von den Landesjugendämtern Rheinland und

Westfalen-Lippe durchgeführt werden hilfreich. In Vorbereitung

ist eine Zusatzausbildung für Jugendhilfeplaner/innen

im Rahmen von Managementausbildungen in

Form eines Aufbaustudiums für berufserfahrene Sozialarbeiter/innen.

Diese Aufbaustudien sollen von Fachhochschulen

bzw. Gesamthochschulen angeboten werden.

20 Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe, Zertifikatskurse

für Jugendhilfeplanung (1999/2000 läuft bereits der 4.

Kurs)

Ein weiterer Qualifizierungsbaustein ist der fachliche

Austausch zwischen den Planungsfachkräften der Kommunen.

Hier haben die Landesjugendämter regionale

Vernetzungen aufgebaut, die kollegiale Beratung und einen

kontinuierlichen Erfahrungsaustausch ermöglichen.

Zur Qualifizierung der Planungsfachkräfte besteht darüber

hinaus das Angebot von Coaching bzw. Supervision.

7.3 Materielle Ausstattung der Jugendhilfe

7.3.1 Datenverarbeitung/Datenbestand

Für die Jugendhilfeplanung einschließlich der statistischen

Teilaufgaben ist der Einsatz von EDV unabdingbar.

Die Leistungen der EDV bestehen heute insbesondere

darin, mit den vorhandenen personellen Kapazitäten

Informationen über Sozialräume, die Adressaten und

ihren spezifischen Hilfebedarf zeitnah zu erfassen und für

Planungszwecke verfügbar zu machen. Sie liefern damit

wichtige Informations-, Kommunikations- und Steuerungsinstrumente

für Entscheidungsprozesse.

Planungsrelevante strukturbezogene Datensätze wie die

Bevölkerungsdaten etc. sind in den Zentralabteilungen

der Verwaltungen bereits elektronisch vorhanden. Fallbezogene

und adressatenbezogene Daten werden

durch die sozialen Dienste der freien und öffentlichen Jugendhilfeträger

in den klassischen Papierakten erfasst.

Bis Ende der 80er Jahre standen den Jugendhilfeplanern

und -planerinnen zur Zusammenführung und Nutzung

solcher Daten nur branchenübliche Software wie

Textverarbeitungen, Datenbanken, Tabellenkalkulationen,

Statistik- und Grafikprogramme zur Verfügung.

30


7. Personelle und sachliche Voraussetzungen der Jugendhilfeplanung

Seit Anfang der 90er Jahre etablieren sich auch für den

Jugendhilfebereich Softwarelösungen mit umfassender

Funktionalität. Zunächst wurde Jugendamtssoftware

hauptsächlich in den verwaltungsorientierten Arbeitsbereichen

wie der wirtschaftlichen Jugendhilfe, zur Berechnung

von Unterhalts- und Kostenbeiträgen, zur Stammdatenverwaltung

und dazugehörigem Formularwesen

eingesetzt. Mitte der 90er Jahre kamen dann arbeitsprozessorientierte

Softwarelösungen hinzu, die auch die sozialen

Dienste und ihre Datengrundlagen miteinbezogen.

Aus diesen Entwicklungslinien heraus finden sich heute

Anbieter, die eher für technokratische verwaltungsorientierte

Lösungen stehen und solche, die stärker auf den

Prozess der Leistungserbringung aufsetzen. Dieser Unterschied

ist wichtig, da beide Entwicklungslinien in

Richtung einer Gesamtlösung mit zentraler Datenhaltung

gehen.

Moderne EDV im Jugendamt versucht heute, alle datenverarbeitungsmäßig

erfassbaren und abbildbaren Arbeitsprozesse

im gesamten Jugendamt darzustellen. Die

Standards bilden dabei graphische Benutzeroberflächen

und datenbankgestützte Client-Serversysteme. Stammdaten

sollen nur einmalig erfasst werden. Termin-, Wiedervorlage-,

Dokumentations- und Hilfeplanungssysteme

sollten sich sinnvollerweise mit der Aktenführung verbinden.

