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A&D − AUTOMATION & DRIVES I JULI 2010 I 12. JAHRGANG I WWW.AuD24.NET

VORSPRUNG AUTOMATION

7+8.2010

DESIGN ALS AUSDRUCK

Steckverbinder

VON FUNKTIONALITÄT

INDUSTRIAL ETHERNET Wer macht das Rennen? S. 38

ANWENDUNG Sensorik und IBV prüfen auf Vollständigkeit ab S. 42

S&I-SAFETY Full House im Normen-Poker S. 56

TITELBILD-SPONSOR: HARTING


Effizienz hat jetzt

einen Namen – INVEOR

Basierend auf einem breiten Know-how bei der Entwicklung und Fertigung

kundenspezifi scher Antriebstechnik ist bei KOSTAL eine innovative Plattform

für Antriebsregler entstanden - unser INVEOR. Hier nur einige Vorteile:

• Effi zienzsteigerung bei zahlreichen Applikationen möglich

• Universell (Plattformgedanke) und doch individuell

(kundenspezifi sche Anpassungen in Hard- und Software)

• Kompatibel mit allen gängigen Motorarten

Überzeugen auch Sie sich von den Vorteilen unserer Antriebsreglerplattform

INVEOR.

Intelligent verbinden - das rechnet sich.

KOSTAL Industrie Elektrik GmbH

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EDITORIAL

Vom richtigen

Fehler

Journalismus ist stets korrekt – wenigstens was Grammatik und Rechtschreibung

anbelangt. Freilich, es schleicht sich schon einmal der Fehlerteufel ein,

aber generell ist ihm der Kampf angesagt.

Nun ist es aber mit der Kommunikation so eine Sache. Denn der Mensch an

sich spricht nicht fehlerfrei. Da enden Sätze im Nirwana, rasen dahin ohne

Punkt und Komma oder werden mittels „Äh“ in handliche Verständnishäppchen

unterteilt.

Weil Sie, liebe Leser, sich aber auf den Inhalt der Aussagen konzentrieren

sollen, liefern die Redakteure Ihnen ein glattpoliertes Deutsch. Fehlerfrei

und stets korrekt. Auch die Versprecher, und davon gibt es genügend, enthalten

wir Ihnen natürlich vor. Es sei denn, der Versprecher ist zukunftsweisend.

So sprach während seiner Eröffnungsrede auf der Automatica 2010 in

München der bayerische Staatsminister Martin Zeil von der „Transferenz“

und trifft damit eine wesentliche Herausforderung für den deutschen Maschinenbau

mit einem Wort auf den Kopf.

Um am weltweiten Markt und unter dem Druck einer sich zunehmend entwicklenden

chinesischen Ingenieurswissenschaft bestehen zu können, müssen

sich die deutschen Maschinenbauer zusammenschließen. Die Kommunikation

untereinander muss transparenter werden und es muss ein

Wissenstranfer der unterschiedlichen Disziplinen stattfinden. Denn nur mit

vereinten Kräften wird der deutsche Maschinen- und Anlagenbau weiterhin

seine Führungsposition in der Welt verteidigen können. In diesem Sinne:

Clustern Sie schon?

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DIMENSIONSMESSUNG

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A&D 7+8.2010

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INHALT

Auftakt

Projektieren & Planen

Antreiben & Bewegen

6 BILDREPORTAGE

Automation hautnah

Mit der Linse eingefangen:

Ethernet-Switche

22 TITELSTORY

Funktional und flexibel

Han-Yellock: Design als

Ausdruck von Funktionalität

30 ANTRIEBSREGLER

Entweder...oder?

Gretchenfrage: Standardisiert

oder individualisiert?

10 BRANCHENGEFLÜSTER

Ohr am Markt

Aktuelle Meldungen

14 AUTOMOBILPRODUKTION

Automobil produktion rollt

Export kurbelt deutsche

Automobilindustrie an

19 MESSERÜCKBLICK

Highlights der Automatica

Was der Minister auf der

Messe zu sehen bekam

20 LIVE VOR ORT

Automation in Baden-Baden

Fertigungsautomation im Fokus

des VDI-Kongresses

24 TITELSTORY-INTERVIEW

„Trends zu setzen, ist

unser Anspruch“

Andre Beneke und Frank Quast,

Harting Technologiegruppe

26 INTERVIEW

„Blühende Landschaften“

Christian Wolf, Turck, über die

Stärke vor, in und nach der Krise

28 INTERVIEW

„Raus aus dem Tal der Tränen“

Frank Ferchau, Ferchau Engineering

33 INTERVIEW

60 Sekunden mit...

Reinhard Mauerschitz, KML,

über neue Linearmotoren

34 SONDERANTRIEBE

Für besondere Ansprüche

So bleibt die Drehtür geschlossen

36 PRODUKTVORSPRUNG

Antreiben & Bewegen

21 INTERVIEW

„Kabelschlepp wird

weiterbestehen“

Hintergünde der Übernahme

durch Tsubaki

Einfach, schnell und intuitiv –

so realisieren Sie Ihr Automatisierungsprojekt!

4 A&D 7+8.2010


INHALT

Steuern & Vernetzen

Versorgen & Verbinden

-Safety

37 INTERVIEW

„Für den Mobilfunk spricht

sehr, sehr viel“

Bernhard Bleitner, Mdex

49 STANDPUNKT

Zukunft Wasserkühlung

Thomas Steffen, Rittal, sagt Ja zur

Wasserkühlung

56 RICHTLINIEN & NORMEN

Antworten zur EN ISO 13849

Gefragt – geantwortet: Experten

klären auf

38 STANDPUNKT

Wer wird 2020 Marktführer?

Ethernetbasierte Kommunikationsstandards

in der Diskussion

50 ENTWÄRMUNG

Sechs Gerüchten auf der Spur

Wie kommt die Wärme aus dem

Schaltschrank?

60 SICHERHEITSTECHNIK

Integrierte Sicherheit

Synergien zwischen Sicherungsund

Steuerungsfunktionen nutzen

40 PRODUKTVORSPRUNG

Steuern & Vernetzen

53 INTERVIEW

„Wir sorgen für die

richtigen Mittel“

Markus Nerge, Lohmeier, sagt

Kondensat den Kampf an

63 MASCHINENSICHERHEIT

„Der CE-Beauftragte darf

kein Bürokrat sein“

Helmut Frick, IBF

Messen & Erkennen

54 PRODUKTVORSPRUNG

Versorgen & Verbinden

42 ULTRASCHALL-SENSOREN

Kontrolle von Kleinstobjekten

Fertigungsüberwachung von

Miniaturbauteilen

45 BILDVERARBEITUNG

Alle anwesend?

Prüfung auf Vollständigkeit

in der Autombilproduktion

48 PRODUKTVORSPRUNG

Messen & Erkennen

Standards

3 Editorial

44 Impressum

44 Inserenten

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A&D 7+8.2010

5


AUTOMATION HAUTNAH

Kommunikation verbindet: Auf den folgenden Seiten zeigt A&D, dass die industriellen Ethernet-Switche

von Moxa sowohl ein technisches als auch ein optisches Highlight sind

TEXT: Anke Grytzka, A&D FOTOS: Dominik Gierke


BILD-PROMOTION | AUTOMATION HAUTNAH


BILD-PROMOTION | AUTOMATION HAUTNAH

Die Zukunft spricht ToughNet

Dass sich industrielle Systemintegratoren

in der ganzen Welt

seit über 23 Jahren auf Moxa-

Produkte zur Gerätevernetzung

verlassen, spricht für sich. Durch

die Zusammenarbeit mit einem

Netzwerk zertifizierter Distributoren

kann das Unternehmen

Systemintegratoren und Value-

Added-Resellern in über 60

Ländern industrielle Netzwerktechnik

bieten. Dass der Kunde

und seine Technik bei Moxa im

Mittelpunkt stehen, zeigen die

speziell für Fahrzeuge und den

Schienenverkehr entwickelten

EN50155-konformen ToughNet-

Switches. Sie widerstehen spezifischen

Umgebungsbedingungen

wie Erschütterungen, Spannungsänderungen

und Störstrom. Die

Produktlinie orientiert sich an der

Zukunft – schon heute verfügt sie

über Power-over-Ethernet für

vereinfachte Netzwerkverbindungen,

TurboRing für eine hohe

Verfügbarkeit durch exzellente

Redundanz sowie Bypass-Relais.

Vibrationsfeste M12-Stecker,

zahlreiche Leistungseingänge und

eine Betriebstemperatur zwischen

–40 und +75 °C sorgen zudem

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9


AUFTAKT | BRANCHENMELDUNGEN

OHR AM MARKT

Aktuelles aus der Automatisierungswelt

ADEPT KAUFT MOBILEROBOTS

Der Hersteller von Industrierobotersystemen

Adept Technology übernimmt

MobileRobots, einen Anbieter

von autonomen mobilen Robotern, mit

Sitz in New Hamphire, USA.

> MORE@CLICK AD6892630

BONFIGLIOLI-GRÜNDER GESTORBEN

Clementino Bonfiglioli, der Gründer des

gleichnamigen italienischen Anbieter für

Antriebstechnik, ist Anfang Juli im Alter

von 82 Jahren nach kurzer Krankheit

gestorben. > MORE@CLICK AD6892940

PARTNER IM VERTRIEB

SVS-Vistek und IDS arbeiten auf Vertriebsebene

zusammen. Seit Juli ist IDS

offizieller Distributor für die Kameras

von SVS-Vistek in Deutschland.

> MORE@CLICK AD6892820

FANUC-AWARD FÜR STEFAN MÜLLER

Im Rahmen der Automatica hat Fanuc

Robotics erstmals den Fanuc Robotics

Award für ein Lebenswerk verliehen – an

den ehemaligen Kuka-Geschäftsführer

Stefan Müller. > MORE@CLICK AD8692790

PRÄSENZ IN SÜDOSTASIEN

Beckhoff Automation baut mit einem

eigenen Tochterunternehmen in Malaysia

seine Präsenz auf dem südostasiatischen

Markt aus.

> MORE@CLICK AD6892620

AUSZEICHNUNG FÜR TRUMPF

Für die Laserschneidmaschine TruLaser

1030 erhielt Trumpf in England den

Metalworking Production Award 2010.

> MORE@CLICK AD6892850

ABSCHIED VON KRONES-GRÜNDER

Hermann Kronseder, Gründer und Seniorchef

des Verpackungsunternehmens

Krones, ist im Alter von 85 Jahre verstorben.

> MORE@CLICK AD6892710

Zweiter Innovationstag der SmartFactory

Zum zweiten Innovationstag hat die

Initiative SMARTFACTORY Mitte Juni

Vertreter aus Wissenschaft und Industrie

nach Kaiserslautern geladen. Über die

technischen Entwicklungen rund um die

intelligente Fabrik der Zukunft informierten

die Referenten: Zunächst ging

es um regionale Kompetenzentwicklung.

Im zweiten Vortragsblock stand die

Maschinen- und Anlagenbau weiterhin stark

Der Auftragseingang im deutschen

Maschinen- und Anlagenbau lag im Mai

Der Auftragseingang lag im Mai 2010 um

real 61 Prozent über dem Vorjahresergebnis

Kuka beschließt Kapitalerhöhung

Till Reuter, Vorstandsvorsitzender

von KUKA, gab auf der Automatica 2010

in München eine vom Vorstand beschlossene

Kapitalerhöhung bekannt.

Das Grundkapital der Gesellschaft steigt

von bisher rund 76 Millionen Euro auf

etwa 88 Millionen. Die Bezugsfrist für

die Neuen Aktien endete Ende Juni.

Großaktionär Grenzebach Maschinenbau

hält in Zukunft 25,2 Prozent der Aktien

an der Kuka AG. Ein strategisches

Ziele des Unternehmens für die zukünf-

SmartFactory als überregionales Kompetenzzentrum

und ihre Abstrahlung im

Fokus. Die Vorträge beschäftigten sich

zudem mit der Fragestellung, wie Informations-

und Kommunikationstechnik

Innovationen anstoßen. SmartFactory

wurde 2005 mit dem Ziel gegründet, innovative

Industrieanlagentechnik zu

entwickeln. > MORE@CLICK AD6893010

2010 um real 61 Prozent über dem Ergebnis

des Vorjahres, teilte der VDMA mit.

Das Inlandsgeschäft stieg um 50 Prozent.

Bei der Auslandsnachfrage gab es ein

Plus von 68 Prozent im Vergleich zum

Vorjahresniveau. In dem von kurzfristigen

Schwankungen weniger beeinflussten

Dreimonatsvergleich März bis Mai

2010 ergibt sich insgesamt ein Plus von

37 Prozent im Vorjahresvergleich, bei

den Inlandsaufträgen ein Plus von 37

Prozent und bei den Auslandsaufträgen

ebenfalls ein Plus von 37 Prozent.

> MORE@CLICK AD6892720

tige Entwicklung: in den BRIC-Staaten,

Brasilien, Russland, Indien und China,

weiter wachsen. „Auch unsere Kunden

wachsen dort stark“, sagte Reuter. Die

Marktanteile der Industrieroboter in der

Automobilindustrie will Kuka sichern

und in der General Industry weitere Anteile

hinzugewinnen. Zugleich sollen die

Kosten im Unternehmen sinken. 2010

will der schwäbische Roboterhersteller

etwa 65 bis 70 Millionen Euro einsparen.

> MORE@CLICK AD7892770

10 A&D 7+8.2010


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Highspeed-Steckverbinder für

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AUFTAKT | BRANCHENMELDUNGEN

50 Jahre I: Feier im großen Kreis

„Nicht nur ein Produkt entscheidet

über den Erfolg eines Unternehmens,

sondern die Menschen, die dahinter stehen“,

leitete Gebhard Kübler, Geschäftsführer

des Familienunternehmens KÜB-

LER, die Jubiläumsfeier Anfang Juli ein.

Daher wurde im großen Kreis gefeiert –

600 Teilnehmer aus 33 Nationen haben

sich angemeldet, um das 50-jährige Bestehen

des Unternehmens zu feiern. Mit

der Gründung von Fritz Kübler Feingerätebau

legte Fritz Kübler 1960 den

Grundstein für das heute weltweit agierende

Unternehmen. Heute stützt sich

die Kübler-Gruppe auf drei Geschäftsbe-

Praxisseminar zur Maschinenrichtlinie

Das Praxisseminar „Die Maschinenrichtlinie

2006/42/EG - Änderungen,

Anforderungen, Lösungen“ am 9. September

2010 in Frankfurt verdeutlicht

die Neuerungen der Maschinenrichtlinie

und wie Unternehmen diese möglichst

effizient umsetzen. Auch auf den Umgang

mit Hilfsmitteln zur Risikobeurteilung

von Maschinen und Teilmaschinen,

die Auswahl und den Einsatz von Checklisten

und sowie Tipps zur Konstruktion

sicherheitsgerichteter Maschinensteuerungen

geht das Seminar ein. Zudem lernen

Teilnehmer Produkthaftungsrisiken

50 Jahre II: Jubiläum mit Ehrung

Mit einem Tag der offenen Tür und

einem großen Event in der Oskar-Lapp-

Halle der Neuen Messe Stuttgart hat die

LAPP-GRUPPE ihr Jubiläum zum 50-

jährigen Bestehen gefeiert. Höhepunkt

der Hausmesse war die Verabschiedung

einer Kabeltrommel auf Weltreise. „Das

Jubiläumsfest ist ein Dankeschön an unsere

Kunden und Mitarbeiter, die uns in

schwierigen Zeiten unterstützt und an

uns geglaubt haben. Wir wollen damit

Aufbruchstimmung vermitteln und motivieren“,

so Andreas Lapp. Im Rahmen

des Jubiläums wurde auch der 80. Geburtstag

der Unternehmensgründerin

Erika Kübler sowie die beiden Söhne und

Geschäftsführer Lothar (l.) und Gebhard (r.)

reiche: Weg- und Winkelsensorik, Zählund

Prozesstechnik und Übertragungstechnik.

> MORE@CLICK AD6893030

zu erkennen und richtig einschätzen.

Zielgruppe der Veranstaltung sind Maschinen-

und Anlagenbauer, Fach- und

Führungskräfte in Konstruktion, Entwicklung

und Qualitätsmanagement, Sicherheitsbeauftragte,

Arbeitsschutzbeauftragte,

Elektrokonstrukteure, Anlagen-

und Produktionsplaner, Instandhalter

sowie Verantwortliche für

sicherheitstechnische Konzeption von

Maschinen. Anmeldung und alle wichtigen

Details stehen im Internet zur Verfügung

unter www.AuD24.net/Practice.

> MORE@CLICK AD6892990

Familie Lapp mit Ministerpräsident (2.v.l.)

Ursula Ida Lapp gefeiert. Dazu kam auch

der baden-württembergische Ministerpräsident

Stefan Mappus und verlieh der

Gründerin die Staufermedaille.

> MORE@CLICK AD6892640

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A&D 7+8.2010


[www.energieeffizienz-produktion.de]

Energieeffizienz in der Produktion

Optimierungspotenziale finden, praktisch umsetzen

und technische Neuerungen bewerten

10. und 11. November 2010 in Düsseldorf

Angesichts steigender Energiepreise und der wachsenden Bedeutung einer nachhaltigen Produktion werden

energieeffiziente Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse an allen Stationen der Wertschöp fungskette zu einem

immer wichtigeren Wettbewerbs faktor. Alle Unternehmen müssen heute ihre Energieeffizienz steigern, um sich

die Zukunftsmärkte zu sichern. Die Fachtagung Energieeffizienz in der Produktion zeigt branchenübergreifend

wirtschaftlich umsetzbare Optimierungspotenziale für den Einsatz von Energie auf. Dabei werden sowohl leicht

anwendbare Einzelmaßnahmen für unterschiedliche Aspekte der Produktion betrachtet, die rasch erste Erfolge

bringen können, als auch ganz heitliche Energiekonzepte.

Nach der hervorragenden Resonanz im letzten Jahr werden auch auf dieser Tagung Best-Practice-Beispiele vorgestellt,

die direkt bei der Lösungsfindung für das eigene Unternehmen helfen.

Tagungsleiter

Prof. Dr.-Ing. Jens Hesselbach » upp – Umweltgerechte Produkte und Prozesse, Universität Kassel

Bild: Lenze AG

Fachbeirat

• Otmar Frey, Leiter Abteilung Umweltschutz politik

» Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronik -

industrie e.V. (ZVEI), Frankfurt

• Juliane Hübner, Leiterin Forum Energie

» Verband Deutscher Maschinen- und Anlagen -

bau e.V. (VDMA), Frankfurt

• Dr. Karlhorst Klotz, Chefredakteur Energy 2.0

» publish-industry Verlag GmbH, München

• Dipl.-Ing. Gerd Marx, Abteilungsleiter Energie -

beratung » EnergieAgentur.NRW, Wuppertal

• Dipl.-Ing. Johannes Schilp, Geschäftsführer des

iwb Anwenderzentrums Augsburg » TU München

Teilnehmerstimmen

»Guter Überblick über das Thema Energieeffizienz

und interessante Impulse für best practices.«

Werner Setzwein » BASF SE

»Interessante, inhaltsorientierte Veranstaltung

mit hoher Fachkompetenz der Teilnehmer.«

Dr. Michael Bunk » TÜV SÜD

»Sehr gute Referenten; Betrachtung der gesamten

Prozesskette; gute Sekundärinformationen.«

Frank Knafla » Phoenix Contact Electronics GmbH

Werksbesichtigung bei der BEKO

TECHNOLOGIES GMBH in Neuss

(begrenzte Teilnehmerzahl)

Veranstalter

Mit freundlicher

Unterstützung von

Veranstaltungsort

relexa hotel Airport

Düsseldorf-Ratingen

Berliner Straße 95-97

40880 Düsseldorf Ratingen

Kontakt

Carl Hanser Verlag

Lucia Femerling

Projektleitung

Kolbergerstraße 22

81679 München

Tel.: +49/89/998 30-674

Fax: +49/89/998 30-157

seminare@hanser.de

Teilnahmepreis

€ 990,– · Sonder preis für

Abonnenten der Fachzeit -

schriften Kunst stoffe, WB

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2.0, A&D und P&A: € 920,–

Alle Preise zzgl. MwSt.


AUFTAKT | ÜBERBLICK AUTOMOBILPRODUKTION

Export bringt Automobilproduktion ins Rollen

Im vergangenen Jahr führten uns die Medien – nicht zuletzt aufgrund des Opel-Debakels – die

Relevanz der Automobilindustrie für die deutsche Wirtschaft unweigerlich vor Augen. Daher

gilt das Interesse dem Wohlbefinden der deutschen Automobilbauer – und diese befinden sich,

dank der dynamischen Entwicklung der Auslandsmärkte, wieder in guter Verfassung.

TEXT: Anke Grytzka, A&D FOTOS: BMW, VDA

14 A&D 7+8.2010


ÜBERBLICK AUTOMOBILPRODUKTION | AUFTAKT

CAN-Hardware

für mobile Anwendungen

Die deutsche Automobilindustrie galt und gilt als Zugpferd

der deutschen Industrie. Immerhin leistete die Branche im

Jahr 2008 mit einem Umsatz von rund 290 Milliarden Euro gut

20 Prozent des Gesamtumsatzes der deutschen Industrie. Doch

als nach dem langanhaltenden US-Immobilienboom die Spekulationsblase

platzte, platzten mit ihr auch die Kredite. Und

die Finanzmarktkrise, die sich zu einer weltweiten Wirtschaftskrise

ausdehnte, zog nach und nach zahlreiche Industriezweige

in ihren Bann – allen voran die Automobilindustrie. Denn

gerade dieser Wirtschaftszweig ist von einem starken Export

abhängig – gehen doch drei von vier in Deutschland gebaute

Autos an Kunden im Ausland. Wie bedeutend die Rolle des

Exports für den deutschen Automobilbau ist, verdeutlicht auch

die aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Ifo

zur Entwicklung des PKW-Marktes. Laut dieser werden deutsche

Automobilbauer in diesem Jahr voraussichtlich 8,5 Prozent

mehr PKWs produzieren. Allerdings geht das Wachstum

ausschließlich auf die erwartete Ausweitung der Auslandsnachfrage

zurück, die nach dem starken Rückgang 2009 (–29,6

Prozent) im laufenden Jahr um etwa 20 Prozent zunehmen

dürfte. Im Inland dagegen sind die Aussichten eher düster,

denn hier rechnet das Ifo-Institut mit einem Rückgang des Absatzes

der deutschen Hersteller um 18 Prozent. Doch aufgrund

der starken Nachfrage aus dem Ausland liegt der Exportanteil

bei fast 75 Prozent und ergibt insgesamt ein deutliches Produktionsplus.

Der Rückgang des Inlandsgeschäftes ist vor allem der Abwrackprämie

von 2009 geschuldet. „Viele Deutsche zogen ihren

geplanten Autokauf vor, sodass die Nachfrage im laufenden

Jahr fehlt. Wir rechnen deshalb mit insgesamt 25 Prozent

weniger Neuzulassungen“, erklärt Ifo-Wissenschaftler Reinhard

Hild. Besonders ausländische Hersteller von Klein- und

Mittelklassewagen, die im vergangenen Jahr stark von der Abwrackprämie

profitiert haben, sind in diesem Jahr von dem

CAN und CANopen

Analyse- und Konfigurationsaufgaben

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und flexibel meistern?

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Möglichkeiten!

