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biber März 2015

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P.b.b., Verlagspostamt 1070, Vetragsnummer 09Z038106 M<br />

www.das<strong>biber</strong>.at<br />

mit scharf<br />

Magazin für<br />

neue Österreicher<br />

MÄRZ<br />

<strong>2015</strong><br />

DANKE PUTIN<br />

UKRAINISCHE SOLDATEN<br />

IN ÖSTERREICH


… Bist du der<br />

nächste Kurt<br />

Cobain?<br />

DANN<br />

BEWIRB<br />

DICH!


… oder<br />

die nächste<br />

Britney<br />

Spears?<br />

Deine Duschperformance ist<br />

legendär und dein Nachbar kennt<br />

jeden deiner Songtexte? Du lebst in<br />

Österreich und deine Wurzeln reichen<br />

nach Aserbaidschan, Serbien,<br />

Dänemark oder Vorarlberg?<br />

ZUSAMMEN:ÖSTERREICH und<br />

das BIBER-Magazin veranstalten<br />

den AUSTRO VISION CONTEST.<br />

Wir holen Bands und Musiker aus<br />

Österreich vor den Vorhang und<br />

zeigen, wie talentiert und international<br />

die Musikszene „daham“ ist.<br />

Gesucht werden Solomusiker oder<br />

Bands, die in Österreich leben und<br />

eine Verbindung zu einem klassischen<br />

"Eurovision Song Contest"-<br />

Land mitbringen. Ein eigener Song<br />

ist Voraussetzung!<br />

Die Finalisten werden von einer<br />

hochkarätigen Jury ausgewählt<br />

und treten beim großen Live-<br />

Finale im Mai um den Sieg an. Ein<br />

gemeinsames Voting von Jury und<br />

Saalpublikum entscheidet, wer<br />

den AUSTRO VISION CONTEST<br />

gewinnt!<br />

Das Show-Finale ist<br />

7. Mai um 19.30 Uhr<br />

im Chaya Fuera in Wien.<br />

Projekt pop! als Kooperationspartner<br />

bringt deinen selbstgeschriebenen<br />

Song groß raus. Als Geschenk<br />

gibt es eine zweitägige Aufnahme<br />

im Tonstudio, 200 CDs gepresst<br />

und der Sieger-Song kommt auf<br />

den nächsten Projekt pop!-Promosampler,<br />

der bei Plattenlabels,<br />

Musikmessen und Musikjournalisten<br />

die Runde macht.<br />

Bewerbungsschluss ist der<br />

15. <strong>März</strong>. Alle Infos zum Event<br />

und zum Bewerbungsverfahren:<br />

www.austrovision.at<br />

Fotos: Julie Brass<br />

Veranstaltet durch<br />

&


4<br />

INHALT<br />

MÄRZ <strong>2015</strong><br />

3_3 Minuten mit Enissa Amani:<br />

Die persische Quasselstrippe erobert die<br />

TV-Landschaft.<br />

10_Face of the Month<br />

Der afghanische Bruce Lee sieht seinem<br />

Idol zum Verwechseln ähnlich und<br />

trainiert Kung-Fu seit seiner Kindheit.<br />

12_Ivanas Welt<br />

Ivana erzählt, wie das Leben einer<br />

Hundemama in der Großstadt ist.<br />

POLITIKA<br />

Die ukrainische Journalistin Lidiia Akryshora hat sich mit<br />

fünf Soldaten unterhalten, die in der Ostukraine ein oder<br />

beide Beine verloren haben. Österreich hilft ihnen<br />

bei der Rehabilitation. 14<br />

14_Das Leben ohne Beine:<br />

Fünf ukrainische Soldaten lernen in<br />

Österreich wieder zu gehen.<br />

19_Konservativ und frauenfeindlich:<br />

Alev Korun erklärt, was die Vergewaltigung<br />

der Studentin Özgecan Aslan mit Politik zu<br />

tun hat.<br />

20_Du Uhrensohn:<br />

Was es kostet, wenn man HC Strache<br />

als Hurensohn beschimpft.<br />

22_Transsexualität:<br />

Die Serbin Jelena erzählt im Interview<br />

über ihr Leben als Transsexuelle.<br />

RAMBAZAMBA<br />

26_Frauen aus Stahl:<br />

Breiter Rücken, feste Oberarme und<br />

keine Spur von Fett - Frauen erobern die<br />

Fitnesslandschaft.<br />

32_Freundschaft plus:<br />

Wie schafft man es denn nun aus der<br />

Friendzone?<br />

34_Türkische Traummänner:<br />

Wir verraten euch, auf welchen Typ von<br />

Mann Türkinnen neuerdings stehen.<br />

Die Blogosphäre<br />

boomt auch in<br />

Wien: <strong>biber</strong> hat<br />

sich mit vier<br />

Bloggern über ihre<br />

Anfangsphase, ihre<br />

Einnahmequellen<br />

und ihr Erfolgsrezept<br />

unterhalten.<br />

38<br />

Sie kleidet sich wie<br />

eine Frau, ist aber<br />

eigentlich ein Mann<br />

– deswegen wurde sie<br />

zusammengeschlagen<br />

und hat keinen Kontakt<br />

zu ihrer Familie. Jelena<br />

ist Transsexuelle und<br />

kämpft täglich mit<br />

Vorurteilen.<br />

22


5<br />

KARRIERE<br />

36_Karriere & Kohle:<br />

Redakteurin Alex wundert sich, warum<br />

keiner über sein Gehalt spricht.<br />

38_Wiener Blogger:<br />

Sie haben eine höhere Reichweite als so<br />

manches Magazin und punkten mit Outfit-<br />

Tipps und Fitnessplänen.<br />

Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen<br />

durchtrainierten Körper und verzichten auf den<br />

Magerwahn. Dafür ernten sie vor allem von<br />

Männern oft abfällige Kommentare. 26<br />

Kleider machen Studenten:<br />

Verrät dein Blazer,<br />

Kapuzenpulli oder deine<br />

Louis-Vuitton-Täschen<br />

was du studierst? <strong>biber</strong><br />

hat ein Ratespiel auf<br />

die Beine gestellt,<br />

um dem Gerücht<br />

nachzugehen.<br />

52<br />

42_Traumberuf Stewardess:<br />

Viele junge Mädchen aus EX-YU streben<br />

nach dem Job im Flieger..<br />

TECHNIK<br />

46_Was gibt‘s Neues?<br />

Adam fragt sich, wer an der Uhr<br />

gedreht hat.<br />

LIFE & STYLE<br />

50_Lifestyle-Tips:<br />

Die türkische Style-Queen Gülay Hancer<br />

im Interview.<br />

52_Ein Ratespiel zum Start<br />

ins Sommersemester: Welches Outfit passt<br />

zu welchem Studium?<br />

KULTUR<br />

58_Serbo-Rapper Marcelo:<br />

„Keine Kompromisse“<br />

60_Kultur mit scharf: Redakteurin Jelena<br />

über die chinesische Community<br />

62_Die Leiden des jungen Todor:<br />

Über Conchitas Europa<br />

Susanne Einzenberger, Marko Mestrović, Maximilian Salzer


Wir zeigen dir, was wir dir bieten können:<br />

• 17 spannende Lehrberufe<br />

• Tolle Ausbildung<br />

• Lehre und Matura<br />

• Attraktive Leistungsprämien* (mehr als € 4.500,- während der Lehrzeit)<br />

• Gratis B-Führerschein<br />

u.v.m.<br />

*Dein Gehalt beträgt im ersten Lehrjahr € 518,- (gilt für alle Bundesländer außer Vorarlberg und Salzburg) / € 534,- (gilt für Vorarlberg und Salzburg) brutto pro Monat.<br />

Während der drei Jahre Lehrzeit kannst du dir durch Prämien zusätzlich mehr als € 4.500,- dazu verdienen. Sehr guten Lehrlingen winkt nach erfolgreichem Lehrabschluss<br />

obendrein der Gratis-B-Führerschein.


3 min mit ENISSA AMANI<br />

„WENN ESSEN,<br />

7<br />

DANN RICHTIG!“<br />

Enissa Amani ist jung, intelligent und quasselt wie<br />

ihr der Schnabel gewachsen ist. Die gebürtige Perserin,<br />

die durch Auftritte bei Stefan Raabs „TV Total“<br />

eine große Bühne bekam, gastiert am 12. April<br />

mit ihrer Comedyshow „Zwischen Chanel und Che<br />

Guevara“ in Wien. VON NOUR KHELIFI<br />

Stephan Pick<br />

<strong>biber</strong>: Woraus schöpfst du die Inspiration für dein Comedy-Programm?<br />

Enissa Amani: Aus dem Alltag, der Politik, aus ganz banalen Dingen. Ich<br />

möchte diese spannenden, lustigen Ereignisse aus meinem Alltag mit dem<br />

Publikum teilen. Ich denke nicht, dass alle meine Witze voll lustig sind. Es ist<br />

wichtig, neue Dinge auszuprobieren und zu schauen, ob sie beim Publikum<br />

gut ankommen.<br />

Warum bezeichnest du dich als Perserin?<br />

Erstens, weil es ethnologisch korrekt ist, da der Iran ein Mehrvölkerstaat mit<br />

vielen Religionen ist. Zweitens, weil es einen schöneren Klang hat, da denkt<br />

man automatisch an das Großreich Persien und Prinzessinnen und so (lacht).<br />

Durch die vielen Vorurteile gegenüber dem iranischen Staat hat „Iraner“ einen<br />

negativen Touch bekommen.<br />

Du bist Sozialistin, Feministin, verwendest trotzdem Make-Up. Wie<br />

passt das zusammen?<br />

Ich bin in einer Generation mit vielen Widersprüchen aufgewachsen. Ich bin<br />

zwar linksorientiert, das heißt aber nicht, dass ich mir keine geilen Klamotten<br />

kaufe.<br />

Warum sind die 80er für dich eine verlorene Generation?<br />

Ihre Ideale ändern sich stetig. Ich hab manchmal Tage, da möchte ich alles<br />

schmeißen und Entwicklungshilfe in Afrika leisten gehen. Und dann denk<br />

ich mir wieder, nein, ich möchte mir morgen doch ein neues Kleid kaufen<br />

(lacht).<br />

Trifft auch auf die Internetgeneration zu.<br />

Total! Viele denken, es reicht, wenn sie auf Facebook für den Weltfrieden<br />

oder gegen Kapitalismus sind. Und dann laufen sie los und kaufen sich ein<br />

neues Auto und eine dicke Uhr.<br />

Auf was freust du dich in Österreich am meisten?<br />

Auf Wien und auf Fleisch! (lacht) Ich liebe Wiener Schnitzel und dieses Zeugs,<br />

deftiges Essen ist einfach meins. Denn wenn schon essen, dann richtig!<br />

Wer sie ist:<br />

Name: Enissa Amani<br />

Alter: 28<br />

Wurzeln: im Iran geboren, in Deutschland<br />

aufgewachsen<br />

Besonderes: Steht zu ihrer Schönheits-OP (Nase)<br />

Liebt: die Farbe Weiß und das Leben<br />

Hasst: schmutzige Ohren


8<br />

EDITORIAL<br />

Liebste Leser und Innen,<br />

Es ist <strong>März</strong>, der internationale Frauentag lässt grüßen und<br />

daher habt ihr hier ein echtes Frauenheft vor euch liegen:<br />

Frauen mit Muskeln, Frauen mit Biz, Frauen mit Schwanz.<br />

Da hätten wir drei Mädels mit viel Bizeps, die<br />

beweisen, wie weiblich Frauen mit Muskeln<br />

sind, vier Top-Bloggerinnen, die uns ihr Erfolgsrezept<br />

verraten und Jelena, die über ihr<br />

Leben als Transsexuelle spricht.<br />

Zum Durchatmen gibt es den Uni-Style-<br />

Test. Damit könnt ihr pünktlich zum Start<br />

des Sommersemesters euer Wissen über die<br />

Looks der Studenten in Wien testen. Wenn<br />

wir schon beim Sommer sind: Die Zeit der<br />

Frühlingsgefühle bricht an und unglücklich<br />

Verliebte erfahren bei uns, wie sie es endlich<br />

aus der verdammten Friendzone schaffen.<br />

Männer aus dem Krieg:<br />

Seit Februar befinden sich fünf Angehörige der ukrainischen<br />

Armee in Österreich. Sie alle hat der Krieg in der<br />

Ostukraine zu Invaliden gemacht. Die Männer unterziehen<br />

sich in einem Rehabilitationszentrum einer Physiotherapie.<br />

Im <strong>biber</strong> erzählen die Soldaten von ihrem Schicksal.<br />

Wir würden sagen, in dieser Ausgabe ist echt für jeden<br />

etwas dabei. Also, losblättern!<br />

Bussis,<br />

die Redaktion<br />

P.b.b., Verlagspostamt 1070, Vetragsnummer 09Z038106 M<br />

www.das<strong>biber</strong>.at<br />

mit scharf<br />

Magazin für<br />

neue Österreicher<br />

STÄRKER<br />

ALS STAHL<br />

MÄRZ<br />

<strong>2015</strong><br />

PUTINS<br />

OPFER<br />

BLOG’ DICH<br />

REICH!<br />

TRANSSEXUELL<br />

IN WIEN<br />

FRAUEN UND IHR BIZEPS<br />

Es wäre ein Power-Cover gewesen.<br />

Doch leider hat Bibers Chefe einen<br />

Doktor in Politikwissenschaften<br />

gemacht.<br />

7<br />

IMPRESSUM<br />

MEDIENINHABER:<br />

Biber Verlagsgesellschaft mbH,<br />

Quartier 21,<br />

Museumsplatz 1, E-1.4, 1070 Wien<br />

HERAUSGEBER & CHEFREDAKTEUR:<br />

Simon Kravagna<br />

STV. CHEFREDAKTEUR:<br />

Amar Rajković<br />

STV. CHEFREDAKTEURIN:<br />

Delna Antia<br />

ONLINE:<br />

Amar Rajković<br />

KOLUMNIST/INNEN:<br />

Ivana Martinović, Todor<br />

Ovtcharov<br />

FOTOCHEF:<br />

Marko Mestrović<br />

REDAKTION & FOTOGRAFIE:<br />

Sarah Al-Hashimi, Melisa Aljović,<br />

Muhamed Beganović, Adam<br />

Bezeczky, Milena Borovska, Ayper<br />

Cetin, Amélie Chapalain, Maida<br />

Dedagić, Amra Ducić, Ali Cem<br />

Deniz, Nana Egger, Susanne<br />

Einzenberger, Menerva Hammad,<br />

Tina Herzl, Markus Hollo, Mahir<br />

Jamal, Lyudmila Gyurova, Sophie<br />

Kirchner, Maria Matthies, Marko<br />

Mestrović, Ivana Martinović,<br />

Marie-Noel Ntwa,Anastasia Osipova,<br />

Todor Ovtcharov, Jelena Pantic,<br />

Michele Pauty, Marian Smetana,<br />

Vanessa Spanbauer, Daniel Spreitzer,<br />

Alexandra Stanić, Teoman Tiftik,<br />

Aleksandra Tulej, Artur Zolkiewicz<br />

ART DIRECTOR: Dieter Auracher<br />

LAYOUT: Dieter Auracher, Viktoria<br />

Platzer<br />

LEKTORAT: Christina Gaal<br />

ANZEIGEN: Gizem Yazgan, Adam<br />

Bezeczky<br />

BUSINESS DEVELOPMENT: Andreas<br />

Wiesmüller<br />

GESCHÄFTSFÜHRUNG:<br />

Wilfried Wiesinger, Simon Kravagna<br />

KONTAKT: <strong>biber</strong> Verlagsgesellschaft<br />

mbH<br />

Quartier 21, Museumsplatz<br />

1, E-1.4, 1070 Wien<br />

Tel: +43/1/ 9577528<br />

redaktion@das<strong>biber</strong>.at<br />

marketing@das<strong>biber</strong>.at<br />

abo@das<strong>biber</strong>.at<br />

INTERNET: www.das<strong>biber</strong>.at<br />

AUFLAGE: 65.000 Stück


Mehr Info:<br />

www.fsw.at<br />

Entgeltliche Einschaltung<br />

Ich bin für Sie da.<br />

Aleksandar Ivic<br />

Behindertenhilfe<br />

Gleiche Chancen für alle.<br />

Ein eigenständiges Leben nach ihren Vorstellungen zu führen: Dabei unterstützt<br />

der Fonds Soziales Wien jährlich mehr als 12.000 Menschen mit Behinderung. Das<br />

Angebot umfasst z. B. persönliche Beratung, Betreuung im Alltag, Frühförderung oder<br />

berufliche Integration. Für mehr Teilhabe am öffentlichen und sozialen Leben.<br />

www.fsw.at, Tel: 01 24 5 24, tägl. 8–20 Uhr.


10 FACE OF THE MONTH<br />

FACE OF THE MONTH<br />

DER AFGHANISCHE<br />

BRUCE LEE<br />

Er vollführt Spagate in der Luft, wirbelt mit den Nunchaks und zeigt<br />

die Todeskralle. Lernen Sie Bruce Hazara, den afghanischen „Bruce<br />

Lee“, kennen!<br />

Von Tanya Kayhan<br />

Wenn man an die Heimatstadt von Bruce Hazara denkt, hat man nur negative Bilder im Kopf.<br />

Bombenanschläge, Drohnenangriffe, radikale Taliban. Kabul ist die Hauptstadt Afghanistans<br />

und Geburtsort des 21-jährigen Martial-Arts-Anhängers, der seinem Idol und verstorbenen<br />

Ikone Bruce Lee zum verwechseln ähnlich sieht.<br />

POSEN VOR RUINEN<br />

„Bruce Lee ist das Idol jedes Kämpfers. Ich werde niemals besser werden als er, aber ich<br />

werde sein bester Doppelgänger“, tönt Alizada selbstbewusst und demütig zugleich. Als<br />

siebenjähriger Knirps sah er das erste Mal „Enter the Dragon“ und wusste sofort, er möchte<br />

so wie sein Idol den Bösewichten den Garaus machen. Mit 16 musste der afghanische Bruce<br />

Lee mit Kung Fu aufhören, weil er nicht genug Geld für das Training aufbringen konnte. Er<br />

verlagerte die Turnmatte vor das Fernsehgerät und lernte die Kampfmoves aus berühmten<br />

Filmen der Kung-Fu-Legende.<br />

Letztes Jahr kam der Durchbruch. Bruce Hazara wurde mit akrobatischen Fotos vor den<br />

Trümmern des Darul-Aman-Palastes in Kabul einem größeren Publikum bekannt. Auf die<br />

Frage, warum er die Kampfposen vor Kriegsruinen vollführte, antwortete der 21-Jährige:<br />

„Einerseits liegt der Palast in der Nähe von meinem Zuhause und zweitens wollte ich den<br />

Skeptikern zeigen, dass ich tatsächlich aus Afghanistan komme.“ Hazara ist nicht nur Teil<br />

seines Spitznamens, sondern auch ein Hinweis auf die Ethnie, der der afghanische Bruce Lee<br />

angehört.<br />

Ahmed Zia Alizada<br />

EDELFAN JACKIE CHAN<br />

CNN, BBC, The Guardian, Al-Jazeera sind nur die bekanntesten der über 200 Medien,<br />

die schon über Hazara berichtet haben. Selbst Jackie Chan meldete sich per Mail und bot<br />

ihm Unterstützung bei der Umsetzung seines großen Traumes: Einmal auf Hollywoods<br />

Leinwänden „Bum Chak Bum“ machen!<br />

Der plötzliche Ruhm hat auch seine Schattenseiten. Die Taliban bedrohte Hazara, die<br />

afghanische Direktion für Leibeserziehung und Sport verweigerte ihm die Mitgliedschaft im<br />

Verband. Das hindert den Kung-Fu-Kämpfer vom Hindukusch nicht daran weiterzumachen.<br />

So wie sein Idol trotzt er allen Widerständen und möchte mit der Unterstützung seiner Fans<br />

und seiner Familie weitermachen. Bruce Lee wäre garantiert stolz auf seinen Schützling.