Aggregiert bilden diese Daten die Grundlage für

Planungsfunktionen, ein kontinuierliches Berichtswesen

und somit steuerungsrelevante Informationen im Rahmen

der Jugendhilfeplanung. Neben den Auswertungen

und Statistiken innerhalb des Jugendamtes sollten die

Programme auch die Übergabe der KJHG-statistikrelevanten

Daten an die Landesämter für Daten und Statistik

beinhalten. Perspektivisch kommt auch die Verknüpfung

mit der Software für die Kosten- und Leistungsrechnung

in Betracht.

Wer gibt die noch in Papierversionen vorliegenden Daten

für die/den Jugendhilfeplaner/-in ein? Idealerweise beziehen

sich hier die Sozialen Dienste in den Jugendhilfeplanungsprozess

ein. Kreidenweis zitiert Ergebnisse von

Validitätsstudien aus dem angelsächsischen Raum.

Demnach besteht eine direkte Korrelation zwischen dem

Nutzwert des System für den Praktiker und der Validität

der erfassten Daten. Bezogen auf das Jugendamt bedeutet

dies, je mehr sich ein EDV-System an den

tatsächlichen Arbeitsabläufen in den sozialen Diensten

orientiert, desto mehr wird die Qualität der Daten steigen.

EDV-Systeme, die sehr stark auf die Erfassung von

Planungs- und Steuerungsinformationen ausgerichtet

sind, haben im Umkehrschluss eine tendenziell schlechtere

Datenqualität zur Folge als Systeme, die dem Endanwender

auch für seine eigene Tätigkeit hinreichende

Nutzeffekte bieten 21 .

Eine EDV-unterstützte Jugendhilfeplanung beginnt also

bereits mit der EDV-Ausstattung der vorgeschalteten Arbeitsbereiche.

Ebenso ist sicherzustellen, dass die Jugendhilfeplanung

durch die jeweils zuständigen

Ämter/Fachbereiche mit allen notwendigen Daten (z.B.

Einwohnerdaten, Sozialdaten usw.) ausgestattet wird.

Um diese Ausstattungen sicherzustellen, sollte weitere

Informations- und Abstimmungsarbeit erfolgen.

7.3.2 Haushaltsmittel

Um der Jugendhilfeplanung Handlungsmöglichkeiten im

Rahmen ihrer Aufgabenwahrnehmung zu schaffen, sollte

hierfür ein eigener Haushaltsansatz zur Verfügung ste-

21 vgl. Kreidenweis 1999, S. 233

31


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

hen. Dieser kann z. B. für notwendige Beteiligungsverfahren,

Öffentlichkeitsarbeit, Referent/innen/en-Honorare,

Auftragsvergabe an Dritte, Fort- und Weiterbildung

genutzt werden.

Resümee

• Zur adäquaten Wahrnehmung der Planungsaufgaben

sind hauptamtliche Planungsfachkräfte erforderlich,

deren Anzahl sich nach der Größe der Kommune

richtet.

• Planungsfachkräfte bedürfen Praxiserfahrung in den

Handlungsfeldern der Jugendhilfe sowie spezifischer

Planungskompetenzen.

• Neben den fachlichen Fortbildungen ist der fachliche

kollegiale Austausch zwischen den Planungsfachkräften

der Kommunen wichtiger Bestandteil der

Qualifizierung.

• Neben der erforderlichen EDV-Ausstattung sind auch

eigene Haushaltsmittel für die Jugendhilfeplanung

sinnvoll.

8. Jugendhilfeplanung als Aufgabe des

Jugendhilfeausschusses

Der Jugendhilfeausschuss trifft regelmäßig Entscheidungen

u. a. über

- die Förderung von Angeboten freier Träger,

- die Weiterentwicklung der Jugendhilfe,

- das Vorhalten eigener Angebote seitens des öffentlichen

Trägers.