IXXAT Interfacekarten kommen bei CAN und

CANopen basierenden Automatisierungslösungen

in Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus,

der Medizintechnik sowie der Bahn- und

Schiffs technik zum Einsatz. Für die Anbindung

an den PC stehen Treiber für Windows, Linux,

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AUFTAKT | ÜBERBLICK AUTOMOBILPRODUKTION

„EINE DURCHGÄNGIGE AUTOMATISIERUNG

IST ABSOLUTE NOTWENDIGKEIT“

Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender der Profibus Nutzerorganisation (PNO), über den Wandel von

Kommunikationsstandards in der Automobilindustrie

FRAGEN: Anke Grytzka, A&D FOTO: PNO

A&D: Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen haben

im Jahr 2003 die Automatisierungsinitiative Deutscher Automobilhersteller

(AIDA) ins Leben gerufen. Welche Aufgaben,

Forderungen und Ziele stehen hinter diesem Zusammenschluss?

Jörg Freitag: Ziel war es, Technologie zu vereinheitlichen

und zu standardisieren. Im Mittelpunkt steht dabei die einfache

und einheitliche Anbindung der eingesetzten Automatisierungskomponenten.

So soll der Entwicklungsaufwand und die

Produktvielfalt beim Hersteller reduziert und natürlich die

16

A&D 7+8.2010


ÜBERBLICK AUTOMOBILPRODUKTION | AUFTAKT

Kosten für den Anwender gesenkt werden. Daneben profitieren

die Anwender von einem reduzierten Engineering-Aufwand

bei der Anlagenerstellung, Einsparungen bei laufenden

Kosten wie Instandhaltung, Schulungen und Dokumentation

sowie geringeren Hardware-Kosten durch ein breites Produktangebot

von verschiedenen Herstellern.

Einheitlichkeit ist also das Schlagwort – ist das der Grund für

den Wandel von Feldbussystemen hin zu Industrial Ethernet?

In der Automobilindustrie steigt heutzutage die Zahl an

Fahrzeugmodellen, die Stückzahlen der einzelnen Modelle

schwanken und die Anforderungen an die Produktionsprozesse

wachsen. Die Fahrzeugprojekte und damit die Anlauf- beziehungsweise

Umbauzeiten werden immer kürzer. Eine

durchgängige und standardisierte Automatisierung wird als

absolute Notwendigkeit gesehen, um die Produktion effizient

zu steuern, zu überwachen und zu warten sowie genügend

Spielraum bei der Einführung neuer Baureihen oder anderen

Anpassungen zu besitzen.

Und was hat Profinet, was andere Kommunikationsstandards

nicht haben?

Während früher drei Bussysteme verlegt wurden – ein

Bussystem für die Produktion, eines für die Sicherheit und

eine Ethernet-TCP/IP-Anbindung, um auf die Daten zugreifen

zu können – ist heute mit Profinet ein Bussystem ausreichend.

Das ist allen voran ein ganz klarer Kostenvorteil. Weiterhin

können neben dem Einsatz der Wireless-Technologie

weitere Vorteile wie größere Mengengerüste und höhere

Performance sowie ausgezeichnete Diagnosemöglichkeiten

genutzt werden.

Die Kosten sind heutzutage ein ausschlaggebender Faktor.

Läutet Profinet als zukünftiger Netzwerkstandard das Ende

von Profibus ein?

Profibus ist heute mit deutlich mehr als 30 Millionen Geräten

im Markt das erfolgreichste Feldbussystem aller Zeiten,

und jedes Jahr kommen im Schnitt vier Millionen neue Profibus-Geräte

hinzu. Mit Profinet steht unseren Kunden eine

hervorragende Alternative zur Verfügung, die innovative Ansätze

und Funktionen bietet. Bislang wurden mehr als zwei

Millionen Geräte verkauft.

Und wie wirkte sich die Forderung nach Profinet auf die Zulieferer

aus?

Die Zulieferfirmen wurden durch die Entscheidung der

AIDA bestärkt, auf Profinet basierende Systeme und Produkte

zügig auf den Markt zu bringen und damit die Anforderungen

der Automobilwerke der nächsten Generation zu erfüllen.

Wenn große Automobilhersteller wie BMW, Volkswagen, Audi

oder Daimler Profinet als zukünftigen Netzwerkstandard fordern,

müssen gewichtige Vorteile dahinterstehen.

Neben der Echtzeitfähigkeit bietet Profinet immer die Offenheit

für TCP/IP- und IT-Kommunikation und deckt dabei

auch alle Anforderungen der Sicherheitstechnik mit ab. Auch

der Investitionsschutz spielt eine wichtige Rolle: Profinet ermöglicht

es, alle gängigen Feldbussysteme einzubinden. In der

Automobilindustrie hat die frühzeitige Einigung auf Profinet

Vorteile für alle Beteiligten mit sich gebracht: Für den Automobilhersteller,

der sich auf eine Entwicklung verlassen und

damit auf die eigentliche Produktion konzentrieren konnte,

und für den Zulieferer, der wusste, dass dieser Standard in der

Automobilindustrie gefragt ist.

Konzentration auf das Wesentliche ist einer der Vorteile, die

Profinet mit sich bringt. Welche weiteren haben sich bei konkreten

Applikationen noch ergeben?

Durch die Wireless-Technologie, die zwischen stationären

und fahrenden Anlagenteilen genutzt wird, kann beispielsweise

die störanfällige Verlegung von Datenkabeln in Schleppketten

vermieden werden. Somit konnte ein großer Teil der Verkabelung

und der sonst notwendigen Klemmstellen entfallen,

was letztlich der Verfügbarkeit der Anlage zugute kommt. Ein

weiteres Beispiel ist die Zeit für einen Werkzeugwechsel, die

sich direkt auf die Durchlaufzeit einer Anlage auswirkt – zum

Beispiel beim Tausch einer Schweißzange bei Robotern in der

Automobilindustrie. Deswegen ist ein schneller Gerätehochlauf

vom Einschalten der Spannung bis zum Datenaustausch notwendige

Voraussetzung für diese Applikationen. Der FastStart-

Up-Mechanismus von Profinet verkürzt dabei die Durchlaufzeit

der Anlage.

Noch finden in der Automobilproduktion häufig Feldbussysteme

wie Profibus oder Interbus Anwendung. Wird sich hier – Ihrer

Meinung nach – in den nächsten Jahren ein Wandel vollziehen?

Die Automobilindustrie kann heute eine stattliche Zahl an

Projekten mit einer durchgängigen Profinet-Vernetzung vom

Roboter bis zum Schaltschrank vorweisen. Das heißt: Der

Wandel hat bereits begonnen.

A&D 7+8.2010

17


AUFTAKT | ÜBERBLICK AUTOMOBILPRODUKTION

verschiedenste Ausführungen

modularer Aufbau

patentierte Eigensicherheit

große Lagerpalette

hohe Lebensdauer

moderne, rationelle Fertigungsverfahren

eigener Werkzeug- und Maschinenbau

F+E Kompetenzzentrum

über 500 qualifizierte Mitarbeiter

„Die deutschen Automobilunternehmen

nutzen ihre Chance insbesondere auf den

internationalen Wachstumsmärkten. Wichtige

Impulse kommen im bisherigen Jahresverlauf

aus China und den USA.“

Matthias Wissmann, Präsident des VDA

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schwachen Absatz in Deutschland betroffen. Aber auch die

deutschen Volumenhersteller bleiben von der Entwicklung

nicht verschont, denn auch sie werden erhebliche Einbußen

hinnehmen müssen. Für das Jahr 2011, wenn die Nachwirkungen

der Abwrackprämie überwunden sind, prognostiziert das

Ifo-Institut eine Zunahme des Inlandsabsatzes der deutschen

Hersteller um 14 Prozent.

Dynamischer Auslandsmarkt kompensiert

schwachen Inlandsmarkt

Richtet man den Blick auf die internationalen Automobilmärkte

zeigt sich ein eindeutiger Trend. Die weltweite PKW-

Nachfrage nimmt weiter Fahrt auf, sodass sich der Markt langsam

stabilisiert. Einzig die PKW-Nachfrage in Westeuropa

sowie den neuen EU-Länder ist noch leicht rückläufig. „Die

deutschen Automobilunternehmen nutzen ihre Chance insbesondere

auf den internationalen Wachstumsmärkten. Wichtige

Impulse kommen im bisherigen Jahresverlauf aus China und

den USA“, so Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der

Automobilindustrie (VDA). Neben den Wachstumsträgern

Asien und USA zeigen auch in Russland die Absatzzahlen nach

oben. In der Gesamtheit betrachtet, verstetigt sich die positive

Entwicklung auf den Weltmärkten. Die Auftragseingänge aus

dem Ausland nahmen im Mai 2010 um 22 Prozent zu und stiegen

damit zum zehnten Mal in Folge. Auch hier kommt wieder

die Relevanz des Exportgeschäftes zum Tragen, denn aufgrund

der starken Nachfrage aus dem Ausland wurde die Produktion

in deutschen Werken auf rund 470 000 Fahrzeuge erhöht – ein

Plus von zehn Prozent gegenüber dem produktionsstarken Mai

2009. „Die dynamische Entwicklung der Auslandsmärkte wirkt

sich damit positiv auf die Inlandsproduktion aus und kompensiert

den erwarteten Rückgang auf dem deutschen Markt“, erklärt

Wissmann. ☐

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seit 1963

A&D 7+8.2010


AUTOMATICA | AUFTAKT

MESSERUNDGANG

Der bayerische Staatsminister Martin Zeil hat sich auf der Automatica 2010 einen Eindruck von neuen

technischen Entwicklungen verschafft. A&D hat nachgefragt, was ihm die Aussteller gezeigt haben.

TEXT: Nicole Wittmann, A&D FOTOS: A&D; Messe München

„Mir war es eine besondere Freude den

Staatsminister als Gastgeber der Messe auf

unserem Stand begrüßen zu dürfen.

Natürlich sehe ich den Besuch bei uns

stellvertretend für die Bildverarbeiter auf

der Automatica. Die Bildverarbeitung ist

stark innovationsgetrieben, da hätte es auch

auf den Nachbarständen tolle Exponate

gegeben. Gezeigt habe ich dem Minister

unsere neuen 3D-Verfahren.“

Olaf Munkelt (r.), MVTec Software,

mit Staatsminister Martin Zeil

„Herr Zeil hat bei uns einen Service-

Roboter bedient. Er hat sich auf

unserem Messestand in einem

nachgebildeten Wohnbereich eine

Flasche Wasser aus dem Kühlschrank

bringen lassen. Der Roboter verfügt

über zwei Arme und kann damit

menschenähnliche Tätigkeiten

ausführen. Die Technik hat Herrn

Zeil sehr, sehr gut gefallen und er hat

sich positiv geäußert.“

Wilhelm Seitz, Yaskawa Europe

„Ich habe dem Staatsminister unseren

neuen Robotertyp vorgestellt. Der

Leichtbauroboter ist nachgiebig und stellt

deshalb in der direkten Zusammenarbeit

mit dem Menschen keine Gefahr dar. In

der Produktion geht die Industrie damit

neue Wege für neuartige Produktionsassistenten.

Die Ideen dafür kommen

ursprünglich aus der Raumfahrt.“

Gerd Hirzinger, Deutsches Zentrum

für Luft- und Raumfahrt

„Wir haben Herrn Zeil unsere

Klick-Zelle präsentiert. Ein

neuartiges System bestückt mit

bekannter Technik. Es wurde für

den deutschen Markt entwickelt

und ist sehr platzsparend. Die

einzelnen Arbeitsstationen sind

flexibel austauschbar, wird eine

ausgetauscht, erfasst das die

Steuerung und stellt den Linearmotor

darauf ein.“

Alexander Sedlak, ATS Automation

Tooling Systems

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A&D 7+8.2010

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AUFTAKT | VDI-KONGRESS

AUTOMATION IN BADEN-BADEN

Auf dem VDI-Kongress in Baden-Baden war einiges geboten.

Neben zahlreichen Vorträgen – in diesem Jahr zum ersten Mal auch mit speziellem Fokus

auf die Fertigungsautomation – blickte der VDI auf die Zukunft der Automation und

ehrte verdiente Mitglieder. Eine Zusammenfassung.

TEXT: Nicole Wittmann, A&D

Welche Perspektiven sich der Automation

nach der Krise bieten, damit beschäftigte

sich eine Studie des Fraunhofer

Instituts für System- und Innovationsforschung

im Auftrag des VDI. Die

Forscher fragten, wie viele Unternehmen

Automatisierungstechnik nutzen

und mit welcher Dynamik sie technische

Entwicklungen wie die Vernetzung

von Konstruktion, Gestaltung und Design,

Supply-Chain-Management- oder

Handhabungssysteme im Krisenjahr

2009 einführten.

Die Ergebnisse präsentierte Steffen

Kinkel, Leiter Competence Center Industrie-

und Serviceinnovationen beim

Fraunhofer Institut, zusammen mit Kurt

Bettenhausen, Vorsitzender der VDI/

VDE-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik,

auf dem VDI-Kongress

Automation 2010 Mitte Juni in Baden-Baden.

An der Umfrage beteiligten

sich rund 1500 Betriebe des deutschen

Verarbeitenden Gewerbes.

Bedarf an Automatisierung

„Nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent

der Industriebetriebe nutzen Automatisierungstechnik

intensiv“, sagte Kinkel.

Viele Betriebe setzen entsprechende

Technik überhaupt noch nicht in ihrer

Produktion ein. Ein unerschlossenes

Nutzpotenzial liege auf der Hand, so

Kinkel weiter. „Viele Automatisierungstechnologien

kommen nur in jedem

dritten Betrieb zum Einsatz. Vergebene

Chancen in vielen Unternehmen“, sagte

Bettenhausen. Denn gerade durch ihren

hohen Automatisierungsgrad blieben

deutsche Unternehmen wettbewerbsfähig,

so Bettenhausen weiter.

Während der Krise haben weniger

Betriebe in Maschinen, Anlagen und IT

investiert. Das ergab ein Vergleich der

Daten aus den Jahren 2006 und 2009.

Um ihre Produktion zu verbessern, setzten

sie stärker auf organisatorische

Maßnahmen. „Die größere Zurückhaltung

ist nicht überraschend“, sagte Kinkel.

Bettenhausen ergänzte: „Die Betriebe

haben bei den Kosten auf die Bremse

gedrückt, das heißt aber nicht, dass Investitionen

nicht nötig waren.“ Im Gegenteil:

Die Betriebe messen Technikinvestitionen

nach wie vor einen hohen

Stellenwert zu.

„Das macht Hoffnung auf eine rasche

Erholung nach der Krise, gerade

auch bei der Automatisierungstechnik

als Kostenmoderator“, so Kinkel. Bettenhausen

ist ebenso positiv gestimmt:

„Ich gehe davon aus, dass die Betriebe in

den nächsten Jahren verstärkt in Automation

investieren werden.“ Die aktuelle

Lage der herstellenden Industrie in

der Branche der Mess- und Automatisierungstechnik

wird grundsätzlich positiv

eingeschätzt, lautet das Ergebnis

einer Umfrage unter mehr als 1000

VDI/VDE-Mitgliedern. 57 Prozent der

Befragten erwarten eine positive Entwicklung,

36 Prozent sehen derzeit keine

größeren Änderungen in der wirt-

schaftlichen Entwicklung. Inspiration

zu neuen technischen Entwicklungen

und einen übergreifenden Blick auf die

Automatisierungsbranche lieferten die

Vorträge des Kongresses. Zu den zentralen

Themen zählten Design und Engineering,

Betrieb und Optimierung, Diagnose

und Wartung, Kommunikation

und Infrastruktur sowie Gesellschaft

und Ressourcen.

Die Fertigungsautomation war in

diesem Jahr zum ersten Mal auf dem

Kongress als eigener Vortragsblock vertreten.

Sie soll in den kommenden Jahren

noch stärker ins Programm eingebunden

werden. Die Prozessautomation

ist bereits seit Jahren fester Bestandteil

des Kongresses.

VDI ehrt zwei Ingenieure

Während des Kongresses ehrte der

VDI zwei Ingenieure. Die VDI-Ehrenmedaille

erhielt Hartwig Steusloff, ehemaliger

Leiter des Fraunhofer Instituts

IITB (heute ISOB) in Karlsruhe. Steusloff

wurde für sein ehrenamtliches Engagement

zum Aufbau des Kompetenzfeldes

Informationstechnik im VDI geehrt.

Eine VDI-Ehrenplakette bekam Manfred

Kastl vom Frankfurter Unternehmen

Clariant. Kastl erhielt die Auszeichnung

für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement

als Mitglied und Leiter des

GMA-Fachausschusses Stellgeräte für

strömende Stoffe. ☐

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20

A&D 7+8.2010


A&D FRAGT NACH | AUFTAKT

„Kabelschlepp

wird weiterbestehen“

Olaf Hübner, Geschäftsführer von Kabelschlepp, spricht über die

Übernahme durch Tsubaki, über Herausforderungen und Hintergründe.

FRAGEN: Nicole Wittmann, A&D

FOTO: Kabelschlepp

A&D: Wenn von einer Übernahme die Rede ist, hat das meist

einen bitteren Beigeschmack.

Olaf Hübner: Das ist unter normalen Bedingungen sicherlich

richtig, aber wenn der Geschäftsführer der Firma, die übernommen

wird, das eingefädelt hat, dann ist das anders. Und

das war bei uns der Fall.

Weshalb waren Sie für die Übernahme?

Es ist immer eine schwierige Geschichte, wenn Inhaber nicht

aktiv am Unternehmen beteiligt sind. Da liegen die Interessen

natürlich ein bisschen konträr: Die Inhaber sind eher

bestrebt, Gelder herauszuziehen, wobei der Geschäftsführer

bestrebt ist zu investieren. So wie es jetzt ist, ist es zukunftsgerichteter.

Hatten die Mitarbeiter Bedenken gegenüber dem Investor?

Veränderungen sind häufig zunächst einmal angstbesetzt.

Auch bei uns hatte der ein oder andere Mitarbeiter Bedenken.

Als ich aber der gesamten Belegschaft erklärt habe, dass

Japaner sehr ehrenhafte Geschäftsleute sind – wenn sie ihr

Wort geben, braucht es eigentlich keinen schriftlichen Vertrag

mehr – ist die Integration auf sehr breite Zustimmung

gestoßen.

Hätte Kabelschlepp auch als eigenständiges Unternehmen weiterbestehen

können?

Ja, hätten wir. Kabelschlepp war nicht

pleite und musste sich einen Investor

suchen, wie das von einigen Mitbewerbern

kolportiert wird.

Wird der Markenname Kabeschlepp

weiterbestehen?

Kabelschlepp wird weiterbestehen. Kabelschlepp ist der Erfinder

der Energieführungskette und dieses Traditions-Branding

möchte Tsubaki natürlich nutzen.

Bleibt Kabelschlepp in Deutschland ansässig?

Ja, natürlich. Das war auch das Ziel von Tsubaki, Deutschland als

weltweite Zentrale zu behalten und weiter auszubauen.

Skizzieren Sie bitte die Zukunft von Kabelschlepp in den nächsten

drei bis fünf Jahren.

Tsubakimoto hat nun mit uns zusammen über 40 Töchter

weltweit. Das ist ein Setup, wie es keiner unserer Mitbewerber

hat. In einem dreiwöchigen trip around the world habe ich alle

Töchter besucht, deren wir uns auch bedienen können. Jetzt

geht es um Integration. Wir haben einen ganz anderen Zugriff

auf den Markt und wir haben mehr als das Doppelte an Entwicklungskapazitäten.

In Zukunft wollen wir in die Breite und

in die Tiefe entwickeln. ☐

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TITELSTORY | STECKVERBINDER

FUNKTIONAL

UND FLEXIBEL

Ein Steckverbinder, der in der industriellen

Fertigung zum Einsatz kommt, muss vielen

Anforderungen gerecht werden. Harting

erfüllt mit Han-Yellock all diese Ansprüche.

TEXT: Nicole Wittmann, A&D FOTOS: Harting

Die Ansprüche an Industriesteckverbinder sind hoch:

Langlebig sollen sie sein, zuverlässig, aber auch einfach zu

handhaben. Je nach Anwendung muss sich der Steckverbinder

zudem individuell den Kundenwünschen anpassen lassen. Ein

Bündel an Anforderungen, die Harting mit einem einzigen

Produkt erfüllt: Han-Yellock. Dabei spielt das Design des

Steckverbinders eine wesentliche Rolle.

Han-Yellock ist so gestaltet, dass er sich von beiden Seiten

– von der Maschinen- ebenso wie von der Leistungsseite aus –

montieren lässt. Ihn an geänderte Anforderungen anzupassen

ist deshalb jederzeit möglich. Gab bisher der verwendete Steckverbinder

die Montagereihenfolge vor, ist der Anwender nun

flexibel. Selbst wenn das Anbaugehäuse des Han-Yellock eine

Frontmontage aufweist, können die Module und Isolierkörper

von der Steck- und Anschlussseite aus eingerastet werden.

Vorkonfektionierte Isolierkörper lassen sich innerhalb des

Schaltschranks oder der Maschine nachträglich einrasten.

Ebenso flexibel gestaltet sich die Konfektion des Steckverbinders.

Bisherige Produkte beschränkten die Freiheiten beim

Konfektionieren, weil bei ihnen die Kontakteinsätze stets nur

von der Steckseite in das Gehäuse einsetzbar waren. Bei der

Konfektion des Schaltschranks sind jedoch Arbeiten innerhalb

und außerhalb des Schrankes nötig. Die Folge: ein Hin- und

Herlaufen zwischen den Schnittstellen. Mit Han-Yellock kann

der Monteur ausschließlich von einer Seite arbeiten.

Für den Zusammenbau des Steckverbinders ist kein spezielles

Werkzeug nötig. Die Arbeiten lassen sich alle per Hand

erledigen. Muss zu einem späteren Zeitpunkt der Service-

Techniker den Steckverbinder modifizieren, findet er das zur

Demontage notwendige Werkzeug im Han-Yellock-Stecker

selbst. Es handelt sich dabei um eine Kunststoffgabel, mit der

Rastfedern zur Seite gebogen werden. Diese Gabel ist auf der

Kabelseite auf dem Trägerelement befestigt und verschwindet

somit im zusammengebauten Steckverbinder.

Han-Yellock besteht aus einem gehäuseseitigen Anbau- sowie

kabelseitigem Trägergehäuse mit Haube. Das Anbaugehäuse

lässt sich auf zwei Arten befestigen. Für die Montage auf Ge-

22 A&D 7+8.2010


STECKVERBINDER | TITELSTORY

Der Steckverbinder Han-Yellock

besteht aus einem gehäuseseitigen

Anbau- und einem kabelseitigen

Trägergehäuse mit Haube

rätewänden bis zu vier Millimeter Dicke eignen sich Metalldübel.

Der Vorteil: Das Anbaugehäuse wird mit vier Verankerungen

steckseitig an die Gerätewand aufgesetzt und steckseitig verschraubt.

Im Vergleich zu Kontermuttern erfolgt die Installation

wesentlich schneller.

Die zweite Art der Befestigung: M4-Gewindeschrauben.

Zum Beispiel für massive Gehäuseuntergründe zur Standardfixierung.

Die umlaufende IP67-Flanschdichtung des Han-Yellock

deckt bei beiden Befestigungsarten die Befestigungslöcher

und Schrauben mit ab. Gesonderte Dichtscheiben für die Befestigungsschrauben

sind deshalb nicht nötig.

