Festschrift zur 90-Jahr-Feier - LLA IMST

lla.ihc.at

Festschrift zur 90-Jahr-Feier - LLA IMST

Prof. Elmar Kopp

FESTSCHRIFT

90 Jahre

Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst


Jubiläumsschrift

90 Jahre

Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst


Ort der Stille, Ort der Besinnung und Ort der Begegnung - die Hauskapelle


Zum Geleit

Vor mittlerweile 90 Jahren wurde seitens der Tiroler Landesregierung dem Beschluss der Gründung einer Landwirtschaftlichen Lehranstalt

in Imst stattgegeben. Im Hintergrund stand das Bedürfnis, dem landwirtschaftlichen Nachwuchs Fachwissen um die Beschaffenheit

und den Umgang mit der typischen Oberländer Bodenkultur und der Hauswirtschaft zu vermitteln. Dieses Bildungsangebot

fand bei der ländlichen Bevölkerung großen Anklang, verhalf der Stadt Imst zum Ruf einer Schulstadt und trug in diesem knappen

Jahrhundert zum wirtschaftlichen Aufschwung im Tiroler Oberland bei.

Die LLA Imst versteht sich heute als Bildungszentrum mit breit gefächertem Angebot für den ländlichen Raum im Tiroler Oberland.

Die Absolventinnen und Absolventen der land- und hauswirtschaftlichen Fachschulen und Lehrgänge verfügen über eine berufsund

lebensorientierte Ausbildung nach modernsten Gesichtspunkten. Pädagogische Schwerpunkte liegen auf der Auseinandersetzung

mit sozialen und religiösen Grundwerten, die ein wesentlicher Pfeiler des Zusammenlebens sind.

Ich möchte Direktor Josef Gstrein und all seinen Vorgängern für die umsichtige Leitung der LLA Imst herzlich danken. Dank gebührt

ebenso dem Lehrpersonal für die wertvolle Bildungsarbeit, die mit breitem Fachwissen und hoher sozialer Kompetenz täglich geleistet

wird. Um die Erfolgsgeschichte dieser „Schule fürs Leben“ fortschreiben zu können, wünsche ich den Pädagoginnen und Pädagogen,

aber vor allem auch den Schülerinnen und Schülern, weiterhin viel Motivation und Freude am Lehren und Lernen.

Ihr Landeshauptmann von Tirol

Günther Platter

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

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Grußwort zum Jubiläum

Ich gratuliere der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Imst herzlich zum 90-Jahr-Jubiläum. Dank gilt

Direktor Josef Gstrein und seinem ganzen Team für die erfolgreiche Arbeit und den unermüdlichen Einsatz!

Im Mittelpunkt dieser Schule steht die Ausbildung von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in den Bereichen Fachschule

für Landwirtschaft und Fachschule für ländliche Hauswirtschaft, Lehrwerkstätten und angegliederten Betrieben. Zudem

gibt es auch das Angebot Fachschule für Erwachsene. Dieses umfangreiche und vielseitige Angebot macht die LLA Imst

zu einer Schule fürs Leben, die derzeit von 345 SchülerInnen besucht wird und bereits über mehrere Generationen ihren

guten Ruf als Ort der Ausbildung festigen und ausbauen konnte.

Neben dem landwirtschaftlichen Wissen wird in der LLA Imst seit jeher auch ein hohes Maß an gesellschafts- und sozialpolitischem

Verantwortungsgefühl an die Schülerinnen und Schüler weitergegeben. Damit wird die Grundlage geschaffen, dass sich tüchtige

und engagierte junge Menschen in den Gemeinden, Bezirken und auch landesweit für Anliegen der Allgemeinheit und der Landwirtschaft

einsetzen.

Bäuerin- und Bauersein ist nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Berufung. Der gesellschaftliche Wert unserer bäuerlichen

Landwirtschaft geht heute weit über die Produkterzeugung und das Engagement im öffentlichen Leben hinaus.

Moderne Bäuerinnen und Bauern erhalten und pflegen die Kulturlandschaft. Damit sind sie auch Touristiker und Katastrophenschützer.

Nur eine gepflegte Kulturlandschaft bis in die hintersten Täler und auf unseren Almen ermöglicht im Tourismus jenes Ausmaß

an Nutzung und Genuss, das von den Menschen so hoch geschätzt und gelobt wird. Dazu kommt durch diesen Arbeitseinsatz der

Schutz vor Hochwasser, Lawinen und Muren. Nur eine gepflegte und laufend kultivierte Fläche kann diese durch die heutigen Wetterkapriolen

immer bedeutender werdende Wirkung dauerhaft erzielen.

Ich wünsche allen Absolventinnen und Absolventen der LLA Imst, dass es ihnen gelingen möge, die Tradition dieser Schule

mit ihren zukunftsorientierten Schwerpunkten zu verbinden und ebenso engagiert wie viele ihrer Vorgängerinnen und

Vorgänger nicht nur am eigenen Bauernhof und im außerlandwirtschaftlichen Betrieb, sondern auch im öffentlichen Leben

tätig zu sein.

Der Landesrat von Tirol

LR Anton Steixner

6 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Zum 90-Jahr-Jubiläum

Als am 19. November 1919 im Gebäude der aufgelassenen Bauhandwerkerschule die erste Klasse der

Landwirtschaftsschule eröffnet wurde, fanden genau 31 Schüler erstmals den Weg in die neu gegründete

Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst. Bereits 9 Jahre früher, im Februar 1910, wurde vom damaligen

Reichstagsabgeordneten Josef Siegele im Tiroler Landtag der Antrag gestellt, im Tiroler Oberland eine landwirtschaftliche Schule

einzurichten. Die Kriegswirren des Ersten Weltkrieges verhinderten allerdings eine rasche Umsetzung dieses Antrages. Im November

1920 kaufte die Tiroler Landesregierung schließlich das Post-Gastwirtschaftsanwesen mit landwirtschaftlichen Kulturgründen und

Wirtschaftsgebäuden, und nach großen Umbauarbeiten startete im Herbst 1921 der erste Hauswirtschaftskurs mit 18 Schülerinnen.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden nicht nur die Schulgebäude laufend adaptiert und erweitert, auch das Bildungsangebot für die ländliche

Bevölkerung wurde sukzessive ausgebaut. Dass die an der LLA Imst angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten trotz des gesellschaftlichen

Wandels und des damit verbundenen Rückganges der in der Landwirtschaft Beschäftigten auch noch 90 Jahre nach ihrer

Gründung äußerst attraktiv sind, zeigen die aktuellen Schülerzahlen: So besuchen im heurigen Schuljahr rund 350 Schülerinnen und

Schüler die beiden dreijährigen Fachschulen für Landwirtschaft bzw. Ländliche Hauswirtschaft, und im Rahmen der Fachschule für

Erwachsene besuchen über 30 TeilnehmerInnen die Facharbeiterstufe. Neueste Lehr- und Lernmethoden, die regelmäßig getätigten

großen Investitionen des Schulerhalters in die Ausbildungsstätten und nicht zuletzt die überaus professionell geführten landwirtschaftlichen

Übungsbetriebe sichern eine zeitgemäße Wissensvermittlung.

Meine Familie und ich waren und sind der LLA Imst immer eng verbunden. Meinem Schwiegervater Eduard Wallnöfer, der die Fachschule

in den Jahren 1931 bis 1933 erfolgreich besucht hat, war eine gute Ausbildung für die bäuerliche Jugend Zeit seines Lebens

ein ganz besonderes Anliegen. Sowohl als junger Landesrat als auch Jahre später als Landeshauptmann hatte er stets ein offenes Ohr

für die Sorgen und Bedürfnisse „seiner“ Schule. Auch seiner Ehefrau Luise, ebenfalls eine Absolventin der Schule, lag die LLA Imst sehr

am Herzen. Ich selber habe mich im Rahmen meiner politischen Funktionen, soweit es mir möglich war, und auch im Wissen über das

qualitativ hochwertige Ausbildungsangebot gerne für die gedeihliche Weiterentwicklung der LLA Imst eingesetzt.

Ich darf der gesamten Schulgemeinschaft der LLA Imst auf diesem Wege herzlich zum 90 -Jahr-Jubiläum ihrer Schule gratulieren und

mich bei allen Verantwortlichen, insbesondere der Direktion, der Verwaltung und der gesamten Lehrerschaft für ihre wertvolle Arbeit

und ihr Engagement zum Wohle dieser für die Region so wichtigen Lehranstalt bedanken.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Dr. Herwig van Staa

Präsident des Tiroler Landtages

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

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Grußwort zum Jubiläum

Der Präsident des „Landeskulturrathes“ (Vorgängerorganisation der heutigen Landwirtschaftskammer) Josef Siegele und der damalige

Landesrat Andreas Gebhart waren 1919 mit ihren Gedanken einer Schulgründung bereits Vordenker ihrer Zeit. In den vergangenen

90 Jahren war die Landwirtschaft einem andauernden und tiefgreifenden Wandel unterworfen, mit dem sich das landwirtschaftliche

Schulwesen nicht nur mit, sondern vor allem voraus entwickelt hat. Trotz aller Veränderungen ist aber bis heute unbestritten,

dass die landwirtschaftlichen Lehranstalten den Grundstein für den Fortbestand und die Zukunft unserer Höfe legen. Praktisches und

theoretisches Wissen sowie traditionelle Grundwerte bilden die Basis, mit der die junge Generation die Tiroler Landwirtschaft weiter

stärken wird. Vor allem die Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst als Bildungszentrum für den Ländlichen Raum im Oberland

lebt mit ihrem breiten Bildungsangebot sowie der modernen Infrastruktur ein Erfolgskonzept in Aus- und Weiterbildung. Anhand der

jährlichen Schülerzahlen lässt sich dies eindrucksvoll untermauern.

Die Landeslehranstalt Imst ist sowohl in der Ausbildung unserer Jugend als auch in der Erwachsenenbildung ein unerlässlicher Bildungspartner

der Tiroler Landwirtschaft und zeigt in vorbildlicher Weise, wie sich Nachhaltigkeit und Innovation im Bildungsbereich

leben lassen.

Es ist mir eine große Ehre, dem Direktor und allen Lehrpersonen der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Imst zum 90-Jahr-Jubiläum

zu gratulieren, und ich wünsche weiterhin großen Erfolg für den Unterricht und die Ausbildung unsere Jugend.

Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol

Ing. Josef Hechenberger

8 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Die LLA Imst ist 90 Jahre jung

Erstmals wurde im Winterhalbjahr 1919/1920 ein regulärer Unterricht für die Bauernschaft des Tiroler

Oberlandes an der neu gegründeten landwirtschaftlichen Fachschule in Imst abgehalten. Nur ein Jahr

später, nämlich 1921 wurde beispielgebend für ganz Tirol die erste hauswirtschaftliche Fachschule in Imst

eröffnet. Dies läutete den Beginn einer einmaligen Entwicklungsgeschichte für die land- und hauswirtschaftliche

Aus- und Weiterbildung und damit für den ländlichen Raum des Tiroler Oberlandes und des Außerferns ein. Die 90-jährige

Geschichte der Schule ist geprägt von vorausdenkendem Handeln und Wirken. Seit jeher ist es Grundintention der Schule, sich neben

den agrarfachlichen und hauswirtschaftlichen Bereichen intensiv neuen Ausbildungsformen und Ausbildungsschwerpunkten zu

widmen. Aufgrund der sehr kleinstrukturierten Landwirtschaft im Tiroler Oberland hat man schon frühzeitig erkannt, dass den jungen

Burschen und Mädchen im Rahmen der Ausbildung auch andere Berufsfelder im Zuge des Unterrichtes angeboten werden müssen,

um letztlich eine Bewirtschaftung der Höfe sichern zu können. Für diese notwendigerweise breit ausgerichtete neue Ausbildung

konnte mit den bestehenden Schul- und Unterrichtszeiten nicht mehr das Auslangen gefunden werden. So entstand 1972 an der

Landwirtschaftlichen Lehranstalt ein völlig neuer Schultyp - nämlich jener der dreijährigen landwirtschaftlichen Fachschulen. Dieser

Schultyp ist heute in ganz Österreich zum Standard geworden. Mit dieser Form konnte nun dem erforderlichen Bedarf nach mehr

praktischem Unterricht Rechnung getragen werden. LERNEN DURCH TUN - so der zentrale Ansatz. Neue Ausbildungsperspektiven

und Ausbildungsschwerpunkte gingen mit der Etablierung dieser Schulform einher. Erst 17 Jahre später begann der Siegeszug der

dreijährigen Ausbildungsform in der Fachrichtung der ländlichen Hauswirtschaft. Auch dieser nahm wieder von der Schule in Imst

seinen Ausgangspunkt.

Dass die heutigen Absolventinnen und Absolventen zusätzlich zum Facharbeiterbrief Lehrzeiteinrechnungen in den verschiedensten

gewerblichen Berufen erhalten, ist in hohem Maße Ende der 80er-Jahre von der LLA Imst ausgegangen.

Die Lehranstalt ist aber nicht nur eine Stätte des Unterrichtens und des Lernens. Sie ist viel mehr als das. Sie ist ein Ort der Gemeinschaft,

ein Ort der Begegnung, ein Ort, wo man Anerkennung, Unterstützung und Begleitung erfährt.

Mir wurde durch den Besuch der Schule, die ich 1979 als Facharbeiter abschloss, ein großes, weites Tor geöffnet. Ein Tor, das mir gänzlich

neue Berufsperspektiven ermöglichte. Die Motivation und Begeisterung, selbst aktiv Bauer zu werden und zu bleiben, wurde in

dieser Zeit an der LLA Imst in mir geweckt. Mich erfüllt es mit Stolz, Absolvent dieser Schule zu sein.

Die LLA Imst ist ein Bildungszentrum des ländlichen Raumes, das in der Bildungslandschaft des Tiroler Oberlandes einen fixen und

unverzichtbaren Platz einnimmt.

Landesschulinspektor und Absolvent

DI Dr. Stefan Prantauer

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

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90 Jahre LLA Imst, ... eine Schule des Lebens!

Gib einem Menschen einen Fisch - er hat einen Tag zu essen.

Gib einem Menschen viele Fische - er hat viele Tage zu essen.

Lehre ihn fischen - und er wird nie hungern.

Chinesisches Sprichwort

Vor wenigen Jahren wurde der öffentliche Auftritt der LLA Imst

neu konzipiert. In diesem Zusammenhang erfolgte auch eine

Adaptierung des Logos, wobei die Symbolik durch den Schriftzug

„... die Schule des Lebens“ ergänzt wurde. Ein gewagter

Anspruch, dem die gesamte Schulgemeinschaft immer wieder

aufs Neue gerecht zu werden versucht. Altbischof Reinhold Stecher

hat dazu die treffenden Worte gefunden, wenn er feststellt:

„Das alles war nur möglich durch eine solide Bildungsarbeit ...

und es ging ihnen immer um den ganzen Menschen.“

Die Anfänge

Die Landw. Landeslehranstalt Imst wurde im Jahr 1919 gegründet.

Als Hauptinitiatoren gelten der damalige Landeskulturratspräsident

Josef Siegele sowie Landesrat Andreas Gebhart, der

dieses Ansinnen der Tiroler Landesregierung zur Beschlussfassung

vorlegte.

Es war ein lang gehegter Wunsch, für diese durch die Bodenund

Klimaverhältnisse und durch die lang geübte Praxis der

Bauhandwerkerschule

Erbteilung benachteiligte Region

ein Bildungszentrum zu schaffen,

das den Menschen das Rüstzeug

für eine optimale Bewirtschaftung

der Höfe mitgeben sollte.

Nach einem bescheidenen Beginn

mit einer Klasse der Winterschule

wurde das Bildungsangebot in den

Folgejahren sukzessive ausgebaut. Neben der Gründung einer

Haushaltungsschule (1921) wurden auch Ausbildungsstätten

für die Imkerei und die Weberei geschaffen.

Von der Lehranstalt darüber hinaus verwaltet wurden unter

anderem ein Sennereibetrieb (spätere Lehrmolkerei) sowie die

im Postanwesen untergebrachte Landesgastwirteschule. Die

landw. Winterschule wurde schon bald auf 2 Jahrgänge ausgedehnt,

ein großzügiger Zubau zum bestehenden Gebäude

(1928) führte die permanenten Raumprobleme einer Lösung zu.

Im Laufe des 2. Weltkrieges kam die Ausbildungstätigkeit faktisch

zum Erliegen. Unter schwierigsten Bedingungen (die

Räumlichkeiten waren durch die Nationalsozialisten und die

einmarschierenden Besatzungssoldaten arg in Mitleidenschaft

gezogen worden) begann der Neustart im Herbst 1945 mit einem

Hauswirtschaftskurs am Linserhof. Erst im darauf folgenden

Jahr konnte der Schulbetrieb in den gewohnten Räumlichkeiten

wieder aufgenommen werden.

Wiederbeginn und Neuausrichtung

Der republikanische Neustart in Österreich mit den Zielsetzungen

Wiederaufbau, Wohlstand und Freiheit wurde auf vielen

Schauplätzen in die Tat umgesetzt. Dies gilt nicht zuletzt auch

für das landwirtschaftliche Schulwesen, im Besonderen für die

Lehranstalt Imst. Vor allem die Altschülervereinigung unter

dem damaligen Obmann Eduard Wallnöfer war eine maßgebliche

Triebfeder für einen Neubeginn. Als Landesrat und später

als Landeshauptmann war ihm die bestmögliche Ausbildung

der ländlichen Bevölkerung ein Herzensanliegen.

Der gesellschaftliche Wandel brachte es mit sich, dass die Zahl

der in der Landwirtschaft Beschäftigten stetig abgenommen

10 Festschrift 90 Jahre LLA Imst




hat. Trotzdem konnte die Lehranstalt ihre Schülerzahlen bis

zum Beginn der 70er-Jahre ziemlich konstant halten.

Zu diesem Zeitpunkt wurde die dreijährige Fachschule aus der

Taufe gehoben, und es stellte sich bald heraus, dass dieser Schultyp

ein Erfolgsmodell ist. Im Bereich der Hauswirtschaft wurde

die Schaffung einer dreijährigen Ausbildung erst zu Beginn der

90er-Jahre in die Tat umgesetzt. Bei der ländlichen Bevölkerung

hat dieses Bildungsangebot großen Anklang gefunden und einen

markanten Schub bei den Schülerzahlen ausgelöst. Begleitend

dazu wurden auch laufend bauliche Maßnahmen gesetzt,

damit eine zeitgemäße Wissensvermittlung stattfinden kann

und die internatsmäßige Unterbringung gewährleistet ist.

Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang

die Revitalisierung der alten Haushaltungsschule - das heutige

Luise-Wallnöfer-Haus - sowie der großzügige Ausbau des Dachbodentraktes

im Hauptgebäude.

Zukunftsorientierte Weichenstellungen

Die vergangenen zehn Jahre waren einerseits geprägt von großen

Investitionen des Schulerhalters in die praktischen Ausbildungsstätten

und zum anderen von der Novellierung der Lehrpläne

in beiden Fachrichtungen.

Dem Umbau des Rinderstalles mit der Zielsetzung tiergerechter

Haltungsformen folgte die Errichtung eines modernen Schafstalles

und in weiterer Folge die Ansiedlung der Freilandhaltung

von Grauviehmutterkühen.

Einen Schwerpunkt bildete auch die Schaffung moderner

Räumlichkeiten für die Milch- und Fleischverarbeitung. Einer

Generalsanierung unterzogen wurde auch die Wirtschafts- und

Lehrküche in der Hauswirtschaft.

Schließlich wurde dem lang gehegten Wunsch nach einem

Neubau der Lehrwerkstätten für Holz-, Metall- und Landtechnik

und der Adaptierung von Räumlichkeiten für den Seminar- und

Praxisbetrieb Rechnung getragen.

Der Neufassung des Lehrplanes für die Ausbildung in der Fachschule

für ländliche Hauswirtschaft mit der Manifestierung der

Ausbildungsschwerpunkte Tourismus bzw. Gesundheit und Soziales

im Jahr 2000 folgte vier Jahre später jene für die Fachrichtung

Landwirtschaft mit einer Neugestaltung des allgemeinbildenden

und praktischen Unterrichts.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Seit mehreren Jahren werden in den beiden Fachrichtungen

insgesamt 13 Klassen geführt, davon fünf in der 9. Schulstufe

und acht in den aufsteigenden Klassen. Die SchülerInnenzahl

liegt relativ konstant bei ca. 360. Regen Zulauf verzeichnen wir

auch in der Fachschule für Erwachsene, die entweder mit der

Facharbeiter- oder der Meisterprüfung abgeschlossen wird.

In ihrer Funktion als ländliches Bildungszentrum veranstaltet

die Landw. Landeslehranstalt Imst auch laufend diverse Fachkurse,

Vortragsabende und Seminare.