FACE OF THE MONTH<br />

11


12 MIT SCHARF<br />

IVANAS<br />

WELT<br />

Foto: Igor Minić<br />

In Ivanas WELT<br />

berichtet <strong>biber</strong>-<br />

Redakteurin<br />

Ivana Martinović<br />

über ihr daily life.<br />

MILLY MUSS GASSI!<br />

DEINE STIMME<br />

GESTALTET DIE<br />

WAHL #OEH15<br />

Poste deinen Wahlslogan mit dem Hashtag #oeh15,<br />

überzeuge die Jury und finde deinen Slogan als Plakat<br />

wieder. Einsendungen auch an oeh15@oeh.ac.at<br />

Hunde, Großstadt, kein Haus mit Garten – war für mich ein No-Go.<br />

Die Welt der Gassigeher war mir fremd, die Vorstellung mit Stress<br />

verbunden. Den Lebensrhythmus nach den Pinkelbedürfnissen zu<br />

richten, wenn man ausschlafen möchte, keinen Bock auf die Natur<br />

hat? Nö! Hingehen, wohin man will, ohne daran zu denken, dass<br />

ein kleines Lebewesen alleine zuhause hockt? Eher!<br />

Bewundert habe ich die Leute dennoch, die sich da scheinbar<br />

etwas angetan haben. Einem Hund ein Zuhause zu bieten, Haare<br />

auf der Kleidung und in der Wohnung in Kauf zu nehmen und den<br />

Geruch des nassen Fells mit in die U-Bahn zu nehmen, wo manche<br />

angeekelt die Nase rümpfen. Ich tat das nie! „Stink vor dich hin,<br />

wie viel du willst. Auch du hast eine Existenzberechtigung auf<br />

dieser Welt“, dachte ich mir, obwohl auch ich den Geruch als unangenehm<br />

empfand. Die Entscheidung selbst einen zu haben, traf ich<br />

aus Bequemlichkeit nie. Und dann kam Milly.<br />

Nennen wir es Fügung, dass der Venedig-Trip für meine Mutter und<br />

mich ins Wasser fiel. Stattdessen fuhr Mama nach Bosnien und<br />

kam über beide Ohren verliebt mit einem Shih Tzu-Welpen zurück.<br />

Eine spontane Entscheidung einer hundeverliebten Mutter krempelte<br />

mein Leben von einer Sekunde auf die andere um. Jetzt bin<br />

ich Gassigeherin, habe ein Hundebaby in der Großstadtwohnung<br />

und entdecke eine ganz neue Seite an mir.<br />

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal am Stück<br />

so viel an einem Tag gelacht habe. Alleine die süßen Bewegungen,<br />

der treue Hundeblick, mit dem sie meine Liebe erobern will,<br />

lassen einen dahinschmelzen. Es vergeht keine Stunde, wenn ich<br />

in der Arbeit bin, dass ich mir ihr Foto nicht anschaue, nur um<br />

mir ein Lächeln herauszulocken. Und plötzlich fällt einem nichts<br />

mehr schwer. Ich springe auf, wenn sie muss, weil sie für einen<br />

bequemeren Gassirhythmus noch zu klein ist und so lockt sie mich<br />

alle paar Stunden auf die Wiese. Aber nichts scheint jetzt wichtiger<br />

zu sein als ihr Wohlbefinden, weil sie es mir durch fassbares<br />

Glück hundertfach zurückgibt. Ich erwische mich in Situationen,<br />

wo ich mich nicht wiedererkenne. Wann hat man denn schon wie<br />

verrückt jemanden fürs erfolgreiche Pipi machen gelobt, als obs<br />

ein Weltwunder wäre? „Dobra Milly, dobra!“ lasse ich sie dann in<br />

Babysprache wissen und strecke ihr ein Leckerli hin. Sie wedelt<br />

dann ganz aufgeregt mit dem Schwänzchen und freut sich, dass ich<br />

mich freue.<br />

Meine hochgeschätzte Bequemlichkeit und kein Bock auf die Natur?<br />

Milly brachte mich mehr an die frische Luft als es vorher mein<br />

Wille tat. Im nächstgelegenen Park war ich das letzte Jahr vielleicht<br />

zwei Mal am Stück und das auch nur im Vorbeigehen, ohne mich<br />

lange darin aufzuhalten. Mit anderen Leuten habe ich sowieso nicht<br />

geredet. Schließlich quatscht man ja nicht so leicht mit Fremden.<br />

Warum auch? Und plötzlich ist Milly der „Socializer“ schlechthin.<br />

Dann die Erkenntnis. Wow! Hundebesitzer reden miteinander. Ganz<br />

liebe Menschen sind das, mit denen ich vielleicht niemals ein<br />

Wort gewechselt hätte, auch wenn ich tausend Mal an ihnen vorbei<br />

gegangen wäre. Keine Raunzer, keine unfreundlichen Worte, wie<br />

zwangsbeglückende Konfrontationen an öffentlichen Plätzen, wenn<br />

es mal zum „Dialog“ kommt. Währenddessen springt Milly ihre<br />

Hunde an und bringt uns zum Lachen. Zufrieden kehre ich dann in<br />

meine vier Wände zurück, wo sich Milly müde auf den Boden haut<br />

und sogar im schlafenden Zustand meine Begeisterung weckt.<br />

martinovic@das<strong>biber</strong>.at<br />

Von 19.-21. Mai <strong>2015</strong> sind ÖH Wahlen<br />

Mehr erfahren unter wahl.oeh.ac.at und fb.com/bundesoeh


13<br />

Foto von Julie Brass<br />

AUCH ALS FRAUEN.<br />

POLITIKA


14 POLITIKA<br />

HELDEN OHNE<br />

FÜNF UKRAINISCHE<br />

SOLDATEN, DIE DER KRIEG<br />

IN DER OSTUKRAINE ZU<br />

INVALIDEN GEMACHT<br />

HAT, LERNEN IN EINEM<br />

REHABILITATIONSZENTRUM<br />

IN ÖSTERREICH WIEDER ZU<br />

GEHEN. DIE UKRAINISCHE<br />

JOURNALISTIN LIDIIA<br />

AKRYSHORA HAT DIE<br />

MÄNNER FÜR BIBER<br />

BESUCHT UND MIT IHNEN<br />

ÜBER IHRE VERLETZUNGEN<br />

UND IHR NEUES LEBEN AUF<br />

KRÜCKEN GESPROCHEN.<br />

VON LIDIIA AKRYSHORA<br />

FOTOS: MARKO MESTROVIĆ, PAVLO BISHKO


POLITIKA<br />

15<br />

BEINE<br />

Es ist ein sauberer und heller<br />

Gang im Rehabilitationszentrum.<br />

An den Wänden hängen<br />

schöne Gemälde, gegenüber befindet<br />

sich ein großes Fenster, dahinter ist die<br />

Besuchsstation. Dort spielen die Männer<br />

Billard. Ich bin angespannt und frage<br />

mich, was sie mir erzählen werden. Ich<br />

bin Ukrainerin, die in Österreich lebt,<br />

arbeitet und studiert. Sie sind Soldaten,<br />

die in der Ostukraine verletzt wurden.<br />

Alle haben im Krieg ein Bein verloren,<br />

ein Mann sogar beide. Alle werden zu<br />

Hause von ihren Familien erwartet, alle<br />

sind Helden für Ukrainer.<br />

Der erste Soldat kam Anfang Februar<br />

nach Österreich. Mittlerweile sind<br />

es fünf, die versorgt werden. Weitere<br />

sollen folgen. Die Therapie ermöglicht<br />

eine Initiative, die vom österreichischen<br />

Kriegsopfer- und Behindertenverband<br />

(KOBV) sowie vom Wohltätigkeitsfonds<br />

„International Association for Support<br />

of Ukraine“ (IASU) ausgeht. Der Kriegsopferverband<br />

hat die Kosten der Rehabilitation<br />

übernommen.<br />

Der Fond IASU hat sich um alle nötigen<br />

Dokumente, den Flug und organisatorische<br />

Angelegenheiten gekümmert.<br />

„Wir haben uns an der Initiative<br />

beteiligt, um Menschen, die durch den<br />

Krieg eine schwere Behinderung haben,<br />

bessere Perspektiven für die Zukunft zu<br />

bieten“, sagt Michael Svoboda, Präsident<br />

des Kriegsopferverbandes, gegenüber<br />

<strong>biber</strong>.<br />

Der Kurs ,Die Gehschule‘ sieht eine<br />

Physiotherapie sowie den Umgang mit<br />

der Prothese vor. Neben dem Anlegen<br />

der Prothese üben die im Krieg verwundeten<br />

Soldaten alltägliche Situationen<br />

wie Treppensteigen oder das Gehen auf<br />

unterschiedlichen Böden. Zudem haben<br />

ukrainische Vereine aus Wien und Bratislava,<br />

sowie die ukrainisch-griechisch<br />

katholische Kirche und die ukrainische<br />

Botschaft in Wien ein Kulturprogramm<br />

für die fünf Männer organisiert.<br />

KEINE CHANCE, SEINE<br />

BEINE ZU RETTEN<br />

„Saschko, du kannst schon so lange Strecken<br />

ohne Krücken gehen“, wundert sich<br />

einer der Besucher des Rehabilitationszentrums.<br />

Sein Namensvetter Saschko<br />

B. bestätigt die Erfolge seines Kollegen:<br />

„Er lernt schneller als so manch Einbeiniger.“<br />

Saschko Ch. wurde bei einer<br />

Minenexplosion in der Nähe der Stadt<br />

Horliwka verletzt, ihm wurden beide<br />

Beine amputiert. Die fünf Männer, vier<br />

davon mit dem Vornamen Saschko, kamen<br />

aus allen Teilen der Ukraine, um im<br />

Osten des Landes gegen die Separatisten<br />

zu kämpfen.<br />

Sergiy R.<br />

Gekämpft in Luhansk und Schastja.<br />

Verletzt: 5. September 2014.<br />

Saschko Ch.<br />

Gekämpft in Horliwka und im Dorf Leninske.<br />

Verletzt: 28. September 2014.<br />

Saschko B.<br />

Gekämpft in Stanutsja und Schastja.<br />

Verletzt: 6. Oktober 2014.<br />

Saschko K.<br />

Gekämpft in Slowjansk.<br />

Verletzt: 28. Juni 2014.<br />

Saschko S.<br />

Gekämpft in Ilowajsk.<br />

Verletzt: 29. August 2014.<br />

Saschko Ch. erzählt seine Geschichte.<br />

Im zivilen Leben ist er Lehrer in einer<br />

Fachschule für Schweißer, außerdem besitzt<br />

er ein kleines Unternehmen in diesem<br />

Bereich. Vor acht Monaten hat der


16<br />

POLITIKA<br />

„DAMALS GAB ES<br />

JEDEN TAG EINE<br />

BEERDIGUNG.“<br />

28­jährige Mann seine Arbeitskleidung<br />

als Schweiß­Lehrer gegen eine grüne Militäruniform<br />

getauscht. „Ich habe nicht<br />

darauf gewartet, dass meine 20­jährigen<br />

Lehrlinge zum Wehrdienst einberufen<br />

werden und ich Zuhause bleibe“, stellt er<br />

fest.<br />

Saschko Ch. kann sich noch genau an<br />

den Tag erinnern, als er verletzt wurde.<br />

Es war der 28. September, um 5:30 in der<br />

Früh, als Saschko gemeinsam mit anderen<br />

Soldaten versuchte die Zivilisten aus dem<br />

Dorf Leninske in der Region Luhansk zu<br />

evakuieren. Da begann der Beschuss der<br />

Separatisten. Rundherum waren Minenfelder,<br />

deswegen begleiteten die Soldaten<br />

die Zivilisten zurück ins Dorf. Auf dem<br />

Weg zurück zum Checkpoint stieg Saschko<br />

Ch. auf eine dieser Minen. „Meine<br />

Schicht endete eigentlich um 5:00 in der<br />

Früh, aber ich wollte meine Kameraden<br />

verschonen und sie ausschlafen lassen“,<br />

so Saschko Ch. Er spricht weiter: „Gott<br />

sei Dank hat es mich getroffen, vielleicht<br />

wurde ich ausgewählt, weil ich der Stärkere<br />

bin.“ Zum nächsten Krankenhaus in<br />

Dzerjinskiy waren es 12 Kilometer. Saschko<br />

hatte sehr viel Blut verloren und kam<br />

mit niedrigem Blutdruck an. Es gab laut<br />

den Ärzten keine Chance mehr, seine beiden<br />

Beine zu retten.<br />

DAS LEBEN DANACH<br />

Während des Interviews erzählen die Soldaten<br />

von ihrer Zeit auf dem Kriegsfeld,<br />

den vielen Opfern, die sie gesehen haben,<br />

der Traurigkeit des Todes und ihrem Leben<br />

danach. Saschko Ch. erinnert sich an<br />

seine Bekannten vom ersten Bataillon in<br />

der ukrainischen Armee, die den Flughafen<br />

in Donetsk 242 Tage verteidigten.<br />

Viele von ihnen stammen aus seiner Heimatregion<br />

Kirovohrad. „Damals gab es<br />

jeden Tag eine Beerdigung, trotzdem sind<br />

wir alle freiwillig an die Front gegangen.“<br />

Es seien circa 200 Soldaten gestorben,<br />

viele von ihnen waren seine Freunde.<br />

Saschkos Heimatstadt Uljaniwka ist 700<br />

km von der Front entfernt. Die Einwohner<br />

haben Angst, dass der Krieg vor ihrer<br />

Haustür ankommt.<br />

Saschko Ch. berichtet außerdem über<br />

viele Fälle des sogenannten „Donbas“­<br />

Syndroms. Es handelt sich hierbei um<br />

eine psychische Störung von Soldaten, die<br />

in der Ostukraine gekämpft haben. Die<br />

zwei Regionen Luhansk und Donetsk, wo<br />

derzeit gekämpft wird, nennt man auch<br />

Donbas. Viele der Soldaten kommen nicht<br />

damit zurecht, dass in der Hauptstadt<br />

Kiew das Leben weiter geht wie gewohnt<br />

während nur 600 Kilometer weiter östlich<br />

der Krieg täglich Menschen tötet oder zu<br />

Invaliden macht. Die Männer sagen mir,<br />

sie seien Glücksvögel, dass sie nicht direkt<br />

Der ukrainische<br />

Soldat Saschko<br />

K. im Rollstuhl:<br />

Im Rehabilitationszentrum<br />

wird mit „Dobryi<br />

vechir“ gegrüßt<br />

nach Hause gekommen wären. Dort wären<br />

sie angesichts der Normalität verrückt<br />

geworden. Nach der Hölle des Ostens<br />

waren sie vorerst im Spital und konnten<br />

sich so an ihre Rückkehr ins zivile Leben<br />

gewöhnen.<br />

HUMOR IST DIE RETTUNG<br />

Die ukrainische Community aus Wien hat<br />

den Soldaten von Anfang an Spenden gebracht,<br />

die sie zunächst nicht annehmen<br />

wollten. Großes Interesse hatten sie dafür<br />

an Kleidung, vor allem an kurzen Hosen.<br />

Die brauchen sie für ihre Übungen mit<br />

den Prothesen. Auf die Frage, wie sie nach<br />

ihrem Kriegseinsatz auf Waffen reagieren,<br />

antworten sie, es hätte sich nicht viel geändert.<br />

Während des Gesprächs erzählen<br />

sie viel von verschiedenen Waffen, Munition<br />

und Schützenpanzern. Weil ich mir


POLITIKA<br />

17<br />

kaum vorstellen kann, wie es ist an der Front zu<br />

sein, frage ich, was die Soldaten gemacht haben,<br />

wenn es unerträglich wurde. „Witze!“, stellt einer<br />

lachend fest. Aber ohne einander hätten sie<br />

nicht überlebt. „Meine Kameraden haben mich<br />

vor den Kugeln gerettet. Mein einziger Gedanke<br />

damals war nur, dass niemand meinetwegen sterben<br />

soll.“<br />

Ich frage mich, woher diese Unbeschwertheit<br />

kommt. Keiner von ihnen jammert. Saschko B.<br />

hat den klinischen Tod überlebt. Saschko S. war<br />

der Zeuge des „Ilowajsk Kessels“, wo angeblich<br />

etwa 1000 Soldaten gestorben sind. Laut seiner<br />

Erzählung hat er drei Tage mit Verletzung in<br />

russischer Gefangenschaft verbracht. Zwischendurch<br />

wird der professionelle Sniper dann doch<br />

traurig: “Ich habe früher gedacht, dass ich so etwas<br />

nur in Filmen sehen werde“, sagt er. Schaschko<br />

S. wartet ungeduldig auf seine Heimfahrt in<br />

die Ukraine. Nach seiner Rehabilitation will er<br />

als Militärausbildner im Bataillon „Donbas“ tätig<br />

sein.<br />

“Ohne Beine ist man kein Krüppel“, will<br />

mich Saschko Ch. am Ende unseres Gesprächs<br />

aufmuntern. Ja, es tut weh. Ja, er hat Schmerzen<br />

und er ist nicht so beweglich, wie er gerne wäre.<br />

Aber der 28­Jährige sagt, dass er gelernt habe,<br />

damit umzugehen. „Es ist nicht das Schlimmste,<br />

das ich gesehen habe“, sagt er und lächelt<br />

nachdenklich.<br />

„SLAVA UKRAINI“<br />

Ich habe mehrere Stunden mit den Soldaten<br />

verbracht. Als ich mich verabschiede, begleiten<br />

sie mich mit nach draußen. Unterwegs treffen<br />

wir eine Gruppe von Patienten. Als sie die Soldaten<br />

sehen, lächeln sie ihnen zu und sagen<br />

„Dobryi vechir“, „Guten Abend“ auf Ukrainisch.<br />

Ich muss lachen, die Österreicher haben<br />

einen lustigen Akzent. Die Soldaten haben den<br />

einheimischen Patienten ein paar Worte auf<br />

Ukrainisch beigebracht. Eine Begrüßung ist ihnen<br />

besonders wichtig: „Slava Ukraini“ – „Hoch<br />

lebe die Ukraine“.<br />

Lidiia Akryshora hat Journalismus in der Ukraine studiert<br />

und lebt derzeit in Wien.<br />

„VIELLEICHT<br />

WURDE ICH<br />

AUSGEWÄHLT,<br />

WEIL ICH DER<br />

STÄRKERE BIN“<br />

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Mo bis Do von 07.00 bis 19.30 Uhr, Fr von 07.00 bis 15.00 Uhr<br />

Terminvereinbarung telefonisch unter +43 1 601 22-15070


18 POLITIKA


POLITIKA<br />

19<br />

„EXTREM KONSERVATIV“<br />

NACH DER VERGEWALTIGUNG UND ERMORDUNG DER JUNGEN STUDENTIN ÖZGECAN ASLAN KAM<br />

ES ZU PROTESTEN IN TÜRKISCHEN GROSSSTÄDTEN, DIE SICH AUCH GEGEN DIE AKP-REGIERUNG<br />

RICHTETEN. WAS HAT EINE VERGEWALTIGUNG MIT POLITIK ZU TUN? EINE MENGE, BEHAUPTET DIE<br />

GRÜNEN POLITIKERIN ALEV KORUN. VON ONUR KAS UND MARKO MESTROVIĆ (FOTO)<br />

Alev Korun wurde 1969 in Ankara geboren und ist<br />

seit 2008 Abgeordnete der Grünen im Nationalrat.<br />

Die studierte Politikwissenschaftlerin setzt ihren<br />

Schwerpunkt auf Integrations-, Diversitäts- und<br />

Gleichbehandlungspolitik, Antidiskriminierung, Antirassismus,<br />

Mehrsprachigkeit und Schule, Migration<br />

und Demokratiepolitik und Minderheitenpolitik.<br />

Der Fall Özgecan Aslan spaltet die<br />

türkische Community. Nachdem<br />

<strong>biber</strong> über den Fall berichtete,<br />

lieferten sich Erdogan-Verehrer und –<br />

Gegner in unserem Facebook-Forum<br />

ein heißes Wortgefecht. <strong>biber</strong> wollte<br />

darüber auch im Magazin die türkischstämmige<br />

Nationalratsabgeordnete<br />

Alev Korun mit einer UETD-Vertreterin<br />

diskutieren lassen. Doch die AKPnahe<br />

Organisation lehnte ab.<br />

<strong>biber</strong>: Frau Korun, der Fall-Özgecan<br />

führte zu vielen Protesten in türkischen<br />

Großstädten, die sich auch<br />

gegen die AKP-Regierung richteten.<br />

Was hat eine Vergewaltigung mit Politik<br />

zu tun?<br />

KORUN: Wenn der türkische Finanzminister<br />

sagt, dass viele Männer<br />

arbeitslos seien, weil<br />

Frauen nach einem Job<br />

suchen, und wenn der<br />

Oberbürgermeister von<br />

Ankara sagt, Vergewaltigungsopfer<br />

sollen lieber<br />

sterben, bevor sie abtreiben,<br />

dann begünstigt und<br />

fördert das Frauenfeindlichkeit<br />

in der Gesellschaft.<br />

Aber die Regierung hat diese Tat verurteilt<br />

und ihr Beileid bekundet.<br />

Der Familie einer ermordeten Frau<br />

das Beileid auszusprechen ist selbstverständlich.<br />

Entscheidend ist,<br />

dass die Regierung Vorkehrungen<br />

trifft, die Frauen schützen. Die AKP<br />

könnte etwa das Gesetz, wonach<br />

Vergewaltiger oder Mörder bei einer<br />

„Provokation durch das Opfer“<br />

Strafnachlass bekommen, ändern.<br />

Tut sie aber nicht. Im Gegenteil: Aus­<br />

„<br />

Laut Erdogan ist<br />

Gleichheit von<br />

Mann und Frau<br />

unnatürlich<br />

“<br />

gerechnet vor dem Frauenverband<br />

betonte Staatspräsident Erdogan,<br />

dass die Gleichheit von Mann und<br />

Frau unnatürlich sei.<br />

Ist es falsch, die Türkei zu kritisieren,<br />

während Frauen in Europa ebenfalls<br />

benachteiligt werden?<br />

Auch in Österreich und Europa werden<br />

Frauen benachteiligt und vergewaltigt.<br />

Und das ist zu bekämpfen,<br />

egal wo es passiert. Allerdings muss<br />

man auch die unterschiedlichen<br />

Ausmaße dieser Gewalt sehen. In<br />

der Türkei ist der Anteil der Morde<br />

an Frauen zwischen 2002 (Anm. der<br />

Redaktion: Regierungsantritt der<br />

AKP) und 2009 um 1400 Prozent gestiegen.<br />

In diesem Fall kann man die<br />

Türkei nicht auf dieselbe Stufe stellen<br />

wie Österreich.<br />

Warum wird die Erdogan-Partei<br />

dann auch<br />

von Frauen gewählt,<br />

wenn diese eine konservative<br />

Frauenpolitik<br />

macht?<br />

Wahlmotive können auch<br />

widersprüchlich sein.<br />

Wenn die Betreuung in<br />

den Spitälern z.B. besser<br />

ist als früher, ist das - auch für viele<br />

Frauen - ein Motiv, die Regierungspartei<br />

zu wählen. Oder wenn die<br />

Stadtorganisation der Partei einer<br />

bedürftigen Frau etwas zu essen vorbeibringt,<br />

wird sie oft AKP wählen,<br />

weil sie das von früheren Regierungen<br />

nicht erlebt hat. Auf diese<br />

Weise sehen viele über das extrem<br />

konservative Frauenbild hinweg. Außerdem<br />

gibt es nicht wenige Frauen,<br />

die sich mit dieser extrem konservativen<br />

Rolle identifizieren können.