Die eher rundliche Gestalt des Steckverbinders beschränkt

zwar gegenüber einer rechteckigen Variante scheinbar den

Verkabelungsraum, jedoch ist das Volumen annähernd identisch

und der Platzbedarf für die Verkabelung ist ohnehin geringer.

Im Vergleich zu bisherigen Designs müssen gar nicht

mehr so viele Einzelleiter zurück in das kabelseitige Gehäuse

gedrückt werden.

Leistungen aus dem Schaltschrank

in den Steckverbinder

Damit verbunden ist die Verlagerung der Leistungen aus

dem Schaltschrank in den Steckverbindern, zum Beispiel der

Aspekt der Potenzialvervielfachung. Fünfpolige Module lassen

sich werkzeuglos in das Gehäusesystem einrasten. Die fünf

Kontakte mit je 20 Ampere Stromtragfähigkeit lassen sich je

nach Bedarf zu Zweier-, Dreier-, Vierer- oder Fünfer-Brücken

verschalten. Die Verschaltung erfolgt über farbige Buchsen,

die steckseitig vom Anwender aufgerastet werden. Es spielt

keine Rolle, ob der Buchsenträger auf der Kabelseite oder auf

der Gehäuseseite im Steckverbinder platziert ist. Durch diesen

Ansatz kann auf die Verwendung von passiven Reihenklemmen

verzichtet werden. Die Baugröße des Schaltschranks im

Maschinenbau verringert sich, Stromablaufpläne lassen sich

vereinfachen, wodurch Material- und Verdrahtungskosten sinken.

Ebenso nehmen Fehler bei der Verdrahtung ab.

Die beiden Gehäuseteile des Han-Yellock lassen sich miteinander

verriegeln. Werden sie ineinander gerastet, ist der

Steckverbinder vor unbeabsichtigtem oder versehentlichem

Öffnen geschützt. Der Verschluss funktioniert ähnlich wie

beim Sicherheitsgurt, wo die Steckzunge ins Gurtschloss geschoben

und dort fixiert wird. Beim Steckverbinder sitzt diese

Zunge im Gehäuse, eine Edelstahlfeder mit einer Öffnung, die

im anderen Gehäuseteil in einen Haken eintaucht und so beide

Teile verriegelt.

Möchte der Anwender den Steckverbinder zusätzlich gegen

unerlaubtes Öffnen schützen, so kann er je nach Ausführung

die Druckknöpfe um 90° drehen und auf diese Weise den

Steckverbinder zusätzlich abschließen. Durch spezielle Konturen

am Druckknopf wird es in Zukunft auch Versionen geben,

die sich nur mit einem Spezialschlüssel abschließen und wieder

öffnen lassen. Das sichere Verriegeln des Steckverbinders

soll vor allem das Personal in der Produktionshalle schützen.

In der amerikanischen Automobilindustrie zum Beispiel müssen

frei zugängliche Steckverbinder oft verriegelt werden. Ungeschulte

Mitarbeiter dürfen das Schloss nicht öffnen können,

fordern die Versicherungen. Wenn noch Spannung auf dem

Steckverbinder sein sollte, wäre der Arbeiter gefährdet.

Auch bisherige Steckverbinder konnte man gegen unerlaubtes

oder versehentliches Öffnen sichern. Allerdings nur mit ensprechenden

Zusatzsicherungselementen. Dabei handelt es sich

aber immer um zusätzliche Bauteile, die extra einzubauen sind.

Die Folge: sehr viel höhere Kosten. Han-Yellock hat die Verriegelungsfunktion

bereits integeriert. Legt der Anwender auf das Abschließen

des Steckverbinders keinen Wert, liefert Harting den

Han-Yellock auch in einer Version mit einfachem Druckknopf.

Ob der Steckverbinder verriegelt ist oder nicht, das erkennt

der Bediener einfach mit bloßem Auge. Sind die Gehäusehälften

nicht verrastet, ist ein roter, umlaufender Ring am Druckknopf

erkennbar.

Mögliche Einsatzfelder für den Han-Yellock sind nebem

dem allgemeinen Maschinenbau die Automatisierung, die

Ener gietechnik und die Medizintechnik. ☐

A&D 7+8.2010

23


TITELSTORY | STECKVERBINDER

„TRENDS ZU SETZEN IST UNSER ANSPRUCH“

Andre Beneke, Director Productmarketing bei der Harting Technologiegruppe (Abb. unten),

und Productmanager Frank Quast (Abb. rechts) über die strategische Ansätze

der neuen Steckverbinderlösung Han-Yellock

TEXT: Mathis Bayerdörfer, A&D FOTOS: Harting

A&D: Kürzlich hat Harting die Steckverbinderserie Han-

Yellock vorgestellt. Was steht hinter dieser neuen Lösung?

Beneke: Bei der Entwicklung von Han-Yellock haben wir

uns den gesammelten Input unserer Kunden zu Herzen genommen

und auf einem weißen Blatt angefangen. Ziel war es,

möglichst viele Wünsche und Anforderungen von Kundenseite

in das neue Produkt zu integrieren. Unsere langjährige Erfahrung

machte schnell klar: Wir brauchen etwas komplett

Neues – mit neuen Abmessungen für neue Möglichkeiten. Dabei

haben wir einen industrieuntypischen Ansatz in Sachen

Design verfolgt. Denn ob ein Produkt nur funktional ist oder

auch attraktiv in der Erscheinung, muss sich nicht zwangsläufig

auf den Preis auswirken. Natürlich wählt unser Kunde den

passenden Steckverbinder aufgrund technischer Eigenschaften.

Gibt es mehrere Alternativen, entscheidet er sich vermutlich

für die ansprechendere Variante – solange keine relevante

Kostendifferenz vorliegt.

Betrachtet man den neuen Stecker, springt einem als erstes

das auffallende Design ins Auge. Wie lässt sich das mit den

nüchternen Anforderungen an Industriesteckverbinder

vereinbaren?

Beneke: Der bestimmende Faktor bleibt natürlich die Funktionalität.

Das attraktive Erscheinungsbild kam als angenehmer

Nebeneffekt hinzu. Trotzdem macht der Design-Aspekt

den Stecker für gewisse Absatzmärkte interessanter und öffnet

die ein oder andere Türe. Ein gutes Beispiel dafür bietet die

Medizintechnik: Dort geht es natürlich auch um die leichte

Handhabung. Das Klinikpersonal muss ohne lange Einweisung

oder Schulung mit der technischen Ausstattung umgehen können.

Aber gerade die ansprechende Aufmachung kann in diesem

Umfeld deutlich besser punkten als der klassische Industrie-Look.

Wie kam es denn zu dieser markanten Form des Steckers?

Quast: Wir haben das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden.

Denn gewisse Designaspekte gingen mit den technischen

Neuerungen einher. So konnten wir durch das Design

und einen optimierten Kabelabgangswinkel die Anbaudichte

erhöhen. Das zweigeteilte kabelseitige Gehäusedesign ermöglicht

eine flexible Montage des Trägerelements von beiden Seiten.

Dieser Ansatz war also ausschlaggebend für das ansprechende

Erscheinungsbild des Steckverbinders.

Abseits des Designs – was ist noch besonders an Han-Yellock?

Quast: Wir haben in der Entwicklung großen Wert auf

eine einfache Montage gelegt – das Thema Flexibilität spielt

hier eine wichtige Rolle. Stecker sind traditionell nur von einer

Seite montierbar. Deswegen erfolgte die Verkabelung eines

Steckers bisher direkt am Durchbruch des Schaltschranks

oder des Gehäuses. Durch die vorhin beschriebene Möglichkeit

der Montage von beiden Seiten kann der Anwender einfacher

mit vorkonfektionierten Leitungen arbeiten. Das reduziert

den Aufwand vor Ort. Der Arbeitsprozess verlagert

sich von der Schaltschrankfertigung hin zur Kabelfertigung

und kann dann auch von Dienstleistern durchgeführt werden.

Auch die Kontakteinsätze sind bei Han-Yellock flexibel

von beiden Seiten in das Gehäuse einzuführen. Bei herkömmlichen

Steckern funktioniert das nur von der Stecksei-

24

A&D 7+8.2010


STECKVERBINDER | TITELSTORY

te aus und erfordert bei der Konfektion von Schaltschränken

einen nicht unerheblichen Mehraufwand. Mit unserem neuen

System ist es möglich, die Schnittstellen von beiden Seiten

aus zum Laufen zu bringen – der Monteur kann sich eine

aussuchen.

Welches Spektrum an Einsätzen deckt Han-Yellock ab?

Quast: Für den Anwender gibt es so gut wie keine Einschränkungen

bei der Bestückung – eine Vielzahl von Einsätzen

ist für das neue Steckersystem verfügbar. Zum Beispiel

die gesamte Familie der Han-Modular-Einsätze ist

mithilfe eines Adapterrahmens verwendbar. Deren Produktpalette

deckt einen weiten Strombereich ab und umfasst zudem

vielfältige Einsätze für Daten, Lichtwellenleiter oder

sogar Lösungen für andere Medien, zum Beispiel Pneumatikleitungen.

Eine weitere Möglichkeit zielt auf maximale

Kontaktdichte ab. Die Kontakte der einteiligen Monoblock-

Einsätze sind wesentlich kleiner ausgeführt als man es bisher

kennt, aber dennoch sehr robust. Ein Highlight sind die neuen

Yellock-Module, die auch die Potenzialvervielfachung

übernehmen.

Sitzt diese Funktion traditionell nicht an einer anderen Stelle?

Quast: Bei unserer neuen Lösung wandert die Potenzialvervielfachung

von der Reihenklemme in den Steckverbinder.

Damit kann diese Klemmenfunktion einfache Brücken im

Schaltschrank ersetzen und so dessen Abmessungen und den

Verdrahtungsaufwand reduzieren. Solche technischen Neuerungen

waren nicht auf Basis der bisherigen Han-Serien realisierbar.

Deswegen haben wir eine komplett neue Lösung

geschaffen, die genau wie unsere bereits etablierten Steckverbinderserien

den Markt durch Funktionalität und Design

prägen soll. Ich bin mir sicher, früher oder später ziehen unsere

Marktbegleiter nach und bieten eine ähnliche Lösung an.

Aber den Trend setzen wir – das ist der Anspruch im Hause

Harting.

Wo geht die Reise hin? Wie wird sich die neue Lösung weiterentwickeln?

Beneke: Als nächster Schritt soll eine zweite Baugröße die

heute verfügbare Version des Steckers ergänzen. Dieser große

Bruder wird im Spätsommer offiziell vorgestellt. Darüber hinaus

bietet das neue Konzept vielfältige Ansatzpunkte um das

Portfolio auszubauen. Das bestätigt das zahlreiche Feedback

unserer Kunden seit der ersten Präsentation der Steckverbinderlösung

Han-Yellock auf der Hannover Messe 2010. Hier

reicht das Spektrum von weiteren Gehäuseausführungen und

Baugrößen über zusätzliche Einsätze bis hin zu ganz neuen

Funktionen.

Läutet Han-Yellock eine neue Ära ein?

Beneke: Die schwere Steckverbinderserie steht für die Innovationskraft

im Hause Harting und ist natürlich auf eine

lange Laufzeit ausgelegt. Dabei ist aber zu unterstreichen: Die

neue Lösung wird keine existierende Baureihe am Markt ablösen.

Han-Yellock versteht sich als Ergänzung unseres Portfolios.

Parallel werden wir auch die existierende Produktpalette

weiter entwickeln. ☐

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A&D 7+8.2010

25


PROJEKTIEREN & PLANEN | A&D FRAGT NACH

„Blühende Landschaften voraus“

Gestärkt aus der Krise – reale Option oder platte Floskel? A&D-Herausgeber Kilian Müller im

Gespräch mit Chrstian Wolf, Geschäftsführer bei Turck in Mülheim

FRAGEN & FOTO: A&D

Zweistellige Wachstumsraten gewohnt,

entwickelte sich 2009 der Geschäftsverlauf

bei allen Automatisierern ähnlich

negativ. Hat Sie das überrascht?

Nein, eigentlich nicht. Denn in der Krise

ging der Wirkungsgrad von Unternehmensstrategien

übergreifend gegen Null.

Eine leichte Differenzierung war nur

durch Branchenausrichtung und Positionierung

möglich. Die gängigen Einflüsse

auf den Wirkungsgrad hatten 2009

wenig Effekt. Dementsprechend hat es

Lieferanten der Automobilindustrie und

des automobilnahen Maschinenbaus

stärker gebeutelt als solche, die mehr

in Richtung Food&Beverage, Packaging

oder Energie zielen. Auch Turck hat diesen

Effekt regional erlebt – besonders

deutlich in Ländern mit starker Automobil-

und Zulieferindustrie.

Eigentlich wird der Wirkungsgrad maßgeblich

durch Innovation beeinflusst.

Konnten die Automatisierer diese Bemühungen

trotz der schwierigen Lage

fortsetzen?

Für unser Haus gilt: Die Entwicklungsabteilung

als Hort der Innovation bleibt

unantastbar. Bereits eingeleitete Entwicklungsprozesse

wieder abzubremsen,

wäre fatal. Denn wenn Sie Entwicklungen

erst dann anstoßen, wenn auch

die Investitionsphase wieder anspringt,

kommt das Ergebnis zu spät. Deswegen

haben wir dieses Budget 2009 sogar erhöht.

Zudem musste man sicherstellen,

dass Produktivität und Effizienz der

eigenen Produktion optimal ausgelegt

sind. So wurde im vergangenen Jahr die

Grundlage für den jetzigen Aufschwung

gelegt.

Das ist die konkrete Frage: Gestärkt aus

der Krise – geht das oder ist das nur eine

Floskel?

Das lässt sich nicht mit Ja oder Nein

beantworten – die Wahrheit liegt dazwischen.

Finanziell funktioniert das

natürlich nicht. Denn bei Umsatzrückgang

leiden logischerweise Profitabilität

und Liquidität. Im Sinne marktorientierter

Nachhaltigkeit ist eine Stärkung

aber möglich. Nämlich dann, wenn ein

gesundes Unternehmen genug Ressourcen

hat, um die Entwicklung zu stärken

und den Markt weiter anzusprechen.

Auch durch einen Mentalitätswandel im

Unternehmen ist eine Stärkung möglich

– wenn man die neue Situation begreift

und schnell handelt, anstatt die Krise

auszusitzen. So war 2009 die richtige

Zeit, um Geschäftsprozesse zu überdenken.

Wenn Sie marktorientierter agieren

– mit einem klaren Fokus für den Kern

des Geschäftes und die zukünftig wichtigen

Märkte – dann können Sie auf jeden

Fall gestärkt aus der Krise kommen. Unternehmen,

die diese Hausaufgaben gemacht

haben, können jetzt schnell und

nachhaltig wachsen.

Der Mittelstand hat in diesen schwierigen

Zeiten sehr besonnen reagiert – beschäftigungspolitische

Effekte sind am Arbeits-

A&D-Herausgeber Kilian Müller im Gespräch

markt nahezu ausgeblieben. Wie standen

die Mitarbeiter der Situation und Instrumenten

wie Kurzarbeit gegenüber?

An dieser Stelle kam Hilfe aus der Presse.

Jeder konnte sich mittels Fernseher

oder Zeitung selbst überzeugen: Es war

kein Missmanagement, keine Unternehmenskrise

und kein strategisches Problem

– es war eine globale Wirtschaftskrise.

Unsere Mitarbeiter haben schnell

verstanden – da kommen wir nur mit

vereinten Kräften durch. Im Mittelstand

machen die Gesellschafter solche Anpassungsprozesse

leidensfähiger mit als in

einer Aktiengesellschaft. Inhaber haben

26

A&D 7+8.2010


A&D FRAGT NACH | PROJEKTIEREN & PLANEN

mit Turck-Geschäftsführer Christian Wolf (r.)

eben eine besondere Bindung zum Unternehmen.

Da muss die Puste wirklich

komplett ausgehen, damit wir stark an

der Personalschraube drehen. Da ist das

Wort Familienunternehmen wichtiger

Teil des Programms.

Bis 2008 war man es gewohnt, Aufschwung

zu managen – dann ging es sehr

plötzlich in die andere Richtung. Wie

stark ändert sich das Führungsverhalten

in so einem Jahr wie 2009?

In so einer neuen Situation hinterfragt

man sich selbst und seinen Führungsstil.

Damit setzt schon der erste Veränderungsprozess

ein. Zudem erfordert es

einen deutlich höheren Grad an Sensibilität

– die interne Kommunikation muss

höchste Priorität genießen. Geschäftsführung,

Inhaber und Führungskräfte

haben viele Gespräche mit dem Personal

geführt. Nicht nur über geschäftliche

Dinge – auch was die Menschen persönlich

bewegt. Um die Mitarbeiter in

schlechten Zeiten wirklich mitzunehmen,

reicht eine Betriebsversammlung

im klassischen Stil einfach nicht aus.

In dieser Hinsicht hat eine breite Gruppe

von Führungskräften in Deutschland

wertvolle Erfahrungen für die Zukunft

gewonnen.

Ja, das glaube ich auch. 2009 mussten

Führungskräfte lernen, trotz schlechter

Zahlen Vertrauen zu schaffen – sowohl

bei den Mitarbeitern als auch beim Kunden.

Das ist ein nachhaltiger Teil der

Stärkung, die man aus der Krise generieren

konnte. Wer diese historische Krise

meistert und anschließend Marktanteile

gewinnt, hat einen guten Job gemacht

und fällt bei Geschäftspartnern positiv

auf.

Das Jahr 2010 ist gut gestartet – mittlerweile

meldet der Markt wieder erfreuliche

Zahlen auf breiter Front. Wie nachhaltig

ist diese Entwicklung?

Das ist sicherlich noch nicht abschließend

zu beurteilen. Momentan sieht

alles nach blühenden Landschaften aus,

denn wir liegen im Auftragseingang

mehr als 40 Prozent über dem Vorjahr.

Aber das Ende der Krise ist erst erreicht,

wenn man wieder auf das Niveau kommt,

das man verlassen musste. Deswegen ist

unser Benchmark nicht der Umsatz von

2009, sondern der Vergleich 2008. Nach

derzeitigem Stand dürfte unser Wachstum

zum Jahresende schon wieder im

hohen zweistelligen Bereich liegen.

Die Industrie befindet sich also in der

Schlussphase der Krise?

Genau. Wir erleben aktuell wieder einen

positiven Kurvenverlauf, aber die

Zukunft ist noch nicht abzusehen. Viele

Entwicklungen entziehen sich unserem

Einfluss: Das fängt bei den Finanzmärkten

an. Was passiert, wenn wirklich ein

EU-Staat pleite geht – welche Auswirkungen

hat das auf Euro und Dollar? Solche

Effekte beeinflussen Automatisierer wie

Turck natürlich stark, da Amerika oder

andere große Märkte einen bedeutenden

Einfluss auf unser exportorientiertes Geschäft

haben.

Sehen Sie in diesem Kontext die Ressourcen-

und Rohstoffversorgung als potentielles

Problem für den Aufschwung?

Absolut – eine Nachfrage, die so schlagartig

anspringt, beinhaltet natürlich Probleme.

Auch wir tun uns bei der Beschaffung

der nötigen Bauteile momentan

nicht leicht. Ein funktionierende Supply

Chain ist jetzt sicherlich ein entscheidender

Wettbewerbsvorteil. ☐

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A&D 7+8.2010

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PROJEKTIEREN & PLANEN | ENGINEERING

„Raus aus dem Tal der Tränen“

Frank Ferchau – Spezialist für Engineering-Dienstleitungen –

über Flexibilität, Transparenz und Dynamik

Fragen: Mathis Bayerdörfer, A&D Foto: Ferchau

Wie groß waren die Auswirkungen

des Konjunkturverlaufs auf den Stellenmarkt

in den vergangenen zwei Jahren?

Die deutsche Industrie hat massiv dazugelernt.

In Bereichen, die für das Unternehmen

nachhaltig sind, passen sie den

Personalstamm nicht mehr automatisch

dem Konjunkturverlauf an. Dazu gehört

sicherlich auch die Entwicklung. Die

Konjunkturverwerfung hat dem Arbeitsmarkt

nicht viel Ingenieurkraft zugänglich

gemacht. Besonders die Kurzarbeit

hat Unternehmen eine ganz effektive

Möglichkeit gegeben, ihr eigenes Knowhow

nicht parallel mit dem Mitarbeiterstamm

abbauen zu müssen.

Wie nimmt Ferchau die Situation

wahr?

Viel erfahrenes Personal ist in der Krise

nicht auf den Arbeitsmarkt gekommen.

Allerdings sind Absolventen nicht unbedingt

sofort aufgesogen worden. Jungingenieure

sahen sich im Jahr 2009 sicher

einer anderen Nachfrage am Markt gegenüber

als Anfang 2008. Personal wird

heute jedoch als strategisches Thema gesehen.

Demnach setzen viele Unternehmen

auf langfristige Personalplanung

und passen auf, dass ihr Entwicklungspersonal

nicht überaltert. Von daher

wurden auch in den vergangenen Mo-

naten strategische Mindestbudgets umgesetzt,

sofern die Unternehmen durch

die Krise nicht existenzgefährdend in

Mitleidenschaft gezogen wurden. Für

Ferchau war die Recruiting-Situation

leichter – dennoch haben auch wir Instrumente

zur Flexibilisierung genutzt.

Neben Werkzeugen wie Kurzarbeit und

dem Abbau von Überstunden hat uns

unsere breite Aufstellung sehr geholfen.

Von den Segmenten, die eingebrochen

sind, haben wir Mitarbeiter auf die Bereiche

verteilt, die auch in der Krise gut

dastanden oder sogar noch gewachsen

sind. Diese Möglichkeit der Arbeitsplatzsicherheit

konnten wir viel besser

Nutzen als ein Nischenanbieter. Trotz

unseres dichten Filialnetzes mussten

wir dabei an die Mobilität unserer Mitarbeiter

appellieren. Unser Versprechen

gegenüber den Mitarbeitern – abends

zuhause zu sein – konnten wir während

der Rezession nicht immer umsetzen.

Diese Einschränkung ist angesichts der

wirtschaftlichen Verwerfungen aber auf

viel Verständnis gestoßen. In solchen

Situationen müssen sich eben alle noch

stärker nach der Decke strecken.

Wie erleben Sie die jetzige Situation?

Das Jahr 2009 startete mit dem Tal der

Tränen und großer Unsicherheit im

28

A&D 7+8.2010


Invent the future!

2010

29. Internationale Leitmesse

für Montage-, Handhabungstechnik

und Automation

Markt. Nach den ersten drei desaströsen

Monaten 2009, ging es gefühlt schon auf

der Hannover Messe 2009 in Richtung

Bodensatzbildung. Diese Vorahnung

konkretisierte sich tatsächlich nach dem

Sommer – eine steigende Ausrichtung

zeichnete sich deutlich ab. So konnten

wir bei Ferchau Engineering seit Jahresbeginn

dazu übergehen, wieder Personal

einzustellen – allein in den ersten beiden

Quartalen 300 Mitarbeiter. Für mich bedeutet

das in der Konsequenz: Die Flexibilität

wird eine dominantere Rolle spielen

als vorher. Deshalb wird jenseits von

Kurzarbeit und Zeitkonten das Thema

des externen Sourcings immer wichtiger

– sowohl im kapazitiven als auch im

Kompetenzbereich.

Engineering-Dienstleistungen sind also

zunehmend gefragt?