Darüber hinaus sollte sich der Jugendhilfeausschuss

auch mit der Planungskonzeption befassen. In diesem

Rahmen kann er Grundsatzentscheidungen treffen

- zum anzuwendenden Planungsansatz (bereichs-,

zielgruppen- bzw. sozialraumorientierter Planungsansatz),

- zur Beteiligung von jungen Menschen und ihren Familien,

- zur Beteiligung der freien Träger und Bildung von Arbeitsgemeinschaften

nach § 78 SGB VIII bzw. regional

strukturierten Konferenzen,

- zur Beteiligung kreisangehöriger Gemeinden

- zur Bildung eines Unterausschusses für Jugendhilfeplanung

und zur Frage in welchem Umfang und in

welcher Form Arbeitsergebnisse aus Planungsgremien

in den Jugendhilfeausschuss/Unterausschuss gelangen.

Die Planungskonzeption bzw. darauf basierende Planungsaufträge

des Jugendhilfeausschusses bzw. des

Unterausschusses sollten die personelle Ausstattung

der Verwaltung des Jugendamtes berücksichtigen

ebenso wie die Komplexität des Planungsprozesses, die

durch eine heterogene Trägerstruktur ebenso bedingt

32


8. Jugendhilfeplanung als Aufgabe des Jugendhilfeausschusses

sein kann wie durch vielschichtige, im Planungsprozess

der Kreise zu berücksichtigende Interessen kreisangehöriger

Gemeinden.

Jugendhilfeplanung ist eine der zentralen Aufgaben des

Jugendhilfeausschusses nach § 71 Abs. 2 Nr. 2 SGB

VIII. Auch die übrigen in § 71 Abs. 2 genannten Aufgaben

(Nr. 1: Erörterung aktueller Problemlagen junger

Menschen und ihrer Familien sowie Anregungen und

Vorschläge für die Weiterentwicklung der Jugendhilfe,

Nr. 3: Förderung der freien Jugendhilfe) sind bei einem

umfassenden Planungsverständnis Teil von Jugendhilfeplanung.

Mit dieser Aufgabenbeschreibung ist die Vorstellung

des Gesetzgebers verbunden, dass der Jugendhilfeausschuss

das Zentrum der Jugendhilfe (-politik)

darstellt. Im Jugendhilfeausschuss werden also alle

wesentlichen Entscheidungen getroffen, die für Kinder,

Jugendliche und Familien in der Kommune relevant sind.

Resümee

• Auch im Rahmen der Jugendhilfeplanung trifft der Jugendhilfeausschuss

als Teil des zweigliedrigen Jugendamtes

die Grundsatzentscheidungen.

• Dies bezieht sich nicht nur auf die Entscheidungen

materieller Art, sondern auch auf die Planungskonzeption.

• Die Bildung eines Unterausschusses für Zwecke der

Jugendhilfeplanung hat sich in vielen Kommunen als

hilfreich erwiesen.

33


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

9. Literaturhinweise

Bolay, E./Herrmann, Franz, Jugendhilfeplanung als politischer

Prozess, Beiträge zu einer Theorie, Planung im

kommunalen Raum, Neuwied, 1995

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(Hg.), Aufgaben der Landesjugendämter im Bereich der

Jugendhilfeplanung - Positionspapier -, München, 1997

Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter

(Hg.), Beteiligung von Kindern und Jugendlichen - Positionspapier

-, München, 1998

Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter

(Hg.), Jugendhilfeplanung und Neue Steuerung der Verwaltung,

Kassel, 1998

Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit

(Hg.), 6. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung,

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Mädchen in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn,

1984

Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit

(Hg.), 8. Kinder- und Jugendbericht, Bericht

über Bestrebungen und Leistungen der Jugendhilfe,

Bonn, 1990

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und

Jugend (Hg.), 10. Kinder- und Jugendbericht, Bericht

über die Lebenssituation und die Leistungen der Kinderhilfen

in Deutschland, Bonn, 1998

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Hinweise und Empfehlungen zur Steuerung

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Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge

(Hg.), Leitfaden für die kommunale Sozialplanung,

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(Hg.), Handbuch der örtlichen Sozialplanung, Frankfurt/M.,