20 POLITIKA<br />

DER UHREN-<br />

SOHN<br />

Politiker zu beleidigen kann teuer werden. Der<br />

Wiener Rapper Nazar legt sich mit HC Strache<br />

an und wird vom FPÖ-Chef geklagt. Zu Recht?<br />

VON NATALIJA STOJANOVIC<br />

Eines steht schon fest:<br />

FPÖ-Obmann HC<br />

Strache und Favoriten-Rapper<br />

Nazar werden<br />

in diesem Leben keine<br />

Freunde mehr.<br />

Der gebürtige Iraner<br />

beleidigte den FPÖ-Politiker<br />

öffentlich während<br />

eines Konzerts als „Hurensohn“.<br />

Dieser Aussage<br />

folgte prompt eine Unterlassungsklage<br />

aus der<br />

Rechtsabteilung des Klubobmanns.<br />

Was das bedeutet,<br />

erklärt uns Michael<br />

Rami, Straches Anwalt:<br />

„Der Kläger möchte mit<br />

einem richterlichen Urteil<br />

erreichen, dass Herr Ardalan (Nazar) in Zukunft<br />

die Beleidigungen gegen seine Person<br />

unterlässt. Der Streitwert, also die verlangte<br />

Geldsumme, ist dabei fiktiv. Die Höhe der<br />

verlangten Summe entscheidet lediglich,<br />

welches Gericht über die Strafsache entscheiden<br />

wird.“<br />

BESOFFEN UND SCHWUL<br />

Es ist nicht das erste Mal, dass Nazar den<br />

Politiker beleidigt. Und er ist auch nicht<br />

die einzige Person oder das einzige Unternehmen,<br />

die sich mit einer Klage aus dem<br />

Strache-Anwaltsbüro befassen müssen. Die<br />

Sendungsverantwortlichen aus der beliebten<br />

ORF Serie „Die Vorstadtweiber“ bekamen<br />

genauso wie die Heute-Zeitung eine Klage<br />

von der FPÖ ins Postfach. Das Boulevardblatt<br />

schrieb über den „besoffenen Strache“<br />

im Wiener Innenstadt-Lokal „Bettelalm“,<br />

„Die Vorstadtweiber“ bezeichneten Strache<br />

als „schwul“. „Ich finde es nicht richtig, mich<br />

als „Besoffenen“ darzustellen. Ich bin eine<br />

Person der Öffentlichkeit und möchte nicht<br />

„UHRENSOHN“ ODER<br />

„HURENSOHN“. NAZAR<br />

HAT SICH NOCH NICHT<br />

ENTSCHIEDEN.<br />

in den Schmutz gezogen werden“,<br />

so der blaue Parteichef<br />

auf seiner Facebookseite.<br />

Sowohl Nazar als auch der<br />

ORF haben sich bis jetzt zu<br />

den Vorwürfen noch nicht<br />

geäußert, so Anwalt Michael<br />

Rami. Nazar zeigt sich laut<br />

Strache-Anwalt uneinsichtig<br />

und machte die Klage erst<br />

richtig berühmt. Unter anderem<br />

postete er Fotos auf den<br />

Social-Media-Kanälen mit<br />

dem Hashtag „Uhrensohn“,<br />

um sich über die Strache-<br />

Klage lustig zu machen.<br />

PREISKATALOGE GIBT ES<br />

NICHT<br />

Mit welchen Summen müssen Künstler rechnen,<br />

wenn sie Politiker beleidigen? Der österreichische<br />

Medienanwalt Dr. Wukoschitz<br />

dazu: „Der Höchstbetrag der medienrechtlichen<br />

Entschädigung für Beleidigung oder<br />

üble Nachrede liegt bei EUR 20.000, bei besonders<br />

schwerwiegender übler Nachrede<br />

oder Verleumdung bei EUR<br />

50.000.“<br />

„Die in der Praxis zugesprochenen<br />

Beträge sind<br />

meist ein paar hundert bis<br />

paar tausend Euro. Das Strafausmaß<br />

hängt von konkreten<br />

Umständen des Einzelfalls<br />

ab. Das heißt: Inwieweit hat<br />

der Betroffene selbst Anlass<br />

zur Kritik gegeben, in<br />

welchem Zusammenhang<br />

erfolgte die Beleidigung, welche<br />

Auswirkungen hat das<br />

auf den Betroffenen. Generell<br />

müssen sich Personen, die im<br />

Blickpunkt der Öffentlichkeit<br />

GUTE RECHERCHE<br />

SCHÜTZT VOR STRAFEN.<br />

MEDIENANWÄLTIN EVA SCHMELZ<br />

stehen, mehr gefallen lassen als ‚Privatpersonen‘,<br />

sodass auch die Entschädigungen oft<br />

deutlich geringer ausfallen und manchmal<br />

nur noch „symbolischen“ Charakter haben.“,<br />

so Wukoschitz.<br />

MEDIEN<br />

Wie können sich Medien vor Anklagen<br />

schützen? Eva Schmelz, selbständige Medienanwältin<br />

dazu: „Medien können sich<br />

schützen, indem sie nicht über den höchstpersönlichen<br />

Lebensbereich schreiben, gut<br />

recherchieren und bei heiklen Fällen die<br />

Meinung eines Experten vor Veröffentlichung<br />

einholen.“<br />

Selbstverständlich erreicht nicht jede Politikerklage<br />

ihren gewünschten Erfolg. Die<br />

FPÖ verklagte den NÖ-Landeshauptmann<br />

Erwin Pröll. Der war mit Blaulicht gefahren,<br />

um schneller zu einer Besprechung zu kommen.<br />

Die Anwälte der FPÖ klagten an und<br />

bekamen nicht Recht. Blaulicht zu benutzen,<br />

um eine Rettungsgasse zu passieren, ist unfair,<br />

wurde aber nicht als Amtsmissbrauch<br />

vom Richter anerkannt.<br />

Fazit: Es besteht eine schmale Gratwanderung<br />

zwischen<br />

Meinungsfreiheit und Beleidigung.<br />

Wenn du als<br />

Künstler oder Medium auf<br />

der sicheren Seite stehen<br />

möchtest, gilt es, garantiert<br />

keine Unwahrheiten<br />

zu verbreiten. Außerdem<br />

haben Aussagen, die den<br />

höchstpersönlichen Lebensbereich<br />

umschreiben<br />

keinen Platz in der Öffentlichkeit.<br />

Selbst, wenn man<br />

glaubt, sie entsprechen der<br />

Wahrheit. Sorry, Nazar,<br />

du wirst wohl bei „Uhrensohn“<br />

bleiben müssen.<br />

Marko Mestrović, Eva Schmelz


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Ab sofort gibt die schärfste Redaktion der<br />

Stadt einen exklusiven Einblick in ihren<br />

spannenden Arbeitsalltag. Wie kommen wir zu<br />

unseren Polit-Stories? Wie führt man ein Interview<br />

mit einem Gangsta-Rapper? Was braucht<br />

man für ein Cover-Shooting? Wie nutzen wir<br />

Facebook, Instagram und Co? Wie ticken<br />

Medien und welche beruflichen Netzwerke<br />

existieren im Hintergrund? Der Kurs richtet<br />

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Journalismus nicht nur erlernen, sondern auch<br />

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22 POLITIKA<br />

„ICH BIN DIE<br />

FRAU MIT DEM<br />

SCHWANZ.“


POLITIKA<br />

23<br />

Hübsch, elegant, weiblich. Die einzigen Eigenschaften, die Jelena aus Wien<br />

„verraten“, sind ihre Größe von 1,90 cm – ohne High-Heels – und ihre tiefe<br />

Stimme. Die transsexuelle Serbin über Prinzessinnenstäbe aus der Kindheit,<br />

syrische Liebschaften und die Blicke in den Wiener Discos.<br />

VON BAHAR TUGRUL UND SUSANNE EINZENBERGER (FOTOS)<br />

<strong>biber</strong>: Ist es eine Beleidigung, wenn ich Transe zu dir<br />

sage?<br />

Jelena: Nein, obwohl ich es manchmal selber komisch<br />

finde. Transe ist meistens in einem positiven Kontext<br />

gemeint. Und diejenigen, die mich so nennen, scheinen<br />

den Unterschied zwischen „schwul“ und „transsexuell“<br />

zu kennen.<br />

Wann hast du das erste Mal gemerkt, dass du im falschen<br />

Körper geboren wurdest?<br />

Ich bin nicht darauf gekommen, es war für mich irgendwie<br />

normal, dass ich so bin. Als fünfjähriges Kind wollte<br />

ich einen Prinzessinnenstab aus dem Supermarkt haben.<br />

Mein Vater hat mich daraufhin mitten im Geschäft vor<br />

allen anderen Menschen angeschrien. Ein anderes Mal<br />

habe ich ein seidenes Nachthemd meiner Mutter angezogen.<br />

Mein Vater kam und schlug auf mich ein.<br />

Hast du gewusst, warum?<br />

Ich habe eins und eins zusammengezählt. Wer einen<br />

Penis hat, muss ein Mann sein. Umgekehrt haben alle<br />

Frauen eine Vagina. Am Balkan ist dieses Denken üblich.<br />

Und du hast dann dieses Spiel weitergespielt?<br />

Ich durfte alles, was rosa war oder irgendwie weiblich<br />

konnotiert war, nicht anfassen. Das galt für Barbie-<br />

Puppen, aber auch für meine Haarlänge. Um meinen<br />

Eltern zu gefallen, hatte ich bis zu meinem siebzehnten<br />

Geburtstag kahlgeschorene Haare. Ich hatte mir selbst<br />

die Haare geschnitten, um meinen Eltern zu gefallen. Ich<br />

musste ja mit ihnen zusammenleben.<br />

Wann kam der Bruch?<br />

Zuerst hat es meine Mutter erfahren. Wir haben miteinander<br />

geredet und uns geeinigt, dass wir es Papa nicht<br />

erzählen. Ich schätze, mein Vater hat es vermutet. Er<br />

fragte mich immer, warum ich mich wie eine Schwuchtel<br />

anziehe und Handtaschen trage und betonte immer<br />

wieder, dass serbische Jungs mit bunten Hosen nichts<br />

anfangen können.<br />

Wann hat es dein Vater erfahren?<br />

Er hat es in der Zeitung gelesen.<br />

Wie das?<br />

Ich wurde vor drei Jahren auf dem Matzleinsdorfer Platz<br />

zusammengeschlagen.<br />

Aus welchem Grund?<br />

Ich hatte wie so oft eine große Goschn. Ein paar türkische<br />

Jugendliche standen herum und bezeichneten<br />

mich als „Schwuchtel“. Damals hatte ich noch ein männliches<br />

Aussehen gepaart mit Pelzmantel, Handtasche und<br />

Stiefel. Ich erwiderte ihre gehässigen Kommentare mit<br />

„Heast, hoits die Goschn, ihr Hurenkinder!“ Das ließen<br />

sie nicht auf sich sitzen und verprügelten mich krankenhausreif.<br />

Das stand dann in der Zeitung. Und mein Vater<br />

wusste offiziell, dass sein Sohn eine Transe ist.<br />

Hast du noch Kontakt zu deinen<br />

Eltern?<br />

Nein, ich habe gelernt, alleine zu leben.<br />

Jedes Mal, wenn wir uns nach<br />

längerer Zeit wieder hören, wollen<br />

sie, dass ich als Junge wieder zu ihnen<br />

zurückkehre.<br />

Beschreibe uns deine Gefühle, als<br />

du vom Mord an Hande Ö. erfahren<br />

hast.<br />

Ich war geschockt und traurig zugleich.<br />

Da gibt es eine Verbindung,<br />

da man sich selbst als Betroffene<br />

sieht.<br />

Hast du sie persönlich gekannt?<br />

Ja, aber nicht gut, weil sie ja erst<br />

im Sommer nach Österreich gekommen<br />

ist. Optisch gesehen hat<br />

sie mir stark imponiert. Als sie mir<br />

vorgestellt wurde, konnte ich gar<br />

nicht glauben, dass sie eine Transe<br />

ist. Ich fragte mich: „Wo ist jetzt<br />

eine Transe?“ Hande hatte unglaublich<br />

weibliche Hände. Sie war ein<br />

Vorbild für mich, extrem lieb und<br />

süß. Wir wollten unbedingt mal zusammen<br />

auf die Piste gehen. Leider<br />

kam es nicht dazu.<br />

Gehören solche Vorfälle zum Alltag<br />

der transsexuellen Menschen in Österreich?<br />

In Österreich ist es seit langem der<br />

erste Vorfall. Aber in Serbien sind<br />

solche Übergriffe auf der Tagesordnung.<br />

In der Türkei auch, nach<br />

meinem Wissensstand.<br />

Und wie ist es in der Wiener Community?<br />

Seit ich optisch eindeutig weiblich<br />

bin, habe ich gar keine Probleme.<br />

Ich war vor kurzem in einer Jugo-<br />

Disco in Favoriten. Natürlich wur­<br />

Transsexuelle Menschen werden im<br />

falschen Körper geboren. Darunter<br />

versteht man: Alle Personen, die sich<br />

nicht zu 100% mit ihrem körperlichen<br />

Geschlecht und/oder den damit<br />

verbundenen Rollenerwartungen<br />

identifizieren.<br />

In Österreich ist es Transgender-<br />

Personen seit 1983 erlaubt, ihre<br />

Dokumente auf die Bezeichnung des<br />

verspürten Geschlechts umzuändern.<br />

Mit der Erfüllung aller rechtlichen<br />

Voraussetzungen finanziert die<br />

Gebietskrankenkasse die Hormonbehandlung,<br />

sowie die Operation zum<br />

gewünschten Geschlechtsorgan. Im<br />

Wiener AKH existiert österreichweit<br />

die einzige Transsexuellen-Ambulanz<br />

unter der Leitung von Dr. med. univ.<br />

Ulrike Kaufmann. (siehe Interview)<br />

Länder, die einen anderen Geschlechtseintrag<br />

als „männlich“<br />

oder „weiblich“ zulassen, gibt es<br />

immer mehr; zuletzt ist es auch in<br />

Deutschland möglich, ein „x“ auf der<br />

Geburtsurkunde einzutragen. In Indien<br />

gibt es (für die Hijra-Community,<br />

die sich teilweise als weder männlich<br />

noch weiblich sieht), ebenfalls ein 3.<br />

Geschlecht.<br />

TransX ist ein Verein mit fast 100<br />

Mitgliedern, der die Interessen der<br />

Transgender-Personen vertritt. Am<br />

14. Februar organisierte der Verein<br />

eine Demo für die getötete Trans-Frau<br />

Hande Ö. Die 35-jährige Asylwerberin<br />

wurde Anfang des Jahres brutal in der<br />

eigenen Wohnung getötet.<br />

Mehr Info unter: www.transx.at


24<br />

POLITIKA<br />

de ich von den Besuchern mit großen Augen angesehen<br />

und manche haben auch gekichert. Das stört mich aber<br />

nicht, solange ich ins Frauen-Klo darf.<br />

Du hast uns erzählt, dass deine Liebschaften ausschließlich<br />

Türken, Syrer, Tschetschenen waren.<br />

Ja, ich stehe auf den dunkelhaarigen, südländischen Typen.<br />

Ich hatte mal eine Beziehung mit einem syrischen<br />

Jungen, den ich beim AMS kennengelernt habe. Wir sind<br />

nebeneinander im Bett gelegen und haben über den Syrienkrieg<br />

geredet. Ein anderes Mal verliebte ich mich in<br />

einen Tschetschenen. Das war aber eine Beziehung voller<br />

Dramen, da er eine Ex-Frau und drei Kinder hatte. Wir<br />

mussten uns deshalb immer geheim treffen.<br />

Wissen die Männer beim Kennenlernen, dass du einen<br />

Penis hast?<br />

Ach, das sag ich gleich am Anfang. Ich will, dass niemand<br />

enttäuscht ist. Beim syrischen Jungen tat ich das<br />

nicht. Als wir dann nach drei Wochen das erste Mal<br />

rumgemacht hatben, griff er mir zwischen die Beine und<br />

musste sofort weg. Als ich ihn darauf angesprochen habe,<br />

meinte er, dass er gar nicht gewusst habe, dass es so etwas<br />

gibt. (lacht)<br />

Hand aufs Herz. Wie oft wirst du angestarrt in der Öffentlichkeit?<br />

Oft, aber auch weil ich so groß bin. Ich war vor zwei Wochen<br />

in St. Pölten mit Minirock und Glitzer-High Heels<br />

unterwegs. Es ist normal, dass da die Leute schauen. Ich<br />

tue es ja auch bei Blondinen, weil ich sie interessant finde<br />

und mich mit ihnen vergleiche. Ich schaue dann auf ihren<br />

Po oder ihre Brüste.<br />

Wie eine typische Frau eben.<br />

Genau. Wobei ich gerade vorhin am Westbahnhof war<br />

und gleich drei Nummern von Männern zugesteckt bekam.<br />

Weiß nicht, ob es allen Frauen auch so ergeht.<br />

Das ist ja praktisch, oder?<br />

Möchte man glauben, stimmt aber nicht. Viele Männer,<br />

die uns anmachen, wollen nur schnellen Sex. Sie glauben,<br />

Transen sind dauergeil und immer verfügbar. Letztens<br />

habe ich einen Serben getroffen. Wir sprachen in unserer<br />

Muttersprache und als wir angesprochen haben, was er<br />

von mir möchte, sagte er nur: „Spaß und so.“ Daraufhin<br />

habe ich ihm gesagt, dass wir uns zuerst irgendwo in der<br />

Öffentlichkeit treffen können. Ich möchte das Image der<br />

sexgeilen Transen ändern.<br />

Sind die Vorurteile der Grund, warum die meisten Transen<br />

als Sexarbeiterinnen ihr Geld verdienen müssen?<br />

Natürlich, sie können sich meistens das Geld nicht anders<br />

verdienen, vor allem Flüchtlinge. Ich habe mal für<br />

einen Job vorgesprochen. Die Bewerbungsunterlagen<br />

waren top, ich habe alle Voraussetzungen erfüllt. Als<br />

mich der Chef sah, kam er plötzlich mit eigenartigen<br />

Ausflüchten. Ich schreibe gar keine Bewerbungen mehr,<br />

sondern gehe gleich in das Geschäft und frage, was Sache<br />

ist. Das macht die Absagen verträglicher.<br />

Jelena, wie hast du noch als Mann geheißen?<br />

Das weiß niemand mehr.<br />

INTERVIEW MIT DR. KAUFMANN<br />

AKH, Leitung Transsexuellen-Ambulanz<br />

<strong>biber</strong>: Wie wird die Transsexualität in der Medizin interpretiert?<br />

DR. KAUFMANN: Man spricht heute eigentlich von Geschlechts-Dysphorie.<br />

Die Transsexualität ist sozusagen die ausgeprägteste<br />

Form der Geschlechts-Dysphorie. Es besteht ein Unbehagen,<br />

ein Missempfinden verursacht durch die Diskrepanz<br />

zwischen Geschlechtsidentität und dem Geburtsgeschlecht.<br />

Wie viele TS gibt es in Österreich? Wie viele Anfragen bekommen<br />

Sie im AKH? Wie viele davon können aufgenommen werden?<br />

Das ist schwer zu beantworten. Ich kann Ihnen nur den Anteil<br />

jener Personen nennen, welche in der Transgenderambulanz im<br />

AKH in Betreuung sind und das sind derzeit ca. 500 Betroffene<br />

(Mann zu Frau- UND Frau zu Mann- Transidente). Hier gibt es<br />

gibt zirka 100 Neuvorstellungen im Jahr. Eine Psychiatrische/<br />

Psychotherapeutische/Psychologische Diagnosestellung ist Voraussetzung<br />

für den Beginn der medizinischen Behandlungen,<br />

sowie auch der Kostenübernahme durch die Krankenkassen.<br />

Übernimmt die WGKK die ganzen Kosten der Behandlung?<br />

Die Versicherungsträger übernehmen den größten Teil der medizinischen<br />

Behandlungskosten. Die gegengeschlechtliche Hormontherapie,<br />

sowie die geschlechtsangleichenden Operationen<br />

werden von den Krankenkassen übernommen. Diverse kosmetische<br />

Eingriffe wie z.B. Laser-Epilation der Barthaare müssen<br />

selbst bezahlt werden. Die Kostenübernahme z.B. für einen gewünschten<br />

Brustaufbau (eben weil die Hormontherapie nicht<br />

zum gewünschten Erfolg geführt hat) ist in den Bundesländern<br />

unterschiedlich geregelt.


25<br />

Foto von Alex Dietrich<br />

DAS IST ABER NOCH DIE<br />

OFF-SEASON FIGUR.<br />

RAMBAZAMBA


26<br />

RAMBAZAMBA<br />

BREITE OBERSCHENKEL STATT<br />

THIGH GAP, EIWEISS STATT<br />

SALAT UND PROTEIN-SHAKES<br />

STATT ENTSCHLACKUNGSTEE –<br />

FRAUEN WIE DIE WIENERIN LUSY<br />

BEVORZUGEN MUSKELMASSE STATT<br />

MAGERWAHN UND SETZEN DAMIT<br />

EIN ZEICHEN: STARKE FRAUEN<br />

BRAUCHT DIE WELT.<br />

VON MELISA ALJOVIĆ<br />

DAS STARKE<br />

GESCHLECHT<br />

Marko Mestrović, Michael Baumgartner, Christian Kellner<br />

Die 24jährige Lusy beim Biber-Fotoshooting.