Davon gehe ich aus. Die vergangenen

Monate haben gezeigt, wie dynamisch

die weltweite Wirtschaft ist. Darauf

muss man sich als Unternehmen strukturell

einstellen und die Fixkostenblöcke

niedrig halten. Da liegt es aus finanzieller

Sicht nahe, mehr in variable Kosten

zu überführen. Deswegen gibt es in unserem

Sektor wieder eine Belebung des

Geschäfts.

Ferchau hat das Tal der Tränen also

durchquert?

So ist es – und jetzt konzentrieren wir

uns wieder auf unsere Stärken. Wir können

alle Fachgebiete und Branchen mit

allen Qualifikationen abdecken. Neben

dem starken Standbein Kapazität sind

wir auch im Bereich Kompetenz sehr

branchenerfahren aufgestellt – egal ob

Luftfahrt, Automobil, IT, Maschinenund

Anlagenbau oder Automatisierung.

Von daher sind wir für viele Unterneh-

A&D 7+8.2010

men die erste Adresse und als starker

Partner nach der Rezession genauso gut

aufgestellt wie davor.

Wie hat die Krise die Unternehmensstrategie

von Ferchau beeinflusst?

Natürlich denkt man in rezessiven Zeiten

viel nach. Was kann man besser machen?

Wie kann man das Angebot erweitern?

Der Trend geht bei unseren Kunden dahin,

sich in Zukunft auf wenige Dienstleister

zu konzentrieren. Deswegen kann

man heute sein gesamtes Service-Spektrum

maßgeschneidert von Ferchau

verwalten lassen – Stichwort Managed

Services. Auch das Thema Prozesse automatisieren

ist sehr gefragt. Weiterhin

muss der Kunde jederzeit sehen können,

an welcher Stelle er in der Produktentwicklung

gerade steht. In Zeiten der

Dynamik ist Transparenz ein wertvolles

Gut. Wenn Sie nicht genau sehen können

was morgen kommt, brauchen Sie umso

mehr eine durchgängige Transparenz

der heutigen Situation.

Das Thema One-Stop-Shop gewinnt

auch beim Engineering an Gewicht?

Ja – um dieses Thema glaubwürdig zu

belegen und Projekte professionell auf

Augenhöhe mit dem Kunden umzusetzen,

bedarf es aber einer gewissen Größe.

Als größter Engineering-Dienstleister ist

Ferchau überall in Deutschland präsent.

Im Zeichen belastbarer und effizienter

Netzwerke sind wir mit unseren 50

Niederlassungen immer nah am Kunden.

Das ist aber auch bei unseren Ingenieuren

ein großer Pluspunkt: Jeden Tag zwei

mal 100 Kilometer Autobahn ist nicht jedermanns

Sache. Ferchau hat immer einen

Standort in Kundennähe. Das sorgt

für Stabilität auf der Mitarbeiterseite. ☐

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60 SEKUNDEN MIT... | ANTREIBEN & BEWEGEN

60 Sekunden mit...

Reinhard Mauerschitz, Technical Sales Manager bei KML,

über eine neue Linearmotorserie, die sich durch eine hohe

Leistungsdichte, fünf Jahre Wartungsfreiheit und ein optionales

absolutes Längenmesssystem vom Wettbewerb abhebt

FRAGEN: Anke Grytzka, A&D

FOTO: KML

A&D: Auf der diesjährigen Automatica hat KML die neue Linearmotorserie

LMS M als Weltneuheit vorgestellt – welche

Funktion macht sie dazu?

Beim neuen und adaptierten LMS M verwenden wir ein optionales

absolutes Längenmesssystem und genau das macht die

Serie zur entsprechenden Weltneuheit. So sind wir – nach aktuellem

Wissensstand – am Markt der einzige Anbieter eines

Linearmotor-Handlings mit absolutem Längenmesssystem.

Auch durch eine Zykluszeit von 0,35 s bei einem Pick&Place-

Zyklus von 100 x 300 mm heben wir uns vom Wettbewerb ab.

Das Längenmesssystem macht die Serie also einzigartig. Welche

weiteren Merkmale zeichnen denn das System aus?

Die enorm hohe Leistungsdichte ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Denn im allgemeinen Vergleich auf dem Markt

stellt KML die höchsten Dauer- und Spitzenkräfte zur Verfügung.

Zudem setzen wir bei dem System auf Wartungsfreiheit,

sodass es ohne Nachschmierung 20 000 km beziehungsweise

fünf Jahre problemlos betrieben werden kann. Ein weiteres

sehr wesentliches Merkmal der Serie ist auch, dass das System

nicht nur stehend (Y/Z-Variante), sondern auch liegend (X/Y-

Variante) eingesetzt werden kann.

Gab es eine konkrete Anwendung, die den Anstoß für die Entwicklung

gegeben hat?

Ausschlaggebend waren letztendlich die Anfragen aus dem

Markt. Denn Anlagenbetreiber forderten eine Erhöhung der

Produktivität bei gleichen beziehungsweise besseren Kosten.

Darüber hinaus wollten sie bei ihren Taktanlagen eine Stückzahl-

beziehungsweise Durchsatzerhöhung erreichen. Anwendungsfelder

für die neue Lösung entstanden auch in Industrien,

wo Punkt-zu-Punkt-Bewegungen von Interesse sind.

Und wie trägt das absolute Längenmesssystem zur Prozessoptimierung

bei?

Man erspart sich dadurch aufwendige Homing-Routinen, also

langwierige Referenzfahrtzyklen. Not-Aus-Prozedere sind nun

ebenfalls einfacher wieder aufzuheben, sodass die Produktion

schneller wieder anfahren kann. Ein absolutes Längenmesssystem

spielt auch im Hinblick auf die neue Maschinenrichtlinie

und im Reinraum eine wesentliche Rolle. ☐

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ANTREIBEN & BEWEGEN | ANTRIEBSREGLER

Entweder …

oder?

Bislang hieß es für den Anwender bei der Wahl von Antriebsreglern, eine Entscheidung

treffen zu müssen – entweder ein standardisiertes oder ein individualisiertes Produkt. Ein

neuer dezentraler Antriebsregler macht die Entscheidungsfindung einfach, denn er bietet die

Möglichkeit, von den Kostenvorteilen einer Großserienproduktion zu profitieren, ohne auf

die Vorteile kundenspezifischer Anpassungen verzichten zu müssen.

TEXT: Anke Grytzka, A&D FOTOS: Kostal, Dean Turner, RedHelga

Warum sich immer entscheiden

müssen? Das dachte sich Kostal Industrie

Elektrik und entwickelte die Antriebsregler-Plattform

Inveor. „Die Idee

dahinter war einen möglichst universell

einsetzbaren Antriebsregler zu entwickeln,

der mithilfe einfach zu realisierenden

Anpassungen in der Hardware

und/oder Software in unterschiedlichen

Applikationen zum Einsatz kommen

kann“, erklärt Markus Vetter, Leiter Marketing

und Kommunikation bei Kostal.

Bisher wurden potenzielle Kunden stets

mit der gleichen Problematik konfron-

tiert: Entweder müssen sie auf ein Standardprodukt

zurückgreifen, das nur begrenzt

den individuellen Bedürfnissen

entspricht oder sie können sich für einen

spezialisierten Anbieter entscheiden.

Hier sind kundenspezifische Anpassungen

zwar problemlos möglich,

30

A&D 7+8.2010


ANTRIEBSREGLER | ANTREIBEN & BEWEGEN

maxon EC motor

Bürstenlos, dynamisch, klein.

maxon-Antriebe in Lasernivelliersystemen.

Wenn es drauf

ankommt.

Auch die Messtechnik setzt auf unsere

Antriebssysteme. Die stecken z.B. in Geräten

zur Vermessung von Bauten und sorgen für die

präzise Ausrichtung der Laser.

stehen aber in keinem ausgewogenen

Kosten/Nutzen-Verhältnis. Zudem sind

die Antriebsregler meist mit zahlreichen

Funktionen ausgestattet, die der Kunde

nicht in dieser Breite für seine Applikation

nutzen kann. Die neue Plattform

bringt nun beides auf einen Nenner.

Vetter erklärt warum: „Der Inveor verfügt

sowohl mit Blick auf die Hardware

als auch auf die Software über einen modularen

Aufbau. Bereits in der Basisvariante

des Antriebsreglers ist zum Beispiel

ein PID-Prozessregler enthalten,

der dafür sorgt, dass der definierte Ist-

Das maxon-Produktprogramm ist modular aufgebaut

und besteht aus: bürstenlosen sowie

bürstenbehafteten DC-Motoren mit eisenloser

maxon-Wicklung, Planeten-, Stirnrad- und Spezialgetrieben,

Istwertgebern und Steuerelektronik.

maxon motor ist der weltweit führende Anbieter

von hochpräzisen Antrieben und Systemen bis

500 Watt. Verlassen Sie sich auf die Qualität der

kundenspezifischen Lösung, die wir mit Ihnen und

für Sie erreichen. www.maxonmotor.com

A&D 7+8.2010


netTAP 100

Gateway without Limits

„Wir streben mit unserer Inveor-Plattform den

drehgeberlosen Betrieb von Synchronmotoren

an. Hiermit können in einzelnen Applikationen

deutlich höhere Wirkungsgrade als mit

Asynchron motoren erreicht werden.“

Markus Vetter, Kostal

Sorgen Sie für durchgängige

Kommunikation in Ihrer Anlage

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Ob PROFIBUS, CANopen,

DeviceNet, PROFINET, EtherCAT,

EtherNet/IP, SERCOS III, Modbus

TCP/RTU, ASCII oder netSCRIPT

für jede Applikation bietet netTAP

100 eine Konvertierungslösung.

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2-Port Real-Time/

Ethernet zu Feldbus, Feldbus

zu Feldbus, zu seriell

• Umsetzungen Slave (Server/

Adapter) zu Master (Client/Scanner/Controller)

oder zu Slave

• Kundenspezifische serielle

Protokolle per netSCRIPT-

Sprache

• Speicherung Konfiguration

und Firmware auf MMC-Karte

RS232/RS422

RS485

Wert sicher eingehalten wird.“ So können

potenzielle Kunden von den Economies

of Scale einer Großfertigung profitieren,

ohne auf kundenspezifische

Anpassungen verzichten zu müssen.

„Weiterhin stellen die geringe Variantenzahl

sowie die einfache Bedienung des

Antriebsreglers Vorteile für den Anwender

dar. Zudem ist der Inveor mit Motoren

unterschiedlicher Hersteller kompatibel

und für den Einsatz in widrigen

Umgebungsbedingungen konzipiert“, ergänzt

Vetter.

Warum für einen dezentralen

Antriebsregler entscheiden?

Auch vor dem Hintergrund der aktuellen

Energiethematik spielen dezentrale

Antriebsregler eine wichtige Rolle. Denn

um Energieressourcen zu schonen, ist es

heute unabdingbar, Komponenten und

Systeme, die dauerhaft in Betrieb sind,

leistungsgerecht zu regeln. Weitere Aspekte,

die für dezentrale Antriebsregler

sprechen, ist zum einen die Möglichkeit,

den Automatisierungsgrad in der Produktion

zu erhöhen und zum anderen

die Feldbusoption, durch die Prozessdaten

direkt an die Steuerung übertragen

werden können.

Um dem breiten Motorenspektrum

und zahlreichen Leistungsklassen gerecht

zu werden, setzt Kostal bei seinen

neuen Reglern auf vier mögliche Leistungsklassen

– 1,5, 4, 7,5 und 22 kW.

„Aufgrund dieser Abstufung passt unser

Antriebsregler jederzeit – auch optisch

– zu allen denkbaren Motorgrößen“, so

Vetter. Für jede der vier Plattform-Typen

wird eine Basisvariante angeboten,

die über jede Leistungsklasse nahezu

identisch ist. Diese sind mit Funktionen

wie beispielsweise einer Fangschaltung

ausgestattet, die es erlaubt, die

Antriebsregler auch auf einen laufenden

Prozess aufzuschalten. Ein Bremschopper

ist ebenfalls in jeder Basisvariante

enthalten.

Laut den Besuchern der SPS/IPC/

Drives im vergangen Jahr, auf der der

dezentrale Antriebsregler erstmals präsentiert

wurde, hat Kostal mit dem Inveor

eine Marktnische geschlossen. Doch

die nächste Messe in Nürnberg lässt

nicht mehr lange auf sich warten. So

plant das Unternehmen bereits den

nächsten Entwicklungsschritt: „Wir streben

mit unserer Inveor-Plattform den

drehgeberlosen Betrieb von Synchronmotoren

(PMSM) an. Hiermit können

in einzelnen Applikationen deutlich höhere

Wirkungsgrade als mit Asynchronmotoren

(ASM) erreicht werden“, gibt

Vetter abschließend einen Ausblick. ☐

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A&D 7+8.2010


ANTREIBEN & BEWEGEN | TÜRANTRIEB

Für besondere Ansprüche

Bei der Automatisierung von Anlagen und Betriebseinrichtungen

gibt es viele Applikationen, in denen Antriebselemente von der Stange an ihre

Grenzen stoßen. Dann ist der Einsatz von Sonderantrieben unverzichtbar.

TEXT: Martinus Menne, freier Fachjournalist für KAG Kählig Antriebstechnik FOTO: KAG Kählig Antriebstechnik

Die im Folgenden beschriebene Anwendung

stammt aus der Gebäudetechnik.

Eine Drehtür soll im geschlossenen Zustand

mittels elektromagnetischer Kupplung

über einen Motor verriegelt werden.

So suchte der Anwender eine kompakte

Antriebseinheit, die bei einer maximalen

Bauhöhe von 85 mm ein Gewicht von

70 kg je Türflügel bewerkstelligt.

Kundenseitig wurde bereits ein Riemenrad

mit sehr kleinen Abmessungen

verwendet. Deswegen kam die herkömmliche

Montage mittels Passfeder

und Riemenrad mit Stahlkern nicht in

Frage. Ein neues Befestigungskonzept

für das Riemenrad auf der Getriebewelle

musste entwickelt werden. Darüber hinaus

sollte die Lösung Brechmomenten

von 12 Nm stand halten, um einen Aus-

fall durch Vandalismus zu vermeiden.

Als abgestimmte Lösung für diese Anforderungen

modifizierte das

Unternehmen KAG Kählig

Antriebstechnik aus Hannover

einen DC-Antrieb vom Typ

M48x60/I mit einem Durchmesser

von 48 mm und einer Ankerlänge

von 60 mm.

Passend gemacht

Der bürstenbehaftete Motor verfügt

über ein Bemessungsdrehmoment von

15 Ncm und eine Leistung von 50 W.

Zusätzlich wurde der Antrieb mit einem

Schneckengetriebe mit maximalem

Drehmoment von 400 Ncm und

optischem Encoder ausgestattet.

Um die

maximal zulässige

Bauhöhe nicht zu überschreiten, entfernte

KAG die Füße des Schneckengetriebes.

Dabei entstand ein verkürzter

Gewindegang in den unteren Befestigungsbohrungen.

Genau an dieser Stelle

montiert der Kunde den Getriebemotor

mit einer Platte im Türantrieb. Die dafür

notwendigen Schrauben werden mit einem

geeigneten Kleber fixiert. Zur Verrieglung

der Tür kommt eine verlängerte

Motorwelle zu Einsatz, die an der Stirnseite

aus dem Getriebe schaut und im

Getriebe durch ein drittes Kugellager ge-

34

A&D 7+8.2010


TÜRANTRIEB | ANTREIBEN & BEWEGEN

Sie werden

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noch vermissen

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führt wird. Auf dieses Wellenende wird

schließlich das Gegenstück für die elektromagnetische

Kupplung aufgepresst.

Aufgrund des geringen Haltemoments

ist eine sichere Verriegelung der Tür gewährleistet.

Keine Chance für Vandalen

Die Fixierung des Riemenrads auf

der Getriebewelle erfolgt in einem speziellen

Warmklebeprozess. Für dieses

Konzept arbeitet KAG eng mit einem

Klebstoffhersteller zusammen, um die

Anforderungen an Zuverlässigkeit und

Beständigkeit der Lösung zu erfüllen.

Mit zusätzlichen Tests in der Endmontage

stellte man zudem die Verdrehsicherheit

und das anvisierte Brechmoment

von 12 Nm sicher. Neben der Erfüllung

aller spezifischen Anforderungen sind

natürlich Potenziale für Kosteneinsparungen

bei der Realisierung sehr willkommen.

Auch hier erweist sich die vorgestellte

Lösung als weitsichtig: Das beschriebene

Montagekonzept ermöglicht

eine kostengünstige Lösung sowohl für

die Getriebewelle als auch für das Riemenrad.

In punkto Langlebigkeit und Zuverlässigkeit

erreichte die Lösung in kundenseitigen

Tests bis dato rund 1,6 Millionen

Zyklen. Eine hausinterne Analyse

bei KAG kam zu dem Schluss, dass die

Antriebslösung aufgrund des sehr geringen

Verschleißes nochmals der gleichen

Zyklen-Anzahl stand hält. ☐

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Warum? Weil ATEK sich durch eine überdurchschnittliche

Lieferfähigkeit auszeichnet. Und so

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A&D 7+8.2010


ANTREIBEN & BEWEGEN | NEUHEITEN

PRODUKTVORSPRUNG ANTREIBEN & BEWEGEN

Netzrückwirkungen und

Oberschwingungen reduziert

Der ACS 2000 Standard-

Mittelspannungsfrequenz umrichter von

ABB ist jetzt auch als Low Harmonic

Drive und als Regenerative Drive

lieferbar. Er ist mit einer Nennleistung

von 400 bis 1000 kVA und Spannungen

bis 6,9 kV lieferbar. Eine effektive

Reduzierung der Netzrückwirkungen

zusammen mit einer Motorregelung ist

Der Umrichter ist auch als Low durch die Integration eines aktiven

Harmonic Drive lieferbar Gleichrichters (Active Front End, AFE)

möglich, der die netzseitigen

Oberschwingungen ohne Verwendung teuerer Spezialtransformatoren

minimiert.

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Motion Controller als

Bewegungssteuerung

Der Motion Controller Movi-PLC von SEW-

EURODRIVE eignet sich als Bewegungssteuerung

für unterschiedliche Kinematiken,

die sich nach Anzahl, Anordnung

sowie Typ der Achsen und somit der Form

des Arbeitsraums unterscheiden. Als

Basis dient ein Programm-Modul, das die

gesamten Grund- und Technologiefunktionen

der Achsmodule vereint. Da dieses

Movi-PLC verfügt über eine

integrierte Robotik-Funktion Programm-Modul eine Auswahl

gebräuchlicher Roboterkinematiken

beinhaltet, muss man nur die konstruktiven Mechanikdaten des Handling-

Geräts konfigurieren. Alternativ können die Anwender auch selbständig neue

Kinematikmodelle integrieren.

>MORE@CLICK AD6893650

Schrittmotoren mit geringer Verlustleistung

Der Haltemoment der neuen Serie liegt im

Bereich von 1,1 bis 13,6 Nm

Die neuen Schrittmotoren der 80MPF-Serie mit einem 60mm-Flansch von B&R eignen sich aufgrund

der bis zu 30 % geringeren Verlustleistung bei einem bis zu 25 % höheren Drehmoment für Anwendungen

in Maschinen mit hohen Taktraten, wie beispielsweise Verpackungsmaschinen oder auch

Abfüllanlagen. Mit den 56mm-Motoren der 80MPD-Serie sowie den 86mm-Motoren 80MPH stellt das

Unternehmen Anwendern ein Produktspektrum für anspruchsvollste Applikationen mit einem

Haltemoment von 1,1 bis 13,6 Nm zur Verfügung. Für die Ansteuerung der Motoren stehen der

Acoposmicro sowie Schrittmotormodule des X20-Systems und X67-Systems zur Verfügung, die einen

Strombereich von 1 bis 10 A abdecken. Besonderes Augenmerk wurde auf die Kompatibilität des

Einbauflansches zu den bestehenden 56mm-Motoren der Serie 80MPD gelegt. Somit sind die

Befestigungsbohrungen der beiden Motorbaureihen identisch.

>MORE@CLICK AD6893780


A&D FRAGT NACH | STEUERN & VERNETZEN

„Für den Mobilfunk

spricht sehr, sehr viel“

Deutsche Maschinen sind weltweit im Einsatz. Deshalb muss der

Servicetechniker auch überall mit ihnen kommunzieren können. Weshalb

sollte er dafür nicht eine Technik nutzen, die in fast jedem Winkel der

Erde verfügbar ist und keines Kabels bedarf? Bernhard Bleitner über den

Nutzen des Mobilfunks für die Fabrikautomation.

FRAGEN: Nicole Wittmann, A&D FOTO: Mdex

A&D: Weshalb kommt man in der Industrie erst jetzt auf den

Geschmack des Mobilfunks? Handys gibt es ja schon länger.

Bernhard Bleitner: Die Mobilfunktechnik ist mittlerweile

nutzbar für solche Applikationen – nicht nur von der Technik

her, sondern auch von den Tarifen.

DSL oder Mobilfunk: Wer gewinnt?

Ein DSL-Anschluss kostet mindestens 20 Euro im Monat, zusätzlich

müssen Kabel verlegt sein. Da habe ich zwar unendlich

Bandbreite, nur oft brauche ich das gar nicht. Beim Mobilfunk

komme ich je nach Datenvolumen mit monatlichen Tarifen von

unter zehn Euro aus. Dafür bekommen Sie kein Kabel irgendwohin

gelegt. Deshalb spricht sehr, sehr viel für den Mobilfunk.

Wer sind Ihre Kunden?

Wir machen das Ganze sowohl für KMUs als auch für große Unternehmen

nutzbar. Jene, die nur fünf bis zehn Verbindungen

haben, aber auch bis hinauf zu hunderttausend Verbindungen.

Wie schützen Sie die Daten Ihrer Kunden gegen Hacker?

Unsere Kunden bewegen sich in einem völlig privaten, abgeschotteten

Netzwerk. Wir nutzen zwar die Funktürme und

das Internet als Kommunikationsstrecke, aber übers Internet

haben wir VPN-Tunnel zur sicheren Übertragung aufgebaut.

Das Mobilfunknetz bis zum nächsten Funkturm ist auch abgesichert.

Hundertprozentige Absicherung gibt es aber nirgends.

Wo kommen Ihre Lösungen bereits zum Einsatz?

Im Bereich der Solarenergie zum Beispiel. Der Anlagenbetreiber

möchte jederzeit wissen, ob ein Solarpanel ausgefallen ist.

Videoüberwachung auf Baustellen kommt ganz oft vor – ehe

da jemand ein Kabel hinlegt, um zu wissen, steht mein Kran

noch oder ist meine Maschine noch da, nutzt er Mobilfunk.

Wenn ein deutscher Maschinenbauer seine Produkte ins Ausland

liefert, funktioniert auch hier die Mobilfunklösung?

Da muss man sich Gedanken machen, wie man so ein Problem

über Mobilfunk löst. Ideal wäre natürlich, wenn ich eine weltweite

SIM-Karte in Deutschland in die Maschine stecken und

die Maschine überallhin verschiffen könnte. Das gibt es schon,

aber es ist unbezahlbar.

Das ist wie beim Handy. Man kann zwar überall auf der Welt

telefonieren, aber es kostet.