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Frings, Peter, Jugendhilfeplanung - eine Herausforderung

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Gläff, Holger/Herrmann, Franz, Strategien der Jugendhilfeplanung,

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Jordan, Erwin/Schone, Reinhold (Hg.), Handbuch Jugendhilfeplanung

- Grundlagen, Bausteine, Materialien,

Münster, 1998

Jordan, Erwin/Schone, Reinhold, Jugendhilfeplanung -

aber wie? Eine Arbeitshilfe für die Praxis, Münster, 1992

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444

Kreidenweis, Helmut, EDV-Einsatz im Jugendamt, in

NDV, Heft 7/1999, S. 229-234

Kommunale Gemeinschaftsstelle (Hg.), Integrierte Fachund

Ressourcenplanung in der Jugendhilfe, Bericht Nr.

3/1996, Köln, 1996

Kommunale Gemeinschaftsstelle (Hg.), Kontraktmanagement

zwischen öffentlichen und freien Trägern in der

Jugendhilfe, Bericht Nr. 12/1998, Köln, 1998

34


9. Literaturhinweise

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und Jugendverbände - Rechtliche Grundlagen,

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mädchengerechte Planung, Hannover, 1994

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(Hg.), Empfehlungen der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe

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Landschaftsverband Westfalen-Lippe/Landesjugendamt

(Hg.), 1. Anschlussprojekt zur Sozialraumanalyse

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Merchel, Joachim, Kooperative Jugendhilfeplanung - eine

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Münder, Johannes (Hg.), Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar

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Münder, Johannes/Becker, Sabine, Rechtliche Aspekte

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Rauschenbach, Thomas/Schilling, Matthias (Hg.), Die

Kinder- und Jugendhilfe und ihre Statistik, Bd. 1 : Einführung

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Rauschenbach, Thomas/Schilling, Matthias (Hg.), Die

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und Jugendhilfeplanung, Bd.

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Schwaab, Fritz, Lehr- und Praxiskommentar SGB VIII,

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Simon, Titus (Hg.), Jugendhilfeplanung - Ergebnisse einer

bundesweiten Untersuchung, Baltmannsweiler,

1997

35


Empfehlungen zur Jugendhilfeplanung der Jugendämter

10. Mitglieder der Projektgruppe

Bethlehem, Klaus

Landschaftsverband Westfalen-Lippe,

Landesjugendamt (Federführung)

Bolz, Hans-Peter

Rheinisch Bergischer Kreis

Brix-Leusmann, Ila

Stadtverwaltung Wesel

Buhleier, Michael

Stadtverwaltung Bergisch Gladbach

Elschenbroich, Elisabeth

Diözesancaritasverband Köln

Frings, Peter

Diözesancaritasverband Münster

Glenneschuster, Jochen

Stadtverwaltung Recklinghausen

Groß, Michael

Diakonisches Werk Westfalen

Hemker, Bernd

Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband,

Kreisverband Unna

Hermes, Michael

ehem. Mitarbeiter Landschaftsverband-Westfalen-

Lippe, Landesjugendamt

Herter-Bischoff, Ortrud

Stadtverwaltung Frechen

(Städte- und Gemeindebund NRW)

Janßen, Beate

Stadtverwaltung Unna

Leimert, Katrin

ehem. Mitarbeiterin Landschaftsverband

Westfalen-Lippe, Landesjugendamt

Materla, Karl

Stadtverwaltung Münster (Städtetag NRW)

Meier, Sandra

Landschaftsverband Westfalen-Lippe,

Landesjugendamt

Müller, Wilhelm

Landesjugendring NRW e.V.

Müller-Brackmann, Ursula

Stadtverwaltung Mönchengladbach

Schmal, Ingeborg

Landschaftsverband Rheinland, Landesjugendamt

Scherer-Ohnemüller, Doris

Landschaftsverband Rheinland, Landesjugendamt

Selbach, Bernd

Landschaftsverband Rheinland, Landesjugendamt

Sieveking, Wolfgang

Stadtverwaltung Gütersloh

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