RAMBAZAMBA<br />

27<br />

Statt zum Kaffeeklatsch, trifft sich Lusy (rechts) zum Pumpen. Für Freund und Fortgehen bleibt keine Zeit.<br />

Gibt man auf Facebook oder Instagram „Fitness<br />

Girls“ ein, erscheinen tausende Fotos von<br />

durchtrainierten Frauen: breiter Rücken, feste<br />

Oberarme, ein Sixpack von dem Christiano Ronaldo<br />

nur träumen kann und dann noch dieser knackige<br />

Hintern. Keine Spur von Fett, Cellulite oder Knochen<br />

– hundert Prozent reine Muskelmasse. Neben den<br />

Fotos finden sich Ernährungstipps und Fitnesspläne<br />

für den Weg zum neuen Körperideal. Was aber auch<br />

auffällt, sind die abwertenden Kommentare unter den<br />

Fotos der durchtrainierten Frauen. Es sind häufig<br />

Männer, die sie verfassen: „Wäh, die<br />

sieht aus wie ein Kerl!“, „Das ist doch<br />

nicht mehr weiblich“, schreiben sie.<br />

Lusy Skaya kennt solche Kommentare<br />

nur zu gut. Die 24-jährige Athletin hat auf ihrer eigenen<br />

Facebook-Seite fast 22.000 Likes. Dort postet sie<br />

Fotos von ihren Mahlzeiten, ihren Sport-Outfits und<br />

ihrem durchtrainierten Körper und der sorgt stets<br />

für Gesprächsstoff: „Früher warst du viel hübscher!“,<br />

„Nimmst du Steroide? Das ist nicht mehr weiblich!“<br />

- das ist nur ein kurzer Auszug der Kommentare, die<br />

Lusy erreichen. Die gebürtige Russin lässt das jedoch<br />

kalt: „Die Männer, die das schreiben, sind einfach nur<br />

eingeschüchtert von mir“, weiß sie.<br />

Außerdem gibt es ja auch genug positives Feedback.<br />

Täglich erhält Lusy zahlreiche Nachrichten von<br />

Frauen, die sie um ihren Körper beneiden und Lusy<br />

um Fitness- und Ernährungstipps bitten. Die berät<br />

„MUSKELMONSTER!“<br />

Lusy gerne in ihrem eigenen Fitness-Shop. Im Oktober<br />

2014 eröffnete sie nach eigenen Angaben als erste<br />

und bisher einzige Frau in Österreich einen eigenen<br />

Shop für Fitnesspräparate. In der „Bodybaustelle“<br />

im fünften Wiener Bezirk bietet die 24-Jährige auch<br />

spezielle Produkte für Frauen an und schließt damit<br />

eine Marktlücke. „Frauen brauchen beispielsweise<br />

hochwertigere Eiweißprodukte und mehr Vitamine<br />

als Männer“, weiß die ausgebildete Fitnesstrainerin. In<br />

ihrem Shop erhält man neben diesen Produkten auch<br />

spezielle Zutaten fürs Backen ohne Kohlenhydrate,<br />

stylische Sportklamotten und persönliche<br />

Tipps von Lusy. Sie selbst<br />

hat vor vier Jahren begonnen intensiv<br />

Fitness zu betreiben, davor hat<br />

sie in der Bank gearbeitet. Dann schulte Lusy zur Fitnesstrainerin<br />

um, begann Videos mit Sportübungen<br />

auf YouTube hochzuladen und spielte in Musikvideos<br />

von Farid Bang und Nazar mit. Mittlerweile hat sie einen<br />

eigenen Sponsor und ist ein bekanntes Gesicht in<br />

der Fitness-Szene.<br />

„Lusy kennt jeder“, sagt auch Pantea. Die 24-Jährige<br />

ist Gewichtheberin. 120kg hebt sie, doch schon bald<br />

will sie das toppen, ihr Ziel ist es sich eines Tages für<br />

die Europameisterschaft im olympischen Gewichtheben<br />

zu qualifizieren. Die gebürtige Iranerin will auch<br />

ein Vorbild für Frauen sein: „Wenn du körperlich stark<br />

bist, macht dich das auch innerlich stärker. Durch die


28<br />

RAMBAZAMBA<br />

„Schande für den Islam“ - Die Muslima Pantea wird wegen ihres Sports oft von Männern beleidigt. Dabei hat der<br />

starker Rücken sie selbstbewusster gemacht.<br />

Rückenmuskeln und die breiten Schultern habe ich<br />

eine aufrechte, starke Haltung. Ich bin ausgeglichener<br />

und selbstbewusster“, sagt Pantea. Das, obwohl sie wegen<br />

ihres muskulösen Körpers häufig beleidigt wird:<br />

„Muskelmonster, Steroidfotze – die Männer haben<br />

doch nur Angst vor mir“, so die 157cm große Sportlerin.<br />

Damit sich auch Frauen, die sich nicht trauen mit<br />

Männern zu trainieren, auspowern können, hat sie das<br />

„Bootcamp – Women Strength“<br />

ins Leben gerufen. Von Mai<br />

bis September trainiert Pantea<br />

jeden Sonntag im Vienna City<br />

Beachclub mit anderen Frauen.<br />

Das Ziel ist es, das Bild von<br />

der hilflosen, schwachen Frau<br />

hinter sich zu lassen. Trotzdem<br />

haben es Frauen in der Fitness-Szene noch immer<br />

nicht leicht, deswegen ist der weibliche Anteil in<br />

dem Sport vergleichsweise gering. Pantea kennt zehn<br />

Frauen in ganz Wien, die wirklich intensiv trainieren,<br />

die meisten sind Österreicherinnen, es gibt eher weniger<br />

Migrantinnen in dem Gebiet. Frauen werden hier<br />

häufig nicht ernst genommen: „Zu Beginn wird man<br />

für seine Ziele ausgelacht und wenn man sie dann erreicht<br />

hat, wird man beleidigt – dann ist man plötzlich<br />

männlich und schirch“, sagt sie. Pantea ist Muslima,<br />

„DABEI IST MEIN BIZEPS<br />

GRÖSSER ALS DER VON DEN<br />

MEISTEN MÄNNERN.“<br />

für sie hat Sport nichts mit Religion zu tun, trotzdem<br />

wird sie oft von Männern beleidigt, die sie als Schande<br />

für den Islam sehen, weil sie in kurzen Sportklamotten<br />

im Männerbereich des Studios trainiert.<br />

Doch die gebürtige Iranerin trainiert dort nur, weil ihr<br />

die Gewichte im Frauenbereich nicht ausreichen. Auch<br />

ihre Freundin Bianca, die bei Bodybuilder-Shows auftritt,<br />

stört es, dass Frauen in<br />

der Szene unterschätzt werden:<br />

„Kaum betritt man als Frau ein<br />

Fitnesscenter, wird einem gleich<br />

der Frauenbereich gezeigt. Dort<br />

gibt es aber viel weniger Geräte<br />

und eher mehr für Ausdauer,<br />

statt für Muskeln. Dabei ist<br />

mein Bizeps größer als der von den meisten Männern.“<br />

Die 22-jährige Medizinstudentin ist seit einem<br />

Jahr in der Bodybuilding-Szene. Sie kennt den Ruf,<br />

der Frauen aus dieser Szene verfolgt und weiß, dass<br />

Bodybuilderinnen oft als männlich gelten und sich<br />

viele Frauen auch deshalb nicht trauen, mit dem Sport<br />

anzufangen. Doch sie gibt Entwarnung: „Solange du<br />

dir nichts spritzt oder illegale Präparate zu dir nimmst,<br />

kannst du gar nicht so aussehen wie ein Mann.“ Die<br />

22-Jährige muss es wissen, schließlich ist Bodybuil­


TRAININGSPLAN<br />

MONTAG: LEGS/CALVES<br />

Squats 4x 10 superset with<br />

Walking Lunges 4x 20<br />

Beinpresse eng 3 x 8-12<br />

Leg Extensions 3 x 12-15<br />

Beincurls liegend 4 x 8-10<br />

Hip Bridges 4 x 12 superset with<br />

Froggys 4x10-20<br />

Abduktoren 3x12-15<br />

Wadenheben Beinpresse 3x6-12<br />

Wadenheben sitzend 3x15–25<br />

TATTOOS UND BAUCH­<br />

MUSKELN – IN DER<br />

FITNESSWELT KENNT<br />

LUSY JEDER.<br />

DIENSTAG: CHEST/SHOULDERS/ABS<br />

Incline Dumbbell Bench Press 4 x 12 superset<br />

with<br />

Standing Cable Fly’s 4 x 12<br />

High Pull with rope 3×15<br />

Standing Shoulder Press 4×12<br />

Lateral Raises 8 x 8<br />

Crunches 3 x 15<br />

1 min Plank<br />

DONNERSTAG: BACK/BICEPS<br />

Wide Grip Pull Ups 4 x 8<br />

Cable Row Machine eng 3 x 10<br />

Bent Over Cable Rows 3 x 12 superset with<br />

Lat Pull Downs eng 4 x 12<br />

KH-Rudern 3x10-12<br />

Weight Hyper Extensions 4 x 15<br />

Alternating Seated Dumbbell Curls 4 x 8<br />

EZ Barbell Curls 4 x 12<br />

Sonntag: Shoulder/Triceps/Abs<br />

Dumbbell Shoulder Press 4 x 10<br />

FREITAG: HAMSTRINGS/GLUTES/CALVES<br />

Leg Curls 4 x 15 superset with<br />

1 min weighted Step Ups on bench<br />

Stiff Leg Deadlifts 4x 12 superset with<br />

Platte 3x15-20<br />

Kettlebell 3x15-20<br />

Smith Langhantel 3x15-20<br />

Froggys 4x8x12<br />

Wadenheben Beinpresse 3x6-12,<br />

Wadenheben sitzend 3x15-25<br />

Military Press 3 x 10<br />

Rear Cable Fly’s 4 x 10 superset with<br />

Arnold Press 3 x 8<br />

Lateral Cable Fly’s 3 x 8 superset<br />

Dumbbell Kickbacks 3 x 10<br />

Cable Rope Overhead Triceps Extension 3 x 15<br />

superset with<br />

Push ups Close Grip 3 x 10<br />

Hanging Leg Raises 3 x 15<br />

Inclined Russian Twists 3 x 15 superset with<br />

Crunches 3 x 15


30 RAMBAZAMBA<br />

ERNÄHRUNGSPLAN<br />

Mittwoch, Samstag:<br />

200g Protein, 150g KH<br />

7.30 Uhr: 30g Wheyprotein, 20g Protein<br />

10.00 Uhr: 2 Eier + 200ml Eiklar + 50g Schinken, 100g Roggenbrot, 46g<br />

Protein, 40g KH<br />

12.30 Uhr: 150g Fisch (Tilapiafilet), 50g Reis, 33g Protein, 38g KH<br />

15.00 Uhr: 150g Hühnerfleisch, 300g Kartoffeln, 33g Protein, 45g KH<br />

17.30 Uhr: 150g Hühnerfleisch, 50g Reis, 33g Protein, 38g KH<br />

20.00 Uhr: 100g Hühnerfleisch, 150g Broccoli, 22g Protein<br />

22.00 Uhr: Proteinshake 30g, 20g Protein<br />

Dienstag, Donnerstag, Sonntag:<br />

170g Protein, 250g KH<br />

7.30 Uhr: 30g Wheyprotein (Muscle Whey), 20g Protein<br />

Training: 60g Malto+10gBCAA+10gGlutamin, 60g KH<br />

11.30 Uhr: 100g Reisflocken + 40g Wheyprotein, 30g Protein, 75g KH<br />

13.30 Uhr: 150g Fisch (Tilapiafilet), 50g Reis, 33g Protein, 38g KH<br />

15.30 Uhr: 100g Hühnerfleisch, 50g Dinkelnudeln, 33g Protein, 38g KH<br />

17.30 Uhr: 100g Hühnerfleisch, 50g Reis, 22g Protein, 38g KH<br />

20.00 Uhr: 100g Hühnerfleisch, halbe Gurke, 22g Protein<br />

22.00 Uhr: 30g Wheyprotein, 20g Protein<br />

Montag, Freitag:<br />

150g Protein, 350g KH<br />

7.30 Uhr: 30g Wheyprotein (Muscle Whey), 20g Protein<br />

Training: 60g Malto+10gBCAA+10gGlutamin, 60g KH<br />

12.00 Uhr: 100g Reisflocken + 40g Wheyprotein, 30g Protein, 75g KH<br />

14.00 Uhr: 100g Fleisch, 100g Reis, 22g Protein, 75g KH<br />

16.00 Uhr: 100g Fleisch, 100g Reis, 22g Protein, 75g KH<br />

18.30 Uhr: 100g Fleisch, 100g Dinkelnudeln, 22g Protein, 75g KH<br />

20.30 Uhr: 100g Schinken, 130g Roggenbrot, 20g Protein, 52g KH<br />

22.30: 30g Wheyprotein, 20g Protein<br />

Kann immer dazu gegessen werden: Champignons, Himbeeren, Blaubeeren,<br />

Gurken, Broccoli, Delikatessgurken, Paprika, Tomaten.<br />

Fleisch kann auch mit magerem Rinderfaschiertem, Shrimps, Thunfisch,<br />

Fisch, Steak ersetzt werden (Proteinmenge beachten!)<br />

ding ihr Leben. Sie ist beim<br />

IFBB (International Federation<br />

of Bodybuilding & Fitness) und<br />

gibt dort tausende von Euros<br />

für Vorbereitungen und Bühnenshows<br />

aus. Bräunungsspray, Glitzerbikini, Haare,<br />

Make-Up, Präsentationsseminare – all das ist teuer,<br />

doch Bianca ist es das wert - der Sport ist alles für sie.<br />

Pantea pflichtet ihr bei. Auch sie lebt für den Sport,<br />

macht weder Party, noch trinkt sie Alkohol. Ihr Alltag<br />

dreht sich nur um das Training und die richtige<br />

Ernährung, Zeit für Freunde bleibt wenig. Die beiden<br />

Frauen können sich auch nicht vorstellen mit einem<br />

ARMDRÜCKEN BEIM Mann zusammen zu sein, der<br />

sich nicht in der Fitness-Szene<br />

ERSTEN DATE<br />

bewegt. „Das würde auch gar<br />

nicht funktionieren, der würde<br />

sich unmännlich neben mir<br />

fühlen“, sagt Bianca. Früher wurden die beiden Freundinnen<br />

von Männern auf Dates eingeladen, heute<br />

heißt es: „Lass uns Armdrücken oder gemeinsam trainieren<br />

gehen.“ Doch den beiden gefällt das, sie werden<br />

endlich als gleichwertig und stark wahrgenommen.<br />

Pantea bringt es auf den Punkt: „Der Trend geht in die<br />

richtige Richtung, Frauen wollen stark sein – das Bild<br />

von der zarten, zerbrechlichen Frau könnt ihr ein für<br />

alle Mal vergessen.“


RAMBAZAMBA<br />

31<br />

Marko Mestrović<br />

MENERVA<br />

BECOMING<br />

HAUSFRAU<br />

Es ist DAS Wort, das ich niemals laut aussprach. Es ist DIE<br />

Vorstellung, die ich von mir niemals hatte und nun ist sie<br />

pure Realität: Ich wurde zur Hausfrau.<br />

SCHREIBBLOCKADE UND VERLORENE SOCKEN<br />

Obwohl ich im letzten Monat viel von der Welt sah, neue Menschen<br />

kennenlernte und vor zwei Wochen in ein großes Apartment am Meer<br />

in Dubai zog, habe ich eine schreckliche Schreibblockade. Alles, was<br />

diese Blockade lösen sollte, ist vor mir: Meer, Strand, Sand und ein<br />

neues Leben, das ich mir seit Jahren wünsche. Aber kaum arbeite<br />

ich an meinem Buch, kommt nichts, nada. Das hat vielleicht damit<br />

zu tun, dass ich seit einem Monat verheiratet und aus Österreich<br />

weggezogen bin. In Wien stand ich jeden Morgen auf, ging in die<br />

Arbeit, traf danach Freunde und ging mit vielen neuen Eindrücken<br />

ins Bett. Wenn ich heute aufwache, begrüßen mich Staubmäuse,<br />

die gejagt werden müssen, ein Wäschekorb, der geleert werden muss<br />

und Socken, die ihre Partner verloren haben. Meine Hauptgedanken,<br />

die ich nun vor dem Schlafengehen habe, sind, welche Soße eher zu<br />

welchem Gericht passt und die ständige Frage, ob ich den Wäschetrockner<br />

wirklich abgedreht habe…<br />

WENN DER TRUTHAHN SCHMECKT, PASST DIE SCHREIBEREI…<br />

Ich hatte immer diese (kranke) Vorstellung, dass es nur Karrierefrauen<br />

sind, die sich jeden Morgen auf´s Neue für etwas einsetzen<br />

und abends als Heldinnen des Tages nach Hause kommen. Das<br />

andere Team, das Team der Hausfrauen, nun ja, ich wusste nichts<br />

über sie. Aber ich war mir sicher, dass ich nie eine werden möchte.<br />

Nun, wo ich beides ausprobiert habe, würde ich sagen, dass das Eine<br />

das Andere nicht ausschließt, und dass ich das (vorläufige) Leben als<br />

Hausfrau sogar aufregend finde. Erst vor Tagen rief mein Ehemann an<br />

und meinte: “Ich bin in einer halben Stunde da, mach dich fertig, wir<br />

gehen draußen essen.“ (Der Arme kann ja nicht für immer fasten.) Zu<br />

seiner Überraschung hatte ich andere Pläne: “Wir essen zu Hause,<br />

ich habe einen Truthahn im Ofen.“ Lachend meinte er: “Du hast<br />

einen was im wo? Vor einem Monat hast du nicht einmal ein Omelett<br />

hinbekommen.“ Seinen amüsierten Blick zu sehen, als er den ersten<br />

Bissen vom Truthahn nahm und es ihm tatsächlich schmeckte,<br />

löste ein Gefühl in mir aus: Ich wollte mehr kochen! Durchs Kochen<br />

schrieb ich mehr, zwar nur Rezepte, aber wenigstens konnte ich<br />

wieder schreiben. Das ermutigte mich weiterzuschreiben, denn durch<br />

das Schreiben der Rezepte kam auch die Inspiration wieder. Ich habe<br />

das Gefühl, dass mein Schreiben nun eine ganz andere Würze hat,<br />

dass auch die Frauen, die zu Hause für Ordnung sorgen, ganz große<br />

Heldinnen sind.Meine Rabia wird nie verstummen.<br />

Menerva Hammad schreibt exklusiv aus Dubai für Biber.<br />

hammad@das<strong>biber</strong>.at<br />

Fotos: Sophie Kirchner<br />

Fotos: ALDO, Sanderson<br />

SelbSt iSt die Frau –<br />

die WerkStatt Für Frauen<br />

Drei Stunden lang schleifen, lackieren, polieren<br />

und sägen die Frauen jeden Donnerstagvormittag<br />

an ihren Möbeln. Die VHS KunstHandWerk Wien<br />

veranstaltet seit Jahren die „FrauenWerkstatt“.<br />

Hier finden sich Hobbyhandwerkerinnen, Holzliebhaberinnen<br />

und geschickte Finger zusammen.<br />

Die Damen der „FrauenWerkstatt“<br />

sind keine Amateure.<br />

Wie uns Bettina (51) erklärt, benötigt<br />

man drei Vorkurse, die jeweils<br />

ein Semester dauern, um am<br />

Fortgeschrittenenseminar teilnehmen<br />

zu können. Sie selbst ist seit<br />

4 Jahren bei der VHS KunstHand-<br />

Werk. „Wer einmal anfängt, kann<br />

damit gar nicht mehr aufhören“, so<br />

Christiane (67). Ob man Erbstücke<br />

aufpäppeln möchte, neue Stühle<br />

tischlern oder Flohmarktschätze<br />

restaurieren: In der gut ausgestatteten<br />

Werkstatt ist man genau<br />

richtig. Kursleiter Michael (57),<br />

Tischlermeister, erklärt: „Unsere<br />

Restaurierungskurse sind sehr gut<br />

besucht. Zu unserer Überraschung<br />

ist selbst bei den gemischten Kursen<br />

der Frauenanteil höher. Die Damen<br />

können hier ihr Können und ihre<br />

Bezahlte anzeige<br />

Kreativität einbringen. Das Lustige:<br />

Nähkurse werden zunehmend von<br />

Männern besucht.“ Die Kursauswahl<br />

an der VHS KunstHandWerk<br />

ist sehr vielfältig, mitbringen sollte<br />

man: Geduld, ein wenig Geschick<br />

und Spaß am Handwerken. Informationen<br />

zu den Kursen findet ihr<br />

auf: www.vhs.at


32 Rambazamba<br />

raus aus der<br />

Friendzone!<br />

Du stehst auf ein Mädchen, aber für sie bist du nur ein guter Freund? Willkommen in der<br />

Friendzone. Aber keine Sorge, ich kann dir helfen. Ich widme diesen Artikel allen Frauen, die<br />

ihren Traumtyp in die Friendzone verbannt haben und allen Männern, die raus wollen.<br />

Von Alexandra Stanić<br />

Fotos: My Girl Movie


Rambazamba<br />

33<br />

Gratulation an jeden Mann, der es<br />

aus der Friendzone schafft“, bringt<br />

es meine beste Freundin auf den<br />

Punkt. Ja, Gratulation ist an dieser Stelle<br />

angebracht. Immerhin heißt es nicht umsonst:<br />

Einmal in der Friendzone, immer in<br />

der Friendzone. Denkste – auch ich wurde<br />

eines Besseren belehrt. Und ich bin hier,<br />

um allen Mädels die Augen zu öffnen und<br />

um allen Männern Tipps zu geben, wie sie<br />

es aus der Friendzone schaffen.<br />

Es gibt ein paar simple Indizien, die dafür<br />

sprechen, dass mehr dahinter steckt als<br />

nur Freund-schaft. Ihr textet ständig und<br />

dein Akku ist seinetwegen immer leer?<br />

Er trifft sich mit keiner anderen und reißt<br />

sich den Arsch für dich auf – weitaus mehr<br />

als all deine anderen Freunde es jemals getan<br />

haben und tun werden? Nun ja. Dann<br />

kannst du ziemlich sicher sein, dass er<br />

nicht nur freundschaftliche Gefühle für<br />

dich hegt. Rede es dir ruhig ein, tief im<br />

Inneren weißt du selbst, dass kein Typ um<br />

drei Uhr morgens mit deiner Lieblingssorte<br />

Eis vor deiner Haustür steht, „nur<br />

weil ihr so dicke Freunde seid“. Und es ist<br />

auch ziemlich naiv von dir zu behaupten,<br />

dass du „keine Ahnung hattest“.<br />

„<br />

aber Mal ehrlich: Freunde seid ihr<br />

schon lange nicht Mehr.<br />

„EInE SchWEIGEMInuTE Für All<br />

unSErE BrüDEr In DEr FrIEnDzonE.“<br />

Das Friendzone-Phänomen hat sich über<br />

Jahre etabliert und gehört mittlerweile zu<br />

einer fixen Problemstellung unserer Generation.<br />

Wikipedia erklärt es so: „Die<br />

Friendzone beschreibt eine platonische<br />

Beziehung von zwei Personen, in der sich<br />

eine Person eine romantische oder sexuelle<br />

Beziehung wünscht, die andere aber<br />

nicht. Der Status der Friendzone gilt nicht<br />

als wünschenswert.“ Ziemlich genau auf<br />

den Punkt gebracht. Die Friendzone ist<br />

außerdem ein wichtiger Bestand-teil der<br />

Witzkiste des Internets. Es gibt etliche<br />

Sprüche und Bilder, die sich mit dieser<br />

Problematik beschäftigen. Übrigens kann<br />

es natürlich sein, dass eine Frau in der<br />

Friendzone landet. Aber mal ehrlich - wie<br />

oft passiert das schon? Männer erkennen<br />

viel früher, dass mehr dahinter steckt als<br />

nur Freundschaft und lassen sich auch<br />

eher darauf ein als Frauen.<br />

Ich selbst war auch ein Naivchen,<br />

wenn man bedenkt, wie lange ich gebraucht<br />

habe, um zwei Dinge zu kapieren:<br />

Erstens, dass er etwas von mir will. Zweitens,<br />

dass auch ich etwas von ihm will.<br />

Bei meiner besten Freundin war es ähnlich.<br />

Sie war jahrelang mit einem Typen<br />

befreundet. Sie haben sich mehrmals die<br />

Woche gesehen und jedes Geheimnis miteinander<br />

geteilt. Bis sie einen Trip nach<br />

Bosnien gemacht und eingesehen haben,<br />

dass da doch mehr im Busch ist. Heute<br />

wohnen sie zusammen.<br />

Als ich damals meinen jetzigen Freund<br />

kennengelernt habe, verstanden wir uns<br />

auf Anhieb – nur freundschaftlich, versteht<br />

sich. Ehe ich mich versehen konnte,<br />

war er an oberster Stelle meiner Whatsapp-Kontakte.<br />

Man kann behaupten,<br />

dass sich ziemlich schnell eine intensive<br />

Freundschaft entwickelt hat. Ich habe ihm<br />

peinliche Fotos von mir geschickt, sei es<br />

in einem Schianzug aus den 80iger Jahren<br />

oder mit knallrotem Gesicht direkt nach<br />

dem Joggen, alles ganz ohne Hintergedanken<br />

selbstverständlich. Er hat sich<br />

bei mir schon morgens über die muffigen<br />

Gesichter in der U-Bahn beschwert und<br />

mir von seinem Alltag erzählt. Wenn du<br />

ihm also Selfies schickst, die du sonst nirgends<br />

veröffentlichen würdest und er dir<br />

trotzdem Komplimente macht, kannst du<br />

sicher sein, dass er etwas ausheckt. Ach ja.<br />

Warum schickst du ihm eigentlich all die<br />

Selfies? Denk darüber nach.<br />

FrEunDSchAFT +<br />

Heute fallen mir nur Vorteile ein, wenn<br />

ich über Pärchen nachdenke, die vorher<br />

Freunde waren. Das hat mehrere Gründe.<br />

Ich zum Beispiel hatte nie auch nur eine<br />

Sekunde lang die Sorge, ich würde ihm<br />

ohne Make-up nicht gefallen. Warum<br />

nicht? Weil wir etliche Male Sushi essen<br />

waren und ich meistens ungeschminkt<br />

war. Er hat eine Seite von mir kennengelernt,<br />

die ein anderer Mann nie von mir<br />

gesehen hätte – einfach weil er ein Freund<br />

und kein Flirt war. Ich habe ihm erzählt,<br />

was ich in einer Beziehung nicht mag,<br />

welche Fehler ich in der Vergangenheit<br />

gemacht habe und auch ganz offen über<br />

“<br />

meine peinlichsten Erlebnisse geplaudert.<br />

Ich habe gar nicht darüber nachgedacht,<br />

dass er deswegen das Interesse an mir verlieren<br />

könnte. Weil ich ja auch gar nicht<br />

wusste, dass er Interesse an mir hatte. Was<br />

ich eigentlich damit sagen will: Ich war<br />

einfach ich selbst.<br />

Klar könnte es in die Hose gehen, wenn<br />

man das Risiko eingeht und den Schritt in<br />

eine Beziehung wagt. Klar könntest du einen<br />

Freund „verlieren“. Aber mal ehrlich:<br />

Freunde seid ihr schon lange nicht mehr.<br />

An einen „Freund“ denkt man nicht ständig,<br />

einem „Freund“ schreibt man nicht<br />

im 15-Minutentakt und einen „Freund“<br />

findet man eigentlich auch nicht anziehend<br />

– auch nicht, wenn man betrunken ist.<br />

WAS Du Tun MuSST<br />

Okay, ich denke spätestens jetzt habe ich<br />

jeden überzeugt, dass das „aus Freundschaft<br />

wird Liebe“-Ding gar nicht so<br />

verkehrt ist. Die Frage ist nun: Wie zum<br />

Teufel schafft man es aus der Friendzone?<br />

Ich könnte euch sagen, „dass ihr ganz<br />

offen miteinander reden müsst“, aber das<br />

ist erstens logisch und zweitens ziemlich<br />

langweilig. Auf der sicheren Seite seid<br />

ihr, wenn ihr etwas Verrücktes macht,<br />

liebe Männer. Springt von einer 25 Meter<br />

hohen Brücke in kaltes Wasser, um euer<br />

Herzblatt zu erobern. Geht in die Offensive<br />

und holt euch, was ihr wollt. Wenn<br />

Frauen eins mögen, dann Männer, die<br />

wissen was sie wollen und es sich auch<br />

holen. Manchmal brauchen wir auch nur<br />

einen Schubs in die richtige Richtung.<br />

Was gar nicht geht: Ewig in der Friendzone<br />

zu verrotten. Entweder ihr geht aufs<br />

Ganze und überzeugt eure Traumfrau (ihr<br />

könnt sie gerne diesen Text lesen lassen)<br />

oder ihr lasst es bleiben. Denn wenn eins<br />

auf die Substanz geht, dann unerwiderte<br />

Liebe. Und Mädels: Macht die Augen auf.<br />

Anstatt immer über den „good guy“ zu<br />

reden, schnappt ihn euch, bevor es eine<br />

andere macht, die ihn nicht in die Friendzone<br />

verbannt hat.