Ganz genau. Das ist dann manchen doch zu teuer. Dass die

Roaming-Kosten in Europa sinken werden, kommt der Sache

letztendlich schon entgegen. Es gibt mittlerweile preisgünstige

SIM-Karten die bis zu 20 europäische Länder abdecken, aber

halt nicht alle. Trotzdem haben wir Lösungen entwickelt, wo ich

im Grunde genommen Geräte weltweit verschicken kann, ohne

mir Probleme einzuhandeln. Bei den Endgeräten in China zum

Beispiel verwendet man bei unserer Lösung eine preiswerte SIM-

Karte für den lokalen Internetzugang.

Welche technischen Anforderungen muss die Maschine erfüllen?

Die Maschine muss irgendeine Kommunikationsschnittstelle

besitzen. Ganz einfach. Klassische alte Kommunikationsschnittstellen

sind noch die seriellen Schnittstellen. Zukunftsorientiert

ist Ethernet.

Ist Mobilfunk überall auf der Welt verfügbar?

Nein. Dann gibt es aber andere Lösungen wie DSL oder Satellitenmodems.

Auch diese Technik bieten wir unseren Kunden.

Bernhard Bleitner arbeitet bei Mdex, einem Anbieter von

Produkten und projektspezifischen Dienst leistungen für mobile

M2M−Kommu nikation. ☐

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A&D 7+8.2010

37


Wer wird 2020

A&D hat Vertreter der Nutzerorganisationen PNO und

Kommunika

„Profinet erfüllt die industriellen

Anforderungen umfassend, denn der

Echtzeit-Ethernet-Standard ist wirtschaftlich,

energiesparend, normenkonform

und universell einsatzbar. “

Nach dem Zeitalter der Feldbus-

Technologien stehen wir heute am Anfang

der neuen Ära ethernetbasierter

Systeme oder, allgemeiner ausgedrückt,

der breiten Verwendung von Informationstechnologien

(IT) in der Automatisierungstechnik.

Wurden in der Vergangenheit

Technologien speziell für die industrielle

Anwendung entwickelt und

dort eingesetzt, nutzen die Anwender

hier seit einigen Jahren Techniken, die

ursprünglich für die Verwendung im

kommerziellen Umfeld, also im Office-

Bereich, konzipiert worden sind. Dazu

zählen beispielsweise der Industrie-PC,

Ethernet, Wireless LAN und Bluetooth

sowie neuerdings auch Security-Systeme,

die das Rückgrat jeder modernen Automatisierungslösung

bilden. Wichtig ist

allerdings, dass die Technologien des

Bürobereichs für den Einsatz im indus-

triellen Umfeld optimiert und dabei

nicht so sehr angepasst werden – wie

dies bei einigen der Echtzeit-Ethernet-

Protokolle der Fall ist, dass der sich aus

der IT ergebende Nutzen entfällt. Für

Profinet bedeutet dies zum Beispiel, dass

das unterlagerte Ethernet um einige

Funktionen wie Zeitsynchronität, Safety

und industriegerechte Diagnose ergänzt

wird, Standard-Komponenten wie ein

PC mit Web-Browser aber weiterhin am

selben Netzwerk betrieben werden können.

Das dabei weiterhin die höchsten

Performance-Anforderungen erfüllt

werden, haben wir mit Profinet IRT und

unserem Realtime-IO-System Axioline

eindeutig bewiesen.

Im Vergleich mit anderen ethernetbasierten

Kommunikationskonzepten,

die sich auf die besonderen Bedürfnisse

einzelner Branchen fokussieren, deckt

Profinet dabei den größten Anwendungsbereich

ab. Aufgrund der Unterstützung

durch mehrere hundert marktführende

Mitglieds-Unternehmen der

Profibus-Nutzerorganisation ist das

Echtzeit-Ethernet-Protokoll zudem am

umfassendsten am Markt aufgestellt.

Deshalb haben sich wesentliche industrielle

Bereiche wie die häufig als Wegbereiter

neuer Technologien fungierende

Automobilindustrie zur Nutzung von

Profinet in zukünftigen Anwendungen

entschieden. Für die Ablösung der bis-

her verwendeten Feldbussysteme und

einen weltweiten Erfolg müssen jedoch

einige Grundvoraussetzungen erfüllt

werden. Dazu gehört die breite Verfügbarkeit

der Technologie zu Kosten, wie

sie aktuell bei der Implementierung von

Feldbus-Lösungen anfallen. Neben den

bereits erhältlichen Chips und Software-

Stacks wird der neue Profinet-Chip

TPS-1 hier einen wichtigen Beitrag leisten,

denn er ermöglicht die intuitive und

kostengünstige Integration der Profinet-

Schnittstelle auch in einfache Feldgeräte.

Darüber hinaus hat sich die Profinet-

Technologie einer weiteren wesentlichen

Herausforderung angenommen: Ende

2009 wurde das Profil Profienergy veröffentlicht,

das Energiespar-Mechanismen

in profinetbasierten Feldgeräten definiert.

Auf der Hannover Messe 2010 sind

erste Komponenten vorgestellt worden,

die auf der Grundlage der Profinet-Kommunikationsmechanismen

zur Reduzierung

des Energieverbrauchs von Maschinen

und Anlagen beitragen. Auch hier

ist Profinet Vorreiter und wird so seine

führende Stellung im Bereich der industriellen

Kommunikation weiter ausbauen.

Martin Müller ist Leiter Marketing

des Geschäftsbereichs Automation bei

Phoenix Contact Electronics und Beiratsmitglied

der Profibus-Nutzerorganisation

38 A&D 7+8.2010


Marktführer sein?

ETG gefragt, wie sie die zukünftige Rolle ihres ethernetbasierten

tionsstandards sehen

„Auf den Messeständen der ETG sind

mehr Ethercat-Geräte der unterschiedlichsten

Anbieter zu sehen, als alle

anderen Industrial-Ethernet-Standards

zusammen zeigen können.“

Ethercat in zehn Jahren Marktführer

bei Industrial-Ethernet-Lösungen? Jetzt

haben die von der Ethercat Technology

Group (ETG) jeden Realitätsbezug verloren,

werden Sie vielleicht denken. Im

Jahr 2004 hatte die Nutzerorganisation

ja noch das Ziel ausgegeben, das Protokoll

langfristig zur Nummer zwei zu machen.

Die Reaktionen damals waren gemischt:

Während die einen den Kleinmut

geißelten und höhere Ziele forderten,

wetteten die anderen ein großes Fass

Bier dagegen. Heute sprechen einige Anzeichen

dafür, dass sich sogar eine

Marktführerschaft einstellen könnte.

Denn immer mehr Kunden – gerade

große Maschinenbauer – achten bei der

Wahl ihrer Steuerungsarchitektur verstärkt

auf die Technologie und nicht

mehr nur auf den Anbieter. Die marktführenden

Hersteller vieler Branchen

setzen bereits auf Ethercat. Zudem

spricht der unbestrittene Siegeszug der

PC-basierten Steuerungen eine deutliche

Sprache. Und Ethercat ist der beste

Freund des IPCs – schließlich ermöglicht

es als einziges Industrial-Ethernet-

Protokoll rein softwarebasiert in der

Steuerung harte Echtzeit. So wächst die

Anzahl der ETG-Mitglieder stetig: Über

1400 Unternehmen aus 50 Ländern sind

es mittlerweile und im Schnitt kommt

nach wie vor jeden Tag eines hinzu. Ein

Viertel der Mitgliedsfirmen kommt aus

Asien – 150 weitere aus Amerika. Das

macht die ETG zur größten und wirklich

internationalen Nutzerorganisation eines

Industrial-Ethernet-Standards. Kritiker

werden einwenden, dass die Mitgliedschaft

in der ETG ja kostenlos sei –

deswegen dürfe man sich nicht mit anderen

Verbänden vergleichen, die den

Zugang zur ihrer Technologie mit Mitgliedsbeiträgen

erschweren. Gut – dann

schauen wir eben auf die Anzahl der Firmen,

die Ethercat in eigene Geräte implementieren.

Beckhoff hat alleine schon

über 1000 Implementierungs-Kits verkauft,

darunter fast 250 Master-Stacks.

Aber noch 15 weitere Firmen bieten

Ethercat-Entwicklungskits an. Hinzu

kommen quelloffene Lösungen, die kostenlos

im Internet zum Download zur

Verfügung stehen. Auf den Messeständen

der ETG sind mehr Ethercat-Geräte

der unterschiedlichsten Anbieter zu sehen,

als alle anderen Industrial-Ethernet-

Standards zusammen zeigen können.

Für Antriebs-, und I/O-Anbieter ist das

„Ob“ einer Ethercat-Schnittstelle keine

Frage mehr, höchstens noch das „Wann“.

So haben – bis auf den Marktführer –

praktisch alle bedeutenden Hersteller

bereits Ethercat im Produktprogramm

oder in Vorbereitung.

Entscheidend für den langfristigen

Erfolg wird aber die Nachhaltigkeit sein.

Hier hat Ethercat besonders gute Karten,

weil viele renommierte Anbieter den

Standard nicht nur als Schnittstelle im

Komponentengeschäft, sondern als

Haus- und Hofbus adoptiert haben. In

den drei größten Automatisierungsmärkten

der Welt – China, USA und Japan

– geht es gut voran. Dafür sorgen

überzeugende Alleinstellungsmerkmale:

beste Performance, kombiniert mit niedrigen

Kosten und völliger Freiheit bei

der Wahl der Netzwerktopologie. Auch

wenn die ETG nicht so verwegen ist, die

Marktführerschaft als Ziel auszurufen –

sie bleibt durchaus im Bereich des Möglichen.

Wäre noch zu klären, wer dann

das Fass Bier gewinnt. ☐

Martin Rostan ist Leiter Technologie

Marketing bei Beckhoff und Executive Director

der Ethercat Technology Group

> MORE@CLICK AD7104760

A&D 7+8.2010

39


STEUERN & VERNETZEN | NEUHEITEN

PRODUKTVORSPRUNG STEUERN & VERNETZEN

Schlanker Panel-PC mit

stromsparender CPU

Mit dem T19-Slim-PC ergänzt

TCI die Baureihe um einen

lüfterlosen Panel-PC in sehr

schlanker Bauweise. Mit dem

1,6GHz-Atom-Prozessor von

Intel und dem kontrastreichen

Der schlanke Panel-PC T19-Slim ergänzt 19"-TFT-Display erhält der

die T19-Baureihe von TCI

Anwender eine vollwertige PC-

Plattform zu niedrigen Kosten.

Für aufwändige Visualisierungs- und Steuerungsaufgaben ist das

leistungsfähige System genauso geeignet wie zur Datenerfassung oder

als Thin Client. Der geringe Stromverbrauch führt zu einer geringen

Wärmeentwicklung und ermöglicht einen lüfterlosen Aufbau des Systems.

Das rundum geschlossene Gehäuse und die IP65-Front erlauben den

permanenten Einsatz des Panel-PCs in rauer Produktionsumgebung. Alle

Anschlüsse sind über die Servicehaube auf der Rückseite erreichbar.

>MORE@CLICK AD6894070

Wartungsfreie

Kompaktsteuerung

Die kostengünstige EDGE-

Steuerungsgeneration von

SIGMATEK hat Zuwachs

bekommen. Aufgrund der neuen

Prozessortechnik, die hohe

Performance mit niedriger

Verlustleistung und kleiner

Hohe Performance, kompakt verpackt Baugröße kombiniert, präsentieren

sich die CCP 521 und 531

– die Steuerungen CCP 521 und CCP 531

schlank verpackt im Design der

C-DIAS-Serie (25 x 104 x 129 mm). Beide Kompaktsteuerungen sind mit

1 GB Flash und 64 MB DDR2-RAM ausgestattet, der Speicher für

remanente Daten liegt bei 512 kB. Das Modell CCP 531 ist die kostenoptimierte

Variante. Sie verfügt über eine USB2.0-Host-Schnittstelle für

Programm Updates oder zum Anschluss einer Tastatur. Die Version

CCP 521 bietet zusätzlich ein Varan-Interface für Applikationen, bei denen

Echtzeitkommunikation gefordert ist.

>MORE@CLICK AD6894220

Komponenten in Sistema hinterlegt

Sicherheitsrelevante Komponenten von

Wieland Electric in Sistema hinterlegt

Sämtliche sicherheitsrelevanten Komponenten von WIELAND ELECTRIC für den Maschinen- und

Anlagenbau sind in Sistema-Bibliotheken hinterlegt. Das kostenlose Software-Tool erleichtert die

Berechnung und Dokumentation von Sicherheitsfunktionen. Zunächst wird unter Risikoabschätzung der

erforderliche Performance Level PL r

einer Sicherheitsfunktion bestimmt. Um den tatsächlichen PL zu

ermitteln, stehen für den Konstrukteur die erforderlichen Parameter aller Wieland-Safety-Produkte zum

Download in der Datenbank bereit. Der Vorteil: Die Daten können schnell und fehlerfrei in ein Sistema-

Projekt per Drag&Drop kopiert werden. Hinterlegt sind die Produktdaten auf der Homepage www.wielandelectric.com

unter Support > Download-Center > Sicherheitstechnik > Software.

>MORE@CLICK AD6894090

www.wachendorff.de/talk2m

Teleservice-

Komplettlösung

via Internet

• Hard- und Software

aus einer Hand

• Service verbessern

• Kosten senken

Hey Boss,

hier läuft

alles bestens!

Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG

Industriestrasse 7 • D-65366 Geisenheim

Tel.: +49 (0) 67 22 / 99 65-20

E-Mail: efdi@wachendorff.de


NEUHEITEN | STEUERN & VERNETZEN

Individuelle Bedienoberflächen

Mit vektorbasierten Objekten eine richtungsweisende

Visualisierung erstellen

In der Version 1.20 des HMI-Konzepts iX von LAUER erzeugt der Anwender im Handumdrehen

individuelle Bedienoberflächen und bietet seinem Kunden einen erkennbaren Mehrwert in der

Handhabung der Anlagen. Vektorbasierte Grafikobjekte bieten eine pixelfreie Projektdarstellung,

unabhängig von Größe und Ausrichtung. Einmal erstellt läuft das Projekt auf unterschiedlichen

Bildschirmgrößen. Der Stil und die Farbgebung einzelner Anzeigeinstrumente werden mit Hilfe

grafischer Effekte an den eigenen Firmenauftritt angepasst. Eingebundene Mediadateien wie Videos

oder PDF-Viewer bieten dem Endkunden eine eindeutige Prozessdarstellung, die Fehlbedienungen

verringert.

>MORE@CLICK AD6894240

Steuerung auf

kleinem Raum

Mit ihren kompakten Abmessungen

als Schaltschranksteuerung und

Steuerung mit Visualisierung passt

sich die AMKAMAC A4/A5 von AMK

LASS STECKEN!

STECKVERBINDER, VERTEILER UND LEITUNGEN

FÜR HOHEN DURCHSATZ

Die neue Steuerungsgeneration

AMKAMAC A4/A5 von AMK

an verschiedene Maschinendesigns

an. Sowohl bei zentralen als auch

modularen Konzepten zeigt die

Steuerung ihre Stärke. Mit Ethercat

als Echtzeit-Feldbus ist sie

hinsichtlich der Anzahl der

Busteilnehmer immer passend. Für

modulare Maschinen konzepte

verfügt die Steuerung über eine

synchronisierte Quer kommunikation

zu anderen Steuerungen im System.

Durch einen Jitter von weniger als

1 μs zwischen den Feldbussen ist

eine hochgenaue Synchronisation

unter Sensoren und Aktuatoren

gewährleistet.

>MORE@CLICK AD6894180

www.weidmueller.de

SAI M23

M23-Steckverbinder zur Einbindung von elektrischen

Antrieben und Servomotoren in der Industrieautomation.

Stabil: die M23-Steckverbinder zeichnen sich durch

ein besonders robustes Design aus

Variabel: das breite Produktprogramm umfasst

die wichtigsten Gehäuseformen

Einfach: leichtes Handling durch Crimptechnik

SAI M23 – Made by Weidmüller

A&D 7+8.2010


MESSEN & ERKENNEN | ULTRASCHALL

Kontrolle von

Kleinstobjekten

Bei technischen Bauteilen schreitet die Miniaturisierung seit Jahren voran. Daher sind

Sensoren gefragt, die die Fertigung der immer kleiner werdenden Komponenten zuverlässig

überwachen und die gewünschte Qualität sicherstellen. Bedarf es dabei der Detektion von

glänzenden und transparenten Materialien, sind Ultraschallsensoren die erste Wahl – auch

bei Messungen in kleine Öffnungen hinein.

TEXT & FOTOS: Daniel Dossenbach und Sarah Jess, Baumer

Ultraschallsensoren

kontrollieren die Anwesenheit von

Tabletten oder Elektronik bauteilen

im Verpackungsprozess

42

A&D 7+8.2010


ULTRASCHALL | MESSEN & ERKENNEN

Ultraschallsensoren mit längs- beziehungs weise

stirnseitiger Schalldüse sowie Kabel- oder

Kabelsteckerverbindung

Nicht nur bei der Entwicklung von PCs oder Mobiltelefon

ist in den vergangenen Jahren ein Trend zur Größenreduzierung

zu erkennen. Aber gerade für technischen Produkte müssen

immer kleinere Komponenten hergestellt werden. Entsprechend

ist bei der Bestückung der verwendeten Leiterplatten

hohe Präzision gefragt, damit die Elektronik der gewünschten

Leistung und Größe entspricht. Hier werden sehr kleine SMD-

Bauteile verwendet, welche meist in Blistergurten in den Feeder

des Bestückungsautomaten eingezogen werden. Bevor die

Elektronikbauteile im Herstellerbetrieb verpackt werden, muss

überprüft werden, ob sie in den Blistergurten vorhanden sind.

Wenn dies gewährleistet ist, werden die Gurte zugeschweisst

und die Produkte an den Kunden ausgeliefert. Für diese Aufgabe

werden präzise arbeitende Sensoren benötigt, die mit ihrer

Kontrolle sicherstellen, dass der Bestückungsautomat fehlerfrei

arbeiten kann und nicht ins Leere greift.

Bis in die kleinste Öffnung

Wichtige von Systemherstellern und Anwendern geforderte

Sensoreigenschaften sind hier vor allem eine hohe Messgeschwindigkeit

sowie Transparenz-, Farb- und Reflexionsunabhängigkeit.

Um die kleinen Komponenten zu überprüfen, steht

zudem nur wenig Platz zur Verfügung. Die Vertiefungen in

den Blistergurten haben zum Teil nur sehr geringe Durchmesser,

sodass der Sensor durch die schmalen Öffnungsweiten geringste

Abweichungen innerhalb kürzester Zeit detektieren

muss. Zudem muss er alle Komponenten zuverlässig erkennen,

unabhängig von ihrer Beschaffenheit. Die Ultraschallsensoren

der Serie 09 von Baumer erfüllen diese Anforderungen.

Ultraschallsensoren beruhen auf dem Prinzip der Laufzeitmessung

von Schall in der Luft. Für das menschliche Ohr nicht

hörbare Ultraschallwellen werden vom Sensor ausgesandt, von

einem Objekt reflektiert und wieder vom Sensor empfangen.

Dank dieser Funktionsweise arbeiten die Sensoren völlig berührungslos.

Zusätzlich ist ein Ultraschallsensor auch unempfindlich

gegenüber Luftfeuchtigkeit und Staub, was ihn konstant

verlässlich arbeiten lässt. Da er im Gegensatz zu optoelektronischen

Sensoren nicht mit Licht, sondern mit Schallwellen

arbeitet, kann er verschiedene Medien zuverlässig

detektieren – unhabhängig von ihrer Transparenz und Farbe.

Weder hochglänzende Oberflächen oder hochtransparente

Objekte noch die Beschaffenheit des zu untersuchenden Mediums

beeinträchtigen das Ergebnis.

Konventionell arbeitende Ultraschallsensoren senden kegelförmige

Schallwellen aus. Aus diesem Grund ist ihr Messfleck

zu gross, um in Öffnungen mit einem Durchmesser von

weniger als zehn Millimeter hineinzumessen. Um diese Einschränkung

zu umgehen, hat Baumer in Zusammenarbeit mit

Kunden die neue Serie entwickelt. Diese Ultraschallsensoren

sind mit einer speziellen Düse ausgestattet, die die Schallwellen

ausrichtet und so eine Messung in sehr kleine Öffnungen

hinein erlaubt. Dies ist sowohl bei der Befüllung von Blisterverpackungen

mit Elektronikbauteilen oder Pharmaprodukten

als auch bei der Detektion von Wafern oder Solarzellen durch

schmale Öffnungen hindurch nützlich. Je nach Platzverhältnissen

stehen Sensoren mit stirn- oder längsseitig befestigter

Düse zur Verfügung. Die Düse ist abnehm- und austauschbar,

sodass sich der Sensor leicht reinigen lässt. Die neue Sensorfamilie

ist breit einsetzbar, um Objekte und Flüssigkeiten in

Behältern jeglicher Größe zu detektieren.

Die minimale Ansprechzeit der Ultraschallsensoren der

Serie 09 beträgt 7 ms. Durch die geringe Gehäusebreite von

nur 9 mm lassen sich die Sensoren zudem auf engem Raum

A&D 7+8.2010

43


MESSEN & ERKENNEN | ULTRASCHALL

IMPRESSUM

Herausgeber Kilian Müller

Redaktion Chefredakteur: Mathis Bayerdörfer (verantwortlich, -21);

Redaktion: Anke Grytzka (-63), Nicole Wittmann (-80);

aud.redaktion@publish-industry.net

Anzeigen Anzeigenleiterin: Susanne Pauli (verantwortlich, -34); Account Manager: Ivonne Hoppe (-56), Karolina Holz (-53);

sales@publish-industry.net; Anzeigenpreisliste: vom 01.01.2010

Disposition Ilka Gärtner (-33); dispo@publish-industry.net

Marketing & Vertrieb Anja Müller

Herstellung Veronika Blank

Verlag publish-industry Verlag GmbH

Nymphenburger Straße 86, 80636 München, Germany

Tel. +49.(0)89.50 03 83-0, Fax +49.(0)89.50 03 83-10

info@publish-industry.net, www.publish-industry.net

Geschäftsführung Kilian Müller, Frank Wiegand

Abo-/Einzelvertrieb Babette Schmidt (-48); vertrieb@publish-industry.net

Abonnement Das Abonnement enthält die regelmäßige Lieferung der A&D (derzeit 10 Ausgaben pro Jahr). Zusätzlich

umfasst das Abonnement die Sonderpublikationen Fabrik21 und S&I-Safety als Heft-im-Heft sowie das praktische A&D-

Messe-Taschenbuch.

Jährlicher Bezugspreis

Abonnementgebühr 80,- Euro plus 20,- Euro Versand zzgl. MwSt. Jede Nachlieferung wird zusätzlich berechnet, zzgl.

Versandspesen und gesetzlicher MwSt. Im Falle höherer Gewalt erlischt jeglicher Anspruch auf Nachlieferung oder

Rückerstattung des Bezugsgeldes.