Die zu ihrer Zeit mit der Verantwortung für die Lehranstalt betrauten

Personen haben sich im Verein mit ihren Mitarbeitern

stets bemüht, dem Bildungsauftrag gerecht zu werden und mit

Bedacht die Weichenstellungen für eine erfolgreiche Entwicklung

vorzunehmen. Im Vertrauen auf unsere Stärken und mit

Gottes Segen möge uns das auch in Zukunft gelingen!

Direktor

Dipl.-Ing. Josef Gstrein

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Dir. DI Josef Gstrein

Chronologischer Überblick

Februar 1910

Der Reichstagsabgeordnete Josef Siegele aus Arzl im Pitztal

stellt im Tiroler Landtag den Antrag, im Tiroler Oberland eine

landwirtschaftliche Schule einzurichten bzw. zu bauen.

3. Juli 1914

Der Tiroler Landtag beschließt, eine solche Schule in Imst zu errichten.

Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges am 1. August

1914 kam es nicht dazu.

1. Juli 1918

Andreas Gebhart von Stams-Thannrain wird Mitglied der Tiroler

Landesregierung. Als Landesrat für Landwirtschaft setzt er sich

gemeinsam mit dem Präsidenten des Landeskulturrates für die

geplante Landwirtschaftsschule ein.

10. August 1918

Landeskulturratspräsident Josef Siegele kauft den Gasthof Post

samt dem landwirtschaftlichen Betrieb zur Errichtung einer

landwirtschaftlichen Schule.

19. November 1919

Im Gebäude der aufgelassenen Bauhandwerkerschule wird die

1. Klasse der Landwirtschaftsschule mit 31 Schülern als erster

Jahrgang 1919/20 eröffnet Die ehemalige Bauhandwerkerschule

war das erste Schulgebäude der Landwirtschaftlichen

Landeslehranstalt Imst .

27. November 1920

Die Tiroler Landesregierung, vertreten durch den Landeshauptmann

Schraffl und Landesrat Gebhart, kauft vom Tiroler Landeskulturrat,

vertreten durch den Präsidenten Josef Siegele, das

Post-Gastwirtschaftsanwesen mit landwirtschaftlichen Kulturgründen

und Wirtschaftsgebäuden zum „Zwecke der Ausgestaltung

der in Imst bestehenden Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt,

also zum Zwecke der Erfüllung eines vom Land Tirol

übernommenen öffentlichen Unterrichts.“

Herbst 1921

Nach großen Umbauarbeiten wird der erste Hauswirtschaftskurs

mit 18 Schülerinnen eröffnet. LR Gebhart dachte schon

damals an die große Bedeutung und wichtige Einnahmequelle

des Fremdenverkehrs im Tiroler

Oberland und Außerfern. Diese

Schule sollte eine wesentliche

Grundlage dafür sein. Das Land

Tirol eröffnet in Imst eine Imkerschule.

Damit sollte die durch

den 1. Weltkrieg heruntergekommene

Bienenzucht aufgebaut

und für die Bauern ein

Nebeneinkommen geschaffen

werden. Als erster Leiter wurde

FL Franz Kugler bestellt.

9. November 1921

Das Land Tirol , vertreten durch den Landeshauptmann Dr.

Stumpf und Landesrat Gebhart, kauft das neben dem Gasthof

Post stehende Gasthaus Zum Löwen „für die Errichtung einer

Haushaltungsschule“.

15.2. - 15.4.1924

In dieser Zeit findet der erste Webkurs statt. Auf Initiative von LR

Gebhart wurde die Webschule gegründet. Mit dem Handweben

sollte die bäuerliche Bevölkerung in diesem Gebiet einen

Nebenerwerb erhalten. In den 50er-Jahren ergaben sich bessere

Nebenverdienstquellen, und die Zahl der Webschüler nahm

ab. Aus der Webschule wurde eine Webstube für die Absolventinnen

und an diesem Kunsthandwerk interessierten Leute aus

der Bevölkerung.

1926/27

In diesem Schuljahr wird die erste Klasse der Landesgastwirteschule

im angekauften Postanwesen geführt. Dazu mussten

natürlich große Umbauarbeiten im Gasthof getätigt werden

und für das im Gasthof Post befindliche Postamt ein neues Postamtsgebäude

errichtet werden. Die Leitung dieser Schule oblag

dem jeweiligen Direktor der Lehranstalt. Nur in der Zeit von

1932 bis 1935 wurde der Kaplan Anton Wötzer zum provisorischen

Leiter der Gastwirteschule bestellt. Im Jahre 1937 scheint

in der Chronik Heinz Grissemann, ein Absolvent der Gastwirteschule,

als Pächter auf. Dieser kaufte 1943 das „Hotel Post“.

12 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Chronologischer Überblick

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

1. Jänner 1929

Feierliche Einweihung des Zubaues zur alten Bauhandwerkerschule

durch Bischof Dr. Sigismund Waitz. In diesem Neubau

finden Küche, Speisesaal, Schlafsäle und die Hauskapelle Platz.

Außerdem werden in diesem Gebäude die Webschule und die

Lehrmolkerei untergebracht.

1. Dezember 1930

Cons. Anton Wötzer wird von der Tiroler Landesregierung zum

Kaplan und Präfekten für die Landeslehranstalt bestellt. Mit Unterbrechung

in der NS-Zeit von 1938 - 1945 wirkte er segensreich

bis 31.8.1971 an der Schule.

1943 - 1945

Infolge des 2. Weltkrieges nahm der Schulbesuch merklich ab.

Es wurden aber gut besuchte Speziallehrgänge für Kriegsversehrte

abgehalten. Die Unterrichtstätigkeit an der Fachschule

wurde mit April 1945 eingestellt. Als letzter Kriegsversehrtenkurs

scheint in den Katalogen der vom 26. März bis 28. April

1945 auf. Die Schule wurde Quartier und Lazarett, vorerst für

die Wehrmachtsoldaten und dann für die Besatzungsmächte.

3. Mai 1945

FL Ing. Franz Sieberer wird von der Landesregierung zum neuen

Direktor der Schule bestellt. Ein engagiertes Team von Lehrkräften

bemüht sich um den Wiederbeginn der Unterrichtstätigkeit

an der Schule.

5. November 1945

Für den Unterricht der Haushaltungsschule mietet das Land

Tirol den Gasthof Linserhof oberhalb von Imst. An diesem Tag

gehen die Mädchen zu Fuß vom Imster Bahnhof zum Linserhof,

zu ihrer Haushaltungsschule. Der Schulkatalog weist 47 Schülerinnen

in nur einer Klasse auf.

4. November 1946

„Das Unmögliche wird wahr!“ heißt es im Katalog. Mit 78 Schülern

beginnt die Fachschule nach dem furchtbaren 2. Weltkrieg

die Unterrichtstätigkeit. Der Sonntag nach der ersten Schulwoche

ist ein stolzer Tag für die Landeslehranstalt: Bischof Dr.

Paulus Rusch weiht die neu gestaltete Schulkapelle. Nach der

Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1938 wurde

die Kapelle geräumt und die Einrichtung verkauft. Die Kapelle

wurde zur Rumpelkammer. 1947 schuf Prof. Andre zwei markante

Fresken mit Darstellung des hl. Josef und der Muttergottes.

Eine besondere künstlerische Bereicherung erfuhr die Kapelle

mit dem Einbau von Glasmalereifenstern im Jahre 1978.

Prof. Elmar Kopp schuf darin einen Kreuzweg in ungeheurer Dynamik

und in einer festlichen Farbigkeit. Absolventen der Schule,

Lehrer und Bedienstete haben durch ihre finanzielle Spende

dies ermöglicht, ein Zeichen der Zusammengehörigkeit in der

großen Familie der Lehranstalt.

19. Juli 1946

Der Obmann der Altschülervereinigung Adalbert Scherl und

der Kammersekretär Eduard Wallnöfer laden zu einem Wiedersehensfest

der Absolventen. 600 Absolventen folgen der

Einladung nach Imst, sogar solche, welche am Vortag aus der

Gefangenschaft heimgekehrt sind.

9. Oktober 1949

Eduard Wallnöfer, Absolvent der Fachschule (Jahrgang 1931/32

und 1932/33), wird bei den Landtagswahlen Abgeordneter des

Tiroler Landtages und von diesem als Landesrat für Landwirtschaft

in die Tiroler Landesregierung bestellt. Am 13.7.1963

wird er vom Tiroler Landtag zum Landeshauptmann gewählt.

24 Jahre (bis 12.3.1987) war er der mit dem Volk tief verbundene

Tiroler Landeshauptmann. Die Bildung der ländlichen Bevölkerung,

insbesondere der bäuerlichen Jugend, war ihm stets ein

großes Anliegen.

19. November 1952

Dem tatkräftigen Einsatz des Absolventen und Landesrates

Eduard Wallnöfer ist es zu danken, dass die neue Haushaltungs-

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Chronologischer Überblick

schule eingeweiht werden kann. In modern ausgestatteten

Lehrräumen können die Mädchen eine berufs- und lebensorientierte

Ausbildung erfahren. Der bisher mitten in der Stadt

gelegene Gutsbetrieb wird in das neu erbaute Wirtschafts- und

Wohngebäude in Brennbichl umgesiedelt. Nach dem 2. Weltkrieg

wächst die Bautätigkeit der Lehranstalt über ihren eigenen

schulischen Bereich weit hinaus. Auf dem Areal der Lehranstalt

entstehen die Handelsschule, die Handelsakademie,

später noch die Höhere Technische Bundeslehranstalt. Wertvolle

Gründe der Lehranstalt werden somit zur Grundlage für die

Entwicklung der Stadt Imst zu einer Schulstadt und somit ein

wichtiger Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung des Tiroler

Oberlandes.

1. Mai 1962

Die Imkerschule übersiedelt in das neue Gebäude. Damit ist

die Landeslehranstalt Imst zentrale Bildungsstätte für die Imker

Westösterreichs.

10. September 1973

Als erste Landwirtschaftsschule Tirols erhält Imst einen Schulversuch

zugesprochen: Im Schuljahr 1973/74 wird die erste

Klasse der dreijährigen Fachschule als neuer Schultyp eingeführt.

Dieser erste Jahrgang der dreijährigen Fachschule ersetzt

das allgemeine neunte Pflichtschuljahr. Dieses neue, in Imst

begonnene landwirtschaftliche Schulmodell hat sich später an

allen Tiroler Landwirtschaftsschulen bestens bewährt.

14. Oktober 1974

Mit diesem Tag geht ein lang ersehnter Wunsch der bäuerlichen

Bevölkerung des Bezirkes Landeck, auch im eigenen Bezirk eine

Haushaltungsschule zu haben, in Erfüllung. Die Tiroler Landesregierung

entschloss sich zu einem Schulneubau nach den

Plänen der Architekten Hanak und Fessler in Landeck-Perjen.

36 Schülerinnen beziehen nun ihr neues Heim für 10 Monate.

Vorerst wird die Schule als Expositur der Landw. Landeslehranstalt

Imst geführt.

19. November 1974

Mit etwas Verspätung wird im Schuljahr 1974/75 das Landesschülerheim,

ein Neubau mit 120 Betten in fünf Stockwerken,

seiner Bestimmung übergeben. In diesem Gebäude sind vorwiegend

Schüler internatsmäßig untergebracht, welche in Imst

die Höhere Technische Lehranstalt (HTL), die Handelsakademie

oder das Bundesrealgymnasium besuchen. Heute sind das 4.

und 5. Stockwerk für die landwirtschaftlichen Fachschüler reserviert,

da die Schlafstellen in der Fachschule für die erfreulich

große Schülerzahl zu wenig sind.

3. Oktober 1977

Wegen baulicher Verzögerungen beginnt das Schuljahr für die

Mädchen der Haushaltungsschule verspätet. Da das Interesse

der Mädchen an einer hauswirtschaftlichen Ausbildung immer

größer wurde, entschloss sich die Tiroler Landesregierung zu einem

Zubau an die bestehende Haushaltungsschule. Der Zubau

ist nun fertig. 69 Mädchen können in diesem Schuljahr an der

Haushaltungsschule unterrichtet werden.

3. März 1980

Wegen der steigenden Schülerzahl an der Fachschule beginnt

das Land Tirol, für die internatsmäßige Unterbringung das

Dachgeschoß der Fachschule auszubauen. Die Schüler wohnen

ab Herbst in schönen Drei- und Vierbettzimmern. Die „romantischen“

Schlafsäle gehören der Vergangenheit an.

8. September 1986

Mit diesem Tag beginnt das Schuljahr 1986/87. Für die Haushaltungsschule

Landeck-Perjen ist es ein besonderer Tag. Die

„Landeshaushaltungsschule Landeck/Perjen“ wird als selbständige

Schule geführt. Der Direktor Dipl.-Ing. August Gamper von

der Lehranstalt Imst übergibt die Leitungsgeschäfte an die von

der Tiroler Landesregierung beauftragte Leiterin FOL Johanna

14 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Chronologischer Überblick

Senn. Sie nimmt damit mit ihrem Team von Lehrerinnen die

Verantwortung für die Schülerinnen, welche in zwei Klassen

unterrichtet werden.

15. April 1989

Das umgebaute ehemalige Löwengasthaus, in welchem sich

ursprünglich die erste Haushaltungsschule befand und später

Dienstwohnungen waren, wurde abermals gründlich umgebaut.

In einer großen Schulfeier im Beisein von Landeshauptmann

Dr. Alois Partl erhält das Gebäude durch Bischof Dr.

Reinhold Stecher seine Weihe. Am 15. März 1989 stirbt der sehr

verehrte Landeshauptmann ÖR Eduard Wallnöfer. Er und seine

Frau zählten zu den treuesten Absolventen der Schule. Als ein

Zeichen der Dankbarkeit erhält der zentrale Platz der Schule,

der ehemalige Postplatz, den Namen „Eduard-Wallnöfer-Platz“,

und die neue Haushaltungsschule wird „Luise-Wallnöfer-Haus“

benannt.

9. September 1991

In der Haushaltungsschule Imst wird ein Schulversuch gestartet:

Neben dem ersten und dem zweiten Jahrgang wird noch

ein dritter der Fachrichtung „ländliche Hauswirtschaft“ eröffnet.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

26. Juni 1992

Am Ende dieses Schuljahres machen 14 Schülerinnen des 3.

Jahrganges die Facharbeiterprüfung. Sie sind nun berechtigt

zur Führung der Berufsbezeichnung „Facharbeiterin der ländlichen

Hauswirtschaft“. Diese Ausbildung ist eine gute Basis für

die Zweitberufsausbildung und den Einstieg in die verschiedenen

Sozialberufe.

30. Juni 1994

75 Jahre LLA Imst: Am 19. November 1919 begann die Landw.

Landeslehranstalt mit einer Klasse mit 31 Schülern ihre Bildungsarbeit

für das Tiroler Oberland und das Außerfern. Im

Schuljahr 1993/94 wurden in 14 Klassen der Fachschule und

Haushaltungsschule 305 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Dazu kommen noch 100 Schüler, welche im Landesschülerheim

untergebracht sind. 190 Schulveranstaltungen, d.s.

Kurse, Vorträge, Seminare, Exkursionen, runden das vielseitige

Bildungsangebot der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt

Imst im Berichtsjahr 1993/94 ab.

1994/1995

Einrichtung einer Honiguntersuchungsstelle an der Imkerschule.

1995/1996

Das Ausbildungsangebot wird durch die Möglichkeit zur Ablegung

der Schilehreranwärterprüfung erweitert. Am Lehrbetrieb

wird der neue Schlachtraum in Betrieb genommen. Die

Edelbrände der LLA Imst heimsen bei der Destillata Gold- und

Silbermedaillen ein.

1996/1997

Bei der ersten Tiroler Honigprämierung lieferte das Labor der

Imkerschule die Untersuchungsergebnisse als Entscheidungsgrundlage

für die Juroren.

Der schuleigene Honig wurde mit Gold ausgezeichnet.

Das mehrjährige Schulprojekt „Alternative Energien“ wurde mit

dem Bau eines transportablen Solarkollektors gestartet.

1997/1998

Der Schulversuch Agrar-HAK wird von der LR genehmigt.

Beide Fachrichtungen beteiligen sich mit mehreren Projekten

am Programm zur „Ökologisierung von Schulen“. Eine transportable

Photovoltaikanlage wird im Rahmen des praktischen Unterrichts

gebaut. Die Umbauarbeiten am Rinderstall des Lehrbetriebes

werden in Angriff genommen.

15


Chronologischer Überblick

1998/1999

Der Schulversuch Agrar-HAK startet mit 24 Schülern/innen.

Der Bundessieg beim Ökologisierungswettbewerb ist eine

hohe Auszeichnung für Schüler/innen und Lehrpersonen an

der LLA.

21.01.1999

Im Beisein von LR Ferdinand Eberle wird der umgebaute Rinderstall

eingeweiht.

1999/2000

Der neue Lehrplan für die Hauswirtschaft ist in Kraft getreten;

nach ergänzenden Beschlüssen durch den SGA konnte er im

abgelaufenen Schuljahr erstmals umgesetzt werden; die neuen

schulautonomen Möglichkeiten erlauben eine optimale Ausrichtung

auf den Schulstandort.

Die LLA Imst kann nun mit einer eigenen Homepage aufwarten.

Dank unseres EDV-Spezialisten, FL Josef Frischmann, konnte

dieses ehrgeizige Vorhaben in die Tat umgesetzt werden.

Die Milchverarbeitung übersiedelt in neue Räumlichkeiten, die

nach modernsten Gesichtspunkten eingerichtet wurden.

Ein Teil der bisher von der Samenprüfanstalt in Rinn betreuten

Agenden wird an die LLA Imst übersiedelt.

Frau Christina Röck wird zum Fachvorstand für die Hauswirtschaft

bestellt.

2000/2001

Vorstellung des Leitbildes der LLA Imst.

Beide Fachrichtungen eroberten beim Projekt „Schule mit Zukunft“

den Titel eines Landessiegers.

30.04.2001

Die Fachschule für ländliche Hauswirtschaft konnte ihr zehnjähriges

Bestehen feiern.

2001/2002

Im Rahmen des Projektes „Schule mit Zukunft“ haben die Schulpartner

an der LLA Imst über ein Jahr an der Erstellung eines

Leitbildes gearbeitet. Nach einer Reihe von Beratungen, Sitzungen

und Workshops wurde die Endfassung formuliert und der

Öffentlichkeit präsentiert.

Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten wird das alle Bereiche

der Schule betreffende Projekt „Hofladen“ gestartet.

Erstmals wird mit einer Partnerschule aus der Schweiz (Pfäffikon)

ein projektorientiertes Austauschprogramm abgewickelt.

2002/2003

Die Fachschule für Landwirtschaft beteiligt sich mit einem filmischen

Beitrag (Dokumentation der Praxisbetriebe) an den Festwochen

des Alpenraumes in Telfs.

Am landwirtschaftlichen Lehrbetrieb wird ein moderner Schafstall

errichtet.

In der Weberei erfolgt mit WM Annegret Schwegler eine Neubesetzung.

2003/2004

Die Anrechnung der schulischen Ausbildung (Absolventinnen

des Tourismusschwerpunktes an der Fachschule für ländliche

Hauswirtschaft) als vollständiger Lehrzeitersatz für den Lehr-

16 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Chronologischer Überblick

beruf Hotel- und Gastgewerbeassistent wird anerkannt.

Die Schüler des zweiten Jahrgangs der landwirtschaftlichen

Schule errichten unter Mithilfe der Lehrer und betrieblicher Mitarbeiter

die Baulichkeiten für den neuen Tierhaltungszweig

Grauvieh-Freilandmutterkuhhaltung.

2004/2005

Von der Tiroler Landesregierung wird das bauliche Entwicklungskonzept

für die LLA Imst genehmigt. Die Umsetzung soll

schrittweise bis zum Jahr 2009 erfolgen.

Der neue Lehrplan für die landwirtschaftliche Fachschule ist

fertiggestellt. Zu den wesentlichen Änderungen zählen die

Ausweitung der Unterrichtsgegenstände Englisch und EDV, die

Intensivierung und Spezialisierung im praktischen Unterricht

sowie die Einführung von Blockunterricht und agrarischen Seminaren.

2005/2006

Der neue Lehrplan für die Fachschule Landwirtschaft tritt in

Kraft.

Die Abschlussprüfungen werden neu konzipiert (Klausur, praktische

Prüfung, mündliche Prüfung mit Projektpräsentation)

und vorerst als Schulversuch geführt.

Die Bauarbeiten zur Errichtung der neuen Lehrwerkstätten

(Holz,- Metall- und Landtechnik) werden aufgenommen.

Im Rahmen einer betrieblichen Umstrukturierung kommt es

zur Auflassung des Gartenbaubetriebes; das Blumengeschäft

wird weiter geführt.

2006/2007

In der Lehrwerkstätte Gartenbau wurde ein neuer Folientunnel

errichtet und das Projekt Biokräuteranbau ins Leben gerufen.