34 RAMBAZAMBA<br />

TRAUMTYPEN DER TÜRKINNEN<br />

DER BLONDE SCHÖNLING ODER DER GEPIERCTE<br />

HIPSTER-BADBOY – TÜRKINNEN STEHEN AUF EI-<br />

NEN NEUEN TYP VON MANN. ALSO GOLDKETTE<br />

ABLEGEN UND BART WACHSEN LASSEN, JUNGS!<br />

VON KÜRŞAT EHAD MUTLU<br />

Er ist klein, hat dunkles, nach hinten gegeltes Haar und trägt ein enges Markenhemd vom türkischen Bazar, das das dichte Brusthaar<br />

hervorblitzen lässt. Der Ledergürtel mit der glänzenden Riesenschnalle ist auf die schwarz schimmernden Lederschuhe abgestimmt<br />

und dazu wird noch das obligatorische Goldkettal angelegt - das ist er, der türkische Traummann.<br />

Von wegen! Dieses Bild vom osmanischen Prachtkerl ist vergangen. Heute erobern ganz andere Männer die Herzen der türkischen<br />

Mädels. Männer wie aus dem Bilderbuch, naja eigentlich aus dem Drehbuch. Denn es sind die türkischen Serienschauspieler, die<br />

neue Schönheitsideale setzen. Das sind die Top 3 der Trendsetter in Sachen Traummann:<br />

DER KIVANÇ TATLITUĞ:<br />

DER ONUR TUNA:<br />

DER KEREM BÜRSIN:<br />

Er ist der große, starke Blonde. Mit seinem<br />

warmen Hundeblick lässt er die<br />

Frauenherzen höher schlagen. Hinter seinem<br />

markanten, harten Gesichtsausdruck<br />

steckt ein weicher Kern. Er schaut keinen<br />

Frauen hinterher, die Frauen suchen seinen<br />

Blick, um sich in seinen meerblauen<br />

Augen zu verlieren.<br />

Zwischen all den dunkelhaarigen Türken<br />

erscheint ein Blonder richtig exotisch,<br />

diese Einzigartigkeit ist es auch, die ihn<br />

für die Türkinnen besonders macht. Aber<br />

es ist nicht nur das Aussehen, es ist der<br />

starke Charakter, der verkörpert wird. So<br />

spielt Kıvanç in „Kuzey Güney“ die Rolle<br />

eines furchtlosen Rebellen, der seinen<br />

Idealen um jeden Preis treu bleibt. Diese<br />

Hartnäckigkeit suchen die Türkinnen in<br />

ihrem Traummann. Für sie gibt es nichts<br />

Anziehenderes als einen Mann, der weiß,<br />

was er will und der bereit ist dafür zu<br />

kämpfen. Auch im wahrsten Sinne des<br />

Wortes, denn Kıvanç’s Serienfigur Kuzey<br />

lässt gerne mal die Fäuste sprechen. Okay<br />

Mädls, ihr wollt keinen türkischen Macho,<br />

aber Gewalt geht in Ordnung?<br />

Die Mädels scheinen den Stereotyp des<br />

türkischen Mannes satt zu haben. Sie<br />

möchten gegen das klassische, veraltete<br />

Ideal rebellieren. Da passt ein Badboy<br />

wie Onur Tuna wie die Faust aufs Auge.<br />

Er ist groß, gepierct, tätowiert, trägt seinen<br />

Bart wild, seine Haare ungebändigt<br />

und macht einen auf türkischen Hipster.<br />

Seine blauen Augen kommen dadurch als<br />

Kontrast noch stärker zur Geltung. Derzeit<br />

lässt er mit seiner Rolle als „Filinta<br />

Mustafa“, von den Türken auch liebevoll<br />

„türkischer Sherlock Holmes“ genannt,<br />

Frauenherzen höher schlagen. In der Rolle<br />

des Underdogs muss er nämlich seine<br />

Unschuld beweisen, um nicht innerhalb<br />

eines Jahres die Todesstrafe zu erleiden.<br />

Die Frauen würden ihn in den schweren<br />

Momenten am liebsten in den Arm nehmen<br />

und durch sein verwuscheltes Haar<br />

fahren. „Wie bei Onur Tuna stehe ich bei<br />

Männern auf das äußerlich Wilde gepaart<br />

mit innerer Unschuld“, meint meine Bekannte<br />

Özlem. Wenn Männer so etwas<br />

sagen, sind sie die Arschlöcher. Aber gut.<br />

Ein groß gewachsener, fitter, blonder Typ,<br />

sieht aus wie der amerikanische Junge<br />

von nebenan, spielt einen verwöhnten<br />

Schüler namens „Kerem“ in der Serie<br />

„Güneşi Beklerken“ („Warten auf die Sonne“).<br />

Seine Rolle ist anfangs zwar die des<br />

Buhmanns, trotzdem sind die Türkinnen<br />

begeistert von ihm. Er scheint Spaß daran<br />

zu haben der Böse zu sein, der machen<br />

kann was ihm gefällt. „Im weiteren Verlauf<br />

merkt man aber, dass er nur ein missverstandener,<br />

intelligenter Junge ist, der ja<br />

nur geliebt werden will“, erklärt mir meine<br />

Schwester verständnisvoll. Ach, das ist<br />

also die Taktik. Gut, wahrscheinlich sollte<br />

man auch noch erwähnen, dass er ausgeprägte<br />

Wangenknochen und ein Zahnpasta-Lächeln<br />

besitzt. Aber die Masche mit<br />

dem missverstanden Jungen merken wir<br />

uns trotzdem.<br />

bereitgestellt


RAMBAZAMBA<br />

35<br />

Good Weibs für Wien<br />

Vizebürgermeisterin<br />

Renate Brauner<br />

Stadträtin<br />

Sonja Wehsely<br />

Stadträtin<br />

Sandra Frauenberger<br />

Stadträtin<br />

Ulli Sima<br />

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36 KaRRieRe<br />

D<br />

zahl<br />

Flop des Monats:<br />

Österreichs Frauen<br />

verdienen um<br />

23 Prozent weniger<br />

als Männer.<br />

des Monats:<br />

31,2<br />

Prozent<br />

der Wiener nahmen dieses<br />

Jahran den WKo-Wahlen teil.<br />

Karriere<br />

&Kohle<br />

Studieren statt<br />

Saunieren. Von<br />

Alexandra Stanić<br />

Meinung:<br />

Und, wieviel verdienst du so?<br />

Jeder denkt ständig daran, keiner spricht offen darüber: Geld. Das eigene<br />

Sexleben oder unheilbare Krankheiten sind Themen, die nur wenige<br />

vor den Kopf zu stoßen scheint. Aber kaum wird die Frage nach dem<br />

Gehalt gestellt, verschlägt es allen die Sprache. Erst kürzlich meinte eine<br />

Bekannte, sie würde nie mit ihren Kollegen über ihr Gehalt sprechen. Bei<br />

meiner aktuellen Reportage über die Blogger-Szene in Wien (S. 38) hat<br />

mir nur eine Bloggerin eine konkrete Zahl genannt, als ich sie nach ihrem<br />

durchschnittlichen monatlichen Verdienst gefragt habe. Warum ist diese<br />

Verschwiegenheit so üblich? Ist es die Sorge vor Neidern oder doch die<br />

heimliche Angst, man selbst würde nicht so viel verdienen wie ein Kollege<br />

und somit zu den „weniger Geschätzten“ zu gehören? Jeder, der offen<br />

über Geld spricht, verrät seinen ökonomischen Status und das bedeutet<br />

auch immer, über seinen Selbstwert zu reden. Wer hingegen schweigt,<br />

lässt offen, ob es einem gut oder schlecht geht. Der Clou an der Sache<br />

ist aber, dass wir uns mit Statussymbolen wie dem neuesten iPhone oder<br />

einer Altbauwohnung im siebten Bezirk umgeben und somit genau das<br />

zeigen, worüber wir nicht reden wollen: Unsere finanzielle Lage. Dabei<br />

könnte ein offener Umgang nicht nur mehr Klarheit schaffen, sondern<br />

auch für eine fairere Bezahlung sorgen. Schließlich will niemand unter<br />

den gleichen Bedingungen<br />

und für dieselbe Arbeit weniger<br />

verdienen als ein anderer.<br />

stanic@das<strong>biber</strong>.at<br />

Tabuthema Nr. 1:<br />

Geld<br />

4 Fragen an nina Bodingbauer, Gründerin der neuen<br />

Wiener Fashionmarke „Valioso“<br />

Wann ist dir die Idee gekommen, ein eigenes Label zu<br />

gründen?<br />

Ich hatte schon lange den Traum ein eigenes Label zu<br />

gründen, ich habe mich sehr früh schon für Modetrends<br />

interessiert. Mit der Gründung von Valioso habe ich mir<br />

quasi einen Kindheitstraum erfüllt.<br />

Wie lange musstet ihr vorarbeiten, um euer Fashionlabel<br />

zu starten?<br />

Die Idee stand schon etwas länger im Raum. Als dann<br />

der Startschuss kam, ging alles sehr schnell. Da wir<br />

unsere Mode per Hand drucken lassen, war die größte<br />

Herausforderung eine vertrauenswürdige Druckerei in<br />

Wien zu finden.<br />

Wie ist die Arbeitsaufteilung bei euch?<br />

Elias Oldofredi kümmert sich um das Branding und das<br />

Marketing und greift dabei auf sein sehr tolles Netzwerk<br />

zurück, da er Teil der Wiener Good Life Crew ist. Ich<br />

kümmere mich primär um das Gewand, die Designs<br />

sowie die Veredelungen.<br />

Was unterscheidet euch von anderen Modelabels?<br />

Wir achten auf faire Produkte sowie Handel und lassen<br />

jedes Stück per Hand bedrucken. Außerdem haben wir<br />

eine große Crew, die uns toll unterstützt und unser Label<br />

damit auf jeden Fall besonders macht.<br />

Ganz schön erfolgreich<br />

Tripwolf ist eine österreichische<br />

reise-APP, die reiseführer-Inhalte<br />

mit Erfahrungen<br />

von reisenden verbindet.<br />

Fotos: Elias oldofredi, tripwolf, bereitgestellt


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verabschieden will, ist bei Epilas gut aufgehoben. Egal,<br />

ob Frau oder Mann. Egal an welcher Stelle. Epilas ist<br />

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auch behandelbar sind, kümmert sich Inhaber<br />

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um Reparaturen von Laptops und Tablets geht. Der<br />

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nicht nur Privathaushalte, sondern kooperiert auch<br />

mit großen Unternehmen, Vereinen, oder öffentlichen<br />

Einrichtungen. Auch Netzwerkverkabelungen,<br />

Datenrettungen, oder EDV-Errichtungen bewältigt<br />

das EDV-Service Wien mit großer Leidenschaft.<br />

Damit auch die Privathaushalte von seinem Service<br />

profitieren können, bewegen sich die Preise im guten<br />

Preisleistungsverhältnis. Der Kleinbetrieb arbeitet<br />

mit Herz und Seele und haucht auch den Totgeglaubten<br />

Laptops neues Leben ein.<br />

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38 KARRIERE<br />

BLOG’<br />

DICH<br />

REICH!<br />

MIT OUTFIT-TIPPS, FITNESSPLÄNEN UND SELFI-<br />

ES HABEN BLOGGER EINE HÖHERE REICHWEITE<br />

ALS SO MANCHES ÖSTERREICHISCHES TOP-MA-<br />

GAZIN. DESWEGEN HAT UNSERE REDAKTEURIN<br />

ALEXANDRA STANIĆ DIE WIENER BLOGGER-SZE-<br />

NE UNTER DIE LUPE GENOMMEN UND DIE FRAGE<br />

GESTELLT, DIE ALLE INTERESSIERT: KANN MAN<br />

DENN WIRKLICH VOM BLOGGEN LEBEN?<br />

VON ALEXANDRA STANIĆ<br />

Madeleine Alizadeh arbeitet<br />

hauptberuflich als Bloggerin.