ISSN-Nummer 1618-2898

Postvertriebskennzeichen 49309

Gestaltung & Layout Schmucker-digital, Hohenlindner Str. 22, 85622 Feldkirchen, Germany

Druck Firmengruppe APPL, sellier druck GmbH, Angerstraße 54, 85354 Freising, Germany

Gerichtsstand München

Nachdruck Alle Verlags- und Nutzungsrechte liegen beim Verlag. Verlag und Redaktion haften nicht für unverlangt

eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen. Nachdruck, Vervielfältigung und Online-Stellung redaktioneller Beiträge

nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Mitglied der Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung

von Werbeträgern e.V. (IVW), Berlin

So erreichen Sie uns:

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Babette Schmidt; vertrieb@publish-industry.net

Bei Fragen an die Redaktion

Tel.+49.(0)89.50 03 83-80; aud.redaktion@publish-industry.net

www.AuD24.net

FIRMENVERZEICHNIS

FIRMENVERZEICHNIS

Firma

Seite Firma

Seite

ABB Firma ..................................................................36 Seite Mdex Firma ..........................................................37, Seite 66

Adept ABB ..................................................................36

................................................................10 Mesago

Maxon Motor

Messe

.....................................................31

Frankfurt ....................................65

AMK Adept ..................................................................41

................................................................10

Micro-Epsilon

Mdex ..........................................................37,

......................................................3

66

Atek AMK ..................................................................35

..................................................................41 Mesago Messe Frankfurt ....................................65

Moxa Europe .......................................................6

ATS Atek Automation ..................................................................35

Tooling Systems ........................19 Micro-Epsilon ......................................................3

ATS Automation Tooling Systems ........................19

MVTec Software .................................................19

B&R ..................................................................36 Moxa Europe .......................................................6

Baumer B&R ..................................................................36

.............................................................42

P.E. Schall .........................................................29

MVTec Software .................................................19

Beckhoff Baumer .............................................................42

Automation ....................................10, 38 Pfannenberg ......................................................62

P.E. Schall .........................................................29

BMW Beckhoff .................................................................14

Automation ....................................10, 38 Phoenix Contact ..........................................11, 59

Pfannenberg ......................................................62

Bonfiglioli BMW .................................................................14

..........................................................10 Phoenix

Phoenix

Contact

Contact

Electronics

..........................................11,

...............................38

59

Carl Bonfiglioli Hanser ..........................................................10

Verlag .............................................13 Pilz

Phoenix

...........................................................

Contact Electronics ...............................38

4, 5, 56

Deutsches Carl Hanser Zentrum Verlag .............................................13

für Luft- und Raumfahrt .......19 Pizzato Pilz ........................................................... Elettrica .................................................61 4, 5, 56

Dina Deutsches Elektronik Zentrum ..................................................57

für Luft- und Raumfahrt .......19

PNO

Dina Elektronik ..................................................57

Pizzato ..................................................................14

Elettrica .................................................61

Escha ................................................................51

Rittal

Escha ................................................................51 PNO ..................................................................14

.................................................................49

EundE ...............................................................54

EundE ...............................................................54

Rockwell Rittal .................................................................49

Automation .........................................60

EVG ...................................................................54

Fanuc EVG ...................................................................54

Robotics .................................................10

Rübsamen Rockwell Automation & Herr ..............................................48

.........................................60

Ferchau Fanuc Robotics .............................................................28

.................................................10

Fiessler Ferchau .............................................................28

Elektronik .......................................56, 58

Hans Fiessler Turck Elektronik ........................................................47

.......................................56, 58

Harting Hans Turck Deutschland ........................................................47

Titel, 22

Häwa Harting ................................................................50

Deutschland Titel, 22

Henkel Häwa ................................................................50

& Roth ...................................................33

Schroff Rübsamen ..............................................................50

& Herr ..............................................48

Sensopart Schroff ..............................................................50

.........................................................48

SEW-Eurodrive Sensopart .........................................................48

..................................................36

Sick SEW-Eurodrive ..................................................................56

..................................................36

Sigmatek Sick ..................................................................56

..........................................................40

SmartFactory Sigmatek ..........................................................40

.....................................................10

Hilscher Henkel & Roth ...................................................33 12, 32, 52

SVS SmartFactory Vistek .........................................................10

.....................................................10

IBF Hilscher ....................................................................63

12, 32, 52

Systeme

SVS Vistek

Helmholz

.........................................................10

.............................................36

IDS IBF ....................................................................63

.............................................................10, 46 Systeme Helmholz .............................................36

IDS .............................................................10, 46

Tci ....................................................................40

Ifm ....................................................................54 Tci ....................................................................40

Igus Ifm ....................................................................54

..................................................................49 Trumpf ..............................................................10

Trumpf ..............................................................10

Inmas Igus ..................................................................49

...............................................................56 Turck ................................................................26

Turck ................................................................26

Ixxat Inmas .................................................................15

...............................................................56 Türk + Hillinger .................................................18

Türk Hillinger .................................................18

Kabelschlepp Ixxat .................................................................15

.....................................................21 VDA ..................................................................14

VDA ..................................................................14

KAG Kabelschlepp Kählig ........................................................34

.....................................................21 VDI ....................................................................20

VDI ....................................................................20

KML KAG ..................................................................33

Kählig ........................................................34 VDMA

Kostal KML ..................................................................33

.....................................................2. US, 30

VDMA

................................................................10

................................................................10

Vertriebsunion

Krones Kostal .....................................................2. ..............................................................10 US, 30 Vertriebsunion

Meynen

Meynen

.....................................21

.....................................21

Wachendorff

Kübler Krones ...............................................................12

..............................................................10

Automation ..............................40, 48 48

Weidmüller

Kuka Kübler .................................................................10

...............................................................12

........................................................41

Lapp Kuka .................................................................12

.................................................................10

Lauer Lapp .................................................................12

................................................................41

Lohmeier Lauer ................................................................41

.....................................................53, 54

Maxon Lohmeier Motor .....................................................53, .....................................................31 54

Wenglor ............................................................48

Wieland Electric ...........................................40, 56

Yaskawa Europe ................................................19

Ziehl-Abegg ..................................................4. US

kaskadieren. So können die in einer Reihe montierten Sensoren

eine große Fläche oder mehrere Öffnungen in einem

Durchgang scannen, was die Scanzeit erheblich verringert.

Dies bietet beispielsweise bei der Anwesenheitskontrolle von

Tabletten Vorteile. Die Sensoren erreichen dabei eine sehr

hohe Auflösung und Wiederholgenauigkeit bis 0,1 mm.

Flexibel zu integrieren

Unterschiedliche Montagemöglichkeiten der neuen Sensoren

bieten mehr Flexibilität bei der Integration in Automationssysteme.

Sie werden je nach Bedarf senkrecht oder waagerecht

installiert und können von oben, seitlich oder von unten

mit einer einzigen Schraube fixiert werden, was die Montage

effizient und vor allem einfach gestaltet. Die Sensoren sind sowohl

mit RS232, analoger oder digitaler Schnittstelle als auch

mit dem neuen Kommunikationsstandard IO-Link erhältlich

und als Anschlüsse stehen Kabel und M8-Kabelstecker zur

Verfügung. Dies gewährleistet eine einfache Anbindung an

eine Vielzahl von Steuerungen und ermöglicht, Messwerte,

Zustandsinformationen und Konfigurationsparameter auszutauschen.

Mit dieser Funktionen ist stets ein hohes Mass an

Kontrolle über den Prozess gewährleistet.

Durch die vielseitige Ultraschalltechnologie können die

Sensoren neben der Detektion von kleinsten Objekten zahlreiche

weitere Aufgaben erfüllen: Um Konsumenten eine böse

Überraschung nach dem Kauf von Kosmetika zu ersparen,

prüfen die Sensoren im Verpackungsprozess von Kosmetikartikeln

Füllstände von Mascara, Cremes oder Ähnlichem. Sie

sorgen auch dafür, dass Kontaktlinsen ordnungsgemäß steril

verpackt werden, indem sie den Füllstand der Kochsalzlösung

in der Blisterverpackung zuverlässig messen. Wenn Arzneikapseln

gefüllt und verpackt werden sollen, können die Sensoren

sowohl die Anwesenheit der Kapselhälften überprüfen als

auch den Füllstand darin messen.

In der heutigen Zeit, in der alles auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet

ist, zählen vor allem Schnelligkeit und Präzision zu

den Pflichten einer guten Automatisierungslösung. Mit ihrer

kurzen Ansprechzeit und der möglichen Kaskadierung erfüllen

die neuen Ultraschallsensoren der Serie 09 diese Anforderung

und tragen zur Wirtschaftlichkeit der Automationssysteme

bei. ☐

> MORE@CLICK AD7038690

44

A&D 7+8.2010


BILDVERARBEITUNG | MESSEN & ERKENNEN

ALLE ANWESEND?

Jeder Neuwagen, der heute vom Band rollt, ist eine individuelle Kombination aus Farbe,

Motorisierung und Ausstattung. Dennoch befindet sich jedes Teil am richtigen Platz – von der

Zierleiste bis zur Spreizniete. Dafür sorgt nicht zuletzt moderne Bildverarbeitung, die

Vollständigkeit und korrekte Position aller Komponenten im Produktionsprozess prüft.

TEXT: Daniel Seiler, IDS FOTOS: BMW; IDS

Das Unternehmen VMT Bildverarbeitungssysteme ist Spezialist

für Roboterführung und Qualitätsprüfung im Automotive-Bereich

und beliefert diesen mit optischen Inspektionssystemen.

In einer aktuellen Anlage zur Unterbodenkontrolle

bei einem süddeutschen Automobilhersteller liefern bis zu

zwölf Kameras zuverlässig Bilder für die hundertprozentige

Kontrolle.

Bereits früh in der PKW-Fertigung kommt eine der Anlagen

von VMT zum Einsatz: Vor der so genannten Hochzeit,

der Zusammenführung von Fahrwerk und Karosserie, müssen

zahlreiche Verschlüsse am Unterboden auf Vollständigkeit geprüft

werden. Diese Kunststoffstopfen verschließen über 80

Öffnungen, die für die Montage und Lackierung der Karosserie

benötigt wurden. Sie verhindern das Eindringen von Feuch-

A&D 7+8.2010

45


MESSEN & ERKENNEN | BILDVERARBEITUNG

Vor der Zusammenführung von Fahrwerk und Karosserie, werden

die Verschlüsse am Unterboden auf Vollständigkeit geprüft

tigkeit und dürfen folglich an keiner Stelle fehlen. Das kontrolliert

die Inspektionsanlage mit Hilfe von GigE-CCD-Kameras

der uEye-Serie von IDS.

Bei der Prüfung in der laufenden Produktion bewegt ein

Transportsystem die Fahrzeuge auf dem Weg zur Fertigstellung

mit einer Geschwindigkeit von etwa fünf Meter pro Minute.

Sobald der vorderste Punkt der Karosserie die Lichtschranke

der Prüfanlage passiert, beginnen Messung und Auswertung.

Über einen Inkrementalgeber kennt das System zu

jedem Zeitpunkt die exakte Position des Fahrzeugs und triggert

entsprechend die Bildaufnahme der Industriekameras. Je

nach Position nehmen die einzelnen Kameras mehrere Bilder

des Unterbodens auf. Es können fortlaufend alle Bereiche erfasst

und ausgewertet werden.

Beleuchtung und Kameras

Ins rechte Licht gerückt wird das Fahrzeug von fünf

Hochfrequenz-Leuchtstoffröhren, die den Unterboden

gleichmäßig diffus ausleuchten. Hinzu kommen zusätzlichen

Halogen-Scheinwerfern für die Radläufe. Durch die hohe

Lichtempfindlichkeit der monochromen CCD-Sensoren erzielen

die Kameras vom Typ UI-6230HE-M auch bei kurzen

Belichtungszeiten eine gute Bildqualität. Eine besondere Herausforderung

für die Aufnahme und Auswertung stellen jedoch

die wechselnden Lackfarben der Karosserien dar: Da

beim Lackieren auch immer etwas Farbe auf Teile der Radläufe

oder des Unterbodens gelangt, kann der Hintergrund

der Bildaufnahme zwischen stark reflektierend und sehr

dunkel wechseln. Dennoch müssen die schwarzen Kunststoffstopfen

zuverlässig erkannt werden. Für die optimale

Belichtung der Aufnahme sorgt die uEye-Kamera selbst, indem

sie mittels der automatischen Regelfunktion Auto Gain

Control die Sensorverstärkung eigenständig nachführt. So

wird ohne Änderung der Belichtungszeit die mittlere Bildhelligkeit

konstant gehalten.

Auswertung im IPC

Zwei weitere Anlagen in der Fertigungslinie sichern mit jeweils

zwölf uEye-Kameras die Vollständigkeit von Spreiznieten

und Schrauben in den Radläufen. Auf jeder Fahrzeugseite blicken

sechs Kameras aus unterschiedlichen Sichtwinkeln auf

Radläufe und Verkleidung. Der Bilddatenstrom des Multikamerasystems

gelangt über zwei GigE-Netzwerkkarten und

Switches zu einem Industrie-PC, der die Bildanalyse durchführt.

Zur Auswertung verwendet die VMT-Software IS hauptsächlich

selbst entwickelte Algorithmen, um jegliche Anpassungen

möglich zu machen. Das Software-Konzept ist einfach

erweiterbar: zusätzliche Messungen und sogar weitere Kameras

können jederzeit hinzugefügt werden. Aus diesem Grund

entschieden sich die Anlagenbauer für Kameras von IDS, die

mit einem umfangreichen Software-Paket (SDK = Software

Development Kit) eine flexible Programmierung der Bildaufnahme

ermöglichen. Mehr als 140 Funktionen des uEye-SDK

lassen sich in C++/C#- oder VB-basierten Programmen ansprechen.

Neben einer ActiveX-Komponente und der Direct-

Show-Schnittstelle unterstützen die Kameras auch den neuen

46

A&D 7+8.2010


BILDVERARBEITUNG | MESSEN & ERKENNEN

Zwölf uEye-Kameras sichern die Vollständigkeit von Spreiznieten und Schrauben in

den Radläufen

IBV-Software-Standard GenICam. Da alle Kameras der uEye-

Serie treiberkompatibel sind, ist ein Wechsel auf ein anderes

Modell mit USB2.0- oder GigE-Anschluss ohne Programmieraufwand

möglich.

In der Applikations-Software VMT IS ist neben der Bildauswertung

auch die Dokumentation der Messschritte eine

elementare Funktion. In einem Ringspeicher werden bis zu

10000 durchgeführte Messungen samt Bildern und Ergebnissen

hinterlegt. So können sie später nachgeprüft und gegebenenfalls

sogar wiederholt werden. Das ist gerade bei der

Hundertprozent-Kontrolle im Automobilbau eine wichtige

Funktion.

Erkennt das Prüfsystem ein fehlendes Teil, wird die Messung

entsprechend gekennzeichnet und eine Fehlermeldung

abgesetzt. Die Fertigungslinie muss jedoch weiterlaufen –

eine sofortige Korrektur würde zu einer Verzögerung der

nachfolgenden Produktion führen. Im weiteren Fertigungsprozess

ist eine Stelle vorgesehen, an der bei Bedarf ein fehlendes

Teil ohne Verzögerung der Produktion nachmontiert

werden kann. ☐

> MORE@CLICK AD7067160

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MESSEN & ERKENNEN | NEUHEITEN

PRODUKTVORSPRUNG MESSEN & ERKENNEN

Zuverlässig detektiert

Bei der Lichtschrankenfamilie F 10 von SENSOPART handelt

es sich um Subminiatursensoren, die mit Laserlicht arbeiten.

Die einstellbare Hintergrundausblendung ist eine Neuheit bei

Lasersensoren in dieser Bauform. Um die Lasertechnik in

dem 21 x 14 x 8 mm kleinen Subminiaturgehäuse unterzubringen,

wurde eigens ein spezieller optischer ASIC

entwickelt. Der Rotlichtlaser erzeugt einen sehr präzisen

Lichtfleck, der auch in größeren Abständen noch so scharf

ist, dass selbst Kleinteile im Millimeterbereich zuverlässig

detektiert werden können. Der sehr helle, auch bei Tageslicht

gut sichtbare Lichtfleck erleichtert zudem die Ausrichtung,

zugleich sind die Sensoren dank Laserklasse 1 in jeder

Die Subminiatursensoren von Sensoparte

erzeugen einen sehr präzisen Lichtfleck

Situation gefahrlos einsetzbar. Die Lichtschrankenfamilie ist als Einweg- oder Reflexionslichtschranke

sowie als Reflexionslichttaster mit Hintergrundausblendung in vier verschiedenen Ausführungen

erhältlich – alle Varianten sind mit einem Rotlichtlaser ausgestattet.. >MORE@CLICK AD6894510

Glänzende Zeiten

Die Interference-Free-Technologie WinTec von WENGLOR

ermöglicht den Einbau mehrerer Sensoren direkt nebeneinander

und auch gegenüber voneinander, ohne dass diese sich

beeinflussen. Ebenso zuverlässig arbeiten Sensoren mit WinTec

bei glänzenden Objekten. Die Interference-Free-Technologie ist

störungsfrei gegenüber Glanz im Hintergrund und sorgt für ein

zuverlässiges Schaltverhalten auf spiegelnden Flächen und

Reflektoren innerhalb des Schaltabstandes. Zudem werden

schwarze Flächen jetzt besser und auch in extremer Schräglage

erkannt. Eine weitere Stärke des Sensors ist das schnelle

und genaue Erfassen von Kanten bei hohen Geschwindigkeiten.

Der kleine Laser-Lichtfleck und die 1000Hz-Schaltfrequenz

ermöglichen dabei ein sehr präzises Schaltverhalten. Auch nebeneinander verbaut, beeinflus-

>MORE@CLICK AD6894660 sen sich die Sensoren nicht gegenseitig

Mit dem richtigen Dreh

WACHENDORFF AUTOMATION steht mit einer neuen

Drehgeberfamilie in den Startlöchern: Absolutwert-

Drehgeber mit EnDra für SSI. Diese Drehgeber bauen auf

dem magnetischen Prinzip auf und sind sowohl als

Single- als auch Multiturn-Variante verfügbar. Die

Multiturn-Drehgeber arbeiten ohne Getriebe und kommen

ohne Batterie aus, da sie auf der EnDra-Technologie

basieren. Da das SSI-Protokoll jedoch weiterhin stark

verbreitet ist, setzt man im Unternehmen zudem auf die

SSI-Serie. Die Absolutwert-Drehgeber WDGA für SSI

Anziehend: Die Drehgeber sind als Singlesowie

als Multiturn-Variante erhältlich

messen hochpräzise und eignen sich für hohe Lagerlasten. Sie sind zudem sehr vibrationsfest,

temperaturbeständig und mit hoher Schutzart ausgestattet. >MORE@CLICK AD6894530

A&D 7+8.2010


STANDPUNKT | VERSORGEN & VERBINDEN

Wasserkühlung gehört die Zukunft

Weil in Schaltanlagen viele Komponenten auf geringem Raum verbaut sind, entsteht eine hohe

Verlustleistung. Diese Wärme gilt es, erfolgreich abzutransportieren. Für die Wasserkühlung

spricht sich Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Rittal, aus.

TEXT: Thomas Steffen, Rittal FOTO: Rittal

Galt in den 90er Jahren die Installation einer Wasserkühlung

in Schaltanlagen und Schaltschränken eher als exotischer

Ansatz, hat sich diese Technik inzwischen bewährt und heute

vermehrt durchgesetzt. Daher ist klar: Der Wasserkühlung gehört

die Zukunft. Die hohe Integrationsdichte moderner Komponenten

im Schaltanlagenbau führt dazu, dass die Verlustleistungen,

die durch Kühlung abtransportiert werden

müssen, leicht mehrere Kilowatt pro Schaltschrank

betragen können. Die Wärme abfuhr

möglichst effizient zu gestalten, ist also zunehmend

wichtig. Der Transport von Wärmeenergie

gehorcht den Gesetzen der Physik. Die drei

grundlegenden Prozesse – Wärmeleitung, Konvektion

und Wärmestrahlung – müssen dabei

geschickt kombiniert werden, um die Wärme

aus dem Schaltschrank abzuführen. Die Vorteile,

die Wasser als Transport medium hat, ist die – im

Vergleich zu Luft – deutlich höhere Wärmekapazität

pro Volumeneinheit.

Natürlich hat auch die klassische Kühlung zum Beispiel

durch luftgekühlte Klimageräte mit Kompressor ihre Vorteile.

Diese liegen im Wesentlichen in der einfachen Installation und

der geringeren Anzahl an Komponenten. Eine höhere Ausfallhäufigkeit

bei wassergekühlten Systemen lässt sich daraus aber

heute nicht mehr ableiten. Die heute verfügbaren Systeme und

Komponenten sind so weit entwickelt, dass sie eine sehr hohe

Zuverlässigkeit bieten. Der Wartungsaufwand ist sogar in der

Regel geringer, da das regelmäßige Austauschen oder Reinigen

der Kühlgerätefilter entfällt.

Neben den rein technischen Aspekten hat in der Industrie

natürlich stets die wirtschaftliche Betrachtung einen hohen Stellenwert.

Vergleicht man die beiden Methoden der Kühlung unter

dem Kostengesichtspunkt miteinander, so wird

rasch klar, dass bei bestimmten Anlagengrößen

einiges für die Wasserkühlung spricht. Auch

wenn die reinen Investitionskosten eventuell etwas

höher sein können, spielt die Wasserkühlung

aufgrund der hohen Effizienz ihre Vorteile bei

den Betriebskosten aus. Dies gilt insbesondere in

Zeiten hoher Energiekosten. Ein Vergleich verschiedener

Klimatisierungskonzepte kann sich

daher sehr schnell bezahlt machen.

Als Analogie zu der Situation im Schaltanlagenbau

sollte man sich die Entwicklung im Automobilbau

vor Augen halten. Praktisch alle modernen Viertakt-

und Dieselmotoren sind heute flüssigkeitsgekühlt. Die

letzten Großserienfahrzeuge, die standardmäßig mit luftgekühlten

Motoren ausgestattet waren, waren der Käfer, die Ente

und der VW-Bus (bis 1992). Auch im Schaltanlagenbau wird

sich die Wasserkühlung immer mehr durchsetzen. Standards in

dieser Technik setzt Rittal aktuell mit seiner neuen Serie „Top-

Therm Chiller“. ☐

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VERSORGEN & VERBINDEN | ENTWÄRMUNG

Sechs Gerüchten

auf der Spur

Elektronische Komponenten heizen die Luft im

Schaltschrank auf. Wie die Wärme am besten

bekämpft wird, darüber kursieren in den Fabriken

der Welt mindestens sechs Gerüchte. A&D klärt auf.

TEXT: Nicole Wittmann, A&D FOTO: Schroff

In der Nähe von Elektronik ist es warm. Das ist vor allem

im Winter praktisch, wenn die Heizung mal ausfällt. Dann

schnappt sich der Betroffene einfach sein Laptop, setzt sich auf

die Couch, surft ein bisschen im Internet, checkt seine E-Mails

und schon wird es warm auf dem Schoß. Die moderne Wärmflasche

dient auch als Unterhaltungsmedium. Gerade im Gehäuse

oder im Schaltschrank, wo auf einem verhältnismäßig

geringen Platz relativ viele Komponenten verbaut sind, ist Hitze

jedoch ein Problem. Denn die Elektronik kollabiert, wenn

sie ins Schwitzen gerät. Im schlimmsten Fall steht dann die

Anlage still und die Kostenuhr beginnt zu rattern. Um dem

Hitzetod einer Produktionsanlage entgegenzuwirken, sollte

bei der Planung des Gehäuses das Konzept für die Entwärmung

bereits mitentwickelt werden. Doch: Worauf ist zu achten?

Sechs Gerüchte über die richtige Entwärmungsstrategie

geistern durch die Fabriken. Ihr Wahrheitsgehalt steht auf dem

Prüfstand.