Die Weberei hat ihr Fortbildungsprogramm erheblich ausgeweitet

und präsentierte ihre Werkstücke in Ausstellungen und

Präsentationen.

Im Rahmen des Gen-Save-Projektes wurden an der LLA Imst 70

alte Apfel- und Birnensorten angepflanzt.

Diakon Bruno Tangl, Religionslehrer und Heimleiter, sowie Obstbaumeister

Hermann Kiechl treten in den Ruhestand.

27.04.2007

Die neu errichteten Lehrwerkstätten werden in Beisein des Landeshauptmannes

DDr. Herwig van Staa eingeweiht.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

2008/2009

Im Rahmen des baulichen Entwicklungskonzeptes werden mehrere

Umbauvorhaben begonnen. Die ehemaligen Werkstätten

werden in Zukunft die Lehrwerkstätte Obstbau/Obstverarbeitung

beherbergen, im Hauptgebäude geht man daran, Seminarräumlichkeiten

zu errichten, und in der Hauswirtschaft werden

Räumlichkeiten für den praktischen Unterricht geschaffen.

Ein weiteres bauliches Programm betrifft ein Maßnahmenpaket

für den Brandschutz.

30.04.2010

Die LLA Imst feiert das 90-Jahr-Jubiläum.

Anlässlich eines Festaktes werden die Seminar- und Übungsräumlichkeiten

in den beiden Fachschulen eingeweiht. Ebenfalls

seiner Bestimmung übergeben wird das für die Obstverarbeitung

adaptierte ehemalige Werkstättengebäude.

Im Jubiläumsjahr 2009/10 besuchen 186 Schüler/innen die

landwirtschaftliche Fachschule (7 Klassen), in der Fachschule

für ländliche Hauswirtschaft werden 150 Schüler/innen betreut

(6 Klassen). Zwei Klassen (Facharbeiterstufe 26 Schüler/innen,

Meisterstufe 32 Schüler/innen) werden im Rahmen der Fachschule

für Erwachsene geführt.

17


Dir. DI Josef Gstrein

Das Bildungsangebot

Über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahrzehnten erfolgte

die land- und hauswirtschaftliche Ausbildung der Schüler und

Schülerinnen ausschließlich in Form von ein- bis zweijährigen

Winterkursen.

Vorerst als Schulversuch wurde im Jahr 1972 mit einer dreijährigen

landwirtschaftlichen Schule gestartet, wobei das neunte

Pflichtschuljahr in diesem Rahmen absolviert werden konnte.

Nach zögerlichem Beginn hat diese Organisationsform immer

mehr Anhänger gefunden. Seit dem Schuljahr 1991/92 ist der

Abschluss der landwirtschaftlichen Fachschule erst nach einer

dreijährigen Ausbildungszeit samt Pflichtpraktikum möglich.

Fast zwanzig Jahre später gab es eine ähnliche Entwicklung in

der Hauswirtschaft, wobei die LLA Imst wiederum die Vorreiterrolle

übernahm.

Eine wichtige Ergänzung erfuhr das Ausbildungsangebot durch

die Einrichtung der Fachschule für Erwachsene. Sie ermöglicht

bereits berufstätigen Personen eine Fachausbildung in abendlichen

Unterrichtseinheiten.

Die landwirtschaftliche Fachschule

Die Ausbildung an der Fachschule für Landwirtschaft vermittelt

in einem ausgewogenen Verhältnis Inhalte aus den Bereichen

Allgemeinbildung, Fachtheorie und praktischem Unterricht.

Im landwirtschaftlichen Fachbereich verlagert sich die Gewichtung

im Lauf der drei Jahre von der Produktionstechnik über die

Lebensmittelerzeugung hin zur Behandlung von Themenstellungen

aus der Betriebswirtschaft und dem Marketing.

Dem Unterricht in den Lehrwerkstätten für Holz- Metall- und

Landtechnik wird unabhängig von der Schulstufe breiter Raum

gewidmet.

Bildungsziele

• Umfassende berufliche Ausbildung für die selbständige Führung

eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes

• Vorbereitung auf eine anschließende Berufsausbildung im

gewerblichen Bereich oder im Dienstleistungssektor

• Erziehung der SchülerInnen zu demokratischen, heimatverbundenen,

persönlich gefestigten und sozial verantwortlichen

Staatsbürgern

• Vorbereitung für eine weitere schulische Ausbildung (Matura)

• Vertiefung der Verbundenheit mit dem bäuerlichen Berufsstand

• Erweiterung und Festigung der Allgemeinbildung

Organisationsform

Das Vollschuljahr (September bis Juli) gliedert sich in allen drei

Schulstufen in die Abschnitte Unterrichtszeit und Praktikum.

Zwischen der 2. und 3. Schulstufe ist ein Fremdpraktikum im

Ausmaß von 10 Wochen abzuleisten.

Im Rahmen des praktischen Unterrichts können die Schüler je

nach Interessenslage ab dem zweiten Jahrgang zwischen verschiedenen

Angeboten (Landwirtschaft und Handwerk) zur

Vertiefung der Ausbildung wählen. Ergänzend werden nach

Bedarf einzelne Unterrichtswochen für Spezialthemen (Obstbau,

Imkerei) reserviert.

Eine Austauschwoche zwischen den Lehranstalten Tirols bietet

den Schülern die Gelegenheit, die schulspezifischen Inhalte der

anderen Standorte (Pferdewirtschaft, Schweinehaltung etc.)

näher kennen zu lernen.

Unterrichtszeiten

9. Schulstufe:

Unterrichtszeit 10 Monate, Heimpraktikum 3 Wochen

18 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Das Bildungsangebot

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

10. Schulstufe:

Unterrichtszeit 8 Monate, Heimpraktikum 3 Wochen,

Fremdpraktikum 10 Wochen

11. Schulstufe:

Unterrichtszeit 7 Monate, Heimpraktikum 3 Wochen

Abschluss

Die Ausbildung an der 3-jährigen landw. Fachschule wird mit

der Ablegung einer Abschlussprüfung (Facharbeiterprüfung)

beendet. Diese besteht aus Klausurarbeiten in Betriebslehre und

Rechnungswesen und in Deutsch, jeweils praktischen Prüfungen

im landwirtschaftlichen und handwerklichen Schwerpunkt

und der mündlichen Prüfung in Form einer Projektpräsentation

samt Fachgespräch. Die erfolgreiche Ablegung der Abschlussprüfung

sowie der Nachweis der absolvierten Pflichtpraktika

sind die Voraussetzungen für die Verleihung des landwirtschaftlichen

Facharbeiterbriefes. Mit dem positiven Schulabschluss ist

neben Anrechnungszeiten in verschiedenen Lehrberufen auch

die Berechtigung zum Besuch einer dreijährigen Sonderform

einer HBLA (Reifeprüfung) verbunden. Außerdem besteht die

Möglichkeit, in wenigstens zwei Jahren die Berufsreifeprüfung

abzulegen.

Zusatzqualifikationen

Teilweise in den Regelunterricht integriert, andererseits in der

Freizeit angesiedelt sind eine Reihe von Qualifizierungsmöglichkeiten,

die den Schülern zur Wahl angeboten werden. Dazu

zählt der Besuch des Traktorführerscheinkurses, gekoppelt

mit der Ausbildung in Erste-Hilfe. Über die gesamte Schulzeit

erstrecken sich die Teilprüfungen zum Europäischen Computerführerschein.

Auf großes Interesse stoßen die Schilehreranwärterausbildung

und der zertifizierte Schutzgasschweißkurs

in Zusammenarbeit mit dem WIFI.

Die Fachschule für ländliche Hauswirtschaft

Im Rahmen der Ausbildung an der Fachschule für ländliche

Hauswirtschaft wird hinsichtlich des Unterrichtsausmaßes den

praktischen und theoretischen Inhalten der gleiche Stellenwert

eingeräumt.

Während im ersten Jahr die Allgemeinbildung sowie die Vermittlung

und Festigung von Grundkenntnissen in den Bereichen

Haus- und Landwirtschaft im Vordergrund stehen, werden

in den beiden Folgejahren die Weichenstellungen für die weitere

berufliche Ausrichtung vorgenommen. Die Schülerinnen

haben die Möglichkeit, entweder den Unterrichtsschwerpunkt

Gesundheit und Soziales oder jenen für Tourismus zu wählen.

Bildungsziele

• Umfassende hauswirtschaftliche Ausbildung zur selbständigen

Führung von Haushalten und Betrieben der Gästebeherbergung

• Vorbereitung auf eine außerlandwirtschaftliche Berufsausbildung

(Schwerpunkte: Sozialberufe, Tourismus)

• Vorbereitung auf eine weitere schulische Ausbildung (Matura)

• Vertiefung der Verbundenheit mit dem bäuerlichen Berufsstand

• Erweiterung und Festigung der Allgemeinbildung

Organisationsform

Das erste Schuljahr dient der Vermittlung von Grundkenntnissen

in der Haus- und Landwirtschaft, der Festigung von Unterrichtsinhalten

der Allgemeinbildung und der Entscheidungsfindung

im Hinblick auf die Wahl des fachlichen Schwerpunktes

für die folgenden zwei Jahre. Damit eng verbunden ist die künftige

berufliche Ausrichtung. Immerhin fast zwei Drittel der

Schülerinnen tendieren zum Schwerpunkt Soziales, ein Drittel

sieht Chancen in einem touristischen Beruf.

19


Das Bildungsangebot

Die Vertiefung in den Gegenständen der Haus- und Landwirtschaft

erfolgt unabhängig von der sonstigen Spezialisierung.

Nahezu die Hälfte des gesamten Unterrichtsausmaßes wird in

Form von praktischen Übungen bestritten.

Das Pflichtpraktikum im Ausmaß von 8 Wochen ist erst im

dritten Schuljahr abzuleisten. Die erste Hälfte bereits zu Schuljahresbeginn

oder wahlweise in den Sommerferien auf einem

landwirtschaftlichen Betrieb mit Gästebeherbergung und die

zweite Hälfte während des Schuljahres entweder in einer sozialen

Einrichtung oder in einem Tourismusbetrieb.

Unterrichtszeiten

9. Schulstufe:

Unterrichtszeit 10 Monate, freiwilliges Ferialpraktikum

10. Schulstufe:

Unterrichtszeit 10 Monate, freiwilliges Ferialpraktikum

11. Schulstufe:

Unterrichtszeit 8 Monate, 8 Wochen Pflichtpraktikum

Abschluss

Die Ausbildung an der 3-jährigen Fachschule für ländliche

Hauswirtschaft wird durch die Ablegung einer Abschlussprüfung

(Facharbeiterprüfung) beendet. Diese besteht aus einer

Klausurarbeit in Wirtschaftslehre und Rechnungswesen, einer

praktischen Prüfung in einem land- oder hauswirtschaftlichen

Gegenstand und einer zweiteiligen mündlichen Prüfung. Letztere

gliedert sich in die Präsentation eines Projektes samt Fachgespräch

aus dem Ausbildungsschwerpunkt und in eine weitere

Prüfung in einem theoretischen Gegenstand.

Die erfolgreiche Ablegung der Abschlussprüfung sowie der

Nachweis der absolvierten Pflichtpraktika sind die Voraussetzungen

für die Verleihung des hauswirtschaftlichen Facharbeiterbriefes.

Mit dem positiven Schulabschluss ist neben

Anrechnungszeiten in verschiedenen Lehrberufen auch die

Berechtigung zum Besuch einer dreijährigen Sonderform einer

HBLA (Reifeprüfung) verbunden. Außerdem besteht die

Möglichkeit, in wenigstens zwei Jahren die Berufsreifeprüfung

abzulegen.

Zusatzqualifikationen

Im Rahmen von Projektwochen und teilweise in den Regelunterricht

integriert, andererseits in der Freizeit angesiedelt, sind

eine Reihe von Qualifizierungsmöglichkeiten, die den Schülerinnen

zur Wahl angeboten werden. Die Babysitterausbildung,

der Erste-Hilfe-Kurs und die Ausbildung zur medizinischen

Verwaltungsfachkraft werden von den Schülerinnen des Sozialschwerpunktes

angestrebt. Die Touristiker ergänzen ihre Kenntnisse

und Berechtigungen mit dem Schilehreranwärterkurs

und der Ausbildung zur Rezeptionistin.

Über die gesamte Schulzeit erstrecken sich die Teilprüfungen

zum Europäischen Computerführerschein.

Die Fachschule für Erwachsene

In den beiden Fachrichtungen Landwirtschaft bzw. ländliche

Hauswirtschaft gibt es auch Angebote für Spätberufene.

Nach der positiven Absolvierung der ersten bzw. zweiten Ausbildungsstufe

erhalten die Teilnehmer die Berechtigung zum

Antritt zur Facharbeiterprüfung bzw. Meisterprüfung.

Der Unterricht wird abends oder an Samstagen erteilt, das Gesamtausmaß

an Stunden beträgt 260 (Facharbeiterstufe) bzw.

360 (Meisterstufe).

20 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Ing. Walpurga Schnegg / Ing. Robert Neuner

Das Fremdpraktikum

Die Kombination von theoretischer und praktischer Ausbildung

an der Schule und die Vertiefung des Gelernten auf Praxisbetrieben

haben sich zu einem wichtigen Bestandteil der Ausbildung

an den landwirtschaftlichen Fachschulen etabliert. Zu den damit

verbundenen Ausbildungszielen gehören die Förderung

der Selbständigkeit und sozialer Kompetenzen, die Umsetzung

von Kenntnissen und Fertigkeiten, das Vertrautwerden mit der

beruflichen Realität und die vermehrte eigenverantwortliche

Durchführung von Arbeiten.

Die Verpflichtung zur Ableistung eines Fremdpraktikums wurde

im Jahr 1988 im Lehrplan der Fachschule für Landwirtschaft

verankert. In der Hauswirtschaft wurde diese Bestimmung mit

der Etablierung der dreijährigen Ausbildung (1993) eingeführt.

Seit diesem Zeitpunkt haben 640 Schüler/innen der Fachrichtung

Landwirtschaft und 530 Schüler/innen der Fachrichtung

ländliche Hauswirtschaft ein Fremdpraktikum absolviert.

Als Berater/innen bei der Auswahl der Betriebe und der Koordination

der zeitlichen Abwicklung fungieren Lehrpersonen.

Diese Praktikantenbetreuer besuchen die Schüler/innen zumindest

einmal während ihres Aufenthalts am jeweiligen Betrieb

und machen sich dabei ein Bild von der Situation. Allenfalls

erfüllen sie die Funktion eines Beraters, wenn Unstimmigkeiten

auftreten.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Die Praktikanten/innen sind verpflichtet, ein Tagebuch zu führen.

Diese Aufzeichnungen bedürfen einer intensiven Auseinandersetzung

mit der Struktur und den Abläufen im Betrieb

und sind nach Beendigung des Praktikums dem Betreuungslehrer/in

vorzulegen.

Landwirtschaft

In der Zeit zwischen dem zweiten und dritten Jahrgang sind

insgesamt zehn Wochen Fremdpraktikum zu leisten. Das rein

landwirtschaftliche Praktikum kann um bis zu vier Wochen verkürzt

werden, wenn diese Zeit in einem gewerblichen Betrieb

verbracht wird. Damit erhält der Schüler die Gelegenheit, auch

in jenem Berufsfeld zu praktizieren, wo er nach Abschluss der

landwirtschaftlichen Fachschule eine Lehre beginnen will.

Die meisten Schüler wählen einen Betrieb in Tirol oder in einem

benachbarten Bundesland, nicht selten sind sie im Rahmen

der Almwirtschaft tätig. Einige suchen sich größere Betriebe in

Deutschland oder fallweise sogar in Übersee (USA, Kanada).

Seitens der Schule werden im Hinblick auf die Anforderungen

an den Betrieb bestimmte Dinge vorgegeben. So sollte der

Betriebsleiter gut ausgebildet sein (Facharbeiter, Meister), den

Praktikanten zeitgemäß unterbringen und verpflegen können

und dafür garantieren, dass er nicht als Saisonarbeitskraft missbraucht

wird.

Als Praktikant ist der Schüler nach wie vor in der Krankenversicherung

des Erziehungsberechtigten mitversichert. Der Be-

21


Das Fremdpraktikum

triebsleiter meldet ihn bei der Sozialversicherung an, wodurch

die Unfallversicherung begründet wird. Im Rahmen einer Privathaftpflichtversicherung

wird Vorsorge getroffen, sollte es

durch den Praktikanten zu Schäden an Maschinen oder Geräten

kommen.

Hauswirtschaft

Das Gesamtausmaß des vorgeschriebenen Praktikums beträgt

acht Wochen. Die erste Hälfte ist im Sommer vor Unterrichtsbeginn

des dritten Jahrgangs auf einem landwirtschaftlichen

Betrieb - vorzugsweise mit Urlaub am Bauernhof - zu absolvieren.

In den letzten Jahren geht der Trend zu spezialisierten Betrieben,

wie Pferdehaltung, Weinbau und Obstbau. Besonders

beliebt sind die Weinbauregionen im Osten Österreichs sowie

Südtirol und das Allgäu.

Der zweite Teil (Berufsorientierungspraktikum) wird während

des dritten Unterrichtsjahres abgeleistet. Je nachdem für welchen

Schwerpunkt sich die Schülerinnen entschieden haben,

wählen sie zwischen touristischen und sozialen Einrichtungen.

Erste Adressen sind die Spitzenhotellerie bzw. diverse Abteilungen

in Krankenhäusern.

Eine Schülerin während ihres Berufsorientierungspraktikums im Tourismusbereich

22 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


DI Thomas Moritz, Marlies Gasteiger, Dr. Erich Auer

Die Internate

Der Besuch der beiden dreijährigen Fachschulen an der LLA

Imst ist nur in Verbindung mit einem Internatsaufenthalt möglich.

Die Mädchen sind in den beiden Gebäuden der Hauswirtschaft

untergebracht, die Burschen im Hauptgebäude bzw. im

Landesschülerheim. Die als Erzieher/innen eingesetzten Lehrpersonen

bemühen sich um eine wertorientierte Begleitung

der ihnen anvertrauten jungen Menschen. Durch das Zusammenleben

mit Gleichaltrigen eröffnet sich jedem die Chance,

seine Persönlichkeit in der Gemeinschaft weiter zu entwickeln

und zu festigen. Ein vielfältiges Freizeit- und Weiterbildungsangebot

ermöglicht es den Schülern/innen, sich je nach Neigung

zu betätigen und ihre individuellen Talente zu fördern.

Die Frage, ob die Internatspflicht heute noch zeitgemäß ist,

wird am ehesten von außen stehenden Personen aufgeworfen,

hingegen kaum von unseren Absolventen/innen. Gründe

für das Bejahen dieser Frage liegen einerseits in den positiven

Erfahrungen, andererseits in der sich wandelnden Struktur von

Familie und Arbeitswelt.

Kleinere Familien ohne Großeltern in einem Haushalt, Patchwork-Familien,

Familien, in denen beide Elternteile einem Verdienst

nachgehen, gehören schon längst nicht mehr zu einem

Phänomen, das sich auf die Großstadt beschränkt. Damit ist die

Familie aber oft nicht mehr in der Lage, die volle Erziehungsverantwortung

für die Kinder zu übernehmen. Der christliche

Glaube als Basis unserer Erziehungsziele und als Halt gebende

Kraft hat in den letzten Jahren leider auch an Zuspruch verloren.

Unumstritten ist auch die Tatsache, dass die Pubertät unserer

Jugendlichen im Schnitt immer früher einsetzt - sich Buben und

Mädchen also immer früher auf die Suche begeben, wer sie sind

und wofür sie stehen. Gerade in dieser schwierigen Phase, in

der man als Elternteil anscheinend alles falsch macht (übrigens

Lehrer auch!), ist die Auseinandersetzung mit anderen Jugendlichen

bzw. Erwachsenen so wichtig, damit sie ihre Stellung in

der Gesellschaft finden. Somit ist es besser, sich manchmal aneinander

zu reiben als keine oder nur wenig Beachtung zu finden.

Schulintern ist es das Internat, welches die Grundvoraussetzung

für eine gelungene Erziehung mit sich bringt: die Schaffung von

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Strukturen in Form eines Tagesablaufes bzw. die Vorgabe von

Rhythmen. Das Miteinander in der Gruppe gibt oft Sicherheit

und Halt und stärkt nicht zuletzt den Selbstwert jedes Einzelnen.

Nicht zuletzt ist aber auch der steigende pädagogische

Ausbildungsgrad unseres Teams ein entscheidender Faktor für

eine gelungene Erziehung mit Einbeziehung des Elternhauses.

Dabei sind wir ständig gefordert, uns auf die sich schnell verändernden

Rahmenbedingungen einzustellen.