KARRIERE<br />

39<br />

KANN MAN<br />

HAUPTBERUFLICH OUTFIT-<br />

UND FITNESS-TIPPS<br />

GEBEN, SELFIES MACHEN<br />

UND RESTAURANTS<br />

TESTEN?<br />

Lisa-Maria Trauer, Maximilian Salzer, David Daub, Fleur de Mode<br />

Es ist der Traum vieler junger<br />

Menschen, mit Bloggen Geld zu<br />

verdienen. Dazu braucht es aber<br />

mehr als nur Motivation und eine gute<br />

Idee: Blogger sind Fotografen, Redakteure,<br />

Marketingleiter, Art-Direktoren<br />

und Buchhalter in einem - sie erledigen<br />

die Arbeit eines ganzes Mediums. Die<br />

Blogs sind sehr persönlich und geben viel<br />

von dem Leben der Schreiberinnen preis.<br />

Aber kann man wirklich hauptberuflich<br />

Outfit- und Fitness-Tipps geben, Selfies<br />

machen und Restaurants testen? Ja, kann<br />

man. Wir haben mit vier Bloggerinnen<br />

gesprochen, die von ihren Anfangsphasen,<br />

ihren Einnahmequellen und ihrem<br />

Erfolgsrezept erzählen.<br />

Eine davon ist Madeleine Alizadeh, die<br />

zu den erfolgreichsten Bloggerinnen in<br />

Österreich zählt. Die 26-Jährige führt ihren<br />

Blog dariadaria.com seit vier Jahren,<br />

mittlerweile kann man ihre Seite als Marke<br />

bezeichnen. Zahlen liefern den Beweis:<br />

Durchschnittlich hat sie im Monat eine<br />

viertel Million Besucher auf ihrer Seite.<br />

Dort lesen sie Beiträge über nachhaltige<br />

Outfit-Ideen für den Frühling, persönliche<br />

Weltansichten oder einfach Tipps,<br />

wie man sich am besten schminkt.<br />

Zudem folgen Maddie 41.000 Menschen<br />

auf Instagram und 12.000 gefällt<br />

ihre Facebook-Seite. Aber was ist ihr Erfolgsgeheimnis,<br />

was macht ihren Blog<br />

aus? „Blogger müssen authentisch sein<br />

und professionellen Content liefern“, versucht<br />

Madeleine zu erklären. „Außerdem<br />

habe ich zwei Jahre ‚gratis‘ gearbeitet und<br />

viel Kraft und Energie in meinen Blog investiert.“<br />

Das scheint Früchte zu tragen.<br />

In ihrer Anfangsphase hat sie 50 Euro<br />

pro bezahltem Blogeintrag erhalten, heute<br />

sind es 800 Euro brutto. „Das kommt<br />

den meisten viel vor, aber da ich Selbständige<br />

bin, muss ich all meine Einnahmen<br />

versteuern und mich selbst versichern“,<br />

relativiert sie die Summen. Madeleine<br />

arbeitet mit namhaften Unternehmen<br />

wie Jeep, Gucci oder Zalando zusammen.<br />

Im Dezember war sie als einzige österrei­<br />

Hristina von Fleur de Mode gewann im Februar den<br />

„Madonna Fashion Award.“<br />

Die 22-jährige Hristina arbeitet mit Unternehmen<br />

wie Maybelline, Gucci oder L’Oreal zusammen.<br />

chische Bloggerin auf einer Chanel-Show<br />

in Salzburg und hat mit Karl Lagerfeld diniert.<br />

„Dieses Event ist eins meiner größten<br />

Erfolge“, schwärmt die ausgebildete<br />

Fashion-Fotografin.<br />

„ICH WERDE AUF DER<br />

STRASSE ERKANNT.“<br />

Solche Veranstaltungen und Pressereisen<br />

sind ein Grund, warum Blogger sein zum<br />

Traumberuf geworden ist. Davon alleine<br />

kann man aber nicht leben. Es gibt drei<br />

Grundpfeiler, wie man mit einem Blog<br />

Geld verdienen kann. Zunächst gibt es die<br />

klassische Banner-Werbung, wie sie auch<br />

bei Online-Medien üblich ist. Unternehmen<br />

schalten auf der Seite der Blogger.<br />

Eine weitere Möglichkeit sind „Affiliate“<br />

Einnahmen. Hier unterscheidet man zwischen<br />

CPC (Permission per Click) und<br />

CPS (Permission per Sale). Die Einnahmen<br />

entstehen dadurch, dass Leser entweder<br />

auf den von den Bloggern geteilten<br />

Link klicken oder über den Link etwas<br />

kaufen. Beispiel: Postet Madeleine einen<br />

Link und ihr klickt darauf oder kauft etwas<br />

über diesen Link, erhält sie einen<br />

Prozentsatz des Gewinns. Die lukrativste<br />

Möglichkeit Geld zu verdienen sind aber<br />

Kooperationen mit diversen Firmen. Da<br />

kommen größere Beträge auf einmal zustande.<br />

Von den meisten Bloggern werden<br />

bezahlte Beiträge auch als solche gekennzeichnet.<br />

Wie solche Posts aussehen? Auf<br />

dariadaria.com ist zum Beispiel ein Beitrag<br />

über die Umgestaltung ihres Wohnzimmers<br />

zu lesen, im ersten Absatz steht:<br />

„Das Prachtstück des Raumes ist unser<br />

Sofa von Interio (Modell “Tucson”).“ Sowohl<br />

Interio, als auch das Modell sind verlinkt.<br />

Am Ende des Beitrags ist zu lesen:<br />

„In freundlicher Zusammenarbeit mit<br />

Interio.“<br />

Aber Bloggern geht es nicht nur um<br />

große Kooperationen und das schnelle<br />

Geld. dariadaria.com beispielsweise nutzt<br />

ihre Reichweite, um nachhaltige Mode zu<br />

fördern. Deswegen lehnt sie 80 Prozent<br />

der Anfragen von Agenturen und Un­


40<br />

KARRIERE<br />

ES GIBT WEDER EINE<br />

9–17 STUNDEN WOCHE,<br />

NOCH DIE MÖGLICHKEIT,<br />

EINFACH MAL EINE WOCHE<br />

BLAU ZU MACHEN UND<br />

NICHT ZU ARBEITEN.<br />

ternehmen ab. „Wenn ich mich nicht mit<br />

einer Firma oder einem Produkt identifizieren<br />

kann, sage ich nicht zu“, stellt<br />

Madeleine klar. Trotzdem hat Madeleine<br />

einen Praktikanten angestellt und verdient<br />

durchschnittlich 2000,- Euro brutto<br />

im Monat. „Natürlich variiert das Gehalt,<br />

mal ist es mehr, mal etwas weniger - die<br />

Tendenz ist steigend“, spricht Madeleine<br />

ganz offen von ihren Finanzen. Mittlerweile<br />

wird die Wienerin mit persischen<br />

Wurzeln auf der Straße erkannt, vor allem<br />

auf Wiener Einkaufsstraßen. „Oft sind es<br />

auch Mitarbeiter von Unternehmen, die<br />

mit mir zusammenarbeiten wollen“, erzählt<br />

die 26-Jährige.<br />

OMA VERSTEHT ES NICHT<br />

Auch Hristina Micevska verdient ihr Geld<br />

mit einem Modeblog. Die 22-Jährige ist<br />

seit knapp einem Jahr selbständig und gilt<br />

als aufsteigender Stern der Fashionistas<br />

Österreichs. Im Februar gewann sie den<br />

„Madonna Blogger Award“, auch 2012<br />

und 2013 wurde sie von Modemagazinen<br />

wie der Miss Style und der Woman gekürt.<br />

Ihre Verwandten in Mazedonien verstehen<br />

aber noch nicht ganz, womit sie denn<br />

nun wirklich Geld verdient. „Es spricht<br />

sich langsam herum, dass ich hauptberuflich<br />

blogge“, erzählt Hristina lachend.<br />

„Wobei meine Oma wohl nie ganz nachvollziehen<br />

können wird, was ich den<br />

ganzen Tag mache.“ Dabei wurde die<br />

Fashionbloggerin auch schon von mazedonischen<br />

Magazinen und TV-Sendern<br />

interviewt.<br />

Abgehoben ist Hristina deswegen<br />

nicht. Ganz im Gegenteil. Während des<br />

Interviews erzählt sie ganz unverblümt<br />

von ihrem Werdegang. „Während der<br />

Schule war das Bloggen eine Art Ausgleich“,<br />

erinnert sie sich. „Ich habe mich<br />

von internationalen Blogs inspirieren<br />

lassen und wollte anderen auch als Inspiration<br />

dienen.“ Also recherchierte sie,<br />

wie man mit einem Blog Geld verdienen<br />

kann, welche Hindernisse einen erwarten<br />

und startete Ende 2012 ihre Seite Fleur<br />

Julia und Luisa haben ihre Fitness- und Ernährungsplattform<br />

„Our Clean Journey“ vor zweieinhalb<br />

Jahren gegründet.<br />

Nike hat Luisa von OCJ im Herbst einen personalen<br />

Trainer zur Verfügung gestellt, der sie beim Training<br />

für den Halbmarathon in San Francisco unterstützt<br />

hat.<br />

de Mode. Heute wird sie von Unternehmen<br />

wie Maybelline, H&M und L’Oreal<br />

kontaktiert, weil sie mit ihr zusammenarbeiten<br />

wollen - übrigens ist L’Oreal einer<br />

ihrer größeren Partner, der derzeit eine<br />

halbjährige Kooperation mit ihr führt.<br />

Das klingt alles so einfach, nicht wahr?<br />

Ist es aber gar nicht. Denn Blogger müssen<br />

oft mit Vorurteilen kämpfen und eine<br />

gerechte Bezahlung verlangen. Obwohl<br />

Geschenke ein nettes Schmankerl sind,<br />

decken sie nicht die monatlichen Kosten.<br />

Das wissen die zwei Mädels von Our Clean<br />

Journey (OCJ). „Ein schöner Lippenstift<br />

als Geschenk ist zwar toll, er bezahlt<br />

aber nicht unsere Miete“, erklären Luisa<br />

und Julia.<br />

Die zwei Freundinnen und Unternehmerinnen<br />

haben den Blog OCJ vor knapp<br />

zweieinhalb Jahren gegründet. Auf ihrer<br />

Plattform geht es um gesunde Ernährung<br />

und Fitness. Luisa selbst lebt in München<br />

und führt seit fünf Jahren auch den Modeblog<br />

„Style Roulette“ mit über 104.000<br />

Followern auf Instagram. Durch ihren Bekanntheitsgrad<br />

in Deutschland schaffte es<br />

auch OCJ zu einer hohen Reichweite: Mit<br />

ihren Fitnesstipps, Rezepten und veganen<br />

Essenskreationen inspirieren die beiden<br />

mittlerweile über 58.000 Menschen auf<br />

Instagram. Außerdem haben sie auf ihrer<br />

Homepage einen Online-Shop, wo sie<br />

Trainingsmodelle, Trinkbecher und Detoxpläne<br />

verkaufen. Vor Kurzem ist ein<br />

Verlag mit ihnen in Kontakt getreten, als<br />

nächstes großes Projekt steht ein Kochbuch<br />

an.<br />

INTENSIVER AUSTAUSCH<br />

MIT DEN FANS<br />

Die meisten Bloggerinnen werden von<br />

Unternehmen kontaktiert. Diese finden<br />

sie über Bloggerlisten von Agenturen,<br />

haben sie auf einem Social-Media-Kanal<br />

entdeckt oder auf einem Event kennengelernt.<br />

Oft passiert es auch, dass sie von<br />

Firmen angeschrieben werden, die der<br />

Meinung sind, ein (unaufgefordert) zugeschicktes<br />

Geschenk sichere einen Blog­


KARRIERE<br />

URLAUB WIE IM BILDER- 41<br />

BUCH. SONNE, MEER<br />

UND LEBENSFREUDE.<br />

eintrag. „So funktioniert das aber<br />

nicht, wir müssen zu 100 Prozent<br />

hinter den Dingen stehen, für die<br />

wir Werbung machen.“ Luisa und<br />

Julia setzen beide auf einen intensiven<br />

Austausch mit ihrer Fangemeinde.<br />

Die Zwei sind keine Profis<br />

in den Gebieten Ernährung und<br />

Fitness. „Wir wollen Freundinnen<br />

sein, die persönliche Tipps geben“,<br />

erklärt Julia.<br />

Die Mädchen von OCJ und<br />

Hristina von Fleur de Mode teilen<br />

sich ein Büro im 22. Bezirk.<br />

So versuchen sie eine Grenze zwischen<br />

Arbeit und Privatleben zu<br />

setzen. „Durch das Büro wollen<br />

wir geregelte Arbeitszeiten schaffen“,<br />

so Julia, die Geschäftsführerin<br />

der GmbH Our Clean Journey<br />

ist. Wobei das nicht so ganz<br />

klappt. „Es gibt weder eine 9-17h<br />

Woche, noch die Möglichkeit, einfach<br />

mal eine Woche blau zu machen<br />

und nicht zu arbeiten“, stellt<br />

die 25-Jährige klar.<br />

Das weiß auch Madeleine von<br />

dariadaria.com. Auf die Frage, wie<br />

oft sie auf Instagram ist, antwortet<br />

sie lachend: „Ständig.“ Auch sie<br />

pflegt engen Kontakt zu ihren Lesern<br />

und versucht auf alle Fragen<br />

zu reagieren. „Ich bin sehr proaktiv,<br />

damit meine Follower auch<br />

einen Mehrwert haben“, erklärt sie<br />

ihr Social-Media-Verhalten.<br />

BLOGAZINE STATT<br />

MODEMAGAZIN<br />

Derzeit gäbe es in Österreich<br />

kaum Konkurrenz, erzählt Maddie.<br />

„Man kann an einer Hand<br />

abzählen, wer die wirklich erfolgreichen<br />

österreichischen Blogger<br />

sind“, stellt sie fest. Genau deswegen<br />

baut sie ihre Seite weiter aus.<br />

Derzeit ist die Aufteilung ihrer<br />

Einträge 30:70 - 30 Prozent sind<br />

bezahlt, 70 Prozent macht sie unbezahlt.<br />

Dazu gehören auch ihre<br />

YouTube-Videos. „Ich verdiene<br />

noch nicht wirklich Geld mit mei­<br />

Madeleine hat monatlich eine viertel Millionen<br />

Besucher auf ihrer Seite www.dariadaria.com<br />

DIE BLOGOSPHÄRE<br />

BOOMT, DIE BLOGGER<br />

BRINGEN FRISCHEN<br />

WIND UND INDIVIDUELLE<br />

SICHTWEISEN.<br />

nen Videos, das will ich aber in Zukunft<br />

ändern.“ Apropos Zukunft:<br />

Wie sieht die denn für Blogger aus?<br />

„Ich bin mir sicher, dass sich der<br />

Beruf Blogger noch mehr etablieren<br />

wird“, prognostiziert die 26-Jährige.<br />

„Ich könnte mir auch vorstellen,<br />

dass dariadaria.com in ein paar<br />

Jahren mehr zu einem Blogazine<br />

wird – derzeit ist meine Seite ja ein<br />

persönlicher Blog.“ Auf die Frage,<br />

was ein Blogazine ist, erklärt sie:<br />

„Das ist eine Mischung aus einem<br />

Blog und einem Magazin, mehrere<br />

Autoren würden dann auf meiner<br />

Seite schreiben.“ Bis dahin bleibt<br />

eins klar: Die Blogosphäre boomt,<br />

die Blogger bringen frischen Wind<br />

und individuelle Sichtweisen in die<br />

Modebranche. Fashionmagazine<br />

sollten sich warm anziehen.<br />

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42<br />

KARRIERE<br />

VON<br />

BELGRAD<br />

NACH<br />

KATAR<br />

„Ich<br />

SIE SIND SCHÖN, LÄCHELN STETS, BEREI-<br />

SEN DIE GANZE WELT UND WERDEN DAFÜR<br />

AUCH NOCH BEZAHLT: DER „TRAUMJOB“<br />

STEWARDESS IST VOR ALLEM BEI JUNGEN<br />

FRAUEN AUS EX-JUGOSLAWIEN BEGEHRT.<br />

IMMER MEHR BEWERBEN SICH BEI AIR-<br />

LINES DER ARABISCHEN EMIRATE IN DER<br />

HOFFNUNG AUF EIN BESSERES LEBEN.<br />

VON MELISA ALJOVIC<br />

habe mir die Haare dreimal gefärbt, habe ich ohne Naturhaarfarbe<br />

Chancen auf den Job?“, „Letztes Jahr wurde<br />

mein Backenzahn gezogen, ist das ein Grund, mich nicht<br />

zu nehmen?“, „Soll ich mir die Muttermale im Gesicht entfernen<br />

lassen?“ In der Facebook-Gruppe „Buduci stjuarti i stjuardese“<br />

(Deutsch: „Zukünftige Stewards und Stewardessen“), die über<br />

5000 Mitglieder fasst, tauschen sich junge Stewardessen aus Ex-<br />

Jugoslawien und die, die es werden wollen, bis ins kleinste Detail<br />

gegenseitig aus. Denn die Airlines der Emirate, für die sie<br />

sich bewerben, haben den Ruf streng zu sein. Trotzdem ist der<br />

Job als Stewardess bei arabischen Fluggesellschaften wie Qatar<br />

Airways, Etihad und Emirates bei jungen Menschen aus Ex-Yu<br />

begehrt. Kein Wunder, bei einem Jahresgehalt von ungefähr<br />

19.400€ netto - das ist vor allem für die Verhältnisse von „unten“<br />

ein Vermögen. Denn offiziellen Angaben zufolge liegt das<br />

Durchschnittsgehalt in Bosnien bei 420€ im Monat, in Serbien<br />

bei 380€. Tatsächlich verdienen die meisten Bosnier und Serben<br />

aber 250-300€ monatlich.<br />

So ist es vorwiegend das Geld, das den Job als Stewardess in<br />

den Emiraten begehrt macht. Die Zahl der Bewerber spricht<br />

für sich, allein „Emirates“ erhält nach eigenen Angaben jährlich<br />

mehr als 400.000 Bewerbungen aus über 200 verschiedenen<br />

Ländern. Emirates beschäftigt zurzeit 500 Stwards und Stwardessen<br />

serbischer Nationalität. Zum Vergleich: Aus Österreich<br />

kommen etwa 120 der Emirates Mitarbeiter.<br />

KEINE MÄNNLICHEN BESUCHER<br />

Auch Marija ist in der Facebook Gruppe der angehenden<br />

Stewardessen, sie hat zwei Jahre für Qatar Airways gearbeitet.<br />

Marija weiß von den Vorteilen, die der Job als Stewardess in reichen<br />

arabischen Ländern bringt: „Ich kenne Frauen, die konnten<br />

sich mit dem was sie in fünf, sechs Jahren in dem Job gespart<br />

haben, eine Wohnung kaufen.“ Denn neben dem großzügigen<br />

Gehalt, übernehmen die arabischen Airlines die Ausgaben für<br />

Unterkunft und Nebenkosten. Außerdem bereist man ferne<br />

Länder, wohnt in 5* Hotels und erhält günstige Flugtickets für<br />

Familie und Freunde. Doch in einem streng muslimischen Land<br />

zu leben ist für die Europäerinnen auch eine große Umstellung.<br />

„Auf den Straßen von Katar sieht man wenige Frauen, die<br />

meisten sind vollkommen verschleiert. Für Stewardessen gibt<br />

es strenge Regeln. Stewardessen dürfen in ihren Unterkünften<br />

keine männlichen Besucher übernachten lassen“, erzählt Marija.<br />

Es gibt Securitys, die vor dem Wohnhaus stehen und das streng<br />

bewachen. Hält man sich nicht an die Regeln, droht die Kündigung.<br />

Auch das äußere Auftreten der Stewardessen ist geregelt:<br />

Keine sichtbaren Tattoos, Narben oder Piercings. Nur ein<br />

Ohrring pro Ohr ist erlaubt. Neben den strengen Vorschriften<br />

können auch die Fluggäste zur Belastung werden. „Vor allem<br />

bereitgestellt, Caro / picturedesk.com


KARRIERE<br />

43<br />

wieso der Job als Stewardess bei den Airlines arabischer Emirate<br />

immer begehrter bei ihren Landsleuten wird: „Für die Verhältnisse<br />

ärmerer Länder ist das Gehalt ein Vermögen. Die einen<br />

versorgen mit dem Geld ihre gesamte Familie, die anderen genießen<br />

ihre Unabhängigkeit und verprassen ihr Gehalt sofort.“<br />

Außerdem bietet der Job Aufstiegsmöglichkeiten, die es am<br />

Balkan ohne Connections nicht gibt. „Du kannst als Stewardess<br />

anfangen und dich hocharbeiten“, sagt Tea. Bei über zwei Millionen<br />

Arbeitslosen am Balkan ist das durchaus eine Option.<br />

Neben dem beruflichen Vorankommen entwickelt sich auch<br />

die Persönlichkeit weiter: „Wenn ich mich in Zagreb mit alten<br />

Freundinnen treffe, merke ich erst, wie sehr ich mich verändert<br />

habe. Ich bin viel selbstständiger und mutiger geworden. Ich bin<br />

weltoffen und habe Verständnis für andere Kulturen und Religionen.“<br />

Die 28-Jährige respektiert die Gesetze Dubais, dem<br />

Hauptsitz von Emirates. „Ich fühle mich nirgends so sicher wie<br />

in Dubai. Als Frau wird man zuvorkommend behandelt, es gibt<br />

eigene Frauentaxis und Frauenabteilungen im Bus“, erzählt die<br />

Stewardess.<br />

Zurück in Belgrad – nach zwei Jahren Katar, arbeitet<br />

Marija jetzt bei Air Serbia<br />

mit asiatischen Passagieren habe ich schlechte Erfahrungen<br />

gemacht. Sie drücken ständig die „call bell“ und rufen: „Sister,<br />

sister, give me water.“ „Manche haben mich sogar an der Hand<br />

gezogen, damit ich sie bediene“, sagt Marija. Sie ist mittlerweile<br />

zu „Air Serbia“, die seit 2013 zu 49 Prozent „Etihad“ gehört,<br />

gewechselt, obwohl sie dort deutlich weniger verdient. Doch bei<br />

Air Serbia wird ihr die Arbeit zumindest als Beschäftigungszeit<br />

für die Pension angerechnet.<br />

ARBEITEN STATT JAMMERN<br />

Doch viele Medien berichten von den negativen Seiten als Stewardess<br />

bei Fluglinien arabischer Emirate: Knebelverträge,<br />

schlechte Unterkünfte, unzureichende Sicherheitsmaßnahmen<br />

fürs Bordpersonal – die Gerüchte kursieren auch in der Facebook-Gruppe<br />

der angehenden Stewardessen. Ein paar der<br />

Bewerberinnen sind verunsichert, doch eine ihrer erfahrenen<br />

Kolleginnen gibt Entwarnung: „Leute, in jedem Job gibt es Pros<br />

und Kontras. Fakt ist, ihr findet daheim niemals einen so gutbezahlten<br />

Job, bei dem ihr die Welt bereist. Also bewerbt euch<br />

oder bleibt zuhause sitzen und jammert weiter, wie schlecht eure<br />

Situation ist.“<br />

FLY WITH ME<br />

Tea ist seit drei Jahren Stewardess bei Emirates. Auf ihrer Facebook-Seite<br />

„come fly with me“ teilt sie ihre Erfahrungen aus<br />

dem Job. Mit Emirates bereiste die 28-Jährige bereits die ganze<br />

Welt, manchmal ist sie in einem Monat auf vier verschiedenen<br />

Kontinenten. Doch viel wichtiger als das Reisen ist für sie, dass<br />

sie durch den Job als Stewardess ihre Familie in Kroatien finanziell<br />

unterstützen kann. Nach monatelanger, erfolgloser Jobsuche<br />

in Zagreb, bewarb sich Tea zu allen möglichen Stellenanzeigen,<br />

so auch bei Emirates. Einen Tag vor dem „Open Day“ der<br />

Airline musste sie erst einmal googeln, was eine „Cabin Crew“<br />

überhaupt ist.<br />

Zum „Open Day“ kann jeder kommen und seinen CV vorlegen.<br />

Die, die gefallen, werden zum „Assessment Day“ am nächsten<br />

Tag eingeladen. Hier werden sowohl die Englischkenntnisse<br />

der Bewerberinnen getestet, als auch ihre Nervenstärke durch<br />

psychologische Spiele auf die Probe gestellt. In den nächsten<br />

Wochen erhalten die auserkorenen Bewerberinnen einen Anruf<br />

und schon geht es mit der Einschulung los.<br />

SICHERES DUBAI<br />

Die Bewerbungsprozeduren finden meist in den Hauptstädten<br />

Zagreb, Belgrad und Sarajewo statt. Junge Leute kommen also<br />

auch von weit hergereist, geben viel Geld für Fahrt und Unterkunft<br />

aus, um sich bei den Fluglinien zu bewerben. Tea weiß,<br />

Stilsicher mit Seitenschleier:<br />

Die Uniformen von Emirates besitzen Kultstatus


44 KaRRieRe<br />

24. <strong>März</strong> <strong>2015</strong> | 10.00 – 17.00 Uhr | Austria Center Vienna<br />

Bewerbungs-Check | iML - international Multilingual Lounge<br />

NPO- & Startup-Area | Speed-Dating mit VIPs und ExpertInnen<br />

aus der Film- und Medienwelt sowie aus Wirtschaft und Politik<br />

Interaktive Karriereworkshops / Talks und vieles mehr!<br />

Connect with international People in Vienna!<br />

Der Eintritt ist frei!<br />

careerfair.nyc.co.at/programm-15/<br />

KarriereNews<br />

Alexandra Stanić gibt Tipps rund um Karriere<br />

und Kohle und berichtet über Wissenswertes aus<br />

der Wirtschaft.<br />

Von FrAu zu FrAu!<br />

Die Caritas Wien bietet mit<br />

dem Projekt „Lernsprung“<br />

allen Frauen mit Migrationshintergrund<br />

aus Drittstaaten<br />

die Möglichkeit in kostenlosen<br />

Kursen grundlegende Dinge<br />

zu üben: Wie fülle ich einen<br />

Zahlschein aus, wie helfe ich<br />

meinen Kindern bei der Hausübung.<br />

Aber auch Workshops<br />

zum Thema Gesundheit und<br />

Bewegung und Informationen<br />

zu Arbeitsmöglichkeiten werden<br />

angeboten. Die Kurse werden<br />

von Frauen für Frauen gehalten<br />

und am Vormittag gibt es sogar<br />

Kinderbetreuung.<br />

CareerFAiR`15<br />

Wer mehr über die Kurse wissen<br />

möchte, kann am Di oder Do<br />

von 9 - 12 in das Kurszentrum<br />

am Hebbelplatz 5 (1100 Wien)<br />

kommen, oder unter 0664/524<br />

24 71 anrufen.<br />

TEchnIKquEEnS GESuchT!<br />

Du bist zwischen 14 und 16 Jahre alt und hattest immer schon Interesse<br />

an einem technischen Beruf? Mathe, Physik und technisches Werken<br />

machen dir am meisten Spaß? Dann ist das hier genau das Richtige für<br />

dich! Denn die Initiative „Österreich sucht die Technikqueens“ fördert<br />

Mädchen für technische Berufe. Mit einem spielerisch aufbereiteten<br />

Lernprogramm auf www.technikqueens.at können Mädchen ihre technischen<br />

und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die<br />

Top 25 werden für längere Zeit auf ihrem Weg in die Technik begleitet<br />

und unterstützt. Ab der ersten Runde gibt es iPads zu gewinnen. Dieses<br />

Jahr startet das Mentoring-Programm zum dritten Mal, bisher registrierten<br />

sich 1837 Mädchen. Initiatoren sind die OMV Aktiengesellschaft, die<br />

Siemens AG und Borealis. Das Ziel der Initiative ist die Förderung des<br />

Frauenanteils in nicht-traditionellen Berufsfeldern. Bis 11. <strong>März</strong> läuft die<br />

Anmeldung auf www.technikqueens.at


KaRRieRe<br />

45<br />

EIn WETTKAMPF DEr<br />

STArKEn JunGS<br />

Muskelkraft, Disziplin und Grips: 60 junge<br />

Männer haben beim ersten Bau-Lehrlings-<br />

Casting der Bau-Akademie Wien gegeneinander<br />

gewetteifert. Neben Preisen staubten<br />

die Teilnehmer auch gleich Lehrstellen ab.<br />

Wie man sich so einen Wettkampf vorstellen<br />

kann? 60 Burschen zwischen 14 und 18 Jahren,<br />

die miteinander um die besten Noten<br />

kämpfen. Wer ist der stärkste Maurer? Wer<br />

löst die Aufgabe am schnellsten? Drumherum<br />

stehen die Chefs großer Bauunternehmen,<br />

die sich ihre Lehrlinge vor Ort herauspicken<br />

können. Andreas Hauser, der Leiter<br />

der Bau-Akademie, ist stolz auf den großen<br />

Andrang am ersten Lehrlingscontest. Die<br />

zehn besten wurden von der Jury am Ende<br />

gekürt. Das nächste Bau-Lehrlings-Casting<br />

wird im Februar 2016 stattfinden. Weitere<br />

Informationen findet ihr unter: www.wien.<br />

bauakademie.at<br />

ICH WILL<br />

MEHR<br />

VOM LEBEN!<br />

BILDUNG. FREUDE INKLUSIVE.<br />

Fotos: laurence Mouton / PhotoAlto / picturedesk.com, bereitgestellt<br />

zuSAMMEn GEGEn ArMuT!<br />

Du hast die Idee, was man gegen Armut tun kann,<br />

aber dir fehlt das nötige Kapital, um sie umzusetzen?<br />

Coca Cola und andere Partner haben die Initiative<br />

„Ideen gegen Armut“ ins Leben gerufen, die dir dabei<br />

helfen kann. Gesucht werden Menschen, die mit ihrer<br />

Idee Armut verringern wollen. Sei es ein Café, das nur<br />

Senioren anstellt oder eine Imbissbude, die Flüchtlinge<br />

beschäftigt – deiner Kreativität ist freien Lauf gelassen.<br />

Die Anmeldung ist seit Februar offen und endet<br />

im Juni, es ist also genug Zeit da, um an einem gut<br />

durchdachten Konzept zu arbeiten. Der Ansporn dabei<br />

ist einerseits der fast sechsstellige Förderpreis und<br />

andererseits die Umsetzung eines sozialen Projektes.<br />

Das Wichtigste für den „Social Business Award“ ist ein<br />

guter Businessplan. Zieht eure Freunde mit ins Boot,<br />

kontaktiert Experten und bereichert Wien mit Sozialem.<br />

Genaue Informationen zur Bewerbung findet ihr<br />

auf www.ideen-gegen-armut.at<br />

HOLEN SIE SICH JETZT IHREN<br />

BILDUNGSABSCHLUSS!<br />

Machen Sie den ersten Schritt in Ihre gelungene Zukunft<br />

und besuchen Sie unsere kostenlosen Infoveranstaltungen.<br />

Alle Informationen zu den Terminen und<br />

dem umfassenden Bildungsangebot des BFI Wien sind<br />

nur einen Klick entfernt!<br />

www.bfi.wien/bildungsabschluss<br />

3.000<br />

Kurse aus allen<br />

Bereichen:<br />

www.bfi.wien<br />

<strong>2015</strong>-03-07_Produktgruppeninserat_Bildungsabschluss_<strong>biber</strong>_90x122,5.indd 1 27.02.<strong>2015</strong> 15:52:04