Kühlgeräte sorgen für das richtige Klima

im Schaltschrank

Luftkühlung statt der eigentlich kühlen, frischen Luft wieder

angesaugt, so dass sich die Temperatur im Schrank zwangsläufig

erhöht“, sagt Dr. Adam Pawlowski, Principal Engineer

Thermal Management bei Schroff. Hinter der Wahl der richtigen

Temperatur steckt also je nach Kühlsystem und Gehäuse

ein komplexer Planungsprozess, damit die gewünschten Grade

auch eingehalten werden.

IDie Temperatur der Kühlgeräte sollte am besten so gering

wie möglich eingestellt sein.

Die optimale Temperatur im Schrank oder Gehäuse richtet

sich nach den verbauten Komponenten und variiert von Anwendung

zu Anwendung. Einen Standardwert, der immer

passt, den gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die verschiedenen

Anwendungen und zu zahlreich die Komponenten, die

zum Einsatz kommen können.

Bei der Wahl der richtigen Temperatur ist auch zu beachten,

welchen Wegen die Luft im Schrank folgt. Entstehen nämlich

Luftströme, die vorher nicht eingeplant waren, saugt die

Kühlung womöglich wärmere Luft an und die ursprünglich angesetzte

Temperatur wird im laufenden Betrieb nicht erreicht.

„Die bereits erwärmte Luft sucht sich stets den Weg des geringsten

Widerstands und wird im schlimmsten Fall bei einer

II

Das Kühlgerät erziehlt stets die beste Leistung, wenn

es direkt über den Komponenten mit der größten

Verlustleistung angebracht wird.

Im Schaltschrank erwärmen sich nicht alle Geräte gleich

stark, weil sie sich in ihrer Verlustleistung unterscheiden. Deshalb

ist es sinnvoll, besonders heiße Geräte intensiv zu kühlen.

„Aber es ist darauf zu achten, dass dadurch die anderen Geräte

nicht den Hitzetod sterben“, sagt Pawlowski. Die Luft muss

gleichmäßig zirkulieren. Daher sollten die einzelnen Kühlgeräte

im Schrank so verteilt werden, dass Wärmenester gar nicht

erst entstehen. „Die Kühlgeräte sind so zu setzen, dass der

Schrank ideal durchlüftet wird“, sagt Markus Pucel, zuständig

für die Entwärmungskonzepte beim Schrank- und Gehäusehersteller

Häwa. Wird gezielt nur ein Gerät mit sehr kühler

Luft umspühlt, führt das zum einen zu Spannungen im Gehäu-

50

A&D 7+8.2010


www.escha.de

se der Komponente. Der Grund: Im Inneren ist es sehr warm,

außen wird die Hülle jedoch stark gekühlt. Zum anderen kann

es zu Kondensatbildung kommen, wenn warme Luft auf die

kalten Metallteile trifft.

III

Eine Luft-Wasser-Kühlung sorgt für das beste

Kühlergebnis und ist deshalb stets die erste Wahl.

In der Tat ist die Luft-Wasser-Kühlung die effizienteste Art

der Gehäuseentwärmung. „Wasser hat in etwa eine 3600-fach

bessere Übertragungsleistung als Luft“, sagt Pucel. „Ich muss

deutlich weniger Wasser als Luft bewegen, um die gleiche

Kühlleistung wie bei einer reinen Luftkühlung zu erreichen“,

sagt Pawlowski. Besonders bei Anwendungen, wo ohnehin

schon mit Wasser gearbeitet wird – etwa in der Papierfabrik –

bietet es sich an, auf eine Luft-Wasser-Kühlung zurückzugreifen.

Müssen allerdings erst die notwendigen Leitungen verlegt

wird, steigen die Kosten für die Lösung schnell an.

Soll die Kühlung auf dem Dach des Schrankes oder Gehäuses

platziert werden, sollte sich der Anwender jedoch über die damit

verbundenen Gefahren im Klaren sein. Der Grund: Wenn eine

Dichtung zum Beispiel eine Öffnung nicht vollständig verschließt,

sind die Komponenten in Gefahr. Das Wasser wird sich

vom Dach einen Weg nach unten suchen – durch die Elektronik

im Schrank. Um ein solches Risiko von vornherein auszuschließen,

sollte ein Luft-Wasser-Wärmetauscher an der Schrankseite

oder im Sockel verbaut sein.

IV

Gehäuseentwärmung verbraucht zusätzliche

Energie und erhöht deshalb die Kosten.

Wärme ist die einzige Energieform, die nicht umgekehrt

werden kann, sie muss immer aktiv weggeschafft werden. Der

korrekte Begriff für Schaltschrankkühlung ist deshalb Entwär-

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VERSORGEN & VERBINDEN | ENTWÄRMUNG

mung. „Eine Investition in die Schaltschrankentwärmung ist

notwendig, weil es keine andere Möglichkeit gibt, die Wärme

aus dem Schrank zu bekommen. Sie kann deshalb keine Fehlinvestition

sein“, ist Pucel überzeugt.

Fallen aufgrund fehlender Kühlung die Komponenten im

laufenden Betrieb einer Produktionsanlage aus, beginnt die

Kostenuhr zu rattern. Denn eine Produktion, die still steht,

kostet viel Geld.

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VEin Schaltschrank mit hochwertigen Kühlgeräten kann

an jedem Ort in der Produktionshalle stehen.

Grundsätzlich lässt sich ein Schrank natürlich innerhalb

der Produktionsanlage auch an anderen als den ursprünglich

vorgesehenen Orten aufstellen. Allerdings richtet sich die Wahl

der Kühlgeräte im Schrank nach den Umgebungsbedingungen.

Nicht jedes Kühlgerät ist deshalb für jeden Anwendungsfall

geeignet. „Kommen die Geräte zum Beispiel mit Staub oder Öl

in Kontakt, müssen sie über Filtermatten verfügen“, merkt Pucel

an.

Verändert der Betreiber der Anlage zusätzlich die Anordnung

der Komponenten im Schrankinneren, kann unter Umständen

die Kühlleistung nicht optimal genutzt werden. Der

Anwender sollte immer testen, ob die Kühlung nach dem Umbau

noch einwandfrei funktioniert. „Ist er sich unsicher, sollte

er in jedem Fall einen Experten hinzuziehen. Schließlich müssen

die Lüfter an der richtigen Stelle platziert sein, unter Umständen

braucht es hier und dort ein Leitblech für den optimalen

Luftfluss – der Fachmann hat da einfach mehr Erfahrung“,

sagt Pawlowski.

VI

Die Kabeleinführung ist eine so kleine Öffnung,

die muss man nicht speziell abdichten.

Handelt es sich bei dem Gehäuse oder Schaltschrank um

ein geschlossenes System – im Vergleich zu den offenen Systemen,

die in Rechenzentren zum Einsatz kommen, – muss auch

die Kabeleinführung isoliert sein. Der Grund: Ist der Schrank

geschlossen, ist die Luft darin in der Regel nach kurzer Zeit

komplett entfeuchtet. Ohne die nötige Dichtung würde mit der

Umgebungsluft auch immer wieder neue Feuchtigkeit in den

Schrank eindringen. Dafür sind die verbauten Kühlgeräte jedoch

gar nicht ausgelegt. „Die Geräte sind gemacht, um den

Schrank zum Beispiel nach einer Wartung, während der er offen

stand, einmal durchzutrocknen“, sagt Pucel. Ist das Gerät

gezwungen permanent Feuchtigkeit aus dem Inneren abzusaugen,

sammelt sich womöglich unter dem Schrank Wasser an,

weil Auffangbehälter und Abtropfschalen überlaufen. ☐

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industrialNETworX ist ein Open Source Projekt

gesponsert von Hilscher Gesellschaft für

Systemautomation mbH

A&D 7+8.2010


A&D FRAGT NACH | VERSORGEN & VERBINDEN

„Wir sorgen für

die richtigen Mittel“

Elektronikkomponenten im Schaltschrank haben es gern trocken.

Feuchtigkeit schadet ihnen. Markus Nerge von Lohmeier verrät,

woher die feuchte Luft kommt und wie sich Kondensat im Gehäuse

oder Schrank am besten bekämpfen lässt.

FRAGEN: Nicole Wittmann, A&D

FOTO: Lohmeier

Wann tritt Kondensat im Schaltschrank auf?

Es tritt immer dann auf, wenn ein sehr starker Temperaturunterschied

oder eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Wenn

der Betreiber eine gleichbleibende Temperatur gewährleisten

kann, zum Beispiel in klimatisierten Räumen, und kein Temperaturgefälle

besteht von der Umgebungsluft zur Luft im

Schrank oder im Gehäuse, dann gibt es eigentlich kein Problem

mit Kondensat.

Ist ein Schrank der Schutzart IP67 nicht generell davor geschützt,

dass Feuchtigkeit eindringt?

Nein, nicht zwangsläufig. Die IP-Tests werden unter Laborbedingungen

durchgeführt. Steht das Gehäuse allerdings im

Freien, kommen extremere Einflüsse ins Spiel, zum Beispiel

Niederschläge oder Temperaturschwankungen.

Wie kommt überhaupt die Feuchtigkeit in einen Schrank, der

im Freien steht?

Steht ein Gehäuse im Freien, strahlt während des Tages die

Sonne darauf ein. Kommt dann zum Beispiel ein plötzlicher

Regenschauer, nimmt die Temperatur schlagartig ab. Entsprechend

entsteht im Gehäuseinneren ein Unterdruck. Dieser

kann die Außenluft regelrecht in den Schrank hineinsaugen

– unter Umständen auch durch die Dichtung. Mit der Außenluft

gelangt auch Luftfeuchtigkeit in den Schrank.

Steht der Schrank im Gebäude, ist die Situation ähnlich, nur

die Temperaturunterschiede sind geringer?

Nein, die Situation ist nicht ähnlich. Ein Unterschied der Temperatur

im Schrankinneren zur Temperatur der Umgebungsluft

im Gebäude kann durch verschiedene Klimatisierungskomponenten

geringer gehalten werden, sodass diese hohen Druckunterschiede

gar nicht erst entstehen. Und die vorhandene

Feuchtigkeit im Schrank kann im ausreichenden Maß herausgefiltert

werden.

Wie funktioniert das Herausfiltern?

Kühlgeräte kondensieren entweder am Verdampfer die Luftfeuchte,

sammeln die Flüssigkeit und leiten sie über einen

Schlauch nach draußen. Alternative wird die Feuchtigkeit mittels

Heizelementen verdampft und an die Umgebungsluft außerhalb

des Gehäuses abgegeben.

Gibt es einen Richtwert, wie viel Kondensat in einem Schaltschrank

der Fabrikfertigung auftritt?

Nein, gibt es nicht. Wenn man hier die IP-Schutzartenprüfung

nimmt: Dort heißt es in der Norm, es darf je nach Schutzart

kein Wasser in schädlichen Mengen ins Gehäuse eindringen.

Warum wird von nicht schädlichen Mengen gesprochen? Das

liegt an den Einbauten, die von Anwendung zu Anwendung unterschiedlich

sind. Hat der Betreiber eine freie Platine mit Mikroprozessoren

im Gehäuse, dann reicht ein Wassertropfen, der

auf die falsche Stelle fällt, und die Platine raucht auf. Fällt der

Wassertropfen aber auf einen Kunststoffkabelkanal, muss nicht

zwangsläufig etwas passieren. Von daher gibt es keine festgelegten

Richtwerte.

Sind sich die Anlagenbetreiber der Gefahren von Kondensat

bewusst?

Da ist es, wie mit allen Themen: Die einen kennen sich besser

aus, die anderen nicht so gut. Um aber ein gleichbleibendes

Wissensniveau bei unseren Kunden zu schaffen, haben wir das

Know-how bei uns im Hause. Wir sorgen, wenn wir den ganzen

Anwendungsfall kennen, immer dafür, dass die richtigen

Mittel eingesetzt werden. ☐

Markus Nerge ist Marketingleiter bei Lohmeier Schaltschrank-

Systeme in Vlotho.

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A&D 7+8.2010

53


VERSORGEN & VERBINDEN | NEUHEITEN

PRODUKTVORSPRUNG VERSORGEN & VERBINDEN

SPS / IPC / DRIVES

in Nürnberg:

23. – 25. November 2010

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Lösungen macht

unsere Partnerschaften

erfolgreich.“

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Schaltnetzteile in zwei Bauformen

Die Schaltnetzteile von IFM sind in zwei Bauformen

verfügbar: BasicLine im kompakten Kunststoffgehäuse und

ClassicLine im robusten Metallgehäuse. Beide Bauformen

benötigen mit ihrem schmalen Gehäuse nur wenig Platz

auf der Hutschiene. Die Netzteile starten nach dem

Einschalten auch ohne Mindestlast und sind kurzschlussund

überlastfest. Zwei LEDs und ein DCok-Ausgang

signalisieren die Betriebszustände. Der Weitbereichseingang

und die cULus-Zulassung erlauben einen weltweiten

Einsatz. Eine Besonderheit der ClassicLine ist neben der

IFM-Netzteile in den beiden Varianten

ClassicLine und BasicLine

langen Netzausfallüberbrückungszeit von bis zu 400 ms die intelligente Leistungsreserve: Bei

1,5-facher Nennlast können die Netzteile für 5 s extra Strom liefern, bei geringerer Überlast

entsprechend länger. Diese Zusatzleistung ermöglicht es, auch schwierige Lasten (Motoren, DC/DC-

Wandler) zu starten. Der Eingangsspannungsbereich liegt zwischen 100...240 V AC ± 10 %, die

Ausgangsspannung der 24VDC-Netzteile ist von 24...28 V einstellbar. >MORE@CLICK AD6894950

Abriebfeste Kamerakabel

ERNST & ENGBRING hat für eine Kundenanwendung ein

Flat Camera Link Cable für eine scannerähnliche QS-

Station entwickelt, mit der fertig bestückte Platinen

schnell abgefilmt und so einem lückenlosen Qualitäts-

Check unterzogen werden. Das bildgebende QS-System

für die Elektronikfertigung benötigte 44 symmetrische

Datenleitungen mit 100 Ω Wellenwiderstand für hohe

Datenraten, lange Einsatzlängen und den Einsatz in einer Flat Camera Link Cable mit flachem und

Miniatur-Schleppkette mit sehr hoher Beschleunigung. biegewechselfreundlichem Profil

E&E löste die Aufgabe mit einer Konstruktion, bei der die

44 Datenleitungen systematisch so angeordnet wurden, dass exakt gleiche elektrische Vorgaben für

alle Datenpaare in der Schleppkette realisiert wurden. Dieser Aufbau ergab ein flaches, biegewechselfreundliches

Profil mit 11 mm Kabeldicke. Die Aderngruppen sind jeweils einzeln geschirmt.

>MORE@CLICK AD6895100

Thermostate mit fest eingestelltem Temperaturbereich

Die Fix-Thermostate von EVG verfügen über einen fest eingestellten

Temperaturbereich und eine kleinere Gehäuseform als die

einstellbaren Thermostate. Durch die fest eingestellte Schalttemperatur

ist die Gefahr von unbeabsichtigten Fehleinstellungen oder

mutwilligen Manipulationen am Thermostat ausgeschlossen. Das

bringt dem Anwender mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit. Bislang

sind die Thermostate mit fünf unterschiedlichen Schalttemperaturen

erhältlich. Eine Clip-Befestigung für eine 35mm-DIN-Schiene

ist zur Montage fest integriert. Für den elektrischen Anschluss

sind Schraubklemmen vorgesehen, in denen Leitungen bis

2,5 mm² verwendbar sind. >MORE@CLICK AD7894970

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A&D 7+8.2010


HEFT-IM-HEFT

S&I 2.2010

SICHERHEIT & INDUSTRIE

SAFETY

Full House im Normen-Poker

Expertenrunde zur EN ISO 13849

VERANTWORTUNG

CE-Beauftragter behält Überblick

ZWEI AUF EINEN STREICH

Standardsteuerung und Sicherheit


-SAFETY | EXPERTENRUNDE

Fünf Antworten zur

Kaum eine Norm hat so viel Aufsehen erregt, wie die EN ISO 13849. Einigen

Steuerungstechnikern war sie zu heiß. Sie kämpften in Brüssel für die Verlängerung

der EN 954-1. Mit Erfolg. Doch der Tag wird kommen, an dem der probabilistische

Ansatz allein gültig ist. Vorher gilt es noch fünf Fragen zu klären.

TEXT: Nicole Wittmann, A&D FOTOS: Fiessler; Inmas; Pilz; Sick; Wieland

Kaum eine Norm wurde so heiß diskutiert

wie die EN ISO 13849. Letztlich

hat die Debatte um ihr Inkrafttreten zum

Ende des vergangenen Jahres die neue

Maschinenrichtlinie in den Schatten gestellt,

die seit 29. Dezember 2009 die Sicherheit

beim Inverkehrbringen von

Maschinen in den Mitgliedsstaaten der

Europäischen Union bestimmt. Im November

und Dezember haben die Spekulationen

über eine Verlängerung der

Vorgängernorm EN 954-1 das allgemeine

Interesse erregt. Dennoch – auch mit

Übergangsfrist – die Neue kommt. Ab

dem Neujahrstag 2012 ist sie die allein

gültige Norm für die Auslegung sicherheitsgerichteter

Steuerungen. Grund genug,

ein wenig genauer hinzublicken,

was die Norm eigentlich besagt. Fünf Experten

beantworten fünf Fragen zur

EN ISO 13849.

1

Worauf ist zu achten, wenn

sich innerhalb einer Maschine

oder Anlage Gefährdungen mit

unterschiedlichen PL-Werten

überlagern?

Götz Fiessler: Die EN ISO 13849-1

beinhaltet ausführlich wie Reihenschaltungen

aus mehren Subsystemen (SRP/

CS) behandelt werden müssen. Dabei

wird immer das schwächste Glied der Sicherheitskette

zuerst betrachtet. Der

Götz Fiessler ist

Geschäftsführer

von Fiessler

Elektronik in

Esslingen

Performance Level (PL) dieser Sicherheitsfunktion

gibt letztendlich den maximalen

PL der Gesamtanlage an. Denn

eine Sicherheitskette reißt dort, wo die

Kette das schwächste Glied hat.

Aber nicht nur das schwächste Glied

muss bei der Betrachtung des Gesamt-PL

einer Anlage betrachtet werden. Die Anzahl

der Subsysteme und auch der PFH

(Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls pro

Stunde) spielen hier eine Rolle. Sollen an

einer Maschine oder Anlage Gefährdungen

mit unterschiedlichen PLr-Werten

betrachtet werden, die sich überlagern,

so muss hier die Gefahr mit dem höchsten

PLr als federführend betrachtet werden:

Die Gefährdung mit dem höchsten

PLr-Wert bildet die Grundlage des PLr

für die gesamte Anlage.

Abweichend davon kann man einzelne

Gefährdungen dann separat betrachten,

wenn diese sich nicht gegenseitig

beeinflussen.

Silvia Schmidt

ist Managerin

für Normen und

CE-Kennzeichnung

bei Inmas in

Bremen

2

Die Norm EN ISO 13849-1

kann für alle Steuerungen verwendet

werden, die EN 62061

beschreibt ausschließlich Anforderungen

für elektrische Steuerungen.

Wie grenzen sich die beiden Normen noch

voneinander ab?

Silvia Schmidt: Ganz alleine steht die

ISO 13849 in der Normenwelt nicht da.

Die IEC 62061 zum Beispiel, ist auch in

Europa harmonisiert, und stellt für programmierbare

Steuerungen ein wichtiges

Normenwerk dar. Wie genau die Anwendungsbereiche

der unterschiedlichen

Normen anzuwenden sind, wird in der

IEC 62061 definiert. Auch bei den Begrifflichkeiten

unterscheiden sich die

Normen. Hantieren die Steuerungsnormen

normalerweise mit dem SIL Level,

so verwendet die harmonisierte ISO 13849

den Performance Level (PL). Der PL wird

mit Hilfe eines Graphen ermittelt. Viele

56

A&D 7+8.2010


EXPERTENRUNDE |

-SAFETY

EN ISO 13849

Unternehmen missbrauchen diesen Graphen

zur Einschätzung in ihrer Risikobeurteilung.

Hiervon ist aber laut Berufsgenossenschaft

abzuraten, da der Einfluss

der Eintrittswahrscheinlichkeit nicht berücksichtigt

wird. Bessere Methoden zur

Risikoeinschätzung finden sich in der

ISO/TR 14121-2. Diese nicht harmonisierte

Norm vervollständigt den harmonisierten

Teil 1 und unterstützt Hersteller

mit konkreten Vorschlägen und Beispielen

bei der Risikobeurteilung.

3

Muss der Maschinenbauer

die Daten überprüfen, die ihm

die Bauteilehersteller liefern?

Wie ist zu verfahren, wenn es

noch keine zuverlässigen Zahlen gibt?

Matthias Wimmer: Diese Frage ist

im Zusammenhang mit den neuen Vorschriften

für die funktionale Sicherheit

oder der neuen Maschinenrichtlinie

nicht neu. Dahinter steht die eher grundsätzliche

Überlegung, inwieweit der Maschinenbauer

generell den Angaben eines

Lieferanten trauen kann. Komponentenhersteller,

die Produkte im Anwendungsbereich

der neuen Normen

anbieten, stellen gewöhnlich auch verlässliche

sicherheitstechnische Kenndaten

zur Verfügung. Konstrukteure sind

vom Gesetz her nicht verpflichtet, diese

Werte zu überprüfen. Aus diesem Grund

führt auch eine freiwillige Überprüfung

nicht automatisch zu einer höheren

Rechtssicherheit, sondern erleichtert allenfalls

den Nachweis in einem konkreten

Problemfall.

Wenn für eine Komponente keine sicherheitstechnischen

Kenndaten vorlie-

Matthias Wimmer

ist Consultant

im Technischen

Büro Hannover

von Pilz

gen, können Maschinenbauer entsprechend

der Norm einer dreistufigen Vorgehensweise

folgen. Diese beginnt mit

der direkten Nachfrage beim Hersteller

der Komponente. Sollte dies zu keinem

Ergebnis führen, können Konstrukteure

als nächstes auf Standardwerte aus der

EN ISO 13849-1 (siehe Tabelle C1) für bestimmte,

einfache Komponenten wie

Schalter und Schütze sowie mechanische,

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hydraulische und pneumatische Bauteile

zurückgreifen. Wird die eingesetzte

Komponente hiervon nicht abgedeckt,

kann für die MTTFd (Mittlere Zeit bis

zum gefahrbringenden Ausfall einer

Komponente) ein Wert von zehn Jahren

verwendet werden. Der Nachteil ist jedoch,

dass dies in der Praxis in einem

sehr niedrigen Performance Level – maximal

PLc – resultiert. Die MTTFd ist

dann die maßgebliche beschränkende

Größe (siehe Tabelle K1 der EN ISO

13849-1).

4

Ist der MTTFd-Wert allein

ausreichend für die Bewertung

von Sicherheitsfunktionen?

Hans-Jörg Stubenrauch:

Der MTTFd stellt den probabilistischen

(wahrscheinlichkeitsbezogenen) Aspekt

der Bewertung von Sicherheitsfunktionen

mit einem Wert dar. Dieser Wert beschreibt

die Zuverlässigkeit der verwendeten

Bauteile oder der gesamten Schaltung

und wird als „Erwartungswert der

mittleren Zeit bis zum gefahrbringenden

Ausfall“ in Jahren definiert. Die Berücksichtigung

dieses Aspekts ist sinnvoll,

aber es ist nur ein Teilaspekt. Eine weitere

Minimalforderung ist, dass die verwendeten

Bauteile dem Stand der Technik

(zum Beispiel einer Produktnorm)

genügen.