Manchmal ist der Besuch unserer Internatsschule aber nicht nur

ein Schritt in die richtige Richtung für den unmittelbar Betroffenen

selbst, sondern auch eine Entlastung für die Familiensituation

zu Hause. Dabei versteht sich unser Internat immer als

Hilfestellung auf dem Weg zur Selbstständigkeit, nicht aber als

Therapieeinrichtung für misslungene Erziehung. So ist es auch

nötig, die Erziehungsverantwortung von zu Haus aus nicht

ganz aus der Hand zu geben.

Wir glauben nicht, dass es die Zahl an „Problemschülern“ ist, die

in den letzten Jahren zugenommen hat, aber die Sensibilität für

Probleme und die Intensität der Probleme hat sich geändert.

Selbst in schwierigen Fällen gelingt es uns jetzt immer öfter,

über die Hilfe von außen Kontakte zu knüpfen, um den Schülern

das Gefühl zu vermitteln, mit ihren Problemen nicht allein

dazustehen.

23


Die Internate

Natürlich ist es oft schwierig für unsere Lehrpersonen, die ihren

Dienst auch im Internat absolvieren, Schule und Heim zu trennen,

und natürlich ist es auch nicht immer möglich, das nötige

Vertrauen im Schüler zu wecken. Zeitliche, finanzielle und personelle

Ressourcen geben verständlicherweise gewisse Grenzen

vor, über die man sich nur sehr schwer hinwegsetzen kann.

Motiviert von den Erfolgen der Vorgänger, die dieses Internat

bestens geführt haben, stellen wir uns den zukünftigen Herausforderungen

nach dem Motto: „Wer die Jugend hat, hat die

Zukunft“!

Hauswirtschaft

Die Gesamtkapazität an Heimplätzen beträgt 159, aufgeteilt

auf 52 Zimmer. Das Wohnheim ist nicht nur Schlaf- und Arbeitsplatz,

sondern bietet den Schülerinnen auch die Möglichkeit,

sich in vielen Bereichen weiterzuentwickeln und zu wachsen.

Für uns als Erzieherinnen ist es eine Freude, die Mädchen auf ihrem

Weg zu begleiten und ihnen eine Stütze zu sein. Besonderes

Augenmerk legen wir auf die Pflege der Gemeinschaft, die

geprägt sein soll von Toleranz, gegenseitiger Hilfe und gemeinsamen

Aktivitäten. Feste und Feiern (Erntedank, Kathreintanz,

Nikolaus, Fasching etc.) sind wichtige integrierende Veranstaltungen,

die von den Schülerinnen in Zusammenarbeit mit den

Lehrpersonen organisiert und durchgeführt werden.

Zur sinnvollen Nutzung der Freizeit stehen den Schülerinnen je

nach Interessenslage verschiedene Angebote zur Auswahl (Musikkapelle,

Chor, Tanzkurse, Kinoabende, Selbstverteidigungskurs,

Fitnessraum, Sauna, Tischfussball etc.)

Landwirtschaft

Im Hauptgebäude der LLA Imst können 150 Schüler untergebracht

werden. Erst vor dreißig Jahren wurden die bis dahin

benützten Schlafsäle zu Zimmern umgebaut, in denen jeweils

drei oder vier Bewohner einen Schlaf- und Studierplatz haben.

Die Waschgelegenheiten und Duschen sind abschnittsweise

zur gemeinschaftlichen Nutzung angeordnet. Die Zimmereinrichtungen

werden durch die Betriebstischlerei schrittweise

erneuert, um den heutigen Ansprüchen gerecht zu werden.

Ganz entscheidend für das Wohlbefinden der Heimbewohner

sind die abwechslungsreichen und schmackhaften Speisen.

Das Essen wird immer frisch zubereitet und den Schülern in

ausreichender Menge und oft auch zur Auswahl angeboten.

Schon vor einiger Zeit wurde die Selbstbedienung eingeführt,

wodurch die gesamte Essenszeit wesentlich ruhiger verläuft als

vorher.

Nach wie vor sind die Fachlehrer auch als Erzieher eingesetzt. So

ist ein wesentlich besserer Kontakt zwischen Lehrer und Schüler

gegeben. Geregelte Studierzeiten, die vom diensthabenden Erzieher

überwacht werden, lassen rechtzeitig notwendige Steuerungen

bei Lerndefiziten zu.

Natürlich muss auch eine Fülle von Möglichkeiten geboten

werden, die Freizeit sinnvoll zu gestalten, zumal es oft notwendig

ist, überschüssige Körperkräfte in rechte Bahnen zu lenken.

24 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Die Internate

Sportliche Aktivitäten, kombiniert mit Wettbewerben und

Vergleichskämpfen, ein bestens ausgestatteter Fitnessraum,

die Schulmusikkapelle, verschiedene Spiele sowie die auf das

Schuljahr verteilten Feste schaffen den nötigen Ausgleich zum

Schulalltag.

Landesschülerheim

Im Zuge der österreichischen Bildungspolitik in den 70er-Jahren

wurde der Ruf nach weiterführenden Schulen immer lauter.

So wurden viele neue Schulzentren gegründet, eines davon in

Imst. In den folgenden Jahren wurden die Handelsakademie,

das Gymnasium und die HTL gegründet. Da sich der Einzugsbereich

zu diesen Schulen über die Bundesländer Tirol (Osttirol),

Salzburg, Vorarlberg und Südtirol erstreckte, wurde es notwendig,

eine entsprechende Unterkunft für diese Schüler zu

schaffen. Auf Initiative von Kapuzinerpater Heinrich Suso Braun,

Landeshauptmann Eduard Wallnöfer und LLA-Direktor August

Stern wurde das Landesschülerheim gebaut und im Jahre 1974

eröffnet.

Das Heim bestand hauptsächlich aus Dreibettzimmern, verschiedenen

Studiersälen, einem großen Speisesaal und diversen

Freizeiträumen. Unter der Leitung von Hans Grabenweger

wurde das pädagogische Konzept erstellt und weiterentwickelt.

Mittlerweile wuchs der Schülerstand auf insgesamt 140 Jugendliche

an, die sich auf die verschiedenen Schulen aufteilten, wobei

die Gruppe der HTL-Schüler den Hauptanteil bildete, gefolgt

von den LLA-Schülern und einer kleinen Gruppe an HASCH/

HAK-Schülern - eine Aufteilung, die auch heute noch gilt.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Im Zuge der Renovierungsarbeiten Ende der 80-er-Jahre wurden

dann die Dreibett- in Zweibettzimmer umgebaut, teilweise

mit Bad und WC ausgestattet, die Studiersäle aufgegeben und

neue Gruppenräume geschaffen. Stetig veränderte sich auch

das pädagogische Konzept, das sich mehr in Richtung sozialpädagogisches

Arbeiten hin entwickelte. Mit vier ausgebildeten

Sozialpädagogen, die sich schwerpunktmäßig um jeweils eine

konstante Gruppe kümmerten, konnte die Beziehungsqualität

wesentlich gesteigert, die Lernbetreuung erheblich verbessert

und die Freizeitgestaltung bedarfsorientiert gestaltet werden.

Durch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Abteilung

IIIc, der Direktion der LLA und dem gesamten 16 Kopf starken

LSH-Team konnten mittlerweile rund 4 000 Jugendliche auf

dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft begleitet werden. Dieser

Weg wird bis heute konsequent weiterverfolgt. Nach wie vor sehen

wir unsere primären Aufgaben darin, jeden Jugendlichen

in seiner Entwicklung zu fördern, seine Persönlichkeit zu stärken

und ihn zu einem verantwortlichen Handeln zu erziehen.

Damit ist das Landesschülerheim ein Ort, wo Jugendliche eine

Gemeinschaft erleben, wo sie soziale, menschliche und kulturelle

Werte erfahren und wo sie feststellen, wie sie im Dialog von

Erwachsenen als Person geschätzt werden.

Wie die jährlich steigenden Anmeldezahlen beweisen, ist dies

auch von vielen Eltern und Schülern nachgefragt. Insofern erfüllt

das Landesschülerheim seinen gesellschaftlichen Auftrag.

25


Die Internate

26 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrbetriebe

Land- und Forstwirtschaft

Obstbau und Obstverarbeitung

Die von professionellen Mitarbeitern verwalteten Betriebe der

landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Imst sind wichtige reale

Übungsstätten für die Schüler/innen.

Sie werden nach den Richtlinien des Biolandbaus bzw. des integrierten

Obstbaus bewirtschaftet. Die erzeugten Lebensmittel

werden an die Schulküchen geliefert oder über den Hofladen

und sonstige Verarbeitungsbetriebe vermarktet.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

27


Lehrbetriebe

DI Hannes Nachtschatten / Ing. Hans Sommersguter

Lehrbetrieb für Land- und Forstwirtschaft

Der land- und forstwirtschaftliche Lehrbetrieb befindet sich im

Ortsteil Brennbichl. Die Entfernung zur Schule beträgt rund 3

km. Bewirtschaftet werden sowohl Acker- als auch Grünlandflächen.

Neben Rindern (Milchvieh, Jungviehaufzucht, Freilandmutterkuhhaltung)

werden auch Schafe, Mastschweine, Mastgeflügel

und Legehennen gehalten. Die betreuten forstlichen

Flächen bestehen aus einem Eigenwald sowie Teilwäldern, die

auf 60 verschiedene Parzellen verteilt sind.

Im Rahmen des praktischen Unterrichts erwerben sich die

Schüler/innen Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen

Viehwirtschaft, Grünlandwirtschaft, Ackerbau, Forstwirtschaft

und Maschinenpflege.

Geschichte

Den Kern für den Gutsbetrieb bildete der zum Hotel Post gehörende

Grund im Ausmaß von 14 ha. Er lag sehr zerstreut in

den Gemeindegebieten von Imst, Tarrenz und Nassereith. Das

Wirtschaftsgebäude samt Stallungen befand sich am verkehrsreichsten

Platz der Stadt Imst, am Postplatz. Der Besitz wurde

durch zahlreiche Tausch- und Kaufverträge vergrößert, besonders

auch durch den Erwerb des Gasthofes „Zum Löwen“, so

dass in den Zwanziger- und Dreißigerjahren eine Fläche von

ungefähr 24 ha, verteilt auf 81 Grundstücke, bewirtschaftet

wurde. Die Entwicklung der Stadt hatte zur Folge, dass viele

Gründe für andere Zwecke benötigt wurden. Die Lehranstalt

hatte daher bei der Planung eines neuen Gutshofes keine andere

Möglichkeit, als nach Brennbichl in die Erlau auszuweichen.

Sie erwarb von der Stadtgemeinde 8 ha Augrund, rodete

diesen und errichtete darauf im Jahre 1942 den Fohlenhof.

Dieser wurde bereits im Jahr 1945 den Viehzuchtverbänden für

Vermarktungszwecke überlassen. Schon während des Zweiten

Weltkrieges und in der Nachkriegszeit wurde ein 26 ha großes

Augrundstück westlich vom Fohlenhof gerodet und kultiviert.

Hier fand der Gutshof seinen heutigen Standort.

Im Herbst 1953 konnte der neue Lehrbetrieb in Brennbichl

seiner Bestimmung übergeben werden. Aber schon vier Jahre

später fiel ein Teil der Wirtschaftsgebäude einem Brand zum

Opfer und musste in den Jahren 1957 bis 1959 neu aufgebaut

werden.

Durch gezielte Bodenverbesserungsmaßnahmen gelang es in

der Folge, aus wenig ertragreichen Erlauböden fruchtbare Kulturgründe

zu schaffen.

Die Ausweitung der Industriezone in den vergangenen zwei

Jahrzehnten brachte es mit sich, dass die arrondierte Fläche fast

um die Hälfte reduziert wurde.

Aktuelle Betriebsdaten

Der Lehrbetrieb in Brennbichl befindet sich auf einer Seehöhe

von 750 m, ein Teil der bewirtschafteten Flächen liegt im Gurgltal

auf ca. 850 m. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt +6,5 °C,

an Niederschlägen sind durchschnittlich 750 - 880 mm pro Jahr

zu erwarten.

Von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche im Ausmaß

von rund 25 ha entfallen auf Dauergrünland (2-3 schnittig) 15,8

ha, auf Wechselwiese 6,4 ha, auf Silomais 2,4 ha und auf Kartoffeln

0,5 ha. Die forstliche Nutzfläche besteht aus 12 ha Eigenwald,

26 ha entfallen auf Teilwälder.

Betriebszweige

Der Bestand an Rindern beträgt 52 Stück, davon sind 24 Milchkühe

der Rassen Braun- und Grauvieh und 5 Mutterkühe (Grauvieh)

anzuführen.

28 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrbetriebe

Der Rinderstall wurde im Jahr 1998 auf der Basis eines kostengünstigen

Planes umgebaut.

Dabei konnten die Anforderungen im Hinblick auf Tiergerechtheit,

Stallklima und Arbeitsorganisation Berücksichtigung finden.

Die Milchkühe befinden sich in einem Liegeboxenlaufstall

mit angeschlossenem Melkstand und einem großzügig bemessenen

Auslaufareal. Die Jungtiere sind in einem nach Boxen gegliederten

Tieflaufstall untergebracht.

Auf Anregung des Grauviehzuchtverbandes wurde im Jahr

2003 die Freilandhaltung einer Mutterkuhherde in die Tat umgesetzt.

Die Tiere haben lediglich einen windgeschützten Unterstand

zur Verfügung, in dem auch das Futter angeboten

wird. Auf den angrenzenden Weideflächen können sie sich das

ganze Jahr über frei bewegen.

aus Freilandhaltung vermarktet werden.

Die Einbuße an Flächen hatte zur Folge, dass die pflanzenbauliche

Produktion fast ausschließlich auf die Erzeugung von Viehfutter

reduziert wurde. Lediglich Erdäpfel werden für die Versorgung

der schuleigenen Küchen und zur Lieferung von Saatgut

angebaut.

Ein zweckdienliches und zugleich formschönes Gebäude dient

als Unterkunft für die schuleigene Schafherde. Durchschnittlich

werden 20 Mutterschafe der Rasse Tiroler Bergschaf gehalten.

Durch Einkreuzung mit einem Suffolkwidder entstehen wuchsfreudige

Lämmer mit einer guten Schlachtkörperqualität.

Eine betriebliche Neuorganisation hatte zur Folge, dass die

Ferkelproduktion aufgegeben wurde und nunmehr lediglich

Mastschweine für den schuleigenen Bedarf erzeugt werden.

Die frei gewordenen Räumlichkeiten des Schweinestalles wurden

im Jahr 2008 für die Unterbringung von 100 Legehennen

adaptiert. Durch die großzügig bemessene Auslauffläche und

die in einem Biobetrieb praktizierte Fütterung können Bioeier

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Versuchsbetrieb

Die Aktivitäten auf dem Ausbildungs– und Versuchssektor haben

in den letzten Jahren ein beachtliches Ausmaß erreicht.

Sehr viele pflanzenbauliche Versuche werden von der Versuchsabteilung

des Landes Tirol auf den Flächen (ca. 1ha) des Lehrbetriebes

durchgeführt. Neben Versuchen im Wirtschaftsgrünland

zur Feststellung von Trockenschäden, deren Auswirkungen

auf den Pflanzenbestand und Übersaatversuchen, werden

im Ackerbau Sortenversuche für Getreide, Mais und Erdäpfel

durchgeführt. Auf der gesamten Versuchsfläche werden über

hundert verschiedene Sorten auf Ertrag, Krankheitsanfälligkeit

und andere Parameter getestet.

Lehrer und Schüler nutzen das vielseitige Versuchsgelände für

Ausbildungszwecke im praktischen Unterricht. Landwirte können

die Ergebnisse der Sortenversuche, die unter den typischen

klimatischen Bedingungen des Tiroler Oberlandes stattfinden,

für ihre Betriebe erfolgreich anwenden.

Der landwirtschaftliche Lehrbetrieb der LLA Imst ist ein Ort, wo

Theorie zur Praxis wird und Ausbildungs-, Beratungs- und Öffentlichkeitsaufgaben

erfüllt werden.

29


Lehrbetriebe

Franz Girstmair

Lehrbetrieb für Obstbau und Obstverarbeitung

Die Obstgärten der LLA Imst befinden sich auf drei verschiedenen

Standorten. Der größte Teil der Fläche wird von Kern- und

Steinobstanlagen eingenommen. Der Rest ist mit Beerenobststräuchern

bepflanzt.

Das geerntete Tafelobst wird vorwiegend über den Hofladen

vermarktet bzw. im Rahmen des Internatsbetriebes von den

Schüler/innen verzehrt. Die sonstige Ware gelangt in den Obstverarbeitungsbetrieb.

Dort wird eine ganze Palette hochwertiger

Produkte erzeugt.

Die Schüler/innen werden im praktischen Unterricht mit den

Pflegemaßnahmen im Obstbau und den verschiedenen Arbeitstechniken

bei der Obstverarbeitung vertraut gemacht.

einer eigenen Obstbauschule (1952) bzw. von Facharbeiterkursen

(1990) waren jeweils nur für einige Zeit erfolgreich; für

eine eigene Berufsausbildung war das Interesse offensichtlich

zu gering.

Die Flexibilität des seit dem Jahr 2004 geltenden Lehrplans

ermöglicht es, interessierten Schülern eine intensive praxisorientierte

Ausbildung anzubieten. In Zusammenarbeit mit der

Landwirtschaftskammer und dem Baumwärterverband können

sie auch die Ausbildung zum Baumwärter absolvieren.

Betriebsdaten

Die Obstanlagen befinden sich auf den Standorten „Fistuem“

(1,2 ha), „Lammgarten“ (0,3 ha) und im Bereich der ehemaligen

Gärtnerei (0,5 ha). In einer gepachteten Hochstammanlage (2

ha) am Geierbühel können die Schüler ausgiebig Erfahrungen

beim Baumschnitt sammeln.

Die meisten der insgesamt 4 200 Bäume sind einreihig ausgepflanzt,

zu Demonstrationszwecken gibt es auch V- bzw. Y- Erziehung.

Sämtliche Intensivkulturen werden mit einer Tröpfchenbewässerung

versorgt.

Geschichte

Der Unterricht in Obstbau hat seit der Schulgründung einen

wichtigen Stellenwert. Die LLA Imst war immer ein Impulsgeber

für die Etablierung neuer Entwicklungen, sei es im Bereich der

Erziehungsformen von Obstbäumen, im Pflanzenschutz oder

auch in der Verarbeitungstechnik. Die Anläufe zur Etablierung

30 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrbetriebe

Im Jahr 2007 wurden im Rahmen des Gesamttiroler Gen-Save-

Projektes 70 verschiedene Apfelsorten (210 Bäume) angepflanzt.

Die Zielsetzung dieses Unterfangens ist die Erhaltung

alter Lokalsorten, um den Verlust an Biodiversität einzuschränken.

Obstanlagen

Die Anbaufläche für Kernobstkulturen beträgt 1,5 ha. Darauf

befinden sich 3 500 Apfelspindeln (17 Sorten) und 200 Birnenspindeln

(2 Sorten).

Die Steinobstanlagen (0,3 ha) bestehen aus 2 Zwetschkensorten

sowie je einer Sorte von Marille und Pfirsich. Die früher vorhandenen

Zwetschkenviertelstämme wurden inzwischen alle

durch Spindeln ersetzt.

Die bisher im Gurgltal angesiedelte Schwarze Ribislkultur wurde

aufgelassen, eine Neuanlage (0,2 ha der Sorte Titania) erfolgte

kürzlich im Areal der ehemaligen Gärtnerei. Zu Demonstrationszwecken

befinden sich ebenfalls in diesem Bereich

Brombeeren, Himbeeren und Weinreben.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Obstverarbeitung

Nach umfangreichen Umbauarbeiten (2008/09) können die

ehemaligen Räumlichkeiten der handwerklichen Werkstätten

nunmehr für die Zwecke der Obstverarbeitung genutzt werden.

Insgesamt stehen 420 m² Nutzfläche zur Verfügung. Die räumliche

Trennung der Arbeitsbereiche in verschiedene Abschnitte

ermöglicht eine Optimierung der Abläufe. In einem einladend

gestalteten Verkaufsraum können die hergestellten Produkte

verkostet und gekauft werden. Im Dachgeschoß befinden sich

ein Lager für Leergebinde und ein Unterrichtsraum.

Rund um die Mosterei (Einbandpresse, Zentrifuge, Pasteur) angesiedelt

sind das Gärlager, die Brennerei, ein Raum für die Essigproduktion,

das Kühllager für Tafelobst und ein Labor.

In die Erzeugung der Produktpalette (Apfelsaft, Apfelmost, Apfelessig,

Schnäpse und Liköre, Ribisldicksaft) sind die Schüler im

Rahmen des praktischen Unterrichts miteingebunden.

31


Lehrbetriebe

Der Lehrbetrieb - ein zentraler Ort für den praktischen Unterricht

32 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrwerkstätten

Land- und Forstwirtschaft

Handwerk

Hauswirtschaft

Im Gegensatz zu den Lehrbetrieben dienen diese Einrichtungen

in den allermeisten Fällen ausschließlich der Abwicklung

des praktischen Unterrichts. Die Verwaltung der Werkstätten

erfolgt durch Lehrpersonen, in manchen Bereichen kommen

auch sonstige Bedienstete zum Einsatz.