46 techniK<br />

Selfie in Space<br />

Wer glaubt, Selfie-Sticks wären eine neue Erfindung,<br />

irrt. Schon 1966 hat Buzz Aldrin – der später als erster<br />

Mensch den Mond betreten hat – einen verwendet.<br />

Und das nicht irgendwo, sondern frei schwebend in<br />

der Erdumlaufbahn. Diese und weitere coole Bilder<br />

wurden am 26. Februar in London versteigert.<br />

TEchnIK<br />

&Mobil<br />

Alt+F4 und der<br />

Tag gehört dir.<br />

Von Adam Bezeczky<br />

Meinung:<br />

Apple baut Auto<br />

Tesla und Apple sind große Konkurrenten und<br />

schnappen sich gegenseitig die besten Ingenieure<br />

weg. Moment, seit wann sind diese beiden Unternehmen<br />

in derselben Sparte tätig? Gerüchten<br />

zufolge bastelt das Apple-Team an einem eigenen<br />

(elektrischen) Fahrzeug – in San Francisco wurden<br />

jetzt Autos gesichtet, die zu Apple gehören,<br />

und die auch mit Laser-Sensoren spazierenfahren.<br />

Apple CEO Tim Cook hat ja angekündigt,<br />

in neue Geschäftsfelder vorzustoßen. Große Autohersteller<br />

lachen über diese möglichen Pläne<br />

– noch. Wir erinnern uns: auch Microsofts Chef<br />

Steve Ballmer hat über das iPhone nur gelacht<br />

und gelästert, die Folgen sind bekannt: Apple<br />

ist inzwischen dank dem iPhone das wertvollste<br />

Unternehmen der Welt und macht Jahr für Jahr<br />

Rekordgewinne. bezeczky@das<strong>biber</strong>.at<br />

BArES GElD<br />

Für AlTE hAnDyS<br />

unsere handys sind voll mit Gold,<br />

Silber und seltenen Erden. nach<br />

einem upgrade auf ein neues Gerät<br />

vergammelt das alte handy in der Schublade.<br />

Schluss damit! Einfach die „handy-<br />

Ankauf“-App von T-Mobile Österreich<br />

runterladen, handy-Wert schätzen lassen<br />

und im T-Mobile-Shop gegen einen Gutschein<br />

eintauschen. Das ist smart<br />

und umweltfreundlich!<br />

3 Fragen an<br />

Tatjana oppitz,<br />

Generaldirektorin<br />

IBM, Österreich.<br />

Welches Handy<br />

verwenden Sie?<br />

Ich verwende<br />

momentan ein<br />

Apple iPhone<br />

und habe damit<br />

mein mobiles<br />

Büro ständig bei<br />

mir.<br />

Welche App haben Sie zuletzt runtergelanden<br />

und warum?<br />

Die Job App des Arbeitsmarktservice -<br />

nicht weil ich einen anderen Job suche,<br />

sondern weil wir diese App gemeinsam<br />

mit dem AMS entwickelt haben ;-)<br />

Welches Gadget haben Sie gekauft, aber<br />

nie verwendet?<br />

Zwar kein klassisches Tech-Gadget,<br />

aber: ich besitze mittlerweile ein halbes<br />

Dutzend Steckdosenadapter fürs<br />

Ausland, weil ich sie ständig zu Hause<br />

vergesse und am Flughafen immer<br />

wieder neue kaufen muss. Dasselbe gilt<br />

für meine Smartphone- und Tablet-<br />

Ladekabel.<br />

Wer hat<br />

an der Uhr<br />

gedreht?<br />

;-)<br />

Smartwatch in Farbe<br />

Pebble bringt mit der neuen „Time“ die<br />

erste Smartwatch mit farbigem e-Paper<br />

Bildschirm heraus. Auf Kickstarter war<br />

das ziel von 500.000 Dollar bereits<br />

innerhalb kürzester zeit erreicht, zum<br />

zeitpunkt dieses Artikels lagen Bestellungen<br />

im Wert von 11 Millionen Dollar<br />

vor. ob das noch etwas mit crowdfunding<br />

zu tun hat? Ja, denn die ursprüngliche<br />

Pebble wurde ebenfalls über Kickstarter<br />

finanziert. An diesem Beispiel sieht man,<br />

dass ein gut ge-machtes Produkt auch<br />

ohne riesige Investoren im hintergrund<br />

funktionieren kann.<br />

Fotos: Pepo Schuster, Pebble Watch, nASA, hero watch


Ihr nächster<br />

Traumurlaub?<br />

© www.jenseide.com<br />

Stoppt den Plastikmüll!<br />

Zehn Millionen Tonnen Müll landen<br />

jährlich in unseren Meeren, der<br />

Großteil davon ist Plastik. Helfen Sie<br />

uns, die Verschmutzung unserer<br />

Umwelt zu stoppen: Unterzeichnen<br />

Sie jetzt die Petition gegen unnötiges<br />

Wegwerf-Plastik.<br />

PLASTIK<br />

Jetzt Petition unterzeichnen:<br />

SMS mit „PLASTIK” an<br />

0664 - 660 30 30 *<br />

* SMS-Preis laut Tarif, keine Zusatzkosten. Mit dem Absenden der SMS unterschreiben Sie die Petition<br />

gegen Wegwerf-Plastik und stimmen zu, dass Greenpeace Sie kontaktieren darf.<br />

Greenpeace dankt der <strong>biber</strong> Verlagsgesellschaft für die Unterstützung durch die Schaltung dieses Gratisinserats.


ezahlte anzeige<br />

alte schulen – neu<br />

grosse bau- und sanierungsoFFensiVe in Wien<br />

105.000 Schülerinnen und<br />

Schüler besuchen derzeit<br />

eine Pflichtschule in Wien.<br />

um den hohen Standard<br />

der Bildungseinrichtungen<br />

zu erhalten, investiert die<br />

Stadt Wien auch in diesem<br />

Jahr mehrere Millionen Euro<br />

in den neu-, um- und Ausbau<br />

der Wiener Schulen.<br />

Alte Schulen, große Klassen und immer<br />

mehr Schüler. Wiens Schulen, erbaut<br />

zwischen 1855 und 1991, nagen am Zahn<br />

der Zeit. Qualitativ hochwertig was die<br />

innere Ausstattung betrifft, benötigen<br />

aber rund zwei Drittel aller Schulen substanzsichernde<br />

Maßnahmen zum Erhalt<br />

des hohen Bildungsstandards. Aus diesem<br />

Grund investiert die Stadt Wien in einem<br />

Zeitraum von 10 Jahren 570 Millionen<br />

Euro, um an 242 allgemein bildenden<br />

Pflichtschulen Sanierungen vorzunehmen.<br />

Um der steigenden Zahl der Schüler<br />

beste Voraussetzungen zu gewährleisten.<br />

AuS AlT MAch nEu<br />

Bröckelnde Fassaden, veraltete Elektroanlagen<br />

und bekritzelte Wände sind ein<br />

alltäglicher Anblick in den in die Jahre<br />

gekommenen Schulen. Die Stadt Wien investiert<br />

auch im Jahr <strong>2015</strong> wieder kräftig<br />

in die Sanierung der Wiener Schulen. Wie<br />

z.B. neue Fenster, Portale, Dächer und<br />

barrierefreie Übergänge - um nur einige<br />

der umfangreichen Maßnahmen zu nennen.<br />

Um allen Schülern eine erfolgreiche<br />

Bildungslaufbahn zu gewährleisten und<br />

die gleichen Standards zu bieten, werden<br />

die Schulen nicht nur im Inneren top<br />

ausgestattet sein, sondern auch baulich<br />

up-to-date. Topmodern und neu ist aber<br />

auch die neue Berufsschule Embelgasse<br />

46. Die Schule, die in rund zwei Jahren<br />

Bauzeit an der Stelle einer alten Hauptschule<br />

entstand, hat seit Semesterbeginn<br />

die Tore für die Schüler geöffnet. Rund<br />

Fotos: Votava


600 Wiener Lehrlinge absolvieren ihre<br />

Ausbildung nun in diesem neuen mit<br />

architektonischen Highlights ausgestattetem<br />

Gebäude. Auf einer Gesamtnutzfläche<br />

von rund 3.700 Quadratmeter wurde<br />

ein eigenes Übungsbüro, eine Bibliothek<br />

mit offenem Leseraum, rund 94 m2 große<br />

Klassen mit EDV-Tischen sowie zusätzlichen<br />

Trapeztischen für Teamarbeiten<br />

und interaktive Whiteboards eingerichtet.<br />

Die Stadt Wien hat rund 21 Mio. Euro in<br />

das neue Schulgebäude investiert.<br />

DEr BIlDunGScAMPuS ruFT<br />

Unsere gesellschaftliche Entwicklung und<br />

modernen pädagogischen Prinzipien, sowie<br />

die individuelle Förderung und das<br />

Arbeiten in unterschiedlichen Gruppengrößen,<br />

wurden zum Anlass genommen,<br />

um neue moderne Ansätze zur Steigerung<br />

der Bildungsqualität im urbanen Raum<br />

zu schaffen. Ein Ort der alles vereint, Kindergarten-,<br />

Schul- und Freizeitpädagogik.<br />

Spaß und Lernen werden für die Schüler<br />

abwechselnd in einem Tagesrhythmus<br />

geboten. So ist nicht nur konzentriertes<br />

Arbeiten, sondern auch Zeit, um Ruhe<br />

zu finden oder seiner Kreativität freien<br />

Lauf zu lassen, vorgesehen. Derzeit gibt<br />

es vier Bildungscampus-Standorte in<br />

Wien, weitere sollen als „Campus plus“<br />

folgen. Dort sollen Kindergarten und<br />

Volksschule auf einer gemeinsamen Ebene<br />

noch stärker miteinander verschmelzen<br />

und somit der Übergang für Kinder<br />

und Erwachsene noch weiter erleichtert<br />

werden. Ein neuer Campus schafft Platz<br />

für 750 Kinder, 21 Schulklassen und 12<br />

Kindergartengruppen, daneben sind gemeinsame<br />

Sport-, Kreativ-, Therapie- und<br />

Verwaltungsbereiche und altersübergreifende<br />

Bildungsbereiche für alle Kinder am<br />

Campus zu finden. Bis 2022 sollen insgesamt<br />

elf neue Bildungscampus-Standorte<br />

errichtet werden, alle großteils im neuen<br />

„Campus Plus“-Konzept umgesetzt.<br />

zuKunFTSorIEnTIErTE SchulE<br />

Die für heuer geplanten acht Erweiterungen<br />

sowie ein Neubau werden mittels<br />

modularer Holzbauweise umgesetzt.<br />

Damit wird für die Schüler nicht nur ein<br />

gutes Raumklima geschaffen, es ist vor<br />

allem auch wirtschaftlich und nachhaltig.<br />

Zukunftsorientiert – wie die Bildung von<br />

Wiens Schülern.<br />

zuKunFTSorIEnTIErT: BIS 2022<br />

WErDEn InSGESAMT 11 nEuE<br />

BIlDunGScAMPuS-STAnDorTE<br />

ErrIchTET.<br />

die<br />

sanierungsoFFensiVe<br />

Mit rund 570 Millionen Euro<br />

ist das Sanierungspaket<br />

2008 bis 2017 ein wichtiges<br />

Infrastrukturprojekt<br />

für die Stadt Wien. In einem<br />

zeitraum von zehn Jahren<br />

werden an insgesamt 242<br />

allgemein bildenden Pflichtschulen<br />

substanzerhaltende<br />

Maßnahmen durchgeführt.<br />

Die Stadt Wien unterstützt<br />

die Bezirke mit einer<br />

Sonderförderung von 40<br />

Prozent.


lifestyle<br />

Schuh-Politik<br />

RunteR<br />

koMMen!<br />

Sie bringen uns endlich auf den<br />

Boden: Flache Sommerschuhe mit<br />

Bequemeffekt à la Birkenstock,<br />

Espandrilles & Sohlen mit Profil.<br />

Fast schon eine feministische<br />

Botschaft: Statt sexy und<br />

einengend, raum für<br />

zehengymnastik und<br />

Fußbett.<br />

Glamour mit<br />

Profil von zara<br />

lIFE &<br />

AntiaStyle<br />

Was kost’<br />

die Welt nochmal?!<br />

Von Delna<br />

Style-<br />

Tipp<br />

Für Sportmuffel!<br />

Was gibt es Motivierenderes<br />

als diesen<br />

Zweiteiler von Adidas?<br />

Eigentlich bin ich der<br />

Typ „Baumwollleggings<br />

und altes T-shirt“, aber<br />

diese Kombi allein ist<br />

ein Grund sofort durch<br />

den Prater zu rennen. Zu<br />

bestellen bei conleys.at<br />

Meinung:<br />

Recht auf nackte Beine!<br />

Bombay. Die erste Woche übte ich mich in kulturellem Respekt. Die<br />

zweite Woche schoss ich den in den Wind. Jedenfalls ab unterhalb<br />

der Knie. Bei 30 Grad brauche ich Luft an den Beinen, das ist ein<br />

Freiheitsbedürfnis. Meine Shorts (die bei mir wirklich von „short“<br />

kommen) ließ ich als Zeichen des guten Willens im Koffer. Es war<br />

zu unangenehm. Dabei komme ich normalerweise mit männlicher<br />

Aufmerksamkeit gut zurecht. Aber so? Nackte Knie, nackte Schultern,<br />

freies Dekolleté – im indischen Supermarkt kam ich mir vor wie<br />

eine Nutte. Leicht zu haben, willig, anbiedernd. – Doch deshalb klein<br />

beigeben und lang anziehen? Ich spürte feministischen Ärger in mir<br />

aufsteigen und ein Dilemma. Einerseits, die Vergewaltigungsvorfälle,<br />

das Bedürfnis, nicht zu provozieren. Andererseits, nur weil Männer<br />

ein falsches Frauenbild haben, muss ich darauf<br />

Rücksicht nehmen und meine Freiheit<br />

einschränken? Die indischen Frauen<br />

kleiden sich traditionell, Sari, langes<br />

Hemd (Kurta) und meist schwarze<br />

Hosen. Aber Kurtas passen mir nicht<br />

– sie sind für schmale Schultern mit<br />

großen Busen geschnitten, bei mir ist<br />

das umgekehrt. Und schwarze Hosen<br />

im Hochsommer – seriously?<br />

Alles nicht mein Lifestyle! Wenn wir<br />

hier über das „Recht auf Kopftuch“<br />

diskutieren, möchte ich dort<br />

ein Recht auf Shorts bitteschön.<br />

antia@das<strong>biber</strong>.at<br />

Die indische Göttin Mahakali kämpft mit nackten<br />

Beinen gegen das Böse – in Gestalt von Männern.<br />

4 FrAGEn An Austro-Türkin & TV-<br />

Star Gülay hancer . Sie ist Model<br />

und Kandidatin bei der türkischen<br />

Reality-Show „Das ist mein Stil“.<br />

von Gizem Yazgan<br />

Du warst Kandidatin in der berühmtesten<br />

Reality-Show Istanbuls „Das<br />

ist mein Stil“. Was ist passiert?<br />

Ich bin freiwillig gegangen. Die<br />

Streitereien der Mädels habe ich<br />

nicht mehr ausgehalten. Ihr Ehrgeiz<br />

hat sie zu Zicken gemacht! Doch<br />

ich habe mich überreden lassen zur<br />

Show zurückzukehren und werde<br />

erneut im Halbfinale durchstarten.<br />

Was ist dein Lieblingsoutfit?<br />

High-Heels und Leder ist ein Muss. Schwarze Leder-Leggings<br />

und jede Menge Accessoires runden das Gesamtbild ab<br />

Der Unterschied zwischen Mode in Istanbul und Wien?<br />

Istanbul ist dem Trend um einiges voraus. Wien ist nach<br />

meinem Geschmack eintönig. Beispielsweise fällst du in Wien<br />

sofort auf, wenn du einen Hut trägst. In Istanbul ist Vielfalt<br />

Alltag. Hier ist alles um einiges bunter und verrückter.<br />

Was ist dein nächstes Ziel?<br />

Ich möchte auf jeden Fall die Show gewinnen und die 40.000€<br />

kassieren. Natürlich freue ich mich auch auf weitere Jobangebote<br />

hier in Istanbul. Dann hat sich der ganze Stress wirklich<br />

gelohnt.<br />

Gülay ist in Österreich geboren und aufgewachsen. Auf Instagram<br />

hat sie rund 75.000 Follower.<br />

Fotos: zara, Adidas, Marko Mestrovic, Gülay hancer, Marko Mestrović


Song Contest LIVE<br />

mit CASINOS AUSTRIA<br />

Song Contest<br />

Wochenende<br />

(22. 5. – 24. 5.)<br />

gewinnen!<br />

Ganz egal ob Mann oder Frau: Jeden Mittwoch am<br />

Damentag Gewinnkarten sammeln und am 13. 5. <strong>2015</strong><br />

ein Song Contest Wochenende für zwei gewinnen.<br />

Casinos Austria Nationaler Partner des<br />

Eurovision Song Contest <strong>2015</strong> Vienna.<br />

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Verbraucherinfos auf spiele-mit-verantwortung.at und in allen Casinos


52 LIFE & STYLE<br />

UNI-<br />

STYLE<br />

WER STUDIERT WAS?<br />

LOUIS-VUITTON ODER<br />

JUTEBEUTEL? BLAZER<br />

ODER KAPUZENPULLI?<br />

PÜNKTLICH ZU BE-<br />

GINN DES SOMMER-<br />

SEMESTERS SIND WIR<br />

DEM INOFFIZIELLEN<br />

KLEIDERCODE DER<br />

STUDENTEN UND STU-<br />

DENTINNEN WIENS<br />

NACHGEGANGEN. IHR<br />

DÜRFT ANHAND IHRES<br />

STYLINGS RATEN, WER<br />

WAS STUDIERT!<br />

VON MELISA ALJOVIĆ<br />

FOTOS: SUSANNE EINZENBERGER<br />

ADNA (23)<br />

Lehramt<br />

Theaterwiss.<br />

Publizistik


LIFE & STYLE<br />

53<br />

KOOROSH (24)<br />

Elektrotechnik<br />

Orientalistik<br />

Philosophie<br />

ANNA (28)<br />

Architektur<br />

Medizin<br />

Soziologie<br />

FLORA (24)<br />

VWL<br />

Kultur- und Sozialanthropologie<br />

Spanisch<br />

SEBASTIAN (23)<br />

BWL<br />

Eventmanagement<br />

JUS


54<br />

LIFE & STYLE<br />

MICHAELA (25)<br />

Wirtschaftsberatung und Unternehmensführung<br />

Skandinavistik<br />

Psychologie<br />

HANK (23)<br />

BWL<br />

Schauspiel<br />

American Studies


LIFE & STYLE<br />

55<br />

MEDINA (23)<br />

BWL<br />

Translationswissenschaft<br />

Physik<br />

THOMAS (22)<br />

Vergleichende<br />

Literaturwissenschaften<br />

Sport<br />

Katholische Theologie<br />

LÖSUNG:<br />

ADNA (23), Lehramt<br />

FLORA (24), VWL<br />

THOMAS (22), Vergleichende<br />

Literaturwissenschaften<br />

BOROKA (20), JUS<br />

SEBASTIAN (23), BWL<br />

MEDINA (23), BWL<br />

HANK (23), BWL<br />

MICHAELA (25), Wirtschaftsberatung<br />

und Unternehmensführung<br />

KOOROSH (24), Elektrotechnik<br />

ANNA (28), Architektur<br />

BOROKA (20)<br />

JUS<br />

Slawistik<br />

Design<br />

STUDIEREN ODER STYLEN?<br />

Okay, ein paar Treffer hattet ihr<br />

bestimmt. Obwohl wir ja eigentlich mit<br />

den Style-Klischees aufräumen wollten,<br />

haben wir nach einem halben Tag an<br />

den Wiener Unis festgestellt, dass die<br />

WUler wirklich alle mit Blazer zur<br />

Vorlesung gehen und an der TU ein paar<br />

echte Sheldon Coopers im Physiklabor<br />

abhängen. Blöd nur, dass die sich eher<br />

nicht vor die Kamera getraut haben,<br />

während ihre Kollegen von der WU<br />

professionell vor unserer Linse posten, als<br />

wären wir bei einem Casting für ANTM.