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Hans-Jörg

Stubenrauch ist

Manager Safety

Solutions bei

Sick in Waldkirch

Die Bewertung einer kompletten Sicherheitsfunktion

umfasst neben dem

MTTFd die Struktur (Kategorie), des Diagnosedeckungsgrades

DC, der Maßnahmen

gegen common cause failure

(CCF) in der Anwendung, den Gestaltungsprozess,

die Einsatzbedingungen

und die systematischen Ausfälle, um die

gefahrbringenden Fehler zu beherrschen.

Allein mit einem hohen MTTFd von

zum Beispiel 30 Jahren darf nach ISO

13849-1 ein Bauteil nicht in Sicherheitsfunktionen

verwendet werden.

5

Welche Auswirkung

hat die Deckelung

des MTTFd jedes

Kanals auf 100

Jahre bei längeren Steuerungsketten?

Christof Sofsky: Grundsätzlich

hat die Deckelung

den Sinn, die zweifelsohne

wichtige Bauteilzuverlässigkeit

gegenüber anderen

wichtigen Einflussfaktoren,

wie Struktur und Diagnose

nicht überzubewerten. All

diese Parameter sollen gemeinsam in die

Berechnung des PFH-Wertes (Wahrscheinlichkeit

eines Ausfalls pro Stunde)

oder des Performance Levels eingehen.

Christof Sofsky

ist Business

Development Manager

Safety bei

Wieland Electric

Bamberg

Aufgrund der Deckelung ist aber gerade

bei der Wahl der Komponenten auf

eine ausgeglichene Zuverlässigkeit der

einzelnen Kanäle zu achten, da ansonsten

ein Kanal mit deutlich höherem MTTFd

als 100 Jahren am Ende auf 100 Jahre abgeschnitten

wird, der zweite, eventuell

deutlich schlechtere Kanal mit einem sehr

geringen MTTFd durch die Anwendung

der Symmetrierungsformel das Gesamtergebnis

bis auf zwei Drittel des höheren

Wertes herunterziehen kann (in dem Fall

rechnerisch mindestens 66,7 Jahre). Legt

man zugrunde, dass 30 bis 100 Jahre als

hoher MTTFd eingestuft sind, lässt sich

dennoch damit in jedem Fall ein Erreichen

des PLe realisieren, unter der Maßgabe,

dass auch alle anderen Aspekte (Diagnose,

Struktur und CCF) erfüllt sind.

Innerhalb eines Kanals kann mit höheren

Werten gerechnet werden, doch

aufgrund der Formel ist klar, dass der

MTTFd-Wert mit steigender Kettenlänge

immer schlechter wird und ein einziger

schlechter Wert innerhalb dieser

Kette sich nicht durch andere gute Werte

kompensieren lässt. ☐

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58

A&D 7+8.2010


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-SAFETY | SICHERHEITSTECHNIK

Integrierte Sicherheit vereinfacht

das Steuerungskonzept

Wer Sicherheits- und Steuerungsfunktionen miteinander kombiniert, nutzt Synergien.

Das Automatisierungssystem wird dadurch günstiger und zugleich sicherer.

TEXT: Detlef Grundke, Rockwell Automation FOTO: Rockwell Automation

Aufgrund des technischen Fortschritts und neuen Standards

können produzierende Unternehmen heute einfacher

und kosteneffektiver denn je eine gemeinsame Plattform für

ihre Sicherheits und Standardsteuerungen entwickeln, implementieren

und warten. Wirtschaftliche Überlegungen treiben

die Weiterentwicklung von Sicherheitssystemen voran – von

fest verdrahteten, zu vernetzten bis hin zu den aktuellen integrierten

Lösungen. Innovationen sind gefragt, um die schein-

bar gegensätzlichen Ziele Produktivität und Sicherheit zu vereinen.

Je besser die Konstrukteure Sicherheits- und Steuerungsfunktionen

eines Automatisierungssystems miteinander

kombinieren, desto besser nutzen sie Synergien. Auch die

Hardware-Kosten lassen sich senken, wenn für die Standardund

Sicherheitsbereiche der Applikation dieselben Systemkomponenten

eingesetzt werden. Eine separate Sicherheitssteuerung

ist nicht mehr nötig; das integrierte Sicherheitssys-

60

A&D 7+8.2010


Certificato N° 9105.PIZZ

SICHERHEITSTECHNIK |

-SAFETY

tem erfordert nur noch eine Programmier-Software. Das

Schreiben und Koordinieren unterschiedlicher Programme für

verschiedene Steuerungen und Applikationen entfällt.

Die Konzentration auf eine Entwicklungsumgebung vermeidet

unnötige Mehrfachentwicklungen. Wird eine Anlage

zum Beispiel von einer auf drei Linien erweitert, so erfordert

dies nicht mehr als das schlichte Kopieren der Applikation von

einer Linie zur anderen. Weniger Komponenten benötigen

darüber hinaus auch weniger

Platz, weshalb für Schaltschränke

und die entsprechende

Montage weniger

Geld ausgegeben werden

muss.

In der Vergangenheit war

eine nahtlose Kommunikation

so gut wie unmöglich. Kein

Netzwerk konnte Standardund

Sicherheitssteuerungen

integrieren und gleichzeitig

die reibungslose Datenübertragung

über mehrere physikalische

Netzwerke der Fabrik

hinweg ermöglichen. Dies änderte

sich mit der Einführung

des Common Industrial Protocol

(CIP), einem Applikationsprotokoll

für Industrienetzwerke,

das vom physikalischen

Netzwerk unabhängig

ist. Es stellt einheitliche

Dienste für Steuerung, Konfiguration,

Datenerfassung und

Datenaustausch für alle CIP-

Netzwerke, DeviceNet, ControlNet

und EtherNet/IP zur

Verfügung.

Früher konn te ein sicherheitsrelevantes

Ereignis in einem

Teil einer Maschine zum

Stillstand der kompletten Anlage

führen. Der Grund dafür:

Die Standardsteuerung

hatte nur begrenzte Informationen

über den Sicherheitsvorfall.

CIP Safety dagegen

erlaubt eine Koexistenz von

Steuerungs- und Sicherheitssystemen

auf ein und demselben

Netzwerk und den Austausch von Daten zwischen Sicherheits-

und Standard-App likationen. Ingenieure können so zum

Beispiel eine Zonenüberwachung umsetzen: Dabei wird ein

Bereich der Maschine in einen sicheren Zustand überführt,

während der Betrieb der übrigen Zonen weiterläuft.

Anders als bei konventionellen Systemen bietet die Integration

von Sicherheits- und Standardsteuerungen dem Bedienund

Wartungspersonal die Möglichkeit, alle Vorgänge in der

Nähere Informationen unter www.pizzato.com

A&D 7+8.2010


-SAFETY | SICHERHEITSTECHNIK

Maschine einschließlich der Sicherheitstechnik mit Hilfe einer

Maschinen- oder System-HMI (Human Machine Interface) zu

beobachten. Mit den Informationen und Einblicken des integrierten

Systems kann das Bedienpersonal rasch reagieren, um

die Maschine wieder in den vollen Produktionsbetrieb zurückzuführen.

Vor der Entwicklung von Sicherheitsnetzwerken mussten

die Konstrukteure häufig kleinere Systeme einsetzen und ihre

Performance-Anforderungen heruntersetzen. Es war schwierig,

hardverdrahtete und relaisbasierende Sicherheitslogik mit

dem übergeordneten Steuerungssystem zu verbinden. Heute

werden diese Komponenten in ein gemeinsames Netzwerk integriert

und Sicherheits- und Standardinformationen zwischen

Geräten und Steuerungen übertragen.

Jüngste Entwicklungen im Bereich der integrierten Sicherheitstechnik

nutzen die Vorteile einer gemeinsamen

Steuerungsplattform und dehnen diese auf ein kompakteres

und besser skalierbares Format aus. Anwender sind so flexibler

im Design und können integrierte Sicherheitsfunktionen

in einem breiteren Anwendungsspektrum einsetzen – darunter

auch in vielen Applikationen mit mittlerer Größe, für die

eine größere Steuerung früher überdimensioniert oder zu

teuer gewesen wäre.

Integrierte Sicherheitssteuerungen

in der Dosenfabrik

Der weltweit tätige Verpackungshersteller Amcor hat in

seiner Fertigungsstätte für Aluminiumdosen in Revesby, Australien,

eine neue integrierte Sicherheitslösung implementiert.

Die Standard-Steuerungen der elf Dosen- und Entgratungsmaschinen

des Werks waren früher mit einer separaten, fest verdrahteten

Sicherheitssteuerung verbunden. Inzwischen werden

sie von elf einzelnen integrierten Sicherheitssteuerungen

gemanagt.

EtherNet/IP sorgt für die Verbindung zwischen den Maschinen

und bindet die integrierten Sicherheitssteuerungen an

die Leittechnik und das SCADA-System (Supervisory Control

And Data Acquisition) der Fabrik an. Mit der Kombination aus

dezentraler E/A-Struktur und CIP-Safety-Netzwerk gelang es,

den Zeitaufwand für die Installation und Verdrahtung zu verringern.

Mit der integrierten Entwicklungsumgebung entwickelten

die Ingenieure den Code für die Standard- und Sicherheitssteuerung

parallel. Das sparte viel Zeit. Nach der Einrichtung

der integrierten Steuerungsarchitektur gestaltet sich auch die

Weiterentwicklung und Erweiterung des Systems deutlich einfacher.

Neue Software-Tools wie die hochintegrierten Add-On

Instructions (AOIs) leisten einen Beitrag zu noch genaueren

und effizienteren Sicherheitssystem-Designs. In den AOIs ist

Code in fertig validierten Modulen gekapselt, die sich einfach

wiederverwenden lassen. Fehler sind so einfacher zu finden,

Störungen leichter zu beseitigen und das Risiko von Programmierfehlern

ist geringer.

Mit einer eigenen Signatur helfen die hochintegrierten

AOIs den Programmierern, ihre Daten vor ungewollter oder

absichtlicher Veränderung zu schützen. Wichtig ist diese Revisionskontrolle

insbesondere für stark reglementierte Branchen,

in denen die Hersteller für Konsistenz sorgen müssen, um die

einschlägigen Vorschriften zu erfüllen und ihr geistiges Eigentum

zu schützen.

Die Zukunft integrierter Sicherheitslösungen zielt auf eine

größere Auswahl und mehr Flexibilität bei der Anwendung

von Sicherheitstechnik für spezielle Anforderungen. Die zunehmende

nahtlose Integration von Sicherheits- und Standard-Komponenten

in Steuerungssysteme wird dafür sorgen,

dass die Implementierung der Sicherheit keine separate Disziplin

mehr ist, sondern zu einem parallel laufenden und zunehmend

organisch integrierten Bestandteil des Designprozesses

wird. ☐

> MORE@CLICK AD7057170


CE-BEAUFTRAGTER |

-SAFETY

„Der CE-Beauftragte darf

kein Bürokrat sein“

Nur sichere Maschinen dürfen in der Europäischen

Union in Verkehr gebracht werden. Kein Anwender darf

im Umgang mit der Maschine verletzt werden oder ums

Leben kommen. Doch wer unterbindet alle erdenklichen

Gefahren und Risiken? Helmut Frick, IBF, spricht über

den Nutzen eines CE-Beauftragten im Unternehmen, der

einen intensiven Blick auf die Sicherheit wirft.

FRAGEN: Nicole Wittmann, A&D

FOTO: IBF

A&D: Der CE-Beauftragte – ist das wieder

eine bürokratische Stelle, die sich die

Beamten in Brüssel ausgedacht haben?

Helmut Frick: Der CE-Beauftragte ist

keine bürokratische Stelle, die die EU

fordert. Die Maschinenrichtlinie verpflichtet

nicht dazu, einen CE-Beauftragten

im Unternehmen zu haben.

Welches Interesse steht dahinter, eine solche

Stelle im Unternehmen zu etablieren?

Die Unternehmen sind verpflichtet, nur

Maschinen in Verkehr zu bringen, die

den sicherheitstechnischen Anforderungen

entsprechen. Diese Verpflichtung

wird dem Hersteller in Artikel 5, Absatz 3

der Maschinenrichtlinie auferlegt. In vielen

Unternehmen sind die gesetzlichen

Anforderungen noch nicht ausreichend

in die Unternehmensprozesse integriert.

Wie geht der Hersteller am besten vor?

IBF verfolgt hier einen eigenen Ansatz.

Wir unterscheiden zwei Bereiche: einmal

den CE-Beauftragten auf Unternehmensebene.

Das muss keine eigene Stelle sein,

sondern vielmehr eine Rolle, die zum

Beispiel ein Mitarbeiter aus dem Qua-

litätsmanagement übernimmt. Er hätte

– wenn wir von einem Maschinenbauunternehmen

sprechen – ohnehin dafür

zu sorgen, dass die gesetzlichen Bestimmungen

eingehalten werden. Als CE-Beauftragter

würde dieser Mitarbeiter, die

gesetzlichen Anforderungen so in die

Prozesse implementieren, dass am Ende

sichere Produkte herauskommen. Die

zweite Ebene, die wir betrachten, ist die

Projektebene. Das heißt, was der CE-Beauftragte

auf Unternehmensebene für die

Prozesse vorgibt, muss auf der Projektebene

entsprechend eingehalten werden.

A&D 7+8.2010

63


Was unterscheidet den CE-Beauftragten

vom Dokumentationsbevollmächtigten,

der in der Maschinenrichtlinie gefordert

wird?

Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

In der Konformitäts- oder Einbauerklärung

muss eine Person benannt werden,

die ‚bevollmächtigt ist, die technischen

Unterlagen zusammenzustellen‘. Es geht

darum, für die Marktüberwachung möglichst

rasch einen Ansprechpartner zu

finden. Diese Person wird aber nicht die

Verantwortung für die korrekte Ausführung

der Produktentstehungsprozesse

übernehmen können.

Welche Verantwortung trägt der CE-Beauftragte?

Wie ich von Rechtsanwalt Dr. Wilrich

gelernt habe, gibt es hier verschiedene

Möglichkeiten des Delegierens. Wichtig

ist, dass die Unternehmen diese Verantwortlichkeit

klar und idealer Weise

schriftlich regeln. Der CE-Beauftragte

kann wie eine Fachkraft für Arbeitssicherheit

nur beratende oder unterstützende

Funktion haben, dann ist er nicht

wie der Betriebsinhaber verantwortlich.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, die

Aufgabe mit eigener Verantwortung

und mit entsprechendem Handlungsspielraum

zu übertragen. Dann ist der

CE-Beauftragte neben dem Inhaber im

Umfang der übernommenen Pflichten

verantwortlich.

Wenn der Inhaber die Verantwortung auf

den CE-Beauftragten überträgt, könnte

dieser im Extremfall das Inverkehrbringen

einer Maschine verhindern.

Das müsste die logische Konsequenz sein,

ist aber in der Praxis schwierig. Wenn

man eine Maschine in Verkehr bringt,

obwohl sie den gesetzlichen Anforderungen

nicht entspricht, könnte das daran

liegen, dass die betriebswirtschaftlichen

Interessen mit den unternehmerischen

Risiken abgewogen werden. In diesem

Dilemma befindet man sich, wenn man

die nötigen Prozesse vorher nicht eingehalten

hat. Derjenige, der dann verbietet,

die Maschine auszuliefern – wodurch

ein Schaden von womöglich mehreren

tausend Euro pro Stunde entsteht – muss

diese Entscheidung aushalten, auch gegenüber

der Geschäftsleitung.

Wann im Entwicklungsprozess setzt die

Arbeit des CE-Beauftragten an?

Wenn wir vom CE-Beauftragten auf Unternehmensebene

sprechen, ist das jemand,

der auf Zeit im Unternehmen die

Prozesse organisiert, so dass alles richtig

abläuft. In den Projekten sollte die Risikobeurteilung

möglichst frühzeitig beginnen,

optimaler Weise bereits bei der

Erstellung des Lastenhefts und vor allem

auch in der Angebotsphase, insbesondere

aber natürlich in der Planungs- und Konstruktionsphase.

Es kann also nicht die

Aufgabe einer einzelnen Person sein.

Über welche Qualifikation muss der CE-

Beauftragte verfügen?

Der CE-Beauftragte auf Unternehmensebene

muss die Fähigkeit haben, die er-

64 A&D 7+8.2010


12. Kongress

22.–23. September 2010

Bochum

forderlichen Prozesse einzuführen, zu

verwirklichen und aufrechtzuerhalten.

Er muss organisatorisches Talent haben

und darf kein Bürokrat sein, denn es ist

ein große Risiko, wenn Prozesse sehr bürokratisch

aufgebaut werden und dann

in der Praxis nie durchgeführt werden.

Wie lauten die Anforderungen an den

CE-Beauftragten auf Projektebene?

Maschinen entstehen meist im Zusammenwirken

von Personen verschiedener

Abteilungen. Der eine ist Verfahrenstechniker,

der andere Maschinenbauer, der

nächste Steuerungsbauer, technischer

Redakteur oder Elektriker. Da kann ja

nicht eine Person im Unternehmen das

gesamte sicherheitstechnische Fachwissen

haben. Ich denke da zum Beispiel an

die Anwendung von EN ISO 13849, Teil 1

und Teil 2. Das wird ein Steuerungstechniker

können müssen; der Maschinenbaukonstrukteur

benötigt hingegen Detailwissen

auf seinem Fachgebiet. Ein CE-

Beauftragter hat insbesondere die Aufgabe,

folgende Frage zu stellen: Haben alle,

die am Produktentstehungsprozess mitwirken

überhaupt die entsprechenden

Kompetenzen und werden die gesetzlichen

und organisatorischen Vorgaben in

allen Prozessschritten eingehalten?

Wenn die Beteiligten wissen, dass einer

ein Auge auf die Sicherheitsansprüche

hat, besteht die Gefahr, dass alle die Verantwortung

auf diesen einen abwälzen?

Absolut. Das ist ein großes Risiko. Nach

dem Motto: Wir haben ja den Herrn Mei-

er, der macht das alles, und alle anderen

gehen drei Schritte zurück. Sie erwarten,

dass er für sie die Risikobeurteilung erstellt

und die technischen Unterlagen.

Das ist in vielen Fällen rein zeitlich nicht

leistbar. Es hat sich zwischenzeitlich

aber schon herumgesprochen, dass für

eine durchgängige Compliance alle an

einem Strang ziehen müssen und zwar

jeder einzelne bei seiner täglichen Arbeit

und nicht einer am Ende eines Projekts,

wenn die Maschine womöglich schon

ausgeliefert wurde.

Worauf muss ein Unternehmer achten,

der seine Mitarbeiter in dieser Richtung

schulen möchte?

Besonders wichtig ist, dass in der Ausbildung

konkrete Methoden zur Erreichung

von Unternehmenszielen geboten

werden und nicht nur unnötige Panik erzeugt

wird. Dann sollten bewährte und

vorhandene Strukturen im Qualitätsmanagement

genutzt werden, zum Beispiel

nach ISO 9001. Letztlich wird der Erfolg

maßgeblich vom pragmatischen Herangehen

der ausgebildeten Person und von

den an sie übertragenen Kompetenzen

abhängen. ☐

> MORE@CLICK AD7056690

Ing. Helmut Frick ist Vertretungsberechtigter

Gesellschafter der IBF

Automatisierungs- und Sicherheitstechnik.

IBF unterstützt Unter nehmen seit

1994 bei der CE-Kennzeichnung von

Maschinen und Anlagen.

Von der Technologie

zur Anwendung

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Gebäudeautomation

Die Themen

Technologie & Entwicklung

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Tel. +49 711 61946-0, Fax -90, wireless@mesago.com


RÜCKLICHT | ANWENDUNG MAL ANDERS

DEM DACKEL AUF DER SPUR

Mit M2M-Kommunikation wissen, wo Waldi steckt

TEXT: Nicole Wittmann, A&D FOTO: John Long

Dackel zeichnen sich von Natur aus durch ihren Dickkopf

aus. Wer seinen Waldi erziehen will, der braucht vor allem Geduld

und darf sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Unser Waldi – der übrigens Tiger heißt – ist nicht nur schwer

dressierbar, sondern gar erziehungsresistent. Dennoch, auch

ein Dackel lässt sich bestechen: Tiger tut für ein Leckerli alles.

Stellt man ihm ein solches in Aussicht, ist er sogar bereit zu

gehorchen. Ein kurzes „Sitz!“ genügt und der Hundepo ist am

Boden, die treuen Kulleraugen fest fixiert auf die Nascherei in

Frauchens Hand. Leider mag unser Dackel nicht immer warten,

bis man ihn mit Leckerlis lockt. Er macht sich dann selbst

auf die Suche nach Naschereien. Jüngst hat er sich mit einem

waghalsigen Hechtsprung Zugang zum Komposthaufen der

Nachbarin verschafft. Allerdings: Es war eine Einbahnstraße,

heraus gings alleine nicht. Bis mir der Verlust des geliebten

Haustieres auffiel, verging einige Zeit. Tiger musste sich bellend

Gehör verschaffen. Die Suche begann. Wie einfach wäre

eine M2M-Kommunikation zum Halsband gewesen. Bequem

hätte ich am PC recherchieren können, wo der Dackel herumstöbert,

wie auf www.wuffi3000.de gezeigt. Welchen Nutzen

M2M für den Maschinenbau hat, darüber spricht Bernhard

Bleitner auf Seite 37. ☐

> MORE@CLICK AD6895700

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A&D 7+8.2010


RÜCKLICHT | ANWENDUNG MAL ANDERS

DEM DACKEL AUF DER SPUR

Mit M2M-Kommunikation wissen, wo Waldi steckt

TEXT: Nicole Wittmann, A&D FOTO: John Long

Dackel zeichnen sich von Natur aus durch ihren Dickkopf

aus. Wer seinen Waldi erziehen will, der braucht vor allem Geduld

und darf sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Unser Waldi – der übrigens Tiger heißt – ist nicht nur schwer

dressierbar, sondern gar erziehungsresistent. Dennoch, auch

ein Dackel lässt sich bestechen: Tiger tut für ein Leckerli alles.

Stellt man ihm ein solches in Aussicht, ist er sogar bereit zu

gehorchen. Ein kurzes „Sitz!“ genügt und der Hundepo ist am

Boden, die treuen Kulleraugen fest fixiert auf die Nascherei in

Frauchens Hand. Leider mag unser Dackel nicht immer warten,

bis man ihn mit Leckerlis lockt. Er macht sich dann selbst

auf die Suche nach Naschereien. Jüngst hat er sich mit einem

waghalsigen Hechtsprung Zugang zum Komposthaufen der

Nachbarin verschafft. Allerdings: Es war eine Einbahnstraße,

heraus gings alleine nicht. Bis mir der Verlust des geliebten

Haustieres auffiel, verging einige Zeit. Tiger musste sich bellend

Gehör verschaffen. Die Suche begann. Wie einfach wäre

eine M2M-Kommunikation zum Halsband gewesen. Bequem

hätte ich am PC recherchieren können, wo der Dackel herumstöbert,

wie auf www.wuffi3000.de gezeigt. Welchen Nutzen

M2M für den Maschinenbau hat, darüber spricht Bernhard

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Die Königsklasse

... der Ventilatoren,

weil blau effizienter ist

als grün

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