• Waldwirtschaft, Gartenbau, Produktverarbeitung Milch und

Fleisch

• Holztechnik, Metalltechnik, Landtechnik

• Küche und Service, Hauswirtschaft, Kreatives Werken und

Textilverarbeitung, Landwirtschaft und Gartenbau

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

33


Lehrwerkstätten

Ing. Karl Holzknecht

Waldwirtschaft

Der Wald spielt für die Bauern in Tirol seit jeher eine große Rolle.

41 % (515 000 ha) der Landesfläche sind von Wald bedeckt.

Diese Waldflächen richtig zu pflegen und zu nutzen ist eine anspruchsvolle

und verantwortungsvolle Aufgabe. Durch die Bewirtschaftung

unserer Wälder wird nicht nur der Zuwachs von

wertvollem Holz gefördert, sondern gleichzeitig die Schutz- und

Wohlfahrtsfunktion erhalten und verbessert. Viele Waldbesitzer

haben erkannt, dass eine regelmäßige Waldbewirtschaftung

eine sinnvolle und ertragreiche Einkommenschance bietet.

Eine wichtige Voraussetzung für die Verwirklichung von Zielvorstellungen

in der Waldpflege, Walderhaltung und Waldbewirtschaftung

ist die bestmögliche praktische Ausführung aller

erforderlichen Waldarbeiten.

An diesem Punkt setzt die schulische Ausbildung an. Sie verfolgt

das Ziel, dass die Schüler sämtliche Waldarbeiten erlernen

und selbständig ausführen können.

Dazu wird ihnen neben einer theoretischen Basis ein breit gefächertes

Paket an praktischen Unterrichtsinhalten vermittelt.

Im ersten Jahrgang geht es um das Kennenlernen der forstlich

relevanten Pflanzen, die Werkzeugkunde und die Wartung und

Pflege der Motorsäge. Ausgestattet mit den fachlichen Grundkenntnissen

und Fertigkeiten, wird in den Folgejahren die Betonung

auf die eigentliche Waldbewirtschaftung gelegt. Die

Unterrichtseinheiten erstrecken sich von der Aufforstung über

die Jungwuchs- und Dickungspflege bis zur Durchforstung und

der Schlägerung von Schwach- bzw. Starkholz.

Ein ganz besonderes Augenmerk wird dabei der Unfallvermeidung

und der Arbeitssicherheit gewidmet.

Schüler, die sich für den Ausbildungsschwerpunkt Forst Spezial

entscheiden, erhalten eine intensivere praktische Ausbildung.

Nach dem Abschluss der Fachschule werden im Rahmen der

Ausbildung zum Forstfacharbeiter zwei Lehrjahre angerechnet.

Die Abwicklung der Unterrichtseinheiten erfolgt einerseits im

Forstraum (Hauptgebäude) und andererseits am Freigelände

des Lehrbetriebes (Schneidetechnik) bzw. im Lehrforst (Eigenwald:

12 ha; Teilwälder: 26 ha).

34 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrwerkstätten

DI Marianne Enthofer

Gartenbau

Seit dem Schuljahr 2007/08 werden in der Lehrwerkstätte Gartenbau,

eingebunden in den praktischen Unterricht Gartenbau,

Kräuterjungpflanzen nach den Richtlinien des biologischen

Landbaues gemäß EU-VO 2092/91 erzeugt.

Die Ausstattung umfasst eine Fläche von ca. 66 m² im Kräss-

Glashaus, ca. 60 m² Stellfläche im alten Tunnel, 20 m² im neuen

Tunnel sowie seit dem Anbaujahr 08/09 30 m² Fläche im neuen

Tunnel für die Biogemüse-Jungpflanzen sowie Materiallagerflächen

im Arbeitsraum Gartenbau.

Im vergangenen Schuljahr wurde im Rahmen der Mobilitätswoche

ein Freilandquartier für unsere Mutterpflanzen realisiert.

Dieses verbessert die Vermehrungsbedingungen für unser Minzensortiment

wesentlich.

Der Kräuteranbau wird über den Unterricht hinausgehend vom

Personal der Lehrwerkstätte Gartenbau mit großer Sorgfalt betreut.

Arbeitsspitzen ergeben sich vor allem im Frühjahr, wenn

die Biokräuter auch während des Wochenendes, der Schulferien

und der Praktika betreut sein wollen und die Produktion

nicht durch den Praktischen Unterricht Gartenbau abgedeckt

werden kann.

Projektziele

Die Ziele des Projektes wurden zu Beginn folgendermaßen

formuliert: Aufbau eines geeigneten Sortimentes, Aufbau des

Mutterpflanzenbestandes, Aufbau der Vermarktung, Einbindung

der Kräuterproduktion in den praktischen Unterricht Gartenbau

mit den Schülern der Fachschule für Landwirtschaft.

Nach einer Laufzeit von drei Jahren sind die zu Beginn gesteckten

Ziele erreicht. Die Produktion umfasst derzeit 88 Kräuterarten

und Varietäten. Das Sortiment orientiert sich am Bedarf der

Abnehmer und umfasst Küchenkräuter und Heilkräuter sowie

manche Besonderheit. Bei den nur vegetativ vermehrbaren Arten

gibt es einen ausreichend großen Bestand an Mutterpflanzen.

Die Zertifizierung des Produktionszweiges erfolgt durch

die BIKO Tirol, so dass die Jungpflanzen als Bioware abgegeben

werden können.

Im praktischen Unterricht sind die Schüler im ersten und dritten

Jahr in die Kräuterproduktion eingebunden. So erzeugt

beispielsweise der erste Jahrgang FSL heuer die Biokräuter für

den Tag der offenen Tür. Der dritte Jahrgang hat eine PU-Einheit

Kräuterbau, in der über die Produktion von Jungpflanzen hinausgehend

die Produktionsalternative Kräuterbau im Mittelpunkt

des Unterrichtes steht.

Ein wichtiges Anliegen im Projekt ist die Vernetzung mit den

Kräuterbauern. Der Großteil unserer Jungpflanzen wird an die

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

35


Lehrwerkstätten

Tiroler Kräuterbauern und die Tiroler Kräuterpädagogen weitergegeben.

Dem entspricht die Angebotsform in der 54-Topfplatte

mit einem Topfdurchmesser von 5,3 cm. Im Regelfall sichert

dieser Kompromiss zwischen Topf und kleinerer Topfplattenware

ein rasches Anwachsen und eine gute Entwicklung der Pflanzen

nach dem Auspflanzen.

Fixtermine für die Vermarktung unserer Kräuterjungpflanzen

sind der jährliche Tag der offenen Tür an der LLA Imst und die

Blühenden Träume - Tiroler Gartentage in Innsbruck /Igls.

Der Umfang der Produktion hat in den vergangenen beiden

Jahren kontinuierlich zugenommen und erreichte mit den Bestellungen

für 2010 einen Höchstwert von 17 000 bestellten

Pflanzen. Hinzu kommen noch eine annähernd gleiche Anzahl

von Biogemüse-Jungpflanzen. Diese Produktion startete im

vergangenen Jahr. Wir haben damit einem Wunsch der Kräuterbauer

entsprochen, für die die Gemüsejungpflanzen eine

wertvolle Ergänzung des Angebotes darstellen. Darüber hinaus

werden Oberländer Betriebe beliefert, die Biogemüse erzeugen.

Seit dem Frühjahr 2009 ist auch diese Produktionsrichtung

von der BIKO Tirol zertifiziert.

Meilensteine

Mit der Erzeugung von Biokräuter Jungpflanzen wurde in der

Lehrwerkstätte Gartenbau Neuland beschritten. Einer der Produktionszweige

wurde auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt.

Im Unterglasanbau bedeutet dies ein stark erhöhtes Produktionsrisiko,

weil in Bezug auf Krankheiten und Schädlinge

nur sehr wenige Möglichkeiten der Vorbeugung von Schäden

und der Bekämpfung von Schadursachen gegeben sind. Sorgfältiges

und sauberes Arbeiten und genaue Bestandeskontrolle

erfordern Zeit und Ausdauer. Dank großem Einsatz aller am

Projekt beteiligten Schüler und Mitarbeiter konnte diese Hürde

bisher noch jedes Jahr gemeistert werden.

Die im biologischen Anbau zugelassenen Betriebsmittel sind

vor Ort oft nicht erhältlich und müssen teilweise im Ausland bestellt

werden, wodurch besonders im Frühjahr terminliche Engpässe

entstehen. Die in den vergangenen beiden Jahren gemachten

Erfahrungen mit Substraten, Saatgut, Düngung und

Nützlingseinsatz waren sehr wichtig. Mit dem heurigen Anbau

scheint zum ersten Mal Routine einzukehren.

Rund um die Biojungpflanzenerzeugung haben in den vergangenen

Jahren an der LLA Imst Veranstaltungen zum Themenbereich

Kräuter (Kräuteranbau, -verarbeitung und Anwendung)

stattgefunden. Die Zielgruppen waren Kräuteranbauer und

interessierte Personen. Die Veranstaltungen fanden in Zusammenarbeit

mit den Kräuterbauern, dem Ökozentrum und dem

Absolventenverein der LLA Imst statt.

Im heurigen Jahr werden erstmals Tiroler Herkünfte von Kräutern

getestet. Sie stammen aus der Gene Save Sammlung, welche

vom Fachgebiet Landwirtschaftliches Versuchswesen sowie

der LLK Tirol in Nordtirol betreut wurde. Der Versuchsanbau

soll zeigen, ob die Herkünfte geeignet sind, in unsere Angebotsliste

aufgenommen zu werden.

36 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrwerkstätten

Ing. Paul Juen

Milchverarbeitung

Von 1929 bis 1972 war im Gebäude der Lehranstalt eine Molkerei

untergebracht. Diese fungierte als reiner Wirtschaftsbetrieb

und hatte mit der Ausbildung von Fachschülern nichts zu tun.

Ansätze, die Verarbeitung von Milch ins Unterrichtsprogramm

aufzunehmen, gab es erst im Schuljahr 1988/89. Zu dieser Zeit

existierte noch keine Milchhygieneverordnung, und so war es

uns möglich, in der Schulküche bzw. in der Kleinküche im Internat

auf kleinstem Raum die ersten Produkte, wie Jogurt, Topfen

und Butter, herzustellen. Bereits 2 Jahre später adaptierten wir

das Kartoffellager der Fachschule für Hauswirtschaft und funktionierten

diesen Raum zu einem Verarbeitungsraum um. Alle

Baumaßnahmen dafür wurden von den Schülern in der Baukundepraxis

selbständig durchgeführt. Der Raum wurde geteilt,

um einen Reiferaum integrieren zu können, und anschließend

die gesamten Räumlichkeiten verfliest. Die Ausstattung

wurde bewusst einfach gehalten, da nur wenige Schüler zu

Hause über optimal ausgestattete Verarbeitungsräume verfügten.

Neben den üblichen Gerätschaften, wie Käsekessel mit 60

Liter Inhalt, Holzbutterfass, Zentrifuge und E-Herd, beinhaltete

der Raum die notwendigsten Kleingeräte für die Herstellung

der Milchprodukte.

Mit dem Inkrafttreten der Milchhygieneverordnung 1999 waren

auch wir, wie so viele Direktvermarkter auch, gezwungen,

unseren Milchverarbeitungsraum neu zu konzipieren.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Im Laufe des Spätsommers begann der Um- und Ausbau eines

Teiles der ehemaligen Molkerei. Im Frühjahr 2000 konnten

wir dann den neuen, geräumigen Milchverarbeitungsraum

beziehen. Seit damals sind wir nach den neuen Richtlinien ein

Be- und Verarbeitungsbetrieb mit Betriebsnummer. Damit ist

es uns möglich, neben den anderen Produkten, die wir schon

längere Zeit produzieren, zusätzlich die Rohmilch- und Trinkmilchpalette

für unsere Schule bereitzustellen.

Die Verarbeitungsräumlichkeiten sind mit den erforderlichen

Gerätschaften ausgestattet: 4 Käsefertiger mit unterschiedlichem

Fassungsvermögen, 1 Milchseparator, 1 Inkubator für die

Kulturenbereitung , 1 Brutschrank, je eine Reife- und Kühlzelle

und einiges andere mehr.

Im Laufe des Jahres werden ca. 30 000 kg Milch verarbeitet. Damit

können wir unsere Schulküchen zu 100 % mit Trinkmilch

und Jogurt beliefern. Bei allen anderen Produkten können wir

den Bedarf nur teilweise abdecken. Von November bis Ende April

beliefern wir auch unseren schuleigenen Hofladen mit allen

Produkten sowie die Oberländer Bauernkiste. Diese jedoch nur

mit einer Käsesorte.

Während ihrer dreijährigen Ausbildung erlernen die Schüler/innen

die Erzeugung und Behandlung von Qualitätsmilch sowie

schrittweise die Herstellung der einzelnen Milchprodukte.

37


Lehrwerkstätten

Im 1. Jahr starten wir mit einer Hygieneschulung und der Erzeugung

von Naturjogurt, Fruchtjogurt, Sauermilch, Fru-Fru

und Säuretopfen. Im 2. Jahr steht die Herstellung von Labtopfen,

Trinkmolke, Säuretopfen, Süß- und Sauerrahmbutter und

ungereiftem Weichkäse auf dem Programm. Im 3. Jahr werden

Weichkäse wie Camembert, Schnittkäse, Graukäse und andere

Käsekreationen produziert. Hier wird auch der Käsebehandlung

und Käsepflege breiter Raum gewidmet.

Mit der Einführung des neuen Lehrplanes 2005 gibt es im Bereich

der Produktverarbeitung die Möglichkeit, Spezialisierungen

anzubieten. Somit kann der Schüler der Fachrichtung

Landwirtschaft im zweiten und dritten Jahr Spezialseminare im

Bereich Milchverarbeitung belegen.

Die Herstellung von Qualitätsprodukten und das Interesse

zur Eigenverarbeitung und Selbstvermarktung von Milch am

Heimbetrieb zu wecken sind die vorrangigen Ausbildungsziele.

Darüber hinaus lernen die Schüler die erforderlichen Fertigkeiten,

um als Beisenner auf einer Alm zu arbeiten. Schließlich

erfüllen die Lehrinhalte die Bedingungen, um eine verkürzte

Lehrzeit bei der Ausbildung zum Molkerei- und Käsereifacharbeiter

in Anspruch nehmen zu können.

Ing. Josef Grill

Fleischverarbeitung

Im Rahmen des praktischen Unterrichtsgegenstandes Fleischverarbeitung

werden die im landwirtschaftlichen Lehrbetrieb

geschlachteten Tiere einer bedarfsorientierten Verwertung

zugeführt. Die Schulküchen übernehmen sowohl die aufbereiteten

Teilstücke als auch die Verarbeitungsprodukte. Letztere

werden auch über den Hofladen vermarktet.

Waren es früher nur gelegentliche Unterrichtseinheiten, die in

improvisierten Räumlichkeiten (Küche) abgewickelt wurden,

steht seit 1993 ein eigener Verarbeitungsraum zur Verfügung.

Dieser entspricht den Auflagen des Lebensmittelgesetzes

und wird nach einem vorgegebenen Hygieneplan (HACCP)

regelmäßig desinfiziert. Neben

einem Fleischwolf und

einem Kutter finden sich dort

auch zwei Wurstfüller, Verarbeitungstische

und das erforderliche

Werkzeug. Direkt

angeschlossen sind Kühl- und

Gefrierräume. Zur Herstellung

von Räucherwaren steht ein

Selchraum zur Verfügung, der

mit einem gemauerten Selchschrank

und einer halbautomatischen

Selchanlage ausgestattet

ist.

Die Schüler erlernen im Laufe der drei Schuljahre die Vorgangsweise

bei der Zerteilung von Schlachtkörpern und die Verarbeitung

von Fleischteilen zu Fleisch-, Wurst- und Selchwaren. Als fixer

Bestandteil der Ausbildung gilt auch die Durchführung von

Schlachtungen. Die Palette der Verarbeitungsprodukte reicht

von Fleischkäse und Weißwürsten über Roh- und Räucherwürste

bis hin zu Speckwaren.

Auf Grund der erlernten Fertigkeiten wird den Schulabsolventen

im Rahmen der Ausbildung zum Fleischer die Lehrzeit um

ein Jahr verkürzt.

38 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrwerkstätten

TM Thomas Steger

Holztechnik

Mit dem praktischen Unterricht für die Tischlerei wurde erst im

Jahr 1953 begonnen. Die dazu erforderlichen Räumlichkeiten

wurden, durch den Umbau der alten Wagenremise geschaffen.

Die rasant fortschreitende technische Entwicklung machte es

erforderlich, dass immer wieder neue Maschinen angeschafft

wurden um die Qualität der Ausbildung zu garantieren. Auch

steigende Schülerzahlen und die Ausweitung der Unterrichtseinheiten

führten dazu, dass die räumliche Beengtheit (240m²

Nutzfläche inkl. Lagerräume) trotz vorgenommener Adaptierungen

nicht mehr tragbar war. Es brauchte also eine großzügige

Lösung, die schließlich Eingang ins Schulentwicklungskonzept

fand und mit dem Neubau des Werkstättengebäudes im

Areal der ehemaligen Gärtnerei 2007 realisiert wurde.

Die nunmehrige Lehrwerkstätte für Holztechnik befindet sich

im 1. Stock dieses Gebäudes. Insgesamt stehen 757 m² Nutzfläche

zur Verfügung.

Gleich neben dem Haupteingang erfolgt die Anlieferung der

Rohware, sie wird im anschließenden Zuschnittraum aufbereitet.

Von hier gelangt man in den großzügig bemessenen und

ausgestatteten Maschinenraum, der über eine leistungsfähige

Absauganlage verfügt, die für reine Atemluft sorgt.

Im Bankraum arbeiten die Schüler an ihren Werkstücken und

erlernen je nach Schulstufe die erforderlichen Fertigkeiten. Im

angrenzenden Lagerraum können sie die halbfertigen Gegenstände

bis zur nächsten Unterrichtseinheit aufbewahren.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Die betrieblichen Mitarbeiter inklusive der 2 Tischlerlehrlinge

sind in einem eigenen Fertigungsraum untergebracht. Dort

werden Einrichtungsgegenstände für den Bedarf der LLA Imst

hergestellt und diverse Reparaturarbeiten vorgenommen. Für

die Imprägnier- und Lackierarbeiten steht ein mit modernster

Absaugtechnik ausgestatteter Raum zur Verfügung. Das Furnierlager,

ein Magazin für Kleinteile und das Werkbüro runden

das Raumangebot ab.

Maschinelle Ausstattung

Raum

Ausstattung

Anlieferung

und Zuschnitt

Maschinenraum

(362 m²)

Spritz- und

Trockenraum

Bankraum

Fertigung

Werkbüro

Plattensäge, Bandsäge, Kappsäge; Platten- und

Holzlager

2 Format-Kreissägen, 2 Kehlmaschinen, Abricht-

Hobelmaschine, Dickenhobelmaschine, 2 Bandsägen,

5 Drechselbänke, Band- und Kanten-

Schleifmaschine, Vierseitenhobelautomat,

Breitbandschleifmaschine, Furniersäge und

Furnierpresse, Verleimständer, Vakuumschleiftisch,

Langloch- und Ständerbohrmaschine

Vollelektronische Absauganlage mit Wärmerückgewinnung

13 Schülerausbildungsplätze (Hobelbänke) inkl.

Werkzeugausstattung

4 Arbeitsplätze;1 Meister, 1 Lehrlingsausbilder,

2 Lehrlinge

2 PCs mit Drucker, Beamer und Leinwand

39


Lehrwerkstätten

Praktischer Unterricht

Im Rahmen der Ausbildung an der landwirtschaftlichen Fachschule

wird in allen drei Jahrgängen der praktische Gegenstand

Holztechnik unterrichtet. Nach der Vermittlung von Grundkenntnissen

des Berufsbildes Tischler im ersten Schuljahr, wird in

den folgenden Jahren neben einem Standardprogramm für alle

Schüler (Ausbildungsniveau entspricht 1,5 Lehrjahre) eine Spezialisierungsmöglichkeit

(fakultativ) angeboten, die eine weitere

Vertiefung in die Materie beinhaltet. Eine Anrechnung von 18

Monaten auf den Tischlerei Lehrberuf ist jedenfalls gegeben.

SM Werner Dobler

Metalltechnik

In der alten Lehrwerkstätte, der Wagenremise, musste man noch

vor wenigen Jahren auf ca. 120 m² Arbeitsfläche das Auslangen

finden. Mit Gruppengrößen von 10 bis 12 Schüler/innen

eine sehr beengte Angelegenheit. Nicht zu vergessen ist, dass

sämtliche betriebliche Arbeiten und Reparaturen inklusive der

Ausbildung von Lehrlingen parallel dazu abgewickelt wurden.