Bezahlte Anzeige<br />

Mach' nach!!!<br />

Tipps & TRicks<br />

von Top-Model<br />

und Karate-<br />

Meister<br />

Artur<br />

MAnn&<br />

Du bist, was<br />

du isst. Von Artur<br />

ZolkiewiczBody<br />

Liebenswert lebenswert.<br />

Gepflegte Grün- und Spielflächen<br />

für mehr Spaß und Lebensqualität.<br />

So gut wie jeder Wiener Gemeindebau hat, wovon jede<br />

Mieterin und jeder Mieter träumen: viel Grün gleich vor<br />

der Haustür. In Summe betreut und pflegt Wiener Wohnen<br />

als größte kommunale Hausverwaltung Europas mehr als<br />

6 Millionen Quadratmeter Grünfläche. Und nicht weniger<br />

als 1.360 Spielplätze.<br />

Teilen Sie Ihre Gemeindebau-Geschichte<br />

auf www.wienerwohnen.at<br />

05 75 75 75<br />

MeInunG<br />

Boost mit Butter-Kaffee<br />

In der Silicon Valley wird Kaffee mit Butter und Öl getrunken.<br />

Dave Asprey, Entrepreneur und ‚Biohacker‘ nannte seine Erfindung<br />

‚Bulletproof coffee‘. Die Zutaten: Biobutter, MCT-Öl (Mittelkettige<br />

Triglyceride) und Filterkaffee. Das MCT-Öl kann als fertiges<br />

Produkt gekauft werden. Bio-Kokosnussöl tut es aber auch,<br />

da hierin die "MCTs" besonders hoch konzentriert sind. Warum<br />

Butterkaffee? Er liefert dem Körper eine hohe Dosis Energie, die<br />

sofort zur Verfügung steht. Die Koffein-Fett-Energie-Mischung<br />

belastet nicht den Organismus, denn sie verlangt den Verdauungsorganen<br />

keine harte Arbeit ab. Daher kann der Butterkaffee auch<br />

kurz vorm Training konsumiert werden. Obendrein werden den<br />

MCTs fettverbrennende Eigenschaften zugeschrieben. Zubereitung:<br />

2 Löffel Biobutter, 2 Löffel Bio-Kokosnussöl und Filterkaffee,<br />

im Blender mixen und, ganz wichtig,<br />

warm trinken! Geschmack: wie<br />

ein Cafe Latte, nur cremiger.<br />

zolkiewicz@das<strong>biber</strong>.at<br />

zAhl DES MonATS<br />

150 kg<br />

wiegt die schwerste Kurzhantel,<br />

die je produziert<br />

wurde. Soviel wie ein<br />

großer schwarzer Bär.<br />

„<br />

MoTIVATIonSSPruch<br />

erFolg ist nicht etWas,<br />

das einFach passiert –<br />

erFolg Wird erlernt,<br />

erFolg Wird trainiert.<br />

“<br />

George Halas<br />

Tipp<br />

Mach Metcon!<br />

‚Metabolic conditioning’: eine Art<br />

super-intensives Kraft-Ausdauer-<br />

Training. Diese Serie intensiver<br />

Ganzkörperübungen führt zu<br />

einer stark erhöhten Stoffwechselaktivität,<br />

verbessert die Ausdauerleistung<br />

als auch das Kraftniveau<br />

und ist ein tapferer Gegner des<br />

Körperfetts. Tipp: 3 Runden 250m<br />

Rudern, 20 Burpees, 15 Klimmzüge<br />

und 10 Kniebeugen. Do it!<br />

Fotos: Fotolia, Marko Mestrović


57<br />

Foto von Julie Brass<br />

„HIP HOP IST NUR GELD,<br />

AUTOS UND FRAUEN.“<br />

KULTURA


KEIN<br />

58 KULTURA<br />

KITSCH,<br />

KEIN<br />

KOMPROMISS.<br />

Danilovic Ana


KULTURA<br />

59<br />

DER SERBISCHE RAPPER MARČELO IST FÜR SEINE LIEDER MIT TIEF GRÜNDIGEN<br />

POINTEN BEKANNT. UNS ERZÄHLT DER STRASSEN-POET, WARUM ES KEINE<br />

HOFFNUNG FÜR SERBIEN GIBT, GANGSTER RAP NICHT COOL IST UND WELCHE ROLLE<br />

COMICS IN SEINEM LEBEN SPIELEN. VON MUHAMED BEGANOVIC<br />

Als Interviewort hat Marčelo<br />

den Bücherladen Delfi in<br />

Belgrad ausgesucht. Im hintersten<br />

Raum, vorbei an den Comics<br />

und Graphic Novels, befindet<br />

sich ein kleines, gemütliches<br />

Café mit kleinen hölzernen<br />

Tischen, dazu passenden Sesseln<br />

und zwei grauen Sitzbänken<br />

an den Seiten. Zwanzig Minuten<br />

zu spät betritt er gut gelaunt<br />

das Lokal. Blaue Kapuzenjacke,<br />

beige Hose, Sneaker und ein<br />

Rucksack. Sein Händedruck ist<br />

kräftig, sein Lächeln mild. Ein<br />

Tattoo von Puzzle-Teilen auf dem<br />

rechten Ring-Finger. Braunes<br />

Lederarmband. Kratzspuren an<br />

den Händen. „Meine Katze ist<br />

launisch in letzter Zeit“, sagt er.<br />

Der Kellner kennt ihn und bringt<br />

ihm das Übliche: einen Verlängerten.<br />

Marko Šelić aka Marčelo gilt<br />

bei Fans und Kritikern als der<br />

wortgewandteste Rapper seiner<br />

Zeit. Seine Texte behandeln<br />

oft die serbische Armut und<br />

grassierende Korruption. Nach<br />

Abschluss des Gymnasiums begann<br />

Marcelo das Studium der<br />

serbischen Sprache, zusammen<br />

mit Literatur. Es sind nur noch<br />

zwei Prüfungen bis Marcelo<br />

offiziell Professor Selic wird.<br />

Sein neues Buch und Album<br />

Napet šou verkauft sich prächtig<br />

und findet sich unter den zehn<br />

Bestsellern des Landes.<br />

<strong>biber</strong>: Napet šou (die angespannte Show) ist dein<br />

fünftes Album und viertes Buch zugleich. Was kam<br />

zuerst, die Liebe zum Buch oder zur Musik?<br />

MARČELO: Zuerst gab es die Liebe zur Geschichte.<br />

Wir alle lieben Geschichten, schon von klein auf.<br />

Dann kam das Schreiben, da war ich noch im Gymnasium.<br />

Die Musik kam rein zufällig.<br />

2003, damals warst du 20, kam dein erstes Album<br />

„De Facto“ raus. Elf Jahre später im Oktober 2014<br />

wurde „Napet šou“ veröffentlicht. Wie hat sich der<br />

serbische Hip Hop in diesem Zeitraum verändert?<br />

Als ich mit Hip Hop und Rap begann, war die Szene<br />

klein. Wir kannten uns alle untereinander. Wir<br />

wollten gute Texte schreiben, die haften bleiben.<br />

Es gab kein Gangster-Gelaber. Heute hast du neue<br />

Rapper, die ihr erstes Lied rausbringen und alles<br />

dreht sich nur um Geld, Gold und Autos.<br />

Ganz nach amerikanischen Vorbildern?<br />

Leider! Das war damals, als ich begann, eine Schande.<br />

Es ist eine Maxime, an die ich mich halte. Kein<br />

Kitsch, kein Schund, keine Kompromisse. Mir geht<br />

es immer um den Menschen und die Konfliktsituationen,<br />

die er erlebt.<br />

Dein neues Album ist voll mit Kritik an der Regierung<br />

Serbiens. Warum?<br />

Schlechte wirtschaftliche Lage, Korruption usw.<br />

Wir haben hier eine Regierung, die in die Estrada<br />

verliebt ist. Von ihr kann man nicht erwarten, eine<br />

gescheite Bildung des Volkes voranzutreiben. Die<br />

musikalische „Kultur“, die sie bevorzugen und fördern,<br />

führt zu einer Verblödung der Bevölkerung.<br />

Und das ist ein Problem.<br />

In dem Lied „20.000“ singst du über die verlorene<br />

Hoffnung. Ist Hopfen und Malz in Serbien verloren?<br />

Wenn jemand sich daran versuchen möchte die<br />

Probleme des Landes zu lösen, so hätte er einen<br />

schweren Kampf vor sich.<br />

Aber David hat ja mal gegen Goliath gewonnen!<br />

Das ist nur ein Märchen!<br />

In mehreren Liedern thematisierst du Korruption.<br />

Die EU verlangt die Bekämpfung der Korruption<br />

als eines der Kriterien für die Aufnahme in die EU.<br />

Ist das realistisch?<br />

Das wäre ein schwerer, nahezu unmöglicher Kampf.<br />

Wir haben in Serbien immer nur eine Partei an der<br />

Macht, die alle und alles andere niederwälzt. So<br />

lange es kein Gleichgewicht der Macht gibt, wird<br />

man den Kampf nie gewinnen können. Vetternwirtschaft<br />

ist ebenfalls weit verbreitet, auch unter dem<br />

Gemeinvolk, sodass man heute nicht mal einen<br />

Putzjob findet, wenn man keine Beziehung hat. Es<br />

ist hier jedem Bürger klar, dass wir noch weit von<br />

der EU entfernt sind.<br />

Marčelo erwischt schon die Krise. Er braucht unbedingt<br />

eine Zigarette und hier herrscht Rauchverbot.<br />

Wir gehen in ein benachbartes Café.<br />

Unterwegs erzählt er von seinem Job als Comic-<br />

Redakteur. Seit nunmehr sieben Jahren hat er<br />

eine Fix-Stelle beim Veseli Četvrtak Verlag, Serbiens<br />

bekanntestem Comic-Verlag. Er ist für die<br />

serbische Ausgabe des populären italienischen<br />

Comics Dylan Dog verantwortlich. Unter anderem<br />

setzt er die Übersetzung aus dem italienischen<br />

in Kontext und schreibt die Einführung<br />

auf der ersten Seite. Unterwegs spendet er so<br />

unauffällig wie möglich Geld einer bettelnden<br />

Frau. Als wir an einem Straßen-Zeitungsverkäufer<br />

vorbei gehen, kauft er zwei und gibt mir eine.<br />

Nach Kindergartenregeln sind wir nun Freunde.<br />

Er hat schon seine Zigarette ausgeraucht, als<br />

wir das Lokal erreichen. Ein zweistöckiges Café<br />

mit dunkelbraunen Holzstiegen. Oben eine Dekoration,<br />

die wie die perfekte Mischung aus<br />

Wiener Kaffeehaus und Vapiano aussieht. Kaum<br />

haben wir uns gesetzt, zündet er sich eine zweite<br />

Zigarette an.<br />

Wie kommt es, dass du hauptberuflich Comic-Redakteur<br />

bist?<br />

Ich liebte Comics, noch bevor ich Bücher liebte. Für<br />

die Zeitung Huper, die es nicht mehr gibt, habe ich<br />

regelmäßig eine Kolumne über Comics geschrieben.<br />

Dann wurde eine Stelle beim Verlag frei und<br />

sie haben mir die Stelle angeboten.<br />

Ich muss grad an den Angriff an die Charlie Hebdo<br />

Redaktion denken. Wie hast du damals reagiert, als<br />

du gesehen hast, dass Humor zu Mord führen kann?<br />

Ich war natürlich absolut erschüttert und traurig,<br />

dass so was passiert ist. Ich war aber froh, dass die<br />

Welt aufgestanden ist, es geht hier um die Meinungsfreiheit!<br />

In Serbien leben mehrere hunderttausend Muslime.<br />

Eine Handvoll davon ist nach Syrien gereist,<br />

um dort den Kampf aufzunehmen. Hat Serbien ein<br />

Problem mit den Muslimen?<br />

Nein! Und wenn, dann waren es einzelne, isolierte<br />

Vorfälle, über die nicht in den Nachrichten die Rede<br />

war. In solchen Fällen darf es aber nicht zu Angriffen<br />

auf und Misstrauen gegen alle Mitglieder einer<br />

Religionsgemeinschaft kommen.


60 KultuRa<br />

KulturaNews<br />

Jelena Pantić beweist, dass Kultur verdammt cool ist und verstaubte<br />

Museen Schnee von gestern sind<br />

Geiler Scheiß!<br />

Tipp<br />

STILL A BETTER LovE SToRY THAN FIFTY<br />

SHADES oF GREY<br />

Was ist schärfer als ein Typ mit Waschbrettbauch,<br />

sexy out-of-bed-Haaren und<br />

selbstbewusster Ausstrahlung? Ein Kerl,<br />

der so aussieht und dabei ein Buch liest.<br />

Frauen, brace yourselves, es gibt nur<br />

noch einen Instagram-Account, dem ihr<br />

folgen müsst: hotdudesreading. Ladies<br />

auf der ganzen Welt fotografieren scharfe<br />

Männer, die in der Öffentlichkeit Bücher<br />

lesen und posten es unter dem Hashtag<br />

#hotdudesreading. Ein wahrer Augenschmaus<br />

für alle Buchvernarrten und<br />

eine sehr angenehme Abwechslung zu<br />

#selfie, #wanderlust und #fitness Bildern.<br />

Für Männer gibt es eh mehr als genug<br />

Accounts mit geilen Frauen, gönnt uns<br />

doch auch mal was!<br />

Chinatown in Wien<br />

Wenn man so durch Wien geht, hat man manchmal das<br />

Gefühl, die einzigen Migranten hier wären Jugos und<br />

Türken. Aber dem ist natürlich nicht so.<br />

es gibt eine Community von rund 10.000 Wiener Chinesen - Was<br />

treiben sie hier? Wie sind sie hergekommen? Nein, sie haben nicht<br />

nur China-Restaurants und Imbisse. Zwar sind 80% von ihnen in der<br />

Gastronomie tätig, es gibt aber auch Vereine, einen chinesischen Frauenchor,<br />

eine austro-chinesische Zeitung und vieles mehr. Über die<br />

kulturellen Interessen und chinesischen Einflüsse in Wien hat Fariba<br />

Mosleh das Buch „Vienna Chinatown INvisible“ geschrieben. Stichwörter:<br />

Mafia, das Wiener Drachentor und das China-Syndrom.<br />

Mit den Chinesen der ersten und zweiten Generation beschäftigt<br />

sich auch Judith Benedikt in ihrer Doku „China Reverse“ - ab jetzt<br />

im Kino. Sie kommt folgendem Phänomen auf die Spur: Es wächst<br />

eine neue Generation heran, die feststellt, dass der Wirtschaftsboom<br />

Chinas auch für sie eine neue Chance bereithalten<br />

könnte und daher zurück in den Osten kehrt. Migration<br />

mit Rolle rückwärts quasi. Einer der Hauptcharaktere,<br />

Besitzer der Fast-Food-Kette „Mr. Lee“,<br />

wagt den Sprung zurück nach China, um dort eine<br />

Kette typischer Wiener Kaffeehäuser zu eröffnen.<br />

Überhaupt stehen sich’s die Leute in Asien sehr auf<br />

Ösi-Kultur, Mozart und so. Wer also über den Tellerrand<br />

von Döner & Cevapcici blicken möchte, darf<br />

sich Film und Buch zu Chinesen in Wien nicht entgehen<br />

lassen.<br />

Vienna Chinatown INvisible<br />

Eine Reise durch das chinesische Wien<br />

Herausgegeben von Fariba Mosleh<br />

Fotos: canan Ikici, hot dudes reading instagram, Invisible, Justyna ziarko


KultuRa<br />

61<br />

Meinung<br />

Schadis Kolumne<br />

es ist der 6.2. und meine Homies und ich,<br />

freuen uns riesig, denn Haftbefehl wird uns<br />

einen baba Abend im Flex bescheren. „Bruder<br />

heute Abend Eskalation!“, sage ich zu meinem<br />

Kumpel Hassan und er nickt mir lächelnd<br />

zu. Als wir im Flex ankommen, sind wir geschockt.<br />

Es sind ja nur blonde Matthias und Barbaras<br />

hier!“, schrei ich rum und schimpf dabei<br />

jedes Schimpfwort, das mir einfällt. Ich beobachte<br />

weitere Minuten die neuen Hafti-Fans<br />

und frage mich, wie sie überhaupt seine Texte<br />

verstehen. Haftbefehl rappt „Leben, Life, Hayat...“<br />

und ich schrei rum „Lak, ihr versteht<br />

nicht mal was Hayat bedeutet, geht zu Helene<br />

Fischer!“. Keiner reagiert auf mich. Baba<br />

Haft spielt aggressivere Lieder und ich fang<br />

an Stress zu provozieren, doch wieder reagiert<br />

niemand. Voller Trauer renne ich auf die Toilette.<br />

Es fließen Tränen aus dem Tiefen meines<br />

Kanaken-Herzen. Der Tag auf den ich mich solange<br />

gefreut habe, neigt dazu in einem Chaos<br />

zu enden. Auf der Toilette kommt jemand und<br />

legt seinen Arm um mich. Ich schaue ihn an,<br />

es ist irgendein Rudi und ich laufe weg, denn<br />

den Kontakt mit der Spezies "Hipster" habe<br />

ich immer vermeiden. Am Ende des Konzerts<br />

labert mich ein Mädchen voll und rappt mir<br />

"Ihr Hur*nsöhne" von Haftbefehl vor, um mir<br />

ihre Fantreue zu beweisen. Sie ist ein Prototyp-Hipster<br />

mit Jute Beutel, fetter Brille und<br />

schwarzer Haube. Anschließend will sie noch<br />

meine Nummer haben und ich denke mir nur:<br />

"Fuck! Hipster stehen auf Gangster-Rap und<br />

auch auf Kanaken?". Ich renne zu Hassan, um<br />

ihm meine traumatischen Erlebnisse mitzuteilen,<br />

doch der antwortet nur: "Bruder freu<br />

dich doch! Svabos wissen nun endlich wer die<br />

Babos sind!"<br />

Tipp<br />

"DER MENSCH IST<br />

DIE LEINWAND, DIE<br />

DIE KUNST TRÄGT."<br />

von Nour Khelifi<br />

Elegant, modern, aber auch traditionell. So lassen sich Canan<br />

Ekici's Modekollektionen für Frauen, mit oder ohne Kopftuch,<br />

beschreiben. Die 28-Jährige Archtitektin widmete sich schon mit<br />

16 der Mode, entwarf und schneiderte ihre Kleidung selbst. Bis<br />

2012 designte Canan nebenbei und auf lokaler Ebene. Mittlerweile<br />

verkaufen sich ihre drei Kollektionen weltweit. Unter dem<br />

Label "Ekicidesign" will Canan vor allem ihrer austro-türkischen<br />

Identität Ausdruck verleihen. Traditionell österreichischer Stil<br />

meets osmanische Motive und Farben. Die Motive werden als<br />

Stickerei angebracht. Ganz unter dem Motto "when art meets<br />

fashion". Die Designs entwirft das Multitalent nach der Tezhip-<br />

Kunst (osmanische vergoldungskunst), die sie selber perfekt<br />

beherrscht. Zierliche orientalische Stickereien veredeln Blusen<br />

und Kleider. Ganz toll: ihr österreichisches Dirndl mit der arab.<br />

Kalligraphie-Stickerei von osman Özcay. We like!<br />

#WÖÖD<br />

NACHRICHTEN<br />

GUTEN ABEND WIEN<br />

LIVE - DAS NEUESTE AUS DER STADT<br />

Exklusiv im Kabelnetz von<br />

MO - FR<br />

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62 MIT SCHARF<br />

Von Todor Ovtcharov<br />

TOLERANTES<br />

EUROPA<br />

Österreich gewinnt selten internationale Wettbewerbe,<br />

außer es geht ums Skifahren. Bis<br />

zum letzten Jahr, als Conchita Wurst mit<br />

„Rise like a Phoenix“ beim Eurovision Song Contest<br />

triumphierte. Conchita ist ein Medienprodukt, das<br />

speziell für diesen Wettbewerb kreiert wurde. Conchita<br />

ist die Bestätigung, dass es im heutigen Showgeschäft<br />

weniger wichtig ist, was ein Künstler singt.<br />

Viel wichtiger ist, wie er aussieht. Um exotischer<br />

zu wirken, trat einmal ein bulgarischer Eurovision<br />

Kandidat in kompletter Ritterrüstung auf. Die Rüstung<br />

war ihm aber angeblich zu schwer, so konnte<br />

er sein Lied kaum beenden.<br />

Conchita wurde für die europäische PR instrumentalisiert.<br />

Die bärtige Frau ist ein Symbol der<br />

europäischen Toleranz. In den Augen der Welt ist<br />

Österreich jetzt eine echte Toleranzinsel. Die österreichischen<br />

Patrioten aber taten mir leid. Sie waren<br />

komplett verwirrt nach Conchitas Sieg. Vor dem<br />

Wettbewerb protestierten sie, dass Österreich beschämt<br />

sein wird. Nach dem Sieg wussten sie nicht,<br />

wie sie reagieren sollen.<br />

Wie es aber oft so ist, stimmt das PR­Image und<br />

die Realität nicht immer überein. Es gibt ja immer<br />

noch das Österreich von Haider, das Österreich<br />

von Gabalier und das Österreich von Fritzl.<br />

EUROPAS<br />

UNTERGANG<br />

Europa wählte Conchita. Sind die Europäer tatsächlich<br />

so tolerant? Wir sind tolerant, wenn wir<br />

die bärtige Frau bei der Eurovision wählen. Wo<br />

bleibt die Toleranz, wenn tausende von Flüchtlingen<br />

vor den Ufern unseres Kontinentes ertrinken?<br />

Der serbische Patriarch verbannte Conchita<br />

Wurst aus der Kirche und machte ihren Sieg beim<br />

Eurovision Song Contest für die Überschwemmungen<br />

am Balkan verantwortlich. Der alles sehende<br />

Gott glaubt anscheinend auch, dass „der Balkan<br />

am Rennweg“ beginnt.<br />

In vielen Ländern außerhalb Europas wurde<br />

Conchita Wurst zu einem Symbol des europäischen<br />

Untergangs. In Russland werden die Menschen<br />

von der Propaganda eingeschüchtert, sie<br />

glauben, dass im Falle einer Annäherung zu Europa<br />

alle Frauen Bärte tragen müssten. Wie würde<br />

wohl Präsident Putin reagieren, wenn seine angebliche<br />

Liebhaberin, die Turnerin Alina Kabajeva, wie<br />

ein Mitglied von ZZ Top ausschauen würde?<br />

Der Eurovision Song Contest existierte mal, damit<br />

die Musik über den Eisernen Vorhang schweben<br />

kann. Was ist seine heutige Existenzberechtigung?<br />

Geld?<br />

Mein Heimatland Bulgarien gewann neulich<br />

den zweiten Platz bei der „Kindereurovision“. „Unser<br />

Kind“ sang wunderschön. Gleichzeitig war es<br />

aber furchterregend sich Kinder anzuschauen, die<br />

sich wie Erwachsene benehmen, um Geld für ihre<br />

Produzenten zu verdienen. Es kam mir vor, als läge<br />

zwischen diesem Musikwettbewerb und Kinderhandel<br />

nur ein einziger Schritt.<br />

Aber Conchita ist kein Kind, sie weiß was sie<br />

macht. Ob sie auch weiß, dass niemand nach<br />

ABBA, die damals Eurovision gewonnen haben,<br />

tatsächlich ein Weltstar geworden ist? Ob Conchita<br />

einer wird? Ich wünsche es ihr von ganzem<br />

Herzen!<br />

Falls sie irgendwann noch einen Hit macht, verspreche<br />

ich mich nie wieder zu rasieren!


MIT SCHARF<br />

63<br />

GRENZENLOS<br />

BÖSE<br />

THE TEAM<br />

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DER NEUE EUROPÄISCHE KRIMI-EVENT: EIN INTERNATIONALES ERMITTLER-<br />

TEAM FOLGT DER BLUTIGEN SPUR EINES SERIENMÖRDERS QUER DURCH EUROPA

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