Sicherheitstechnische und sanitäre Mängel sowie veraltete bzw.

fehlende Maschinen und Gerätschaften beschleunigten die Umsetzung

des lang gehegten Wunsches nach einer Verbesserung

der Raum- und Ausstattungssituation. Seit dem Jahr 2007 befindet

sich die Werkstätte für Metalltechnik im Sockelgeschoss (500

m²) eines optisch und funktional bestens gelungenen Neubaus.

Einen Quantensprung gibt es auch im Bereich des Praxisunterrichts.

Handsäge und Feile waren früher die wichtigsten

Werkzeuge für die spanabhebende Bearbeitung. Heute wird

mit zehn modernen manuellen Drehbänken mit NC-Steuerung

sowie einer Fräsmaschine gearbeitet. Für den Materialzuschnitt

stehen eine Band- sowie eine Kaltkreissäge und eine Tafelschere

zur Verfügung. In der Schweißtechnik können alle wichtigen

Verfahren demonstriert und erlernt werden, wie zum Beispiel

MAG-, WIG-, Elektroden- und Autogenschweißen. Zur Unterweisung

der Schüler betreffend den sicheren Umgang mit Maschinen

erfüllt die neue Werkstätte alle Voraussetzungen.

Im betriebseigenen Werkstättenteil, der von den Unterrichtsräumen

getrennt ist, arbeiten ein Werkstättenleiter und zwei

Lehrlinge. Sie sind zuständig für Neuanfertigungen und Reparaturen

in den Schulgebäuden. Für Schweißtechnikkurse des WIFI

werden die Räumlichkeiten auch fallweise vermietet.

Praktischer Unterricht

In allen drei Jahrgängen wird Metalltechnik unterrichtet. Ab

dem 2. Jahrgang können sich Schüler/innen zur Vertiefung ihrer

Kenntnisse in Metalltechnik spezialisieren, das heißt, dass

in anderen Bereichen das Stundenausmaß reduziert wird. Dies

entspricht einer Lehrzeit von 1½ Lehrjahren, wodurch eine Anrechnung

von 18 Monaten auf den Lehrberuf Metalltechniker

möglich ist.

Maschinelle Ausstattung

Raum

Ausstattung

Schweißerei

und Schmiede

Schleifkoje

Bank- und Maschinenraum

Material- und

Zuschnittraum

Endfertigungsraum

Büro

Außenbereich

9 MAG-Schweißapparate, 9 WIG-Schweißapparate,

2 Schmiedeessen, 5 Ambosse, 8

Autogenschweißplätze

3 Schleifböcke, 1 Bandschleifmaschine

11 Drehbänke, 3 Ständerbohrmaschinen,

1 Fräsmaschine, 2 Handpressen

1 Hallenkran, 1 Schlagschere, 1 Bandsäge,

2 Handschwenkbiegemaschinen

1 Ständerbohrmaschine, 1 Drehbank, 1 Hydraulikpresse,

1 WIG-MAG-Schweißgerät

2 PCs mit Drucker, Beamer u. Leinwand

1 zentrales Gaslager

40 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrwerkstätten

Ing. Josef Grill

Landtechnik

Rein räumlich betrachtet, fristete der praktische Unterricht in

Landtechnik an der LLA Imst über lange Zeit ein Schattendasein.

Die nach dem zweiten Weltkrieg einsetzende Mechanisierungswelle

in der Landwirtschaft erreichte mit etwas Verzögerung

auch die Berggebiete. Dem wurde Rechnung getragen durch

die Umbenennung des Unterrichtsfaches Physik in Landtechnik

und Baukunde, die Ausweitung des Stundenausmaßes in der

Theorie und die Einführung praktischer Übungen. Legendär

sind die Testfahrten von Dipl.-Ing. Reindorf mit einem Einachsschlepper,

vollgepackt mit Schülern in steilem Gelände. Zunehmende

Bedeutung erlangten Unterweisungen zur Reparatur

von Geräten in der Schlosserwerkstätte und die Traktor- und

Maschinenpflege am Lehrbetrieb. Eine eigene Räumlichkeit,

die vorwiegend zu Demonstrationszwecken an Modellen diente,

wurde in den neunziger Jahren im Keller der ehemaligen

Molkerei eingerichtet. Erst mit dem Neubau der handwerklichen

Lehrwerkstätten hat auch die Landtechnik eine großzügig

angelegte und funktional bestückte Heimstätte zur Verfügung.

Der professionelle Umgang mit den landwirtschaftlichen Maschinen

und Geräten ist für den heutigen Landwirt mehr denn

je eine große Herausforderung und vor allem eine Frage der

Wirtschaftlichkeit. Den Schülern wird aber nicht nur vermittelt,

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

wie man durch gute Pflege die Lebensdauer und Funktionalität

optimieren kann, sondern auch zu überlegen, inwieweit eine

Anschaffung im Licht der angestrebten Einsatzstunden sinnvoll

erscheint.

Die im Jahr 2007 bezogene Werkstätte verfügt über eine Grundfläche

von 111 m² mit ausreichendem Luftraum für die Unterbringung

eines Traktors und einen vorgelagerten, überdachten

Waschplatz. Das Innenleben ist dominiert von einer großen Hebebühne

mit 6 t Hubkraft, unter der sich eine Montagegrube

befindet. Darüber hinaus findet man Schülerarbeitsplätze, ein

15 t-Presse, eine Ölinsel, die Abgasabsaugung für Traktoren und

eine Reihe von Kleingeräten und Werkzeug.

Die im Rahmen der Programme des praktischen Unterrichts

durchgeführten Arbeiten betreffen sowohl die Wartung und

Reparatur der schuleigenen Fahrzeuge, Maschinen und Geräte

als auch jene von Schülerbetrieben. Die Schulung der Einsatztechnik

von Maschinen erfolgt zum einen in der Werkstätte, zum

anderen direkt am Einsatzort (Acker, Feld). Besonderes Augenmerk

gilt der Motorpflege, dem Aufbau von elektrischen Anlagen

an Fahrzeugen und Anbaugeräten und der Vorgangsweise

im Zusammenhang mit dem Austausch von schadhaften Teilen.

Zu den wesentlichen Elementen des Unterrichts zählt die Vorbereitung

auf die Traktor-Führerscheinprüfung im zweiten Jahrgang.

Die theoretische Ausbildung wird in Kooperation mit einer

Fahrschule durchgeführt, der praktische Teil (Fahrstunden)

mit Hilfe der schuleigenen Fahrlehrer. Als Investition in die Sicherheit

betrachten wir die Organisation eines Fahrtechniktrainings

im dritten Jahrgang.

41


Lehrwerkstätten

Angelika Penz / Barbara Mayregger

Hauswirtschaft

Während der letzten Jahrzehnte hat sich die hauswirtschaftliche

Ausbildung an unserer Schule sehr verändert. Vom ursprünglichen

Ziel, die Schülerinnen zur Führung eines bäuerlichen

Haushaltes zu befähigen, ging die Entwicklung hin zur

optimalen Vorbereitung der Absolventinnen auf das zukünftige

Arbeitsleben.

Früher wurde ein Großteil der Praxiszeit für die Hausreinigung

und Wäschepflege genutzt. Heute stehen die Reinigungsarbeiten

im Hintergrund und dienen in erster Linie der Aufrechterhaltung

des geregelten Schul- und Internatsbetriebes. Dies ist

durch die Unterstützung einiger Reinigungskräfte möglich geworden.

Der Lehrplan im ersten Jahrgang beinhaltet die Grundsätze der

Haushaltsreinigung, der Wäschepflege und des Servierens. Ab

dem 2. Jahrgang ist der Praktische Unterricht Servieren und

Haushaltsführung getrennt. Es werden die Inhalte vertieft und

das Wissen erweitert, zB spezielle Pflege von Möbeln, Metallen

usw. Die Schülerinnen bereiten unter Anleitung selbstständig

Veranstaltungen vor und führen diese auch durch. Im 2. und 3.

Ausbildungsjahr erlernen sie das theoretische Wissen und die

praktischen Fertigkeiten im Hinblick auf die mögliche Berufswahl.

Seit 2005 gibt es in Österreich den Lehrberuf Betriebsdienstleistungskauffrau/-mann.

Dieses neue Berufsbild der Hauswirtschaft

befähigt zur professionellen Führung eines Großhaushaltes.

In den Fachschulen der ländlichen Hauswirtschaft werden

alle dafür benötigten Inhalte vermittelt.

Dazu zählen:

• Büromanagement (Schriftverkehr, Zahlungsabwicklung, Erstellung

von Präsentationen …)

• Warenwirtschaft (Einkauf, Kontrolle, Bedarfsermittlung …),

• Personalführung (Erstellen von Dienstplänen, Koordination

der Mitarbeiter …)

• Organisation der hauswirtschaftlichen Arbeiten (Hygiene,

Dekoration …) sowie

• Dienstleistung (Kundenbetreuung, Verkaufsgespräche …).

Mit dem positiven Abschluss der Fachschule wird die gesamte

Lehrzeit anerkannt. Nach einem Jahr (Alter), das im günstigsten

Fall für eine Praxiszeit genutzt wird, können unsere Absolventinnen

zur Lehrabschlussprüfung antreten.

Die hauswirtschaftliche Ausbildung ist und wird auch in Zukunft

unerlässlich sein. Ein fundiertes und der Zeit angepasstes

Wissen in Theorie und Praxis ist die Grundlage für ein erfolgreiches

Haushaltsmanagement.

42 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrwerkstätten

Christa Tangl-Martin

Küche und Service

„Gut kochen ist Herzenssache!“ Diesem Grundsatz folgend, genießt

die praktische Ausbildung in der Lehrküche der LLA Imst

einen ganz besonderen Stellenwert und ist Profession und Passion

zugleich.

Im Bewusstsein um die Bedeutung von gutem Essen - im Privatleben

wie auch im Beruf - lebt die Ausbildung in der Disziplin

des Kochens neben der Vermittlung von fachtheoretischen

Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten insbesondere von der

Förderung der Liebe zum Kochen an sich und der Bewusstseinsbildung

um die Qualität naturnah erzeugter Regionalprodukte.

Die Entwicklung der Küchenausbildung an der LLA Imst gestaltet

sich durchaus positiv wie auch innovativ.

Unter dem Aspekt der besonderen Wertschätzung traditioneller

Produkte aus der Region entwickelte sich die LLA Imst in den

letzten Jahren verstärkt in Richtung Selbstversorgung. Bedingt

durch die Vielfalt der Betriebszweige werden vorzugsweise die

betriebsinternen Produkte (z.B. Fleisch, Speck, Würste, Milch

und Milchprodukte, Eier, Kartoffeln, Honig, Obst, Apfelsaft usw.)

im Schulbetrieb der Veredelung zugeführt. Als besonderes Lehrund

Bildungsziel gilt dabei die Teilnahme der auszubildenden

Jugendlichen am gesamten Kreislauf von der Primärproduktion

bis hin zur Veredelung und der damit verbundenen Bewusstseinsbildung

zur Wertschätzung regionaler Lebensmittel.

Die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die menschliche

Gesundheit und der sprunghafte Anstieg ernährungsbedingter

Erkrankungen sind wohl unbestritten.

Im Sinne einer gesunden Ernährung nimmt insbesondere die

Diätküche (z.B. leichte Vollkost, Gicht, Diabetes, Zöliakie usw.) in

der Kochausbildung eine Sonderstellung ein. Ziel des Diätunterrichtes

ist es, den Schülerinnen die Ernährung in besonderen

Lebenssituationen zu veranschaulichen und die Zusammenhänge

zwischen Ernährung und Gesundheit sowie die spezielle

Ernährung bei Erkrankungen zu vermitteln. Das Angebot der

diätetischen Kochausbildung stößt allgemein auf äußerst großes

Interesse und bietet speziell jenen Schülerinnen, welche

später in den Dienst sozialer Einrichtungen (z.B. Seniorenheim,

Krankenhäuser usw.) eintreten, eine solide Berufsvorbereitung.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Mit dem Umbau der Schulküche im Jahr 2000/2001 wurde

eine den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende

Lehrküche eingerichtet. Die tägliche Verköstigung von

rund 160 Personen kann seither wesentlich rationeller gestaltet

werden. Durch die bauliche Erneuerung erfuhr die praktische

Ausbildung in der Küche allgemein und speziell in den Fachbereichen

Küchenführung und Küchenmanagement eine deutliche

Qualitätssteigerung. Speziell das großzügige Platzangebot

erlaubt die Vorbereitung und Zubereitung von mehrgängigen

Menüs sowie die Vermittlung von Spezialkenntnissen (Kalte Küche,

Patisserie), welche insbesondere von den Schülerinnen des

Tourismusschwerpunktes besonders geschätzt werden.

Der Genuss meisterlicher Festmenüs im Ambiente gehobener

Tischkultur, begleitet durch erstklassiges Service, schenkt den

klassischen Festlichkeiten ein unverwechselbares Flair. Aus erzieherischer

Sichtweise betrachtet, fördert die duale Ausbildung

in „Küche und Service“ das Bewusstsein um die festlichen Traditionen

und Feierlichkeiten als zentrale Elemente der Lebensgestaltung.

Speziell die Schülerinnen der Tourismusklasse nutzen die Vorteile

dieser kombinierten Ausbildung und stellen ihre erworbene

Fachkompetenz in „Küche und Service“ anlässlich zahlreicher

Bankettessen für ausgewählte Zielgruppen und bei verschiedenen

Veranstaltungen außer Haus (z.B. jährlicher WIKO-Neujahrsempfang;

Feierlichkeiten im SOS-Kinderdorf und der Lebenshilfe

usw.) immer wieder unter Beweis.

43


Lehrwerkstätten

Ing. Christina Röck

Textilverarbeitung und Kreatives Werken

Schon im ersten Hauswirtschaftskurs (1921) gehörte das „Nähen“

zu den Ausbildungsinhalten. Immerhin leistete diese

Handfertigkeit der Bäuerin einen wichtigen Beitrag, die Haushaltsausgaben

für die Kleidung der Familienmitglieder und

andere Textilien in kleinem Rahmen zu halten. Bis in die Siebzigerjahre

war das Selbernähen, -handarbeiten und -basteln verbunden

mit wesentlicher Kostenersparnis. In Zeiten, in denen es

uns finanziell noch nicht so gut ging, boten Nähen, Stricken und

Häkeln eine Möglichkeit, ordentlich und auch modisch gekleidet

zu sein. Außerdem waren die Stücke von guter Qualität und

somit lange – für jüngere Geschwister, die solche Kleidungsstücke

erbten, oft zu lange – haltbar. So richtete sich auch der

Unterrichtsinhalt nach diesen Kriterien. Aufwendige Versäuberungstechniken,

wie die Französische und die Niedernaht, das

fachgerechte „Flicken“ und das Herstellen von Arbeitskleidung,

waren fixe Bestandteile des Unterrichtes. Die Schülerinnen stellten

auch wunderschöne Stickereien und Häkelarbeiten für den

Hausschmuck her, da in den Geschäften die Auswahl bei Dekorationsartikeln

sehr beschränkt war.

Mit dem Wachsen des Wohlstandes wuchs auch das Angebot

an Konfektionskleidung, und „Selbstgemachtes“ wurde altmodisch

und zeugte eher von Armut. Dieser Trend ging natürlich

an den hauswirtschaftlichen Schulen nicht spurlos vorüber. Die

Sinnhaftigkeit von Unterricht in kreativen Gegenständen wie

Nähen, Werken und Handarbeiten wurde österreichweit in Frage

gestellt. An den höheren hauswirtschaftlichen Bundeslehranstalten

wurde beginnend mit den Achtzigerjahren der Unterricht

in diesen Bereichen gekürzt und schließlich zur Gänze

gestrichen.

Einen anderen Weg haben wir an unseren Schulen bestritten.

Der Focus wurde von der Wirtschaftlichkeit hin zur Kreativität

und zur Individualität gerichtet. Wir legen das Hauptaugenmerk

in den kreativen Gegenständen heute darauf, Werkstücke

herzustellen, die man in dieser Form eben nicht kaufen kann. Es

geht darum, kreative Ideen umzusetzen und die eigene Persönlichkeit

einzubringen.

Dazu notwendig ist es, handwerkliches Geschick zu erlernen

und die Feinmotorik zu verbessern, Empfinden für Stil und Farben

zu entwickeln und individuelle Stärken zu erkennen.

Nicht unterschätzen sollte man die mit der Fertigstellung von

Werkstücken verbundenen Erfolgserlebnisse für die Schülerinnen.

Beispiele aus dem Ausbildungsprogramm

Ein Werkstück, das beim Nähen und im

Taufkleid

späteren Leben Freude bringt

Handwerkliches Geschick in vielen

Stubenwagen

Bereichen

Töpfern

Mit eigenen Händen Formen entwickeln

Fußmatten,

bemalte Stühle

Abendmode

Tracht

Aktuelle Trends, die im Unterricht verwirklicht

werden

Einzelstücke, die in Farbe, Stil und Modell

auf die SchülerInnen abgestimmt sind

Ein Stück Verbundenheit mit der Heimat,

ausgeführt auf hohem handwerklichem

Niveau

44 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrwerkstätten

Angelika Stritzinger / Ing. Ingrid Knoflach

Landwirtschaft und Gartenbau

Nachdem der Anteil an Schülerinnen mit landwirtschaftlichem

Hintergrund seit Jahren rückläufig ist, hat sich die inhaltliche

Ausrichtung des Unterrichts stark gewandelt.

Die Schülerinnen hatten teilweise noch keinerlei Kontakt zur

Landwirtschaft und erleben in unserer Schule ihre erste Begegnung

mit diesem Fachbereich. So liegt das Augenmerk des Unterrichtsfaches

in erster Linie darin, sie mit den wirtschaftlichen

Grundlagen und der Produktionstechnik eines landwirtschaftlichen

Betriebes vertraut zu machen. Einen weiteren Schwerpunkt

bildet die Verarbeitung der pflanzlichen und tierischen

Rohstoffe zu fertigen Lebensmitteln. Auf die Einhaltung von

Qualitätsrichtlinien und Kennzeichnungsvorschriften wird dabei

großer Wert gelegt.

Zu den Lehrinhalten zählen neben den Grundlagen des Pflanzenbaus

und der Tierhaltung die Gewinnung und Verarbeitung

von Milch sowie die Herstellung von Fleischprodukten.

Im 1. und 2. Jahrgang verrichten die Schülerinnen und Schüler

jeweils während einer Unterrichtswoche die abendliche Stallarbeit.

Die Veränderungen des Lebensumfeldes unserer Schülerinnen

und Schüler hatten nicht nur auf den Unterrichtsgegenstand

Landwirtschaft große Auswirkungen, sondern auch auf den

Bereich des Schulgartens. Früher diente der an der Südseite

der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft angelegte Gar-

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

tenbereich hauptsächlich der Abdeckung des Gemüsebedarfs

der Schulküche. Dementsprechend größer war die bearbeitete

Fläche. Da davon ausgegangen werden konnte, dass die Schülerinnen

bereits Erfahrungen auf dem Gebiet der Gartenbetreuung

mitbrachten, gab es keine spezifische Unterrichtspraxis.

Die Betreuung des Nutzgartens erfolgte meist im Zuge der

Praxiseinheiten Kochen bzw. Hauswirtschaft.

Heute haben unsere Schülerinnen und Schüler anfangs oft wenig

Bezug zur Natur und deren Lebenskreisläufen. Daher ist es

eines der Hauptziele, ihnen die Kreisläufe der Natur näherzubringen.

So soll im Nutzgarten der Weg von der Keimung bis zur

Kompostierung erlebbar werden. Der frühere Versorgungsgarten

entwickelte sich zu einem Schaugarten, der die Vielfalt der

Nutzpflanzen (Gemüse, Heil- und Küchenkräuter) veranschaulichen

soll. Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern der

Wert selbstgezogener Lebensmittel verdeutlicht.

Durch den Trend zu Dekorationen im und um das Haus ist das

florale Gestalten sehr in den Vordergrund gerückt. Auch in diesem

Bereich wird großer Wert auf die Verwendung von Materialien

aus der Natur gelegt. Den Schülerinnen soll vermittelt

werden, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen, deren

Schönheit zu erkennen und zu erleben, sie „einsammeln und

im Eigenheim verarbeiten und betrachten“; beispielsweise zu

Kränzen für Tisch und Tür, zu Sträußen oder modernen Gestecken.

45


Lehrwerkstätten

Praktischer Unterricht in der Lehrwerkstätte Metall - bei Schülern sehr beliebt

46 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Sonderbereiche

Imkerschule

Webschule

Hofladen

EDV

Mit der Imkerschule und der Webschule sind an der LLA Imst

zwei Einrichtungen angesiedelt, die auf eine lange Tradition

verweisen können und sowohl von den Schüler/innen der beiden

Fachschulen als auch im Rahmen der Erwachsenenbildung

frequentiert werden.

Beim Hofladen handelt es sich um ein ambitioniertes gesamtschulisches

Projekt, bei dem die Schüler/innen die im praktischen

Unterricht erzeugten Produkte vermarkten können.

Die Errungenschaften Informations- und Kommunikationstechnik

haben sowohl im Unterricht als auch in der Verwaltung

der LLA Imst ein großes Anwendungsfeld gefunden.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

47


Sonderbereiche

DI Josef Gstrein

Imkerschule

Die Gründung der ersten Ausbildungsstätte für die Tiroler Imker

geht auf das Jahr 1921 zurück. Der Wiederaufbau der Bienenzucht

nach den langen Kriegsjahren und die Schaffung von Einnahmequellen

für die Nebenerwerbslandwirtschaft im Tiroler

Oberland waren die maßgeblichen Beweggründe für diesen

Schritt der Landesregierung.

Schon der erste Leiter (Franz Kugler) verstand es, viele Interessenten

zum Kursbesuch zu motivieren. Er machte die Schule zu

einem Musterbetrieb, dessen guter Ruf auch die Nachbarschaft

von Tirol erreichte. Nach einem Rückschlag durch die Kriegsjahre

waren es die Fachlehrer Roman Sauerwein und Josef

Zangerle, die den Wiederaufbau in die Wege leiteten und viele

Menschen für die Bienenzucht begeistern konnten. In diese Zeit

fallen auch die Ausgliederung der Wachsverarbeitung und der

Neubau des Imkerschulgebäudes (1965).

Um der Verantwortung als Vorzeigebetrieb gerecht zu werden,

hat sich die jeweils verantwortliche Leitung zusammen mit der

Belegschaft um die Entwicklung und Erprobung moderner

Betriebstechniken gekümmert. So wurde der Hinterbehandler

durch die Magazinbeute verdrängt und die Bienenbetreuung

im Laufe des Jahres dem modernen Beutensystem angepasst.

Bis heute eine besondere Herausforderung ist die am Ende der

achtziger Jahre in Tirol erstmals festgestellte Parasitierung der

Bienenvölker durch die Varroamilbe. In Zusammenarbeit mit

wissenschaftlichen Instituten wurde ein Konzept entwickelt,

das bei vertretbarem Arbeitsaufwand und einer weitgehenden

Schonung von Honig, Wachs und Propolis ein Überleben der

Bienen ermöglicht.

Ausbildung

Ihrem Ruf als zentrale Aus- und Fortbildungsstätte für die angehenden

und praktizierenden Imker wird die Imkerschule

der Lehranstalt Imst auch in der heutigen Zeit gerecht. Sowohl

der Anfänger in der Bienenzucht als auch der Fortgeschrittene

können sich hier Wissen und Fertigkeiten erwerben, die ihnen

beim Umgang mit den Bienen und bei der Verarbeitung von

Produkten aus dem Bienenvolk dienlich sind. Darüber hinaus

werden auch im Tiroler Unterland und in Osttirol sowie fallweise

in anderen Tiroler Orten Kurse abgehalten. Im Rahmen des

Fachschulbesuches erhalten die Schüler Unterricht in Bienenwirtschaft.

Für Neigungsgruppen gibt es das Angebot einer

intensivierten praktischen Ausbildung.

Über die Lehrtätigkeit hinausgehend, erprobt man an der Imkerschule

neue Methoden der Völkerführung, verschiedene

Strategien bei der Krankheitsbekämpfung und die Verarbeitung

von Produkten aus dem Bienenvolk, um den Kursbesuchern

ein aktuelles Wissen vermitteln zu können.

Bienenzucht

In ihrer Funktion als Landeszuchtzentrale steht die Imkerschule

in enger Verbindung mit den Bienenzüchtern Tirols. Zum

Zweck der Rassenreinerhaltung werden zwei Belegstellen beschickt,

zum einen mit Königinnen der Rasse „Melifera“, zum

anderen mit jenen der Rasse „Carnica“. Durch die Mitarbeit am

österreichischen Carnica Zuchtprogramm (ACA) ist für eine

bestmögliche Weiterentwicklung der genetischen Ressourcen

vorgesorgt.

Untersuchungstätigkeit (Krankheiten, Honigqualität)

In den Winter- und Frühjahrsmonaten werden jedes Jahr über

tausend Bienenproben im Hinblick auf bestimmte Krankheiten

untersucht. Die daraus resultierenden Diagnoseergebnisse werden

den einsendenden Imkern mitgeteilt, damit sie adäquate

Maßnahmen ergreifen und allenfalls Fehler in der Betriebsweise

erkennen können.

Die Untersuchung von Tiroler Honigen auf eine Reihe von Qualitätsmerkmalen

ist ein besonderes Serviceangebot der Imker-

48 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Sonderbereiche

schule. Die Einsender können aufgrund der Ergebnisse Rückschlüsse

auf die sachgemäße Gewinnung und den weiteren

Umgang mit Honig ziehen.

Untersuchungskriterien:

• Wassergehalt (Kriterium für die Honigreife bzw. Haltbarkeit)

• Elektrische Leitfähigkeit und pH Wert

• Invertaseaktivität (Maßstab für Wärmeschäden)

• Sauberkeit (Beurteilung der Sorgfalt beim Klärvorgang)

Imker, deren Honige in allen Kriterien den Anforderungen des

Landesverbandes für Bienenzucht in Tirol entsprechen, sind berechtigt,

das Tiroler Honiggütesiegel zu führen.

Unmittelbar damit in Zusammenhang stehen die jeweils aktuellen

Erfordernisse im Hinblick auf die gesetzlichen Bestimmungen

für den Bereich Lebensmittelhygiene. Zu diesem Zweck

wurde der Schleuderraum gemäß den Anforderungen des Lebensmittelgesetzes

zeitgemäß ausgestattet. Die permanente

Kontrolle der Produktionsabläufe ist ein wichtiges Anliegen.

Beratung

Einen breiten Bogen von verschiedenen Aktivitäten umfasst

die Beratungstätigkeit der Imkerschulbelegschaft. Täglich wenden

sich Imker direkt an die Mitarbeiter, um Rat und Auskunft

zu erhalten. Für Exkursionen aus dem In- und Ausland stellt die

Landesimkerschule ein beliebtes Besichtigungsziel dar. Gerne

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

nutzen wir auch die Gelegenheit und informieren Schulklassen

über die Bedeutung der Honigbienen.

Bienenvölker

250 (Einwinterungsstand)

Rassenzugehörigkeit Carnica 2/3, Dunkle Biene 1/3

Beutensysteme

Magazine im Zandermaß (90%),

Hinterbehandler (10%)

Standplätze

Überwinterungsstandorte (5), Imst,

Gurgltal, Roppen, Ötztal

Wanderplätze (5) Ötztal, Pitztal, Holzleiten

Honigertrag

15 kg pro Volk (Durchschnitt von 10

Jahren)

Königinnenzucht

Reinzuchtköniginnen, belegstellenbegattet

(300 pro Jahr)

Bienenverkauf

Ableger, Weiselzellen,

Wirtschaftsköniginnen

Honiguntersuchung 200 Proben pro Jahr

Bienenuntersuchung 1 500 Proben pro Jahr

Personal

DI Josef Gstrein (Leitung), IM Martin

Ennemoser, IM Marcel Klotz

49


Sonderbereiche

WM Annegret Schwegler

Webschule

Auf Initiative von Landesrat Gebhart beschloss die Tiroler Landesregierung

im Jahr 1924, an der LLA Imst eine Webschule

einzurichten. Die Zielsetzung bestand darin, dass interessierten

Menschen aus dem Bauernstand eine gediegene handwerkliche

Ausbildung ermöglicht werden sollte.

Nach Tilli Knaur (bis 1931) leitete Marianne Unterweger die

Webschule und bildete zusammen mit Weblehrer Fritz Krüse

im Rahmen von Winterkursen die Schüler aus. Berta Riccabona

kümmerte sich um die theoretischen Fächer und das Handweben

bei den Schülerinnen der Hauswirtschaft. Das 1934

gegründete Tiroler Heimatwerk war eine wichtige Ergänzung,

organisierte es doch die Auftragsvergabe an die bäuerlichen

Weber und den Verkauf deren Produkte.

Unterstützt wurde diese Entwicklung auch mit der Herstellung

und dem Verkauf von Webstühlen der damaligen Anstaltstischlerei.

Es wurde der für das Tiroler Oberland typische „Imster

Webstuhl“ gebaut, der heute noch in Tirol verbreitet ist.

In den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor

allem Werkstücke für den eigenen Haushalt und Teppiche aus

Altkleidern gefertigt sowie Wolle aus Tirol verarbeitet. Fortbildungskurse

für gewerbliche Weber gab es in der Zeit von 1945

bis 1953. Die Berufsschule für Weber wurde von 1950 bis 1960

geführt. In dieser Zeit fanden auch die Vorbereitungskurse für

die Gesellen- und Meisterprüfung statt.

Mit der Verlagerung des Nebeneinkommens zum Tourismus

verlor das Weberhandwerk an Bedeutung. Auch die Veränderungen

in der weltweiten Textilwirtschaft trugen das Ihre dazu

bei, dass die Webschule an Attraktivität einbüßte. Das Interesse

am Handweben versiegte aber nie ganz, es wurden in den

Haushalten die geerbten Webstühle oft lange benützt oder

weckten Neugier am Handwerk. Daraus entwickelte sich eine

Nachfrage nach Kursen.

Parallel dazu wurden immer Schülerinnen der Fachrichtung

Hauswirtschaft in ihrer praktischen Ausbildung in Weben unterrichtet.

Mit Unterstützung der Webschule Imst konnte auch

in den anderen Haushaltungsschulen der Webunterricht eingeführt

werden.

In dieser Zeit (1969 bis 1995) lag die Ausbildung in den Händen

von Margarethe Schranz, Anna Anker und Heinrich Nagler. Seit

dem Jahr 2003 leitet Annegret Schwegler mit großem Engagement

die Webschule.

Heute kann von einem neuen Interesse gesprochen werden. Die

Möglichkeit, eigene Entwürfe in Gewebe umzusetzen und Unikate

herzustellen, sowie der Wunsch „mehr“ zu wissen, bilden

die Grundlage für das Angebot von Fachkursen. Dieses Angebot

wird von Teilnehmerinnen aus ganz Österreich wahrgenommen.

Das aktuelle Kursprogramm erstreckt sich vom Spinnen übers

Filzen bis zum Handweben. Neben dem rein technischen Anspruch

einer handwerklichen Bildung werden auch Grundlagen

der Gewebegestaltung vermittelt.

In der Festschrift zur 50-Jahr-Feier der LLA Imst heißt es im

letzten Satz: „Es wäre schade, wenn das althergebrachte Handwerk

verloren ginge, denn damit würde auch ein Kulturgut zu

Grunde gehen.“ Vierzig Jahre später haben die Bemühungen,

die Webschule zu erhalten und zu fördern, Wandel und Entwicklung

ermöglicht. So kann das Handwerk auch heute noch

erlernt und im Sinne der Förderung einer nachhaltigen Zukunft

weitergeführt werden.

50 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Sonderbereiche

Mag. Wolfgang Harasleben

Hofladen

Was einst mit kleinen Milchkannen begann, ist für zahlreiche

Bauern unverzichtbare Überlebensstrategie geworden. Die Direktvermarktung

bäuerlicher Spezialitäten hat sich zu einem

wirtschaftlich bedeutenden Betriebszweig entwickelt. Dieser

Tatsache wurde natürlich auch in der Ausbildung an der Landwirtschaftlichen

Lehranstalt Imst Rechnung getragen. Seit mehr

als 8 Jahren betreiben wir deshalb an unserer Schule einen Hofladen,

in dem die Schülerinnen und Schüler neben den Marketinggrundlagen

und dem Management eines solchen Projektes

vor allem den Kontakt mit Kunden, die Präsentation und den

Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse erlernen können.

Wie alles begann

Die Idee, einen schuleigenen Hofladen zu eröffnen, lieferte Dir.

Josef Gstrein. Auf seinen Wunsch hin begannen wir mit den

Schülern des 2. und 3. Jahrganges im Schuljahr 2000/2001 im

Rahmen des Marketingunterrichts, die notwendigen Vorbereitungen

dafür zu treffen.

Als Verkaufsraum konnte eine strategisch günstig gelegene

Örtlichkeit im Erdgeschoss des Luise-Wallnöfer-Hauses gefunden

werden. Die benötigten Infrastrukturen wurden vom Vormieter

übernommen bzw. den gesetzlich vorgegebenen Anforderungen

in Eigenregie angepasst.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Das wird bzw. wurde dabei gelernt

Es wurden Aktivitäten in allen Bereichen des Marketings vorbereitet,

geplant und durchgeführt. Am Beginn stand konsequenterweise

das Thema „Marktforschung“. Wir führten also

eine Umfrage in der Stadt Imst durch, um das Marktpotential

für unser geplantes Projekt abschätzen zu können.

Das Thema „Produktpolitik“ ermöglichte umfangreiche Lernfelder.

Dabei legten wir das Sortiment in seiner Breite und Tiefe

fest und arbeiteten ein Bestellsystem mit unseren „Lieferanten“

(Lehrbetriebe und Praxislehrer) aus. Mit unseren Küchen (Fachschule,

Haushaltungsschule und Landesschülerheim) wurde

die Verwertung nicht verkaufter Restmengen vereinbart. Wir

entwarfen Markenzeichen, wählten Verpackungsmaterialien

aus, beschafften und gestalteten diese. Zuletzt mussten noch

Etiketten entworfen werden.

Im betriebswirtschaftlichen Unterricht behandelten und vertieften

wir das Thema „Preispolitik“. Aus diesem Grund wurden

für die Festsetzung der Hofladenpreise entsprechende Preiskalkulationen

für unsere Produktpalette gemacht.

51


Sonderbereiche

Der Verkaufsort war schon von Anfang an klar festgelegt, so

dass sich die Entscheidungen auf dem Gebiet der „Distributionspolitik“

vor allem auf die Ausstattung (Vitrine, Registrierkassa,

Waage …) und die Einrichtung des Verkaufslokales konzentrierten.

Außerdem waren noch Vorkehrungen bezüglich der

Lagerung am und des Transportes zum Verkaufsort zu treffen,

und all das natürlich unter Rücksichtnahme auf die geltenden

gesetzlichen Bestimmungen (Lebensmittelgesetz, Hygieneverordnungen,

Lebensmittelkennzeichnungsverordnung usw.).

Die Verkaufskleidung sollte einheitlich sein (Corporate Identity)

und schließlich auch zum Gesamtkonzept passen. In jedem

Schuljahr erfolgt dann noch eine VerkäuferInnenschulung in

der Kaufmännischen Berufsschule und im Marketingunterricht

unserer Lehranstalt.

Nun galt es noch, das Projekt bekannt zu machen. Das 4. „P“ des

Marketings - die Promotion („Kommunikationspolitik“) - musste

noch bedient werden. Die Schüler entwarfen eine Postwurfsendung,

eine Zeitungsbeilage, ein Plakat und schließlich ein Inserat.

Damit nicht genug, war es auch noch notwendig, sich über

die Verbreitung dieser Werbematerialien und deren Kosten Gedanken

zu machen.

Jetzt konnte es endlich losgehen: Im Schuljahr 2001/2002 war

es dann so weit: Feierliche Eröffnung des Hofladens der Landwirtschaftlichen

Lehranstalt in Imst; die Erfüllung einen lang gehegten

Wunsches. Damit ist es aber nicht vorbei mit dem Lernen.

Viele der angeführten Maßnahmen und Entscheidungen

müssen regelmäßig überprüft und erneuert werden, so dass

das Projekt „Hofladen“ jedes Jahr aufs Neue seine Lernfelder für

die Schülerinnen und Schüler ausbreitet.

Und so sieht unser Sortiment derzeit aus

Wir bieten qualitativ hochwertige Erzeugnisse aus all unseren

Lehrbetrieben im Hofladen an. Der Gutshof liefert uns Eier und

Kartoffeln. Aus der Imkerschule bekommen wir neben Honig

noch Propolis sowie Bienenwachs und Kerzen. Die Obstverarbeitung

der Lehranstalt hat folgende Erzeugnisse zu bieten:

Tafelobst (Äpfel, Birnen ...), Apfelsaft, Johannisbeersirup, Apfelmost

und verschiedene Edelbrände.

Während des Schuljahres wird das Grundsortiment um Erzeugnisse

aus dem praktischen Unterricht ergänzt. Dieser Teil des

Sortimentes wird von unseren Schülerinnen und Schülern unter

Anleitung der PraxislehrerInnen hergestellt. Im Rahmen der

Fleischverarbeitungspraxis werden Hauswürste (frisch und trocken)

für den Hofladen erzeugt. In der Milchverarbeitungspraxis

entstehen verschiedene Jogurts (Natur- und Fruchtjogurt in

verschiedenen Sorten), Fruchtmolke, Butter, Käse (Weichkäse in

Öl, Tilsiter, Butterkäse) sowie Land- und Kräutertopfen.

Die Mädchen der Haushaltungsschule liefern uns zur Abrundung

dieser breiten Produktpalette noch Brot, Marmeladen in

vielen Sorten, verschiedene Liköre, Einlegegemüse und zahlreiche

andere Köstlichkeiten.

52 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Sonderbereiche

Josef Frischmann

Elektronische Datenverarbeitung

Bedingt durch die Einführung des Computers, vorwiegend zur

Verwaltung von Betrieben, in den frühen 80er-Jahren, waren

auch die Landwirtschaftsschulen aufgerufen, die Schüler im

Umgang mit den neuen Technologien vertraut zu machen und

auszubilden. Kaum ein Bereich erfuhr eine so rasante Entwicklung

wie der der Informationstechnologie. Die ständigen Verbesserungen

der Hard- und Software, die Erweiterung des PCs

(Personal Computer) zum multimedialen Kommunikationsund

Lernmittel, das Aufkommen des Internets mit seinen vielseitigen

und faszinierenden Möglichkeiten stellten und stellen

für die Verantwortlichen in den Schulen sowie für Lehrer und

Schüler besondere Herausforderungen dar.

Die technische Entwicklung

Nachdem in der Buchhaltung ein IBM-PC schon 1977 für die

Finanzrechung Verwendung gefunden hatte, begannen auch

im Schuljahr 1988/89 für die Schüler der landw. Fachschule die

„modernen Zeiten“ mit dem Einsatz von PCs (8086-Prozessor,

640 kB Arbeitsspeicher, 3,5“-Disketten-Laufwerk, 15“-Monochrombildschirm,

MS-DOS 3.21) und Nadeldrucker. Zunächst

wurden die Schüler der Abschlussklassen im Praxisunterricht

und in unverbindlichen Übungen in die elektronische Textverarbeitung

(MS-Word 4.0) und die Tabellenkalkulation (Multiplan

3.0) eingeführt. Wegen der gegenüber heute unvergleichlich

hohen Kosten (rund ATS 21.700 pro PC = € 1.570) und einer gewissen

Skepsis an den neuen technischen Geräten und deren

sinnvollem Einsatz wurden vorerst nur 3 PCs über die ADV-Koordination

des Landes Tirol angeschafft.

In den folgenden Jahren wurde der Bestand an PCs für den

Unterricht und für die Verwaltung ständig mit neueren aufgestockt,

sodass 1991 bereits ein ganzer EDV-Raum mit 15 Schülerarbeitsplätzen

und einem Lehrer-PC in der landw. Fachschule

eingerichtet war. Die unterschiedliche Ausstattung der PCs

machte die Wartung und Handhabung eher aufwändig. Der

EDV-Raum wurde auch von den Schülerinnen der Haushaltungsschule

genutzt. Mit der Einführung eines neuen Lehrplanes

war nun in den ersten und zweiten Klassen der Gegenstand

Text- und Datenverarbeitung im Theorieunterricht vorgesehen.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Das inhaltliche Angebot erweiterte sich: Zur Textverarbeitung

und Tabellenkalkulation kamen die Erstellung von einfachen

Datenbanken mit Open Access sowie landwirtschaftsspezifische

Anwendungen, wie Futtermittelberechnung, Betriebsplaner

und Finanzbuchhaltung.

Im November 1996 wurden über die Präsidialabteilung V des

Landes Tirol 16 neue PCs mit 17“-Farbmonitoren und Tintenstrahldruckern

angeschafft. Der bis dahin mit elektronischen

Schreibmaschinen ausgestattete Maschinschreibraum wurde

zum zweiten EDV-Raum in der landw. Fachschule. Um dem steigenden

Druckbedarf im Sekretariat gerecht zu werden, wurde

ein leistungsstarker Laserdrucker mit Duplexeinheit angekauft.

Mit einem in Access 95 „selbstgestrickten“ Schülerdatenbankprogramm,

das dann auch von anderen Lehranstalten übernommen

wurde, konnten ab diesem Zeitpunkt sämtliche Schüler

elektronisch verwaltet und alle Zeugnisse gedruckt werden.

Noch im selben Schuljahr wurden die neuen PCs untereinander

in Eigenregie mit Koaxialkabel vernetzt, sodass ein Datenaustausch

zwischen den PCs möglich war, allerdings noch ohne

Server. Im Rahmen der Aktion „Schulen ans Netz“ der Firma

Netway konnte ein erster Internetzugang via ISDN-Leitung für

53


Sonderbereiche

den EDV-Unterricht eingerichtet werden. Die Installation eines

Servers mit Windows-NT 4.0 im Juni 1998 machte ein „echtes“

Netzwerk mit Benutzeranmeldung möglich. So waren die PCs

des ersten EDV-Raumes, mehrere PCs in Konferenzzimmer und

Lehrer-Büros und die Computer der Verwaltungsräume (2 im

Sekretariat, 1 in der Buchhaltung) miteinander verbunden und

hatten bereits einen Internetanschluss.

Die stetig steigende Auslastung der beiden EDV-Räume an der

landw. Fachschule sowohl durch den theoretischen als auch

praktischen Unterricht sowie die unverbindlichen Übungen

machte die Einrichtung eines eigenen EDV-Raumes in der Haushaltungsschule

notwendig. Noch im Dezember 1998 konnte

dort ein Raum eingerichtet werden. Ab Jänner 1999 waren nun

3 EDV-Räume im Einsatz.

Ständig wurden in allen Bereichen der Verwaltung, der Betriebszweige

und des Unterrichtes PCs neu eingesetzt bzw. Hard- und

Software stets auf aktuellen Stand gebracht. Für den Traktorführerschein

wurde die Übungssoftware „Steig ein!“ Ende April

1999 installiert. Erstmals konnten die SchülerInnen auf den eigenen

PCs für die Prüfungen vorbereitet werden. Ein erster Beamer

ersetzte das bis dahin verwendete Overhead-Display.

Ein neuer Server mit SCSI-Bus wurde im Sommer im Netz installiert,

der alte fand im Netz der Haushaltungsschule Verwendung.

Noch im Herbst wurde die ISDN-Leitung durch eine

2-MBit-ADSL-Standleitung der Telekom über die DVT des Landes

Tirol ersetzt. Ein schnelles Arbeiten mit dem Internet war

nun im gesamten Haus der landw. Fachschule möglich.

Zur Gesamtvernetzung aller Gebäude musste nun ein Konzept

erarbeitet werden. Wegen der hohen Kosten konnte nur ein

Ausbau in Abschnitten geplant werden: Mit Lichtwellenleiter

wurde im Jahr 2000 die Haushaltungsschule an den Hauptserver

angebunden, nachdem das Haus intern in Eigenregie verkabelt

wurde. Im Juni darauf wurde der Nordtrakt der Fachschule

(zweiter EDV-Raum, Lehrerbüros, Heimleitung, Bibliothek, Weberei,

Betriebsküche …) mit LWL an den Zentralschrank angebunden,

die alten BNC-Kabel erübrigten sich. Im Herbst 2002

kommt das Luise-Wallnöfer-Haus ans Netz, gut ein halbes Jahr

später werden die Lehrwerkstätten und die Imkerschule verkabelt.

Nachdem schon 2001 ein neuer leistungsfähiger Server

mit Windows NT 2000 zum Einsatz kam, waren nun alle PCs mit

Internetzugang ausgestattet.

In den folgenden Jahren wurden schrittweise die Klassenräume

beider Schulen verkabelt und mit PCs und Projektoren ausgestattet.

2004 wird der EDV-Raum der Haushaltungsschule mit

neuen PCs und Flachbildschirmen ausgestattet, ein EDV-Raum

der Fachschule erhält einen leistungsstarken Farblaserdrucker.

Mit einem neuen leistungsstarken Server (Windows 2003) erfolgte

eine Netzwerkumstrukturierung im Februar 2006. Alle

Client-PCs wurden auf Windows XP upgedatet. Der Einsatz

eines Programms zur Druckkostenverwaltung brachte für die

SchülerInnen eine gerechtere Kostenabrechnung für ihre Ausdrucke

als die bisherige Pauschalierung. Die Gesamtdruckkosten

waren in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Noch im

Dezember wurden die beiden anderen EDV-Räume mit Farblaserdruckern

ausgestattet.

Mit dem Neubau der Lehrwerkstätten 2007 wurde das Netzwerk

neuerlich mit Lichtwellenleiter um einen Knoten erweitert.

An diesen ist nun auch das Verwaltungsbüro der Lehrwerkstätte

Gartenbau angeschlossen. Im September 2008 wurde

der zweite EDV-Raum der Fachschule neu mit Multimedia-PCs

ausgestattet. Durch den Umbau der alten Obstverwertung

2009 in einen Seminarraum und den Zubau eines neuen Seminarraumes

in der Haushaltungsschule konnte die Ausstattung

mit Active-Boards in beiden Räumen verwirklicht werden. Die

elektronische Tafel bietet neben der bisherigen Präsentationsmöglichkeit

eine Fülle weiterer interaktiver Möglichkeiten, die

54 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Sonderbereiche

erlernen sie die Erstellung einer umfangreichen Hofbeschreibung

mit aufwendigen Tabellen, eingebetteten Excel-Kalkulationen

und Bildern, die bearbeitet werden mussten. Für die

Abschlussprüfung ist eine Projektpräsentation erforderlich, die

mit dem Computer erstellt und dargeboten wird. In betriebswirtschaftlicher

Hinsicht sind Buchführung sowie Kalkulation

von Deckungsbeiträgen und Maschinenkosten mit Computer

unerlässlich. Dünger- und Futtermittelberechnungen am PC

sowie verschiedene Datenbankanwendungen werden in den

Produktionsgegenständen durchgeführt. Im Bereich Marketing

entwerfen Schüler/innen Drucksorten zur Produktwerbung mit

Grafiksoftware. Für die gewerblichen Ausbildungsschwerpunkte

erlernen interessierte Schüler das CAD-Zeichnen. Als Zusatzqualifikation

legen viele Schüler/innen die 7 Modulprüfungen

des ECDL ab (erstmals im Mai 2001). Vor allem aber die gezielte

Internetnutzung soll die Schüler/innen befähigen, moderne Angebote

für die Betriebsführung, wie eAma und Tiris, zu nutzen.

es erst zu erkunden gilt. Ein neuer Server mit Windows 2008

wurde im Sommer installiert, nachdem der alte ausgefallen ist.

Dieser soll heuer im Juni virtualisiert werden.

Pädagogische Entwicklung im IT-Bereich

Die Einführung der EDV an unseren Schulen verlangte natürlich

die Aus- und Fortbildung der Lehrer/innen. Viele besuchten Kurse,

um zunächst den PC für ihre Vorbereitungsarbeiten zu nutzen,

aber auch im Unterricht einsetzen zu können. Neue Anwendungen,

aktualisierte Programmversionen, wertvolle Angebote

in den Netzwerken machten und machen Schulungen nach wie

vor erforderlich. In den Anfängen verwendeten nur einzelne

Lehrer/innen den PC, heute kommt kein Lehrer mehr ohne ihn

aus. Die Installation von Computern und Beamern in allen unseren

Klassen verlangt eine neue Art des Unterrichtens, was eine

Bereicherung der Wissensvermittlung darstellt.

Vorkenntnisse der Schüler/innen waren früher durch fehlende

PCs zuhause kaum vorhanden. Der Unterricht beschränkte sich

auf die Vermittlung der Fertigkeiten zur Verwendung des PC in

wenigen Bereichen. Die laufende Verbesserung der Geräte und

die Handhabung der Programme steigerten die Anwendungsbereiche

enorm. Nahezu alle Schüler/innen der Abschlussklassen

lernen und arbeiten heute auf ihren eigenen Notebooks,

meist mit Internetanschluss. In den drei Jahren der Ausbildung

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

Die Informationstechnologie veränderte auch die Lernmethoden

der Schüler/innen. Nachdem das e-Mail ein wichtiger Aspekt

der Lehrer-Schüler-Beziehung bei Übungen und Tests geworden

war, hat auch E-Learning Einzug gehalten. Einige Lehrer

bieten bereits auf eigenen Internetseiten und der Lernplattform

Moodle, die bereits 2008 eingerichtet wurde, Unterrichtsskripten

und Übungsaufgaben an. Es gilt, diese Möglichkeiten auszubauen.

55


Die Schulmusikkapelle - immer gefragt bei feierlichen Anlässen

56 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Absolventenverein

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

57


Absolventenverein

Obmann Josef Waldner / Geschäftsführer Karl Holzknecht

Schule und Absolventenverein sind eine Gemeinschaft

Schon bald nach der Eröffnung der Landeslehranstalt Imst wurde

der Absolventenverein ins Leben gerufen. Im Jahre 1922

haben sich die Absolventen der Fachschule und die Absolventinnen

der Haushaltungsschule zu einem Verein, dem „Altschülerverein“

der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Imst

(heute Absolventenverein), zusammengeschlossen.

Die Zielsetzung dieses Zusammenschlusses bestand und besteht

bis zur heutigen Zeit in der Aufrechterhaltung eines gesellschaftlichen

Kontaktes der ehemaligen Schüler und Schülerinnen

untereinander. Vor allem ist dabei auch daran gedacht,

die Pflege der geistigen Bindung zur ehemaligen Ausbildungsstätte

nicht abreißen zu lassen.

Eine weitere Hauptaufgabe des Vereins besteht auch darin, gemeinsam

mit der Schule die Weiterbildung seiner Mitglieder in

wirtschaftlicher, beruflicher und kultureller Hinsicht zu ermöglichen

und zu fördern. So gehören zum alljährlichen Programm

neben Absolvententag und Absolventenball auch Jubilarenund

Klassentreffen, verschiedene Fortbildungskurse, Gebietstreffen

sowie die mehrtägige Herbstlehrfahrt, die sich besonderer

Beliebtheit erfreut.

Ein besonderes Bindeglied zwischen Schule, Verein und Absolventen/innen

wurde durch die Herausgabe der Absolventenzeitung

geschaffen: von 1927 - 1931 als „Scholle und Schule“

und seit 1947 als „Schule und Praxis“). Als Informationsmedium

erscheint die Zeitung dreimal jährlich im Ausmaß von 24 Seiten

mit vielen Farbfotos und informiert die Mitglieder über Schule,

Heim und Aktivitäten des Vereines. Verschiedene land- und

hauswirtschaftliche Fachbereiche werden in der Absolventenzeitung

behandelt und Neuerungen vorgestellt.

Der Absolventenverein ist auch stets bemüht, Hilfestellungen

für Absolventen/innen, die schwere Schicksalsschläge erlitten

haben, zu leisten. Weiters werden auch die Schülerheime an der

Fach- und Hauswirtschaftsschule finanziell unterstützt (Beiträge

für Sonderprogramme, Freizeiteinrichtungen usw.).

Heute stellt der Absolventenverein mit seinen über 7 000 Mitgliedern

ein bedeutsames Bindeglied zur Bevölkerung im ländlichen

Raum dar.

58 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Absolventenverein

Prominentester Absolvent: Altlandeshauptmann ÖR Eduard

Wallnöfer ( Fachschule 1931 -1933 ).

Die Gründung unserer Lehranstalt war der Anfang eines gelungenen

Weges, der den Sinn verfolgte, vielen jungen Menschen

eine gute Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

Der Absolventenverein der Landeslehranstalt Imst ist bestrebt,

die große Schülergemeinschaft über die Schulzeit hinaus weiter

zu begleiten, Gemeinschaft zu erhalten, neue Impulse zu

setzen, und freut sich auch in der Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit

mit der Landeslehranstalt Imst und am regen Interesse

der Absolventinnen und Absolventen.

Der Vorstand des Absolventenvereines wird alle drei Jahre gewählt

und setzt sich aus Bezirksvertreter/innen aus dem Einzugsgebiet

der Schule, unter anderem zwei Südtiroler Absolventenvertreter,

und kooptierten Mitgliedern zusammen.

Die Obmänner

Karl Rück, Fiss.............................................................. 1922 – 1925

Johann Sager, Imst................................................... 1925 – 1929

Ludwig Kranebitter, Flaurling............................. 1929 – 1934

Josef Penz, Telfes....................................................... 1934 – 1937

Josef Schaber, Serfaus............................................ 1937 – 1938

Josef Telfner, Obsteig.............................................. 1939 – 1944

Adalbert Scherl, Imst............................................... 1946 – 1961

Max Schweigl, Flaurling......................................... 1961 – 1978

Josef Waldner, Pians........................................seit 1978

Die Geschäftsführer

Dipl. -Landwirt Alois Gaßner, Imst.................... 1927 – 1932

Eduard Wallnöfer, Imst........................................... 1946 – 1949

Dipl.-Ing. Franz Porsche, Imst.............................. 1949 – 1961

Dipl.-Ing. Hildebert Kerber, Imst........................ 1961 – 1979

Dipl.-Ing. Andrä Neururer, Imst.......................... 1979 – 1990

Dipl.-Ing. Josef Gstrein, Imst................................ 1990 – 1994

Ing. Karl Holzknecht, Imst.............................seit 1994

Da durch die Kriegswirren im Jahre 1945 die Protokollbücher des

Vereines verloren gingen, sind die Geschäftsführer vor 1927 und zwischen

1932 und 1946 nicht mehr zu ermitteln.

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

In diesem Sinne sei auch allen, die stets tatkräftig um den Absolventenverein

bemüht sind und diesen unterstützen, recht

herzlich gedankt.

Möge die Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst gemeinsam

mit dem Absolventenverein auch in Zukunft, in einer Zeit,

die geprägt ist von Umbruch und Verunsicherung, ihren vielfältigen

Aufgaben gerecht werden zum Wohle unserer Tiroler Heimat,

der bäuerlichen und der gesamten Bevölkerung! Dies ist

unser Wunsch zum 90. Geburtstag unserer Lehranstalt.

59


Absolventenverein

Ein Beitrag zum lebenslangen Lernen - die Kurse des Absolventenvereines

60 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrkörper

Statistik

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

61


Lehrkörper der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft

Von links nach rechts: Ing. Christa Tangl-Martin, Mag. Miriam Gadner, Maria-Luise Schnegg,

Marlies Mersch, Natalie Lanbach, Birgit Röck, Ing. Barbara Mark, Susanne Payr, Ing. Ingrid

Knoflach, Ing. Andrea Mair, Martina Raß, Michaela Gundolf, Angelika Penz, Marlies Gasteiger,

FI Ing. Christina Röck, Ing. Johanna Sommersguter, Anna Glatzl, Angelika Stritzinger, Viktoria

Dornauer, Barbara Fuchs, Notburga Gritsch, Ing. Walpurga Schnegg, Edith Harasleben, Monika

Ungericht, Petra Moser, Johanna Staggl, Maria Bugelnig, Barbara Mayregger, Dir. DI Josef

Gstrein. (Fehlend: Ing. Anna Luger, Ing. Michaela Rauch)

62 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Lehrkörper der Fachschule für Landwirtschaft

Vorderste Reihe (v.l.n.r): Peter Haslwanter, DI Marianne Enthofer, Dir. DI Josef Gstrein,

DI Mag. Agnes Lorenz-Pfahl, Ing. Karl Holzknecht

2. Reihe (v.l.n.r.): Ing. Josef Grill, Ing. Franz Girstmair, DI Thomas Moritz, Ing. Hans Sommersguter,

TM Thomas Steger, Ing. Robert Neuner, Dir. -Stv. Ing. Paul Juen

3. Reihe (v.l.n.r.): Ing. Christoph Haueis, Mag. Wolfgang Harasleben, Ing. Thomas Mair,

DI Walter Ostermann, DI Hannes Nachtschatten, Josef Frischmann, Mag. Franz Heiß,

Anton Rauch

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

63


Statistik

Schülerzahlen 1919 - 2010

LANDW. FACHSCHULE

HAUSHALTUNGSSCHULEN

2jährig 3jährig FS Imst Landeck/ Breitenwang

HS

1. Jg. 2. Jg. 1. Jg. 2. Jg. 3. Jg. gesamt 1. Jg. 2. Jg. 3. Jg. Perjen

gesamt

1919-1969 2.130 1.407 3.537 1708 1708

1969-1995 711 386 1.831 517 353 3.798 1.741 344 59 651 2795

1995/96 114 47 24 185 71 37 22 130

1996/97 111 44 34 189 85 35 25 145

1997/98 119 25 34 178 75 45 24 144

1998/99 126 43 24 193 68 55 23 146

1999/00 122 38 35 195 65 48 31 144

2000/01 108 28 33 169 67 35 34 19 155

2001/02 108 30 28 166 63 41 29 21 154

2002/03 127 29 28 184 59 42 37 16 154

2003/04 122 38 26 186 58 43 38 29 168

2004/05 127 51 36 214 64 43 34 31 172

2005/06 93 56 48 197 62 50 36 25 173

2006/07 97 43 49 189 50 49 45 26 170

2007/08 98 54 41 193 62 51 39 26 178

2008/09 96 44 50 190 58 45 46 30 179

2009/10 101 45 41 187 59 51 40 20 170

1919-2010 2.841 1.793 3.500 1.132 884 10.150 4.415 1.014 562 651 243 6.885

64 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Statistik

Schülerzahlen 1919 - 2010

Berufsschule

1919-1969 606

1969-1995 90

1995/96

FACHSCHULE FÜR ERWACHSENE

AGRAR-HAK

FSLE 1 FSLE 2 FSHE 2 gesamt 1AK 2AK 3AK 4AK

1996/97 17 17

1997/98 14 14

1998/99 16 16 26

1999/00 13 13 14 12

2000/01 11 9 6

2001/02 24 24 0 11 6 6

2002/03 9 5

2003/04 28 28 8

2004/05

2005/06 16 16 32

2006/07 26 30 56

2007/08 32 32

2008/09 24 24

2009/10 24 20 7 51

1919-2010 696 188 96 23 307 51 32 21 19

Festschrift 90 Jahre LLA Imst

65


Statistik

Leitung der Schulen der Landw. Landeslehranstalt Imst

Direktoren

Dipl.-Ing. Oswald Egger.................................. 19.11.1919 - 31.08.1923

Dipl.-Ing. Philipp Barth.................................... 01.09.1923 - 31.12.1928

Dipl.-Ing. Dr. Franz Flöck................................. 01.01.1929 - 25.06.1935

Dipl.-Ing. Heinrich Putz................................... 26.06.1935 - 16.03.1938

Dipl.-Ing. Robert Schraffl................................ 17.03.1938 - 31.12.1938

Dipl.-Ing. Ernst Botschen................................ 01.01.1939 - 28.02.1943

Dr. Max Schmidt................................................. 01.03.1943 - 24.04.1943

Franz Limberger................................................. 25.04.1943 - 02.05.1945

Ing. Franz Sieberer............................................. 03.05.1945 - 12.10.1949

prov. Leiter Kaplan Anton Wötzer............. 13.10.1949 - 31.05.1950

Dipl.-Ing. Christian Jesacher......................... 01.06.1950 - 31.08.1959

Dipl.-Ing. August Stern.................................... 01.09.1959 - 05.09.1979

Dipl.-Ing. Hildebert Kerber............................ 06.09.1979 - 06.05.1982

prov. Leiter DI Walter Sonnweber.............. 07.05.1982 - 16.11.1982

Dipl.-Ing. August Gamper.............................. 17.11.1982 - 31.10.1993

Ing. Rupert Staggl.............................................. 01.11.1993 - 30.06.1996

Dipl.-Ing. Josef Gstrein.............................seit 01.07.1996

Fachvorstände (Hauswirtschaft)

unbekannt.......................................................................................1921 - 1925

Gertraud Schweiger...................................................................1926 - 1942

Anna Mairhofer ............................................................................1942 - 1966

Johanna Staggl ............................................................................1967 - 1979

Gerda Schennach........................................................................1980 - 1982

Waltraud Jäger..............................................................................1982 - 1989

Johanna Senn ...............................................................................1989 - 1999

Ing. Christina Röck.......................................................................1999 - 2006

Ing. Walpurga Schnegg................................................... seit 2006

Vorstände im LWH von 1988 - 1999

Helga Bachler

Ing. Andrea Mair

Beatrix Haslinger

Ing. Walpurga Schnegg

Drei Direktoren (v.l.n.r.):

Ing. Rupert Staggl, DI Josef Gstrein, DI August Stern U

Drei ehemalige Leiterinnen der Haushaltungsschule (v.l.n.r.):

SR Johanna Staggl, Anna Mairhofer U, Gerda Schennach

66 Festschrift 90 Jahre LLA Imst


Festschrift 90 Jahre LLA Imst

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Eigentümer und Herausgeber: Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst

Für den Inhalt verantwortlich: Dir. DI Josef Gstrein

Satz und Gestaltung: Josef Frischmann

Fotos: LLA Imst, Günter Richard Wett, West-Media

Druck: eggerdruck 6460 Imst

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